Der Titel spielt auf Uwe Johnsons Roman »Mutmaßungen über Jakob« (1959) an. Die Königin der Nacht ist eine zentrale Figur aus Wolfgang Amadeus Mozarts Oper »Die Zauberflöte« (Uraufführung 1791 im Freihaustheater in Wien; Libretto: Emanuel Schikaneder). Sie steht als personifizierte Macht des Dunkels der Kraft des Lichts – verkörpert in Sarastro– gegenüber, wandelt sich allerdings erst im Verlauf der Handlung, u.a. mit der Weigerung Taminos, die geraubte Tochter Pamina zurückzubringen, in dessen rachsüchtige Gegenspielerin. Assmann betont die wechselhaften Gefühle und Werturteile, die beim Zuseher evoziert werden; zu fragen sei nicht, »wer oder was die Königin ist, sondern wie sie erscheint. Sie wird uns einmal so, einmal anders gezeigt, weil wir zusammen mit Tamino einen Perspektivwechsel vollziehen sollen.« (Assmann 2008, 28) Bereits in »Am Schreibtisch « brachte Kofler die »Zauberflöte « und die Zeit des Nationalsozialismus zusammen (s. Eintrag ›Grenzlandtheaterzauberflöte‹).

PersonAutorIn/JournalistInMusikerInMedienMusikZitate

Möglicherweise eine Anspielung auf das Gedicht »Herbstfreiheit« von Friedrich Rückert, das allerdings keine inhaltlichen Bezüge zu Koflers Text aufweist (vgl. Rückert 1841 , 641f.).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Lothar-Günther Buchheim (1918–2007), vielfältig tätiger deutscher Künstler (Maler, Autor, Fotograph, Filmemacher), Verleger, bekannt geworden als Autor von »Das Boot« (1973)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Die Bezeichnung »Tausendjähriges Reich« war eine nationalsozialistische Umdeutung des im Neuen Testament (»Offenbarung« 20) ausgeführten tausend Jahre währenden Reiches der Regierung der Heiligen mit Christus nach der sogenannten ersten Auferstehung. (vgl. Schmitz-Berning 2000, 609)

Zitate

Variation des ersten Satzes aus »Der Prozeß« von Franz Kafka: »Jemand mußte Josef K. verleumdet haben, denn ohne daß er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.« (Kafka 1958, 7)

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Schauplatz in Thomas Bernhards Erzählung »Beton«

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Bezeichnung eines hohen Beamten, der die Regierungsgeschäfte für einen Landesfürsten, eine Regierung in seinem/ihren Namen vor Ort übernimmt, »Vizelandeshauptmann« lt. »Grimm’sche«»m«» Wörterbuch« ( Grimm 1885 , Sp. 113); in monarchisch-aristokratischen Strukturen hatte der Landesverweser Funktionen inne, die einem heutigen Landeshauptmann durchaus vergleichbar sind – während der Habsburgermonarchie waren in Klagenfurt häufig Landesverweser eingesetzt; 1918 bis 1921 Bezeichnung für den Vorsitzenden der provisorischen Kärntner Landesversammlung (vgl. Webernig 1987).

TopographieOrtschaftZitate

Protagonistin in Thomas Bernhards Erzählung »Beton«, s. S. XXX

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Fidelio Friedrich Finke (1891–1968), böhmisch-deutscher Komponist, 1927–1945 Rektor der Deutschen Akademie für Musik und darstellende Künste in Prag. Nach Amtsenthebung und Enteignung infolge der Beneš-Dekrete wurde Finke vonAngehörigen der sowjetischen Besatzungsmacht nach Dresden gebracht. Dort gründete er die Staatliche Akademie für Musik und Theater und war bis 1951 ihr Rektor. Während der deutschen Okkupation der Tschechoslowakei komponierte er Werke nationalsozialistischer Gesinnungsmusik. (Handbuch deutsche Musiker)

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PersonMusikerInZitate

»Ein Landarzt«: Erzählung von Franz Kafka (1917 entstanden, 1918 veröffentlicht) bzw. Buch mit der Erzählung gleichen Titels und dreizehn weiteren Prosatexten (1920)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Wahrscheinlich Anspielung auf Ingeborg Bachmanns Gedicht »Böhmen liegt am Meer«: »Grenzt hier ein Wort an mich, so laß ich’s grenzen. [/] Liegt Böhmen noch am Meer, glaub ich den Meeren wieder.« (Bachmann 1978, 167) Dass Böhmen eine Küste haben soll, hat in Shakespeares »Wintermärchen« seinen Ursprung. Neben Bachmann haben auch Franz Fühmann, Volker Braun und Libuše Moníková dieses Motiv in ihrer Literatur verwendet. (vgl. Haines 2005, 179ff.)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Der norwegische Schriftsteller Trygve Gulbranssen (1894–1962) veröffentlichte 1933–1935 die sogenannte »Björndal-Trilogie«, die zu einem der meistverkauften und -übersetzten Werke der norwegischen Literatur wurde. Der erste Teil wurde unter dem Titel »Und ewig singen die Wälder«von Paul May1959 verfilmt. Nach dem Erfolg dieses Films produzierte die Wiener Mundus-Film unter der Regie von Gustav Ucicky auch den zweiten Teil der Gulbranssen-Trilogie. »Das Erbe von Björndal« gilt als »unspektakuläre, aber effektive filmische Umsetzung«der literarischen Vorlage (Brecht/Loacker/Steiner 2014 , 491).

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PersonAutorIn/JournalistInSchauspielerIn/RegisseurInMedienFilm/Fernsehen/RadioZitate

Die Begriffe »Absicht«und »Zweck«spielen in Immanuel Kants Werk in Bezug auf die Natur eine große Rolle. In seiner »Kritik der Urteilskraft« (1790) legt Kant Natur entsprechend der Teleologie so dar, »als ob die Zweckmäßigkeit in ihr absichtlich sei« (Kant 2000a, § 68, 201), wobei diese »Absicht«in Analogie zu einer verstandesgelenkten Absicht gedacht wird: »Naturzweck«sei jene Verknüpfung von Ursache und Wirkung, bei welcher die Ursache, soKant in »Die Metaphysik der Sitten« (1797), »auch ohne ihr dazu einen Verstand beizulegen, doch nach der Analogie mit einem solchen«, als »gleichsam absichtlich«etwas hervorbringend, begriffen wird.(Kant 2000b, MST § 7, 654)

PersonPhilosophInZitate

Den Bergriff »melancholische Freiheit« entnahm Kofler möglicherweise dem »Bericht zur Entstehung einer Weltkomödie« (1985) des Berliner Grafikers und Schriftstellers Christoph Meckel (* 1935). Darin schildert ein Ich-Erzähler seinen Werdegang als bildender Künstler und erzählt von einer Phase, in der sich für ihn durch seine Unsichtbarkeit als Künstler in der Kunstwelt eine »melancholische Freiheit« auftat. (Meckel 1985, 46) Meckel trennt sein Graphiker-Ich vom »literarische[n] Freund und Gegenspieler« des Ich-Erzählers. (Meckel 1985, 7)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Gesang der Geister über den Wassern« (Erstdruck 1789): sechsstrophiges Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe, 1817 von Franz Schubert vertont

PersonAutorIn/JournalistInMusikerInZitate

Anspielung auf einen Doppelselbstmord zweier Jugendlicher, auf den sich der Kärntner Schriftsteller Josef Winkler vielfach in seinem Werk bezieht, erstmals in »Menschenkind«: »Am 29. September 1976 stiegen in meinem Heimatort K. bei P., Kärnten, der 17jährige Mechanikerlehrling Jakob P. und sein gleichaltriger Freund, der Maurerlehrling Robert L., mit einem drei Meter langen Kalbstrick über eine Holzleiter des Pfarrhofstadels zu einem Trambaum hinauf. Sie schlangen das Seil um ihn und verknoteten die beiden Seilenden hinter ihren linken Ohren [...]« (Winkler 1979, 5).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Kofler spielt hier womöglich auf die »Berichte von Hinze und Kunze« (1983) s. Eintrag ›Dichter Hintze und Kunze‹ des deutschen Schriftstellers und Dramatiker Volker Braun (* 1939) an.

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

»An der Baumgrenze« : Erzählung von Thomas Bernhard , erstmals 1967 in der Zeitschrift »Jahresring«, 1969 in einem Band mit Erzählungen publiziert

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Im Vorfeld der Nationalratswahl am 17. November 1986 warben im Rahmen des Personenkomitees »Österreicher für Bundeskanzler Dr. Franz Vranitzky« auch Schriftsteller für eine Fortsetzung der Kanzlerschaft Vranitzkys, der na ch dem Rücktritt von Bundeskanzler Sinowatz im Zuge der »Waldheim-Affäre« seit 16. Juni Regierungschef war. Der Unterhaltungsschriftsteller Johannes Mario Simmel (1924–2009) sowie der im englischen Exil lebende »unorthodoxe Marxist« Erich Fried (1921–1988), der sich auch als Friedensaktivist betätigte (u.a. »Kalender für den Frieden«, Fried 1984), beteiligten sich an dieser Kampagne. Im Kofler-Nachlass sind beide Inserate vorhanden, der Text bezieht sich auf den durch die »Waldheim-Affäre« ramponierten »Ruf Österreichs in der Welt« (Inserat Simmel: »Vranitzky wird den guten Ruf Österreichs in der Welt wieder herstellen. Wer ein offenes, fortschrittliches Österreich will, mußVranitzky wählen.« Inserat Fried: »Nur ein Wahlsieg Vranitzkys und der SPÖ kann den in der Welt schwankenden Ruf Österreichs wieder herstellen und zugleich im Land selbst soliden Fortschritt erleichtern«) (11/W7/1).

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PersonPolitikerInAutorIn/JournalistInZitateEreignis

»Ein fröhlicher Morgen beim Friseur«: 1983 in Graz uraufgeführtes surrealistisches Theaterstück von Wolfgang Bauer, das in einem Friseursalon spielt (vgl. Bauer 1983)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Paraphrase des Auftakts von Rilkes»Duineser Elegien«»Wer, wenn ich schriee, hörte mich denn aus der Engel [/] Ordnungen? und gesetzt selbst, es nähme [/] einer mich plötzlich ans Herz: ich verginge von seinem [/] stärkeren Dasein« (Rilke 1927, 259).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Zitat aus Goethes»Faust«, Faust im Zwiegespräch mit Mephistopheles: »Was kann die Welt mir wohl gewähren? [/] Entbehren sollst du! sollst entbehren! [/] Das ist der ewige Gesang, [/] Der jedem an die Ohren klingt, [/] Den, unser ganzes Leben lang, [/] Uns heiser jede Stunde singt« (Goethe 1998, 53).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Möglicherweise greift Kofler hier auf das »Manifest der Kommunistischen Partei« von Marx und Engels zurück, wo der Begriff Idiotie sinngemäß auftaucht: Die Bourgeoisie habe »die Zahl der städtischen Bevölkerung gegenüber der ländlichen in hohem Grade vermehrt und so einen bedeutenden Teil der Bevölkerung dem Idiotismus des Landlebens entrissen«. (Marx/Engels 1968, 18)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Goldenes Rössl: Gabenbringer in der Weihnachtsnacht, der über das Haus springt; in Adalbert Stifters Erzählung »Weihnacht« heißt es etwa, damit die Kinder wüssten, »daß das Schüsselchen gefüllt ist, sendet öfter das Christkindlein eines seiner goldenen Rößlein, mit denen es durch den Himmel fährt, und läßt die geschehene Begabung verkündigen« (Stifter 1949, 67).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Anspielung auf Samuel Becketts »Molloy«: »Ich bin im Zimmer meiner Mutter. Ich wohne jetzt selbst darin. Wie ich hierhergekommen bin, weiß ich nicht« (Beckett 1976, 7). Kofler variierte das Zitat auch schon in »Am Schreibtisch «s. Eintrag ›wie ich aus dem Keller‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Karl Marx spricht in »Das Kapital« von der »reinen Form« des Kapitals, für die man von den »eigentümlichen Funktionen des kaufmännischen oder Warenhandlungskapitals« abstrahieren müsse. (Marx 2004, 264)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»It was a lover and his lass« ist der Titel des bekanntesten Lieds aus Shakespeares»Wie es euch gefällt« (»As you like« it, 1623), vertont von Thomas Morley (1557/58–1602): »It was a lover and his lass, [/] With a hey, and a ho and a hey nonino, [/] That o’er the green cornfield did pass, [/] In the spring-time, the only pretty ring-time, [/] When birds do sing, hey ding a ding a ding, [/] Sweet lovers love the spring« (Shakespeare 2006, 328f.). In der Schlegel-Tieck ’schen Übersetzung: »Ein Liebster und sein Mädel schön, [/] Mit heisa und ha und juchheisa trala! [/] Die thäten durch das Kornfeld gehen [/] Zur Maienzeit, der lustigen Paarezeit, [/] Wann Vögel singen tirlirelirei: [/] Süß’ Liebe liebt den Mai« (Shakespeare 1897, 173).

PersonAutorIn/JournalistInMusikerInMedienMusikZitate

Deutscher Titel von »Revolutionary Road«, 1961 erschienener Debütroman des US-amerikanischen Schriftstellers Richard Yates (1926–1992)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

lat.: So vergeht der Ruhm der Welt. Wahrscheinlich geht der Spruch auf Thomas von Kempens Werk »De imitatione Christi« (»Die Nachfolge Christi«, um 1418) zurück, in dem er schreibt: »O quam cito transit gloria mundi« (»O wie schnell vergeht der Ruhm der Welt.«) (Pöppelmann 2009, 130)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Wendelin Schmidt-Dengler (1994, 299) erkennt hier einen Bezug zur Identitätsproblematik in Max Frischs Roman »Stiller« (1954), die bereits im ersten Satz angesprochen wird: »Ich bin nicht Stiller!« (Frisch 1996, 7) Turrinis. Eintrag ›Turrini‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Abgewandeltes Zitat aus Samuel Becketts Roman »Molloy«: »Ein Zahnarzt ist so gut wie der andere, sagte ich.« (Beckett 1976 , 143)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Am Ziel«: Theaterstück von Thomas Bernhard (1981)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Zitat aus Samuel Becketts Roman »Molloy«: »Ein Zahnarzt ist so gut wie der andere,sagte ich« (Beckett 1976, 143). s. Eintrag ›Eine Praxis ist so gut wie die andere‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Seit 1930 unter dem Titel »Rolf Torrings Abenteuer« bestehende Romanheft-Reihe, die unter einem Sammelpseudonym erschienen (s. Eintrag ›Rolf Torring‹)

PersonMedienZitate

Die Formulierung »Grand Hotel Abgrund« prägte Georg Lukács in seiner gleichnamigen Abhandlung (1933, zu Lebzeiten unveröffentlicht). Lukács kritisiert darin, dass die bürgerlichen Intellektuellen in ihren Analysen stets von der Ideologie ausgingen und in ihr stecken blieben, statt das gesellschaftliche Sein in seinen Klassenwidersprüchen zu erkennen; dies brächte eine »Literatur von den Ideologen für die Ideologen« (Lukács 1984, 184) ohne praktisch-politische Konsequenzen hervor. Auf dem Weg von der Loslösung von der Bourgeoisie bis zum Anlangen beim Proletariat gebe es »viele Wendungen des Weges, viele Zwischenstationen. Und diese Zwischenstationen sind so eingerichtet, daß sie einen Teil der Intelligenz– im Zustand der chronischen Verzweiflung, am Rande des Abgrunds – festhalten, zum Stillstand bringen, daß ein Teil der Intelligenz sich hier – im Zustand der chronischen Verzweiflung, am Rande des Abgrunds – häuslich niederläßt und nicht gewillt ist, weiterzugehen.« (Lukács 1984, 183). »Zu diesem Zweck ist das Grand Hotel Abgrund geschaffen: es bietet Raum für Opposition, die nicht nur geduldet, sondern zwecks Energieableitung geradezu – allerdings nur in dem kontrollierbaren Etablissement – erwünscht ist.« (Benseler 1984, 171)

PersonPhilosophInZitate

Seit 1929 unter dem Titel »Tom Shark. Der König der Detektive« bestehende deutsche Romanheft-Reihe

Zitate

Beginn von Friedrich Hölderlins Hymnus »Patmos«»« (erste Fassung): »Nah ist [/] Und schwer zu fassen der Gott. [/] Wo aber Gefahr ist, wächst [/] Das Rettende auch.« (Hölderlin 1992, 447)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Friedrich Nietzschespricht in »Götzendämmerung« von einem »inneren Feind« (Kap. 7, »Moral als Widernatur«): »Nicht anders verhalten wir uns gegen den ,inneren Feind‘: auch da haben wir die Feindschaft vergeistigt, auch da haben wir ihren Werth begriffen.« (Nietzsche 1999, 84)

PersonPhilosophInZitate

Kärntner Schriftsteller (1933–1992), Verfasser von Reise- und Sachbüchern, Gestalter von Rundfunksendungen, kulturkonservativer, gegen Ende seiner Tätigkeit auch xenophober Feuilletonist und Kolumnist. In seinem Roman »Die engen Mauern« (1958) beschäftigt sich Fink wie Kofler mit der ›Enge‹ Villachs, allerdings in traditionellen Erzählmustern.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Protagonist in Heinrich von Kleists Erzählung »Die Verlobung in St. Domingo« (1811). Ried stellt sich seinem Herbergsgeber Huango folgendermaßen vor: »ich bin ein Offizier von der französischen Macht, obschon, wie Ihr wohl selbst urtheilt, kein Franzose; mein Vaterland ist die Schweiz und mein Name Gustav von der Ried« (Kleist 1988, 17).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Der Münchner Verleger Klaus G. Renner kündigt im Dezember 1986 in einem Brief an Kofler eine für Frühjahr 1987 geplante Sammlung von Texten mit dem Titel »Der wilde Jäger« (einem Libretto Franz Grillparzers folgend) an und lädt Kofler zur Mitarbeit ein. In seinem Schreiben nennt er auch das »Umfeld«, das heißt die Namen der anderen BeiträgerInnen, u.a. H.C. Artmann, Wolfgang Bauer, Konrad Bayer, Franz Grillparzer, Friederike Mayröcker, Gerhard Rühm. Am Brief finden sich Markierungen von Kofler und die Notiz: »ah, ich erledige sie alle«. (11/W7/2) Darauf basiert das mit 17. Dezember 1986 datierte Gedicht »Der Wilde Jäger, prompt«. (Kofler 1994, 7)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Gerhard Lampersberg (1928–2002), österreichischer Komponist, Autor und Mäzen. Ab Mitte der 1950er Jahre bot der »Tonhof« in Maria Saal (Kärnten), den die Familie seiner Frau Maja erstanden und renovieren lassen hatte, SchriftstellerInnen Wohn- und Arbeitsmöglichkeit, u.a. H.C. Artmann, Peter Turrini (s. Eintrag ›Turrini‹) und Thomas Bernhard (s. Eintrag ›Th. Bernhard‹). Lampersberg war Vorlage für die Figur des Komponisten Auersbergerin Bernhards Roman »Holzfällen« und löste, weil Lampersberg juristisch gegen das Erscheinen des Buches vorging und eine Beschlagnahme erwirkte, 1984 einen der prominentesten Literaturskandale Österreichs aus.

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TopographieOrtschaftPersonMusikerInAutorIn/JournalistInMedienZitateEreignis

Kaplan und Pfarrer in der Oststeiermark (1848–1928), deutschnational eingestellter Heimatdichter, Dichter der österr. Bundeshymne 1930–1938, berühmt-berüchtigt für sein »Hakenkreuzlied« (1923). Koflers Zuschreibung »kriegshetzer« bezieht sich wohl in erster Linie auf seine blutrünstige Kriegslyrik, wie er sie im (gemeinsam mit Peter Rosegger verfassten) »Steirischen Waffensegen« (1916) publizierte. Karl Kraus war einer der vehementesten Kritiker des »Kriegsdichters« (Kraus 1919, 51). s. Eintrag ›Kernstock‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienMusikZitate

»Auslöschung. Ein Zerfall« (1986): Roman Thomas Bernhards

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Zitat aus Kleists»Die Verlobung in St. Domingo«: »Er beschrieb ihr, welch ein kleines Eigenthum, frei und unabhängig, er an den Ufern der Aaar besitze; eine Wohnung, bequem und geräumig genug, sie und ihre Mutter, wenn ihr Alter die Reise zulasse, darin aufzunehmen; Felder, Gärten, Wiesen und Weinberge« (Kleist 1988, 44).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Salman Rushdie (* 1947), indisch-britischer Schriftsteller, baute in seinen Roman »Die satanischen Verse« (1988) eine Traumsequenz mit Szenen aus dem Leben des Propheten Mohammed ein. Anfang 1989 rief der iranische Staatsführer Chomeini in einer Fatwa (Rechtsgutachten) wegen Gotteslästerung zur Tötung Rushdies auf.

PersonAutorIn/JournalistInPolitikerInZitateEreignis

Zitat aus Kleists»Die Verlobung in St. Domingo«: »Wie ich gerettet worden bin, das weiß ich nicht«. (Kleist 1988, 42). Gleichzeitig Variation des Beckett-Zitats aus »Molloy«, s. Eintrag ›Wie das Messer‹verge

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Anspielung auf die Erzählung »An der Baumgrenze« von Thomas Bernhard, s. den gleichlautenden Eintrag

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

»Im Taubenschlag« lautet ein Kapitel in Karl Mays »In den Schluchten des Balkan« (1913); in der titelgebenden Szene versteckt sich der Ich-Erzähler und Hauptprotagonist des so genannten »Orientzyklus«, Kara Ben Nemsi, in einem Taubenschlag, um die Pläne der Feinde zu belauschen. (May 1949, 297–330) Das der Szene entsprechendeKarl-May-Sammelbild im Kofler-Nachlass der »Kiddy«-Kaugummipackungen trägt den Titel »Der Horcher im Taubenschlag«. (Serie 8, Bild 6) (11/W8/1)

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PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Das Werk ist die Totenmaske der Konzeption« lautet These XIII in Walter Benjamins »Die Technik des Schriftstellers in dreizehn Thesen«. (Benjamin 1972, 107)

PersonPhilosophInZitate

»Der Hirt auf dem Felsen«: Lied von Franz Schubert für Gesangsstimme, Klarinette und Klavier (Deutsch-Verzeichnis 965), 1828, im letzten Lebensjahr Schuberts, komponiert. Der Liedtext setzt sich zusammen aus Ausschnitten aus den Gedichten »Der Berghirt« und »Liebesgedanken« von Wilhelm Müller, »[d]ie beiden mittleren Strophen stammen vielleicht von Helmina von Chézy.« (Schochow 1974, 412)

PersonMusikerInAutorIn/JournalistInMedienMusikZitate

Zitat aus Ernst Blochs »Prinzip Hoffnung«: »denn alles Wirkliche verläuft mit Noch-Nicht in ihm« (Bloch 1954a, 112) (s. Eintrag ›Alles Wirkliche‹)

PersonPhilosophInMedienZitate

»Endspiel« (1956): Drama von Samuel Beckett

PersonAutorIn/JournalistInZitate

1986 bekam Jörg Haider vom Südtiroler Unternehmer Wilhelm Webhofer, seinem Großonkel, dessen 1565 Hektar großen Landbesitz im Kärntner Bärental geschenkt (geschätzter Verkehrswert 1986: 150 Millionen Schilling, ca. 11 Millionen Euro; vgl. Weber 1986, 56f.) Das Jagdrecht und den Fruchtgenuss behielt sichWebhofer bis zu seinem Ableben vor. Er hatte das Tal 1941 erworben, einen ehemals jüdischen Besitz, der mit seinem Geld »entjudet« wurde. Die Bedingung der Nationalsozialisten damals war, das »Deutschtum« in diesem slowenischsprachigen Teil Kärntens hochzuhalten. Als Reaktion auf die Aktivität von Partisanengruppen vertrieben die Nationalsozialisten slowenische Familien systematisch aus Südkärnten, diese Aussiedlungsaktionen verhalfen Haiders Großonkel zum Erwerb des Bärentals (vgl. Zöchling 1999, 19 u. 97). Bald nach dem Erhalt des Bärentals beendete im Mai 1986 der Kärntner FPÖ-Landesparteiobmann Haider die Zusammenarbeit mit dem damaligen FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Steger. Sowohl in Thomas Bernhards »Auslöschung« als auch in »Ungenach«spielt das Motiv der Abschenkung eine Rolle. Mit dem Beschenken geht der Versuch der Protagonisten einher, das eigene Erbe zu überwinden, sich von der Vergangenheit zu befreien. Die Forschung hat diese Wiedergutmachungsgeste ambivalent beurteilt, die Last der Geschichte, so der Tenor, lasse sich nicht so einfach tilgen. (vgl. Delms-Derfert 1997, 83–85; Judex 2010, 131)

PersonPolitikerInSchauspielerIn/RegisseurInAutorIn/JournalistInZitateEreignis

»Mögliche Anspielung auf Marcel Prousts Roman »Auf der Suche nach der verlorenen Zeit««

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Kofler spielt hier auf Jörg Haider und Hans Haider an. Ersterer (1950–2008) war ein österreichischer Politiker, der ausgebildete Jurist wurde 1976 FPÖ-Landesparteisekretär in Kärnten, 1979 Nationalratsabgeordneter, 1986–2000 war er Vorsitzender der FPÖ, 2005 Mitbegründer des »Bündnis Zukunft Österreich« (BZÖ), 1989–1991 und 1999–2008 Kärntner Landeshauptmann. Hans Haider (* 1946), österreichischer Literaturkritiker, 1974–2008 für die Tageszeitung »Die Presse«tätig, brachte 1984den Skandal um Thomas Bernhards »Holzfällen« ins Rollen, weil er in seinem Rezensionsexemplar noch vor Auslieferung der Bücher bekannte Wiener Persönlichkeiten zu erkennen glaubte, u.a. Gerhard Lampersberg (s. Eintrag ›Lampersberg‹), den er daraufhin kontaktierte und der eine einstweilige Verfügung gegen das Buch erreichte.

