Der Titel spielt auf Uwe Johnsons Roman »Mutmaßungen über Jakob« (1959) an. Die Königin der Nacht ist eine zentrale Figur aus Wolfgang Amadeus Mozarts Oper »Die Zauberflöte« (Uraufführung 1791 im Freihaustheater in Wien; Libretto: Emanuel Schikaneder). Sie steht als personifizierte Macht des Dunkels der Kraft des Lichts – verkörpert in Sarastro– gegenüber, wandelt sich allerdings erst im Verlauf der Handlung, u.a. mit der Weigerung Taminos, die geraubte Tochter Pamina zurückzubringen, in dessen rachsüchtige Gegenspielerin. Assmann betont die wechselhaften Gefühle und Werturteile, die beim Zuseher evoziert werden; zu fragen sei nicht, »wer oder was die Königin ist, sondern wie sie erscheint. Sie wird uns einmal so, einmal anders gezeigt, weil wir zusammen mit Tamino einen Perspektivwechsel vollziehen sollen.« (Assmann 2008, 28) Bereits in »Am Schreibtisch « brachte Kofler die »Zauberflöte « und die Zeit des Nationalsozialismus zusammen (s. Eintrag ›Grenzlandtheaterzauberflöte‹).

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Möglicherweise eine Anspielung auf das Gedicht »Herbstfreiheit« von Friedrich Rückert, das allerdings keine inhaltlichen Bezüge zu Koflers Text aufweist (vgl. Rückert 1841 , 641f.).

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Ab März 1943 wurden an der Loiblpassstraße Lager als Außenstellen des Konzentrationslagers Mauthausen für den Bau des Loibltunnels errichtet, um die Verbindung zwischen Kärnten und Slowenien zu verbessern. Kofler folgt, teils wortwörtlich, der Darstellung von Walzl: »Beide Lager befanden sich in unmittelbarer Nähe der Stollenausgänge, das Südlager davon etwas weiter entfernt als das Nordlager« (Walzl 1985, 49).

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Die Bezeichnung »Nachtstück« existiert in verschiedenen Kunstrichtungen, in der Malerei (v.a. im 15.–17. Jahrhundert), in der Literatur (etwa bei E.T.A. Hoffmann) oder in der Musik (etwa bei Schubert), wobei hier der Ausdruck »Nocturne« oder » Notturno« gebräuchlicher ist.

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Das Geschäft »Moden und Trachten Fian« existiert heute noch in Millstatt. Es besteht keine verwandtschaftliche Beziehung zur Familie des Schriftstellers Antonio Fian.

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Die Akelei gehört (wie die Türkenbund-Lilie) in Österreich zu den mittels Verordnungen der Landesregierungen »vollkommen geschützten« Wildpflanzen. Bei Koflers Schreibweise »Ackeley« dürfte es sich um einen Bezug auf das Kräuterbuch von Adam Lonitzers. Eintrag ›Kräuterbuch‹ handeln: »Ackeley […]. Ist ein bekannt kraut/hat bletter gleich d’Schelwurtz […] Heylet behend den bösen Grind am leib/mit Weyzenmehl unnd Weinsteinöl angestrichen. [/] Der safft mit essig vermischet/unnd das haupt damit gesalbet/vertreibt die schupen.« (Lonicerum 1573, CLXV verso)

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Peter Bamm (1897–1975), deutscher Arzt und Schriftsteller, Feuilletonist, in den 1950er und 1960er Jahren verstärkt Reiseschriftsteller

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Lothar-Günther Buchheim (1918–2007), vielfältig tätiger deutscher Künstler (Maler, Autor, Fotograph, Filmemacher), Verleger, bekannt geworden als Autor von »Das Boot« (1973)

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Rudolf Hagelstange (1912–1984), deutscher Schriftsteller, breit gefächertes Œuvre (Lyrik, Romane, Essays, Herausgeberschaften)

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Peter Handke (* 1942), österr. Schriftsteller

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Peter Rosegger (1843–1918), österr. Heimatschriftsteller

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Carl Zuckmayer (1896–1977), deutscher Schriftsteller, lebte von 1933 bis 1938 in Österreich, danach Flucht in die USA, 1957 Übersiedelung in die Schweiz

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Thomas Bernhard (1931–1989), österr. Schriftsteller

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Variation des ersten Satzes aus »Der Prozeß« von Franz Kafka: »Jemand mußte Josef K. verleumdet haben, denn ohne daß er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.« (Kafka 1958, 7)

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Schauplatz in Thomas Bernhards Erzählung »Beton«

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Protagonistin in Thomas Bernhards Erzählung »Beton«, s. S. XXX

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Die »Deutsche Kantate« von Fidelio F. Finke war laut Prieberg dessen »erster Dank für die hohen Ehren, mit denen der NS-Staat ihn ausgezeichnet hatte«. (Prieberg 1982, 233)

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Thomas Bernhard (1931-1989), österreichischer Schriftsteller

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Kofler bezieht sich hier auf die bei Prieberg wiedergegebene Anzeige, mit der der Leipziger Simrock Verlag 1943 Finkes Hymnus ankündigt: »Der Hymnus auf die Befreiung Böhmens von Fidelio F. Finke [...], Hymnus nach dem Gedicht von Herbert Hiebsch [NSDAP-Kulturamtsleiter in Prag]. Orgel, Massenchor, starkes Blasorchester. In der Orgel-Einleitung gibt der Komponist dem deutschen Gedanken Ausdruck, wie er in Böhmen vom mystischen Dunkel der Vorgeschichte bis an die Glanzzeit des deutschen Kaiserreiches immer spürbar war.« (Prieberg 1982, 233)

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»Ein Landarzt«: Erzählung von Franz Kafka (1917 entstanden, 1918 veröffentlicht) bzw. Buch mit der Erzählung gleichen Titels und dreizehn weiteren Prosatexten (1920)

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Wahrscheinlich Anspielung auf Ingeborg Bachmanns Gedicht »Böhmen liegt am Meer«: »Grenzt hier ein Wort an mich, so laß ich’s grenzen. [/] Liegt Böhmen noch am Meer, glaub ich den Meeren wieder.« (Bachmann 1978, 167) Dass Böhmen eine Küste haben soll, hat in Shakespeares »Wintermärchen« seinen Ursprung. Neben Bachmann haben auch Franz Fühmann, Volker Braun und Libuše Moníková dieses Motiv in ihrer Literatur verwendet. (vgl. Haines 2005, 179ff.)

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Der norwegische Schriftsteller Trygve Gulbranssen (1894–1962) veröffentlichte 1933–1935 die sogenannte »Björndal-Trilogie«, die zu einem der meistverkauften und -übersetzten Werke der norwegischen Literatur wurde. Der erste Teil wurde unter dem Titel »Und ewig singen die Wälder«von Paul May1959 verfilmt. Nach dem Erfolg dieses Films produzierte die Wiener Mundus-Film unter der Regie von Gustav Ucicky auch den zweiten Teil der Gulbranssen-Trilogie. »Das Erbe von Björndal« gilt als »unspektakuläre, aber effektive filmische Umsetzung«der literarischen Vorlage (Brecht/Loacker/Steiner 2014 , 491).

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Heinrich Heine (1797–1856), deutscher Schriftsteller

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Peter Henisch (* 1943), österreichischer Schriftsteller

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Gemeint dürfte damit die »Kleine Geschichte von Völkermarkt« von Karl Dinklage (s. Eintrag ›Dinklage‹) sein (vgl. Dinklage 1960).

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Deutscher Film (1961, R: Jürgen Roland, D: Klausjürgen Wussow), Verfilmung des gleichnamigen Romans (1923, »The Green Archer«) von Edgar Wallace

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Deutsch-dänischer Kriminalfilm (1960, R: Jürgen Roland, D: Klausjürgen Wussow), Verfilmung des gleichnamigen Romans (1922, »The Crimson Circle«) von Edgar Wallace; die erste deutsche Verfilmung, ein Stummfilm aus dem Jahre 1929, gilt als verschollen.

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Den Bergriff »melancholische Freiheit« entnahm Kofler möglicherweise dem »Bericht zur Entstehung einer Weltkomödie« (1985) des Berliner Grafikers und Schriftstellers Christoph Meckel (* 1935). Darin schildert ein Ich-Erzähler seinen Werdegang als bildender Künstler und erzählt von einer Phase, in der sich für ihn durch seine Unsichtbarkeit als Künstler in der Kunstwelt eine »melancholische Freiheit« auftat. (Meckel 1985, 46) Meckel trennt sein Graphiker-Ich vom »literarische[n] Freund und Gegenspieler« des Ich-Erzählers. (Meckel 1985, 7)

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Edgar Wallace (1875–1932), englischer Schriftsteller, der vor allem durch seine (über 100) Kriminalromane berühmt wurde. Die erste Verfilmung eines seiner Romane gestaltete er als Drehbuchautor und Regisseur selber (»The Squeaker « 1930). s. Eintrag ›Wallace‹

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»Gesang der Geister über den Wassern« (Erstdruck 1789): sechsstrophiges Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe, 1817 von Franz Schubert vertont

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Die Bezeichnung »sanfter Tourismus«wurde erstmals 1980 durch den Zukunftsforscher Robert Jungkeinem größeren Leserkreis bekannt gemacht, Jungk veröffentlichte in der Zeitschrift »GEO « (Nr. 10/1980) die Kontrastliste »Hartes Reisen – Sanftes Reisen«: »Massentourismus / Einzel-, Familien- und Freundesreisen // Wenig Zeit / Viel Zeit // […] ,Sehenswürdigkeiten‘ // Erlebnisse« (Broggi 1985, 19). Eine der ersten Definitionen stammt vom österreichischen Geograph Arthur Spiegler: »Sanfter Tourismus ist jene Form des Urlaubs- und Reiseverhaltens, bei der sich sowohl der Gast als auch der Gastgeber der Natur gegenüber verträglich verhalten. Mechanische Transportmittel, wie sie für den Massentourismus charakteristisch sind, treten in den Hintergrund, oft wird aus sie gänzlich verzichtet, und die Bewegung aus überwiegend eigener Kraft tritt in den Vordergrund.« (Spiegler 1984)

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Anspielung auf einen Doppelselbstmord zweier Jugendlicher, auf den sich der Kärntner Schriftsteller Josef Winkler vielfach in seinem Werk bezieht, erstmals in »Menschenkind«: »Am 29. September 1976 stiegen in meinem Heimatort K. bei P., Kärnten, der 17jährige Mechanikerlehrling Jakob P. und sein gleichaltriger Freund, der Maurerlehrling Robert L., mit einem drei Meter langen Kalbstrick über eine Holzleiter des Pfarrhofstadels zu einem Trambaum hinauf. Sie schlangen das Seil um ihn und verknoteten die beiden Seilenden hinter ihren linken Ohren [...]« (Winkler 1979, 5).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Kofler spielt hier womöglich auf die »Berichte von Hinze und Kunze« (1983) s. Eintrag ›Dichter Hintze und Kunze‹ des deutschen Schriftstellers und Dramatiker Volker Braun (* 1939) an.

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

»An der Baumgrenze« : Erzählung von Thomas Bernhard , erstmals 1967 in der Zeitschrift »Jahresring«, 1969 in einem Band mit Erzählungen publiziert

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Hugo Portisch (* 1927), österr. Journalist, ab 1954 bei der Tageszeitung »Kurier«, 1958 Chefredakteur ebendort, ab 1967 Tätigkeit beim ORF. Portisch wurde später bekannt durch seine Fernsehserien »Österreich I«(1989) und »Österreich II« (1991–1995), in denen er die Geschichte der Ersten und der Zweiten Republik anschaulich vermittelte.

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftFilm/Fernsehen/Radio

Im Vorfeld der Nationalratswahl am 17. November 1986 warben im Rahmen des Personenkomitees »Österreicher für Bundeskanzler Dr. Franz Vranitzky« auch Schriftsteller für eine Fortsetzung der Kanzlerschaft Vranitzkys, der na ch dem Rücktritt von Bundeskanzler Sinowatz im Zuge der »Waldheim-Affäre« seit 16. Juni Regierungschef war. Der Unterhaltungsschriftsteller Johannes Mario Simmel (1924–2009) sowie der im englischen Exil lebende »unorthodoxe Marxist« Erich Fried (1921–1988), der sich auch als Friedensaktivist betätigte (u.a. »Kalender für den Frieden«, Fried 1984), beteiligten sich an dieser Kampagne. Im Kofler-Nachlass sind beide Inserate vorhanden, der Text bezieht sich auf den durch die »Waldheim-Affäre« ramponierten »Ruf Österreichs in der Welt« (Inserat Simmel: »Vranitzky wird den guten Ruf Österreichs in der Welt wieder herstellen. Wer ein offenes, fortschrittliches Österreich will, mußVranitzky wählen.« Inserat Fried: »Nur ein Wahlsieg Vranitzkys und der SPÖ kann den in der Welt schwankenden Ruf Österreichs wieder herstellen und zugleich im Land selbst soliden Fortschritt erleichtern«) (11/W7/1).

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PersonPolitikerInAutorIn/JournalistInZitateEreignis

»Ein fröhlicher Morgen beim Friseur«: 1983 in Graz uraufgeführtes surrealistisches Theaterstück von Wolfgang Bauer, das in einem Friseursalon spielt (vgl. Bauer 1983)

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Paraphrase des Auftakts von Rilkes»Duineser Elegien«»Wer, wenn ich schriee, hörte mich denn aus der Engel [/] Ordnungen? und gesetzt selbst, es nähme [/] einer mich plötzlich ans Herz: ich verginge von seinem [/] stärkeren Dasein« (Rilke 1927, 259).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Zitat aus der »Fackel« von Karl Kraus, der vollständige Satz lautet: »Wenn man dem Wiener, dieser Kreuzung aus einem Wiener und einem Juden, dieser unklaren Lösung des Rassenproblems, diesem perspektivisch verzeichneten Zweifarbendruck, dieser an die Luft geklebten Vordergrundsfigur, diesem Dreizehner am Tisch der Kultur, dieser einzig fühlenden Larve, in deren Brust zwei Seelen, die eines Friseurs und die eines Friseurkunden ein Friseurgespräch führen, diesem stets die Ehre habenden und nie herzeigenden, stets die Ehre nehmenden und nie behaltenden Intimus, diesem Wahrzeichen der Lüge, diesem von den Idealen abschreckenden Beispiel, diesem Bauchjesuiten, dem die Lebensmittel den Lebenszweck heiligen, diesem Gourmand einer Henkersküche, dem noch die Schande mit Mehl eingebrannt ist, diesem Harlekin der Phrase, diesem Spalierbildner der Persönlichkeiten, diesem Sowiesokenner der Kunst und diesem Ehschowisser der Gottheit: wenn man dem Wiener die Uhr der Zeit ans Ohr hielte, er lobte ihren Deckel und nähme sie ins Maul.« (Kraus 1913, 36)

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/Zeitschrift

Zitat aus Goethes»Faust«, Faust im Zwiegespräch mit Mephistopheles: »Was kann die Welt mir wohl gewähren? [/] Entbehren sollst du! sollst entbehren! [/] Das ist der ewige Gesang, [/] Der jedem an die Ohren klingt, [/] Den, unser ganzes Leben lang, [/] Uns heiser jede Stunde singt« (Goethe 1998, 53).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Den Begriff Naturreligion bezieht man in der europäischen Philosophiegeschichte in erster Linie auf Spinoza und Rousseau; es ist denkbar, dass Kofler hier an Hölderlin dachte. (vgl. Link 1999)

PersonPhilosophInAutorIn/JournalistIn

Historisches Subjekt: Der historische Marxismus postulierte, wie das Jean-Paul Sartre formulierte, die Notwendigkeit, dass das Proletariat Bewusstsein seiner selbst gewinne und damit zum Subjekt der Geschichte werde. (vgl. Sartre 1971, 73) Erst dieses Bewusstsein macht es im Sinne von Marx und Engels möglich, die Entfremdung zu überwinden.

PersonAutorIn/JournalistIn

Möglicherweise greift Kofler hier auf das »Manifest der Kommunistischen Partei« von Marx und Engels zurück, wo der Begriff Idiotie sinngemäß auftaucht: Die Bourgeoisie habe »die Zahl der städtischen Bevölkerung gegenüber der ländlichen in hohem Grade vermehrt und so einen bedeutenden Teil der Bevölkerung dem Idiotismus des Landlebens entrissen«. (Marx/Engels 1968, 18)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Kofler kehrt hier Marx’ Diagnose vom »Idiotismus des Landlebens« um.

PersonAutorIn/JournalistIn

Goldenes Rössl: Gabenbringer in der Weihnachtsnacht, der über das Haus springt; in Adalbert Stifters Erzählung »Weihnacht« heißt es etwa, damit die Kinder wüssten, »daß das Schüsselchen gefüllt ist, sendet öfter das Christkindlein eines seiner goldenen Rößlein, mit denen es durch den Himmel fährt, und läßt die geschehene Begabung verkündigen« (Stifter 1949, 67).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Anspielung auf Samuel Becketts »Molloy«: »Ich bin im Zimmer meiner Mutter. Ich wohne jetzt selbst darin. Wie ich hierhergekommen bin, weiß ich nicht« (Beckett 1976, 7). Kofler variierte das Zitat auch schon in »Am Schreibtisch «s. Eintrag ›wie ich aus dem Keller‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Möglicherweise ein Rückgriff auf den Begriff der inversen Produktion, wie sie neomarxistische Ansätze der 1970er Jahre vertraten. Bernd Jürgen Warneken etwa vertritt mit Blick auf die Produktion von »Kunstliteratur« die Ansicht, die Rezeption sei Teil der Literaturproduktion, sie sei inverse Arbeit, ein »aktives Reproduzieren von Bedeutungen« (Warneken 1979, 42), eine »innere ,Produktion‘ von Bedeutung«. (Warneken 1979, 43)

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Karl Marx spricht in »Das Kapital« von der »reinen Form« des Kapitals, für die man von den »eigentümlichen Funktionen des kaufmännischen oder Warenhandlungskapitals« abstrahieren müsse. (Marx 2004, 264)

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»Realitätsprüfung« ist »ein von Freud postulierter Vorgang, der es dem Subjekt ermöglicht, die aus der Außenwelt stammenden Reize von inneren zu unterscheiden und einer möglichen Verwechslung zwischen dem, was das Subjekt wahrnimmt, und dem, was es sich lediglich vorstellt, zuvorzukommen, einer Verwechslung, die der Halluzination zugrunde liegt«. (Laplanche/Pontalis 1973, 431)

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»It was a lover and his lass« ist der Titel des bekanntesten Lieds aus Shakespeares»Wie es euch gefällt« (»As you like« it, 1623), vertont von Thomas Morley (1557/58–1602): »It was a lover and his lass, [/] With a hey, and a ho and a hey nonino, [/] That o’er the green cornfield did pass, [/] In the spring-time, the only pretty ring-time, [/] When birds do sing, hey ding a ding a ding, [/] Sweet lovers love the spring« (Shakespeare 2006, 328f.). In der Schlegel-Tieck ’schen Übersetzung: »Ein Liebster und sein Mädel schön, [/] Mit heisa und ha und juchheisa trala! [/] Die thäten durch das Kornfeld gehen [/] Zur Maienzeit, der lustigen Paarezeit, [/] Wann Vögel singen tirlirelirei: [/] Süß’ Liebe liebt den Mai« (Shakespeare 1897, 173).

PersonAutorIn/JournalistInMusikerInMedienMusikZitate

Deutscher Titel von »Revolutionary Road«, 1961 erschienener Debütroman des US-amerikanischen Schriftstellers Richard Yates (1926–1992)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Peter Turrini (* 1944), österreichischer Schriftsteller, der v.a. zur Zeit der Kanzlerschaft Bruno Kreiskys (1970–1983) der Sozialdemokratie nahe stand. Die SPÖ konnte damals u.a. mit kulturpolitischen Maßnahmen, wie etwa der Einrichtung eines Sozialfonds für AutorInnen, viele KünstlerInnen für sich gewinnen, die auch offen für Kreisky und seine Politik auftraten. Turrini verfasste gemeinsam mit Gerhard Roth die Texte zu einem Fotoband aus Anlass von Kreiskys 70. Geburtstag im Jahr 1981. (vgl. Müller 1981)

PersonAutorIn/JournalistInPolitikerInEreignis

lat.: So vergeht der Ruhm der Welt. Wahrscheinlich geht der Spruch auf Thomas von Kempens Werk »De imitatione Christi« (»Die Nachfolge Christi«, um 1418) zurück, in dem er schreibt: »O quam cito transit gloria mundi« (»O wie schnell vergeht der Ruhm der Welt.«) (Pöppelmann 2009, 130)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Mario Ferrari-Brunnenfeld (1932–2001), Kärntner Arzt und Politiker, ab 1975 Kärntner Landtagsabgeordneter, 1983–1987 Gesundheitsstaatssekretär. 1976machte er als FPÖ-Landesparteiobmann Jörg Haiderzum Kärntner FPÖ-Landesgeschäftsführer, zu einem Zeitpunkt, als der 26-jährige Haider sich als jüngstes Mitglied des Bundesparteivorstands in Wien Feinde gemacht hatte. (vgl. Zöchling 1999, 101) In einer Vorstufe zu »Am Schreibtisch«schreibt Kofler von einer physiologischen Ähnlichkeit zwischen Ferrari-Brunnenfeld und Turrini: »dieser (fette) ferrari [...] mit seinen kritischen glotzaugen etwa, den ich immer mit dem staatssekretär turrini verwechsle, gut, beide haben ein feistes gesicht u kommen aus der klagenfurter gegend (beide haben diese fett(ig)e, erdige stimme)« (11/W7/2).

TopographieOrtschaftPersonPolitikerInAutorIn/JournalistInEreignis

Wendelin Schmidt-Dengler (1994, 299) erkennt hier einen Bezug zur Identitätsproblematik in Max Frischs Roman »Stiller« (1954), die bereits im ersten Satz angesprochen wird: »Ich bin nicht Stiller!« (Frisch 1996, 7) Turrinis. Eintrag ›Turrini‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Abgewandeltes Zitat aus Samuel Becketts Roman »Molloy«: »Ein Zahnarzt ist so gut wie der andere, sagte ich.« (Beckett 1976 , 143)

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»Am Ziel«: Theaterstück von Thomas Bernhard (1981)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Zitat aus dem Auftrittslied des Sou-Chong aus »Das Land des Lächelns«: »immer nur lächeln und immer vergnügt, [/] Immer zufrieden, wie’s immer sich fügt, [/] Lächeln trotz Weh und tausend Schmerzen, […] Doch wie’s da drin aussieht, geht niemand was an« (zit. n. Denscher 2017, 411). Der Text stammt, wie wahrscheinlich die meisten Liedtexte der Operette, von dem 1942 in Auschwitz ermordeten Fritz Löhner-Beda.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInMedienMusik

»Freischütz«: 1821 uraufgeführte Oper von Carl Maria von Weber (1786–1826), Libretto von Johann Friedrich Kind (1768–1848). Im »Jägerchor« besingen Jäger die Freuden der Jagd: »Was gleicht wohl auf Erden dem Jägervergnügen? [/] Wem sprudelt der Becher des Lebens so reich? [/] Beim Klange der Hörner im Grünen zu liegen, [/] Den Hirsch zu verfolgen durch Dickicht und Teich, [/] Ist fürstliche Freude, ist männlich Verlangen, [/] Erstarket die Glieder und würzet das Mahl« (von Weber 1872, 18).

PersonMusikerInAutorIn/JournalistInMedienMusik

Zitat aus Samuel Becketts Roman »Molloy«: »Ein Zahnarzt ist so gut wie der andere,sagte ich« (Beckett 1976, 143). s. Eintrag ›Eine Praxis ist so gut wie die andere‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Deutsche Band, deren Geschichte 1980 mit einem Auftritt in dadaistischer Manier beginnt. Auf ihren frühen Alben werden etwa eine alte Waschmaschine, ein Vorschlaghammer, eine Bohrmaschine oder Kettensägen zu Instrumenten; mit dieser Geräuschästhetik galt die Band rasch als »Avantgarde«. Auch die etablierte Kunstszene interessierte sich für die Gruppe, sie nahm an der Documenta in Kassel teil und kooperierte in Theaterproduktionen u.a. mit Regisseur Peter Zadek und Autoren wie Heiner Müller oder Werner Schwab.

PersonMusikerInSchauspielerIn/RegisseurInAutorIn/JournalistIn

Variation des bekannten Goethe-Aphorismus: »Sage mir, mit wem du umgehst, so sage ich dir, wer du bist; weiß ich, womit du dich beschäftigst, so weiß ich, was aus dir werden kann« (Goethe 1993, 40).

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Unter seinem Kürzel »Cato« schrieb der Herausgebers Hans Dichand am 2. 7. 1989 in der »Kronen Zeitung« einen kurzen Kommentar zur Verwechslung seiner Lokalreporter, aus dem Kofler zitiert: »Jetzt, da sich unsere Lokalreporter [...] einmal – trotz intensiver Recherchen – geirrt haben, kommen die Neider und Hasser erneut wie Ratten aus dreckigen Hinterhöfen hervor. Mit ihren vom Aas ihrer Gesinnung vergifteten Zähnen versuchen sie uns anzufallen.« (Cato 1989) Am 4. Juli musste die Zeitung eine Entgegnung auf der Titelseite sowie auf vier Seiten im Blattinneren bringen. Die Zeitung »rächte« sich, indem sie der Entgegnung ein Privatfoto hintanstellte, das einen Arzt zeigt, der der lächelnden Waltraud Wagner auf die Brüste greift – zur Unterstützung der These, dass Sex im Lainzer »Todespavillon« eine »eminente Rolle« gespielt habe. (Haunold 1989)

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftEreignis

Beginn von Friedrich Hölderlins Hymnus »Patmos«»« (erste Fassung): »Nah ist [/] Und schwer zu fassen der Gott. [/] Wo aber Gefahr ist, wächst [/] Das Rettende auch.« (Hölderlin 1992, 447)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Zitat aus dem ersten Lied (»Gute Nacht«) aus Franz Schuberts»Winterreise«, einem 1827 nach Gedichten Wilhelm Müllers komponierten Liedzyklus: »Fremd bin ich eingezogen, [/] Fremd zieh ich wieder aus« (Schochow 1974, 395). s. Eintrag ›Fremd bin ich eingezogen‹

PersonMusikerInAutorIn/JournalistInMedienMusik

Kärntner Schriftsteller (1933–1992), Verfasser von Reise- und Sachbüchern, Gestalter von Rundfunksendungen, kulturkonservativer, gegen Ende seiner Tätigkeit auch xenophober Feuilletonist und Kolumnist. In seinem Roman »Die engen Mauern« (1958) beschäftigt sich Fink wie Kofler mit der ›Enge‹ Villachs, allerdings in traditionellen Erzählmustern.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Begriff der Freud’schen Psychoanalyse, mit dem die Beobachtung des Geschlechtsverkehrs der Eltern durch das Kleinkind bezeichnet wird. (vgl. Lexikon der Psychologie 2000)

PersonAutorIn/JournalistIn

Die für die Krimiserie »Tatort«»«verantwortliche Redaktion im Österreichischen Rundfunk startete zu Beginn der 1980er Jahre den Versuch, österreichische Schriftsteller an der Konzeption und Drehbuchgestaltung von »Tatort-«Folgen zu beteiligen. Umgesetzt wurden schließlich nur Drehbücher von Ernst Hinterberger und Alfred Paul Schmidt. Ernst Petz, dem zuständigen Redakteur, gelang es nicht, Werner Kofler zu einer Beteiligung zu überreden. (Petz 2015) Das Ansinnen des ORF floss aber in ein Hörspiel Koflers ein: »Treatment oder (Wie) ein Tatort entsteht. Mein Name ist Schmidt. Ich komme wegen der Miete. Ein Hörspiel 1985. « (11/W29) Das Hörspiel wurde nicht produziert. Der Name Schmidt könnte auch auf Koflersdamaligen Lektor im Rowohlt-Verlag, Delf Schmidt, verweisen.

PersonAutorIn/JournalistInMedienFilm/Fernsehen/Radio

Protagonist in Heinrich von Kleists Erzählung »Die Verlobung in St. Domingo« (1811). Ried stellt sich seinem Herbergsgeber Huango folgendermaßen vor: »ich bin ein Offizier von der französischen Macht, obschon, wie Ihr wohl selbst urtheilt, kein Franzose; mein Vaterland ist die Schweiz und mein Name Gustav von der Ried« (Kleist 1988, 17).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Der Münchner Verleger Klaus G. Renner kündigt im Dezember 1986 in einem Brief an Kofler eine für Frühjahr 1987 geplante Sammlung von Texten mit dem Titel »Der wilde Jäger« (einem Libretto Franz Grillparzers folgend) an und lädt Kofler zur Mitarbeit ein. In seinem Schreiben nennt er auch das »Umfeld«, das heißt die Namen der anderen BeiträgerInnen, u.a. H.C. Artmann, Wolfgang Bauer, Konrad Bayer, Franz Grillparzer, Friederike Mayröcker, Gerhard Rühm. Am Brief finden sich Markierungen von Kofler und die Notiz: »ah, ich erledige sie alle«. (11/W7/2) Darauf basiert das mit 17. Dezember 1986 datierte Gedicht »Der Wilde Jäger, prompt«. (Kofler 1994, 7)

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Gerhard Lampersberg (1928–2002), österreichischer Komponist, Autor und Mäzen. Ab Mitte der 1950er Jahre bot der »Tonhof« in Maria Saal (Kärnten), den die Familie seiner Frau Maja erstanden und renovieren lassen hatte, SchriftstellerInnen Wohn- und Arbeitsmöglichkeit, u.a. H.C. Artmann, Peter Turrini (s. Eintrag ›Turrini‹) und Thomas Bernhard (s. Eintrag ›Th. Bernhard‹). Lampersberg war Vorlage für die Figur des Komponisten Auersbergerin Bernhards Roman »Holzfällen« und löste, weil Lampersberg juristisch gegen das Erscheinen des Buches vorging und eine Beschlagnahme erwirkte, 1984 einen der prominentesten Literaturskandale Österreichs aus.

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TopographieOrtschaftPersonMusikerInAutorIn/JournalistInMedienZitateEreignis

Kaplan und Pfarrer in der Oststeiermark (1848–1928), deutschnational eingestellter Heimatdichter, Dichter der österr. Bundeshymne 1930–1938, berühmt-berüchtigt für sein »Hakenkreuzlied« (1923). Koflers Zuschreibung »kriegshetzer« bezieht sich wohl in erster Linie auf seine blutrünstige Kriegslyrik, wie er sie im (gemeinsam mit Peter Rosegger verfassten) »Steirischen Waffensegen« (1916) publizierte. Karl Kraus war einer der vehementesten Kritiker des »Kriegsdichters« (Kraus 1919, 51). s. Eintrag ›Kernstock‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienMusikZitate

»Auslöschung. Ein Zerfall« (1986): Roman Thomas Bernhards

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Zitat aus Kleists»Die Verlobung in St. Domingo«: »Er beschrieb ihr, welch ein kleines Eigenthum, frei und unabhängig, er an den Ufern der Aaar besitze; eine Wohnung, bequem und geräumig genug, sie und ihre Mutter, wenn ihr Alter die Reise zulasse, darin aufzunehmen; Felder, Gärten, Wiesen und Weinberge« (Kleist 1988, 44).

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Salman Rushdie (* 1947), indisch-britischer Schriftsteller, baute in seinen Roman »Die satanischen Verse« (1988) eine Traumsequenz mit Szenen aus dem Leben des Propheten Mohammed ein. Anfang 1989 rief der iranische Staatsführer Chomeini in einer Fatwa (Rechtsgutachten) wegen Gotteslästerung zur Tötung Rushdies auf.

PersonAutorIn/JournalistInPolitikerInZitateEreignis

Zitat aus Kleists»Die Verlobung in St. Domingo«: »Wie ich gerettet worden bin, das weiß ich nicht«. (Kleist 1988, 42). Gleichzeitig Variation des Beckett-Zitats aus »Molloy«, s. Eintrag ›Wie das Messer‹verge

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Anspielung auf die Erzählung »An der Baumgrenze« von Thomas Bernhard, s. den gleichlautenden Eintrag

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»Im Taubenschlag« lautet ein Kapitel in Karl Mays »In den Schluchten des Balkan« (1913); in der titelgebenden Szene versteckt sich der Ich-Erzähler und Hauptprotagonist des so genannten »Orientzyklus«, Kara Ben Nemsi, in einem Taubenschlag, um die Pläne der Feinde zu belauschen. (May 1949, 297–330) Das der Szene entsprechendeKarl-May-Sammelbild im Kofler-Nachlass der »Kiddy«-Kaugummipackungen trägt den Titel »Der Horcher im Taubenschlag«. (Serie 8, Bild 6) (11/W8/1)

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»Der Hirt auf dem Felsen«: Lied von Franz Schubert für Gesangsstimme, Klarinette und Klavier (Deutsch-Verzeichnis 965), 1828, im letzten Lebensjahr Schuberts, komponiert. Der Liedtext setzt sich zusammen aus Ausschnitten aus den Gedichten »Der Berghirt« und »Liebesgedanken« von Wilhelm Müller, »[d]ie beiden mittleren Strophen stammen vielleicht von Helmina von Chézy.« (Schochow 1974, 412)

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»Endspiel« (1956): Drama von Samuel Beckett

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1986 bekam Jörg Haider vom Südtiroler Unternehmer Wilhelm Webhofer, seinem Großonkel, dessen 1565 Hektar großen Landbesitz im Kärntner Bärental geschenkt (geschätzter Verkehrswert 1986: 150 Millionen Schilling, ca. 11 Millionen Euro; vgl. Weber 1986, 56f.) Das Jagdrecht und den Fruchtgenuss behielt sichWebhofer bis zu seinem Ableben vor. Er hatte das Tal 1941 erworben, einen ehemals jüdischen Besitz, der mit seinem Geld »entjudet« wurde. Die Bedingung der Nationalsozialisten damals war, das »Deutschtum« in diesem slowenischsprachigen Teil Kärntens hochzuhalten. Als Reaktion auf die Aktivität von Partisanengruppen vertrieben die Nationalsozialisten slowenische Familien systematisch aus Südkärnten, diese Aussiedlungsaktionen verhalfen Haiders Großonkel zum Erwerb des Bärentals (vgl. Zöchling 1999, 19 u. 97). Bald nach dem Erhalt des Bärentals beendete im Mai 1986 der Kärntner FPÖ-Landesparteiobmann Haider die Zusammenarbeit mit dem damaligen FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Steger. Sowohl in Thomas Bernhards »Auslöschung« als auch in »Ungenach«spielt das Motiv der Abschenkung eine Rolle. Mit dem Beschenken geht der Versuch der Protagonisten einher, das eigene Erbe zu überwinden, sich von der Vergangenheit zu befreien. Die Forschung hat diese Wiedergutmachungsgeste ambivalent beurteilt, die Last der Geschichte, so der Tenor, lasse sich nicht so einfach tilgen. (vgl. Delms-Derfert 1997, 83–85; Judex 2010, 131)

PersonPolitikerInSchauspielerIn/RegisseurInAutorIn/JournalistInZitateEreignis

Abgewandeltes Zitat aus dem ersten Lied ( »Gute Nacht«) aus Franz Schuberts »Winterreise«, einem 1827 nach Gedichten Wilhelm Müllers komponierten Liedzyklus: »Fremd bin ich eingezogen, [/] Fremd zieh ich wieder aus. [/] Der Mai war mir gewogen [/] Mit manchem Blumenstrauß.« (Schochow 1974, 395)

PersonMusikerInAutorIn/JournalistInMedienMusik

»profil« -Chefredakteur Helmut Voskabeginnt 1985 ein Interview mit Jörg Haider, das sich zentral der Haltung Haiders zum Nationalsozialismus widmet, mit folgender Frage: »Sitz’ ich noch jenem Jörg Haider gegenüber, der mir vor Jahren erklärte, ein ehemaliger SS-Mann hätte nichts an der Spitze einer demokratischen Partei zu suchen, einem Haider, denBruno Kreiskyeinen ,echten Liberalen‘ nannte, oder sitzt mir die Reinkarnation eines HJ-Rotzbuben des Jahres 1938 gegenüber?« (Voska 1985, 18)

PersonAutorIn/JournalistInPolitikerInMedienZeitung/Zeitschrift

»Mögliche Anspielung auf Marcel Prousts Roman »Auf der Suche nach der verlorenen Zeit««

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Kofler spielt hier auf Jörg Haider und Hans Haider an. Ersterer (1950–2008) war ein österreichischer Politiker, der ausgebildete Jurist wurde 1976 FPÖ-Landesparteisekretär in Kärnten, 1979 Nationalratsabgeordneter, 1986–2000 war er Vorsitzender der FPÖ, 2005 Mitbegründer des »Bündnis Zukunft Österreich« (BZÖ), 1989–1991 und 1999–2008 Kärntner Landeshauptmann. Hans Haider (* 1946), österreichischer Literaturkritiker, 1974–2008 für die Tageszeitung »Die Presse«tätig, brachte 1984den Skandal um Thomas Bernhards »Holzfällen« ins Rollen, weil er in seinem Rezensionsexemplar noch vor Auslieferung der Bücher bekannte Wiener Persönlichkeiten zu erkennen glaubte, u.a. Gerhard Lampersberg (s. Eintrag ›Lampersberg‹), den er daraufhin kontaktierte und der eine einstweilige Verfügung gegen das Buch erreichte.

