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»Kommentar«: sämtliche Stellenkommentare der Bände I–V der Printausgabe
»Hörspiele«: 15 von Koflers insgesamt 23 produzierten Hörspielen zum Anhören, zwei davon zusätzlich als Hörspieledition
»Film«: Video und »Partitur« von Werner Koflers Film Im Museum (1991)
»Forschung«: zwei Hörspieleditionen sowie drei Tools zu Koflers Textwelten (»Geografie«, »Ereignisse« und »Textnetzwerke«)

Kommentar



Werk 1

Werk 2

Werk 3

Werk 4

Werk 5

Held der Romanheft-Reihe »Rolf Torring’s Abenteuer«, verfasst von Autoren unter dem Sammelpseudonym Hans Warren; erschien zunächst zwischen 1930 und 1939 mit insgesamt 445 Ausgaben; ab 1950 wurde die Reihe fortgesetzt, aber bald stark verändert, sodass sie abgesehen von den handelnden Personen kaum noch etwas mit der Vorkriegsserie gemeinsam hatte. 1961 wurde sie eingestellt. Mehrfacher Bezug auf diese Reihe in Koflers Werk, s. Eintrag ›Rolf Torring‹

Zitate

Stentorstimme: kräftige Stimme, benannt nach Stentor, einer mythologischen Figur in Homers »Ilias«, die über eine übermenschlich laute Stimme verfügte

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Der Titel spielt auf Uwe Johnsons Roman »Mutmaßungen über Jakob« (1959) an. Die Königin der Nacht ist eine zentrale Figur aus Wolfgang Amadeus Mozarts Oper »Die Zauberflöte« (Uraufführung 1791 im Freihaustheater in Wien; Libretto: Emanuel Schikaneder). Sie steht als personifizierte Macht des Dunkels der Kraft des Lichts – verkörpert in Sarastro– gegenüber, wandelt sich allerdings erst im Verlauf der Handlung, u.a. mit der Weigerung Taminos, die geraubte Tochter Pamina zurückzubringen, in dessen rachsüchtige Gegenspielerin. Assmann betont die wechselhaften Gefühle und Werturteile, die beim Zuseher evoziert werden; zu fragen sei nicht, »wer oder was die Königin ist, sondern wie sie erscheint. Sie wird uns einmal so, einmal anders gezeigt, weil wir zusammen mit Tamino einen Perspektivwechsel vollziehen sollen.« (Assmann 2008, 28) Bereits in »Am Schreibtisch « brachte Kofler die »Zauberflöte « und die Zeit des Nationalsozialismus zusammen (s. Eintrag ›Grenzlandtheaterzauberflöte‹).

PersonAutorIn/JournalistInMusikerInMedienMusikZitate

Sammelpseudonym, Verfasser der Romanheft-Reihe »Rolf Torring’s Abenteuer«, s. Eintrag ›Hans Warren‹

Zitate

Das »Leihwort« »mundhoch« taucht nicht wortwörtlich bei Celan auf, Kofler bezieht sich auf das Gedicht »In Mundhöhe« aus dem Band »Sprachgitter« (1959; vgl. Celan 2005, 105).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Möglicherweise eine Anspielung auf das Gedicht »Herbstfreiheit« von Friedrich Rückert, das allerdings keine inhaltlichen Bezüge zu Koflers Text aufweist (vgl. Rückert 1841 , 641f.).

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Kofler bezieht sich hier auf Samuel Becketts Theaterstück »Glückliche Tage« (»Happy Days«, uraufgeführt 1961, s. Eintrag GLÜCKLICHE TAGE). In dem Stück steckt eine »Frau um die Fünfzig« (Winnie), im ersten Akt bis über die Taille eingebettet, in einem Hügel auf der Bühne fest, ihr Partner, ein »Mann um die Sechzig« (Willie), liest, hinter ihr am Boden, Todesanzeigen und Annoncen aus einer Zeitung vor. Die zweite Wortmeldung Willies: »Chance für fixen Jungen« (Beckett 1964, 161). Entweder griff Kofler auf eine andere, nicht eruierbare Übersetzung dieser Annonce zurück (»Opening for smart youth«, Beckett 1964, 160), oder er komprimierte die Annonce mit der nächsten Wortmeldung Willies: »Heller Knabe gesucht« (»Wanted bright boy«, Beckett 1964, 162f.).

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Pongo: Protagonist in »Rolf Torring’s Abenteuer.« Pongo ist der wissenschaftliche Name für den Orang-Utang. Die Orang-Utans gelten als die gutmütigen, die Gorillas als die angriffslustigen Menschenaffen – daher diese Namensgebung in »Rolf Torring’s Abenteuer«, wo die »gefährlichen Schwarzen« mit Gorillas verglichen werden.

PersonZitate

Samuel Beckett (1906–1989), irischer Schriftsteller, auf den Kofler mehrfach Bezug nimmt, etwa auf dessen Roman »Molloy« (1951) in »Am Schreibtisch« (s. Eintrag »Es ist Mitternacht.«)

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»Sturm über Kreta«: Titel einer 24-teiligen Artikelserie in der Kärntner »Volkszeitung«, einem 1945–1990 erschienenem Blatt der ÖVP. Autor war ein Mitarbeiter der Zeitung, Ingomar Pust (1912–1998), ein Weltkriegsteilnehmer, der in mehreren Büchern über die »Heldentaten« der Deutschen Wehrmacht und die »totgeschwiegenen« Tragödien schrieb. In »Sturm über Kreta« schreibt Pust über offensichtlich persönliche Erinnerungen an »das erste große Luftlandeunternehmen der Kriegsgeschichte«, die Okkupation der Insel durch die Wehrmacht 1941 – zuvor geht es Pust allerdings in den ersten drei Serien darum, aus aktuellem Anlass (genau 35 Jahre später) die Zerstörung der italienischen Abtei Monte Cassino als »Barbarenakt der Alliierten« zu brandmarken und die Rettung von Kulturgütern aus den Ruinen durch Fallschirmjäger der Wehrmacht als »kulturelle Großtat« zu feiern (Pust 1979). Elf Jahre nach dem »Serienbericht« (1979) nahm Pust die Erinnerungen unter selbem Titel als Kapitel in sein Buch »Österreicher im Feuer« auf (vgl. Pust 1988).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

»Opfer der Pflicht« (»Victimes du devoir«, 1953): »Pseudodrama« von Eugène Ionesco (1912–1994)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Mit diesen Worten eröffnet die Figur Winnie – vor dem Prospekt einer »ununterbrochenen Ebene« und eines »ununterbrochenen Himmels«, bis »über die Taille eingebettet« – Samuel Becketts Theaterstück »Glückliche Tage« (Beckett 1964, 149).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Gerhard Lampersberg (1928–2002), österr. Komponist, Autor und Mäzen. Lampersberg war Vorlage für die Figur des Komponisten Auersberger in Bernhards Roman »Holzfällen« und löste, weil Lampersberg juristisch gegen das Erscheinen des Buches vorging und eine Beschlagnahme erwirkte, 1984 einen der prominentesten Literaturskandale Österreichs aus. s. Eintrag ›Lampersberg‹

PersonMusikerInAutorIn/JournalistInZitate

Figur aus William Shakespeares Stück »Der Kaufmann von Venedig« (»The Merchant of Venice«, Erstveröffentlichung: 1600)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Der Stille Ozean« (1980): Roman von Gerhard Roth aus dem Zyklus »Archive des Schweigens«

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Kofler zitiert Ernst Blochs»Philosophische Grundfragen«: »Das, was ist, kann nicht wahr sein« (Bloch 1961, 65; s. Eintrag »aber was ist, kann nie wahr sein!«). Auch Herbert Marcuse, auf den Kofler später im Hörspiel Bezug nimmt, zitiert jene Stelle Blochs und sieht darin »die Idee der Vernunft, von der die Logik jener (abendländischen, Anm.) Tradition sich leiten ließ« (Marcuse 2014, 139).

PersonPhilosophInZitate

Koflers Titel bezieht sich parodierend auf den Film »Deutschland, bleiche Mutter« (1980) von Helma Sanders-Brahms – die sich mit diesem Titel wiederum auf den ersten Vers des Gedichts »Deutschland« (1933) von Bert Brecht bezog: »O Deutschland, bleiche Mutter!« (Brecht 2016, 256) In dem Film spielt Eva Mattes eine Mutter, die ihre Tochter durch die Wirren des Zweiten Weltkriegs bringt.

PersonSchauspielerIn/RegisseurInAutorIn/JournalistInMedienFilm/Fernsehen/RadioZitate

Kofler lehnt sich mit dem Titel an Kafkas Text »Ein Bericht für eine Akademie« an. Koflers Text erschien im Herbst 1978 – durch den Begriff Jury und die Widmung an Bachmann ist der Bezug zum Klagenfurter Ingeborg-Bachmann-Preis von Beginn an klar. 1977 fand der von Ernst Willner und Humbert Fink initiierte, im Fernsehen übertragene Bachmann-Preis (s. S. I/226) erstmals statt, damals noch unter dem Label der 1969 gegründeten Klagenfurter »Woche der Begegnung«. Die Jury des ersten »Wettlesens« 1977 bestand aus 12 Männern und einer Frau: Marcel Reich-Ranicki, Ernst Willner, Humbert Fink, Rolf Becker, Gertrud Fussenegger, Peter Härtling, Alfred Kolleritsch, Rudolf Walter Leonhardt, Kuno Raeber, Marcel Reich-Ranicki, Manès Sperber, Friedrich Torberg, Heinrich Vormweg, Hans Weigel (vgl. [red.] 2020).

PersonAutorIn/JournalistInZitateEreignis

Keuner: Protagonist der parabelhaften »Geschichten vom Herrn Keuner« von Bert Brecht; die in der Folge verwendete Abkürzung »K.« ist wiederum eine Referenz an Kafkas Protagonisten.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Kofler bezieht sich auf den Aufsatz »Betrachtungen über einen Unpolitischen« von Helmut Scharf(1915–2001), Pädagoge und Schriftsteller, Gründungs- und Vorstandsmitglied der 1963 gegründeten (und 2010 aufgelösten) Josef-Friedrich-Perkonig-Gesellschaft. Scharf, der durchaus Kritik übt an der weiterhin gepflogenen Heldenverehrung im Rahmen des Kärntner »Abwehrkampfes«, beschreibt Perkonig darin als sensiblen Zeitgenossen, der »vom Vater her das slowenische Bluterbe in sich« trage (Scharf 1980, 95) und daher auf Ausgleich aus sei – etwa in seinem Roman »Patrioten« (1950), der für eine Überwindung von Nationalismen plädiere. Perkonig fühle sich als ein »zwischen den Lagern hin- und herwechselnder Parlamentär«, und dass er aus dem deutschnationalen Lager komme, gebe »seinem Bericht doppelten Wert. Vielleicht hat es dieser sieben Jahre nationalsozialistischer Herrschaft und des daraus erwachsenen Krieges bedurft, um dem Dichter vollends die Augen zu öffnen und seine Werk eine letzte Überzeugungskraft zu geben« (Scharf 1980, 107).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Peter Handke (* 1942), österr. Schriftsteller, Nobelpreis 2019, »genius loci« bezieht sich auf die gemeinsame Herkunft aus dem Bundesland Kärnten, zur Zeit der Entstehung des Hörspiels war Handke längst ein Starautor, zu Beginn der 1970er Jahre erschienen seine damaligen Bestseller »Die Angst des Tormanns beim Elfmeter« (1970) und »Wunschloses Unglück« (1972).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Mit der Verbindung der Begriffe tot/Tod und Ackermann dürfte Kofler auf das bekannte spätmittelhochdeutsche Werk »Der Ackermann aus Böhmen« (1400/1401) von Johannes von Tepl (um 1350–1414) anspielen – und von Böhmen nach Mähren, nach Ostrava, die zweitgrößte Stadt Mährens, transponieren (s. Eintrag ›Der Ackermann aus Böhmen!‹).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Michael Scharang (* 1941), österr. Schriftsteller, veröffentlichte 1992 den Roman »Auf nach Amerika«, s. Eintrag ›Scharang‹

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Anspielung auf den Spionageroman »Der Spion, der aus der Kälte kam« (1963) des britischen Schriftstellers John le Carré, der 1965 unter demselben Titel auch verfilmt wurde

PersonAutorIn/JournalistInZitate

In seiner Prosa »Eine Reise nach Klagenfurt« (1974) gibt Uwe Johnson Ausschnitte aus Briefen Ingeborg Bachmanns an ihn wieder. Aus einem laut Johnson mit 25. Juli 1970 datieren Brief zitiert Johnson mehrmals den Satz »Man müßte ein Fremder sein, um einen Ort wie K[lagenfurt] länger als eine Stunde erträglich zu finden […]« (Johnson 1974, 8, 13, 15).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Ingeborg Bachmann (1926–1973), österr. Schriftstellerin; auf Bachmann bezieht sich Kofler selten: In »Aus der Wildnis« wird auf den Umgang der Medien mit dem Tod Bachmanns Bezug genommen (s. Eintrag ›Vom Tod Ingeborg Bachmanns‹); in »Der Hirt auf dem Felsen« steht Bachmann, die ›andere Ingeborg‹, als literarische Autorität der Schriftstellerin Ingeborg Teuffenbach gegenüber (s. Eintrag ›Bachmann‹); in »Manker« und »Kalte Herberge « stellen zwei Erwähnungen Bezüge her zur Bachmann-Erzählung »Unter Mördern und Irren« (s. Eintrag ›unter Mördern und Irren‹).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

1978 erschien Gerhard Roths »Winterreise« ohne Gattungsbezeichnung. In »Aus der Wildnis« zitiert, paraphrasiert und verändert Kofler Auszüge daraus (s. Eintrag ›WINTERS REISEABENTEUER‹.). Im Nachlass befindet sich der erste Teil des Roman-Vorabdrucks in der Zeitschrift »manuskripte« (Heft 57/1977) mit Annotationen Koflers.

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Johann Friedrich Perkonig (1890–1959), österr. Schriftsteller; mit deutschnationalem Gedankengut kam Perkonig während seines Besuchs der Lehrerbildungsanstalt in Klagenfurt (bis 1912) in Kontakt, als 16-Jähriger trat er der Burschenschaft »Normannia« bei (er blieb lebenslang Mitglied, vgl. Baur/Gradwohl-Schlacher 2011, 187). Er war aktiv am Kärntner »Abwehrkampf« 1918–1920 beteiligt; ab 1922 war er in der Lehrerausbildung tätig (in dieser Funktion war er 1944/45 einer der Lehrer von Ingeborg Bachmann), im Austrofaschismus wurde ihm 1935 der »Große österreichische Staatspreis« zuerkannt, er hatte politische Ämter inne, zugleich sympathisierte er mit dem Nationalsozialismus, was etwa der von ihm herausgegebenen Publikation »Deutsche Ostmark. Zehn Dichter und hundert Bilder lobpreisen Österreich« (1936) abzulesen war. Nach dem »Anschluss« wurde er Obmann der Kärntner Teilorganisation der Reichsschrifttumskammer und hatte publizistisch Erfolg, sein Antrag auf NSDAP-Mitgliedschaft wurde allerdings trotz mehrfachen Anlaufs abgelehnt. (s. Eintrag ›Johann-Friedrich-Perkonig-Gesellschaft‹)

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Kofler bezieht sich auf Peter Handkes Theaterstücke »Publikumsbeschimpfung«, »Weissagung«, »Selbstbezichtigung« (1966 uraufgeführt) und »Kaspar« (1968) – alle erstmals 1972 in Buchform publiziert (»Stücke 1«, vgl. Handke 1972).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Die Farmersfrau Trenk und deren Tochter sind Protagonisten in Rolf Torrings Abenteuer »Der Höllenbote« von Hans Warren; sie begrüßt in der Vorlage wie bei Kofler/Fian die Gäste herzlich (Warren 1958, 7), den Rest der Szene verändern Kofler/Fian allerdings

PersonZitate

Möglicherweise Anspielung auf die Erzählung »Schatten über Innsmouth« (1926 erstmals erschienen) des US-amerikan. Schriftstellers Howard Phillips Lovecraft (1890–1937); zu Treuchtlingen siehe auch den Abschnitt »In Treuchtlingen« in »Am Schreibtisch«, wo Kofler unter anderem auf den 1946 in Treuchtlingen geborenen deutschen Schriftsteller Ludwig Fels anspielt (s. Eintrag »Treuchtlingen, Fels«)

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Brunswick ist eine (männliche) Figur in Kafkas Roman »Das Schloß«, ein Dorfbewohner (»Schwager von Lasemann«, Kafka 1986, 108), der – in der Erzählung des Dorfvorstehers – die umstrittene Einladung eines Landvermessers lauthals befürwortete.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Die für den Protagonisten in Hellers (autobiographischem) Roman »Schattentaucher« neben Lissabon wichtigste Gegend ist das Salzkammergut, wo er als Kind viele Sommer bei der Großmutter verbracht hat (Heller 2003, 75).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Black Jack«: 2003 uraufgeführtes Theaterstück von Franzobel, von der Lebensgeschichte Jack Unterwegers inspiriert

PersonAutorIn/JournalistInVerbrecherInZitate

Arena 70: Programmschiene der Wiener Festwochen 1970, Ort: Museum des 20. Jahrhunderts, Organisator: Wolfgang Lesowsky, Präsentator der AutorInnen: Alfred Treiber; jeden Abend gab es ein Nonstop-Programm in den Bereichen »Musiktheater und Ballett«, Schauspiel (u.a. Artmanns »Off to Liverpool«, Unger/Thurnhers »Stoned Vienna«), Musik sowie »Österreichische Autoren« (dabei kamen insgesamt 55 AutorInnen zum Zug, von Achleitner, Adrian, Altmann und Artmannüber De Christel [sic] und Prießnitz [sic] bis Weibel und Wiener). Die »Arena« wurde in der Folge zu einem festen Bestandteil der Wiener Festwochen, berühmte wurde sie 1976 durch die Besetzung des »Auslandsschlachthofes«.

TopographieOrtschaftPersonSchauspielerIn/RegisseurInAutorIn/JournalistInZitate

Kofler variiert im ersten Absatz den Beginn von Kafkas »Ein Bericht für eine Akademie«: »Hohe Herren von der Akademie! [/] Sie erweisen mir die Ehre, mich aufzufordern, der Akademie einen Bericht über mein äffisches Vorleben einzureichen. [/] In diesem Sinne kann ich leider der Aufforderung nicht nachkommen. Nahezu fünf Jahre trennen mich vom Affentum, eine Zeit, kurz vielleicht am Kalender gemessen, unendlich lang aber durchzugaloppieren, so wie ich es getan habe, streckenweise begleitet von vortrefflichen Menschen, Ratschlägen, Beifall und Orchestralmusik, aber im Grunde allen, denn alle Begleitung hielt sich, um im Bilde zu Bleiben, weit vor der Barriere« (Kafka 2003, 50).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Die Schlafwandler« (1930–1932): Romantrilogie von Hermann Broch (1886 –1951), österr. Schriftsteller

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Zitat aus dem Gedicht »Es ist was es ist« (1983) von Erich Fried (»Es ist Unsinn [/] sagt die Vernunft [/] Es ist was es ist [/] sagt die Liebe […]«, Fried 1993, 35) – Anspielungen auf diesen Text gibt es mehrfach, s. Eintrag »es ist, was es ist«

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Beinahe wörtliches Zitat aus Hans Warrens »Der Höllenbote«: »›Nun, ausgerechnet im Hirschengrund läßt sich kein Hirsch mehr sehen‹, lacht sie lustig auf, ›dieser Name ist schon ziemlich alt und nur beibehalten worden, ebenso das Schlangeneck, wo es wirklich keine Schlangen mehr gibt‹« (Warren 1958, 9).

Zitate

»Das Parfum« (1985), Roman des deutschen Schriftstellers Patrick Süskind (* 1949), der mit Übersetzungen in 49 Sprachen und weltweit über 20 Millionen verkauften Exemplaren zum internationalen Bestseller wurde (vgl. ScreenShot 2015), s. Eintrag »Süskind-Syndrom«; »die Ratte«: Anspielung auf den Roman »Die Rättin« (1986, im Produktionsjahr des Hörspiels, erschienen) von Günther Grass

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Klamm: hoher Beamter in Kafkas Roman »Das Schloß«, der zum Mittelpunkt von K.s Überlegungen und Bestrebungen wird. Zu Beginn des Romans kann K. durch ein Guckloch im Gasthaus einen Blick auf den in einem Nebenzimmer arbeitenden Klamm werfen (ein »mittelgroßer, dicker, schwerfälliger Herr«, Kafka 1986, 110), eine Kontaktaufnahme gelingt ihm jedoch nicht.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Mozarts Vision«: 2003 vom Wiener Volkstheater uraufgeführtes Theaterstück von Franzobel

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Das Glück beim Händewaschen« (1976), Roman von Joseph Zoderer

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Johann Peter Eckermann (1792–1854), deutscher Schriftsteller, Vertrauter Goethes, gab 1836 die »Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens« heraus. Daraus stammt das bekannte Zitat, auf das sich Kofler hier wahrscheinlich bezieht: »Es liegen im Wein allerdings productivmachende Kräfte sehr bedeutender Art; aber es kommt dabei Alles auf Zustände und Zeit und Stunde an, und was dem einen nützet, schadet dem Andern« (Eckermann 1848, 236).

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Johann Friedrich Perkonig schrieb im Essay »Leben an der Grenze«»–« 1935 als Nachwort der Erzählung »Der Guslaspieler« erschienen (1942 neu aufgelegt) – als »Deutscher in Kärnten« über das Leben »zwischen Deutschland und Slawenland« (Perkonig 1965, 41). Er schreibt über das intensive Heimweh, das er im Juni 1919 empfunden habe, als er sich nach dem Vorstoß der »Südslawen« bis Klagenfurt (gemeint sind die Truppen des SHS-Staats) im Drautal verschanzen musste und voller Todesgedanken auf seine »verlorene Heimat« blickte. Dieses Heimweh ist die »Glut«, von der er in der Folge spricht: »Man muß durch solche Glut hindurch, man muß selber geglüht haben, um später dann kühl und bedächtig zu bleiben. Solche Kühle ist dann etwas völlig anderen als eine Kälte von Anbeginn. Es lebt in ihr nämlich geheimnisvoll die Erinnerung an der Feuer« (Perkonig 1965, 45).

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Bei der Wiedergabe dieser »Aufstellung« haben sich Kofler/FIan höchstwahrscheinlich am Gedicht der österr. Schriftstellers Peter Handke (* 1942) orientiert, der in seinem Buch »Die Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt« (1969) die identische Liste der beim Spiel des FC Nürnberg am 27. Jänner 1968 im DFB-Pokal gegen Bayer Leverkusen eingesetzten Spieler (samt dem Hinweis »Spielbeginn: [/] 15 Uhr«) als Gedicht präsentierte, das in seiner Anordnung die taktische Aufstellung der Mannschaft nachzeichnet (Die Aufstellung des 1. FC Nürnberg vom 27. 1. 1968, Handke 1969, 59).

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Das bei Kofler zentrale Adjektiv »überreif« taucht bei Nitsch nur vereinzelt auf: in den Partituren zur 50. und 80. Aktion gar nicht (vgl. Nitsch 1979, Nitsch 1984), in der »Theorie des Orgien Mysterien Theaters« ist von einer »überreife[n] roten weinbeere« die Rede, die »auf der zunge zerquetscht« werde (Nitsch 2015b, 65), sowie vom »fruchtfleisch einer weintraube überreif« (Nitsch 2015b, 70). Das Fruchtfleisch ist den »Motiven« Dionysos und Abreaktion zugeordnet (Nitsch 2015b,73).

Zitate

Lothar-Günther Buchheim (1918–2007), vielfältig tätiger deutscher Künstler (Maler, Autor, Fotograph, Filmemacher), Verleger, bekannt geworden als Autor von »Das Boot« (1973)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Anspielung auf den Titel von Rainer Werner Fassbinders Theaterstück »Die Stadt, der Müll und der Tod« (1975)

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Sordini: ein »wegen seiner Gewissenhaftigkeit berühmte[r] Referent[]« in Kafkas »Das Schloß« (Kafka 1986, 101)

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»Irrenhaus Österreich«: Essay von Karl Kraus, in dem er sich mit der »Affaire Coburg« auseinandersetzt; 1904, zur Entstehungszeit des Essays, wurde Louise von Coburg, die mit Philipp von Sachsen-Coburg verheiratete Tochter des belgischen Königs Leopold II., in mehreren Gutachten für geisteskrank erklärt, darunter Einschätzungen der beiden führenden klinischen Psychiater in Deutschland und Österreich, Friedrich Jolly und Julius Wagner-Jauregg. Coburg war bereits 1899 in einem Gutachten von Richard von Krafft-Ebing für »schwachsinnig« erklärt worden, Kraus hält die Aristokratin, die durch Affären Aufsehen erregte und daher als »sittlich minderwertig« eingestuft wurde, für voll zurechnungsfähig und das Ganze für eine entlarvende Irrenhauskomödie (vgl. Kraus 1904).

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Anspielung auf Regina Agnesini, eine Mailänder Musikerin und Dichterin, von der in der für Koflers Schreibanfänge wichtigen Villacher Literaturzeitschrift »Der Bogen« regelmäßig Gedichte (jeweils zweisprachig) abgedruckt wurden (Heft 13 u. 14/1964). Dem ersten Abdruck (Mappe 12/1963, Heft 9) ist eine Übersetzung der Einleitung Salvatore Quasimodos für ihren Gedichtband »La città atonale« (1962) vorangestellt, Quasimodo war zuvor Autor des »Bogen« (Mappe 10/1963 u. 11/1963).