PersonPolitikerInAutorIn/JournalistInMusikerInMedienZeitung/ZeitschriftZitateEreignis

Zitat aus Bertolt Brechts Gedicht »Lob der Dialektik« (1934): »Wer niedergeschlagen wird, der erhebe sich! [/] Wer verloren ist, kämpfe! [/] Wer seine Lage erkannt hat, wie soll der aufzuhalten sein? Denn die Besiegten von heute sind die Sieger von morgen [/] Und aus Niemals wird: Heute noch!« (Brecht 1988a, 238)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Kofler verwendet »Tabuierung« und »Tabuisierung« wohl synonym. Neben den in der Folge von Kofler erwähnten Ringel und Frankl beschäftigte sich in den 1980er Jahren im deutschen Sprachraum vor allem Norbert Elias mit dem Tod als »weißen Fleck auf der sozialen Landkarte«. (Elias 1982, 46) Kofler dürfte in dieser Passage auf Jean Baudrillards Überlegungen zum Ausschluss des Todes aus der Gegenwart in »Der symbolische Tausch und der Tod« (»L’ échange symbolique et la mort«, 1976) rekurrieren. »[D]ie Verdrängung des Todes in unserer Gesellschaft« (s.u.) geschehe, weil kein symbolischer Austausch mehr zwischen Tod und Leben stattfinde, das führe laut Baudrillard zu einer vom Tod bestimmten Gesellschaft. (vgl. Baudrillard 2011, 225ff.) Baudrillards Werk erschien erstmals 1982 auf Deutsch, bereits 1979 brachte der Merve Verlag in der Reihe »Internationale marxistische Diskussion« eine Übersetzung des 5. Kapitels zur Ökonomie des Todes. Es ist denkbar, dass Kofler diese Ausgabe heranzog. (vgl. Baudrillard 1979)

PersonAutorIn/JournalistInPhilosophInZitate

Jean Baudrillard, dessen Überlegungen zu Tod und Simulation dieser Passage zugrunde liegen, geht auf Riten der »Wilden«, auf »Stammesgesellschaften« zurück, bei denen es eine Reziprozität zwischen Leben und Tod gebe. (Baudrillard 2011, 243ff.) Kofler könnte der Vorstellung vom Zyklischen (»Wiederkehr«) des Abtauschs zwischen Leben und Tod ein Marx-Zitat hinzugefügt haben, zu Beginn von »Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte« schreibt Karl Marx: »Hegel bemerkt irgendwo, daß alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen. Er hat vergessen hinzuzufügen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce.« (Marx 1960, 115)

PersonPhilosophInAutorIn/JournalistInZitate

Zitat aus Edgar Wallaces (s. Eintrag ›Edgar Wallace‹) Kriminalroman »Der Rächer« (»The Avenger« 1926, dt. 1927). Darin ermordet der so genannte Rächer Kriminelle oder Verdächtige, die vom Gesetz nicht bestraft wurden: »Sie werden in der Hecke an der Eisenbahnunterführung bei Esher eine Kiste finden. Der Kopfjäger.« (Wallace o. J., 7) »Der Rächer «wurde 1960 als dritter deutschsprachiger Edgar-Wallace-Film der Nachkriegszeit verfilmt. Roman und Film spielen in der englischen Stadt Esher, Turnbridge Wells kommt in Wallaces Roman »Der Frosch mit der grünen Maske« (»The Fellowship of the Frog« 1925, dt. 1926) vor.

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

In »Der symbolische Tausch und der Tod« führt Jean Baudrillard die Grundlagen seiner Simulationstheorie aus und spricht von »drei Ordnungen des Simulakrums«: Nach der Ära der »Imitation« und derjenigen der »Produktion« sieht er die heutige Menschheit im Zeitalter der Simulation leben, in dem Zeichen und Wirklichkeit immer schwieriger zu unterscheiden sind. (Baudrillard 2011, 92) Der daraus abgeleitete Begriff »Sterbesimulation« ist Kofler’scher Natur, für Baudrillard ist in Zusammenhang mit dem Tod das Symbolische, das er als sozialen »Tauschakt« versteht, zentral.

PersonPhilosophInZitate

Die Sage von der Frau Hitt gibt es in verschiedenen Variationen, immer ist sie eine reiche, geizige Frau, die für ihre Unbarmherzigkeit bestraft (meist: in einen Stein verwandelt) wird. »Weib, bist du rasend?« ist die Antwort von Frau Hitt auf die Bitte einer Bettlerin, für ihr frierendes Kind etwas Leinen zu spenden, in der Ballade »Frau Hitt« von Karl Egon Ebert (Zumbach 2004, 323).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»The long Goodbye« (1953, dt. »Der lange Abschied«), Roman von Raymond Chandler (1888–1959)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Kofler zitiert wörtlich den Beginn des 15. Kapitels von »Der lange Abschied« – nicht in der Übertragung von Hans Wollschläger (1975), sondern in jener der deutschen Erstausgabe (vgl. Chandler 1954, 127).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Protagonist des unvollendeten Romans »Der Verschollene« von Franz Kafka, entstanden zwischen 1911 und 1914, 1927 posthum von Max Brod unter dem Titel »Amerika« veröffentlicht. Zu Lebzeiten Kafkas erschien das erste, eigenständige Kapitel »Der Heizer« (1913).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Anspielung auf Thomas Bernhards Erzählung »Die Mütze « (1966). Darin versucht ein junger, seit Jahren an Kopfschmerzen und der Angst, verrückt zu werden, leidender Forstwissenschaftler, im ländlich abgeschiedenen Haus seines Bruders an einer Studie zu arbeiten. Um seinen regelmäßig mit der Dämmerung einsetzenden Depressionen zu entkommen, unternimmt er Spaziergänge in die Ortschaften Mondsee, Burgau und Parschallen. (Bernhard 2003a, 19)

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Auf einem seiner abendlichen Spaziergänge findet der Ich-Erzähler in Thomas Bernhards Erzählung »Die Mütze«»«eine Schildmütze, wie sie Fleischhauer, Holzfäller und Bauern in dieser oberösterreichischen Gegend tragen; er versucht, den Besitzer der Mütze ausfindig zu machen, trifft allerdings nur auf Menschen, die eine solche Kopfbedeckung bereits tragen. Er behält sie also, setzt sie auf und beginnt mit der Mütze auf dem Kopf, die Erzählung, die der Leser vor sich hat, zu schreiben (vgl. Bernhard 2003).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Durch das Land der Skipetaren« ist wie »In den Schluchten des Balkan« und »Der Schut« Teil von Karl Mays »Orientzyklus«, der 1880–1888 als Fortsetzungsroman in der Wochenzeitschrift »Deutscher Hausschatz in Wort und Bild« abgedruckt wurde.

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Der Ich-Erzähler in Bernhards Erzählung »Die Mütze « erträgt die Finsternis nicht, sie ist gleichermaßen in ihm wie außerhalb: »Die Dämmerung und die auf die Dämmerung folgende Finsternis in Ungenach kann ich nicht in meinem Zimmer aushalten, aus diesem Grund laufe ich jeden Tag, wenn die Dämmerung die Finsternis in diese grauenhafte Gebirgsatmosphäre hereinzieht, aus meinem Zimmer hinaus und aus dem Haus hinaus auf die Straße« ( Bernhard 2003a , 19).

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Aladschy heißen zwei Protagonisten in Karl Mays »Orientzyklus«.

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1946 gab ein Verlagskonsortium »im Auftrage des österreichischen Unterrichtsministeriums« unter dem Titel »Bei uns daheim« ein Buch mit »Lesestoffen für die zweite Schulstufe der österreichischen Volksschulen« heraus. 1962 erschien die in Bibliothekskatalogen letzte nachzuweisende Auflage (die 22.). Die Protagonisten der Geschichten im Buch heißen Anna und Franz. Die Geschichten »vom stockingerferdl und der reiterfanni« kommen ebenso wenig vor wie die Märchen vom Mann im Mond (aus Ludwig Bechsteins Märchensammlung) oder die Grimm-Märchen »Tischlein deck dich« (»ich bin so satt ich mag kein blatt«) oder »Die sieben Raben« (vgl. Bei uns daheim 1946).

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Name eines Bandenführers, der das erste Mal in Karl Mays »In den Schluchten des Balkan« auftaucht: »Seinen eigentlichen Namen wusste niemand. El Aßfar, Ssary, Schut, so wurde er genannt, je nach der Sprache, der man sich bediente. Diese drei Wörter bedeuten ,der Gelbe‘.« (May 1949, 20f.).

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»Das Kalkwerk« (1970), »Auslöschung. Ein Zerfall« (1986): Romane Thomas Bernhards

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Schauplatz in Karl Mays Roman »In den Schluchten des Balkan« (auch erwähnt in »Durch das Land der Skipetaren«, »Der Schut«). Gemeint ist Melnik, die kleinste Stadt Bulgariens, am Südwestrand des Piringebirges. Die Änderung des Städtenamens beruht nicht auf einem Eingriff des Autors, sondern entspricht der Schreibweise, die er in einer um 1860 publizierten Landkarte der Balkanländer, mit der er regelmäßig arbeitete vorgefunden hat. (vgl. Schönbach 1991, 204, FN1)

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Den Namen dürfte Kofler aus Raymond Chandlers Roman »Der lange Abschied« übernommen haben »›Er heißt Chick Agostino‹, sagte ich. ›Er spielt Leibwächter bei einem Ganoven namens Menendez‹« (Chandler 1975, 173).

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Zitat aus Franz Kafkas »Ein Landarzt«: »Gesang der Kinder: ,Freuet Euch, Ihr Patienten, der Arzt ist Euch ins Bett gelegt!‘« (Kafka 1994, 128)

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Friedrich Hölderlin: »Abendphantasie« (1799)

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Ein Kohlenhändler namens Junak kommt in Karl Mays Roman »Der Schut« vor.

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Kreuzbergl: hügelartige Erhebung (517 m) nordwestlich der Klagenfurter Innenstadt, auch als »Hausberg« Klagenfurts bezeichnet. Ingeborg Bachmann hat dem Hügel in ihrer Erzählung »Drei Wege zum See« ein literarisches Denkmal gesetzt.

TopographieBergOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Verknüpfung von »Kaspar«, Sprechstück von Peter Handke (Uraufführung 1968), und Ohlsdorf, dem bevorzugten Wohnort Thomas Bernhards im oberösterreichischen Traunviertel. Dort hat Bernhard 1965 einen Vierkanthof erworben und aufwändig renoviert. Seit 1990 ist das so genannte Bernhard Haus der Öffentlichkeit zugänglich.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Schimin heißt der bulgarische Schmied in Karl Mays »In den Schluchten des Balkans«. Kara Ben Nemsi befreit ihn und seine Frau aus ihrem Keller (vgl. May 1949, 41–78).

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Protagonist in Karl Mays »In den Schluchten des Balkans«, »Durch das Land der Skipetaren« und »Der Schut«. Kara Ben Nemsi entlarvt seine betrügerische Doppelidentität als Heiliger und bettelnder Krüppel (vgl. May 1949, 498f.). Er ist Mitglied der Verbrecherorganisation rund um den Schut. Im Kofler-Nachlass findet sich dasKarl-May-Sammelbild »Der ,Heilige‘ ist ein Schwindler«. (11/W8/1)

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»In den Schluchten des Balkans«: Titel von Karl Mays Roman

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In dieser Passage persifliert Kofler den repetitiven, zwei Subjekt- bzw. Objektpositionen gegenüberstellenden Stil Thomas Bernhards, wie er ihn etwa am Anfang der Erzählung »Gehen« pflegt (vgl. Bernhard 1971, 7).

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Schauplatz in Mays»In den Schluchten des Balkans«

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Protagonist in Mays »In den Schluchten des Balkans«, Bäcker und Färber im Ort Dschnibaschlü sowie ein Mitglied der Bande des Schut. »Der Färber war Boschak genannt worden und boschak heißt träge, faul. Es war wohl sein Spitzname.« (May 1949, 76)

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In Karl Mays »In den Schluchten des Balkans«-befiehlt Kara Ben Nemsi dem befreiten Dorfschmied, ein Feuer zu machen, um einen Verbündeten jener Bande, die den Schmied und seine Frau überfallen hatte, in eine Falle zu locken. »Bald brannte auf dem Herd ein Feuer, das seinen Schein weit in die Nacht hinauswarf.« (May 1949, 50)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Jedermann. Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes«: Theaterstück von Hugo von Hofmannsthal, Uraufführung 1911 unter der Regie von Max Reinhardt in Berlin; seit 1920 jährlich Bestandteil der von Reinhardt und Hofmannsthal begründeten Salzburger Festspiele

PersonAutorIn/JournalistInSchauspielerIn/RegisseurInZitate

Sigmund Freud entwirft in »Das Unbehagen in der Kultur«»die Formel vom Kampf zwischen Eros und Todestrieb«. (Freud 1930, 125f.) Die Bezeichnung Thanatos für den Todestrieb stammt vom Freud-Schüler Ernst Federn.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Das Nachtlager in Granada«: Oper von Conradin Kreutzer (1780–1849), Libretto: Karl Johann Braun von Braunthal (1802–1866), Bearbeitung nach dem Schauspiel »Das Nachtlager von Granada« (1818) von Johann Friedrich Kind.

PersonMusikerInAutorIn/JournalistInMedienMusikZitate

Titel des 62. Bands der Reihe »Karl May’s«»Gesammelte Werke« (Karl-May-Verlag). Der Band wurde 1934 hinzugefügt und enthält einen Teil einer bearbeiteten Fassung des Kolportageromans »Deutsche Herzen – Deutsche Helden« (entstanden 1885-1887). Ein Vorabdruck des gesamten Romans erschien in bearbeiteter Form 1927/28 unter dem Titel »Die Familie Adlerhorst« in der Zeitschrift »Das Vaterhaus«.

MedienZeitung/ZeitschriftZitate

»Also sprach Zarathustra« (1883 – 1885) von Friedrich Nietzsche, s. Eintrag ›Wenn du zum Hofer gehst‹

PersonPhilosophInMedienZitate

»Verräterspalte«nennt Karl Mayin »Der Schut« eine Felsspalte, in die der Bandenführer stürzt. »Das war ein gerechtes Gericht! Der Schut hatte genau den Tod gefunden, den er andern bereiten wollte« (May 1962, 470).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Die Hallstatt-Buben. Erzählung aus dem Salzkammergut«: Jugendbuch (1953) von Edmund Josef Bendl (1914–1984)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Die Kinder von La Salette« ist eine Erzählung für die Jugend (1956) der österr. Kinder- und Jugendbuchautorin Alma Holgersen (1896–1976); sie behandelt die Marienerscheinung zweier Kinder 1846 im französischen Alpendorf La Salette-Fallavaux.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitateEreignis

Zitat aus Paul van Ostaijens»Ode an Singer«: »SINGER’S NÄHMASCHINE IST DIE BESTE« (Ostaijen 1966, passim); Singer: 1851 gegründetes US-amerikanisches Unternehmen, weltweit größter Produzent von Nähmaschinen. s. Eintrag ›Singers Nähmaschinen sind die besten?‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Dabei dürfte es sich um die Sammlung von Nacherzählungen (1955; »für Jugend und Haus erzählt«) von Auguste Lechner (1905–2000) handeln, Lechner adaptierte in zahlreichen Sammlungen Sagen und Mythen der Antike und des Mittelalters für ein junges Lesepublikum.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Anspielung auf das »Neue Testament«, in dem nach Jesu Weissagung der Hahn allerdings nur einmal krähen, Petrus ihn aber dreimal verleugnen werde: »Wahrlich ich sage dir: In dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen«. (Matthäus 26,35)

Zitate

Illustriertes Kinderbuch (1950) von Irene Stemmer (1909–2006); 1955 erhielt sie dafür den Österreichischen Staatspreis für Kinder- und Jugendliteratur (vgl. Bindel 1958, 45).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Der Satz »la propriété c’est le vol«– zunächst übersetzt mit »Eigentum ist Raub« (1844), bald darauf mit »Eigentum ist Diebstahl« (1845, vgl. Kramer 1992, 11) – findet sich in der Schrift »Was ist das Eigentum?« (1840) des französischen Soziologen Pierre-Joseph Proudhon (1809–1865). Mehrere marxistische und anarchistische Theoretiker beriefen sich darauf. Proudhon sah die Grundlagen der wirtschaftlichen Ausbeutung im Eigentumsrecht verankert; seine Kritik richtet sich gegen arbeitsloses Eigentum aus Zins, Grundrente oder Pacht. Er gilt als einer der ersten Vertreter eines solidarischen Anarchismus. (vgl. Halmer 2009)

PersonPhilosophInZitate

Wahrscheinlich bezieht sich Kofler auf die von Alois Pischinger besorgte zweibändige Sammlung (1949/50).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Zitat aus dem Roman »Molloy« von Samuel Beckett (1906–1989): »Es ist Mitternacht. Der Regen peitscht gegen die Scheiben. Ich bin ruhig. Alles schläft. Doch ich stehe auf und gehe zu meinem Schreibtisch. Ich bin nicht schläfrig.« (Beckett 1976, 128) Kofler variiert das Zitat in der Folge häufig – und hebt dabei ebenso wie Beckett die Verschachtelung der Erzählebenen und die Unzuverlässigkeit des Erzählers hervor.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Dieser, dem altdeutschen Gemeinderecht entsprechende Grundsatz wurde Bestandteil des 1920 von Hitler verkündeten Parteiprogramms der NSDAP: Die Partei »bekämpft den jüdisch-materialistischen Geist in und außer uns und ist überzeugt, daß eine dauernde Genesung unseres Volkes nur erfolgen kann von innen heraus auf der Grundlage: Gemeinnutz geht vor Eigennutz« (zit nach. Schmitz-Berning 2000 , 260). Bereits der franz. Schriftsteller und Staatstheoretiker Montesquieu (1689–1755) schrieb in seinem Hauptwerk »Vom Geist der Gesetze«: »Le bien particulier doit céder au bien public« (wörtlich übersetzt: »Das Wohl des Einzelnen muss dem öffentlichen Wohl weichen«, Montesquieu 1967, 302f.)

PersonNationalsozialistInPhilosophInZitateEreignis

Heinar Kipphardt (1922–1982), deutscher Schriftsteller, Vertreter des Dokumentartheaters; posthum wird sein Stück »Bruder Eichmann« (s. Eintrag ›Bruder Eichmann‹) uraufgeführt

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Möglicherweise eine Kontamination zweier Zitate von Georg Büchner (1813–1837): »Jeder Mensch ist ein Abgrund, es schwindelt einem, wenn man hinabsieht« (»Woyzeck«, Büchner 2005, 19); »Die Welt ist das Chaos«. (»Dantons Tod«, Büchner 2000, 486)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Der Begriff »Doubling« stammt von Robert Jay Lifton (* 1926), einem US-amerikanischen Psychiater. In »The Nazi Doctors« (1986) beschreibt er die mentalen Strategien von Überlebenden und Tätern. Eine seiner Vermutungen war, dass etwa die NS-Ärzte aus Selbstschutz ihr Ich verdoppelten »in das mörderische Auschwitz-Ich und das ,gute‘ Ich, das den tüchtigen Arzt, liebevollen Vater und verläßlichen Kameraden [...] stabilisiert.« (Halter 1988)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Elisabeth. Die seltsame Frau« (1934), biographischer Roman über Kaiserin Elisabeth (»Sisi«) von Egon Caesar Conte Corti (1886–1953)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Zur doppelten Wortbedeutung von »verlegen« vgl. auch Ernst Jandls Gedicht »haiku in wien«, in dem er auf die Publikation seines ersten Lyrikbands »Andere Augen« (1956) Bezug nimmt: »beim bergland verlag [/] hab ich mein erstes [/] buch verlegt [/] und futsch wars« (Jandl 1973, 115).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»[D]ie Hölle, das sind die andern«, sagt Garcin, ein Journalist, der für den Tod seiner Frau verantwortlich ist, in Sartres 1944 uraufgeführtem Stück »Geschlossene Gesellschaft« (Sartre 1986, 59). ( Sartre 1986 , 59) Gemeinsam mit zwei anderen toten Mördern ist er für alle Ewigkeit in einem Zimmer eingesperrt. Alle drei wollen vom anderen die Anerkennung ihres Selbstbildes, aber alle verweigern einander eben diese. (vgl. Honneth 1990)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Patrick Süskind (* 1949), deutscher Schriftsteller, veröffentlichte 1985 den Roman »Das Parfum«, der mit Übersetzungen in 49 Sprachen und weltweit über 20 Millionen verkauften Exemplaren zum internationalen Bestseller wurde. (vgl. ScreenShot 2015)

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PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Einen Perlen-Reihen-Titel dieses Titels gab es nicht, Kofler bezieht sich wahrscheinlich auf das Buch »Weihnachtsgedichte. Das Wunschbuch für unsere Kleinen« (1954).

Zitate

Zitat des Gedichts »Weihnachten« (1837) von Joseph von Eichendorff (1788–1857): »Markt und Straßen steh’n verlassen, [/] Still erleuchtet jedes Haus, [/] Sinnend geh’ ich durch die Gassen, [/] Alles sieht so festlich aus. [//] An den Fenstern haben Frauen [/] Buntes Spielzeug fromm geschmückt, [/] Tausend Kindlein steh’n und schauen, [/] sind so wunderbar beglückt« (Eichendorff 2006, 382f.).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Zitat aus Edgar Wallaces Roman »Der Rächer«: »Er holte aus seiner Tasche einen Zeitungsausschnitt. Mike nahm ihn und las: ,Sind Ihre geistigen und körperlichen Beschwerden unheilbar? Zögern Sie noch am Rande des Abgrundes? Fehlt Ihnen Mut? Schreiben Sie dem Wohltäter. Fach ...‘« (Wallace o. J., 98f.)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Truta mora: Figur der kärntnerisch-slowenischen Sagenwelt, seit dem Mittelhochdeutschen bezeugt. (vgl. Spamer 1958, 99) »Die Trut ist ein nächtliches Gespenst, das sich schlafenden Leuten auf die Brust setzt, wodurch diese an heftigen Atembeschwerden und Lähmung des Körpers leiden.« (Graber 1944, 140) Die »Truta mora« stellt eine Korrespondenz zu Christine Lavants Literatur her: In der Erzählung »Das Krüglein« etwa ist von Träumen die Rede, »die schlimmer waren als die Truta mora«. (Lavant 2015, 721)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Verstörung« (1967): Roman von Thomas Bernhard, Tod und Krankheit sind die beiden zentralen Themenkomplexe des Textes.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Der antisemitische »Sinnspruch« spielt auf Wilhelm Müllers Gedicht »Der Lindenbaum« (1823) an, das durch Schuberts Vertonung in seiner »Winterreise« bekannt wurde (»Am Brunnen vor dem Thore, [/] Da steht ein Lindenbaum. [/] Ich träumt' in seinem Schatten [/] So manchen süßen Traum« (Müller 1826, 83).

PersonAutorIn/JournalistInMusikerInMedienMusikZitate

s. Eintrag ›Landarzt‹

MedienZitate

Die Firma Wernicke aus dem bayrischen Ainring (Nachbargemeinde von Freilassing bei Salzburg) hat sich auf Autobusausflugsfahrten mit inkludierter Verkaufsveranstaltung (»Kaffeefahrten«) spezialisiert. Der deutsche Schriftsteller Michael Rutschky erwähnt in seiner »Ethnographie des Inlands« ebenfalls das Unternehmen Wernicke mit seinen »Werbeverkaufsveranstaltungen«. (Rutschky 1984, 96) Eine Bezugnahme Koflers hierauf ist nicht eindeutig nachweisbar, es ist auch ein Synchronismus denkbar.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Der Schweizer Schriftsteller Hermann Burger (1942–1989) gewann mit einem Ausschnitt aus der Erzählung »Die Wasserfallfinsternis von Bad Gastein« 1985 den Ingeborg-Bachmann-Preis.

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PersonAutorIn/JournalistInZitate

Eine popularisierte, häufig in dieser Form auftretende Verkürzung eines 1940 entstandenen Epigramms aus Bertolt Brechts »Kriegsfibel«. Brecht schrieb in diesem Werk prägnante Vierzeiler zu gesammelten Fotografien, er nannte sie im »Arbeitsjournal« »Fotoepigramme«. (vgl. Kienast 2001, 7) Das betreffende Epigramm entstand zu einem Foto eines Hauses, das nach einem Bombentreffer zu einem Trümmerhaufen zusammengefallen ist, auf dem eine Frau herumirrt: »Such nicht mehr, Frau: du wirst sie nicht mehr finden! [/] Das Schicksal aber, Frau, beschuldige nicht! [/] Die dunklen Mächte, Frau, die dich da schinden [/] Sie haben Name, Anschrift und Gesicht.« (Brecht 1988b, 172) Erst 1955 kam eine Buchausgabe der »Kriegsfibel« heraus, der westdeutsche Reprint 1978 bescherte dem Werk »eine ungeahnte Karriere in der westdeutschen Friedensbewegung« (Kienast 2001, 8).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Zitat aus Edgar Wallaces Roman »Der Rächer«: »In Sorge. Endgültige Instruktionen brieflich unter der bekannten Adresse. Nur Mut. Wohltäter.« (Wallace o. J., 18)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Zitat aus Jean Baudrillards »Der symbolische Tausch und der Tod«: »Das Leben ist eine Art von »Verbrechen«, wenn es nicht durch ein kollektives Simulakrum des Todes wieder genommen und gesühnt wird.« (Baudrillard 2011, 237) Baudrillard bezieht sich damit auf eine in unserer Gegenwart unterdrückte »symbolische Ordnung«, in der das Leben so lange als Verbrechen bestehe, bis es dem Tod »zurückgegeben« werde. (Baudrillard 2011, 237) In primitiven Gesellschaften – Baudrillard spricht von »Wilden« – werde der Tod als »soziale Beziehung« anerkannt und der Gegensatz von Leben und Tod rituell in einem gesellschaftlichen Tauschakt aufgelöst.