PersonPolitikerInAutorIn/JournalistInMusikerInMedienZeitung/ZeitschriftZitateEreignis

Zitat aus Bertolt Brechts Gedicht »Lob der Dialektik« (1934): »Wer niedergeschlagen wird, der erhebe sich! [/] Wer verloren ist, kämpfe! [/] Wer seine Lage erkannt hat, wie soll der aufzuhalten sein? Denn die Besiegten von heute sind die Sieger von morgen [/] Und aus Niemals wird: Heute noch!« (Brecht 1988a, 238)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Kofler verwendet »Tabuierung« und »Tabuisierung« wohl synonym. Neben den in der Folge von Kofler erwähnten Ringel und Frankl beschäftigte sich in den 1980er Jahren im deutschen Sprachraum vor allem Norbert Elias mit dem Tod als »weißen Fleck auf der sozialen Landkarte«. (Elias 1982, 46) Kofler dürfte in dieser Passage auf Jean Baudrillards Überlegungen zum Ausschluss des Todes aus der Gegenwart in »Der symbolische Tausch und der Tod« (»L’ échange symbolique et la mort«, 1976) rekurrieren. »[D]ie Verdrängung des Todes in unserer Gesellschaft« (s.u.) geschehe, weil kein symbolischer Austausch mehr zwischen Tod und Leben stattfinde, das führe laut Baudrillard zu einer vom Tod bestimmten Gesellschaft. (vgl. Baudrillard 2011, 225ff.) Baudrillards Werk erschien erstmals 1982 auf Deutsch, bereits 1979 brachte der Merve Verlag in der Reihe »Internationale marxistische Diskussion« eine Übersetzung des 5. Kapitels zur Ökonomie des Todes. Es ist denkbar, dass Kofler diese Ausgabe heranzog. (vgl. Baudrillard 1979)

PersonAutorIn/JournalistInPhilosophInZitate

Erwin Ringel (1921–1994), Wiener Psychiater, Vertreter der Individualpsychologie. Seine zentralen Forschung- und Lehrgebiete waren Selbstmordforschung und Psychosomatik.

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Viktor Frankl (1905–1997), Wiener Psychiater, Begründer der Logotherapie und der Existenzanalyse, er beschäftigte sich intensiv mit der Sinnsuche.

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PersonAutorIn/JournalistInMedien

Jean Baudrillard, dessen Überlegungen zu Tod und Simulation dieser Passage zugrunde liegen, geht auf Riten der »Wilden«, auf »Stammesgesellschaften« zurück, bei denen es eine Reziprozität zwischen Leben und Tod gebe. (Baudrillard 2011, 243ff.) Kofler könnte der Vorstellung vom Zyklischen (»Wiederkehr«) des Abtauschs zwischen Leben und Tod ein Marx-Zitat hinzugefügt haben, zu Beginn von »Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte« schreibt Karl Marx: »Hegel bemerkt irgendwo, daß alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen. Er hat vergessen hinzuzufügen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce.« (Marx 1960, 115)

PersonPhilosophInAutorIn/JournalistInZitate

Zitat aus Edgar Wallaces (s. Eintrag ›Edgar Wallace‹) Kriminalroman »Der Rächer« (»The Avenger« 1926, dt. 1927). Darin ermordet der so genannte Rächer Kriminelle oder Verdächtige, die vom Gesetz nicht bestraft wurden: »Sie werden in der Hecke an der Eisenbahnunterführung bei Esher eine Kiste finden. Der Kopfjäger.« (Wallace o. J., 7) »Der Rächer «wurde 1960 als dritter deutschsprachiger Edgar-Wallace-Film der Nachkriegszeit verfilmt. Roman und Film spielen in der englischen Stadt Esher, Turnbridge Wells kommt in Wallaces Roman »Der Frosch mit der grünen Maske« (»The Fellowship of the Frog« 1925, dt. 1926) vor.

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Maria Winkler schrieb 1990 an der Universität Wien ihre Diplomarbeit über Werner Koflers Roman »Hotel Mordschein«, Betreuer war Wendelin Schmidt-Dengler.

PersonAutorIn/JournalistIn

Wendelin Schmidt-Dengler (1942–2008), österr. Germanist, ab 1980 Lehrstuhlinhaber für neuere deutsche Literatur an der Universität Wien

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Die Sage von der Frau Hitt gibt es in verschiedenen Variationen, immer ist sie eine reiche, geizige Frau, die für ihre Unbarmherzigkeit bestraft (meist: in einen Stein verwandelt) wird. »Weib, bist du rasend?« ist die Antwort von Frau Hitt auf die Bitte einer Bettlerin, für ihr frierendes Kind etwas Leinen zu spenden, in der Ballade »Frau Hitt« von Karl Egon Ebert (Zumbach 2004, 323).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Der in Salzburg lebende Georg Ludwig von Trapp (1880–1947) suchte nach dem Tod seiner Frau (1922) eine Erzieherin für seine sieben Kinder. Er fand sie in Maria Augusta Kutschera (1905–1987), die beiden heirateten 1927 und bekamen zwei Kinder. Nachdem die Familie Trapp 1935 ihr Vermögen in einem Bankkonkurs verlor, gründete sie gemeinsam mit dem Priester Franz Wasner (1905–1992) einen Familienchor. Mit Wasners Arrangements hatte der Chor großen Erfolg, auch nach der Flucht in die USA 1938. Maria Augusta Trapp veröffentlichte 1949 die Geschichte des Familienchors (»The Story of the Trapp Family Singers«; dt. »Die Trapp-Familie. Vom Kloster zum Welterfolg«, 1952).

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PersonReligiöse/r WürdenträgerInAutorIn/JournalistIn

»The long Goodbye« (1953, dt. »Der lange Abschied«), Roman von Raymond Chandler (1888–1959)

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Hans Holt (1909–2001), österreichischer Schauspieler, spielte in den Verfilmungen der Lebenserinnerungen von Maria Augusta Trapp die Rolle des Baron Trapp (»Die Trapp-Familie«, 1956; »Die Trapp-Familie in Amerika«, 1958).

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PersonSchauspielerIn/RegisseurInAutorIn/JournalistInMedienFilm/Fernsehen/Radio

Kofler zitiert wörtlich den Beginn des 15. Kapitels von »Der lange Abschied« – nicht in der Übertragung von Hans Wollschläger (1975), sondern in jener der deutschen Erstausgabe (vgl. Chandler 1954, 127).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Protagonist des unvollendeten Romans »Der Verschollene« von Franz Kafka, entstanden zwischen 1911 und 1914, 1927 posthum von Max Brod unter dem Titel »Amerika« veröffentlicht. Zu Lebzeiten Kafkas erschien das erste, eigenständige Kapitel »Der Heizer« (1913).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Adam Lonitzer (1528–1586), latinisiert »Lonicerus« (s. Eintrag ›Ackeley‹), deutscher Naturforscher und Arzt, beschäftigte sich u.a. mit den Wirkungen und Anwendungen von Kräutern und verfasste mehrere »Kräuterbücher«. 1573 erschien in Frankfurt am Main folgender Titel: »Kreuterbuch, Kunstliche Conterfeytunge der Bäume, Stauden, Hecken, Kräuter, Getreyde, Gewürtze. Mit eygentlicher Beschreibung derselbigen Namen, Vnderscheyde, Gestalt, Natürlicher Krafft vnd Wirckung. Item von fürnembsten Gethieren der Erden, Vögeln und Fischen. Auch von Metallen, Gummi und gestandenen Säfften, Sampt Distillierens künstlichem und kurzem Bericht. Jetzo gantz fleissig von newem durch gesehen, gebessert und weit ober alle vorige Editiosi gemehret Durch Adamum Lonicerum Medicum Physicum zu Frankfurt. Mit fleissigen vollkommenen Registern in Sechserley Sprachen, Nemlich, Griechisch, Lateinisch, Italianisch, Frantzösisch, Spanisch, Teutsch. Auch besonderem Register der Heylung allerhandt gebresten. «Lonitzers »Kreuterbuch« wurde 1934 (Leipzig, Verlag Hendel) und 1962 (München, Verlag Kölbl) nachgedruckt.

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PersonAutorIn/JournalistInMedien

Möglicherweise spielt Kofler hier auf George Bataille an, wie ihn Baudrillard zitiert: »Sexualität und Tod sind nur Höhepunkte eines Festes, das die Natur mit der unerschöpflichen Vielzahl der Wesen feiert.« (Baudrillard 2011, 281) Wenn es auch eine Anspielung auf den genannten Erwin Ringel sein soll, könnte es sich um eine Parodie seiner Selbstmord-Forschungen handeln. (vgl. u.a. Ringel 1953)

PersonPhilosophInAutorIn/JournalistIn

Fred Bertelmann (1925–2014), erfolgreicher deutscher Schlagersänger und Schauspieler. »Ich bin ein Vagabund« ist eine Textzeile aus seinem Hit »Der lachende Vagabund« (Musik: Jim Lowe, Text: Peter Mösser), der ihn 1957 berühmt machte und der sich weltweit fünf Millionen Mal verkaufte (vgl. [red.] 2014).

PersonMusikerInAutorIn/JournalistInMedienMusik

Kofler parodiert hier die »Sinnsuche«, die Viktor Frankls Werk durchzieht. (vgl. u.a. Frankl 1972)

PersonAutorIn/JournalistIn

Anspielung auf Thomas Bernhards Erzählung »Die Mütze « (1966). Darin versucht ein junger, seit Jahren an Kopfschmerzen und der Angst, verrückt zu werden, leidender Forstwissenschaftler, im ländlich abgeschiedenen Haus seines Bruders an einer Studie zu arbeiten. Um seinen regelmäßig mit der Dämmerung einsetzenden Depressionen zu entkommen, unternimmt er Spaziergänge in die Ortschaften Mondsee, Burgau und Parschallen. (Bernhard 2003a, 19)

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Auf einem seiner abendlichen Spaziergänge findet der Ich-Erzähler in Thomas Bernhards Erzählung »Die Mütze«»«eine Schildmütze, wie sie Fleischhauer, Holzfäller und Bauern in dieser oberösterreichischen Gegend tragen; er versucht, den Besitzer der Mütze ausfindig zu machen, trifft allerdings nur auf Menschen, die eine solche Kopfbedeckung bereits tragen. Er behält sie also, setzt sie auf und beginnt mit der Mütze auf dem Kopf, die Erzählung, die der Leser vor sich hat, zu schreiben (vgl. Bernhard 2003).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Durch das Land der Skipetaren« ist wie »In den Schluchten des Balkan« und »Der Schut« Teil von Karl Mays »Orientzyklus«, der 1880–1888 als Fortsetzungsroman in der Wochenzeitschrift »Deutscher Hausschatz in Wort und Bild« abgedruckt wurde.

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Der Ich-Erzähler in Bernhards Erzählung »Die Mütze « erträgt die Finsternis nicht, sie ist gleichermaßen in ihm wie außerhalb: »Die Dämmerung und die auf die Dämmerung folgende Finsternis in Ungenach kann ich nicht in meinem Zimmer aushalten, aus diesem Grund laufe ich jeden Tag, wenn die Dämmerung die Finsternis in diese grauenhafte Gebirgsatmosphäre hereinzieht, aus meinem Zimmer hinaus und aus dem Haus hinaus auf die Straße« ( Bernhard 2003a , 19).

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Aladschy heißen zwei Protagonisten in Karl Mays »Orientzyklus«.

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1946 gab ein Verlagskonsortium »im Auftrage des österreichischen Unterrichtsministeriums« unter dem Titel »Bei uns daheim« ein Buch mit »Lesestoffen für die zweite Schulstufe der österreichischen Volksschulen« heraus. 1962 erschien die in Bibliothekskatalogen letzte nachzuweisende Auflage (die 22.). Die Protagonisten der Geschichten im Buch heißen Anna und Franz. Die Geschichten »vom stockingerferdl und der reiterfanni« kommen ebenso wenig vor wie die Märchen vom Mann im Mond (aus Ludwig Bechsteins Märchensammlung) oder die Grimm-Märchen »Tischlein deck dich« (»ich bin so satt ich mag kein blatt«) oder »Die sieben Raben« (vgl. Bei uns daheim 1946).

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Ludwig Fels (* 1946 in Treuchtlingen, Fränkische Alb), deutscher Schriftsteller, Malerlehre, danach u.a. Maschinist in verschiedenen Farbwerken und Packer in einer Halbleiterfabrik in Nürnberg ehe er sich ab 1973 ausschließlich der Schriftstellertätigkeit widmete und seither mehrere Gedichtbände und Romane veröffentlichte; lebt seit 1983 in Wien und erhielt neben diversen Förderpreisen 1987 das Villa-Massimo-Stipendium.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Name eines Bandenführers, der das erste Mal in Karl Mays »In den Schluchten des Balkan« auftaucht: »Seinen eigentlichen Namen wusste niemand. El Aßfar, Ssary, Schut, so wurde er genannt, je nach der Sprache, der man sich bediente. Diese drei Wörter bedeuten ,der Gelbe‘.« (May 1949, 20f.).

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»Naturgemäß« gilt als »Signalwort« für die Literatur Thomas Bernhards (vgl. u.a. Piechotta 1982).

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»Das Kalkwerk« (1970), »Auslöschung. Ein Zerfall« (1986): Romane Thomas Bernhards

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Schauplatz in Karl Mays Roman »In den Schluchten des Balkan« (auch erwähnt in »Durch das Land der Skipetaren«, »Der Schut«). Gemeint ist Melnik, die kleinste Stadt Bulgariens, am Südwestrand des Piringebirges. Die Änderung des Städtenamens beruht nicht auf einem Eingriff des Autors, sondern entspricht der Schreibweise, die er in einer um 1860 publizierten Landkarte der Balkanländer, mit der er regelmäßig arbeitete vorgefunden hat. (vgl. Schönbach 1991, 204, FN1)

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Den Namen dürfte Kofler aus Raymond Chandlers Roman »Der lange Abschied« übernommen haben »›Er heißt Chick Agostino‹, sagte ich. ›Er spielt Leibwächter bei einem Ganoven namens Menendez‹« (Chandler 1975, 173).

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Zitat aus Franz Kafkas »Ein Landarzt«: »Gesang der Kinder: ,Freuet Euch, Ihr Patienten, der Arzt ist Euch ins Bett gelegt!‘« (Kafka 1994, 128)

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Friedrich Hölderlin: »Abendphantasie« (1799)

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Ein Kohlenhändler namens Junak kommt in Karl Mays Roman »Der Schut« vor.

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Kreuzbergl: hügelartige Erhebung (517 m) nordwestlich der Klagenfurter Innenstadt, auch als »Hausberg« Klagenfurts bezeichnet. Ingeborg Bachmann hat dem Hügel in ihrer Erzählung »Drei Wege zum See« ein literarisches Denkmal gesetzt.

TopographieBergOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Verknüpfung von »Kaspar«, Sprechstück von Peter Handke (Uraufführung 1968), und Ohlsdorf, dem bevorzugten Wohnort Thomas Bernhards im oberösterreichischen Traunviertel. Dort hat Bernhard 1965 einen Vierkanthof erworben und aufwändig renoviert. Seit 1990 ist das so genannte Bernhard Haus der Öffentlichkeit zugänglich.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Schimin heißt der bulgarische Schmied in Karl Mays »In den Schluchten des Balkans«. Kara Ben Nemsi befreit ihn und seine Frau aus ihrem Keller (vgl. May 1949, 41–78).

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Der Literaturwissenschaftler und Kofler-Übersetzer Bernard Banoun sieht darin die Beckett ’sche Formel »Nicht ich«, die »ber das Anekdotische hinweg auf die Eigenartigkeit des Ich, des Ich als Schreibenden, hinweist« (Banoun 2000, 174).

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Anspielung auf die Malerlehre von Ludwig Fels (s. Eintrag ›Treuchtlingen, Fels‹)

PersonAutorIn/JournalistInMedien

Protagonist in Karl Mays »In den Schluchten des Balkans«, »Durch das Land der Skipetaren« und »Der Schut«. Kara Ben Nemsi entlarvt seine betrügerische Doppelidentität als Heiliger und bettelnder Krüppel (vgl. May 1949, 498f.). Er ist Mitglied der Verbrecherorganisation rund um den Schut. Im Kofler-Nachlass findet sich dasKarl-May-Sammelbild »Der ,Heilige‘ ist ein Schwindler«. (11/W8/1)

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»In den Schluchten des Balkans«: Titel von Karl Mays Roman

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In dieser Passage persifliert Kofler den repetitiven, zwei Subjekt- bzw. Objektpositionen gegenüberstellenden Stil Thomas Bernhards, wie er ihn etwa am Anfang der Erzählung »Gehen« pflegt (vgl. Bernhard 1971, 7).

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Schauplatz in Mays»In den Schluchten des Balkans«

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Möglicherweise deutet Kofler hiermit die Interview-Aussage Elfriede Jelineks an, Kunst machen zu wollen, sei ein »phallische[r] Anspruch«, um (Löffler 1989, 84).

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Protagonist in Mays »In den Schluchten des Balkans«, Bäcker und Färber im Ort Dschnibaschlü sowie ein Mitglied der Bande des Schut. »Der Färber war Boschak genannt worden und boschak heißt träge, faul. Es war wohl sein Spitzname.« (May 1949, 76)

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Kofler bezieht sich hier auf eines der Sammelbilder zu den Romanen Karl Mays (11/W8/1), das Bild 2 der Serie 22 zeigt unter dem Titel »Bei Boschak, dem Färber und Bäcker« wie Kara Ben Nemsi »gastlich aufgenommen« wird.

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Die Archäologin Sibylle von Cles-Reden (1910–2001), deren Buch hier Kofler das Material geliefert hat, bringt in Bezug auf das angesprochene Ritual die Bretagne und Sardinien zusammen. (vgl. Cles-Reden 1960, 260)

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In Karl Mays »In den Schluchten des Balkans«-befiehlt Kara Ben Nemsi dem befreiten Dorfschmied, ein Feuer zu machen, um einen Verbündeten jener Bande, die den Schmied und seine Frau überfallen hatte, in eine Falle zu locken. »Bald brannte auf dem Herd ein Feuer, das seinen Schein weit in die Nacht hinauswarf.« (May 1949, 50)

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»Jedermann. Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes«: Theaterstück von Hugo von Hofmannsthal, Uraufführung 1911 unter der Regie von Max Reinhardt in Berlin; seit 1920 jährlich Bestandteil der von Reinhardt und Hofmannsthal begründeten Salzburger Festspiele

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Kofler wandelt einen Ausspruch Elfriede Jelineks ab, den sie in einem Interview mit der Literaturkritikerin Sigrid Löffler im Umfeld des Erscheinens des Romans Lust (1989) tätigte: »Ich mag sie [die Männer] nicht, [...]. Aber ich bin sexuell auf Männer angewiesen [...].« (Löffler 1989 , 84)

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Karl May (1842–1912), deutscher Schriftsteller, berühmt für seine Abenteuerromane und Reiseerzählungen aus dem Orient und den USA. Im Klagenfurter Kofler-Nachlass (11/W8/1) finden sich Sammelbilder zu Szenen aus d en Karl-May- Romanen. Solche Bilder wurden bereits im 19. Jahrhundert als Kaufanreiz Süßigkeiten beigelegt. Die Firma Stollwerck war hier Vorreiterin, nach 1945 waren die Bilder u.a. eine Beilage zu Kaugummipackungen. In »Hotel Mordschein « (s. Eintrag ›wenn ich gar ein Bild hervorzöge‹) rekurriert Kofler darauf.

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Bezeichnung des »geweihten Hammers« laut Cles-Reden (Cles-Reden 1960, 260)

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Sibylle von Cles-Reden gibt ein »Protokoll« aus dem Jahre 1830 an, das eine solche Tötung schildert. Ein gebrechlicher Greis habe in einem Dorf der Bretagne selbst den Mel Beniguet bestellt. Die Dorfälteste habe unter anderen die Worte »hier ist, was Dich vom Schrecken des Todes und der Last des Lebens befreien wird« gesprochen, mit »gellender Stimme« gerufen »Du hast gut gelebt!« und dabei den Stein »ohne Gewalt« gesenkt. (Cles-Reden 1960, 263)

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Sigmund Freud entwirft in »Das Unbehagen in der Kultur«»die Formel vom Kampf zwischen Eros und Todestrieb«. (Freud 1930, 125f.) Die Bezeichnung Thanatos für den Todestrieb stammt vom Freud-Schüler Ernst Federn.

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Das in einem Gebäude aus dem 17 Jahrhundert befindliche Schriftstellerhaus in Stuttgart entstand 1983 auf Initiative des Lyrikers Johannes Poethen und des Architekten Johannes Wetzel, die den Abriss des Baus verhinderten. (www.stuttgarter-schriftstellerhaus.de/haus/geschichte, 10.8.2016) Die zwei Gästezimmer des Hauses wurden aufgrund der Farbe der Einrichtung »blaues Zimmer« und »braunes Zimmer« genannt. Kofler war im Herbst 1988 während einer Lesereise im Schriftstellerhaus Stuttgart zu Gast. (Albrecht 1989)

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInEreignis

»Das Nachtlager in Granada«: Oper von Conradin Kreutzer (1780–1849), Libretto: Karl Johann Braun von Braunthal (1802–1866), Bearbeitung nach dem Schauspiel »Das Nachtlager von Granada« (1818) von Johann Friedrich Kind.

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Anspielung auf Thomas Bernhards Rede 1968 zur Verleihung des »Kleinen Staatspreises«: »es ist nichts zu loben, nichts zu verdammen, nichts anzuklagen, aber es ist vieles lächerlich; es ist alles lächerlich, wenn man an den Tod denkt« (Bernhard 2009, 121).

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1948 nach US-amerikanischem Vorbild gegründete Organisation zur Leseförderung an Österreichs Schulen, die von ehrenamtlichen Mitarbeitern betrieben wird. Der Gründer Richard Bamberger (1911–2007) schrieb 1950 programmatisch davon, dass es um eine »Erziehung zum guten Buch und die Erziehung zum richtigen Lesen gehe«, was besonders »in einer Zeit, in der Schmutz und Schund die geistige und seelische Entwicklung gefährdet«, wichtig sei (Bamberger 1950, 2).

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Anspielung auf Michael Jeannée (* 1943), Boulevardjournalist, ab 1967 für den Wiener »Express« tätig, 1970 Wechsel zur »Kronen Zeitung«. 1973–1985 Chefreporter bei »Bild am Sonntag«, 1985 als Chefreporter Rückkehr zur »Kronen Zeitung«, 1993–2003 »Adabei«-Reporter des Blattes

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/Zeitschrift

»Verräterspalte«nennt Karl Mayin »Der Schut« eine Felsspalte, in die der Bandenführer stürzt. »Das war ein gerechtes Gericht! Der Schut hatte genau den Tod gefunden, den er andern bereiten wollte« (May 1962, 470).

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»Die Hallstatt-Buben. Erzählung aus dem Salzkammergut«: Jugendbuch (1953) von Edmund Josef Bendl (1914–1984)

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»Die Kinder von La Salette« ist eine Erzählung für die Jugend (1956) der österr. Kinder- und Jugendbuchautorin Alma Holgersen (1896–1976); sie behandelt die Marienerscheinung zweier Kinder 1846 im französischen Alpendorf La Salette-Fallavaux.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitateEreignis

Kawass, auch Kawasse (türkisch: kavas): historische Bezeichnung für einen osmanischen Polizeidiener; v.a. bekannt aus den Werken Karl Mays, in denen die Kawassen in den im Orient lokalisierten Erzählungen an zahlreichen Stellen aufscheinen. Auch auf einem der »Kiddy«-Sammelbilder im Kofler-Nachlass »reitet Kara Ben Nemsi mit seinem treuen Hadschi Halef Omar […] und einem Khawassen (Soldaten) als Diener« (Bild 2, Serie 4: »Kein Nemdsche fürchtet einen Türken«). (11/W8/1)

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Dabei dürfte es sich um die Sammlung von Nacherzählungen (1955; »für Jugend und Haus erzählt«) von Auguste Lechner (1905–2000) handeln, Lechner adaptierte in zahlreichen Sammlungen Sagen und Mythen der Antike und des Mittelalters für ein junges Lesepublikum.

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Zitat aus Paul van Ostaijens»Ode an Singer«: »SINGER’S NÄHMASCHINE IST DIE BESTE« (Ostaijen 1966, passim); Singer: 1851 gegründetes US-amerikanisches Unternehmen, weltweit größter Produzent von Nähmaschinen. s. Eintrag ›Singers Nähmaschinen sind die besten?‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Illustriertes Kinderbuch (1950) von Irene Stemmer (1909–2006); 1955 erhielt sie dafür den Österreichischen Staatspreis für Kinder- und Jugendliteratur (vgl. Bindel 1958, 45).

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Wahrscheinlich bezieht sich Kofler auf die von Alois Pischinger besorgte zweibändige Sammlung (1949/50).

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Zitat aus dem Roman »Molloy« von Samuel Beckett (1906–1989): »Es ist Mitternacht. Der Regen peitscht gegen die Scheiben. Ich bin ruhig. Alles schläft. Doch ich stehe auf und gehe zu meinem Schreibtisch. Ich bin nicht schläfrig.« (Beckett 1976, 128) Kofler variiert das Zitat in der Folge häufig – und hebt dabei ebenso wie Beckett die Verschachtelung der Erzählebenen und die Unzuverlässigkeit des Erzählers hervor.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Heinar Kipphardt (1922–1982), deutscher Schriftsteller, Vertreter des Dokumentartheaters; posthum wird sein Stück »Bruder Eichmann« (s. Eintrag ›Bruder Eichmann‹) uraufgeführt

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Möglicherweise eine Kontamination zweier Zitate von Georg Büchner (1813–1837): »Jeder Mensch ist ein Abgrund, es schwindelt einem, wenn man hinabsieht« (»Woyzeck«, Büchner 2005, 19); »Die Welt ist das Chaos«. (»Dantons Tod«, Büchner 2000, 486)

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Der Begriff »Doubling« stammt von Robert Jay Lifton (* 1926), einem US-amerikanischen Psychiater. In »The Nazi Doctors« (1986) beschreibt er die mentalen Strategien von Überlebenden und Tätern. Eine seiner Vermutungen war, dass etwa die NS-Ärzte aus Selbstschutz ihr Ich verdoppelten »in das mörderische Auschwitz-Ich und das ,gute‘ Ich, das den tüchtigen Arzt, liebevollen Vater und verläßlichen Kameraden [...] stabilisiert.« (Halter 1988)

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Eventuell Anspielung auf Hans-Peter Hasenöhrl (* 1946), Mitarbeiter im Lokalteil der »Kronen Zeitung«, ab 1986 Chefredakteur der »Salzburg Krone.«

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»Elisabeth. Die seltsame Frau« (1934), biographischer Roman über Kaiserin Elisabeth (»Sisi«) von Egon Caesar Conte Corti (1886–1953)

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Zur doppelten Wortbedeutung von »verlegen« vgl. auch Ernst Jandls Gedicht »haiku in wien«, in dem er auf die Publikation seines ersten Lyrikbands »Andere Augen« (1956) Bezug nimmt: »beim bergland verlag [/] hab ich mein erstes [/] buch verlegt [/] und futsch wars« (Jandl 1973, 115).

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Deutsche Version des Liedes »Ta pedia tou Pirea« (»Die Kinder von Piräus«) des griechischen Komponisten Manos Hadjidakis. Das Lied wurde durch den Film »Never on Sunday« (»Sonntags ... nie! «1960) von Jules Dassin berühmt und erhielt einen Oscar. Im Film singt die Hauptdarstellerin Melina Mercouri das Lied. Die deutsche Version, die parallel zum Kinostart des Films 1960 ein Nummer-eins-Hit wurde (Text: Josefine Busch), sang Lale Andersen. Weitere erfolgreiche Coverversionen gab es von Caterina Valente und Nana Mouskouri.

PersonMusikerInSchauspielerIn/RegisseurInAutorIn/JournalistInMedienMusikFilm/Fernsehen/Radio

»[D]ie Hölle, das sind die andern«, sagt Garcin, ein Journalist, der für den Tod seiner Frau verantwortlich ist, in Sartres 1944 uraufgeführtem Stück »Geschlossene Gesellschaft« (Sartre 1986, 59). ( Sartre 1986 , 59) Gemeinsam mit zwei anderen toten Mördern ist er für alle Ewigkeit in einem Zimmer eingesperrt. Alle drei wollen vom anderen die Anerkennung ihres Selbstbildes, aber alle verweigern einander eben diese. (vgl. Honneth 1990)

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Patrick Süskind (* 1949), deutscher Schriftsteller, veröffentlichte 1985 den Roman »Das Parfum«, der mit Übersetzungen in 49 Sprachen und weltweit über 20 Millionen verkauften Exemplaren zum internationalen Bestseller wurde. (vgl. ScreenShot 2015)

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Zitat des Gedichts »Weihnachten« (1837) von Joseph von Eichendorff (1788–1857): »Markt und Straßen steh’n verlassen, [/] Still erleuchtet jedes Haus, [/] Sinnend geh’ ich durch die Gassen, [/] Alles sieht so festlich aus. [//] An den Fenstern haben Frauen [/] Buntes Spielzeug fromm geschmückt, [/] Tausend Kindlein steh’n und schauen, [/] sind so wunderbar beglückt« (Eichendorff 2006, 382f.).

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Zitat aus Edgar Wallaces Roman »Der Rächer«: »Er holte aus seiner Tasche einen Zeitungsausschnitt. Mike nahm ihn und las: ,Sind Ihre geistigen und körperlichen Beschwerden unheilbar? Zögern Sie noch am Rande des Abgrundes? Fehlt Ihnen Mut? Schreiben Sie dem Wohltäter. Fach ...‘« (Wallace o. J., 98f.)

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Truta mora: Figur der kärntnerisch-slowenischen Sagenwelt, seit dem Mittelhochdeutschen bezeugt. (vgl. Spamer 1958, 99) »Die Trut ist ein nächtliches Gespenst, das sich schlafenden Leuten auf die Brust setzt, wodurch diese an heftigen Atembeschwerden und Lähmung des Körpers leiden.« (Graber 1944, 140) Die »Truta mora« stellt eine Korrespondenz zu Christine Lavants Literatur her: In der Erzählung »Das Krüglein« etwa ist von Träumen die Rede, »die schlimmer waren als die Truta mora«. (Lavant 2015, 721)

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»Verstörung« (1967): Roman von Thomas Bernhard, Tod und Krankheit sind die beiden zentralen Themenkomplexe des Textes.

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Kärntnerlied des regional erfolgreichen Duos Justinus Mulle (1891–1966; Lehrer, Komponist) und Gerhard Glawischnig (1906–1995; Pfarrer, Mundartdichter)

PersonMusikerInAutorIn/JournalistInMedienMusik

Morbus Boeck: nach einem norwegischen Dermatologen benannte Bindegewebeerkrankung (auch: Sarkoidose), die meist Lunge oder Lymphsystem angreift. Thomas Bernhard litt an Morbus Boeck in Verbindung mit einer Herzschwäche. (vgl. Mittermayer 2015, 433)

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Der antisemitische »Sinnspruch« spielt auf Wilhelm Müllers Gedicht »Der Lindenbaum« (1823) an, das durch Schuberts Vertonung in seiner »Winterreise« bekannt wurde (»Am Brunnen vor dem Thore, [/] Da steht ein Lindenbaum. [/] Ich träumt' in seinem Schatten [/] So manchen süßen Traum« (Müller 1826, 83).

PersonAutorIn/JournalistInMusikerInMedienMusikZitate

Die Firma Wernicke aus dem bayrischen Ainring (Nachbargemeinde von Freilassing bei Salzburg) hat sich auf Autobusausflugsfahrten mit inkludierter Verkaufsveranstaltung (»Kaffeefahrten«) spezialisiert. Der deutsche Schriftsteller Michael Rutschky erwähnt in seiner »Ethnographie des Inlands« ebenfalls das Unternehmen Wernicke mit seinen »Werbeverkaufsveranstaltungen«. (Rutschky 1984, 96) Eine Bezugnahme Koflers hierauf ist nicht eindeutig nachweisbar, es ist auch ein Synchronismus denkbar.

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Der Schweizer Schriftsteller Hermann Burger (1942–1989) gewann mit einem Ausschnitt aus der Erzählung »Die Wasserfallfinsternis von Bad Gastein« 1985 den Ingeborg-Bachmann-Preis.

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Eine popularisierte, häufig in dieser Form auftretende Verkürzung eines 1940 entstandenen Epigramms aus Bertolt Brechts »Kriegsfibel«. Brecht schrieb in diesem Werk prägnante Vierzeiler zu gesammelten Fotografien, er nannte sie im »Arbeitsjournal« »Fotoepigramme«. (vgl. Kienast 2001, 7) Das betreffende Epigramm entstand zu einem Foto eines Hauses, das nach einem Bombentreffer zu einem Trümmerhaufen zusammengefallen ist, auf dem eine Frau herumirrt: »Such nicht mehr, Frau: du wirst sie nicht mehr finden! [/] Das Schicksal aber, Frau, beschuldige nicht! [/] Die dunklen Mächte, Frau, die dich da schinden [/] Sie haben Name, Anschrift und Gesicht.« (Brecht 1988b, 172) Erst 1955 kam eine Buchausgabe der »Kriegsfibel« heraus, der westdeutsche Reprint 1978 bescherte dem Werk »eine ungeahnte Karriere in der westdeutschen Friedensbewegung« (Kienast 2001, 8).

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Zitat aus Edgar Wallaces Roman »Der Rächer«: »In Sorge. Endgültige Instruktionen brieflich unter der bekannten Adresse. Nur Mut. Wohltäter.« (Wallace o. J., 18)

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Paul Celan (1920–1970), aus Czernowitz stammender, deutschsprachiger Lyriker, ab 1948 in Paris lebend

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Franz Schuhbetitelte seine Laudatio zur Verleihung des Bremer Förderpreises an Werner Kofler 1981 mit »Werner Kofler und die Sprengkraft der österreichischen Literatur.« Er bezog sich dabei kritisch auf die Wahrnehmung österreichischer Literatur im deutschen Feuilleton, die etwa zu der Artikel-Überschrift »Das Gedicht als Molotowcocktail« geführt habe. (Schuh 1981)

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Edgar Wallace (1875–1932), englischer Schriftsteller, der vor allem durch seine (über 100) Kriminalromane berühmt wurde. Die erste Verfilmung eines seiner Romane gestaltete er als Drehbuchautor und Regisseur selber (»The Squeaker« 1930).

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PersonAutorIn/JournalistInMedienFilm/Fernsehen/Radio

In dieser Passage, einer »hommage à Paul Celan«, liefert Kofler eine Pastiche von Celans »Gespräch im Gebirg« (1959 entstanden) und ahmt sowohl den Inhalt als auch den repetitiven Stil voller Parenthesen nach: »Eines Abends, die Sonne, und nicht nur sie, war untergegangen, da ging, trat aus seinem Häusel und ging der Jud, der Jud und Sohn eines Juden [...]« (Celan 2000, 169).

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Achim Schwarze veröffentlichte 1991 »Fremdgehen. Heimliche Liebschaften und was Sie daraus lernen können« im Frankfurter Eichborn Verlag.

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Kofler bezieht sich auf das Jelinek-Interview in der Zeitschrift »profil«. Sigrid Löffler paraphrasiert in einer ihrer Fragen eine Aussage Jelineks: »Sie sprachen von der phallischen Anmaßung des Kunst-Machens. […] Sie haben sich in der männlichen Kunstwelt auf phallische Art eine Stellung erschrieben« (Löffler 1989, 84).

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/Zeitschrift

Verkürztes Zitat aus Lexers »Kärntischem Wörterbuch«: »fut f. […] Grundform zu foutze«. (Lexer 1862, Sp. 106)

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s. Eintrag ›Süskind-Syndrom‹

PersonAutorIn/JournalistInMedien

Erich Hackl (* 1954), österr. Schriftsteller

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Matthias Lexer (1830–1892) stammte aus Liesing im Lesachtal, begann während seines Germanistikstudiums in Graz den Dialektwortschatz Kärntens zu untersuchen, 1860 an der Uni Erlangen Promotion mit dem »Kärntischen Wörterbuch«. Seine ab 1868 erarbeiteten mittelhochdeutschen Wörterbücher wurden zu bis heute verwendeten Standardwerken.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Anspielung auf Krista Fleischmann (* 1942), Kulturjournalistin beim ORF, die beiden Interviewfilme mit Thomas Bernhard in Spanien (»Monologe auf Mallorca«, 1981; »Die Ursache bin ich selbst«, 1986) sind ihre bekanntesten Veröffentlichungen.