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Robert Schneider (* 1961), österr. Schriftsteller, der seit seinem in 36 Sprachen übersetzten Bestseller »Schlafes Bruder« (1992) zu den zentralen Figuren der Kofler’schen Polemik und Satire zählt; mit »Zerstörung der Schneiderpuppe« widmet er Autor und Werk eine literarische Invektive. s. Eintrag ›Robert Schneider‹

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Franz Innerhofer (1944–2002), österr. Schriftsteller; zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von Koflers »Bericht« (1978) hatte Innerhofer seine Herkunfts-Trilogie (»Schöne Tage«, 1974; »Schattseite«, 1975; »Die großen Wörter«, 1977) abgeschlossen und sich damit einen Namen gemacht.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Der Futurismus war eine avantgardistische Bewegung, die auf Filippo Tommaso Marinettis 1909 auf Französisch veröffentlichtes »Manifeste du Futurisme« zurückgeht. s. Eintrag ›Futurismo‹

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Anspielung auf Theodor W. Adornos »Minima Moralia«. »Reflexionen aus dem beschädigten Leben« (1951): In »Kalte Herberge« (Aphorismus 75) zeigt Adorno am Beispiel des – seiner Ansicht nach – Verfalls der Gastlichkeit in Wirtshäusern, wie in einer Gesellschaft, die von Sachlogik erfasst wird, Kälte oder nur eine Fassade von Wärme die Beziehung zwischen Individuen dominiert. »Zug um Zug […] vernichten die Mittel den Zweck«, kehrten sich die Mittel des Gastgewerbes gegen das Wohl des Gastes. »Die Arbeitsteilung, das System automatisierter Verrichtungen, bewirkt, dass keinem am Behagen des Kunden etwas gelegen ist« (Adorno 1994, 132). Die aus ökonomischen Gründen rationalisierte Organisation des Wirtshauses mache dieses zur »Kalten Herberge« und bewirke kulturelle Entfremdung. 2004 griff Kofler den Begriff für seinen Roman »Kalte Herberge« auf.

PersonPhilosophInZitate

Als Geburtsjahr des Stadttheaters Klagenfurt gilt das Jahr 1737, als das Ballhaus in ein Theater umgewandelt wurde. 1811 erfolgte ein Neubau. 1910 wurde das Klagenfurter »Jubiläums-Stadt-Theater« (zum 60. Regierungsjubiläum Franz Josephs 1908 begonnen) in dem heute bestehenden klassizistischen Neubau eröffnet. Das Theater musste 1931 wegen mangelnder Rentabilität geschlossen werden. Im Sommer 1938 wurde das Theater mit einer Subvention, einem »Geschenk des Führers«, wiederbelebt und in »Kärntner Grenzlandtheater« umbenannt (vgl. Jamritsch 2010, 585). Als »Grenzlandtheater« bezeichnete man im »Dritten Reich« Theater in den an damaligen Reichsgrenzen gelegenen Städten (z.B. Bautzen, Hof, Flensburg, Saarbrücken, Trier). »Nun wird [das Kärntner Grenzlandtheater] also im Großdeutschen Reich, seiner Bestimmung gemäß, Träger und Künder deutscher Kultur an der Südostgrenze des Reiches werden« (Kärntner Grenzruf, 1.9.1938; s. Eintrag »Grenzlandtheaterzauberflöte«). Das Theater wurde im Oktober 1938 mit dem »chauvinistischen Tendenzstück« (Jamritsch 2010, 600) »Der 18. Oktober 1932« von Walter Erich Schäfer eröffnet.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Im Gegensatz zu Sordini, einem »der fleißigsten Beamten, von dem viel gesprochen wird«, sei der Beamte Sortini, so die Erzählung Olgas in Kafkas»Das Schloß«, »sehr zurückgezogen und den meisten fremd« (Kafka 1986, 295). »Es ist ein kleiner schwacher nachdenklicher Herr« (Kafka 1986, 295).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Das von Kofler wortwörtlich wiedergegebene Gedicht Agnesinis entstammt dem Band »La città atonale« (1962), Quelle Koflers war »Der Bogen« (Heft 15/1964, unpag.). Die dort abgedruckte Übersetzung von Alexander Grubissich lautet: »Westwärts. Die Eiszapfen einer Hyazinthe, [/] wo meine Heimat im Dunkel [/] ihres alten Frostes [/] die Knie nordischer Madonnen zudeckt. [/] Wenn beim Hupenton [/] zugleich in der roten Luft der Kamine [/] Polizisten den Arm heben, [/] in Erwartung des Schrittes [/] eines schwermütigen Zebras, [/] wird aus der gewaltsamen Einsamkeit, [/] beim Schlaf der Kranken, [/] bei Dudelsackmusik geboren [/] die noch schuldige Natur. [/] Und im Blondhaar der Jugend [/] zerstieb einer treuen Liebe Zeit.«

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Dieser Satz findet sich wortwörtlich in dem von Horst Kurnitzky und Marion Schmid herausgegebenen Band »Deutsche Stichworte« (vgl. Schmid 1984, 30). Obwohl »Deutsche Markenbutter« drei Jahre früher erschien, ist durchaus denkbar, dass Kofler den Satz von Kurnitzky (s. Eintrag ›Kurnitzky‹) bezog. Kurnitzky war Herausgeber der Publikation »Nachstellungen« (1981), in die »Deutsche Markenbutter« aufgenommen wurde. Für diese Provenienz spricht auch der Umstand, dass sich der Satz nicht in Texten Scholtz-Klinks findet. Ein Bezug besteht zum Begriff »Geburtenkrieg«, den der Journalist und Autor Paul Danzer, Mitarbeiter des Rassenpolitischen Amts der NSDAP, prägte (vgl. Danzer 1936). Hitler sagte bei einer Rede auf dem Reichsparteitag 1934 über die Rolle der Frau: »Jedes Kind, das sie zur Welt bringt, ist eine Schlacht, die sie besteht für das Sein und das Nichtsein ihres Volkes« (Hitler/Scholtz-Klink 1934, 4). Und »Reichsorganisationsleiter« Robert Ley schreibt in einem Vorwort 1942: »Jedes Kind, das durch eine deutsche Mutter zur Welt gebracht wurde, war eine gewonnene Schlacht für unser Volk« (Ley 1942).

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Zitat aus dem Klappentext von Robert Schneiders Roman »Schlafes Bruder« (1992), der einen Sonderling im Vorarlberg der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Protagonisten hat. Dieser Elias Alderist mit übersinnlichem Gehörsinn und großem musikalischem Talent ausgestattet. Aus unglücklicher Liebe beschließt er, seinem Leben durch Schlafentzug ein Ende zu setzen. s. Eintrag ›Bruder Schlafe‹

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Franzobel (* 1967, eigentl. Stefan Griebl), österr. Schriftsteller, s. Eintrag ›Franzobel‹

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Kofler spielt hier womöglich auf die »Berichte von Hinze und Kunze« (1983) des deutschen Schriftstellers und Dramatiker Volker Braun (* 1939) an (s. Eintrag ›Dichtern Hintze und Kunze‹), wahrscheinlich aber – worauf die Schreibweise der Namen hindeutet – »adaptiert« er die Redewendung »Hinz und Kunz« parodistisch auf den österreichischen Schriftsteller Christian Ide Hintze (1953–2012) sowie auf Reiner Kunze (* 1933), deutscher Schriftsteller

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Kofler/Fians Liste entspricht der bei Handke wiedergegebenen Aufstellung (Die Aufstellung des 1. FC Nürnberg vom 27. 1. 1968, Handke 1969, 59).

Zitate

Beginn von Friedrich Hölderlins »Abendphantasie« (1799): »Vor seiner Hütte ruhig im Schatten sizt [/] Der Pflüger, dem Genügsamen raucht sein Heerd.« (Hölderlin 1992, 230). Es handelt sich um die Negation einer Passage aus »Am Schreibtisch«: »Abendlicht, bläulicher Dunst, Rauch aus den Hütten, »Dem Genügsamen raucht sein Herd«« (s. Eintrag »Vor seiner Hütte ruhig im Schatten sitzt der Pflüger, dem Genügsamen raucht sein Herd«)

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Kofler zitiert wörtlich aus Schneiders »Schlafes Bruder« (Schneider 1994, 86).

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Thomas Wolfe (1900–1938), US-amerikanischer Schriftsteller, seine umfangreicher Familienchronik »Look Homeward, Angel« erschien 1929 (dt. 1932, »Schau heimwärts, Engel«, Untertitel: »Eine Geschichte vom begrabenen Leben«). Der Satz »Plötzlich war das Haus wieder bewohnt« kommt, auch in übersetzungsbedingten Varianten, im Roman nicht vor.

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Wilhelm Hengstler (* 1944), österr. Schriftsteller und Regisseur, verfilmte 1989 unter dem Titel »Fegefeuer« den Roman »Fegefeuer oder die Reise ins Zuchthaus« (1983) von Jack Unterweger

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»Das Verhör« (1981), Thriller des franz. Regisseurs Claude Miller (D: Michel Serraut, Romy Schneider), basierend auf dem Roman »Brainwash« (1979) von John William Wainwright; Remake aus dem Jahr 2000 (»Under Suspicion – Mörderisches Spiel«, R: Stephen Hopkins) mit Gene Hackman, Morgan Freeman und Monika Bellucci

PersonSchauspielerIn/RegisseurInAutorIn/JournalistInMedienFilm/Fernsehen/RadioZitate

Rolf Torring’s Abenteuer »Der Höllenbote« ist als Band 206 zunächst in der Serie zwischen 1930 und 1939, dann erneut 1958 erschienen (vgl. Weideli 1997, 5 und 13). Kofler/Fian zitieren und paraphrasieren dieses Abenteuer mehrfach.

Zitate

Robert Menasses Romandebüt »Sinnliche Gewißheit«erschien 1988 im Rowohlt Verlag (im selben Jahr hatte Kofler nach dem Wechsel von Wagenbach mit »Am Schreibtisch« ebenfalls seine erste Veröffentlichung bei Rowohlt). Im Begriff der Sinnlichkeit gibt es eine Schnittmenge mit Nitsch, der seine Aktionen als eine »instinktive suche nach sinnlich intensiven erlebnissen« beschreibt (Nitsch 2015a). Menasse übernahm den Titel allerdings von Hegels »Phänomenologie des Geistes« und dessen gleichlautendem ersten Kapitel (»Die sinnliche Gewissheit oder das Diese und das Meinen«, vgl. Hegel 1970)

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Kofler zitiert hier aus der »meditation über das kleine du« seines Innsbrucker Freundes Georg Decristel, ein Gedicht mit Versen aus ein bis vier Wörtern, in denen die Buchstaben d und u jeweils in Fettschrift gedruckt sind, beginnend mit »absUD«, endend mit »zünDhUt« (Decristel 1967).

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Anspielung auf den Titel des Theaterstücks »Am Ziel« (1981) von Thomas Bernhard

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Bezug auf den Beginn von Hans Warrens »Der Höllenbote«: »Ein herrliches Panorama bot sich unseren Augen dar, als wir eines Morgens in die Bucht von Victoria einliefen. Aus der Ferne grüßte der Große Kamerunberg, der eine Höhe von 4070 Metern hat, zu uns herüber, als wolle er uns ein herzliches Willkommen zurufen« (Warren 1958, 3).

Zitate

Der Schriftsteller Samuel Beckett ist eine der zentralen Bezugsgrößen im Œuvre Koflers (s. Eintrag »Es ist Mitternacht.«). In dem 1963 in deutscher Sprache uraufgeführten Drei-Personen-Stück »Spiel« (Originaltitel: »Play«) treten zwei Frauen und ein Mann auf. Man sieht nur die Köpfe der SchauspielerInnen, die aus großen Urnen ragen. Die SchauspielerInnen sprechen nur, wenn sie vom Scheinwerfer angeleuchtet werden

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»Ich bin Momus, der Dorfsekretär Klamms«, stellt sich diese Figur in Kafkas Roman »Das Schloß« vor. Die Wirtin ergänzt: »Herr Momus besorgt die im Dorfe nötig werdenden schriftlichen Arbeiten Klamms und empfängt alle aus dem Dorf stammenden Ansuchen an Klamm als Erster« (Kafka 1986, 174f.).

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Peter Paul Wiplinger (* 1939), österr. Schriftsteller; Kofler bezieht sich auf das Gedicht »Der Golfkrieg«, das Wiplinger während des zweiten Golfkriegs (Jänner/Februar 1991) in der katholischen Wochenzeitung »Die Furche« veröffentlichte (vgl. Wiplinger 1991), s. Eintrag ›Peter Paul Wiplinger‹

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Leicht abgewandeltes Zitat aus Schneiders »Schlafes Bruder«: »glart auf den Zunderpilz, und seine Hand fingert am losen Glied« (Schneider 1994, 79)

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Eventuell Anspielung auf den Debütroman »Irre«(1983) von Rainald Goetz

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Diese Aufforderung kommt in Shakespeares »König Lear« nicht vor.

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Der aus Menasses Dissertation hervorgegangene »Essay zum österreichischen Geist« »Die sozialpartnerschaftliche Ästhetik« erschien 1990.

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»Briefe an Hartmut«: Korrespondenz des deutschen Schriftstellers Rolf Dieter Brinkmann (1940–1975) mit einem in den USA lebenden deutschen Studenten aus den Jahren 1974/75, 1999 postum herausgegeben

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Knulp heißt der Protagonist in den »Drei Geschichten aus dem Leben Knulps« (1915), so der Untertitel, von Hermann Hesse. Knulp, so auch der Haupttitel des Buches, ist ein »arbeitsloser Landstreicher« (Hesse 1974, 14), der mit tadellosem Auftreten und einigen künstlerischen Begabungen zu bestechen weiß, dem aber die auf Dauer ungesunde Wanderschaft noch in seinen Vierzigern das Leben kostet. Mag sein, dass Kofler hier einen Bezug zu seinen damaligen »Wanderungen« und Fahrten durch Europa sah.

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Anspielung auf das Theaterstück »Happy Days« (1960) von Samuel Beckett

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Zitat bzw. leichte Abwandlung der Schilderung von Fräulein Trenk aus »Der Höllenbote«: »›Allerdings, denn im Schlangeneck trafen sich früher oft die Neger der umliegenden Farmen. Wir glaubten zuerst, daß sie geheime Zusammenkünfte veranstalteten, aber als wir sie beobachteten, stellte es sich heraus, daß sie nur zu ihremVergnügen dort zusammentrafen. Sie sangen und musizierten, brachten auch manchmal ihre Frauen mit‹« (Warren 1958, 10).

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Anspielung auf das Theaterstück »Der Ignorant und der Wahnsinnige« von Thomas Bernhard (1972 uraufgeführt)

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Wörtliches Zitat aus Schneiders »Schlafes Bruder« (Schneider 1994, 113)

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»Der Prozeß«: 1914/15 entstandener, unvollendeter und postum (1925) erschienener Roman von Franz Kafka, s. Eintrag ›Kafkas »Prozeß«

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Figur eines Frauenmörders in Musils »Mann ohne Eigenschaften«, s. Eintrag »Eine Dirne der niedersten Sorte,...‹

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Kofler spielt auf Manfred Bielers autobiografisches Buch »Still wie die Nacht. Memoiren eines Kindes« (1989) an; darin schildert Bieler die wechselnden Affären seiner Mutter und die durch sie erfahrene sexuelle Gewalt

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Christine Lavants Gedicht »So eine wildfremde Sonne!« entstammt der Gedichtsammlung »Spindel im Mond« 1959): »So eine wildfremde Sonne! [/] die war wohl noch nie in unserem Dorf, [/] sie weiß ja nicht einmal den Hühnersteig [/] zu den Sonnenrosen hinüber« (Lavant 2014, 260).

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Abgewandeltes Zitat aus »Der Höllenbote«: »Doch bald stellte es sich heraus, daß er die geselligen Zusammenkünfte der Neger am Schlangeneck dazu benutzte, seine Kameraden aufzuhetzen. Er forderte sie auf, alle Weißen an einem bestimmten Tag zu töten und die Farmen zu zerstören« (Warren 1958, 10).

Zitate

Die Bezeichnung »Tausendjähriges Reich« war eine nationalsozialistische Umdeutung des im Neuen Testament (»Offenbarung« 20) ausgeführten tausend Jahre währenden Reiches der Regierung der Heiligen mit Christus nach der sogenannten ersten Auferstehung. (vgl. Schmitz-Berning 2000, 609)

Zitate

»Rom, Blicke«: postume Publikation (1979) von Rolf Dieter Brinkmann, der ein Rom-Aufenthalt zugrunde liegt; der Verlag setzte das collagierte Text-Bild-»Materialalbum« (Brinkmann) neu; Aufzeichnungen, Briefe, Notizen, fortlaufender Text wechseln sich mit Bildmaterial (Ansichtskarten, Bustickets, Zeitungsausschnitten, etc.) ab (vgl. Schönborn 2020, 241).

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Bezieht sich auf die Erzählung Tullipan von Christoph Meckel (1935–2020), 1965 als zweite Publikation (»Quartheft 2«) des neu gegründeten Wagenbach-Verlags erschienen. Meckel schreibt darin von einem Erzähler-Ich, das damit umgehen muss, dass eines Tages Tullipan, eine »große und breite«, alterslose männliche Figur, die bis dahin in seiner Vorstellungswelt gelebt hat, vor ihm steht: »Ich hatte nicht damit gerechnet, daß du je aus meinem Kopf springen könntest« (Meckel 1965, 9). Auf Meckel bezieht sich Kofler auch in »Der Hirt auf dem Felsen«, s. Eintrag »Monolog von der melancholischen Freiheit«

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Erneutes Zitat aus Warrens »Der Höllenbote«: »›Also eine kleine Revolution, Fräulein Trenk, nicht wahr?‹ ›Ja, ganz recht, er wollte sich zum König der Neger ausrufen lassen und der Regierung heftigen Widerstand leisten‹« (Warren 1958, 10).

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»Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand«: 1774 uraufgeführtes Theaterstück von Goethe

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Variation des ersten Satzes aus »Der Prozeß« von Franz Kafka: »Jemand mußte Josef K. verleumdet haben, denn ohne daß er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet« (Kafka 1990). s. Eintrag »Jemand mußte die Sängerin verleumdet haben, denn ohne daß sie etwas Böses getan hätte, wurde sie von den Männern verhaftet«‹

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Die Autoren beziehen sich hier auf Verse des »Häfenpoeten« Jack Unterweger. Unterweger (1950–1994) wurde 1976 wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Während der Haftzeit in der Justizanstalt Stein begann Unterweger zu schreiben, ab Anfang der 1980er Jahre veröffentlichte er seine Texte, die innerhalb des Literaturbetriebs einiges Aufsehen erregten. Sein autobiographischer Roman »Fegefeuer« wurde 1988 verfilmt. 1990 wurde er aus der Haft entlassen und galt – nicht zuletzt aufgrund seiner künstlerischen Tätigkeit – als Musterbeispiel geglückter Resozialisierung. Nach einer Serie von Frauenmorden wurde er 1992 in den USA verhaftet und 1994 wegen neunfachen Mordes neuerlich zu lebenslanger Haft verurteilt. Da Unterweger nach dem Urteil Selbstmord beging, erlangte es nie Rechtskraft. Der erste Vers, »Antwortloser Fels«, stammt aus Unterwegers Veröffentlichung »Mare Adriatico«: »URFRAGE! [/] WARUM? [/] Versteinertes Schweigen in der sinnlosesten Frage aller Fragen. Antwortloser Fels. Wie ist es, so verrückt zu sein, daß man nichts mehr spüren und erleben kann?« (Unterweger 1990, 45) Die anderen drei Verse zitieren die letzte Strophe des Gedichts »Besatzungskind« aus der Sammlung »Kerker« (»prosaische Lyrik«), das die Rolle der Mutter behandelt: »ein nervliches Wrack und was kam [/] in Haßliebe hervorgepreßt [/] unreif für die Mutterrolle [/] so blieb ich als ihr Sohn zurück« (Unterweger 1984, 94).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Möglicherweise Bezug auf Walter Benjamins »Illuminationen«, eine von Theodor W. Adorno1955 herausgegebene Sammlung von Schriften, deren Titel auf einen Hinweis Adornos zurückgeht, und zwar auf die Veröffentlichung einer Auswahl durch Siegfried Kracauerin der »Frankfurter Zeitung« unter dem Titel »Kleine Illuminationen«, der Benjamin zugestimmt habe; er verweise auf die seinem Schreib- und Denkstil charakterisierenden Komponenten des Erleuchtens und Aufklärens (Benjamin 1969, 444f.).

PersonAutorIn/JournalistInPhilosophInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Abgewandeltes Zitat aus Schneiders »Schlafes Bruder«: »›Halt ein!‹ rief er plötzlich. ›Da kömmt mir eine Melodie!‹« (Schneider 1994, 116)

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Am Ende variiert Kofler erneut Kafkas »Ein Bericht für eine Akademie«: »Man sage nicht, es wäre der Mühe nicht wert gewesen. Im übrigen will ich keines Menschen Urteil, ich will nur Kenntnisse verbreiten, ich berichte nur, auch Ihnen, hohe Herren von der Akademie, habe ich nur berichtet« (Kafka 2003, 60).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

In Kafkas Roman »Der Proceß« fordert K. die nach seiner Verhaftung ihm »zur Verfügung gehaltenen« Kollegen auf, mit ihm in die Bank zurückzukehren: »›Ich habe Sie gar nicht erkannt. Nun werden wir also an die Arbeit gehen, nicht?‹ Die Herren nickten lachend und eifrig, als hätten sie die ganze Zeit über darauf gewartet« (Kafka 1990, 27).

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»Pünktchen und Anton« (1931), Roman von Erich Kästner

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Abgewandeltes Zitat aus Warrens »Der Höllenbote«: »Wir erkannten, daß wir hier einen intelligenten Menschen vor uns hatten, der von einer Idee besessen, über das Ziel hinausgeschossen war. Nun aber lag er im Sterben« (Warren 1958, 40).

Zitate

»Ich bin ein Mensch, nichts Menschliches, denk ich, ist mir fremd« (lat.: »homo sum; humani nil a me alienum puto«, Terence 1988, 48), zum geflügelten Wort gewordenes Zitat aus der Komödie »Heautontimorumenos« (»Der Selbstquäler«, »Der Selbsträcher«) des römischen Dichters Terenz

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Torquato Tasso« (1790), »Stella« (1806), »Clavigo« (1774): Theaterstücke von Goethe

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Wörtliches Zitat aus Schneiders»Schlafes Bruder«, der darauffolgende, durch den Bindestrich getrennte Satz steht bei Schneider etwa eine halbe Seite weiter (Schneider 1994, 119)

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Kofler lehnt sich hier an einen Satz aus Kafkas »Proceß« an: »Diese so uncharakteristischen blutarmen jungen Leute [...] waren tatsächlich Beamte aus seiner Bank, nicht Kollegen, das war zu viel gesagt und bewies eine Lücke in der Allwissenheit des Aufsehers, aber untergeordnete Beamte aus der Bank waren es allerdings« (Kafka 1990, 27).

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Variation des ersten Satzes aus »Der Prozeß« von Franz Kafka: »Jemand mußte Josef K. verleumdet haben, denn ohne daß er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.« (Kafka 1958, 7)

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Zitat aus Schillers Gedicht »Die Künstler«: »Der Menschheit Würde ist in Eure Hand gegeben, [/] Bewahret sie!« (Schiller 1999, 261)

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Zitat aus Becketts Theaterstück »Spiel«, in dem der Mann den folgenden Satz spricht: »Nie zusammen erwachten, an einem Morgen im Mai, wer zuerst erwacht, weckt die beiden anderen« (Beckett 1963, 17).

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Anspielung auf den zentralen Handlungsort in Menasses Roman »Sinnliche Gewissheit« (vgl. Menasse 1988): die »Bar jeder Hoffnung« in São Paulo, einen Treffpunkt europäischer Emigranten

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Schauplatz in Thomas Bernhards Erzählung »Beton«

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Kofler zitiert an dieser Stelle Herbert Marcuses»Der eindimensionale Mensch« (1967; orig. »One-Dimensional Man«, 1964): »Die Welt der unmittelbaren Erfahrung – die Welt, in der lebend wir uns vorfinden – muß begriffen, verändert, sogar umgestürzt werden, um zu dem zu werden, was sie wirklich ist« (Marcuse 2014, 139).

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Abgewandeltes Zitat aus Schneiders »Schlafes Bruder«: »Dann beugte sie sich vor, die Röcke zu fassen, und dabei gingen ihre Brüste nieder und formten sich zu zwei vollen, reif gewordenen Birnen.« Der darauffolgende Satz ist wortwörtlich wiedergegeben (Schneider 1994, 139)

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Anspielung auf einen der drei Bankbeamten (s.o.) in Kafkas Roman »Der Proceß«: »den blondenKullich mit den tiefliegenden Augen« (Kafka 1990, 27).

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»Mein Jahr in der Niemandsbucht. Ein Märchen aus den neuen Zeiten« (1994) von Peter Handke

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Bezeichnung eines hohen Beamten, der die Regierungsgeschäfte für einen Landesfürsten, eine Regierung in seinem/ihren Namen vor Ort übernimmt, »Vizelandeshauptmann« lt. »Grimm’sche«»m«» Wörterbuch« ( Grimm 1885 , Sp. 113); in monarchisch-aristokratischen Strukturen hatte der Landesverweser Funktionen inne, die einem heutigen Landeshauptmann durchaus vergleichbar sind – während der Habsburgermonarchie waren in Klagenfurt häufig Landesverweser eingesetzt; 1918 bis 1921 Bezeichnung für den Vorsitzenden der provisorischen Kärntner Landesversammlung (vgl. Webernig 1987).

TopographieOrtschaftZitate

Protagonistin in Thomas Bernhards Erzählung »Beton«, s. S. XXX

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In »Der eindimensionale Mensch« schreibt Marcuse davon, »daß die fortgeschrittene Industriegesellschaft der Möglichkeit einer Materialisierung der Ideale gegenübersteht« (Marcuse 2014, 78).

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Gekürztes Zitat aus Schneiders»Schlafes Bruder«, nach »Tabakrauch« fehlt bei Kofler »betrachtete ihren Gottfried und war vergnügt« (Schneider 1994, 143).

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In Becketts Theaterstück »Spiel« erinnern sich die drei Figuren an ihre Dreiecksbeziehung.