PersonPolitikerInZitate

In dieser Passage, einer »hommage à Paul Celan«, liefert Kofler eine Pastiche von Celans »Gespräch im Gebirg« (1959 entstanden) und ahmt sowohl den Inhalt als auch den repetitiven Stil voller Parenthesen nach: »Eines Abends, die Sonne, und nicht nur sie, war untergegangen, da ging, trat aus seinem Häusel und ging der Jud, der Jud und Sohn eines Juden [...]« (Celan 2000, 169).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Verkürztes Zitat aus Lexers »Kärntischem Wörterbuch«: »fut f. […] Grundform zu foutze«. (Lexer 1862, Sp. 106)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Matthias Lexer (1830–1892) stammte aus Liesing im Lesachtal, begann während seines Germanistikstudiums in Graz den Dialektwortschatz Kärntens zu untersuchen, 1860 an der Uni Erlangen Promotion mit dem »Kärntischen Wörterbuch«. Seine ab 1868 erarbeiteten mittelhochdeutschen Wörterbücher wurden zu bis heute verwendeten Standardwerken.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Thomas Bernhards Protagonisten »treten immer als Leser eines Werkes auf, dessen unmittelbare Bedeutung im Text vom Autor nie explizit gemacht wird.« (Schmidt-Dengler 1986, 44) In »Frost« etwa ist es Henry James ( Bernhard 2003b , 95); in »Alte Meister« spricht der Protagonist Regervon »meine[m] geliebten Montaigne oder meine[m] vielleicht noch mehr geliebten Pascal oder meine[m] noch viel mehr geliebten Voltaire« (Bernhard 2008, 26). In einer Vorstufe zu »Am Schreibtisch« rechnetKofler mit dieser Praxis Bernhards ab: »dieser unfug muß ja einmal abgestellt werden mit dem sei[n]en … u[nd] dem seinen .. u[nd] dem seinen .. […] außer den ja nur als bedrohung eingesetzten namen findet sich ja nichts, das auf tatsächliche beschäftigung, auf versthenen [sic], verstehen wollen schließen ließe«. (11/W7/3)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Möglicherweise ein Bezug zu Frank Wedekinds Liedentwurf »O Ruhe, o süße Ruhe« (Wedekind 2007, 301)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Mit dem Objekt-Begriff dürfte Kofler hier auf Jean Baudrillards Ausführungen zum »sexuellen Objekt« in »Die fatalen Strategien« (»Les stratégies fatales«, 1983, dt. 1985) rekurrieren. Darin gesteht er dem Objekt entgegen landläufiger Vorstellungen gegenüber dem Subjekt die Handlungshoheit zu: »geht die Initiative nicht insgeheim vom Objekt aus?« (Baudrillard 1991, 148)

PersonPhilosophInZitate

»ZETTEL’S TRAUM«: 1970 publiziertes Monumentalwerk des deutschen Schriftstellers Arno Schmidt (1914–1979)

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Kofler bezieht sich in diesem Satz auf die Ausführungen Georg Grabers zur »Truta mora« in seinen »Sagen aus Kärnten«: »Die Trut erscheint als kleines Faß (Panzile), als zottige Wolldecke (Kotze), in der Gestalt eines Kuhwampens mit dicken, spannenlangen Füßen und Händen […]. [...] Sie kriecht durch das Schlüsselloch, setzt sich dem im selben Augenblick Erwachenden auf die Brust, drückt ihn und saugt ihm das Blut aus« ( Graber 1944 , 140).

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PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Die Wahlverwandtschaften« (1809), Roman von Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832)

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Anspielung auf Schillers Antrittsvorlesung in Jena 1789: »Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?« (Schiller 1970)

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»die verbesserung von mitteleuropa. roman«: Hauptwerk Oswald Wieners, zunächst in Folgen in der österr. Literaturzeitschrift »manuskripte« erschienen, 1969 als Buch

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Salman Rushdie (* 1947), britisch-indischer Schriftsteller, sein Roman »Die satanischen Verse« (1988) erlangte durch die (heute noch gültige) »Fatwa« des iranischen Staatschefs Khomeini, in der er Rushdie zum Tode verurteilte, weltweites Aufsehen. Das Urteil wurde mit dem angeblich islamfeindlichen Inhalt des Buches begründet.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Gerhard Roth (* 1942), österr. Schriftsteller; zu »Winterreise«s. Eintrag ›Nagel‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

»Der Mann ohne Eigenschaften« (1943), Roman von Robert Musil (1880–1942)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Das Reich der Zeichen« (»L’empire des signes« 1970, dt. 1981), literaturtheoretischer Essay von Roland Barthes

PersonPhilosophInZitate

1922 erschienener Roman von James Joyce (1882–1941); in einem Brief an seinen Lektor Delf Schmidt spricht Kofler von seinem Roman »Der Hirt auf dem Felsen« als »meinem Ulysses« (Brief vom 24. 1. 1989, Abdruck in Amann 2000, 189).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Wahrscheinlich Anspielung auf den Roman »Die Giftmörderinnen « (1991) von Elfriede Czurda (* 1946)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Begriff aus der nordisch-germanischen Mythologie; eine der vier eschatologischen Katastrophen im Rahmen des Untergangs der Welt, die auch in der »Edda« beschrieben wird: »Der Seherin Gesicht, S.26 – 35): »Die Sonne verlischt, [/] das Land sinkt ins Meer; [/] vom Himmel stürzen [/] die heitern Sterne. [/] Lohe umtost [/] den Lebensnährer; [/] hohe Hitze [/] steigt himmelan.« ( Edda 1992 , 33)

Zitate

Gerhard Kofler: »Neue Südtiroler Extravaganzen. Gedichte 1982–1984« (1984)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Bekanntes Zitat Sartres: »Der Mensch ist verurteilt, frei zu sein. Verurteilt, weil er sich nicht selbst erschaffen hat, anderweit aber dennoch frei, da er, einmal in die Welt geworfen, für alles verantwortlich ist, was er tut.« (Sartre 1960, 16). Der Essay »Ist der Existenzialismus ein Humanismus?« wurde 1946 erstmals publiziert und steht in enger Verbindung zu Sartres Hauptwerk »Das Sein und das Nichts oder Was ist Existenzialismus?« (1943): Auch dort vertritt er die These, dass der Mensch, dazu verurteilt, frei zu sein, das Gewicht der gesamten Welt auf seinen Schultern trage: Er sei für die Welt und für sich selbst als Seinsweise verantwortlich. (Sartre 1991, 950)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Anspielung auf den Titel der Erzählung »Die Angst des Tormanns beim Elfmeter« (1970) von Peter Handke

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»Die letzte Welt« (1988), Bestsellerroman des österreichischen Schriftstellers Christoph Ransmayr (* 1954)

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Die 1992 im Wieser-Verlag erschienene Anthologie »Prosa-Land Österreich«, die die Gründe ihres Entstehens und die Art der Auswahl nicht erklärt, bringt den Abschnitt »Im Verbrauchermarkt « aus »Amok und Harmonie« ( Pittler 1992, 196–197). Im Autorenverzeichnis steht fälschlicherweise unter dem Namen Werner Kofler die Biographie Gerhard Koflers, wobei das Werkverzeichnis auch vier Bücher, die von Werner Kofler stammen, anführt (Pittler 1992, 354).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Protagonist in Karl Mays»Im Tal des Todes« (bzw. »Deutsche Herzen, Deutsche Helden«) s. Eintrag ›Im Tal des Todes‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Der Wachtelkönig gehört, zoologisch gesehen, zur Ordnung der Kranichvögel und ist nicht mit den Wachteln (Ordnung: Hühnervögel) verwandt. Da er etwas größer ist als die Wachtel, bezeichnete man ihn als König der Wachteln. Kofler bezieht sich wahrscheinlich auf das Gedicht »Dir untertänig durchs Mondgehör« von Christine Lavant, 1962 in einer Literaturzeitschrift erschienen. Die zweite Strophe lautet: »Du, wenn die dritte Saatfolge keimt [/] und das Enkelglied nachwächst im Hungerhalm, [/] bei Sonnenaufgang erwartet dich dann [/] der Wachtelkönig und ruft und verruft [/] jeden Tritt deiner herrischen Hufe [/] und verquert dir die Lichter« (Lavant 2014, 603).

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May beschreibt in »Im Tal des Todes«, wie die Reiter sich einer Schlucht nähern, »die tief zwischen zwei hohen, steilen Felswänden einschnitt« und sich dann zu einem Talkessel erweiterte. ( May 1953 , 304) Der Talkessel »wurde von schwarzen Felswänden gebildet, die beinah lotrecht abfielen [...]. [...] Grad in der Mitte des öden Kessels erhob sich ein Berg« ( May 1953, 305).

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»Die Fremde«, 1992 im Wieser-Verlag erschienener Roman von Marie-Thérèse Kerschbaumer, erstes Buch eines vierteiligen Romanzyklus

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Das »Schlagen« (Lautgeben) der Wachtel ist ein Motiv in Christine Lavants Gedichtband »Spindel im Mond« (1959), Lavant bringt es mit Herz und Herzschlag in Verbindung: »mein Herz, die Wachtel«. (Lavant 2014, 276) »Kornfeld« bezieht sich auf folgenden Gedichtanfang: »Der Südwind rührt sich im Wald [/] und die Wachtel im Weizen.« Später im Gedicht das »Wachtelschlagen«: »Aber ich habe Gottvater bestürmt [/] um einen leibhaftigen Beistand [/] beim Läuten des Winds, [/] beim Schlagen der Wachtel [/] und dem Schwund meines Herzschlags« (Lavant 2014, 333).

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Kofler dürfte hier u.a. auf Kerschbaumers 1980 erschienenes Buch »Der weibliche Name des Widerstands. Sieben Berichte« anspielen, in dem sich die Autorin mit dem antifaschistischen Widerstand von Frauen in Österreich beschäftigte.

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Im Roman »Im Tal des Todes« ist ein Quecksilberbergwerk mit wie Sklaven gehaltenen Arbeitern – darunter Martin von Adler(horst), seine Schwester und Mutter – Schauplatz. Das Bergwerk kann nur über eine Zisterne erreicht werden (vgl. May 1953, 333). s. Eintrag ›Im Tal des Todes‹

PersonMedienZitate

Reimmichl (eigentl. Sebastian Rieger, 1867–1953), Priester, Heimatdichter; seine Kalendergeschichten ( »Tiroler Kalender« ab 1920, »Reimmichlkalender« ab 1925) waren – und sind es in beschränkterem Maße immer noch – bei der bäuerlichen Bevölkerung beliebt und weit verbreitet (vgl. www.reimmichlkalender.at). Darin wird das urwüchsige, katholische, gläubige Volk als Ideal dargestellt, der Autor schlägt mitunter antisemitische Töne an (vgl. Hoiß 2006, 22).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Der Besitzer des Quecksilberbergwerks in »Im Tal des Todes« führt aus, »,daß es in einem Quecksilberbergwerk nicht gesund ist. Die Quecksilberdünste zerfressen die menschlichen Eingeweide‘«; darum sei es sehr schwer, Arbeiter zu bekommen. Die Arbeiter sind Gefangene, »,die nie mehr das Tageslicht erblicken werden.‘« (May 1953, 163)

Zitate

Dolores Visèr (eigentl. Wilhelmine Aichbichler, 1904–2002), österr. Heimatschriftstellerin, bereits als 22-Jährige hatte sie ihr erfolgreiches Romandebüt »Das Singerlein«. Sie konzentrierte sich auf christliche und historische Themen. Der erwähnte Roman »Licht im Fenster« erschien 1953.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Die Köchin im Märchen »Fundevogel« der Gebrüder Grimm wird »Alte Sanne« genannt. (vgl. Grimm 1985, 229)

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Wörtliches Zitat aus »Im Tal des Todes« (May 1953, 420)

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Figur aus Thomas Bernhards Roman »Alte Meister«, Musikkritiker der »Times«

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Paula Grogger (1892–1984), österreichische Schriftstellerin, hatte mit ihrem Roman »Das Grimmingtor« (1926) großen Erfolg. 1929 aufgrund der labilen Gesundheit in den Ruhestand versetzt, widmete sie sich ganz ihrer im Regionalen verwurzelten Dichtung. Ihr Volksschauspiel »Die Hochzeit« (1936) wird heute noch alle fünf Jahre in ihrem Heimatort Öblarn im Ennstal von Laienschauspielern aufgeführt. Grogger vermittelte die ihr zugesandten Gedichte Christine Lavants an den Verleger des Stuttgarter Brentano Verlags, wo ab 1948 ihre ersten Bücher erschienen.

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Gesuchter Verbrecher in »Im Tal des Todes«s. Eintrag ›Im Tal des Todes‹

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Erzählerfigur des Romans »Alte Meister«

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Kofler paraphrasiert in dieser Passage eine Unterhaltung zwischen den Protagonisten Adler(horst) und Winter (resp. Old Firehand) aus Mays»Im Tal des Todes«. Der ehemals Gefangene erzählt: »Ich weigerte mich natürlich, hier zu arbeiten, und erhielt die Peitsche. […] Gleich beim ersten Hieb, den er mir gab, unterschrieb ich im stillen sein Todesurteil. Aber ich war ja an eine Eisenstange gefesselt«. (May 1953, 357)

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Fortsetzung der Paraphrase aus »Im Tal des Todes«: »,Eines schönen Tages stellte ich mich ohnmächtig; ich fiel um. Er war so unvorsichtig, mich untersuchen – und da hatte ich ihn. Zwar steckten meine in eisernen Schellen, [...] aber ich besaß noch alle meine Kräfte, die durch den Grimm noch verdoppelt wurden; ich war ihm überlegen, er starb unter meinen Fäusten.‘« (May 1953, 358) s. Eintrag ›Im Tal des Todes‹

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Möglicherweise parodiert Kofler hier die Lavant-Exegese Josef Strutz’, der in seiner Arbeit »Poetik und Existenzproblematik« (1979) u.a. Spuren des Indogermanischen, der tantrischen Philosophie, des Mythischen im Lavant’schen Werk untersucht.

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Wörtliches Zitat aus »Im Tal des Todes« (May 1953, 425)

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Erste Strophe des Gedichts »So eine wildfremde Sonne!« aus dem Gedichtband »Spindel im Mond« (1959) von Christine Lavant (Lavant 2014, 260)

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»Wohnungen« (1969), Roman von Wolfgang Georg Fischer

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Anspielung auf Robert Musils Opus magnum »Der Mann ohne Eigenschaften«». « Zu Lebzeiten veröffentlichte Musil zwei Teile des Romans (1930, 1933), das Werk blieb unabgeschlossen

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Herbert Strutz (1902–1973), Journalist und Schriftsteller, nach verschiedenen Ausbildungen ab 1923 Journalist in Wien, ab den 1930er Jahren auch Schriftsteller, 1933 (illegales) NSDAP-Mitglied, 1945 nach kurzer Kriegsgefangenschaft nach Klagenfurt, bis 1955 Kritiker bei der »Volkszeitung«. 1941 erschien Strutz’ »Gnade der Heimat«, ein Band mit vordergründig unpolitischen Gedichten zum Lob der Scholle und des Bauerntums.

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»Möblierte Zimmer« (1972), Roman von Wolfgang Georg Fischer

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Möglicherweise ist damit Fritz Mauthners zweibändiges »Wörterbuch der Philosophie« (1910) gemeint, die Exemplare sind in der Universitätsbibliothek Klagenfurt vorhanden.

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Anspielung auf Erich Fried s Gedicht »Herrschaftsfreiheit« (1984): »Zu sagen [/] ,Hier herrscht Freiheit‘ [/] ist immer [//] ein Irrtum [/] oder auch [//] eine Lüge: [//] Freiheit herrscht nicht«. ( Fried 1993 , 25)

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Kofler paraphrasiert hier den Mord Moosbruggers an einer Prostituierten in Robert Musils Roman »Der Mann ohne Eigenschaften«: »bei der eisernen Brücke sprach ihn das Mädchen an. Es war so ein Mädchen, wie sie sich unten in den Auen an Männer vermieten«. (Musil 1974, 73) Sie folgt ihm, er kann sie nicht abschütteln, und hat plötzlich eine Idee. »Hinter der Planke, längs der jetzt der Weg führte, lag ein Sportplatz; da war man ganz ungesehen, und er bog ein. In dem engen Kassenhäuschen legte er sich nieder […]; das weiche verfluchte zweite Ich legte sich neben ihn. […] Da fühlte er etwas Hartes in ihrer oder seiner Tasche; er zerrte es hervor. Er wußte nicht recht, war es ein Messer oder eine Schere; er stach damit zu.« (Musil 1974, 74)

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Ein in der Literaturgeschichtsschreibung etablierter Begriff für die lose Vereinigung von fünf Künstlern im Wien der 1950er Jahre, die, beeinflusst von früheren Avantgarden, eigenständige Wege fernab klassisch-realistischer Kunstpraktiken gingen. Die Aktivitäten der Beteiligten (H.C. Artmann, Konrad Bayer, Friedrich Achleitner, Gerhard Rühm, Oswald Wiener) wurden von den Zeitgenossen kaum wahrgenommen; Artmann distanzierte sich früh (um 1958), spätestens mit dem Tod Bayers (1964) zerfiel die Gruppe. Der Begriff etablierte sich erst durch die von Gerhard Rühm besorgte Publikation »Die Wiener Gruppe« (1967). Um diese Setzung zu betonen, sprechen Li teraturwissenschaftler auch von der »sogenannten Wiener Gruppe« (vgl. u.a. Schmidt-Dengler 1995, 379) oder verwenden den Begriff unter Anführungszeichen (vgl. u.a. Zeyringer/Gollner 2012, 629).

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Der im Folgeabsatz erwähnte Thomas Bernhard wird hier stilistisch herbeizitiert, die Fügung »durch und durch« sowie der Superlativ sind typische Bernhard-Versatzstücke; vgl. etwa »ein durch und durch philosophisches Thema«; »[er] ging durch und durch peinigungssüchtig weg« (beide: »Verstörung«; Bernhard 2003b, 45 u. 90); »[w]as uns durch und durch deprimieren muß« (»Gehen«; Bernhard 2006c, 146).

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Hans Haider (* 1946), österr. Kulturjournalist, seit 1974 Mitarbeiter der Tageszeitung »Die Presse« (s. Eintrag ›kein Haider, welchen Vornamens immer‹). Haider hatte vom Suhrkamp Verlag Druckfahnen von Bernhards»Holzfällen« erhalten und bei der Lektüre in einigen Figuren reale Personen wiederzuerkennen geglaubt, etwa in der Figur Auersberger den Komponisten Gerhard Lampersberg, den er daraufhin kontaktierte.

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Erster veröffentlichter Roman Bernhards (1963)

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Anspielung auf Theodor W. Adorno s »Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben« (1951): In »Kalte Herberge« (Aphorismus 75) zeigt Adorno am Beispiel des – seiner Ansicht nach – Verfalls der Gastlichkeit in Wirtshäusern, wie in einer Gesellschaft, die von Sachlogik erfasst wird, Kälte oder nur eine Fassade von Wärme die Beziehung zwischen Individuen dominiert. »Zug um Zug [...] vernichten die Mittel den Zweck«, kehrten sich die Mittel des Gastgewerbes gegen das Wohl des Gastes. »Die Arbeitsteilung, das System automatisierter Verrichtungen, bewirkt, dass keinem am Behagen des Kunden etwas gelegen ist.« ( Adorno 2003 , 132) Die aus ökonomischen Gründen rationalisierte Organisation des Wirtshauses mache dieses zur »Kalten Herberge« und bewirke kulturelle Entfremdung. 2004 griff Kofler den Begriff für seinen Roman »Kalte Herberge « auf.

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In Musils »Mann ohne Eigenschaften« ersticht Moosbruggerdie Prostituierte Hedwig in einem Kassenhäuschen am Sportplatz (vgl. Musil 1974, 74) s. Eintrag ›Mann ohne Eigenschaften‹

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»Holzfällen. Eine Erregung« (1984): Roman von Thomas Bernhard

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In Musils »Mann ohne Eigenschaften« stellt ein Richter mehrere Fragen an Moosbrugger, u.a.: »Warum haben Sie das Messer weggeworfen? – Warum haben Sie nach der Tat frische Kleider und Wäsche angezogen? [...] – Weshalb sind Sie zu einer Unterhaltung gegangen?« (Musil 1974, 75)

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Gerhard Lampersberg (1928–2002), österr. Dichter und Komponist, ab den frühen 1950er Jahren kompositorische Tätigkeit in der Nachfolge Anton Weberns. Von Hans Haiders Leseprotokoll der Druckfahnen von Bernhards»Holzfällen« ausgehend erreichte Lampersberg eine einstweilige Verfügung gegen die Auslieferung des Romans. Das Gericht begründete dies damit, dass ein »nicht unbeträchtlicher« Teil der Leserschaft die »ehrverletzenden Beschreibungen und Wertungen des ›Auersberger‹« auf Lampersberg beziehen könne (vgl. Straub 2015, 180). Die Bücher wurden von Polizisten in Buchhandlungen beschlagnahmt. Ende 1984 wurde die Beschlagnahme aufgehoben, Anfang 1985 zog Lampersberg seine Klage au f üble Nachrede und Beleidigung zurück, es kam zu einer außergerichtlichen Einigung. s. Eintrag ›Lampersberg‹

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»Der deutsche Mittagstisch« (1978): Dramolett von Thomas Bernhard, in dem sich eine achtundneunzig Personen umfassende Familie zur Nudelsuppe versammelt, die sich als »Nazisuppe« erweist. s. Eintrag ›Nazisuppenzauberflöte‹

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»Die Verwirrung des Zöglings Törless« (1906), erster Roman Robert Musils

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Figur in Musils Roman »Mann ohne Eigenschaften«(s. Eintrag ›Frauenmörder Moosbrugger‹)

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Zitat aus Bernhards Roman »Holzfällen«: »Der Auersberger, der geile Schriftstellerverschlinger, dachte ich jetzt und ich hätte über diese meine Wortschöpfung im Augenblick auflachen können, wäre ich nicht zu müde gewesen dazu« (Bernhard 2007, 167)

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Der Ich-Erzähler in Thomas Bernhards»Holzfällen« bezeichnet die Figur Auersberger mehrmals als »Novalis der Töne« (Bernhard 2007, 25, 162, 197).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Ina Seidel (1885–1974), deutsche Schriftstellerin, Hauptwerk war der Roman »Das Wunschkind« (1930). Nach der »Machtergreifung« Hitlers beteiligte sie sich am Führerkult, nach 1945 veröffentlichte sie ohne Zäsur.

PersonAutorIn/JournalistInNationalsozialistInZitate

Anspielung auf Gerhard Rühm (* 1930), österr. Schriftsteller und Komponist. Rühm beteiligte sich in den 1950er Jahren an Gemeinschaftsarbeiten der sogenannten Wiener Gruppe und schuf Lautgedichte im Wiener Dialekt (u.a. »Hosn, rosn, baa«», «1959, gem. m. F. Achleitner u. H.C. Artmann); als Komponist stellte der ausgebildete Musiker (Klavier- und Kompositionsstudium in Wien) die Strukturen der Musik in den Vordergrund; 1972 bis 1996 war er Professor an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Anspielung auf Thomas Bernhard s Dramolett »Der deutsche Mittagstisch« (1978); darin wird die von der Familie Bernhard gegessene Nudelsuppe wortwörtlich zur »Nazisuppe«: »HERR BERNHARD springt auf [/] Jetzt hab ich aber genug [/] In jeder Suppe findet ihr die [/] Nazis [/] »schlägt mit den Händen in den noch vollen Suppenteller und schreit« [/] Nazisuppe [/] Nazisuppe [/] Nazisuppe« ( Bernhard 1988 , 111).

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Karl Heinrich Waggerl (1897–1973), österreichischer Schriftsteller, sein Debüt, der Roman »Brot« (1930), im Leipziger Insel Verlag war ein großer Erfolg, seit 1923 im Salzburger Wagrain wohnhaft, 1938 NSDAP-Mitglied, Salzburger Landesobmann der Sektion Schriftsteller der Reichsschrifttumskammer, nach 1945 reüssierte er als vielgelesener und umtriebiger Heimatdichter.

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TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Bezug zum »anstatt-daß-Song« aus Bertolt Brechts »Dreigroschenoper«: »Das ist der Mond über Soho« (Brecht 1988c, 134f.)

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Anspielung auf Peter Turrinis Text »Der liebe Gott und die Vagina«, in dem er davon erzählt, mit anderen Buben in seinem Heimatort Maria Saal während des Gottesdiensts unter den Bänken in die vorderen Reihen, wo Klosterschülerinnen saßen, geschlichen und dann »zwischen ihren Beinen« gelandet zu sein. »Der Priester redete von der Kanzel von Gott, in der Kirche roch es nach Weihrauch, und vor meiner Nase roch es nach Fut. Es war wunderbar. Bis heute sind der Futgeruch und der Weihrauchgeruch für mich auf das herrlichste miteinander verbunden« (Turrini 1996, 45; der Text ist Auszug aus einem Radiointerview mit Peter Huemer, »Im Gespräch«, Ö1, 25. 2. 1993). Seine Erfahrungen am Tonhof flossen in Turrinis Stück »Bei Einbruch der Dunkelheit« (2006) ein (vgl. Amann 2007).

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Den Begriff Vorschein prägt Ernst Bloch (1885–1977) in seinem Hauptwerk »Prinzip Hoffnung« (erstmals 1954–1959), um den Zusammenhang von Kunst und Utopie darzulegen. Kunst könne ästhetischer Vor-Schein werden, der im Horizont des Wirklichen stünde. (Bloch 1954b)

PersonPhilosophInZitate

»Saat und Reife. Bekenntnisse der Liebe und des Glaubens« (1938): Buchveröffentlichung von Ingeborg Teuffenbach, die sie Adolf Hitler widmete. Odilo Globocnik (s. Eintrag ›Globotschnigg‹), 1938 Wiener Gauleiter, schrieb in seiner Vorbemerkung, dass hier eine »junge Nationalsozialistin« schreibe, die »Streiterin« der »Kampfzeit vor der Machtergreifung in Österreich« gewesen sei. (Teuffenbach 1938, 7) Im ersten Zitat gibt Kofler die ersten und die letzten beiden Verse des titelgebenden Gedichts wieder (Teuffenbach 1938, 9), im zweiten – unter Auslassung eines Verses – die mittlere Strophe des Gedichts »Kärntner Gelöbnis«: »Blut und Erbe der Germanen [/] ist in unserem Geschlecht; [/] Blut und Erbe läßt uns ahnen: [/] Nur des Führers heilige Fahnen [/] schützen unser heilig Recht!«

PersonAutorIn/JournalistInNationalsozialistInMedienZitate

Zitat aus Blochs »Prinzip Hoffnung«: »Wobei die großen, also realistischen Kunstwerke durch die Notierung der Latenz, ja durch den – wie immer ausgesparten – Raum des Überhaupt nicht weniger realistisch werden, sondern mehr; denn alles Wirkliche verläuft mit Noch-Nicht in ihm. Bedeutende Tagtraumphantasiegebilde machen keine Seifenblasen, sie schlagen Fenster auf, und dahinter ist die Tagtraumwelt einer immerhin gestaltbaren Möglichkeit« (Bloch 1954a, 112).

PersonPhilosophInZitate

Im Kapitel »Prunk, Elysium in Oper und Oratorium « in »Das Prinzip Hoffnung«»« beschäftigt sich Bloch mit den Opern Mozarts und deren Ursprüngen im Barock: »auch die ,Zauberflöte‘ (mit der Regie-Anweisung zuletzt: ,Das ganze Theater verwandelt sich in eine Sonne‘) endet in dem Triumphton, Triumphland, dem die Barockoper verschworen war« (Bloch 1959, 971).

PersonPhilosophInMusikerInZitate

Kofler zitiert den Titel eines Kapitels aus Blochs »Prinzip Hoffnung«: »Tagtraum in entzückender Gestalt: Pamina oder Das Bild als erotisches Versprechen« (Bloch 1954a).

PersonPhilosophInZitate

Heimito von Doderer (1896–1966), österr. Schriftsteller; mit dem »gewaltigen Roman« könnte »Die Strudlhofstiege« (1951) oder »Die Dämonen« (1956) gemeint sein.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Leonce, Lenz und Lena« war der Name einer Buchhandlung am Fasanenplatz in Berlin. »Leonce und Lena« ist eine 1836 entstandene und erst 1895 uraufgeführte Komödie von Georg Büchner, »Lenz« eine postum 1839 erschienene Erzählung Büchners.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Fridjof Capras populärwissenschaftliches Buch »Wendezeit« (1983) war ein Schlüsselwerk der »New Age«-Bewegung.