PersonAutorIn/JournalistInMedienFilm/Fernsehen/Radio

Thomas Bernhards Protagonisten »treten immer als Leser eines Werkes auf, dessen unmittelbare Bedeutung im Text vom Autor nie explizit gemacht wird.« (Schmidt-Dengler 1986, 44) In »Frost« etwa ist es Henry James ( Bernhard 2003b , 95); in »Alte Meister« spricht der Protagonist Regervon »meine[m] geliebten Montaigne oder meine[m] vielleicht noch mehr geliebten Pascal oder meine[m] noch viel mehr geliebten Voltaire« (Bernhard 2008, 26). In einer Vorstufe zu »Am Schreibtisch« rechnetKofler mit dieser Praxis Bernhards ab: »dieser unfug muß ja einmal abgestellt werden mit dem sei[n]en … u[nd] dem seinen .. u[nd] dem seinen .. […] außer den ja nur als bedrohung eingesetzten namen findet sich ja nichts, das auf tatsächliche beschäftigung, auf versthenen [sic], verstehen wollen schließen ließe«. (11/W7/3)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Möglicherweise ein Bezug zu Frank Wedekinds Liedentwurf »O Ruhe, o süße Ruhe« (Wedekind 2007, 301)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»ZETTEL’S TRAUM«: 1970 publiziertes Monumentalwerk des deutschen Schriftstellers Arno Schmidt (1914–1979)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Josef Friedrich Perkonig (1890–1959), Schriftsteller und Lehrer, »der Dichter Kärntens« (Aufschrift auf dem Grabstein am Klagenfurter Friedhof Annabichl), bereits im Austrofaschismus hoch dekoriert (Staatspreis 1935), NS-Sympathisant, Obmann der Kärntner Landesstelle der Schriftsteller der Reichsschrifttumskammer. In seinen Texten thematisierte er das einfache bäuerliche Leben sowie seine Liebe zur Kärntner Heimat. Er war Lehrer u.a. von Ingeborg Bachmann und von Landeshauptmann Leopold Wagner.

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PersonAutorIn/JournalistInPolitikerInMedien

In einem Interview mit dem Germanisten Klaus Amann antwortet Kofler auf die Frage, welche Einwände gegen seinen Stil ihn stören: »Viel zu rhetorisch und die Wut fehlt. Mein Lektor bei Rowohlt hat das schon – ich glaube – über »Der Hirt auf dem Felsen« gesagt« (Amann 2000, 221). Koflers Lektor bei Rowohl war Delf Schmidt, s. Eintrag ›lieber Schmidt‹.

PersonAutorIn/JournalistInMedien

Kofler bezieht sich in diesem Satz auf die Ausführungen Georg Grabers zur »Truta mora« in seinen »Sagen aus Kärnten«: »Die Trut erscheint als kleines Faß (Panzile), als zottige Wolldecke (Kotze), in der Gestalt eines Kuhwampens mit dicken, spannenlangen Füßen und Händen […]. [...] Sie kriecht durch das Schlüsselloch, setzt sich dem im selben Augenblick Erwachenden auf die Brust, drückt ihn und saugt ihm das Blut aus« ( Graber 1944 , 140).

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PersonAutorIn/JournalistInZitate

Signifikant, Signifikat: Begriffe aus dem von Ferdinand de Saussure (1857–1913) begründeten linguistischen Strukturalismus: Signifikant (franz. signifiant) meint die Ausdrucksseite eines sprachlichen Zeichens, das Lautbild, »das Bezeichnende« – Signifikat (franz. signifié) meint »das Bezeichnete«, die Bedeutung des Zeichens. s. Eintrag ›Zeichen und Bedeutung‹

PersonAutorIn/JournalistInMedien

Mehrfach Verweise auf Beckett, etwa s. Eintrag ›Es ist Mitternacht‹

PersonAutorIn/JournalistInMedien

»Die Wahlverwandtschaften« (1809), Roman von Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Otto Schulmeister (1916–2001), Journalist, Publizist, 1961–1976 Chefredakteur der österr. Tageszeitung »Die Presse«

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/Zeitschrift

Anspielung auf Schillers Antrittsvorlesung in Jena 1789: »Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?« (Schiller 1970)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Oswald Wiener (* 1935), österr. Schriftsteller, Sprachtheoretiker, Kognitionswissenschaftler, in den 1950er Jahren Teil der sogenannten Wiener Gruppe (s. Eintrag ›Gerhard Rühm‹)

PersonAutorIn/JournalistInMedien

»die verbesserung von mitteleuropa. roman«: Hauptwerk Oswald Wieners, zunächst in Folgen in der österr. Literaturzeitschrift »manuskripte« erschienen, 1969 als Buch

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Salman Rushdie (* 1947), britisch-indischer Schriftsteller, sein Roman »Die satanischen Verse« (1988) erlangte durch die (heute noch gültige) »Fatwa« des iranischen Staatschefs Khomeini, in der er Rushdie zum Tode verurteilte, weltweites Aufsehen. Das Urteil wurde mit dem angeblich islamfeindlichen Inhalt des Buches begründet.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Gerhard Roth (* 1942), österr. Schriftsteller; zu »Winterreise«s. Eintrag ›Nagel‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Verballhornung von Johannes Mario Simmel (1924–1988), österr. Schriftsteller, s. Eintrag ›der Simmelkitsch‹

PersonAutorIn/JournalistInMedien

»Der Mann ohne Eigenschaften« (1943), Roman von Robert Musil (1880–1942)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

1922 erschienener Roman von James Joyce (1882–1941); in einem Brief an seinen Lektor Delf Schmidt spricht Kofler von seinem Roman »Der Hirt auf dem Felsen« als »meinem Ulysses« (Brief vom 24. 1. 1989, Abdruck in Amann 2000, 189).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Wahrscheinlich Anspielung auf den Roman »Die Giftmörderinnen « (1991) von Elfriede Czurda (* 1946)

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Sir Clement Raphael Freud (1924–2009), Enkel von Sigmund Freud, Schriftsteller, TV-/Radio-Moderator, einer der ersten »Promi-Köche« Englands; politisch aktiv

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Kofler paraphrasiert eine Aussage Jelineks aus dem »profil«-Interview: »Ich wollte zeigen, daß die Frau in dem Augenblick, wo sie aktiv ein Objekt für ihre Begierde sucht – mit Freud gesagt: im Augenblick der phallischen Anmaßung der freien Objektwahl –, damit das Begehren des Mannes am sichersten auslöscht« (Löffler 1989, 83). s. Eintrag ›Männer stoßen mich ab‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/Zeitschrift

Roberto Cazzola (* 1953), Schriftsteller und Übersetzer; Protagonist in Koflers 1992 in der Zeitschrift »Wespennest« erschienenem Text »Wie ich Roberto Cazzola in Triest plötzlich und grundlos drei Ohrfeigen versetzte «

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Vermutlich Anspielung auf den Kärntner Schriftsteller Josef Winkler (* 1953)

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Österr. Spielfilm (1956), Regie: Josef von Báky. Dem Drehbuch liegt das gleichnamige Theaterstück Gerhart Hauptmanns zugrunde.

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Titel eines 1981 erschienenen Gedichtbandes von Gerhard Kofler (1949–2005), Südtiroler Schriftsteller, der in Wien lebte. In einer Rezension von Werner Koflers »Am Schreibtisch« in der »Zeit« wurde er mit Gerhard Kofler verwechselt (vgl. Klier 1988).

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Gerhard Kofler: »Neue Südtiroler Extravaganzen. Gedichte 1982–1984« (1984)

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Bekanntes Zitat Sartres: »Der Mensch ist verurteilt, frei zu sein. Verurteilt, weil er sich nicht selbst erschaffen hat, anderweit aber dennoch frei, da er, einmal in die Welt geworfen, für alles verantwortlich ist, was er tut.« (Sartre 1960, 16). Der Essay »Ist der Existenzialismus ein Humanismus?« wurde 1946 erstmals publiziert und steht in enger Verbindung zu Sartres Hauptwerk »Das Sein und das Nichts oder Was ist Existenzialismus?« (1943): Auch dort vertritt er die These, dass der Mensch, dazu verurteilt, frei zu sein, das Gewicht der gesamten Welt auf seinen Schultern trage: Er sei für die Welt und für sich selbst als Seinsweise verantwortlich. (Sartre 1991, 950)

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Anspielung auf den Titel der Erzählung »Die Angst des Tormanns beim Elfmeter« (1970) von Peter Handke

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»Die letzte Welt« (1988), Bestsellerroman des österreichischen Schriftstellers Christoph Ransmayr (* 1954)

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Die 1992 im Wieser-Verlag erschienene Anthologie »Prosa-Land Österreich«, die die Gründe ihres Entstehens und die Art der Auswahl nicht erklärt, bringt den Abschnitt »Im Verbrauchermarkt « aus »Amok und Harmonie« ( Pittler 1992, 196–197). Im Autorenverzeichnis steht fälschlicherweise unter dem Namen Werner Kofler die Biographie Gerhard Koflers, wobei das Werkverzeichnis auch vier Bücher, die von Werner Kofler stammen, anführt (Pittler 1992, 354).

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Protagonist in Karl Mays»Im Tal des Todes« (bzw. »Deutsche Herzen, Deutsche Helden«) s. Eintrag ›Im Tal des Todes‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Alfred Kolleritsch (* 1931), österr. Schriftsteller und Begründer der Literaturzeitschrift »Manuskripte«

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/Zeitschrift

Edgar Wallace (1875–1932), englischer Kriminalschriftsteller, Drehbuchautor, Journalist

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Marie-Thérèse Kerschbaumer (* 1936), österr. Schriftstellerin

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Der Wachtelkönig gehört, zoologisch gesehen, zur Ordnung der Kranichvögel und ist nicht mit den Wachteln (Ordnung: Hühnervögel) verwandt. Da er etwas größer ist als die Wachtel, bezeichnete man ihn als König der Wachteln. Kofler bezieht sich wahrscheinlich auf das Gedicht »Dir untertänig durchs Mondgehör« von Christine Lavant, 1962 in einer Literaturzeitschrift erschienen. Die zweite Strophe lautet: »Du, wenn die dritte Saatfolge keimt [/] und das Enkelglied nachwächst im Hungerhalm, [/] bei Sonnenaufgang erwartet dich dann [/] der Wachtelkönig und ruft und verruft [/] jeden Tritt deiner herrischen Hufe [/] und verquert dir die Lichter« (Lavant 2014, 603).

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May beschreibt in »Im Tal des Todes«, wie die Reiter sich einer Schlucht nähern, »die tief zwischen zwei hohen, steilen Felswänden einschnitt« und sich dann zu einem Talkessel erweiterte. ( May 1953 , 304) Der Talkessel »wurde von schwarzen Felswänden gebildet, die beinah lotrecht abfielen [...]. [...] Grad in der Mitte des öden Kessels erhob sich ein Berg« ( May 1953, 305).

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Hans Dominik (1872–1945), deutscher Science-Fiction- und Sachbuchautor

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»Die Fremde«, 1992 im Wieser-Verlag erschienener Roman von Marie-Thérèse Kerschbaumer, erstes Buch eines vierteiligen Romanzyklus

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Das »Schlagen« (Lautgeben) der Wachtel ist ein Motiv in Christine Lavants Gedichtband »Spindel im Mond« (1959), Lavant bringt es mit Herz und Herzschlag in Verbindung: »mein Herz, die Wachtel«. (Lavant 2014, 276) »Kornfeld« bezieht sich auf folgenden Gedichtanfang: »Der Südwind rührt sich im Wald [/] und die Wachtel im Weizen.« Später im Gedicht das »Wachtelschlagen«: »Aber ich habe Gottvater bestürmt [/] um einen leibhaftigen Beistand [/] beim Läuten des Winds, [/] beim Schlagen der Wachtel [/] und dem Schwund meines Herzschlags« (Lavant 2014, 333).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Ludwig Ganghofer (1855–1920), deutscher Heimatschriftsteller

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Kofler dürfte hier u.a. auf Kerschbaumers 1980 erschienenes Buch »Der weibliche Name des Widerstands. Sieben Berichte« anspielen, in dem sich die Autorin mit dem antifaschistischen Widerstand von Frauen in Österreich beschäftigte.

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Reimmichl (eigentl. Sebastian Rieger, 1867–1953), Priester, Heimatdichter; seine Kalendergeschichten ( »Tiroler Kalender« ab 1920, »Reimmichlkalender« ab 1925) waren – und sind es in beschränkterem Maße immer noch – bei der bäuerlichen Bevölkerung beliebt und weit verbreitet (vgl. www.reimmichlkalender.at). Darin wird das urwüchsige, katholische, gläubige Volk als Ideal dargestellt, der Autor schlägt mitunter antisemitische Töne an (vgl. Hoiß 2006, 22).

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Peter Handke (* 1942), österr. Schriftsteller

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Anspielung auf Christine Lavant (1915–1973, eigentl. Christine Tonhauser), blieb die überwiegende Zeit ihres von Krankheiten gezeichneten Lebens in St. Stefan im Lavanttal wohnhaft.

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Dolores Visèr (eigentl. Wilhelmine Aichbichler, 1904–2002), österr. Heimatschriftstellerin, bereits als 22-Jährige hatte sie ihr erfolgreiches Romandebüt »Das Singerlein«. Sie konzentrierte sich auf christliche und historische Themen. Der erwähnte Roman »Licht im Fenster« erschien 1953.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Johannes Trojer (1935–1991), österr. Schriftsteller, ab 1964 Leiter der Volksschule Innervillgraten in Osttirol, bekannt als profunder Kenner der Regionalgeschichte und Volkskunde, Verfasser gesellschaftskritischer Aufsätze und Glossen, Herausgeber der Kulturzeitschrift »Thurntaler« (1977–1987)

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/Zeitschrift

Anspielung auf die Schriftstellerin Ingeborg Teuffenbach (1914–1992). Sie stammte ebenfalls aus dem Lavanttal, war seit 1935 NSDAP-Mitglied, im »Dritten Reich« eine »bekannte Autorin und geschätzte Persönlichkeit«, ab den 1960er Jahren »vollzog [sie] eine Wende hin zur literarischen Moderne«. (Moser 2003, 129f.) Sie wurde zu einer Förderin und Kennerin der zeitgenössischen Literatur. Sie war maßgeblich an den »Österreichischen Jugendkulturwochen« (bis 1969), an denen auch Kofler teilnahm, und den »Innsbrucker Wochenendgesprächen« (ab 1977) beteiligt.

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PersonAutorIn/JournalistIn

Abgewandeltes Zitat aus dem May-Roman: »Hieran stieß ein zweiter Raum, auf dessen Tisch verschiedne Bücher, Hefte und Schreibereien lagen. Eines der Hefte führte die Aufschrift: ,Arbeiter-Nachweis‘. Es enthielt eine genaue Aufzeichnung, wieviel jede einzelne Person täglich geschafft hatte.« (May 1953, 334) Das Quecksilber in der Mine wird als Zinnober gefördert.

PersonAutorIn/JournalistIn

Norbert Conrad Kaser (1947–1978), Südtiroler Dichter, s. Eintrag ›Frater Kaser‹

PersonAutorIn/JournalistInMedien

Abgewandeltes Zitat aus dem May-Roman: »Eine alte Wirtschafterin versorgt ihm den Haushalt.« (May 1953, 304)

PersonAutorIn/JournalistIn

Gemeinde im oberen Lavanttal in der Nähe der Pack. Kofler bezieht sich hier auf Teuffenbachs Bericht, sie habe in der Korrespondenz mit Christine Lavant den Dorfnamen Ettendorf für freundliche Umstände, Preitenegg für feindliche verwendet. Diese Privatnomenklatur (»Geheimsprache«) habe sich auf einen guten und einen schlechten Dienstplatz einer Verwandten Lavants bezogen. (Teuffenbach 1989, 129)

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Die Köchin im Märchen »Fundevogel« der Gebrüder Grimm wird »Alte Sanne« genannt. (vgl. Grimm 1985, 229)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

1950/51 errichtete die der SPÖ nahestehende Organisation »Volkshilfe« im Hörndlwald (Wien-Hietzing, zwischen Krankenhaus Lainz und Lainzer Tiergarten) ein Heim, das in erster Linie »der Jugend« als »internationale Kulturstätte« zur Verfügung stehen sollte. 1965 wurde es nach dem Gründer der Volkshilfe, dem SPÖ-Politiker Josef Afritsch (1901–1964), benannt. Das »ungewöhnliche Bauwerk« habe, so der Architekturkritiker Friedrich Achleitner, »architektonische Träume der fünfziger Jahre [vermittelt]: Naturverbundenheit, Öffnung zu Luft, Sonne und Landschaft, aber auch zu den Kulturen der Welt« (Achleitner 1995, 16). 2013 wurde es abgerissen.

TopographieOrtschaftPersonPolitikerInAutorIn/JournalistInEreignis

Kofler bezieht sich auf die Passage aus »Der Hirt auf dem Felsen«, in der ein Kustode durch den »Hattischen Kreis« und dessen Projektionen an Felswände führt und vom »Bildnis des Sensationsreporters Jeanee« spricht, »wie er während des Zusehens einem rumänischen Kleinkind sein gewaltiges Glied in den Mund steckt« (s. Eintrag ›Wie war ich entsetzt‹). Michael Jeannée, Reporter der »Kronen-Zeitung«, fühlte sich angesprochen und klagte Kofler und den Rowohlt-Verlag sowie den Literaturwissenschaftler Klaus Kastberger, über dessen Rezension in der Wochenzeitung »Falter« Jeannée auf die Passage aufmerksam (gemacht) wurde, auf üble Nachrede. Die Rechtssache endet mit einem Freispruch für Kofler und Kastberger am 1. 7. 1993; das Oberlandesgericht Wien gibt der darauffolgenden Berufung des Privatklägers in seiner Verhandlung am 9. 5. 1994 nicht recht (im Nachlass, 11/W14/S1, 2).

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftEreignis

Die Kunstsektion des österr. Bundeskanzleramts vergibt seit 1990 di eses Langzeitstipendium, das jeweils drei SchriftstellerInnen über drei Jahre hinweg durch monatliche finanzielle Zuwendungen das kontinuierliche Arbeiten an einem größeren Projekt ermöglichen soll. Zu Beginn der Aktion wurde ein Stipendium mit monatlich 15.000 Schilling ausgelobt (vgl. Goubran 1997, 117).

PersonAutorIn/JournalistIn

Paula Grogger (1892–1984), österreichische Schriftstellerin, hatte mit ihrem Roman »Das Grimmingtor« (1926) großen Erfolg. 1929 aufgrund der labilen Gesundheit in den Ruhestand versetzt, widmete sie sich ganz ihrer im Regionalen verwurzelten Dichtung. Ihr Volksschauspiel »Die Hochzeit« (1936) wird heute noch alle fünf Jahre in ihrem Heimatort Öblarn im Ennstal von Laienschauspielern aufgeführt. Grogger vermittelte die ihr zugesandten Gedichte Christine Lavants an den Verleger des Stuttgarter Brentano Verlags, wo ab 1948 ihre ersten Bücher erschienen.

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PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Figur aus Thomas Bernhards Roman »Alte Meister«, Musikkritiker der »Times«

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Otto Scrinzi (1918–2012), Studium der Medizin, ab 1940 Mitarbeit am Innsbrucker »Institut für Erb- und Rassenbiologie«, bereits vor dem »Anschluss« in NS-Kreisen aktiv, SA- und NSDAP-Mitglied, 1949–1956 Landtagsabgeordneter und Landesobmann des »Verbandes der Unabhängigen«, der Vorgängerpartei der FPÖ, 1966 bis 1979 Nationalratsabgeordneter der FPÖ, 1986 Kandidatur bei der der Bundespräsidentenwahl. Als Neurologe am Landeskrankenhaus Klagenfurt lernte er Lavant in den 1960er Jahren als Patientin kennen, es entwickelte sich eine Freundschaft. Scrinzi betätigte sich auch als Lavant-Exeget (»Die furchtbare Geißel ihrer körperlichen Leiden und ihrer seelischen Not waren die Morgengabe ihrer Kunst.«Scrinzi 1975 , 170)

PersonNationalsozialistInAutorIn/JournalistIn

Kofler paraphrasiert in dieser Passage eine Unterhaltung zwischen den Protagonisten Adler(horst) und Winter (resp. Old Firehand) aus Mays»Im Tal des Todes«. Der ehemals Gefangene erzählt: »Ich weigerte mich natürlich, hier zu arbeiten, und erhielt die Peitsche. […] Gleich beim ersten Hieb, den er mir gab, unterschrieb ich im stillen sein Todesurteil. Aber ich war ja an eine Eisenstange gefesselt«. (May 1953, 357)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Josef (auch: Jozej) Strutz (* 1952), Studium der deutschen und slowenischne Literatur und Philosophie an der Universität Klagenfurt. Strutz ist als Schriftsteller, Herausgeber und als Übersetzer tätig. Er war von 1987 bis 1992 Leiter des Robert-Musil-Archivs, 1978 bis 2010 als Lehrer an der HAK Klagenfurt tätig.

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Möglicherweise parodiert Kofler hier die Lavant-Exegese Josef Strutz’, der in seiner Arbeit »Poetik und Existenzproblematik« (1979) u.a. Spuren des Indogermanischen, der tantrischen Philosophie, des Mythischen im Lavant’schen Werk untersucht.

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Gustav Bartelmus (1898–1984), »Sohn eines Regierungsrates am Verwaltungsgerichtshof, humanistisch gebildet« (Kosch 1953, 77), leitete in Beuthen das Oberschlesische Landestheater, bevor er 1938 von Goebbels’ Ministerium zum Intendanten des »Kärntner Grenzlandtheaters« in Klagenfurt berufen wurde. Er war Leiter der örtlichen Stelle der Reichstheaterkammer. Im Sommer 1941 verließ er aus nicht mehr rekonstruierbaren Gründen Klagenfurt (vgl. Jamritsch 2010, 589), ab 1942 führte er in Berlin gemeinsam mit dem Schauspieler Richard Handwerk die Gastspielbühne »Bartelmus & Handwerk«. (vgl. Baur/Gradwohl-Schlacher 2011, 43) Nach 1945 Rückkehr nach Klagenfurt, editorische Tätigkeit, u.a. Bearbeitung und Herausgabe von Stücken Ludwig Anzengrubers (1947/48), und Leitung der Abteilung Hörspiel und Literatur von Studio Kärnten (vgl. Schmitz-Mayr-Harting 1977, 354).

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Erste Strophe des Gedichts »So eine wildfremde Sonne!« aus dem Gedichtband »Spindel im Mond« (1959) von Christine Lavant (Lavant 2014, 260)

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Wolfgang Georg Fischer (* 1933), österreichischer Schriftsteller, ging 1963 nach London, wo sein Vater die Kunsthandelsfirma »Marlborough Fine Art« gegründet hatte. 1972 übernahm er die Leitung der Galerie. Daneben veröffentlichte er literarische Texte. Seit 1995 lebt Fischer wieder in Wien.

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Der Archivar des Kärntner Landesarchivs, Karl Dinklage, gründete 1961 den Verein Robert-Musil-Archiv, 1980 wurde das Musil-Museum eröffnet. Auf Betreiben Dinklages gelangte der persönliche Nachlass Musils nach Klagenfurt. 1987 erwarb die Stadtgemeinde Klagenfurt das »Musil-Haus«. Nach dem Tod Dinklages 1987 leitete Josef Strutz das Musik-Archiv. Heute beherbergt das »Musil Haus« auch das Robert-Musil-Institut für Literaturforschung sowie das Kärntner Literaturarchiv und ist der Universität Klagenfurt angeschlossen.

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»Wohnungen« (1969), Roman von Wolfgang Georg Fischer

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Anspielung auf Robert Musils Opus magnum »Der Mann ohne Eigenschaften«». « Zu Lebzeiten veröffentlichte Musil zwei Teile des Romans (1930, 1933), das Werk blieb unabgeschlossen

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Herbert Strutz (1902–1973), Journalist und Schriftsteller, nach verschiedenen Ausbildungen ab 1923 Journalist in Wien, ab den 1930er Jahren auch Schriftsteller, 1933 (illegales) NSDAP-Mitglied, 1945 nach kurzer Kriegsgefangenschaft nach Klagenfurt, bis 1955 Kritiker bei der »Volkszeitung«. 1941 erschien Strutz’ »Gnade der Heimat«, ein Band mit vordergründig unpolitischen Gedichten zum Lob der Scholle und des Bauerntums.

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»Möblierte Zimmer« (1972), Roman von Wolfgang Georg Fischer

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Josef Friedrich Perkonig (1890–1959), Schriftsteller und Lehrer, »der Dichter Kärntens« (Aufschrift auf dem Grabstein des Ehrengrabs am Klagenfurter Friedhof Annabichl), bereits im Austrofaschismus hoch dekoriert (Staatspreis 1935), NS-Sympathisant, Obmann der Kärntner Landesstelle der Schriftsteller der Reichsschrifttumskammer. In seinen Texten thematisierte er das einfache bäuerliche Leben sowie seine Liebe zur Kärntner Heimat.

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Kofler paraphrasiert hier den Mord Moosbruggers an einer Prostituierten in Robert Musils Roman »Der Mann ohne Eigenschaften«: »bei der eisernen Brücke sprach ihn das Mädchen an. Es war so ein Mädchen, wie sie sich unten in den Auen an Männer vermieten«. (Musil 1974, 73) Sie folgt ihm, er kann sie nicht abschütteln, und hat plötzlich eine Idee. »Hinter der Planke, längs der jetzt der Weg führte, lag ein Sportplatz; da war man ganz ungesehen, und er bog ein. In dem engen Kassenhäuschen legte er sich nieder […]; das weiche verfluchte zweite Ich legte sich neben ihn. […] Da fühlte er etwas Hartes in ihrer oder seiner Tasche; er zerrte es hervor. Er wußte nicht recht, war es ein Messer oder eine Schere; er stach damit zu.« (Musil 1974, 74)

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Anspielung auf Erich Fried s Gedicht »Herrschaftsfreiheit« (1984): »Zu sagen [/] ,Hier herrscht Freiheit‘ [/] ist immer [//] ein Irrtum [/] oder auch [//] eine Lüge: [//] Freiheit herrscht nicht«. ( Fried 1993 , 25)

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Jean-Paul Sartre (1905–1980), französischer Schriftsteller, Philosoph

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Werner Kofler verfügte zur Arbeit an »Furcht und Unruhe « über eine Kopie der Schriftsätze zur Rechtssache Jeannée-Kofler. Der Beweisantrag des Privatklägers vom 27. 1. 1992, verfasst von Jeannées Anwalt Alfred Boran, enthält den »Antrag aus Ausforschung der Stellen, die den ›Österreichischen Würdigungspreis für Literatur‹ und den ›Großen Preis der Stadt Wien‹ vergeben und zeugenschaftliche Vernehmung von informierten Vertretern der ausgeforschten Dienststellen darüber, […] ob diese nur für Kunstwerke oder auch für andere Werke vergeben werden, die nicht als Kunst einzustufen sind […], ob auch die inkriminierten Passagen, insbesondere die Behauptung, der Privatankläger habe sein Glied in den Mund eines Kleinkindes gesteckt, als Kunstwerk von der Preisverleihung und damit einer zweifachen öffentlichen Auszeichnung umfasst waren« (im Nachlass, 11/W14/S1, 2).

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Albert Camus (1913–1960), französischer Schriftsteller, Philosoph

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Ein in der Literaturgeschichtsschreibung etablierter Begriff für die lose Vereinigung von fünf Künstlern im Wien der 1950er Jahre, die, beeinflusst von früheren Avantgarden, eigenständige Wege fernab klassisch-realistischer Kunstpraktiken gingen. Die Aktivitäten der Beteiligten (H.C. Artmann, Konrad Bayer, Friedrich Achleitner, Gerhard Rühm, Oswald Wiener) wurden von den Zeitgenossen kaum wahrgenommen; Artmann distanzierte sich früh (um 1958), spätestens mit dem Tod Bayers (1964) zerfiel die Gruppe. Der Begriff etablierte sich erst durch die von Gerhard Rühm besorgte Publikation »Die Wiener Gruppe« (1967). Um diese Setzung zu betonen, sprechen Li teraturwissenschaftler auch von der »sogenannten Wiener Gruppe« (vgl. u.a. Schmidt-Dengler 1995, 379) oder verwenden den Begriff unter Anführungszeichen (vgl. u.a. Zeyringer/Gollner 2012, 629).

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Der im Folgeabsatz erwähnte Thomas Bernhard wird hier stilistisch herbeizitiert, die Fügung »durch und durch« sowie der Superlativ sind typische Bernhard-Versatzstücke; vgl. etwa »ein durch und durch philosophisches Thema«; »[er] ging durch und durch peinigungssüchtig weg« (beide: »Verstörung«; Bernhard 2003b, 45 u. 90); »[w]as uns durch und durch deprimieren muß« (»Gehen«; Bernhard 2006c, 146).

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Richtung der Lyrik, »die von den sprachlichen Elementen als konkretem Material ausgeht, sie von ihrer Funktionalität zu erlösen sucht« (Wilpert 1979, 425) und dabei akustische, optische, ornamentale Qualitäten von Wort, Schrift(bild) und deren Anordnung am Blatt (oder an anderen Unterlagen) in den Mittelpunkt stellt. Im deutschen Sprachraum gilt Eugen Gomringer mit seinen Arbeiten zu Beginn der 1950er Jahre als Begründer der Konkreten Poesie; in Österreich zählen Heimrad Bäcker, Heinz Gappmayer, Friedrich Achleitner, Gerhard Rühm oder Ernst Jandl zu den wichtigsten Vertretern.

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Thomas Bernhard (1931–1989), österr. Schriftsteller. Die Bezüge zu Bernhard ziehen sich durch das gesamte Œuvre Koflers.

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Erster veröffentlichter Roman Bernhards (1963)

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Hans Haider (* 1946), österr. Kulturjournalist, seit 1974 Mitarbeiter der Tageszeitung »Die Presse« (s. Eintrag ›kein Haider, welchen Vornamens immer‹). Haider hatte vom Suhrkamp Verlag Druckfahnen von Bernhards»Holzfällen« erhalten und bei der Lektüre in einigen Figuren reale Personen wiederzuerkennen geglaubt, etwa in der Figur Auersberger den Komponisten Gerhard Lampersberg, den er daraufhin kontaktierte.

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In Musils »Mann ohne Eigenschaften« ersticht Moosbruggerdie Prostituierte Hedwig in einem Kassenhäuschen am Sportplatz (vgl. Musil 1974, 74) s. Eintrag ›Mann ohne Eigenschaften‹

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»Holzfällen. Eine Erregung« (1984): Roman von Thomas Bernhard

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In Musils »Mann ohne Eigenschaften« stellt ein Richter mehrere Fragen an Moosbrugger, u.a.: »Warum haben Sie das Messer weggeworfen? – Warum haben Sie nach der Tat frische Kleider und Wäsche angezogen? [...] – Weshalb sind Sie zu einer Unterhaltung gegangen?« (Musil 1974, 75)

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Gerhard Lampersberg (1928–2002), österr. Dichter und Komponist, ab den frühen 1950er Jahren kompositorische Tätigkeit in der Nachfolge Anton Weberns. Von Hans Haiders Leseprotokoll der Druckfahnen von Bernhards»Holzfällen« ausgehend erreichte Lampersberg eine einstweilige Verfügung gegen die Auslieferung des Romans. Das Gericht begründete dies damit, dass ein »nicht unbeträchtlicher« Teil der Leserschaft die »ehrverletzenden Beschreibungen und Wertungen des ›Auersberger‹« auf Lampersberg beziehen könne (vgl. Straub 2015, 180). Die Bücher wurden von Polizisten in Buchhandlungen beschlagnahmt. Ende 1984 wurde die Beschlagnahme aufgehoben, Anfang 1985 zog Lampersberg seine Klage au f üble Nachrede und Beleidigung zurück, es kam zu einer außergerichtlichen Einigung. s. Eintrag ›Lampersberg‹

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»Der deutsche Mittagstisch« (1978): Dramolett von Thomas Bernhard, in dem sich eine achtundneunzig Personen umfassende Familie zur Nudelsuppe versammelt, die sich als »Nazisuppe« erweist. s. Eintrag ›Nazisuppenzauberflöte‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

»Die Verwirrung des Zöglings Törless« (1906), erster Roman Robert Musils

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Maja Weis-Ostborn (1919–2004): Die aus adeligem Haus stammende Sopranistin (Ausbildung am Salzburger Mozarteum) heiratete 1954 Gerhard Lampersberg; sie spezialisierte sich auf moderne Musik und sang Stücke der am Tonhof verkehrenden Komponisten wie Kölz, Rühm oder Cerha.

PersonMusikerInAutorIn/JournalistIn

Figur in Musils Roman »Mann ohne Eigenschaften«(s. Eintrag ›Frauenmörder Moosbrugger‹)

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Zitat aus Bernhards Roman »Holzfällen«: »Der Auersberger, der geile Schriftstellerverschlinger, dachte ich jetzt und ich hätte über diese meine Wortschöpfung im Augenblick auflachen können, wäre ich nicht zu müde gewesen dazu« (Bernhard 2007, 167)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Die bedeutendste literarische Veranstaltung in der NS-Zeit, organisiert von Goebbels’ Ministerium. Das erste der alljährlichen »Großdeutschen Dichtertreffen« fand 1938 statt, aus Österreich waren Franz Tumler und Gertrud Fussenegger dreimal eingeladen (vgl. Baur/Gradwohl-Schlacher 2014, 35), der von Kofler erwähnte Karl Heinrich Waggerl einmal.

PersonAutorIn/JournalistInEreignis

Tonhof: Gutshof in der Kärntner Gemeinde Maria Saal, bis Anfang des 19. Jahrhunderts Sitz des Salzburger Landgerichts. Als Mitgift brachte Maja Weis-Ostborn 1954 den Besitz in die Ehe mit Gerhard Lampersberg ein. Das Musiker-Ehepaar machte den Tonhof sommers zu einem Treffpunkt junger KünstlerInnen, hier waren u.a. die SchriftstellerInnen H.C. Artmann, Gerhard Fritsch, Jeannie Ebner, Christine Lavant, Gert Jonke, Konrad Bayer, Thomas Bernhard, Peter Turrini, die Musiker Ernst Kölz, Anestis Logothetis und Friedrich Cerha zu Gast (vgl. Amann/Kanzian 1992).

TopographieOrtschaftPersonMusikerInAutorIn/JournalistIn

Anspielung auf die »Österreichischen Jugendkulturwochen«, die 1950–1969 jährlich in Innsbruck stattfanden. Der junge Werner Kofler nahm bereits 1965 an der Veranstaltung bei, 1969, als Elfriede Jelinek den Lyrikpreis erhielt, ein weiteres Mal. Ingeborg Teuffenbach wurde hier zu einer Verfechterin avancierter Richtungen, ab den sechziger Jahren nahm sie die Rolle der »Gastgeberin« ein. (vgl. Riccabona/Wimmer/Meller 2006)

PersonAutorIn/JournalistIn

In dem 1867 von Christian Placeriano errichteten Haus gegenüber dem Hauptbahnhof in Klagenfurt verbrachte Robert Musil (1880–1942) die ersten elf Monate seines Lebens. Mitte der 1990er Jahre wurde das Haus von der Stadt Klagenfurt zu einem Zentrum für Literatur ausgebaut und beherbergt seither ein Literaturmuseum, das Robert Musil-Institut für Literaturforschung der Universität Klagenfurt, das auch die Funktion des Kärntner Literaturarchivs hat – und die Nachlässe u.a. von Gert Jonke und Werner Kofler besitzt – sowie eine Arbeitsstelle für digitale Edition und ein Büro der Interessengemeinschaft österreichischer Autoren und Autorinnen.

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s. Eintrag ›meinen geliebten Beckett‹

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Der Ich-Erzähler in Thomas Bernhards»Holzfällen« bezeichnet die Figur Auersberger mehrmals als »Novalis der Töne« (Bernhard 2007, 25, 162, 197).

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Ina Seidel (1885–1974), deutsche Schriftstellerin, Hauptwerk war der Roman »Das Wunschkind« (1930). Nach der »Machtergreifung« Hitlers beteiligte sie sich am Führerkult, nach 1945 veröffentlichte sie ohne Zäsur.

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Anspielung auf den den Dichter H.C. [Hans Carl] Artmann (1921–2000), der ebenfalls zeitweilig zum »Tonhof-Kreis« gehörte

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Agnes Miedel (1879–1964), deutsche Schriftstellerin, lebte bis 1945 in Königsberg, Anhängerin des Nationalsozialismus.