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Kofler bezieht sich in dieser Passage auf die Theorien von Karl Marx. Als Warenfetisch (auch Warenfetischismus) bezeichnet dieser in seinem Hauptwerk »Das Kapital« (1867) das quasireligiöse dingliche Verhältnis zu Produkten, die Menschen in arbeitsteiliger Produktion bzw. »gesellschaftlicher Arbeit« füreinander herstellen. »Das Rätsel des Geldfetischs ist daher nur das sichtbar gewordene, die Augen blendende Rätsel des Warenfetischs« (Marx 2004, 103)

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Wörtliches Zitat aus Schneiders »Schlafes Bruder« (Schneider 1994, 150)

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Kofler bezieht sich hier auf den Bestsellerroman Christoph Ransmayrs, »Die letzte Welt« (1988), und dessen »Fortschreibung des Mythos« (Schmidt-Dengler 1995, 523), der »Metamorphosen«Ovids, s. Eintrag ›Die letzte Welt‹

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Fidelio Friedrich Finke (1891–1968), böhmisch-deutscher Komponist, 1927–1945 Rektor der Deutschen Akademie für Musik und darstellende Künste in Prag. Nach Amtsenthebung und Enteignung infolge der Beneš-Dekrete wurde Finke vonAngehörigen der sowjetischen Besatzungsmacht nach Dresden gebracht. Dort gründete er die Staatliche Akademie für Musik und Theater und war bis 1951 ihr Rektor. Während der deutschen Okkupation der Tschechoslowakei komponierte er Werke nationalsozialistischer Gesinnungsmusik. (Handbuch deutsche Musiker)

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»Oh Wildnis, oh Schutz vor ihr« (1985): Prosa von Elfriede Jelinek

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Abgewandeltes Zitat aus Kafkas»Urteil«, aus einer der Tiraden des Vaters gegen seinen Sohn Georg: »Und mein Sohn ging im Jubel durch die Welt, schloß Geschäfte ab, die ich vorbereitet hatte, überpurzelte sich vor Vergnügen und ging vor seinem Vater mit dem verschlossenen Gesicht eines Ehrenmannes davon!« (Kafka 1994, 58)

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Die männliche Figur (»M«) in Becketts»Spiel« erinnert sich an das Geständnis der Liaison mit »F2«, das er aus Angst abgelegt habe, die Partnerin »F1« könne sich etwas antun. »M« folgert dann: »Ehebrecher, merkt euch eins, gebt es nie zu!« (Beckett 1995, 216).

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Wörtliches Zitat aus Schneiders »Schlafes Bruder«(Schneider 1994, 154)

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Kofler dürfte sich hier weiterhin an Gerald Szyszkowitz anlehnen, der seine Erfahrungen in der Nähe des »Eisernen Vorhangs« an der Grenze zur Tschechoslowakei (ČSSR) etwa in seinen Roman »Der Thaya« (1981) einfließen lässt.

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Heinrich Berté (1857–1924), österr.-ungarischer Komponist, verfasste 1916 das Singspiel »Das Dreimäderlhaus«, dessen Libretto der süßliche, pseudobiedermeierliche Roman »Schwammerl« (1912) des steirischen Schriftstellers Rudolf Hans Bartsch (1873–1952) zugrunde liegt, s. Eintrag ›der Schubert nur aus der Operette, als Operette gekannt hatte‹

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Wahrscheinlich eine Anspielung auf den NS-Propagandafilm »Heimkehr« (1941, R: Gustav Ucicky), in dem eine wolhyniendeutsche Minderheit in Polen drangsaliert wird und schließlich in das verheißungsvolle Deutsche Reich auswandert. Die Schauspielerin Paula Wessely (1907–2000) spielte die Hauptrolle, was sie nachträglich bereute (vgl. Glück 2007), was ihr aber lebenslang nachhing und Kritik einbrachte – die bekannteste kritische Stimme dürfte Elfriede Jelineks Theaterstück »Burgtheater« (UA 1985) sein, in das Originalzitate aus dem Film montiert sind.

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»Onkel Toms Hütte« (1852): Roman der US-amerikanischen Schriftstellerin Harriet Beecher Stowe (1811–1896) über das Schicksal afroamerikanischer Sklaven in den 1840er Jahren

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Kofler/Fian beziehen sich auf Samuel Becketts Theaterstück »Endspiel«, in dem die Figur Hamm »seine Geschichte« erzählt und dabei das Erzählen inszeniert. Hamm wechselt zwischen »Erzählerton« und »normalem Ton«, dem Modus des Kommentars: Das zuvor ›Erzählte‹ kommentiert Hamm zweimal mit »Schöne Stelle« (Beckett 1995, 131 u. 133), einmal als »Schwache Stelle« (Beckett 1995, 133).

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Wörtliches Zitat aus Schneiders »Schlafes Bruder« (Schneider 1994, 168)

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»Chinesische Rache«, Titel von »Rolf Torrings Abenteuer« Nr. 164 (1956), ursprünglich erschienen unter dem Titel »Eine grausame Rache« in der Serie zwischen 1930 und 1939 (vgl. Weideli 1997, 5)

Zitate

Titel von »Rolf Torrings Abenteuer« Band 122 (1955), ursprünglich erschienen in der Serie zwischen 1930 und 1939 (vgl. Weideli 1997, 4)

Zitate

»Fußgänger der Lüfte«: Anspielung auf das Theaterstück »Fußgänger der Luft« (orig. »Le piéton le l’air«, 1964) von Eugène Ionesco

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Wörtliches Zitat aus Schneiders »Schlafes Bruder« (Schneider 1994, 169)

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Vielleicht ein Bezug zur Lyrik Christine Lavants: In ihrer Sammlung »Spindel im Mond«(1959) taucht unter den mythischen Tieren der rote Hahn zweimal auf (Lavant 2014, 245 u. 278).

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»Ein Landarzt«: Erzählung von Franz Kafka (1917 entstanden, 1918 veröffentlicht) bzw. Buch mit der Erzählung gleichen Titels und dreizehn weiteren Prosatexten (1920)

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Wahrscheinlich Anspielung auf Ingeborg Bachmanns Gedicht »Böhmen liegt am Meer«: »Grenzt hier ein Wort an mich, so laß ich’s grenzen. [/] Liegt Böhmen noch am Meer, glaub ich den Meeren wieder.« (Bachmann 1978, 167) Dass Böhmen eine Küste haben soll, hat in Shakespeares »Wintermärchen« seinen Ursprung. Neben Bachmann haben auch Franz Fühmann, Volker Braun und Libuše Moníková dieses Motiv in ihrer Literatur verwendet. (vgl. Haines 2005, 179ff.)

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Titel von »Rolf Torrings Abenteuer« Band 172 (1956), ursprünglich erschienen als »Das Dschungel-Gespenst« in der Serie zwischen 1930 und 1939 (vgl. Weideli 1997, 5)

Zitate

Misanthrop: franz. Menschenfeind; hier wohl Anspielung auf das Theaterstück »Der Menschenfeind« von Molière (»Le Misanthrope ou l’Atrabilaireamoureux«, 1666 uraufgeführt)

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Hubert Fabian Kulterer (1938–2009), österr. Schriftsteller, gerne als »Original« bezeichnet, 1965 Promotion mit einer sprachwissenschaftlich-dialektologischen Arbeit, daran anschließend bis 1970 Tätigkeiten an Universitäten in Kanada und den USA. Ab 1970 unstetes Leben, zahlreiche Aktivitäten in Wien und Kärnten, gehörte in den frühen 1960er zum Tonhof-Kreis um Gerhard Lampersberg, dort Bekanntschaft mit Thomas Bernhard, der seinen Namen in den Titel seiner Erzählung »Der Kulterer« einfließen ließ.

PersonAutorIn/JournalistInMusikerInZitate

Titel von »Rolf Torrings Abenteuer« Band 60 (1952), ursprünglich erschienen in der Serie zwischen 1930 und 1939 (vgl. Weideli 1997, 4)

Zitate

Protagonist in Rilkes»Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge« (1910), s. S. II/194

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Wörtliches Zitat aus Schneiders »Schlafes Bruder« (Schneider 1994, 220)

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Kofler zitiert – mit einer Kürzung – den zu Lebzeiten viel gelesenen Heimatdichter und Salzburger NS-Funktionär Karl Heinrich Waggerl (1897–1973). Die Passage in Waggerls Prosa »Wanderung und Heimkehr« (1957) lautet: »Eines wird mir freilich immer unbegreiflich bleiben: daß es doch Menschen gibt, die mich gelten lassen, wie ich bin, und die mir dennoch im Herzen zugeneigt sind. Aber es gäbe wohl wenig Liebe in der Welt, wenn sie nur denen zuteil werden könnte, die sie verdienen« (zit. n. (zit. n. Arens 1962, 15).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Bernt Burchhart (* 1943) war bis 1973 Nachrichtensprecher beim ORF, danach Mitbegründer der Literaturzeitschrift »Freibord«. Infolge von Psychosen und Drogenmissbrauch kam er in die Psychiatrie. Dortige Erfahrungen flossen in den Band »Die Orte des Absterbens« (1987) ein. Nach Erscheinen des Buches ermordete er in einem psychotischen Schub den Nachtportier des Klagenfurter »Hotel Mondschein«. Koflers Prosa »Hotel Mordschein« nimmt darauf Bezug, s. Eintrag »das Hotel also hieß Mondschein«

TopographieOrtschaftMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Wörtliches Zitat aus Becketts Theaterstück »Spiel«, Satz der Figur »F2« – aus einer Passage, in der die beiden Frauenfiguren unzusammenhängende, nicht aufeinander bezogene Sätze sprechen (Beckett 1995, 222).

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Anspielung auf »Die Billigesser« (1980), Erzählung von Thomas Bernhard

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Anspielung auf den Titel von Peter Handkes Erzählung »Der kurze Brief zum langen Abschied« (1972)

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»Anlehnung an ein absurdes Theaterstück«: Damit ist Samuel Becketts»Warten auf Godot« (UA 1953) gemeint.

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»It was a lover and his lass« ist der Titel des bekanntesten Lieds aus Shakespeares»Wie es euch gefällt« (»As you like it,« 1623), vertont von Thomas Morley (1557/58–1602): »It was a lover and his lass, [/] With a hey, and a ho and a hey nonino, [/] That o’er the green cornfield did pass, [/] In the spring-time, the only pretty ring-time, [/] When birds do sing, hey ding a ding a ding, [/] Sweet lovers love the spring« (Shakespeare 2006, 328f.). In der Schlegel-Tieck’schen Übersetzung: »Ein Liebster und sein Mädel schön, [/] Mit heisa und ha und juchheisa trala! [/] Die thäten durch das Kornfeld gehen [/] Zur Maienzeit, der lustigen Paarezeit, [/] Wann Vögel singen tirlirelirei: [/] Süß’ Liebe liebt den Mai« (Shakespeare 1897, 173). s. Eintrag ›It was a lover and his lass, In springtime‹

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Wörtliches Zitat aus Schneiders »Schlafes Bruder«: »Da trat Cosmas, der Älteste, zur Mutter hin und frag [sic] mit verstellt erwachsener Stimme: ›Frau Mutter, was meint Liebe?‹« Auch das Folgende gibt Kofler wörtlich wieder (Schneider 1994, 224)

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In dem Karl-May-Roman »Durch die Wüste« (1892), dem ersten Band des »Orientzyklus«, ist Abu Seif ist der Anführer der Dscheheïne, einer gefürchteten Seeräuberbande am Roten Meer. Zahlreiche Anspielungen auf Karl-May-Romane in Koflers Werk (s. Eintrag ›Karl-May-bilder‹)

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»Der Feuerreiter«, Gedicht von Eduard Mörike (1804–1875), erstmals im Roman »Maler Nolten« (1832) publiziert; 1842 um eine dritte Strophe erweitert

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Erich Fried (1921–1988), österr. Schriftsteller, nach der Flucht 1938 nach England lebte er bis zu seinem Tod in London. Fried engagierte sich in verschiedenen Protestbewegungen, marschierte etwa 1968 in erster Reihe neben Rudi Dutschke auf einer Demonstration gegen den Vietnamkrieg in Berlin. Fried setzte sich ab 1971 gegen den »bewaffneten Kampf« der außerparlamentarischen Opposition ein, bereits 1968 warnte er seine GesinnungsgenossInnen vor schematischen Vereinfachungen und einer Eingleisigkeit der revolutionären Propaganda (Lampe 1998, 133). Sein ausgleichendes Naturell hinderte ihn nicht vor klaren Stellungnahmen, in Gedichten, Artikeln und anderer Form: So bezeichnete Fried etwa in einem Leserbrief im Magazin »Spiegel« 1972 die Erschießung Georg von Rauchs als »Vorbeugemord« (in dem von Kofler beobachteten Prozess gegen Wagenbach 1975 ging es ebenfalls um diesen »Tatbestand«), Berlins Polizeipräsident Klaus Hübner verklagte Fried daraufhin. Der Prozess 1974 endete mit einem Freispruch. Mit dem Wagenbach-Verlag war Fried seit 1966, seit dem Gedichtband »und vietnam und …«, verbunden. Bis zur Abfassung von Koflers »berliner notizen « Anfang 1975 erschienen insgesamt zehn Bücher Frieds bei Wagenbach (inklusive seiner Shakespeare-Übersetzungen). s. Eintrag ›Erich Fried‹

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Letzter Satz von Schneiders »Schlafes Bruder« (Schneider 1994, 224)

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Der norwegische Schriftsteller Trygve Gulbranssen (1894–1962) veröffentlichte 1933–1935 die sogenannte »Björndal-Trilogie«, die zu einem der meistverkauften und -übersetzten Werke der norwegischen Literatur wurde. Der erste Teil wurde unter dem Titel »Und ewig singen die Wälder«von Paul May1959 verfilmt. Nach dem Erfolg dieses Films produzierte die Wiener Mundus-Film unter der Regie von Gustav Ucicky auch den zweiten Teil der Gulbranssen-Trilogie. »Das Erbe von Björndal« gilt als »unspektakuläre, aber effektive filmische Umsetzung«der literarischen Vorlage (Brecht/Loacker/Steiner 2014 , 491).

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Anspielung auf das »Zauberstück« Der Alpenkönig und der Menschenfeind (1828) von Ferdinand Raimund

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Anspielung auf »Alte Meister. Eine Komödie« (1985), Roman von Thomas Bernhard; einen eigenen, nach dem Renaissancemaler Paris Bordone (ca. 1500 – 1571) benannten Saal gibt es im Wiener Kunsthistorischen Museum nicht (vgl. Steiner 2011; s. S. II/91). Der »Kunstmaler« Titorelli ist eine Figur in Kafkas»Prozess« (Kafka 1990, 192), der Name ist eine Kontamination aus Tintoretto, Tizian und Signorelli.

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Figur in Shakespeares Stück »Othello«, s. Eintrag »Nieder, mit dir, auf den Boden (Othello).«)

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»Der Jäger von Fall« (1883): Heimatroman von Ludwig Ganghofer, in Deutschland insgesamt fünfmal verfilmt

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»was du ererbt von deinen Vätern hast, [/] erwirb es, um es zu besitzen. [/] Was man nicht nützt, ist eine schwere Last, [/] Nur was der Augenblick erschafft, das kann er nützen«, heißt es in Goethes»Faust«

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Abgewandeltes Zitat aus André Hellers Roman »Schattentaucher«, in dem den Protagonisten während der Zeit im Internat »Furunkel, Abszesse und Gerstenkörner aller Art und Größe« quälen. »Sein Blut war damals vergiftet von Heimweh und Angst, und auch die zahllosen nächtlichen Gebete zu Maria, der mater admirabilis, konnten es nicht reinigen« (Heller 2003, 192). Der Ehrentitel »Mater Ter Admirabilis« (»Dreimal wunderbare Mutter«) für die Gottesmutter Maria wurde 1604 vom Jesuitenpater Jakob Rem geprägt, s. Eintrag »Unter Trennungen von ihr,...‹

PersonAutorIn/JournalistInReligiöse/r WürdenträgerInZitate

»Furcht und Elend des Dritten Reiches«: Bertolt Brecht verfasste von dem Theaterstück ab 1935 mehrere Fassungen und verschiedene Szenen, 1938 wurden erste Szenen in einer Pariser Uraufführung gezeigt.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Salman Rushdie (* 1947), britisch-indischer Schriftsteller; sein Roman »Die satanischen Verse« (1988) erlangte durch die (heute noch gültige) »Fatwa« des iranischen Staatschefs Khomeini, in der er Rushdie zum Tode verurteilte, weltweites Aufsehen. Das Urteil wurde mit dem angeblich islamfeindlichen Inhalt des Buches begründet. s. Eintrag »Rushdie-Bube«

PersonAutorIn/JournalistInPolitikerInZitate

Die Begriffe »Absicht«und »Zweck«spielen in Immanuel Kants Werk in Bezug auf die Natur eine große Rolle. In seiner »Kritik der Urteilskraft« (1790) legt Kant Natur entsprechend der Teleologie so dar, »als ob die Zweckmäßigkeit in ihr absichtlich sei« (Kant 2000a, § 68, 201), wobei diese »Absicht«in Analogie zu einer verstandesgelenkten Absicht gedacht wird: »Naturzweck«sei jene Verknüpfung von Ursache und Wirkung, bei welcher die Ursache, soKant in »Die Metaphysik der Sitten« (1797), »auch ohne ihr dazu einen Verstand beizulegen, doch nach der Analogie mit einem solchen«, als »gleichsam absichtlich«etwas hervorbringend, begriffen wird.(Kant 2000b, MST § 7, 654)

PersonPhilosophInZitate

Wahrscheinlich gemeint: »Die Bürger in Wien« (1813), Posse von Adolf Bäuerle

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Die »Dreigroschenoper« ist Brechts bekanntestes Bühnenstück, die Musik dazu schrieb Kurt Weill (UA 1928 in Berlin), s. Eintrag »des Mondes über Soho«

PersonAutorIn/JournalistInMusikerInZitate

Anspielung auf den Roman »Die Liebe in den Zeiten der Cholera« (1985) des kolumbianischen Literaturnobelpreisträgers Gabriel Garcia Márquez

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»Faust. Eine Tragödie«: Theaterstück von Johann Wolfgang Goethe (1808 in Druck erschienen); »Iphigenie«: entweder meint Kofler damit das Theaterstück »Iphigenie in Aulis« (ca. 408 v.u.Z.) von Euripides oder Goethes Iphigenie auf Tauris (1787 erschienen)

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Kofler bezieht sich hier auf seinen eigenen Text »Ein Bericht für eine Jury « (1979), den er offensichtlich aus Anlass des seit 1977 in Klagenfurt abgehaltenen Wettlesens um den Ingeborg-Bachmann-Preis verfasst hat. Koflers Text hat Kafkas»Ein Bericht für eine Akademie« (1917) zur Grundlage, Beginn und Schluss beziehen sich wörtlich darauf. »Im übrigen will ich keine Kenntnisse verbreiten, ich will nur – und ich habe es jetzt zu erwarten – Ihr Urteil; Wert oder Unwert, Triumph oder Niederlage, ich sagte es schon« (Kofler 1994, 14).

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»Wetterleuchten um Maria« (1957), deutscher Heimatfilm nach dem gleichnamigen Roman (1955) von Hans Ernst

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Im September 1929 erschien in der von Joseph Goebbels herausgegebenen Zeitschrift der Berliner NSDAP, »Der Angriff«, das Gedicht »Die Fahne hoch« von Horst Wessel (1907–1930). Das Gedicht wurde – nach einer überlieferten Melodie gesungen – zu einem »Kampflied« der SA. Nachdem Wessel 1930 bei einem Schussattentat schwer verletzt wurde und bald darauf starb, stilisierte man seinen Tod zu einem »Märtyrertod«, ab 1933 wurde das Lied zur Parteihymne der NSDAP. s. Eintrag ›Horst Wessel‹

PersonNationalsozialistInAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Kofler/Fian zitieren hier eine bekannt gewordene Aussage, die der kanadische Medientheoretiker Marshall McLuhan (1911–1980) in seinem 1964 publizierten Buch »Understanding Media: The Extensions of Man« tätigte und die das Medium, die Beschaffenheit des Kanals, über den eine Nachricht transportiert wird über die Bedeutung oder den Inhalt der Nachricht stellte.

PersonPhilosophInZitate

Anspielung auf den Titel von Friedrich Nietzsches Schrift »Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik« (1872)

PersonPhilosophInZitate

Variation des bekannten Spruchs »Neapel sehen und sterben«, der auch in Goethes»Italienische Reise« vorkommt: »Vedi Napoli e poi muori!« sagen sie hier. Siehe Neapel und stirb!« (Goethe 1998, 204)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Die Wahlverwandtschaften« (1809), Roman von Johann Wolfgang von Goethe

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Ich bekenne, ich habe gelebt« (1973): Titel der Memoiren des chilenischen Schriftstellers Pablo Neruda (1904 – 1973), s. Eintrag ›Ich habe gelebt.‹

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Den Bergriff »melancholische Freiheit« entnahm Kofler möglicherweise dem »Bericht zur Entstehung einer Weltkomödie« (1985) des Berliner Grafikers und Schriftstellers Christoph Meckel (* 1935). Darin schildert ein Ich-Erzähler seinen Werdegang als bildender Künstler und erzählt von einer Phase, in der sich für ihn durch seine Unsichtbarkeit als Künstler in der Kunstwelt eine »melancholische Freiheit« auftat. (Meckel 1985, 46) Meckel trennt sein Graphiker-Ich vom »literarische[n] Freund und Gegenspieler« des Ich-Erzählers. (Meckel 1985, 7)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Wilhelm Rudnigger (1921–1984), ausgebildeter Schriftsetzer, während des Zweiten Weltkriegs Beiträger in »Daß wir zusammenstehn ...«»Gedichte aus Kärnten« (1940; der Titel wurde dem Gedicht Rudniggers entnommen) und »Kärnten, Heimatland, Ahnenland. Ein Buch für die Jugend« (1942), nach der Rückkunft aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft 1947 Arbeit als Post-, später als Finanzbeamter; erlangte große Popularität als Humorist und Conferencier sowie als Autor und Sprecher für den Kärntner Rundfunk, seine humoristischen Gedichte und Geschichten (teilweise in Dialekt) erlangten vielfache Auflagen (vgl. Baur/Gradwohl-Schlacher 2011, 235), 1962 war Rudnigger Autor in der Villacher Literaturzeitschrift »Der Bogen«.

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

»Egmont« (1788): Trauerspiel von Goethe; Koflers Transposition Brüssels in das provinzielle Augsburg dürfte auf Bernhards Theaterstück »Die Macht der Gewohnheit« (1974) anspielen, in dem viel über einen bevorstehenden Auftritt in Augsburg gesprochen wird.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

»Der Mann ohne Eigenschaften«, ab 1930 in drei Bänden erschienener Roman von Robert Musil, s. Eintrag ›Mann ohne Eigenschaften‹.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Gesang der Geister über den Wassern« (Erstdruck 1789): sechsstrophiges Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe, 1817 von Franz Schubert vertont

PersonAutorIn/JournalistInMusikerInZitate

»Clavigo«: Trauerspiel von Goethe (1774 gedruckt)

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Harald Haselbach, Dramaturg, Pädagoge und Schriftsteller, in den 1930er Jahren am Klagenfurter Stadttheater tätig (u.a. 1931 Regie beim »Kärntner Totentanz«, Kostüme v. Anton Kolig), 1938/39 Redakteur des »Kärntner Jahrbuchs« (zuvor auch des »Kärntner Kalenders«) mit »ständestaatlichem Gepräge«, verantwortlicher Redakteur der »Anschluss«-Anthologie »Kärnten, des Reiches Südwacht« (1939) (vgl. Baur/Gradwohl-Schlacher 2011, 65), blieb nach 1945 in seinem publizistischen Schaffen dem »Kärntnertum« verpflichtet, etwa in dem mit seinem Bruder Volkmar herausgegeben Buch »Gesang aus Kärnten. Die Landschaft – der Mensch« (1953). Unterrichtstätigkeit an der Klagenfurter Lehrerbildungsanstalt, dort Lehrer Koflers (»meinem Professor«). In »Am Schreibtisch« erwähnt Kofler die Tätigkeit der Brüder Haselbach (ohne Namensnennung) für den »Getreuen«»Eckart«. Die Beiträge »Kärntner Kulturberichte« bzw. »Aus dem Kärntner Kulturleben« 1940/41 stammen durchgehend von Trude Polley. Ein Beitrag von Harald Haselbach ist in der »Monatsschrift der Ostmark« (Untertitel) der Jahre 1939 bis 1942 (mit März 1942 eingestellt) nicht nachweisbar. s. Eintrag ›Landesschulinspektor‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Kofler spielt mit dieser Verunglimpfung Salzburgs auf Thomas Bernhards Stück »Die Macht der Gewohnheit« (1974) an, in dem der Zirkusdirektor CaribaldiAugsburg als »Lechkloake« bezeichnet (Bernhard 2005, 102)

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

»Die fröhliche Wissenschaft« (1882, ergänzte Neuausgabe 1887): Schrift von Friedrich Nietzsche

PersonPhilosophInZitate

Wörtliches Zitat aus »Im Tal des Todes« (May 1953, 425)

Zitate

Publius Ovidius Naso (43 v.u.Z.–17 n.u.Z.): römischer Dichter; Kofler bezieht sich v.a. im Zusammenhang mit Christoph Ransmayrs Bearbeitung der »Metamorphosen« auf ihn, s. Eintrag »Doch ach, keinem bleibt seine Gestalt.«

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Anspielung auf einen Doppelselbstmord zweier Jugendlicher, auf den sich der Kärntner Schriftsteller Josef Winkler vielfach in seinem Werk bezieht, erstmals in »Menschenkind«: »Am 29. September 1976 stiegen in meinem Heimatort K. bei P., Kärnten, der 17jährige Mechanikerlehrling Jakob P. und sein gleichaltriger Freund, der Maurerlehrling Robert L., mit einem drei Meter langen Kalbstrick über eine Holzleiter des Pfarrhofstadels zu einem Trambaum hinauf. Sie schlangen das Seil um ihn und verknoteten die beiden Seilenden hinter ihren linken Ohren [...]« (Winkler 1979, 5).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Macbeth«: Tragödie von William Shakespeare (»The Tragedy of Macbeth«, Erstdruck 1623)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Volkmar Haselbach (1909–1976), Lehrer und Schriftsteller, Themen seiner Texte war meist das »Kärntnertum« und Heimatverbundenheit, ab 1954 Kärntner Landesschulinspektor für Volks-, Haupt- und Sonderschulen. »Parallel zu seinem beruflichen Engagement begann [Ende der 1940er Jahre] sein Aufstieg zu einem der wichtigsten Lyriker Kärntens, darüber hinaus machte er sich auch als Schulbuchautor einen Namen« (Baur/Gradwohl-Schlacher 2011, 143). Den von Kofler angesprochenen Beitrag im »Getreuen Eckart« lieferte Haselbach im Kärnten-Heft 1941 (mit Literatur von Josef Friedrich Perkonig, Herbert Strutz, Emil Lorenz, Johannes Lindner und Ingeborg Teuffenbach) mit dem Gedicht »Die Fremde«, das die titelgebende Befindlichkeit als Wunde darstellt, die nur das Zuhause heilen könne (Haselbach 1941).