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Letzte Strophe des 3. Teils des Gedichts »Die deutsche Mutter spricht «aus Teuffenbachs »Saat und Reife«. (Teuffenbach 1938, 79)

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»Fast ein Poet«: deutscher Titel des Theaterstücks »A touch of the poet« von Eugene O’Neill (1888–1953), Uraufführung 1957 postum in Dänemark, im selben Jahr deutschsprachige Erstaufführung im Rahmen der Salzburger Festspiele

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Bruno Brehm (1892–1974) war ein »ausgesprochener NS-Propagandaautor« (Hillesheim 1993, 85), dessen vor 1938 geschriebene Bücher erst nach dem »Anschluss« reüssierten; so bekam er für seine Weltkriegstrilogie (1931–33 entstanden) den »Nationalen Buchpreis« 1939 zuerkannt. Den »Anschluss« seiner Heimat an NS-Deutschland begrüßte er mit der Publikation Glückliches Österreich (Brehm 1938), von 1938 bis 1942 gab er die Zeitschrift »Der getreue Eckart« heraus.

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

»Das Wandern ist des Müllers Lust« lautet die erste Zeile des Gedichts »Wanderschaft« (1821) von Wilhelm Müller (1894–1927). Es wurde 1823 von Franz Schubert unter dem Titel »Das Wandern« als Teil des Liederzyklus »Die schöne Müllerin« vertont. (Müller 1906, 4f.)

PersonAutorIn/JournalistInMusikerInMedienMusikZitate

Der Begriff Gulag steht für das sowjetische Zwangsarbeitssystem, das vor allem in Gefangenenlagern umgesetzt wurde. Der 1973 erschienene Roman »Archipel Gulag«Alexander Solschenizyns (1918–2008) wurde als »künstlerische Bearbeitung« des Themas zum Inbegriff der Kritik an diesem System.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Hanns Gobsch (1883–1957), Offizier im Ersten Weltkrieg, »seit 1922/23 in Oberbayern tätiger Kämpfer für Hitler« (Klee 2009, 168), ließ sich in Murnau nieder, erfolgreicher Bühnenautor der NS-Zeit, Werkliste ohne Unterbrechung von 1927 bis 1948, vor allem historische Stoffe (vgl. Kosch 1953, 567). »Maria von Schottland. Drama der Leidenschaft in fünf Akten« liefert die »Vorgeschichte« zu Schillers »Maria Stuart«, das Stück wurde – zugleich mit Chemnitz und Augsburg – am 7. Februar 1940am »Kärntner Grenzlandtheater« uraufgeführt. (vgl. Rudan 1960, 101 u. 318)

PersonAutorIn/JournalistInZitateEreignis

Hans Sittenberger (1863–1943), aus Klagenfurt gebürtiger Pädagoge, Theaterkritiker und konservativer Schriftsteller, Autor literaturhistorischer Studien sowie historischer Prosa, lebte in Wien und Lednice/Eisgrub. Sein Drama »Sturm überm Land« thematisiert eine Kärntner Episode des NS-Putsches 1934, 1940 erhielt er dafür den »Kärntner Literaturpreis«.

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Dieses Kleindenkmal in Wolfsberg war ursprünglich mitten in der Lavant auf einem Felsen aufgestellt, 1986 wurde es in einen Teich neben der umgeleiteten Lavant umgesiedelt. Es erinnert der Sage nach an die Vertreibung der Juden aus Wolfsberg 1338 – Kofler gibt die bei Teuffenbach (Teuffenbach 1989, 51) erwähnte falsche Jahreszahl 1339 wieder. Das Wolfsberger Progrom ist historisch belegt, es wurden auch Personen ermordet. (vgl. Wiedl 2010, 3) Wie meist stützte sich die Vertreibung/Ermordung auf das Gerücht einer Hostienschändung. Beim »Judenstein« sollen sich die geschändeten Hostien von selbst im Fluss gereinigt haben. (vgl. Graber 1944, 331f.) Dass Kofler in mehreren Passagen des Buches auf die »Sagen aus Kärnten« von Georg Graber zurückgreift, ist kein Zufall: Graber gab das Buch 1944 heraus, laut einer Aussage Koflers war er Mitglied im Bereich »Ahnenerbe« der SS. (vgl. Corrêa 2004, 62)

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Der Ammann-Verlag schrieb im Klappentext zu Teuffenbachs Buch »Christine Lavant – Zeugnis einer Freundschaft« (1989) von einem »Dokument einer Freundschaft zwischen zwei Frauen, einer Freundschaft, die durch alle Höhen und Tiefen hindurchgegangen ist.«

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»Zeugnis einer Freundschaft « ist der Untertitel der Publikation »Christine Lavant – »Gerufen nach dem Fluß«« von Ingeborg Teuffenbach, die 1989 im Zürcher Ammann-Verlag erschien und viele bis dahin unveröffentlichte Gedichte und Briefe Christine Lavants enthält. Teuffenbach verwischt in dieser »poetischen Biographie« unreflektiert und ungenau Sachinformationen, Dokumente, Erinnerungen, Imaginationen, Zitate. (vgl. Steinsiek 1998, 217)

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Mao-Bibel: saloppe Bezeichnung für die Publikation »Worte des Vorsitzenden Mao Tsetung«, die 1965 in China, 1967 in Deutschland erstmals veröffentlicht wurde. Die Publikation – stets in rotem Einband, daher auch »rote Bibel« genannt – bildete die Grundlage des Maoismus und war von einigem Einfluss auf die Studentenbewegung 1968 und die daraus hervorgegangene »Neue Linke«.

ZitateEreignis

Die beiden ersten Verse des Lavant-Gedichts »Reiß mich los« (Lavant 2014, 276)

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Vollständiges Zitat der ersten sieben Verse des Lavant-Gedichts »Der Südwind rührt sich im Wald« (Lavant 2014, 333)

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Erste Strophe des Lavant-Gedichts »Ich höre kommen den schweren Mond« aus der Sammlung »Spindel im Mond« (Lavant 2014, 376)

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Der evangelische Pfarrer Johann Friedrich Oberlin (1740–1826) ging in die Literaturgeschichte ein, weil Büchner in Straßburg auf einen Bericht stieß, den Oberlin über den Aufenthalt des Dichters Lenz bei ihm in Waldersbach für seine Vorgesetzten verfasst hatte. Auf Basis dieser Aufzeichnungen entstand Büchners Erzählung »Lenz « (s. Eintrag ›Lenz im Gebirg‹). Oberlin wirkte als Pädagoge und Sozialreformer und gilt als der »Erfinder« des Kindergartens. (vgl. Riebsamen 2013)

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Bei seinem Aufenthalt in Wetzlar lernt Goethe Charlotte Buff (1753–1828) kennen und fasst »eine tiefe Zuneigung zu Lotte, der er sich nur durch überstürzte Flucht entziehen kann«; er hält den Kontakt allerdings aufrecht, ist er doch mit Johann Christian Kestner, Charlotte Buffs Verlobten, befreundet. Die Ähnlichkeiten mit dem Personal in Goethes Briefroman »Die Leiden des jungen Werther « (1774) sind auffällig (vgl. Jeßing 1999, 65).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Christiane Goethe (geb. Vulpius, 1765–1816) war Goethes drittes Ehefrau. Er verliebte sich 1788 in die Tochter aus armen Verhältnissen, die Beziehung wurde ein Jahr später öffentlich, im selben Jahr Geburt des einzigen überlebenden Kindes. Die unstandesgemäße Liaison galt als Skandal, erst 1806 heirateten die beiden. Von Goethes Zuneigung bezeugen ihr zugeeignete oder durch sie inspirierte Dichtungen (»Christiane-Gedichte«).(vgl. Jeßing 1999, 184)

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Held der Romanheft-Reihe »Rolf Torring’s Abenteuer«, verfasst von Autoren unter dem Sammelpseudonym Hans Warren; erschien zunächst zwischen 1930 und 1939 mit insgesamt 445 Ausgaben; ab 1950 wurde die Reihe fortgesetzt, aber bald stark verändert, sodass sie abgesehen von den handelnden Personen kaum noch etwas mit der Vorkriegsserie gemeinsam hatte. 1961 wurde sie eingestellt.

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Kofler bezieht sich in dieser Passage auf Bernhards»In Flammen aufgegangen«, einen Text, der erstmals im Programmheft zur Uraufführung des Stücks »Der Schein trügt« (1983, Schauspielhaus Bochum) erschien: Bernhards Ich-Erzähler spricht von Oslo als einer »langweilige[n] Stadt«, »die Menschen dort sind ungeistig, […] wie möglicherweise alle Norweger« (Bernhard 2010, 91); er spricht vom »widerwärtigen Brügge« (92) und von Österreich als »dem häßlichsten und lächerlichsten Land der Welt« (95). In einem Traum sitzt Bernhards Erzähler auf einem »Konglomeratblock auf dem Salzburger Haunsberg« (97). Danach habe er sich im Wienerwald wieder gefunden, mit Blick auf Wien und auf das »bestialisch stinkende Österreich« (97). Sowohl die Beschreibung der österr. Regierung (97f.) als auch den Satz nach »[h]insichtlich der Kirche« übernimmt Kofler wörtlich (94).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Im Sommer 1770 lernte Goethe die 18-jährige Pfarrerstochter Friederike Elisabeth Brion (1752–1813) kennen, ein Jahr später bricht Goethe den Kontakt ab. Zu dieser (wahrscheinlichen) Liebesaffäre sind keine Briefe erhalten, nur der literarische Niederschlag in den Büchern 10 und 11 von »Dichtung und Wahrheit« sowie die »Friederiken-Lieder«. (vgl. Jeßing 1999, 63)

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Märchen aus der Sammlung der Brüder Grimm (Grimm 1819a, 148–155)

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Schwank aus der Märchensammlung der Brüder Grimm (Grimm 1819a, 173–177)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Kofler wandelt hier das Gedicht »Rheinischer Bundesring« aus der von Clemens Brentanound Achim von Arnim herausgegebenen Sammlung »Des Knaben Wunderhorn« (1806) ab: »Bald gras’ ich am Neckar, [/] Bald gras’ ich am Rhein, [/] Bald hab ich ein Schätzel, [/] Bald bin ich allein.« (Grisebach 1806, 337f.)

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Märchen aus der Sammlung der Brüder Grimm (Grimm 1819a, 57–66)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Ilja Ehrenburg (1891–1967), russischer Schriftsteller und Journalist, veröffentlichte zeitlebens rund hundert Bücher, nach dem Angriff Deutschlands auf die Sowjetunion 1941 agitierte er in hunderten Artikeln und Frontberichten, um den Hass gegen die deutschen Soldaten zu schüren, zugleich stellte er das Leid der Menschen in einfacher Sprache in den Mittelpunkt, das machte ihn zu einer »nationale[n] Berühmtheit« (Marcou 1996 , 208). Nach Stalins Tod (1953) wurde sein Roman Tauwetter (1954) zum »Symbol für eine neue Etappe in der Geschichte seines Landes« (Marcou 1996, 300).

PersonAutorIn/JournalistInPolitikerInZitate

Ottokar Kernstock (1848–1928), Dichter und Priester, Tätigkeit als Kaplan und Pfarrer in der Oststeiermark, deutschnational eingestellter Heimatdichter, Dichter der österreichischen Bundeshymne 1930–1938, berühmt-berüchtigt für sein »Hakenkreuzlied« (1923)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Der im Schweizer Exil lebende deutsche Schriftsteller Kurt Kläber (1897–1959) veröffentlichte unter dem Pseudonym Kurt Held 1941 den Jugendroman »Die rote Zora und ihre Bande«, inspiriert von einer Jugoslawien-Reise des Autors im Jahr davor. Um 1974organisierte sich in der BRD unter diesem Namen eine linksextreme Frauengruppe (eine Abspaltung der »Revolutionären Zellen«), die mit terroristischen Formen (Anschläge auf Institute und Wirtschaftsunternehmen) gegen das Patriarchat und ,strukturelle Gewaltverhältnisse‘ (u.a. Gentechnik, Ausbeutung von Arbeitern in der Dritten Welt) protestierten.

PersonAutorIn/JournalistInZitateEreignis

Zitat aus Friedrich Hölderlins »Abendphantasie«, s. Eintrag ›Vor seiner Hütte‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

»Das eigensinnige Kind«: Sage aus der Märchensammlung der Brüder Grimm (Grimm 1819b, 152)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

In den »Seligpreisungen« des Matthäus-Evangeliums heißt es: »Selig, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen!« (Matth. 5,8)

Zitate

Im Vergleich zur Grimm’schen Märchensammlung von 1819 (2. Aufl.) teilweise abgewandeltes Zitat aus »Die kluge Else« (die Änderungen können auch einer späteren Druckversion entstammen): »Endlich erwachte die kluge Else, wie es schon ganz dunkel war und als sie aufstand, rappelte es um sie herum, bei jedem Schritt den sie that. Da erschrak sie und ward irre, ob sie auch wirklich die kluge Else wäre und sprach: ›bin ichs, oder bin ichs nicht?‹ Sie wußte aber nicht, was sie darauf antworten sollte und stand eine Zeitlang zweifelhaft, endlich dachte sie: ›ich will nach Haus gehen und fragen, ob ichs bin oder nicht, die werdens ja wissen‹« (Grimm 1819a, 176f.).

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»Jud Süß« (1940): nationalsozialistischer Propagandafilm um die historische Figur des jüdischen württembergischen Finanzbeamten Joseph Süß Oppenheimer, der als ruchloser Karrierist und Vergewaltiger dargestellt wird, der Film wurde von Goebbels 1939 in Auftrag gegeben (vgl. Koch 2011, 102). Lion Feuchtwanger behandelte den Stoff in seinem Roman »Jud Süß« (1925), die erste literarische Bearbeitung war die gleichnamige Novelle (1827) von Wilhelm Hauff, in der Oppenheimer gar nicht im Mittelpunkt steht und er nur durch »wenige antisemitische Klischees« beschrieben werde: »Geldgier, Gewissenlosigkeit, Hinterlist, Arroganz, Lüsternheit« (Mojem 2004, 152).

PersonSchauspielerIn/RegisseurInNationalsozialistInAutorIn/JournalistInMedienFilm/Fernsehen/RadioZitate

1946 erschien die erste Auflage des Lesebuchs »Bei uns daheim« mit »Lesestoffen für die zweite Schulstufe der österreichischen Volksschulen«. Die erwähnte Geschichte und das Märchen kommendarin nicht vor. (vgl. Bei uns daheim 1946) In »Guggile« berichtet der Ich-Erzähler, dass ihm sein Halbbruder »Ernsti« oft aus dem Lesebuch»«vorgelesen habe (GU 59, s. Eintrag ›bei uns daheim‹)

MedienZitate

Kofler zitiert aus einer Rezension von Christoph Ransmayrs Romans »Die letzte Welt« von Harald Wieser: »Der Sprachart ist Christoph Ransmayr hat sich mit der ,Letzten Welt‘ einen Logenplatz in der deutschen Literatur erschrieben« (Wieser 1988).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Steirischer Herbst: 1968 gegründetes Grazer Festival für zeitgenössische Kunst, maßgeblicher Initiator war der Volkskundler und ÖVP-Politiker Hanns Koren. Wichtig war von Beginn an das Spartenübergreifende und Provokante, es kam immer wieder zu Konfrontationen mit dem Publi kum, zu »Skandalen«, etwa 1975 zur Aufführung des Theaterstücks »Gespenster« von Wolfgang Bauer (vgl. Behr u.a. 2017, 375).

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Zitat eines geistlichen Volkslieds: »Herr, es will Abend werden, der Tag hat sich geneigt, [/] schon sinkt die Nacht auf Erden und alles ruht und schweigt.« (Stubenvoll 1995, 94) Der Liedtext bezieht sich auf das »Neue Testament«, die Bitte der Emmaus-Jünger: »Bleibe bei uns; denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben.« (Lukas 24,29)

Zitate

»Die Sprache ist das Haus des Seins«, schreibt der deutsche Philosoph Martin Heidegger (s. Eintrag ›Martin Heidegger‹) in »Über den Humanismus« : »In ihrer Behausung wohnt der Mensch. Die Denkenden und Dichtenden sind die Wächter dieser Behausung.« (Heidegger 1949, 5)

PersonPhilosophInMedienZitate

Der Kulturjournalist Karl Heinz Kramberg schrieb eine Rezension zu Koflers »Am Schreibtisch«, in der er ein Zitat aus dem Buch folgendermaßen kommentiert: »schmeckt wie verdünnter Céline, ist aber Kofler« (Kramberg 1988). Louis-Ferdinand Céline (1894–1961): franz. Schriftsteller, berühmt für seinen Roman »Reise ans Ende der Nacht« (1932), umstritten wegen seines Antisemitismus

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Christoph Ransmayr (* 1954), österreichischer Schriftsteller, er gehört seit dem Roman »Die letzte Welt« (1988) zu dem meistgelesen Autoren des Landes (s. Eintrag ›Die letzte Welt‹).

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PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

1949 startete der Verleger Otto Hirsch in Wien die Heftserie »Der Kriminalroman der Woche – Kommissar Wiltons Kriminalberichte«. Im Mittelpunkt steht ein in Südfrankreich agierender Kommissar. Von diesen Heftchenromanen sind über 1550 Nummern belegt.

Zitate

»Der späte Gast«: Gedicht von Willibald Alexis (1798–1871), bekannt als Lied durch die Vertonung Carl Loewes (1796–1869). Der späte Gast bringt bei Alexis den Tod.

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Gerhard Rühm (* 1930), österr. Musiker, bildender Künstler und Schriftsteller, er absolvierte ein Klavier- und Kompositionsstudium in Wien, war als Pianist tätig, bevor er Mitte der 1950er Jahre mit schriftstellerischen Arbeiten gemeinsam mit Friedrich Achleitner, H.C. Artmann, Konrad Bayer und Oswald Wiener die sogenannte Wiener Gruppe bildete. Mit der Anthologie »Die Wiener Gruppe «(1967) wurde er zu deren »Archivar« und Propagator.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Erneut greiftKoflerhier auf die »Kurier«-Kampagne gegen Sonntagszeitungsdiebe zurück: »Ob’s stürmt oder schneit [/] ob die Sonne scheint oder Nebelschwaden ziehen, [/] an jedem Ort [/] in den kleinen Gemeinden und in den großen [/] im Dickicht der Städte und im Unterholz des freien Landes [/] in aller Herrgottsfrüh [/] oder im Zwielicht der Dämmerung [/] kann‹s passieren. [/] Keiner weiß die Stunde, [/] keiner weiß wie. [/] Aber eins ist sicher: [/] einmal erwischt’s jeden. [/] Jeden Zeitungsdieb.« (Kurier, 6. 12.1986, 11/W7/1) Der Anzeigentext bezieht sich auf das Brecht-Stück »Im Dickicht der Städte«»« (UA 1923).

PersonAutorIn/JournalistInMedienWerbung/InseratZitate

Joseph Vilsmaier (* 1939): deutscher Regisseur, verfilmte 1995 Schneiders Roman »Schlafes Bruder«

PersonSchauspielerIn/RegisseurInAutorIn/JournalistInZitate

Eschbach: Handlungsort von Robert Schneiders Roman »Schlafes Bruder« (1992)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

In der erwähnten Rezension von Ransmayrs »Die letzte Welt« (s. Eintrag ›Die letzte Welt‹) wird Kafkas »Verwandlung« als Nachfahre der »Metamorphosen« bezeichnet: »Zwischen den Zeilen des Romans nämlich irrlichtert diese Erkenntnis: Die angstvollen Tagträume der antiken Ahnen sind die Nachtträume unserer Zeit. Auch dies ist eine Verwandlungskunst: die Verwandlungskunst der Zivilisation« (Wieser 1988).

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

»Die Berühmten« (1976): Theaterstück von Thomas Bernhard. Kofler zitiert hier wörtlich die Besprechung des »Kurier« zur Uraufführung des Stücks bei den Wiener Festwochen (zit. n. Bernhard 2005, 401f.)

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Uwe Koch (* 1954), deutscher Schriftsteller, mit dem Roman »Der Mann aus Sand« (1989) war er Verlagskollege Koflers bei Rowohlt.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Der unweit des Rheins gelegene Herrensitz Schloss Berg am Irchel (Kanton Zürich) wurde Rainer Maria Rilke von den Besitzern 1920/1921 rund ein halbes Jahr lang überlassen. Für den Dichter war es eine produktive Zeit, die bekanntesten Texte dieser Zeit sind die Gedichte »Aus dem Nachlaß des Grafen C.W.« und das Elegienfragment »Laß dir, daß Kindheit war«. (vgl. Engel/Fülleborn 1996, 420)

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TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Zitat aus Rilkes »Aus dem Nachlaß des Grafen C.W.«: »Berge ruhn, von Sternen überprächtigt; – [/] aber auch in ihnen flimmert Zeit. [/] Ach, in meinem wilden Herzen nächtigt [/] obdachlos die Unvergänglichkeit.« (Rilke 1950, 22)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Der Protagonist in Samuel Becketts »Molloy« kann sich nicht daran erinnern, wie er an den entsprechenden Ort gelangt ist: »Ich bin im Zimmer meiner Mutter. Ich wohne jetzt selbst darin. Wie ich hierhergekommen bin, weiß ich nicht« (Beckett 1976, 7).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Rilkebeschreibt die Entstehung des Gedichtzyklus »Aus dem Nachlaß des Grafen C.W.« als ein Hineinschreiben in einen produktiven Zustand mit Hilfe von Rollenfiktion: »ich wünschte mir so etwas wie die Spur eines bergischen Vorwohners, z.B. ein Heft im Bücherschrank (,zu eigener Produktion noch nicht eigentlich fähig und aufgelegt, mußte ich mir, scheints, eine Figur gewissermaßen ,vorwändig‘ machen, die das, was sich etwa doch schon, auf dieser höchst unzulänglichen Stufe der Concentration, formen ließ, auf sich nahm: das war Graf C.W. ….‘« (Brief vom 30.11.1920 an Frau Wunderly, zit. nach Schnack 1996, 712)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Bezug zu Rilkes »Aus dem Nachlaß des Grafen C.W.«

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»Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge « (1910), Roman in Tagebuch-Form von Rainer Maria Rilke

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Adolf Hitlers zweiteilige Programmschrift »Mein Kampf« erschien 1925/26.

Zitate

Zitat aus dem Gedicht »In Karnak war’s« aus Rilkes Zyklus »Aus dem Nachlaß des Grafen C.W.«: »In Karnak wars. Wir waren hingeritten[/] Hélène und ich, nach eiligem dîner.« (Erstdruck im »Insel-Almanach«1923; Rilke 1996, 174f.)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

In der Forschung ist von einer Grimm’schen Redaktion des »Kärntischen Wörterbuch«»s «nicht die Rede; Ingo Reiffenstein (Reiffenstein 1993, 85) erwähnt nur das briefliche Lob Jacob Grimms für das Wörterbuch. Lexer arbeitete ab 1881 am »Deutschen Wörterbuch« mit (N–Quurren, T–Tölp), das war allerdings lange nach Jacob Grimms Tod 1863. (vgl. Schlaefer 1993)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Abwandlung eines Zitats aus dem historischen Roman »Elisabeth Wandscherer, die Königin« von Joseph von Lauff (1855–1933): »Die Stadt lag ihm zu Füßen, und in Kraft seines Willens sandte er [der »König des neuen Jerusalem«] noch in selbiger Stunde seine Apostel nach allen Seiten der Windrose, um die neue Lehre auch in die äußersten Ecken seines ihm vorschwebenden Reiches zu tragen. Nach Soest oder der Mittagsgegend zu: Joachim Kosser, den Weber, Philippus Butendick, Lorenz Vischer und Thyß Ummegrove.« (Lauff 1931, 153) Dieser 1931 erschienene Roman handelt von den Wiedertäufern im Münsterland, vom sogenannten »Täuferreich von Münster« im 16. Jahrhundert. Lauff war ein zu Lebzeiten vor allem im deutschnationalen Lager vielgelesener Autor, der mit bis zu zwei veröffentlichten Trivialromanen pro Jahr die Geschichte seiner niederrheinischen Heimat behandelte.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Eventuell eine Anspielung auf Rilkes Gedicht »Damen-Bildnis aus den Achziger Jahren«: »daß man etwas erst in die Schatullen [/]legen dürfte, um sich im Geruch [/] von Erinnerungen einzulullen«. (Rilke 1908, 94).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Anspielung auf das Grimm-Märchen »Der Teufel Grünrock« (s. Eintrag ›nicht der Grüne‹).

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»Der Meineidbauer«: Volksstück von Ludwig Anzengruber (Uraufführung 1871)

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Im Grimm-Märchen »Herr Korbes« machen ein Hühnchen und ein Hähnchen eine Reise mit einem Wagen, vor den sie vier Mäuse spannen: »Nicht lange, so begegnete ihnen eine Katze, die sprach: ,Wo wollt ihr hin?‘ Hähnchen antwortete: ,Als hinaus [/]nach des Herrn Korbes seinem Haus‘« (Grimm 1980, 223). Die Katze steigt zu, ebenso des Weiteren ein Mühlstein, ein Ei, eine Ente, eine Stecknadel und eine Nähnadel. Alle verstecken sich, als sie Herrn Korbesnicht anwesend finden, im Haus. Als Korbes zurückkommt, wirft ihm die Katze Asche ins Gesicht, sticht ihn die Nähnadel im Polster usw., bis den aus dem Haus fliehenden Mann schließlich der Mühlstein erschlägt, der über der Tür lag. Ab der 6. Auflage von 1850 wurde den vorher abrupt endenden, willkürlich erscheinenden Gewalttaten ein Satz angefügt: »Der Herr Korbes muß ein recht böser Mann gewesen sein« (Grimm 1980, 224).

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Abschnitt 7 von Ludwig Wittgensteins »Tractatus logico-philosophicus« (1922): »Wovon man nicht sprechen kann, darüber muß man schweigen.« (Wittgenstein 1963, 115)

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Franz Josef Murau: Protagonist in Thomas Bernhards Roman »Auslöschung«

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Anspielung auf den Schriftsteller Robert Schneider (* 1961) und seinen Roman »Schlafes Bruder« (1992). Der in 36 Sprachen übersetzte Bestseller hat einen Sonderling im Vorarlberg der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Protagonisten. Dieser Elias Alder ist mit übersinnlichem Gehörsinn und großem musikalischem Talent ausgestattet, aus unglücklicher Liebe beschließt er, seinem Leben durch Schlafentzug ein Ende zu setzen.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Beginn der vierten Strophe der »Abendphantasie« (1799) von Friedrich Hölderlin; Kofler zitiert mehrfach daraus, u.a. s. Eintrag ›Vor seiner Hütte‹s. Eintrag ›Wie verscheucht‹.