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Anspielung auf Gerhard Rühm (* 1930), österr. Schriftsteller und Komponist. Rühm beteiligte sich in den 1950er Jahren an Gemeinschaftsarbeiten der sogenannten Wiener Gruppe und schuf Lautgedichte im Wiener Dialekt (u.a. »Hosn, rosn, baa«», «1959, gem. m. F. Achleitner u. H.C. Artmann); als Komponist stellte der ausgebildete Musiker (Klavier- und Kompositionsstudium in Wien) die Strukturen der Musik in den Vordergrund; 1972 bis 1996 war er Professor an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg.

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Gertrud Fussenegger (1912–2009), österreichische Schriftstellerin, ab 1933 NSDAP-Mitglied, ihre vom Katholizismus geprägte Literatur fand auch im »Dritten Reich« Verleger und Publikum, nach 1945 war sie bis zu ihrem Tod fixer (wenn auch nicht unumstrittener) Bestandteil des konservativen Teils des Literaturbetriebs

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Anspielung auf Thomas Bernhard s Dramolett »Der deutsche Mittagstisch« (1978); darin wird die von der Familie Bernhard gegessene Nudelsuppe wortwörtlich zur »Nazisuppe«: »HERR BERNHARD springt auf [/] Jetzt hab ich aber genug [/] In jeder Suppe findet ihr die [/] Nazis [/] »schlägt mit den Händen in den noch vollen Suppenteller und schreit« [/] Nazisuppe [/] Nazisuppe [/] Nazisuppe« ( Bernhard 1988 , 111).

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Anspielung auf Oswald Wiener (* 1935), österr. Schriftsteller und Kybernetiker, Gemeinschaftsarbeiten im Rahmen der sogenannten Wiener Gruppe. Er war 1958–1967 in der Wiener Niederlassung der Firma Olivetti tätig, zuletzt leitete er die Abteilung Datenverarbeitung. Wiener, der während seiner Berliner Zeit (1969–1986) Mathematik und Informatik studiert hatte, beschäftigte sich nach seiner Auswanderung nach Kanada (1986) mit Fragen der Künstlichen Intelligenz.

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Karl Heinrich Waggerl (1897–1973), österreichischer Schriftsteller, sein Debüt, der Roman »Brot« (1930), im Leipziger Insel Verlag war ein großer Erfolg, seit 1923 im Salzburger Wagrain wohnhaft, 1938 NSDAP-Mitglied, Salzburger Landesobmann der Sektion Schriftsteller der Reichsschrifttumskammer, nach 1945 reüssierte er als vielgelesener und umtriebiger Heimatdichter.

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Bezug zum »anstatt-daß-Song« aus Bertolt Brechts »Dreigroschenoper«: »Das ist der Mond über Soho« (Brecht 1988c, 134f.)

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Das Krankheitsbild der Paralyse (Dementia paralytica) dürfte zur Zeit der Abfassung von »Ida H.« demjenigen in Bleulers»Lehrbuch der Psychiatrie« entsprochen haben: »Syphilitische Hirnkrankheit mit den allgemeinen Symptomen der organischen Psychosen und charakteristischen körperlichen Erscheinungen«, z.B. Pupillenstarre, beeinträchtigte Koordination des Muskelspiels, schlechte Sprachartikulation (Bleuler 1969, 217).

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Anspielung auf Peter Turrinis Text »Der liebe Gott und die Vagina«, in dem er davon erzählt, mit anderen Buben in seinem Heimatort Maria Saal während des Gottesdiensts unter den Bänken in die vorderen Reihen, wo Klosterschülerinnen saßen, geschlichen und dann »zwischen ihren Beinen« gelandet zu sein. »Der Priester redete von der Kanzel von Gott, in der Kirche roch es nach Weihrauch, und vor meiner Nase roch es nach Fut. Es war wunderbar. Bis heute sind der Futgeruch und der Weihrauchgeruch für mich auf das herrlichste miteinander verbunden« (Turrini 1996, 45; der Text ist Auszug aus einem Radiointerview mit Peter Huemer, »Im Gespräch«, Ö1, 25. 2. 1993). Seine Erfahrungen am Tonhof flossen in Turrinis Stück »Bei Einbruch der Dunkelheit« (2006) ein (vgl. Amann 2007).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

»Saat und Reife. Bekenntnisse der Liebe und des Glaubens« (1938): Buchveröffentlichung von Ingeborg Teuffenbach, die sie Adolf Hitler widmete. Odilo Globocnik (s. Eintrag ›Globotschnigg‹), 1938 Wiener Gauleiter, schrieb in seiner Vorbemerkung, dass hier eine »junge Nationalsozialistin« schreibe, die »Streiterin« der »Kampfzeit vor der Machtergreifung in Österreich« gewesen sei. (Teuffenbach 1938, 7) Im ersten Zitat gibt Kofler die ersten und die letzten beiden Verse des titelgebenden Gedichts wieder (Teuffenbach 1938, 9), im zweiten – unter Auslassung eines Verses – die mittlere Strophe des Gedichts »Kärntner Gelöbnis«: »Blut und Erbe der Germanen [/] ist in unserem Geschlecht; [/] Blut und Erbe läßt uns ahnen: [/] Nur des Führers heilige Fahnen [/] schützen unser heilig Recht!«

PersonAutorIn/JournalistInNationalsozialistInMedienZitate

Der Begriff wurde vom Schweizer Psychiater Eugen Bleuler (1857–1939) geprägt. In seinem » Lehrbuch der Psychiatrie« (1916), das bis 1983 aufgelegt wurde, bezeichnet er als das grundsätzliche Kennzeichen der Krankheit, dass »das Gesunde dem Schizophrenen erhalten« bleibe, sich nicht auflöse, sondern verstecke. »Das schizophrene Leben ist weiter gekennzeichnet durch Mangel an Einheitlichkeit und Ordnung aller psychischen Vorgänge.« Im Schizophrenen überwiege »die Tendenz, sich – unbekümmert um die Realität – ein Bild der Welt nach dem eigenen Wesen und den eigenen Wünschen und Ängsten zu schaffen. Es resultieren als primäre Störungen die Zerfahrenheit des Denkens und des Gefühlslebens und die Unmöglichkeit, sich als einheitliche Person zu empfinden (Depersonalisation)« (Bleuler 1969, 369).

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Kofler zitiert hier aus der »Einführung«Hilde Spiels in den von ihr herausgegebenen Band der Kindler-Literaturgeschichte zur zeitgenössischen Literatur Österreichs (1976): »Im ›Thonhof‹ von Maria Saal […] hatte sich um diese Zeit [um 1960] ein Kreis zusammengefunden, der in die gesunde kärntnerische Landschaft einen Hauch verräucherter Bohème trug« (Spiel 1976, 92).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Österr. Schriftstellerin und Kulturjournalistin (1911–1990), emigrierte 1936 nach Großbritannien, erst 1963 endgültige Rückkehr nach Österreich. Spiel war eine einflussreiche Netzwerkerin im Literaturbetrieb, als »grande dame« der österr. Literatur betrieb sie eben auch Literaturgeschichtsschreibung.

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Österreichische Gesellschaft für Literatur (ÖGfL): 1961 gegründete Organisation zur Durchführung literarischer Veranstaltungen, die Unterstützung von Dissidenten im Osteuropa war der ÖGfL von Anfang an ein Anliegen; bis 1994 war Wolfgang Kraus (s. Eintrag ›Doktor Kraus‹) der Leiter. Hans Haider (s. Eintrag ›kein Haider, welchen Vornamens immer‹) war vor dem Beginn seiner Mitarbeit bei der Tageszeitung »Die Presse« 1972–1974 Mitarbeiter der ÖGfL, er übernahm die Agenden von Otto Breicha, der 1972 als Leiter des Kulturhauses nach Graz ging. In einem Zeitungsartikel bezeichnete sich Haider selbst als »Dritten Sekretär« der ÖGfL (vgl. Haider 1992).

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/Zeitschrift

Heimito von Doderer (1896–1966), österr. Schriftsteller; mit dem »gewaltigen Roman« könnte »Die Strudlhofstiege« (1951) oder »Die Dämonen« (1956) gemeint sein.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Leonce, Lenz und Lena« war der Name einer Buchhandlung am Fasanenplatz in Berlin. »Leonce und Lena« ist eine 1836 entstandene und erst 1895 uraufgeführte Komödie von Georg Büchner, »Lenz« eine postum 1839 erschienene Erzählung Büchners.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Fridjof Capra (* 1939), Sohn von Ingeborg Teuffenbach und dem SS-Offizier Heinz Capra, einem zeitweisen Assistent von Odilo Globocnik (s. Eintrag ›Globotschnigg‹). Capra promovierte 1966 in Theoretischer Physik in Wien, er lebt und lehrt seit Ende der 60er Jahre in den USA. Er vertritt einen ganzheitlichen Ansatz, der das westlich-analytische Denken durch östliche Philosophie und Spiritualität ergänzt sehen möchte.

PersonAutorIn/JournalistInNationalsozialistInMedien

Anspielung auf den Kulturjournalisten der »Süddeutschen Zeitung«Karl Heinz Kramberg (1923–2007)

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/Zeitschrift

Fridjof Capras populärwissenschaftliches Buch »Wendezeit« (1983) war ein Schlüsselwerk der »New Age«-Bewegung.

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In seiner viel diskutierten Rede »In den Kämpfen dieser Zeit« auf dem VIII. Schriftstellerkongress der DDR im Jahr 1978 kritisierte Stephan Hermlin (1915–1997) die einschränkende Orientierung der offiziellen DDR-Kulturpolitik und beschrieb seine Vorstellung der Rolle des Schriftstellers mit den Worten: »Es ist das Vorrecht der Dichter, vernunftlos zu träumen. Es ist das Vorrecht der Vernünftigen, sie zu verlachen. Aber die Träume gehen weiter, unbeschadet des Gelächters, das um sie her erschallt [...].« (Hermlin 1983, 388)

PersonAutorIn/JournalistInEreignis

Fridjof Capra ging nach seiner Promotion zuerst nach Paris und London, danach nach Kalifornien, wo er an den Universitäten Stanford (Stanford Linear Accelerator Center, Palo Alto) und Berkeley arbeitete.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

»Fast ein Poet«: deutscher Titel des Theaterstücks »A touch of the poet« von Eugene O’Neill (1888–1953), Uraufführung 1957 postum in Dänemark, im selben Jahr deutschsprachige Erstaufführung im Rahmen der Salzburger Festspiele

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Letzte Strophe des 3. Teils des Gedichts »Die deutsche Mutter spricht «aus Teuffenbachs »Saat und Reife«. (Teuffenbach 1938, 79)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Der getreue Eckart«: Nach einer Goethe-Ballade benannte völkische Wiener Zeitschrift, zeitweise mit dem Untertitel: »Halbmonatsschrift für das deutsche Haus«, 1923 von Adolf Lusergegründet, bestand bis 1955

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/Zeitschrift

»Das Wandern ist des Müllers Lust« lautet die erste Zeile des Gedichts »Wanderschaft« (1821) von Wilhelm Müller (1894–1927). Es wurde 1823 von Franz Schubert unter dem Titel »Das Wandern« als Teil des Liederzyklus »Die schöne Müllerin« vertont. (Müller 1906, 4f.)

PersonAutorIn/JournalistInMusikerInMedienMusikZitate

Stadtgemeinde im Kärntner Lavanttal, Bezirkshauptstadt. Christine Lavant stammte aus dem südlich benachbarten Ort St. Stefan, Ingeborg Teuffenbach aus Wolfsberg selbst.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Bruno Brehm (1892–1974) war ein »ausgesprochener NS-Propagandaautor« (Hillesheim 1993, 85), dessen vor 1938 geschriebene Bücher erst nach dem »Anschluss« reüssierten; so bekam er für seine Weltkriegstrilogie (1931–33 entstanden) den »Nationalen Buchpreis« 1939 zuerkannt. Den »Anschluss« seiner Heimat an NS-Deutschland begrüßte er mit der Publikation Glückliches Österreich (Brehm 1938), von 1938 bis 1942 gab er die Zeitschrift »Der getreue Eckart« heraus.

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Der Begriff Gulag steht für das sowjetische Zwangsarbeitssystem, das vor allem in Gefangenenlagern umgesetzt wurde. Der 1973 erschienene Roman »Archipel Gulag«Alexander Solschenizyns (1918–2008) wurde als »künstlerische Bearbeitung« des Themas zum Inbegriff der Kritik an diesem System.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Abgewandeltes Zitat aus Ingeborg Teuffenbachs Buch über ihre Freundschaft zu Christine Lavant: »[...] aber in diesem schönen Wolfsberger Sommer, in dem ich mich mit den Gedichten Rupert Brookes beschäftigte [...]« . ( Teuffenbach 1989 , 44) Rupert Brooke (1887–1915), englischer Lyriker, »who for most of the past century has ranked among Britain’s best-known and most beloved cultural figures [...]. […] He was a minor celebrity before he died and a monstrous one afterward« . ( Scutts 2015 )

PersonAutorIn/JournalistIn

Die Journalistin Trude Polley (1912–1992) berichtet im »Getreuen Eckart«im Februar 1940: »Erst Ende November hat in dieser Spielzeit das Kärntner Grenzlandtheater mit drei einander folgenden glanzvollen Premieren – des Egmont, Der Zauberflöteund des Zigeunerbaron– seine Tore geöffnet, nachdem es [...] eine modernen Ansprüchen genügende technische Ausgestaltung erfahren hatte, die ihm das nötige Rüstzeug gibt, seine bedeutende kulturelle Aufgabe als einzige Bühne des Landes Kärnten zu erfüllen« (Polley 1940).

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftMusik

Teuffenbach berichtet mehrfach von den seherischen Fähigkeiten Lavants, etwa indem sie den Tod Ludwig von Fickers vorausgesehen habe (vgl. Teuffenbach 1989, 135)

PersonAutorIn/JournalistIn

Hanns Gobsch (1883–1957), Offizier im Ersten Weltkrieg, »seit 1922/23 in Oberbayern tätiger Kämpfer für Hitler« (Klee 2009, 168), ließ sich in Murnau nieder, erfolgreicher Bühnenautor der NS-Zeit, Werkliste ohne Unterbrechung von 1927 bis 1948, vor allem historische Stoffe (vgl. Kosch 1953, 567). »Maria von Schottland. Drama der Leidenschaft in fünf Akten« liefert die »Vorgeschichte« zu Schillers »Maria Stuart«, das Stück wurde – zugleich mit Chemnitz und Augsburg – am 7. Februar 1940am »Kärntner Grenzlandtheater« uraufgeführt. (vgl. Rudan 1960, 101 u. 318)

PersonAutorIn/JournalistInZitateEreignis

Morris Berman (* 1944), US-amerikanischer Historiker und Kulturkritiker, rief 1981 mit dem Buch »The reenchantment of the world « das »Ende des Newton’schen Zeitalters« aus (so der Untertitel der dt. Ausgabe 1983). Ingeborg Teuffenbach bezieht Bermans Aussage, die neuzeitliche Geschichte sei auf geistiger Ebene von Entzauberung geprägt, auf Lavant, auf deren Denken das nicht zutreffe ( vgl. Teuffenbach 1989, 44).

PersonAutorIn/JournalistIn

Hans Sittenberger (1863–1943), aus Klagenfurt gebürtiger Pädagoge, Theaterkritiker und konservativer Schriftsteller, Autor literaturhistorischer Studien sowie historischer Prosa, lebte in Wien und Lednice/Eisgrub. Sein Drama »Sturm überm Land« thematisiert eine Kärntner Episode des NS-Putsches 1934, 1940 erhielt er dafür den »Kärntner Literaturpreis«.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Teuffenbach spricht von den »Nachmittagsunterhaltungen« mit Lavant, ein Foto im Buch trägt den Titel »Gesprächsplatz der Lavantnachmittage«. ( Teuffenbach 1989 , 83)

PersonAutorIn/JournalistIn

Neben Hans Sittenberger, der in Lednice/Eisgrub unterrichtete, spielt Kofler hier u.a. auf Josef Friedrich Perkonig (1890–1959, s. Eintrag ›Josef-Friedrich-Perkonig-Gesellschaft‹), ein Lehrer Ingeborg Bachmanns, an.

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Dieses Kleindenkmal in Wolfsberg war ursprünglich mitten in der Lavant auf einem Felsen aufgestellt, 1986 wurde es in einen Teich neben der umgeleiteten Lavant umgesiedelt. Es erinnert der Sage nach an die Vertreibung der Juden aus Wolfsberg 1338 – Kofler gibt die bei Teuffenbach (Teuffenbach 1989, 51) erwähnte falsche Jahreszahl 1339 wieder. Das Wolfsberger Progrom ist historisch belegt, es wurden auch Personen ermordet. (vgl. Wiedl 2010, 3) Wie meist stützte sich die Vertreibung/Ermordung auf das Gerücht einer Hostienschändung. Beim »Judenstein« sollen sich die geschändeten Hostien von selbst im Fluss gereinigt haben. (vgl. Graber 1944, 331f.) Dass Kofler in mehreren Passagen des Buches auf die »Sagen aus Kärnten« von Georg Graber zurückgreift, ist kein Zufall: Graber gab das Buch 1944 heraus, laut einer Aussage Koflers war er Mitglied im Bereich »Ahnenerbe« der SS. (vgl. Corrêa 2004, 62)

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s. Eintrag ›meinen geliebten Beckett‹

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Hans Dichand (1921–2010), Gründer und Herausgeber der »[Neuen] Kronen Zeitung«, s. Eintrag ›Hans Dichand‹

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Der Ammann-Verlag schrieb im Klappentext zu Teuffenbachs Buch »Christine Lavant – Zeugnis einer Freundschaft« (1989) von einem »Dokument einer Freundschaft zwischen zwei Frauen, einer Freundschaft, die durch alle Höhen und Tiefen hindurchgegangen ist.«

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»Märchen für Erwachsene« erreichten Anfang der 1980er v.a. durch das Auftreten des österreichischen Autors Folke Tegethoff (* 1954) eine große Öffentlichkeit; er verknüpfte klassische Märchenelemente mit einem neuen, »modernen« Stil.

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Lavant und Teuffenbach nutzten ein Papiergeschäft als eine Art Mittlerstation, wo sie Briefe füreinander deponierten. Dieses lag, wie ein Brief Lavants an Teuffenbach vermerkt, neben dem Schuhgeschäft Renger: »dann geben Sie halt die Schuhe u. den Gedichtband bei der Papierhandlung ,Kunter‘ (neben Renger) für mich ab.« (Brief vom 6.8.1948; Steinsiek 1997, 26)

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Richard Nimmerrichter (* 1920), 1964–2001 als »Staberl« Kolumnist der »Kronen Zeitung«

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»Zeugnis einer Freundschaft « ist der Untertitel der Publikation »Christine Lavant – »Gerufen nach dem Fluß«« von Ingeborg Teuffenbach, die 1989 im Zürcher Ammann-Verlag erschien und viele bis dahin unveröffentlichte Gedichte und Briefe Christine Lavants enthält. Teuffenbach verwischt in dieser »poetischen Biographie« unreflektiert und ungenau Sachinformationen, Dokumente, Erinnerungen, Imaginationen, Zitate. (vgl. Steinsiek 1998, 217)

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Wörtliches Zitat aus Teuffenbachs Lavant-Buch, in dem sie aus Briefen Lavants zitiert. (Teuffenbach 1989, 76)

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Anspielung auf die österr. Literaturkritikerin Sigrid Löffler, s. Eintrag ›Löffler‹

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1987 erschien in der »Bibliothek Suhrkamp« eine von Thomas Bernhard zusammengestellte Auswahl von Gedichten Christine Lavants, eine Auswahl, die, so Bernhard, »nur meinem Verstand« folge. (Lavant 1987, 91) Die Gedichtauswahl umfasst 88 Seiten, daher Koflers Correctio »noch so wenige Gedichte«.

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Ern(e)st Bornemann (1915–1995), vor allem autodidaktisch gebildeter deutscher Anthropologe und Sexualwissenschaftler, 1933–1960 Exil in Großbritannien und Kanada, lebte ab 1970 in Österreich, Lehrtätigkeit an der Universität Salzburg

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Zitat aus Teuffenbachs Lavant-Buch: Es habe Leser gegeben, die der Lavant Wahnsinn vorgeworfen hätten, »besonders dort, wo von den aufsteigenden Wurzelenergien die Rede war.« (Teuffenbach 1989, 124)

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In der Beantwortung obiger Anfrage (»Meine Freundin spritzt ab«) klärt Bornemann den Leser über den »G-Punkt«, der auch Gräfenberg-Zone genannt werde, auf. Erogener Bereich in der Vagina, den der deutsche Arzt Ernst Gräfenberg 1950 in einem Artikel beschrieb. Sie wurde in Zusammenhang mit der »weiblichen Ejakulation« gebracht und war in den 1970er und 80er Jahren Teil des Aufklärungs- und weiblichen Selbstbestimmungsdiskurses.

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Montiertes Zitat aus Teuffenbachs Lavant-Buch: »Bei den Schamanen markiert die Lichterfahrung den Übergang vom Ego zum Selbst. Sie ist ein Wesensmerkmal der Erleuchtung. […] Die Lavant war eine Lampe, die viel zu hoch brannte, Auch Blitz- und Kristallerfahrungen sind in ihrem Werk zu finden.« (Teuffenbach 1989, 156)

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Bornemann verweist in der Erklärung der »Gräfenberg-Zone« (unter Angabe von Adresse und Telefonnummer) auf den »Wiener Sexualtherapeut[en] Dr. Karl Stifter«, der seit Jahren an einem Forschungsprojekt zum Thema arbeite. Dr. Stifter hat viele Laborproben der ausgeschiedenen Flüssigkeit sammeln und analysieren lassen. Karl Stifter (* 1951) spezialisierte sich »als erster Psychologe in freier Praxis auf die ,Sexualtherapie‘«, war in Forschung und Lehre tätig und entwickelte die »Urkraftmethode« und die Methode der »Transzendenten Resonanz«. (www.drstifter.com/person.htm, 24.11.2015)

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Die beiden ersten Verse des Lavant-Gedichts »Reiß mich los« (Lavant 2014, 276)

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Wörtliches Zitat aus Teuffenbachs Lavant-Buch. (Teuffenbach 1989, 18f.)

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Zitat aus einem unveröffentlichten Gedicht, das Lavant an Teuffenbach gesandt hatte (Teuffenbach 1989, 98)

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Jakob Böhme (1575–1624): deutscher Mystiker, Vertreter des Pantheismus. Böhme beeinflusste Paracelsus – und umgekehrt. Paracelsus (1493–1541): Arzt, Alchemist, Mystiker, Philosoph, wegen seiner umstrittenen angewandten Methoden viel auf Wanderschaft, einige Zeit hielt er sich auch in Kärnten auf. Novalis (1772–1801): deutscher Dichter der Frühromantik

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Wörtliches Zitat aus Teuffenbachs Lavant-Buch. (Teuffenbach 1989, 165)

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Jakob Michael Reinhold Lenz (1751–1792), Schriftsteller des Sturm und Drang

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Teuffenbach spricht von den »typischen lavantschen Doppelwörter[n]«, Kofler zitiert diese anschließend in anderer Reihenfolge als bei Teuffenbach. (Teuffenbach 1989, 164f.)

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Udo Proksch (1934–2001), »Freund der Mächtigen und Bonvivant« (Pretterebner 1987, 13), übernahm 1974 die Führung der Wiener »Hofkonditorei« Demel, wo er in der Folge seinen vor allem von sozialistischer Prominenz frequentierten »Club 45« betrieb. Von hier aus habe sich für Prokscheine »ideale Drehscheibe für den illegalen Waffenhandel« (Pretterebner 1987,88) ergeben, der Verteidigungsminister und ein leitender Geheimdienstbeamter waren Mitglieder in der »roten Loge«. 1977 sank der von ihm gecharterte Frachter »Lucona« nach einer Explosion, sechs Menschen starben. Erst 1992 wurde Proksch – nach der Aufdeckung durch den Journalisten Hans Pretterebner– dafür verurteilt, er starb in Haft.

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PersonVerbrecherInAutorIn/JournalistInEreignis

Eduard von Schenk (1788–1841), bayrischer Dichter

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Ingeborg Bachmann (1926–1973), österreichische Schriftstellerin, in Klagenfurt aufgewachsen

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TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

André Heller (* 1947), österr. Sänger, Liedermacher, Künstler, Autor, Kulturmanager; eine der wiederkehrenden Figuren der Kofler’schen Satire, s. Eintrag ›André Heller‹

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Christian Dietrich Grabbe (1801–1836), Dramatiker des Vormärz

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Vollständiges Zitat der ersten sieben Verse des Lavant-Gedichts »Der Südwind rührt sich im Wald« (Lavant 2014, 333)

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Ernst August Friedrich Klingemann (1777–1831), deutscher Schriftsteller der Romantik und Theaterregisseur; ab 1818 Direktor des Braunschweiger Nationaltheaters

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Erste Strophe des Lavant-Gedichts »Ich höre kommen den schweren Mond« aus der Sammlung »Spindel im Mond« (Lavant 2014, 376)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Kleist beging mit Henriette Vogel, die er erst kurz zuvor kennenlernte, am 21. November 1811 am Wannsee mit einer Pistole Selbstmord.

PersonAutorIn/JournalistInEreignis

Der evangelische Pfarrer Johann Friedrich Oberlin (1740–1826) ging in die Literaturgeschichte ein, weil Büchner in Straßburg auf einen Bericht stieß, den Oberlin über den Aufenthalt des Dichters Lenz bei ihm in Waldersbach für seine Vorgesetzten verfasst hatte. Auf Basis dieser Aufzeichnungen entstand Büchners Erzählung »Lenz « (s. Eintrag ›Lenz im Gebirg‹). Oberlin wirkte als Pädagoge und Sozialreformer und gilt als der »Erfinder« des Kindergartens. (vgl. Riebsamen 2013)

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Der Theaterkritiker Roland Koberg schrieb in der Wiener Wochenzeitung »Falter« in den 1990er Jahren eine Kolumne, in der er Telefoninterviews aus aktuellem Anlass wiedergab.

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/Zeitschrift

Ab Ende der 1960er Jahre versuchten eine Reihe von Autorinnen und Autoren das traditionelle literarische Hörspiel für neue Formen zu öffnen. Das später so genannte »Neue Hörspiel« integrierte dabei auch Originalton. Eines der ersten »Originalton-Hörspiele>« war Paul Wührs »Preislied« (1971), das der Autor-Regisseur aus eigenen Aufnahmen bei einem Streifzug durch München zusammensetzte (vgl. Krug 2008, 96).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInMedienMusik

Dieter Roth (1930–1998), Schweizer Dichter und Künstler (er verwendete verschiedene Schreibweisen seines Namens), schuf vielfältige Werke zwischen Konkreter Poesie, Eat Art, Fluxus und Happening. Roth zertrampelte in der Düsseldorfer Kunsthalle 1979 ein Kunstwerk von Beuys. »Warum hast du das denn nur gemacht, fragte Beuys [...]. Er sei halt neidisch gewesen, sagte Roth. Neben Beuys’ martialischer Installation in der Kunsthalle habe er seine eigene Arbeit gestellt, einen albernen Campingtisch mit Plastikeimer, als ironischen Kommentar. Die Besucher hätten sich nun auf Roths Campingstühle gesetzt, um sich in die Arbeit von Beuys zu vertiefen. Nach dem Gespräch erklärte Beuys die Zerstörung zum Gemeinschaftskunstwerk Beuys/Roth« (Müller 2008).

PersonAutorIn/JournalistInEreignis

Bei seinem Aufenthalt in Wetzlar lernt Goethe Charlotte Buff (1753–1828) kennen und fasst »eine tiefe Zuneigung zu Lotte, der er sich nur durch überstürzte Flucht entziehen kann«; er hält den Kontakt allerdings aufrecht, ist er doch mit Johann Christian Kestner, Charlotte Buffs Verlobten, befreundet. Die Ähnlichkeiten mit dem Personal in Goethes Briefroman »Die Leiden des jungen Werther « (1774) sind auffällig (vgl. Jeßing 1999, 65).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Christiane Goethe (geb. Vulpius, 1765–1816) war Goethes drittes Ehefrau. Er verliebte sich 1788 in die Tochter aus armen Verhältnissen, die Beziehung wurde ein Jahr später öffentlich, im selben Jahr Geburt des einzigen überlebenden Kindes. Die unstandesgemäße Liaison galt als Skandal, erst 1806 heirateten die beiden. Von Goethes Zuneigung bezeugen ihr zugeeignete oder durch sie inspirierte Dichtungen (»Christiane-Gedichte«).(vgl. Jeßing 1999, 184)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Held der Romanheft-Reihe »Rolf Torring’s Abenteuer«, verfasst von Autoren unter dem Sammelpseudonym Hans Warren; erschien zunächst zwischen 1930 und 1939 mit insgesamt 445 Ausgaben; ab 1950 wurde die Reihe fortgesetzt, aber bald stark verändert, sodass sie abgesehen von den handelnden Personen kaum noch etwas mit der Vorkriegsserie gemeinsam hatte. 1961 wurde sie eingestellt.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Franz Kafka (1883–1924), pragerdeutscher Schriftsteller

PersonAutorIn/JournalistIn

Kofler bezieht sich in dieser Passage auf Bernhards»In Flammen aufgegangen«, einen Text, der erstmals im Programmheft zur Uraufführung des Stücks »Der Schein trügt« (1983, Schauspielhaus Bochum) erschien: Bernhards Ich-Erzähler spricht von Oslo als einer »langweilige[n] Stadt«, »die Menschen dort sind ungeistig, […] wie möglicherweise alle Norweger« (Bernhard 2010, 91); er spricht vom »widerwärtigen Brügge« (92) und von Österreich als »dem häßlichsten und lächerlichsten Land der Welt« (95). In einem Traum sitzt Bernhards Erzähler auf einem »Konglomeratblock auf dem Salzburger Haunsberg« (97). Danach habe er sich im Wienerwald wieder gefunden, mit Blick auf Wien und auf das »bestialisch stinkende Österreich« (97). Sowohl die Beschreibung der österr. Regierung (97f.) als auch den Satz nach »[h]insichtlich der Kirche« übernimmt Kofler wörtlich (94).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Leo Frank (Geburtsname: Leo Maier, 1925–2004), bis 1948 Gendarm in Braunau (Oberösterreich), danach Staatspolizist in Linz, beobachtete 1961 als offizieller Berichterstatter den Eichmann-Prozess. 1967 wurde er in seiner erneut aufgenommenen Tätigkeit als Kriminalbeamter in Linz in eine Informationsaffäre um den Voest-Konzern verwickelt. Strafversetzung nach Wien, schließlich nach Zypern, wo er begann, unter dem Namen Leo Frank seine ersten Kriminalromane zu schreiben. Ab 1974 leitete er verschiedene Referate in Linz. Bekannt wurde er v.a. durch seine Radio-Serie »Alles klar, Herr Kommissar« und Drehbuchvorlagen für die TV-Serie »Tatort«.

PersonAutorIn/JournalistInMedienFilm/Fernsehen/Radio

Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832), deutscher Schriftsteller

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Charlotte Ernestine Albertine, Freifrau von Stein (1742–1827) war Goethes engste Vertraute von 1775 bis 1788. Goethe lernte sie im Alter von 26 Jahren 1775 in Weimar kennen.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

In eine vom ORF produzierten Folge der TV-Serie »Tatort«mit dem Titel »Alleingang« (Ausstrahlung 1986) baute der Drehbuchautor Ernst Hinterberger die Figur des »Zuhälterkönigs« Jellinekein. Dieser will groß ins Waffengeschäft einsteigen, einer seiner Leibwächter versucht dabei einen »Alleingang«. Dabei kommt es zu drei Mordfällen, eines der Opfer ist eine alte Bekannte des ermittelnden Inspektors Fichtl.

PersonAutorIn/JournalistInMedienFilm/Fernsehen/Radio

Friedrich Schiller (1759–1805), deutscher Schriftsteller

PersonAutorIn/JournalistIn

Im Sommer 1770 lernte Goethe die 18-jährige Pfarrerstochter Friederike Elisabeth Brion (1752–1813) kennen, ein Jahr später bricht Goethe den Kontakt ab. Zu dieser (wahrscheinlichen) Liebesaffäre sind keine Briefe erhalten, nur der literarische Niederschlag in den Büchern 10 und 11 von »Dichtung und Wahrheit« sowie die »Friederiken-Lieder«. (vgl. Jeßing 1999, 63)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Ernst Hinterberger (1931–2012), Schriftsteller und Drehbuchautor, ging bis zu seiner Pensionierung 1991 verschiedenen Lohnarbeiten nach (Bücherei-Angestellter, Expedient). Seine Herkunft aus dem Arbeitermilieu war die zentrale Quelle für sein Schreiben. Er wohnte bis zu seinem Tod in einer kleinen Gemeindebauwohnung (die Wohnanlage am Wiener Margaretengürtel wurde 2013 nach ihm benannt). Seinen größten Erfolg hatte er mit den Drehbüchern für die Fernsehserie »Ein echter Wiener geht nicht unter« (produziert vom ORF 1975–79).

PersonAutorIn/JournalistInMedienFilm/Fernsehen/Radio

Märchen aus der Sammlung der Brüder Grimm (Grimm 1819a, 148–155)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Herbert Achternbusch (* 1938), deutscher Filmemacher, Schriftsteller, Maler (s. Eintrag ›Achternbusch‹)

PersonAutorIn/JournalistInMedien

»Naturgemäß« gilt als »Signalwort« für die Literatur Thomas Bernhards. (vgl. u.a. Piechotta 1982)

PersonAutorIn/JournalistIn

Schwank aus der Märchensammlung der Brüder Grimm (Grimm 1819a, 173–177)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Das Gespenst« (1982): Film von Herbert Achternbusch, in dem Jesus in der Gegenwart auf die Erde zurückkehrt. Nachdem der Film in Deutschland in die Kinos gekommen war und Anzeigen zu keiner gerichtlichen Beschlagnahme geführt hatten, agitierten in Österreich 1983 Privatpersonen gegen den Film und erreichten eine Beschlagnahme. Die weiteren gerichtlichen Instanzen änderten diesen ersten Beschluss nicht mehr ab und konzedierten dem Film – unter Bezug auf den »religiös normal empfindliche[n] Durchschnittsmensch« (zit. n. Eilmansberger 1987, 36) – Blasphemie. 1984 wurde der Film nach § 33 Mediengesetz (»Einziehung«) eingezogen.

PersonAutorIn/JournalistInMedienFilm/Fernsehen/RadioEreignis

Kofler wandelt hier das Gedicht »Rheinischer Bundesring« aus der von Clemens Brentanound Achim von Arnim herausgegebenen Sammlung »Des Knaben Wunderhorn« (1806) ab: »Bald gras’ ich am Neckar, [/] Bald gras’ ich am Rhein, [/] Bald hab ich ein Schätzel, [/] Bald bin ich allein.« (Grisebach 1806, 337f.)

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Märchen aus der Sammlung der Brüder Grimm (Grimm 1819a, 57–66)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Ilja Ehrenburg (1891–1967), russischer Schriftsteller und Journalist, veröffentlichte zeitlebens rund hundert Bücher, nach dem Angriff Deutschlands auf die Sowjetunion 1941 agitierte er in hunderten Artikeln und Frontberichten, um den Hass gegen die deutschen Soldaten zu schüren, zugleich stellte er das Leid der Menschen in einfacher Sprache in den Mittelpunkt, das machte ihn zu einer »nationale[n] Berühmtheit« (Marcou 1996 , 208). Nach Stalins Tod (1953) wurde sein Roman Tauwetter (1954) zum »Symbol für eine neue Etappe in der Geschichte seines Landes« (Marcou 1996, 300).

PersonAutorIn/JournalistInPolitikerInZitate

Zitat aus Friedrich Hölderlins »Abendphantasie«, s. Eintrag ›Vor seiner Hütte‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Ottokar Kernstock (1848–1928), Dichter und Priester, Tätigkeit als Kaplan und Pfarrer in der Oststeiermark, deutschnational eingestellter Heimatdichter, Dichter der österreichischen Bundeshymne 1930–1938, berühmt-berüchtigt für sein »Hakenkreuzlied« (1923)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Der im Schweizer Exil lebende deutsche Schriftsteller Kurt Kläber (1897–1959) veröffentlichte unter dem Pseudonym Kurt Held 1941 den Jugendroman »Die rote Zora und ihre Bande«, inspiriert von einer Jugoslawien-Reise des Autors im Jahr davor. Um 1974organisierte sich in der BRD unter diesem Namen eine linksextreme Frauengruppe (eine Abspaltung der »Revolutionären Zellen«), die mit terroristischen Formen (Anschläge auf Institute und Wirtschaftsunternehmen) gegen das Patriarchat und ,strukturelle Gewaltverhältnisse‘ (u.a. Gentechnik, Ausbeutung von Arbeitern in der Dritten Welt) protestierten.