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Kofler bezieht sich auf das Grimm-Märchen »Herr Korbes«, die Bezüge finden sich mehrmals in Koflers Triptychon, s. Eintrag »Ich, Herr Korbes, fuhr vor langer, langer Zeit hinaus zu meinem Haus und erlebte die böseste Überraschung meines Lebens.«

Zitate

»Das Parfum« (1985) ist ein Roman des deutschen Schriftstellers Patrick Süskind (* 1949); er wurde mit Übersetzungen in 49 Sprachen und weltweit über 20 Millionen verkauften Exemplaren zum internationalen Bestseller (vgl. ScreenShot 2015), s. Eintrag »Süskind-Syndrom«.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Lulu«: Unvollendet gebliebene Oper von Alban Berg (Uraufführung 1937 im Stadttheater Zürich) und deren Titelheldin; basierend auf den Texten »Erdgeist« (1895) und »Die Büchse der Pandora« (1902) von Frank Wedekind. Wedekind hat beide Stücke später als Bühnenfassung unter dem Titel »Lulu. Tragödie in«»fünf Aufzügen mit einem Prolog« zusammengefasst.

PersonMusikerInAutorIn/JournalistInMedienMusikZitate

Kofler spielt hier womöglich auf die »Berichte von Hinze und Kunze« (1983) s. Eintrag ›Dichter Hintze und Kunze‹ des deutschen Schriftstellers und Dramatiker Volker Braun (* 1939) an.

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Anspielung auf Giorgio Bassanis Roman »Die Gärten der Finzi-Contini« (orig. »Il Giardino dei Finzi-Contini«, 1962), 1970 von Vittorio De Sica verfilmt.

PersonAutorIn/JournalistInSchauspielerIn/RegisseurInZitate

Kofler wandelt hier die Szene und den Dialog ab, die auf das obige wörtliche Zitat aus »Im Tal des Todes« (May 1953, 425) folgen.

Zitate

Abgewandeltes Zitat aus Christoph Ransmayrs Roman »Die letzte Welt«: »[Dann] trat Naso in dieser Nacht vor einen Strauß schimmernder Mikrophone […] und sagte nur: Bürger von Rom« (Ransmayr 1988, 60). Strauß: Anspielung auf den CSU-Politiker Franz Josef Strauß (1914 – 1988), 1978 – 1988 bayerischer Ministerpräsident, s. Eintrag »Ach du schimmernder Strauß«

PersonAutorIn/JournalistInPolitikerInZitate

»An der Baumgrenze« : Erzählung von Thomas Bernhard , erstmals 1967 in der Zeitschrift »Jahresring«, 1969 in einem Band mit Erzählungen publiziert

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Bernhard Minetti (1905–1998), deutscher Schauspieler, in den 1970er Jahren Protagonist mehrerer Uraufführungen von Stücken Thomas Bernhards, unter anderem als Titelrolle in dem Stück »Minetti« (1976). Kofler thematisiert Minettis Rolle in Leni Riefenstahls Film »Tiefland« in der Prosa »TIEFLAND, Obsession« (2010)».« s. Eintrag ›Bernhard Minetti‹

PersonSchauspielerIn/RegisseurInAutorIn/JournalistInMedienFilm/Fernsehen/RadioZitate

Kofler bezieht sich hier (vermutlich) auf die Theorien Ernst Blochs (1885–1977). Bei Bloch ist das Noch-Nicht die zentrale utopische Kategorie; nur die Kunst vermittle uns eine Ahnung möglicher Vollendung, darin die unfertige Wirklichkeit überbietend. In seinem Hauptwerk »Das Prinzip Hoffnung« (erstmals 1954–1959) prägte Bloch den Begriff »Vorschein«, um den Zusammenhang von Kunst und Utopie darzulegen. Kunst könne ästhetischer Vor-Schein werden, der im Horizont des Wirklichen stünde (Bloch 1954b). s. Eintrag »Vorschein, wie der Philosoph B. schreibt«

PersonPhilosophInZitate

Helmut Scharf (1915–2001), Pädagoge und Schriftsteller, bis 1975 Professor an der Pädagogischen Akademie in Klagenfurt; er war in erster Linie als Lyriker tätig. Der von Kofler erwähnte Titel »Als Toter leben« war sein erster Gedichtband 1956, zwei Romane wurden zu Lebzeiten publiziert; 1960 Promotor eines Aufrufs zu mehr Förderung von »Kärntner Literatur«, was sich gegen Konkurrenz von außen und gegen die literarische Moderne richtete (vgl. Amann/Strutz 1998, 555f.).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Rudolf Hans Bartsch (1873–1952), österr. Schriftsteller, er gehörte zu den in seiner Zeit populärsten Autoren des Landes, ein großer Erfolge war etwa sein Schubert-Roman »Schwammerl« (1912).

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Anspielung auf Kafkas Roman »Der Proceß«, in dem die »Vorladung« K.s. mehrfach eine Rolle spielt.

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»Glaube Liebe Hoffnung. Ein kleiner Totentanz in fünf Bildern« (1932), Drama des österr.-ungar. Schriftstellers Ödön von Horváth

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Im Vorfeld der Nationalratswahl am 17. November 1986 warben im Rahmen des Personenkomitees »Österreicher für Bundeskanzler Dr. Franz Vranitzky« auch Schriftsteller für eine Fortsetzung der Kanzlerschaft Vranitzkys, der na ch dem Rücktritt von Bundeskanzler Sinowatz im Zuge der »Waldheim-Affäre« seit 16. Juni Regierungschef war. Der Unterhaltungsschriftsteller Johannes Mario Simmel (1924–2009) sowie der im englischen Exil lebende »unorthodoxe Marxist« Erich Fried (1921–1988), der sich auch als Friedensaktivist betätigte (u.a. »Kalender für den Frieden«, Fried 1984), beteiligten sich an dieser Kampagne. Im Kofler-Nachlass sind beide Inserate vorhanden, der Text bezieht sich auf den durch die »Waldheim-Affäre« ramponierten »Ruf Österreichs in der Welt« (Inserat Simmel: »Vranitzky wird den guten Ruf Österreichs in der Welt wieder herstellen. Wer ein offenes, fortschrittliches Österreich will, mußVranitzky wählen.« Inserat Fried: »Nur ein Wahlsieg Vranitzkys und der SPÖ kann den in der Welt schwankenden Ruf Österreichs wieder herstellen und zugleich im Land selbst soliden Fortschritt erleichtern«) (11/W7/1).

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PersonPolitikerInAutorIn/JournalistInZitateEreignis

Maximilian Schell (1930–2014): Schweizer-österreichischer Schauspieler; Georges Danton (1759–1794): französischer Politiker, Justizminister der Ersten Republik, im deutschsprachigen Raum auch durch Georg Büchners Theaterstück »Dantons Tod« (1835) bekannt

PersonSchauspielerIn/RegisseurInPolitikerInAutorIn/JournalistInZitate

»Johann Wolfgang Bauer«: Anspielung auf Goethe; »Wolfi Bauer«: Anspielung auf den österr. Schriftsteller Wolfgang Bauer (1941–2004); Franz von Suppé (1819–1895), österr. Operettenkomponist, der zu sehr vielen leichten Komödien seiner Zeit Bühnenmusiken schrieb, unter anderem zum Lustspiel »Dichter und Bauer« (1846) von Karl Elmar (eigentl. Karl Swiedack, 1815–1888)

PersonAutorIn/JournalistInMusikerInZitate

»Ein fröhlicher Morgen beim Friseur«: 1983 in Graz uraufgeführtes surrealistisches Theaterstück von Wolfgang Bauer, das in einem Friseursalon spielt (vgl. Bauer 1983)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Paraphrase des Auftakts von Rilkes»Duineser Elegien«»Wer, wenn ich schriee, hörte mich denn aus der Engel [/] Ordnungen? und gesetzt selbst, es nähme [/] einer mich plötzlich ans Herz: ich verginge von seinem [/] stärkeren Dasein« (Rilke 1927, 259).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Ernst Löns (1886–?) ist, wie Kofler schreibt, der jüngste Bruder des deutschen »Heidedichters« Hermann Löns, der wiederum das älteste von insgesamt 14 Kindern war. Ernst Löns schrieb zwei biographische Bücher über seinen bekannten Bruder: »Hermann Löns’ Jugendzeit« (1927) und »Hermann Löns – Mannesjahre. Sein Leben und Schaffen bis zu seinem tragischen Ende« (1929, Neuausgabe 1943).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Zitat aus Kafkas Roman »Der Proceß«: Mit diesen Worten antwortet K. auf die Vorhaltungen des Untersuchungsrichters, er hätte eine Stunde und fünf Minuten früher erscheinen sollen. Auch die Antwort Klamms entstammt Kafkas Roman: »›Ja‹, sagte der Mann, ›aber ich nicht mehr verpflichtet, Sie jetzt zu verhören […] ich will es jedoch ausnahmsweise heute noch tun‹« (Kafka 1990, 60).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Der Zigeunerbaron«, Operette in drei Akten von Johann Strauß (Sohn), Libretto von Ignaz Schnitzer, basierend auf der Novelle »Sáffi« von Mór Jókai; Uraufführung 1885 im Theater an der Wien, s. S. III/468

PersonMusikerInAutorIn/JournalistInMedienMusikZitate

In Josef Haslingers Roman »Opernball« (1995) trägt die Figur des Führers einer Nationalen Partei den Namen Jup Bärenthal, in Koflers Prosa »Hotel Mordschein« kommt der Bärentaler vor (s. Eintrag ›Abschenkung‹), beides Anspielungen auf Jörg Haider

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Protagonist des epochalen Romans »El ingenioso hidalgo Don Quixote de la Mancha« (1605/1615) von Miguel de Cervantes

PersonAutorIn/JournalistInZitate

In Kafkas Roman »Der Proceß« wird K. bei der ersten Befragung vom Untersuchungsrichter gefragt, ob er Zimmermaler sei, worauf er ihm antwortet: »›Nein‹, sagte K., ›sondern erster Prokurist einer großen Bank‹« (Kafka 1990, 61).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Der Kafkas Roman »Der Proceß« entlehnte Begriff Zimmermaler taucht in Koflers Werk immer wieder auf, chronologisch erstmals in »Zell-Arzberg« (s. Eintrag ›Zimmermaler, oder erster Prokurist einer großen Bank‹)

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Titel eines Gedichtbands (1961) von Heinz Pototschnig; die Texte wurden in die Sammlung »Lyrik« aufgenommen (vgl. Adel 1973).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Kreuzbergl: hügelartige Erhebung (517 m) nordwestlich der Klagenfurter Innenstadt, auch als »Hausberg« Klagenfurts bezeichnet. Ingeborg Bachmannhat dem Hügel in ihrer Erzählung »Drei Wege zum See« ein literarisches Denkmal gesetzt. s. Eintrag ›Kreuzbergl‹

TopographieBergOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

»Zu Straßburg auf der Schanz«: Lied aus der dreibändigen Sammlung »Des Knaben Wunderhorn«, die Clemens Brentano und Achim von Armin 1805–1808 herausgaben. Sowohl Johannes Brahms (in seinen »Sechzehn deutschen Volksliedern«»für drei- und vierstimmigen Frauenchor«, 1859–1862) als auch Gustav Mahler (in seinem Liederzyklus »Des Knaben Wunderhorn«, 1887–1890) vertonten den Text.

PersonAutorIn/JournalistInMusikerInMedienMusikZitate

Der Begriff Zimmermaler taucht in Koflers Werk immer wieder auf: in »Am Schreibtisch« in Bezug auf einen Schriftstellerkollegen (s. Eintrag »die tüchtigsten Zimmermaler«), bei den anderen Stellen (»Herbst, Freiheit«; »Üble Nachrede«; »In der Hauptstadt der Literatur«) wird eindeutiger auf Kafka angespielt, s. Eintrag ›Zimmermaler,...‹. Im Roman »Der Proceß« wird der Protagonist K. bei der ersten Befragung durch den Untersuchungsrichter gefragt, ob er Zimmermaler sei, worauf er antwortet: »›Nein‹, sagte K., ›sondern erster Prokurist einer großen Bank‹« (Kafka 1990, 61).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Heimito von Doderer (1896–1966), österr. Schriftsteller; in der Mappe 4 (1961) des »Bogen« druckte Pototschnig einen Brief des berühmten Zeitgenossen mit dessen Leseeindrücken ab: »Ich will frei heraus sagen, daß mir alle Autoren große Freude gemacht haben. [...] Den ›Bogen‹ werde ich jedemKunstfreund nachdrücklich empfehlen.« In der zwölften Mappe des »Bogen« (1963) ist Heimito von Doderer mit der Kurzprosa »Das vergrabene Pfund« vertreten. Das von Kofler zitierte Lob Doderers ist im Brief an Potoschnig vom 8. 9. 1964 enthalten: »Den beiliegenden Satz sagte ich über Sie zu Athen am 8. Mai in einem von mir dort im PEN-Club gehaltenen Vortrage […]: ›Doch ist dem Freunde und Bewunderer lyrischer Dichtung inzwischen noch ein neuer Stern aufgegangen, im südlichen Kärnten, wo zu Villach Hein Pototschnig als Arzt lebt. Seine bisher vorgelegten drei Bände lyrischer Werke halten wir für die derzeitige Spitze österreichischer Dichtung‹« (zit. n. Adel 1997, 7).

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Titelheldin des Ehebruch-Romans» Lady Chatterleys Liebhaber« (1928) von D. H. Lawrence

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Zitat aus Goethes»Faust«, Faust im Zwiegespräch mit Mephistopheles: »Was kann die Welt mir wohl gewähren? [/] Entbehren sollst du! sollst entbehren! [/] Das ist der ewige Gesang, [/] Der jedem an die Ohren klingt, [/] Den, unser ganzes Leben lang, [/] Uns heiser jede Stunde singt« (Goethe 1998, 53).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Hanns Renger (1916–1991) führte bis 1969 das elterliche Schuhgeschäft in Wolfsberg; mit dem Band »Eine Nuß voll Pfauenblau« trat er 1963 erstmals als Lyriker an die Öffentlichkeit, s. Eintrag ›ferner wohnte in W.‹

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Manfred Posch (1943–2016), österr. Schriftsteller, Kritiker und Journalist, aufgewachsen in Klagenfurt, mehrere Bücher über Kärntner Chöre, Brauchtum und Alpinismus, Chefredakteur der »Kärntner Tageszeitung«; die von Kofler erwähnte Lyrik-Publikation »Am Glasweiher« (1963) war sein Debüt im kleinen Badener Weilburg Verlag, dem eine Beteiligung in der Anthologie »Unter dem Kreuz der Begabung« vorangegangen war (in dieser Publikation waren auch die in Koflers Text erwähnten Drozdowski, Pototschnig, Nowotny und Rudnigger vertreten (vgl. Paar 1963).

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Dieter Kaufmann (* 1941), österr. Komponist, Pionier der Elektroakustischen Musik, der von Kofler erwähnte Text»Vision des Kreuzes« erschien in der Literaturzeitschrift »Der Bogen« (Mappe 16, 1964), zugleich mit Texten Jonkes und Koflers, in der erwähnten Publikation »Lyrik der Kommenden« ist Kaufmann mit acht Gedichten vertreten (vgl. Paar 1964, 25–30).

PersonMusikerInAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Möglicherweise eine Anspielung auf den ersten Vers der polnischen Nationalhymne »Mazurek Dąbrowskiego«, 1797 von Józef Wybicki gedichtet (»Noch ist Polen nicht verloren«). Ernst Lubitschs Film »Sein oder Nichtsein« (1942), auf den Kofler in »Hotel Mordschein« (s. S. II/458) rekurriert, fußt auf dem Theaterstück »Noch ist Polen nicht verloren« des ungarischen Dramatikers Melchior Lengyel (1880–1974).

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Der in Baden bei Wien beheimatete Weilburg-Verlag (benannt nach dem klassizistischen Schloss Weilburg bei Baden, 1945 ausgebrannt, 1964 gesprengt) wurde von dem Schriftsteller und Redakteur Carl Egmont Paar (1914–unbek.) betrieben und konzentrierte sich auf Lyrik, etwa mit den ambitionierten Anthologien »Lyrik 1965: Prominenz und Nachwuchs« (1965, u.a. mit Doderer) und »Gruppe C.: Österreichische Lyriker – Premiere« (1967).

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Möglicherweise greift Kofler hier auf das »Manifest der Kommunistischen Partei« von Marx und Engels zurück, wo der Begriff Idiotie sinngemäß auftaucht: Die Bourgeoisie habe »die Zahl der städtischen Bevölkerung gegenüber der ländlichen in hohem Grade vermehrt und so einen bedeutenden Teil der Bevölkerung dem Idiotismus des Landlebens entrissen«. (Marx/Engels 1968, 18)

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Peter Paul Wiplinger (* 1939), lebt seit 1960 als freier Schriftsteller in Wien; Kofler bezieht sich auf das Gedicht »Der Golfkrieg«, das Wiplinger 1991 während des zweiten Golfkriegs (Jänner/Februar 1991) in der katholischen Wochenzeitung »Die Furche« veröffentlichte: »gebrauchsfertig [/] geliefert der tod [//] von allen staaten [/] die reden von frieden [...] doch im geheimen [/] liefern sie waffen [//] die anderen sterben [/] für ihren profit […] die rüstung dient [/] nur dem frieden [//] das sagen stets [/] die todeslieferanten« (Wiplinger 1991).

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Anspielung auf Hugo von Hofmannsthals allegorisches Theaterstück »Das Salzburger große Welttheater«, das 1922 unter der Regie von Max Reinhardt bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt wurde. Das »Schauspiel« beruht auf Pedro Calderóns Mysterienspiel »Das große Welttheater.« Koflers Zusammenführung mit den Begriffen Nihilismus und Weltverschwörung dürfte parodistischer Absicht entspringen.

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Café Sport: ehemaliger »Künstlertreff« in der Wiener Schönlaterngasse 2, »das einzige lokal«, wie sich Reinhard Priessnitz1970 erinnert, »das langhaarige als gäste duldete und nicht andauernd mit lokalverboten zur stelle war« (Priessnitz 1990, 29). Neben den Aktionisten und anderen KünstlerInnen wie Arnulf Rainer, Margot Pilz, Cora Pongracz oder Valie Export frequentierten auch der Schauspieler Helmut Qualtinger und SchriftstellerInnen wie Hermann Schürrer, Elfriede Gerstl, Elfriede Jelinek, Franz Schuhoder Reinhard Priessnitz das Lokal (vgl. Krasny 2008, 207). Das Café Sport bestand nur bis ca. 1968, heute befindet sich an dieser Adresse die Bar »Lukas«. In Robert Menasses Roman »Selige Zeiten, brüchige Welt« (1991) spielt das Café als »auratischer Ort« eine Rolle (Beilein 2008, 146f.), in Elfriede Jelineks Roman »Die Ausgesperrten« (1980) besucht die Schülergruppe das Café, wo »man auf den Plätzen sitzt, um zu schauen, welcher Künstler oder Intellektuelle auf dem Platz oder dem Platz sitzt« (Jelinek 1985, 105).

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Modifiziertes Zitat aus Kafkas»Der Proceß«: »›Ihre Frage, Herr Untersuchungsrichter ob ich Zimmermaler bin […] ist bezeichnend für die ganze Art des Verfahrens, das gegen mich geführt wird. […] Aber ich erkenne es also für den Augenblick jetzt an, aus Mitleid gewissermaßen. Man kann sich nicht anders als mitleidig dazu stellen, wenn man es überhaupt beachten will. Ich sage nicht, daß es ein lüderliches Verfahren ist, aber ich möchte Ihnen diese Bezeichnung zur Selbsterkenntnis angeboten haben‹« (Kafka 1990, 62).

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»Träume der Jugend« (1879), Gedicht von Johann Gottfried von Herder

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Goldenes Rössl: Gabenbringer in der Weihnachtsnacht, der über das Haus springt; in Adalbert Stifters Erzählung »Weihnacht« heißt es etwa, damit die Kinder wüssten, »daß das Schüsselchen gefüllt ist, sendet öfter das Christkindlein eines seiner goldenen Rößlein, mit denen es durch den Himmel fährt, und läßt die geschehene Begabung verkündigen« (Stifter 1949, 67).

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Die Titelfigur in Shakespeares »The Tragedy of King Lear« (Erstdruck 1608) wird nicht explizit als Greis bezeichnet. Aber Lear erklärt in der Eröffnungsszene seine Abdankung damit, »all cares and business from our age« nehmen und dadurch ohne Bürde zum Grab wanken zu wollen: »Unburthen’d crawl toward death« (http://shakespeare.mit.edu/lear/lear.1.1.html [25.6.2020]).

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In Kafkas Roman »Der Prozeß« hält K. eine akklamierte Rede vor dem Untersuchungsrichter, in der er davon spricht, dass er für all jene hier stehe, die ebenfalls mit einem für sie völlig undurchsichtigen Verfahren konfrontiert seien – »irgendwo« aus dem Publikum reagiert jemand mit Klatschen und dem von Kofler zitierten Ausruf (Kafka 1990, 64).

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Anspielung auf Sartres»Das Sein und das Nichts«. »Versuch einer phänomenologischen Ontologie« (orig. »L’être et le néant. Essai d’ontologie phénoménologique« 1943)

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Anspielung auf Samuel Becketts »Molloy«: »Ich bin im Zimmer meiner Mutter. Ich wohne jetzt selbst darin. Wie ich hierhergekommen bin, weiß ich nicht« (Beckett 1976, 7). Kofler variierte das Zitat auch schon in »Am Schreibtisch «s. Eintrag ›wie ich aus dem Keller‹

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In Kafkas Roman »Der Prozeß« reagiert K. auf die spontane Beifallsbekundung eines Zuhörers seiner Rede vor dem Untersuchungsrichter: »›Ich will nicht Rednererfolg‹, sagte K. aus dieser Überlegung heraus, ›er dürfte mir auch nicht erreichbar sein. Der Herr Untersuchungsrichter spricht wahrscheinlich viel besser, es gehört ja zu seinem Beruf‹« (Kafka 1990, 65).

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Im »Prater blüh’n wieder die Bäume« (1958), österr. Liebesfilm von Hans Wolff, basierend auf dem Bühnenstück »Die Sachertorte« von Siegfried Geyer und Rudolf Österreicher.

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Karl Marx spricht in »Das Kapital« von der »reinen Form« des Kapitals, für die man von den »eigentümlichen Funktionen des kaufmännischen oder Warenhandlungskapitals« abstrahieren müsse. (Marx 2004, 264)

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Ernst Bloch prägt in seinem Hauptwerk »Das Prinzip Hoffnung« (1954–1959) den Begriff »Vorschein«, um den Zusammenhang von Kunst und Utopie darzulegen. s. Eintrag »Vorschein, wie der Philosoph B. schreibt«

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Anspielung auf das Theaterstück Das Mündel will Vormund sein (1969) von Peter Handke

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»It was a lover and his lass« ist der Titel des bekanntesten Lieds aus Shakespeares»Wie es euch gefällt« (»As you like« it, 1623), vertont von Thomas Morley (1557/58–1602): »It was a lover and his lass, [/] With a hey, and a ho and a hey nonino, [/] That o’er the green cornfield did pass, [/] In the spring-time, the only pretty ring-time, [/] When birds do sing, hey ding a ding a ding, [/] Sweet lovers love the spring« (Shakespeare 2006, 328f.). In der Schlegel-Tieck ’schen Übersetzung: »Ein Liebster und sein Mädel schön, [/] Mit heisa und ha und juchheisa trala! [/] Die thäten durch das Kornfeld gehen [/] Zur Maienzeit, der lustigen Paarezeit, [/] Wann Vögel singen tirlirelirei: [/] Süß’ Liebe liebt den Mai« (Shakespeare 1897, 173).

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»Die Gespenstersonate«: 1908 uraufgeführtes Theaterstück von August Strindberg (1849–1912)

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Bezug auf das Märchen »Tischlein, deck dich« der Brüder Grimm (KHM 36): »Da deckte der Drechsler ein Tuch in die Stube, brachte den Goldesel herein, und sagte zu seinem Bruder, ›nun lieber Bruder, sprich mit ihm‹. Der Müller sagte Bricklebrit und augenblicklich sprangen die Goldstücke auf das Tuch herab, als käme ein Platzregen« (Grimm 1985, 177).

Zitate

Deutscher Titel von »Revolutionary Road«, 1961 erschienener Debütroman des US-amerikanischen Schriftstellers Richard Yates (1926–1992)

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»Der Ackermann aus Böhmen« (1400/1401): wichtiges Werk der spätmittelhochdeutschen Literatur von Johannes von Tepl (um 1350–1414), Notar, Stadtschreiber und Wirt in Prag – eine Wechselrede zwischen einem Bauern und dem Tod. Möglicherweise war Josef Winklers Aneignung des Titels für seinen Roman »Der Ackermann aus Kärnten« (1980) Kofler bei der Arbeit am Stück bekannt. Die Umarbeitung des 1978 erstgesendeten Hörspiels in das 1984 uraufgeführte Theaterstück lässt sich allerdings zeitlich nicht festlegen.

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»Die Tragödie von König Richard III.«: Theaterstück von William Shakespeare. Koflers Anspielung auf eine Salzburger Aufführung führt nicht zu den Salzburger Festspielen, bei denen das Drama (bis 2020) nie auf dem Programm stand, sondern zu einer Inszenierung am Salzburger Landestheater im September 1982 (Regie: Hans Joachim Heyse). Ob die Bühne als »öffentliche Garderobe« diente, wie Kofler schreibt, ist nicht mehr rekonstruierbar. Eine Rezension gibt den Hinweis darauf, dass der Hauptdarsteller »am Beginn als Privatmann mit geraden Gliedern auf die Bühne steigt« und dann erst anfange zu »spielen« (Thuswaldner 1982).

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»Vom Wunsch, Indianer zu werden: wie Franz Kafka Karl May traf und trotzdem nicht in Amerika landete« (1994): Buchpublikation von Peter Henisch, bezieht sich auf die Prosaskizze »Wunsch, Indianer zu werden« von Franz Kafka, 1913 im Sammelband »Betrachtung« erschienen

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lat.: So vergeht der Ruhm der Welt. Wahrscheinlich geht der Spruch auf Thomas von Kempens Werk »De imitatione Christi« (»Die Nachfolge Christi«, um 1418) zurück, in dem er schreibt: »O quam cito transit gloria mundi« (»O wie schnell vergeht der Ruhm der Welt.«) (Pöppelmann 2009, 130)

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Mit demTheaterstück »Jedermann. Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes« von Hugo von Hofmannsthal wurden 1920 die Salzburger Festspiele eröffnet. Uraufgeführt wurde das Mysterienspiel 1911 in Berlin unter der Regie vonMax Reinhardt.

