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»Kommentar«: sämtliche Stellenkommentare der Bände I–V der Printausgabe
»Hörspiele«: 15 von Koflers insgesamt 23 produzierten Hörspielen zum Anhören, zwei davon zusätzlich als Hörspieledition
»Film«: Video und »Partitur« von Werner Koflers Film Im Museum (1991)
»Forschung«: zwei Hörspieleditionen sowie drei Tools zu Koflers Textwelten (»Geografie«, »Ereignisse« und »Textnetzwerke«)

Kommentar



Werk 1

Werk 2

Werk 3

Werk 4

Werk 5

Zitat aus einer wohlwollenden Besprechung der Lesung Koflers (»eine einzigartige Begabung«) am 3.10. 1967 in der »galerie junge generation« in Innsbruck (gegründet von Leander und Konstantin Kaiser): »der konkrete Werner Kofler gibt schwarze Kaskaden von Worten, die knapp über ihren Entstehungsgrund hängen, Hirnlandschaften formen, Erinnerungen antasten, Klüfte weiten und schließen, zum Erleben auf«. Die mit dem Kürzel »–ch« unterfertigte Rezension hat sich – ohne Datumsangabe, mit dem handschriftlichen Vermerk »AZ« [Arbeiter-Zeitung?] – im Kofler-Nachlass (125/S1) erhalten.

TopographieOrtschaft

»Das« Großelend: Bezeichnung des hinteren Maltatals in den östlichen Hohen Tauern; »der« Großelend: Großelendkopf (3317 m), der Hochalmspitze nördlich vorgelagert. Wenn sich Kofler bei der Auswahl der Berge auch auf die Topographie der Hohen Tauern in Oberkärnten und Osttirol konzentriert, hat er sich wohl an der Kuriosität oder Onomatopoesie der Namen orientiert.

TopographieBerg

In den Notizen und Vorarbeiten zu »Der Hirt auf dem Felsen« im Nachlass findet sich ein kleiner Zeitungsausschnitt (ohne Datum und Quellenhinweis) mit dem Titel »Witz war tödlich« und folgenden Inhalts: »Einen Witz erzählte Sonntag der deutsche Bergsteiger Hans Kuhn beim Abstieg vom Lamsenjoch im Tiroler Karwendelgebirge. Als er sich beim Erzählen zu seinem Kameraden umdrehte, stürzte er 30 m ab. Er war sofort tot.«

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TopographieBerg

»Sturm über Kreta«: Titel einer 24-teiligen Artikelserie in der Kärntner »Volkszeitung«, einem 1945–1990 erschienenem Blatt der ÖVP. Autor war ein Mitarbeiter der Zeitung, Ingomar Pust (1912–1998), ein Weltkriegsteilnehmer, der in mehreren Büchern über die »Heldentaten« der Deutschen Wehrmacht und die »totgeschwiegenen« Tragödien schrieb. In »Sturm über Kreta« schreibt Pust über offensichtlich persönliche Erinnerungen an »das erste große Luftlandeunternehmen der Kriegsgeschichte«, die Okkupation der Insel durch die Wehrmacht 1941 – zuvor geht es Pust allerdings in den ersten drei Serien darum, aus aktuellem Anlass (genau 35 Jahre später) die Zerstörung der italienischen Abtei Monte Cassino als »Barbarenakt der Alliierten« zu brandmarken und die Rettung von Kulturgütern aus den Ruinen durch Fallschirmjäger der Wehrmacht als »kulturelle Großtat« zu feiern (Pust 1979). Elf Jahre nach dem »Serienbericht« (1979) nahm Pust die Erinnerungen unter selbem Titel als Kapitel in sein Buch »Österreicher im Feuer« auf (vgl. Pust 1988).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Kofler bezieht sich in diesem keinem Urheber zugedachten Zitat auf den seit 1977 jährlich abgehaltenen Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb (seit 2001 »Tage der deutschsprachigen Literatur«) in Klagenfurt. Bezeichnet sich in Österreich sonst gerne Graz als »heimliche Hauptstadt der Literatur« (vgl. Straub 2019, 5f.), bezieht Klagenfurt dieses Signet im Rahmen des medialen Trubels um diese Veranstaltung auf sich. Der Spruch kann als Allgemeingut gelten, von Humbert Fink (s. Eintrag ›Humbert Fink‹) ist er überliefert (vgl. Liepold-Mosser 2005, 318).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Ab März 1943 wurden an der Loiblpassstraße Lager als Außenstellen des Konzentrationslagers Mauthausen für den Bau des Loibltunnels errichtet, um die Verbindung zwischen Kärnten und Slowenien zu verbessern. Kofler folgt, teils wortwörtlich, der Darstellung von Walzl: »Beide Lager befanden sich in unmittelbarer Nähe der Stollenausgänge, das Südlager davon etwas weiter entfernt als das Nordlager« (Walzl 1985, 49).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Für ihre Eisrinnen und die »Felsgendarmen« (Blocktürme) am Grat bekannte vier Erhebungen (3117–3163 m) in der Schobergruppe

TopographieBerg

Richtige Benennung: Ludwig-Boltzmann-Institut zur Erforschung der Missbildungen des Nervensystems – 1968 ins Leben gerufene Institution zur neuropathologischen Beforschung des in der Prosektur des psychiatrischen Krankenhauses der Stadt Wien vorhandenen weltweit größten »Materialbestandes« an Gehirnen »mit angeborenen Entwicklungsstörungen und frühzeitig erworbenen Schäden« (Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft 1968). In diese Sammlung integriert waren Präparate von Kindern, die 1940–1945 in der »Jugendfürsorgeanstalt« »Am Spiegelgrund« im Zuge der »Euthanasie« und medizinischer Versuche (unter Beteiligung von Heinrich Gross) ermordet wurden. Gross, Leiter dieses Boltzmann-Instituts seit seiner Gründung, trat 1989 von dieser Funktion zurück. Die Gehirnpräparate der getöteten Kinder wurden 2002 bestattet.

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistIn

Handelsattaché: Botschaftsmitarbeiter mit Wirtschaftsagenden; da Istanbul und nicht die Hauptstadt Ankara das wirtschaftliche Zentrum der Türkei ist, unterhält die österreichische Wirtschaftskammer dort eine Außenhandelsstelle (heute: »Außenwirtschaftscenter«) – mit dem »stellvertretenden Handelsattaché« könnte also ein Mitarbeiter der Wirtschaftskammer gemeint sein, der als Stellvertreter des Handelsdelegierten nach Istanbul entsandt wurde und bei der österreichischen Botschaft in der genannten Funktion mitnotifiziert war.

TopographieOrtschaft

Bezug wahrscheinlich zum gleichnamigen (mittlerweile geschlossenen) traditionsreichen Gasthof in Obermillstatt

TopographieOrtschaft

Ortschaft nordöstlich des Stadtzentrums von Villach, 1973 eingemeindet

TopographieOrtschaft

Ioan Holender (* 1935), rumänisch-österreichischer Sänger und Künstleragent; von 1992 bis 2010 Direktor der Wiener Staatsoper und der Volksoper Wien (bis 1996)

TopographieOrtschaftPersonMusikerIn

Vernichtungslager in der Nähe des Dorfes Treblinka nordöstlich von Warschau

TopographieOrtschaft

Der größte Stadtbrand im antiken Rom ereignete sich im Jahr 64 unter der Regenschaft Neros.

TopographieOrtschaft

Michael Krüger (* 1943), Schriftsteller, 1968–1986 Verlagslektor beim Münchner Hanser-Verlag, 1986–2013 Leiter des Verlags, 1973 Mitbegründer der Münchner Autorenbuchhandlung; Krüger und Kofler haben einander über Klaus Wagenbach kennengelernt, Kofler wohnte bei seinen München-Aufenthalten in den 1970er Jahren manchmal bei Krüger. Das an Krüger gerichtete »Buchexposé« spricht dafür, dass Kofler an eine Veröffentlichungsmöglichkeit bei Hanser dachte. Michael Krüger meint im Rückblick, dass eine solche Veröffentlichungsoption durchaus bestanden hätte, sich die Freundschaft aber nicht so lange halten konnte (vgl. Krüger 2021).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Jakob Mörtl (1924–2016), 1976–1981 Villacher Bürgermeister (SPÖ)

TopographieOrtschaftPersonPolitikerIn

Der 1882 errichtete und 1919–1925 vergrößerte Bahnhof Friedrichstraße war nach der Errichtung der Mauer der meistfrequentierte Grenzübergang zwischen West- und Ost-Berlin. Die 1962 eröffnete, dem Bahnhof nördlich vorgelagerte Ausreisehalle wurde als »Tränenpalast« zum Symbol der mit menschlichen Schicksalen verknüpften Trennung der beiden Landesteile (heute Museum). Das von Kofler beschriebene strenge Grenzregime an der »Grenzübertrittsstelle« Friedrichstraße mit seinen einschüchternden Ritualen war für BesucherInnen aus dem Westen unangenehm, die starke Bewachung diente aber in erster Linie der Vereitelung von Fluchtversuchen aus der DDR (vgl. Springer 2013).

TopographieOrtschaft

In »Herbst, Freiheit« verweist Kofler mehrfach auf das 1911 fertiggestellte Parkhotel Villach und seine prunkvolle Ausstattung (s. Eintrag ›Auch das angebaute Konzerthaus‹). Das Hotel, »eines der größten gastwirtschaftlichen Etablissements der Monarchie« (Anthofer/Lex 1999, 30), wurde bis 1988 betrieben, stand danach lange Zeit leer und wurde nach einem Brand 1998/99 renoviert. Seitdem besteht im Gebäude ein Nutzermix aus Wohnungen, Geschäften, Veranstaltungsräumen, Arztpraxen und einem Café.

TopographieOrtschaft

1962 wurde das Museum des 20. Jahrhunderts (»20er Haus«) im Wiener Schweizergarten eröffnet. Das von Karl Schwanzer entworfene Gebäude diente 1958 als Österreich-Pavillon auf der Weltausstellung in Brüssel.

TopographieOrtschaft

Helmut Horten erwarb in der Ortschaft Sekirn am Wörthersee das ehemalige Schloss Windischgraetz und ließ es nach seinen Vorstellungen umbauen.

TopographieOrtschaftPersonUnternehmerIn

Kleines Tal, das zwischen Oswaldiberg und Wollanig vonVillachnach Treffenführt.

TopographieOrtschaft

Siedlung und Pfarre im Innsbrucker Stadtteil Hötting. Der Name stammt der Legende nach von einer »Allerheiligenkapelle« aus dem 8. Jahrhundert, die später durch die von Innsbrucker Bürgern errichtete Allerheiligenkirche ersetzt worden sei (Forcher 2008, 71)

TopographieOrtschaft

Sankt Peter in Holz: Dorf wenige Kilometer westlich von Spittal an der Drau

TopographieOrtschaft

Lübeck: Geburtsort des Schriftstellers Thomas Mann (1875–1955). Thomas Mann schrieb sein Leben lang Tagebücher. Die noch vorhandenen und heute veröffentlichten Tagebücher umfassen die Zeiträume von September 1918 bis Dezember 1921 und von März 1933 bis Juli 1955. Sie wurden – entsprechend einer Verfügung des Autors – erst 20 Jahre nach seinem Tod, ab 1975, veröffentlicht und bestehen neben Ausführungen zur Entstehung seiner Werke und Einblicken in sein Privatleben aus zahlreichen lapidaren Vermerken zu alltäglichen Rahmenbedingungen (Wetter) und eigenen (körperlichen) Befindlichkeiten. Zwischen Notizen über Korrespondenzen, Lektüren und gesellige Zusammenkünfte vermerkt Mann auch Hochzeiten und Todesfälle. Diese Mischung inspirierte Kofler wohl zu seiner Persiflage.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Anstiegsvariante auf die Hochalmspitze (3360 m), die höchste Erhebung der Ankogelgruppe in den Hohen Tauern, durch einen Klettersteig für erfahrene Alpinbergsteiger zugänglich gemacht

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TopographieBerg

Höchste Erhebung der Goldberggruppe in den Hohen Tauern (3254 m)

TopographieBerg

In den Hohen Tauern gibt es zwei Berge dieses Namens: den Rauriser (auch Hoher Sonnblick, Goldberggruppe, 3106 m) und den Stubacher Sonnblick (Granatspitzgruppe, 3088 m).

TopographieBerg

Sinfonieorchester mit Sitz in Leipzig; es gilt als weltweit größtes Berufsorchester und ältestes bürgerliches Konzertorchester im deutschsprachigen Raum und ist nach dem im 18. Jahrhundert in einem Nebengebäude der Gewerbehalle der Tuchhändler (»Gewandhaus«) errichteten ersten Leipziger Konzertsaal benannt

TopographieOrtschaft

Mit der Verbindung der Begriffe tot/Tod und Ackermann dürfte Kofler auf das bekannte spätmittelhochdeutsche Werk »Der Ackermann aus Böhmen« (1400/1401) von Johannes von Tepl (um 1350–1414) anspielen – und von Böhmen nach Mähren, nach Ostrava, die zweitgrößte Stadt Mährens, transponieren (s. Eintrag ›Der Ackermann aus Böhmen!‹).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Otto Scrinzi (1918 – 2012), Studium der Medizin, ab 1940 Mitarbeit am Innsbrucker »Institut für Erb- und Rassenbiologie«. Seit 1950 arbeitete er als Nervenfacharzt und war von 1955 bis 1983 Primararzt an der psychiatrischen Männerabteilung des Landeskrankenhauses Klagenfurt; Scrinzi war SA- und NSDAP-Mitglied, 1949 – 1956 Landtagsabgeordneter und Landesobmann des »Verbandes der Unabhängigen«, der Vorgängerpartei der FPÖ, 1966 bis 1979 Nationalratsabgeordneter der FPÖ, 1986 Kandidatur bei der Bundespräsidentenwahl. s. Eintrag »der Irrenarzt und Erbgesundheitspfleger Scrinzi«

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistIn

Landskron: Ortsteil von Villach, im Nordosten der Stadt Richtung Ossiacher See gelegen

TopographieOrtschaft

Hanns-Ulrich Hermann, ein Mediziner, mit dem sich Kofler in den 1970er Jahren anfreundete, erinnert sich an einen Aufenthalt von Kofler (gemeinsam mit Auguste Kronheim) im Ferienhaus seiner Eltern in Sierksdorf an der Lübecker Bucht im Juni 1980 (s. Eintrag ›Sierksdorf‹). Den Untertitel »Aus dem protestantischen Gemeindeleben« führt Hermann »höchstwahrscheinlich« auf den im Haushalt seiner Eltern ausliegenden »Evangelischen Gemeindebrief« zurück (Hermann 2021).

TopographieOrtschaft

Marian Lankowitz: Wallfahrtsort bei Köflach in der Weststeiermark

TopographieOrtschaft

Johann Friedrich Perkonig (1890–1959), österr. Schriftsteller; mit deutschnationalem Gedankengut kam Perkonig während seines Besuchs der Lehrerbildungsanstalt in Klagenfurt (bis 1912) in Kontakt, als 16-Jähriger trat er der Burschenschaft »Normannia« bei (er blieb lebenslang Mitglied, vgl. Baur/Gradwohl-Schlacher 2011, 187). Er war aktiv am Kärntner »Abwehrkampf« 1918–1920 beteiligt; ab 1922 war er in der Lehrerausbildung tätig (in dieser Funktion war er 1944/45 einer der Lehrer von Ingeborg Bachmann), im Austrofaschismus wurde ihm 1935 der »Große österreichische Staatspreis« zuerkannt, er hatte politische Ämter inne, zugleich sympathisierte er mit dem Nationalsozialismus, was etwa der von ihm herausgegebenen Publikation »Deutsche Ostmark. Zehn Dichter und hundert Bilder lobpreisen Österreich« (1936) abzulesen war. Nach dem »Anschluss« wurde er Obmann der Kärntner Teilorganisation der Reichsschrifttumskammer und hatte publizistisch Erfolg, sein Antrag auf NSDAP-Mitgliedschaft wurde allerdings trotz mehrfachen Anlaufs abgelehnt. (s. Eintrag ›Johann-Friedrich-Perkonig-Gesellschaft‹)

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Ab März 1943 wurden an der Loiblpassstraße ein Lager als Außenstellen des Konzentrationslagers Mauthausen für den Bau des Loibltunnels errichtet, um Kärnten mit Slowenien zu verbinden. Kofler folgt, teils wortwörtlich, der Darstellung von Walzl: »Beide Lager befanden sich in unmittelbarer Nähe der Stollenausgänge, das Südlager davon etwas weiter entfernt als das Nordlager« (Walzl 1985, 49). s. Eintrag »Die Baracken der beiden Lager befinden sich neben den Stolleneingängen, diesseits und jenseits des Gebirges, an der alten Paßstraße.«‹

TopographieOrtschaft

»Vorbild« war hier die »Verbrecherfamilie« Urbanz, wohnhaft im obersteirischen Spielberg bei Knittelfeld, deren Mitglieder in den 1980er und 1990er Jahren brutale Verbrechen verübten – die Familie Urbanz kommt auch in »Herbst, Freiheit«, »Üble Nachrede – Furcht und Unruhe« sowie »Manker« (s. Eintrag ›Die Verbrecherfamilie Urbanz aus Lind bei Knittelfeld‹) vor.

TopographieOrtschaft

Heide- und Waldlandschaft im Nordosten Niedersachsens. Sie ist nach der Stadt Lüneburg benannt und umfasst den Hauptteil des früheren Fürstentums Lüneburg.

TopographieOrtschaft

Am 10. Oktober 1932 fand in Villach der »Gauparteitag« der NSDAP Kärnten statt (vgl. Valentin 2009, 61).

TopographieOrtschaftEreignis

Wandertage der Villacher Schulen führten häufig in den Eichholzgraben und zum damaligen Gasthaus Kneschaurek (auch Eichholz-Wirtshaus genannt), das auf einer Anhöhe nördlich des Oswaldibergs über Treffen lag (vgl. Lang 2021), seit Mitte der 2000er Jahre nicht mehr betrieben.

TopographieBerg

Die Bezeichnung »Allerheiligenhöfe« für die Innsbrucker Siedlung wird synonym mit »Allerheiligen« benützt – die Station der 1912 fertiggestellten Mittenwaldbahn etwa heißt »Allerheiligenhöfe«. Hötting (bzw. »Hettingen«) war ein geschlossenes Dorf, die »Allerheiligenhöfe« waren Einzelhöfe (vgl. Forcher 2008, 71)

TopographieOrtschaft

Kärntner Dorf am Fuße der Turracher Höhe

TopographieOrtschaft

1947 standen zwölf Aufseher der beiden Loiblpass-Lager vor einem britischen Militärgericht in Klagenfurt. »Die Anklage bezog sich auf Tötung von Häftlingen durch Erschießen, i.e. unter anderem absichtliches Hinausjagen über die Lagergrenze mit nachfolgender Erschießung durch Wachen […].« (Walzl 1985, 51)

TopographieOrtschaftEreignis

Böse Nase (2228 m): Kärntner Berggipfel in der Reißeckgruppe der Hohen Tauern

TopographieBerg

»Snobistische« Variante des Toponyms Klagenfurt, s. Gedicht »clagenfocht (snobism)«

TopographieOrtschaft

Ehemaliges Palasthotel in Bad Gastein, 1906–1909 errichtet, mit 160 Zimmern eines der größten Hotels der Monarchie. In den 1980ern versuchte man mit Renovierung und aufwändigen Veranstaltungen den Niedergang aufzuhalten, Mitte der neunziger Jahre wurde das Hotel aufgelassen und in Eigentumswohnungen umgewandelt, bis Ende 2015 war hier zudem das Casino Bad Gastein untergebracht. s. Eintrag ›Fotografien mit gezacktem Rand‹

TopographieOrtschaftMedien

Hohe Leier (2774 m): Kärntner Berggipfel in der Reißeckgruppe der Hohen Tauern

TopographieBerg

Anspielung auf Ernst Lerch (1914–1997), der als Adjutant von Odilo Globocnik an zentraler Stelle an der »Aktion Reinhard«, der Vernichtung der polnischen Juden, beteiligt war und ab 1950 das Klagenfurter Tanzcafé Lerch betrieb (s. Eintrag ›Tanzcafé Lerch‹).

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistIn

Möglicherweise Anspielung auf die Erzählung »Schatten über Innsmouth« (1926 erstmals erschienen) des US-amerikan. Schriftstellers Howard Phillips Lovecraft (1890–1937); zu Treuchtlingen siehe auch den Abschnitt »In Treuchtlingen« in »Am Schreibtisch«, wo Kofler unter anderem auf den 1946 in Treuchtlingen geborenen deutschen Schriftsteller Ludwig Fels anspielt (s. Eintrag »Treuchtlingen, Fels«)

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Der junge Werner Kofler las am 22. April 1968 im Salzburger Literaturforum »Leselampe«. In einer Besprechung der Lesung im »Salzburger Volksblatt«stand zu lesen, dass das »etwas verwirrte Publikum« um einen »Leitfaden zum Prosatext« gebeten und »mit dem Hinweis: ›Assoziatives Delirium‹« erhalten habe (Carsten 1968).

TopographieOrtschaftMedienZeitung/Zeitschrift

Im Jahre 146 v.u.Z. wurde die griechische Stadt Korinth von römischen Truppen dem Erdboden gleich gemacht und alle Einwohner versklavt – die Stadt hatte sich gegen Rom gestellt. Im Dritten Punischen Krieg wurde im selben Jahr das nordafrikanische Karthago völlig zerstört.

TopographieOrtschaft

Genau genommen lebten Kofler und Auguste Kronheim 1969 im Ortsgebiet von Kirchberg ob der Donau, im Ortsteil Point, direkt am Donauufer. Allerdings war Untermühl, auf der anderen Seite der Einmündung der Großen Mühl gelegen, das nächstgelegene Dorf.

TopographieOrtschaftEreignis

Arena 70: Programmschiene der Wiener Festwochen 1970, Ort: Museum des 20. Jahrhunderts, Organisator: Wolfgang Lesowsky, Präsentator der AutorInnen: Alfred Treiber; jeden Abend gab es ein Nonstop-Programm in den Bereichen »Musiktheater und Ballett«, Schauspiel (u.a. Artmanns »Off to Liverpool«, Unger/Thurnhers »Stoned Vienna«), Musik sowie »Österreichische Autoren« (dabei kamen insgesamt 55 AutorInnen zum Zug, von Achleitner, Adrian, Altmann und Artmannüber De Christel [sic] und Prießnitz [sic] bis Weibel und Wiener). Die »Arena« wurde in der Folge zu einem festen Bestandteil der Wiener Festwochen, berühmte wurde sie 1976 durch die Besetzung des »Auslandsschlachthofes«.

TopographieOrtschaftPersonSchauspielerIn/RegisseurInAutorIn/JournalistInZitate

An der Drau gelegener nördlicher Vorort von Villach (Draukraftwerk Rennstein)

TopographieOrtschaft

Hötting: nordwestlich der Innenstadt gelegener Stadtteil von Innsbruck am Fuße der Nordkette, 1938 eingemeindet

TopographieOrtschaft

Ortschaft im Rosental

TopographieOrtschaft

Am Nationaltheater in Prag gab es von Mai 1939 (Premiere) bis Februar 1944 30 Aufführungen von Mozarts »Zauberflöte« .( Panenková 2016)

TopographieOrtschaftPersonMusikerInMedienMusik

Das Geschäft »Moden und Trachten Fian« existiert heute noch in Millstatt. Es besteht keine verwandtschaftliche Beziehung zur Familie des Schriftstellers Antonio Fian.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Vom Kärntner Ort Millstatt aus führt ein Wanderweg, der sogenannte Schluchtweg, auf die Schwaigerhütte auf 1625 Meter Seehöhe. Der Weg ist in drei Themenabschnitte eingeteilt, der letzte Teil zur Hütte wird als »Kneipp- und Biotrainingswanderweg« geführt (www.wandern.com/oesterreich/kaernten/millstaetter-see/wandernwege/millstaetter-alpe/schluchtweg/ [21.5.2019]).

TopographieOrtschaft

Mehrere Mitglieder der Familie Urbanz, wohnhaft im obersteirischen Spielberg bei Knittelfeld, verübten seit den 1980er Jahren brutale Verbrechen (vgl. [red.] 2016), [red.] 2010).

TopographieOrtschaft

»A bisserl Herzlichkeit [/] A bisserl Gefühl [/] Das bringt Dich immer weit [/] Und kost net viel« (www.lyrix.at/t/kastelruther-spatzen-a-bisserl-herzlichkeit-5ea, 25.5.2019): Lied der 1975 im Südtiroler Kastelruth gegründeten Musikgruppe, die mit ihren volkstümlichen Schlagern großer Erfolge feiern. Nach eigenen Angaben bekam die Gruppe 2015 eine Trophäe für 15 Millionen verkaufter Tonträger zuerkannt (www.kastelrutherspatzen.de/index.php/band/auszeichnungen, 25.5.2019).

TopographieOrtschaft

Johann Friedrich Perkonig schrieb im Essay »Leben an der Grenze«»–« 1935 als Nachwort der Erzählung »Der Guslaspieler« erschienen (1942 neu aufgelegt) – als »Deutscher in Kärnten« über das Leben »zwischen Deutschland und Slawenland« (Perkonig 1965, 41). Er schreibt über das intensive Heimweh, das er im Juni 1919 empfunden habe, als er sich nach dem Vorstoß der »Südslawen« bis Klagenfurt (gemeint sind die Truppen des SHS-Staats) im Drautal verschanzen musste und voller Todesgedanken auf seine »verlorene Heimat« blickte. Dieses Heimweh ist die »Glut«, von der er in der Folge spricht: »Man muß durch solche Glut hindurch, man muß selber geglüht haben, um später dann kühl und bedächtig zu bleiben. Solche Kühle ist dann etwas völlig anderen als eine Kälte von Anbeginn. Es lebt in ihr nämlich geheimnisvoll die Erinnerung an der Feuer« (Perkonig 1965, 45).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Turracher Höhe oder auch die Turrach bezeichnet eine Ortschaft, einen Alpenpass und eine Landschaft in den Gurktaler Alpen in Österreich.

TopographieOrtschaft

1969 war der burgenländische Ort Donnerskirchen für Kronheim und Kofler eine kurze Zwischenstation auf der Übersiedlung nach Wien.

TopographieOrtschaftEreignis

Adolf Scherer (* 1932), seit den 1970er Jahren für knapp ein Vierteljahrhundert Kulturreferent der Stadt Villach

TopographieOrtschaft

Nördlicher Vorort von Villach, 1974 eingemeindet

TopographieOrtschaft

Die Innsbrucker Stadtregierung beschloss 1940, wesentliche Buslinien des öffentlichen Verkehrs in der Stadt wegen Treibstoffmangels auf elektrischen Oberleitungsbetrieb umzustellen. Im Sommer 1944 wurden drei Linien eröffnet. In den 1960er Jahren beschloss man, den O-Bus-Betrieb auslaufen zu lassen, die letzte Linie wurde erst 1976 eingestellt. Die von Kofler erwähnten O-Busse gehören zur Linie A zwischen Hötting und Amras (1969 eingestellt, vgl. Kreutz 1991, 264). 1988–2007 folgte eine zweite Betriebsperiode mit O-Bussen in Innbruck.

TopographieOrtschaft

Wahrscheinlich spielt Kofler hier auf Volkmar Haselbach (1909–1976) an, einen Kärntner Schriftsteller, der ab 1938 einige Veröffentlichungen aufzuweisen hat, aber eher eine Außenseiterposition in der lokalen Literaturszene der NS-Zeit eingenommen haben dürfte (vgl.Baur/Gradwohl-Schlacher 2011, 143). 1954 wurde er Landesschulinspektor für Volks-, Haupt- und Sonderschulen. Sein Bruder, Harald Haselbach, war Koflers Lehrer an der Klagenfurter Lehrerbildungsanstalt (s. Eintrag ›Harald Haselbach‹).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Als Geburtsjahr des Stadttheaters Klagenfurt gilt das Jahr 1737, als das Ballhaus in ein Theater umgewandelt wurde. 1811 erfolgte ein Neubau. 1910 wurde das Klagenfurter »Jubiläums-Stadt-Theater« (zum 60. Regierungsjubiläum Franz Josephs 1908 begonnen) in dem heute bestehenden klassizistischen Neubau eröffnet. Das Theater musste 1931 wegen mangelnder Rentabilität geschlossen werden. Im Sommer 1938 wurde das Theater mit einer Subvention, einem »Geschenk des Führers«, wiederbelebt und in »Kärntner Grenzlandtheater« umbenannt (vgl. Jamritsch 2010, 585). Als »Grenzlandtheater« bezeichnete man im »Dritten Reich« Theater in den an damaligen Reichsgrenzen gelegenen Städten (z.B. Bautzen, Hof, Flensburg, Saarbrücken, Trier). »Nun wird [das Kärntner Grenzlandtheater] also im Großdeutschen Reich, seiner Bestimmung gemäß, Träger und Künder deutscher Kultur an der Südostgrenze des Reiches werden« (Kärntner Grenzruf, 1.9.1938; s. Eintrag »Grenzlandtheaterzauberflöte«). Das Theater wurde im Oktober 1938 mit dem »chauvinistischen Tendenzstück« (Jamritsch 2010, 600) »Der 18. Oktober 1932« von Walter Erich Schäfer eröffnet.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Der Klagenfurter Gasthof »Stadt Triest« befand sich bis in die 1970er Jahre an der Ecke Villacher Straße und Villacherring (heute steht hier ein Wohnhaus) und war Poststation und Einkehrwirtshaus mit Fremdenzimmern.

TopographieOrtschaft

Am Nationaltheater in Prag gab es von Mai 1939 (Premiere) bis Februar 1944 30 Aufführungen von Mozarts»Zauberflöte« (vgl. Panenková 2016).

TopographieOrtschaftPersonMusikerInMedienMusik

Anspielung auf den franz.-ital. Spielfilm »Letztes Jahr in Marienbad« (1961, »L’Année dernière à Marienbad«, R: Alain Resnais; B: Alain Robbe-Grillet); Franzensbad (Františkovy Lázně) ist wie Marienbad und Karlsbad ein Kurort im böhmischen »Bäderdreieck«. s. Eintrag ›letzte Jahre in Marienbad‹

TopographieOrtschaftPersonSchauspielerIn/RegisseurInMedienFilm/Fernsehen/Radio

In der Seeschlacht von Lissa traf 1866 vor der kroatischen Insel Vis die k.u.k.-Marine auf die Flotte Italiens, der Sieg machte Admiral Tegethoff zum österreichischen Helden, war aber letztlich historisch bedeutungslos.

TopographieOrtschaft

1974 eingemeindetes Dorf nördlich von Villach

TopographieOrtschaft

Niederegger: traditionsreiche Lübecker Marzipan-Manufaktur, 1806 gegründet

TopographieOrtschaft

1941 gab es in Salzburg zum 150. Todestag des Genius loci zahlreiche Aktivitäten: »Am Vorabend des 185. Geburtstages ertönte im Landestheater die »Zauberflöte« . Der Gauleiter, Reichsleiter [Martin] Bormann u.a. NS-Größen nahmen an dieser Festveranstaltung teil.« (Kerschbaumer 1988, 251)

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistInMedienMusikEreignis

1928 stellte die AEG (Allgemeine Elektrizitätsgesellschaft Berlin) ein Großprojekt vor, in dem die abfließenden Gletscherwässer der Hohen Tauern durch ein 1200 km langes Hangkanalsystem gefasst und in Großspeichern gefasst werden. 1938 wurde dieses Projekt zu sechs Speichern erweitert, wobei der größte im Dorfertal bei Kals in Osttirol vorgesehen war. Von den in einer weiteren Variante vorgesehenen sieben Großspeichern wurde von der verantwortlichen Gesellschaft, den Alpenelektrowerken (AEW), während der NS-Zeit nur die Anlage in Kaprun begonnen. (vgl. Arbter 1987) Ab den 1950er Jahren wurden verschiedene Varianten projektiert und bis zum Bewilligungsverfahren vorbereitet, zuletzt ein von weitverzweigten »Beileitungen« versorgter Wasserspeicher im Dorfertal mit Kraftwerk in Matrei (»Projekt 1986«, vgl. Baier 1989). Das Projekt ließ sich politisch nicht durchsetzen, 1989 erklärte Wirtschaftsminister Robert Graf (ÖVP) das »Aus«. Das Kraftwerksprojekt Dorfertal-Matrei war mit ein Grund, warum Tirol als letztes der drei beteiligten Bundesländer den Nationalpark Hohe Tauern verwirklichte.

TopographieBergOrtschaftPersonPolitikerInEreignis

Die Bäckerei Pacher bestand in Villach seit 1884, 1995 wurde der Familienbetrieb mit sechs Filialen verkauft.

TopographieOrtschaft

Rosental: ca. 40 km langer Abschnitt des Drautals ab der Drauschleife bei Rosegg

TopographieOrtschaft

Julien Green (1900–1998), franz. Schriftsteller mit US-amerikanischer Staatsangehörigkeit, der auf eigenen Wunsch in Klagenfurt (Stadtpfarrkirche St. Egyd) begraben wurde

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Schloss Prinzendorf: »eher ein Gutshof als ein Château« (Fuchs 2015, 912), barocker Bau im Weinvierteler Ort Prinzendorf an der Zaya, 1971 von Hermann Nitschs erster Frau käuflich erworben; der Grundriss der Anlage ist Teil der Partituren zu den großen Aktionen vor Ort (vgl. Nitsch 1984, 14f.). Die 24 Stunden dauernde 50. Aktion war 1975 für Nitsch ein wichtiger Schritt zur Verwirklichung seines Orgien-Mysterien-Theaters auf Schloss Prinzendorf. s. Eintrag ›Prinzendorf‹

TopographieOrtschaft

Das »Ospedale della Pietà« (»Ospedale«, ital. für: Hospital), 1346 gegründet, war eine von vier wohltätigen Einrichtungen für Waisen- oder Findelkinder in Venedig, die man wegen der Bedeutung, die die musikalische Erziehung in ihr genoss, »als eine Art Konservatorium bezeichnen« kann (Talbot 1985, 32). Vivaldi war zwischen 1703 und 1740 (mit Unterbrechungen) an der »Pietà« tätig, er unterrichtete als Violinlehrer, dirigierte und komponierte für die wöchentlich stattfindenden Aufführungen und wurde zum »Renommierstück« (Talbot 1985, 38) für die Institution.

TopographieOrtschaftPersonMusikerIn

1988 wurde am Wiener Albertinaplatz Hrdlickas »Mahnmal gegen Krieg und Faschismus« errichtet, das »Tor der Gewalt« ist ein Teil des Mahnmals (s. Eintrag »den STRASSENWASCHENDEN JUDEN von Hrdlicka«)

TopographieOrtschaft

»Party-Berndt« kommt bereits in »Guggile« vor (»›der schwein vom wörthersee‹, ein des landes verwiesener deutscher millionär«.); Genaueres über die Person in Erfahrung zu bringen, war trotz intensiver Recherchen nicht möglich, auch nicht über den von Kofler erwähnten »spektakulären Prozeß in Klagenfurt« – in der Gemeindechronik von Velden wird das über »Party-Bernd« vom Hörensagen in Umlauf Befindliche wiedergegeben: Der Berliner Playboy habe »mit Wäschereien ein Vermögen gemacht«, seine Villa am Südufer sei »zum Mittelpunkt wilder Partys und zur Anlaufstelle unzähliger neugieriger und lebenslustiger Teens und Twens« geworden (Lesjak 2010, 259).

TopographieOrtschaft

Die Demonstrationen im Zuge des Besuchs von US-Vizepräsident George Bush am 25. Juni 1983 in Krefeld wurden unter der Bezeichnung »Krefelder Krawalle« bekannt. Die Teilnehmer der (teilweise gewalttätigen) Kundgebung demonstrierten gegen das Wettrüsten und den NATO-Doppelbeschluss (atomare Aufrüstung in Westeuropa und zugleich Forderung nach Verhandlungen über Atomwaffenbeschränkungen). s. Eintrag »die Nacht von Krefeld«

TopographieOrtschaftEreignis

1941 war ein »Mozart-Jahr«, man feierte den 150. Todes- und den 185. Geburtstag – in Salzburg gab es zahlreiche Aktivitäten: »Am Vorabend des 185. Geburtstages ertönte im Landestheater die »Zauberflöte«. Der Gauleiter, Reichsleiter Bormann u.a. NS-Größen nahmen an dieser Festveranstaltung teil.« (Kerschbaumer 1988, 251)

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistInMedienMusik

Die Steiermark-Ausgabe der »Kronen Zeitung« (»Steirerkrone«) berichtete im Februar 1990 von dem tragischen Unfall: »Die ›Mörder-Familie‹ Urbanz macht wieder auf tragische Weise von sich reden: Vor dem berüchtigten Haus […] in Lind bei Knittelfeld, wo bereits vier Mörder aufwuchsen, machte Sonntag ein Bekannter der Urbanz Schießübungen – und tötete dabei ein 14jähriges Mädchen, das zufällig mit dem Rad vorbeifuhr, mit einem Kopfschuß! Wo immer diese Familie Urbanz auftaucht, hinterläßt sie eine Spur des Bösen« (Polzer 1990a). Auch an den beiden Folgetagen ist der tödliche Schuss Thema der Berichterstattung (vgl. Niederl 1990a, Polzer 1990b).

TopographieOrtschaftMedienZeitung/Zeitschrift

Die Hubertuskirche in Sekirn wurde 1975/76 als Mausoleum für Helmut Horten errichtet. Sie ist öffentlich zugänglich und befindet sich nicht auf dem Seegrundstück der Hortens.

TopographieOrtschaftPersonUnternehmerIn

Lesachtal: Tal am Oberlauf der Gail, im oberen Teil vom Kartitscher Sattel bis Untertilliach gehört es zu Osttirol, erst ab dieser Grenze bis Kötschach-Mautern zu Kärnten

TopographieOrtschaft

Die Firma H. & J. Brüggen wurde 1868 in Neumünster (60 km von Lübeck entfernt) gegründet und bekam später eine Produktionsstätte in Lübeck hinzu. Das Familienunternehmen ist bis heute tätig, hat sich – inzwischen in mehreren Standorten weltweit – auf die Produktion von Zerealien konzentriert.

TopographieOrtschaft

Am Stadttheater Aachen wurde »Zauberflöte« nachweislich in der Spielzeit 1940/41aufgeführt. (vgl. Rohrkamp 2016)

TopographieOrtschaftMedienMusikEreignis

Florian Köll (1934–2007), 1974–1989 ÖVP-Bürgermeister von Matrei in Osttirol

TopographieOrtschaftPersonPolitikerIn

Eine Firma dieses Namens in der Kärntner Gemeinde Treffen gab es nicht. (vgl. Zernatto 2016) Kofler spielt hier auf Kriemhild Trattnig (* 1937) an, die aus deutschnationaler Familie in Einöde bei Treffen stammt und nach der Heirat mit einem ebenfalls deutschnational Eingestellten aus der Nachbargemeinde ihre politische Karriere als Gemeinderätin begann. Trattnig wurde Landtagsabgeordnete und war langjährige Präsidentin des Kärntner Landtags. Sie gilt als politische »Ziehmutter« Jörg Haiders.

TopographieOrtschaftPersonPolitikerIn

1940 wurde auf dem Gelände der »Heil- und Pflegeanstalt der Stadt Wien Am Steinhof« die städtische »Fürsorgeanstalt« »Am Spiegelgrund« eingerichtet. »Der Spiegelgrund war eine der 37 Kinderfachabteilungen im Deutschen Reich, in denen ›unwertes Leben‹ vernichtet wurde«. Dort starben zwischen 1940 und 1945 knapp 800 Kinder, davon bis zu 250 mit »Nachhilfe« der Ärzte (Lehmann/Schmidt 2001, 12). Heinrich Gross war an den Tötungen beteiligt.

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistIn

Oswald Wiener (* 1935), österr. Schriftsteller, Sprachtheoretiker, Kognitionswissenschaftler, in den 1950er Jahren Teil der sogenannten Wiener Gruppe (s. Eintrag ›Wiener Gruppe‹); ab 1986 lebte Oswald Wiener mit seiner Frau, der Gobelinkünstlerin Ingrid Wiener, in Dawson City, Kanada, 2013 endgültige Rückkehr nach Österreich

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Eventuell Verweis auf die am 1. 8. 1975 in Helsinki unterschriebene Schlussakte der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa. s. Eintrag »Helsinki-Körbe«

TopographieOrtschaftEreignis

Gert Kerschbaumer, dessen Publikation »Faszination Drittes Reich« Kofler konsultierte, erwähnt die SalzburgerAktion »Mozart ins Volk«, ohne näher darauf einzugehen (Kerschbaumer 1988, 250).