PersonAutorIn/JournalistInZitateEreignis

»Das eigensinnige Kind«: Sage aus der Märchensammlung der Brüder Grimm (Grimm 1819b, 152)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Ilja Ehrenburg gelangte während seiner Reisen an die deutsch-sowjetische Front zur Überzeugung, dass »die Hitlerarmee in ihrer Gesamtheit« – und nicht nur SS und Gestapo – »verseucht ist«. Er reagiert mit der Parole »Töte den Deutschen!«, die er in vielen appellhaften Artikeln 1942 variiert. Mord und Schändung sind Verbrechen, die Ehrenburg den Deutschen zuordnet und die er als Rechtfertigung für seine Tötungsaufrufe heranzieht (vgl. Marcou 1996, 210).

PersonAutorIn/JournalistIn

Im Vergleich zur Grimm’schen Märchensammlung von 1819 (2. Aufl.) teilweise abgewandeltes Zitat aus »Die kluge Else« (die Änderungen können auch einer späteren Druckversion entstammen): »Endlich erwachte die kluge Else, wie es schon ganz dunkel war und als sie aufstand, rappelte es um sie herum, bei jedem Schritt den sie that. Da erschrak sie und ward irre, ob sie auch wirklich die kluge Else wäre und sprach: ›bin ichs, oder bin ichs nicht?‹ Sie wußte aber nicht, was sie darauf antworten sollte und stand eine Zeitlang zweifelhaft, endlich dachte sie: ›ich will nach Haus gehen und fragen, ob ichs bin oder nicht, die werdens ja wissen‹« (Grimm 1819a, 176f.).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Jud Süß« (1940): nationalsozialistischer Propagandafilm um die historische Figur des jüdischen württembergischen Finanzbeamten Joseph Süß Oppenheimer, der als ruchloser Karrierist und Vergewaltiger dargestellt wird, der Film wurde von Goebbels 1939 in Auftrag gegeben (vgl. Koch 2011, 102). Lion Feuchtwanger behandelte den Stoff in seinem Roman »Jud Süß« (1925), die erste literarische Bearbeitung war die gleichnamige Novelle (1827) von Wilhelm Hauff, in der Oppenheimer gar nicht im Mittelpunkt steht und er nur durch »wenige antisemitische Klischees« beschrieben werde: »Geldgier, Gewissenlosigkeit, Hinterlist, Arroganz, Lüsternheit« (Mojem 2004, 152).

PersonSchauspielerIn/RegisseurInNationalsozialistInAutorIn/JournalistInMedienFilm/Fernsehen/RadioZitate

Kofler zitiert aus einer Rezension von Christoph Ransmayrs Romans »Die letzte Welt« von Harald Wieser: »Der Sprachart ist Christoph Ransmayr hat sich mit der ,Letzten Welt‘ einen Logenplatz in der deutschen Literatur erschrieben« (Wieser 1988).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Steirischer Herbst: 1968 gegründetes Grazer Festival für zeitgenössische Kunst, maßgeblicher Initiator war der Volkskundler und ÖVP-Politiker Hanns Koren. Wichtig war von Beginn an das Spartenübergreifende und Provokante, es kam immer wieder zu Konfrontationen mit dem Publi kum, zu »Skandalen«, etwa 1975 zur Aufführung des Theaterstücks »Gespenster« von Wolfgang Bauer (vgl. Behr u.a. 2017, 375).

TopographieOrtschaftPersonPolitikerInAutorIn/JournalistInZitate

Der Kulturjournalist Karl Heinz Kramberg schrieb eine Rezension zu Koflers »Am Schreibtisch«, in der er ein Zitat aus dem Buch folgendermaßen kommentiert: »schmeckt wie verdünnter Céline, ist aber Kofler« (Kramberg 1988). Louis-Ferdinand Céline (1894–1961): franz. Schriftsteller, berühmt für seinen Roman »Reise ans Ende der Nacht« (1932), umstritten wegen seines Antisemitismus

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Zitat aus Carl Maria von Webers Oper »Freischütz « (Uraufführung 1821, Libretto von Johann Friedrich Kind): »Triumph! die Rache gelingt«(1. Akt, Arie 6; Weber 1872, 10).

PersonMusikerInAutorIn/JournalistInMedienMusik

Nicolae Ceauşescu (1918–1989) war 1965–1989 Generalsekretär der Rumänischen KP, Vorsitzender des Staatsrats (ab 1967) und Staatspräsident (ab 1974), er regierte in stalinistischer Ma nier als Diktator, baute um sich und seine Familie »extreme Formen des Personenkults« auf (Kunze 2000, 234) und lebte im Gegensatz zu anderen Ostblockführern ein luxuriöses Leben wie ein absolutistischer Fürst. Michael Jeannée, Reporter der »Kronen-Zeitung«, berichtete in einer spektakulär aufgemachten Artikelserie Ende 1989 vom Umbruch in Rumänien. In einer Folge bringt die Zeitung »exklusiv« die »ersten Bilder aus dem privaten Fotoalbum des Tyrannen-Paares« (31. 12. 1989, 6–9), das Fotoalbum sei im Bukarester Palast gefunden worden (6).

PersonPolitikerInAutorIn/JournalistInMedienZeitung/Zeitschrift

Zitat aus einer Anzeigenkampagne der Tageszeitung »Kurier« gegen Sonntagszeitungsdiebe. Der Anzeigentext bezieht sich auf das beliebte Lied »So ein Tag, so wunderschön wie heute«, das als Auf- und Abtrittslied beim Mainzer Fasching 1952 erstmals zu hören waren und das u.a. der deutsche Schlagersänger Heino interpretierte. Der Text stammt von Walter R. Rothenburg (1889–1975), die Melodie von Lotar Olias (1913–1990).

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PersonMusikerInAutorIn/JournalistInMedienWerbung/Inserat

Name eines gesuchten Verbrechers in Karl Mays Roman »Im Tal des Todes« (s. Eintrag ›Im Tal des Todes‹)

PersonAutorIn/JournalistInMedien

Robert Schneider war einer der drei Autoren, dem das Robert-Musil-Stipendium 1993–1996 zugesprochen wurde.

PersonAutorIn/JournalistIn

Peter Demetz (* 1922), Literaturwissenschaftler, 1956–1991 an der Yale University tätig (s. Eintrag ›Hier schreibt sich ein Autor‹)

PersonAutorIn/JournalistInMedien

Anspielung auf Norbert Gstrein, dem ebenfalls das Robert-Musil-Stipendium zugesprochen wurde

PersonAutorIn/JournalistIn

Christoph Ransmayr (* 1954), österreichischer Schriftsteller, er gehört seit dem Roman »Die letzte Welt« (1988) zu dem meistgelesen Autoren des Landes (s. Eintrag ›Die letzte Welt‹).

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PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Fliedl (* 1955) war ab 1991 Assistenzprofessorin am Institut für Germanistik der Universität Wien, seit 2007 Ordinaria ebenda, Tätigkeit als Literaturkritikerin und Jurorin.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

»Der späte Gast«: Gedicht von Willibald Alexis (1798–1871), bekannt als Lied durch die Vertonung Carl Loewes (1796–1869). Der späte Gast bringt bei Alexis den Tod.

PersonAutorIn/JournalistInMusikerInZitate

Pollak war zur Zeit ihrer Jury-Tätigkeit Kulturjournalistin bei der österr. Tageszeitung »Kurier«.

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/Zeitschrift

Holzer war von 1966 bis zur Pensionierung im Jahr 2001 Kulturjournalist und Abteilungsleiter beim ORF-Hörfunk.

PersonAutorIn/JournalistIn

Christoph Hein (* 1944), deutscher Schriftsteller, lebte in der DDR. Heinrich Heine (1797–1856): deutscher Schriftsteller, oft als »letzter Dichter der Romantik« tituliert. Mit »Heiner« ist möglicherweise Heiner Müller (1929–1995), deutscher Dramatiker, gemeint.

PersonAutorIn/JournalistIn

Gerhard Rühm (* 1930), österr. Musiker, bildender Künstler und Schriftsteller, er absolvierte ein Klavier- und Kompositionsstudium in Wien, war als Pianist tätig, bevor er Mitte der 1950er Jahre mit schriftstellerischen Arbeiten gemeinsam mit Friedrich Achleitner, H.C. Artmann, Konrad Bayer und Oswald Wiener die sogenannte Wiener Gruppe bildete. Mit der Anthologie »Die Wiener Gruppe «(1967) wurde er zu deren »Archivar« und Propagator.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Franz Kafka wohnte während seines Kuraufenthaltes in Meran vom 6. April bis zum 28. Juni 1920 in der Pension Ottoburg in Untermais. (vgl. Kafka 2013, 506) In seinem Brief an Max Brod und Felix Weltsch am »ersten Abend in meinem neuen Zimmer« schreibt Kafka, er habe bislang in »einem der ersten Hotels gewohnt oder überhaupt in dem ersten«, womit er das Hotel Emma meint, und berichtet von Zimmer (»es scheint recht gut zu sein«) und Gesellschaft in der jetzigen Pension. (Kafka 2013, 116ff.)

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TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Protagonist in Karl Mays»Im Tal des Todes« (s. Eintrag ›Im Tal des Todes‹)

PersonAutorIn/JournalistInMedien

Erneut greiftKoflerhier auf die »Kurier«-Kampagne gegen Sonntagszeitungsdiebe zurück: »Ob’s stürmt oder schneit [/] ob die Sonne scheint oder Nebelschwaden ziehen, [/] an jedem Ort [/] in den kleinen Gemeinden und in den großen [/] im Dickicht der Städte und im Unterholz des freien Landes [/] in aller Herrgottsfrüh [/] oder im Zwielicht der Dämmerung [/] kann‹s passieren. [/] Keiner weiß die Stunde, [/] keiner weiß wie. [/] Aber eins ist sicher: [/] einmal erwischt’s jeden. [/] Jeden Zeitungsdieb.« (Kurier, 6. 12.1986, 11/W7/1) Der Anzeigentext bezieht sich auf das Brecht-Stück »Im Dickicht der Städte«»« (UA 1923).

PersonAutorIn/JournalistInMedienWerbung/InseratZitate

Während seiner Kur in Meran hatte sich Kafka zunächst im »Gasthof Frau Emma« am Schillerplatz einquartiert, ein Haus »ersten Ranges«. In einem Brief an Ottla Kafka am 5. April, dem dritten Tag seines Aufenthaltes, kündigte Kafka an, in die preisgünstigere Pension Ottoburg umzuziehen. (Kafka 2013, 114f.) Vgl. seinen Brief an Max Brod und Felix Weltsch [Meran, 6., 7., 8. April 1920, Kafka 2013, 116ff.)] Zu jener Zeit war Kafka Beamter der Arbeiter-Unfalls-Versicherungs-Anstalt in Prag.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Gert Jonke (1946–2009), österreichischer Schriftsteller

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Heinz G. Konsalik, eigentlich Heinz Günther (1921–1999), deutscher Bestsellerautor, veröffentlichte unter mehreren Pseudonymen.

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Wörtliches Zitat aus einem Brief Kafkas an Minze Eisner aus Prag, vermutlich Ende Januar, Anfang Februar 1920. (Kafka 2013, 99) Kafka deutet an, den geplanten Kuraufenthalt aus Kostengründen von Meran vielleicht in die Bayrischen Alpen zu verlegen. Grund der Reise – die ihn Anfang April 1920 doch nach Meran führt – ist im weitesten Sinn Kafkas Lungenkrankheit. Die damals 19-jährige Minze lernte Kafka im November 1919, unmittelbar nach Scheitern des Heiratsversuchs mit Julie Wohryzek, während eines Aufenthaltes in Schlesien kennen; im Anschluss unterhielten sie bis zu Minzes Heirat 1923 einen freundschaftlichen Briefwechsel.

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Joseph Vilsmaier (* 1939): deutscher Regisseur, verfilmte 1995 Schneiders Roman »Schlafes Bruder«

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Johannes Mario Simmel (1924–2009), österreichischer Bestsellerautor

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Eschbach: Handlungsort von Robert Schneiders Roman »Schlafes Bruder« (1992)

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Kafkabeendet Briefe häufig mit dieser Formulierung. (Kafka 2013, passim)

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Kofler bezieht sich auf das erste große wissenschaftliche Symposion zum Werk Thomas Bernhards im Jänner 1977, zu dem auch der Autor und sein Verleger Siegfried Unseld nach Triest kamen (vgl. Mittermayer 2015, 293). Die wissenschaftliche Leitung hatte der Germanist Claudio Magris inne.

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In der erwähnten Rezension von Ransmayrs »Die letzte Welt« (s. Eintrag ›Die letzte Welt‹) wird Kafkas »Verwandlung« als Nachfahre der »Metamorphosen« bezeichnet: »Zwischen den Zeilen des Romans nämlich irrlichtert diese Erkenntnis: Die angstvollen Tagträume der antiken Ahnen sind die Nachtträume unserer Zeit. Auch dies ist eine Verwandlungskunst: die Verwandlungskunst der Zivilisation« (Wieser 1988).

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Scheichl (* 1942) war ab 1992 bis zu seiner Emeritierung 2000 Ordinarius für Germanistik an der Universität Innsbruck.

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Von den Sigurd Paul Scheichl in den Mund gelegten Aussagen auf dem TriestinerBernhard-Symposion trifft nur die erste zu: »Wenn man Thomas Bernhards Werke nicht nur auf ihren existentiellen Gehalt hin liest [...], sondern in ihnen auch die Rücksichtslosigkeit, die Provokation als Selbstzweck findet, hat man auch einen Schlüssel zur Rezeption« (Scheichl 1979, 118).

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Günter Grass (1927–2015), deutscher Schriftsteller

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»Die Berühmten« (1976): Theaterstück von Thomas Bernhard. Kofler zitiert hier wörtlich die Besprechung des »Kurier« zur Uraufführung des Stücks bei den Wiener Festwochen (zit. n. Bernhard 2005, 401f.)

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Uwe Koch (* 1954), deutscher Schriftsteller, mit dem Roman »Der Mann aus Sand« (1989) war er Verlagskollege Koflers bei Rowohlt.

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Victor Klemperer (1881–1960), deutscher Romanist und Schriftsteller

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Der unweit des Rheins gelegene Herrensitz Schloss Berg am Irchel (Kanton Zürich) wurde Rainer Maria Rilke von den Besitzern 1920/1921 rund ein halbes Jahr lang überlassen. Für den Dichter war es eine produktive Zeit, die bekanntesten Texte dieser Zeit sind die Gedichte »Aus dem Nachlaß des Grafen C.W.« und das Elegienfragment »Laß dir, daß Kindheit war«. (vgl. Engel/Fülleborn 1996, 420)

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Zitat aus Rilkes »Aus dem Nachlaß des Grafen C.W.«: »Berge ruhn, von Sternen überprächtigt; – [/] aber auch in ihnen flimmert Zeit. [/] Ach, in meinem wilden Herzen nächtigt [/] obdachlos die Unvergänglichkeit.« (Rilke 1950, 22)

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Zitat aus einem Brief Rilkes an Marie von Thurn und Taxis-Hohenlohe während seines Aufenthalts in Schloss Berg am Irchel (datiert mit 19.11.1920): »Ich hause allein in dem festen, Jahrhunderte alten Steinhaus, allein mit einer Wirtschafterin, die mich ebenso schweigsam versorgt, wie ich mich schweigsam versorgen lasse […].« (Rilke 1937, 325)

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André Heller (* 1947), österreichischer Sänger, Liedermacher, Künstler, Autor, Kulturmanager: In den 1980er Jahren machte er mit spektakulären Großevents wie dem "Theater des Feuers" (1983), dem "Sturz durch Träume" (1984), einem "Feuerspektakel" vor 650.000 zahlenden Zuschauern, oder den weltweit gezeigten Heißluftballon-Skulpturen "Himmelszeichen" (1986) von sich reden. Nicht zuletzt durch diese Inszenierungen wurde er zu einer zentralen Figur der Kofler‹schen Satire.

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Rilkebeschreibt die Entstehung des Gedichtzyklus »Aus dem Nachlaß des Grafen C.W.« als ein Hineinschreiben in einen produktiven Zustand mit Hilfe von Rollenfiktion: »ich wünschte mir so etwas wie die Spur eines bergischen Vorwohners, z.B. ein Heft im Bücherschrank (,zu eigener Produktion noch nicht eigentlich fähig und aufgelegt, mußte ich mir, scheints, eine Figur gewissermaßen ,vorwändig‘ machen, die das, was sich etwa doch schon, auf dieser höchst unzulänglichen Stufe der Concentration, formen ließ, auf sich nahm: das war Graf C.W. ….‘« (Brief vom 30.11.1920 an Frau Wunderly, zit. nach Schnack 1996, 712)

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Der Protagonist in Samuel Becketts »Molloy« kann sich nicht daran erinnern, wie er an den entsprechenden Ort gelangt ist: »Ich bin im Zimmer meiner Mutter. Ich wohne jetzt selbst darin. Wie ich hierhergekommen bin, weiß ich nicht« (Beckett 1976, 7).

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Richard Ziegler (1872–1844), Oberst, Chef der Eidgenössischen Remontenanstalt (Militärpferdegestüt), 1911–1922 Besitzer von Schloss Berg am Irchel. Das Ehepaar Ziegler lud Rilke auf seinen Besitz – »diese außerordentliche ja wunderbare Zuflucht« (Rilke) – ein. (Schnack 1996, 705)

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Anspielung auf die Kritikerin Sigrid Löffler (* 1942) sowie auf Margot Löffler (* 1954), eine Diplomatin, die 1998 den damaligen Bundespräsidenten Thomas Klestil heiratete

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Bezug zu Rilkes »Aus dem Nachlaß des Grafen C.W.«

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»Achtung Sprachpolizei! «war der Titel einer ORF-Radiosendung des Journalisten und »Presse«-Kolumnisten Karl Hirschbold (1908–1994), die von 1952 bis 1978 produziert wurde und – teils humoristisch – inkorrekte Sprachverwendungen kritisierte. Die charakteristische Kennmelodie klang wie das Folgetonhorns eines Polizeiautos.

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/Zeitschrift

»Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge « (1910), Roman in Tagebuch-Form von Rainer Maria Rilke

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Zitat aus dem Gedicht »In Karnak war’s« aus Rilkes Zyklus »Aus dem Nachlaß des Grafen C.W.«: »In Karnak wars. Wir waren hingeritten[/] Hélène und ich, nach eiligem dîner.« (Erstdruck im »Insel-Almanach«1923; Rilke 1996, 174f.)

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Kofler zeichnet André Heller (s. Eintrag ›André Heller‹) als Erlöserfigur: »Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solcher ist das Reich Gottes.« (Lukas 18, 16) Zwischen 1983 und 1986 inszenierte Heller diverse Freiluftaufführungen mit Feuer und Ballons (etwa 1983 »Theater des Feuers« in Lissabon, 1984 »Feuertheater mit Klangwolke« vor dem Berliner Reichstag, 1986 »Himmelszeichen« genannte Heißluftballon-Skulpturen).

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Eventuell eine Anspielung auf Rilkes Gedicht »Damen-Bildnis aus den Achziger Jahren«: »daß man etwas erst in die Schatullen [/]legen dürfte, um sich im Geruch [/] von Erinnerungen einzulullen«. (Rilke 1908, 94).

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In der Forschung ist von einer Grimm’schen Redaktion des »Kärntischen Wörterbuch«»s «nicht die Rede; Ingo Reiffenstein (Reiffenstein 1993, 85) erwähnt nur das briefliche Lob Jacob Grimms für das Wörterbuch. Lexer arbeitete ab 1881 am »Deutschen Wörterbuch« mit (N–Quurren, T–Tölp), das war allerdings lange nach Jacob Grimms Tod 1863. (vgl. Schlaefer 1993)

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Abwandlung eines Zitats aus dem historischen Roman »Elisabeth Wandscherer, die Königin« von Joseph von Lauff (1855–1933): »Die Stadt lag ihm zu Füßen, und in Kraft seines Willens sandte er [der »König des neuen Jerusalem«] noch in selbiger Stunde seine Apostel nach allen Seiten der Windrose, um die neue Lehre auch in die äußersten Ecken seines ihm vorschwebenden Reiches zu tragen. Nach Soest oder der Mittagsgegend zu: Joachim Kosser, den Weber, Philippus Butendick, Lorenz Vischer und Thyß Ummegrove.« (Lauff 1931, 153) Dieser 1931 erschienene Roman handelt von den Wiedertäufern im Münsterland, vom sogenannten »Täuferreich von Münster« im 16. Jahrhundert. Lauff war ein zu Lebzeiten vor allem im deutschnationalen Lager vielgelesener Autor, der mit bis zu zwei veröffentlichten Trivialromanen pro Jahr die Geschichte seiner niederrheinischen Heimat behandelte.

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Die Herkunft des Adjektivs »entrisch« führt Lexer nicht aus, Kofler kombiniert und paraphrasiert hier Lexers Ausführungen zum Lexem »ent«. Den Bezug zu »ante« sieht Lexer nicht bei »entrisch«, sondern bei »entern« (Furcht empfinden) (Lexer 1862, Sp. 86).

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Anspielung auf das Grimm-Märchen »Der Teufel Grünrock« (s. Eintrag ›nicht der Grüne‹).

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»Der Meineidbauer«: Volksstück von Ludwig Anzengruber (Uraufführung 1871)

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Im Grimm-Märchen »Herr Korbes« machen ein Hühnchen und ein Hähnchen eine Reise mit einem Wagen, vor den sie vier Mäuse spannen: »Nicht lange, so begegnete ihnen eine Katze, die sprach: ,Wo wollt ihr hin?‘ Hähnchen antwortete: ,Als hinaus [/]nach des Herrn Korbes seinem Haus‘« (Grimm 1980, 223). Die Katze steigt zu, ebenso des Weiteren ein Mühlstein, ein Ei, eine Ente, eine Stecknadel und eine Nähnadel. Alle verstecken sich, als sie Herrn Korbesnicht anwesend finden, im Haus. Als Korbes zurückkommt, wirft ihm die Katze Asche ins Gesicht, sticht ihn die Nähnadel im Polster usw., bis den aus dem Haus fliehenden Mann schließlich der Mühlstein erschlägt, der über der Tür lag. Ab der 6. Auflage von 1850 wurde den vorher abrupt endenden, willkürlich erscheinenden Gewalttaten ein Satz angefügt: »Der Herr Korbes muß ein recht böser Mann gewesen sein« (Grimm 1980, 224).

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Franz Josef Murau: Protagonist in Thomas Bernhards Roman »Auslöschung«

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Anspielung auf den Schriftsteller Robert Schneider (* 1961) und seinen Roman »Schlafes Bruder« (1992). Der in 36 Sprachen übersetzte Bestseller hat einen Sonderling im Vorarlberg der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Protagonisten. Dieser Elias Alder ist mit übersinnlichem Gehörsinn und großem musikalischem Talent ausgestattet, aus unglücklicher Liebe beschließt er, seinem Leben durch Schlafentzug ein Ende zu setzen.

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Alfred Brendel (* 1931), wuchs in Kroatien und in Graz auf, Klavier- und Kompositionsstudium in Graz und Wien. Brendel beschäftigte sich immer wieder eingehend mit Schuberts Klavierwerk, aus den Jahren 1987/88 stammt eine Schallplattenaufnahme sämtlicher Sonaten. Der Kritiker Joachim Kaiser schrieb bereits 1972, dass Brendel Schubert »nicht als späten Wiener Klassiker ,historisch‘ versteht, sondern ihn aufbricht«. (Kaiser 1972, 204)

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Georg Hauptfeld (* 1954), Studium der Geschichte und Publizistik in Wien, Abschluss am Institut für österreichische Geschichtsforschung, Lektor und dann Verlagsleiter bei den Verlagen Löcker, Böhlau, Bohmann, Ueberreuter, 1993 eigene Textdesignfirma, 2014 Gründung des Verlags »Edition Konturen«. Hauptfeld, ein Freund Elfriede Jelineks, war mit Koflernur entfernt bekannt.

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Obwohl die Schriftstellerin Ilse Tielsch (* 1929, geb. Felzmann) seit 1948 in Wien lebt, wird ihr immer wieder ein starker Bezug zu Niederösterreich nachgesagt – begründet wahrscheinlich im Umstand, dass sie zu den Mitbegründern des »Literaturkreises Podium« gehört, der sich 1970 in der Wienerwaldgemeinde Neulengbach konstituierte und der es sich zur Aufgabe macht, für Niederösterreich eine eigene Literaturplattform zu schaffen.

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Beginn der vierten Strophe der »Abendphantasie« (1799) von Friedrich Hölderlin; Kofler zitiert mehrfach daraus, u.a. s. Eintrag ›Vor seiner Hütte‹s. Eintrag ›Wie verscheucht‹.

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Michael Köhlmeier (* 1949), österr. Schriftsteller mit Wohnsitz in Vorarlberg

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Beginn der 3. Strophe von Friedrich Hölderlins »Abendphantasie«: »Wohin denn ich? Es leben die Sterblichen [/] Von Lohn und Arbeit; wechselnd in Müh’ und Ruh’ [/] Ist alles freudig; warum schläft denn [/] Nimmer nur mir in der Brust der Stachel?« (Hölderlin 1992, 230) Zugleich Titel eines 1963 erschienenen Bandes mit autobiografischen und theoretischen Reflexionen der Lyrikerin Marie Luise Kaschnitz. (vgl. Kaschnitz 1963)

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Reinhold Bilgeri (* 1950), österr. Musiker und Schriftsteller, mit Michael Köhlmeier gründete er 1972 das Kabarett-Musik-Duo »Bilgeri & Köhlmeier«.

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»Alte Meister. Eine Komödie« (1985): Roman von Thomas Bernhard

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Reinhard Priessnitz (1945–1985), österr. Dichter

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»Buddenbrooks. Verfall einer Familie« (1901), Roman von Thomas Mann (1875–1955)

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Rolf Michaelisbetitelt seine Rezension zu Thomas Bernhards »Auslöschung«mit »Vernichtungsjubel«und betont darin mehrfach die sprachlichen Strategien des Vernichtens: »Hier soll Erzählen einmal nicht nur etwas retten, für die Vergangenheit aufbewahren, sondern im Erzählen, im atemlos wütenden Reden vor allem vernichten, kaputtmachen, auslöschen.« (Michaelis 1986)

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Thomas Bernhards Stil wird mit diesem Begriff charakterisiert, vgl. etwa: »Eine Prosa, die von Tiraden und Schimpfkanonaden gekennzeichnet ist, wird im Ausland längst als bernhardesk rezipiert; in Österreich ist diese besondere Art des Räsonierens nichts Außergewöhnliches« (Betz 2003, 76).

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Abgewandeltes Zitat der Figur Reger aus »Alte Meister«: »Wohin immer wir heute in diesem Land schauen, wir schauen in eine Senkgrube der Lächerlichkeit« ( Bernhard 2008 , 76). Bernhard zitiert diese Metapher im September 1985 in einer »Erwiderung« der kurz davor getätigten öffentlichen Aussage des damaligen Finanzministers Franz Vranitzky, dass Bernhards Theaterstück »Der Theatermacher«, das Österreich-Beschimpfungen enthalte, mit Steuergeldern finanziert sei: »Der Herr Vranitzky ist [...] genau einer von jenen dubiosen Nadelstreifsozialisten à la Kreisky, die unseren österreichischen Staat als die Zweite Republik dorthin gebracht haben, wo er heute ist, in der Senkgrube der Lächerlichkeit ( Alte Meister!), an seinem Ende.« (Bernhard 1985b)

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Zitat aus Bernhards »Alte Meister«: »An jedem Morgen steigt uns die Schamröte ins Gesicht vor soviel Lächerlichkeit, mein lieber Atzbacher, das ist die Wahrheit.« (Bernhard 2008, 76)

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Der Kritiker Rolf Michaelis (1933–2013) wurde nach seiner leitenden Tätigkeit bei der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«1973 Leiter des Literaturteils der Wochenzeitung »Die Zeit«, 1985–1998 war er dort Feuilletonredakteur.

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/Zeitschrift

Kofler meint wahrscheinlich den Germanisten Peter Demetz (* 1922 in Prag), der ab 1974 für die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« rezensierte.

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/Zeitschrift

Zitat aus Thomas Bernhards »Alte Meister«: »Sie leben in einer durch und durch lächerlichen und in Wirklichkeit verkommenen Welt, sagte er« (Bernhard 2008, 76).

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Vinzenz Ludwig Ostry (1897–1977), österr. Journalist. Neben seiner Tätigkeit für verschiedene Tageszeitungen bzw. die »Austria Presse Agentur« hatte er eine beliebte samstägliche Radiokolumne, in der er das Weltgeschehen kommentierte (»Man steht am Fenster«).

PersonAutorIn/JournalistInMedienFilm/Fernsehen/Radio

Abgewandeltes Zitat aus Ovids »Metamorphosen«: »Seine Form blieb keinem erhalten« (Ovid 1996, 7) Ransmayrs Protagonist Cotta findet diese Worte in »Die letzte Welt« auf der Suche nach Ovid: »Die Steine kollerten einige […] Stufen hinab, und Cotta las: Keinem bleibt seine Gestalt.« (Ransmayr 1988, 15)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Weiteres Zitat aus Michaelis’ Bernhard-Rezension: »In diesen in Vernichtungswut kreisenden, sich aufschichtenden Sätzen ist – erstem Anschein entgegen – kein Wort zuviel und jeder Hinweis wichtig« (Michaelis 1986).

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Zitat aus Thomas Bernhards »Alte Meister«: »Die ganze Welt ist heute eine lächerliche und DAZU ZUTIEFST peinliche und kitschige, das ist die Wahrheit« (Bernhard 2008, 80).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Hermann Hesse (1877–1962), deutscher Schriftsteller. Im Tessin ging er seinem Hobby, der Plein-air-Malerei, nach und trug dabei Hut. Er kenne, schreibt Hesse, von seinen malenden Streifzügen die Gegend wie kein anderer, »[d]azu ist der Maler mit dem Strohhut da, mit seinem Rucksack und seinem kleinen Klappstuhl>« (Unseld 1973, 84).

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Variation des »Einheitsfrontlieds« von Bertolt Brecht, einem der bekanntesten Lieder der deutschen Arbeiterbewegung (Musik: Hanns Eisler), entstanden 1934. Die ersten beiden Strophen beginnen jeweils mit »Und weil der Mensch ein Mensch ist«; Brecht variiert den Vers in der dritten Strophe: »Und weil der Prolet ein Prolet ist [/] Drum wird ihn kein andrer befrein.« (Brecht 1988b, 26)

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Rolf Michaelis schreibt in seiner Rezension von » Thomas Bernhards Kunst der Fuge« (Michaelis 1986). Die Kunst der Fuge ist ein Zyklus von Fugen und Kanons von Johann Sebastian Bach (1685–1750), Erstdruck 1751.

PersonAutorIn/JournalistInMusikerIn

Kofler bezieht sich hier auf die Besprechung von Thomas Bernhards »Der Untergeher«»«von Peter Demetz (s. Eintrag ›Peter Demetz‹) in der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« und deren Untertitel: »Thomas Bernhard schreibt sich energisch und unbeirrt in die Weltliteratur hinein«. (Demetz 1983) Demetz nützt die Rezension zu einem Rundblick auf das Œuvre, dessen Wiederholungen und in seinen Augen schematisches Figureninventar er durchaus kritisch sieht, das er jedoch mit dem »Untergeher« und seinen Vorgängern »Die Billigesser«und »Wittgensteins Neffe« auf dem unbeirrbaren Weg in die Weltliteratur sieht.

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

»Zeichen« und »Bedeutung« sind zwei Begriffe, die in ihrer Beziehung zueinander zentral sind für den linguistischen Strukturalismus: Nach dessen Begründer, Ferdinand de Saussure (1857–1913), kommt einem Zeichen keine Bedeutung aus sich heraus zu, Bedeutung ist vielmehr ein Effekt der Verwendung der Zeichen durch die Sprachgemeinschaft. Sprache als ein System von Zeichen setzt sich laut de Saussure aus zwei Komponenten zusammen: dem Ausdruck (»signifikant«) und dem Inhalt (»signifié«), d.h. einer Lautgestalt und einer Bedeutungsvorstellung. (vgl. Nünning 2004, 634)

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Jean-Baptiste Grenouille: Protagonist des Bestsellers »Das Parfum. Die Geschichte eines Mörders« (1985). Der im Paris des 18. Jahrhunderts angesiedelte Roman von Patrick Süskind (s. Eintrag ›Süskind-Syndrom‹) erzählt die Geschichte eines Parfumeurs mit außergewöhnlichem Geruchssinn.

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Variiertes Zitat aus Süskinds »Das Parfum«: »Es stanken die Flüsse, es stanken die Plätze, es stanken die Kirchen, es stank unter den Brücken und in den Palästen.« (Süskind 1985, 6)

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Variiertes Zitat aus Süskinds »Das Parfum«: »Es stanken die Straßen nach Mist, es stanken die Hinterhöfe nach Urin, es stanken die Treppenhäuser nach fauligem Holz und nach Rattendreck, die Küchen nach verdorbenem Kohl und Hammelfett; die ungelüfteten Stuben stanken nach muffigem Staub, die Schlafzimmer nach fettigen Laken, nach feuchten Federbetten und nach dem stechend süßen Duft der Nachttöpfe. Aus den Kaminen stank der Schwefel, aus den Gerbereien stanken die ätzenden Laugen, aus den Schlachthöfen stank das geronnene Blut. Die Menschen stanken nach Schweiß und nach ungewaschenen Kleidern; aus dem Mund stanken sie nach verrotteten Zähnen […]« (Süskind 1985, 5–6).

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Mögliche Anspielung auf den ersten Satz von Adalbert Stifters 1857 erschienenem Roman »Der Nachsommer«: »Mein Vater war ein Kaufmann.« (Stifter 1977, 7)

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Variiertes Zitat aus Süskinds »Das Parfum«: »Der Bauer stank wie der Priester, der Handwerksgeselle wie die Meistersfrau, es stank der gesamte Adel [...]« (Süskind 1985, 6).

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Variiertes Zitat aus »Das Urteil« (1913) von Franz Kafka: »Aber den Vater muß glücklicherweise niemand lehren, den Sohn zu durchschauen.« (Kafka 1994, 56)

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Wörtliches Zitat aus Süskinds »Das Parfum«: »Die Luft war schwer vom süßen Schweißgeruch der Lust [...]« (Süskind 1985, 303).

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Friedrich Frosch verfasste für die Wiener Wochenzeitung »Falter« eine Rezension zu »Am Schreibtisch, « in der er »die obligaten Kalauer Drittes Reich und Zweite Republik« kritisiert. (vgl. Frosch 1988)

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Bezug zur Rezension Peter O. Chotjewitz’ von Koflers »Am Schreibtisch «in der »Deutschen Volkszeitung«, in der er einigen Passagen den Rang »literarischer Kabinettstückchen« zugesteht (Chotjewitz 1989)

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/Zeitschrift

Variiertes Zitat aus Süskinds »Das Parfum«: »Männer stolperten mit irren Blicken durch das Feld von geilem aufgespreiztem Fleisch […] kopulierten in unmöglichster Stellung und Paarung, Greis mit Jungfrau, Taglöhner mit Advokatengattin, Lehrbub mit Nonne, Jesuit mit Freimaurerin, alles durcheinander, wie’s gerade kam« (Süskind 1985, 303).

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Anspielung auf die ORF-Fernsehserie »Mütter« (ab 1982), in der die Journalistin Hermi Löbl mit Müttern und ihren Kindern sprach, überwiegend bekannten Persönlichkeiten aus dem Kulturbetrieb, etwa aus prominenten Schauspielerfamilien (Schell, Hörbiger, Sochor/Manker). Ein Teil der Gespräche wurde in Buchform veröffentlicht – etwa jenes mit André Heller (s. Eintrag ›André Heller‹) und seiner Mutter, das im Frühjahr 1988 stattfand und auf das sich Kofler in der folgenden Passage mehrfach bezieht. (vgl. Löbl 1990)

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Kofler bezieht sich auf ein Porträt anlässlich des Erscheinens von »Hotel Mordschein «in der Zeitschrift »profil«; Ruth Rybarski schreibt in Bezug auf »Am Schreibtisch«: »In genialen Worttiraden kultiviert er die Feinderlwirtschaft«. (Rybarski 1989, 116)

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Mutter André Hellers (1914-2018)

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Anspielung auf die Rezension Renate Miehes von »Hotel Mordschein «in der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« , der sie – Koflers Selbst-Etikettierungen aus dem Roman zitierend – den Titel »Hohe Schule der Anspielung« gab. (vgl. Miehe 1989)

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Kofler meint hier möglicherweise nicht nur das englische Wort für Verlierer, sondern dürfte auch auf Andreas Loser, Protagonist in Peter Handkes Roman »Der Chinese des Schmerzes« (1983), anspielen.