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Anspielung auf das Konzept des »Übermenschen«als einem dem Menschen überlegenen Menschen, das vor allem Friedrich Nietzscheprägte, in seinem Werk »Also sprach Zarathustra« (1883–1885) systematisch ausarbeitete.

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Büchners »Dantons Tod« wurde 1982 in der Regie von Kurz Josef Schildknecht am Grazer Schauspielhaus inszeniert (Premiere: 29. 9. 1982) und begann, wie Kofler schreibt, im Foyer: »Kaum kommt man zu ebener Erde hinein, werden einem abgeschlagene Köpfe unter die Nase gehalten, und anschließend, im ersten Stock, wird das Publikum unter den Revolutionsmob gemischt« (Wimmer 1982).

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Wendelin Schmidt-Dengler (1994, 299) erkennt hier einen Bezug zur Identitätsproblematik in Max Frischs Roman »Stiller« (1954), die bereits im ersten Satz angesprochen wird: »Ich bin nicht Stiller!« (Frisch 1996, 7) Turrinis. Eintrag ›Turrini‹

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Abgewandeltes Zitat aus Samuel Becketts Roman »Molloy«: »Ein Zahnarzt ist so gut wie der andere, sagte ich.« (Beckett 1976 , 143)

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»Am Ziel«: Theaterstück von Thomas Bernhard (1981)

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Übertreibungskünstler ist ein Begriff, der einen Aspekt von Thomas Bernhards Poetik zu fassen sucht. Der Germanist Wendelin Schmidt-Denglerbetitelte damit 1986 die Sammlung seiner Aufsätze zu Bernhard, und die Figur Murnauin Bernhards letztem Roman »Die Auslöschung«(1986) bezeichnet sich selbst als solchen – ein Synchronismus in Literatur und Literaturwissenschaft (vgl. Huber 2010, 278)

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Kofler bezieht sich hier wahrscheinlich auf eine Rezension des Buches »Vom Unglück und Glück der Kunst in Deutschland nach dem letzten Kriege« (1990) von Hans-Jürgen Syberberg (* 1935), in der Helmut Karasek kritisiert, dass ein Buch, das Hitler relativiere, überhaupt einen Verleger und in Günther Nenning und André Heller zwei (positive) Rezensenten gefunden habe: »Syberberg, ein ›engagierter Antifaschist‹? Bestenfalls ein ewiger Hitler-Junge, der sich idealistisch einen netten, sauberen Faschismus wünscht – umweltfreundlich, heimatverbunden und mit einem anständigen, weil prinzipientreuen Antisemitismus« (Karasek 1990, 245). Syberbergs Darstellung des Nationalsozialismus ist seit seinem Film »Hitler, ein Film aus Deutschland« (1977), in dem auch André Heller mitspielt, umstritten, sie fand, etwa in Susan Sontag(Sontag 1980), auch Befürworter.

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Zitat aus Samuel Becketts Roman »Molloy«: »Ein Zahnarzt ist so gut wie der andere,sagte ich« (Beckett 1976, 143). s. Eintrag ›Eine Praxis ist so gut wie die andere‹

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Protagonist in Rilkes»Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge« (1910)

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Möglicherweise eine Kontamination zweier Zitate von Georg Büchner (1813–1837): »Jeder Mensch ist ein Abgrund, es schwindelt einem, wenn man hinabsieht« (»Woyzeck«, Büchner 2005, 19); »Die Welt ist das Chaos« (»Dantons Tod«, Büchner 2000, 486). s. Eintrag »die Welt ist ein Abgrund«.

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Seit 1930 unter dem Titel »Rolf Torrings Abenteuer« bestehende Romanheft-Reihe, die unter einem Sammelpseudonym erschienen (s. Eintrag ›Rolf Torring‹)

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Zitat aus Rilkes»Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge«: »Meinem Großvater noch, dem alten Kammerherren Brigge, sah man es an, daß er einen Tod in sich trug. Und was war das für einer: zwei Monate lang und so laut, daß man ihn hörte bis aufs Vorwerk hinaus« (Rilke 1982, 14).

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»Fußgänger der Luft« (orig. »Le piéton le l’air«): Theaterstück von Eugène Ionesco (1909–1994) (vgl. Ionesco 1964), dem eine gleichnamige Novelle zugrundeliegt (vgl. Ionesco 1985), s. Eintrag ›Professor Podersam, der Fußgänger der Lüfte‹

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Fritjof Capra: »Wendezeit« (1982), s. Eintrag ›WENDEZEIT‹

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Die Formulierung »Grand Hotel Abgrund« prägte Georg Lukács in seiner gleichnamigen Abhandlung (1933, zu Lebzeiten unveröffentlicht). Lukács kritisiert darin, dass die bürgerlichen Intellektuellen in ihren Analysen stets von der Ideologie ausgingen und in ihr stecken blieben, statt das gesellschaftliche Sein in seinen Klassenwidersprüchen zu erkennen; dies brächte eine »Literatur von den Ideologen für die Ideologen« (Lukács 1984, 184) ohne praktisch-politische Konsequenzen hervor. Auf dem Weg von der Loslösung von der Bourgeoisie bis zum Anlangen beim Proletariat gebe es »viele Wendungen des Weges, viele Zwischenstationen. Und diese Zwischenstationen sind so eingerichtet, daß sie einen Teil der Intelligenz– im Zustand der chronischen Verzweiflung, am Rande des Abgrunds – festhalten, zum Stillstand bringen, daß ein Teil der Intelligenz sich hier – im Zustand der chronischen Verzweiflung, am Rande des Abgrunds – häuslich niederläßt und nicht gewillt ist, weiterzugehen.« (Lukács 1984, 183). »Zu diesem Zweck ist das Grand Hotel Abgrund geschaffen: es bietet Raum für Opposition, die nicht nur geduldet, sondern zwecks Energieableitung geradezu – allerdings nur in dem kontrollierbaren Etablissement – erwünscht ist.« (Benseler 1984, 171)

PersonPhilosophInZitate

Seit 1929 unter dem Titel »Tom Shark. Der König der Detektive« bestehende deutsche Romanheft-Reihe

Zitate

Kofler/Fian beziehen sich hier vermutlich auf André Hellers Roman »Schattentaucher« (1987); darin beklagt ein Protagonist, »daß der Tod in unserer Gesellschaft ein Tabu sei« (Heller 2003, 83). Zugleich schreibt Kofler in »Der Hirt auf dem Felsen« von der »vielbeschworene[n] Tabuierung des Todes« (S. II/512), hier dürften Jean Baudrillards Überlegungen zum Ausschluss des Todes aus der Gegenwart in »Der symbolische Tausch und der Tod« (»L’ échange symbolique et la mort«, 1976) zugrunde liegen (s. S. II/514, 520).

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Kofler/Fian zitieren erneut Rilkes»Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge«, wo es im im ersten Kapitel heißt: »[...] das muß früher anders gewesen sein. Früher wußte man (oder vielleicht man ahnte es), daß man den Tod in sich hatte wie die Frucht den Kern. Die Kinder hatten einen kleinen in sich und die Erwachsenen einen großen. Die Frauen hatten ihn im Schooß und die Männer in der Brust. Den hatte man, und das gab einem eine eigentümliche Würde und einen stillen Stolz« (Rilke 1982, 14).

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Kofler/Fian kombinieren die Worte Rilkes mit einem in der Reihenfolge der Aussagen leicht veränderten Zitat aus Hellers»Schattentaucher«, wo der Protagonist Ferdinand diese Worte spricht: »Mein Tod ist in mir und wächst mit mir und durch mein Älterwerden. Ich brüte ihn aus und werde eines Tages nicht mehr als seine Schale sein, die er abwerfen muß [...] Ich fände es richtig, wenn jeder seinen Todestag wüßte. Nicht das Jahr, aber den Tag. Und man würde ihn feiern als schöne trostreiche Gewißheit« (Heller 2003, 84).

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Beginn von Friedrich Hölderlins Hymnus »Patmos«»« (erste Fassung): »Nah ist [/] Und schwer zu fassen der Gott. [/] Wo aber Gefahr ist, wächst [/] Das Rettende auch.« (Hölderlin 1992, 447)

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Hellers Großmutter lebte im niederösterreichischen Gutenstein, und auch die mondäne Großmutter des Protagonisten in Hellers autobiografisch gefärbtem Roman »Schattentaucher« (Heller 2003, 89) lebt dort; über die kulturellen Aktivitäten der realen Großmutter führte Heller in einer Rede aus: »Meine angebetete, schöne und weltoffene Südtiroler Großmutter hat mir einmal erzählt: ›Weißt du Bub, in der taumelnden Zwischenkriegszeit war mein Haupttrost, dass was ich als unverlierbare Heimat empfand, die Musik vom Mozart und vom Schubert. Und wenn ich die Lotte Lehmann in der Staatsoper singen gehört hab oder den Rilke oder den Hofmannsthal im Gewerbeverein ihre Gedichte vorlesen, war ich wenigstens auf Zeit gerettet und meine Augen und Ohren hatten eine Zuflucht vor dem Groben und Lieblosen‹« (Heller 2018).

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Friedrich Nietzschespricht in »Götzendämmerung« von einem »inneren Feind« (Kap. 7, »Moral als Widernatur«): »Nicht anders verhalten wir uns gegen den ,inneren Feind‘: auch da haben wir die Feindschaft vergeistigt, auch da haben wir ihren Werth begriffen.« (Nietzsche 1999, 84)

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Kärntner Schriftsteller (1933–1992), Verfasser von Reise- und Sachbüchern, Gestalter von Rundfunksendungen, kulturkonservativer, gegen Ende seiner Tätigkeit auch xenophober Feuilletonist und Kolumnist. In seinem Roman »Die engen Mauern« (1958) beschäftigt sich Fink wie Kofler mit der ›Enge‹ Villachs, allerdings in traditionellen Erzählmustern.

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Kofler spielt hier vielleicht nicht nur auf das englische Wort für Verlierer, sondern auch auf Andreas Loser, den Protagonisten in Peter Handkes Roman »Der Chinese des Schmerzes« (1983) an. In der Prosa »Am Schreibtisch« taucht Loser wieder auf (s. Eintrag »Mit einem Loser ins Bett – niemals!«).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Protagonist in Heinrich von Kleists Erzählung »Die Verlobung in St. Domingo« (1811). Ried stellt sich seinem Herbergsgeber Huango folgendermaßen vor: »ich bin ein Offizier von der französischen Macht, obschon, wie Ihr wohl selbst urtheilt, kein Franzose; mein Vaterland ist die Schweiz und mein Name Gustav von der Ried« (Kleist 1988, 17).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Der Münchner Verleger Klaus G. Renner kündigt im Dezember 1986 in einem Brief an Kofler eine für Frühjahr 1987 geplante Sammlung von Texten mit dem Titel »Der wilde Jäger« (einem Libretto Franz Grillparzers folgend) an und lädt Kofler zur Mitarbeit ein. In seinem Schreiben nennt er auch das »Umfeld«, das heißt die Namen der anderen BeiträgerInnen, u.a. H.C. Artmann, Wolfgang Bauer, Konrad Bayer, Franz Grillparzer, Friederike Mayröcker, Gerhard Rühm. Am Brief finden sich Markierungen von Kofler und die Notiz: »ah, ich erledige sie alle«. (11/W7/2) Darauf basiert das mit 17. Dezember 1986 datierte Gedicht »Der Wilde Jäger, prompt«. (Kofler 1994, 7)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Gerhard Lampersberg (1928–2002), österreichischer Komponist, Autor und Mäzen. Ab Mitte der 1950er Jahre bot der »Tonhof« in Maria Saal (Kärnten), den die Familie seiner Frau Maja erstanden und renovieren lassen hatte, SchriftstellerInnen Wohn- und Arbeitsmöglichkeit, u.a. H.C. Artmann, Peter Turrini (s. Eintrag ›Turrini‹) und Thomas Bernhard (s. Eintrag ›Th. Bernhard‹). Lampersberg war Vorlage für die Figur des Komponisten Auersbergerin Bernhards Roman »Holzfällen« und löste, weil Lampersberg juristisch gegen das Erscheinen des Buches vorging und eine Beschlagnahme erwirkte, 1984 einen der prominentesten Literaturskandale Österreichs aus.

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TopographieOrtschaftPersonMusikerInAutorIn/JournalistInMedienZitateEreignis

Kaplan und Pfarrer in der Oststeiermark (1848–1928), deutschnational eingestellter Heimatdichter, Dichter der österr. Bundeshymne 1930–1938, berühmt-berüchtigt für sein »Hakenkreuzlied« (1923). Koflers Zuschreibung »kriegshetzer« bezieht sich wohl in erster Linie auf seine blutrünstige Kriegslyrik, wie er sie im (gemeinsam mit Peter Rosegger verfassten) »Steirischen Waffensegen« (1916) publizierte. Karl Kraus war einer der vehementesten Kritiker des »Kriegsdichters« (Kraus 1919, 51). s. Eintrag ›Kernstock‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienMusikZitate

»Auslöschung. Ein Zerfall« (1986): Roman Thomas Bernhards

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Zitat aus Kleists»Die Verlobung in St. Domingo«: »Er beschrieb ihr, welch ein kleines Eigenthum, frei und unabhängig, er an den Ufern der Aaar besitze; eine Wohnung, bequem und geräumig genug, sie und ihre Mutter, wenn ihr Alter die Reise zulasse, darin aufzunehmen; Felder, Gärten, Wiesen und Weinberge« (Kleist 1988, 44).

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Zitat aus Kleists»Die Verlobung in St. Domingo«: »Wie ich gerettet worden bin, das weiß ich nicht«. (Kleist 1988, 42). Gleichzeitig Variation des Beckett-Zitats aus »Molloy«, s. Eintrag ›Wie das Messer‹verge

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Salman Rushdie (* 1947), indisch-britischer Schriftsteller, baute in seinen Roman »Die satanischen Verse« (1988) eine Traumsequenz mit Szenen aus dem Leben des Propheten Mohammed ein. Anfang 1989 rief der iranische Staatsführer Chomeini in einer Fatwa (Rechtsgutachten) wegen Gotteslästerung zur Tötung Rushdies auf.

PersonAutorIn/JournalistInPolitikerInZitateEreignis

Kofler zitiert aus Schenzingers Roman »Der Hitlerjunge Quex«: »›Deutschland, Deutschland über alles‹, fiel es mit tausend Stimmen wie eine heiße Welle über ihn her. Ich bin auch ein Deutscher, dachte er, und dieses Bewußtsein kam mit solcher Wucht und so unerwartet über ihn wie nie sonst in seinem Leben […]«(Schenzinger 1939, 44f.).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Kofler spielt hier auf die seit den 1960er Jahren von der Nachkriegsgeneration betriebene kritische Befragung von überkommenen gesellschaftlichen Machtpositionen und ihrer Kontinuität vom Nationalsozialismus her an. Die Auffassung, dass ein Ursprung des Phänomens Faschismus im Privaten zu suchen ist bzw. private Beziehungen ein Hort des Faschismus sein können, wird in verschiedenen künstlerischen Œuvres vertreten, etwa den Filmen Rainer Werner Fassbinders mit ihrer Erkundung der Machtverhältnisse in der Liebe oder dem Spätwerk Ingeborg Bachmanns. Bachmann sagte in einem Interview 1973 mit Bezug auf ihren Roman »Malina«: »[Der Faschismus] fängt an in Beziehungen zwischen Menschen. Der Faschismus ist das erste in der Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau« (Koschel/Weidenbaum 1991, 144; vgl. Morrien 1996, 98; Gutjahr 1987). Elfriede Jelinek schließt hier mit ihrer literarischen Analyse eines Faschismus im Privaten an (vgl. Jelinek 1989) – in zeitlicher Nähe zur Entstehung von Koflers Stück vor allem im Roman »Die Ausgesperrten« (1980). Bei Franz Schuh klingt 2019 Koflers Satz (in Variation) wie die Wiedergabe einer Binsenweisheit: »Ich weiß, dass der Faschismus im Bett beginnt« (Schuh 2019).

PersonSchauspielerIn/RegisseurInAutorIn/JournalistInZitate

Anspielung auf die Erzählung »An der Baumgrenze« von Thomas Bernhard, s. den gleichlautenden Eintrag

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»Im Taubenschlag« lautet ein Kapitel in Karl Mays »In den Schluchten des Balkan« (1913); in der titelgebenden Szene versteckt sich der Ich-Erzähler und Hauptprotagonist des so genannten »Orientzyklus«, Kara Ben Nemsi, in einem Taubenschlag, um die Pläne der Feinde zu belauschen. (May 1949, 297–330) Das der Szene entsprechendeKarl-May-Sammelbild im Kofler-Nachlass der »Kiddy«-Kaugummipackungen trägt den Titel »Der Horcher im Taubenschlag«. (Serie 8, Bild 6) (11/W8/1)

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PersonAutorIn/JournalistInZitate

Zitat aus Bertolt Brechts Gedicht »Es wechseln die Zeiten« (1943), von Brecht für das Stück »Schweyk im Zweiten Weltkrieg« vorgesehen und »Moldaulied« genannt: »Am Grunde der Moldau wandern die Steine. [/] Es liegen drei Kaiser begraben in Prag. [/] Das Große bleibt groß nicht und klein nicht das Kleine. [/] Die Nacht hat zwölf Stunden, dann kommt schon der Tag« (Brecht 1993, 92), s. Eintrag ›die Nacht hat zwölf Stunden, dann kommt schon der Tag‹

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Kofler greift bei diesem fiktiven Firmennamen auf ein Gedicht Ernst Jandls aus dem Band »der künstliche baum« (1970) zurück. Der Text »privater marsch« besteht nur aus den beiden Wörtern »schmackel« und »bunz« (Jandl 1997, 108). Der Firmenname taucht bereits im Hörspiel »Surrealismus« auf.

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»Das Werk ist die Totenmaske der Konzeption« lautet These XIII in Walter Benjamins »Die Technik des Schriftstellers in dreizehn Thesen«. (Benjamin 1972, 107)

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Globocnik versteckte sich nach der Befreiung im Mai 1945 mit anderen NS-Größen (darunter sein Adjutant Ernst Lerch und Kärntens Gauleiter Friedrich Rainer) im Gebiet des Kärntner Weißensees, offensichtlich in Vorbereitung der weiteren Flucht nach Italien. Am 31. Mai wurden sie von einer britischen Patrouille verhaftet, Globocnik verübte nach einem ersten Verhör Selbstmord. Seine Leiche wurde am Ufer der Drau auf einem Feld mit dem Flurnamen »Sautratten« verscharrt (vgl. Pucher 1997, 142; Sachslehner 2014, 353). Der SchriftstellerJosef Winkler verarbeitete diesen Umstand in seine Prosa »Laß dich heimgeigen, Vater«, einen Dialog des Ich-Erzählers mit dem toten Vater, der von der Begräbnisstätte Globocniks unter dem Acker, von dem die Familie Getreide bezogen habe, gewusst haben muss, darüber aber nicht gesprochen habe (vgl. Winkler 2018).

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»Der Hirt auf dem Felsen«: Lied von Franz Schubert für Gesangsstimme, Klarinette und Klavier (Deutsch-Verzeichnis 965), 1828, im letzten Lebensjahr Schuberts, komponiert. Der Liedtext setzt sich zusammen aus Ausschnitten aus den Gedichten »Der Berghirt« und »Liebesgedanken« von Wilhelm Müller, »[d]ie beiden mittleren Strophen stammen vielleicht von Helmina von Chézy.« (Schochow 1974, 412)

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Zitat aus Ernst Blochs »Prinzip Hoffnung«: »denn alles Wirkliche verläuft mit Noch-Nicht in ihm« (Bloch 1954a, 112) (s. Eintrag ›Alles Wirkliche‹)

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Anspielung auf Thomas Bernhards Dramolett »Der deutsche Mittagstisch« (1978): Darin wird die von der Familie Bernhard gegessene Nudelsuppe wortwörtlich zur »Nazisuppe«: »HERR BERNHARD springt auf [/] Jetzt hab ich aber genug [/] In jeder Suppe findet ihr die [/] Nazis [/] schlägt mit den Händen in den noch vollen Suppenteller und schreit [/] Nazisuppe [/] Nazisuppe [/] Nazisuppe« (Bernhard 1988, 111). s. Eintrag »Der deutsche Mittagstisch«

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1986 bekam Jörg Haider vom Südtiroler Unternehmer Wilhelm Webhofer, seinem Großonkel, dessen 1565 Hektar großen Landbesitz im Kärntner Bärental geschenkt (geschätzter Verkehrswert 1986: 150 Millionen Schilling, ca. 11 Millionen Euro; vgl. Weber 1986, 56f.) Das Jagdrecht und den Fruchtgenuss behielt sichWebhofer bis zu seinem Ableben vor. Er hatte das Tal 1941 erworben, einen ehemals jüdischen Besitz, der mit seinem Geld »entjudet« wurde. Die Bedingung der Nationalsozialisten damals war, das »Deutschtum« in diesem slowenischsprachigen Teil Kärntens hochzuhalten. Als Reaktion auf die Aktivität von Partisanengruppen vertrieben die Nationalsozialisten slowenische Familien systematisch aus Südkärnten, diese Aussiedlungsaktionen verhalfen Haiders Großonkel zum Erwerb des Bärentals (vgl. Zöchling 1999, 19 u. 97). Bald nach dem Erhalt des Bärentals beendete im Mai 1986 der Kärntner FPÖ-Landesparteiobmann Haider die Zusammenarbeit mit dem damaligen FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Steger. Sowohl in Thomas Bernhards »Auslöschung« als auch in »Ungenach«spielt das Motiv der Abschenkung eine Rolle. Mit dem Beschenken geht der Versuch der Protagonisten einher, das eigene Erbe zu überwinden, sich von der Vergangenheit zu befreien. Die Forschung hat diese Wiedergutmachungsgeste ambivalent beurteilt, die Last der Geschichte, so der Tenor, lasse sich nicht so einfach tilgen. (vgl. Delms-Derfert 1997, 83–85; Judex 2010, 131)

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»Endspiel« (1956): Drama von Samuel Beckett

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»Verstörung« (1967): Roman von Thomas Bernhard, s. Eintrag »Wie bei B.! … Tod, Verstörung«

Zitate

»Mögliche Anspielung auf Marcel Prousts Roman »Auf der Suche nach der verlorenen Zeit««

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Kofler spielt hier auf Jörg Haider und Hans Haider an. Ersterer (1950–2008) war ein österreichischer Politiker, der ausgebildete Jurist wurde 1976 FPÖ-Landesparteisekretär in Kärnten, 1979 Nationalratsabgeordneter, 1986–2000 war er Vorsitzender der FPÖ, 2005 Mitbegründer des »Bündnis Zukunft Österreich« (BZÖ), 1989–1991 und 1999–2008 Kärntner Landeshauptmann. Hans Haider (* 1946), österreichischer Literaturkritiker, 1974–2008 für die Tageszeitung »Die Presse«tätig, brachte 1984den Skandal um Thomas Bernhards »Holzfällen« ins Rollen, weil er in seinem Rezensionsexemplar noch vor Auslieferung der Bücher bekannte Wiener Persönlichkeiten zu erkennen glaubte, u.a. Gerhard Lampersberg (s. Eintrag ›Lampersberg‹), den er daraufhin kontaktierte und der eine einstweilige Verfügung gegen das Buch erreichte.

PersonPolitikerInAutorIn/JournalistInMusikerInMedienZeitung/ZeitschriftZitateEreignis

Zitat aus Bertolt Brechts Gedicht »Lob der Dialektik« (1934): »Wer niedergeschlagen wird, der erhebe sich! [/] Wer verloren ist, kämpfe! [/] Wer seine Lage erkannt hat, wie soll der aufzuhalten sein? Denn die Besiegten von heute sind die Sieger von morgen [/] Und aus Niemals wird: Heute noch!« (Brecht 1988a, 238)

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Sweet Prophet Brown: In dem Krimi »Der Traum vom großen Geld« (1969, orig. »The Big Gold Dream«, 1960) des afroamerikanischen Schriftstellers Chester Himes (1909–1984) taucht die Figur eines Wanderprediger dieses Namens auf (vgl. Himes 1969)

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Kofler verwendet »Tabuierung« und »Tabuisierung« wohl synonym. Neben den in der Folge von Kofler erwähnten Ringel und Frankl beschäftigte sich in den 1980er Jahren im deutschen Sprachraum vor allem Norbert Elias mit dem Tod als »weißen Fleck auf der sozialen Landkarte«. (Elias 1982, 46) Kofler dürfte in dieser Passage auf Jean Baudrillards Überlegungen zum Ausschluss des Todes aus der Gegenwart in »Der symbolische Tausch und der Tod« (»L’ échange symbolique et la mort«, 1976) rekurrieren. »[D]ie Verdrängung des Todes in unserer Gesellschaft« (s.u.) geschehe, weil kein symbolischer Austausch mehr zwischen Tod und Leben stattfinde, das führe laut Baudrillard zu einer vom Tod bestimmten Gesellschaft. (vgl. Baudrillard 2011, 225ff.) Baudrillards Werk erschien erstmals 1982 auf Deutsch, bereits 1979 brachte der Merve Verlag in der Reihe »Internationale marxistische Diskussion« eine Übersetzung des 5. Kapitels zur Ökonomie des Todes. Es ist denkbar, dass Kofler diese Ausgabe heranzog. (vgl. Baudrillard 1979)

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Heinrich Harrer (1912–2006), österr. Bergsteiger, der mit zwei Kollegen als Erster die Eiger-Nordwand durchstieg. 1952 veröffentlichte er den Bestseller »Sieben Jahre in Tibet« (1952) über seine Flucht 1944 aus britischer Gefangenschaft in Indien nach Tibet und seine Freundschaft zum jungen Dalai Lama. 1997 übernahm der US-amerikan. Schauspieler Brad Pitt die Rolle Harrers in der Verfilmung (R: Jean-Jacques Annaud), s. Eintrag ›Brad Pitt als Heinrich Harrer in Tibet‹

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Jean Baudrillard, dessen Überlegungen zu Tod und Simulation dieser Passage zugrunde liegen, geht auf Riten der »Wilden«, auf »Stammesgesellschaften« zurück, bei denen es eine Reziprozität zwischen Leben und Tod gebe. (Baudrillard 2011, 243ff.) Kofler könnte der Vorstellung vom Zyklischen (»Wiederkehr«) des Abtauschs zwischen Leben und Tod ein Marx-Zitat hinzugefügt haben, zu Beginn von »Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte« schreibt Karl Marx: »Hegel bemerkt irgendwo, daß alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen. Er hat vergessen hinzuzufügen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce.« (Marx 1960, 115)

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Zitat aus Edgar Wallaces (s. Eintrag ›Edgar Wallace‹) Kriminalroman »Der Rächer« (»The Avenger« 1926, dt. 1927). Darin ermordet der so genannte Rächer Kriminelle oder Verdächtige, die vom Gesetz nicht bestraft wurden: »Sie werden in der Hecke an der Eisenbahnunterführung bei Esher eine Kiste finden. Der Kopfjäger.« (Wallace o. J., 7) »Der Rächer «wurde 1960 als dritter deutschsprachiger Edgar-Wallace-Film der Nachkriegszeit verfilmt. Roman und Film spielen in der englischen Stadt Esher, Turnbridge Wells kommt in Wallaces Roman »Der Frosch mit der grünen Maske« (»The Fellowship of the Frog« 1925, dt. 1926) vor.