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Beginn der 3. Strophe von Friedrich Hölderlins »Abendphantasie«: »Wohin denn ich? Es leben die Sterblichen [/] Von Lohn und Arbeit; wechselnd in Müh’ und Ruh’ [/] Ist alles freudig; warum schläft denn [/] Nimmer nur mir in der Brust der Stachel?« (Hölderlin 1992, 230) Zugleich Titel eines 1963 erschienenen Bandes mit autobiografischen und theoretischen Reflexionen der Lyrikerin Marie Luise Kaschnitz. (vgl. Kaschnitz 1963)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Alte Meister. Eine Komödie« (1985): Roman von Thomas Bernhard

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Buddenbrooks. Verfall einer Familie« (1901), Roman von Thomas Mann (1875–1955)

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Rolf Michaelisbetitelt seine Rezension zu Thomas Bernhards »Auslöschung«mit »Vernichtungsjubel«und betont darin mehrfach die sprachlichen Strategien des Vernichtens: »Hier soll Erzählen einmal nicht nur etwas retten, für die Vergangenheit aufbewahren, sondern im Erzählen, im atemlos wütenden Reden vor allem vernichten, kaputtmachen, auslöschen.« (Michaelis 1986)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Kofler bezieht sich hier auf Kants in der »transzendentalen Logik« der »Kritik der Vernunft«dargestellten Prinzipien des Denkens. Darin entwirft Kant zwölf Urteilsformen unter vier »Titeln«: Quantität, Qualität, Relation und Modalität, wobei jedes Urteil eine der zum jeweiligen Titel gehörenden Formen annehmen müsse. Kant ging es jedoch nicht um eine Klassifizierung der Urteile, sondern um eine Erfassung elementarer logischer Funktionen (Handlungen und Momente des Verstandes), die in den einzelnen Urteilen ausgeübt werden und darin zum Ausdruck kommen. »Die Tafel der zwölf Urteilsformen ist für Kant erschöpfend. Sie gibt ein vollständiges Bild der Leistungen des Verstandes«. (Wenzel 2011, 2287)

PersonPhilosophInZitate

Abgewandeltes Zitat der Figur Reger aus »Alte Meister«: »Wohin immer wir heute in diesem Land schauen, wir schauen in eine Senkgrube der Lächerlichkeit« ( Bernhard 2008 , 76). Bernhard zitiert diese Metapher im September 1985 in einer »Erwiderung« der kurz davor getätigten öffentlichen Aussage des damaligen Finanzministers Franz Vranitzky, dass Bernhards Theaterstück »Der Theatermacher«, das Österreich-Beschimpfungen enthalte, mit Steuergeldern finanziert sei: »Der Herr Vranitzky ist [...] genau einer von jenen dubiosen Nadelstreifsozialisten à la Kreisky, die unseren österreichischen Staat als die Zweite Republik dorthin gebracht haben, wo er heute ist, in der Senkgrube der Lächerlichkeit ( Alte Meister!), an seinem Ende.« (Bernhard 1985b)

PersonAutorIn/JournalistInPolitikerInZitate

Zitat aus Bernhards »Alte Meister«: »An jedem Morgen steigt uns die Schamröte ins Gesicht vor soviel Lächerlichkeit, mein lieber Atzbacher, das ist die Wahrheit.« (Bernhard 2008, 76)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Zitat aus Thomas Bernhards »Alte Meister«: »Sie leben in einer durch und durch lächerlichen und in Wirklichkeit verkommenen Welt, sagte er« (Bernhard 2008, 76).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Abgewandeltes Zitat aus Ovids »Metamorphosen«: »Seine Form blieb keinem erhalten« (Ovid 1996, 7) Ransmayrs Protagonist Cotta findet diese Worte in »Die letzte Welt« auf der Suche nach Ovid: »Die Steine kollerten einige […] Stufen hinab, und Cotta las: Keinem bleibt seine Gestalt.« (Ransmayr 1988, 15)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Zitat aus Thomas Bernhards »Alte Meister«: »Die ganze Welt ist heute eine lächerliche und DAZU ZUTIEFST peinliche und kitschige, das ist die Wahrheit« (Bernhard 2008, 80).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Zitat aus »Alte Meister«: »Ein so schönes Land, sagte Reger, und ein so abgrundtiefer moralischer Morast, sagte er [...]« (Bernhard 1985a , 264).

PersonZitate

Variation des »Einheitsfrontlieds« von Bertolt Brecht, einem der bekanntesten Lieder der deutschen Arbeiterbewegung (Musik: Hanns Eisler), entstanden 1934. Die ersten beiden Strophen beginnen jeweils mit »Und weil der Mensch ein Mensch ist«; Brecht variiert den Vers in der dritten Strophe: »Und weil der Prolet ein Prolet ist [/] Drum wird ihn kein andrer befrein.« (Brecht 1988b, 26)

PersonAutorIn/JournalistInMusikerInZitate

Kofler bezieht sich hier auf die Besprechung von Thomas Bernhards »Der Untergeher«»«von Peter Demetz (s. Eintrag ›Peter Demetz‹) in der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« und deren Untertitel: »Thomas Bernhard schreibt sich energisch und unbeirrt in die Weltliteratur hinein«. (Demetz 1983) Demetz nützt die Rezension zu einem Rundblick auf das Œuvre, dessen Wiederholungen und in seinen Augen schematisches Figureninventar er durchaus kritisch sieht, das er jedoch mit dem »Untergeher« und seinen Vorgängern »Die Billigesser«und »Wittgensteins Neffe« auf dem unbeirrbaren Weg in die Weltliteratur sieht.

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Abgewandeltes Zitat aus Karl Mays »Im Tal des Todes«: » Bill Newtons Augen glühten heimtückisch auf.« (May 1953, 420; s. Eintrag ›Im Tal des Todes‹)

PersonMedienZitate

Jean-Baptiste Grenouille: Protagonist des Bestsellers »Das Parfum. Die Geschichte eines Mörders« (1985). Der im Paris des 18. Jahrhunderts angesiedelte Roman von Patrick Süskind (s. Eintrag ›Süskind-Syndrom‹) erzählt die Geschichte eines Parfumeurs mit außergewöhnlichem Geruchssinn.

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Variiertes Zitat aus Süskinds »Das Parfum«: »Es stanken die Flüsse, es stanken die Plätze, es stanken die Kirchen, es stank unter den Brücken und in den Palästen.« (Süskind 1985, 6)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Variiertes Zitat aus Süskinds »Das Parfum«: »Es stanken die Straßen nach Mist, es stanken die Hinterhöfe nach Urin, es stanken die Treppenhäuser nach fauligem Holz und nach Rattendreck, die Küchen nach verdorbenem Kohl und Hammelfett; die ungelüfteten Stuben stanken nach muffigem Staub, die Schlafzimmer nach fettigen Laken, nach feuchten Federbetten und nach dem stechend süßen Duft der Nachttöpfe. Aus den Kaminen stank der Schwefel, aus den Gerbereien stanken die ätzenden Laugen, aus den Schlachthöfen stank das geronnene Blut. Die Menschen stanken nach Schweiß und nach ungewaschenen Kleidern; aus dem Mund stanken sie nach verrotteten Zähnen […]« (Süskind 1985, 5–6).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Variiertes Zitat aus Süskinds »Das Parfum«: »Der Bauer stank wie der Priester, der Handwerksgeselle wie die Meistersfrau, es stank der gesamte Adel [...]« (Süskind 1985, 6).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Mögliche Anspielung auf den ersten Satz von Adalbert Stifters 1857 erschienenem Roman »Der Nachsommer«: »Mein Vater war ein Kaufmann.« (Stifter 1977, 7)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Wörtliches Zitat aus Süskinds »Das Parfum«: »Die Luft war schwer vom süßen Schweißgeruch der Lust [...]« (Süskind 1985, 303).

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Variiertes Zitat aus »Das Urteil« (1913) von Franz Kafka: »Aber den Vater muß glücklicherweise niemand lehren, den Sohn zu durchschauen.« (Kafka 1994, 56)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Variiertes Zitat aus Süskinds »Das Parfum«: »Männer stolperten mit irren Blicken durch das Feld von geilem aufgespreiztem Fleisch […] kopulierten in unmöglichster Stellung und Paarung, Greis mit Jungfrau, Taglöhner mit Advokatengattin, Lehrbub mit Nonne, Jesuit mit Freimaurerin, alles durcheinander, wie’s gerade kam« (Süskind 1985, 303).

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Kofler meint hier möglicherweise nicht nur das englische Wort für Verlierer, sondern dürfte auch auf Andreas Loser, Protagonist in Peter Handkes Roman »Der Chinese des Schmerzes« (1983), anspielen.

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Naglist der Name des Protagonisten in Gerhard Roths Roman »Winterreise« (1978), der seinen Lehrerberuf aufgibt und sich mit seiner Freundin Annaauf eine Italienreise macht. In Koflers »Aus der Wildnis« spielt die »Winterreise« eine stärkere Rolle, u.a. persifliert Kofler eine Sexszene aus dem Roman (s. Eintrag ›Winters Reiseabenteuer‹).

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Abgewandeltes Zitat aus Becketts Roman »Molloy«, s. Eintrag ›Eine Praxis ist so gut wie die andere‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Kofler variiert hier die Sage »Das Gefangene Bergmandl«, die im steirisch-kärntnerischen Raum in mehreren Versionen existiert (Graber 1944, 20). Grundgerüst ist die Gefangennahme eines Bergmännleins durch Bergleute, das für seine Freilassung verschiedene Optionen anbietet. Die Bergmänner wählen stets die Bekanntgabe von ergiebigen Erzlagern im Berg, was das Bergmännlein froh darüber sein lässt, dass sie nicht nach der Bewandtnis des »Kreuzes in der Nuss« fragten. Diese Frage bleibt in allen Versionen offen.

Zitate

Die für den Protagonisten in Heller s (autobiografischem) Roman »Schattentaucher« neben Lissabon wichtigste Gegend ist das »Salzkammergut mit seinem Allerheiligsten, einem am Schnittpunkt zwischen Nord- und Westufer des Wolfgang- oder Abersees gelegenen Flecken Brunnwinkel. Er gehörte zum Markt St. Gilgen, wo Ferdinand als unfreiwilliger Ballast für Mutters Leichtlebigkeit den Großteil seiner Kindheitssommer verbracht hatte« (Heller 2003, 75).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Sir Gregory und Mr. Longvale sind Figuren in dem Roman »Der Rächer« von Edgar Wallace (s. Eintrag ›Edgar Wallace‹).

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Abu Seïf (arab. »Vater des Säbels«), Figur aus Karl Mays Abenteuerroman »Durch die Wüste« (1892), Anführer einer Seeräuberbande am Roten Meer

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Kanada Bill (eigentl. William Jones, 1837–1877), aus England stammender legendärer Trickbetrüger und Falschspieler in den USA und Kanada. Karl May schrieb zwei Erzählungen mit Episoden aus Jones’ Leben: »Ein Self-man« (1878) und »Three carde monte« (1879).

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»Der stumme Frühling« (im Original: »Silent Spring« , 1962): Sachbuchbestseller der Biologin Rachel Carson (1907–1964), die darin den Einsatz von Pestiziden scharf kritisiert. Das Buch gilt als ein Auslöser der amerikanischen Umweltbewegung und als Klassiker der ökologischen Literatur.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Zitat aus André Hellers »Schattentaucher«: »Auf dem oberen Lid des rechten Auges fehlten Ferdinand einige Wimpern. [...] Er empfand die geringfügige Verunstaltung als eine Art Denkmal für seine Internatszeit […]« (Heller 2003, 192).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Die Klimazonentheorie erklärt die Diversität des Verhaltens der Menschen in verschiedenen Erdregionen damit, dass das Klima über seine Einwohner bestimme. In Hellers Roman »Schattentaucher« wird behauptet, dass »der Einfluß der Temperatur auf den Lauf der Dinge unerforscht sei« und es einen Zusammenhang zwischen bestimmten theoretischen Entwürfen, Welterklärungen oder Religionen und dem Klima gebe (Heller 2003, 72f.).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

In der Erzählung »Lenz« (postum 1839) schildert Georg Büchner einen kurzen Ausschnitt aus dem Leben des Dichters Jakob Michael Reinhold Lenz (1751–1792), seinen Aufenthalt »im Gebirg«, im Steintal (Vogesen), bei Pfarrer Oberlin.Der Text hat einen der bekanntesten Anfänge der deutschsprachigen Literatur: »Den 20. ging Lenz durch’s Gebirg.« (Büchner 1986, 5) Lenz gehört zu den von Kofler geschätzten Außenseitern.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Bezug zum Schlusskapitel von Ernst Blochs »Prinzip Hoffnung«, Bloch schreibt darin, der Weg zum neuen »regnum humanum « könne nur durch »Sucher des aufrechten Gangs« gewiesen werden. (Bloch 1959, 1618) »Der aufrechte Gang ist das für Bloch im Prinzip Hoffnung intendierte Endstadium« (Thiergen 2010, 22). Zu Bloch s. auch Eintrag ›Vorschein‹

PersonPhilosophInMedienZitate

Anlehnung an den Sachbuchtitel »Begrabt mein Herz an der Biegung des Flusses« (1972, orig. »Bury My Heart At Wounded Knee«, 1971) von Dee Brown (1908–2002). In dem Buch wird die Geschichte der nordamerikanischen Ureinwohner von den 1860ern bis zum titelgebenden Massaker bei Wounded Knee 1890 aus deren Sicht erzählt. (vgl. Brown 1972)

Zitate

Martin Mordechai Buber (1878–1965), jüdischer Religionsphilosoph, bis 1938 Tätigkeit in Österreich und Deutschland, 1938 Flucht nach Palästina. Sein Hauptwerk »Ich und Du« (1923) legt der Welt ein dialogisches Prinzip zugrunde.

PersonPhilosophInZitate

Zitat aus André Hellers»Schattentaucher« (1987): »,Jeder von uns hat eine verschleppte Kränk.‘ ,Eine was?‘ fragte Ferdinand. ,Eine verschleppte Kränk. Eine Sehnsucht, die einen traurig macht. Etwas, das hätte sein sollen, aber nicht hat sollen sein‘« (Heller 2003, 6).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Die nordkoreanische Chuch’e-Ideologie versteht sich als Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus, sie stellt die Interessen Nords über jene der internationalen kommunistischen Bewegung. Kim Il-sŏngs Buch »Über Dschutsche in unserer Revolution« erschien 1979 in Pjongjang auch auf Deutsch.

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PersonPolitikerInZitate

Roman des irischen Schriftstellers Flann O’Brien (1911–1966), Originaltitel »At Swim-Two-Birds «(1939). Kofler zieht den Titel der deutschsprachigen Ausgabe von 1989 (»In Schwimmen-Zwei-Vögel oder Sweeny auf den Bäumen«) heran, die erste Übersetzung trug den Titel »Zwei Vögel beim Schwimmen« (1978).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Mao Tse-tung (1893–1976), Vorsitzender der KP Chinas ab 1943, prägende Figur der chinesischen Geschichte im 20. Jahrhundert, auch »Großer Vorsitzender« genannt. Der Maoismus, der sich aus seinen Schriften herleitete, war in der linken europäischen Studentenbewegung der späten 1960er und frühen 1970er Jahre populär. Kofler meint hier wohl die »Ausgewählten Werke« in vier Bänden, 1955 im Ostberliner Dietz-Verlag und 1968/69 im Pekinger Verlag für fremdsprachige Literatur erschienen. Band 1 dieser Ausgabe befindet sich in der Nachlassbibliothek.

PersonPolitikerInZitate

Erster Roman von André Heller (1987)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Friedrich Torberg (1908–1979), österr. Schriftsteller, sein Buch »Die Tante Jolesch« (1975), eine Sammlung Wienerischer Anekdoten, verhalf ihm zu Popularität, er war zudem der Übersetzer der zeitgenössischen Bestseller von Ephraim Kishon. Torberg war kein Kandidat für den »Hans-Moser-Fernsehpreis«.

PersonAutorIn/JournalistInSchauspielerIn/RegisseurInZitate

Anspielung auf eine Publikation Mao Tse-tungs: »Vom Kriege « (1969)

PersonPolitikerInZitate

Anspielung auf die Publikation Mao Tse-tungs »Über den Widerspruch« (1954)

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Abgewandeltes Zitat aus André Hellers »Schattentaucher«, in dem den Protagonisten während der Zeit im Internat »Furunkel, Abszesse und Gerstenkörner aller Art und Größe« quälen. »Sein Blut war damals vergiftet von Heimweh und Angst, und auch die zahllosen nächtlichen Gebete zu Maria, der mater admirabilis, konnten es nicht reinigen.« (Heller 2003, 192) Der Ehrentitel »Mater Ter Admirabilis« (»Dreimal wunderbare Mutter«) für die Gottesmutter Maria wurde 1604 vom Jesuitenpater Jakob Rem geprägt.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Karl May schrieb 1888 für die Knabenzeitung »Der gute Kamerad« die Erzählung »Der Geist des Llano Estacado«. Darin treibt eine Bande, die »Die Geier« genannt wird, ihr Unwesen. Zwei Jahre später wurde die Erzählung gemeinsam mit »Der Sohn des Bärenjägers« (1887) mit geringen Änderungen zum ersten »Jugendroman« Mays zusammengeführt (»Unter Geiern«). »Unter Geiern« wurde 1964 mit angepasstem Drehbuch und in der bekannten Besetzung mit Pierre Brice als Winnetou verfilmt.

PersonAutorIn/JournalistInSchauspielerIn/RegisseurInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Paraphrase einer Passage inHellers »Schattentaucher«, in der der Protagonist schildert, wie unangenehm es ihm gewesen sei, die Mutter mit fremden Verehrern beim Tanz zu sehen.»Einmal habe ich geschrien ,Dreckstück du!‘ und ,Mutter, hör auf! Laß dich nicht anfassen, deine Haut ist heilig, der Sonne gehört sie und Papa und mir!‘« (Heller 2003, 202)

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Kofler bezieht sich hier auf das »Sprechstück« »Hilferufe« von Peter Handke (UA 1967), in dem »das bedürfnis nach hilfe, losgelöst von einer bestimmten, wirklichen lage, akustisch den zuhörern« vorgespielt werden soll. Das Auffinden des Wortes »Hilfe« bzw. sein Aussprechen sei dabei der wichtigste Schritt für die Sprecher: »wenn sie dann aber endlich das wort hilfe gefunden haben, haben sie keine hilfe mehr nötig« (Handke 1972, 91). Finden die Sprecher in Handkes kurzem Stück das Wort »Hilfe« erst am Schluss, baut Kofler statt Handkes »Nein«, das er auf die jeweiligen »Versuche«, Hilfe zu finden, in immer kürzen Abständen stakkatoartig antworten lässt, die Hilferufe ein.

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»Landvermesser« verweist auf den Protagonisten in Kafkas Roman »Das Schloß.« (vgl. Kafka 1982, 7)

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Aus dem »Kärntischen Wörterbuch« entnommen: »»tritschumpra« f. weibliche Scham« (Lexer 1862, Sp. 71)

Zitate

Abgewandeltes Zitat aus dem »Steyrischen Hausmärchen« »Der tapfere Soldat«, das der Grazer Volkskundler Viktor Geramb in seine »Kinder- und Hausmärchen der Steiermark« (1942) aufnahm: »Es war einmal ein Schloß, in dem es nicht geheuer war. Unter diesem Schloß stand ein Wirtshaus.« (Geramb 1980, 94)

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Kofler paraphrasiert weiter das Märchen »Der tapfere Soldat«: »Einstens kam ein abgedankter Soldat, der bat beim Wirt um Herberge. Der Wirt hatte keinen Platz frei, sagte aber: »Wann du in oltn Schloß wüllst schlofn, obn is Platz gnua, aber obn loabs [leidet es] holt neamd, wirst holt obn net bleibn kinn [können].« (Geramb 1980, 94)

Zitate

Ottokar Kernstock (1848–1928), Priester, deutschnational eingestellter Heimatdichter, Text der österreichischen Bundeshymne 1930–1938, berühmt-berüchtigt für sein »Hakenkreuzlied« (1923).

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Alfred Döblin (1878–1957), deutscher Schriftsteller, 1929 erschien sein Großstadtroman »Berlin Alexanderplatz«. Im einem Brief an seinen Lektor Delf Schmidt schreibt Kofler über »Am Schreibtisch« als »eine Art Überleitung, Vorformen zum dritten Buch (meinem Ulysses, meinem ALEXANDERPLATZ – ein 200-Seiten-Werk zeichnet sich ab« (Amann 2000, 188f.)

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Name einer Protagonistin in Kafkas »Das Schloß«

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Paraphrase des Märchens »Der tapfere Soldat«: »Als er eine Zeitlang gelegen hatte, begann es zu herumzurumoren. [...] Als es aber zu arg wurde, stand er auf und machte Licht. Da warf es durch den Kamin einen Menschenfuß herab. […] Der Soldat setzte die Teile alle schön zusammen, und […] sagte er: ,Jetzt steh nur auf, daß ich einen Kameraden auch hab’!‘« (Geramb 1980, 95)

Zitate

Franz Josef Hödlmoser: Protagonist in Reinhard P. Grubers »Anti-Heimatroman« »Aus dem Leben Hödlmosers. Ein steirischer Roman mit Regie« (1973): »und dann trinkt er zum frühstück 2 krügel most« (Gruber 1999, 25)

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Anton Prestele (* 1949), deutscher Komponist, vertonte Grubers »Heimatlos – eine steirische Wirtshausoper in einem Rausch« (Uraufführung beim »steirischen herbst «1985).

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Anspielung auf den Text »Vom Dach der Welt« aus Reinhard P. Grubers Sammlung an »Schicksalsnovellen«. Gruber leitet dort in einem an wissenschaftliche Argumentationsketten angelehnten Vergleich Dachstein-Großglockner den Umstand her, dass »der Dachstein mit größter Wahrscheinlichkeit der höhere Berg ist«. (Gruber 1987, 56)

TopographieBergPersonAutorIn/JournalistInZitate

Drago Jancar schrieb ein auf Becketts »Warten auf Godot« basierendes Theaterstück, »Zalezujoč Godota « (1989). Das Stück hatte unter dem Titel »Vis-à-vis Godovsky« im Jänner 1990 in Wien (Theater im Konzerthaus) seine österreichische Erstaufführung. (Wiener Gesellschaft für Theaterforschung 1990, 89)

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Das 1904 nach Plänen des Wiener Secessionisten Josef Hoffmann errichtete Kurhaus in der Wienerwaldgemeinde Purkersdorf gilt als »Hauptwerk der kubisch-geometrischen Phase des Wiener Jugendstils. […] Das Klientel des Sanatoriums setzte sich durchwegs aus den elegantesten Wiener Gesellschaftsschichten zusammen [...]. Josef Hoffmann entwarf unter Mitarbeit der Wiener Werkstätte auch die Einrichtung des Sanatoriums, deren Einzelstücke zu den bedeutendsten Möbeldesigns der Periode zählen.« (Architekturzentrum Wien 2003) Nach dem »Anschluss« 1938 fand eine »Übernahme unter Zwang« (Enderle-Burgel 2018, 97) von der Erbengemeinschaft statt. Nach 1945 diente das Gebäude bis 1975 als Pflegeheim. In der Folge ließ man es verfallen, bis 1995 eine Renovierung stattfand. Zwischen 1996 und 2001 fand hier die Uraufführung von Joshua Sobols Theaterstück »Alma« unter der Regie von Paulus Manker statt.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInSchauspielerIn/RegisseurInZitate

Anspielung auf das steirische Märchen »Der bucklige Bauer«

Zitate

Alma Mahler-Werfel (1879–1964), Tochter des Malers Emil Schindler, kompositorische Ausbildung, 1902 Heirat mit Gustav Mahler, 1938–1940 Flucht aus Österreich in die USA mit Franz Werfel. Das Bild des »Phänomens« Alma Mahler-Werfel (Seele 2001 , 7) wird von ihren Ehen und Liaisons mit großen Künstlern geprägt (Zemlinsky, Pfitzner, Kokoschka, Gropius, Mahler, Werfel), woran ihre Selbststilisierung als genial veranlagte Muse, die ihr eigenes künstlerisches Schaffen zugunsten der Familie und der jeweiligen Genies zurückstellte (vgl. Mahler-Werfel 1960; Marchl 2009), gewichtigen Anteil hatte. Der israelische Dramatiker Joshua (Jehoschua) Sobol (* 1939) goss die Lebensbeschreibung Mahler-Werfels in ein Stationendrama: »Alma – A Show Biz ans Ende« (1999, ungedruckt). Das Stück trug die Alma-Legende international weiter. Nach der ersten Station, dem Sanatorium Purkersdorf, durchwanderte die Inszenierung eine weltweite Tournee: Berlin, Semmering, Wien, Lissabon, Los Angeles, Prag. 2015 feierte die Inszenierung in Wiener Neustadt ihr 20-jähriges Jubiläum.

TopographieOrtschaftPersonPersonMusikerInAutorIn/JournalistInPersonPersonPersonZitate

Kofler montiert im Folgenden immer wieder Teile des Märchens »Der bucklige Bauer« in den Textverlauf: »Es war einmal ein armer Bauer, der besaß außer vielen Sorgen auch noch einen großen Buckel. […] Jetzt trat der habgierige Nachbar hinter den Bäumen hervor, auf sie zu und sagte: […] ,Nehmt den Samstag auch dazu, am Sonntag geht die Welt zur Ruh!‘« (Stebich 1954, 221–224)

Zitate

Zitat aus Lies Katós Besprechung derErstaufführung von Jancars »Vis-à-vis Godovsky«: »,I bin vom Scheitel bis zum Schwanzl / Da guade, oide Kafka-Franzl‘ trällerten da nicht von ungefähr die Geheimpolizisten mit den literarisch vorbelasteten Namen in der Übersetzung des zweisprachigen Kärntner Jungschriftstellers Fabjan Hafner.« (Kató 1990)

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Theaterstück (1983 postum uraufgeführt) von Heinar Kipphardt (1922–1982), das Adolf Eichmann, den Chefkoordinator der Judendeportationen im »Dritten Reich«, als Mensch in den Mittelpunkt stellt

PersonAutorIn/JournalistInNationalsozialistInZitate

»Nachtigall, ich höre dich laufen«: berlinerischer Spruch unbekannten Ursprungs, der zum Ausdruck bringt, dass man jemandes verborgene Absichten durchschaut hat. Möglicherweise liegt der Redensart das Gedicht »Frau Nachtigall« aus »Des Knaben«»Wunderhorn« zugrunde (vgl. Bibliographisches Institut 2013, 522).