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Anspielung auf den KlagenfurterIngeborg-Bachmann-Preis, der zur Zeit der Abfassung von »Ida H«. – 1977 – zum ersten Mal ausgetragen wurde.

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Anton Thuswaldner (* 1956), Germanist, Literaturkritiker. Er verfasste Rezensionen von »Am Schreibtisch «sowie »Der Hirt auf dem Felsen« für die »Salzburger Nachrichten«. Der Begriff »Exilgailtaler« bezieht sich, ev. einer Verwechslung aufsitzend, auf seinen Onkel, Werner Thuswaldner (* 1942), der in Kötschach-Mauthen geboren wurde und das Kulturressort der »Salzburger Nachrichten «ein Vierteljahrhundert leitete.

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/Zeitschrift

Naglist der Name des Protagonisten in Gerhard Roths Roman »Winterreise« (1978), der seinen Lehrerberuf aufgibt und sich mit seiner Freundin Annaauf eine Italienreise macht. In Koflers »Aus der Wildnis« spielt die »Winterreise« eine stärkere Rolle, u.a. persifliert Kofler eine Sexszene aus dem Roman (s. Eintrag ›Winters Reiseabenteuer‹).

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Der Wiener Rechtsanwalt Alfred Boran vertrat den Privatkläger Michael Jeannée in der Rechtssache der Klage wegen übler Nachrede.

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Figur in der Oper »Der Rosenkavalier. Komödie für Musik« (op. 59) von Richard Strauss, Libretto von Hugo von Hofmannsthal, Uraufführung 1911

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»In der Maske des Narren tut er wie ein Berserker«: Titel der Besprechung Thuswaldners von »Der Hirt auf dem Felsen « (vgl. Thuswaldner 1989)

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Nach dem Ersten Weltkrieg bezieht Elisabeth Heller das Haus in Hietzing, eine von Adolf Loos umgebaute Villa. »Mein Großvater Scholdan hat sie meiner Mutter geschenkt, damit wir auch in der Stadt in guter Luft aufwachsen können«. (von Mersi 2014) Im Gespräch mit Hermi Löbl 1988 erwähnt sie, dass sie ihrem Sohn das Haus überlassen habe. (vgl. Löbl 1990, 90)

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Michael Schrott (* 1949), österreichischer Radiojournalist, ab 1984 u.a. für Ö1; seine erfolgreichste und mit Preisen ausgezeichnete Produktion war die 1986 in der »Ö3-Musicbox« ausgestrahlte 50-teilige Radioserie »Italienische Reisen – Goethe 1786 – Schrott 1986«

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Getauft wurde André Heller 1947 auf die Namen Francis Charles Georges Jean André, sein Rufname war Franz. (vgl. Weinzierl 2012) Zu Beginn seiner Karriere Ende der 1960er Jahre wählte er seinen letzten Vornamen als Künstlernamen.

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Der 1956 von Wolfgang Schaffler in Salzburg gegründete Residenz-Verlag stieg Ende der 1960er Jahre zu Österreichs führendem Literaturverlag auf, u.a. mit H.C. Artmann, Peter Rosei, Peter Handke und Thomas Bernhard als Autoren.

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Abgewandeltes Zitat aus Becketts Roman »Molloy«, s. Eintrag ›Eine Praxis ist so gut wie die andere‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Die für den Protagonisten in Heller s (autobiografischem) Roman »Schattentaucher« neben Lissabon wichtigste Gegend ist das »Salzkammergut mit seinem Allerheiligsten, einem am Schnittpunkt zwischen Nord- und Westufer des Wolfgang- oder Abersees gelegenen Flecken Brunnwinkel. Er gehörte zum Markt St. Gilgen, wo Ferdinand als unfreiwilliger Ballast für Mutters Leichtlebigkeit den Großteil seiner Kindheitssommer verbracht hatte« (Heller 2003, 75).

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Guido Baumann (1926–1992), Schweizer Journalist, populärer Mitwirkender am Fernsehquiz »Was bin ich?« (s. Eintrag ›Robert Lembke‹) sowie Moderator der Unterhaltungssendung »Sag die Wahrheit« (1959–1971; vgl. Kronen-Zeitung, »Kandidat Nummer 19«, 16. 9. 1976, 17)

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»Am 31. Juli 1890 erkletterte Purtscheller den Hauptgipfel«. (Böhm/Noßberger 1925, 142) Ludwig Purtscheller (1849–1900), österreichischer Bergsteiger, Tätigkeit in einem Kärntner Bergwerksunternehmen, ab 1874 Turnlehrer in Salzburg. Gemeinsam mit Heinrich Heß und den Gebrüdern Zsigmondy zahlreiche Erstbegehungen in den Ostalpen. 1889 gelang ihm gemeinsam mit dem deutschen Geographen Hans Meyer die Erstbesteigung des Kilimandscharo. Purtschellers Reise- und Bergführer erreichten zahlreiche Auflagen.

TopographieBergPersonAutorIn/JournalistIn

Zusammen mit »Schwarzfriedrich« alter Name des Georgskopfs in der Schobergruppe, (vgl. Böhm/Noßberger 1925, 142) bei Purtscheller nur diese Bezeichnung (vgl. Purtscheller 1891, 326–330).

TopographieBergPersonAutorIn/JournalistIn

Sir Gregory und Mr. Longvale sind Figuren in dem Roman »Der Rächer« von Edgar Wallace (s. Eintrag ›Edgar Wallace‹).

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Der Schweizer Schriftsteller Hermann Burger (s. Eintrag ›Wasserfallfinsternis‹) setzte sich im Oktober 1985 in einem Artikel für die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« kritisch mit Koflers Roman »Konkurrenz « auseinander. Nachdem Ulrich Weinzierl im März des Jahres das Werk positiv besprochen hatte (vgl. Weinzierl 1985), hebt Burger zu einer Fundamentalkritik an: Das Juristendeutsch sei naiv nachgebildet, die Spannung sabotiert, Klischee folge auf Klischee, Kofler habe sich »hoffnungslos verrannt«, der Roman strotze vor Geschmacklosigkeiten. Der Artikel ist nicht als »kritische Anmerkung« ausgewiesen, Burger spricht einmal von der »Quintessenz meiner Kritik« am Roman (Burger 1985).

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/Zeitschrift

Abu Seïf (arab. »Vater des Säbels«), Figur aus Karl Mays Abenteuerroman »Durch die Wüste« (1892), Anführer einer Seeräuberbande am Roten Meer

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Im Interview mit Hermi Löbl spricht André Heller (s. Eintrag ›André Heller‹) von der »Kardinalsbesessenheit« seines Vaters, er habe in seinem Sohn einen zukünftigen Kardinal gesehen. Sein Vater habe einen Tischler »beauftragt, mir einen Altar zu zimmern, […] und hat mir von der Hausschneiderin ein paar Bischofs- und Kardinalsutensilien verfertigen lassen«. (Löbl 1990, 79)

PersonAutorIn/JournalistInMedien

Kanada Bill (eigentl. William Jones, 1837–1877), aus England stammender legendärer Trickbetrüger und Falschspieler in den USA und Kanada. Karl May schrieb zwei Erzählungen mit Episoden aus Jones’ Leben: »Ein Self-man« (1878) und »Three carde monte« (1879).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

André Heller (* 1947), österr. Sänger, Liedermacher, Künstler, Autor, Kulturmanager; in den 1970er Jahren vor allem als Sänger und Liedermacher tätig, als 25-Jähriger gestaltete er im Fernsehen seinen eigenen Nachruf (»Wer war André Heller?«, 1972). In den 1980er Jahren machte er mit Großevents wie dem »Theater des Feuers« (1983), dem »Sturz durch Träume«, einem »Feuerspektakel« vor 650.000 zahlenden Zuschauern (1984), oder den Heißluftballon-Skulpturen »Himmelszeichen« (1986) von sich reden. Nicht zuletzt durch diese Inszenierungen wurde er zu einer zentralen Figur der Kofler’schen Satire (s. u.a. Eintrag ›ihres Sohnes Franz‹, Eintrag ›Body and Soul‹ oder Eintrag ›lasset‹). In die »Auswahl« aus der Kandidatenliste der »Kronen-Zeitung« montiert Kofler auch Namen hinein, die, wie Heller, nicht nominiert waren.

PersonAutorIn/JournalistInMedienFilm/Fernsehen/RadioZeitung/Zeitschrift

»Der stumme Frühling« (im Original: »Silent Spring« , 1962): Sachbuchbestseller der Biologin Rachel Carson (1907–1964), die darin den Einsatz von Pestiziden scharf kritisiert. Das Buch gilt als ein Auslöser der amerikanischen Umweltbewegung und als Klassiker der ökologischen Literatur.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Zitat aus André Hellers »Schattentaucher«: »Auf dem oberen Lid des rechten Auges fehlten Ferdinand einige Wimpern. [...] Er empfand die geringfügige Verunstaltung als eine Art Denkmal für seine Internatszeit […]« (Heller 2003, 192).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Die angeblich der Regionalzeitung entnommene Namenserklärung (ein Beleg im »Osttiroler Boten« konnte nicht nachgewiesen werden) entspricht nicht wissenschaftlichen Erkenntnissen. Eva-Maria Pyrker (Pyrker 1971) fasst die Überlieferungen und die wissenschaftlichen Deutungsversuche des Namens »Venediger« zusammen. Für sie kommt ein Bezug zu den »Welschen« oder »Wenden« etymologisch nicht in Frage. Sie leitet ihn von der spätmittelalterlichen/frühneuzeitlichen Bezeichnung für die Venedig und Oberitalien besuchenden süddeutschen Kaufleute her, der Felber Tauern zwischen Osttirol und dem Pinzgau sei eine wichtige Handelsroute gewesen.

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/Zeitschrift

Die Klimazonentheorie erklärt die Diversität des Verhaltens der Menschen in verschiedenen Erdregionen damit, dass das Klima über seine Einwohner bestimme. In Hellers Roman »Schattentaucher« wird behauptet, dass »der Einfluß der Temperatur auf den Lauf der Dinge unerforscht sei« und es einen Zusammenhang zwischen bestimmten theoretischen Entwürfen, Welterklärungen oder Religionen und dem Klima gebe (Heller 2003, 72f.).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

s. Eintrag ›Süskind-Syndrom‹

PersonAutorIn/JournalistInMedien

Utta Danella (1924–2015), deutsche Unterhaltungsschriftstellerin (bürgerl. Name: Utta Denneler), die Gesamtauflage ihrer Bücher wird auf 70 Millionen geschätzt. Seit 2000 werden ihre Bücher von der ARD in einer nach der Autorin benannten Reihe verfilmt.

PersonAutorIn/JournalistIn

In der Erzählung »Lenz« (postum 1839) schildert Georg Büchner einen kurzen Ausschnitt aus dem Leben des Dichters Jakob Michael Reinhold Lenz (1751–1792), seinen Aufenthalt »im Gebirg«, im Steintal (Vogesen), bei Pfarrer Oberlin.Der Text hat einen der bekanntesten Anfänge der deutschsprachigen Literatur: »Den 20. ging Lenz durch’s Gebirg.« (Büchner 1986, 5) Lenz gehört zu den von Kofler geschätzten Außenseitern.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Der Lokalhistoriker August Walzl schildert die Vorkommnisse Anfang Mai 1945 folgendermaßen: Die britischen Angriffseinheiten seien erst nach der deutschen Kapitulation in Villach eingerückt, ihnen seien »Gruppen der Royal Engineers und des Royal Corps of Signals gemeinsam mit den ersten Verwaltungsgruppen« gefolgt – letzteren habe sich der spätere Bürgermeister »Viktor Petschnik als Führer des schon bestehenden kommissarischen Stadtrates« vorgestellt (Walzl 2005, 14).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInEreignis

Heinz Prüller (* 1941), österr. Sportjournalist; ab 1965 moderierte er Ski- und Formel-1-Rennen für den ORF (vgl. Kronen-Zeitung, »Kandidat Nummer 32«, 19. 9. 1976, 15).

PersonAutorIn/JournalistIn

1983 realisierte Heller (s. Eintrag ›André Heller‹) in Lissabon als Abschluss seiner so genannten »Trilogie der Wunder« nach dem Vorbild barocker Licht- und Farbspiele ein Groß-Feuerwerk. Zwischen 1986 und 1990 ließ er Heißluftballon-Skulpturen, die er »Himmelszeichen« nannte, über Städten schweben.

PersonAutorIn/JournalistInMedien

Zitat aus André Hellers»Schattentaucher« (1987): »,Jeder von uns hat eine verschleppte Kränk.‘ ,Eine was?‘ fragte Ferdinand. ,Eine verschleppte Kränk. Eine Sehnsucht, die einen traurig macht. Etwas, das hätte sein sollen, aber nicht hat sollen sein‘« (Heller 2003, 6).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Drachenfisch«, »Mond« und »Traumstation« waren so genannte »Flugskulpturen« André Hellers, riesige Ballons in Form von Phantasiefiguren.

PersonAutorIn/JournalistIn

Roman des irischen Schriftstellers Flann O’Brien (1911–1966), Originaltitel »At Swim-Two-Birds «(1939). Kofler zieht den Titel der deutschsprachigen Ausgabe von 1989 (»In Schwimmen-Zwei-Vögel oder Sweeny auf den Bäumen«) heran, die erste Übersetzung trug den Titel »Zwei Vögel beim Schwimmen« (1978).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Erster Roman von André Heller (1987)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Friedrich Torberg (1908–1979), österr. Schriftsteller, sein Buch »Die Tante Jolesch« (1975), eine Sammlung Wienerischer Anekdoten, verhalf ihm zu Popularität, er war zudem der Übersetzer der zeitgenössischen Bestseller von Ephraim Kishon. Torberg war kein Kandidat für den »Hans-Moser-Fernsehpreis«.

PersonAutorIn/JournalistInSchauspielerIn/RegisseurInZitate

Abgewandeltes Zitat aus André Hellers »Schattentaucher«, in dem den Protagonisten während der Zeit im Internat »Furunkel, Abszesse und Gerstenkörner aller Art und Größe« quälen. »Sein Blut war damals vergiftet von Heimweh und Angst, und auch die zahllosen nächtlichen Gebete zu Maria, der mater admirabilis, konnten es nicht reinigen.« (Heller 2003, 192) Der Ehrentitel »Mater Ter Admirabilis« (»Dreimal wunderbare Mutter«) für die Gottesmutter Maria wurde 1604 vom Jesuitenpater Jakob Rem geprägt.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Die Formulierung »Grand Hotel Abgrund« prägte Georg Lukács, s. Eintrag ›Hotel Abgrund‹

PersonAutorIn/JournalistInMedien

Paraphrase einer Passage inHellers »Schattentaucher«, in der der Protagonist schildert, wie unangenehm es ihm gewesen sei, die Mutter mit fremden Verehrern beim Tanz zu sehen.»Einmal habe ich geschrien ,Dreckstück du!‘ und ,Mutter, hör auf! Laß dich nicht anfassen, deine Haut ist heilig, der Sonne gehört sie und Papa und mir!‘« (Heller 2003, 202)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Karl May schrieb 1888 für die Knabenzeitung »Der gute Kamerad« die Erzählung »Der Geist des Llano Estacado«. Darin treibt eine Bande, die »Die Geier« genannt wird, ihr Unwesen. Zwei Jahre später wurde die Erzählung gemeinsam mit »Der Sohn des Bärenjägers« (1887) mit geringen Änderungen zum ersten »Jugendroman« Mays zusammengeführt (»Unter Geiern«). »Unter Geiern« wurde 1964 mit angepasstem Drehbuch und in der bekannten Besetzung mit Pierre Brice als Winnetou verfilmt.

PersonAutorIn/JournalistInSchauspielerIn/RegisseurInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Kofler bezieht sich hier auf das »Sprechstück« »Hilferufe« von Peter Handke (UA 1967), in dem »das bedürfnis nach hilfe, losgelöst von einer bestimmten, wirklichen lage, akustisch den zuhörern« vorgespielt werden soll. Das Auffinden des Wortes »Hilfe« bzw. sein Aussprechen sei dabei der wichtigste Schritt für die Sprecher: »wenn sie dann aber endlich das wort hilfe gefunden haben, haben sie keine hilfe mehr nötig« (Handke 1972, 91). Finden die Sprecher in Handkes kurzem Stück das Wort »Hilfe« erst am Schluss, baut Kofler statt Handkes »Nein«, das er auf die jeweiligen »Versuche«, Hilfe zu finden, in immer kürzen Abständen stakkatoartig antworten lässt, die Hilferufe ein.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Elisabeth Heller erzählt im Interview mit Hermi Löbl, dass ihr Sohn sie nicht besuche, sondern stets sie ihn, aber: »Am Muttertag kommt er immer. Jedes Jahr, da hat er noch nie vergessen« (Löbl 1990, 91).

PersonAutorIn/JournalistIn

Anspielung auf die Süßwarenfabrik von André Hellers Eltern (s. Eintrag ›André Heller‹)

PersonAutorIn/JournalistInMedien

»Landvermesser« verweist auf den Protagonisten in Kafkas Roman »Das Schloß.« (vgl. Kafka 1982, 7)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Abgewandeltes Zitat aus dem »Steyrischen Hausmärchen« »Der tapfere Soldat«, das der Grazer Volkskundler Viktor Geramb in seine »Kinder- und Hausmärchen der Steiermark« (1942) aufnahm: »Es war einmal ein Schloß, in dem es nicht geheuer war. Unter diesem Schloß stand ein Wirtshaus.« (Geramb 1980, 94)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Fritz Teufel (1943–2010) und Rainer Langhans (* 1940) waren Gründer der »Kommune I«, die ab 1967 aus der Studentenbewegung und als Gegenmodell zur bürgerlichen Kleinfamilie entstand. Die Kommunarden lebten in unterschiedlichen Wohnungen in Berlin, u.a. in den leerstehenden Wohnungen von Hans Magnus Enzensberger und Uwe Johnson. Beteiligungen an politischen Aktionen (gegen konservative Gesellschaftsbedingungen, gegen den Vietnam-Krieg, etc.) in den 1960er Jahren, auch im Umfeld von Andreas Baader und Gudrun Ensslin, die 1970 gemeinsam mit Ulrike Meinhof die linksextremistische terroristische Vereinigung Rote Armee Fraktion (RAF) gründeten.

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TopographieOrtschaftPersonPolitikerInAutorIn/JournalistInMedien

Ottokar Kernstock (1848–1928), Priester, deutschnational eingestellter Heimatdichter, Text der österreichischen Bundeshymne 1930–1938, berühmt-berüchtigt für sein »Hakenkreuzlied« (1923).

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PersonAutorIn/JournalistInZitate

Name einer Protagonistin in Kafkas »Das Schloß«

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Alfred Döblin (1878–1957), deutscher Schriftsteller, 1929 erschien sein Großstadtroman »Berlin Alexanderplatz«. Im einem Brief an seinen Lektor Delf Schmidt schreibt Kofler über »Am Schreibtisch« als »eine Art Überleitung, Vorformen zum dritten Buch (meinem Ulysses, meinem ALEXANDERPLATZ – ein 200-Seiten-Werk zeichnet sich ab« (Amann 2000, 188f.)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Reinhold Messner (* 1944), Südtiroler Bergsteiger und Autor, die von Kofler erwähnte Ortschaft Naturns im Vintschgau ist Messners Wohnsitz, dort kaufte er 1983 Schloss Juval.

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TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInMedien

Albert Ehrenstein (1886–1950), Lyriker und Erzähler, Sohn jüdisch-ungarischer Eltern, verfolgt, emigriert, Kontakt zu Vertretern des Expressionismus wie Werfel, Benn, Lasker-Schüler; publizierte u.a. in Karl Kraus’ »Fackel«

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/Zeitschrift

Franz Josef Hödlmoser: Protagonist in Reinhard P. Grubers »Anti-Heimatroman« »Aus dem Leben Hödlmosers. Ein steirischer Roman mit Regie« (1973): »und dann trinkt er zum frühstück 2 krügel most« (Gruber 1999, 25)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Die Abkürzung steht für Norbert Gstrein (* 1961), österreichischer Schriftsteller, wuchs im hinteren Ötztal auf.

PersonAutorIn/JournalistIn

Österreichischer Operettenfilm (1934), typisches Beispiel des so genannten Wiener Films, der in den 1930er Jahren seine Hochphase erlebte, Elemente der Genres Komödie, Liebesfilm, Melodram und Historienfilm verquickte und das historische Wien als Schauplatz der Handlung inszenierte. Regie führte Willi Forst, der gemeinsam mit Walter Reisch auch das Drehbuch verfasst, für die weibliche Hauptrolle wählte ForstPaula Wessely, die hier erstmals vor der Kamera stand.

PersonSchauspielerIn/RegisseurInAutorIn/JournalistInMedienFilm/Fernsehen/Radio

Anton Prestele (* 1949), deutscher Komponist, vertonte Grubers »Heimatlos – eine steirische Wirtshausoper in einem Rausch« (Uraufführung beim »steirischen herbst «1985).

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PersonMusikerInAutorIn/JournalistInMedienZitate

Drago Jancar (* 1948), slowenischer Schriftsteller

PersonAutorIn/JournalistIn

Anspielung auf den Text »Vom Dach der Welt« aus Reinhard P. Grubers Sammlung an »Schicksalsnovellen«. Gruber leitet dort in einem an wissenschaftliche Argumentationsketten angelehnten Vergleich Dachstein-Großglockner den Umstand her, dass »der Dachstein mit größter Wahrscheinlichkeit der höhere Berg ist«. (Gruber 1987, 56)

TopographieBergPersonAutorIn/JournalistInZitate

Drago Jancar schrieb ein auf Becketts »Warten auf Godot« basierendes Theaterstück, »Zalezujoč Godota « (1989). Das Stück hatte unter dem Titel »Vis-à-vis Godovsky« im Jänner 1990 in Wien (Theater im Konzerthaus) seine österreichische Erstaufführung. (Wiener Gesellschaft für Theaterforschung 1990, 89)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Das 1904 nach Plänen des Wiener Secessionisten Josef Hoffmann errichtete Kurhaus in der Wienerwaldgemeinde Purkersdorf gilt als »Hauptwerk der kubisch-geometrischen Phase des Wiener Jugendstils. […] Das Klientel des Sanatoriums setzte sich durchwegs aus den elegantesten Wiener Gesellschaftsschichten zusammen [...]. Josef Hoffmann entwarf unter Mitarbeit der Wiener Werkstätte auch die Einrichtung des Sanatoriums, deren Einzelstücke zu den bedeutendsten Möbeldesigns der Periode zählen.« (Architekturzentrum Wien 2003) Nach dem »Anschluss« 1938 fand eine »Übernahme unter Zwang« (Enderle-Burgel 2018, 97) von der Erbengemeinschaft statt. Nach 1945 diente das Gebäude bis 1975 als Pflegeheim. In der Folge ließ man es verfallen, bis 1995 eine Renovierung stattfand. Zwischen 1996 und 2001 fand hier die Uraufführung von Joshua Sobols Theaterstück »Alma« unter der Regie von Paulus Manker statt.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInSchauspielerIn/RegisseurInZitate

»Jetzt, Brüder, eine gute Nacht, [/] Der Herr im hohen Himmel wacht, [/] In seiner Güten [/] Uns zu behüten, [/] Hat er bedacht« (Zuccalmaglio 1840, 495). Erster Vers der fünften Strophe des »Abendlieds« von Anton von Zuccalmaglio (1803–1869), einem deutschen Heimatschriftsteller. Seit der Verbreitung des Lieds durch die Wandervogel-Bewegung firmiert es unter dem Titel »Kein schöner Land in dieser Zeit«, der den ersten Vers wiedergibt. In späteren Sammlungen werden meist nur drei Strophen wiedergegeben. Zuccalmaglio gab 1840 die Sammlung »Deutsche Volkslieder mit ihren Original-Weisen« heraus, worin er auch – ohne Kennzeichnung – selbst Komponiertes aufnahm, etwa das »Abendlied«.

PersonAutorIn/JournalistInMedienMusik

Alma Mahler-Werfel (1879–1964), Tochter des Malers Emil Schindler, kompositorische Ausbildung, 1902 Heirat mit Gustav Mahler, 1938–1940 Flucht aus Österreich in die USA mit Franz Werfel. Das Bild des »Phänomens« Alma Mahler-Werfel (Seele 2001 , 7) wird von ihren Ehen und Liaisons mit großen Künstlern geprägt (Zemlinsky, Pfitzner, Kokoschka, Gropius, Mahler, Werfel), woran ihre Selbststilisierung als genial veranlagte Muse, die ihr eigenes künstlerisches Schaffen zugunsten der Familie und der jeweiligen Genies zurückstellte (vgl. Mahler-Werfel 1960; Marchl 2009), gewichtigen Anteil hatte. Der israelische Dramatiker Joshua (Jehoschua) Sobol (* 1939) goss die Lebensbeschreibung Mahler-Werfels in ein Stationendrama: »Alma – A Show Biz ans Ende« (1999, ungedruckt). Das Stück trug die Alma-Legende international weiter. Nach der ersten Station, dem Sanatorium Purkersdorf, durchwanderte die Inszenierung eine weltweite Tournee: Berlin, Semmering, Wien, Lissabon, Los Angeles, Prag. 2015 feierte die Inszenierung in Wiener Neustadt ihr 20-jähriges Jubiläum.

TopographieOrtschaftPersonPersonMusikerInAutorIn/JournalistInPersonPersonPersonZitate

Zitat aus Lies Katós Besprechung derErstaufführung von Jancars »Vis-à-vis Godovsky«: »,I bin vom Scheitel bis zum Schwanzl / Da guade, oide Kafka-Franzl‘ trällerten da nicht von ungefähr die Geheimpolizisten mit den literarisch vorbelasteten Namen in der Übersetzung des zweisprachigen Kärntner Jungschriftstellers Fabjan Hafner.« (Kató 1990)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Wilhelm Zobl (1950–1991), österreichischer Komponist und Musikwissenschaftler, Studien in Wien, Warschau und Ost-Berlin, ab 1987 Lehrer für elektroakustische Musik an der Musikhochschule Wien; stark beeinflusst von Bert Brecht und Hanns Eisler. »Musik ist für mich ein Mittel zur Kommunikation, zur ungeschminkten Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit.« (Goertz 1989, 237) Das KPÖ-Mitglied Zobl (daher »Genosse) war mit Elfriede Jelinek, mit der ihn 1969 eine Liaison verbunden hatte (vgl. Mayer/Kober 2006, 54), und mit Werner Kofler befreundet.

PersonMusikerInAutorIn/JournalistIn

Theaterstück (1983 postum uraufgeführt) von Heinar Kipphardt (1922–1982), das Adolf Eichmann, den Chefkoordinator der Judendeportationen im »Dritten Reich«, als Mensch in den Mittelpunkt stellt

PersonAutorIn/JournalistInNationalsozialistInZitate

Anspielung auf den Umstand, dass Jancars Stück, entgegen Lies Katós Annahme, auf Deutsch verfasst, nicht übersetzt wurde

PersonAutorIn/JournalistIn

Wilhelm Reich (1897–1957), austro-amerikanischer Psychiater, Sexualforscher und Soziologe. Der besonders in den 1970er Jahren gebräuchliche Ausdruck »sexuelle Revolution« bezieht sich auf den Titel von Reichs 1945 veröffentlichtem Werk »The Sexual Revolution« (dt. 1966), in dem er die Doppelmoral der Gesellschaft kritisierte und die negativen Folgen der Unterdrückung sexueller Triebe (Frustration, Aggression, Lust an Herrschaft und Unterwerfung) betonte. »Die Funktion des Orgasmus. Zur Psychopathologie und zur Soziologie des Geschlechtslebens« erschien 1927.

PersonAutorIn/JournalistIn

Thomas Bubendorfer (* 1962), österreichischer Bergsteiger und Autor, der mit extremen »Free-Solo«-Klettertouren Furore machte

PersonAutorIn/JournalistIn

Der Wachtelkönig gehört, zoologisch gesehen, zur Ordnung der Kranichvögel und ist nicht mit den Wachteln (Ordnung: Hühnervögel) verwandt. Da er etwas größer ist als die Wachtel, bezeichnete man ihn als König der Wachteln. Kofler bezieht sich wahrscheinlich auf das Gedicht »Dir untertänig durchs Mondgehör« von Christine Lavant, 1962 in einer Literaturzeitschrift erschienen. Die zweite Strophe lautet: »Du, wenn die dritte Saatfolge keimt [/] und das Enkelglied nachwächst im Hungerhalm, [/] bei Sonnenaufgang erwartet dich dann [/] der Wachtelkönig und ruft und verruft [/] jeden Tritt deiner herrischen Hufe [/] und verquert dir die Lichter« (Lavant 2014, 603).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Möglicherweise Bezug zur Umweltorganisation »Bruder Baum«, 1984 von Kary Nowak (* 1943, eigentl. Karl Walter Nowak, österr. Autor) gegründet

PersonAutorIn/JournalistIn

»Gier unter Ulmen«, Theaterstück des US-amerikanischen Dramatikers Eugene O’Neill (1888–1953), 1924 entstanden (Originaltitel: »Desire under the Elms«); Liebesdrama um eine Kindsmörderin im ländlichen New England um 1850, mit Versatzstücken griechischer Tragödien. 1958 wurde das Stück mit Sophia Loren und Anthony Perkins verfilmt (dt. »Begierde unter Ulmen«).

PersonAutorIn/JournalistInSchauspielerIn/RegisseurInMedienFilm/Fernsehen/RadioZitate

Beginn von Friedrich Hölderlins »Abendphantasie« (1799): »Vor seiner Hütte ruhig im Schatten sizt [/] Der Pflüger, dem Genügsamen raucht sein Heerd. [/] Gastfreundlich tönt dem Wanderer im [/] Friedlichen Dorfe die Abendgloke« (Hölderlin 1992, 230).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Erlebnisse in der Mundhöhle: Variation der Kapitelüberschrift »Erlebnisse in der Höhle« aus einer »Rolf Torring« -Episode sowie Anspielung auf Peter Turrinis Roman (1972), s. Eintrag ›Erlebnisse in der Mundhöhle‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Anspielung auf Paul Celans »Todesfuge«: »Er ruft spielt süßer den Tod der Tod ist ein Meister aus Deutschland [...]« (Celan 2003, 40f.) Zugleich in dieser Schreibweise Bezug zu Fritz Todt (1891–1942), bis zu seinem Tod führender NS-Funktionär für die Bau- und Kriegswirtschaft.

PersonAutorIn/JournalistInNationalsozialistInZitate

Anspielung auf den ersten Satz von Adalbert Stifters 1857 erschienenem Roman »Der Nachsommer«: »Mein Vater war ein Kaufmann« (Stifter 1977, 7; s. Eintrag ›mein Vater‹).

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Schuberts Leben und Wirken war vielfach Stoff für Theaterstücke, Filmdrehbücher und Operetten. Den Anfang der Operetten, die allesamt die Musik Schuberts integrierten, machte »Franz Schubert« (1864), ein »Liederspiel« von Franz von Suppé (1819–1895) nach einem Libretto von Hans Max. Gustav Burchardt (1844–1919) brachte 1896 das »musikalische Festspiel« »Franz Schubert« heraus. 1916 folgte das Singspiel »Das Dreimäderlhaus« von Heinrich Berté (1857–1924), dessen Libretto der süßliche, pseudobiedermeierliche Roman »Schwammerl« (1912) des steirischen Schriftstellers Rudolf Hans Bartsch (1873–1952) zugrunde liegt. Den erfolgreichen »Dreimäderlhaus«-Stoff bearbeiteten in der Folge Carl Lafite (1872–1944) in dem Singspiel »Hannerl« (1918) und M.[?] Dannenberg in »Hannerl und Schubert« (1919). 1927 folgte noch die Operette »Franz Schuberts erste Liebe« von Ernst Bethge (1878–1944), ein Jahr später Julius Bittners (1874–1939) »Der unsterbliche Franz« (vgl. Jary-Janecka 2000).

PersonMusikerInAutorIn/JournalistInMedienMusikZitate

Paul Watzlawick (1921–2007), österreichisch-amerikanischer Kommunikationswissenschaftler. Im deutschsprachigen Raum wurde er vor allem durch seine populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen zur Kommunikationstheorie und über den radikalen Konstruktivismus einem größeren Publikum bekannt.

PersonAutorIn/JournalistIn

Anspielung auf die Theorien der französischen Feministin, Psychoanalytikerin und Kulturtheoretikerin Luce Irigaray (* 1930). Sie kritisiert in ihren Schriften den Statuts der Frau als Ware, diese sei »in zwei unversöhnliche Körper geteilt: ihren ,natürlichen‘ Körper und ihren gesellschaftlich wertvollen, austauschbaren Körper: (mimetischer) Ausdruck männlicher Werte« (Irigaray 1979», «187). Die Frau habe »Wert nur, sofern sie getauscht werden kann«, so Irigaray – und unter expliziter Bezugnahme auf Marx: »Die Wirtschaft, im engen und allgemeinen Sinn, wie sie in unseren Gesellschaften besteht, erfordert also, daß die Frauen sich zur Entfremdung durch Konsumtion und zu den Tauschhandlungen, an denen sie nicht teilhaben, hergeben, und daß die Männer dem Gebrauch und ihrer Zirkulation als Waren entzogen werden.« Die Zirkulation der Frauen unter Männern sichere die patriarchale Gesellschaftsordnung (Irigaray 1979, 179).

PersonAutorIn/JournalistInPolitikerIn

Möglicherweise eine Anspielung auf den deutschen Autor Bodo Kirchhoff (* 1947) mit ironischer Note (»Pater«)

PersonAutorIn/JournalistIn

Elfriede Jelinek (* 1946), österr. Schriftstellerin, s. u.a. Einträge ›Europas bestangezogene Dichterin‹, Männer stoßen mich ab‹ und Jelinek‹

PersonAutorIn/JournalistInMedien

Norbert Conrad Kaser (1947–1978), Südtiroler Dichter, 1968/69 Frater im Kapuzinerkloster Bruneck

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Zitat aus dem Gedicht »Es ist was es ist« (1983) von Erich Fried: »Es ist Unsinn [/] sagt die Vernunft [/] Es ist was es ist [/] sagt die Liebe […]« (Fried 1993, 35)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Paulus Manker spielte in dem Film »Die Ausgesperrten« (1982, nach dem gleichnamigen Roman von Elfriede Jelinek) einen Maturanten, dem mit seiner Schwester (D: Emmy Werner) ein inzestuöses Verhältnis verbindet und der am Ende die gesamte Familie umbringt.

PersonSchauspielerIn/RegisseurInAutorIn/JournalistInMedienFilm/Fernsehen/Radio

»Die Judenbuche – Ein Sittengemälde aus dem gebirgichten Westfalen«: Novelle von Annette von Droste-Hülshoff (1797–1848)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Möglicherweise bezieht sich Kofler auf Akira Ichikawa, einen japanischen Germanisten, der ab 1979 in Ost-Berlin Studien zu Heiner Müller betrieb (vgl. Idenawa 2015, 136).

PersonAutorIn/JournalistIn

»Wohltäter der Menschheit«: »Schauspiel in drei Aufzügen« (1895) des Berliner Journalisten und Dramatikers Felix Philippi (1851–1921), der mit Unterhaltungsdramen einigen Erfolg hatte. »Sein Sonderfach ist die dramatische Zurichtung Aufsehen erregender Tagesbegebenheiten« (Engel 1912, 436).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Anspielung auf »Die Physiker«, 1962 in Zürich uraufgeführtes Theaterstück von Friedrich Dürrenmatt (1921–1990)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Lied in Walzerform aus Ziehrers»Landstreicher«; in Ödön von Horváths Stück »Geschichten aus dem Wienerwald « (1931) singt eine Figur (Oskar) das Lied während einer Verlobungsfeier, Horváth setzt das Lied als Kitsch- und Surrogat-Marker ein: »Sei gepriesen du lauschige Nacht, [/] Hast zwei Herzen so glücklich gemacht. [/] Und die Rosen im folgenden Jahr [/] Sahn ein Paar am Altar« (Horváth 1986, 127).

PersonMusikerInAutorIn/JournalistInMedienMusikZitate

Anspielung auf Goethes »West-östlicher Divan« (entstanden ab 1814, Erstdruck um 1819)

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Bezug zu Arthur Millers Theaterstück »Tod eines Handlungsreisenden« (1949)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Kärntnerischer Diminutiv von »Tögl«, dem hochdeutschen Tiegel entsprechend, Matthias Lexers »Kärntisches Wörterbuch« (1862) liefert zwei Begriffserklärungen: »ein irdenes Gefäss, schmalztögl, dann auch ein unbehülflicher, ungeschickter Mensch« (Lexer 1862, 61f.).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

In der von Kofler angesprochenen Ausgabe des Wochenmagazins »News« (22/1997) findet sich kein Interview mit Robert Schneider. Vielleicht bezieht sich Kofler auf das »Stern«-Interview, in dem der Interviewer Schneider nach den Widmungen der Bücher fragt, die Schneider seiner »zweiten großen Liebe [...], einer jungen Schweizerin, die Sie vor drei Jahren im Zenit Ihres Ruhms verlassen hat«, zugeeignet habe, worauf Schneider antwortet: »Das ist grandios. Mein Erfolg hat Pascalle nie beeindruckt« (Michaelsen 1997, 94).