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In »Der symbolische Tausch und der Tod« führt Jean Baudrillard die Grundlagen seiner Simulationstheorie aus und spricht von »drei Ordnungen des Simulakrums«: Nach der Ära der »Imitation« und derjenigen der »Produktion« sieht er die heutige Menschheit im Zeitalter der Simulation leben, in dem Zeichen und Wirklichkeit immer schwieriger zu unterscheiden sind. (Baudrillard 2011, 92) Der daraus abgeleitete Begriff »Sterbesimulation« ist Kofler’scher Natur, für Baudrillard ist in Zusammenhang mit dem Tod das Symbolische, das er als sozialen »Tauschakt« versteht, zentral.

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Kofler zitiert hier (variierend) aus Shakespeares Der Widerspenstigen Zähmung (Orig. »The« Taming of the Shrew), er lehnt sich an die Übersetzung von Wolf Graf Baudissin (1831) an, die der Schlegel-Tieck’schen Shakespeare-Ausgabe entstammt: »Herr, wer seid Ihr denn, daß Ihr Euch herausnehmt, meinen Diener zu schlagen?« (Shakespeare 1946, 85)

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Die Sage von der Frau Hitt gibt es in verschiedenen Variationen, immer ist sie eine reiche, geizige Frau, die für ihre Unbarmherzigkeit bestraft (meist: in einen Stein verwandelt) wird. »Weib, bist du rasend?« ist die Antwort von Frau Hitt auf die Bitte einer Bettlerin, für ihr frierendes Kind etwas Leinen zu spenden, in der Ballade »Frau Hitt« von Karl Egon Ebert (Zumbach 2004, 323).

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»The long Goodbye« (1953, dt. »Der lange Abschied«), Roman von Raymond Chandler (1888–1959)

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Kofler zitiert wörtlich den Beginn des 15. Kapitels von »Der lange Abschied« – nicht in der Übertragung von Hans Wollschläger (1975), sondern in jener der deutschen Erstausgabe (vgl. Chandler 1954, 127).

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Protagonist des unvollendeten Romans »Der Verschollene« von Franz Kafka, entstanden zwischen 1911 und 1914, 1927 posthum von Max Brod unter dem Titel »Amerika« veröffentlicht. Zu Lebzeiten Kafkas erschien das erste, eigenständige Kapitel »Der Heizer« (1913).

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Zitat aus Bertolt Brechts 1943 im Exil entstandenem Gedicht »Es wechseln die Zeiten«, von Brecht für das Stück »Schweyk im Zweiten Weltkrieg« (Fragment) vorgesehen und »Moldaulied« genannt, angeregt durch das französische Chanson »Au fond de la Seine« (»Am Grunde der Seine«): »Am Grunde der Moldau wandern die Steine. [/] Es liegen drei Kaiser begraben in Prag. [/] Das Große bleibt groß nicht und klein nicht das Kleine. [/] Die Nacht hat zwölf Stunden, dann kommt schon der Tag« (Brecht 1993, 92) Bald nach Brechts Tod 1956 vertonte Hanns Eisler – mit Textumstellungen – das Lied für den »Schweyk« unter dem Titel »Das Lied von der Moldau«.

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Anspielung auf Thomas Bernhards Erzählung »Die Mütze « (1966). Darin versucht ein junger, seit Jahren an Kopfschmerzen und der Angst, verrückt zu werden, leidender Forstwissenschaftler, im ländlich abgeschiedenen Haus seines Bruders an einer Studie zu arbeiten. Um seinen regelmäßig mit der Dämmerung einsetzenden Depressionen zu entkommen, unternimmt er Spaziergänge in die Ortschaften Mondsee, Burgau und Parschallen. (Bernhard 2003a, 19)

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Anspielung auf Samuel Becketts Theaterstück »Warten auf Godot« (1953); der Übersetzer Elmar Tophoven verwandelt die Region Vaucluse des französischen Originals in den »Breisgau«, Becketts »Merdecluse« wegen des Reims in »Scheißgau« ((Beckett XX. XXX).

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Auf einem seiner abendlichen Spaziergänge findet der Ich-Erzähler in Thomas Bernhards Erzählung »Die Mütze«»«eine Schildmütze, wie sie Fleischhauer, Holzfäller und Bauern in dieser oberösterreichischen Gegend tragen; er versucht, den Besitzer der Mütze ausfindig zu machen, trifft allerdings nur auf Menschen, die eine solche Kopfbedeckung bereits tragen. Er behält sie also, setzt sie auf und beginnt mit der Mütze auf dem Kopf, die Erzählung, die der Leser vor sich hat, zu schreiben (vgl. Bernhard 2003).

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»Durch das Land der Skipetaren« ist wie »In den Schluchten des Balkan« und »Der Schut« Teil von Karl Mays »Orientzyklus«, der 1880–1888 als Fortsetzungsroman in der Wochenzeitschrift »Deutscher Hausschatz in Wort und Bild« abgedruckt wurde.

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Der Ich-Erzähler in Bernhards Erzählung »Die Mütze « erträgt die Finsternis nicht, sie ist gleichermaßen in ihm wie außerhalb: »Die Dämmerung und die auf die Dämmerung folgende Finsternis in Ungenach kann ich nicht in meinem Zimmer aushalten, aus diesem Grund laufe ich jeden Tag, wenn die Dämmerung die Finsternis in diese grauenhafte Gebirgsatmosphäre hereinzieht, aus meinem Zimmer hinaus und aus dem Haus hinaus auf die Straße« ( Bernhard 2003a , 19).

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Aladschy heißen zwei Protagonisten in Karl Mays »Orientzyklus«.

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1946 gab ein Verlagskonsortium »im Auftrage des österreichischen Unterrichtsministeriums« unter dem Titel »Bei uns daheim« ein Buch mit »Lesestoffen für die zweite Schulstufe der österreichischen Volksschulen« heraus. 1962 erschien die in Bibliothekskatalogen letzte nachzuweisende Auflage (die 22.). Die Protagonisten der Geschichten im Buch heißen Anna und Franz. Die Geschichten »vom stockingerferdl und der reiterfanni« kommen ebenso wenig vor wie die Märchen vom Mann im Mond (aus Ludwig Bechsteins Märchensammlung) oder die Grimm-Märchen »Tischlein deck dich« (»ich bin so satt ich mag kein blatt«) oder »Die sieben Raben« (vgl. Bei uns daheim 1946).

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Name eines Bandenführers, der das erste Mal in Karl Mays »In den Schluchten des Balkan« auftaucht: »Seinen eigentlichen Namen wusste niemand. El Aßfar, Ssary, Schut, so wurde er genannt, je nach der Sprache, der man sich bediente. Diese drei Wörter bedeuten ,der Gelbe‘.« (May 1949, 20f.).

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»Das Kalkwerk« (1970), »Auslöschung. Ein Zerfall« (1986): Romane Thomas Bernhards

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Schauplatz in Karl Mays Roman »In den Schluchten des Balkan« (auch erwähnt in »Durch das Land der Skipetaren«, »Der Schut«). Gemeint ist Melnik, die kleinste Stadt Bulgariens, am Südwestrand des Piringebirges. Die Änderung des Städtenamens beruht nicht auf einem Eingriff des Autors, sondern entspricht der Schreibweise, die er in einer um 1860 publizierten Landkarte der Balkanländer, mit der er regelmäßig arbeitete vorgefunden hat. (vgl. Schönbach 1991, 204, FN1)

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Den Namen dürfte Kofler aus Raymond Chandlers Roman »Der lange Abschied« übernommen haben »›Er heißt Chick Agostino‹, sagte ich. ›Er spielt Leibwächter bei einem Ganoven namens Menendez‹« (Chandler 1975, 173).

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Friedrich Hölderlin: »Abendphantasie« (1799)

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Ein Kohlenhändler namens Junak kommt in Karl Mays Roman »Der Schut« vor.

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Zitat aus Franz Kafkas »Ein Landarzt«: »Gesang der Kinder: ,Freuet Euch, Ihr Patienten, der Arzt ist Euch ins Bett gelegt!‘« (Kafka 1994, 128)

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Zitat aus dem vierten Vers von Paul Celans Gedicht »Todesfuge«: »wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng« (Celan 2005, 40)

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Kreuzbergl: hügelartige Erhebung (517 m) nordwestlich der Klagenfurter Innenstadt, auch als »Hausberg« Klagenfurts bezeichnet. Ingeborg Bachmann hat dem Hügel in ihrer Erzählung »Drei Wege zum See« ein literarisches Denkmal gesetzt.

TopographieBergOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Verknüpfung von »Kaspar«, Sprechstück von Peter Handke (Uraufführung 1968), und Ohlsdorf, dem bevorzugten Wohnort Thomas Bernhards im oberösterreichischen Traunviertel. Dort hat Bernhard 1965 einen Vierkanthof erworben und aufwändig renoviert. Seit 1990 ist das so genannte Bernhard Haus der Öffentlichkeit zugänglich.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Schimin heißt der bulgarische Schmied in Karl Mays »In den Schluchten des Balkans«. Kara Ben Nemsi befreit ihn und seine Frau aus ihrem Keller (vgl. May 1949, 41–78).

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Protagonist in Karl Mays »In den Schluchten des Balkans«, »Durch das Land der Skipetaren« und »Der Schut«. Kara Ben Nemsi entlarvt seine betrügerische Doppelidentität als Heiliger und bettelnder Krüppel (vgl. May 1949, 498f.). Er ist Mitglied der Verbrecherorganisation rund um den Schut. Im Kofler-Nachlass findet sich dasKarl-May-Sammelbild »Der ,Heilige‘ ist ein Schwindler«. (11/W8/1)

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»In den Schluchten des Balkans«: Titel von Karl Mays Roman

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In dieser Passage persifliert Kofler den repetitiven, zwei Subjekt- bzw. Objektpositionen gegenüberstellenden Stil Thomas Bernhards, wie er ihn etwa am Anfang der Erzählung »Gehen« pflegt (vgl. Bernhard 1971, 7).

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Schauplatz in Mays»In den Schluchten des Balkans«

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Abgewandeltes Zitat aus Bert Brechts Rede »Der Rundfunk als Kommunikationsapparat«, in der Brecht die gegenwärtige (1932) Funktion des Rundfunks kritisch betrachtet: »Aber ganz abgesehen von seiner zweifelhaften Funktion (wer vieles bringt, wird keinem etwas bringen), hat der Rundfunk »eine« Seite, wo er zwei haben müßte«, er sollte sich von einem Distributions- zu einem Kommunikationsapparat entwickeln (Brecht 1967, 134). Brecht bezieht sich hierbei offensichtlich auf Goethes»Faust«: »Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen; [/] Und jeder geht zufrieden aus dem Haus« (Goethe 1986, 11).

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Protagonist in Mays »In den Schluchten des Balkans«, Bäcker und Färber im Ort Dschnibaschlü sowie ein Mitglied der Bande des Schut. »Der Färber war Boschak genannt worden und boschak heißt träge, faul. Es war wohl sein Spitzname.« (May 1949, 76)

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In Karl Mays »In den Schluchten des Balkans«-befiehlt Kara Ben Nemsi dem befreiten Dorfschmied, ein Feuer zu machen, um einen Verbündeten jener Bande, die den Schmied und seine Frau überfallen hatte, in eine Falle zu locken. »Bald brannte auf dem Herd ein Feuer, das seinen Schein weit in die Nacht hinauswarf.« (May 1949, 50)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Jedermann. Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes«: Theaterstück von Hugo von Hofmannsthal, Uraufführung 1911 unter der Regie von Max Reinhardt in Berlin; seit 1920 jährlich Bestandteil der von Reinhardt und Hofmannsthal begründeten Salzburger Festspiele

PersonAutorIn/JournalistInSchauspielerIn/RegisseurInZitate

Sigmund Freud entwirft in »Das Unbehagen in der Kultur«»die Formel vom Kampf zwischen Eros und Todestrieb«. (Freud 1930, 125f.) Die Bezeichnung Thanatos für den Todestrieb stammt vom Freud-Schüler Ernst Federn.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Das Nachtlager in Granada«: Oper von Conradin Kreutzer (1780–1849), Libretto: Karl Johann Braun von Braunthal (1802–1866), Bearbeitung nach dem Schauspiel »Das Nachtlager von Granada« (1818) von Johann Friedrich Kind.

PersonMusikerInAutorIn/JournalistInMedienMusikZitate

Titel des 62. Bands der Reihe »Karl May’s«»Gesammelte Werke« (Karl-May-Verlag). Der Band wurde 1934 hinzugefügt und enthält einen Teil einer bearbeiteten Fassung des Kolportageromans »Deutsche Herzen – Deutsche Helden« (entstanden 1885-1887). Ein Vorabdruck des gesamten Romans erschien in bearbeiteter Form 1927/28 unter dem Titel »Die Familie Adlerhorst« in der Zeitschrift »Das Vaterhaus«.

MedienZeitung/ZeitschriftZitate

»Also sprach Zarathustra« (1883 – 1885) von Friedrich Nietzsche, s. Eintrag ›Wenn du zum Hofer gehst‹

PersonPhilosophInMedienZitate

»Verräterspalte«nennt Karl Mayin »Der Schut« eine Felsspalte, in die der Bandenführer stürzt. »Das war ein gerechtes Gericht! Der Schut hatte genau den Tod gefunden, den er andern bereiten wollte« (May 1962, 470).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Die Hallstatt-Buben. Erzählung aus dem Salzkammergut«: Jugendbuch (1953) von Edmund Josef Bendl (1914–1984)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Die Kinder von La Salette« ist eine Erzählung für die Jugend (1956) der österr. Kinder- und Jugendbuchautorin Alma Holgersen (1896–1976); sie behandelt die Marienerscheinung zweier Kinder 1846 im französischen Alpendorf La Salette-Fallavaux.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitateEreignis

Zitat aus Paul van Ostaijens»Ode an Singer«: »SINGER’S NÄHMASCHINE IST DIE BESTE« (Ostaijen 1966, passim); Singer: 1851 gegründetes US-amerikanisches Unternehmen, weltweit größter Produzent von Nähmaschinen. s. Eintrag ›Singers Nähmaschinen sind die besten?‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Dabei dürfte es sich um die Sammlung von Nacherzählungen (1955; »für Jugend und Haus erzählt«) von Auguste Lechner (1905–2000) handeln, Lechner adaptierte in zahlreichen Sammlungen Sagen und Mythen der Antike und des Mittelalters für ein junges Lesepublikum.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Anspielung auf das »Neue Testament«, in dem nach Jesu Weissagung der Hahn allerdings nur einmal krähen, Petrus ihn aber dreimal verleugnen werde: »Wahrlich ich sage dir: In dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen«. (Matthäus 26,35)

Zitate

Illustriertes Kinderbuch (1950) von Irene Stemmer (1909–2006); 1955 erhielt sie dafür den Österreichischen Staatspreis für Kinder- und Jugendliteratur (vgl. Bindel 1958, 45).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Der Satz »la propriété c’est le vol«– zunächst übersetzt mit »Eigentum ist Raub« (1844), bald darauf mit »Eigentum ist Diebstahl« (1845, vgl. Kramer 1992, 11) – findet sich in der Schrift »Was ist das Eigentum?« (1840) des französischen Soziologen Pierre-Joseph Proudhon (1809–1865). Mehrere marxistische und anarchistische Theoretiker beriefen sich darauf. Proudhon sah die Grundlagen der wirtschaftlichen Ausbeutung im Eigentumsrecht verankert; seine Kritik richtet sich gegen arbeitsloses Eigentum aus Zins, Grundrente oder Pacht. Er gilt als einer der ersten Vertreter eines solidarischen Anarchismus. (vgl. Halmer 2009)

PersonPhilosophInZitate

Wahrscheinlich bezieht sich Kofler auf die von Alois Pischinger besorgte zweibändige Sammlung (1949/50).

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Zitat aus dem Roman »Molloy« von Samuel Beckett (1906–1989): »Es ist Mitternacht. Der Regen peitscht gegen die Scheiben. Ich bin ruhig. Alles schläft. Doch ich stehe auf und gehe zu meinem Schreibtisch. Ich bin nicht schläfrig.« (Beckett 1976, 128) Kofler variiert das Zitat in der Folge häufig – und hebt dabei ebenso wie Beckett die Verschachtelung der Erzählebenen und die Unzuverlässigkeit des Erzählers hervor.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Dieser, dem altdeutschen Gemeinderecht entsprechende Grundsatz wurde Bestandteil des 1920 von Hitler verkündeten Parteiprogramms der NSDAP: Die Partei »bekämpft den jüdisch-materialistischen Geist in und außer uns und ist überzeugt, daß eine dauernde Genesung unseres Volkes nur erfolgen kann von innen heraus auf der Grundlage: Gemeinnutz geht vor Eigennutz« (zit nach. Schmitz-Berning 2000 , 260). Bereits der franz. Schriftsteller und Staatstheoretiker Montesquieu (1689–1755) schrieb in seinem Hauptwerk »Vom Geist der Gesetze«: »Le bien particulier doit céder au bien public« (wörtlich übersetzt: »Das Wohl des Einzelnen muss dem öffentlichen Wohl weichen«, Montesquieu 1967, 302f.)

PersonNationalsozialistInPhilosophInZitateEreignis

Heinar Kipphardt (1922–1982), deutscher Schriftsteller, Vertreter des Dokumentartheaters; posthum wird sein Stück »Bruder Eichmann« (s. Eintrag ›Bruder Eichmann‹) uraufgeführt

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Möglicherweise eine Kontamination zweier Zitate von Georg Büchner (1813–1837): »Jeder Mensch ist ein Abgrund, es schwindelt einem, wenn man hinabsieht« (»Woyzeck«, Büchner 2005, 19); »Die Welt ist das Chaos«. (»Dantons Tod«, Büchner 2000, 486)

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Der Begriff »Doubling« stammt von Robert Jay Lifton (* 1926), einem US-amerikanischen Psychiater. In »The Nazi Doctors« (1986) beschreibt er die mentalen Strategien von Überlebenden und Tätern. Eine seiner Vermutungen war, dass etwa die NS-Ärzte aus Selbstschutz ihr Ich verdoppelten »in das mörderische Auschwitz-Ich und das ,gute‘ Ich, das den tüchtigen Arzt, liebevollen Vater und verläßlichen Kameraden [...] stabilisiert.« (Halter 1988)

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»Elisabeth. Die seltsame Frau« (1934), biographischer Roman über Kaiserin Elisabeth (»Sisi«) von Egon Caesar Conte Corti (1886–1953)

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Zur doppelten Wortbedeutung von »verlegen« vgl. auch Ernst Jandls Gedicht »haiku in wien«, in dem er auf die Publikation seines ersten Lyrikbands »Andere Augen« (1956) Bezug nimmt: »beim bergland verlag [/] hab ich mein erstes [/] buch verlegt [/] und futsch wars« (Jandl 1973, 115).

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»[D]ie Hölle, das sind die andern«, sagt Garcin, ein Journalist, der für den Tod seiner Frau verantwortlich ist, in Sartres 1944 uraufgeführtem Stück »Geschlossene Gesellschaft« (Sartre 1986, 59). ( Sartre 1986 , 59) Gemeinsam mit zwei anderen toten Mördern ist er für alle Ewigkeit in einem Zimmer eingesperrt. Alle drei wollen vom anderen die Anerkennung ihres Selbstbildes, aber alle verweigern einander eben diese. (vgl. Honneth 1990)

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Patrick Süskind (* 1949), deutscher Schriftsteller, veröffentlichte 1985 den Roman »Das Parfum«, der mit Übersetzungen in 49 Sprachen und weltweit über 20 Millionen verkauften Exemplaren zum internationalen Bestseller wurde. (vgl. ScreenShot 2015)

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Einen Perlen-Reihen-Titel dieses Titels gab es nicht, Kofler bezieht sich wahrscheinlich auf das Buch »Weihnachtsgedichte. Das Wunschbuch für unsere Kleinen« (1954).

Zitate

Zitat des Gedichts »Weihnachten« (1837) von Joseph von Eichendorff (1788–1857): »Markt und Straßen steh’n verlassen, [/] Still erleuchtet jedes Haus, [/] Sinnend geh’ ich durch die Gassen, [/] Alles sieht so festlich aus. [//] An den Fenstern haben Frauen [/] Buntes Spielzeug fromm geschmückt, [/] Tausend Kindlein steh’n und schauen, [/] sind so wunderbar beglückt« (Eichendorff 2006, 382f.).

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Zitat aus Edgar Wallaces Roman »Der Rächer«: »Er holte aus seiner Tasche einen Zeitungsausschnitt. Mike nahm ihn und las: ,Sind Ihre geistigen und körperlichen Beschwerden unheilbar? Zögern Sie noch am Rande des Abgrundes? Fehlt Ihnen Mut? Schreiben Sie dem Wohltäter. Fach ...‘« (Wallace o. J., 98f.)

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»Verstörung« (1967): Roman von Thomas Bernhard, Tod und Krankheit sind die beiden zentralen Themenkomplexe des Textes.

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Truta mora: Figur der kärntnerisch-slowenischen Sagenwelt, seit dem Mittelhochdeutschen bezeugt. (vgl. Spamer 1958, 99) »Die Trut ist ein nächtliches Gespenst, das sich schlafenden Leuten auf die Brust setzt, wodurch diese an heftigen Atembeschwerden und Lähmung des Körpers leiden.« (Graber 1944, 140) Die »Truta mora« stellt eine Korrespondenz zu Christine Lavants Literatur her: In der Erzählung »Das Krüglein« etwa ist von Träumen die Rede, »die schlimmer waren als die Truta mora«. (Lavant 2015, 721)

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Der antisemitische »Sinnspruch« spielt auf Wilhelm Müllers Gedicht »Der Lindenbaum« (1823) an, das durch Schuberts Vertonung in seiner »Winterreise« bekannt wurde (»Am Brunnen vor dem Thore, [/] Da steht ein Lindenbaum. [/] Ich träumt' in seinem Schatten [/] So manchen süßen Traum« (Müller 1826, 83).

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s. Eintrag ›Landarzt‹

MedienZitate

Der Schweizer Schriftsteller Hermann Burger (1942–1989) gewann mit einem Ausschnitt aus der Erzählung »Die Wasserfallfinsternis von Bad Gastein« 1985 den Ingeborg-Bachmann-Preis.

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Die Firma Wernicke aus dem bayrischen Ainring (Nachbargemeinde von Freilassing bei Salzburg) hat sich auf Autobusausflugsfahrten mit inkludierter Verkaufsveranstaltung (»Kaffeefahrten«) spezialisiert. Der deutsche Schriftsteller Michael Rutschky erwähnt in seiner »Ethnographie des Inlands« ebenfalls das Unternehmen Wernicke mit seinen »Werbeverkaufsveranstaltungen«. (Rutschky 1984, 96) Eine Bezugnahme Koflers hierauf ist nicht eindeutig nachweisbar, es ist auch ein Synchronismus denkbar.

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Eine popularisierte, häufig in dieser Form auftretende Verkürzung eines 1940 entstandenen Epigramms aus Bertolt Brechts »Kriegsfibel«. Brecht schrieb in diesem Werk prägnante Vierzeiler zu gesammelten Fotografien, er nannte sie im »Arbeitsjournal« »Fotoepigramme«. (vgl. Kienast 2001, 7) Das betreffende Epigramm entstand zu einem Foto eines Hauses, das nach einem Bombentreffer zu einem Trümmerhaufen zusammengefallen ist, auf dem eine Frau herumirrt: »Such nicht mehr, Frau: du wirst sie nicht mehr finden! [/] Das Schicksal aber, Frau, beschuldige nicht! [/] Die dunklen Mächte, Frau, die dich da schinden [/] Sie haben Name, Anschrift und Gesicht.« (Brecht 1988b, 172) Erst 1955 kam eine Buchausgabe der »Kriegsfibel« heraus, der westdeutsche Reprint 1978 bescherte dem Werk »eine ungeahnte Karriere in der westdeutschen Friedensbewegung« (Kienast 2001, 8).

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Zitat aus Edgar Wallaces Roman »Der Rächer«: »In Sorge. Endgültige Instruktionen brieflich unter der bekannten Adresse. Nur Mut. Wohltäter.« (Wallace o. J., 18)

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Zitat aus Jean Baudrillards »Der symbolische Tausch und der Tod«: »Das Leben ist eine Art von »Verbrechen«, wenn es nicht durch ein kollektives Simulakrum des Todes wieder genommen und gesühnt wird.« (Baudrillard 2011, 237) Baudrillard bezieht sich damit auf eine in unserer Gegenwart unterdrückte »symbolische Ordnung«, in der das Leben so lange als Verbrechen bestehe, bis es dem Tod »zurückgegeben« werde. (Baudrillard 2011, 237) In primitiven Gesellschaften – Baudrillard spricht von »Wilden« – werde der Tod als »soziale Beziehung« anerkannt und der Gegensatz von Leben und Tod rituell in einem gesellschaftlichen Tauschakt aufgelöst.

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In dieser Passage, einer »hommage à Paul Celan«, liefert Kofler eine Pastiche von Celans »Gespräch im Gebirg« (1959 entstanden) und ahmt sowohl den Inhalt als auch den repetitiven Stil voller Parenthesen nach: »Eines Abends, die Sonne, und nicht nur sie, war untergegangen, da ging, trat aus seinem Häusel und ging der Jud, der Jud und Sohn eines Juden [...]« (Celan 2000, 169).