TopographieOrtschaft

Im 1914 fertiggestellten Rathaus Schöneberg befindet sich heute die Bezirksvertretung des Berliner Bezirks Tempelhof-Schöneberg. Von 1949 an (bis zur Wiedervereinigung) befand sich hier der Sitz des Regierenden Bürgermeisters und das Berliner Abgeordnetenhaus.

TopographieOrtschaft

Mit »R.« ist Reifnitz gemeint, Sekirn gehört zur Doppelgemeinde Maria Wörth/Reifnitz.

TopographieOrtschaft

Metnitztal: von der Metnitz, einem Nebenfluss der Gurk, durchflossenes Tal an der Grenze zur Steiermark, bekanntester Ort ist Friesach

TopographieOrtschaft

Aufführungen der »Zauberflöte« zwischen 1940 und 1942 sind am Theater Regensburg belegt. (vgl. Handel 2016)

TopographieOrtschaftMedienMusik

»Windisch«: historische, auch pejorative gebrauchte Bezeichnung für die slowenische Sprache (in Österreich); hier als Unterscheidungsmerkmal gegenüber dem Nordtiroler Matrei am Brenner verwendet. 1922 beschloss der Gemeinderat die Umbenennung in»Matrei in Osttirol«.

TopographieOrtschaft

Gert F. Jonke (1946–2009), österreichischer Schriftsteller; für den jungen »Beatnik« Kofler war der zur angegebenen Entstehungszeit des Gedichts (1965) noch in Klagenfurt wohnhafte Jonke eine wichtige Bezugsperson für seine dichterischen Ambitionen, Jonke leistete 1965 den Wehrdienst ab. Im Text »Zwei ungleiche Brüder« im vorliegenden Band erinnert sich Kofler an die Zeit beider Schreibanfänge. s. Eintrag ›Jonke‹

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Anspielung auf den »Linzer Appell«: Ein gesamtösterreichisches »Friedensplenum« verabschiedete am 19. 12. 1982 diese – am »Krefelder Appell« (1980) orientierte – Protestnote, die die Bundesregierung aufforderte, sich gegen die Stationierung von US-amerikanischen Mittelstreckenraketen in Europa (»NATO-Doppelbeschluss«) auszusprechen.

TopographieOrtschaftEreignis

Die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus fand am 2. März 1975 statt. Es waren wegen der Entführung Lorenz’ »Krisen-Wahlen« (Schmollinger 1975, 446).

TopographieOrtschaftPersonPolitikerInEreignis

In der Villacher Rennsteinerstraße befand sich das Kaufhaus von Koflers Eltern (s. Eintrag ›Linder Kaufhaus Ernst Kofler‹)

TopographieOrtschaft

Maltatal: das knapp 40 km lange Oberkärntner Tal der Malta reicht von der Ortschaft Gmünd bis zum Malta-Stausee (Kölnbreinspeicher)

TopographieOrtschaft

Die nationalsozialistische Gemeinschaft »Kraft durch Freude« (KdF) war eine 1934 gegründete Unterorganisation der »Deutschen Arbeitsfront« (DAF), die für Freizeitgestaltung, Erholung und Kultur zuständig war. KdF wollte im Sinne einer klassenlosen »Volksgemeinschaft« der gesamtem Bevölkerung Zugang zu bisher bürgerlichen Kreisen vorbehaltenen Kulturveranstaltungen verschaffen. Von der »Zauberflöte« sind an der Oper Graz 20 Aufführungen zwischen 1941 und 1944 belegt. (vgl. Krispin 2016)

TopographieOrtschaftMedienMusik

1984 wurde Matrei in Osttirol vom Europarat zur »Europagemeinde« gewählt und mit der Ehrenfahne des Europarats ausgezeichnet.

TopographieOrtschaft

Lamorna ist ein kleiner Ort an der Kanalküste im englischen Cornwall. Ob und warum Kofler die Begriffsfelder Überfahrt, Kastell und Schiff mit diesem Ort verknüpft, ist unklar – ein kausaler Zusammenhang zu dem Ort ohne Hafen und Kastell ist nicht gegeben.

TopographieOrtschaft

Die Autoren beziehen sich hier auf Verse des »Häfenpoeten« Jack Unterweger. Unterweger (1950–1994) wurde 1976 wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Während der Haftzeit in der Justizanstalt Stein begann Unterweger zu schreiben, ab Anfang der 1980er Jahre veröffentlichte er seine Texte, die innerhalb des Literaturbetriebs einiges Aufsehen erregten. Sein autobiographischer Roman »Fegefeuer« wurde 1988 verfilmt. 1990 wurde er aus der Haft entlassen und galt – nicht zuletzt aufgrund seiner künstlerischen Tätigkeit – als Musterbeispiel geglückter Resozialisierung. Nach einer Serie von Frauenmorden wurde er 1992 in den USA verhaftet und 1994 wegen neunfachen Mordes neuerlich zu lebenslanger Haft verurteilt. Da Unterweger nach dem Urteil Selbstmord beging, erlangte es nie Rechtskraft. Der erste Vers, »Antwortloser Fels«, stammt aus Unterwegers Veröffentlichung »Mare Adriatico«: »URFRAGE! [/] WARUM? [/] Versteinertes Schweigen in der sinnlosesten Frage aller Fragen. Antwortloser Fels. Wie ist es, so verrückt zu sein, daß man nichts mehr spüren und erleben kann?« (Unterweger 1990, 45) Die anderen drei Verse zitieren die letzte Strophe des Gedichts »Besatzungskind« aus der Sammlung »Kerker« (»prosaische Lyrik«), das die Rolle der Mutter behandelt: »ein nervliches Wrack und was kam [/] in Haßliebe hervorgepreßt [/] unreif für die Mutterrolle [/] so blieb ich als ihr Sohn zurück« (Unterweger 1984, 94).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

André Heller kündigte seinen Jahrmarkt in Hamburg (»Luna Luna«) 1987 als »Rummelplatz der Skurrilitäten und Sensationen« und als »Territorium der Überraschungen« an ([red.] 1987).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Hotel in Triest (besteht nicht mehr), s. Eintrag ›Hotel Al Teatro‹

TopographieOrtschaft

Herzogstuhl: Der im Frühmittelalter am Zollfeld bei Maria Saal errichtete steinerne Herzogstuhl ist ein zentrales Mnemotop der Kärntner Regionalgeschichte, hier wurden bis ins 16. Jahrhundert die Kärntner Herzöge inthronisiert.

TopographieOrtschaft

»Im Sionstal« ist eine Adresse im Kölner Stadtteil Südliche Altstadt.

TopographieOrtschaft

Ähnliche wie bei »Lamorna« bleibt die Wahl dieses Ortes unklar. Lugano ist eine Stadt im schweizerischen Tessin am Luganersee. Wahrscheinlich kannte Kofler den Ort von den Anhalter-Reisen seiner »Beatnik-Zeit«, in »ZU SPÄT« erwähnt der Ich-Erzähler Aufenthalte in Lugano (s. Eintrag ›DER SEGEN DES TABAKS‹).

TopographieOrtschaft

Ehemaliges Feuerschiff mit Position nordwestlich der ostfriesischen Insel Borkum (bis 1988). Feuerschiffe waren ähnlich Leuchttürmen mit Leuchtfeuer ausgestattet, lagen an einer bestimmten Position vor Anker und dienten so der Navigation der Schifffahrt.

TopographieOrtschaft

Im Abschnitt» In Treuchtlingen« in »Am Schreibtisch« bezieht Kofler sich auf den Autor Ludwig Fels, der 1946 in Treuchtlingen, Fränkische Alb, geboren wurde, s. Eintrag »Treuchtlingen, Fels«

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Das Klagenfurter Café Lerch war vor 1938 ein beliebter Treffpunkt für Anhänger und Mitglieder der während des Austrofaschismus verbotenen NSDAP. Auch Ernst Lerch (1914–1997), der Sohn des Lokalbetreibers, war ein »Illegaler«. Nach seiner NS-Karriere, seiner Beteiligung an der Judenvernichtung im »Generalgouvernement« Polen und einiger Zeit in Verstecken nach 1945 konnte Lerch 1950 das Lokal seines Vaters übernehmen und als beliebtes »Tanzcafé« etablieren. Das Lokal bestand bis in die 1970er Jahre, heute ist dort eine McDonald’s-Filiale untergebracht (s. Eintrag ›Tanzcafé Lerch‹).

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistIn

Die Tage der deutschsprachigen Literatur sind ein seit 1977 jährlich stattfindender Literaturwettbewerb in Klagenfurt, im Rahmen dessen der von der Stadt Klagenfurt gestiftete Ingeborg-Bachmann-Preis vergeben wird. s. Eintrag ›wetteifern wie die Dichter in den Klagenfurter Literaturwettkämpfen‹

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInEreignis

Heinz Pototschnig (1923–1995), österr. Schriftsteller, im Brotberuf praktischer Arzt in Villach, 1961–1965 Herausgeber der Literaturzeitschrift »Der Bogen«, seine Lyrikpublikationen der 1960er Jahre erschienen in regionalen Kleinverlagen, in den 1970er Jahren veröffentlichte der Wiener Zsolnay-Verlag drei Romane Pototschnigs, 1977 Teilnahme am ersten Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb, seit 2020 Gedenktafel am Haus Anton-Tuder-Straße 28 in Villach-Maria Gail.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/Zeitschrift

Der Ausspruch »mein Waterloo« steht in der Regel für eine schwere (persönliche) Niederlage und bezieht sich auf die Schlacht bei Waterloo, die Niederlage Napoleon Bonapartes am 18. Juni 1815 gegen die englischen Truppen, die Napoleons Herrschaft der Hundert Tage beendete.

TopographieOrtschaftPersonPolitikerInEreignis

Im oberösterreichischen Mattighofen gründete Hans Trunkenpolz 1934 eine Schlosserwerkstatt, die er in eine Motorrad- und Automobil-Reparaturwerkstatt ausbaute. 1951 begann die Werkstätte mit der Produktion von Leichtmotorrädern, mit dem Einstieg des Gesellschafters Ernst Kronreif 1955 lautete der offizielle Firmenname »Kronreif, Trunkenpolz, Mattighofen« . Ab 1964 konzentrierte sich die Firma in der Motorradproduktion auf den Geländesport. 1970 erreichte man auf einer KTM-Motocross-Maschine den ersten österreichischen Staatsmeister-, 1974 den ersten Weltmeistertitel.

TopographieOrtschaftPersonUnternehmerIn

Adolf Hitler machte im Vorfeld der Volksabstimmung am 10. April 1938über den »Anschluss« ans Deutsche Reich eine Österreich-Tournee, am 2. April war er in Graz, am 4. April in Klagenfurt, tags darauf in Innsbruck, wohin ihn Sonderzug, der durch Villach kam, brachte. Am 6. April ist er in Salzburg(vgl. Bruppacher 2018, 31f.).

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistInEreignis

Im Gegensatz zur Steiermark, wo die Windischen Bühel (slowenisch: Slovenske Gorice) das Hügelland im Grenzgebiet von Slowenien und der Steiermark zwischen Leutschach und Ljutomer bezeichnen, gibt es in Kärnten kein solches Toponym. »Windisch«: historische, auch pejorativ gebrauchte Bezeichnung für die slowenische Sprache in Österreich. s. Eintrag »die windischen«

TopographieOrtschaft

Werbespruch der Verbund-Gesellschaft, Österreichs größtem Stromerzeuger, aus der Mitte der 1980er Jahre. Nach dem Scheitern des Baus des Donaukraftwerks bei Hainburg1985 startete das Unternehmen eine Werbekampagne, die das ökologische Image von Flusskraftwerken heben sollte. Auf Plakaten wurden Vogelarten gezeigt, die an Stauseen heimisch geworden seien: Eisvogel, Graureiher, Reiherente.

TopographieOrtschaftMedienWerbung/InseratEreignis

Kofler bezieht sich auf die Überlieferung des »Todespaares«, von Tod und Tödin. Der männliche Part führt die Sense, der weibliche den Rechen. Die Quelle Koflers ist nicht genau eruierbar – in einer volkskundlichen Untersuchung aus dem Jahr 1952 ist von einer steirischen Sage aus Oberschwarza mit dem Wortlaut »Tu du glattmachen, ich werde glattrechen« die Rede (Schmidt 1952, 164). Die Kärntner Sagensammlung Grabers berichtet von einer Überlieferung vom Maltaberg aus der Pestzeit: »Einst sprach der Tod zur ›Teadin‹: ›Ich nehme die Sense, du den Rechen; ich werde mähen, du rechnest nach‹« (Graber 1944, 164). Ebenfalls aus der Pestzeit stammt eine Überlieferung aus Hötting bei Innsbruck (also aus der Topographie des Textes), in der der Tod die »Todin« um Mitternacht regelmäßig nach ihrem Tagwerk ausfragt und sich zufrieden zeigt, er verwendet dabei allerdings andere als jene von Kofler verwendete Worte (vgl. Alpenburg 1957, 347). Der Höttinger Pestfriedhof (1625 erstmals erwähnt) am Beginn der Höhenstraße ist ein Zeuge jener Zeit.

TopographieOrtschaft

Ortsnamen mit der Endsilbe »-ing« verweisen im süddeutschen Raum auf eine Herkunft aus dem bairischen Sprachraum, meist auf eine Gründung der Ortschaft im Zuge der frühmittelalterlichen bajuwarischen Landnahme (vgl. Boos, 140). Die »örtlichen verhältnisse« sind nicht an konkrete Orte und Topographien gebunden, bei der Entscheidung für die Toponyme stehen Wortklang, Rhythmus und Alliterationen im Vordergrund. Dass Kofler in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre immer wieder in München war, mag die Auswahl beeinflusst haben.

TopographieOrtschaft

Schauplatz in Thomas Bernhards Erzählung »Beton«

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

»Junge Szene Wien«: Ausstellungsreihe in der Secession (1983–1992), die jährlich neue künstlerische Positionen präsentierte

TopographieOrtschaft

Bei einem von der Walter-Buchebner-Gesellschaft sowie der Österreichischen Gesellschaft für Kulturpolitik veranstalteten Treffen zum Thema »Die Lage der Schriftsteller in Österreich« im November 1979 in Mürzzuschlag wurde ein Problemkatalog sowie eine Resolution erstellt. Von Teilnehmenden wurden die Beschlüsse ironisch als »Mürzzuschlager Manifest« bezeichnet, einen Titel, den Gerhard Ruiss und Hannes Vyoral, die damals gemeinsam die IG Autoren leiteten, für die Veröffentlichung der Tagungsmaterialien verwendeten (Ruiss/Vyoral 1980).

TopographieOrtschaftEreignis

Das 1899 von Johann Puch in Graz gegründete Unternehmen stellte bereits vor dem Ersten Weltkrieg Motorräder her. 1928 kam es zur Fusion mit Austro-Daimler zur Austro-Daimler-Puchwerke AG, sechs Jahre später mit den Steyr-Werken zur heute noch bestehenden Steyr-Daimler-Puch AG. Das erste Motor(drei)rad baute Puch 1900, 1903 begann man für das »Motorzweirad« zu werben, 1906 feierte man einen ersten Sieg bei einem Wettrennen. In der Zwischenkriegszeit wurde die Motorradsparte erfolgreich ausgebaut, vor allem die »Puch 250« erfreute sich (auch bei Rennfahrern) großer Beliebtheit. Ab den 1950er Jahren stieg Puch auch in den Motocrosssport ein (vgl. Ehn 1989). 1987 wurde die Puch-Motorradsparte an die italienische Piaggio-Gruppe verkauft.

TopographieOrtschaftPersonUnternehmerIn

Oskar Kraus (1887–1972), Beteiligung am Kärntner »Abwehrkampf« 1919, 1929 NSDAP-Beitritt, Bürgermeister von Villach 1938–1945, Inhaftierung 1945–1947; Kraus blieb dem nationalsozialistischen Gedankengut bis zu seinem Tod treu (vgl. Rettl/Koroschitz 2006).

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistIn

Dafür, dass Horten für die Kirche in Reifnitz ein neues Dach gespendet hat, gibt es keinen Beleg. An der Kirche in Maria Wörth wurde eine Gedenktafel angebracht, die dem »großen Wohltäter«, der die Kirchenglocken stiftete, dankt ([red.] 1984).

TopographieOrtschaftPersonUnternehmerIn

Die Fleischhauerei/Wurstfabrik Frierss wurde 1898 gegründet und besteht – im Villacher Ortsteil Maria Gail – bis heute.

TopographieOrtschaft

Bezeichnung eines hohen Beamten, der die Regierungsgeschäfte für einen Landesfürsten, eine Regierung in seinem/ihren Namen vor Ort übernimmt, »Vizelandeshauptmann« lt. »Grimm’sche«»m«» Wörterbuch« ( Grimm 1885 , Sp. 113); in monarchisch-aristokratischen Strukturen hatte der Landesverweser Funktionen inne, die einem heutigen Landeshauptmann durchaus vergleichbar sind – während der Habsburgermonarchie waren in Klagenfurt häufig Landesverweser eingesetzt; 1918 bis 1921 Bezeichnung für den Vorsitzenden der provisorischen Kärntner Landesversammlung (vgl. Webernig 1987).

TopographieOrtschaftZitate

Kofler verlässt immer wieder die explizit bairischen Toponyme, hier begibt er sich in ein tirolerisches Umfeld: Aldrans, Sistrans und Lans sind drei Ortschaften südlich von Innsbruck im sogenannten Südöstlichen Mittelgebirge. Die Tiroler Toponymen dürften Sedimente seiner »Innsbrucker Zeit« sein, wo er bei den Innsbrucker Jugendkulturwochen sowie aus den Bekanntschaften mit Georg Decristel, Peter Weiermair und Ingeborg Teuffenbach wichtige Inspirationen bezog.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Wenn im Zusammenhang mit Fußball vom Betzenberg (oder »Betze«) die Rede ist, meint man das seit 1920 bestehende und seit 1985 nach dem deutschen Fußballspieler Fritz Walter benannte Stadion auf dem Betzenberg in Kaiserslautern, Wettkampfstätte des 1. FC Kaiserslautern. Die »Mönche« sind die Spieler des Fußballvereins Borussia Mönchengladbach.

TopographieOrtschaft

Im (heute nicht mehr existierenden) »Hotel Mondschein« in Klagenfurt ermordete 1987 ein Gast, der Wiener Autor Bernt Burchhart, den Nachtportier. s. Eintrag »das Hotel also hieß Mondschein«

TopographieOrtschaft

Uwe Johnson schreibt, Hitler verlässt am (5. April 1938) »das Parkhotel zuGrazund begibt sich zu seinem Sonderzug nach Klagenfurt. […] in allen durchfahrenden Bahnhöfen sind die Bahnsteigedicht bestellt mit jubelnden Menschen […]. Noch kurz vor 14 Uhr war der Bahnhof Klagenfurt erfüllt vom Jubel der Verehrer«(Johnson 1974, 37).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInNationalsozialistInEreignis

Anspielung auf den Residenz-Verlag in Salzburg und dessen Leiter Wolfgang Schaffler (1980 veröffentlichte Kofler die Polemik »Über den Scheffel-Verlag in S«.); mit der »Art Bibliothek der besten Drehbücher« spielt Kofler auf die zwischen 1978 und 1985 bestehende »Fernsehspiel-Bibliothek« des Verlags an, in der insgesamt elf Publikationen erschienen, etwa die »Alpensaga« von Wilhelm Pevny und Peter Turrini (1980, 3 Bde.)

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInMedienFilm/Fernsehen/Radio

Ortschaft zwischen Drau und Millstätter See

TopographieOrtschaft

Die Stadtpfarrkirche Villach ist dem hl. Jakob geweiht.

TopographieOrtschaft

Karl Springenschmid (1897–1981), österr. Schriftsteller, seit 1932 NSDAP-Mitglied, nach dem »Anschluss« Gauamtsleiter (Leiter des Salzburger Schulwesens und des NS-Lehrerbundes), als solcher Hauptverantwortlicher der Bücherverbrennung am Salzburger Residenzplatz (30.4.1938), ab 1941 Regierungsdirektor bzw. Leiter der Abteilung für Erziehung und Kulturpflege im Reichsgau Salzburg. 1945 bis 1951 entzog er sich der Verhaftung, lebte unter falschem Namen in Verstecken, ab 1953 konnte er wieder publizieren.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInEreignis

Gegen Klaus Wagenbach wurde vier Prozesse angestrebt bzw. geführt: der erste 1974 wegen der Bezeichnung »Mord« für die Tötung von Benno Ohnesorg und Georg von Rauch durch die Polizei (Klage abgewiesen); der zweite wegen der Veröffentlichung »Über den bewaffneten Kampf in Westeuropa« (1971) des Kollektiv RAF (acht Monate bedingte Haftstrafe); der dritte, ebenfalls 1974, wegen der Veröffentlichung des »Roter Kalenders für Lehrlinge und Schüler« (vier Monate bedingte Haftstrafe, Verfahrenskosten); schließlich der von Kofler beobachtete Prozess 1975, die Revision in Sachen ›Mord‹, die der Berliner Polizeipräsident angestrengt hatte (Wagenbach 1989, 106). Der Prozess lief seit Mitte Jänner 1975 am Kriminalgericht Berlin-Moabit. In dieser Revision ging es um Beleidigung des Polizeiapparats: Trotz des geringen Strafvorwurfs wurden über mehrere Prozesstage rund 30 Zeugen für die Wahrheitsfindung befragt (vgl. [red.] 1975) – Urteil: Geldstrafe und Verfahrenskosten.

TopographieOrtschaft

Carl Maas: Beamter des Magistrats Villach, nach 1945 als Dolmetsch zwischen der britischen Besatzungsmacht und dem Bürgermeisterbüro eingesetzt, später Kulturamtsleiter (vgl. Stadt Villach 2005, 20); zu seiner Tätigkeit während der NS-Zeit konnten keine Belege gefunden werden.

TopographieOrtschaft

Ortschaft im Drautal, 12 Kilometer nordwestlich von Villach

TopographieOrtschaft

Schloss Hartheim bei Alkoven war die zentrale Tötungsanstalt in Österreich im Rahmen der nationalsozialistischen »Euthanasie«, der systematischen Tötung »lebensunwerten« Lebens. Hierher wurden aus vielen psychiatrischen Krankenhäusern Patienten geschickt; Hartheim war eine der sechs Anstalten der Aktion »T4« im Deutschen Reich, bei der auf Grundlage eines geheimen Führererlasses Insassen von psychiatrischen Heil- und Pflegeanstalten ermordet wurden, in den Jahren 1940/41 insgesamt rund 70.000 (vgl. Jäckel/Longerich/Schoeps, I/424), in Hartheim wurden 1940–1944 »und 30.000 Menschen mit körperlicher und geistiger Behinderung sowie psychisch kranke Menschen ermordet« (Verein Schloss Hartheim o.J.)

TopographieOrtschaft

Warmbad (offiziell: Warmbad-Judendorf) ist ein Stadtteil im Süden von Villach. Benannt nach einer seit der Römerzeit und dann wieder im 19. Jahrhundert betriebenen Thermal- und Kurbadeanstalt.

TopographieOrtschaft

Die Hohen Tauern werden nach der 1984 veröffentlichten »Alpenvereinseinteilung der Ostalpen« (Graßler 1984) in neun Gebirgsgruppen unterteilt. Die Schobergruppe im Grenzgebiet zwischen Osttirol und Kärnten mit dem Hochschober (3242 m) als höchstem Berg sowie die Goldberggrupe in Salzburg und Kärnten (höchster Berg: Hocharn 3254 m, benannt nach dem Goldvorkommen) sind zwei davon. s. Eintrag ›Hochschober‹

TopographieBerg

Das Textilkaufhaus Samonig am sogenannten Samonigeck (hinter der Stadtpfarrkirche St. Jakob) war seit 1939 eine Villacher Institution, Ende 2006 musste es zusperren (vgl. Haas 2006), Kofler erwähnt das Kaufhaus auch in »Guggile«.

TopographieOrtschaft

Der Titel von Koflers Prosa »Hotel Mordschein« (1989) korreliert mit dem realen Klagenfurter Hotel Mondschein (nicht mehr vorhanden), in dem 1987 der Nachtportier ermordet wurde. Das mit »Hotel Mordschein« verknüpfte Hörspiel nannte Kofler »Hotel Mondschein« (1988).

TopographieOrtschaft

Die Tourotel-Hotelkette war in den 1970er Jahren Teil der Wienerwald-Restaurants, in Wien errichtete man etwa zur »Internationalen Gartenschau« 1974 in Oberlaa ein Großhotel, zu Beginn der 1980er Jahre mehrten sich wirtschaftliche Schwierigkeiten, die in einem Konkurs endeten.

TopographieOrtschaft

Platz im Zentrum Pekings (chin. Tian’anmen). Am 3. und 4. Juni 1989 schlug das chinesische Militär einen Volksaufstand nieder, der hier sein Zentrum hatte.

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TopographieOrtschaftEreignis

Am 23. März 1930 spielte die tschechische Fußballnationalmannschaft in Praggegen Österreich, das Spiel endete 2:2. Die von Kofler/Fian erwähnten Spieler mit ihrem vollen Namen und Position: František Plánička (1904–1996, Tormann), Ladislav Ženíšek (1904–1985, Abwehr), Karel Steiner (1895–1934, Abwehr), Antonín Vodička (1907–1975, Mittelfeld), Karel Pešek (1895–1970, Mittelfeld), Frantisek Tyrpekl (1905–1985, Mittelfeld), František Junek (1907–1970, Sturm), František Svoboda (1905–1948, Sturm), Karel Bejbl (1906–1962, Sturm), Antonín Puč (1907–1988, Sturm), Josef Silný (1902–1981, Sturm) (Quelle: www.weltfußball.at/teams/cssr-team/10, 25.9.2019)

TopographieOrtschaftEreignis

Sterzing: Stadt in Südtirol, »Grenzübergang Sterzing« meint wohl den Brennerpass, 15 Kilometer nördlich von Sterzing

TopographieOrtschaft

Die Annalen kennen keine offizielle Eröffnung des Parkhotels Villach durch den Thronfolger, 1913 ist die Übernachtung Erzherzogs Eugen überliefert (vgl. Anthofer/Lex 1999, 42). Kofler zitiert aus einem 1912 erschienenen Führer durch Villach und Umgebung: Das Parkhotel »dürfte sowohl in bezug auf moderne und gediegene Ausstattung als seine schöne Lage wohl von keinem Hotel der Monarchie übertroffen werden« (Kumpf 1912, 38).

TopographieOrtschaftEreignis

Ingeborg Teuffenbach (1914 – 1992), österr. Schriftstellerin, sie stammte wie Lavant aus dem Lavanttal, war seit 1935 NSDAP-Mitglied, im »Dritten Reich« eine »bekannte Autorin und geschätzte Persönlichkeit«, ab den 1960er Jahren »vollzog [sie] eine Wende hin zur literarischen Moderne« (Moser 2003, 129f.). Sie wurde zu einer Förderin und Kennerin der zeitgenössischen Literatur. Sie war maßgeblich an den »Österreichischen Jugendkulturwochen« (bis 1969), an denen auch Kofler teilnahm, und den »Innsbrucker Wochenendgesprächen« (ab 1977) beteiligt, s. Eintrag »Salzburger Jugendkulturwochen«

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Glocknergruppe: Gebirgsgruppe im mittleren Teil der Hohen Tauern mit dem Großglockner (3778 m) als höchstem Berg (s. Eintrag »Gipfel des Großglockner, 3788 m über dem Meeresspiegel«)

TopographieBerg

Nicht das Kloster St. Peter, sondern das gegenüber liegende Franziskanerkloster war 1938–1945 Salzburger Gestapo-Hauptquartier (vgl. Lehner 2009). s. Eintrag »Hauptquartier der Geheimen Staatspolizei im Kloster Sankt Peter«‹

TopographieOrtschaft

Das Album »Band of Gypsys« wurde als das letzte von vier Konzerten von Jimi Hendrix mit der Formation Band of Gypsys am 31. Dezember 1969 und am 1. Januar 1970 im Fillmore East, einem ehemaligen Theater in New York, aufgenommen.

TopographieOrtschaftPersonMusikerInMedienMusik

Den 1986 erstmals geschaffenen Dichtergarten auf dem Gelände des österreichischen Rundfunks in Graz, in dem auf Anregung André Hellers Kurzepigramme in Blumen gesetzt wurden, Heller bezeichnete ihn »als eine Art Seelenlazarett« ([red.] 1986).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInEreignis

Das Hotel Astoria befindet sich in Pörtschach am Wörthersee.

TopographieOrtschaft

Mit diesem Oxymoron werden im Alpenraum entweder einzelne auffällige große Felsblöcke, die sich als kultische Orte eignen (neben dem Stausee Mooserboden in Kaprun; im Amertal bei Mittersill) oder kleinere Höhlen (beim Ziegöllerkogel, Köflach, Steiermark) bezeichnet.

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TopographieOrtschaftBerg

Künstlich aufgestauter Gebirgssee (2538 m) im Fleißtal oberhalb von Heiligenblut

TopographieOrtschaft

Möen (dänisch: Møn),Ostseeinsel

TopographieOrtschaft

In der Gemeinde Reifnitz am südlichen Ufer des Wörthersees bestand kein »Sanatorium«, im Ortsteil Sekirn besteht ein Seniorenheim.

TopographieOrtschaft

Kofler zitiert aus dem Führer »Villach im Kärntner Oberlande«, der alle an der Ausführung des Parkhotels beteiligten Firmen aufzählt: »Figlio di Haggi, Giorgio Aydinyan, Triest (Smyrna- und Perserteppiche)« (Kumpf 1912, 44).

TopographieOrtschaft

Ortsteil der Gemeinde Putgarten auf der deutschen Insel Rügen

TopographieOrtschaft

Dachsteinmassiv: Hochgebirgsstock der Nördlichen Kalkalpen in den Ostalpen, der entsprechend der »Alpenvereinseinteilung der Ostalpen« (Graßler 1984) zum »Dachsteingebirge« gehört; höchster Gipfel: Hoher Dachstein (2995 m)

TopographieBerg

Fritz Löhner-Beda (auch: Fritz Löhner, eigentl. Friedrich Löwy, 1883–1942), ausgebildeter Jurist, Fußballspieler (1909 Mitbegründer des SV Hakoah), ab 1910 freier Schriftsteller (Journalistisches, Libretti, Sketches), schrieb in den 1920er Jahren erfolgreiche Schlagertexte. 1938 verhaftet, Deportation in das KZ Dachau, danach nach Buchenwald, 1942 in Auschwitz erschlagen. Franz Lehár hatte für seinen Textautor »keinerlei Hilfsaktion unternommen« (Rathkolb 1991, 31), auch wenn dies – etwa eine Vorsprache bei Hitler (vgl. Frey 1995, 140) – mitunter behauptet wurde.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInMusikerIn

Kofler spielt auf die Niederlassung des deutschen Bekleidungsunternehmens Lebek in Wolfsberg an. Die Produktionsstätte in Wolfsberg wurde 1973 errichtet und bestand bis 1992.

TopographieOrtschaftEreignis

Am 7. Juni 1980 (27) finden sich in den »Lübecker Nachrichten« drei Todesanzeigen für einen Ernst Philip, bei einer ist der Geburtsort mit »Königsberg/Ostpr.« angegeben, in derjenigen des »VdK Brandenbaum« ist vom »Kameraden« die Rede (VdK: Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands; Brandenbaum: Ortsteil von Lübeck)

TopographieOrtschaftMedienZeitung/Zeitschrift

Bussole: Messinstrument mit Magnetnadel, das vor allem in der Geodäsie Verwendung findet (fand). Als im Februar 1908 in Wien ein leichtes Erdbeben zu bemerken war, druckt die »Neue Freie Presse« Leserbriefe mit persönlichen Erdbeben-Eindrücken ab, darunter denjenigen eines »Zivilingenieur J. Berdach«: »Ich las gerade Ihr hochgeschätztes Blatt, als ich ein Zittern in der Hand verspürte. Da mir diese Erscheinung von meinem langjährigen Aufenthalt in Bolivia, dem bekannten Erdbebenherd, nur zu vertraut war, eilte ich sogleich zu der Bussole, die ich seit jenen Tagen in meinem Hause habe.« (zit. n. Müller 1995, 15) Berdach schreibt pseudowissenschaftlich weiter (»Variabilität der Eindrucksdichtigkeit«), der Leserbrief gipfelt in der Feststellung, dass das Erdbeben sehr unterschiedlich wahrgenommen worden sei in seinem privaten Umfeld, seine Frau habe »drei Stöße« verspürt. Die »Neue Freie Presse« wandelte Letztere allerdings aus Schicklichkeitsgründen in »Erschütterungen« um. Diesen redaktionellen Eingriff kennt die Nachwelt, weil sich am 28. 2. 1908 Karl Kraus in der »Fackel«zur Urheberschaft des Leserbriefs bekannte und sämtliche Details dieses Grubenhunds genüsslich ausbreitete (vgl. Kraus 1908).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftEreignis

Kofler bezieht sich hier nicht auf den historischen Bestand des Parkhotels Villach, sondern auf die ehrgeizigen Pläne bei der Errichtung. An das Hotelgebäude sollte ein Theater- und Konzertsaal mit 550 Sitzplätzen und 14 Logen angebaut werden – ein Stadtführer, auf den sich Kofler bezieht, berichtet 1912 davon (vgl. Kumpf 1912, 38). »Diese Pläne gelangten jedoch nie vollständig zur Ausführung, obwohl die Fundamente bereits gelegt waren« (Anthofer/Lex 1999 , 32). Die erwähnten Spiel-, Schreib-, Raucher- und Lesezimmer gab es tatsächlich, auch den Kabarettsaal sowie das »Parkkino« (vgl. Anthofer/Lex 1999, 38 u. 42). Das Parkhotel Villach wurde bis ins Jahr 1988 betrieben. Nach einer Renovierung wurde das Gebäude 1999 durch einen Nutzermix aus Wohnungen, Geschäften, Veranstaltungsräumen, Arztpraxen und dem Parkcafé neu belebt.

TopographieOrtschaft

Bernt Burchhart (* 1943) war bis 1973 Nachrichtensprecher beim ORF, danach Mitbegründer der Literaturzeitschrift »Freibord«. Infolge von Psychosen und Drogenmissbrauch kam er in die Psychiatrie. Dortige Erfahrungen flossen in den Band »Die Orte des Absterbens« (1987) ein. Nach Erscheinen des Buches ermordete er in einem psychotischen Schub den Nachtportier des Klagenfurter »Hotel Mondschein«. Koflers Prosa »Hotel Mordschein« nimmt darauf Bezug, s. Eintrag »das Hotel also hieß Mondschein«

TopographieOrtschaftMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Der Broad Peak wurde früher K3 genannt und ist mit 8051 m Höhe einer der vierzehn Achttausender und der zwölfthöchste Berg der Erde, an der Grenze zwischen Pakistan und der Volksrepublik China

TopographieBerg

Anspielung auf die Anzeige für Finkes Hymnus »O Herzland Böhmen«: »In der 2. Strophe erlebt man die weltgeschichtliche Tat des Führers, die Hissung der Reichsfahne auf der Prager Burg« (Prieberg 1982, 233). s. Eintrag ›O Herzland Böhmen‹

TopographieOrtschaftPersonMusikerInMedienMusik

Pension am Iselsberg oberhalb von Lienz, die 1935 abbrannte. Die Familie Kofler urlaubte seit den 1960er Jahren am Iselsberg, Anfang der 80er Jahre errichteten Koflers Eltern dort ein Ferienhaus. 1999 vermerkt der »Gemeindebote Iselsberg/Stronach«in einer Chronik diesen Brand; der Ort trage seither die Bezeichnung »Brandstatt«. (Gemeindebote 1999, 12)

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TopographieBergOrtschaftMedienZeitung/Zeitschrift

Trawniki ist eine Ortschaft südöstlich von Lublin. Hier wurde im Mai 1942 von der SS ein Ausbildungs- und Arbeitslager in einer ehemaligen Zuckerfabrik errichtet, in dem Kriegsgefangene für eine paramilitärische Polizeieinheit ausgebildet wurden. Das Lager diente zur »Ausbildung ›fremdvölkischer Einheiten‹ des SS- und Polizeiführers Lublin,Odilo Globocnik« (Jäckel/Longerich/Schoeps 1993, 1426). Die Hauptaufgaben der »Trawniki-Männer« waren Bewachung und Partisanenbekämpfung, sie kamen auch in Auschwitz und bei der »Aktion Reinhard« zum Einsatz, etwa beim Betrieb der Gaskammern oder der Leichenverbrennung.

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistIn

Der Innsbrucker Dichter und Klangkünstler Georg Decristel(1937–1997) war von großem Einfluss auf Koflers Schreibanfänge, er dürfte ihn bei den »Jugendkulturwochen« kennengelernt haben und besuchte ihn mehrmals in Innsbruck. Innsbruck, mit seiner Ausrichtung nach Deutschland, entwickelte sich in den 1960er Jahren im Umfeld des Künstlers Heinz Gappmayr sowie des Kurators, Verlegers und Publizisten Peter Weiermair zu einem »Zentrum der künstlerischen Avantgarde« (Riccabona 2015, 476). Beeinflusst von der Konkreten und Visuellen Poesie Gappmayrs sind Decristels Arbeiten der späten 1960er Jahre »Ergebnis der Rezeption theoretischer und praktischer Positionen der Konkreten« (Riccabona 2015, 479). Koflers Bezeichnung der »concreten mechanismen« Decristels bezieht sich wohl auf diesen Hintergrund. Der ironische Neologismus »duduismus« könnte sich auf die Hervorhebung des »du« in allen verwendeten Wörter sowie die Bevorzugung von Wörtern, in denen die Buchstaben d und u enthalten sind, beziehen – wie es in der von Kofler anzitierten »meditation über das kleine du« Decristels (»absUD – zünDhUt«) gehandhabt wird. Decristel selbst erwähnt den Begriff in einer maschinschriftlichen »bibliogr. bis 1976«: »eine schrift zur propagierung des einwortgedichtes (duduismus) 1967« (Decristel 2003, 151) – die »Schrift« hat sich, wie die allermeisten Texte Decristels, nicht erhalten.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Die Adresse Kulterers stand im Impressum der »Eröffnungen«, Aich ist eine kleines Dorf im Kärntner Jauntal. Im gegenständlichen Heft der »Eröffnungen« wird der aus Villach gebürtige, in Wien lebende Schriftsteller und Bibliothekar Hannes Schneider (1939–2004) als Mitredakteur angegeben.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/Zeitschrift

Als »Grenzlandtheater« bezeichnete man in der NS-Zeit Theater in den an damaligen Reichsgrenzen gelegenen Städten; sie wurden entweder neu errichtet oder bestehende Theater (renoviert und) umbenannt. In »Am Schreibtisch« spielt das »Kärntner Grenzlandtheater«, das 1938 aus dem Stadttheater Klagenfurt hervorging, eine Rolle, Kofler schreibt von der »Grenzlandtheaterzauberflöte« ( s. Eintrag »Grenzlandtheaterzauberflöte«‹), s. Eintrag ›Bautzen, Grenzlandtheater‹

TopographieOrtschaft

Mehrere Mitglieder der Familie Urbanz, wohnhaft im obersteirischen Spielberg bei Knittelfeld, verübten seit den 1980er Jahren brutale Verbrechen (vgl. [red.] 2016).

TopographieOrtschaft

Gailtal: Das Tal der Gail vom Ursprung bis Kötschach-Mautern heißt Lesachtal, der Obere Gailtal reicht in der Folge bis Hermagor, das Unter bis Fürnitz, bis zur Einmündung der Gail in die Drau.

TopographieOrtschaft

Der Arbeitskreis für Forensische Psychiatrie und Neurologie veranstaltet im Jänner 1979 in der Landesnervenklinik Salzburg eine Tagung zum Thema »Tötungsdelikte von Geisteskranken«. Neben Harrer ist auch Gross als Referent vorgesehen, Gross lässt seinen Vortrag dann allerdings verlesen.

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistIn

»Stein« ist in Österreich ein Synonym für eine Haftanstalt für lange einsitzende Straftäter – Kofler verpflanzt sie von ihrem realen Ort im Kremser Stadtteil Stein in den Grazer Stadtteil Straßgang.