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/Zeitschrift

Gedicht von Heinrich Pfeil (1835–1899), Musikschriftsteller und Redakteur, komponierte und dichtete volkstümliche Weisen für Chöre. »Still ruht der See« war sein populärstes Lied, Kofler gibt die 1. und 3. Strophe wieder: »Still ruht der See! Die Vöglein schlafen. [/] Ein Flüstern nur, du hörst es kaum! [/] Der Abend naht, nun senkt sich nieder [/] Auf die Natur ein süßer Traum. [...] Still ruht der See! Vom Himmelsdome [/] Die Sterne friedsam niederseh’n. [/] O Menschenherz, gib dich zufrieden, [/] Auch du, auch du wirst schlafen geh’n« (Pfeil o.J. ).

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Zitat aus dem »Wolgalied« der Operette »Der Zarewitsch« (1927) von Franz Lehár (1870–1948): »Es steht ein Soldat am Wolgastrand, [/] Hält Wache für sein Vaterland, [/] In dunkler Nacht, allein und fern [/] Es leuchtet ihm kein Mond, kein Stern.« (Lehár 1927, 9). Der Text stammt, wie meist bei Lehár, von jüdischen Librettisten, von Bela Jenbach (1871–1943) und Heinz Reichert (1877–1944).

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»Die kluge Else«: Märchen aus der Sammlung der Brüder Grimm. Elses Vernachlässigung der Bewirtung wurde sprichwörtlich: Else soll einen Freier, der um ihre Hand anhält, bewirten und aus dem Keller Bier holen. Sie kommt nicht wieder, weil sie im Bierkeller eine Axt über dem Bierfass im Holz stecken sieht und über dem Gedanken, die Axt könnte auf ihr zukünftiges Kind fallen, zu jammern anfängt (vgl. Grimm 1819a, 173–177).

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Es dürfte das Feuermotiv gewesen sein, das Kofler an der in der Folge mehrmals zitierten Passage aus Thomas Bernhards Roman »Frost« interessiert hat. Hier ein abgewandeltes Zitat: »Der Brandstifter stammt aus Kärnten, ,wo alle Verderbten herkommen‘, wie die Wirtin sagt«. (Bernhard 2003b, 198)

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Abgewandeltes Zitat aus Bernhards »Frost«: »er sei erst im Spätherbst auf den Hof gekommen« (Bernhard 2003b, 198)

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Ausschnitt aus Hölderlins »Abendphantasie«, 5. Strophe: »In Licht und Luft zerrinnen mir Lieb’ und Laid! – [/] Doch, wie verscheucht von thöriger Bitte, flieht [/] Der Zauber; dunkel wirds und einsam [/] Unter dem Himmel, wie immer, bin ich –« (Hölderlin 1992, 231).

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Der Begriff »Pfefferschuh« kommt in den Lavant-Gedichten nicht vor, aber »Pfefferholzschuh« (aus dem Gedicht »Kämme mich schnell mit den Hahnenkamm«, Lavant 2014, 499); »Schlüsselblick«: aus dem Gedicht »Im Rückgrat aufwärts glimmt ein Licht« (Lavant 2014, 450); »Findlingsschlaf«: aus dem Gedicht »Durst und Hunger sind zurückgegangen« (Lavant 2014, 438), »Würgholz«: aus dem Gedicht »Fremdblütig im Herzen der Nacht« (Lavant 2014, 453)

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Variation der Hölderlin’schen »Abendphantasie«: »Gastfreundlich tönt dem Wanderer im [/] Friedlichen Dorfe die Abendgloke« (Hölderlin 1992, 230).

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Anspielung auf den zweiten Teil von Thomas Bernhards Autobiografie »Der Keller. Eine Entziehung« (1976)

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Wörtliches Zitat aus Bernhards Roman »Frost«. Im Original fehlt allerdings der Nachsatz »so der Maler«. (Bernhard 2003b, 198)

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Georg Trakl schrieb in den Wochen vor seinem Tod am 3. 11. 1914 Gedichte, in die Eindrücke von der galizischen Front, an der sich Trakl Anfang September 1914 als Sanitäter befand, einflossen, darunter sein wahrscheinlich letztes Gedicht »Grodek«, das sich auf die Schlacht von Gródek (heute: Horodok, westlich von Lemberg/Lwiw) bezieht.

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Textfragment in Franz Kafkas »Amerika« (bzw. »Der Verschollene«, entstanden zwischen 1911 und 1914, postum publiziert 1927)

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Protagonist in Bernhards Roman »Frost«

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James Joyce (1882–1941), irischer Schriftsteller

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Auch in dieser Passage stammen Namen und Toponyme (»stran hinter den vleißpenkh«) aus Wießner (Wießner 1950).

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Marcel Proust(1871–1922), französischer Schriftsteller

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Tono Hönigmann (* 1960), Sportreporter beim ORF Kärnten

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Kofler dürfte sich für dieses Bild an der Walhalla bei Regensburg orientiert haben. Am 6. Juni 1937 kam es dort zu einem großen Festakt anlässlich der Aufstellung einer Büste Anton Bruckners in der Ruhmeshalle – die vom Münchner Bildhauer Adolf Rothenburger geschaffene Büste blieb die einzige während der NS-Zeit in der Walhalla installierte. Ein Foto, das einen in Ehrbezeugung die Uniformmütze ziehenden Adolf Hitler vor der frisch enthüllten Büste auf einem schwarzen Postament mit Hakenkreuz zeigt, ziert das Cover des Standardwerks »Musik im NS-Staat « von Fred K. Prieberg, das Kofler offensichtlich für diese Passage konsultierte.

TopographieOrtschaftPersonMusikerInNationalsozialistInAutorIn/JournalistIn

Hans Pfitzner (1869–1949), deutscher Komponist und Musikschriftsteller. Fred K. Prieberg schreibt davon, dass Pfitzner bereits in den 1920er Jahren Verschwörungstheorien gegen linke Positionen vertrat und antisemitisch eingestellt war und damit »aus äußerster rechter Ecke […] eine scheinbar moralische Position [verfocht], die den Mythos von ,Blut und Ehre‘ vorwegnahm.« (Prieberg 1982 , 35) Pfitzners Musik war dann allerdings wenig »brauchbar« für den NS-Staat, die Zahl der Aufführungen seiner Werke ging nach 1933 zurück, Pfitzner hatte »das Gefühl der Enttäuschung über das Dritte Reich« (Kater 2004, 220). Das bedeutet aber nicht, dass er gar mit Repressalien zu kämpfen hatte: Er erhielt etwa von Goebbels eine persönliche Ehrengabe von 50.000 RM (vgl. Prieberg 1982, 131) und stand auf der Sonderliste der drei wichtigsten Musiker der »Gottbegnadetenliste« (vgl. Klee 2009, 413). Als sein Hauptwerk gilt die Oper »Palestrina« (1917).

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Kofler bezieht sich hier auf Berichte über die Dreharbeiten der Tobis-Filmproduktionsgesellschaft am Iselsberg. Gedreht wurde allerdings nicht »Und ewig singen die Wälder« (s. Eintrag ›Das Erbe von Björndal‹), sondern der Film »Jugendliebe« nach Gottfried Kellers Novelle »Romeo und Julia auf dem Dorfe«: »Zimmerleute trafen ein. […] sie gaben sogar dem ,Iselsberger Hof‘ ein völlig neues Gesicht.« (Osttiroler Heimat 1944)

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Richard Strauss (1864–1949), deutscher Dirigent und Komponist, neben Hans Pfitzner der letzte Vertreter der musikalischen Spätromantik . Strauss’ Werk war »für das Ansehen des NS-Regimes von immenser kulturpolitischer Bedeutung, da schon bald nach der Machtübernahme die meisten bedeutenden Künstlerpersönlichkeiten Deutschland verlassen hatten« (Karner 2002 , 82). Er wurde als »unpolitischer Botschafter« instrumentalisiert. Strauss wurde 1933 von Goebbels zum Präsident der Reichsmusikkammer ernannt, 1935 des Amtes enthoben, weil er am Libretto »Die schweigsame Frau« des »Nicht-Ariers« Stefan Zweig festhielt und ein kritischer Brief an Zweig ab gefangen wurde. Seine Werke erfreuten sich im NS-Staat ungebrochen großer Beliebtheit, er konnte ungestört in Garmisch-Partenkirchen komponieren, aber seine Bedeutung schwand, er galt in Berlin zusehends »als Fossil aus einer anderen Epoche« (Prieberg 1982, 210).

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Sigrid Löffler (* 1942), österreichische Literaturkritikerin

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Lehár (1870–1948), österreichischer Operettenkomponist. Die Libretti seiner Operetten wie »Die lustige Witwe« (1905) stammten durchwegs von jüdischen Schriftstellern. Da sich Goebbels für ihn einsetzte, konnten die Werke nach 1933 weiterhin aufgeführt werden. Seine jüdische Gattin wurde 1938 zur »Ehrenarierin« erklärt (eine umgangssprachliche Bezeichnung für die von Hitler persönlich genehmigten Ausnahmen vom Nürnberger »Reichsbürgergesetz« 1935). 1942 wurde am Linzer Landestheater »Das Land des Lächelns« in einer »Führerausstattung« inszeniert, der Librettist dieser Operette, Fritz Beda-Löhner wurde im selben Jahr in Auschwitz ermordet. (vgl. Goldberger/Sulzbacher 2008, 91)

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Uniformmütze. Kofler beschreibt hier detailgenau das Coverfoto von »Musik im NS-Staat «von Fred K. Prieberg.

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»Bruder Eichmann« : Theaterstück (1983 postum uraufgeführt) von Heinar Kipphardt (1922–1982), das Adolf Eichmann, den Chefkoordinator der Judendeportationen im »Dritten Reich«, als Mensch in den Mittelpunkt stellt (s. Eintrag ›Heinar Kipphardt‹).

PersonAutorIn/JournalistInNationalsozialistInMedienZitate

Carl Orff (1895–1982), deutscher Komponist und Musikpädagoge. Über seine Rolle im »Dritten Reich« gibt es unterschiedliche Auffassungen, Orff selbst habe nach 1945 darauf beharrt, »dass sein Werk, besonders die szenische Kantate »Carmina Burana« ,von den Nazis geächtet worden und er ihnen als Komponist und Bürger suspekt gewesen sei« (Kater 2004, 151), meist wird er als »Mitläufer« eingestuft. Die 1937 in Frankfurt/M. uraufgeführte »Carmina Burana« wurde trotz kritischer Stimmen in der NS-Zeit zu einem großen Erfolg. 1938 übernahm Orff den Auftrag, seine früheren Kompositionen zu Shakespeares »Sommernachtstraum« zu überarbeiten, als Ersatz für das Stück des »Juden Mendelssohn-Bartholdy« (Wagner-Régenys »Sommernachtstraum«-Musik betrachtete man als der Dichtung nicht ebenbürtig). Es gibt keinerlei Beweise dafür, dass Orff dieNS-Ideologie guthieß (vgl. Kater 2004, 176), aber für das Regime war er politisch offensichtlich ohne Makel.

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Rudolf Wagner-Régeny (1903–1969), deutscher Komponist, beeinflusst u.a. von Kurt Weill und Hanns Eisler. Im Zentrum seines Schaffens stand die Oper; »Der Günstling oder Die letzten Tage des großen Herrn Fabiano« (1935) mit einem Libretto von Caspar Neher wurde zu einem großen Erfolg. Den Nationalsozialisten stand er anfangs »hilflos bis ablehnend« gegenüber (Karner 2002, 177), aber er nahm Aufträge an. 1934 lud die »NS-Kulturgemeinde« mehrere Komponisten ein, eine neue Instrumentalmusik zu Shakespeares »Sommernachtstraum« zu schaffen. Wagner-Régeny nahm, im Gegensatz etwa zu Hans Pfitzner und Werner Egk, die mit einem Honorar von 2000 Reichsmark verbundene Einladung an. (vgl. Prieberg 1982, 150f.) Seine Oper »Johanna Balk« führte bei der Uraufführung 1941 an der Wiener Staatsoper zu Tumulten zwischen Gegnern und Befürwortern dieser Musik. Wagner-Régeny arbeitete in der NS-Zeit als freischaffender Komponist und gab Kompositions- und Theorieunterricht, 1943–45 Militärdienst. Nach 1945 lebte er in der deutschen Sowjetzone bzw. DDR.

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Stunde: »einer der 24 Theile, in welche der Kreis des Grubenkompasses getheilt ist« (Veith 1871 , 480); streichen: »die Richtung der Längsausdehnung einer Lagerstätte in einer horizontalen Durchschnittslinie […] gegen die Mittagslinie des Beobachtungsortes«. (Veith 1871, 475) Kofler entnahm dieses Vokabular wohl Wießners »Geschichte des Kärntner Bergbaues«, wo u.a. von Erzgängen zu lesen ist, die »regelmäßig nach Stunde 3« streichen. (Wießner 1950, 26)

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»Das Schloß« (1997): österr. Film nach dem Roman von Franz Kafka (R, B: Michael Haneke; D: Ulrich Mühe, Susanne Lothar); Manker spielte die Figur des Momus.

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Sidney Greenstreet (1879–1954), britischer Schauspieler, der zwischen Bühnen in England und den USA pendelte, bevor er 1941 sein Filmdebüt gab, das ihn berühmt machte: Er spielte in der Verfilmung des Dashiel-Hammett-Romans »Der Malteser Falke« unter der Regie von John Huston einen Gangsterboss. Der Film, in dem in weiteren Rollen Humphrey Bogart, Peter Lorre oder Mary Astor zu sehen sind, wurde zu einem Klassiker des Film Noir. Greenstreet lacht jeweils kurz und laut auf in einem sonst grummeligen Gesprächston.

PersonSchauspielerIn/RegisseurInAutorIn/JournalistInMedienFilm/Fernsehen/Radio

Diese Figur in Werner Egks Oper »Die Zaubergeige« wird – der sprechende Name deutet es an – als Wucherer dargestellt: »So ein Sack voll Geld ist doch das beste Skapulier [Überwurf eines Ordensgewandes]. Ich weiß, was das Geld gilt und halt’s für meinen Gott!« (Egk 1935, 87f.) Die »verschwiegene Quelle« des Stücks »ist das berüchtigte Grimm-Märchen vom Juden im Dorn , der in der Oper als Wucherer Guldensack auftritt und den des Kaspars Geige so lange zum Tanzen zwingt, bis der ,unchristliche Geldwolf‘ bewusstlos zusammenbricht.« (Braunmüller 2001)

PersonMusikerInAutorIn/JournalistInMedienMusikZitate

Nachdem Josef Weinheber (1892–1945) mit dem Gedicht »Dem Führer« bereits eine Eloge zu Hitlers 50. Geburtstag 1939 geschrieben hatte, entstand – offensichtlich bei einem Treffen mit dem Intendanten des Reichssenders, Veit Roßkopf – im Jänner 1939 die Idee einer »Fleißaufgabe« (Berger 1999, 300). Das »Hörspiel« »Die Hohen Zeichen«, für das Werner Egk Fanfaren- und Orgelmusik komponierte, bezieht sich auf die Übersiedlung der Reichsinsignien von Wien nach Nürnberg. Im ersten Teil rufen Schwert, Krone, Zepter und Reichsapfel chorisch nach dem »Einen«, der zweite thematisiert die »Wanderschaft« der Insignien, der dritte sei, so Weinheber, »als Apotheose der endlich vollzogenen Einheit des Reiches und des Mannes zu verstehen, der sie schuf« (zit. n. Berger 1999, 299). Das Stück wurde am 19. April 1939, am Vorabend des »Führer-Geburtstags«, im Rundfunk gesendet, Egk dirigierte die Ursendung in Leipzig selber. (vgl. Herbort 1970)

PersonAutorIn/JournalistInNationalsozialistInMusikerInMedienMusikZitateEreignis

Verkürzte, populäre Form eines Epigramms von Bert Brecht

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1941 vertonte Werner Egk einen Text von Hans Fritz Beckmann zum »Marsch der deutschen Jugend«, eine Komposition im Rahmen von Egks Filmmusik für »Jungens«, einen UFA-Propagandafilm (Regie: Robert A. Stemmle), der sich direkt an Kinder und Jugendliche richtete. Egks Marsch erlangte in der Folge innerhalb der Hitlerjugend große Beliebtheit. Der Refrain lautet: »Fahren, Fahren wir! Die Fahne weht voran! [/] Groß-Deutschland heißt unser stolzes Schiff, [/] drauf steh’n wir, Mann für Mann!« (zit. nach Prieberg 1982, 26)

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Herbert von Karajan (1908–1989), österreichischer Dirigent, war von 1935 bis 1942 Generalmusikdirektor am Stadttheater Aachen, ab 1938 hielt er sich aber vorwiegend in Berlin auf. Karajan selbst gab an, deshalb NSDAP-Mitglied geworden zu sein, um die Stellung in Aachen antreten zu können: »Es ist kein Geheimnis, ich war Parteimitglied, und zwar bin ich es 1935 in Aachen geworden, als ich Generalmusikdirektor werden sollte.« (Haeusserman 1968, 81) Oliver Rathkolb wies nach, dass der Beitritt früher erfolgte: »Karajan trat am 8. April 1933 in Salzburg unter der Nummer 1.607.525 der NSDAP bei«. (Rathkolb 2013, 144)

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Karl Kraus (1874–1936), österr. Schriftsteller und Publizist; Herausgeber der Zeitschrift »DieFackel«; einflussreiche sprach- und medienkritische Position. Kurt Tucholsky (1890–1935), deutscher Journalist und Schriftsteller. Er schrieb auch unter den Pseudonymen Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger und Ignaz Wrobel; zeitweiliger Mitherausgeber der Wochenzeitschrift »Die Weltbühne«.

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Gedichtband von Baldur von Schirach (s. Eintrag ›Baldur von Schirach‹), 1929 im »Deutschen Volksverlag zu München« erschienen. Dem Band, den er »Adolf Hitler, dem Führer«, zueignete, stellte er ein Motto voran: »Die neue Front! Das ist kein Schlagwort, sondern das Symbol einer Jugend, die sich ihres gewaltigen Erbes bewußt ist. Diese Front der Wollenden, Sehnsüchtigen und Brennenden kennt nur Freunde oder Feinde, weil ihre Ziele die des Volkes sind. Man mag sie darum bekämpfen oder bejahen: immer bleibt sie das Deutschland, das da kommt!« (Schirach 1929, 4)

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Sibylle von Cles-Reden bezeichnete die Menhire von Le Menec in der Bretagne als »steinernes Heer«. (Cles-Reden 1960, 260)

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Richard Trunk (1879–1968), deutscher Komponist; im Mai 1933 wurden zwei Sätze seiner kleinen Serenade zur Bücherverbrennung in München gespielt (vgl. Klee 2009, 559), der 1931 der NSDAP beigetretene Komponist war bis 1945 Ehrenvorsitzender des Arbeitskreises nationalsozialistischer Komponisten. Trunk vertonte den Gedichtband »Feier der neuen Front «von Baldur von Schirach (s. Eintrag ›Baldur von Schirach‹dresde) als »Zyklus für Männerchor«, op. 65 (Teile: "1. Hitler"; "2. Des Führers Wächter"; "3. O, Land"; "4. Horst Wessel"). 1934 wurde das Stück vom Berliner Lehrergesangsverein Hitler in der Reichskanzlei vorgetragen (vgl. Prieberg 1982, 193).

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Zitat aus Friedrich Hölderlins »Hyperion«: »Und wenn ich oft des Morgens, wie die Kranken zum Heilquell, auf den Gipfel des Gebirgs stieg, durch die schlafenden Blumen, aber vom süßen Schlummer gesättiget, neben mir die lieben Vögel aus dem Busche flogen, im Zwielicht taumelnd und begierig nach dem Tag, und die regere Luft nun schon die Gebete der Thäler, die Stimmen der Heerde und die Töne der Morgengloken herauftrug, und jezt das hohe Licht, das göttlichheitre den gewohnten Pfad daherkam […], so stand ich Einsamer dann auch über den Ebnen und weinte Liebesthränen zu den Ufern hinab und den glänzenden Gewässern und konnte lange das Auge nicht wenden.« (Hölderlin 1992, 758)

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Baldur von Schirach (1907–1974), Germanistik- und Kunstgeschichtestudium in München, dabei auch literarisch mit NS-Panegyrik tätig, Führer des NS-Studentenbundes, ab 1931 »Reichsjugendführer« der NSDAP, nach kurzem Kriegsdienst 1940 »Reichsstatthalter« und Gauleiter in Wien, hier für die Deportation der jüdischen Bevölkerung mitverantwortlich. Nach dem Nürnberger Prozess von 1946 bis 1966 in Haft.

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Bezug zum Titel des »Spiegel« -Beitrags von Harald Wieser über Ovid und Christoph Ransmayrs »Die letzte Welt«: »Eine Flaschenpost aus der Antike«. Wieser meint mit »Flaschenpost« einerseits Ovids »Metamorphosen« (eine »antike […] Flaschenpost an die Nachgeborenen«), andererseits Ransmayr, der in Zukunft vielleicht »in bleibenden Bildern die Gegenwart« behellige, »mit einer literarischen Flaschenpost über die Moderne« (Wieser 1988).

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Variation des bekannten Goethe-Aphorismus: »Sage mir, mit wem du umgehst, so sage ich dir, wer du bist; weiß ich, womit du dich beschäftigst, so weiß ich, was aus dir werden kann.« (Goethe 1993, 40)

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St. Stefan – wo Christine Lavant (s. Eintrag ›Christine‹) geboren wurde und lebte – war bis 1973 eine eigenständige Gemeinde, gehört seither zur Stadtgemeinde Wolfsberg.

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Zitat aus Harald Wiesers Rezension (1988) von »Die letzte Welt«, dort wird eine Passage aus dem Roman verkürzt wiedergegeben. Das Originalzitat lautet: »Zwischen verkrusteten Töpfen, Teegläsern und Brotresten rannten Ameisenzüge. Auf den Borden, auf den Stühlen, auf einem Bett lag feiner, weißer Sand [...].« (Ransmayr 1988, 16).

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Anspielung auf Ern(e)st Bornemann (s. Eintrag ›Bornemann‹)

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Anspielung auf Hanns Renger (1916–1991), der nach seiner Ausbildung in Dresden bis 1969 das elterliche Schuhgeschäft in Wolfsberg führte. Mit dem Band »Eine Nuß voll Pfauenblau« trat er 1963 erstmals als Lyriker an die Öffentlichkeit (vgl. Kuehs 2017).

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»Die Schrecken des Eises und der Finsternis « (1984), Roman von Christoph Ransmayr

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Anspielung auf den Roman »Die Liebe in den Zeiten der Cholera« (»El amor en los tiempos del «cólera, 1985) von Gabriel Garcia Márquez

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Christoph Ransmayr wurde 1954 in Wels, Oberösterreich, geboren. Worauf sich das »Doppel« bezieht, bleibt unklar.

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s. Eintrag ›meinen geliebten Beckett‹

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Möglicherweise Anspielung auf Heimito von Doderers Romantitel »Ein Mord, den jeder begeht« (1938)

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»Salome« (1905): Oper von Richard Strauss (1864–1949), nach dem gleichnamigen Theaterstück (1893) von Oscar Wilde

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Luigi Pirandello (1867–1936), italienischer Schriftsteller und Dramatiker, Nobelpreis für Literatur 1934

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Ian Hamilton Finlay (1925–2006), Schriftsteller und Gartenkünstler, veröffentlichte ab Ende der fünfziger Jahre Lyrikbände, bekannt wurde er dafür, kurze Gedichte auf Steine zu schreiben, 1987 war er auf der documenta VIII vertreten.

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Im Festwochen-Beitrag über Paulus Manker zitiert die Zeitschrift »News« eine frühere (in »News« getätigte) Aussage Mankers über die Literaturkritikerin Sigrid Löffler: »Ich kenne sie noch aus der Zeit vor der Geschlechtsumwandlung. Beim Eingriff in Johannesburg muß etwas schiefgegangen sein. Klar, daß es ihr schlecht geht« (Sichrovsky/Stroh 1997, 144).

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Oskar Kokoschka (1886–1980), österr. Maler, 1912–1914 Beziehung mit Alma Mahler-Werfel; Paulus Manker spielte in seiner Inszenierung von Joshua Sobols Stück »Alma – A Show Biz ans Ende « die Figur des Oskar Kokoschka.

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Hermi Löbl (?– 2012), Journalistin, Frau des Kulturjournalisten Karl Löbl, Kofler bezieht sich mehrmals auf ihr Buch »Mütter und ihre Kinder im Gespräch « (1990). s. Eintrag ›Radioreihe‹

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Kofler zitiert aus Volkert Haas’ Ausführungen und Aufzeichnungen zu den hurritischen Steindämonen, hier aus dem Mythos von der Zeugung des Steindämonen Ullikummi, den der Göttervater Kumarbi mit einem Felsen erzeugte: »In dem Brunnen, der Kalte, liegt ein großer Fels [...] und er beschlief den F(els); da ergoß sich sein Sperma auf diesen. (… und) er nahm ihn fünfmal«. (Haas 1982, 150)

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In der Wiener Stadtzeitung »Falter« schrieb der Theaterkritiker Roland Koberg in den 1990er Jahren die Kolumne »Koberg am Apparat«, in der er kurze Telefoninterviews abdruckte.

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Kontamination aus Ottokar Kernstock (s. Eintrag ›Ottokar Kernstock‹) und Otto Muehl (s. Eintrag ›Mühl‹)

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Anspielung auf das Grimm-Märchen »Der Teufel Grünrock « (Grimm 1985a, 443–445)

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»Geh lerne nun gehorchen, daß du herrschen lernst!« spricht Antiope zu ihrem Sohn in Goethes Trauerspiel »Elpenor« (Hakemeyer 1949, 55).

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»Shining«: Film (1980) von Stanley Kubrik mit Jack Nicholson in der Hauptrolle; dem Drehbuch liegt der gleichnamige Roman von Stephen King zugrunde.

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Kofler zitiert die erste Strophe des Liedes »Leichter Wanderer« , eines im 19. Jahrhundert besonders bei Studentenverbindungen beliebten Liedes, das das genussreiche Wander- und Studentenleben verherrlicht. Der Text stammt von Albert von Schlippenbach (1800–1886), die Melodie folgt einer traditionellen Weise ( Pommer 1905, 166). Der erfolgreiche deutsche Schlagersänger Heino hatte das Lied in seinem Repertoire.

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»Unter Mördern und Irren«: Erzählung von Ingeborg Bachmann, die 1961 in der Erzählsammlung »Das dreißigste Jahr« erschien

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Anspielung auf Michael Jeannée (s. Eintrag ›Reporter Jeanee‹)

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»Scheiden tut so weh« (1969), deutscher Schlager, interpretiert u.a. von Heintje, Text von Johannes Jorge, Albert Schwarzmann und Wolf Hausmann.

PersonMusikerInAutorIn/JournalistInMedienMusik

Letzte Strophe des Liedes »Hoch auf dem gelben Wagen«: »Sitzt einmal ein Gerippe [/] dort beim Schwager vorn, [/] schwenkt statt der Peitsche die Hippe [/] Stundenglas statt des Horns, [/] sag ich: Ade nun, ihr Lieben [/] die ihr nicht mitfahren wollt. [/] Ich wäre ja so gern noch geblieben,[/] aber der Wagen, der rollt« (Hois 2012, 96). Der Text stammt von Rudolf Baumbach (1840–1905), er wurde 1922 von Heinz Höhne (1892–1968) vertont.

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Schuberts Lied »Ellens dritter Gesang« (1825, nach Walter Scotts Gedicht »Lady of the Lake«) wird oft als »Ave Maria« bezeichnet.

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»Wunschkonzert« lautet der Titel mehrerer Filme (u.a. Propaganda-Spielfilm von Eduard von Borsody, 1940), eines Theaterstücks von Franz Xaver Kroetz (1973), zudem gab es entsprechend betitelte Hörfunksendungen des NS-Rundfunks (Wunschkonzerte für die Wehrmacht, für das Winterhilfswerk).

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»Bel Ami«: deutscher Film (1938), in dem Willi Forst (Regie und Hauptrolle) den gleichnamigen Roman von Guy de Maupassant umsetzte

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s. Eintrag ›André Heller‹

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»Das indische Grabmal«: deutsch-ital.-franz. Film (1959) von Fritz Lang, dem der gleichnamige Roman (1918) Thea von Harbous zugrunde liegt

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Kofler zitiert das Lied »Wenn wir erklimmen schwindelnde Höhen«, Text von Erich Hartinger (* 1923), Melodie von Hans Kolesa und Hans Gasser. Der Refrain spricht von »sonnigen«, der erste Vers von »schwindelnden« Höhen, die ersten beiden Strophen von den »Bergvagabunden«, die titelgebenden »Bergkameraden« werden erst in der dritten und vierten Strophe erwähnt (vgl. Natter/Nußbaumer 2007, 185).

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»Hitlerjunge Quex«: NS-Propagandafilm (1933, R: Hans Steinhoff, D: Heinrich George), Untertitel: »Ein Film vom Opfergeist der deutschen Jugend«, Romanvorlage (1932, im Auftrag des »Reichsjugendführers« Baldur von Schirach) von Karl Aloys Schenzinger, Liedtexte: Baldur von Schirach (s. Eintrag ›Baldur von Schirach‹, vgl. Gradwohl-Schlacher 2018, 717)

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Anspielung auf Werke der deutschen Schriftstellerin Annemarie von Auerswald (1875–1945), die großteils in der Germanenzeit angesiedelt sind, etwa: »Das Radkreuz. Eine Erzählung aus der Germanenzeit«, (1939), »Die ewige Ordnung. Germanenleben in der Broncezeit« (1943). Ein Auszug aus der Erzählung »Die Tochter vom Gerwartshof « wurde (in einer von der späteren Buchversion minimal abweichenden Form) in der Zeitschrift »NS-Frauenwarte« vorabgedruckt (Auerswald 1939), auf die Kofler in diesem Abschnitt mehrfach Bezug nimmt.

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Klaus Kinski (1926–1991), deutscher Schauspieler, seine häufige Darstellung psychopathischer Charaktere sowie kolportierte Wutausbrüchen am Filmset begründeten den Ruf als exaltierte, schwierige Persönlichkeit. Die Zusammenarbeit mit dem Regisseur Werner Herzog (u.a. »Aguirre, der Zorn Gottes«, 1972, »Nosferatu – Phantom der Nacht«, 1979 und »Fitzcarraldo« , 1981) brachte ihm künstlerische Anerkennung. Davor war er vor allem durch zwielichtige Rollen in den Edgar-Wallace-Filmen bekannt. Er spielte auch im Film »Der Rächer« (s. Eintrag ›Bahnunterführung‹) mit.

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Kofler baut hier zwei Stellen einer von Volkert Haas überlieferten fragmentarisch erhaltenen hethitischen Erzählung ein: Der Gott Kumarbi schwängert einen Berg, der nach zehn Monaten ein nicht näher beschriebenes Wesen gebiert. (Haas 1982, 163)

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In dem Roman »Die Fistelstimme « (1980) von Gert Hofmann wird dem Ich-Erzähler vorgeworfen, Plagiate verfasst zu haben. Dieser erkennt in dem ihm unbekannten Buch, von dem er abgeschrieben haben soll, seine Gedanken und Formulierungen wieder. (vgl. Hofmann 1980, 35)

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In Annemarie von Auerswalds Erzählung »Die Tochter vom Gerwartshof« (1939) soll die Protagonistin Edelberga den Fürsten eines fremden Volkes heiraten, um mit diesem Bündnis in künftigen Kämpfen den Besitz ihrer Familie zu retten; sie weigert sich allerdings, kann die Heirat abwenden und durch die Vermählung mit dem Bruder einer Freundin ihrer Heimat treu bleiben. (Auerswald 1942)

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Roman (1980) von Gert Hofmann (1931–1993), deutscher Schriftsteller, Gewinner des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs 1979. Der Protagonist des Romans entwirft eine Theorie der doppelten Identitäten, wonach alles doppelt sei, Gedanken, Naturphänomene, aber auch Personen.

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Das »stille Reich« meint in Auerswalds Erzählung das Vorratshaus des Hofes, in dem sich die Protagonistin zu Beginn aufhält: »So prüfte sie noch einmal die gewählten Kräuter, fand, daß alles beisammen war, und ging nun aus dem stillen Reich hinaus, ein wenig neugierig zu sehen, was sich auf dem Hof begeben mochte.« (Auerswald 1942, 6)

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Kofler bezieht sich hier offensichtlich auf satirische Ausführungen Antonio Fians, der in einem Beitrag für die Zeitschrift »Wespennest« 1987 »auffällige Parallelen« zwischen Heller und »einem anderen Feldherrn aus Österreich« postulierte. (Fian 1987, 56) Zwar seien Heller und Hitler, so Fian, bei den verursachten Menschheitskatastrophen nicht vergleichbar, aber er sieht Bezüge etwa zwischen ihren beiden Machtphantasien. Die Übereinstimmung der Initialen ist eine zufällige, wobei der Gedanke einer Absicht »so abwegig nicht ist« (Fian 1987, 56). s. Eintrag ›André Heller‹

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Die Szene, in der Auerswalds Protagonistin mit der Bäuerin Brot bäckt, befindet sich nur in der in der Zeitschrift abgedruckten Version: »Sie kam mit einem Tonstempel in der Hand, der das Heilszeichen des Hofes trug. Es war ein Radkreuz. Dieses Heilszeichen drückte sie auf jedes Brot.« (Auerswald 1939, 469) Das Radkreuz ist ein seit der Jungsteinzeit verwendetes und in Funden überliefertes Ritzzeichen, ein Symbol für Licht und Sonne, im asiatischen Raum sehr verbreitet; bei den Germanen war es ein »Bild des Jahreslaufes und des sich immer wieder erneuernden Lebens«. (Forstner/Becker 1991, 123) Taucht im Frühchristentum als vereinfachtes Christussymbol auf; seit dem 19. Jahrhundert in Abwandlung verbreitet, z.B. im Neopaganismus, in Esoterik und Okkultismus, aber auch bei Gruppierungen mit rassistischer und (neo)nazistischer Ideologie.

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Abgewandeltes, im zweiten Teil wörtliches Zitat aus André Hellers »Schattentaucher« (1987): »Immer und immer wieder hatte er sich gefragt: Was ist es, wofür ich träume, erwache, fiebere, genese, lerne, verweigere, verführe, stürze, irre und Halt suche?« (Heller 2003, 23)

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Abgewandeltes Zitat aus Auerswalds »Die Tochter vom Gerwartshof«: »Der herbe Duft der Arznei- und Würzkräuter erinnerte sie an blühenden Sonnenhang oder Waldesdunkel, aus dem sie gesammelt worden waren, Augentrost, Wohlverleih, Nachtschatten, Gänsefuß, Ampfer und wie sie alle hießen.« (Auerswald 1942, 5)

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Peter Altenberg (1859–1919, eigentl. Richard Engländer), österreichischer Schriftsteller. André Heller schätzte den Autor, den seine Großmutter noch persönlich kannte. Heller trugbereits 1964 im Festsaal der Österreichischen Nationalbibliothek Texte von Peter Altenberg vor. (vgl. Seiler 2012, 85)

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Abgewandeltes Zitat aus Auerswalds Erzählung: Edelberga war in der Vorratskammer, »als vom Hofe her das wilde, starke Gebell der Hunde, Klappen von vielen Pferdehufen und laute Männerstimmen bis in die Stille ihrer Abgeschlossenheit drangen.« (Auerswald 1942, 5f). »Die Hunde waren nicht zu beruhigen. Sie zerrissen die Luft mit ihrem Gebell.« (Auerswald 1942, 6)

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Abgewandeltes Zitat aus Auerswalds Erzählung: »Sie sah sie, wenn sie zu einem Waffenspiel ritten, das blonde Haupt frei, die Haare zum Knoten geschürzt, an der Seite das Schwert, in der Hand die Lanze.« (Auerswald 1942, 7)

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Bezug zu Thomas Bernhards Roman »Der Untergeher « (1983): »An diesem Wort Weltverblüffung hatte ich meine Freude […]. Ich selbst hatte nie das Bedürfnis nach Weltverblüffung gehabt, auch Wertheimer nicht, dachte ich.« (Bernhard 2006, 53)

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Abgewandeltes Zitat aus Auerswalds Erzählung: »Im Stillen zählte sie die Ankömmlinge und überlegte, daß noch genug Frischfleisch vorhanden war, einen neuen Braten an das Feuer zu bringen.« (Auerswald 1942, 8)

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Titel eines »Bühnenfests«, das André Heller 1988d em Kulturgut der US-amerikanischen Schwarzen widmete (u.a. Spirituals, New Orleans Jazz, Ragtime, Bebop, Blues, Soul). Mit dem Titel bezieht Heller sich auf den gleichnamigen, 1930 von John W. Green komponierten Jazzstandard-Song. s. S. s. Eintrag ›André Heller‹

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PersonAutorIn/JournalistInMedien

Joshua Sobol nannte sein Stücke »Alma« (1997) ein »Polydrama«: »Polydrama deshalb, weil es aus mehreren miteinander verwobenen Handlungssträngen besteht, die parallel an verschiedenen Orten stattfinden und gespielt werden« (www.alma-mahler.at/deutsch/information/polydrama.html, 28. 8. 2018).