Zitate

Der Wachtelkönig gehört, zoologisch gesehen, zur Ordnung der Kranichvögel und ist nicht mit den Wachteln (Ordnung: Hühnervögel) verwandt. Da er etwas größer ist als die Wachtel, bezeichnete man ihn als König der Wachteln. Kofler bezieht sich wahrscheinlich auf das Gedicht »Dir untertänig durchs Mondgehör« von Christine Lavant, 1962 in einer Literaturzeitschrift erschienen. Die zweite Strophe lautet: »Du, wenn die dritte Saatfolge keimt [/] und das Enkelglied nachwächst im Hungerhalm, [/] bei Sonnenaufgang erwartet dich dann [/] der Wachtelkönig und ruft und verruft [/] jeden Tritt deiner herrischen Hufe [/] und verquert dir die Lichter« (Lavant 2014, 603).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Gier unter Ulmen«, Theaterstück des US-amerikanischen Dramatikers Eugene O’Neill (1888–1953), 1924 entstanden (Originaltitel: »Desire under the Elms«); Liebesdrama um eine Kindsmörderin im ländlichen New England um 1850, mit Versatzstücken griechischer Tragödien. 1958 wurde das Stück mit Sophia Loren und Anthony Perkins verfilmt (dt. »Begierde unter Ulmen«).

PersonAutorIn/JournalistInSchauspielerIn/RegisseurInMedienFilm/Fernsehen/RadioZitate

Beginn von Friedrich Hölderlins »Abendphantasie« (1799): »Vor seiner Hütte ruhig im Schatten sizt [/] Der Pflüger, dem Genügsamen raucht sein Heerd. [/] Gastfreundlich tönt dem Wanderer im [/] Friedlichen Dorfe die Abendgloke« (Hölderlin 1992, 230).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Erlebnisse in der Mundhöhle: Variation der Kapitelüberschrift »Erlebnisse in der Höhle« aus einer »Rolf Torring« -Episode sowie Anspielung auf Peter Turrinis Roman (1972), s. Eintrag ›Erlebnisse in der Mundhöhle‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

In dem in der Nachlassbibliothek vorhandenen Buch zur »Geschichte des Kärntner Bergbaues«, das Kofler nachweislich zur Abfassung von »Der Hirt auf dem Felsen «konsultiert hat, wird ein Aufsatz dieses Titels aus dem Jahr 1940 erwähnt. (Wießner 1950, 23)

Zitate

Anspielung auf Paul Celans »Todesfuge«: »Er ruft spielt süßer den Tod der Tod ist ein Meister aus Deutschland [...]« (Celan 2003, 40f.) Zugleich in dieser Schreibweise Bezug zu Fritz Todt (1891–1942), bis zu seinem Tod führender NS-Funktionär für die Bau- und Kriegswirtschaft.

PersonAutorIn/JournalistInNationalsozialistInZitate

Anspielung auf den ersten Satz von Adalbert Stifters 1857 erschienenem Roman »Der Nachsommer«: »Mein Vater war ein Kaufmann« (Stifter 1977, 7; s. Eintrag ›mein Vater‹).

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Vor allem in der historischen Schule der Nationalökonomie und in der marxistischen Theorie gebräuchliche Bezeichnung für das angenommene Endstadium des Kapitalismus. Die Autoren der Frankfurter Schule (Max Horkheimer, Theodor W. Adorno) verwendeten diesen Begriff für den nachliberalen, monopolistischen Kapitalismus. Jürgen Habermas’ »Legitimationsprobleme im Spätkapitalismus« (1973) trug dazu bei, dass der Begriff ein »berüchtigtes Reizwort aus den Theoriekämpfen der siebziger Jahre [wurde]. Gemeint war damit, dass Demokratie und Kapitalismus keine natürlichen Verbündeten sind.« (Asshauer 2012)

PersonPhilosophInZitate

Schuberts Leben und Wirken war vielfach Stoff für Theaterstücke, Filmdrehbücher und Operetten. Den Anfang der Operetten, die allesamt die Musik Schuberts integrierten, machte »Franz Schubert« (1864), ein »Liederspiel« von Franz von Suppé (1819–1895) nach einem Libretto von Hans Max. Gustav Burchardt (1844–1919) brachte 1896 das »musikalische Festspiel« »Franz Schubert« heraus. 1916 folgte das Singspiel »Das Dreimäderlhaus« von Heinrich Berté (1857–1924), dessen Libretto der süßliche, pseudobiedermeierliche Roman »Schwammerl« (1912) des steirischen Schriftstellers Rudolf Hans Bartsch (1873–1952) zugrunde liegt. Den erfolgreichen »Dreimäderlhaus«-Stoff bearbeiteten in der Folge Carl Lafite (1872–1944) in dem Singspiel »Hannerl« (1918) und M.[?] Dannenberg in »Hannerl und Schubert« (1919). 1927 folgte noch die Operette »Franz Schuberts erste Liebe« von Ernst Bethge (1878–1944), ein Jahr später Julius Bittners (1874–1939) »Der unsterbliche Franz« (vgl. Jary-Janecka 2000).

PersonMusikerInAutorIn/JournalistInMedienMusikZitate

Zitat aus dem Gedicht »Es ist was es ist« (1983) von Erich Fried: »Es ist Unsinn [/] sagt die Vernunft [/] Es ist was es ist [/] sagt die Liebe […]« (Fried 1993, 35)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Die Judenbuche – Ein Sittengemälde aus dem gebirgichten Westfalen«: Novelle von Annette von Droste-Hülshoff (1797–1848)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Wohltäter der Menschheit«: »Schauspiel in drei Aufzügen« (1895) des Berliner Journalisten und Dramatikers Felix Philippi (1851–1921), der mit Unterhaltungsdramen einigen Erfolg hatte. »Sein Sonderfach ist die dramatische Zurichtung Aufsehen erregender Tagesbegebenheiten« (Engel 1912, 436).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Bezug zu Immanuel Kants »Vernunft der reinen Kritik«: Kant spricht vom »Ding an sich«, der absoluten Realität, die dem Menschen aber nicht zugänglich sei – »[w]ir erkennen das Wirkliche nur in den Formen der Anschauung (Raum und Zeit) und des Denkens (Kategorien)«. (Eisler 1930) Wir können über die Dinge nur etwas in Form ihrer »Erscheinungen« sagen: »was die Dinge an sich sein mögen, weiß ich nicht und brauche es auch nicht zu wissen, weil mir doch niemals ein Ding anders als in der Erscheinung vorkommen kann.« (Kant 1911, 178) Das Kofler’sche »Ding ohne Erscheinung« gibt es also in der für uns möglichen Erfahrungswelt nicht, es ist gleichzusetzen mit Kants »Ding an sich«.

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Anspielung auf »Die Physiker«, 1962 in Zürich uraufgeführtes Theaterstück von Friedrich Dürrenmatt (1921–1990)

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Lied in Walzerform aus Ziehrers»Landstreicher«; in Ödön von Horváths Stück »Geschichten aus dem Wienerwald « (1931) singt eine Figur (Oskar) das Lied während einer Verlobungsfeier, Horváth setzt das Lied als Kitsch- und Surrogat-Marker ein: »Sei gepriesen du lauschige Nacht, [/] Hast zwei Herzen so glücklich gemacht. [/] Und die Rosen im folgenden Jahr [/] Sahn ein Paar am Altar« (Horváth 1986, 127).

PersonMusikerInAutorIn/JournalistInMedienMusikZitate

Anspielung auf Goethes »West-östlicher Divan« (entstanden ab 1814, Erstdruck um 1819)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Kärntnerischer Diminutiv von »Tögl«, dem hochdeutschen Tiegel entsprechend, Matthias Lexers »Kärntisches Wörterbuch« (1862) liefert zwei Begriffserklärungen: »ein irdenes Gefäss, schmalztögl, dann auch ein unbehülflicher, ungeschickter Mensch« (Lexer 1862, 61f.).

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Bezug zu Arthur Millers Theaterstück »Tod eines Handlungsreisenden« (1949)

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»Die kluge Else«: Märchen aus der Sammlung der Brüder Grimm. Elses Vernachlässigung der Bewirtung wurde sprichwörtlich: Else soll einen Freier, der um ihre Hand anhält, bewirten und aus dem Keller Bier holen. Sie kommt nicht wieder, weil sie im Bierkeller eine Axt über dem Bierfass im Holz stecken sieht und über dem Gedanken, die Axt könnte auf ihr zukünftiges Kind fallen, zu jammern anfängt (vgl. Grimm 1819a, 173–177).

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Es dürfte das Feuermotiv gewesen sein, das Kofler an der in der Folge mehrmals zitierten Passage aus Thomas Bernhards Roman »Frost« interessiert hat. Hier ein abgewandeltes Zitat: »Der Brandstifter stammt aus Kärnten, ,wo alle Verderbten herkommen‘, wie die Wirtin sagt«. (Bernhard 2003b, 198)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Abgewandeltes Zitat aus Bernhards »Frost«: »er sei erst im Spätherbst auf den Hof gekommen« (Bernhard 2003b, 198)

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Ausschnitt aus Hölderlins »Abendphantasie«, 5. Strophe: »In Licht und Luft zerrinnen mir Lieb’ und Laid! – [/] Doch, wie verscheucht von thöriger Bitte, flieht [/] Der Zauber; dunkel wirds und einsam [/] Unter dem Himmel, wie immer, bin ich –« (Hölderlin 1992, 231).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Variation der Hölderlin’schen »Abendphantasie«: »Gastfreundlich tönt dem Wanderer im [/] Friedlichen Dorfe die Abendgloke« (Hölderlin 1992, 230).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Der Begriff »Pfefferschuh« kommt in den Lavant-Gedichten nicht vor, aber »Pfefferholzschuh« (aus dem Gedicht »Kämme mich schnell mit den Hahnenkamm«, Lavant 2014, 499); »Schlüsselblick«: aus dem Gedicht »Im Rückgrat aufwärts glimmt ein Licht« (Lavant 2014, 450); »Findlingsschlaf«: aus dem Gedicht »Durst und Hunger sind zurückgegangen« (Lavant 2014, 438), »Würgholz«: aus dem Gedicht »Fremdblütig im Herzen der Nacht« (Lavant 2014, 453)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Anspielung auf den zweiten Teil von Thomas Bernhards Autobiografie »Der Keller. Eine Entziehung« (1976)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Wörtliches Zitat aus Bernhards Roman »Frost«. Im Original fehlt allerdings der Nachsatz »so der Maler«. (Bernhard 2003b, 198)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Georg Trakl schrieb in den Wochen vor seinem Tod am 3. 11. 1914 Gedichte, in die Eindrücke von der galizischen Front, an der sich Trakl Anfang September 1914 als Sanitäter befand, einflossen, darunter sein wahrscheinlich letztes Gedicht »Grodek«, das sich auf die Schlacht von Gródek (heute: Horodok, westlich von Lemberg/Lwiw) bezieht.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Textfragment in Franz Kafkas »Amerika« (bzw. »Der Verschollene«, entstanden zwischen 1911 und 1914, postum publiziert 1927)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Protagonist in Bernhards Roman »Frost«

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Die Namen der Zechen und Stollen sind wortwörtlich der »Geschichte des Kärntner Bergbaues« (Wießner 1950) entnommen. Die bayrischen Raubzüge sind eine Erfindung Koflers, die Fugger waren im 16. Jahrhundert selber im Bergbau im oberen Lavanttal und in Oberkärnten aktiv.

PersonUnternehmerInZitate

Horst Kurnitzky (* 1938), deutscher Philosoph, Religionswissenschaftler und Architekt, lebt in Mexiko und Berlin. Er publizierte in den 1970er Jahren wie Kofler beim Berliner Verlag Wagenbach (u.a. »Triebstruktur des Geldes: Ein Beitrag zur Theorie der Weiblichkeit«, 1974), war auch als Filmregisseur tätig (u.a. gem. mit Marion Schmid: »Niemanns Zeit. Ein deutscher Heimatfilm«, 1984/85). Gemeinsam mit Schmid war er 1986 Gast des von Werner Kofler organisierten Autorenprojekts »Ohne Motto, ohne Konzept« in der Alten Schmiede, Wien. Er beteiligte sich ab der zweiten Hälfte der 1960er Jahre (u.a. mit Rudi Dutschke) an sozialrevolutionären Initiativen. (vgl. Holmig o.J.) 1968 gab er Guevaras Schriften zur Guerilla-Methode heraus. (vgl. Guevara 1968)

TopographieOrtschaftPersonPhilosophInPolitikerInMedienFilm/Fernsehen/RadioZitate

Kofler bezieht sich hier auf Berichte über die Dreharbeiten der Tobis-Filmproduktionsgesellschaft am Iselsberg. Gedreht wurde allerdings nicht »Und ewig singen die Wälder« (s. Eintrag ›Das Erbe von Björndal‹), sondern der Film »Jugendliebe« nach Gottfried Kellers Novelle »Romeo und Julia auf dem Dorfe«: »Zimmerleute trafen ein. […] sie gaben sogar dem ,Iselsberger Hof‘ ein völlig neues Gesicht.« (Osttiroler Heimat 1944)

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftFilm/Fernsehen/RadioZitate

Richard Strauss (1864–1949), deutscher Dirigent und Komponist, neben Hans Pfitzner der letzte Vertreter der musikalischen Spätromantik . Strauss’ Werk war »für das Ansehen des NS-Regimes von immenser kulturpolitischer Bedeutung, da schon bald nach der Machtübernahme die meisten bedeutenden Künstlerpersönlichkeiten Deutschland verlassen hatten« (Karner 2002 , 82). Er wurde als »unpolitischer Botschafter« instrumentalisiert. Strauss wurde 1933 von Goebbels zum Präsident der Reichsmusikkammer ernannt, 1935 des Amtes enthoben, weil er am Libretto »Die schweigsame Frau« des »Nicht-Ariers« Stefan Zweig festhielt und ein kritischer Brief an Zweig ab gefangen wurde. Seine Werke erfreuten sich im NS-Staat ungebrochen großer Beliebtheit, er konnte ungestört in Garmisch-Partenkirchen komponieren, aber seine Bedeutung schwand, er galt in Berlin zusehends »als Fossil aus einer anderen Epoche« (Prieberg 1982, 210).

PersonMusikerInNationalsozialistInAutorIn/JournalistInZitate

Protagonist der Sage »Wie man im Traume reich wird« (Graber 1944, 115f.)

Zitate

Im Folgenden paraphrasiert und erweitert Kofler die Sage »Wie man im Traume reich wird«. (Graber 1944, 115f.)

Zitate

Anspielung auf das Grimm-Märchen »Der Teufel Grünrock«, in dem der jüngste von drei Brüdern verstoßen wird und sich in der Folge dem Teufel, der hier in einem grünen Rock und mit Pferdefuß auftritt, verschreibt (vgl. Grimm 1985a). (s. Eintrag ›Eines Tages‹)

MedienZitate

Carl Orff (1895–1982), deutscher Komponist und Musikpädagoge. Über seine Rolle im »Dritten Reich« gibt es unterschiedliche Auffassungen, Orff selbst habe nach 1945 darauf beharrt, »dass sein Werk, besonders die szenische Kantate »Carmina Burana« ,von den Nazis geächtet worden und er ihnen als Komponist und Bürger suspekt gewesen sei« (Kater 2004, 151), meist wird er als »Mitläufer« eingestuft. Die 1937 in Frankfurt/M. uraufgeführte »Carmina Burana« wurde trotz kritischer Stimmen in der NS-Zeit zu einem großen Erfolg. 1938 übernahm Orff den Auftrag, seine früheren Kompositionen zu Shakespeares »Sommernachtstraum« zu überarbeiten, als Ersatz für das Stück des »Juden Mendelssohn-Bartholdy« (Wagner-Régenys »Sommernachtstraum«-Musik betrachtete man als der Dichtung nicht ebenbürtig). Es gibt keinerlei Beweise dafür, dass Orff dieNS-Ideologie guthieß (vgl. Kater 2004, 176), aber für das Regime war er politisch offensichtlich ohne Makel.

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PersonMusikerInAutorIn/JournalistInMedienMusikZitate

»Bruder Eichmann« : Theaterstück (1983 postum uraufgeführt) von Heinar Kipphardt (1922–1982), das Adolf Eichmann, den Chefkoordinator der Judendeportationen im »Dritten Reich«, als Mensch in den Mittelpunkt stellt (s. Eintrag ›Heinar Kipphardt‹).

PersonAutorIn/JournalistInNationalsozialistInMedienZitate

Rudolf Wagner-Régeny (1903–1969), deutscher Komponist, beeinflusst u.a. von Kurt Weill und Hanns Eisler. Im Zentrum seines Schaffens stand die Oper; »Der Günstling oder Die letzten Tage des großen Herrn Fabiano« (1935) mit einem Libretto von Caspar Neher wurde zu einem großen Erfolg. Den Nationalsozialisten stand er anfangs »hilflos bis ablehnend« gegenüber (Karner 2002, 177), aber er nahm Aufträge an. 1934 lud die »NS-Kulturgemeinde« mehrere Komponisten ein, eine neue Instrumentalmusik zu Shakespeares »Sommernachtstraum« zu schaffen. Wagner-Régeny nahm, im Gegensatz etwa zu Hans Pfitzner und Werner Egk, die mit einem Honorar von 2000 Reichsmark verbundene Einladung an. (vgl. Prieberg 1982, 150f.) Seine Oper »Johanna Balk« führte bei der Uraufführung 1941 an der Wiener Staatsoper zu Tumulten zwischen Gegnern und Befürwortern dieser Musik. Wagner-Régeny arbeitete in der NS-Zeit als freischaffender Komponist und gab Kompositions- und Theorieunterricht, 1943–45 Militärdienst. Nach 1945 lebte er in der deutschen Sowjetzone bzw. DDR.

PersonMusikerInAutorIn/JournalistInMedienMusikZitate

Stunde: »einer der 24 Theile, in welche der Kreis des Grubenkompasses getheilt ist« (Veith 1871 , 480); streichen: »die Richtung der Längsausdehnung einer Lagerstätte in einer horizontalen Durchschnittslinie […] gegen die Mittagslinie des Beobachtungsortes«. (Veith 1871, 475) Kofler entnahm dieses Vokabular wohl Wießners »Geschichte des Kärntner Bergbaues«, wo u.a. von Erzgängen zu lesen ist, die »regelmäßig nach Stunde 3« streichen. (Wießner 1950, 26)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Diese Figur in Werner Egks Oper »Die Zaubergeige« wird – der sprechende Name deutet es an – als Wucherer dargestellt: »So ein Sack voll Geld ist doch das beste Skapulier [Überwurf eines Ordensgewandes]. Ich weiß, was das Geld gilt und halt’s für meinen Gott!« (Egk 1935, 87f.) Die »verschwiegene Quelle« des Stücks »ist das berüchtigte Grimm-Märchen vom Juden im Dorn , der in der Oper als Wucherer Guldensack auftritt und den des Kaspars Geige so lange zum Tanzen zwingt, bis der ,unchristliche Geldwolf‘ bewusstlos zusammenbricht.« (Braunmüller 2001)

PersonMusikerInAutorIn/JournalistInMedienMusikZitate

Nachdem Josef Weinheber (1892–1945) mit dem Gedicht »Dem Führer« bereits eine Eloge zu Hitlers 50. Geburtstag 1939 geschrieben hatte, entstand – offensichtlich bei einem Treffen mit dem Intendanten des Reichssenders, Veit Roßkopf – im Jänner 1939 die Idee einer »Fleißaufgabe« (Berger 1999, 300). Das »Hörspiel« »Die Hohen Zeichen«, für das Werner Egk Fanfaren- und Orgelmusik komponierte, bezieht sich auf die Übersiedlung der Reichsinsignien von Wien nach Nürnberg. Im ersten Teil rufen Schwert, Krone, Zepter und Reichsapfel chorisch nach dem »Einen«, der zweite thematisiert die »Wanderschaft« der Insignien, der dritte sei, so Weinheber, »als Apotheose der endlich vollzogenen Einheit des Reiches und des Mannes zu verstehen, der sie schuf« (zit. n. Berger 1999, 299). Das Stück wurde am 19. April 1939, am Vorabend des »Führer-Geburtstags«, im Rundfunk gesendet, Egk dirigierte die Ursendung in Leipzig selber. (vgl. Herbort 1970)

PersonAutorIn/JournalistInNationalsozialistInMusikerInMedienMusikZitateEreignis

Gedichtband von Baldur von Schirach (s. Eintrag ›Baldur von Schirach‹), 1929 im »Deutschen Volksverlag zu München« erschienen. Dem Band, den er »Adolf Hitler, dem Führer«, zueignete, stellte er ein Motto voran: »Die neue Front! Das ist kein Schlagwort, sondern das Symbol einer Jugend, die sich ihres gewaltigen Erbes bewußt ist. Diese Front der Wollenden, Sehnsüchtigen und Brennenden kennt nur Freunde oder Feinde, weil ihre Ziele die des Volkes sind. Man mag sie darum bekämpfen oder bejahen: immer bleibt sie das Deutschland, das da kommt!« (Schirach 1929, 4)

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Richard Trunk (1879–1968), deutscher Komponist; im Mai 1933 wurden zwei Sätze seiner kleinen Serenade zur Bücherverbrennung in München gespielt (vgl. Klee 2009, 559), der 1931 der NSDAP beigetretene Komponist war bis 1945 Ehrenvorsitzender des Arbeitskreises nationalsozialistischer Komponisten. Trunk vertonte den Gedichtband »Feier der neuen Front «von Baldur von Schirach (s. Eintrag ›Baldur von Schirach‹dresde) als »Zyklus für Männerchor«, op. 65 (Teile: "1. Hitler"; "2. Des Führers Wächter"; "3. O, Land"; "4. Horst Wessel"). 1934 wurde das Stück vom Berliner Lehrergesangsverein Hitler in der Reichskanzlei vorgetragen (vgl. Prieberg 1982, 193).

PersonMusikerInAutorIn/JournalistInMedienZitate

Zitat aus Friedrich Hölderlins »Hyperion«: »Und wenn ich oft des Morgens, wie die Kranken zum Heilquell, auf den Gipfel des Gebirgs stieg, durch die schlafenden Blumen, aber vom süßen Schlummer gesättiget, neben mir die lieben Vögel aus dem Busche flogen, im Zwielicht taumelnd und begierig nach dem Tag, und die regere Luft nun schon die Gebete der Thäler, die Stimmen der Heerde und die Töne der Morgengloken herauftrug, und jezt das hohe Licht, das göttlichheitre den gewohnten Pfad daherkam […], so stand ich Einsamer dann auch über den Ebnen und weinte Liebesthränen zu den Ufern hinab und den glänzenden Gewässern und konnte lange das Auge nicht wenden.« (Hölderlin 1992, 758)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Bezug zum Titel des »Spiegel« -Beitrags von Harald Wieser über Ovid und Christoph Ransmayrs »Die letzte Welt«: »Eine Flaschenpost aus der Antike«. Wieser meint mit »Flaschenpost« einerseits Ovids »Metamorphosen« (eine »antike […] Flaschenpost an die Nachgeborenen«), andererseits Ransmayr, der in Zukunft vielleicht »in bleibenden Bildern die Gegenwart« behellige, »mit einer literarischen Flaschenpost über die Moderne« (Wieser 1988).

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Zitat aus Harald Wiesers Rezension (1988) von »Die letzte Welt«, dort wird eine Passage aus dem Roman verkürzt wiedergegeben. Das Originalzitat lautet: »Zwischen verkrusteten Töpfen, Teegläsern und Brotresten rannten Ameisenzüge. Auf den Borden, auf den Stühlen, auf einem Bett lag feiner, weißer Sand [...].« (Ransmayr 1988, 16).

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Anspielung auf Hanns Renger (1916–1991), der nach seiner Ausbildung in Dresden bis 1969 das elterliche Schuhgeschäft in Wolfsberg führte. Mit dem Band »Eine Nuß voll Pfauenblau« trat er 1963 erstmals als Lyriker an die Öffentlichkeit (vgl. Kuehs 2017).

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Zitat aus »Die letzte Welt«: »[Dann] trat Naso in dieser Nacht vor einen Strauß schimmernder Mikrophone […] und sagte nur: Bürger von Rom.« (Ransmayr 1988, 60). Kofler zitiert die leicht abweichende Version der »Spiegel«-Rezension. (Wieser 1988) »Münchener«: Anspielung auf den CSU-Politiker Franz Josef Strauß (1914–1988), 1978–1988 bayerischer Ministerpräsident.

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»Die Schrecken des Eises und der Finsternis « (1984), Roman von Christoph Ransmayr

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Anspielung auf den Roman »Die Liebe in den Zeiten der Cholera« (»El amor en los tiempos del «cólera, 1985) von Gabriel Garcia Márquez

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Aus Anlass der drei Produktionen, in denen er während der Wiener Festwochen 1997 zu sehen war (u.a. in seiner »Alma« -Inszenierung), brachte die Zeitschrift »News« einen ausführlicher Beitrag über Paulus Manker, der mit Interviewpassagen durchzogen ist. »Ich will manchen Menschen Böses. […] Und ich bin geduldig und kann warten. Das kann einen ehemaligen Musiklehrer betreffen oder einen, der mich in der Schule nicht abschreiben hat lassen, einen Kollegen oder einen Journalisten. Siebzehn Jahre später habe ich ihn plötzliche auf dem Tablett« (Sichrovsky/Stroh 1997, 144).

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Möglicherweise Anspielung auf Heimito von Doderers Romantitel »Ein Mord, den jeder begeht« (1938)

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Oskar Kokoschka (1886–1980), österr. Maler, 1912–1914 Beziehung mit Alma Mahler-Werfel; Paulus Manker spielte in seiner Inszenierung von Joshua Sobols Stück »Alma – A Show Biz ans Ende « die Figur des Oskar Kokoschka.

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Anspielung auf das Grimm-Märchen »Der Teufel Grünrock « (Grimm 1985a, 443–445)

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»Unter Mördern und Irren«: Erzählung von Ingeborg Bachmann, die 1961 in der Erzählsammlung »Das dreißigste Jahr« erschien

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Kofler zitiert Ernst Blochs »Philosophische Grundfragen«: »Das, was ist, kann nicht wahr sein.« (Bloch 1961, 65)

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Schuberts Lied »Ellens dritter Gesang« (1825, nach Walter Scotts Gedicht »Lady of the Lake«) wird oft als »Ave Maria« bezeichnet.

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Kofler paraphrasiert hier die Sage »Der Unbekannte als Hochzeitsgast«. (Graber 1944, 151f.)

Zitate

Abgewandeltes Zitat aus »Der Unbekannte als Hochzeitsgast«: »Sie waren erst wenige Schritte gegangen, so hatte die Landschaft mit einem Male ein verändertes Aussehen. Lag erst noch tiefer Schnee auf Wad und Feld, so prangten sie jetzt im schönsten Frühlingsgrün.« (Graber 1944, 151).