TopographieOrtschaft

Zum Begriff »Grenzlandtheater« s. Eintrag »Grenzlandtheaterzauberflöte«. Das Gebäude des Stadttheaters Bautzen wurde bereits 1796 errichtet, 1905 renoviert und umgestaltet. 1937 schreibt Intendant Hanns Kämpff, dass man die »Ehrenbezeichnung Grenzlandtheater vom Reichspropagandaministerium« verliehen erhalten habe (Kämpff 1937). Die Selbstdarstellung des Theaters auf seiner Homepage spart die Zeit 1933–1945 aus, 1963 kam es zu einer Fusion, zur Gründung des zweisprachigen Deutsch-Sorbischen Volkstheaters Bautzen (www.theater-bautzen.de/ueber-uns/geschichte [25.5.2019]). In der DDR wurde das alte Theatergebäude 1969 gesprengt und 1975 durch einen Zweckbau ersetzt.

TopographieOrtschaft

Evtl. Anspielung auf die »Blutnacht von Wöhrden«: So wurde ein Konflikt zwischen Kommunisten und SA-Männern am 7. März 1929 nach einer verbotenen SA-Versammlung in Wöhrden, einem Dorf in Schleswig-Holstein, bezeichnet. Der Zusammenstoß forderte drei Tote. Durch seine propagandistische Aufbereitung, vor allem durch die NSDAP, erlangte er überregionale Bekanntheit.

TopographieOrtschaftEreignis

Gurktal: Die Gurk ist mit knapp 160 km Länge der zweitlängste Fluss Kärntens, das eigentliche Gurktal flussaufwärts von Pöckstein-Zwischenwässern, Hauptorte: Mellach, Straßburg, Gurk

TopographieOrtschaft

In den Ausgaben der »Lübecker Nachrichten« während Koflers Lübeck-Aufenthalt Anfang Juni 1980 findet sich keine entsprechende Hochzeitsanzeige. Es gibt aber einen Beleg aus einer privaten Ahnenforschung: »Uwe verzog von Hamburg nach Bad Schwartau [...] und heiratete Sigrun Rüsch aus Bad Schwartau; beide haben 2 Töchter« (Pries 2019).

TopographieOrtschaftMedienZeitung/Zeitschrift

Am 22. Juni 1941, dem Tag des Angriffs der Deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion, fand im Berliner Olympiastadion das Finale der Deutschen Fußballmeisterschaft statt, der »große Favorit« (Eichler 2017, 187) FC Schalke 04 unterlag Rapid Wien 3:4.

TopographieOrtschaftEreignis

»Forum Stadtpark« meint sowohl die 1959 von Künstlern gegründete Kulturinitiative als auch den Veranstaltungsort im Grazer Stadtpark (zu Beginn ein leerstehendes Café, seit 2000 ein Neubau). Kofler bezieht sich hier wohl auf die Zeitschrift »manuskripte«, 1960 vom Forum-Mitbegründer Alfred Kolleritsch ins Leben gerufen und über diesen eng an die Kulturinitiative gebunden. Kofler veröffentlichte nur einmal in den »manuskripten«, 1981 das »Kärntner Triptychon« (bestehend aus »Landeshauptstadt Klagenfurt«, »Im Eichholzgraben« und »JOHANN FRIEDRICH PERKONIG, der große Kärntner Dichter«).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/Zeitschrift

Camporosso: Fraktion der Gemeinde Tarvis in Italien; ein konkreter Hinweis auf eine Schießerei o.ä. war nicht eruierbar.

TopographieOrtschaft

Kofler bezieht sich auf Heinrich Gross (1915–2005), österr. Arzt, der als Stationsleiter der »Reichsausschuß-Abteilung« an der »Euthanasie«-Klinik »Am Spiegelgrund« in Wien während der NS-Zeit behinderte Kinder für Forschungszwecke missbrauchte und an ihrer Ermordung beteiligt war. 1948 wurde er verhaftet, er saß zwei Jahre in Untersuchungshaft. Der Prozess 1950 brachte ein mildes Urteil. 1955 kehrte er auf den »Steinhof«, an den Ort der von ihm begangenen Verbrechen, zurück, er war vollständig rehabilitiert. Ein zweiter Prozess im Jahre 2000, diesmal mit Mordanklage, wurde wegen eines Gutachtens eingestellt. s. Eintrag »Doktor Groß«

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistIn

Pfeilerbasilika in Gurk in Kärnten; zwischen 1140 und 1200 im hochromanischen Stil erbaut

TopographieOrtschaft

Deutsche Schreibweise von Windhoek, der Hauptstadt Namibias, in »Deutsch Südwestafrika« (bis 1915) amtliche Schreibweise

TopographieOrtschaft

Glantal: Abschnitt der Glan zwischen Feldkirchen und St. Veit an der Glan, Hauptorte: Liebenfels, Glanegg

TopographieOrtschaft

In einem Haus aus dem 16. Jahrhundert befindet sich die bereits 1401 gegründete Lübecker »Schiffergesellschaft«, eine Standesorganisation für Seefahrer; seit gut 150 Jahren auch mit Restaurant; Ratsherrentopf: Eintopf aus Rind- oder Schweinefleisch und Gemüse, existiert in vielen Rezeptvarianten

TopographieOrtschaft

Die sogenannte Irrenanstalt Cholm im Distrikt Lublin war ein Tarnbetrieb, um die »Euthanasie«-Morde im Rahmen der »Aktion T4« gegen jüdische Anstaltsinsassen zu verschleiern, die im Sommer 1940 in Berlin ihren Ausgang nahm und den ersten planmäßig organisierten Massenmord an Juden im Deutschen Reich darstellte (vgl. Hinz-Wessels 2013). Auf Briefpapier mit der Aufschrift »Irrenanstalt Cholm« und dem Poststempel des Postamtes der polnischen Stadt Cholm (bzw. Chelm) wurden zuerst die Nachricht über die Unterbringung in der Anstalt, dann Beileidsschreiben und Totenscheine verschickt. Die Angehörigen ließ man häufig noch monatelang nach der Ermordung der Verwandten für deren vermeintliche Pflege bezahlen (vgl. Halter 1988). s. Eintrag ›Irrenanstalt Cholm‹

TopographieOrtschaft

Paul Lincke (1866–1946), Komponist und Kapellmeister; was Strauß in Wien und Offenbach in Paris für die Operette bedeutete, war Lincke vergleichbar in Berlin. Lincke »war weder Nationalsozialist noch Antisemit. Jedoch […] ließ er sich nicht nur die Vereinnahmung durch die nationalsozialistischen Machthaber gefallen, sondern [...] verwendete eine nicht unbeträchtliche Energie darauf, von ihnen wahrgenommen zu werden« (Kutscher 2016, 271). Lehár und Lincke kannten sich gut, sie trafen sich öfters bei offiziellen Anlässen (Kutscher überliefert etwa einen Goebbels-Empfang 1936 und die Feier des sechsten Jahrestags der Reichstheaterkammer 1939 im Berliner Theater des Volkes; Kutscher 2016, 185 u. 230)

TopographieOrtschaftPersonMusikerIn

Am Freitag, 30. Juni 1978 wurde der Bergbau in Hüttenberg eingestellt. Die Schließung des geschichtsträchtigen, Ende des 19. Jahrhunderts größten Industriebetriebes Kärntens mit bis zu 4000 Beschäftigten war ein wirtschaftlich schwerer Schlag für die Region (vgl. Köstinger 2018). Ob und aus welchem Medium Kofler hier zitiert, konnte nicht eruiert werden – es handelt sich jedenfalls nicht um eine der drei Kärntner Tageszeitungen (»Kleine Zeitung«, »Kärntner Tageszeitung«,» VZ/Volkszeitung«), die am 1. Juli 1978 über die Schließung ausführlich berichteten.

TopographieOrtschaftEreignis

Gegendtal: Tal in den Kärntner Nockbergen zwischen dem Westufer der Ossiacher Sees und dem Ostufer des Millstätter Sees, Orte: Feld, Radenthein, Triffen

TopographieOrtschaft

Haus der Industrie: 1906 bis 1909 am Schwarzenbergplatz in Wienerrichtetes Gebäude, 1911 als Sitz der drei damals existierenden Zentralverbände der Industriellen eröffnet

TopographieOrtschaft

Der deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt wurde am 24. 8. 1939 vom deutschen Außenminister Ribbentrop in Moskau unter Anwesenheit Stalins unterzeichnet. Hitler hatte damit freie Hand beim geplanten Angriff auf Polen, weil die Sowjetunion im Pakt Neutralität zusagte und in einem geheimen Zusatzprotokoll das östliche Polen im Angriffsfall der UdSSR zugesprochen wurde.

TopographieOrtschaftPersonPolitikerInNationalsozialistInEreignis

Im niedersächsischen Bad Harzburg richtete 1938 die Reichsmusikkammer (über die »Versorgungsstiftung der deutschen Komponisten«) ein Erholungsheim für Komponisten ein (vgl. Prieberg 1982, 190; Domann 2015, 83).

TopographieOrtschaft

Das in Hüttenberg abgebaute Erz kam zur Verarbeitung in das Stahlwerk im steirischen Donawitz, das ab 1973 Teil des verstaatlichten Stahlkonzerns VÖEST (Vereinigte Österreichische Eisen- und Stahlwerke) war.

TopographieOrtschaft

Dem im 13. Jahrhundert errichtetem Heiligen-Geist-Hospital in Lübeck ist eine hochgotische Hallenkirche zugeordnet.

TopographieOrtschaft

1987 wurde am Wurtenkees am Fuße des Schareck in der Gemeinde Flattach ein Sommerskigebiet errichtet, mit der Inbetriebnahme ging die Umbenennung in »Mölltaler Gletscher«einher. Das geschah nicht zuletzt aus Imagegründen, war doch die Bezeichnung Wurtenkees mit den starken Protesten vor allem des Österreichischen Alpenvereins gegen das Projekt, die mit einem starken medialen Echo einhergingen, verknüpft. 1985 etwa schrieb das Nachrichtenmagazin »profil«, bezugnehmend auf die erfolgreichen Proteste gegen ein Donaukraftwerk bei Hainburg im Jahr zuvor, von einem »Hainburg am Gletscher«. 1997 ermöglichte die Errichtung einer Stollenbahn den Ganzjahresbetrieb. (vgl. Lamprechter 2006)

TopographieBergOrtschaftMedienZeitung/ZeitschriftEreignis

Partenstein, an der Mündung der Großen Mühl in die Donau gelegen, ist in erster Linie für das 1924 fertiggestellte Kraftwerk an der Mühl (eines der ersten Großkraftwerke in Österreich und damals das größte im Land) bekannt. Das Schloss Partenstein, auf einer mittelalterlichen Burgruine errichtet, befindet sich in der Nähe des Kraftwerksgebäudes. Zur Entstehungszeit des Gedichts, 1969, lebte Kofler mit Auguste Kronheim und deren Kindern unweit von Partenstein in der »Brunnwies« am Donauufer (vgl. Müller 2017, 13).

TopographieOrtschaft

Berg (1840 m) im Karawankengebirge, südlich von Ferlach

TopographieBergOrtschaft

St. Veiter Kulturtage: als »Tagung österreichischer Autoren und Komponisten« 1950 erstmals in St. Veit an der Glan durchgeführte Veranstaltung, die von Beginn an über Kärnten hinaus eine Plattform für junge und wenig arrivierte KünstlerInnen sein wollte. Die unregelmäßig stattfindenden Kulturtage (1950, 1952, 1954, 1957, 1960, 1964, 1968) versuchten, »ein Fenster zu öffnen, teilzunehmen an modernen Entwicklungen im Bereich der Musik und der Literatur« (Amann/Strutz 1998, 556). Der Schriftsteller Hermann Lienhard (1922–1999) war in den 1950er Jahren für das literarische Programm zuständig, 1960 und 1964 war dies der Kofler-Lehrer Harald Haselbach, mit dem die traditionelle, heimatverbundene Literatur Oberhand gewann. 1968 lasen wieder Vertreter der Avantgarde (u.a. Jandl, Mayröcker, Handke). Jonke und Kofler waren zu den St. Veiter Kulturtagen 1964 eingeladen, »Jonke als zweitjüngster, Kofler als jüngster Autor« (Amann/Strutz 1998, 565). Seit 2009 werden unter der Leitung von Klaus Amann die »St. Veiter Literaturtage« – im Sinne der »Kulturtage« – veranstaltet.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInEreignis

St. Jakob an der Straße: Siedlung im Osten Klagenfurts, benannt nach der Kirche, war nie eine eigenständige Gemeinde

TopographieOrtschaft

Die zweite »Abteilung« des Buches nennt Kofler »Im Irrenhaus Samonig«. Angespielt wird auf das Krankenhaus in Spittal an der Drau: Diese öffentliche Einrichtung befindet sich im Privatbesitz der Familie Samonigg – eine einmalige Situation in Österreich.

TopographieOrtschaft

Erhebung (1627 m) im Karawankengebirge, südöstlich von Ferlach

TopographieBergOrtschaft

Lokal am Heiligengeistplatz inKlagenfurt, galt seit den 1970er Jahren als »Literatencafé«, ein »Kreis von Dichtern umWalter [sic] NowotnyundHumbert Fink« (Baum 2002, 171) traf sich hier; eine Büste erinnerte an den Stammgast Walther Nowotny (s.u.), den Präsident des Kärntner Schriftstellerverbands, nach einem Umbau 2020 ist dieses Relikt nicht mehr vorhanden.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Bevor die Deutsche Wehrmacht am (12. 3. 1938) die österreichische Grenze überschritt, waren bereits deutsche Polizeikräfte in Wien per Flugzeug – mit Heinrich Himmler an Bord – angekommen. »Zu den ersten Aufgaben dieser Polizeieinheit gehörte die Verhaftung von prominenten NS-Gegnern, Mitgliedern und hohen Beamten der Regierung Schuschnigg und Angehörigen der illegalen ArbeiterInnenbewegung. […] Bis Monatsende wurde aus den bis dahin Verhafteten eine Liste von 150 Personen zusammengestellt« (Kuretsidis-Haider/Leo 2019, 11). Am 1. April wurden diese Personen, unter denen sich auch Künstler und Wirtschaftstreibende befanden, mit dem Zug in das Konzentrationslager Dachau überstellt. Kofler entnahm die Liste, der er in Wortlaut und Schreibweise exakt folgt, offensichtlich dem Ausstellungskatalog »Wien 1938« (vgl. Ganglmair 1988, 232f.), den er am Ende des Typoskripts unter den Quellen anführt (die Liste ist als PDF im Netz abrufbar: www.doew.at/cms/download/62o86/532_dachau_liste.pdf). Kofler gibt die Namen von zwanzig Inhaftierten an – eine Publikation 2019 liefert biographische Skizzen zu allen Personen des »Österreichertransports«. Die von Kofler ausgewählten seien hier mit der für ihre Inhaftierung im März 1938 maßgeblichen beruflichen Stellung erwähnt: Walter Adam (1886–1947), Generalsekretär der Vaterländischen Front, 1936–1938 Leiters des Bundespressedienstes; Richard Alexander (1902–?), Kommandant des »Sturmkorps«, einer paramilitärischen Organisation der Vaterländisches Front; Raoul Auernheimer (1876–1948), Schriftsteller; Josef Bick (1880–1952), Generaldirektor der Österreichischen Nationalbibliothek, Mitglied des »Kulturrats«; Stefan Billes (1909–2002), sozialdemokratischer Parteifunktionär; Wilhelm Blitz (1903–1987), Immobilienbesitzer, Kunstsammler; Friedrich Bock (1911–1993), stellvertretender »Bundeswerbeleiter« der Vaterländischen Front; Josef Langer (1900–1942), Adjutant des steirischen Landesgendarmeriekommandanten; Gabriel Lax (1892–1944), Schauspieler, Kabarettist, Impresario; Hugo Lehrer (1896–1990), Kriminalbeamter; Liebmann Lenk (1874–1939), keine Angaben; Fritz Löhner-Beda (1883–1942), Librettist; Josef Luda (1913–1955), kommunistischer Funktionär; Eduard Ludwig (1883–1967), bis 1936 Leiter des Bundespressedienstes; Joseph [sic] August Lux (1871–1947), Schriftsteller; Rudolf Manda (1882–1958), Generalinspektor der Wiener Sicherheitswache; Anton Marek (1889–1976), hoher Kriminalbeamter; Viktor Matejka [sic] (1901–1993), Obmann einer Volkshochschulfiliale, Bildungsreferent der Arbeiterkammer; Emil Maurer (1884–1967), sozialdemokratischer Parteifunktionär; Karl Ferdinand Mayer (1891–1946), Antiquitätenhändler (Kuretsidis-Haider/Leo 2019, passim).

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistInPolitikerInAutorIn/JournalistInSchauspielerIn/RegisseurInEreignis

Die Tage der deutschsprachigen Literatur sind ein seit 1977 jährlich stattfindender Literaturwettbewerb in Klagenfurt, im Rahmen dessen der von der Stadt Klagenfurt gestiftete Ingeborg-Bachmann-Preis vergeben wird. s. Eintrag ›wetteifern wie die Dichter in den Klagenfurter Literaturwettkämpfen‹

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

»Egmont« (1788): Trauerspiel von Goethe; Koflers Transposition Brüssels in das provinzielle Augsburg dürfte auf Bernhards Theaterstück »Die Macht der Gewohnheit« (1974) anspielen, in dem viel über einen bevorstehenden Auftritt in Augsburg gesprochen wird.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Zdeněk Němec (1914–1945), tschechischer Geiger und Musikwissenschaftler; er besprach die Aufführung von Smetanas »Mein Vaterland« durch die Tschechische Philharmonie kurz vor Kriegsende, am 4. Februar 1945 in Prag, an der er mitwirkte, in einer Prager Zeitung positiv (das Werk reiße »das Volk in den schwersten Augenblicken mit sich und bringt ihm Erlösung und Befreiung aus den Fesseln der Sklaverei und des Dunkels«). Er wurde verhaftet und zu Tode misshandelt (Prieberg 1982, 396). s. Eintrag »von den Beamten Müller und Aurich auf das schwerste mißhandelt«‹

TopographieOrtschaftPersonMusikerIn

Höchster Berg der Gurktaler Alpen, nordöstlich der Turracher Höhe (s. o.), sein Gipfel liegt in der Steiermark nahe der Grenze zu Kärnten.

TopographieBerg

Kofler paraphrasiert in diesem Absatz, nahe am Wortlaut der Publikation, eine Stellungnahme Heinrich Gross’, die Wolfgang Höllrigl im Februar 1979 im »Kurier« veröffentlichte (und zu der Gross natürlich nicht »gezwungen« wurde). Den Aussagen Gross’ fügt Kofler nur die Ergänzung zu Ybbs in der Klammer sowie den Begriff »Aktion T4« hinzu (vgl. Höllrigl 1979a).

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistInAutorIn/JournalistInMedienZeitung/Zeitschrift

Kofler/Fian spielen hier möglicherweise auf die Tagung des Parlamentsklubs der Österreichischen Volkspartei 1985 in Warmbad Villach an. Die ÖVP verlautbarte in diesem Rahmen ein neues Wirtschaftskonzept und stimmte der von der SPÖ monierten Stützung der angeschlagenen Bank Creditanstalt zu.

TopographieOrtschaft

Kofler gibt hier die Standorte dreier Kernkraftwerke wieder: Cattenom im französischen Lothringen (seit 1986 in Betrieb); Temelin in der Nähe von Ceske Budejovice (Budweis) in Tschechien (in den 1980er Jahren geplant, 2001 erste Inbetriebnahme); das Kernkraftwerk Kalkar am deutschen Niederrhein wurde 1985 fertiggestellt, ging aber wegen sicherheitstechnischer Bedenken nie in Betrieb.

TopographieOrtschaft

Alpinhütte in den Lienzer Dolomiten in Osttirol

TopographieBerg

Viktor Petschnik (1899–1951), österreichischer Politiker (SPÖ), 1945–1951 Abgeordneter zum österreichischen Nationalrat und Bürgermeister von Villach.

TopographieOrtschaftPersonPolitikerIn

Lavanttal: von der Lavant durchflossenes Tal in Nord-Süd-Erstreckung im Osten Kärntens, Hauptort: Wolfsberg

TopographieOrtschaft

Osttiroler Berg (3099 m) in der Glocknergruppe

TopographieBerg

Konkrete Pläne zur Errichtung eines streng geschützten Landschaftsteils in den Ostalpen gibt es seit ca. 1910. Erst in der »Vereinbarung von Heiligenblut« 1971 konnten die rechtlichen und topographischen Grundlagen eines Nationalparks in Kärnten, Tirol und Salzburg festgelegt werden. Die Umsetzung stieß auf zahlreiche Schwierigkeiten, vor allem in Osttirol kam es zum »Widerstreit zwischen Naturdenkmal und Hoffnungsgebiet für die Energiewirtschaft« (Floimair/Retter 1985, 50). Kärnten erklärte 1980 einseitig Teilgebiete zum Nationalpark, 1983 folgte Salzburg, Tirol erst 1992. Mit der »Dreiländervereinbarung«, einem »Staatsvertrag zwischen den drei Ländern und dem Bund« (Kupper/Wöbse 2013, 144), wurde der Bestand des Nationalparks Hohe Tauern 1994 endgültig rechtlich abgesichert.

TopographieOrtschaftBerg

Ab 1817 diente ein »Armenhaus« am Donauufer bei Ybbs als Unterbringung für psychisch Kranke, 1859–1864 errichtete die Stadt Wien an Stelle eines am Nachbargrundstück befindlichen Franziskanerklosters am Donauufer eine »Versorgungsanstalt«. 1922 wurden beide Institutionen zur »Wiener städtischen Heil- und Pflegeanstalt in Ybbs« zusammengelegt. Bis in die 1980er Jahre war die Anstalt mit bis zu 1200 Personen belegt, was eher für die früher vorherrschende »Verwahrung« als für Therapie spricht. Heute ist das »Therapiezentrum Ybbs« Teil des »Wiener Gesundheitsverbunds« (vgl. Wiener Gesundheitsverbund o.J.).

TopographieOrtschaft

Jakob Sereinigg (1887–1964), 1951–1956 Bürgermeister von Villach, Landtagspräsident, Vertreter der sozialistischen Arbeiterbewegung und Eisenbahnergewerkschaft

TopographieOrtschaftPersonPolitikerIn

Kofler spielt mit dieser Verunglimpfung Salzburgs auf Thomas Bernhards Stück »Die Macht der Gewohnheit« (1974) an, in dem der Zirkusdirektor CaribaldiAugsburg als »Lechkloake« bezeichnet (Bernhard 2005, 102)

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Dieses »Zigeuner-Anhaltelager« diente der Ausbeutung durch Zwangsarbeit. Es wurde 1940 auf dem »Schaflerhof« in Lackenbach, einem ehemaligen Esterházy’schen Gutshof, 15 Kilometer westlich von Deutschkreutz im Burgenland, eingerichtet und bestand bis zur Befreiung durch die Rote Armee. s. Eintrag »Lager Lackenbach«‹

TopographieOrtschaft

Am 23. 9, 1938 wird eine Gruppe Österreicher von Dachau nach Buchenwald überstellt, darunter Fritz Grünbaum und Fritz Löhner (vgl. Schwarberg 2000, 133). Die Häftlingsnummern hat Kofler möglicherweise der bei Schwarberg wiedergegebenen »Kontokarte« Löhners aus dem KZ Buchenwald entnommen, auf der die (in geringer Höhe erlaubten) finanziellen Zuwendungen seiner Frau vermerkt wurden. Auf dieser Karteikarte ist durchgestrichen die Zahl 8504, und direkt darüber die Zahl 3283 handschriftlich notiert (Schwarberg 2000, 136).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Georg Coldewey, SS-Zahnarzt im Konzentrationslager Buchenwald, gehört seit »Hotel Mordschein« zum Personeninventar des Kofler’schen Œuvres. Coldewey (1910–?) war SS-Zahnarzt im Konzentrationslager Buchenwald. Er hatte zuvor noch nie praktisch gearbeitet und machte seine ersten Experimente an Häftlingen. »Seiner Unfähigkeit entsprachen seine sadistischen Neigungen« (Kogon 1977, 140). s. Eintrag »ein Zahnarzt und SS-Scharführer Coldewey«

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistIn

In den Tagebüchern Thomas Manns taucht Bruno Bruhn (1872–1958) auf, promovierter Chemiker, der einer Lübecker Familie entstammte und u.a. für die Krupp AG in Essen tätig war. Mann schwärmte für dessen Schwester. Auch seine Frau Eva wird erwähnt, aber es dürfte sich alles in allem doch um eine zufällige Namensübereinstimmung handeln (vgl. Mann 1993, 289).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Kärntner Berg (3247 m) in der Glocknergruppe

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TopographieBerg

Georg Coldewey ( 1910–?) war SS-Mitglied und erster SS-Zahnarzt im Konzentrationslager Buchenwald. Er hatte zuvor noch nie praktisch gearbeitet und machte seine ersten Experimente an Häftlingen. »Seiner Unfähigkeit entsprachen seine sadistischen Neigungen« ( Kogon 1977, 140).

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistIn

Polen wurde unter deutscher Besetzung 1939–1945 als »Generalgouvernement« bezeichnet und in vier Distrikte (Warschau, Lublin, Krakau, Radom; ab 1940 kam als fünfter der Distrikt Galizien dazu) eingeteilt. Odilo Globocnik (s. Eintrag »die rechte Hand vom Globus, vom Globocnik«) war während der »Aktion Reinhardt«, der systematischen Ermordung der jüdischen Bevölkerung, »SS- und Polizeiführer für den Distrikt Lublin«.

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistIn

Majdanek: Vorort von Lublin, hier befand sich 1941–1944 ein Konzentrations- und Vernichtungslager; Treblinka: größtes Vernichtungslager der »Aktion Reinhard«, in der polnischen Woiwodschaft Masowien gelegen

TopographieOrtschaft

Wyl: Im baden-württembergischen Whyl am Rhein wurde im Februar 1975 unmittelbar nach der Teilerrichtungsgenehmigung mit der Einrichtung der Baustelle für das geplante Kernkraftwerk begonnen. Die Baustelle wurde seit 18. 2. 1975 durchgehend besetzt – worauf sich Horst Mahler berief. Bethanien: 1847 fertiggestellte Krankenanstalt am Mariannenplatz in Berlin-Kreuzberg, »die besetzung eines aufgelassenen krankenhauses in kreuzberg« fand ab 1971 in einem Nebengebäude statt, 1973 wurde das Hauptgebäude in ein »Zentrum für Kultur und Soziales«, das »Künstlerhaus Bethanien«, umgewandelt.

TopographieOrtschaftEreignis

Bei seinem Aufenthalt im Sierksdorfer Wochenendhaus der Familie Hermann 1980 fand Kofler ein Notizbuch vor (vgl. Hermann 2015), aus dem er in »Am Schreibtisch« handwerkliche Verrichtungen eines Familienmitglieds zitiert: »Paul hat die Kittfalze gestrichen« (s. Eintrag »Paul hat die Kittfalze gestrichen«)

TopographieOrtschaft

Was die »Stimme A« hier ausführt, ist zum größten Teil wörtlich (mit wenigen Kürzungen) dem »Franz Lehár-Buch« (Haffner 1998, 146f.) entnommen. Franz Lehár, damals »einer der reichsten Männer Österreichs« (Haffner 1998, 145), kaufte sich 1932 das Anwesen in Wien-Nußdorf (Hackhofergasse 18), um in Zeiten der Depression sein Geld sicher zu veranlagen. Das im Hochbarock umgebaute »Stöckl« zählt Emanuel Schikaneder zu seinen Vorbesitzern.

TopographieOrtschaftPersonMusikerIn

Krumpendorf, Pörtschach: Gemeinden am Nordufer des Wörthersees; in »Hotel Mordschein« bezieht sich Kofler auf die Berichterstattung zum Mordfall im Klagenfurter Hotel Mondschein, in der über die Handlungen des Täters im zeitliche Umfeld der Tat unterschiedliche Angaben gemacht wurden: »In Pörtschach muß ich versucht haben, ein versperrtes Auto in Betrieb zu nehmen, in Krumpendorf, zur gleichen Zeit, ein Zimmer zu plündern. Auf dem Marktplatz zu Krumpendorf wäre ich gesessen und hätte zur Gitarre gesungen, gleichzeitig muß ich in Pörtschach am Hauptplatz an der Gitarre gesehen worden sein« (s. Eintrag »In Pörtschach muss ich versucht haben, ein versperrtes Auto in Betrieb zu nehmen, in Krumpendorf, zur gleichen Zeit, ein Zimmer zu plündern.«).

TopographieOrtschaft

Günter von Drenkmann (1910–1974), deutscher Jurist, ab 1967 Präsident des Kammergerichts Berlin. Drenkmann wurde im Zuge einer geplanten Entführung am 10. November 1974 in seinem Haus durch einen Schuss schwer verletzt, er starb am selben Tag im Krankenhaus. Die »Bewegung 2. Juni« bekannte sich zur Tat und verstand sie als Reaktion auf den Tod Holger Meins, der am Tag zuvor nach einem Hungerstreik in Haft verstorben war, was die Täter in einem Bekennerschreiben als »Justizmord« bezeichneten (vgl. Pflieger 2011, 59). Welche Mitglieder der »Bewegung« an dem Mord beteiligt waren, konnte bei einem Prozess 1986 nicht zweifelsfrei belegt werden.

TopographieOrtschaftEreignis

Bezeichnung einer NSDAP-Fahne, die 1923 in Münchenim Zuge des gescheiterten Hitler-Ludendorff-Putschs beim »Marsch auf die Feldherrnhalle«mitgeführt worden war; »[n]ach Vorstellung der Nationalsozialisten hatte sie durch das Blut der getöteten Putschisten eine besondere Weihe erfahren. Seit 1926 wurden alle neuen Fahnen und Standarten der Partei durch Berührung mit dem Tuch der Blutfahne geweiht«(Lorenz 2017, 308).

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistInEreignis

Böses Weibl/Weibele, Berg (3119 m) im Norden der Schobergruppe in Osttirol

TopographieBerg

Berg nördlich des Ossiacher Sees (Teil der Nockberge, 1909 m)

TopographieBerg

Warmbad (offiziell: Warmbad-Judendorf) ist ein Stadtteil im Süden von Villach. Benannt nach einer seit der Römerzeit und dann wieder im 19. Jahrhundert betriebenen Thermal- und Kurbadeanstalt. s. Eintrag ›villach-warmbad‹

TopographieOrtschaftMedien

Bei den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus 1975 verlor die SPD ihre absolute Mehrheit (1971: 50,4 %) und kam auf 42,6 % der abgegebenen gültigen Stimmen, die CDU wurde stimmenstärkste Partei (43,9 %). SPD-Bürgermeister Klaus Schütz bildete in der Folge mit der FDP (7,1 %) eine Koalitionsregierung. Der Bund Freies Deutschland (BFD) erreichte 3,4 %, die Sozialistische Einheitspartei Westberlins (SEW) 1,8 %, die KPD 0,7 %. Die SPD erreichte im Bezirk Kreuzberg 46,9 %, in Wedding 50,3 % der abgegebenen gültigen Stimmen, das waren ein Verlust von 31,7 % bzw. 33,5 % im Vergleich zu 1971. Dieser starke Rückgang kann nur teilweise auf das Antreten des »Bunds freies Deutschland« (BFD) zurückgeführt werden (der BDF erreichte in Kreuzberg 3,9 % und in Wedding 4,2 %), der Anteil der ungültigen Stimmen stieg stark an – in beiden Bezirken um durchschnittlich 17,6 % (vgl. Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit 1975, 10f.). Die SPD musste vor allem bei ihrer Stammwählerschaft, den ArbeiterInnen, Verluste hinnehmen – ein für Landtagswahlen im Vergleichszeitraum singulärer Tatbestand (Schmollinger 1975, 447). Unmittelbar nach der Wahl wurde von einigen Politikern die Ansicht vertreten, dass die Krisensituation das Wahlverhalten beeinflusst habe, inzwischen ist aber unbestritten, daß die Entführung keinen Einfluß auf Gewinne oder Verluste der beiden großen Parteien hatte (Schmollinger 1975, 455).

TopographieOrtschaftPersonPolitikerInEreignis

»Ordensburgen« wurden Schulungszentren für den Führungsnachwuchs der NSDAP genannt. Verwirklicht wurden drei dieser Einrichtungen, in Vogelsang/Eifel, in Krössinsee in Pommern und im Allgäuer Sonthofen; »Ordensburgen« der SS gab es nicht. Die Einrichtung in Sonthofen wurde ab 1934 errichtet (heute: Generaloberst-Beck-Kaserne) und diente als »Adolf-Hitler-Schule«, als vorbereitende Bildungsanstalt für die »Ordensburg«.

TopographieOrtschaft

Ein »H. Gallus« scheint in den Annalen der Lübecker Singakademie auf, er war ab 1978 einer ihrer Chordirektoren (vgl. www.luebecker-singakademie.de/historie.html).

TopographieOrtschaft

Anspielung auf Franz Vranitzky (* 1937), SPÖ-Politiker, ab 1976 in diversen österreichischen Banken in leitender Funktion tätig. 1984 Ernennung zum Finanzminister im Kabinett Sinowatz, nach dessen Rücktritt nach der Wahl Kurt Waldheims zum Bundespräsident im Juni 1986 wurde er Bundeskanzler, im November des Jahres gab es Neuwahlen, Vranitzky wollte die Koalition mit der FPÖ unter dem neuen Parteiobmann Jörg Haider nicht fortführen. Die Besteigung von Österreichs dritthöchstem Berg, dem Großvenediger (3666 m), Ende August 1986 war Teil einer Imagekampagne im Vorfeld des Wahlkampfes. Ein Reporter der »Kronen Zeitung« war Teil der Seilschaft, Vranitzky erwies sich als »konditionsstarker Bergsteiger«. (Kindermann 1986)

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TopographieBergPersonPolitikerInMedienZeitung/ZeitschriftEreignis

Dieses »Zigeuner-Anhaltelager« diente der Gefangensetzung und Ausbeutung durch Zwangsarbeit. Es wurde 1940 auf dem »Schaflerhof« in Lackenbach, einem ehemaligen esterházyschen Gutshof, 15 Kilometer westlich von Deutschkreutz im Burgenland, eingerichtet.

TopographieOrtschaft

Kofler bezieht sich auf die Kämpfe am Pyhrnpass während des nationalsozialistischen Juliputsches 1934. Soldaten des österr. Bundesheers drangen auf ihrem Weg zur Passhöhe, auf der sich eine Gruppe bewaffneter Nationalsozialisten befand, in das Gasthaus »Zum Kalkofen« ein und ermordeten – sie glaubten offensichtlich, aus dem Gasthaus beschossen worden zu sein – die hochschwangere Wirtin, einen ihrer beiden Söhne, zwei Gäste sowie den Kalkbrenner. Vier Soldaten wurden im Oktober 1938 des Mordes angeklagt, die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Steyr ist eine wichtige Quelle für die Rekonstruktion des Tathergangs (vgl. Bauer 2003, 340–343). Von den »drei notorische[n] Nationalsozialisten«, die Kofler erwähnt, ist dort keine Spur, einer der Gäste war Mitglied des »Heimatschutzes«, der paramilitärischen Einheit des austrofaschistischen Regimes (»Heimwehr«); die Opfer wurden zudem nicht erschlagen, wie Kofler schreibt, sondern erschossen (vgl. Bauer 2003, 341). Im Nachlass Koflers befindet sich ein Bild des Gasthauses mit entsprechender Bildunterschrift (11/W10/1–7).

TopographieOrtschaftEreignis

»Bund freies Deutschland«: 1974 in West-Berlin gegründet, der Zeitungsverleger Axel Springer war einer der Geburtshelfer der rechtskonservativen Partei, Vorsitzender war der ehemalige Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes,Ernst Scharnowski, damals 78 Jahre alt. Der BDF wollte u.a. den von der Ostpolitik der SPD Enttäuschten eine politische Heimat geben und wetterte gegen die Linksideologen, die unser demokratisches Haus abbrechen (zit. n. Strothmann 1975). Der BDF erreichte bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 1975 3,4 Prozent der Stimmen. Nach dem verpassten Einzug ins Berliner Abgeordnetenhaus löste sich der BDF bald auf.

TopographieOrtschaftPersonPolitikerInEreignis

Eitweg: kleiner Ort im Lavanttal südwestlich von Wolfsberg

TopographieOrtschaft

Sandkopf: ein wenig erschlossener Kärntner Gipfel (3090 m) in der Goldberggruppe der Hohen Tauern, dessen Besteigung wegen fehlender Markierungen und Einkehrmöglichkeiten als mühevoll gilt

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TopographieBergMedien

Helene von Damm (* 1938 als Helene A. Winter in Ulmerfeld,Oberösterreich), 1959 Auswanderung in die USA, Assistentin von Ronald Reagan, 1983–1985 US-Botschafterin in Wien, 1985 heiratete sie Peter Gürtler, den Besitzer des Hotels Sacher in Wien.In ihrer Autobiographie wird die Besteigung des Großglockners auf das Jahr 1984datiert. (vgl. Damm 1987, Abb. 18) Ihre mit viel Publizität verbundene diplomatische Tätigkeit bezeichnete Damm als »public diplomacy«, die Ersteigung des Großglocknersfand ihr Echo bis in die »New York Times«. (Markham 1985)

TopographieBergOrtschaftPersonPolitikerInUnternehmerInMedienZeitung/ZeitschriftEreignis

Die SS-Führung unternahm mehrere Versuchsreihen, um ein Verfahren zu finden, mit dem man Menschenmassen sterilisieren könne. In einer wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlichte die Firma Madaus & Co. entsprechende Experimente an Tieren (vgl. Kogon 1977, 184) mit der südamerikanischen Schweigrohrpflanze. Heinrich Himmler wurde im August 1941 durch den Leiter des Gauamtes Niederdonau für Rassenpolitik, Anton Fehringer, auf diese Idee aufmerksam gemacht. Dieser schlug vor, entsprechende Versuche an Insassen des »Zigeunerlagers« Lackenbach durchzuführen (vgl. Mitscherlich/Mielke 2004, 309f.)

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistIn

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Steyr 1938 kennt den Namen: »[der] Handwerksbursche[] Johann Permadinger, der – wie man nachträglich einwandfrei feststellen konnte – Mitglied des Heimatschutzes war und seinerzeit sich zufällig auf der Wanderschaft befand« (Bauer 2003, 341).

TopographieOrtschaft

Franz Stangl (1908–1971), der oberösterreichisches Polizist war ab 1941 als Büroleiter der Tötungsanstalt Hartheim an der systematischen Ermordung behinderter Menschen beteiligt, ab 1942 war er unter Globocnik einer der maßgeblichen Verantwortlichen der »Aktion Reinhardt«, zuerst als Lagerleiter in Sobibor, anschließend in Treblinka. 1948 gelang ihm die Flucht aus dem Linzer Untersuchungsgefängnis, bis zu seiner Verhaftung 1967 lebte er in Syrien und Brasilien unter seinem Echtnamen.

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistIn

Eisentratten: Ort in Oberkärnten, Katastralgemeinde von Krems in Kärnten

TopographieOrtschaft

Müller und Aurich sind die Namen zweier Gestapo-Beamter, die für die Ermordung des Geigers und Musikwissenschaftlers Zdeněk Němec (1914–1945) verantwortlich waren. Dieser hatte (unter dem Kürzel »ek«) die Aufführung von Smetanas »Mein Vaterland« durch die Tschechische Philharmonie kurz vor Kriegsende, am 4. Februar 1945 in Prag, an der er mitwirkte, in einer Prager Zeitung positiv besprochen (das Werk reiße »das Volk in den schwersten Augenblicken mit sich und bringt ihm Erlösung und Befreiung aus den Fesseln der Sklaverei und des Dunkels«). Er wurde verhaftet und zu Tode misshandelt. (Prieberg 1982 , 396)

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistInMusikerInMedienMusik

Christian Wirth (1885–1944), einer der maßgeblichen Verantwortlichen der 1940/41 durchgeführten »Aktion T4«, der Tötung von Kranken und Behinderten – Volker Rieß spricht vom »Manager der Euthanasie-Aktion« (Rieß 2004, 242). Ab Ende 1941 war er erster Kommandant des Vernichtungslagers Belzec, er wurde danach auch Lagerinspekteur der »Aktion Reinhardt«. Im Herbst 1943 folgte er seinem Vorgesetzten, Odilo Globocnik, nach Nordostitalien. Er wurde 1944 bei einem Partisanenüberfall getötet.