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Verkürztes Zitat aus Lexers »Kärntischem Wörterbuch«: »fut f. […] Grundform zu foutze«. (Lexer 1862, Sp. 106)

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Matthias Lexer (1830–1892) stammte aus Liesing im Lesachtal, begann während seines Germanistikstudiums in Graz den Dialektwortschatz Kärntens zu untersuchen, 1860 an der Uni Erlangen Promotion mit dem »Kärntischen Wörterbuch«. Seine ab 1868 erarbeiteten mittelhochdeutschen Wörterbücher wurden zu bis heute verwendeten Standardwerken.

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Thomas Bernhards Protagonisten »treten immer als Leser eines Werkes auf, dessen unmittelbare Bedeutung im Text vom Autor nie explizit gemacht wird.« (Schmidt-Dengler 1986, 44) In »Frost« etwa ist es Henry James ( Bernhard 2003b , 95); in »Alte Meister« spricht der Protagonist Regervon »meine[m] geliebten Montaigne oder meine[m] vielleicht noch mehr geliebten Pascal oder meine[m] noch viel mehr geliebten Voltaire« (Bernhard 2008, 26). In einer Vorstufe zu »Am Schreibtisch« rechnetKofler mit dieser Praxis Bernhards ab: »dieser unfug muß ja einmal abgestellt werden mit dem sei[n]en … u[nd] dem seinen .. u[nd] dem seinen .. […] außer den ja nur als bedrohung eingesetzten namen findet sich ja nichts, das auf tatsächliche beschäftigung, auf versthenen [sic], verstehen wollen schließen ließe«. (11/W7/3)

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Möglicherweise ein Bezug zu Frank Wedekinds Liedentwurf »O Ruhe, o süße Ruhe« (Wedekind 2007, 301)

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Mit dem Objekt-Begriff dürfte Kofler hier auf Jean Baudrillards Ausführungen zum »sexuellen Objekt« in »Die fatalen Strategien« (»Les stratégies fatales«, 1983, dt. 1985) rekurrieren. Darin gesteht er dem Objekt entgegen landläufiger Vorstellungen gegenüber dem Subjekt die Handlungshoheit zu: »geht die Initiative nicht insgeheim vom Objekt aus?« (Baudrillard 1991, 148)

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»ZETTEL’S TRAUM«: 1970 publiziertes Monumentalwerk des deutschen Schriftstellers Arno Schmidt (1914–1979)

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Kofler bezieht sich in diesem Satz auf die Ausführungen Georg Grabers zur »Truta mora« in seinen »Sagen aus Kärnten«: »Die Trut erscheint als kleines Faß (Panzile), als zottige Wolldecke (Kotze), in der Gestalt eines Kuhwampens mit dicken, spannenlangen Füßen und Händen […]. [...] Sie kriecht durch das Schlüsselloch, setzt sich dem im selben Augenblick Erwachenden auf die Brust, drückt ihn und saugt ihm das Blut aus« ( Graber 1944 , 140).

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»Die Wahlverwandtschaften« (1809), Roman von Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832)

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Anspielung auf Schillers Antrittsvorlesung in Jena 1789: »Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?« (Schiller 1970)

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»die verbesserung von mitteleuropa. roman«: Hauptwerk Oswald Wieners, zunächst in Folgen in der österr. Literaturzeitschrift »manuskripte« erschienen, 1969 als Buch

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Salman Rushdie (* 1947), britisch-indischer Schriftsteller, sein Roman »Die satanischen Verse« (1988) erlangte durch die (heute noch gültige) »Fatwa« des iranischen Staatschefs Khomeini, in der er Rushdie zum Tode verurteilte, weltweites Aufsehen. Das Urteil wurde mit dem angeblich islamfeindlichen Inhalt des Buches begründet.

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Gerhard Roth (* 1942), österr. Schriftsteller; zu »Winterreise«s. Eintrag ›Nagel‹

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»Der Mann ohne Eigenschaften« (1943), Roman von Robert Musil (1880–1942)

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»Das Reich der Zeichen« (»L’empire des signes« 1970, dt. 1981), literaturtheoretischer Essay von Roland Barthes

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1922 erschienener Roman von James Joyce (1882–1941); in einem Brief an seinen Lektor Delf Schmidt spricht Kofler von seinem Roman »Der Hirt auf dem Felsen« als »meinem Ulysses« (Brief vom 24. 1. 1989, Abdruck in Amann 2000, 189).

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Wahrscheinlich Anspielung auf den Roman »Die Giftmörderinnen « (1991) von Elfriede Czurda (* 1946)

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Begriff aus der nordisch-germanischen Mythologie; eine der vier eschatologischen Katastrophen im Rahmen des Untergangs der Welt, die auch in der »Edda« beschrieben wird: »Der Seherin Gesicht, S.26 – 35): »Die Sonne verlischt, [/] das Land sinkt ins Meer; [/] vom Himmel stürzen [/] die heitern Sterne. [/] Lohe umtost [/] den Lebensnährer; [/] hohe Hitze [/] steigt himmelan.« ( Edda 1992 , 33)

Zitate

Gerhard Kofler: »Neue Südtiroler Extravaganzen. Gedichte 1982–1984« (1984)

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Bekanntes Zitat Sartres: »Der Mensch ist verurteilt, frei zu sein. Verurteilt, weil er sich nicht selbst erschaffen hat, anderweit aber dennoch frei, da er, einmal in die Welt geworfen, für alles verantwortlich ist, was er tut.« (Sartre 1960, 16). Der Essay »Ist der Existenzialismus ein Humanismus?« wurde 1946 erstmals publiziert und steht in enger Verbindung zu Sartres Hauptwerk »Das Sein und das Nichts oder Was ist Existenzialismus?« (1943): Auch dort vertritt er die These, dass der Mensch, dazu verurteilt, frei zu sein, das Gewicht der gesamten Welt auf seinen Schultern trage: Er sei für die Welt und für sich selbst als Seinsweise verantwortlich. (Sartre 1991, 950)

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Anspielung auf den Titel der Erzählung »Die Angst des Tormanns beim Elfmeter« (1970) von Peter Handke

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»Die letzte Welt« (1988), Bestsellerroman des österreichischen Schriftstellers Christoph Ransmayr (* 1954)

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Die 1992 im Wieser-Verlag erschienene Anthologie »Prosa-Land Österreich«, die die Gründe ihres Entstehens und die Art der Auswahl nicht erklärt, bringt den Abschnitt »Im Verbrauchermarkt « aus »Amok und Harmonie« ( Pittler 1992, 196–197). Im Autorenverzeichnis steht fälschlicherweise unter dem Namen Werner Kofler die Biographie Gerhard Koflers, wobei das Werkverzeichnis auch vier Bücher, die von Werner Kofler stammen, anführt (Pittler 1992, 354).

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Protagonist in Karl Mays»Im Tal des Todes« (bzw. »Deutsche Herzen, Deutsche Helden«) s. Eintrag ›Im Tal des Todes‹

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May beschreibt in »Im Tal des Todes«, wie die Reiter sich einer Schlucht nähern, »die tief zwischen zwei hohen, steilen Felswänden einschnitt« und sich dann zu einem Talkessel erweiterte. ( May 1953 , 304) Der Talkessel »wurde von schwarzen Felswänden gebildet, die beinah lotrecht abfielen [...]. [...] Grad in der Mitte des öden Kessels erhob sich ein Berg« ( May 1953, 305).

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Der Wachtelkönig gehört, zoologisch gesehen, zur Ordnung der Kranichvögel und ist nicht mit den Wachteln (Ordnung: Hühnervögel) verwandt. Da er etwas größer ist als die Wachtel, bezeichnete man ihn als König der Wachteln. Kofler bezieht sich wahrscheinlich auf das Gedicht »Dir untertänig durchs Mondgehör« von Christine Lavant, 1962 in einer Literaturzeitschrift erschienen. Die zweite Strophe lautet: »Du, wenn die dritte Saatfolge keimt [/] und das Enkelglied nachwächst im Hungerhalm, [/] bei Sonnenaufgang erwartet dich dann [/] der Wachtelkönig und ruft und verruft [/] jeden Tritt deiner herrischen Hufe [/] und verquert dir die Lichter« (Lavant 2014, 603).

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»Die Fremde«, 1992 im Wieser-Verlag erschienener Roman von Marie-Thérèse Kerschbaumer, erstes Buch eines vierteiligen Romanzyklus

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Das »Schlagen« (Lautgeben) der Wachtel ist ein Motiv in Christine Lavants Gedichtband »Spindel im Mond« (1959), Lavant bringt es mit Herz und Herzschlag in Verbindung: »mein Herz, die Wachtel«. (Lavant 2014, 276) »Kornfeld« bezieht sich auf folgenden Gedichtanfang: »Der Südwind rührt sich im Wald [/] und die Wachtel im Weizen.« Später im Gedicht das »Wachtelschlagen«: »Aber ich habe Gottvater bestürmt [/] um einen leibhaftigen Beistand [/] beim Läuten des Winds, [/] beim Schlagen der Wachtel [/] und dem Schwund meines Herzschlags« (Lavant 2014, 333).

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Kofler dürfte hier u.a. auf Kerschbaumers 1980 erschienenes Buch »Der weibliche Name des Widerstands. Sieben Berichte« anspielen, in dem sich die Autorin mit dem antifaschistischen Widerstand von Frauen in Österreich beschäftigte.

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Im Roman »Im Tal des Todes« ist ein Quecksilberbergwerk mit wie Sklaven gehaltenen Arbeitern – darunter Martin von Adler(horst), seine Schwester und Mutter – Schauplatz. Das Bergwerk kann nur über eine Zisterne erreicht werden (vgl. May 1953, 333). s. Eintrag ›Im Tal des Todes‹

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Reimmichl (eigentl. Sebastian Rieger, 1867–1953), Priester, Heimatdichter; seine Kalendergeschichten ( »Tiroler Kalender« ab 1920, »Reimmichlkalender« ab 1925) waren – und sind es in beschränkterem Maße immer noch – bei der bäuerlichen Bevölkerung beliebt und weit verbreitet (vgl. www.reimmichlkalender.at). Darin wird das urwüchsige, katholische, gläubige Volk als Ideal dargestellt, der Autor schlägt mitunter antisemitische Töne an (vgl. Hoiß 2006, 22).

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Der Besitzer des Quecksilberbergwerks in »Im Tal des Todes« führt aus, »,daß es in einem Quecksilberbergwerk nicht gesund ist. Die Quecksilberdünste zerfressen die menschlichen Eingeweide‘«; darum sei es sehr schwer, Arbeiter zu bekommen. Die Arbeiter sind Gefangene, »,die nie mehr das Tageslicht erblicken werden.‘« (May 1953, 163)

Zitate

Dolores Visèr (eigentl. Wilhelmine Aichbichler, 1904–2002), österr. Heimatschriftstellerin, bereits als 22-Jährige hatte sie ihr erfolgreiches Romandebüt »Das Singerlein«. Sie konzentrierte sich auf christliche und historische Themen. Der erwähnte Roman »Licht im Fenster« erschien 1953.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Die Köchin im Märchen »Fundevogel« der Gebrüder Grimm wird »Alte Sanne« genannt. (vgl. Grimm 1985, 229)

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Wörtliches Zitat aus »Im Tal des Todes« (May 1953, 420)

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Figur aus Thomas Bernhards Roman »Alte Meister«, Musikkritiker der »Times«

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Gesuchter Verbrecher in »Im Tal des Todes«s. Eintrag ›Im Tal des Todes‹

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Paula Grogger (1892–1984), österreichische Schriftstellerin, hatte mit ihrem Roman »Das Grimmingtor« (1926) großen Erfolg. 1929 aufgrund der labilen Gesundheit in den Ruhestand versetzt, widmete sie sich ganz ihrer im Regionalen verwurzelten Dichtung. Ihr Volksschauspiel »Die Hochzeit« (1936) wird heute noch alle fünf Jahre in ihrem Heimatort Öblarn im Ennstal von Laienschauspielern aufgeführt. Grogger vermittelte die ihr zugesandten Gedichte Christine Lavants an den Verleger des Stuttgarter Brentano Verlags, wo ab 1948 ihre ersten Bücher erschienen.

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Erzählerfigur des Romans »Alte Meister«

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Kofler paraphrasiert in dieser Passage eine Unterhaltung zwischen den Protagonisten Adler(horst) und Winter (resp. Old Firehand) aus Mays»Im Tal des Todes«. Der ehemals Gefangene erzählt: »Ich weigerte mich natürlich, hier zu arbeiten, und erhielt die Peitsche. […] Gleich beim ersten Hieb, den er mir gab, unterschrieb ich im stillen sein Todesurteil. Aber ich war ja an eine Eisenstange gefesselt«. (May 1953, 357)

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Fortsetzung der Paraphrase aus »Im Tal des Todes«: »,Eines schönen Tages stellte ich mich ohnmächtig; ich fiel um. Er war so unvorsichtig, mich untersuchen – und da hatte ich ihn. Zwar steckten meine in eisernen Schellen, [...] aber ich besaß noch alle meine Kräfte, die durch den Grimm noch verdoppelt wurden; ich war ihm überlegen, er starb unter meinen Fäusten.‘« (May 1953, 358) s. Eintrag ›Im Tal des Todes‹

MedienZitate

Wörtliches Zitat aus »Im Tal des Todes« (May 1953, 425)

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Möglicherweise parodiert Kofler hier die Lavant-Exegese Josef Strutz’, der in seiner Arbeit »Poetik und Existenzproblematik« (1979) u.a. Spuren des Indogermanischen, der tantrischen Philosophie, des Mythischen im Lavant’schen Werk untersucht.

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Erste Strophe des Gedichts »So eine wildfremde Sonne!« aus dem Gedichtband »Spindel im Mond« (1959) von Christine Lavant (Lavant 2014, 260)

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»Wohnungen« (1969), Roman von Wolfgang Georg Fischer

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Anspielung auf Robert Musils Opus magnum »Der Mann ohne Eigenschaften«». « Zu Lebzeiten veröffentlichte Musil zwei Teile des Romans (1930, 1933), das Werk blieb unabgeschlossen

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»Möblierte Zimmer« (1972), Roman von Wolfgang Georg Fischer

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Herbert Strutz (1902–1973), Journalist und Schriftsteller, nach verschiedenen Ausbildungen ab 1923 Journalist in Wien, ab den 1930er Jahren auch Schriftsteller, 1933 (illegales) NSDAP-Mitglied, 1945 nach kurzer Kriegsgefangenschaft nach Klagenfurt, bis 1955 Kritiker bei der »Volkszeitung«. 1941 erschien Strutz’ »Gnade der Heimat«, ein Band mit vordergründig unpolitischen Gedichten zum Lob der Scholle und des Bauerntums.

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TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Möglicherweise ist damit Fritz Mauthners zweibändiges »Wörterbuch der Philosophie« (1910) gemeint, die Exemplare sind in der Universitätsbibliothek Klagenfurt vorhanden.

TopographieOrtschaftPersonPhilosophInZitate

Anspielung auf Erich Fried s Gedicht »Herrschaftsfreiheit« (1984): »Zu sagen [/] ,Hier herrscht Freiheit‘ [/] ist immer [//] ein Irrtum [/] oder auch [//] eine Lüge: [//] Freiheit herrscht nicht«. ( Fried 1993 , 25)

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Kofler paraphrasiert hier den Mord Moosbruggers an einer Prostituierten in Robert Musils Roman »Der Mann ohne Eigenschaften«: »bei der eisernen Brücke sprach ihn das Mädchen an. Es war so ein Mädchen, wie sie sich unten in den Auen an Männer vermieten«. (Musil 1974, 73) Sie folgt ihm, er kann sie nicht abschütteln, und hat plötzlich eine Idee. »Hinter der Planke, längs der jetzt der Weg führte, lag ein Sportplatz; da war man ganz ungesehen, und er bog ein. In dem engen Kassenhäuschen legte er sich nieder […]; das weiche verfluchte zweite Ich legte sich neben ihn. […] Da fühlte er etwas Hartes in ihrer oder seiner Tasche; er zerrte es hervor. Er wußte nicht recht, war es ein Messer oder eine Schere; er stach damit zu.« (Musil 1974, 74)

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Ein in der Literaturgeschichtsschreibung etablierter Begriff für die lose Vereinigung von fünf Künstlern im Wien der 1950er Jahre, die, beeinflusst von früheren Avantgarden, eigenständige Wege fernab klassisch-realistischer Kunstpraktiken gingen. Die Aktivitäten der Beteiligten (H.C. Artmann, Konrad Bayer, Friedrich Achleitner, Gerhard Rühm, Oswald Wiener) wurden von den Zeitgenossen kaum wahrgenommen; Artmann distanzierte sich früh (um 1958), spätestens mit dem Tod Bayers (1964) zerfiel die Gruppe. Der Begriff etablierte sich erst durch die von Gerhard Rühm besorgte Publikation »Die Wiener Gruppe« (1967). Um diese Setzung zu betonen, sprechen Li teraturwissenschaftler auch von der »sogenannten Wiener Gruppe« (vgl. u.a. Schmidt-Dengler 1995, 379) oder verwenden den Begriff unter Anführungszeichen (vgl. u.a. Zeyringer/Gollner 2012, 629).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Der im Folgeabsatz erwähnte Thomas Bernhard wird hier stilistisch herbeizitiert, die Fügung »durch und durch« sowie der Superlativ sind typische Bernhard-Versatzstücke; vgl. etwa »ein durch und durch philosophisches Thema«; »[er] ging durch und durch peinigungssüchtig weg« (beide: »Verstörung«; Bernhard 2003b, 45 u. 90); »[w]as uns durch und durch deprimieren muß« (»Gehen«; Bernhard 2006c, 146).

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Erster veröffentlichter Roman Bernhards (1963)

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Hans Haider (* 1946), österr. Kulturjournalist, seit 1974 Mitarbeiter der Tageszeitung »Die Presse« (s. Eintrag ›kein Haider, welchen Vornamens immer‹). Haider hatte vom Suhrkamp Verlag Druckfahnen von Bernhards»Holzfällen« erhalten und bei der Lektüre in einigen Figuren reale Personen wiederzuerkennen geglaubt, etwa in der Figur Auersberger den Komponisten Gerhard Lampersberg, den er daraufhin kontaktierte.

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Anspielung auf Theodor W. Adorno s »Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben« (1951): In »Kalte Herberge« (Aphorismus 75) zeigt Adorno am Beispiel des – seiner Ansicht nach – Verfalls der Gastlichkeit in Wirtshäusern, wie in einer Gesellschaft, die von Sachlogik erfasst wird, Kälte oder nur eine Fassade von Wärme die Beziehung zwischen Individuen dominiert. »Zug um Zug [...] vernichten die Mittel den Zweck«, kehrten sich die Mittel des Gastgewerbes gegen das Wohl des Gastes. »Die Arbeitsteilung, das System automatisierter Verrichtungen, bewirkt, dass keinem am Behagen des Kunden etwas gelegen ist.« ( Adorno 2003 , 132) Die aus ökonomischen Gründen rationalisierte Organisation des Wirtshauses mache dieses zur »Kalten Herberge« und bewirke kulturelle Entfremdung. 2004 griff Kofler den Begriff für seinen Roman »Kalte Herberge « auf.

PersonPhilosophInZitate

In Musils »Mann ohne Eigenschaften« ersticht Moosbruggerdie Prostituierte Hedwig in einem Kassenhäuschen am Sportplatz (vgl. Musil 1974, 74) s. Eintrag ›Mann ohne Eigenschaften‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

»Holzfällen. Eine Erregung« (1984): Roman von Thomas Bernhard

PersonAutorIn/JournalistInZitate

In Musils »Mann ohne Eigenschaften« stellt ein Richter mehrere Fragen an Moosbrugger, u.a.: »Warum haben Sie das Messer weggeworfen? – Warum haben Sie nach der Tat frische Kleider und Wäsche angezogen? [...] – Weshalb sind Sie zu einer Unterhaltung gegangen?« (Musil 1974, 75)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Gerhard Lampersberg (1928–2002), österr. Dichter und Komponist, ab den frühen 1950er Jahren kompositorische Tätigkeit in der Nachfolge Anton Weberns. Von Hans Haiders Leseprotokoll der Druckfahnen von Bernhards»Holzfällen« ausgehend erreichte Lampersberg eine einstweilige Verfügung gegen die Auslieferung des Romans. Das Gericht begründete dies damit, dass ein »nicht unbeträchtlicher« Teil der Leserschaft die »ehrverletzenden Beschreibungen und Wertungen des ›Auersberger‹« auf Lampersberg beziehen könne (vgl. Straub 2015, 180). Die Bücher wurden von Polizisten in Buchhandlungen beschlagnahmt. Ende 1984 wurde die Beschlagnahme aufgehoben, Anfang 1985 zog Lampersberg seine Klage au f üble Nachrede und Beleidigung zurück, es kam zu einer außergerichtlichen Einigung. s. Eintrag ›Lampersberg‹

PersonAutorIn/JournalistInMusikerInMedienZitate

»Die Verwirrung des Zöglings Törless« (1906), erster Roman Robert Musils

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Der deutsche Mittagstisch« (1978): Dramolett von Thomas Bernhard, in dem sich eine achtundneunzig Personen umfassende Familie zur Nudelsuppe versammelt, die sich als »Nazisuppe« erweist. s. Eintrag ›Nazisuppenzauberflöte‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Figur in Musils Roman »Mann ohne Eigenschaften«(s. Eintrag ›Frauenmörder Moosbrugger‹)

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Zitat aus Bernhards Roman »Holzfällen«: »Der Auersberger, der geile Schriftstellerverschlinger, dachte ich jetzt und ich hätte über diese meine Wortschöpfung im Augenblick auflachen können, wäre ich nicht zu müde gewesen dazu« (Bernhard 2007, 167)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Der Ich-Erzähler in Thomas Bernhards»Holzfällen« bezeichnet die Figur Auersberger mehrmals als »Novalis der Töne« (Bernhard 2007, 25, 162, 197).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Ina Seidel (1885–1974), deutsche Schriftstellerin, Hauptwerk war der Roman »Das Wunschkind« (1930). Nach der »Machtergreifung« Hitlers beteiligte sie sich am Führerkult, nach 1945 veröffentlichte sie ohne Zäsur.

PersonAutorIn/JournalistInNationalsozialistInZitate

Anspielung auf Gerhard Rühm (* 1930), österr. Schriftsteller und Komponist. Rühm beteiligte sich in den 1950er Jahren an Gemeinschaftsarbeiten der sogenannten Wiener Gruppe und schuf Lautgedichte im Wiener Dialekt (u.a. »Hosn, rosn, baa«», «1959, gem. m. F. Achleitner u. H.C. Artmann); als Komponist stellte der ausgebildete Musiker (Klavier- und Kompositionsstudium in Wien) die Strukturen der Musik in den Vordergrund; 1972 bis 1996 war er Professor an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Anspielung auf Thomas Bernhard s Dramolett »Der deutsche Mittagstisch« (1978); darin wird die von der Familie Bernhard gegessene Nudelsuppe wortwörtlich zur »Nazisuppe«: »HERR BERNHARD springt auf [/] Jetzt hab ich aber genug [/] In jeder Suppe findet ihr die [/] Nazis [/] »schlägt mit den Händen in den noch vollen Suppenteller und schreit« [/] Nazisuppe [/] Nazisuppe [/] Nazisuppe« ( Bernhard 1988 , 111).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Bezug zum »anstatt-daß-Song« aus Bertolt Brechts »Dreigroschenoper«: »Das ist der Mond über Soho« (Brecht 1988c, 134f.)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Karl Heinrich Waggerl (1897–1973), österreichischer Schriftsteller, sein Debüt, der Roman »Brot« (1930), im Leipziger Insel Verlag war ein großer Erfolg, seit 1923 im Salzburger Wagrain wohnhaft, 1938 NSDAP-Mitglied, Salzburger Landesobmann der Sektion Schriftsteller der Reichsschrifttumskammer, nach 1945 reüssierte er als vielgelesener und umtriebiger Heimatdichter.

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TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Anspielung auf Peter Turrinis Text »Der liebe Gott und die Vagina«, in dem er davon erzählt, mit anderen Buben in seinem Heimatort Maria Saal während des Gottesdiensts unter den Bänken in die vorderen Reihen, wo Klosterschülerinnen saßen, geschlichen und dann »zwischen ihren Beinen« gelandet zu sein. »Der Priester redete von der Kanzel von Gott, in der Kirche roch es nach Weihrauch, und vor meiner Nase roch es nach Fut. Es war wunderbar. Bis heute sind der Futgeruch und der Weihrauchgeruch für mich auf das herrlichste miteinander verbunden« (Turrini 1996, 45; der Text ist Auszug aus einem Radiointerview mit Peter Huemer, »Im Gespräch«, Ö1, 25. 2. 1993). Seine Erfahrungen am Tonhof flossen in Turrinis Stück »Bei Einbruch der Dunkelheit« (2006) ein (vgl. Amann 2007).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Den Begriff Vorschein prägt Ernst Bloch (1885–1977) in seinem Hauptwerk »Prinzip Hoffnung« (erstmals 1954–1959), um den Zusammenhang von Kunst und Utopie darzulegen. Kunst könne ästhetischer Vor-Schein werden, der im Horizont des Wirklichen stünde. (Bloch 1954b)

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»Saat und Reife. Bekenntnisse der Liebe und des Glaubens« (1938): Buchveröffentlichung von Ingeborg Teuffenbach, die sie Adolf Hitler widmete. Odilo Globocnik (s. Eintrag ›Globotschnigg‹), 1938 Wiener Gauleiter, schrieb in seiner Vorbemerkung, dass hier eine »junge Nationalsozialistin« schreibe, die »Streiterin« der »Kampfzeit vor der Machtergreifung in Österreich« gewesen sei. (Teuffenbach 1938, 7) Im ersten Zitat gibt Kofler die ersten und die letzten beiden Verse des titelgebenden Gedichts wieder (Teuffenbach 1938, 9), im zweiten – unter Auslassung eines Verses – die mittlere Strophe des Gedichts »Kärntner Gelöbnis«: »Blut und Erbe der Germanen [/] ist in unserem Geschlecht; [/] Blut und Erbe läßt uns ahnen: [/] Nur des Führers heilige Fahnen [/] schützen unser heilig Recht!«

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Zitat aus Blochs »Prinzip Hoffnung«: »Wobei die großen, also realistischen Kunstwerke durch die Notierung der Latenz, ja durch den – wie immer ausgesparten – Raum des Überhaupt nicht weniger realistisch werden, sondern mehr; denn alles Wirkliche verläuft mit Noch-Nicht in ihm. Bedeutende Tagtraumphantasiegebilde machen keine Seifenblasen, sie schlagen Fenster auf, und dahinter ist die Tagtraumwelt einer immerhin gestaltbaren Möglichkeit« (Bloch 1954a, 112).