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Ulf Kadritzke (* 1943), deutscher Soziologe, ab 1976 Professur für Industrie- und Betriebssoziologie an der Fachhochschule für Wirtschaft in Berlin, Hauptarbeitsgebiete: Lohnarbeit, Klassen, Qualifikationsstruktur. Kadritzke »nahm an der Studentenbewegung und an den daraus hervorgegangenen kollektiven Studien- und Forschungszusammenhängen des Instituts für Soziologie an der FU Berlin teil, in denen versucht wurde, die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie zu rekonstruieren und auf konkrete Ausschnitte der gesellschaftlichen Realität anzuwenden« (Bernsdorf/Knospe 1984, 402).

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»In der Strafkolonie«, Erzählung Kafkas (1914 entstanden, 1919 veröffentlicht): Ein Forschungsreisender wohnt während seines Besuches in der Strafkolonie einer Exekution bei, welche den Delinquenten das Urteil nicht verkündet, sondern von einer eigens dafür konstruierten Maschine immer tiefer in die Haut geschrieben wird. Die Schuld des Verurteilten besteht darin, seine Pflicht des nächtlichen stündlichen Salutierens vor der Tür des Hauptmanns vernachlässigt zu haben. Der Hauptmann hat den Diener schlafend vorgefunden: »Er holte die Reitpeitsche und schlug ihm über das Gesicht. Statt nun aufzustehen und um Verzeihung zu bitten, faßte der Mann seinen Herrn bei den Beinen, schüttelte ihn und rief: ,Wirf die Peitsche weg, oder ich fresse dich.‘« (Kafka 1994, 213)

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»Gibs auf«: kurze Parabel von Franz Kafka (entstanden 1922, 1936 publiziert). Der Titel stammt von Max Brod, Kafka überschrieb den Text mit »Ein Kommentar«.

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Zitat aus der erste Strophe der Ballade »Die Bürgschaft« von Friedrich Schiller: »Zu Dionys dem Tirannen, schlich [/] Möros, den Dolch im Gewande, [/] Ihn schlugen die Häscher in Bande. [/] Was wolltest du mit dem Dolche, sprich! [/] Entgegnet ihm finster der Wütherich. [/] ,Die Stadt vom Tyrannen befreien!‘ [/] Das sollst du am Kreutze bereuen.« (Schiller 1992, 421)

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Kofler bezieht sich hier auf den Titel einer Ausgabe der Kriegsheftserie »Der Landser « aus dem Jahr 1958, »Der Marsch zum Kaukasus« von Franz Taut; es befinden sich mehrere »Landser« -Ausgaben im Nachlass, darunter auch diese (11/W4/S1). »Der Landser« erschien von 1957 bis 2013 wöchentlich im Pabel-Moewig-Verlag und trug den Untertitel »Erlebnisberichte zur Geschichte des Zweiten Weltkriegs«. Die pseudo- dokumentarischen Abenteuergeschichten wurden von der deutschen Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien mehrfach auf den Index gesetzt, die Reihe jedoch nie verboten ([red] 2013).

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»Die Welt« schrieb anlässlich des von Klaus Croissant initiierten Besuchs von Jean Paul Sartre bei Andreas Baader von »Schmierentheater« und »Spektakulum«. (Zehm 1974)

PersonVerbrecherInAutorIn/JournalistInPolitikerInMedienZeitung/Zeitschrift

Zitat des Schlussverses von Christian Morgensterns Gedicht »Die unmögliche Tatsache«: »Und er kommt zu dem Ergebnis: [/] Nur ein Traum war das Erlebnis. [/] Weil, so schließt er messerscharf,[/] ›nicht sein kann, was nicht sein darf‹« (Morgenstern 1942, 67).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Der Dichter Jakob Michael Reinhold Lenz (s. Eintrag ›Lenz‹) wurde am frühen Morgen des 24. Mai 1792 tot in einer Straße in Moskau aufgefunden.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInMedienEreignis

Abgewandeltes Zitat aus »Soldat und Liebe«: »und abends, so allein in dieser fremden Stadt, da ist ihm irgendein Mädchen, das er zufällig trifft, ein Stück Heimat« (Bovet 1962, 11). Zuvor schon schreibt Bovet im selben Kapitel (»MÄDCHEN IN ZIVIL«) von einer »Art Spiel oder einfach die Stillung eines blinden Triebes« oder »Ersatz […] für die Mutterliebe« (ebd.).

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Erneut bezieht sich Kofler auf Passagen aus Bovets Kapitel »MÄDCHEN IN ZIVIL«, die entsprechende Stelle dort lautet: »Für das Mädchen ist die Sache aber anders: Am Anfang, solange es noch nichts empfindet, wird es mit dem Mann wohl spaßen […]; sobald indessen seine wirklichen Gefühle geweckt sind, wird es bei ihm ernst. Es will den Mann lieben und es fordert Gegenliebe« (Bovet 1962, 11f.).

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Kofler zitiert und paraphrasiert Bovets Ausführungen »Zwischen Mann und Frau besteht hier ein tiefgreifender Unterschied, den man kennen muß, bevor man sich mit dem anderen Geschlecht irgendwie einläßt. […] Eine sehr erfahrene amerikanische Psychologin schreibt, daß die Frau den Geschlechtsverkehr als den Beginn eines Vorgangs erfaßt, der seinen Höhepunkt in der Geburt des Kindes findet« (Bovet 1962, 12).

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Kofler montiert und paraphrasiert hier weitere Auszüge aus Bovets»Soldat und Liebe«; die Originalpassagen lauten: »Wenn sich also der junge Soldat oder sonst ein Mann mit einem Mädchen geschlechtlich einläßt, so kann bei diesem zweierlei passieren […]« (Bovet 1962, 13) »Wer trägt daran die Schuld? In erster Linie der Mann; denn ein Mann soll wissen, was er tut. Darauf hatte das Mädchen gerade sein Vertrauen gesetzt« (Bovet 1962, 14).

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Im Kapitel »LUST AM LAUFENDEN METER«, das Kofler hier zitiert, schreibt Bovet von »Frauen und Mädchen, die abends nach Dienstschluß die Kaserne umlagern.« Sie stünden dort, »weil sie deine Schwäche oder Unerfahrenheit oder Lüsternheit zu ihrem persönlichen Vorteil ausbeuten wollen. […] Die Früchte, die sie anbieten, sind faul und verderben den Magen. »Bezeichnenderweise heißen sie in einem modernen Roman ›Illusionenverkäuferinnen‹« (Bovet 1962, 18).

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Bezug auf Bovets Kapitel »DAS GROSSE GEHEIMNIS«, wo es heißt: »Der einzige Ort, wo zwischen Mann und Frau wahre Liebe bestehen kann, ist die Ehe. […] Die Ehe ist das eigentliche Geheimnis; deshalb nennt sie die katholische Kirche ein Sakrament. […] Wenn es heute so viele schlechte Ehen gibt, wenn so viele Menschen gar meinen, die Ehe sei eine überlebte Sache, so rührt es daher, daß diese Menschen vom großen Geheimnis nichts wissen« ( Bovet 1962, 21).

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Kofler übernimmt hier wörtlich eine Passage von Bovet»Auf dieses Glück muss man warten können, wie auf eine gute Frucht, bis sie reif ist. Wer die Frucht noch grün pflückt, ist um den wahren Genuß betrogen« (Bovet 1962, 22).

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Auch die Ausführungen über eine probeweise Ehe und die Analogie von Ehe und Fallschirmsprung hat Kofler von Bovet übernommen: »Wiederum hört man, Verlobte müßten ihre Geschlechtlichkeit ausprobieren, um zu wissen, ob sie zueinander passen. Ja, wenn das ginge! […] Wenn man aus lauter Vorsicht einen Fallschirm so ausprobiert, daß man nur aus zehn Metern Höhe abspringt, dann hat er keine Zeit aufzugehen, und man bricht sich den Hals. Die Ehe entfaltet sich genau wie der Fallschirm nur dann richtig, wenn man allen Mut zusammennimmt und gleich richtig abspringt« (Bovet 1962, 22f).

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Diese antisemitisch konnotierte Benennung des Kulturredakteurs der Zeitschrift »News«, Heinz Sichrovsky (* 1954), ist in Zusammenhang mit der über das Buch gebreiteten literarischen Invektive gegen die Zeitschrift zu sehen. In der ersten Version von »Manker « ist von »diesem Judenblatt« die Rede (Kofler 1998a, 107). Nachdem es bei einer Lesung aus dem Werk zu Protesten kam, strich Kofler diese eine Bezeichnung (s. Eintrag ›mit Auftrittsverbot belegt‹).

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Jeremias Gotthelf (1797–1854), war nicht, wie Kofler schreibt, ein Schweizer Atomphysiker, sondern das Pseudonym des Schweizer Schriftstellers und Pfarrers Albert Bitzius.

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Das Zitat stammt aus Gotthelfs Text »Eines Schweizers Wort an den Schweizerischen Schuetzenverein« (1842): »Dann lasse dich nicht verleiten durch oedes, irres Geschwätz! Im Haus muß beginnen, was leuchten soll im Vaterlande […]>« (Gotthelf 1925, 301). Kofler zitiert es erneut aus »Soldat und Liebe«: »›Im Hause muß beginnen, was leuchten soll im Vaterland‹, sagt Jeremias Gotthelf« (Bovet 1962, 31).

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Lose Formation von fünf Schriftstellern und Musikern (Friedrich Achleitner, H.C. Artmann, Konrad Bayer, Gerhard Rühm, Oswald Wiener), die ab ca. 1952 auch gemeinschaftliche Arbeiten schufen und zusammen auftraten. Mit dem »Austritt« Artmanns 1958 begann das Ende der Gruppe. Den Begriff verwendete Konrad Bayer erstmals in einem Artikel 1964 (vgl. Bayer 1964), Gerhard Rühm etablierte ihn mit der von ihm herausgegebenen Anthologie »Die Wiener Gruppe « (1967).

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Franz Kafka (1883–1924), pragerdeutscher Schriftsteller

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Anspielung auf das 1956 in der von Hans Weigel (1908–1991) betreuten Reihe »Neue aus Österreich« erschienene Buch »Larifari: Ein konfuses Buch« von Friederike Mayröcker. Weigels Reihe stieß nur auf wenig Resonanz und war bald aus den Buchhandlungen verschwunden.

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Wieland Herzfelde (eigentlich Herzfeld; 1896–1988), deutscher Publizist, Autor und Verleger

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»Der Hund des Generals« (1957), Erzählung des deutschen Schriftstellers Heinar Kipphardt (1922–1982)

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»Die schwarze Katze« oder »Der schwarze Kater« (engl. »The Black Cat«, 1843) ist eine Kurzgeschichte von Edgar Allan Poe (1809–1849); seit 1919 mehrfach verfilmt.

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Eberhard Petschinka (* 1953), österr. Schriftsteller und Maler, war als Lehrer sowie Leiter einer alternativen Privatschule tätig.

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Möglicherweise bezieht sich Kofler auf die Buchpublikation »Fleiß und Industrie« (1967) von H.C. Artmann. Der Begriff Industrie wird bei Artmann in der alten Wortbedeutung (von lat. industria) »(Gewerbe-)Fleiß«, Betriebsamkeit verwendet.

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»Krieg und Frieden«: 1868/69 veröffentlichter Roman des russischen Schriftstellers Leo Tolstoi (1828–1910)

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»Der Zimmerer«: Erzählung von Thomas Bernhard, erstveröffentlicht 1965 (»Neue Rundschau«), 1967 im Erzählband »Prosa« abgedruckt

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Möglicher Bezug: Oscar Pollak (1893–1963), 1931–34 und 1946–61 Chefredakteur der Wiener »Arbeiter-Zeitung«, gebrauchte die Formel von der »Enttäuschung der Erfüllung« in seiner Eröffnungsrede auf dem Kongress der Sozialistischen Internationale (vgl. Leser 1982, 176). In seinem Buch »Der neue Humanismus « (1962) führt er diesen Gedanken weiter aus: »Die gehobene Lebenshaltung hat die Menschen von den ärgsten Schlacken befreit, aber noch nicht veredelt. […] Der in Lebenshaltung, Geschmack und Moral zum Kleinbürger aufgestiegene Arbeiter ist eine Karikatur – er ist entidealisiert, entideologisiert. […] [Die Verspießerung der Arbeiterbewegung] ist ein Irrweg« (Pollak 1962, 62 u. 63). Daher sei es für die sozialistische Bewegung wichtig bewusst zu machen, dass »sie keine bloß materialistische, sondern eine humanistische Bewegung« sei (ebd., 66).

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/Zeitschrift

Udo Proksch (1934–2001), »Freund der Mächtigen und Bonvivant« (Pretterebner 1987, 13), übernahm 1974 die Führung der Wiener »Hofkonditorei« Demel. 1977 sank der von ihm gecharterte Frachter »Lucona« nach einer Explosion, sechs Menschen starben. Die fingierte Ladung war eine Uranerzaufbereitungsanlage. Erst 1992 wurde Proksch – nach der Aufdeckung durch den Journalisten Hans Pretterebner – dafür verurteilt, er starb in Haft. s. Eintrag ›der Herr Industrieideologe‹

TopographieOrtschaftPersonUnternehmerInAutorIn/JournalistInMedienEreignis

Kofler bezieht sich auf Thomas Bernhards berühmt gewordene Zuschreibung »Lebensmensch« , mit der der Ich-Erzähler in »Wittgensteins Neffe« seine »Lebensfreundin« bedenkt: »Aber in Wahrheit wäre ich auch ohne den Paul [...] nicht allein gewesen, denn ich hatte ja meinen Lebensmenschen, den nach dem Tod meines Großvaters entscheidenden für mich in Wien, meine Lebensfreundin, der ich nicht nur sehr viel, sondern offen gesagt, [...] mehr oder weniger alles verdanke« (Bernhard 2008, 223f.).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Thomas Northoff (* 1947), österr. Schriftsteller, beendet seinen Roman »… stets ein leichtes Hungergefühl« (1981), der den Alltag eines Gefängnisinsassen schildert, mit den Worten: »Geschrieben auf Koflers Schreibmaschine« (Northoff 1981, 178).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Kofler bezieht sich hier erneut auf den Bericht über die Feier am Ulrichsberg: »Durch eine Lautsprecheranlage ertönt in Direktübertragung von der Feier auf dem Berg das Lied ›Ich hatt’ einen Kameraden‹, dazwischen Ehrenschüsse« (11/W4/S1). Das »Lied vom guten Kameraden« – besser bekannt unter der ersten Liedzeile »Ich hatt einen Kameraden«, 1806 von Ludwig Uhland (1787–1862) gedichtet, 1825 von Friedrich Silcher (1787–1862) vertont – ist traditionell Teil militärischer Trauerfeiern der deutschen Bundeswehr und des österreichischen Bundesheers.

TopographieBergPersonAutorIn/JournalistInMusikerInMedienMusik

Kofler zitiert aus dem Gedicht »Germanenschabbes« des österr. Expressionisten Albert Ehrenstein (1886–1950): »Stahlhelmut! [/] Ich habe Pipi gemacht in den Wäldern!« (Ehrenstein 1961, 257). In diesem 1916 veröffentlichten Gedicht satirisiert der Dichter den Deutschnationalismus (»Nationalesel«) in seinen Auswüchsen und mit seinem Inventar: gemeinsame Ausflüge der »Wandervögel«, Insignien ( »Reichshakenkreuzbanner«) und eben die von Kofler zitierte Zeile, die das nationale Liedgut, das hier im »Schatten eines Wotanbartwisches« gesungen wird, lächerlich machen will.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Mit Dementia praecox wurden lange Zeit Geisteskrankheiten aus dem schizophrenen Formenkreis beschrieben. Der Schweizer Psychiater Eugen Bleuler ersetzte den Begriff 1911 durch den der Schizophrenie (Bleuler 1969, 391). s. Eintrag ›Schizophrene‹

PersonAutorIn/JournalistInMedien

Wendelin Schmidt-Dengler (1942–2008), österr. Germanist, ab 1980 Lehrstuhlinhaber für neuere deutsche Literatur an der Universität Wien; Kofler bezieht sich auf eine Rezension Schmidt-Denglers von »Üble Nachrede – Furcht und Unruhe«: »mit Sorge sehe ich, wie sich Kofler mit wütender Akribie in die österreichischen Kleinkriege verbeißt« (Schmidt-Dengler 1997).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Die Dreiteilung könnte auf den Titel eines der »Fäkaliendramen« Werner Schwabs – »Übergewicht, unwichtig: Unform«. (1991) – anspielen.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Robert Schneider (* 1961), österr. Schriftsteller; ihm widmet Kofler seine auf »Manker« folgende literarische Invektive.

PersonAutorIn/JournalistIn

Alexander Harbord Mitscherlich (1908–1982), deutscher Arzt, Psychoanalytiker, Schriftsteller

PersonAutorIn/JournalistIn

Kofler zitiert das Vorwort von »Soldat und Liebe« (»Die Schrift soll mithelfen, die Soldaten zur Sauberkeit zu erziehen«), verfasst von Generaltruppeninspektor Erwin Fussenegger. Fussenegger (1908–1986) war der erste Generaltruppeninspektor des Bundesheeres der Zweiten Republik. Die Schriftstellerin Gertrud Fussenegger war seine Halbschwester. »Dame mit Vergangenheit« bezieht sich auf ihre Nähe zum NS-Regime.

PersonPolitikerInAutorIn/JournalistIn

»Das Verbrechen eines Innsbrucker Kaufmannssohnes«: Erzählung (1965) von Thomas Bernhard

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»Masculin féminin« (1966, deutscher Untertitel: »Die Kinder von Marx und Coca Cola«): Film von Jean-Luc Godard nach Motiven der Novellen »La femme de Paul « (1881) und »Le signe« 81886) von Guy de Maupassant. Es gibt inhaltliche Parallelen zu Koflers Text: Nach seiner Entlassung vom Militärdienst trifft der Protagonist eine flüchtige Bekannte wieder, in die er sich verliebt. Es kommt zu verwickelten Liebeskonstellationen mit ihren Mitbewohnerinnen und am Schluss zum unvermittelten Tod des Hauptdarstellers. Der Film markiert Godards Wendung vom Spielfilm zum Essay-Film, der in einzelnen Episoden, Szenen, Einstellungen und über Zwischentitel einen »Bericht zur Lage der Jugend« inszeniert, die Verführung durch die Konsumwelt und falsche Träume (vgl. Krusche 1993, 352).

PersonSchauspielerIn/RegisseurInAutorIn/JournalistInMedienFilm/Fernsehen/RadioZitate

Wilhelm Müller (1794–1827), deutscher Dichter, dessen Bekanntheit vor allem von Franz Schuberts Vertonungen seiner Gedichtzyklen »Die schöne Müllerin« und »Die Winterreise« herrührt

PersonAutorIn/JournalistInMusikerInMedienMusik

Wilhelm Reich (s. Eintrag zu seiner Person) betonte den Zusammenhang zwischen kapitalistischen Institutionen und repressiver Sexualmoral, die auf Triebunterdrückung abziele, somit seine Anpassungsfähigkeit fördere und bestehende Klassenverhältnisse vor Veränderung bewahre (vgl. Verlinden 2015, 327).

PersonAutorIn/JournalistInMedien

Robert Schneider baut in seinen Roman »Die Luftgängerin« einen Kritiker namens Egmont Nigg ein, den »größten Fettwanst, den das Rheintal je hervorgebracht hat« (Schneider 1998, 46). Schneider verweist in einem Interview mit der deutschen Illustrierten »Stern« Ende 1997 darauf, dass die Figur eine reale Entsprechung in einem »unfaßbar fetten« Journalisten habe, der sich mehrmals abschätzig über ihn geäußert habe (Michaelsen 1997, 93). Auch in der Rezeption wurde »Nigg« entschlüsselt: »Eine wichtige Rolle spielt die hiesige Presselandschaft, […] weil der Kulturredakteur der NEUE [»Neuen Vorarlberger Tageszeitung«, Claudius Baumann] eine im doppelten Sinne gewichtige Rolle hat« (Mika 1998); »[tritt der] Kulturredakteur Claudius Baumann als der phäakische Kritiker Egmont Nigg« auf (Seiler 1997, 115).

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

»Der Prozess«: 1914/15 entstandener, unvollendeter und postum (1925) erschienener Roman von Franz Kafka

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Die »Kronen Zeitung« schrieb in einer Reportage zum Erscheinen von Robert Schneiders zweitem Roman »Die Luftgängerin« (1998): »In New York gewöhnte sich Robert, der auf manchen Bildern aussieht wie der Bruder von Schubert, eine schwarze Tarnkappe an« (Svoboda 1998, 23; im Nachlass vorhanden, 11/W16/S1).

PersonAutorIn/JournalistInMusikerInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Zitat aus der Polemik »Fahrende Sänger« (1907), in der sich Karl Kraus mit der Berichterstattung Wiener Blätter von der Amerika-Fahrt des Wiener Männergesangsvereins auseinandersetzt: »Doch wo Männer und Frauen auf einem Deck versammelt sind, darf ein intelligenter Berichterstatter nie versäumen, neben dem Appetit auch der zarteren Triebe zu gedenken, galante Spiele zu inszenieren und aufzuhorchen, wenn der Schneiderhan balzt.« (Kraus 1907, 5) Franz Schneiderhan (1863–1938), Hutfabrikant, 1899–1907 Vorstand des Männergesangsvereins, 1905–1908 Direktionsmitglied der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, 1926–1932 Generaldirektor der Österreichischen Bundestheater, 1935–1938 Präsident der Internationalen Stiftung Mozarteum (vgl. Santifaller u.a. 1994, 390).

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Im Grimm’schen Märchen »Rumpelstilzchen« sucht die Königin nach dem Namen des Männleins, am zweiten Tag sammeln ihre Kuriere die ungewöhnlichsten im ganzen Land ein und kommen auf das Ergebnis: »Rippenbiest, Hammelswade, Schnürbein« (Grimm 1825, 198).

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Möglicherweise Anspielung auf Reiner Kunze (* 1933), deutscher Schriftsteller, 1977 Ausbürgerung aus der DDR

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Anspielung auf Thomas Bernhards Roman »Frost« und dessen Hauptfigur, den Kunstmaler Strauch (s. Eintrag ›Maler Strauch‹)

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»Traum und Trauer des jungen H. Elf Stationen«: Theaterstück von Robert Schneider, Uraufführung am 20. 11. 1993 im Niedersächsischen Staatstheater Hannover. Schneider orientiert sich in diesem Dialektstück »in auffallender Weise an den Stationen der mythischen Vita Hitlers und geizt dabei nicht mit Hinweise auf vermeintliche Parallelen zum Leben Jesu« (Atze 2003, 58).

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»Ein Landarzt«: Erzählung von Franz Kafka (1917 entstanden, 1918 veröffentlicht) bzw. Buch mit der Erzählung gleichen Titels und dreizehn weiteren Prosatexten (1920); s. Eintrag ›Landarzt‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Leni ist der Name einer Protagonistin in Kafkas Roman »Der Prozess«.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Vom Fundevogel«: Märchen aus der Grimm’schen Sammlung der »Kinder- und Hausmärchen«. In der Geschichte heißt so ein Kind, das von einem Greifvogel aus dem Schoß der im Wald schlafenden Mutter auf einen hohen Baumstumpf geschafft und von einem Förster entführt wird, damit sein eigenes Kind ein Geschwister habe (vgl. Grimm 1825, 172–175). s. Einträge ›Lenchen‹ und ›Nach meinen Informationen‹

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»Ich hab’ dir nie einen Rosengarten versprochen « (orig. »I Never Promised You a Rose Garden«): Roman (1964) von Joanne Greenberg um eine an Schizophrenie erkrankte junge Frau. Der US-amerikanischen Regisseur Anthony Page verfilmte 1977 den Roman.

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Lenchen heißt die Tochter des Försters aus dem Grimm’schen Märchen »Vom Fundevogel«, dem er das Fundevogel genannte Findelkind zugesellt. Die beiden verbinden sich untrennbar miteinander und wehren mit Zauberkräften einen Anschlag der Haushälterin auf das Leben Fundevogels ab und töten diese.

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Kofler bezieht sich hier auf Robert Schneiders Interview in der deutschen Illustrierten »Stern«, in der er vom Aufwachsen bei seinen Pflegeeltern berichtete: »Bei uns zu Hause gab es kein Tischtuch, und wir hatten ein unsägliches Fallklosett. Wir haben uns mit Zeitungspapier den Hintern geputzt« (Michaelsen 1997, 94f.).

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Kofler spielt in dieser Passage auf Verhörsituationen in Kafkas »Prozess« an.

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Ein weiterer Bezug auf das »Stern«-Interview, in dem der Interviewer sich auf die Tätigkeit des Ziehvaters als Biervertreiber bezieht und Schneider antwortet: »In unserem Badezimmer stanken immer die leeren Bierflaschen, die er sortiert hat. Deshalb trinke ich bis heute keinen Alkohol« (Michaelsen 1997, 95).

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Anspielung auf Franz Kafka

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Gottfried Benn (1886–1956), deutscher Schriftsteller

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In dem »Stern«-Interview berichtet Schneider davon, gleich nach der Geburt in ein SOS-Kinderdorf gebracht worden zu sein (Michaelsen 1997, 95). Die Bezeichnung SOS steht für »Societas Socialis«, die Organisation wurde 1948 vom Vorarlberger Hermann Gmeiner (1919–1986) gegründet, 1949 entstand in Tirol das erste »Dorf« für Waisenkinder – die Organisation wurde bald international.

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Kofler zitiert hier aus der letzten Strophe von Franz Grillparzers Gedicht »Alpenszene«, das die »seligen Trotteln« in den abgeschiedenen Alpengegenden zum Gegenstand hat: »So leben sie friedliche Tage, [/] Erzeugen maulaffende Kinder, [/] Der Vater erneut sich im Sohne [/] Und ruhig auf Trottel den Ersten, [/] Wie Butter, folgt Trottel der Zweite.« (Grillparzer 1969, 257)

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Josef K.: Protagonist in Franz Kafkas Roman »Der Prozess«

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Möglicherweise Anspielung auf Alfred Döblin

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Franzobel (* 1967), österr. Schriftsteller, mit seiner Prosa »Die Krautflut« gewann er 1995 den Ingeborg-Bachmann-Preis.

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Figur im Theaterstück »Ein Sportstück« von Elfriede Jelinek, ein Alter Ego der Autorin. Die Uraufführung 1998 am Wiener Burgtheater inszenierte Einar Schleef.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInSchauspielerIn/RegisseurInZitateEreignis

Herbert Achternbusch (* 1938 als Herbert Schild), deutscher Schriftsteller und Filmregisseur; s. Eintrag ›Achternbusch‹

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Alice Schalek (1874–1956), österr. Journalistin, berühmt geworden durch ihre »Verewigung« im Theaterstück »Die letzten Tage der Menschheit« von Karl Kraus

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Kofler bezieht sich hier auf die »orgonotische (plasmatische) Strömung« in der Theorie Wilhelm Reichs, der damit »ein Gefühl des Fließens im Gewebe des Körpers« beschreibt, ein Zustand, wenn vegetative Energie nicht länger durch unterdrückte Gefühlszustände blockiert ist. In der Sexualität werden diese Erregungsströme als Lust erlebt (Stumm/Pritz 2000 , 670–671).

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Begriff der Freud’schen Psychoanalyse, mit dem die Beobachtung des Geschlechtsverkehrs der Eltern durch das Kleinkind bezeichnet wird (vgl. [red.] 2000)

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Die Uraufführung von Elfriede Jelinek Theaterstück »Ein Sportstück« unter der Regie von Einar Schleef fand am 23. 1. 1998 am Burgtheater statt. Legendär wurde der Kniefall des Regisseurs auf offener Bühne vor Direktor Peymann, als um 23 Uhr die Vorstellung noch nicht zu Ende war (nach diesem Zeitpunkt fallen hohe Überstundengebühren an) (vgl. Behrens 2003, 202). Am 15. März stand eine »Langversion« des Stücks auf dem Programm, zu dem die Zuschauer aufgefordert wurden, in Kostümen zu erscheinen.

PersonAutorIn/JournalistInSchauspielerIn/RegisseurInZitateEreignis

»Der Urschrei «(1973; orig. »The Primal Scream, «1970), in den 1970ern breit diskutierte Publikation des US-amerikanischen Psychologen Arthur Janov (1924–2017)

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Kofler bezieht sich auf den Tod des Kulturredakteurs Claudius Baumann. Dieser erlitt am 15. März 1998 im Taxi eine Herzattacke, nachdem er die Langversion von Jelineks »Sportstück« am Burgtheater besucht hatte (vgl. Freuis 1998).

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Kofler zitiert, paraphrasiert und verändert in diesem Abschnitt Auszüge aus Gerhard Roths»Winterreise« (1978), das »Protokoll einer Lebensverstörung« (Michaelis 1978) ohne Gattungsbezeichnung. Im Nachlass befindet sich die 1. Fortsetzung des Vorabdrucks in der Zeitschrift »Manuskripte« (Heft 57/1977) mit Annotationen Koflers.

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Hier und im Folgenden Bezug auf Roths»Winterreise«, wo die entsprechende Passage lautet »Er öffnete die Schamlippen und blies den Atem aus. Er wollte, daß sie sein Atemgeräusch hörte und blies weiter und zog die Schamlippen so weit auseinander, als es möglich war. […] Nagl griff nach der Weinflasche und zog den Korken heraus« (Roth 1977, 19).

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Claudius Baumann (1955–1998), promovierte 1986 über »Texte zeitgenössischer Rockmusik«, ab 1991 Kulturredakteur der NeuenVorarlberger Tageszeitung, bekannt für seine zugespitzten, scharfzüngigen Kommentare, mit denen er auch die Literatur Robert Schneidersbedachte.

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Möglicherweise Anspielung auf das Märchen »König Drosselbart« der Gebrüder Grimm

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Robert Schneider behauptet im »Stern«-Interview am 31. 12. 1997, dass der Kulturredakteur, der sich hinter seiner Figur Nigg verberge, in einem Beitrag für die Grazer »Kleine Zeitung« gefordert habe, er gehöre erschossen (Michaelsen 1997, 93). Schneider gibt das genau Datum der Ausgabe an (17. 12. 1993) – dort findet sich kein entsprechender Beitrag. Claudius Baumann schreibt in einer Entgegnung im Jänner 1998: »Was Schneider gemeint und als Ausgangspunkt für seine Fälschung und Lüge verwendet haben könnte, ist folgende Passage eines Interviews mit dem Schriftsteller Werner Kofler, welches [er] am 18. Dezember 1994 (!) der Klagenfurter (!) ›Kleinen Zeitung‹ gegeben hat« (Baumann 1998). Baumann zitiert dann aus dem Interview jene Passagen, auf die sich auch Kofler hier bezieht: »Das könnt’s schreiben: Der Robert Schneider ist eine Arschgeige, der gehören Wörter wie Thomas Bernhard, Elfriede Jelinek, nehmen Sie das genau, zum Mund herausgeschossen. [/]Womit? [/] Na, mit der Spritzpistole oder so. Zeichen und Bedeutung, versteht's nicht? [...] Was werfen Sie ihm vor? [/] Daß er sich mit ›Schlafes Bruder‹ in die Literatur hineingeschlichen hat. Mit einem unsäglichen Schundroman, nicht?« (Rieger/Patterer 1994, 50)

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»Der Froschkönig«, Märchen der Gebrüder Grimm

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Der »Kulturverein Perchtoldsdorfer Kreis« war eine lose Vereinigung um den Journalisten Christian Ankowitsch und den Karikaturisten Tex Rubinowitz. Die am 14. 9. 1999 stattfindende Performance »Hermann Nitschfür Kinder« verantworteten maßgeblich die beiden Radiomitarbeiter Fritz Ostermayer und Thomas Edlinger. »Statt Blut fließen Ketchup, Tiramisu und Mayonnaise, statt Tierkadaver werden Plüschteddybären ausgeweidet und mit Fruchtsaft getränkt« (Paterno 2013, 157).

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»Die Prinzessin auf der Erbse«, Märchen von Hans Christian Andersen

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Am 16. 1. 1998 war »großer Robert-Schneider-Tag in der österreichischen Bundeshauptstadt« (Reiterer 1998): vormittags eine Pressekonferenz im Burgtheater, abends eine Lesung aus der »Luftgängerin« im Akademietheater. »Erstmals weilte auch der amtierende Bundespräsident [Thomas Klestil] bei solch einer Lesung im Publikum« (ebd.).

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»An Anna Blume« (1919), Gedicht von Kurt Schwitters (1887–1948). Schwitters schrieb mehrere Versionen; eine davon verbreitete er 1920 als Werbung für seinen neuen Gedichtband an den Litfaßsäulen seines Wohnortes Hannover.

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Kofler bezieht sich hier vermutlich auf den Nachruf auf Ingeborg Bachmann in der »Süddeutschen Zeitung«, »Ganz scheu und ganz bestimmt« von Joachim Kaiser. Kaiser (1928-2017), Professor für Musikgeschichte an der Hochschule für Musik und Darstellende Künste in Stuttgart, war seit 1959 leitender Redakteur bei der »Süddeutschen Zeitung « und »jahrzehntelang der wohl einflussreichste deutsche Musikkritiker«, schrieb die »SZ« im Nachruf auf ihren Feuilleton-Leiter (Kreye 2017).

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Rainer Maria Rilke (1875–1926), in Prag geborener deutschsprachiger Lyriker

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Albert Ehrenstein (1886–1950), Lyriker und Erzähler, Sohn jüdisch-ungarischer Eltern, verfolgt, emigriert, Kontakt zu Vertretern des Expressionismus wie Werfel, Benn, Lasker-Schüler; publizierte u.a. in Karl Kraus’ »Fackel«

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»Moby Dick« (1851): Roman von Herman Melville

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Anspielung auf Captain Ahab, den monomanischen Kapitän der »Pequod« in Herman Melvilles Roman »Moby Dick«

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Michael Scharang (* 1941), österr. Schriftsteller, veröffentlichte 1992 den Roman »Auf nach Amerika«

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»Waren, Körper, Sprache: der verrückte Diskurs der Frauen« (1976): Das erste auf Deutsch erschienene Buch von Luce Irigaray ist eine Sammlung ausgewählter Interviews und Aufsätze. Ihr theoretisches Hauptwerk »Speculum de l’autre femme« (1974) beeinflusste die feministische Bewegung in Frankreich; die deutsche Übersetzung erschien erst 1980 bei Suhrkamp.

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Anspielung auf den Namen Piffl-Percevic, dessen prominentester Träger Theodor Piffl-Perčević (1911–1994) war, 1964–1969 österr. Unterrichtsminister. Bekannt ist heute Piffl-Perčević als jener Minister, der Thomas Bernhards berühmte Rede zur Verleihung des »Kleinen Staatspreises« 1968 erbost verließ – worüber Bernhard in »Wittgensteins«»Neffe« schrieb.

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Luce Irigaray (* 1930), französische Psychoanalytikerin und Kulturtheoretikerin, deren zentrale These im Begriff des Phallogozentrismus zusammengefasst werden kann, in der von ihr konstatierten allgemeinen Wahrnehmung der Frau als Spiegel des Mannes, nicht als eigenständiges Geschlecht in der Literatur.

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In ihrem Essay »Frauenmarkt« stellt Irigaray als Merkmal der gesellschaftlichen Ordnung fest, »daß die Männer oder die Männergruppen unter sich die Frauen zirkulieren lassen« (Irigaray 1979, 177). Auch in »Waren untereinander« im selben Band – »Das Geschlecht, das nicht eins ist« – formuliert sie diese These: »Frauen, Zeichen, Waren, Geld werden stets von einem Mann zum anderen weitergereicht […]« (Irigaray 1979, 199).

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Theaterstück (»Gas Light«, 1938) von Patrick Hamilton (1904–1962), mehrere Verfilmungen, darunter »Das Haus der Lady Alquist« (»Gaslight«, 1944) mit Ingrid Bergman

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Bezug zu Irigarays Essay »Frauenmarkt « und »Waren untereinander«

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Bezug zu Irigarays Essay »Frauenmarkt und Waren untereinander«

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