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistIn

Deutsch-Griffen: Kärntner Gemeinde in einem Seitental des Gurktals, das »Deutsch« im Ortsnamen diente zur Unterscheidung zu »Windisch-Griffen« in Unterkärnten (heute nur noch Griffen)

TopographieOrtschaft

Heinrich Gross (1915–2005), österreichischer Arzt, der als Stationsleiter der »Reichsausschuß-Abteilung« an der »Euthanasie«-Klinik »Am Spiegelgrund« in Wien während der NS-Zeit behinderte Kinder für Forschungszwecke missbrauchte und an ihrer Ermordung beteiligt war. 1948 wurde er verhaftet, er saß zwei Jahre in Untersuchungshaft, der Prozess 1950 brachte ein mildes Urteil. 1955 kehrte er auf den »Steinhof«, an den Ort der von ihm begangenen Verbrechen, zurück, er war vollständig rehabilitiert. Ein zweiter Prozess im Jahre 2000, diesmal mit Mordanklage, wurde wegen eines Gutachtens eingestellt.

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TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistIn

Bezeichnung einer NSDAP-Fahne, die 1923 in München im Zuge des gescheiterten Hitler-Ludendorff-Putschs beim »Marsch auf die Feldherrnhalle« mitgeführt worden war; s. Eintrag ›Blutfahne‹

TopographieOrtschaftEreignis

Erwein Geczmen-Waldeck (1910–1976, auch: Gečmen-Waldek), aus Prag gebürtiger österr. Adeliger, ging 1938 nach New York, remigrierte nach dem Weltkrieg bald nach Europa (vgl. Zapke 2020, 186). Das deutsche Nachrichtenmagazin »Der Spiegel« schreibt 1966 vom »vermögenslose[n] Corviglia-Sekretär, Baron Erwein Geczmen-Waldeck«, der in St. Moritz einen exklusiven Promi-»Club« organisiere, dessen Aktivitäten aus Mondlicht-Partys auf der Corviglia-Hütte oberhalb von St. Moritz bestünden, bei denen sich »die Oberschicht Europas einmal völlig entspannt« gehen ließe (vgl. [red.] 1966).

TopographieOrtschaftMedienZeitung/Zeitschrift

Buchhandlung Langenkamp im Zentrum Lübecks

TopographieOrtschaft

Die sogenannte Irrenanstalt Cholm im Distrikt Lublin war ein Tarnbetrieb, um die »Euthanasie«-Morde im Rahmen der »Aktion T4« gegen jüdische Anstaltsinsassen, die im Sommer 1940 in Berlin ihren Ausgang nahm und den ersten planmäßig organisierten Massenmord an Juden im Deutschen Reich darstellte, zu verschleiern. (vgl. Hinz-Wessels 2013) Auf Briefpapier mit der Aufschrift »Irrenanstalt Cholm« und dem Poststempel des Postamtes der polnischen Stadt Cholm (bzw. Chelm) wurden zuerst die Nachricht über die Unterbringung in der Anstalt, dann Beileidsschreiben und Totenscheine verschickt. Die Angehörigen ließ man häufig noch monatelang nach der Ermordung der Verwandten für deren vermeintliche Pflege bezahlen. (vgl. Halter 1988)

TopographieOrtschaft

Kurt Franz (1914–1998), seit 1937 SS-Mitglied, 1940 Beteiligung an der »Aktion T4«, ab 1941 Mitarbeiter Odilo Globocniks in Lublin, 1942 Stellvertreter Franz Stangls, des Lagerkommandanten von Treblinka, im Herbst 1943 Kommandant von Treblinka. Danach wurde er mit Globocnik in die »Operationszone Adriatisches Küstenland« versetzt. 1965 im Treblinka-Prozess zu lebenslanger Haft verurteilt, 1993 krankheitshalber entlassen. s. Eintrag ›Kurt Franz‹

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistIn

Maximilian Lamberg, entstammt dem Kitzbühler Zweig der Adelsfamilie, Besitzer und Gestalter des Kitzbühler Golfplatzes, erfolgreicher Golfspieler; nicht zuletzt durch seine Beziehung mit der deutschen Filmschauspielerin Uschi Glas zu Beginn der 1970er Jahre wurde er zum Gast in den Klatschspalten.

TopographieOrtschaftPersonSchauspielerIn/RegisseurIn

Öffentliches Sommerbad der Stadt Wien an den Hängen des Cobenzl im 19. Gemeindebezirk, 1923 eröffnet

TopographieOrtschaftBerg

Ordensburg Sonthofen: Ab 1934 errichtete Bildungsanstalt für den Führungsnachwuchs der NSDAP; s. Eintrag ›SS-Ordensburg Sonthofen‹

TopographieOrtschaft

Am 19. Oktober 1942 kam der Zug mit 405 Buchenwald-Häftlingen im Außenlager Auschwitz-Monowitz an, das sich damals in der Endphase seiner Fertigstellung befand. Das Lager wurde zur Ausbeutung der KZ-Insassen für das benachbarte Buna-Werk der IG Farben errichtet. Der sechs Kilometer lange Weg vom Stammlager zur Produktionsstätte hatte für die verantwortlichen IG-Manager die Arbeitsleistung der Häftlinge zu stark reduziert (vgl. Wagner 2000, 91). Das Lager Monowitz wurde am 28. 10. 1942 fertiggestellt. Löhner-Beda dichtet auch hier ein Lied, das »Buna-Lied« (vgl. Schwarberg 2000, 163f.). Sehr wahrscheinlich war Günther Schwarbergs Biographie Koflers Quelle.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Herbert von Karajan (1908 – 1989), österr. Dirigent, mit seiner Frau Henriette war er Stammgast in St. Moritz. s. Eintrag »Aachener Generalmusikdirektor von Karajan«

TopographieOrtschaftPersonMusikerIn

Seit 1935 bestehende »Glockner Sesselfabrik« im Oberkärntner Flattach, Ortsteil Außerfragant (www.stuehle.cc)

TopographieOrtschaft

Die Gestapo beschlagnahmte 1938 das Franziskanerkloster in Salzburg und richtete dort bis 1945 ihr Hauptquartier und ein Gefängnis ein. (vgl. Lehner 2009) Das Franziskanerkloster befindet sich in Nachbarschaft zum Stift Sankt Peter.

TopographieOrtschaftEreignis

In der Gemeinde Timmendorfer Strand bei Lübeck – Ende des 19. Jahrhunderts zum »Ostseebad« ausgebaut – verbrachte die Familie Mann den Sommerurlaub (vgl. Mann 1979, 814).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Der erfundene Zweitname von »Big Otto Wanz« könnte von dessen Teilnahme an einem internationalen Catch-Turnier in Kinshasa 1971 inspiriert sein (vgl. Mayer 2017).

TopographieOrtschaft

Der Salzburger Maler Wilhelm Kaufmann (1895–1975) wurde über das Schicksal seiner Kollegin Helene von Taussig (1879–1942), um die er sich wegen ihrer jüdischen Abstammung sorgte, mit folgender Benachrichtigung informiert: »Helene von Taussig sei auf dem ,Transport nach Theresienstadt einer Lungenentzündung erlegen‘. So hieß das damals.« (zit. n. Kerschbaumer 1988, 42)

TopographieOrtschaftEreignis

Das im Besitz der Stadt Klagenfurt stehende »Musil-Haus« wurde nach Renovierung und Adaption am 7. 11. 1997, dem 117. Geburtstag Musils, eröffnet. Es beherbergt das seit 1994 bestehende Robert-Musil-Literaturmuseum, das neben MusilIngeborg Bachmann und Christine Lavant in den Mittelpunkt stellt, sowie das Robert-Musil-Institut für Literaturforschung und das Kärntner Literaturarchiv. Zusätzlich fungiert das Institut als literarischer Veranstaltungsort, als Literaturhaus. s. Eintrag »Musil-Archivs in Klagenfurt«

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInEreignis

Der Erinnerung eines überlebenden Mithäftlings aus dem Jahre 1947 nach besuchten im Dezember 1942 fünf Direktoren der IG Farben das Konzentrationslager Auschwitz-Monowitz (vgl. Hilberg 1997, 994). Als sie den moribunden Löhner-Beda erblickten, meinte einer von ihnen, dass »der Jude dort« etwas rascher arbeiten könnte. Das sei Löhners Todesurteil gewesen, ein »krimineller« Häftling, der privilegierte »Lagerälteste«, habe ihn abends totgeschlagen (vgl. Schwarberg 2000, 167). »Insgesamt gingen etwa 35.000 Häftlinge durch Buna [KZ Monowitz]. Mindestens 25.000 starben« (Hilberg 1997, 994)

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Kreuzbergl: hügelartige Erhebung (517 m) nordwestlich der Klagenfurter Innenstadt, auch als »Hausberg« Klagenfurts bezeichnet. Ingeborg Bachmannhat dem Hügel in ihrer Erzählung »Drei Wege zum See« ein literarisches Denkmal gesetzt. s. Eintrag ›Kreuzbergl‹

TopographieBergOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Natzweiler (Struthof) war ein Konzentrationslager in der Nähe von Straßburg, wo medizinische Versuche an Häftlingen durchgeführt wurden.

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TopographieOrtschaft

Die Schlacht von Stalingrad (23. 8. 1942 bis 2. 2. 1943) gilt als Wendepunkt des Zweiten Weltkriegs; die 6. Armee der Wehrmacht kapitulierte an der Wolga, mehr als 600.000 Menschen verloren ihr Leben.

TopographieOrtschaftEreignis

Friedrich Entress (1914–1947), Arzt in mehreren Konzentrations- und Vernichtungslagern, 1941 erste Tätigkeit im Lager Groß-Gosen, danach Lagerarzt in Auschwitz und seinen Außenlagern, pharmakologische Menschenversuche, Tötungen durch Wasserstoffinjektionen, 1942 Doktortitel ohne Doktorarbeit per Sonderverordnung, 1943/44 Arzt im KZ Mauthausen. »Zu den Aufgaben der KZ-Ärzte gehörte die Verschleierung der Verbrechen« durch fingierte Todesursachen (Klee 2013, 109), im Falle Löhner-Bedas war es »Altersschwäche«, Schwarberg gibt die Todesurkunde wieder und erwähnt die Verbrennung im »Stammlager« (Schwarberg 2000, 171f.).

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistInAutorIn/JournalistIn

Heinz Jacobi (* 1944), Münchner Schriftsteller, Aktivist des Anti-Strauß-Komitees und Darsteller des 1980 gegründeten »Anachronistischen Zuges«; Jacobi gehörte in den 1960er und 1970er Jahren zu Koflers Münchner Bekanntenkreis; in der von ihm herausgegebenen literarisch-politischen Zeitschrift »Martin-Greif-Bote« (1973–1976; ab 1977 »Der Bote«) erschien 1977 ein Typoskript-Auszug aus dem Hörspiel »Surrealismus«.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/Zeitschrift

Erich Isselhorst (1906–1948), deutscher Jurist, 1934 Beitritt zur SS, ab 1935 Tätigkeit für die Gestapo, rascher Aufstieg in beiden Organisationen, 1936 Leiter der Gestapo in Köln, nach den »Anschluss« Österreichs einige Monate mit dem Aufbau der Gestapo-Stelle in Klagenfurt betraut

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistIn

Marokkanische Küstenstadt, wichtiger Transitort für Flüchtlinge aus Europa während des Zweiten Weltkriegs. »Casablanca« ist auch der Titel eines Filmklassikers mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergman in den Hauptrollen (USA 1942, Regie: Michael Curtiz), der im Flüchtlingsmilieu spielt

TopographieOrtschaftPersonSchauspielerIn/RegisseurInMedienFilm/Fernsehen/Radio

»Du holde Kunst«: erstmals am 14. 10. 1945 vom Sender Rot-Weiss-Rot in Salzburg ausgestrahlte Sendung, die sich vornahm, die »schönsten und edelsten Werke der Dichtkunst und des Musikschatzes aller Nationen« zu bringen (Hackl 2020, 209); ab 1955 vom ORF übernommen, wird die Sendung bis heute produziert und ist damit die längste kontinuierliche Sendung des ORF.

TopographieOrtschaftMedienFilm/Fernsehen/Radio

Wahrscheinlich eine Anspielung auf die 1959 vom Opernsänger Herbert Alsen (1906–1978) gegründeten »Burgfestspiele« auf der Burg Forchtenstein im Burgenland; sie bestanden bis 1983.

TopographieOrtschaftPersonMusikerIn

Die »Römerberggespräche« in Frankfurt am Main bestehen seit 1973. In Vorträgen, Dialogen und Diskussionsrunden werden gesellschaftlich relevante Themen erörtert (vgl. www.roemerberggespraeche-ffm.de, 15.9.2016).

TopographieOrtschaft

Robert Rogner (* 1941), Kärntner Baumeister, ab 1969 Ausführung von Großprojekten vor allem in der Fremdenverkehrsbranche (Appartementhäuser, Feriendörfer), 1995 Einstieg in den Thermenbereich, 2004 Übergabe der Unternehmensleitung an die beiden Kinder. Bekannt wurde der »Baulöwe« 1981 auch durch den Erwerb des Mittagskogels, eines markanten Bergs der Karawanken (angeblich ein Geschenk an seine Frau als Jagdrevier; vgl. Grotte 2011). 2014 übergab er diesen Grundbesitz dem Land Kärnten und ließ ihn als Naturschutzgebiet widmen.

TopographieBergPersonUnternehmerIn

Traditionsreiches italienisches Feinkostgeschäft am Wiener Naschmarkt, bestand seit 1856, musste 2015 wegen Konkurs schließen

TopographieOrtschaft

Sobibór: Anfang 1942 im Rahmen der »Aktion Reinhard« errichtetes Vernichtungslager im Osten des damaligen »Distrikts Lublin«, strukturell und personell eng verknüpft mit dem Vernichtungslager Belzec; von April bis August 1942 war Franz Stangl Kommandant; von Mai bis Juli 1942 wurden in Sobibór rund 100.000, insgesamt bis zu 250.000 Menschen ermordet (vgl. Muhle 2016, 152). Im Oktober 1943 organisierte eine Häftlingsgruppe einen Aufstand, durch schließlich 47 ehemalige Häftlinge das Kriegsende erleben konnten.

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistInEreignis

Hugo Wolf (1860–1903), österreichischer Komponist. Das von Kofler verwendete Epitheton »steirisch« bezieht sich auf seine Geburt im slowenischen Slovenj Gradec (Windischgrätz), zur Zeit seiner Geburt in der »Untersteiermark« gelegen, und seine Schulzeit in Graz. Bekannt wurde er in erster Linie für sein Liedwerk.

TopographieOrtschaftPersonMusikerIn

Nach Belzec ab November 1941 und Sobibór ab Februar 1942 wurde in der Nähe des Dorfes Treblinka nordöstlich von Warschau ab Mai ein drittes Vernichtungslager errichtet. »Die meisten der im Generalgouvernement ermordeten Juden starben in den drei neuen Todeslagern« (Wachsmann 2018, 343) – eine Vernichtungsaktion, die in der historischen Literatur als »Aktion Reinhard« (nach einem NS-Codewort, das sich an den 1942 ermordeten Leiter des Reichssicherheitshauptamtes, Richard Heydrich anlehnt) bezeichnet wird. Die drei Vernichtungslager unterstanden dem Kommando von Odilo Globocnik, das Todeslager Treblinka kommandierte zu Beginn Irmfried Eberl, ihm folgten Franz Stangl (wie Globocnik und Eberl Österreicher) und Kurt Franz. Im August 1943 gelang einem Teil der Häftlinge ein Aufstand, es konnten 200–300 Menschen fliehen. Das Vernichtungslager wurde daraufhin geschlossen, die nicht am Aufstand Beteiligten wurden in das Vernichtungslager Sobibór transferiert. Die Spuren des Mordens sollten möglichst vollständig beseitigt werden, das Lager wurde eingeebnet und zur Tarnung ein Bauernhof errichtet. s. Eintrag ›Treblinka‹

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistInEreignis

Die nicht zuletzt durch Auftritte in zahlreichen Hollywood-Filmen weltweit bekannte Waffe wurde von Gaston Glock (* 1929) entwickelt. 1963 gründete er im niederösterreichischen Deutsch-Wagram eine erste Produktionsstätte, der Stammsitz befindet sich in Velden am Wörther See. Glock bestritt stets – teils auf juristischem Weg –, dass er die FPÖ und den Kärntner LandeshauptmannJörg Haider unterstütze. »Klar ist dennoch, dass Glock und Haider ein Naheverhältnis pflegen bzw. pflegten.« (Maierbrugger 2004)

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TopographieOrtschaftPersonUnternehmerInPolitikerInMedien

1878 wurde in Wien die Imperial-Feigenkaffee-Fabrik gegründet, die Produktion musste bald in ein größeres Gebäude in Wien-Favoriten übersiedeln. Die Produktion bestand bis in die 1970er Jahre.

TopographieOrtschaft

Das erste, ab Ende 1941 unter dem Kommando von Christian Wirth errichtete Todeslager der »Aktion Reinhard« im »Distrikt Lublin« des »Generalgouvernements« Polen. Im Vergleich zu Treblinka und Sobibór gibt es weniger Überlieferungen und Dokumente. Im Dezember 1942 waren die Massentötungen abgeschlossen, das Lager wurde aufgelöst, die Spuren – samt der Hunderttausenden Leichen – beseitigt und die verbliebenen Zwangsarbeiter in Sobibór ermordet.

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistIn

s. Eintrag ›Klammerköpfe‹

TopographieBergMedien

Per-Albin-Hansson-Siedlung: Mehrere ab 1947 gebaute Siedlungen in Wien-Favoriten tragen den Namen des sozialdemokratischen schwedischen Ministerpräsidenten Per Albin Hansson (1885–1946), was auf schwedische Hilfslieferungen nach dem Zweiten Weltkrieg zurückzuführen ist. Der Bauteil West der Siedlung war der erste große Wohnhausbau Wiens der Nachkriegszeit. s. Eintrag ›Per-Albin-Hansson-Siedlung‹

TopographieOrtschaft

Das Konzentrationslager Buchenwald wurde zwischen Juli 1937 und April 1945 auf dem Ettersberg bei Weimar als Arbeitslager betrieben. s. Eintrag »die Birken sehen, die Buchen, den Wald!«

TopographieOrtschaftBerg

1985 lanciertes Projekt des Bauunternehmers Robert Rogner, in Villach (am Gailspitz bei der Einmündung der Gail in die Drau) eine riesige Kugel zu bauen, in der man eine Liliputbahnfahrt durch die Menschheitsgeschichte (»Geschichte, wie sie wirklich war«, Mnemosyne 1989, 4) unternehmen kann. Das Projekt wurde – auch wegen der von einer Bürgerinitiative getragenen Proteste gegen die »radikal simplistische Aufbereitung von Geschichte« (Mnemosyne 1989, 7) – nicht realisiert. Das »History Land« sollte dann, so Rogners kurzfristiger Plan 1988, in dem nicht in Betrieb genommenen Atomkraftwerk Zwentendorf realisiert werden. Kofler hat das Motiv der »Begehbarkeit von Geschichte« im Abschnitt der Führung durch das »Museum der deutschen Geschichte« verarbeitet.

TopographieOrtschaftPersonUnternehmerInEreignis

Kofler schreibt in einem Brief 1967 (?) an Ingeborg Teuffenbach: »ich war jetzt einen monat in bulgarien. [...] aber das wichtigste, merkwürdig sich anhörende, unter anführungszeichen zu setzende, mir eher unglaubwürdig –: ›wir werden heiraten‹. im juni oder juli – sofern die bulgarischen behörden es genehmigen. nicht etwa: verliebte attitüde – nur: legalisieren, sich ringe anstecken, wie man einen hut aufsetzt, auf daß der staat es zufrieden sei. [...] margarita setzt damit alles auf eine karte. gelingt es, wird sie österreichische staatsbürgerin, wir sind drei monate am schwarzen meer, sie absolviert den schlußkurs am konservatorium und kommt 69 nach wien.« Werner Kofler, o.O., an Ingeborg Teuffennach, Innsbruck, 19. 12. [1967?]. Nachlass Ingeborg Teuffenbach, Forschungsinstitut Brenner-Archiv, Universität Innsbruck, NL Nr. 29, Kass. 27, M50.

PersonAutorIn/JournalistInTopographieOrtschaft

Gabrowo: Stadt in Zentral-Bulgarien

TopographieOrtschaft

Seebühne, auch »Wörtherseebühne«: 1999 auf Betreiben des damaligen Landeshauptmanns Jörg Haider errichtete Konstruktion neben dem Klagenfurter Strandbad, die rund 2000 BesucherInnen Platz bot. Organisatorisch war die Seebühne dem Klagenfurter Stadttheater eingegliedert; von Anfang an war sie defizitär, 2015 erfolgte der Abriss.

TopographieOrtschaftPersonPolitikerIn

Café Sport: ehemaliger »Künstlertreff« in der Wiener Schönlaterngasse 2, »das einzige lokal«, wie sich Reinhard Priessnitz1970 erinnert, »das langhaarige als gäste duldete und nicht andauernd mit lokalverboten zur stelle war« (Priessnitz 1990, 29). Neben den Aktionisten und anderen KünstlerInnen wie Arnulf Rainer, Margot Pilz, Cora Pongracz oder Valie Export frequentierten auch der Schauspieler Helmut Qualtinger und SchriftstellerInnen wie Hermann Schürrer, Elfriede Gerstl, Elfriede Jelinek, Franz Schuhoder Reinhard Priessnitz das Lokal (vgl. Krasny 2008, 207). Das Café Sport bestand nur bis ca. 1968, heute befindet sich an dieser Adresse die Bar »Lukas«. In Robert Menasses Roman »Selige Zeiten, brüchige Welt« (1991) spielt das Café als »auratischer Ort« eine Rolle (Beilein 2008, 146f.), in Elfriede Jelineks Roman »Die Ausgesperrten« (1980) besucht die Schülergruppe das Café, wo »man auf den Plätzen sitzt, um zu schauen, welcher Künstler oder Intellektuelle auf dem Platz oder dem Platz sitzt« (Jelinek 1985, 105).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInSchauspielerIn/RegisseurInZitate

In der Kleinen Festung im tschechischen Theresienstadt bestand bereits seit 1940 ein Gestapogefängnis, vor allem für tschechoslowakische Widerstandskämpfer. Ab 1941 nutzten es die Nationalsozialisten zunächst als Zwischenstation vor der endgültigen Deportation in die Vernichtungslager. Von 141.000 Inhaftierten starben 33.000 in Theresienstadt. Fast 90.000 Menschen wurden weiter in die Vernichtungslager deportiert, nur 4.000 kehrten zurück. Dennoch wurde das Ghetto nach 1945 lange als »Altersghetto« mit Kulturprogramm verharmlost (vgl. Kraus 2016). Viele Künstler waren hier inhaftiert, s. Eintrag »die Sängerin sei auf der Reise nach Theresienstadt einer Lungenentzündung erlegen«.

TopographieOrtschaft

Die Entwicklung der Turnvereine in Österreich-Ungarn hinkte hinter derjenigen im Deutschen Reich nach, erst das »Oktoberdiplom« 1860 erleichterte Vereinsgründungen – in Kärnten erfolgte die erste 1862 mit dem »Turnverein Klagenfurt>« (vgl. Pelz 1972). Bis um 1900 waren die Turnvereine entweder deutschnational oder sozialistisch ausgerichtet. Mit der Gründung des »Christlich-deutschen Turnerbunds 1900« in Wien kam die katholische Ausrichtung hinzu. Die »christlich-deutschen« Turnvereine wurden während des Austrofaschismus in die »Österreichische Sport- und Turnfront« integriert, 1938 verboten, 1945 ging die »Sportunion« daraus hervor.

TopographieOrtschaftEreignis

»Wörter brauchen keine Seiten«: Projekt (1993) von Ferdinand Schmatz und Heimo Zobernig mit Plakaten im Wiener Stadtraum (vgl. Schmatz/Zobernig 2008)

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Vorort von Lublin; laut »Enzyklopädie des Holocaust« wurden geschätzte 250.000 Menschen in Majdanek durch Hunger oder Krankheit zu Tode gebracht oder ermordet (Jäckel/Longerich/Schoeps 1993, 918).

TopographieOrtschaft

1939 vonJosefine und Leopold Hawelka übernommenes Kaffeehaus in der Wiener Dorotheergasse. Nach kriegsbedingter Schließung 1945 wiedereröffnet, entwickelte sich in den 1950er Jahren zu einem »Künstlercafé«. Der Kritiker Hans Weigel schrieb sich die »Entdeckung« des Hawelka um 1950 auf seine Fahnen, die späte Sperrstunde sei ein entscheidender Grund gewesen (vgl. Weigel 1982, 70). Das Café wird heute von Nachfahren der Hawelkas betrieben, die Originaleinrichtung von Rudolf Schindler aus dem Jahre 1913 besteht noch.

TopographieOrtschaftPersonUnternehmerInAutorIn/JournalistIn

»Aktion Reinhard« (auch »Aktion Reinhardt« oder »Reinhart«): Tarnname für die in den drei Vernichtungslagern Sobibór, Treblinka und Belzec durchgeführte Vernichtung der jüdischen Bevölkerung des »Generalgouvernements« und Bialystoks. Der Name leitet sich von dem im Mai 1942 in Prag einem Attentat erlegenen Reinhard Heydrich, Leiter des Reichssicherheitshauptamtes und Stv. »Reichsprotektor« in Böhmen und Mähren, her. Himmler beauftragte Globocnik (wahrsch. im Herbst 1941) mit der Durchführung.

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistIn

In den 1980er Jahren war die Firma Steirerobst in Gleisdorf bei Graz der größte Fruchtsafthersteller Österreichs mit einer Kapazität von über 1000 Tonnen Äpfeln pro Tag (Quelle: www.goelles.at/alois-goelles), 2006 vom Agrana-Konzern übernommen.

TopographieOrtschaft

Korčula: kroatische Insel zwischen Split und Dubrovnik; 1943/44 kam es hier zu schweren Kämpfen von deutschen und kroatischen Verbänden gegen Partisanen.

TopographieOrtschaftEreignis

Odilo Globocnik (1904–1945) kam 1918 mit seiner Familie nach Klagenfurt. Er übernahm in Kärnten führende Tätigkeiten während der Zeit der »Illegalität« im Austrofaschismus. Nach dem »Anschluss« war er Gauleiter in Wien, 1939 wurde er »SS- und Polizeiführer« im Distrikt Lublin und war dort für die Vernichtung der jüdischen Bevölkerung verantwortlich. 1943 wurde er in die »Operationszone Adriatisches Küstenland« versetzt, auch dort organisierte er Deportationen und verantwortete die Partisanenbekämpfung (s. Eintrag »die rechte Hand vom Globus, vom Globocnik«.).

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistIn

In einer Villa am Berliner Wannsee, dem Gästehaus der Sicherheitspolizei, trafen sich am 20. Jänner 1942 fünfzehn SS- und Regierungsfunktionäre, um unter dem Vorsitz Reinhard Heydrichs organisatorische Details der Deportation und Vernichtung der jüdischen Bevölkerung zu besprechen. Heydrich war daran gelegen, dass die Fäden dafür in dem von ihm geleiteten Reichssicherheitshauptamt zusammenliefen. Protokollant des Treffens war Adolf Eichmann, »Referent für Judenangelegenheiten«. Auf diesem rund zweistündigen Treffen wurde nicht der Beschluss zur »Endlösung der Judenfrage« gefasst, es war ein wichtiges Informations- und Koordinierungstreffen (vgl. Klein 2012).

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistInEreignis

Matterhorn (4478 m), ikonischer Berg in den Walliser Alpen, Ost-, Nord- und Westwand liegen auf schweizerischem, die Südwand auf italienischem Staatsgebiet

TopographieBerg

Hauptstadt der gleichnamigen Woiwodschaft im Osten Polens. Von Lublin aus wurde 1942/43 unter der Leitung von Odilo Globocnik die »Aktion Reinhardt« organisiert, die systematische Ermordung der jüdischen Bevölkerung im »Generalgouvernement« Polen. s. Eintrag »Lubliner Sturm, Lerch Globocnik, Pohl« und gehäuft in »Tanzcafé Treblinka«

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistIn

Eduard Baumgartner (1923–2006), seit 1963 Chef des europaweit tätigen Logistik- und Transportunternehmens Fercam in Bozen (vgl. Erker 2010, 378f.)

TopographieOrtschaftPersonUnternehmerIn

Grazer Schloßberg: Fels aus Dolomitgestein in der historischen Altstadt von Graz, auf dem u.a. der Uhrturm, das Grazer Wahrzeichen steht

TopographieBerg

Anspielung auf den in Triest geborenen, in Klagenfurtlebenden Odilo Globocnikund den in Oberösterreich geborenen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistInPolitikerIn

Der Anatom und SS-Hauptsturmführer August Hirt ließ für seine Schädel- und Skelettsammlung an der Universität Straßburg 1943 Häftlinge aus Auschwitz in das Konzentrationslager Natzweiler-Struthof (s. Eintrag ›Natzweiler‹) bringen und sie dort in einer Gaskammer mit Cyanhydratsalzen ermorden. (vgl. Mitscherlich/Mielke 1997, 227–229)

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistInMedien

Mario Ferrari-Brunnenfeld (1932–2001), Kärntner Arzt und Politiker, ab 1975 Kärntner Landtagsabgeordneter, 1983–1987 Gesundheitsstaatssekretär. 1976machte er als FPÖ-Landesparteiobmann Jörg Haiderzum Kärntner FPÖ-Landesgeschäftsführer, zu einem Zeitpunkt, als der 26-jährige Haider sich als jüngstes Mitglied des Bundesparteivorstands in Wien Feinde gemacht hatte. (vgl. Zöchling 1999, 101) In einer Vorstufe zu »Am Schreibtisch«schreibt Kofler von einer physiologischen Ähnlichkeit zwischen Ferrari-Brunnenfeld und Turrini: »dieser (fette) ferrari [...] mit seinen kritischen glotzaugen etwa, den ich immer mit dem staatssekretär turrini verwechsle, gut, beide haben ein feistes gesicht u kommen aus der klagenfurter gegend (beide haben diese fett(ig)e, erdige stimme)« (11/W7/2).

TopographieOrtschaftPersonPolitikerInAutorIn/JournalistInEreignis

Lidice: Eine der Racheaktionen nach dem Prager Attentat auf Heydrich war die Ermordung aller männlichen Bewohner sowie der meisten Kinder der Ortschaft Lidice, 20 km westlich von Prag, am9. und 10. Juni 1942, die Frauen wurden in Konzentrationslager deportiert. Oradour-sur-Glane: In der kleinen Stadt im zentralfranzösischen Limousin ermordeten am 10. Juni 1944 Mitglieder der SS-Panzerdivision »Das Reich« (s.o.) über 600 Menschen als Vergeltungsaktion für die bei Kämpfen mit Widerstandskämpfern in der Region um Leben gekommenen deutschen Soldaten; Marzabotto: Auch hier in der Gegend der südlich von Bologna gelegenen Gemeinde im Apennin tötete eine SS-Panzerdivision als Vergeltungsaktion für Partisanenangriffe eine große Zahl an Zivilisten, dem Massaker vom 29. und 30. September 1944 fielen um die 770 Personen zum Opfer.

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistInEreignis

Reinhold von Mohrenschildt (1915–1990), österr. SS-Hauptsturmführer, höchster Repräsentant der Siedlungspolitik Himmlers im Distrikt Lublin; Mohrenschildt bildete mit Odilo Globocnik, Ernst Lerch, dem SS-Arzt Siegbert Ramsauer und dem Kärntner Gauleiter Friedrich Rainer eine Gruppe von fanatischen Nationalsozialisten, die in Klagenfurt ihren Ausgangspunkt und im Schloss der Mohrenschildts in Freudenberg (südlich des Magdalensbergs) einen Treffpunkt hatte. s. Eintrag »Von Mohrenschild«

TopographieOrtschaftBergPersonNationalsozialistIn

Zwar wurden die ersten Autobahnen in Deutschland in der Weimarer Republik gebaut, mit dem nach Hitlers »Machtergreifung« 1933 erlassenen »Gesetz über die Errichtung eines Unternehmens ,Reichsautobahnen‘« setzte der Ausbau eines Autobahnnetzes – und die Mythisierung als »Straßen des Führers« (vgl. Schütz/Gruber 1996, 18) – ein. Ende 1943 waren rund 3900 km Autobahnen fertiggestellt. Und Adolf Hitler versprach eine künftige Massenmotorisierung, die Deutschen sollten für einen leistbaren »KdF-Wagen« (»Kraft durch Freude-Wagen«, »Volkswagen«) ansparen. 1938 wurde das Volkswagenwerk in der »Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben« (ab 1945 Wolfsburg) errichtet, wo allerdings nur einige Hundert »KdF-Wagen«, vor allem aber Kübel- und Schwimmwagen für die Wehrmacht produziert wurden. (vgl. Schütz 2001)

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TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistIn

1907 eröffnetes Warenhaus in Berlin mit gehobenem Sortiment

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TopographieOrtschaftMedien

Zitat aus dem Auftrittslied des Sou-Chong aus »Das Land des Lächelns«: »immer nur lächeln und immer vergnügt, [/] Immer zufrieden, wie’s immer sich fügt, [/] Lächeln trotz Weh und tausend Schmerzen, […] Doch wie’s da drin aussieht, geht niemand was an« (zit. n. Denscher 2017, 411). Der Text stammt, wie wahrscheinlich die meisten Liedtexte der Operette, von dem 1942 in Auschwitz ermordeten Fritz Löhner-Beda.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInMedienMusik

Berg (2237 m) an der Kärntner-slowenischen Grenze, höchste Erhebung der Karawanken

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TopographieBerg

Buchschlag ist ein Stadtteil von Dreieichim Landkreis Offenbach in Hessen.

TopographieOrtschaft

Zum Inbild der Selektion in NS-Vernichtungssystem wurde für die Nachwelt die Eisenbahnrampe im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau: Unmittelbar nach dem Verlassen der Deportationszüge und der Aufteilung in Männer und Frauen begann (ab Sommer 1942) die Selektion, meist durch den diensthabenden Lagerarzt: die Entscheidung über sofortigen Tod oder zeitweisen Aufschub (vgl. Wachsmann 2018, 362).

TopographieOrtschaft

Anspielung auf Otto Muehl (1925–2013), österr. Künstler und Vertreter des Wiener Aktionismus; gründete 1970 die Kommune »Aktionsanalytische Organisation (AAO)«, die ab 1972 den sogenannten Friedrichshof, ein Anwesen im Burgenland, renovierte und bis zu 600 Mitglieder hatte. 1991 wurde Otto Muehl wegen Kindesmissbrauchs und Verstoßes gegen das Suchtgiftgesetz zu sieben Jahren Haft verurteilt, s. Eintrag »ein Mühl, der hieß Otto«

TopographieOrtschaft

Am Hirschsprung: Straße in Dreieich

TopographieOrtschaft

Die Krankenschwester Waltraud Wagner und drei Komplizinnen ermordeten auf der geriatrischen Station des Krankenhauses Lainz in Wien zwischen 1983 und 1989 mit Insulin- oder Morphiumspritzen oder Rohypnol sowie durch Ertränken eine größere Anzahl von Patienten, das Gericht hielt im Prozess 32 Morde für erwiesen. Im Laufe der medialen Berichterstattung etablierten sich Ausdrücke wie »Mordschwestern« oder »Mundspülung« und »Mundpflege« für die Ertränkungsmethode.

TopographieOrtschaftPersonVerbrecherIn

Villach wurde im Sommer 1944 zum Ziel alliierter Bombenangriffe, am 22. November 1944 und 14. Februar 1945 trafen Bomben das alte Rathaus im Khevenhüllerpalais, das vollständig zerstört wurde (vgl. Neumann 2005). Im Hof des 1952 eröffneten Neubaus befindet sich noch ein Portal des Vorgängerbaus aus 1575, im Stiegenhaus Kapitelle der Renaissancearkaden (vgl. Institut für österreichische Kunstforschung 1981, 751)

TopographieOrtschaftEreignis

Möglicherweise ein Bezug auf den Tod von Uwe Barschel (1944–1987), deutscher CDU-Politiker und Ministerpräsident Schleswig-Holsteins. Er wurde im Oktober 1987 tot und vollständig bekleidet in einer Badewanne des Hotel Beau-Rivage in Genf aufgefunden. Die offiziell festgestellte Todesursache Suizid ist umstritten.

TopographieOrtschaftPersonPolitikerInEreignis

Beim »Schloss« Bruck im Westen von Lienz handelt es sich eigentlich um eine Burg, im Hoch- und Spätmittelalter Sitz der Grafen von Görz, ausgebaut im 16. Jahrhundert von der Familie Wolkenstein-Rodenegg. Seit 1943 befindet sich hier das Museum der Stadt Lienz.

TopographieOrtschaft

Der aus Schwaben stammende Arzt, Naturforscher und Alchemist Wilhelm Bombast von Hohenheim (um 1457–1534) – Paracelsus’ Vater – zog 1502 nach Villach, wo er eine ärztliche Praxis führte. Über die Einzelheiten seines Aufenthalts »bestehen nur Vermutungen«(Goldammer 1993, 13). Paracelsus selbst war während seines Wanderlebens 1538 in Kärnten, seine Hoffnungen auf die Möglichkeit einer Niederlassung erfüllten sich jedoch nicht, er zog nach Salzburg weiter, Genaueres ist nicht gesichert. Im 19. Jahrhundert glaubte man, eine Tätigkeit Paracelsus’ in Villach nachweisen zu können, seine vermeintliche Wirkungsstätte (Haus Hauptplatz 18) nannte man »Paracelsushaus« (vgl. Neumann 1993, 59f.). Zum 500. Todestag 1941 vereinnahmte man den gebürtigen Schweizer Paracelsus als »Deutschen«, richtete in Villach eine »Paracelsuswoche« aus, widmete einen »Weiheraum« im Stadtmuseum, der Bildhauer Josef Dobner schuf eine Marmorbüste (heute im Neuen Rathaus aufgestellt).

TopographieOrtschaft

Schloss Lengberg, zehn Kilometer östlich von Lienz gelegen, ist ein romanisch-gotischer Bau, der Ende des 19. Jahrhunderts in den Besitz der Familie May kam. Die mit der Familie befreundete holländische Königin Wilhelmina kam in der Zwischenkriegszeit einige Male auf Besuch, Kofler kommt in »Am Schreibtisch« darauf zurück (s. Eintrag ›holländische Königin‹). Seit 1956 befindet sich das Schloss in Besitz des Landes Tirol und wird von einer Organisation für soziale Jugendarbeit genützt.

TopographieOrtschaftMedien

Hellers Großmutter lebte im niederösterreichischen Gutenstein, und auch die mondäne Großmutter des Protagonisten in Hellers autobiografisch gefärbtem Roman »Schattentaucher« (Heller 2003, 89) lebt dort; über die kulturellen Aktivitäten der realen Großmutter führte Heller in einer Rede aus: »Meine angebetete, schöne und weltoffene Südtiroler Großmutter hat mir einmal erzählt: ›Weißt du Bub, in der taumelnden Zwischenkriegszeit war mein Haupttrost, dass was ich als unverlierbare Heimat empfand, die Musik vom Mozart und vom Schubert. Und wenn ich die Lotte Lehmann in der Staatsoper singen gehört hab oder den Rilke oder den Hofmannsthal im Gewerbeverein ihre Gedichte vorlesen, war ich wenigstens auf Zeit gerettet und meine Augen und Ohren hatten eine Zuflucht vor dem Groben und Lieblosen‹« (Heller 2018).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInMusikerInZitate

In den Vernichtungslagern waren die Gaskammern, um keine Panik ausbrechen zu lassen, als Duschen oder Desinfektionsräume getarnt. In Belzec hing ab der zweiten Ausbauphase über dem Gebäude mit den Gaskammern ein Schild mit der Aufschrift »Duschen und Desinfektionsräume« (vgl. Jäckel/Longerich/Schoeps 1993, 179).

TopographieOrtschaft

Im »Hotel Mondschein« in Klagenfurt ermordete ein Gast, der Wiener Autor Bernt Burchhart den Nachtportier. In der Berichterstattung tauchten verschiedene Bezeichnungen des Hotels auf.