Zitate

Wörtliches Zitat aus »Der Unbekannte als Hochzeitsgast« (Graber 1944, 152)

Zitate

Anspielung auf Werke der deutschen Schriftstellerin Annemarie von Auerswald (1875–1945), die großteils in der Germanenzeit angesiedelt sind, etwa: »Das Radkreuz. Eine Erzählung aus der Germanenzeit«, (1939), »Die ewige Ordnung. Germanenleben in der Broncezeit« (1943). Ein Auszug aus der Erzählung »Die Tochter vom Gerwartshof « wurde (in einer von der späteren Buchversion minimal abweichenden Form) in der Zeitschrift »NS-Frauenwarte« vorabgedruckt (Auerswald 1939), auf die Kofler in diesem Abschnitt mehrfach Bezug nimmt.

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Schlusssatz der Sage »Der Unbekannte als Hochzeitsgast« (Graber 1944, 152)

Zitate

In Annemarie von Auerswalds Erzählung »Die Tochter vom Gerwartshof« (1939) soll die Protagonistin Edelberga den Fürsten eines fremden Volkes heiraten, um mit diesem Bündnis in künftigen Kämpfen den Besitz ihrer Familie zu retten; sie weigert sich allerdings, kann die Heirat abwenden und durch die Vermählung mit dem Bruder einer Freundin ihrer Heimat treu bleiben. (Auerswald 1942)

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In dem Roman »Die Fistelstimme « (1980) von Gert Hofmann wird dem Ich-Erzähler vorgeworfen, Plagiate verfasst zu haben. Dieser erkennt in dem ihm unbekannten Buch, von dem er abgeschrieben haben soll, seine Gedanken und Formulierungen wieder. (vgl. Hofmann 1980, 35)

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Roman (1980) von Gert Hofmann (1931–1993), deutscher Schriftsteller, Gewinner des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs 1979. Der Protagonist des Romans entwirft eine Theorie der doppelten Identitäten, wonach alles doppelt sei, Gedanken, Naturphänomene, aber auch Personen.

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Abgewandeltes Zitat aus Auerswalds »Die Tochter vom Gerwartshof«: »Der herbe Duft der Arznei- und Würzkräuter erinnerte sie an blühenden Sonnenhang oder Waldesdunkel, aus dem sie gesammelt worden waren, Augentrost, Wohlverleih, Nachtschatten, Gänsefuß, Ampfer und wie sie alle hießen.« (Auerswald 1942, 5)

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Abgewandeltes, im zweiten Teil wörtliches Zitat aus André Hellers »Schattentaucher« (1987): »Immer und immer wieder hatte er sich gefragt: Was ist es, wofür ich träume, erwache, fiebere, genese, lerne, verweigere, verführe, stürze, irre und Halt suche?« (Heller 2003, 23)

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Bezug zu Thomas Bernhards Roman »Der Untergeher « (1983): »An diesem Wort Weltverblüffung hatte ich meine Freude […]. Ich selbst hatte nie das Bedürfnis nach Weltverblüffung gehabt, auch Wertheimer nicht, dachte ich.« (Bernhard 2006, 53)

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Kofler zitiert hier »Das Lied von Rig« (auch: »Das Merkgedicht von Rig«, altnord. »Rígsþula«), Teil der so genannten »Älteren Edda« oder »Liederedda« (häufig auf 1270 datiert), einer Sammlung von Liedern unbekannter Autoren, die Stoffe der nordischen Mythologie, aber auch germanische Heldensagen behandeln. »Das Lied von Rig« schildert den Ursprung der Stände (Knechte, freie Bauern und Adlige), hier im Ausschnitt die Bauern. Gott Rigbesucht nacheinander drei Familien, die in unterschiedlichen Verhältnissen leben. Er zeugt jeweils einen Sohn mit der Frau des Hauses. Die genannten Kinder sind die Nachfahren des mit der zweiten Frau gezeugten Sohnes. »Sie hausten behaglich [/] und hatten Kinder; [/] die hießen: Hölder , [/] Hausmann und Schmied , [/] Bauer , Pflüger , [/] Bonde , Steilbart , [/] Breit , Garbenbart , [/] Bursch , Degen , Mann .« (Edda 1992, 99)

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Joshua Sobol nannte sein Stücke »Alma« (1997) ein »Polydrama«: »Polydrama deshalb, weil es aus mehreren miteinander verwobenen Handlungssträngen besteht, die parallel an verschiedenen Orten stattfinden und gespielt werden« (www.alma-mahler.at/deutsch/information/polydrama.html, 28. 8. 2018).

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»In der Strafkolonie«, Erzählung Kafkas (1914 entstanden, 1919 veröffentlicht): Ein Forschungsreisender wohnt während seines Besuches in der Strafkolonie einer Exekution bei, welche den Delinquenten das Urteil nicht verkündet, sondern von einer eigens dafür konstruierten Maschine immer tiefer in die Haut geschrieben wird. Die Schuld des Verurteilten besteht darin, seine Pflicht des nächtlichen stündlichen Salutierens vor der Tür des Hauptmanns vernachlässigt zu haben. Der Hauptmann hat den Diener schlafend vorgefunden: »Er holte die Reitpeitsche und schlug ihm über das Gesicht. Statt nun aufzustehen und um Verzeihung zu bitten, faßte der Mann seinen Herrn bei den Beinen, schüttelte ihn und rief: ,Wirf die Peitsche weg, oder ich fresse dich.‘« (Kafka 1994, 213)

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Zitat aus der erste Strophe der Ballade »Die Bürgschaft« von Friedrich Schiller: »Zu Dionys dem Tirannen, schlich [/] Möros, den Dolch im Gewande, [/] Ihn schlugen die Häscher in Bande. [/] Was wolltest du mit dem Dolche, sprich! [/] Entgegnet ihm finster der Wütherich. [/] ,Die Stadt vom Tyrannen befreien!‘ [/] Das sollst du am Kreutze bereuen.« (Schiller 1992, 421)

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»Gibs auf«: kurze Parabel von Franz Kafka (entstanden 1922, 1936 publiziert). Der Titel stammt von Max Brod, Kafka überschrieb den Text mit »Ein Kommentar«.

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Zitat des Schlussverses von Christian Morgensterns Gedicht »Die unmögliche Tatsache«: »Und er kommt zu dem Ergebnis: [/] Nur ein Traum war das Erlebnis. [/] Weil, so schließt er messerscharf,[/] ›nicht sein kann, was nicht sein darf‹« (Morgenstern 1942, 67).

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Das Zitat stammt aus Gotthelfs Text »Eines Schweizers Wort an den Schweizerischen Schuetzenverein« (1842): »Dann lasse dich nicht verleiten durch oedes, irres Geschwätz! Im Haus muß beginnen, was leuchten soll im Vaterlande […]>« (Gotthelf 1925, 301). Kofler zitiert es erneut aus »Soldat und Liebe«: »›Im Hause muß beginnen, was leuchten soll im Vaterland‹, sagt Jeremias Gotthelf« (Bovet 1962, 31).

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Lose Formation von fünf Schriftstellern und Musikern (Friedrich Achleitner, H.C. Artmann, Konrad Bayer, Gerhard Rühm, Oswald Wiener), die ab ca. 1952 auch gemeinschaftliche Arbeiten schufen und zusammen auftraten. Mit dem »Austritt« Artmanns 1958 begann das Ende der Gruppe. Den Begriff verwendete Konrad Bayer erstmals in einem Artikel 1964 (vgl. Bayer 1964), Gerhard Rühm etablierte ihn mit der von ihm herausgegebenen Anthologie »Die Wiener Gruppe « (1967).

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Anspielung auf das 1956 in der von Hans Weigel (1908–1991) betreuten Reihe »Neue aus Österreich« erschienene Buch »Larifari: Ein konfuses Buch« von Friederike Mayröcker. Weigels Reihe stieß nur auf wenig Resonanz und war bald aus den Buchhandlungen verschwunden.

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»Der Hund des Generals« (1957), Erzählung des deutschen Schriftstellers Heinar Kipphardt (1922–1982)

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»Die schwarze Katze« oder »Der schwarze Kater« (engl. »The Black Cat«, 1843) ist eine Kurzgeschichte von Edgar Allan Poe (1809–1849); seit 1919 mehrfach verfilmt.

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Möglicherweise bezieht sich Kofler auf die Buchpublikation »Fleiß und Industrie« (1967) von H.C. Artmann. Der Begriff Industrie wird bei Artmann in der alten Wortbedeutung (von lat. industria) »(Gewerbe-)Fleiß«, Betriebsamkeit verwendet.

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»Krieg und Frieden«: 1868/69 veröffentlichter Roman des russischen Schriftstellers Leo Tolstoi (1828–1910)

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»Der Zimmerer«: Erzählung von Thomas Bernhard, erstveröffentlicht 1965 (»Neue Rundschau«), 1967 im Erzählband »Prosa« abgedruckt

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Kofler bezieht sich auf Thomas Bernhards berühmt gewordene Zuschreibung »Lebensmensch« , mit der der Ich-Erzähler in »Wittgensteins Neffe« seine »Lebensfreundin« bedenkt: »Aber in Wahrheit wäre ich auch ohne den Paul [...] nicht allein gewesen, denn ich hatte ja meinen Lebensmenschen, den nach dem Tod meines Großvaters entscheidenden für mich in Wien, meine Lebensfreundin, der ich nicht nur sehr viel, sondern offen gesagt, [...] mehr oder weniger alles verdanke« (Bernhard 2008, 223f.).

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Thomas Northoff (* 1947), österr. Schriftsteller, beendet seinen Roman »… stets ein leichtes Hungergefühl« (1981), der den Alltag eines Gefängnisinsassen schildert, mit den Worten: »Geschrieben auf Koflers Schreibmaschine« (Northoff 1981, 178).

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Kofler zitiert aus dem Gedicht »Germanenschabbes« des österr. Expressionisten Albert Ehrenstein (1886–1950): »Stahlhelmut! [/] Ich habe Pipi gemacht in den Wäldern!« (Ehrenstein 1961, 257). In diesem 1916 veröffentlichten Gedicht satirisiert der Dichter den Deutschnationalismus (»Nationalesel«) in seinen Auswüchsen und mit seinem Inventar: gemeinsame Ausflüge der »Wandervögel«, Insignien ( »Reichshakenkreuzbanner«) und eben die von Kofler zitierte Zeile, die das nationale Liedgut, das hier im »Schatten eines Wotanbartwisches« gesungen wird, lächerlich machen will.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Die Dreiteilung könnte auf den Titel eines der »Fäkaliendramen« Werner Schwabs – »Übergewicht, unwichtig: Unform«. (1991) – anspielen.

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»Das Verbrechen eines Innsbrucker Kaufmannssohnes«: Erzählung (1965) von Thomas Bernhard

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Masculin féminin« (1966, deutscher Untertitel: »Die Kinder von Marx und Coca Cola«): Film von Jean-Luc Godard nach Motiven der Novellen »La femme de Paul « (1881) und »Le signe« 81886) von Guy de Maupassant. Es gibt inhaltliche Parallelen zu Koflers Text: Nach seiner Entlassung vom Militärdienst trifft der Protagonist eine flüchtige Bekannte wieder, in die er sich verliebt. Es kommt zu verwickelten Liebeskonstellationen mit ihren Mitbewohnerinnen und am Schluss zum unvermittelten Tod des Hauptdarstellers. Der Film markiert Godards Wendung vom Spielfilm zum Essay-Film, der in einzelnen Episoden, Szenen, Einstellungen und über Zwischentitel einen »Bericht zur Lage der Jugend« inszeniert, die Verführung durch die Konsumwelt und falsche Träume (vgl. Krusche 1993, 352).

PersonSchauspielerIn/RegisseurInAutorIn/JournalistInMedienFilm/Fernsehen/RadioZitate

Robert Schneider baut in seinen Roman »Die Luftgängerin« einen Kritiker namens Egmont Nigg ein, den »größten Fettwanst, den das Rheintal je hervorgebracht hat« (Schneider 1998, 46). Schneider verweist in einem Interview mit der deutschen Illustrierten »Stern« Ende 1997 darauf, dass die Figur eine reale Entsprechung in einem »unfaßbar fetten« Journalisten habe, der sich mehrmals abschätzig über ihn geäußert habe (Michaelsen 1997, 93). Auch in der Rezeption wurde »Nigg« entschlüsselt: »Eine wichtige Rolle spielt die hiesige Presselandschaft, […] weil der Kulturredakteur der NEUE [»Neuen Vorarlberger Tageszeitung«, Claudius Baumann] eine im doppelten Sinne gewichtige Rolle hat« (Mika 1998); »[tritt der] Kulturredakteur Claudius Baumann als der phäakische Kritiker Egmont Nigg« auf (Seiler 1997, 115).

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

»Der Prozess«: 1914/15 entstandener, unvollendeter und postum (1925) erschienener Roman von Franz Kafka

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Die »Kronen Zeitung« schrieb in einer Reportage zum Erscheinen von Robert Schneiders zweitem Roman »Die Luftgängerin« (1998): »In New York gewöhnte sich Robert, der auf manchen Bildern aussieht wie der Bruder von Schubert, eine schwarze Tarnkappe an« (Svoboda 1998, 23; im Nachlass vorhanden, 11/W16/S1).

PersonAutorIn/JournalistInMusikerInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Zitat aus der Polemik »Fahrende Sänger« (1907), in der sich Karl Kraus mit der Berichterstattung Wiener Blätter von der Amerika-Fahrt des Wiener Männergesangsvereins auseinandersetzt: »Doch wo Männer und Frauen auf einem Deck versammelt sind, darf ein intelligenter Berichterstatter nie versäumen, neben dem Appetit auch der zarteren Triebe zu gedenken, galante Spiele zu inszenieren und aufzuhorchen, wenn der Schneiderhan balzt.« (Kraus 1907, 5) Franz Schneiderhan (1863–1938), Hutfabrikant, 1899–1907 Vorstand des Männergesangsvereins, 1905–1908 Direktionsmitglied der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, 1926–1932 Generaldirektor der Österreichischen Bundestheater, 1935–1938 Präsident der Internationalen Stiftung Mozarteum (vgl. Santifaller u.a. 1994, 390).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Im Grimm’schen Märchen »Rumpelstilzchen« sucht die Königin nach dem Namen des Männleins, am zweiten Tag sammeln ihre Kuriere die ungewöhnlichsten im ganzen Land ein und kommen auf das Ergebnis: »Rippenbiest, Hammelswade, Schnürbein« (Grimm 1825, 198).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Anspielung auf Thomas Bernhards Roman »Frost« und dessen Hauptfigur, den Kunstmaler Strauch (s. Eintrag ›Maler Strauch‹)

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

»Traum und Trauer des jungen H. Elf Stationen«: Theaterstück von Robert Schneider, Uraufführung am 20. 11. 1993 im Niedersächsischen Staatstheater Hannover. Schneider orientiert sich in diesem Dialektstück »in auffallender Weise an den Stationen der mythischen Vita Hitlers und geizt dabei nicht mit Hinweise auf vermeintliche Parallelen zum Leben Jesu« (Atze 2003, 58).

PersonAutorIn/JournalistInNationalsozialistInZitate

»Ein Landarzt«: Erzählung von Franz Kafka (1917 entstanden, 1918 veröffentlicht) bzw. Buch mit der Erzählung gleichen Titels und dreizehn weiteren Prosatexten (1920); s. Eintrag ›Landarzt‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Leni ist der Name einer Protagonistin in Kafkas Roman »Der Prozess«.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Vom Fundevogel«: Märchen aus der Grimm’schen Sammlung der »Kinder- und Hausmärchen«. In der Geschichte heißt so ein Kind, das von einem Greifvogel aus dem Schoß der im Wald schlafenden Mutter auf einen hohen Baumstumpf geschafft und von einem Förster entführt wird, damit sein eigenes Kind ein Geschwister habe (vgl. Grimm 1825, 172–175). s. Einträge ›Lenchen‹ und ›Nach meinen Informationen‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Bezug auf die Sage »Das Gefangene Bergmandl«, die im steirisch-kärntnerischen Raum in mehreren Versionen existiert (Graber 1944, 20) s. Eintrag ›die Geschichte vom Kreuz in der Nuß‹

MedienZitate

»Ich hab’ dir nie einen Rosengarten versprochen « (orig. »I Never Promised You a Rose Garden«): Roman (1964) von Joanne Greenberg um eine an Schizophrenie erkrankte junge Frau. Der US-amerikanischen Regisseur Anthony Page verfilmte 1977 den Roman.

PersonAutorIn/JournalistInSchauspielerIn/RegisseurInZitate

Lenchen heißt die Tochter des Försters aus dem Grimm’schen Märchen »Vom Fundevogel«, dem er das Fundevogel genannte Findelkind zugesellt. Die beiden verbinden sich untrennbar miteinander und wehren mit Zauberkräften einen Anschlag der Haushälterin auf das Leben Fundevogels ab und töten diese.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Kofler spielt in dieser Passage auf Verhörsituationen in Kafkas »Prozess« an.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Kofler zitiert hier aus der letzten Strophe von Franz Grillparzers Gedicht »Alpenszene«, das die »seligen Trotteln« in den abgeschiedenen Alpengegenden zum Gegenstand hat: »So leben sie friedliche Tage, [/] Erzeugen maulaffende Kinder, [/] Der Vater erneut sich im Sohne [/] Und ruhig auf Trottel den Ersten, [/] Wie Butter, folgt Trottel der Zweite.« (Grillparzer 1969, 257)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Josef K.: Protagonist in Franz Kafkas Roman »Der Prozess«

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Franzobel (* 1967), österr. Schriftsteller, mit seiner Prosa »Die Krautflut« gewann er 1995 den Ingeborg-Bachmann-Preis.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Wörtliches Zitat aus Herbert Marcuses Aufsatz »Ethik und Revolution« (1964), in dem er die Frage stellt, ob und wann eine Revolution sowohl im politischen als auch ethischen Sinne als notwendig gerechtfertigt werden kann (Marcuse 1984, 104).

PersonPhilosophInZitate

Figur im Theaterstück »Ein Sportstück« von Elfriede Jelinek, ein Alter Ego der Autorin. Die Uraufführung 1998 am Wiener Burgtheater inszenierte Einar Schleef.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInSchauspielerIn/RegisseurInZitateEreignis

Alice Schalek (1874–1956), österr. Journalistin, berühmt geworden durch ihre »Verewigung« im Theaterstück »Die letzten Tage der Menschheit« von Karl Kraus

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Die Uraufführung von Elfriede Jelinek Theaterstück »Ein Sportstück« unter der Regie von Einar Schleef fand am 23. 1. 1998 am Burgtheater statt. Legendär wurde der Kniefall des Regisseurs auf offener Bühne vor Direktor Peymann, als um 23 Uhr die Vorstellung noch nicht zu Ende war (nach diesem Zeitpunkt fallen hohe Überstundengebühren an) (vgl. Behrens 2003, 202). Am 15. März stand eine »Langversion« des Stücks auf dem Programm, zu dem die Zuschauer aufgefordert wurden, in Kostümen zu erscheinen.

PersonAutorIn/JournalistInSchauspielerIn/RegisseurInZitateEreignis

Kofler bezieht sich auf den Tod des Kulturredakteurs Claudius Baumann. Dieser erlitt am 15. März 1998 im Taxi eine Herzattacke, nachdem er die Langversion von Jelineks »Sportstück« am Burgtheater besucht hatte (vgl. Freuis 1998).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Kofler zitiert, paraphrasiert und verändert in diesem Abschnitt Auszüge aus Gerhard Roths»Winterreise« (1978), das »Protokoll einer Lebensverstörung« (Michaelis 1978) ohne Gattungsbezeichnung. Im Nachlass befindet sich die 1. Fortsetzung des Vorabdrucks in der Zeitschrift »Manuskripte« (Heft 57/1977) mit Annotationen Koflers.

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Das bezeichnete Foto von »Mauthausen 2000« konnte nicht gefunden werden, damit auch nicht das »Gruppenfoto vor einem Würstelstand am Schwarzenbergplatz« (laut Kofler in der Zeitung »daneben« platziert). Es wurden sämtliche österr. Tages- und Wochenzeitungen, die vom »»Sportstück«»-«Marathon« am 15. März 1998 berichteten, eingesehen.

MedienMusikZitate

Hier und im Folgenden Bezug auf Roths»Winterreise«, wo die entsprechende Passage lautet »Er öffnete die Schamlippen und blies den Atem aus. Er wollte, daß sie sein Atemgeräusch hörte und blies weiter und zog die Schamlippen so weit auseinander, als es möglich war. […] Nagl griff nach der Weinflasche und zog den Korken heraus« (Roth 1977, 19).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Jochen Herdieckerhoff (1963–2006), deutscher Dramaturg, lebte ab 1996 in Wien. Mit seiner auffälligen Kostümierung, einem Taucheranzug samt Schnorchel, Taucherbrille und Flossen, gewann er am 15. März 1998 den Preis (ein Burgtheater-Abonnement) für das originellste Kostüm unter den »Sportstück«-Zusehern (vgl. Kralicek 2006).

PersonSchauspielerIn/RegisseurInZitate

Möglicherweise Anspielung auf das Märchen »König Drosselbart« der Gebrüder Grimm

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Robert Schneider behauptet im »Stern«-Interview am 31. 12. 1997, dass der Kulturredakteur, der sich hinter seiner Figur Nigg verberge, in einem Beitrag für die Grazer »Kleine Zeitung« gefordert habe, er gehöre erschossen (Michaelsen 1997, 93). Schneider gibt das genau Datum der Ausgabe an (17. 12. 1993) – dort findet sich kein entsprechender Beitrag. Claudius Baumann schreibt in einer Entgegnung im Jänner 1998: »Was Schneider gemeint und als Ausgangspunkt für seine Fälschung und Lüge verwendet haben könnte, ist folgende Passage eines Interviews mit dem Schriftsteller Werner Kofler, welches [er] am 18. Dezember 1994 (!) der Klagenfurter (!) ›Kleinen Zeitung‹ gegeben hat« (Baumann 1998). Baumann zitiert dann aus dem Interview jene Passagen, auf die sich auch Kofler hier bezieht: »Das könnt’s schreiben: Der Robert Schneider ist eine Arschgeige, der gehören Wörter wie Thomas Bernhard, Elfriede Jelinek, nehmen Sie das genau, zum Mund herausgeschossen. [/]Womit? [/] Na, mit der Spritzpistole oder so. Zeichen und Bedeutung, versteht's nicht? [...] Was werfen Sie ihm vor? [/] Daß er sich mit ›Schlafes Bruder‹ in die Literatur hineingeschlichen hat. Mit einem unsäglichen Schundroman, nicht?« (Rieger/Patterer 1994, 50)

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

»Der Froschkönig«, Märchen der Gebrüder Grimm

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Die Prinzessin auf der Erbse«, Märchen von Hans Christian Andersen

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Am 16. 1. 1998 war »großer Robert-Schneider-Tag in der österreichischen Bundeshauptstadt« (Reiterer 1998): vormittags eine Pressekonferenz im Burgtheater, abends eine Lesung aus der »Luftgängerin« im Akademietheater. »Erstmals weilte auch der amtierende Bundespräsident [Thomas Klestil] bei solch einer Lesung im Publikum« (ebd.).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»An Anna Blume« (1919), Gedicht von Kurt Schwitters (1887–1948). Schwitters schrieb mehrere Versionen; eine davon verbreitete er 1920 als Werbung für seinen neuen Gedichtband an den Litfaßsäulen seines Wohnortes Hannover.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Die Sprache ist das Haus des Seins«, schreibt der deutsche Philosoph Martin Heidegger in »Über den Humanismus«: »In ihrer Behausung wohnt der Mensch. Die Denkenden und Dichtenden sind die Wächter dieser Behausung« (Heidegger 1949, 5). s. Eintrag ›hinaus aus dem Haus des Seins‹

PersonPhilosophInMedienZitate

»Moby Dick« (1851): Roman von Herman Melville

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Anspielung auf Captain Ahab, den monomanischen Kapitän der »Pequod« in Herman Melvilles Roman »Moby Dick«

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Michael Scharang (* 1941), österr. Schriftsteller, veröffentlichte 1992 den Roman »Auf nach Amerika«

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»Waren, Körper, Sprache: der verrückte Diskurs der Frauen« (1976): Das erste auf Deutsch erschienene Buch von Luce Irigaray ist eine Sammlung ausgewählter Interviews und Aufsätze. Ihr theoretisches Hauptwerk »Speculum de l’autre femme« (1974) beeinflusste die feministische Bewegung in Frankreich; die deutsche Übersetzung erschien erst 1980 bei Suhrkamp.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Anspielung auf den Namen Piffl-Percevic, dessen prominentester Träger Theodor Piffl-Perčević (1911–1994) war, 1964–1969 österr. Unterrichtsminister. Bekannt ist heute Piffl-Perčević als jener Minister, der Thomas Bernhards berühmte Rede zur Verleihung des »Kleinen Staatspreises« 1968 erbost verließ – worüber Bernhard in »Wittgensteins«»Neffe« schrieb.

PersonPolitikerInAutorIn/JournalistInZitateEreignis

In ihrem Essay »Frauenmarkt« stellt Irigaray als Merkmal der gesellschaftlichen Ordnung fest, »daß die Männer oder die Männergruppen unter sich die Frauen zirkulieren lassen« (Irigaray 1979, 177). Auch in »Waren untereinander« im selben Band – »Das Geschlecht, das nicht eins ist« – formuliert sie diese These: »Frauen, Zeichen, Waren, Geld werden stets von einem Mann zum anderen weitergereicht […]« (Irigaray 1979, 199).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Anspielung auf Adornos Aphorismus »Kalte Herberge« in »Minima Moralia« (1951): Adorno verweist auf den Verfall der Gastlichkeit in Wirtshäusern und setzt diese Beobachtung in Bezug zur Sachlogik, zur »Kälte« in den Beziehung zwischen Individuen. s. Eintrag ›kalte Herberge‹

PersonPhilosophInMedienZitate

Bezug zu Irigarays Essay »Frauenmarkt « und »Waren untereinander«

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Bezug zu Irigarays Essay »Frauenmarkt und Waren untereinander«

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Vermutlich Anspielung auf Bert Brechts´ »Alabama Song«: »Oh! Moon of Alabama [/] We now must say good-bye« (Brecht/Weill 2013, 12). Der Text stammt höchstwahrscheinlich von Elisabeth Hauptmann (vgl. Nyström 2005, 166). Brecht nahm ihn in die von Kurt Weill vertonte Oper »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« (1930) auf. Die Popgruppe The Doors nahm 1967 die bis heute bekannteste Coverversion auf.

PersonAutorIn/JournalistInMusikerInMedienMusikZitate

»Bolwieser«: zweiteiliger Fernsehfilm von Rainer Werner Fassbinder (ZDF 1977). Fassbinders Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Roman (1931) von Oskar Maria Graf.