TopographieOrtschaftPersonVerbrecherInEreignis

1928 wurde in Manhattan das 35-stöckige ITT-Gebäude fertiggestellt. Zwischen 1961 und 1989 – und damit auch zur Entstehungszeit von »Konsens, Konzerne« – befand sich das Hauptquartier in einem 1960 fertiggestellten Bürogebäude an der New Yorker Park Avenue, das damit zum »ITT Building« avancierte (heute: The Mutual of America Building).

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TopographieOrtschaft

Kofler war laut Auskunft des Leiters des Literaturhauses Berlin Ernest Wichner, der auch damals schon im Haus war, im Zeitraum 1986/87 aus Anlass von Lesungen zu Gast und übernachtete in den dafür vorgesehenen Appartements. (Januszewski 2015)

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TopographieOrtschaftEreignis

In Bernburg an der Saale in Sachsen-Anhalt wurde 1940 im psychiatrischen Krankenhaus eine Tötungsanstalt im Rahmen der »Aktion T4« eingerichtet. Vor seinem Antritt als Kommandant des Vernichtungslagers Treblinka hatte von November 1940 bis August 1941 Irmfried Eberl die Leitung inne.

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistIn

Kofler nennt im Stück einige konkrete Opferzahlen: Die Zahlen der in Tötungsanstalten, Konzentrations- und Vernichtungslagern Ermordeten unterscheiden sich je nach Quelle und können immer nur Schätzungen sein. Eine im Juni 1945 in der Tötungsanstalt Hartheim aufgefundene Statistik (»Hartheimer Statistik«) nennt für Bernburg 1941 8601 »desinfizierte« Personen, die von Kofler genannte Zahl von 18.000 gilt laut dieser Statistik für die Tötungsanstalt Hartheim in den Jahren 1940 und 1941 (vgl. Kepplinger 2011, 84). »Der Gesamtumfang der Morde durch ›Euthanasie‹, die auf ständig neue Gruppen von ›lebensunwerten‹ Menschen ausgedehnt wurde, läßt sich nicht präzise rekonstruieren« (Jäckel/Longerich/Schoeps 1993, 425).

TopographieOrtschaft

Die »Internationale Holzmesse« in Klagenfurt besteht seit 1957.

TopographieOrtschaft

Im Gegensatz zum »Hohen Schreibtisch« existiert eine Rote Platte: eine Erhebung (1505 m) mit markanter Felswand über Chur in der Ostschweiz.

TopographieBerg

Eine Buchmesse in Frankfurt gibt es seit dem 16. Jahrhundert.

TopographieOrtschaft

Im Oktober 1939 wurde eine Verwaltungseinheit eingerichtet, »die diejenigen Teile von Polen umfaßte, die von Deutschland besetzt, aber nicht unmittelbar dem Reich einverleibt worden waren« (Jäckel/Longerich/Schoeps 1993, 511). Das »Generalgouvernement für die besetzten polnischen Gebiete« war in vier Distrikte unterteilt, Krakau, Warschau, Lublin und Radom. Nach dem Angriff auf die Sowjetunion kam Ostgalizien als fünfter Distrikt dazu. Dem Gebiet stand der Generalgouverneur (Hans Frank) sowie der »Höhere SS- und Polizeiführer« vor.

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistIn

Gerhard Lampersberg (1928–2002), österreichischer Komponist, Autor und Mäzen. Ab Mitte der 1950er Jahre bot der »Tonhof« in Maria Saal (Kärnten), den die Familie seiner Frau Maja erstanden und renovieren lassen hatte, SchriftstellerInnen Wohn- und Arbeitsmöglichkeit, u.a. H.C. Artmann, Peter Turrini (s. Eintrag ›Turrini‹) und Thomas Bernhard (s. Eintrag ›Th. Bernhard‹). Lampersberg war Vorlage für die Figur des Komponisten Auersbergerin Bernhards Roman »Holzfällen« und löste, weil Lampersberg juristisch gegen das Erscheinen des Buches vorging und eine Beschlagnahme erwirkte, 1984 einen der prominentesten Literaturskandale Österreichs aus.

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TopographieOrtschaftPersonMusikerInAutorIn/JournalistInMedienZitateEreignis

Hotel in Triest (besteht nicht mehr)

TopographieOrtschaft

Tarnname für die in den drei Vernichtungslagern Sobibór, Treblinka und Belzec durchgeführte Vernichtung der jüdischen Bevölkerung des »Generalgouvernements« und Bialystoks; s. Eintrag ›Aktion Reinhard‹

TopographieOrtschaft

Das Caffè degli Specchi ist ein Café nach Wiener Kaffeehaustradition an der »Piazza Grande« in Triest, besteht seit 1839.

TopographieOrtschaft

Odilo Globocnik (1904–1945), »SS- und Polizeiführer« im Distrikt Lublin; s. Eintrag »die rechte Hand vom Globus, vom Globocnik«

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistIn

Boris Becker (* 1967), deutscher Tennisspieler, gewann als bis heute jüngster Tennisspieler das Turnier von Wimbledon (s. Eintrag ›Becker‹)

TopographieOrtschaft

Wolfgang Antes (* 1944), deutscher CDU-Politiker, war seit 1981 Baustadtrat des Berliner Bezirks Charlottenburg und 1986in einen großen Korruptionsskandal (»Antes-Skandal«) involviert: Antes hatte sich bei der Vergabe der Pacht eines Lokals mit 50.000 DM bestechen lassen (von einem Bordellbetreiber namens Otto Schwanz, s. Eintrag ›Otto Waldemar Schwanz‹) und mit einem Teil des Geldes Beiträge von CDU-Karteileichen ohne deren Wissen bezahlt, um sich zusätzliche Stimmen und somit seine Stellung innerhalb der CDU zu sichern. Im Laufe des Prozesses wurden noch weitere Bestechungen innerhalb der Immobilienbranche aufgedeckt. (vgl. Sontheimer/Vorfelder 1986)

TopographieOrtschaftPersonPolitikerInVerbrecherInMedienEreignis

Deutsche Bezeichnung der slowenischen Ortschaft Tržič, südlicher Ausgangspunkt der Loiblpassstraße; bereits in der Habsburgermonarchie war hier nur ein sehr geringer Teil der Bevölkerung deutschsprachig.

TopographieOrtschaft

Im abgelegenen französischen Bergdorf La Salette-Fallavaux erschien den beiden Hirtenkindern Melanie und Maximin 1846 angeblich die Jungfrau Maria. Die 1865 am Ort der Marienerscheinung errichtete Kirche entwickelte sich rasch zum beliebten Wallfahrtsort.

TopographieOrtschaftEreignis

Otto Schwanz (1940–2003), Berliner Bordellbetreiber und CDU-Mitglied, wurde im Zuge des Berliner Korruptionsskandals rund um Baustadtrat Wolfgang Antes 1987 wegen Bestechung zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.

TopographieOrtschaftPersonVerbrecherIn

Dietmar »Lackschuh« Traub (1949–1984), 1984 ermordet von Werner Pinzner , der wegen seiner Auftragsmorde im Hamburg er Rotlichtmilieu als »St.Pauli-Killer« bekannt wurde. Traub betrieb gemeinsam mit dem Kärntner Josef Nusser (»Wiener-Peter«), der als HauptauftraggeberPinzners galt, ein Bordell und war in diverse Rauschgiftgeschäfte verwickelt. Pinzner erschoss schließlich während einer Vernehmung im Hamburger Polizeipräsidium den Staatsanwalt, seine eigene Frau und sich selbst und ging damit in die Geschichte spektakulärer Kriminalfälle der BRD ein. (vgl. Harrich-Zandberg 2004 )

TopographieOrtschaftPersonVerbrecherInEreignis

Anspielung auf Benito Mussolinis Machtergreifung in Italien, die man auch als »Marsch auf Rom« (»Marcia su Roma«) bezeichnet. In den letzten Oktobertagen 1922 mobilisierte Mussolini seine faschistischen Anhänger, wegen des schlechten Wetters machten sich allerdings keine Massen an »Schwarzhemden« auf den Weg nach Rom – Mussolini selbst reiste im Zug an. Am 31. Oktober wurde er als Ministerpräsident vereidigt.

TopographieOrtschaftPersonPolitikerInEreignis

Internationaler Fernzug, 1951 bis 1988 zwischen Ostende und verschiedenen Zielbahnhöfen in Jugoslawien; zeitweise Kurswagen bis Athen und Istanbul; in den 1950er Jahren eine der wichtigsten Fernverbindungen zwischen Deutschland bzw. den Benelux-Ländern und Osteuropa

TopographieOrtschaft

Fernzug, 1963 bis 1988 zwischen Dortmund und Athen

TopographieOrtschaft

Landschaftsteil im Toten Gebirge

TopographieBerg

Namensgebender Gipfel (3240 m) der Schobergruppe der Hohen Tauern an der Grenze Osttirol/Kärnten

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TopographieBerg

Unternehmensgruppe mit Sitz in Nürnberg; 1902 als Familienbetrieb gegründete Kunstschmiede, mittlerweile einer der größten deutschen Luftfahrtausrüster

TopographieOrtschaft

Ölper-Turm: einer von sieben ehemaligen Wehrtürmen der mittelalterlichen Befestigungsanlage von Braunschweig

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TopographieOrtschaft

Abwandlung eines Zeitungsberichts zur Mordtat: Die Lebensgefährtin des Nachtportiers habe diesen noch kurz vor dem Mord im Hotel besucht (in Klagenfurt gibt es allerdings keine Mondscheingasse). »Im Juli wollten die beiden heiraten, der Hochzeitstermin war für den 25. Juli festgelegt« (Tschernitz 1987, 9).

TopographieOrtschaft

Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) wurde 1957 in New York gegründet und hat ihren Verwaltungssitz in Wien.

TopographieOrtschaft

Der seit Anfang der zwanziger Jahre projektierte Straßenbau wurde ab 1930 von Norden (Fusch) und Süden (Heiligenblut) hier begonnen, die beiden Rampen waren 1932 fertiggestellt. Die Errichtung der Scheitelstrecke über das Hochtor (2504 m) verzögerte sich wegen Kostenüberschreitungen und Finanzierungsschwierigkeiten; die »Großglockner Hochalpenstraße« wurde schließlich im August 1935 als Prestigeprojekt des austrofaschistischen Regimes eröffnet. (vgl. Rigele 1998)

TopographieOrtschaftBergEreignis

Die nach dem bedeutenden Fundort Hallstatt benannte Eisenzeit-Kultur reichte über weite Teile Zentraleuropas von etwa 800 bis 450 v.u.Z. Die von den Prähistorikern attestierten Gemeinsamkeiten beziehen sich auf Ausformungen der Handwerkskunst (insbes. Formen der Schwerter, Dolche und Äxte) sowie Bestattungsbräuche.

TopographieOrtschaft

Sobibór: Vernichtungslager im Osten des damaligen »Distrikts Lublin«; s. Eintrag ›Sobibor‹

TopographieOrtschaft

Das Klagenfurter Café Lerch war vor 1938 ein beliebter Treffpunkt für Anhänger und Mitglieder der während des Austrofaschismus verbotenen NSDAP. Auch Ernst Lerch (1914–1997), der Sohn des Lokalbetreibers, war ein »Illegaler«, ab 1934 war er Mitglied der SS. Nach dem »Anschluss« wurde er Adjutant und Büroleiter Odilo Globocniks (s. Eintrag ›Globotschnigg‹) und war mitverantwortlich für die Deportation und Ermordung der jüdischen Bevölkerung des »Generalgouvernements« Polen; 1943 folgte er Globocnik in die »Operationszone Adriatisches Küstenland«. Nach Kriegsende floh Lerch aus britischer Gefangenschaft und versteckte sich. Lerch konnte 1950 das Lokal seines Vaters übernehmen und als beliebtes »Tanzcafé« etablieren. Zwei gegen Lerch angestrebte Prozesse führten zu keiner Verurteilung.

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistInMedien

Odilo Globocnik (1904–1945) kam 1918 mit seiner Familie nach Klagenfurt. Er übernahm in Kärnten führende Tätigkeiten während der Zeit der Illegalität im Austrofaschismus. Nach dem »Anschluss« war er Gauleiter in Wien, 1939 wurde er »SS- und Polizeiführer« im Distrikt Lublin und war dort für die Vernichtung der jüdischen Bevölkerung verantwortlich. 1943 wurde er in die »Operationszone Adriatisches Küstenland« versetzt, auch dort organisierte er Deportationen und verantwortete die Partisanenbekämpfung. Im Mai 1945 beging er in britischer Gefangenschaft Selbstmord. Sein Vorgesetzter, Heinrich Himmler, verwendete für Globocnik in seinem Dienstkalender manchmal den Spitznamen »Globus« (vgl. Witte 1999, 204, 306, 566), Briefe an Globocnik begann er mit der Anrede »Mein lieber Globus« (vgl. Schwindt 2005, 142 FN 114).

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TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistInMedien

Anspielung auf das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau, das 1941 in der Nähe des Stammlagers Auschwitz I gebaut wurde und das größte Vernichtungslager während der Zeit des Nationalsozialismus war. Das Konzentrationslager Buchenwald wurde zwischen Juli 1937 und April 1945 auf dem Ettersberg bei Weimar als Arbeitslager betrieben.

TopographieOrtschaftBergEreignis

Kofler bezieht sich hier wahrscheinlich auf den »4. Kronberger Dialog« im Schlosshotel Kronberg im Jänner 1972, dem im Frühjahr die Gründung des »Arbeitskreises Soziale Marktwirtschaft« folgte. Der Arbeitskreis brachte »für Anzeigenkampagnen zugunsten der CDU im Wahlkampf 1972 insgesamt 8,4 Millionen DM« auf (Kulitz 1983, 101).

TopographieOrtschaft

Hauptstadt der gleichnamigen Woiwodschaft im Osten Polens. Von Lublin aus wurde 1942/43 unter der Leitung von Odilo Globocnik (s. Eintrag ›Globotschnigg‹) die »Aktion Reinhardt« organisiert, die systematische Ermordung der jüdischen Bevölkerung im »Generalgouvernement« Polen.

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistInMedienEreignis

Stollwerck ist der Name einer 1839 in Köln gegründeten Schokoladenfabrik, die Niederlassungen in ganz Europa gründete. Seit den 1870er Jahren wurde auch in Wien produziert. Seit den 1950er Jahren stand der Firmenname für sein bekanntestes Produkt, die quadratischen Karamellbonbons (»Karamellen«).

TopographieOrtschaft

Bensdorp: 1840 in Holland gegründete Schokoladenfabrik, 1908 folgte eine Produktionsstätte in Wien. Die Firma war bekannt für ihre kleinen, für Kinder leistbaren Schokoladetafeln.

TopographieOrtschaft

Angeblicher Ausspruch des »Public-Relations-Mannes des Bauer-Verlags« auf der Gründungsversammlung des »Arbeitskreises Soziale Marktwirtschaft« im Schlosshotel Kronberg im Frühjahr 1972 (Rhenanus 1972, 1417). Dieser »Arbeitskreis«, eine »mysteriöse[] Organisation, die sich zum Kampf gegen die Bonner Linkskoalition verschworen hat« ([red.] 1972b), ist nicht mehr im Fokus von Koflers Anspielungen.

TopographieOrtschaft

Karl Schmoll (1852–1936) entwickelte ab den 1880er Jahren in Wien Konservierungsfette. Bekannt wurde er für seine Leder-Putzpasten, die vor allem beim Militär oft eingesetzt wurden.

TopographieOrtschaftPersonUnternehmerIn

Wendelin Schmidt-Dengler (1942–2008), österr. Germanist, ab 1980 Lehrstuhlinhaber für neuere deutsche Literatur an der Universität Wien

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Sir Edmund Hillary (1919–2008), neuseeländischer Bergsteiger, der 1953 mit dem Nepalesen Tenzing Norgay erstmals den Mount Everest bestieg

TopographieBerg

Die holländische Königin Wilhelmina verbrachte in der Zwischenkriegszeit einige Male die Sommerfrische auf Schloss Lengberg im Osttiroler Drautal. Die Königsfamilie war mit der Familie May, den Besitzern des Schlosses, befreundet. In »Guggile« erinnert sich der Ich-Erzähler an Spaziergänge in der Umgebung von Lienz, wo man auch das Schloss Lengberg besucht habe, »die tante unterwelz sei damals köchin und die tant’ marie verwalterin auf schloß lengberg gewesen«, die Mutter, so die Familiengeschichte, sei »,als junges mädchen‘ als serviererin auf schloß lengberg beschäftigt gewesen« (s. Eintrag ›schloß lengberg‹).

TopographieOrtschaftMedien

Die Società Dante Alighieri wurde 1889 in Rom gegründet, die Gesellschaft machte sich die Pflege und Verbreitung der italienischen Sprache und Kultur zur Aufgabe. Die lokalen »Filialen« sind jeweils unabhängige Einzelvereine, die Veranstaltungen, Reisen und Sprachkurse organisieren.

TopographieOrtschaft

Im Sommer 1942 wurde im Vernichtungslager Sobibór, während das Gleis der Zubringerbahn zum Lager repariert werden musste, neben weiteren Erstickungsräumen eine Schmalspurbahn errichtet. Auf den Loren der Bahn konnten die Leichen schneller zu den Massengräbern transportiert werden (vgl. Muhle 2016, 152).

TopographieOrtschaft

Alexander Löhr (1885–1947), österreichischer Offizier in der k.u.k. Armee, im Bundesheer der Ersten Republik und in der Luftwaffe der Wehrmacht. Unter seinem Oberbefehl wurden durch die Bombardierung Belgrads (1941) ohne Kriegserklärung und dann auf dem Balkan Kriegsverbrechen verübt, für die er nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Belgrad hingerichtet wurde. 1943 und vom 25. März 1945 bis zur deutschen Kapitulation war er »Oberbefehlshaber Südost«. Waldheim diente als Ordonnanzoffizier unter Löhr in Saloniki, als dort an die 40 000 Juden nach Auschwitz und Treblinka deportiert wurden, und war danach unter Löhr in Jugoslawien stationiert, »als dort Massaker an Partisanen verübt, ganze Dörfer eingeäschert und ganze Bevölkerungsteile niedergemacht wurden« (Strothmann 1986). s. Eintrag ›Waldheim, er ist gerade nicht da‹eer

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistInPolitikerInMedienEreignis

Im Nachlass befindet sich ein Foto, das – wie im Text beschrieben – einen Mann mit einem Fisch zeigt. Auf der Rückseite des Fotos die Aufschrift: »Wilh. Kohler, Kondukteur Lienz, Albin-Egger-Str. 13«. (11/W7/1)

TopographieOrtschaft

Im Nachlass Koflers befindet sich die Einladung zu einem Klavierabend mit dem italienischen Pianisten Rosario Mastroserio (* 1960) am 13. Oktober 1992 im Bösendorfer-Saal in Wien, veranstaltet von der Österreichisch-Italienischen Gesellschaft (11/W10/1–7).

TopographieOrtschaftPersonMusikerIn

Das sogenannte Lazarett in Treblinka war, wie Kofler, schreibt, ein Kulissengebäude und bestand nur aus Außenwänden. Es verfügte über kein Dach, an der Vorderseite war ein rotes Kreuz aufgemalt. An der Rückseite befand sich ein Erdwall entlang der ganzen Länge des Gebäudes, dahinter eine Grube. Am Wall wurden die Opfer mit einem Genickschuss getötet, sie fielen daraufhin in die Grube (vgl. Sereny 1995, 223).

TopographieOrtschaft

Kofler bezieht sich vor allem auf Alexis (Alexander) May de Madiis (1852–1911), gebürtiger Schweizer, der 1863 mit seinem Vater nach Oberkärnten kam. Die Familie engagierte sich im Edelmetallbergbau und reaktivierte alte Erzförderstätten (ohne wirtschaftlichen Erfolg). Alexis May betrieb auch ausführliche geologische Forschungen, etwa über den historischen Goldbergbau in den Hohen Tauern (den er ebenfalls zu reaktivieren suchte), 1897 etwa erschien seine Schrift »Das Bergbauterrain in den Hohen Tauern«. (vgl. Wießner 1950, 19)

TopographieBerg

Als »Schlauch« oder »Himmelfahrtsstraße« wurde in Treblinka der Weg zwischen den Auskleidebaracken in Lager I und den Gaskammern in Lager II bezeichnet (vgl. Sereny 1995, 170).

TopographieOrtschaft

Anspielung auf Thomas Bernhards Erzählung »Die Mütze « (1966). Darin versucht ein junger, seit Jahren an Kopfschmerzen und der Angst, verrückt zu werden, leidender Forstwissenschaftler, im ländlich abgeschiedenen Haus seines Bruders an einer Studie zu arbeiten. Um seinen regelmäßig mit der Dämmerung einsetzenden Depressionen zu entkommen, unternimmt er Spaziergänge in die Ortschaften Mondsee, Burgau und Parschallen. (Bernhard 2003a, 19)

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Die Zahlen über die Anzahl der in Treblinka Ermordeten differieren. Stangls Verurteilung 1971 liegt die Schätzung von 900.000 zugrunde, Franciszek Zabecki, der während der gesamten Zeit, die das Vernichtungslager in Betrieb war, als Bahnhofsvorstand in Treblinka Dienst verrichtete und Aufzeichnungen führte, meinte gegenüber Gitta Sereny: »Die Zahl der in Treblinka Ermordeten war 1,200.000, und daran besteht nicht der geringste Zweifel« (Sereny 1995, 298). Kofler entnahm die Zahl 870.000 der »Enzyklopädie des Holocaust« (Jäckel/Longerich/Schoeps 1993, 1430). Koflers Quelle für die Angabe des täglichen »Ausstoßes« konnte nicht eruiert werden.

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistInAutorIn/JournalistIn

Georgskopf: »Ein kühner, von allen Seiten schwer zugänglicher Felsgipfel [3090 m] in wildschauriger Umgebung.« (Böhm/Noßberger 1925, 142) Der Zweitname Schwarzfriedrich ist überliefert. (vgl. ebd.)

TopographieBerg

Die von Kofler angegebe Zahl ist unklaren Ursprungs, die »Enzyklopädie des Holocaust« spricht von geschätzten 250.000 Menschen, die in Majdanek durch Hunger oder Krankheit zu Tode gebracht oder ermordet wurden (Jäckel/Longerich/Schoeps 1993, 918).

TopographieOrtschaft

Kofler zitiert in dieser Passage aus dem »Gerstein-Bericht« (s.o.): Kurt Gerstein bezeugt darin die Ermordung hunderter Menschen in einem Durchgang in der Gaskammer des Vernichtungslagers Belzec. Auf dem Weg zur Gaskammer habe ein SS-Mann den nackten Menschen »mit lauter, salbadernder Stimme« gesagt: »Euch wird nicht das Geringste passieren! Ihr braucht nur tüchtig zu atmen, dieses Inhalieren stärkt die Lungen, es ist nötig gegen ansteckende Krankheiten, es ist eine schöne Desinfizierung!«

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistIn

Ludwig Fels (* 1946 in Treuchtlingen, Fränkische Alb), deutscher Schriftsteller, Malerlehre, danach u.a. Maschinist in verschiedenen Farbwerken und Packer in einer Halbleiterfabrik in Nürnberg ehe er sich ab 1973 ausschließlich der Schriftstellertätigkeit widmete und seither mehrere Gedichtbände und Romane veröffentlichte; lebt seit 1983 in Wien und erhielt neben diversen Förderpreisen 1987 das Villa-Massimo-Stipendium.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Kofler bezieht sich hier wahrscheinlich auf jene (evangelische) Betreuungsstätte in Treffen bei Villach, die Elvine de La Tour (1841–1916), eine aus Oberitalien stammende Adelige, Ende des 19. Jahrhundert begründete. Seit 1931 wird die Einrichtung als diakonische Stiftung geführt (www.diakonie-delatour.at/haus-der-jugend-treffen).

TopographieOrtschaft

Kofler zitiert aus Serenys Buch, hier eine Aussage von Franz Suchomel (1907–1979), Mitglied der SS-Mannschaft in Treblinka, über Stangls erste Zeit im Vernichtungslager. Stangl habe den Vorschlag gemacht, im »Schlauch« Kübel für die Frauen aufzustellen, das habe sich in Sobibór als hilfreich erwiesen, Wirth habe daraufhin geantwortet: »Es schert mich einen Dreck, was Sie in Sobibor mit der Scheiße gemacht haben. Sollen die sich doch anscheißen. Das kann nachher saubergemacht werden« (Sereny 1995, 186).

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistIn

Schauplatz in Karl Mays Roman »In den Schluchten des Balkan« (auch erwähnt in »Durch das Land der Skipetaren«, »Der Schut«). Gemeint ist Melnik, die kleinste Stadt Bulgariens, am Südwestrand des Piringebirges. Die Änderung des Städtenamens beruht nicht auf einem Eingriff des Autors, sondern entspricht der Schreibweise, die er in einer um 1860 publizierten Landkarte der Balkanländer, mit der er regelmäßig arbeitete vorgefunden hat. (vgl. Schönbach 1991, 204, FN1)

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

1951 wurde (lt. Gesellschaftsvertrag v. 30. 6. d. J.; Privatbesitz) in Klagenfurt die »Johann Strauss KG« zur Schuherzeugung gegründet. 1962 übernahm Stefan Berg wesentliche Gesellschaftsanteile und errichtete in der Villacherstraße 93 eine Produktionsstätte für Schuhe.

TopographieOrtschaftPersonUnternehmerIn

Sitz der Deutschen Akademie Rom, eine deutsche Kultureinrichtung, an der vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien jährlich zehn Aufenthaltsstipendien an Künstler und Künstlerinnen in den Sparten Bildende Kunst, Literatur, Musik (Komposition) und Architektur vergeben werden

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TopographieOrtschaftMedien

Kraß, Sagritz: Katastralgemeinden von Großkirchheim in Kärnten

TopographieOrtschaft

Kreuzbergl: hügelartige Erhebung (517 m) nordwestlich der Klagenfurter Innenstadt, auch als »Hausberg« Klagenfurts bezeichnet. Ingeborg Bachmann hat dem Hügel in ihrer Erzählung »Drei Wege zum See« ein literarisches Denkmal gesetzt.

TopographieBergOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

In den USA und in Brasilien aufgekommene Variante des Volleyballspiels, das mit zwei statt sechs SpielerInnen pro Mannschaft auf Sand gespielt wird; seit 1996 olympische Disziplin. In Österreich war Kärnten Vorreiter bei der Etablierung von Beachvolleyball-Veranstaltungen, 1996–2016 gab es in Klagenfurt ein von Hannes Jagerhofer organisiertes großes Turnier, 2001 erstmals die Beachvolleyball-Weltmeisterschaften.

TopographieOrtschaft

Verknüpfung von »Kaspar«, Sprechstück von Peter Handke (Uraufführung 1968), und Ohlsdorf, dem bevorzugten Wohnort Thomas Bernhards im oberösterreichischen Traunviertel. Dort hat Bernhard 1965 einen Vierkanthof erworben und aufwändig renoviert. Seit 1990 ist das so genannte Bernhard Haus der Öffentlichkeit zugänglich.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Berg (2605 m) in der Goldberggruppe der Hohen Tauern in Kärnten (auch »Mohar« genannt)

TopographieBerg

1793 übernahm Christof Neuner (1765–1834), aus Oberfranken eingewandert, einen Riemerbetrieb in Klagenfurt. Der Sohn begann, Pferdegeschirre zu produzieren und Leder zu gerben, er baute den Betrieb maßgeblich aus. Während des Ersten Weltkriegs war man ein wichtiger Heereslieferant. Den durch den Ersatz der Pferde durch Maschinen bedingten Produktionsausfall kompensierte die Firma durch den Beginn einer Schuhfertigung. In den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg produzierte man bis zu 1500 Paar Schuhe täglich (vgl. Giencke 1968, 18). Das Stammhaus in der St. Veiter Straße wurde zu klein, 1958 verlegte man die Schuhfabrik in die Ebentaler Straße 139.

TopographieOrtschaftPersonUnternehmerInEreignis

Bergdorf in Karnien, Region Friaul

TopographieOrtschaft

O-Bus: Abkürzung für Oberleitungsbus, ein Fahrzeug des öffentlichen Verkehrs, das mit einem Elektromotor angetrieben wird und das den Strom mittels Stromabnehmern von einer Oberleitung über der Fahrbahn bezieht. In Klagenfurt wurde 1944 der O-Bus eingeführt, als Teile des Straßenbahnnetzes durch Bombenschäden zerstört worden waren. Bis 1963 verkehrten im Klagenfurter Stadtgebiet O-Busse. 1949 bis 1956 fuhren O-Busse auf der Strecke Klagenfurt-See und Leinsdorf (Mayr 1982, 162ff.).

TopographieOrtschaftEreignis

Nach einer ersten, nur knapp gescheiterten Expedition zur Erstbesteigung des Großglockners 1799 startete im Sommer 1800 der »Fürstbischof« von Gurk, Franz Xaver von Salm-Reifferscheid, eine zweite Mannschaft aus: Am 29. Juli erreichten vier einheimische Zimmerleute und ein Pfarrer den Gipfel, drei der »prominenten« Teilnehmer – Wissenschaftler, Publizisten – erstiegen den Kleinglockner.

TopographieBergPersonReligiöse/r WürdenträgerInEreignis

Großer Friedrichskopf (3134 m), Berg der Schobergruppe im oberen Mölltal

TopographieBerg

Wahrscheinlich Anspielung auf den Tod des österreichischen Schauspielers Oskar Werner (1922–1984), der auf einer Rezitationstournee 1984 in Marburg an der Lahn nachts im Hotel einen Herzinfarkt erlitt. »Ein Notarztwagen wurde gerufen, der Oskar Werner zum Städtischen Krankenhaus bringen sollte. Doch er starb […] auf dem Weg in die Klinik.« ( Georg 2016, SEITE???)

TopographieOrtschaftPersonSchauspielerIn/RegisseurInEreignis

Vorort im Norden von Villach

TopographieOrtschaft

Wahrscheinlich ein Verweis auf die unter der Bezeichnung »Krefelder Krawalle« bekannten Demonstrationen im Zuge des Besuchs von US-Vizepräsident George Bush am 25. Juni 1983 in Krefeld. Die Teilnehmer der (teilweise gewalttätigen) Kundgebung demonstrierten gegen das Wettrüsten und den NATO-Doppelbeschluss (atomare Aufrüstung in Westeuropa und zugleich Forderung nach Verhandlungen über Atomwaffenbeschränkungen).

TopographieOrtschaftPersonPolitikerInEreignis

In Österreich assoziiert man mit »Volkserhebung« den »Ehrentitel« von Graz (»Stadt der Volkserhebung«), den die Stadt in der NS-Zeit zugesprochen bekam, weil es seit Februar 1938 zu massiven Machtdemonstration der Nationalsozialisten gekommen war und bereits vor dem »Anschluss« am 13. März Nationalsozialisten die Kontrolle in der Stadt übernommen hatten.

TopographieOrtschaftEreignis

1892 in Triest gegründete Kaffeemarke

TopographieOrtschaft

Buntekuh: Stadtteil von Lübeck

TopographieOrtschaft

Ein, wie Kofler, schreibt, »private joke«; im Ortsteil Seebach in Villach befindet sich die Rohr-Kaserne, das Jägerbataillon 27 ist in der Khevenhüller-Kaserne in Klagenfurt stationiert.

TopographieOrtschaft

Himmelsthür: Stadtteil von Hildesheim

TopographieOrtschaft

Badeort an der Lübecker Bucht in Schleswig-Holstein. Kofler befreundete sich in den 70er Jahren in Wien mit dem Mediziner Hanns-Ulrich Hermann. Nach der Rückkehr des gebürtigen Hamburgers nach Deutschland 1980 besuchte ihnKofler im Wochenendhaus der Familie in Sierksdorf. (Hermann 2015)

TopographieOrtschaft

Das in einem Gebäude aus dem 17 Jahrhundert befindliche Schriftstellerhaus in Stuttgart entstand 1983 auf Initiative des Lyrikers Johannes Poethen und des Architekten Johannes Wetzel, die den Abriss des Baus verhinderten. (www.stuttgarter-schriftstellerhaus.de/haus/geschichte, 10.8.2016) Die zwei Gästezimmer des Hauses wurden aufgrund der Farbe der Einrichtung »blaues Zimmer« und »braunes Zimmer« genannt. Kofler war im Herbst 1988 während einer Lesereise im Schriftstellerhaus Stuttgart zu Gast. (Albrecht 1989)

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInEreignis

Dr. Rotraud A. Perner (* 1944), österr. Juristin, Psychotherapeutin und evangelische Theologin. In den 1970er Jahren gründete sie eine Familienberatungsstelle und zwei Sexualberatungstellen in Wien.

TopographieOrtschaft

Spitzname des Hamburger Bordellpächters Friedrich Schroer (wegen seiner schräg stehenden Augen), der 1981 in seinem Stammlokal (»Ritze«) auf der Hamburger Reeperbahn von einem Fremden erschossen wurde; der Mord wurde bis heute nicht geklärt und war Auftakt einer blutigen Mordserie zwischen zwei Zuhältergruppen am Kiez. (vgl. Eckelsberger/Skrabal 2011)

TopographieOrtschaftPersonVerbrecherIn

»Die Kinder von La Salette« ist eine Erzählung für die Jugend (1956) der österr. Kinder- und Jugendbuchautorin Alma Holgersen (1896–1976); sie behandelt die Marienerscheinung zweier Kinder 1846 im französischen Alpendorf La Salette-Fallavaux.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitateEreignis

Giuseppe di Giorgio, der vor seiner Ausweisung aus den USA Fahrer des legendären Mafiabosses »Lucky« Lucianogewesen sein soll und in den 1970ern für ein paar Jahre in Hamburglebte, ließ sich »Mr. Joe« nennen; im »Hamburger Abendblatt« schaltete der Kiez nach seinem Tod 1979 eine Anzeige: »Nach Deinem Kodex woll’n wir streben«, auf dem Grab seien Dutzende von Kränzen, einer mit der Aufschrift »Farewell, Wilfrid Schulz «gelegen. (Der Spiegel 34/1986)

TopographieOrtschaftPersonVerbrecherInMedienZeitung/Zeitschrift

Iselsberg: Passhöhe (1209 m) zwischen dem Osttiroler Drautal und dem Kärntner Mölltal, auch Bezeichnung für die auf der Osttiroler Seite des Passes gelegene Ortschaft oberhalb von Lienz. Der Iselsberg war die traditionelle Urlaubsregion der Familie Kofler.

TopographieBergOrtschaft

Hütten auf der Apriacher Alm oberhalb des gleichnamigen Bauerndorfs unweit von Heiligenblut

TopographieOrtschaft

Geländestufe unterhalb des Sandkopfs

TopographieBerg

Perlen-Reihe: 1948 in Wien gegründete Buchreihe im Westentaschenformat, die sich auf Selbsthilfe-Ratgeber zu allen denkbaren Themen spezialisierte (Leitlinie am Cover: »Praktisches u. Wissenswertes für jeden«). Nach dem Tod des Gründers Adalbert Pechan 1960 konnten die Erfolge der 1950er Jahre nicht wiederholt werden. Nach häufigem Besitzerwechsel startete die Wiener Verlegerin Ulla Harms die Reihe 2011 mit neuem Konzept und Layout.

TopographieOrtschaft

»Verband der sächsischen Werwölfe (VdSW)«, »Schutzstaffel Ost« und »Wehrsportgruppe Peiper« waren Gruppierungen der militanten rechten Szene in Dresden (vgl. Siegler 1991).

TopographieOrtschaft

Kleines Fleißtal: Gebirgstal bei Heiligenblut in Kärnten. Der ehemalige Goldbergbau kann heute in einem Schaubergwerk (»Alter Pocher«) besichtigt werden.

TopographieOrtschaft

August Hirt (1898–1945), deutscher Anatom, führte Versuche mit Senfgas an Häftlingen des Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof durch und war maßgeblich an der Ermordung von 86 jüdischen Häftlingen aus dem KZ Auschwitz beteiligt, die zur Anlage einer Skelettsammlung am Anatomischen Institut in Straßburg dienen sollten.

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistIn

In einem Schreiben vom 9. 2. 1942 an Himmler schlägt August Hirt die »Sicherstellung der Schädel von jüdisch-bolschewistischen Kommissaren zu wissenschaftlichen Forschungen in der Reichsuniversität Straßburg« vor. Dort sollten vergleichende anatomische Studien, Forschungen über Rassenzugehörigkeit, über pathologische Erscheinungen der Schädelform, über Gehirnform und -größe durchgeführt werden. (vgl. Mitscherlich/Mielke 1997, 225f.)

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistIn

Roter Turm: Berg (2702 m) in den Lienzer Dolomiten, Osttirol, bekannt für seine Südwand mit Kletterrouten in hohen Schwierigkeitsgraden

TopographieBerg

1989 erregte strenges, »schikanöses« Vorgehen des Kommandanten des Gendarmeriepostens in der Osttiroler Gemeine St. Jakob den Unmut der Bevölkerung und des Fremdenverkehrsvereins, es bildete sich laut »Kleine«»r«» Zeitung«, die Kofler hier laut Nachlass heranzog, ein »Personenkomitee zur Aufklärung der Vorfälle um Postenkommandant R. Müller«. (Hatz 1989)

TopographieOrtschaftMedienZeitung/ZeitschriftEreignis

1980 gegründeter Buchverlag mit Sitz in Frankfurt a. M., 2011 an die Bastei Lübbe AG verkauft

TopographieOrtschaft

Matthias Lexer (1830–1892) stammte aus Liesing im Lesachtal, begann während seines Germanistikstudiums in Graz den Dialektwortschatz Kärntens zu untersuchen, 1860 an der Uni Erlangen Promotion mit dem »Kärntischen Wörterbuch«. Seine ab 1868 erarbeiteten mittelhochdeutschen Wörterbücher wurden zu bis heute verwendeten Standardwerken.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Kofler bezieht sich hier auf das Attentat auf Leopold Wagner (1927–2008), SPÖ-Politiker und Kärntner Landeshauptmann (1974–1988), am 6. Oktober 1987. Bei der Feier des 40-jährigen Maturajubiläums im »Volkskeller« in Klagenfurt folgte sein ehemaliger Klassenkollege, der Lehrer Franz Rieser, Wagner mit einem Revolver auf die Toilette und stellte ihn zur Rede, weil er sich bei einer Postenvergabe übergangen fühlte. Als Wagner ihm die Waffe entreißen wollte, feuerte Rieser. Der Politiker überlebte schwer verletzt, zog sich aber ein Jahr darauf aus der Politik zurück. Rieser wurde wegen schwerer Körperverletzung verurteilt und kam nach knapp drei Jahren frei.

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TopographieOrtschaftPersonPolitikerInVerbrecherInEreignis

Stadtteil von Hamburg an der Alster, nördlich der Elbe

TopographieOrtschaft

Kärntner Gemeinde im Gegendtal, 18 Kilometer nördlich des Villacher Stadtzentrums

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TopographieOrtschaftMedien

Tal im nördlichen Kärnten westlich der Stadt Friesach

TopographieOrtschaft

Die »Neue Heimat« ist eine »gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft« im Besitz des Landes Kärnten, die 1940 »für den Bau und die Betreuung von Kleinwohnungen und zur Förderung der Wohnbaupolitik im deutschen Sprachraum gegründet« wurde. Erste Wohnbauten wurden noch während des Zweiten Weltkriegs in Klagenfurt, Villach, Spittal/Drau und Wolfsberg für die Umsiedlung der»Kanaltaler« – der »Optanten« aus dem deutschsprachigen Teil des Kanaltals – errichtet (Landeswohnbau Kärnten o.J.).

TopographieOrtschaft

1959 im damals leer stehenden Stadtpark-Café in Graz gegründete Aktionsgemeinschaft von Künstlern und Wissenschaftlern, »Forum Stadtpark« meint Gruppe wie Ort; Charakteristikum: Es handelt sich um ein Mehrspartenhaus.

TopographieOrtschaft

Stronachkogel: Berg (1831 m) in der Osttiroler Kreuzeckgruppe

TopographieBerg

Zitat aus der »Kurier«»-«Berichterstattung zum Mord im Hotel Mondschein: Der Mörder habe »im Zug bei Bruck/Mur Reisende bestohlen. [...] In Bernt Burchharts Handkoffer fanden sich neben Wäsche rund 20 verschiedene Führerscheine und Klubkarten.« (Gabriel 1987)

TopographieOrtschaftPersonVerbrecherInMedienZeitung/Zeitschrift

Widamo: 1948 in Wels (Oberösterreich) gegründete Fabrik für Damenbekleidung

TopographieOrtschaft

Weitere Bezüge auf widersprüchliche Berichterstattung: Laut »Kleine Zeitung« brach der Mörder in Pörtschach ein Auto auf (Kleine Zeitung 1987), laut »Kronen Zeitung« gestand Burchhart»in der Nacht vor dem Mord einem Arzt in Krumpendorf die Tasche gestohlen zu haben.« (Meissnitzer 1987) Zudem habe er zuvor versucht »ein Auto zu stehlen, ein Zimmer zu plündern«. (Gabriel 1987)

TopographieOrtschaftPersonVerbrecherInMedienZeitung/Zeitschrift

Hiestand, Mitterhauser & Co.: zumindest seit der Zwischenkriegszeit in Wels (Oberösterreich) bestehender Textilgroßhandel. 1960 errichtet die Firma eine Textilfabrik im burgenländischen Steinbrunn, in den 1970er Jahren geriet man in wirtschaftliche Schwierigkeiten, 1977 ging man in Ausgleich, später folgte der Konkurs.

TopographieOrtschaft

Im Kofler-Nachlass (11/W3/S1) hat sich ein Brief der Textilwerke »Getzner, Mutter und Cie« (Bludenz, Vorarlberg) aus dem Jahr 1967 (also etwa zehn Jahre nach der in »Guggile« beschriebenen Kindheit) erhalten, in dem die Firma die Verkaufsstellen zu reger Teilnahme am Preisausschreiben animiert. Die Firma Kofler erhielt 1000 Prospekte mit Antwortkarten.

TopographieOrtschaft

Abgewandeltes Zitat aus der »Kurier«-Berichterstattung zum Mord im Hotel Mondschein: »Mit dem dabei erbeuteten Koffer saß er wenig später im ,Kärntner Keller‘ in Pörtschach und unterhielt sich mit seinen Freunden Otto Retzner und Johann Kowalczyk über den angeblichen ,Fund‘.« (Grolig/Wrussnig 1987)

TopographieOrtschaftPersonSchauspielerIn/RegisseurInMedienZeitung/Zeitschrift

Das französische Dol-de-Bretagne ist für einen fast zehn Meter hohen Menhir, einen prähistorischen Steinblock, bekannt.

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TopographieOrtschaftMedien

Die Nobel-Disco »Drop-In« befand sich im Keller des Hotels »Schloss Seefels« in Pörtschach. Das Schloss Seefeld liegt in der gleichnamigen Gemeinde in Bayern.

TopographieOrtschaft

In Österreich wurde lange Zeit nicht von »dem« Kunden oder der Kundschaft, sondern von »der Kunde« gesprochen – in Wien noch heute gebräuchlich.

TopographieOrtschaft

Im italienischen Grenzort Tarvis/Tarvisio gibt es am Monte Lussario (1789 m) ein kleines Skigebiet.

TopographieOrtschaft

»Baumeister Anton Bulfon (1885–1961) war der bedeutendste Bauunternehmer seiner Zeit in Kärnten. In seiner Veldener Firma waren zeitweise bis zu 2000 Arbeiter beschäftigt« (Feyertag o.J.). Gemeinsam mit dem Architekten Franz Baumgartner prägte er das Bild Veldens, sie planten zahlreiche Veldener Hotels seit der Jahrhundertwende. Das Hotel Carinthia (1924) sowie das »Strandhotel Bulfon« (aus dem 1898 errichteten Hotel Ulbing hervorgegangen) betrieb Bulfon selber. 1924 errichteten Bulfon/Baumgartner die Badeanstalt Bulfon. Sprungturm und Rutsche wurden zu einem Wahrzeichen der Veldener Bucht.

TopographieOrtschaftPersonUnternehmerIn

St. Martin-Sittich: Benennung der Bahnstation von St. Martin bei Feldkirchen, Sittich ist eine Katastralgemeinde von Feldkirchen.

TopographieOrtschaft

Gottfried Hornik (* 1940), Bariton, Gesangsstudium in Wien, erstes Engagement in Klagenfurt, ab 1965 an der Grazer Oper, ab 1976 für mehr als 25 Jahre an dieWiener Staatsoper, wo er 45 Rollen sang, weltweite Gastspiele, gefeierter Wagner-Sänger

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TopographieOrtschaftPersonMusikerIn

Heute nicht mehr betriebene Unterkunft am Iselsberg

TopographieBerg

Zweiter Freitag nach Ostern, benannt nach den Nägeln im Kreuz Christi. An diesem Tag findet in Kärnten der »Vierbergelauf« statt, eine Eintages-Wallfahrt über Magdalensberg, Ulrichsberg, Veitsberg und Lorenziberg (52 km Länge). Die Anlehnung des Dreinagelfreitag an einen keltischen Fruchtbarkeitsritus wird kolportiert. (vgl. Schallenhofer o.J.)

TopographieBerg

»Bei seiner Ankunft in Klagenfurt hatte der Wiener etwa 7000 Schilling besessen, wollte aber in der Nacht in einem Lokal seine Lederjacke verkaufen, weil er offensichtlich das Geld verbraucht hatte.« (Kleine Zeitung 1987, 13.7.1987, 4)

TopographieOrtschaft

1987 von Lojze Wieser gegründeter Buchverlag, Sitz in Klagenfurt, Schwerpunkt auf ost- und südosteuropäischer Literatur

TopographieOrtschaft

Heidelinde Weis (* 1940), österr. Schauspielerin, aus Villach gebürtig

TopographieOrtschaftPersonSchauspielerIn/RegisseurIn

Das Programmheft der »Zauberflöte«-Inszenierung am Klagenfurter Stadttheater der Spielzeit 1964/65v erzeichnet vier Besetzungen für die Partie des Tamino: Sowohl Anton Dermota (s. Eintrag ›Anton Dermota‹), der die Premiere sang, als auch William Blankenship (s. Eintrag ›William Blankenship‹) sind mit dem Kürzel »a.G.« versehen (»als Gast«), Hermann Rungewird genannt, der »junge Schwede« ist Curt Malm. Malm (* 1935) begann, nachdem er in Schweden 1957 einen Gesangswettbewerb gewonnen hatte, inWieneine Gesangsausbildung. 1989–2003 unterrichtete er »Musikdramatische Darstellung« an der Wiener Musikuniversität. (vgl. Hasitschka 2003, 215)

TopographieOrtschaftPersonMusikerInMedienMusikEreignis

Johannes Trojer (1935–1991), österr. Schriftsteller, ab 1964 Leiter der Volksschule Innervillgraten in Osttirol, bekannt als profunder Kenner der Regionalgeschichte und Volkskunde, Verfasser gesellschaftskritischer Aufsätze und Glossen, Herausgeber der Kulturzeitschrift »Thurntaler« (1977–1987)

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/Zeitschrift

Siedlung am Ausgang des Lavanttals, neun Kilometer südöstlich von St. Paul im Lavanttal

TopographieOrtschaft

Seit 1951 führt das österr. Unterrichtsministerium die Aktion unter diesem Namen durch. Die (immer noch bestehende) »Wien-Aktion« solle, so das Ministerium 1954, »den jugendlichen Teilnehmern ihre Bundeshauptstadt in ihrer geschichtlichen, kulturellen, wirtschaftlichen und administrativen Bedeutung näherbringen« und dabei soll »das Vereinigende, Gemeinsame, Verbindende im Vordergrund stehen« ( Hofer 1995, 40).

TopographieOrtschaft

Gemeinde im oberen Lavanttal in der Nähe der Pack. Kofler bezieht sich hier auf Teuffenbachs Bericht, sie habe in der Korrespondenz mit Christine Lavant den Dorfnamen Ettendorf für freundliche Umstände, Preitenegg für feindliche verwendet. Diese Privatnomenklatur (»Geheimsprache«) habe sich auf einen guten und einen schlechten Dienstplatz einer Verwandten Lavants bezogen. (Teuffenbach 1989, 129)

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

1950/51 errichtete die der SPÖ nahestehende Organisation »Volkshilfe« im Hörndlwald (Wien-Hietzing, zwischen Krankenhaus Lainz und Lainzer Tiergarten) ein Heim, das in erster Linie »der Jugend« als »internationale Kulturstätte« zur Verfügung stehen sollte. 1965 wurde es nach dem Gründer der Volkshilfe, dem SPÖ-Politiker Josef Afritsch (1901–1964), benannt. Das »ungewöhnliche Bauwerk« habe, so der Architekturkritiker Friedrich Achleitner, »architektonische Träume der fünfziger Jahre [vermittelt]: Naturverbundenheit, Öffnung zu Luft, Sonne und Landschaft, aber auch zu den Kulturen der Welt« (Achleitner 1995, 16). 2013 wurde es abgerissen.

TopographieOrtschaftPersonPolitikerInAutorIn/JournalistInEreignis

Dorf am Fuß der Koralpe, Teil der Gemeinde St. Andrä im Lavanttal. Der Einbezug dieses Dorfnamens in die Lavant-Teuffenbach’sche Privatnomenklatur ist eine Erfindung Koflers.

TopographieOrtschaft

Zur Gemeinde Winklern gehörige Unterkunft am Iselsberg

TopographieOrtschaftBerg

Zur Gemeinde Dölsach gehörige Unterkunft am Iselsberg

TopographieOrtschaftBerg

Gustav Bartelmus (1898–1984), »Sohn eines Regierungsrates am Verwaltungsgerichtshof, humanistisch gebildet« (Kosch 1953, 77), leitete in Beuthen das Oberschlesische Landestheater, bevor er 1938 von Goebbels’ Ministerium zum Intendanten des »Kärntner Grenzlandtheaters« in Klagenfurt berufen wurde. Er war Leiter der örtlichen Stelle der Reichstheaterkammer. Im Sommer 1941 verließ er aus nicht mehr rekonstruierbaren Gründen Klagenfurt (vgl. Jamritsch 2010, 589), ab 1942 führte er in Berlin gemeinsam mit dem Schauspieler Richard Handwerk die Gastspielbühne »Bartelmus & Handwerk«. (vgl. Baur/Gradwohl-Schlacher 2011, 43) Nach 1945 Rückkehr nach Klagenfurt, editorische Tätigkeit, u.a. Bearbeitung und Herausgabe von Stücken Ludwig Anzengrubers (1947/48), und Leitung der Abteilung Hörspiel und Literatur von Studio Kärnten (vgl. Schmitz-Mayr-Harting 1977, 354).

TopographieOrtschaftPersonSchauspielerIn/RegisseurInPolitikerInAutorIn/JournalistIn

Wahrscheinlich eine Anspielung auf den Schlager »Schön ist die Liebe am Königssee« aus dem gleichnamigen deutschen Schlagerfilm (1960), gesungen von den Geschwistern Fahrnberger

TopographieBergPersonMusikerInMedienMusik

Das Astental (»die Asten«) liegt in der Kärntner Goldberggruppe; der Bach, die Asten, entwässert bei der Ortschaft Mörtschach in die Möll.

TopographieBergOrtschaft

Der Archivar des Kärntner Landesarchivs, Karl Dinklage, gründete 1961 den Verein Robert-Musil-Archiv, 1980 wurde das Musil-Museum eröffnet. Auf Betreiben Dinklages gelangte der persönliche Nachlass Musils nach Klagenfurt. 1987 erwarb die Stadtgemeinde Klagenfurt das »Musil-Haus«. Nach dem Tod Dinklages 1987 leitete Josef Strutz das Musik-Archiv. Heute beherbergt das »Musil Haus« auch das Robert-Musil-Institut für Literaturforschung sowie das Kärntner Literaturarchiv und ist der Universität Klagenfurt angeschlossen.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInEreignis

Seit dem 16. Jahrhundert versammelte die Studienbibliothek Bestände aus anderen Bibliotheken (aus Klöstern, der ersten protestantischen Schule, der Klagenfurter Jesuitenniederlassung). Die Studienbibliothek war die einzige wissenschaftliche Einrichtung des Kron- und Bundeslandes Kärnten. Ihren Standort hatte sie in der Klagenfurter Kaufmanngasse, 1975 wurde aus ihr die heutige Universitätsbibliothek am Campus.

TopographieOrtschaft

Herbert Strutz (1902–1973), Journalist und Schriftsteller, nach verschiedenen Ausbildungen ab 1923 Journalist in Wien, ab den 1930er Jahren auch Schriftsteller, 1933 (illegales) NSDAP-Mitglied, 1945 nach kurzer Kriegsgefangenschaft nach Klagenfurt, bis 1955 Kritiker bei der »Volkszeitung«. 1941 erschien Strutz’ »Gnade der Heimat«, ein Band mit vordergründig unpolitischen Gedichten zum Lob der Scholle und des Bauerntums.

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TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Möglicherweise ist damit Fritz Mauthners zweibändiges »Wörterbuch der Philosophie« (1910) gemeint, die Exemplare sind in der Universitätsbibliothek Klagenfurt vorhanden.

TopographieOrtschaftPersonPhilosophInZitate

1984 eröffnetes Kulturzentrum nahe des Linzer Hafens, in einer Außenstelle der Linzer Postmeisterei aus dem 18. Jahrhundert untergebracht

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TopographieOrtschaft

Ein in der Literaturgeschichtsschreibung etablierter Begriff für die lose Vereinigung von fünf Künstlern im Wien der 1950er Jahre, die, beeinflusst von früheren Avantgarden, eigenständige Wege fernab klassisch-realistischer Kunstpraktiken gingen. Die Aktivitäten der Beteiligten (H.C. Artmann, Konrad Bayer, Friedrich Achleitner, Gerhard Rühm, Oswald Wiener) wurden von den Zeitgenossen kaum wahrgenommen; Artmann distanzierte sich früh (um 1958), spätestens mit dem Tod Bayers (1964) zerfiel die Gruppe. Der Begriff etablierte sich erst durch die von Gerhard Rühm besorgte Publikation »Die Wiener Gruppe« (1967). Um diese Setzung zu betonen, sprechen Li teraturwissenschaftler auch von der »sogenannten Wiener Gruppe« (vgl. u.a. Schmidt-Dengler 1995, 379) oder verwenden den Begriff unter Anführungszeichen (vgl. u.a. Zeyringer/Gollner 2012, 629).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Seit 1860 werden »Deutsche Turnfeste« abgehalten, ab 1933 wurden die Großveranstaltungen propagandistisch vereinnahmt, das war besonders im Juli 1938 in Breslau der Fall, als der Einmarsch in die Tschechoslowakei »vorbereitet« wurde.

TopographieOrtschaft

(Immer noch verwendeter) Werbespruch des Linzer Kulturzentrums Posthof

TopographieOrtschaft

Das heutige Saarländische Staatstheater in Saarbrücken wurde 1938 von Adolf Hitler als »Gautheater Saarpfalz« eröffnet.

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TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistInMedienEreignis

Kofler erwähnt hier seine allererste Veröffentlichung, die 1963 in der »Kärntner Volkszeitung« erschien – ein traditionell erzählter Prosatext zur Thematik des »kleinen Grenzverkehrs« Villach-Tarvis.

TopographieOrtschaftMedienZeitung/ZeitschriftEreignis

Baumgarten ist ein Teil des 14. Wiener Gemeindebezirks, der Vorort wurde 1892 eingemeindet. Die oberhalb des Baumgartner Friedhofs gelegene »Höhe« wurde nach der Errichtung der Krankenhäuser – neben des psychiatrischen eines pulmologischen – zu einem Synonym für den Krankenhauskomplex. Die Bezeichnung »Steinhof« steht für das psychiatrische Krankenhaus.

TopographieOrtschaft

Der das Antlitz Wiens bis heute prägende Architekt Wagner (1841–1918) entwarf den Lageplan der Krankenanstalten sowie die Anstaltskirche. Die Planung der insgesamt 60 Pavillons teilten sich der Wiener Stadtbaumeister Franz Berger (1841–1919) und der Leiter des niederösterreichischen Bauamts, Carlo von Boog (1854–1905), von dem auch das Jugendstiltheater im Zentrum der Anlage stammt.

TopographieOrtschaft

Tonhof: Gutshof in der Kärntner Gemeinde Maria Saal, bis Anfang des 19. Jahrhunderts Sitz des Salzburger Landgerichts. Als Mitgift brachte Maja Weis-Ostborn 1954 den Besitz in die Ehe mit Gerhard Lampersberg ein. Das Musiker-Ehepaar machte den Tonhof sommers zu einem Treffpunkt junger KünstlerInnen, hier waren u.a. die SchriftstellerInnen H.C. Artmann, Gerhard Fritsch, Jeannie Ebner, Christine Lavant, Gert Jonke, Konrad Bayer, Thomas Bernhard, Peter Turrini, die Musiker Ernst Kölz, Anestis Logothetis und Friedrich Cerha zu Gast (vgl. Amann/Kanzian 1992).

TopographieOrtschaftPersonMusikerInAutorIn/JournalistIn

In dem 1867 von Christian Placeriano errichteten Haus gegenüber dem Hauptbahnhof in Klagenfurt verbrachte Robert Musil (1880–1942) die ersten elf Monate seines Lebens. Mitte der 1990er Jahre wurde das Haus von der Stadt Klagenfurt zu einem Zentrum für Literatur ausgebaut und beherbergt seither ein Literaturmuseum, das Robert Musil-Institut für Literaturforschung der Universität Klagenfurt, das auch die Funktion des Kärntner Literaturarchivs hat – und die Nachlässe u.a. von Gert Jonke und Werner Kofler besitzt – sowie eine Arbeitsstelle für digitale Edition und ein Büro der Interessengemeinschaft österreichischer Autoren und Autorinnen.

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TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Das psychiatrische Krankenhaus im Bundesland Vorarlberg befindet sich in Rankweil (bis 1993 als »Landes-Nervenkrankenhaus Valduna«). Stammheim ist das berüchtigte Gefängnis bei Stuttgart, in dem die »erste Generation« der RAF-Terroristen inhaftiert war und wo 1977 die »RAF-Anführer« Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe Suizid begangen. Warum Kofler diese Kontamination nach Götzis verlegt, konnte nicht eruiert werden.

TopographieOrtschaftPersonPolitikerInEreignis

Als »Grenzlandtheater« bezeichnete man im Nationalsozialismus Theater in den an damaligen Reichsgrenzen gelegenen Städten; sie wurden entweder neu errichtet oder bestehende Theater (renoviert und) umbenannt. Das »Kärntner Grenzlandtheater« ging 1938 aus dem Stadttheater Klagenfurt hervor: »Nun wird es also im Großdeutschen Reich, seiner Bestimmung gemäß, Träger und Künder deutscher Kultur an der Südostgrenze des Reiches werden.« (Kärntner Grenzruf, 1.9.1938) Im November 1939 sowie im Oktober 1943 stand Mozarts »Zauberflöte« auf dem Programm, eine Übernahme der Inszenierung aus der Spielzeit 1913/14. (vgl. Rudan 1960, 318 u. 328)

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TopographieOrtschaftPersonMusikerInMedienMusikEreignis

Die Zeitschrift »profil« veröffentlichte im Jänner 1976 einen ausführlichen Artikel über die Zustände im Psychiatrischen Krankenhaus der Stadt Wien »am Steinhof« und beschleunigte damit eine Kampagne zur Reform der Psychiatrie in Österreich. Dem Bericht aus »Steinhof« folgte die Tagebuchaufzeichnung eines Pflegers aus der Nervenheilanstalt Valduna in Vorarlberg (vgl. [red.] 1976b). Die Daten und Behauptungen, dass es zu wenig qualifiziertes Pflegepersonal und für 2600 Patienten nur eine Telefonzelle gebe, dass pro Spitalsbett hier nur 280 Schillinge pro Tag zur Verfügung stünden, dass 47 Ärzte hier arbeiteten, entnahm Kofler dem »profil«-Artikel. Auch die Aussage, dass man gezwungen sei, jeden Pfleger, der sich melde, zu nehmen (»Wir geben jedem eine Chance«), entstammt diesem Artikel, allerdings wird damit der Leiter der Pflegeschule, kein Primar zitiert (vgl. [red.] 1976a, passim).

TopographieOrtschaftMedienZeitung/ZeitschriftEreignis

Karl Heinrich Waggerl (1897–1973), österreichischer Schriftsteller, sein Debüt, der Roman »Brot« (1930), im Leipziger Insel Verlag war ein großer Erfolg, seit 1923 im Salzburger Wagrain wohnhaft, 1938 NSDAP-Mitglied, Salzburger Landesobmann der Sektion Schriftsteller der Reichsschrifttumskammer, nach 1945 reüssierte er als vielgelesener und umtriebiger Heimatdichter.

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TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Anspielung auf Peter Turrinis Text »Der liebe Gott und die Vagina«, in dem er davon erzählt, mit anderen Buben in seinem Heimatort Maria Saal während des Gottesdiensts unter den Bänken in die vorderen Reihen, wo Klosterschülerinnen saßen, geschlichen und dann »zwischen ihren Beinen« gelandet zu sein. »Der Priester redete von der Kanzel von Gott, in der Kirche roch es nach Weihrauch, und vor meiner Nase roch es nach Fut. Es war wunderbar. Bis heute sind der Futgeruch und der Weihrauchgeruch für mich auf das herrlichste miteinander verbunden« (Turrini 1996, 45; der Text ist Auszug aus einem Radiointerview mit Peter Huemer, »Im Gespräch«, Ö1, 25. 2. 1993). Seine Erfahrungen am Tonhof flossen in Turrinis Stück »Bei Einbruch der Dunkelheit« (2006) ein (vgl. Amann 2007).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Der Maria Saaler Berg, eine waldige Erhebung südlich des Ortskerns, weist urzeitliche Siedlungsspuren auf. Aus »vorrömischer« Zeit, aus der Zeit der Kelten wurden in der Umgebung von Maria Saal mehrere reich ausgestattete Kriegergräber ausgegraben (vgl. Gleirscher 2007, 35f.). Maria Saal ist die Gemeinde mit dem »umfangreichsten Erbe von Zeugnissen der römerzeitlichen Vergangenheit« Kärntens; nördlich des Ortes, im Zollfeld, befand sich die Hauptstadt der römischen Provinz Noricum, das Municipium Claudium Virunum (Piccottini 2007, 43). Bekannt sind die an der Außenmauer der Kirche von Maria Saal angebrachten römischen Relief- und Grabsteine.

TopographieOrtschaftBerg

Kofler zitiert hier aus der »Einführung«Hilde Spiels in den von ihr herausgegebenen Band der Kindler-Literaturgeschichte zur zeitgenössischen Literatur Österreichs (1976): »Im ›Thonhof‹ von Maria Saal […] hatte sich um diese Zeit [um 1960] ein Kreis zusammengefunden, der in die gesunde kärntnerische Landschaft einen Hauch verräucherter Bohème trug« (Spiel 1976, 92).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Die wörtliche Verbindung von »Steinhof« mit »Mißstand« und Gesellschaft konnte als Zitat nicht nachgewiesen werden. Die Auffassung, Krankheit sei gesellschaftlich produziert, vertrat etwa das »Sozialistische Patientenkollektiv an der Universität Heidelberg« (SPK 1972, 313). Mitte der 1970er Jahre wird die Kritik an den Zuständen der stationären psychiatrischen Versorgung auch in Österreich lauter, im Besonderen an jenen am »Steinhof« in Wien. Dabei richtete sich das öffentliche Interesse in erster Linie auf die »unmittelbar sichtbaren und spektakulären Aspekte«, wie umstrittene therapeutische Eingriffe und die »von Zeit zu Zeit an die Öffentlichkeit dringenden Berichte von gewaltsamen Übergriffen des Personals« (Forster/Pelikan 1978, 3).

TopographieOrtschaft

Das Hotel Atlanta befand sich in der Fasanenstraße in Berlin, gegenüber des Literaturhauses (seit 2014 nicht mehr in Betrieb).

TopographieOrtschaft

Bleiburg (slow. Pliberk): Kärntner Gemeinde im Jauntal an der Grenze zu Slowenien; Unterkärnten: geographisch nicht exakt abgegrenztes Pendant zu Oberkärnten, dem hochgebirgigen Teil des Bundeslandes – zu Unterkärnten zählen das Klagenfurter Becken, das Lavantal, Drau- und Jauntal sowie die umgebenden Bergzüge.

TopographieOrtschaft

»Leonce, Lenz und Lena« war der Name einer Buchhandlung am Fasanenplatz in Berlin. »Leonce und Lena« ist eine 1836 entstandene und erst 1895 uraufgeführte Komödie von Georg Büchner, »Lenz« eine postum 1839 erschienene Erzählung Büchners.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

SPÖ: Sozialdemokratische Partei Österreichs, 1889 gegründet, bis 1991 hieß sie »Sozialistische Partei Österreichs«. Seit 1945 stellt die Partei den Bürgermeister und Landeshauptmann von Wien. »SPÖ hält Wort«: Eine »Herbstaktion« der SPÖ im Jahre 1976, die auf Plakaten beworben wurde. Dabei wies die Partei darauf hin, den Mindesturlaub von vier Wochen, die erfolgreiche Arbeitsplatzsicherung sowie die Erhöhung der Familienbeihilfe durchgesetzt zu haben (Göhring 1985, 252). Die Aktion diente auch zum engeren Kontakt zwischen Mandataren und dem »Volk«, das sie vertraten, es wurden in ihrem Rahmen »Staatsbürgerversammlungen« abgehalten (Kreisky/Marsch/Blecha 1977, 3).

TopographieOrtschaft

Das Hotel Augusta befindet sich, wie das ehemalige Hotel Atlanta, in der Berliner Fasenenstraße, in unmittelbarer Nähe des Literaturhauses Berlin.

TopographieOrtschaft

Die 1889/1890 erbaute Villa, die das Literaturhaus Berlin beherbergt, diente ab 1920 als Gästehaus für ausländische Studierende der Alexander-von-Humboldt-Stiftung, anschließend als Diskothek und Bordell, bis Mitte der 1980er Jahre eine Bürgerinitiative den Abriss für einen geplanten Autobahnzubringer verhindern konnte (vgl. Literaturhaus Berlin 2014).

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TopographieOrtschaft

Der Presse- und Informationsdienst der Stadt Wien gab in den 1970er Jahren »Wien aktuell« heraus, das »Offizielle Organ der Bundeshauptstadt« (zuerst wöchentlich, ab 1975 war es ein Monatsblatt). Darin kommen Rathauspolitiker ausführlich zu Wort, es gibt Raum für umfangreiche Grundsatzartikel.

TopographieOrtschaftMedienZeitung/Zeitschrift

Fridjof Capra ging nach seiner Promotion zuerst nach Paris und London, danach nach Kalifornien, wo er an den Universitäten Stanford (Stanford Linear Accelerator Center, Palo Alto) und Berkeley arbeitete.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

KPÖ: Kommunistische Partei Österreichs, 1918 gegründet. Bei den ersten Nationalratswahlen der Zweiten Republik im November 1945 erreichte die Partei vier Mandate, sie war bis 1959 im Nationalrat vertreten. Die Aufschrift könnte von den Nationalratswahlen 1975 oder den Wiener Gemeinderatswahlen 1978 (im Wiener Gemeinderat war die KPÖ bis 1969 vertreten) herrühren; bis in die achtziger Jahre war die KPÖ die 4. Liste auf Wahlzetteln.

TopographieOrtschaft

Stadtgemeinde im Kärntner Lavanttal, Bezirkshauptstadt. Christine Lavant stammte aus dem südlich benachbarten Ort St. Stefan, Ingeborg Teuffenbach aus Wolfsberg selbst.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

1847 wurde im 3. Wiener Gemeindebezirk das Sophienbad, ein großes Schwimmbad, eröffnet, winters wurden im »Sophienbad-Saal« Bälle und Konzerte veranstaltet, hier fanden zahlreiche Uraufführungen von Werken Johann Strauß’ Sohn statt. Der Badebetrieb wurde 1909 eingestellt, mehrere Erweiterungen führten zum Begriff Sophiensäle. Bis zum Brand 2001, der den Großteil des Gebäudes zerstörte, fanden hier Bälle, Ausstellungen und in den 1990ern vermehrt »Clubbings« statt.

TopographieOrtschaftPersonMusikerIn

Jagerhofer (* 1962) begann seine Karriere mit dem Organisieren von Sportveranstaltungen in Kärnten Ende der 1980er Jahre, es folgen vielerlei erfolgreiche Clubbings – auch für Firmenkunden – im Raum Wien, 1989 gründete er eine Event- und PR-Agentur, die bald zu den größten Österreichs zählte.

TopographieOrtschaft

Dieses Kleindenkmal in Wolfsberg war ursprünglich mitten in der Lavant auf einem Felsen aufgestellt, 1986 wurde es in einen Teich neben der umgeleiteten Lavant umgesiedelt. Es erinnert der Sage nach an die Vertreibung der Juden aus Wolfsberg 1338 – Kofler gibt die bei Teuffenbach (Teuffenbach 1989, 51) erwähnte falsche Jahreszahl 1339 wieder. Das Wolfsberger Progrom ist historisch belegt, es wurden auch Personen ermordet. (vgl. Wiedl 2010, 3) Wie meist stützte sich die Vertreibung/Ermordung auf das Gerücht einer Hostienschändung. Beim »Judenstein« sollen sich die geschändeten Hostien von selbst im Fluss gereinigt haben. (vgl. Graber 1944, 331f.) Dass Kofler in mehreren Passagen des Buches auf die »Sagen aus Kärnten« von Georg Graber zurückgreift, ist kein Zufall: Graber gab das Buch 1944 heraus, laut einer Aussage Koflers war er Mitglied im Bereich »Ahnenerbe« der SS. (vgl. Corrêa 2004, 62)

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TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Kofler bezieht sich hier auf die intensiv diskutierte Errichtung eines »Deutschen Historischen Museums« in Berlin, das schließlich 1991 im Berliner Zeughaus eröffnet wurde (s. Eintrag ›Geschichte als Erlebnisraum‹).

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TopographieOrtschaftMedienEreignis

Lavant und Teuffenbach nutzten ein Papiergeschäft als eine Art Mittlerstation, wo sie Briefe füreinander deponierten. Dieses lag, wie ein Brief Lavants an Teuffenbach vermerkt, neben dem Schuhgeschäft Renger: »dann geben Sie halt die Schuhe u. den Gedichtband bei der Papierhandlung ,Kunter‘ (neben Renger) für mich ab.« (Brief vom 6.8.1948; Steinsiek 1997, 26)

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

s. Eintrag ›Lublin‹

TopographieOrtschaftMedien

Stettin (polnisch: Szczecin): die Hauptstadt Pommerns wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zuerst wieder unter deutsche Verwaltung gestellt, bevor sie die sowjetische Besatzungsmacht im Juli 1945 Polen zuschlug; die deutsche Bevölkerung wurde vertrieben. Königsberg (russisch: Kaliningrad): russische Exklave zwischen Polen und Litauen, seit 1946 unter dem Namen Kaliningrad. Die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs verbliebene deutsche Bevölkerung wurde systematisch dezimiert, die Überlebenden 1947 in die sowjetische Besatzungszone Deutschlands deportiert.

TopographieOrtschaft

Das steirische Mariazell ist der wichtigste Wallfahrtsort Österreichs, Ziel der Wallfahrten ist der »Gnadenaltar« in der auf das 12. Jahrhundert zurückgehenden Basilika.

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TopographieOrtschaft

Reinhart Gaugg (*1953), Kärntner FPÖ-Politiker, 1991–1997 Klagenfurter Vizebürgermeister, 1992–1994 Kärntner FPÖ-Landesparteiobmann

TopographieOrtschaftPersonPolitikerIn

Die Straßenbahnlinie 167 verkehrte von 1914 bis 1978 in Wien-Favoriten. Im Zuge der Eröffnung der U-Bahn wurde die Linie umbenannt (67) und auf einer neuen Strecke geführt.

TopographieOrtschaft

In »Hotel Mordschein « bezieht sich Kofler auf die Berichterstattung zum Mord im Klagenfurter Hotel Mondschein; der Mörder habe nach der Tat das Auto eines Arztes namens Pontasch aufgebrochen und dessen Arzttasche entwendet, s. Eintrag ›In Pörtschach muss ich versucht haben‹.

TopographieOrtschaftMedien

Per-Albin-Hansson-Siedlung: Mehrere ab 1947 gebaute Siedlungen in Wien-Favoriten tragen den Namen des schwedischen Ministerpräsidenten Per Albin Hansson (1885–1946), was auf schwedische Hilfslieferungen nach dem Zweiten Weltkrieg zurückzuführen ist. Der Bauteil West der Siedlung war der erste große Wohnhausbau Wiens der Nachkriegszeit.

TopographieOrtschaftPersonPolitikerIn

Inzersdorfer: 1870–2004 bestehende Lebensmittelfirma in Wien, die sich seit Anbeginn auf Konserven und Suppenextrakte spezialisierte. Ab den 1950er Jahren produzierte man eine breiter werdende Palette an Fertiggerichten und Aufstrichen. 2004 wurde die Fabrik in Wien-Inzersdorf geschlossen, die Marke besteht nach der Übernahme durch die Maresi Austria GmbH weiter.

TopographieOrtschaft

Die Brüder Nicolaus (* 1938) und Constantin (* 1940) Dumba, genannt Niki und Taki, betrieben ab 1966 das Pörtschacher Hotel Schloss Seefels und darin die Diskothek »Drop in« – ein Treffpunkt für die Wörthersee-Schickeria. Mitte der 1990er Jahre nahmen wirtschaftliche Probleme überhand, das Hotel wurde schließlich versteigert (s. Eintrag ›das Drop-In‹). Die »beiden Dumba« sind Nachfahren einer Wiener Handelsdynastie, deren Ahnherr, Sterio Dumba, in den 1810er Jahren aus Griechenland nach Österreich einwanderte und ein prosperierendes Handelsunternehmen gründete. Sterios Sohn Nicolaus wurde zum wichtigsten Kunstmäzen Wiens in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Kärntner Dumba-Brüder stammen allerdings nicht direkt von diesem berühmtesten Familienmitglied ab, sondern von einem gleichnamigen Bruder Sterios, der ebenfalls nach Wien gezogen war (vgl. Konecny 1986).

TopographieOrtschaftMedien

Ingeborg Bachmann (1926–1973), österreichische Schriftstellerin, in Klagenfurt aufgewachsen

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TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Die Wiener Autobuslinie 48A verkehrt zwischen dem Volkstheater und der Baumgartner Höhe.

TopographieOrtschaft

Im Kofler-Nachlass ist ein undatierter Zeitungsartikel aus dem »Kurier« erhalten: »Mord und Selbstmord nach Streit in Jenbach. Gendarm erschoß zuerst seine Freundin, dann sich selbst [...] Sie hatten bereits vor Monaten einen Dia-Abend mit einem befreundeten Ehepaar fixiert und wollten Bilder aus ihrem gemeinsamen Urlaub zeigen.« Der Kommentar zum beigefügten Bild lautet: »Eine riesige Blutlache in der Küche erinnert an die Tragödie.« (11/W7/1)

TopographieOrtschaftMedienZeitung/Zeitschrift

Der evangelische Pfarrer Johann Friedrich Oberlin (1740–1826) ging in die Literaturgeschichte ein, weil Büchner in Straßburg auf einen Bericht stieß, den Oberlin über den Aufenthalt des Dichters Lenz bei ihm in Waldersbach für seine Vorgesetzten verfasst hatte. Auf Basis dieser Aufzeichnungen entstand Büchners Erzählung »Lenz « (s. Eintrag ›Lenz im Gebirg‹). Oberlin wirkte als Pädagoge und Sozialreformer und gilt als der »Erfinder« des Kindergartens. (vgl. Riebsamen 2013)

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Gugelhupf: österr. Mehlspeise aus Germteig, häufig mit Rosinen, gebacken in charakteristischer Kranzform mit Auslassung in der Mitte. In Österreich auch Bezeichnung für »Irrenhaus«, psychiatrische Klinik; abgeleitet vom »Narrenturm« im alten Allgemeinen Krankenhaus in Wien, wo bis 1866 »Geisteskranke« untergebracht wurden und der eine an einen Gugelhupf erinnernde Rundform aufweist.

TopographieOrtschaft

Ab Ende der 1960er Jahre versuchten eine Reihe von Autorinnen und Autoren das traditionelle literarische Hörspiel für neue Formen zu öffnen. Das später so genannte »Neue Hörspiel« integrierte dabei auch Originalton. Eines der ersten »Originalton-Hörspiele>« war Paul Wührs »Preislied« (1971), das der Autor-Regisseur aus eigenen Aufnahmen bei einem Streifzug durch München zusammensetzte (vgl. Krug 2008, 96).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInMedienMusik

Bei seinem Aufenthalt in Wetzlar lernt Goethe Charlotte Buff (1753–1828) kennen und fasst »eine tiefe Zuneigung zu Lotte, der er sich nur durch überstürzte Flucht entziehen kann«; er hält den Kontakt allerdings aufrecht, ist er doch mit Johann Christian Kestner, Charlotte Buffs Verlobten, befreundet. Die Ähnlichkeiten mit dem Personal in Goethes Briefroman »Die Leiden des jungen Werther « (1774) sind auffällig (vgl. Jeßing 1999, 65).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Werner Lössl (* 1929), bildender Künstler regionaler Bedeutung, u.a. Tätigkeit als Bühnenbildner für das Stadttheater Klagenfurt

TopographieOrtschaftPersonPersonPerson

Rick Wilson (1962–2016), US-amerikanischer Eishockeyspieler, kam auf 235 Einsätze in der NHL, spielte zwei Saisonen in Villach (1988/89, 1990/91), wo er einer der Publikumslieblinge war. Er brachte es bei seinen 89 Spielen in Österreich auf 118 Punkte.

TopographieOrtschaft

Kofler bezieht sich in dieser Passage auf Bernhards»In Flammen aufgegangen«, einen Text, der erstmals im Programmheft zur Uraufführung des Stücks »Der Schein trügt« (1983, Schauspielhaus Bochum) erschien: Bernhards Ich-Erzähler spricht von Oslo als einer »langweilige[n] Stadt«, »die Menschen dort sind ungeistig, […] wie möglicherweise alle Norweger« (Bernhard 2010, 91); er spricht vom »widerwärtigen Brügge« (92) und von Österreich als »dem häßlichsten und lächerlichsten Land der Welt« (95). In einem Traum sitzt Bernhards Erzähler auf einem »Konglomeratblock auf dem Salzburger Haunsberg« (97). Danach habe er sich im Wienerwald wieder gefunden, mit Blick auf Wien und auf das »bestialisch stinkende Österreich« (97). Sowohl die Beschreibung der österr. Regierung (97f.) als auch den Satz nach »[h]insichtlich der Kirche« übernimmt Kofler wörtlich (94).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Charlotte Ernestine Albertine, Freifrau von Stein (1742–1827) war Goethes engste Vertraute von 1775 bis 1788. Goethe lernte sie im Alter von 26 Jahren 1775 in Weimar kennen.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Parkanlage in der Nähe des Pratersterns in Wien, der Flurname für diese damals mit Wassergräben durchzogene Au ist seit dem Spätmittelalter belegt.

TopographieOrtschaft

Kofler wandelt hier das Gedicht »Rheinischer Bundesring« aus der von Clemens Brentanound Achim von Arnim herausgegebenen Sammlung »Des Knaben Wunderhorn« (1806) ab: »Bald gras’ ich am Neckar, [/] Bald gras’ ich am Rhein, [/] Bald hab ich ein Schätzel, [/] Bald bin ich allein.« (Grisebach 1806, 337f.)

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Seit Mitte der 1960er Jahre gab es in Wien Betreuung psychisch kranker Menschen im »extramuralen Bereich«: entweder über Pflegschaftshilfen des Vereins »pro mente infirmis« oder über Begleithilfen des Psychosozialen Diensts der Stadt Wien. Die Tätigkeit von Frau Mikulitsch scheint eher der einer Pflegschaftshilfe der Stadt Wien zu entsprechen (vgl. Meise/Hafner/Hinterhuber 1991, 136).

TopographieOrtschaft

Kofler verarbeitet hier (im Sinne eines found footage) Korrespondenzen, die in der Pension Plattnerhof am Iselsberg aufgefunden wurden und die im Nachlass erhalten sind; die Familie verbrachte dort öfter ihren Urlaub. (vgl. Winkler 1990, 81) (11/W8/1) s. Eintrag ›Plattnerhof‹

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TopographieBergMedien

Am östlichen Stadtrand von Wien, bereits auf dem Gemeindegebiet von Groß-Enzersdorf, bestand von 1967 bis 2015 ein Autokino.