PersonAutorIn/JournalistInSchauspielerIn/RegisseurInMedienFilm/Fernsehen/RadioZitate

Bezug auf den Bericht über das Zugsunglück im »Spiegel«: »Auf der hinteren Plattform des zweiten Wagens erzählt ein Mann die Geschichte vom tollen Bomberg, der immer in seinem bahnhofslosen Heimatörtchen die Notbremse zog, damit er aussteigen konnte« ([red.] 1948). »Der tolle Bomberg« (1923): Roman von Josef Winckler (1881–1966)

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Wolfgang Bauer (1941–2005), österr. Schriftsteller, internationaler Durchbruch mit dem Theaterstück »Magic Afternoon« (1968)

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Anspielung auf den Protagonist Josef K. in Franz Kafkas Roman »Der Prozess«

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Im letzten Satz von Roths»Winterreise« kauft der Protagonist »ein Ticket nach Fairbanks, Alaska« (Roth 1985, 107).

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»Zur schönen Aussicht«: Theaterstück von Ödön von Horváth, 1926 verfasst, erst 1969 in Graz uraufgeführt

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Kofler spielt in dieser Passage (»im einsetzenden Nachmittagslicht«) auf Peter Handkes Erzählung »Nachmittag eines Schriftstellers« (1987) an, in der ein Schriftsteller an einem Nachmittag zu einer Wanderung aufbricht (»Nachmittagslicht«, Handke 1989, 6).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Die Waffen nieder« (1889), nach seinem Erscheinen in 15 Sprachen übersetzter Roman der österr. Autorin und späteren Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner (1843–1914)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Reise ohne Wiederkehr« (1932): US-amerikanischer Spielfilm (R: Tay Garnett, D: William Powell, Kay Francis), Raymond Chandlers Roman »«»The long Good-bye« (s. Eintrag ›Chandlers The long Goodbye‹) wurde unter dem Titel »Der Tod kennt keine Wiederkehr« (1973) von Robert Altman verfilmt.

PersonSchauspielerIn/RegisseurInAutorIn/JournalistInMedienFilm/Fernsehen/RadioZitate

Hans Possendorf: Pseudonym des Schriftstellers Hans Mahner-Mons (1883–1956), einem deutschen Unterhaltungsschriftsteller, der vor allem in der Zwischenkriegszeit erfolgreich war; von ihm stammt das Libretto zu Hans Pfitzners Oper »Das Herz« (1932).

PersonAutorIn/JournalistInMusikerInZitate

»Das Wintermärchen« (1623), Theaterstück von William Shakespeare, s. Eintrag ›Land am Meer‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Anspielung auf Friedrich Hebbels Gedicht »Lebens-Momente«: »Da fühl’ ich denn mich schauernd, [/] Wie niemals noch, allein, [/] Und der ich bin grüßt trauernd [/] Den, der ich könnte seyn!« (Hebbel 1903, 300)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Anspielung auf Paul Celans Gedicht »Todesfuge«: »Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends [/] wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachts [/] wir trinken und trinken« (Celan 2003, 40). »lačen«: »slawisierende« Schreibweise von »latschen«, schwerfällig gehen

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Anspielung auf Paul Celans Gedicht »Engführung«: »Kam, kam. [/] Kam ein Wort, kam, [/] kam durch die Nacht, [/] wollt leuchten, wollt leuchten« (Celan 2003, 114).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Am Ende des vierten Auftritts im dritten Aufzug von Friedrich Schillers Trauerspiel »Die Verschwörung des Fiesko zu Genua« sagt Muley Haßan, der »Mohr von Tunis«, im Abgehen die sprichwörtlichen beiden Sätze: »Der Mohr hat seine Arbeit [sic] gethan, der Mohr kann gehen« (Schiller 1983, 73).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»The Tragedy of King Lear«: Tragödie von Shakespeare; Aslan war ein bedeutender Shakespeare-Darsteller, allerdings findet sich kein Beleg, dass Aslan den Lear gespielt oder in einer »Lear«-Aufführung mitgewirkt hat (vgl. Aslan 1953; David 1966)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Glückliche Tage « (»Happy Days«), Theaterstück von Samuel Beckett, Uraufführung 1961 in New York

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Anspielung auf den Roman »Mein Jahr in der Niemandsbucht« (1994) von Peter Handke

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Kofler bezieht sich hier auf die »Intimen Memoiren« des Schriftstellers Georges Simenon (vgl. Simenon 1982). Im Nachlass (11/W5/S1) findet sich die Ankündigung eines TV-Interviews mit dem Autor, in dem dieser zitiert wird: »Ich habe 10.000 Frauen geliebt« ([red.] 1982c, 16).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Ich bekenne, ich habe gelebt« (1973): Titel der Memoiren des chilenischen Schriftstellers Pablo Neruda (1904–1973)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Kofler spielt hier womöglich auf die Berichte von Hinze und Kunze (1983) des deutschen Schriftstellers und Dramatiker Volker Braun (* 1939) an; wahrscheinlich sind damit auch die Schriftstellerkollegen Christian Ide Hintze (1953–2012) und Reiner Kunze (* 1933) gemeint.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Vermutlich Anspielung auf die Rezension zu Thomas Bernhards»Auslöschung« von Rolf Michaelis, s. Eintrag ›Vernichtungsrhetorik‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Variation des (meist falsch zitierten) bekannten Nietzsche-Spruchs »Wenn Du zum Weibe gehst, vergiss die Peitsche nicht«. Das Originalzitat aus »Also sprach Zarathustra« (Kapitel »Von alten und jungen Weiblein«) lautet: »›Du gehst zu Frauen? Vergiss die Peitsche nicht!‹ –« (Nietzsche 1980, 86).

PersonPhilosophInZitate

Der Roman »Tagebuch einer Kammerzofe« (»Le Journal d’une femme de chambre«, 1900) von Octave Mirbeau wurde zweimal verfilmt, 1946 von Jean Renoir, 1964 von Luis Buñuel.

PersonAutorIn/JournalistInSchauspielerIn/RegisseurInZitate

Martin Walser (* 1927), deutscher Schriftsteller; mit seinem Roman »Tod eines Kritikers« (2002) löste Walser Diskussionen über literarischen Antisemitismus aus.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

In »Bärenjagd- und Menschenjagd«, dem sechsten Kapitel in Karl Mays »Durchs wilde Kurdistan« meint der Begriff »Gastfreundschaft« im Gegensatz zu »Gastfreiheit« Gefangenschaft (May 1988, 449).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Der Würger« (Originaltitel: »The Dark Eyes of London«, 1939): britische Verfilmung eines Romans von Edgar Wallace (s. Eintrag ›Wallace‹)

PersonAutorIn/JournalistInMedienFilm/Fernsehen/RadioZitate

Sam Spade ist der Name des Privatdetektivs in Dashiell Hammets Roman Der Malteser Falke, in der Verfilmung gespielt von Humphrey Bogart (s. Eintrag ›ich könnte auflachen‹).

PersonAutorIn/JournalistInSchauspielerIn/RegisseurInMedienZitate

Krähwinkel bezeichnet keinen realen Ort, sondern steht metaphorisch für Kleinstädtisch-Spießbürgerliches; in der Literatur erstmals bei Jean Paul in »Das heimliche Klagelied der jetzigen Männe«»r « (1801), das bekannteste literarische Vorkommen wohl bei Johann Nestroy: »Freiheit in Krähwinkel« (1848).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Alfred Döblin montiert in seinem Roman »Berlin Alexanderplatz« (1929) Versatzstücke aus Medien und Werbung.

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»Ode an Singer « (orig. »Huldegedicht aan Singer«): Langgedicht von Paul van Ostaijen (Ostaijen 1966)

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Abgewandeltes Zitat aus Ostaijens »Ode an Singer«: »SINGER’S NÄHMASCHINE IST DIE BESTE« (Ostaijen 1966, passim); Singer: 1851 gegründetes US-amerikanisches Unternehmen, weltweit größter Produzent von Nähmaschinen

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Ein beredtes Beispiel der Kofler’schen Anspielungspraxis: Für das (vermeintliche) Zitat kann kein wörtlicher Beleg ausgemacht werden, die assoziierten »marxistischen Philosophen« reichen von Adorno über Marcuse und Haug bis Debord. Wenn man das Bild der Spiegelung heranzieht und mit ›Reklame‹ in Beziehung setzt, kommt man auf ein Zitat aus Walter Benjamins Aphorismensammlung »Einbahnstraße« (1928) – ohne sicher gehen zu können, dass es dem Kofler’schen Satz zugrundeliegt: »Was macht zuletzt Reklame der Kritik so überlegen? Nicht was die rote elektrische Laufschrift sagt – die Feuerlache, die auf Asphalt sie spiegelt« (Benjamin 1991, 132).

PersonPhilosophInZitate

Von den Erzählungen, die Schönherrs»Gesammelte Werke« (1927) versammeln, endet nur eine mit einer Tür, die allerdings in entgegengesetzter Richtung durchschritten wird wie vom Erzähler erinnert – die Erzählung »Reinigung«: Der blinde Insasse eines Armenhauses landet statt bei der Beichte (»Reinigung«) im Wirtshaus, am Ende empfängt ihn die gestrenge Oberin des Armenhauses: »Er fiel der Oberin freudetoll um den Hals. Die gab ihm ein höchst irdisches Kopfstück und schob ihn durch das baufällige Tor. [/] Der dunkle, rattenkahle Hausflur schluckte gierig Auerbruggers Seligkeit. [/] Hartklirrend flog die Tür des Armenhauses ins Schloß« (Schönherr 1927, 255).

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Brigitte Schwaiger (1949–2010), österr. Schriftstellerin, deren Roman »Wie kommt das Salz ins Meer« (1977) zu einem Bestseller wurde

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»Die künstliche Mutter« (1982): Roman von Hermann Burger

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Der Autor Hermann Burger war ebenso wie der Protagonist seines Romans »Die künstliche Mutter« »Literaturdozent«. Burger unterrichtete ab 1975 als Privatdozent für Neuere Deutsche Literatur an der ETH Zürich.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Anspielung auf Robert Schneiders Roman »Schlafes Bruder«, s. Eintrag ›Bruder Schlafe‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Eventuell Anspielung auf die im Anschluss ironisierte Erzählung »Nachmittag eines Schriftstellers« (1987) Peter Handkes: »Im Zeichen der Erzählung habe ich angefangen! Weitertun. Sein lassen. Gelten lassen. Gelten lassen. Darstellen. Überliefern. Weiter den flüchtigsten der Stoffe bearbeiten, deinen Atem; dessen Handwerker sein« (Handke 1987, 90f.).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Anspielung auf Felix Mitterers Theaterstück »Kein Platz für Idioten« (1977)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Der titelgebende Protagonist in Karl Mays»Der Fremde aus Indien« reist um unerkannt zu bleiben verkleidet in seinem Pferdeschlitten; seinen Diener, der ihn begleitet, nennt er zur Tarnung Friedrich statt Johann. »›Johann‹ hatte van Zoom gesagt, und Friedlich vermerkte im stillen, daß das für heute sein Name sein solle« (May 1955, 93).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Ariel: in der Bibel symbolischer Name Jerusalems; in okkulten Schriften des Mittelalters ein Engel bzw. Dämon; in Shakespeares»Sturm« (von Goethe im »Faust II« übernommen) ein Luftgeist (vgl. Krauss 2001, 26)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Artur und Jeremias: Namen der beiden Gehilfen in Franz Kafkas Roman »Das Schloß«

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Stutzuhr oder Stockuhr: Räderuhren mit Federzug, die zum Aufstellen auf Tischen oder Kommoden geeignet sind. Kofler bezieht sich hier offensichtlich auf die Stutzuhr in Karl Mays Roman »Der Fremde aus Indien«; ihr Erklingen trug zur Aufklärung eines Mords bei, sie spielte das Lied »Üb immer Treu und Redlichkeit«.

PersonAutorIn/JournalistInMedienMusikZitate

Kofler zitiert aus Karl Mays»Der Fremde aus Indien«: »Franz von Helfenstein saß am Schreibtisch, den Kopf in der Hand, und wandte das finstre Gesicht dem Eintretenden zu« (May 1955, 372).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Eventuell Anspielung auf den franz.-ital. Kriminalfilm »Nur die Sonne war Zeuge« (orig. »Plein soleil«, 1960) von René Clément, der auf dem Roman »The talented Mr. Ripley« (1955) von Patricia Highsmith basiert.

PersonAutorIn/JournalistInMedienFilm/Fernsehen/RadioZitate

Erneutes Zitat aus Karl Mays Roman »Der Fremde aus Indien«: »›Ja‹, sagte der Unheimliche kalt, ›Sie haben recht, ich bin die Hand aus dem Dunkel, die Sie zermalmen wird!‹ Mit einem fauchenden Laut sprang der Bankier auf« (May 1955, 374).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Verweis auf Karl Mays Roman »Der Fremde aus Indien«

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Mock Turtle Soup« bezeichnet die sogenannte »falsche Schildkrötensuppe«, bei der Schildkröten- durch Kalb- oder Rindfleisch ersetzt wird. Mock Turtle ist zudem ein Charakter in »Alice’s Adventure in Wonderland« (1865), dessen Name Lewis Caroll von der Suppe ableitete. Kofler spielt auf Alois Mock (1934–2017) an, zur Entstehungszeit von »Konkurrenz« Bundesparteiobmann der Österreichischen Volkspartei.

PersonAutorIn/JournalistInPolitikerInZitate

Zitat und Kapitelüberschrift aus Karl Mays »Reiseerzählung« »Im Lande des Mahdi « (May 1976, 383; 395)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Abgewandeltes Zitat aus Adornos»Minima Moralia« (1951): »Seit aber aus dem Gastgewerbe, dem ehrwürdigsten Zirkulationsberuf, die letzte Vieldeutigkeit vertrieben ward, wie sie dem Wort Verkehr noch anhaftet, ist es ganz schlimm geworden. Zug um Zug, und stets mit unwiderleglichen Gründen, vernichten die Mittel den Zweck« (Adorno 1994, 151).

PersonPhilosophInZitate

Theaterstück (»Mittelstück«, 1936) von Jura Soyfer (1912–1939), geschrieben für die Kleinkunstbühne »Literatur am Naschmarkt«

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Mübarek ist eine Figur in Karl Mays»Orientzyklus« (s. Eintrag ›der Horcher im Taubenschlag‹), Mitglied einer Verbrecherbande; Evren: türkischer Vorname; Torturuk: ähnlich wie »Aeroportok« ein »angelsächsisch-türkisierender« Phantasiename, der sich an engl. torture (Folter) anlehnt

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Der Mutesselim von Amadijah ist eine Figur in Karl Mays Roman »Durchs wilde Kurdistan« (s. Eintrag ›Auf Bärenjagd‹), ein korrupter türkischer Kommandant

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Einkaufs- und Flanierstraße im ersten Wiener Gemeindebezirk; in Thomas Bernhards»Holzfällen« trifft der Ich-Erzähler am Graben auf Bekannte, die ihn zum Abendessen einladen.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Evtl. Bezug auf Sigmund Freuds Essay »Das Unheimliche« (1919)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Kofler spielt hier vermutlich auf den Hundehass bei Thomas Bernhard an, wie er etwa in »Beton« dargelegt wird: »Die Leute haben einen Hund und sind von diesem Hund beherrscht. [...] Die in der Seele zutiefst Gemeinsten halten sich Hunde und lassen sich von diesem Hund tyrannisieren und schließlich kaputtmachen. Sie setzen den Hund an die erste und an die oberste Stelle ihrer letzten Endes gemeingefährlichen Heuchelei« (Bernhard 2006a, 48f.).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Frau Reintaler ist eine Protagonistin im Roman »Josefine Mutzenbacher« (1906, Felix Salten zugeschrieben).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Anspielung auf »Das Kapital« von Karl Marx: »Das Reich der Freiheit beginnt in der Tat erst da, wo das Arbeiten, das durch Not und äußere Zweckmäßigkeit bestimmt ist, aufhört; es liegt also der Natur der Sache nach jenseits der Sphäre der eigentlichen materiellen Produktion.« Jenseits davon beginne »die menschliche Kraftentwicklung, die sich als Selbstzweck gilt, das wahre Reich der Freiheit, das aber nur auf jenem Reich der Notwendigkeit als seiner Basis aufblühen kann« (Marx 1988, 828).

PersonPhilosophInZitate

Anspielung auf Erich Frieds Gedicht »Herrschaftsfreiheit« (1984): »Zu sagen [/] ›Hier herrscht Freiheit‹ [/] ist immer [//] ein Irrtum [/] oder auch [//] eine Lüge: [//] Freiheit herrscht nicht« (Fried 1993, 25), s. Eintrag ›daß Freiheit herrscht‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

»Frau Waberl« ist seit dem 19. Jahrhundert eine Figur der Wiener Lokalposse und -presse, etwa verkörpert durch die beliebte Schauspielerin Therese Krones (1801–1830) in der Posse »Herr Joseph und Frau Waberl« (verschollen; vgl. Wurzbach 1865, 258). Bis in unsere Zeit hinein ein Synonym für die einfache Bürgerin mit Hausverstand, nachweisbar etwa in der 139. Sitzung des österr. Nationalrats 1998 (vgl. Stumvoll 1998 ).

PersonSchauspielerIn/RegisseurInZitate

Erste Zeile aus dem Gedicht »Kaspar ist tot« von Hans Arp: »weh unser guter kaspar ist tot« (Arp 1986, 25)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Oh schwere Last«, Zitat aus Shakespeares»Hamlet«, 3. Aufzug, 1. Szene, Claudius beendet damit sein Beiseitesprechen, in dem über die Bürde seiner Mordtat klagt (Shakespeare 1898, 187).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

In der Erzählung »Lenz« (postum 1839) schildert Georg Büchner einen kurzen Ausschnitt aus dem Leben des Dichters Jakob Michael Reinhold Lenz (1751–1792), seinen Aufenthalt »im Gebirg«, im Steintal (Vogesen), bei Pfarrer Oberlin. Der Text hat einen der bekanntesten Anfänge der deutschsprachigen Literatur: »Den 20. ging Lenz durch’s Gebirg« ( Büchner 1986, 5). Lenz gehört zu den von Kofler geschätzten Außenseitern.

PersonAutorIn/JournalistInReligiöse/r WürdenträgerInZitate

Die österr. Schriftstellerin Maria Steurer (1892–1979) schrieb einen historischen Roman über den Stoff: »Eva Faschaunerin« (1948, mehrfach neu aufgelegt).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»In den Schluchten des Balkan«, Teil von Karl Mays»Orientzyklus«, s. Eintrag ›Land der Skipetaren‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Kofler zitiert das Karl-May-Sammelbild mit der Episode »Rasch entschlossen« aus »Am Jenseits« (1899 von Karl May erstmals veröffentlicht): » Rasch entschlossen packt der Gefesselte den Gegner am Bein, so daß jenem die Waffe entgleitet« .

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Bezug auf die Episode »Ein Racheschwur« aus »Am Jenseits«, Karl-May-Sammelbild 6: »Dafür schwört der Fortreitende den großmütigen Siegern in starrem Trotz blutige Rache«.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

In Thomas Bernhards»Holzfällen« schildert der Ich-Erzähler gleich zu Beginn, er habe die Eheleute Auersberger»auf dem Graben getroffen und ohne Umschweife habe ich ihre Einladung zu ihrem künstlerischen Abendessen, so die auersbergerischen Eheleute über ihr Nachtmahl, angenommen« ( Bernhard 2007, 7).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Künstlerrock« verweist auf Thomas Bernhards Roman »Frost«, die entsprechende Stelle lautet: »Er werde seinen Künstlerrock gleich wieder ausziehen, sagte er, er habe ihn nur angezogen, um sich ›eine Qual anzutun‹, die in der Frühe fällig gewesen sei« (Bernhard 1972, 41).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Kofler montiert, paraphrasiert und persifliert in der Folge Auszüge aus der 1981 erschienenen Publikation »Aus Tagebüchern« der österr. Schauspielerin und Sängerin Erika Pluhar (* 1939). Die Tagebücher umfassen die Zeit 1969 bis 1980 und thematisieren sehr emotional ihre Träume, Ängste und Beziehungen. Pluhar war von 1962 bis 1967 mit Udo Proksch verheiratet, die gemeinsame Tochter starb 1999; eine zweite Ehe ging sie 1970 mit André Heller ein. Nach der Trennung im Jahr 1973 war Pluhar bis zu dessen Suizid 1978 mit dem deutschen Schauspieler Peter Vogel liiert.

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Die »Enkelin« ist eine Figur in Thomas Bernhards Stück »Die Macht der Gewohnheit« (Uraufführung 1974 bei den Salzburger Festspielen). Zirkusdirektor Caribaldi versucht krampfhaft, die Aufführung von Schuberts»Forellenquintett« zu ermöglichen, während die anderen Darsteller die Proben auf unterschiedliche Art und Weise sabotieren.

PersonAutorIn/JournalistInMusikerInMedienMusikZitate

Diesen Satz spricht die Enkelin in Bernhards»Macht der Gewohnheit«, Caribaldi imitiert sie und wiederholt den Satz ( Bernhard 2005, 64).

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»Nördlich der Alpen« ist eine mehrfach wiederholte Wendung in Bernhards»Macht der Gewohnheit«, zuerst spricht sie der Jongleur: »Aber es kann natürlich [/] nicht nur [/] auf asphaltierten Plätzen [/] gespielt werden [/] Nördlich der Alpen« (Bernhard 2005, 13). Caribaldi bestätigt später, die Enkelin wiederholend: »ENKELIN: Wir sind nördlich der Alpen [/] CARIBALDI: »Richtig [/] wir sind nördlich der Alpen« (Bernhard 2005, 72).

TopographieBergPersonAutorIn/JournalistInZitate

»Der Schatz im Silbersee«, Abenteuerroman von Karl May , zunächst als Fortsetzungsgeschichte in »Der gute Kamerad« publiziert (1890/91), 1894 als Buch; 1962 Verfilmung von Harald Reinl

PersonAutorIn/JournalistInSchauspielerIn/RegisseurInZitate

In Bernhards Stück »Die Macht der Gewohnheit« erwähnt die Figur Caribaldi einen fürchterlichen rheumatischen Schmerz, den er sich auf dem Stilfser Joch zugezogen habe. »Sie erinnern sich [/] auf dem Stilfser Joch. [/] JONGLEUR: Auf dem Stilfser Joch [/] ENKELIN und SPASSMACHER zusammen: Auf dem Stilfser Joch« (Bernhard 2005, 95).

TopographieBergPersonAutorIn/JournalistInZitate

»Zirkusdirektor Caribaldi« ist ein Protagonist in Bernhards Stück »Die Macht der Gewohnheit«.

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Anspielung auf eine Szene in Bernhards»Macht der Gewohnheit«, in der die Enkelin Caribaldi ein Fußbad bringt und die Hose aufkrempelt, »jetzt sieht man, sein rechtes Bein ist ein Holzbein« (Bernhard 2005, 43).

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Erneuter Bezug auf Pluhars»Aus Tagebüchern«. »Nach Hellers sehr schönem Brief aus Gars am Kamp vom 4.VII.«, notiert Pluhar am 9. Juli 1972 eine »Art Antwort« ( Pluhar 1981, 40). Der Inhalt des Briefes wird nicht erwähnt.

TopographieOrtschaftPersonSchauspielerIn/RegisseurInAutorIn/JournalistInZitate

Sammelpseudonym, Verfasser der Romanheft-Rei he »Rolf Torring’s Abenteuer«

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Held der Romanheft-Reihe »Rolf Torring’s Abenteuer«, verfasst von Autoren unter dem Sammelpseudonym Hans Warren; erschien zunächst zwischen 1930 und 1939 mit insgesamt 445 Ausgaben; ab 1950 wurde die Reihe fortgesetzt, aber bald stark verändert, sodass sie abgesehen von den handelnden Personen kaum noch etwas mit der Vorkriegsserie gemeinsam hatte. 1961 wurde sie eingestellt.

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»Gemeinschaftlicher Wahnsinn«, spricht der Jongleur in Bernhards»Die Macht der Gewohnheit«, kurz danach lautet die Regieanweisung für die Enkelin: »tritt mit einem Schaff heißen Wassers und mit einem Handtuch auf« (Bernhard 2005, 43). Kofler verändert die Szene in der Folge allerdings.

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Mehrfach wiederholte Wendung in Bernhards»Die Macht der Gewohnheit«, der Jongleur spricht sie im allerersten Auftritt zu Caribaldi: »Morgen Augsburg [/] nicht wahr« (Bernhard 2005, 11) und es sind die letzten Worte von Caribaldi: »Morgen Augsburg« (Bernhard 2005, 124).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Möglicher Bezug zu Thomas Bernhards Erzählung »Ist es eine Komödie? Ist es eine Tragödie?«: »Die ganze Welt ist eine einzige Jurisprudenz. Die ganze Welt ist ein Zuchthaus!« (Bernhard 2003a, 39)

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Kofler verändert die Vorfälle, an denen in Bernhards»Die Macht der Gewohnheit« die Proben scheitern (vgl. Bernhard 2005).

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Kofler bezieht sich auf die Krankheitsschilderungen in Erika Pluhars»Aus Tagebüchern« (vgl. Pluhar 1981)

PersonSchauspielerIn/RegisseurInZitate

Weiterer Bezug auf die Krankheitsschilderungen in Pluhars»Aus Tagebüchern«: »Angst, der Sterbensangst vor der Tournee […] allen Symptomen meines Körpers, er wehrt sich, Nase, Magen, Kopf, alles spricht von Furcht und Schrecken« (Pluhar 1981, 241).

PersonSchauspielerIn/RegisseurInZitate

Bezug zu Bernhards»Die Macht der Gewohnheit«: »Der Herr Dompteur glaubt [/] Sich tagtäglich eine Verletzung gestatten zu können« (Bernhard 2005, 72).

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In Bernhards»Die Macht der Gewohnheit« bringt die Enkelin dem Zirkusdirektor wiederholt ein »Maggini-Cello« aus dem Kasten, lässt es allerdings nicht fallen. Giovanni Paolo Maggini (1580–1632): Vertreter der Geigenbau-Schule von Brescia

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Die Verknüpfung der Begriffe ›Theater‹ und ›Anstalt‹ könnte sich von Friedrich Schillers Rede »Die Schaubühne als moralische Anstalt betrachtet« (1784) herleiten.

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Möglicherweise ein Bezug zu Thomas Bernhards Erzählung »Ist es eine Komödie? Ist es eine Tragödie?«»[...] ich verachte das Theater, ich hasse die Schauspieler, das Theater ist eine einzige perfide Ungezogenheit>« (Bernhard 2003a, 35)

PersonAutorIn/JournalistInZitate