TopographieOrtschaft

Reinhold von Mohrenschildt (1915–1990), österreichischer SS-Hauptsturmführer, als Beauftragter des »Reichskommissars für die Festigung deutschen Volkstums« (Himmler) der höchste Repräsentant der Siedlungspolitik Himmlers im Distrikt Lublin. Mohrenschildt bildete mit Odilo Globocnik (s. Eintrag ›Globotschnigg‹), Ernst de (s. Eintrag ›Tanzcafé Lerch‹), dem SS-Arzt Siegbert Ramsauer und dem Kärntner Gauleiter Friedrich Rainer eine Gruppe von fünf fanatischen Nationalsozialisten, die in Klagenfurt ihren Ausgangspunkt hatte. (vgl. Riess 2015 )

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TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistInMedien

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung wurde 1949 »als ein Ort des freien Gesprächs nach den Jahren der Diktatur« (www.deutscheakademie.de, 12.8.2016) gegründet; ihren Sitz hat sie in Darmstadt. Sie widmet sich ausschließlich der deutschen Sprache und Literatur, vergibt u.a. den renommierten Georg-Büchner-Preis.

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TopographieOrtschaft

1893 eröffnetes Theater eines Bürgervereins in Wien-Mariahilf, das als Sprechbühne für Volksstücke begann, nach der Jahrhundertwende kamen Operetten ins Repertoire hinzu. Auch nach 1945 bildete die Operette den Schwerpunkt der Bühne, ab 1976 begann man vermehrt Musicals zu spielen.

TopographieOrtschaft

Steirischer Herbst: 1968 gegründetes Grazer Festival für zeitgenössische Kunst, maßgeblicher Initiator war der Volkskundler und ÖVP-Politiker Hanns Koren. Wichtig war von Beginn an das Spartenübergreifende und Provokante, es kam immer wieder zu Konfrontationen mit dem Publi kum, zu »Skandalen«, etwa 1975 zur Aufführung des Theaterstücks »Gespenster« von Wolfgang Bauer (vgl. Behr u.a. 2017, 375).

TopographieOrtschaftPersonPolitikerInAutorIn/JournalistInZitate

1961 wurde am Gesundheitsamt der Stadt Wien das »Referat Psychohygiene« samt eines »Psychohygienischen Diensts« gegründet. »Vorangegangen war die Gründung eines Alkoholikerreferats«, das dann der Psychohygiene zugeschlagen wurde (Krawina 1979, 81). Das Referat Psychohygiene »setzte sich die Nachbetreuung jener Menschen zur Aufgabe, die durch eine psychische Krise gegangen waren, indem es Hilfestellung bei der Wiedergewinnung der sozialen Integration und Vermittlung in persönlichen zwischenmenschlichen Bereichen wie Familie, Nachbarschaft und Arbeitsplatz anbietet« (ebd.). 1979 bestanden in Wien sechs Beratungsstellen und zwei »Übergangswohnungen«.

TopographieOrtschaft

Anfang der 1950er Jahre entwickelte der Maler Alfons Walde einen roten Teufel als Werbesujet für die Schischule Kitzbühel. Dem folgend wurden die Schilehrer mit roten Pullovern ausgestattet und damit selber zu »Roten Teufeln«. (vgl. Skischule Kitzbühel o.J.)

TopographieOrtschaft

Berliner Unterweltfigur, die Hinweise zur Aufdeckung des Schussattentats auf den Immobilienmakler Günter Schmidt im Jahr 1985 gab und damit die Korruptionsaffäre rund um Baustadtrat Antes (s. Eintrag ›Antes‹) ins Rollen brachte. Das Attentat auf Schmidt, das dieser schwer verletzt überlebte, wurde im Auftrag seines ehemaligen Geschäftspartners, des Rechtsanwalts Christoph Schmidt-Salzmann, verübt. Beide waren Kern einer berüchtigten »Sanierungsmafia« in Berlin (vgl. Rott 2009, 378).

TopographieOrtschaftPersonUnternehmerInVerbrecherInMedien

Bezug zu dem im Nachlass vorhandenen Konvolut der »Plattnerhof-Briefe« (11/W8/1)

TopographieBerg

Das sogenannte Maria-Theresien-Schlössl in Wien-Döbling wurde nach einer Stiftung Nathaniel von Rothschilds 1912–1914 in ein neurologisches Krankenhaus umgebaut, das hier bis 2002 bestand.

TopographieOrtschaft

Nicu Ceauşescu (1951–1996) wurde in den 1980er Jahren als Nachfolger des rumänischen Diktators Nicolae Ceauşescu aufgebaut. »Sein Image als Frauenheld, seine mangelnde geistige Beweglichkeit und die Unbeliebtheit, auf die der aggressive junge Mann in der Bevölkerung stieß, sollten dieses Vorhaben beträchtlich erschweren« (Kunze 2000, 244). Er erlag 1996 in Wien den Folgen seines Alkoholismus.

TopographieOrtschaftPersonPolitikerIn

Die »Pension Egghäusl« ist eine Jausenstation an der Glocknerstraße in der Gemeinde Iselsberg-Stronach.

TopographieOrtschaft

Der Wiener Aktionskünstler Otto Muehl hatte 1970 in seiner Wiener Wohnung eine Kommune gegründet, die 1972/73 auf den sogenannten Friedrichshof in der Parndorfer Heide zwischen Zurndorf und Weiden nordöstlich des Neusiedlersees übersiedelte. »Insgesamt verlief die Entwicklung der ersten Jahre recht spontan und chaotisch, die Kommune verstand sich als Stammeshorde, die sich um einen charismatischen Häuptling/Schamanen versammelt« (Schär 2015, 1). Die Kommune radikalisierte sich ab Mitte der 1970er Jahre nach der »Aktionsanalytischen Organisation« und setzte ihre Prinzipien fest: »›Selbstdarstellung, freie Sexualität, Gemeinschaftseigentum, gemeinsame Arbeit und Produktion, gemeinsames Kinderaufwachsen, direkte Demokratie.‹ Diese Vorstellungen waren nicht besonders originell, sondern wurden zu jener Zeit in der linksalternativen Szene vielfach diskutiert. Das Neue an der AAO war weniger die Ideologie, als ihre radikale und – wie sich später zeigen sollte – zunehmend auch rücksichtslose Umsetzung« (ebd.).

TopographieOrtschaftPersonPersonPersonEreignis

Im ausgehenden 19. Jahrhundert wurde Frauen der Zugang zu schulischer Berufsausbildung gewährt, der Schwerpunkt lag auf handwerklichen (Strickerei) und hauswirtschaftlichen Tätigkeiten – es wurden einjährige Koch-, Haushaltungs- und Hauswirtschaftsschulen eingeführt. Mit dem Schulgesetz 1962 wurde die Zweiteilung in zweijährige Hauswirtschaftsschule und einjährige Haushaltungsschule vorgenommen. In Wien wurde an der einjährigen Haushaltungsschule etwa das Personal für Großküchen ausgebildet (vgl. Bruckmüller 2004).

TopographieOrtschaft

Bezug zu dem im Nachlass vorhandenen Konvolut der »Plattnerhof-Briefe« (11/W8/1) s. Eintrag ›Briefroman‹

TopographieOrtschaftMedien

»Die Unholden« nannte man wegen ihrer bizarren Formen die Lienzer Dolomiten. (vgl. Hausner 2008, 140)

TopographieBerg

Café Hawelka: 1939 von Leopold und Josefine Hawelka eröffnetes Kaffeehaus in der Wiener Dorotheergasse, entwickelte sich ab den 1950er Jahren zu einem Künstlertreffpunkt.

TopographieOrtschaft

Fliedl (* 1955) war ab 1991 Assistenzprofessorin am Institut für Germanistik der Universität Wien, seit 2007 Ordinaria ebenda, Tätigkeit als Literaturkritikerin und Jurorin.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Adebar: Seit den 1950er Jahren wichtig als Aufführungsort von Jazz (Annagasse 3, Wien-Innere Stadt), Treffpunkt aber auch der Avantgarde aus Architekten, Malern und Schriftstellern; der Avantgardefilmer Peter Kubelka drehte 1957 den Kurzfilm »Adebar«.

TopographieOrtschaftPersonSchauspielerIn/RegisseurInMedienFilm/Fernsehen/Radio

Anfang der 1950er Jahre das erste Lokal in Wien, das der jungen Kunstszene Platz bot, Treffpunkt des »Art-Club« (Standort: unter der »Loos-Bar« in einer Seitengasse der Kärnterstraße).

TopographieOrtschaft

Karl (Karel) Schwarzenberg (* 1937), seit 1960 Oberhaupt der Familie Schwarzenberg, eines der bedeutendsten Adelsgeschlechter Österreichs, er war seit jungen Jahren Teil der Wiener Gesellschaft, politisch im Umkreis der ÖVP tätig.

TopographieOrtschaftPersonPolitikerIn

Franz Kafka wohnte während seines Kuraufenthaltes in Meran vom 6. April bis zum 28. Juni 1920 in der Pension Ottoburg in Untermais. (vgl. Kafka 2013, 506) In seinem Brief an Max Brod und Felix Weltsch am »ersten Abend in meinem neuen Zimmer« schreibt Kafka, er habe bislang in »einem der ersten Hotels gewohnt oder überhaupt in dem ersten«, womit er das Hotel Emma meint, und berichtet von Zimmer (»es scheint recht gut zu sein«) und Gesellschaft in der jetzigen Pension. (Kafka 2013, 116ff.)

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TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Fred Adlmüller (1909–1989); der in München ausgebildete Koch kam 1929 nach Wien, wo er für Modehäuser zu arbeiten begann. Er etablierte eine wienerische, an internationalen Vorbildern orientierte Haute Couture.

TopographieOrtschaft

Während seiner Kur in Meran hatte sich Kafka zunächst im »Gasthof Frau Emma« am Schillerplatz einquartiert, ein Haus »ersten Ranges«. In einem Brief an Ottla Kafka am 5. April, dem dritten Tag seines Aufenthaltes, kündigte Kafka an, in die preisgünstigere Pension Ottoburg umzuziehen. (Kafka 2013, 114f.) Vgl. seinen Brief an Max Brod und Felix Weltsch [Meran, 6., 7., 8. April 1920, Kafka 2013, 116ff.)] Zu jener Zeit war Kafka Beamter der Arbeiter-Unfalls-Versicherungs-Anstalt in Prag.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

2. Wiener Gemeindebezirk, benannt nach Kaiser Leopold I.

TopographieOrtschaft

Wörtliches Zitat aus einem Brief Kafkas an Minze Eisner aus Prag, vermutlich Ende Januar, Anfang Februar 1920. (Kafka 2013, 99) Kafka deutet an, den geplanten Kuraufenthalt aus Kostengründen von Meran vielleicht in die Bayrischen Alpen zu verlegen. Grund der Reise – die ihn Anfang April 1920 doch nach Meran führt – ist im weitesten Sinn Kafkas Lungenkrankheit. Die damals 19-jährige Minze lernte Kafka im November 1919, unmittelbar nach Scheitern des Heiratsversuchs mit Julie Wohryzek, während eines Aufenthaltes in Schlesien kennen; im Anschluss unterhielten sie bis zu Minzes Heirat 1923 einen freundschaftlichen Briefwechsel.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Öffentliches Sommerbad der Stadt Wien an den Hängen des Cobenzl im 19. Gemeindebezirk, 1923 eröffnet

TopographieOrtschaft

Kofler bezieht sich auf das erste große wissenschaftliche Symposion zum Werk Thomas Bernhards im Jänner 1977, zu dem auch der Autor und sein Verleger Siegfried Unseld nach Triest kamen (vgl. Mittermayer 2015, 293). Die wissenschaftliche Leitung hatte der Germanist Claudio Magris inne.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Scheichl (* 1942) war ab 1992 bis zu seiner Emeritierung 2000 Ordinarius für Germanistik an der Universität Innsbruck.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Von den Sigurd Paul Scheichl in den Mund gelegten Aussagen auf dem TriestinerBernhard-Symposion trifft nur die erste zu: »Wenn man Thomas Bernhards Werke nicht nur auf ihren existentiellen Gehalt hin liest [...], sondern in ihnen auch die Rücksichtslosigkeit, die Provokation als Selbstzweck findet, hat man auch einen Schlüssel zur Rezeption« (Scheichl 1979, 118).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Bezug zu dem im Nachlass vorhandenen Konvolut der »Plattnerhof-Briefe« (11/W8/1) s. Eintrag ›Briefroman‹

TopographieOrtschaftMedien

Der unweit des Rheins gelegene Herrensitz Schloss Berg am Irchel (Kanton Zürich) wurde Rainer Maria Rilke von den Besitzern 1920/1921 rund ein halbes Jahr lang überlassen. Für den Dichter war es eine produktive Zeit, die bekanntesten Texte dieser Zeit sind die Gedichte »Aus dem Nachlaß des Grafen C.W.« und das Elegienfragment »Laß dir, daß Kindheit war«. (vgl. Engel/Fülleborn 1996, 420)

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TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Zitat aus einem Brief Rilkes an Marie von Thurn und Taxis-Hohenlohe während seines Aufenthalts in Schloss Berg am Irchel (datiert mit 19.11.1920): »Ich hause allein in dem festen, Jahrhunderte alten Steinhaus, allein mit einer Wirtschafterin, die mich ebenso schweigsam versorgt, wie ich mich schweigsam versorgen lasse […].« (Rilke 1937, 325)

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Richard Ziegler (1872–1844), Oberst, Chef der Eidgenössischen Remontenanstalt (Militärpferdegestüt), 1911–1922 Besitzer von Schloss Berg am Irchel. Das Ehepaar Ziegler lud Rilke auf seinen Besitz – »diese außerordentliche ja wunderbare Zuflucht« (Rilke) – ein. (Schnack 1996, 705)

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Das Jugendreferat der Gemeinde Wien betrieb in den 1970er Jahren elf Jugendzentren. 1978 wurden sie dem Verein »Wiener Jugendzentren« unterstellt.

TopographieOrtschaft

Offizielle Bezeichnung: Bahnhof »Wien Mitte«

TopographieOrtschaft

Diese »eingedeutschte« Schreibweise von San Francisco kommt vor allem im 19. Jahrhundert häufig vor, zur Abfassung des Textes war sie längst anachronistisch.

TopographieOrtschaft

1971 erwarb Hermann Nitsch Schloss Prinzendorf im niederösterr. Weinviertel. Dort verwirklichte er – etwa im »Drei Tage Spiel« 1984 – seine Vorstellungen des »Orgien Mysterien Theaters.«s. Eintrag ›Prinzendorf‹

TopographieOrtschaftPersonPersonPersonMedienEreignis

Obwohl die Schriftstellerin Ilse Tielsch (* 1929, geb. Felzmann) seit 1948 in Wien lebt, wird ihr immer wieder ein starker Bezug zu Niederösterreich nachgesagt – begründet wahrscheinlich im Umstand, dass sie zu den Mitbegründern des »Literaturkreises Podium« gehört, der sich 1970 in der Wienerwaldgemeinde Neulengbach konstituierte und der es sich zur Aufgabe macht, für Niederösterreich eine eigene Literaturplattform zu schaffen.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Absender eines Briefes, datiert mit 26. Juli 1934, aus dem Plattnerhof-Konvolut, Kofler zitiert im Folgenden (92–94) streckenweise daraus. Gegenstand des Schreibens ist eine »Exekution durch Fahrnispfändung«, die der nicht benannte Kollege gegen Führböck gestellt hatte und die dieser nun abzuwenden versucht, indem er seine schlechten finanziellen Verhältnisse darstellt. (11/W8/1) s. Eintrag ›Briefroman‹

TopographieOrtschaftMedien

Michael Köhlmeier (* 1949), österr. Schriftsteller mit Wohnsitz in Vorarlberg

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Der Rechtsanwalt Führböck verpflichtet sich im erwähnten Schreiben, »einen Betrag von 150 S à conto der Ihnen schuldigen Abrechnung in Sachen Diamantidi- und Schrambacherkonkurse […] zu bezahlen.« (11/W8/1) Ab Ende des 19. Jahrhundert gab es in Schrambach (bei Lilienfeld, NÖ) ein Unternehmen, das Steinkohle förderte, ab 1903 war Alexander Diamantidi involviert; 1927 ging das Unternehmen in Konkurs. (NÖ Landesregierung 2003)

TopographieOrtschaft

Die Klagenfurter »Landes-Irrenanstalt« wurde 1877 nach langer Planungs- und Vorbereitungsphase eröffnet, 108 »Pfleglinge« zogen ein, bald war die Anstalt jedoch zu bis zu 200 Prozent überbelegt. 1896 wurde daher zusätzlich eine »Landes-Irren-Siechen-Anstalt« errichtet, in der als unheilbar krank eingestufte Patienten billiger untergebracht werden konnten (vgl. Posch 1987, 231f.). Während der NS-Herrschaft erfolgten auch in Klagenfurt Zwangssterilisationen, hunderte Patienten wurden nach Hartheim geschickt und dort ermordet.

TopographieOrtschaftEreignis

Birra Moretti: 1859 in Udine gegründete Bierbrauerei, 1996 Verkauf an die Unternehmensgruppe Heineken

TopographieOrtschaft

In Krumpendorf, einer Gemeinde am Nordufer des Wörthersees, betrieb die Schlagerband Die Bambis 1964–1967 sommers das Tanzlokal »Tenne«. (Die Geschichte der Tenne Krumpendorf [2006])

TopographieOrtschaft

Bezug zu dem im Nachlass vorhandenen Konvolut der Plattnerhof-Briefe (11/W8/1) s. Eintrag ›Briefroman‹

TopographieOrtschaftMedien

Kofler bezieht sich offensichtlich auf den Ort Hall in Tirol, nicht den oberösterr. Kurort Bad Hall. Um 1830 entstand in Hall in Tirol eine »k. k. Provinzial-Irrenanstalt«, die sukzessive vergrößert wurde – bis zu einer (Über-)Belegung mit 1000 Personen. Die 1917 in »Landes-Heil- und Pflegeanstalt für Geistes- und Nervenkranke« umbenannte Institution war, wie alle psychiatrischen Krankenhäuser, in die Ermordung von Patienten durch die NS-»Euthanasie« involviert, von hier wurden Patienten in das oberösterr. Hartheim geschickt. Anfang der 1960er Jahre erfolgte eine neuerliche Umbenennung: »Landes-Nervenkrankenhaus Hall«, seit 1992 wird es als »Psychiatrisches Krankenhaus des Landes Tirol« geführt (vgl. Psychiatrisches Krankenhaus des Landes Tirol 1996, 8f.).

TopographieOrtschaft

Die »Oberösterreichische Landes-Irren-Heil-und Pflegeanstalt« in Niedernhart wurde 1867 eröffnet, eine »Musteranstalt« nach damaligen Kriterien, die jedoch, wie alle vergleichbaren Institutionen in Österreich, bald überbelegt war (vgl. Rittmannsberger 1988, 24).

TopographieOrtschaft

1937 von Karl Kolarik und Jaromir Buben gegründetes Unternehmen zum Vertrieb des Budweiser Biers in Wien, das auch das Schweizerhaus im Wiener Prater betrieb

TopographieOrtschaftPersonUnternehmerIn

Briefkopf auf einem Schreiben an Anna Mayr von Josef und »Vrony« Drahorad, Bozen, vom 20. Februar [Jahreszahl nicht lesbar], in dem sie sich vor die Notwendigkeit gestellt sehen, mit dieser »ein offenes Wort zu sprechen, wie Sie sich in Zukunft die weitere Fürsorge für Ihren Herrn Bruder hin denken.« Er schulde ihnen Geld. (11/W8/1)

TopographieOrtschaft

Stadtbezirk im Osten von Graz; sein Zentrum bildet die barocke Wallfahrtsbasilika Mariatrost.

TopographieOrtschaft

Die Hohen Tauern werden nach der 1984 veröffentlichten »Alpenvereinseinteilung der Ostalpen« (Graßler 1984) in neun Gebirgsgruppen unterteilt, Kofler zählt hier vier auf: die Schobergruppe im Grenzgebiet zwischen Osttirol und Kärnten mit dem Hochschober (3242 m) als höchsten Berg; die Goldberggruppe am Alpenhauptkamm zwischen Salzburg und Kärnten (höchster Berg: Hocharn, 3254 m); die Venedigergruppe im Westen (höchster Berg: Großvenediger, 3657 m); die Hafnergruppe im Osten, eine Untergruppe der Ankogelgruppe (höchster Berg: Großer Hafner, 3076 m).

TopographieBerg

»Musch & Lun – Bureau für Architektur & Ingenieurbau« in Meran, geleitet vom Baumeister Josef Musch und Ingenieur Carl Lun, von ca. 1880 bis 1930 aktives Bauunternehmen mit städtebaulichen und politischem Einfluss

TopographieOrtschaft

In Wien besteht – laut Eigendarstellung seit dem 16. Jahrhundert (www.grimm.at) – eine Bäckerei Arthur Grimm in der Inneren Stadt.

TopographieOrtschaft

Steinernes Meer: Kalkgebirgszug an der Grenze zwischen dem Pinzgau (Land Salzburg) und Bayern, höchste Erhebung: Selbhorn (2655 m)

TopographieBerg

Bad Deutsch-Altenburg: Kurort an der Donau im niederösterreichischen Bezirk Bruck an der Leitha

TopographieOrtschaft

Schruns ist der Hauptort des Vorarlberger Montafon, Tschagguns der kleinere Nachbarort. Die beiden Gemeinden haben sich für die Tourismuswerbung sowie als Skigebiet zusammengeschlossen, die gleiche Endung der Ortsnamen unterstützt die Verbindung lautlich.

TopographieOrtschaft

Koflers Buchtitel »Hotel Mordschein« korreliert mit dem realen Klagenfurter Hotel Mondschein »,« in dem es 1987 zu einem Mord kam.

TopographieOrtschaft

Der Südtiroler Lehrer Franz Innerhofer (1884-1921) gilt als erstes Opfer faschistischen Terrors. Er wurde am 24. April 1921 (»Bozner Blutsonntag«) während des Angriffs hunderter Faschisten auf einen traditionellen Umzug erschossen. Die Überführung der Leiche Innerhofers in seinen Geburtsort Marling wurde zu einer politischen Kundgebung. (vgl. Lechner 2014, 42f.)

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TopographieOrtschaftEreignis

Bezug zu einem Schriftstück im Nachlass: »Versteigerungsedikt und Aufforderung zur Anmeldung«, »betreibende Partei«: Mobil Oil Austria (datiert 13.7.1988) (11/W8/1)

TopographieOrtschaft

Kofler meint hier wahrscheinlich die Beratungsstellen der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung, eines 1966 gegründeten Vereins, der »neben der Öffentlichkeits- und Informationsarbeit als Arbeitsschwerpunkte die anonyme und kostenlose Beratung in öffentlichen Krankenhäusern und Ambulatorien in Wien und Umgebung [hat] zu Themen wie z.B. der Wahl des passenden Verhütungsmittels, Schwangerschaftskonflikt, und -abbruch sowie Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten« (Strilić 2012).

TopographieOrtschaft

Werbespruch der Firma Funder, einem 1890 gegründeten Unternehmen der holzverarbeitenden Industrie in Glandorf bei St. Veit an der Glan, spezialisierte sich auf die Erzeugung von Holzfaserplatten

TopographieOrtschaftMedienWerbung/Inserat

1967 trat in Großbritannien ein Gesetz in Kraft (»Abortion Act«), das eine sozialmedizinische Indikationenregelung einführte und damals europaweit eines der liberalsten Abtreibungsgesetze war. Dieser Umstand führte in den 1970er Jahren zu einer Art »Abtreibungstourismus« in Londoner Kliniken.

TopographieOrtschaft

1883 gegründeter Sportverein in Innsbruck, 1908–1913 bestand die Sportart Eishockey im Verein, 1925 wurde der Eishockeyverein (EV) Innsbruck gegründet, der 1988/89 Meister der österreichischen Eishockey-Liga wurde. 1994 wurde der Verein aufgelöst.

TopographieOrtschaft

El-Alamein ist eine ägyptische Stadt am Mittelmeer, rund 100 km westlich von Alexandria. Bekannt ist der Ort wegen zweier Schlachten während des Zweiten Weltkriegs, in denen die britische Armee 1942 mit Verbündeten die deutschen und italienischen Truppen schlagen konnte. Der Gefallenen beider Seiten wird in großen Denkmälern gedacht.

TopographieOrtschaftEreignis

Anspielung auf den KlagenfurterIngeborg-Bachmann-Preis, der zur Zeit der Abfassung von »Ida H«. – 1977 – zum ersten Mal ausgetragen wurde.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Im zweiten Wiener Gemeindebezirk (»Leopoldstadt«) bestand 1624–1670 ein jüdisches Ghetto. 1670 veranlasste Leopold I. die Vertreibung der Juden aus Wien (»Zweite Wiener Gesera«), auf den Grundmauern der Synagoge wurde die Leopoldskirche errichtet. Einzel nen, privilegierten Juden wurde bald darauf die erneute Niederlassung erlaubt. Ab dem 19. Jahrhundert wurde der Zuzug von Juden, vor allem aus Galizien, immer stärker, die Leopoldstadt blieb das bevorzugte Wohngebiet der jüdischen Bevölkerung. Flüchtlinge vor den ostgalizischen Pogromen 1914/15 ließen den jüdischen Bevölkerungsanteil nochmals erheblich wachsen (vgl. Beckermann 1984, 17). Die Leopoldstadt bildete bis zur Donauregulierung eine Insel zwischen Flussarmen; Matze (auch: Mazze) bezeichnet das ungesäuerte Pessachbrot.

TopographieOrtschaft

Die für den Protagonisten in Heller s (autobiografischem) Roman »Schattentaucher« neben Lissabon wichtigste Gegend ist das »Salzkammergut mit seinem Allerheiligsten, einem am Schnittpunkt zwischen Nord- und Westufer des Wolfgang- oder Abersees gelegenen Flecken Brunnwinkel. Er gehörte zum Markt St. Gilgen, wo Ferdinand als unfreiwilliger Ballast für Mutters Leichtlebigkeit den Großteil seiner Kindheitssommer verbracht hatte« (Heller 2003, 75).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Großer Friedrichskopf (3127 m), Berg der Schobergruppe. »Der erste nachweisbare Besteiger ist Hauptmann E. Jathel [sic] vom ehemaligen Militärgeographischen Institut, der den Gipfel gelegentlich der Vermessung mit mehreren Gehilfen im Jahre 1872 bestieg.« (Böhm/Noßberger 1925, 145)

TopographieBerg

»Am 31. Juli 1890 erkletterte Purtscheller den Hauptgipfel«. (Böhm/Noßberger 1925, 142) Ludwig Purtscheller (1849–1900), österreichischer Bergsteiger, Tätigkeit in einem Kärntner Bergwerksunternehmen, ab 1874 Turnlehrer in Salzburg. Gemeinsam mit Heinrich Heß und den Gebrüdern Zsigmondy zahlreiche Erstbegehungen in den Ostalpen. 1889 gelang ihm gemeinsam mit dem deutschen Geographen Hans Meyer die Erstbesteigung des Kilimandscharo. Purtschellers Reise- und Bergführer erreichten zahlreiche Auflagen.

TopographieBergPersonAutorIn/JournalistIn

Zusammen mit »Schwarzfriedrich« alter Name des Georgskopfs in der Schobergruppe, (vgl. Böhm/Noßberger 1925, 142) bei Purtscheller nur diese Bezeichnung (vgl. Purtscheller 1891, 326–330).

TopographieBergPersonAutorIn/JournalistIn

In den »Mittheilungen« des Alpenvereins gibt Alexander Burckhardt die Erstbesteigung des Gipfels am 11. 9. 1897 an: »Die unschwierige Besteigung hatte nur 3 ½ St. beansprucht.« (Burckhardt 1897, 43)

TopographieBergMedienZeitung/Zeitschrift

Alte Bezeichnung für das Böse Weibl (vgl. Böhm/Noßberger 1925, 88)

TopographieBerg

Türkische Zeltstadt: Sprechender Name für den ehemaligen zerklüfteten Eisbruch am Rande des Obersulzbachkees nördlich des Großvenedigers, dem nach der Pasterze zweitgrößten Gletschers der Hohen Tauern, Ende des 20. Jahrhunderts schmolz dieser Gletscherteil.

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TopographieBerg

Herzog Ernst: Berggipfel (2933 m) in der Goldberggruppe der Hohen Tauern

TopographieBerg

Von Lublin aus organisierte Globocnik die »Aktion Reinhardt«, s. Eintrag ›Lublin‹

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistInMedien

In der Nähe des kleinen ostpolnischen Dorfes Sobibór bestand 1942–1943 im Rahmen der »Aktion Reinhardt« ein Vernichtungslager. Es gibt nur Schätzungen, wie viele Menschen hier ermordet wurden, 150.000 bis 200.000 (vgl. u.a. Distel 2008, 375; Pohl 2011, 193).

TopographieOrtschaft

Im Dorf Todtnauberg, im Südschwarzwald gelegen, schrieb Martin Heidegger in einer 1922 bezogenen Hütte zahlreiche seiner Werke.

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TopographieOrtschaftPersonPhilosophIn

In der Nähe des Dorfes Treblinka nordöstlich von Warschau wurde im Rahmen der »Aktion Reinhardt« ein Vernichtungslager errichtet. Hier wurden nach Schätzungen 1942/43 bis zu einer Million Menschen ermordet. In der Nähe befand sich 1941–1944 das Arbeitslager Treblinka. 2001 gab Kofler seinem Theaterstück über Ernst Lerch, den Adjutanten Globocniks, den Titel »Tanzcafé Treblinka «(s. Eintrag ›Tanzcafé Treblinka‹).

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistInMedienEreignis

Der Lokalhistoriker August Walzl schildert die Vorkommnisse Anfang Mai 1945 folgendermaßen: Die britischen Angriffseinheiten seien erst nach der deutschen Kapitulation in Villach eingerückt, ihnen seien »Gruppen der Royal Engineers und des Royal Corps of Signals gemeinsam mit den ersten Verwaltungsgruppen« gefolgt – letzteren habe sich der spätere Bürgermeister »Viktor Petschnik als Führer des schon bestehenden kommissarischen Stadtrates« vorgestellt (Walzl 2005, 14).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInEreignis

Die am 1. 8. 1975 in Helsinki unterschriebene Schlussakte der KSZE (Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) gliederte sich in drei Arbeitsfelder, die man auch als »Körbe« bezeichnete. Diese Dreiteilung hat bis heute in den »drei Dimensionen« der OSZE Bestand (1: Sicherheit und Abrüstung; 2: Wirtschaft, Wissenschaft, Technik, Umwelt; 3: humanitäre Belange).

TopographieOrtschaftEreignis

Die Brauerei Villach bietet ein »Glockner Pils« an. (www.villacher.com/portfolio/villacher-glockner-pils, 20.7.2017)

TopographieOrtschaft

Enzian: aus den Wurzeln des Gelben Enzians gebrannter Schnaps; die Edelbranntweinbrennerei Raunikar wurde 1908 im Kärntner Feldkirchen gegründet, heute befindet sich der Firmensitz in Lustenau/Vorarlberg.

TopographieOrtschaft

»Grossglockner-Kaffee« nannte die Firma Mathias Fian, Lebensmittel en gros und en detail, Spittal an der Drau, ihren bis in die 1980er Jahre hinein vor Ort gebrannten Kaffee. (vgl. Fian 2016)

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TopographieOrtschaft

Seit 1872 werden im thüringischen Markersdorf, 15 Kilometer nördlich von Chemnitz, Strickmaschinen hergestellt. Während des Ersten Weltkriegs stellte die Maschinenfabrik »G. F. Grosser« auf Rüstungsproduktion um, nach 1918 suchte man nach neuen Produktionsmöglichkeiten und fand sie in der Schreibmaschinenherstellung. 1924 kam die erste »Groma« auf den Markt (der Name setzte sich aus den Anfangsbuchstaben des Fabriksnamens und des Herstellungsorts zusammen). Nach 1938 setzte man erneut auf Rüstungsproduktion. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Werk von der sowjetischen Militärkommandantur demontiert, dennoch begann die Produktion – mit selbst hergestellten Werkzeugen und Maschinen – 1946 wieder. 1948 wurde die Fabrik in einen »Volkseigenen Betrieb« (VEB Mechanik Groma) umgewandelt, der sich nun auf Klein- und Reiseschreibmaschinen konzentrierte. Obwohl etwa 1961 rund 40.000 Reiseschreibmaschinen des Modells »Kolibri« hergestellt wurden, wurde Ende 1962 die Schreibmaschinen-Fabrikation eingestellt (vgl. Dingwerth 2008 ).

TopographieOrtschaft

Helmut Zilk (1927–2008), österr. Politiker und Journalist, seit den 1960er Jahren Moderator verschiedener ORF-Sendungen. »Am 12. März 1963 präsentierte er die ersten Stadtgespräche, die einen neuen Stil von Publikumssendungen einleiteten. Ein weiterer revolutionärer Schritt in diese Richtung ist ›In eigener Sache‹, das der Ex-TV-Chef seit 1972 leitet« (Kronen-Zeitung, »Kandidat Nummer 72«, 29. 9. 1976, 19). Seine Popularität steigerte er zusätzlich als »Ombudsmann« der »Kronen-Zeitung«. Nach dem Erscheinen von »Ida H« . wechselte er in die Politik (1979), heute ist Zilk in erster Linie als Wiener Bürgermeister (1984–1994) in Erinnerung.

TopographieOrtschaftPersonPolitikerInMedienZeitung/Zeitschrift

1935 wurde in der Villacher Italienerstraße das »OMI Büromaschinenhaus Oskar Mikula« eröffnet, nach dem Zweiten Weltkrieg Wiederaufbau und Erweiterung um eine kleine Hausdruckerei, 1963 Eröffnung eines neuen Geschäftsgebäudes in der Nikolaigasse. Das Geschäft wird seit 1998 als »Druckbörse« betrieben (vgl. www.druckboerse.at/historie, 25. 6. 2018).

TopographieOrtschaftPersonUnternehmerIn

Der Österreichische Alpenklub stellte 1880 aus Anlass des 25-jährigen Ehejubiläums von Franz Joseph I. und Elisabeth ein Gipfelkreuz auf dem Großglockner auf. Der Entwurf des eisernen Kreuzes stammte vom Ringstraßenarchitekt Friedrich von Schmidt.

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TopographieBergMedien

Brauchtum im Zusammenhang mit dem 1936 eingeführten Villacher Kirchtag: »Samstagvormittag rücken die traditionellen Kirtagslader aus« (Wolf 2003, 135), die musizierend zur Veranstaltung einladen und dabei für einen wohltätigen Zweck Geld sammeln (vgl. www.villacherkirchtag.at/geschichte, 30. 8. 2018).

TopographieOrtschaft

Fritz Teufel (1943–2010) und Rainer Langhans (* 1940) waren Gründer der »Kommune I«, die ab 1967 aus der Studentenbewegung und als Gegenmodell zur bürgerlichen Kleinfamilie entstand. Die Kommunarden lebten in unterschiedlichen Wohnungen in Berlin, u.a. in den leerstehenden Wohnungen von Hans Magnus Enzensberger und Uwe Johnson. Beteiligungen an politischen Aktionen (gegen konservative Gesellschaftsbedingungen, gegen den Vietnam-Krieg, etc.) in den 1960er Jahren, auch im Umfeld von Andreas Baader und Gudrun Ensslin, die 1970 gemeinsam mit Ulrike Meinhof die linksextremistische terroristische Vereinigung Rote Armee Fraktion (RAF) gründeten.

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TopographieOrtschaftPersonPolitikerInAutorIn/JournalistInMedien

Traditionsgasthaus am westlichen Stadtrand Villachs

TopographieOrtschaft

Reinhold Messner (* 1944), Südtiroler Bergsteiger und Autor, die von Kofler erwähnte Ortschaft Naturns im Vintschgau ist Messners Wohnsitz, dort kaufte er 1983 Schloss Juval.

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TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInMedien

Anspielung auf den Text »Vom Dach der Welt« aus Reinhard P. Grubers Sammlung an »Schicksalsnovellen«. Gruber leitet dort in einem an wissenschaftliche Argumentationsketten angelehnten Vergleich Dachstein-Großglockner den Umstand her, dass »der Dachstein mit größter Wahrscheinlichkeit der höhere Berg ist«. (Gruber 1987, 56)

TopographieBergPersonAutorIn/JournalistInZitate

Das 1904 nach Plänen des Wiener Secessionisten Josef Hoffmann errichtete Kurhaus in der Wienerwaldgemeinde Purkersdorf gilt als »Hauptwerk der kubisch-geometrischen Phase des Wiener Jugendstils. […] Das Klientel des Sanatoriums setzte sich durchwegs aus den elegantesten Wiener Gesellschaftsschichten zusammen [...]. Josef Hoffmann entwarf unter Mitarbeit der Wiener Werkstätte auch die Einrichtung des Sanatoriums, deren Einzelstücke zu den bedeutendsten Möbeldesigns der Periode zählen.« (Architekturzentrum Wien 2003) Nach dem »Anschluss« 1938 fand eine »Übernahme unter Zwang« (Enderle-Burgel 2018, 97) von der Erbengemeinschaft statt. Nach 1945 diente das Gebäude bis 1975 als Pflegeheim. In der Folge ließ man es verfallen, bis 1995 eine Renovierung stattfand. Zwischen 1996 und 2001 fand hier die Uraufführung von Joshua Sobols Theaterstück »Alma« unter der Regie von Paulus Manker statt.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInSchauspielerIn/RegisseurInZitate

Alma Mahler-Werfel (1879–1964), Tochter des Malers Emil Schindler, kompositorische Ausbildung, 1902 Heirat mit Gustav Mahler, 1938–1940 Flucht aus Österreich in die USA mit Franz Werfel. Das Bild des »Phänomens« Alma Mahler-Werfel (Seele 2001 , 7) wird von ihren Ehen und Liaisons mit großen Künstlern geprägt (Zemlinsky, Pfitzner, Kokoschka, Gropius, Mahler, Werfel), woran ihre Selbststilisierung als genial veranlagte Muse, die ihr eigenes künstlerisches Schaffen zugunsten der Familie und der jeweiligen Genies zurückstellte (vgl. Mahler-Werfel 1960; Marchl 2009), gewichtigen Anteil hatte. Der israelische Dramatiker Joshua (Jehoschua) Sobol (* 1939) goss die Lebensbeschreibung Mahler-Werfels in ein Stationendrama: »Alma – A Show Biz ans Ende« (1999, ungedruckt). Das Stück trug die Alma-Legende international weiter. Nach der ersten Station, dem Sanatorium Purkersdorf, durchwanderte die Inszenierung eine weltweite Tournee: Berlin, Semmering, Wien, Lissabon, Los Angeles, Prag. 2015 feierte die Inszenierung in Wiener Neustadt ihr 20-jähriges Jubiläum.

TopographieOrtschaftPersonPersonMusikerInAutorIn/JournalistInPersonPersonPersonZitate

Die Produktionsstätten in der oberösterr. Bezirksstadt Steyr gehen auf eine Waffenfabrik aus dem 19. Jahrhundert zurück, die ab den 1890er Jahren auch Fahrräder und Motoren herstellte. Ab 1926 hieß die Fabrik »Steyr-Werke«. 1934 erfolgte der Zusammenschluss mit den beiden Firmen Austro-Daimler und Puch in Graz zur Steyr-Daimler-Puch AG. Die Bezeichnung »Steyr-Werke« für die Niederlassung in Steyr blieb in der Umgangssprache bestehen.

TopographieOrtschaft

In der Salzburger Gemeinde Goldegg den seit 1982 alljährlich die »Goldegger Dialoge« statt, eine dem Thema Gesundheit gewidmete Diskussionsveranstaltung.

TopographieOrtschaft

Bei der Abfassung des Romans an den angegeben Orten existierende Firmen, letztere besteht noch heute.

TopographieOrtschaft

Die niederösterr. Stadt Retz im nördlichen Weinviertel war nie Bezirkshauptstadt, sie gehört – seit dessen Entstehung in der k.u.k.-Monarchie – zum Bezirk Hollabrunn. Bis 2002 verfügte Retz über ein Bezirksgericht.

TopographieOrtschaft

In den 1870er Jahren errichtete Eisenbahnstrecke von Wien nach Děčín an der tschechisch-sächsischen Grenze, die durch Retz und das benachbarte Znojmo (Znaim) führt.

TopographieOrtschaft

Anspielung auf zwei zentrale Ereignisse der jüngeren Geschichte Österreichs, in denen der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) eine Rolle spielte. 1) Ende September 1950 kam es zu Streiks mit Ausschreitungen wegen geplanter Preissteigerungen. Da kommunistische Betriebsräte maßgeblich an der Organisation der Streiks beteiligt waren, wurde der »Oktoberstreik« – in einer Hochphase des Kalten Kriegs – auch als kommunistischer Putschversuch interpretiert. (vgl. Rathkolb 1991) Der Chef der Bau- und Holzarbeitergewerkschaft, Franz Olah, mobilisierte »Schlägertrupps«, um gegen die kommunistischen Anführer der Streiks vorzugehen und den Streik zu beenden. 2) Als es vor Baubeginn eines Donaukraftwerks bei Hainburg1984 zu Protesten von Umweltschützern kam, trat ÖGB-Chef Anton Benya vehement für den Bau ein. Als Kraftwerksgegner im Dezember 1984 den Baubeginn durch die Besetzung der Stopfenreuther Au verhinderten, kündigte Benya die Bereitschaft der Gewerkschaft zu einer gewaltsamen Räumung des Baugeländes an. Eine angekündigte Großdemonstration der Bau- und Holzarbeitergewerkschaft vor Ort, die wahrscheinlich zu gewalttätigen Auseinandersetzungen geführt hätte, wurde auf Betreiben von Bundeskanzler Sinowatz abgesagt. Benya erreichte aber eine Räumung des Geländes am 19. Dezember durch die Polizei. Die Besetzung konnte dadurch allerdings nicht längerfristig verhindert werden, Regierung und ÖGB mussten schlussendlich einlenken. (vgl. Kriechbaumer 2008, 308–310)

TopographieOrtschaftPersonPolitikerInEreignis

Mariazell in der Obersteiermark ist seit dem Mittelalter wichtigster Wallfahrtsort Österreichs, im Zentrum der Marienverehrung steht die spätromanische Holzfigur der »Gnadenmutter«, der Magna Mater Austriae. Die Habsburger entwickelten eine enge Beziehung zu dem Ort, der »dank seiner mittelalterlichen Gründungslegenden mit Bezügen zu den böhmischen und ungarischen Ländern sich ideal als ›gesamtösterreichisches‹ Staatsheiligtum eignete« (Mutschlechner 2008).

TopographieOrtschaft

Bruno Wechner (1908–1999), der Vorarlberger wurde 1955 zum Weihbischof von Feldkirch geweiht, 1968 Diözesanbischof der neu gegründeten Diözese Feldkirch.

TopographieOrtschaftPersonReligiöse/r WürdenträgerIn

Kofler meint wahrscheinlich Alfeld, eine Stadt in Niedersachsen in der Nähe von Hildesheim.

TopographieOrtschaft

Frühere Bezeichnung des Broad Peak, eines Achttausenders im Karakorum, er liegt in Nachbarschaft des K2. Der britische Geometer Thomas Montgomerie nummerierte 1856 bei einer Kartierung die markanten Gipfel des Karakorum durch, K1 war der heutige Masherbrum.

TopographieBerg

Kleine Gemeinde im oberösterr. Traunviertel

TopographieOrtschaft

Ehemaliges Palasthotel in Bad Gastein, 1906–1909 errichtet, mit 160 Zimmern eines der größten Hotels der Monarchie. In den 1980ern versuchte man mit Renovierung und aufwändigen Veranstaltungen den Niedergang aufzuhalten, Mitte der neunziger Jahre wurde das Hotel aufgelassen und in Eigentumswohnungen umgewandelt, bis Ende 2015 war hier zudem das Casino Bad Gastein untergebracht.

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TopographieOrtschaft

Gemeint ist Helmut Zilk (1927–2008), mediengewandter Bürgermeister von Wien 1984–1994

TopographieOrtschaftPersonPolitikerIn

Oberösterr. Dorf an der Enns, 30 km südlich von Steyr

TopographieOrtschaft

Hotel Weismayr: eines der großen klassizistischen Hotels im Zentrum Bad Gasteins, 1888 eröffnet, bis heute Hotelbetrieb

TopographieOrtschaft

Norbert Conrad Kaser (1947–1978), Südtiroler Dichter, 1968/69 Frater im Kapuzinerkloster Bruneck

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Marktgemeinde in Niederösterreich, nordöstlicher Nachbarort von Wiener Neustadt

TopographieOrtschaft

Großes Kurhotel oberhalb des Bad Gasteiner Ortszentrums, 1914 errichtet, 2006 abgerissen

TopographieOrtschaft

Stadt in Niederösterreich, 10 km südlich von St. Pölten

TopographieOrtschaft

Hotel Bellevue: Bad Gasteiner Großhotel aus der Belle Époque, nach einem Brand 1992 von einem deutschen Touristikkonzern neu errichtet

TopographieOrtschaft

Marktgemeinde im niederösterr. Industrieviertel, nördlicher Nachbarort von Wiener Neustadt

TopographieOrtschaft

Kofler bezieht sich wahrscheinlich auf den »Luftkurort« Eslohe im Hochsauerland (Nordrhein-Westfalen), 80 km südöstlich von Dortmund

TopographieOrtschaft

Eine Einrichtung dieses Namens ist in Wien für die 1970er Jahre nicht nachweisbar, wahrscheinlich ist damit der »Psychohygienische Dienst« der Gemeinde Wien gemeint, s. Eintrag ›Beratungsstellen‹.

TopographieOrtschaftMedien

Saint-Tropez: kleiner Hafenort an der französischen Côte-d’Azur; in den 1950er Jahren wurde der Ort zum Treffpunkt des internationalen Jet-Set, Brigitte Bardot lebt hier seit 1958.

TopographieOrtschaftPersonSchauspielerIn/RegisseurIn

Es gibt eine alteingesessene Familie Sporer in Iselsberg-Stronach. (vgl. Gemeindebote 1999)

TopographieOrtschaft

Bezug zum »News«-Beitrag über Paulus Manker: »Als Peymann sein bevorstehendes Wiener Finale verkündete, kam Manker [...] in halbwegs ernsthaften Nachfolgediskussionen vor: Karlheinz Hackl […] empfahl ihn öffentlich als seinen Kodirektor« (Sichrovsky/Stroh 1997, 145).

TopographieOrtschaftPersonSchauspielerIn/RegisseurInMedienZeitung/Zeitschrift

Penzelberg: Ortschaft in der Gemeinde Winklern, Bezirk Spittal an der Drau, Kärnten

TopographieOrtschaft

Iselsberg-Stronach: Gemeinde im Bezirk Lienz in Osttirol, Österreich.

TopographieOrtschaft

Dorf im Osttiroler Villgratental

TopographieOrtschaft

Die von Kofler als »Organisation« bezeichnete »Demokratische Psychiatrie« verstand sich als »Arbeitskreis«, der sich für eine Verbesserung der Zustände am »Steinhof« einsetzte. Als Vereinsobfrau fungierte Brigitte Herrmann, deren (bis 1992 bestehende) Buchhandlung in der Wiener Grünangergasse eine wichtige Anlaufstelle für die »außerparlamentarische« Linke Wiens war. Im Kofler-Nachlass befindet sich eine zweiseitige »Mitteilung« des Arbeitskreises aus dem Jahr 1974, in der etwa eine Beendigung der »entwürdigenden Aufnahmeprozedur« und »finanzielle und organisatorische Verbesserungen der Arbeitsbedingungen für Pfleger und Schwestern« gefordert werden. Kofler fügte eine handschriftliche Notiz am Blattende hinzu: »›Demokratische Psychiatrie‹ – Contradictione in se« [recte: Contradictio in se – Widerspruch in sich] (161/Kofl/W15).

TopographieOrtschaft

Die »Kaiser Franz Joseph Landes-Heil- und Pflegeanstalt Mauer-Öhling« bei Amstetten wurde zum 50-jährigen Regierungsjubiläum Franz Josephs zu bauen begonnen (Architekt: Carlo von Boog) und 1902 eröffnet. Seit 1966 wird sie als Landeskrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie Mauer-Amstetten geführt.

TopographieOrtschaft

Kofler bezieht sich hier (und im gesamten »Museumsabschnitt«) auf Fragen der musealen Darstellbarkeit, Instrumentalisierung und Simulation von Geschichte sowie der Erinnerungskultur – Fragen, die im Zusammenhang mit der geplanten Errichtung eines »Deutschen Historischen Museums« in Berlin während der 80er Jahre intensiv öffentlich diskutiert wurden (vgl. Stölzl 1988), nicht zuletzt auch im Rahmen des sogenannten »Historikerstreits« um die zeitgeschichtliche Beurteilung des Holocausts. Das Museum wurde schließlich 1991 im Berliner Zeughaus eröffnet.

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TopographieOrtschaft

Georg Trakl schrieb in den Wochen vor seinem Tod am 3. 11. 1914 Gedichte, in die Eindrücke von der galizischen Front, an der sich Trakl Anfang September 1914 als Sanitäter befand, einflossen, darunter sein wahrscheinlich letztes Gedicht »Grodek«, das sich auf die Schlacht von Gródek (heute: Horodok, westlich von Lemberg/Lwiw) bezieht.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

›Triest‹ wurde zum Synonym für die Reformen des italienischen Psychiaters Franco Basaglia (1924–1980), der ab 1972 in Triest arbeitete und aus der Überzeugung heraus, dass psychiatrische Anstalten Krankheiten nur verstärkten, die Auflösung geschlossener Psychiatrien betrieb – mit Erfolg: 1978 wurden in Italien psychiatrische Anstalten aufgelöst.

TopographieOrtschaft

Die seit 1916 über dem Westportal des Reichstagsgebäudes in Berlin in Versalien angebrachte Inschrift lautet: »Dem deutschen Volke«.

TopographieOrtschaft

Kofler zitiert hier aus dem im Nachlass erhaltenen Programmheft zur feierlichen Verleihung des Kulturpreises der Stadt Villach 1997 an den DirigentenHans Schamberger (11/W15/S1). 1991 hatte Kofler den Kulturpreis erhalten.

TopographieOrtschaftPersonMusikerInEreignis

Horst Kurnitzky (* 1938), deutscher Philosoph, Religionswissenschaftler und Architekt, lebt in Mexiko und Berlin. Er publizierte in den 1970er Jahren wie Kofler beim Berliner Verlag Wagenbach (u.a. »Triebstruktur des Geldes: Ein Beitrag zur Theorie der Weiblichkeit«, 1974), war auch als Filmregisseur tätig (u.a. gem. mit Marion Schmid: »Niemanns Zeit. Ein deutscher Heimatfilm«, 1984/85). Gemeinsam mit Schmid war er 1986 Gast des von Werner Kofler organisierten Autorenprojekts »Ohne Motto, ohne Konzept« in der Alten Schmiede, Wien. Er beteiligte sich ab der zweiten Hälfte der 1960er Jahre (u.a. mit Rudi Dutschke) an sozialrevolutionären Initiativen. (vgl. Holmig o.J.) 1968 gab er Guevaras Schriften zur Guerilla-Methode heraus. (vgl. Guevara 1968)

TopographieOrtschaftPersonPhilosophInPolitikerInMedienFilm/Fernsehen/RadioZitate

Zitat aus der »Innsbrucker Zeitung « vom 30. 10. 1935, »Großfeuer am«Iselsberg: »Von Lienz aus war das Feuer gut sichtbar. Am Beginn des Brandes schlugen hohe Feuersäulen zum Himmel, so daß die gegenüberliegenden Dolomitenwände blutrot erschienen.«Die Schilderung der Brandbekämpfung im Folgenden entstammen ebenfalls dem Artikel.

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TopographieBergMedienZeitung/ZeitschriftEreignis

Kofler dürfte sich für dieses Bild an der Walhalla bei Regensburg orientiert haben. Am 6. Juni 1937 kam es dort zu einem großen Festakt anlässlich der Aufstellung einer Büste Anton Bruckners in der Ruhmeshalle – die vom Münchner Bildhauer Adolf Rothenburger geschaffene Büste blieb die einzige während der NS-Zeit in der Walhalla installierte. Ein Foto, das einen in Ehrbezeugung die Uniformmütze ziehenden Adolf Hitler vor der frisch enthüllten Büste auf einem schwarzen Postament mit Hakenkreuz zeigt, ziert das Cover des Standardwerks »Musik im NS-Staat « von Fred K. Prieberg, das Kofler offensichtlich für diese Passage konsultierte.

TopographieOrtschaftPersonMusikerInNationalsozialistInAutorIn/JournalistIn

Die 1857 in Linz gegründete Firma Spitz erzeugt seit 1935 Fruchtsäfte, vornehmlich im Werk Attnang-Puchheim. Die namensgebende Eigentümerfamilie Spitz war jüdisch und musste 1938 fliehen.

TopographieOrtschaft

Die Herrschaft Falkenstein bei Obervellach im Mölltal befand sich ab der frühen Neuzeit im im Besitz der Habsburger, die sie Pflegern überließen. Mitte des 16. Jahrhunderts wurde Falkenstein an die Gasteiner Gewerkenfamilie Weitmoser verpfändet.

TopographieOrtschaft

Kofler verarbeitet hier einen im Nachlass erhaltenen Brief, datiert mit »Merano 17. Nov. 1935« (»Liebe Nichte Anna!«), die ersten Sätze sind wörtliches Zitat, das Folgende Paraphrase.

TopographieOrtschaft

Wahrscheinlich spielt Kofler auf den nordital. Ort Domodossola an, der 1944 den Hauptort der »Partisanenrepublik Ossola« bildete, ein 44 Tage währendes demokratisches Interregnum, das das Val d’Ossola an der Grenze zur Schweiz zur »Zona liberata« im faschistischen Italien erklärte.

TopographieOrtschaftEreignis

Wie Elektroschocks oder Zwangsjacke ist das Gitterbett ein Symbol für eine repressive Anstaltspsychiatrie. Beredtes Beispiel sind die Erinnerungen des deutschen Psychiaters Heinz Häfner an einen Besuch der psychiatrischen Universitätsklinik Graz im Jahre 1958, wo er Gitterbetten sah, »in denen die Kranken wie wilde Tiere im Käfig gehalten wurden« (Häfner 2000, 73).

TopographieOrtschaft

Cesar Bresgen (1913–1988), österreichischer Komponist, Studium in München, 1936–1939 Tätigkeit beim »Reichssender München«, ab 1939 Leiter der »Mozartspielschar der HJ« und Professor für Kompositionslehre am Salzburger Mozarteum (1941 »Reichsmusikschule«). »Seine Arbeitsberichte zeigen das Bild einer engen Verzahnung von Musikunterricht und politischer Instrumentalisierung je nach Anlass.« (Nußbaumer 2013) 1944 gab das SS-Hauptamt eine »Bläserfanfare« >in Auftrag, die zur Eröffnung der Schau »Deutsche Künstler und die SS« in Salzburg ertönte. (vgl. Klee 2009, 71; Prieberg 1982, 15) Als Leiter der »Musikschule für Jugend und Volk« war er gemeinsam mit Tobias Reiser (s. Eintrag ›Tobias Reiser‹) Vorreiter der Musikerziehung in Salzburg. Das Orchesterstück »Totenfeier« (1937) wurde in der NS-Zeit viel gespielt ;Bresgens »Bläsermusik op. 17« umfasst einen »Festlicher Ruf« benannten Teil und ist für Blechbläser und Pauken notiert. Aufgrund seiner NS-Vergangenheit war Bresgenerst ab 1950 wieder am Mozarteum tätig.

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TopographieOrtschaftPersonMusikerInMedienMusik

Kagalnik: Fluss und Ort in Russland in der Nähe des Asowschen Meeres im Süden des russischen Verwaltungsbezirks Rostow

TopographieOrtschaft

Die Überschrift des im Folgenden paraphrasierten Beitrags in der »Innsbrucker Zeitung« vom 30. 10. 1935lautete: »Großfeuer amIselsberg«.

TopographieBergMedienZeitung/ZeitschriftEreignis

Kofler bezieht sich hier auf die in »Am Schreibtisch« ausgeführte Klagenfurter »Stadttheaterzauberflöte« (s. S. II/64f.)

TopographieOrtschaftEreignis

Herbert von Karajan (1908–1989), österreichischer Dirigent, war von 1935 bis 1942 Generalmusikdirektor am Stadttheater Aachen, ab 1938 hielt er sich aber vorwiegend in Berlin auf. Karajan selbst gab an, deshalb NSDAP-Mitglied geworden zu sein, um die Stellung in Aachen antreten zu können: »Es ist kein Geheimnis, ich war Parteimitglied, und zwar bin ich es 1935 in Aachen geworden, als ich Generalmusikdirektor werden sollte.« (Haeusserman 1968, 81) Oliver Rathkolb wies nach, dass der Beitritt früher erfolgte: »Karajan trat am 8. April 1933 in Salzburg unter der Nummer 1.607.525 der NSDAP bei«. (Rathkolb 2013, 144)

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TopographieOrtschaftPersonMusikerInAutorIn/JournalistIn

In »Guggile « bezeichnet Kofler den »pirker-paul« als »meinen banknachbarn in der Klagenfurter lehrerbildungsanstalt« (S. I/109).

TopographieOrtschaft

Maria Saal: Gemeinde nördlich von Klagenfurt, die Wallfahrtskirche Mariae Himmelfahrt wird wegen ihrer Größe und kunstgeschichtlichen Bedeutung als eine der frühesten Kirchen Kärntens (Ursprünge im 8. Jh.) auch als Dom bezeichnet.

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TopographieOrtschaft

Günter Lehmann, Musiklehrer und Opernkapellmeister, 1962–1966 einer der vier »musikalischen Leiter« am Stadttheater Klagenfurt (vgl. Rudan 1979, 285f.)

TopographieOrtschaftPersonMusikerIn

Seit 1960 wurden in der Aichelburg-Kaserne, Wolfsberg, benannt nach Leopold von Aichelburg-Labia, österr. Infanterie- und Fliegerabwehrtruppen ausgebildet. Im Zuge der Heeresreform wurde 2006 der Verkauf des Geländes beschlossen, 2012 eine Wohnanlage gebaut (ORF Kärnten 2006).

TopographieOrtschaft

Der Name taucht im Programmheft der Klagenfurter Spielzeit 1964/65 als Opern-Ensemblemitglied auf (Nachlass Kofler, 11/W7/), Rudan erwähnt sie für die Jahre 1962–1966 als Mitglied des Opernensembles, was sich mit dem Engagement von Günter Lehmann deckt (vgl. Rudan 1979, 285f.).

TopographieOrtschaftPersonMusikerIn

St. Stefan – wo Christine Lavant (s. Eintrag ›Christine‹) geboren wurde und lebte – war bis 1973 eine eigenständige Gemeinde, gehört seither zur Stadtgemeinde Wolfsberg.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInMedien

Anspielung auf Hanns Renger (1916–1991), der nach seiner Ausbildung in Dresden bis 1969 das elterliche Schuhgeschäft in Wolfsberg führte. Mit dem Band »Eine Nuß voll Pfauenblau« trat er 1963 erstmals als Lyriker an die Öffentlichkeit (vgl. Kuehs 2017).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Das Programmheft der Klagenfurter Spielzeit 1964/65 nennt den venezolanischen Tenor Gonzalo Betancourt als Gast der Opernabteilung (Nachlass Kofler, 11/W7/); Betancourt sang etwa Rollen in Giacomo Puccinis»Das Mädchen aus dem Goldenen Westen« oder in Verdis»Otello« (vgl. Rudan 1979, 273f.).

TopographieOrtschaftPersonMusikerInMedienMusik

s. Eintrag ›Lublin‹

TopographieOrtschaftMedien

Christoph Ransmayr wurde 1954 in Wels, Oberösterreich, geboren. Worauf sich das »Doppel« bezieht, bleibt unklar.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Anspielung auf die Auseinandersetzungen um die Wiederaufbereitungsanlage im bayerischen Wackersdorf (Oberpfalz), die nach heftigen Protesten 1989 nicht in Betrieb genommen wurde

TopographieOrtschaftEreignis

Bauernhof am Iselsberg

TopographieBerg

Kurt Schuschnigg (1897–1977) übernahm nach der Ermordung Engelbert Dollfuß’ 1934 die Regierungsspitze des austrofaschistischen Regimes. Im Februar 1938 zwang Hitler Schuschnigg zum »Berchtesgadener Abkommen«, er musste etwa den Nationalsozialisten Seyß-Inquart als Innenminister akzeptieren. Für den 13. März setzte er eine Volksabstimmung über die Unabhängigkeit Österreichs ein, der Einmarsch deutscher Truppen kam dieser zuvor. Schuschnigg verbrachte in St. Gilgen am Wolfgangsee 1935–1937 seine Sommerurlaube.

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TopographieOrtschaftPersonPolitikerInNationalsozialistIn

Am 24. August 1939 unterzeichneten der deutsche Außenminister, Joachim von Ribbentrop, und sein sowjetischer Amtskollege, Wjatscheslaw Molotow, in Moskau einen Nichtangriffspakt (»Hitler-Stalin-Pakt«).

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistInPolitikerInEreignis

In der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 flog die Britische Luftwaffe einen schweren Luftangriff auf Dresden, der die Innenstadt komplett zerstörte.

TopographieOrtschaftEreignis

1971 erwarb Hermann Nitsch das niederösterreichische Schloss Prinzendorf als Wohn- und Arbeitsstätte, wo er größer angelegte Aktionen realisiert.

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TopographieOrtschaft

Mit dieser Bibel-Anspielung (2. Mose 3,11) verweist Kofler auf die Erwerbung eines großen, abgelegenen Grundstücks auf der Kanarischen Insel La Gomera, wohin nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl1986 ein Teil der Muehl-Kommune übersiedelte.

TopographieOrtschaftEreignis

Klagenfurter Etablissement, das Ernst Lerch, vor 1938 illegaler Nationalsozialist und während des Zweiten Weltkriegs Adjutant des NS-Verbrechers Odilo Globocnik, unbehelligt in der Nachkriegszeit betrieb (s. Eintrag ›Tanzcafé Lerch‹); hier hatte der Schlagersänger Udo Jürgens seine ersten Auftritte (vgl. Postl 2014).

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistInMusikerInMedien

Globocnik (1904–1945) war als »SS- und Polizeiführer« im Distrikt Lublin für die Vernichtung der jüdischen Bevölkerung in den »Ostgebieten« verantwortlich. s. Eintrag ›die rechte Hand vom Globus‹

TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistInMedien

Marktgemeinde in der Weststeiermark

TopographieOrtschaft

Theaterstück von Werner Kofler, 2001 im Auftrag des Klagenfurter Stadttheaters entstanden, als Buch mit dem Untertitel »Sprechstück mit Musik «im selben Jahr veröffentlicht

TopographieOrtschaft

1912 gegründete Wiener Firma, die medizinische Fachgeschäfte betreibt und sich auf Orthopädie spezialisiert hat (s. Eintrag ›Institut Bständig‹)

TopographieOrtschaftMedien

Anwesen am Südufer des Ossiacher Sees in der Ortschaft Heiligengestade. 1894 erwarb Conrad Berg, der Vater des Komponisten, das Bauerngut als Sommerfrische für die Familie (vgl. Berg 1985, 29). Der Name leitet sich von der Familie Berg ab. Heute befindet sich auf dem Areal ein Campingplatz, 1985 wurde der ehemalige Stall zu einem »Landgasthof« umgebaut.

TopographieOrtschaft

Ulf Kadritzke (* 1943), deutscher Soziologe, ab 1976 Professur für Industrie- und Betriebssoziologie an der Fachhochschule für Wirtschaft in Berlin, Hauptarbeitsgebiete: Lohnarbeit, Klassen, Qualifikationsstruktur. Kadritzke »nahm an der Studentenbewegung und an den daraus hervorgegangenen kollektiven Studien- und Forschungszusammenhängen des Instituts für Soziologie an der FU Berlin teil, in denen versucht wurde, die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie zu rekonstruieren und auf konkrete Ausschnitte der gesellschaftlichen Realität anzuwenden« (Bernsdorf/Knospe 1984, 402).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Lokal in der Grolmanstraße in Berlin, nahe dem Literaturhaus. Der Besitzer des seit 1972 bestehenden griechischen Lokals mit Kleinkunstbühne, der Schauspieler Kostas Papanastasiou, wurde durch seine Rolle des griechischen Wirtes in der TV-Serie »Lindenstraße« von 1985 bis 1996 bekannt. (vgl. www.terzomondo.de, 5.9.2016)

TopographieOrtschaftPersonSchauspielerIn/RegisseurInMedienFilm/Fernsehen/Radio

Alban Berg(1885–1935), österr. Komponist, zählt mit seinem Lehrer Arnold Schönberg und Anton Webern zu den wichtigsten Vertretern der Zweiten Wiener Schule.

TopographieOrtschaftPersonMusikerIn

Der Dichter Jakob Michael Reinhold Lenz (s. Eintrag ›Lenz‹) wurde am frühen Morgen des 24. Mai 1792 tot in einer Straße in Moskau aufgefunden.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInMedienEreignis

In Finkenstein am Faakersee werden unter dem Markennamen »Finkensteiner« in einer kleinen Produktionsstätte mehrere Sorten Eiernudeln hergestellt. Der 1882 gegründete Familienbetrieb gilt als älteste Nudelfabrik Österreichs (vgl. Arneitz 2013).

TopographieOrtschaft

Wurmhöringer: 1885 gegründete Brauerei im Innviertler Ort Altheim

TopographieOrtschaft

Ital. Stadt in der Emilia-Romagna, bekannt für seine byzantinischen Mosaike in frühchristlichen Kirchen. 1997 fand dort der Prix Italia statt.

TopographieOrtschaft

Im Vertrag von Maastricht (1992) haben sich die EU-Staaten zur Einhaltung von Konvergenzkriterien verpflichtet. Das beinhaltet u.a. eine festgelegte Bandbreite der Inflationsrate, eine Begrenzung des staatlichen Schuldenstands sowie des jährlichen Haushaltsdefizits.

TopographieOrtschaftEreignis

Udo Proksch (1934–2001), »Freund der Mächtigen und Bonvivant« (Pretterebner 1987, 13), übernahm 1974 die Führung der Wiener »Hofkonditorei« Demel. 1977 sank der von ihm gecharterte Frachter »Lucona« nach einer Explosion, sechs Menschen starben. Die fingierte Ladung war eine Uranerzaufbereitungsanlage. Erst 1992 wurde Proksch – nach der Aufdeckung durch den Journalisten Hans Pretterebner – dafür verurteilt, er starb in Haft. s. Eintrag ›der Herr Industrieideologe‹

TopographieOrtschaftPersonUnternehmerInAutorIn/JournalistInMedienEreignis

In der Justizanstalt Graz-Karlau werden männliche Häftlinge untergebracht, die Strafen von über drei Jahren zu verbüßen haben. Anstelle eines Jagdschlosses errichtet befindet sich seit Anfang des 19. Jahrhunderts ein Gefängnis an diesem Standort.

TopographieOrtschaft

Seit 1958 findet am Kärntner Ulrichsberg jährlich eine Gedenkfeier für die Gefallenen des Kärntner »Abwehrkampfes« von 1919 und der beiden Weltkriege statt. Teilnehmer sind ehemalige Wehrmachtsoldaten und Veteranenorganisationen aus ganz Europa. Das so genannte »Heimkehrertreffen« war immer wieder umstritten, weil es regelmäßig rechtsextreme und neonazistische Besucher anzog. 2009 stellte das Bundesheer seine Unterstützung für das Treffen ein und erteilte ein Uniformverbot für privat teilnehmende Soldaten (vgl. Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands 2008).

TopographieBergEreignis

Kofler zitiert und paraphrasiert in der Beschreibung der Gedenkstätte am Ulrichsberg die Flugschrift von Longo Mai, in der es heißt: »Auf der Bergspitze steht eine kapellenartige Ruine. […] Im Inneren der Ruine befindet sich ein kranzgeschmückter Schrein und ein Gedenkstein für die Gefallenen. […] Hinter der Ruine befindet sich eine Waldlichtung. Daneben ein riesiges Kreuz aus Stahl« (11/W4/S1).

TopographieBerg

In der Justizstrafanstalt Stein in Krems – 1850 aus einer alten Klosteranlage errichtet – werden Männer zur Verbüßung längerer Haftstrafen inhaftiert.

TopographieOrtschaft

Kofler bezieht sich hier erneut auf den Bericht über die Feier am Ulrichsberg: »Durch eine Lautsprecheranlage ertönt in Direktübertragung von der Feier auf dem Berg das Lied ›Ich hatt’ einen Kameraden‹, dazwischen Ehrenschüsse« (11/W4/S1). Das »Lied vom guten Kameraden« – besser bekannt unter der ersten Liedzeile »Ich hatt einen Kameraden«, 1806 von Ludwig Uhland (1787–1862) gedichtet, 1825 von Friedrich Silcher (1787–1862) vertont – ist traditionell Teil militärischer Trauerfeiern der deutschen Bundeswehr und des österreichischen Bundesheers.

TopographieBergPersonAutorIn/JournalistInMusikerInMedienMusik

Die Justizstrafanstalt Garsten, südlich von Steyr in Oberösterreich, entstand 1850 aus einem aufgelassenen Benediktinerkloster und dient zur Inhaftierung von Männern mit längeren Haftstrafen.

TopographieOrtschaft

Kofler zitiert aus der Flugschrift (s. Eintrag ›Der Ulrichsberg ruft‹) über die Feier am Ulrichsberg – aus der dort ausschnittsweise wiedergegebenen Rede von Erich Vallon, Präsident des »Internationalen Frontkämpferverbandes«: »Die Gedenkstätte am Ulrichsberg wurde auch geschaffen, um ›den unzähligen Frauen und Müttern zu beweisen, dass wir der Männer und Söhne, die vom Nordkap bis nach Afrika, vom Kaukasus bis zum Atlantik in fremder Erde und in der Tiefe der Meere liegen, in Ehrfurcht gedenken …‹« (11/W4/S1).

TopographieBergPersonPolitikerInMedien

Das Wiener Landesgericht für Strafsachen in der Landesgerichtsstraße wird umgangssprachlich zu »Landl« verkürzt. Die Bezeichnung »Zweierlandl« bezieht sich auf das ehemalige zweite Straflandesgericht am Hernalser Gürtel. Das 1908 errichtete Gebäude diente bis 1989 als Gericht und Gefängnis, seitdem sind dort Dienststellen des Innenministeriums untergebracht.

TopographieOrtschaft

Wendelin Schmidt-Dengler (1942–2008), österr. Germanist, ab 1980 Lehrstuhlinhaber für neuere deutsche Literatur an der Universität Wien; Kofler bezieht sich auf eine Rezension Schmidt-Denglers von »Üble Nachrede – Furcht und Unruhe«: »mit Sorge sehe ich, wie sich Kofler mit wütender Akribie in die österreichischen Kleinkriege verbeißt« (Schmidt-Dengler 1997).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Das »Festival junger Künstler Bayreuth« wurde 1950 unter der Patronage von Jean Sibelius von Herbert Barth gegründet und bietet jährlich zur Zeit der Bayreuther Festspiele Workshops.

TopographieOrtschaftPersonMusikerInEreignis

Eierrollen: Osterbrauch inSeeboden am Millstättersee, bei dem Ostereier über eine Rinne, die zwei Rechenstiele bilden, auf eine Wiese gerollt werden und dabei möglichst bereits vorhandene Eier treffen sollen, die man dann behalten darf

TopographieOrtschaft

»Keck’s feine Kost«: 1997 nach Plänen Franziska Ullmanns umgebautes (heute nicht mehr bestehendes) Feinkostgeschäft in der Wiener Herrengasse, das sich auf heimische Produkte spezialisierte, ein »Bauernmarkt ganz ohne Landwirte« (Wagner 1997). Hier war ebenfalls der Unternehmer Edi Keck Gesellschafter (Firmenbuch-Nr. FN 155702z, gelöscht 4. 2. 2003).

TopographieOrtschaft

1886 erfolgte die Eröffnung des Neubaus des Franziskanerklosters St. Nikolai, das anstelle des alten Dominikanerklosters errichtet wurde. Auch die baufällige Kirche riss man ab, 1896 erfolgte die Weihe der neugotischen Kirche.

TopographieOrtschaft

Figur im Theaterstück »Ein Sportstück« von Elfriede Jelinek, ein Alter Ego der Autorin. Die Uraufführung 1998 am Wiener Burgtheater inszenierte Einar Schleef.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInSchauspielerIn/RegisseurInZitateEreignis

1898 in Bregenz gegründetes Unternehmen zur Herstellung von Haushaltsgeräten

TopographieOrtschaft

Im Vorarlberger Ort Götzis gibt es die Adresse »Im Holderlob«.

TopographieOrtschaft

Im Vorarlberger Ort Götzis gibt es die Adresse »Im Buch«.

TopographieOrtschaft

Bei Neuwied ereignete sich am Abend des 22. Dezember 1947 ein schweres Zugsunglück. Zwei Schnellzüge stießen zusammen, 42 Menschen kamen dabei ums Leben. Weil ein Fahrgast am Bahnhof Fahr-Irlich – Kofler verändert den Ortsnamen geringfügig – im Dunkeln die Lüfterklappe mit der Notbremse verwechselt hatte, kam es zu einer Verzögerung. Da die Beleuchtung ausgefallen war, konnte der Lokführer eines Gegenzugs das Hauptsignal zum Halt auf der eingleisigen Strecke nicht sehen. »Zur gleichen Zeit konnte im anderen Zug die Notbremse gelöst und der Zug in Bewegung gesetzt werden. So bewegten sich beide Züge unweigerlich aufeinander zu« (Chartier 2017).

TopographieOrtschaftEreignis

1974 eröffnetes Lokal in der Wiener Schönlaterngasse, Gestaltung durch den Architekten Hermann Czech

TopographieOrtschaft

Folkloristisch-serbisches Lokal im 4. Wiener Gemeindebezirk, wegen seiner ausgedehnten Öffnungszeiten seit den 1960er Jahren nicht zuletzt in Künstlerkreisen eine Institution

TopographieOrtschaft

Böse Nase (2228 m): Kärntner Berggipfel in der Reißeckgruppe der Hohen Tauern

TopographieBerg

Hohe Leier (2774 m): Kärntner Berggipfel in der Reißeckgruppe der Hohen Tauern

TopographieBerg

Steirische Marktgemeinde südlich von Zeltweg am Übergang ins Kärntner Lavanttal

TopographieOrtschaft

Es gibt viele Ortschaften namens Hof in Österreich. Vermutlich wählte Kofler Obdach und Hof wegen der sprechenden Namen.

TopographieOrtschaft

Ein 1904 errichtetes Dampfkraftwerk in Bern wurde 1986 von einer Bürgerinitiative besetzt und vor dem Abriss gerettet. Seitdem dient es als Veranstaltungsort für Tanz und Musik.

TopographieOrtschaft

Vermutlich Anspielung auf die FPÖ-Versammlung 2002 in der steirischen Stadt Knittelfeld. Auf diesem außerordentlichen Parteitag der FPÖ traten Zerwürfnisse innerhalb der Partei offen zutage, es konnte kein Kompromiss über die Linie innerhalb der regierenden FPÖ-ÖVP-Koalition erzielt werden. Federführend agierte im Hintergrund der 2000 als FPÖ-Bundesparteiobmann zurückgetretene Jörg Haider.

TopographieOrtschaftPersonPolitikerInEreignis

Delikatessengeschäft in der Wiener Innenstadt

TopographieOrtschaft

Caffè Florian: berühmtes, seit 1720 bestehendes Kaffeehaus am Markusplatz in Venedig

TopographieOrtschaft

Ortsteil von Villach mit gleichnamiger Burg

TopographieOrtschaft

Leopold Stocker Verlag: 1917 gegründeter österr. Sachbuchverlag mit Sitz in Graz; im eigenen Haus wie auch im Tochterunternehmen Ares-Verlag erscheinen Publikationen mit rechtsextremen Tendenzen (vgl. Hall 1985, 395–408).

TopographieOrtschaft

Kurt Neumann (* 1950), 1977-2018 Leiter des Literaturprogramms der »Alten Schmiede«, einem Veranstaltungsort für Lesungen und Konzerte in Wien

TopographieOrtschaft

Euratsfeld: niederösterr. Marktgemeinde im Bezirk Amstetten, Geburtsort von Alois Mock

TopographieOrtschaftPersonPolitikerIn

In der Wiener Landstraßer Hauptstraße bestand zur Zeit der Entstehung von »Kalte Herberge« ein Reformhaus Völkl.

TopographieOrtschaft

Kofler zitiert weiter aus dem »Kurier«-Beitrag: »Ein mißglückter Mord, von den Tätern als Selbstmordversuch dargestellt, ist in Innsbruck nach 20 Tagen aufgedeckt worden. [...] Der ›Neue‹ kam mit dem Rasiermesser. [...] Aber: Das Opfer überlebte den Halsschnitt« ([red.] 1983).

TopographieOrtschaftMedienZeitung/Zeitschrift

Der Erich-Fried-Preis wird seit 1990 vom österr. Bundeskanzleramt gestiftet und durch die Internationale Erich Fried Gesellschaft für Sprache und Literatur in Wien verliehen. Ein von ihr ausgewählter Juror wählt den Preisträger.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Am 14. April 1988 wurde zwischen Pakistan und Afghanistan das so genannte Genfer Abkommen geschlossen, um den Sowjetisch-afghanischen Krieg zu beenden. Dem Abkommen gingen seit 1982 von den Vereinten Nationen initiierte Gespräche in Genf voraus.

TopographieOrtschaftEreignis

Der Vater Koflers betrieb im Villacher Stadtteil Lind ein Kaufhaus, s. »Guggile« S. I/16 u. I/84.

TopographieOrtschaft

Günther Aloys (* 1948), Hotelier im Tiroler Skiort Ischgl , der mit seinen Ideen, Ischgl zu einer Marke für Skisport, Après-Ski und Entertainment zu machen, umstritten war. Als erstes Event organisierte er 1995 einen Auftritt des britischen Sängers Elton John.

TopographieOrtschaftPersonUnternehmerInMusikerIn

Hinweise auf die unmittelbar vergangene Sommerfrische spielen auf Thomas Bernhards»Einleitungsformel von Leserbriefen« (Schmidt-Dengler 2000, 181) an (s. Eintrag ›Aus der Sommerfrische‹).

TopographieBergPersonAutorIn/JournalistInMedien

Die Bezeichnung Grabsteinland für Steinmetzbetriebe, die sich auf Grabsteine spezialisiert haben, findet sich an mehreren Orten, u.a. in Wien-Simmering in der Nähe des Zentralfriedhofs. s. Eintrag ›Bilderland‹

TopographieOrtschaftMedien

Der Ischler Hotelier Günther Aloys warb Ende der 1990er Jahre – vergeblich – für eine Überdachung des Skiorts, um die Saison zu verlängern (vgl. Buse 1999).

TopographieOrtschaftPersonUnternehmerIn

Venezulanischer Terrorist (* 1949), bekannt unter dem Namen »Carlos, der Schakal«, verantwortlich für zahlreiche Anschläge in den 1970er Jahren, u.a. maßgeblich an der Geiselnahme von Ministern der OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) 1975 in Wien beteiligt; seit 1994 in Frankreich inhaftiert, mehrfach zu lebenslanger Haft verurteilt

TopographieOrtschaftPersonVerbrecherInEreignis

Oper aus dem Jahr 1903 von Eugen d’Albert (1864–1932) nach einem Libretto von Rudolf Lothar (1865–1943), zwischen 1940 und 1944 von Leni Riefenstahl mit ihr in der Hauptrolle verfilmt; Uraufführung des Films erst 1954. Als Statisten setzte Riefenstahl Sinti aus den Zwangsarbeiterlagern Salzburg-Maxglan sowie Berlin-Marzahn ein, von denen viele nach den Aufnahmen in Auschwitz ermordet wurden. Erst 2002 erwirkte eine Überlebende eine Unterlassungserklärung: »Demnach darf die wegen ihrer NS-Propagandafilme umstrittene Regisseurin nicht mehr behaupten, sie habe ›alle Zigeuner, die in ›Tiefland‹mitgewirkt haben, nach Kriegsende wiedergesehen. Keinem einzigen ist etwas passiert‹« ([red.] 2002).

TopographieOrtschaftPersonMusikerInAutorIn/JournalistInSchauspielerIn/RegisseurInMedienFilm/Fernsehen/RadioEreignis

Kofler bezieht sich auf einen realen Fall, bei dem der Anwalt Enzo Mascherin aus Spilimbergo zuerst vermisst und dann tot aufgefunden wurde (vgl. Kimeswenger 2006).

TopographieOrtschaft