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Im Kapitel »Prunk, Elysium in Oper und Oratorium « in »Das Prinzip Hoffnung«»« beschäftigt sich Bloch mit den Opern Mozarts und deren Ursprüngen im Barock: »auch die ,Zauberflöte‘ (mit der Regie-Anweisung zuletzt: ,Das ganze Theater verwandelt sich in eine Sonne‘) endet in dem Triumphton, Triumphland, dem die Barockoper verschworen war« (Bloch 1959, 971).

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Kofler zitiert den Titel eines Kapitels aus Blochs »Prinzip Hoffnung«: »Tagtraum in entzückender Gestalt: Pamina oder Das Bild als erotisches Versprechen« (Bloch 1954a).

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Heimito von Doderer (1896–1966), österr. Schriftsteller; mit dem »gewaltigen Roman« könnte »Die Strudlhofstiege« (1951) oder »Die Dämonen« (1956) gemeint sein.

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»Leonce, Lenz und Lena« war der Name einer Buchhandlung am Fasanenplatz in Berlin. »Leonce und Lena« ist eine 1836 entstandene und erst 1895 uraufgeführte Komödie von Georg Büchner, »Lenz« eine postum 1839 erschienene Erzählung Büchners.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Fridjof Capras populärwissenschaftliches Buch »Wendezeit« (1983) war ein Schlüsselwerk der »New Age«-Bewegung.

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»Fast ein Poet«: deutscher Titel des Theaterstücks »A touch of the poet« von Eugene O’Neill (1888–1953), Uraufführung 1957 postum in Dänemark, im selben Jahr deutschsprachige Erstaufführung im Rahmen der Salzburger Festspiele

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Letzte Strophe des 3. Teils des Gedichts »Die deutsche Mutter spricht «aus Teuffenbachs »Saat und Reife«. (Teuffenbach 1938, 79)

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Bruno Brehm (1892–1974) war ein »ausgesprochener NS-Propagandaautor« (Hillesheim 1993, 85), dessen vor 1938 geschriebene Bücher erst nach dem »Anschluss« reüssierten; so bekam er für seine Weltkriegstrilogie (1931–33 entstanden) den »Nationalen Buchpreis« 1939 zuerkannt. Den »Anschluss« seiner Heimat an NS-Deutschland begrüßte er mit der Publikation Glückliches Österreich (Brehm 1938), von 1938 bis 1942 gab er die Zeitschrift »Der getreue Eckart« heraus.

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»Das Wandern ist des Müllers Lust« lautet die erste Zeile des Gedichts »Wanderschaft« (1821) von Wilhelm Müller (1894–1927). Es wurde 1823 von Franz Schubert unter dem Titel »Das Wandern« als Teil des Liederzyklus »Die schöne Müllerin« vertont. (Müller 1906, 4f.)

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Der Begriff Gulag steht für das sowjetische Zwangsarbeitssystem, das vor allem in Gefangenenlagern umgesetzt wurde. Der 1973 erschienene Roman »Archipel Gulag«Alexander Solschenizyns (1918–2008) wurde als »künstlerische Bearbeitung« des Themas zum Inbegriff der Kritik an diesem System.

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Hanns Gobsch (1883–1957), Offizier im Ersten Weltkrieg, »seit 1922/23 in Oberbayern tätiger Kämpfer für Hitler« (Klee 2009, 168), ließ sich in Murnau nieder, erfolgreicher Bühnenautor der NS-Zeit, Werkliste ohne Unterbrechung von 1927 bis 1948, vor allem historische Stoffe (vgl. Kosch 1953, 567). »Maria von Schottland. Drama der Leidenschaft in fünf Akten« liefert die »Vorgeschichte« zu Schillers »Maria Stuart«, das Stück wurde – zugleich mit Chemnitz und Augsburg – am 7. Februar 1940am »Kärntner Grenzlandtheater« uraufgeführt. (vgl. Rudan 1960, 101 u. 318)

PersonAutorIn/JournalistInZitateEreignis

Hans Sittenberger (1863–1943), aus Klagenfurt gebürtiger Pädagoge, Theaterkritiker und konservativer Schriftsteller, Autor literaturhistorischer Studien sowie historischer Prosa, lebte in Wien und Lednice/Eisgrub. Sein Drama »Sturm überm Land« thematisiert eine Kärntner Episode des NS-Putsches 1934, 1940 erhielt er dafür den »Kärntner Literaturpreis«.

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Dieses Kleindenkmal in Wolfsberg war ursprünglich mitten in der Lavant auf einem Felsen aufgestellt, 1986 wurde es in einen Teich neben der umgeleiteten Lavant umgesiedelt. Es erinnert der Sage nach an die Vertreibung der Juden aus Wolfsberg 1338 – Kofler gibt die bei Teuffenbach (Teuffenbach 1989, 51) erwähnte falsche Jahreszahl 1339 wieder. Das Wolfsberger Progrom ist historisch belegt, es wurden auch Personen ermordet. (vgl. Wiedl 2010, 3) Wie meist stützte sich die Vertreibung/Ermordung auf das Gerücht einer Hostienschändung. Beim »Judenstein« sollen sich die geschändeten Hostien von selbst im Fluss gereinigt haben. (vgl. Graber 1944, 331f.) Dass Kofler in mehreren Passagen des Buches auf die »Sagen aus Kärnten« von Georg Graber zurückgreift, ist kein Zufall: Graber gab das Buch 1944 heraus, laut einer Aussage Koflers war er Mitglied im Bereich »Ahnenerbe« der SS. (vgl. Corrêa 2004, 62)

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Der Ammann-Verlag schrieb im Klappentext zu Teuffenbachs Buch »Christine Lavant – Zeugnis einer Freundschaft« (1989) von einem »Dokument einer Freundschaft zwischen zwei Frauen, einer Freundschaft, die durch alle Höhen und Tiefen hindurchgegangen ist.«

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»Zeugnis einer Freundschaft « ist der Untertitel der Publikation »Christine Lavant – »Gerufen nach dem Fluß«« von Ingeborg Teuffenbach, die 1989 im Zürcher Ammann-Verlag erschien und viele bis dahin unveröffentlichte Gedichte und Briefe Christine Lavants enthält. Teuffenbach verwischt in dieser »poetischen Biographie« unreflektiert und ungenau Sachinformationen, Dokumente, Erinnerungen, Imaginationen, Zitate. (vgl. Steinsiek 1998, 217)

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Mao-Bibel: saloppe Bezeichnung für die Publikation »Worte des Vorsitzenden Mao Tsetung«, die 1965 in China, 1967 in Deutschland erstmals veröffentlicht wurde. Die Publikation – stets in rotem Einband, daher auch »rote Bibel« genannt – bildete die Grundlage des Maoismus und war von einigem Einfluss auf die Studentenbewegung 1968 und die daraus hervorgegangene »Neue Linke«.

ZitateEreignis

Die beiden ersten Verse des Lavant-Gedichts »Reiß mich los« (Lavant 2014, 276)

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Vollständiges Zitat der ersten sieben Verse des Lavant-Gedichts »Der Südwind rührt sich im Wald« (Lavant 2014, 333)

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Erste Strophe des Lavant-Gedichts »Ich höre kommen den schweren Mond« aus der Sammlung »Spindel im Mond« (Lavant 2014, 376)

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Der evangelische Pfarrer Johann Friedrich Oberlin (1740–1826) ging in die Literaturgeschichte ein, weil Büchner in Straßburg auf einen Bericht stieß, den Oberlin über den Aufenthalt des Dichters Lenz bei ihm in Waldersbach für seine Vorgesetzten verfasst hatte. Auf Basis dieser Aufzeichnungen entstand Büchners Erzählung »Lenz « (s. Eintrag ›Lenz im Gebirg‹). Oberlin wirkte als Pädagoge und Sozialreformer und gilt als der »Erfinder« des Kindergartens. (vgl. Riebsamen 2013)

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Bei seinem Aufenthalt in Wetzlar lernt Goethe Charlotte Buff (1753–1828) kennen und fasst »eine tiefe Zuneigung zu Lotte, der er sich nur durch überstürzte Flucht entziehen kann«; er hält den Kontakt allerdings aufrecht, ist er doch mit Johann Christian Kestner, Charlotte Buffs Verlobten, befreundet. Die Ähnlichkeiten mit dem Personal in Goethes Briefroman »Die Leiden des jungen Werther « (1774) sind auffällig (vgl. Jeßing 1999, 65).

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Christiane Goethe (geb. Vulpius, 1765–1816) war Goethes drittes Ehefrau. Er verliebte sich 1788 in die Tochter aus armen Verhältnissen, die Beziehung wurde ein Jahr später öffentlich, im selben Jahr Geburt des einzigen überlebenden Kindes. Die unstandesgemäße Liaison galt als Skandal, erst 1806 heirateten die beiden. Von Goethes Zuneigung bezeugen ihr zugeeignete oder durch sie inspirierte Dichtungen (»Christiane-Gedichte«).(vgl. Jeßing 1999, 184)

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Held der Romanheft-Reihe »Rolf Torring’s Abenteuer«, verfasst von Autoren unter dem Sammelpseudonym Hans Warren; erschien zunächst zwischen 1930 und 1939 mit insgesamt 445 Ausgaben; ab 1950 wurde die Reihe fortgesetzt, aber bald stark verändert, sodass sie abgesehen von den handelnden Personen kaum noch etwas mit der Vorkriegsserie gemeinsam hatte. 1961 wurde sie eingestellt.

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Kofler bezieht sich in dieser Passage auf Bernhards»In Flammen aufgegangen«, einen Text, der erstmals im Programmheft zur Uraufführung des Stücks »Der Schein trügt« (1983, Schauspielhaus Bochum) erschien: Bernhards Ich-Erzähler spricht von Oslo als einer »langweilige[n] Stadt«, »die Menschen dort sind ungeistig, […] wie möglicherweise alle Norweger« (Bernhard 2010, 91); er spricht vom »widerwärtigen Brügge« (92) und von Österreich als »dem häßlichsten und lächerlichsten Land der Welt« (95). In einem Traum sitzt Bernhards Erzähler auf einem »Konglomeratblock auf dem Salzburger Haunsberg« (97). Danach habe er sich im Wienerwald wieder gefunden, mit Blick auf Wien und auf das »bestialisch stinkende Österreich« (97). Sowohl die Beschreibung der österr. Regierung (97f.) als auch den Satz nach »[h]insichtlich der Kirche« übernimmt Kofler wörtlich (94).

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Im Sommer 1770 lernte Goethe die 18-jährige Pfarrerstochter Friederike Elisabeth Brion (1752–1813) kennen, ein Jahr später bricht Goethe den Kontakt ab. Zu dieser (wahrscheinlichen) Liebesaffäre sind keine Briefe erhalten, nur der literarische Niederschlag in den Büchern 10 und 11 von »Dichtung und Wahrheit« sowie die »Friederiken-Lieder«. (vgl. Jeßing 1999, 63)

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Märchen aus der Sammlung der Brüder Grimm (Grimm 1819a, 148–155)

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Schwank aus der Märchensammlung der Brüder Grimm (Grimm 1819a, 173–177)

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Kofler wandelt hier das Gedicht »Rheinischer Bundesring« aus der von Clemens Brentanound Achim von Arnim herausgegebenen Sammlung »Des Knaben Wunderhorn« (1806) ab: »Bald gras’ ich am Neckar, [/] Bald gras’ ich am Rhein, [/] Bald hab ich ein Schätzel, [/] Bald bin ich allein.« (Grisebach 1806, 337f.)

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Märchen aus der Sammlung der Brüder Grimm (Grimm 1819a, 57–66)

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Ilja Ehrenburg (1891–1967), russischer Schriftsteller und Journalist, veröffentlichte zeitlebens rund hundert Bücher, nach dem Angriff Deutschlands auf die Sowjetunion 1941 agitierte er in hunderten Artikeln und Frontberichten, um den Hass gegen die deutschen Soldaten zu schüren, zugleich stellte er das Leid der Menschen in einfacher Sprache in den Mittelpunkt, das machte ihn zu einer »nationale[n] Berühmtheit« (Marcou 1996 , 208). Nach Stalins Tod (1953) wurde sein Roman Tauwetter (1954) zum »Symbol für eine neue Etappe in der Geschichte seines Landes« (Marcou 1996, 300).

PersonAutorIn/JournalistInPolitikerInZitate

Der im Schweizer Exil lebende deutsche Schriftsteller Kurt Kläber (1897–1959) veröffentlichte unter dem Pseudonym Kurt Held 1941 den Jugendroman »Die rote Zora und ihre Bande«, inspiriert von einer Jugoslawien-Reise des Autors im Jahr davor. Um 1974organisierte sich in der BRD unter diesem Namen eine linksextreme Frauengruppe (eine Abspaltung der »Revolutionären Zellen«), die mit terroristischen Formen (Anschläge auf Institute und Wirtschaftsunternehmen) gegen das Patriarchat und ,strukturelle Gewaltverhältnisse‘ (u.a. Gentechnik, Ausbeutung von Arbeitern in der Dritten Welt) protestierten.

PersonAutorIn/JournalistInZitateEreignis

Zitat aus Friedrich Hölderlins »Abendphantasie«, s. Eintrag ›Vor seiner Hütte‹

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Ottokar Kernstock (1848–1928), Dichter und Priester, Tätigkeit als Kaplan und Pfarrer in der Oststeiermark, deutschnational eingestellter Heimatdichter, Dichter der österreichischen Bundeshymne 1930–1938, berühmt-berüchtigt für sein »Hakenkreuzlied« (1923)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Das eigensinnige Kind«: Sage aus der Märchensammlung der Brüder Grimm (Grimm 1819b, 152)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

In den »Seligpreisungen« des Matthäus-Evangeliums heißt es: »Selig, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen!« (Matth. 5,8)

Zitate

Im Vergleich zur Grimm’schen Märchensammlung von 1819 (2. Aufl.) teilweise abgewandeltes Zitat aus »Die kluge Else« (die Änderungen können auch einer späteren Druckversion entstammen): »Endlich erwachte die kluge Else, wie es schon ganz dunkel war und als sie aufstand, rappelte es um sie herum, bei jedem Schritt den sie that. Da erschrak sie und ward irre, ob sie auch wirklich die kluge Else wäre und sprach: ›bin ichs, oder bin ichs nicht?‹ Sie wußte aber nicht, was sie darauf antworten sollte und stand eine Zeitlang zweifelhaft, endlich dachte sie: ›ich will nach Haus gehen und fragen, ob ichs bin oder nicht, die werdens ja wissen‹« (Grimm 1819a, 176f.).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Jud Süß« (1940): nationalsozialistischer Propagandafilm um die historische Figur des jüdischen württembergischen Finanzbeamten Joseph Süß Oppenheimer, der als ruchloser Karrierist und Vergewaltiger dargestellt wird, der Film wurde von Goebbels 1939 in Auftrag gegeben (vgl. Koch 2011, 102). Lion Feuchtwanger behandelte den Stoff in seinem Roman »Jud Süß« (1925), die erste literarische Bearbeitung war die gleichnamige Novelle (1827) von Wilhelm Hauff, in der Oppenheimer gar nicht im Mittelpunkt steht und er nur durch »wenige antisemitische Klischees« beschrieben werde: »Geldgier, Gewissenlosigkeit, Hinterlist, Arroganz, Lüsternheit« (Mojem 2004, 152).

PersonSchauspielerIn/RegisseurInNationalsozialistInAutorIn/JournalistInMedienFilm/Fernsehen/RadioZitate

1946 erschien die erste Auflage des Lesebuchs »Bei uns daheim« mit »Lesestoffen für die zweite Schulstufe der österreichischen Volksschulen«. Die erwähnte Geschichte und das Märchen kommendarin nicht vor. (vgl. Bei uns daheim 1946) In »Guggile« berichtet der Ich-Erzähler, dass ihm sein Halbbruder »Ernsti« oft aus dem Lesebuch»«vorgelesen habe (GU 59, s. Eintrag ›bei uns daheim‹)

MedienZitate

Kofler zitiert aus einer Rezension von Christoph Ransmayrs Romans »Die letzte Welt« von Harald Wieser: »Der Sprachart ist Christoph Ransmayr hat sich mit der ,Letzten Welt‘ einen Logenplatz in der deutschen Literatur erschrieben« (Wieser 1988).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Steirischer Herbst: 1968 gegründetes Grazer Festival für zeitgenössische Kunst, maßgeblicher Initiator war der Volkskundler und ÖVP-Politiker Hanns Koren. Wichtig war von Beginn an das Spartenübergreifende und Provokante, es kam immer wieder zu Konfrontationen mit dem Publi kum, zu »Skandalen«, etwa 1975 zur Aufführung des Theaterstücks »Gespenster« von Wolfgang Bauer (vgl. Behr u.a. 2017, 375).

TopographieOrtschaftPersonPolitikerInAutorIn/JournalistInZitate

Zitat eines geistlichen Volkslieds: »Herr, es will Abend werden, der Tag hat sich geneigt, [/] schon sinkt die Nacht auf Erden und alles ruht und schweigt.« (Stubenvoll 1995, 94) Der Liedtext bezieht sich auf das »Neue Testament«, die Bitte der Emmaus-Jünger: »Bleibe bei uns; denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben.« (Lukas 24,29)

Zitate

»Die Sprache ist das Haus des Seins«, schreibt der deutsche Philosoph Martin Heidegger (s. Eintrag ›Martin Heidegger‹) in »Über den Humanismus« : »In ihrer Behausung wohnt der Mensch. Die Denkenden und Dichtenden sind die Wächter dieser Behausung.« (Heidegger 1949, 5)

PersonPhilosophInMedienZitate

Der Kulturjournalist Karl Heinz Kramberg schrieb eine Rezension zu Koflers »Am Schreibtisch«, in der er ein Zitat aus dem Buch folgendermaßen kommentiert: »schmeckt wie verdünnter Céline, ist aber Kofler« (Kramberg 1988). Louis-Ferdinand Céline (1894–1961): franz. Schriftsteller, berühmt für seinen Roman »Reise ans Ende der Nacht« (1932), umstritten wegen seines Antisemitismus

PersonAutorIn/JournalistInZitate

1949 startete der Verleger Otto Hirsch in Wien die Heftserie »Der Kriminalroman der Woche – Kommissar Wiltons Kriminalberichte«. Im Mittelpunkt steht ein in Südfrankreich agierender Kommissar. Von diesen Heftchenromanen sind über 1550 Nummern belegt.

Zitate

Christoph Ransmayr (* 1954), österreichischer Schriftsteller, er gehört seit dem Roman »Die letzte Welt« (1988) zu dem meistgelesen Autoren des Landes (s. Eintrag ›Die letzte Welt‹).

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PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

»Der späte Gast«: Gedicht von Willibald Alexis (1798–1871), bekannt als Lied durch die Vertonung Carl Loewes (1796–1869). Der späte Gast bringt bei Alexis den Tod.

PersonAutorIn/JournalistInMusikerInZitate

Gerhard Rühm (* 1930), österr. Musiker, bildender Künstler und Schriftsteller, er absolvierte ein Klavier- und Kompositionsstudium in Wien, war als Pianist tätig, bevor er Mitte der 1950er Jahre mit schriftstellerischen Arbeiten gemeinsam mit Friedrich Achleitner, H.C. Artmann, Konrad Bayer und Oswald Wiener die sogenannte Wiener Gruppe bildete. Mit der Anthologie »Die Wiener Gruppe «(1967) wurde er zu deren »Archivar« und Propagator.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Erneut greiftKoflerhier auf die »Kurier«-Kampagne gegen Sonntagszeitungsdiebe zurück: »Ob’s stürmt oder schneit [/] ob die Sonne scheint oder Nebelschwaden ziehen, [/] an jedem Ort [/] in den kleinen Gemeinden und in den großen [/] im Dickicht der Städte und im Unterholz des freien Landes [/] in aller Herrgottsfrüh [/] oder im Zwielicht der Dämmerung [/] kann‹s passieren. [/] Keiner weiß die Stunde, [/] keiner weiß wie. [/] Aber eins ist sicher: [/] einmal erwischt’s jeden. [/] Jeden Zeitungsdieb.« (Kurier, 6. 12.1986, 11/W7/1) Der Anzeigentext bezieht sich auf das Brecht-Stück »Im Dickicht der Städte«»« (UA 1923).

PersonAutorIn/JournalistInMedienWerbung/InseratZitate

Joseph Vilsmaier (* 1939): deutscher Regisseur, verfilmte 1995 Schneiders Roman »Schlafes Bruder«

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Eschbach: Handlungsort von Robert Schneiders Roman »Schlafes Bruder« (1992)

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In der erwähnten Rezension von Ransmayrs »Die letzte Welt« (s. Eintrag ›Die letzte Welt‹) wird Kafkas »Verwandlung« als Nachfahre der »Metamorphosen« bezeichnet: »Zwischen den Zeilen des Romans nämlich irrlichtert diese Erkenntnis: Die angstvollen Tagträume der antiken Ahnen sind die Nachtträume unserer Zeit. Auch dies ist eine Verwandlungskunst: die Verwandlungskunst der Zivilisation« (Wieser 1988).

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

»Die Berühmten« (1976): Theaterstück von Thomas Bernhard. Kofler zitiert hier wörtlich die Besprechung des »Kurier« zur Uraufführung des Stücks bei den Wiener Festwochen (zit. n. Bernhard 2005, 401f.)

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Uwe Koch (* 1954), deutscher Schriftsteller, mit dem Roman »Der Mann aus Sand« (1989) war er Verlagskollege Koflers bei Rowohlt.

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Der unweit des Rheins gelegene Herrensitz Schloss Berg am Irchel (Kanton Zürich) wurde Rainer Maria Rilke von den Besitzern 1920/1921 rund ein halbes Jahr lang überlassen. Für den Dichter war es eine produktive Zeit, die bekanntesten Texte dieser Zeit sind die Gedichte »Aus dem Nachlaß des Grafen C.W.« und das Elegienfragment »Laß dir, daß Kindheit war«. (vgl. Engel/Fülleborn 1996, 420)

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Zitat aus Rilkes »Aus dem Nachlaß des Grafen C.W.«: »Berge ruhn, von Sternen überprächtigt; – [/] aber auch in ihnen flimmert Zeit. [/] Ach, in meinem wilden Herzen nächtigt [/] obdachlos die Unvergänglichkeit.« (Rilke 1950, 22)

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Der Protagonist in Samuel Becketts »Molloy« kann sich nicht daran erinnern, wie er an den entsprechenden Ort gelangt ist: »Ich bin im Zimmer meiner Mutter. Ich wohne jetzt selbst darin. Wie ich hierhergekommen bin, weiß ich nicht« (Beckett 1976, 7).

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Rilkebeschreibt die Entstehung des Gedichtzyklus »Aus dem Nachlaß des Grafen C.W.« als ein Hineinschreiben in einen produktiven Zustand mit Hilfe von Rollenfiktion: »ich wünschte mir so etwas wie die Spur eines bergischen Vorwohners, z.B. ein Heft im Bücherschrank (,zu eigener Produktion noch nicht eigentlich fähig und aufgelegt, mußte ich mir, scheints, eine Figur gewissermaßen ,vorwändig‘ machen, die das, was sich etwa doch schon, auf dieser höchst unzulänglichen Stufe der Concentration, formen ließ, auf sich nahm: das war Graf C.W. ….‘« (Brief vom 30.11.1920 an Frau Wunderly, zit. nach Schnack 1996, 712)

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Bezug zu Rilkes »Aus dem Nachlaß des Grafen C.W.«

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»Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge « (1910), Roman in Tagebuch-Form von Rainer Maria Rilke

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Adolf Hitlers zweiteilige Programmschrift »Mein Kampf« erschien 1925/26.

Zitate

Zitat aus dem Gedicht »In Karnak war’s« aus Rilkes Zyklus »Aus dem Nachlaß des Grafen C.W.«: »In Karnak wars. Wir waren hingeritten[/] Hélène und ich, nach eiligem dîner.« (Erstdruck im »Insel-Almanach«1923; Rilke 1996, 174f.)

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Abwandlung eines Zitats aus dem historischen Roman »Elisabeth Wandscherer, die Königin« von Joseph von Lauff (1855–1933): »Die Stadt lag ihm zu Füßen, und in Kraft seines Willens sandte er [der »König des neuen Jerusalem«] noch in selbiger Stunde seine Apostel nach allen Seiten der Windrose, um die neue Lehre auch in die äußersten Ecken seines ihm vorschwebenden Reiches zu tragen. Nach Soest oder der Mittagsgegend zu: Joachim Kosser, den Weber, Philippus Butendick, Lorenz Vischer und Thyß Ummegrove.« (Lauff 1931, 153) Dieser 1931 erschienene Roman handelt von den Wiedertäufern im Münsterland, vom sogenannten »Täuferreich von Münster« im 16. Jahrhundert. Lauff war ein zu Lebzeiten vor allem im deutschnationalen Lager vielgelesener Autor, der mit bis zu zwei veröffentlichten Trivialromanen pro Jahr die Geschichte seiner niederrheinischen Heimat behandelte.

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Eventuell eine Anspielung auf Rilkes Gedicht »Damen-Bildnis aus den Achziger Jahren«: »daß man etwas erst in die Schatullen [/]legen dürfte, um sich im Geruch [/] von Erinnerungen einzulullen«. (Rilke 1908, 94).

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In der Forschung ist von einer Grimm’schen Redaktion des »Kärntischen Wörterbuch«»s «nicht die Rede; Ingo Reiffenstein (Reiffenstein 1993, 85) erwähnt nur das briefliche Lob Jacob Grimms für das Wörterbuch. Lexer arbeitete ab 1881 am »Deutschen Wörterbuch« mit (N–Quurren, T–Tölp), das war allerdings lange nach Jacob Grimms Tod 1863. (vgl. Schlaefer 1993)

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Anspielung auf das Grimm-Märchen »Der Teufel Grünrock« (s. Eintrag ›nicht der Grüne‹).

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»Der Meineidbauer«: Volksstück von Ludwig Anzengruber (Uraufführung 1871)

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Im Grimm-Märchen »Herr Korbes« machen ein Hühnchen und ein Hähnchen eine Reise mit einem Wagen, vor den sie vier Mäuse spannen: »Nicht lange, so begegnete ihnen eine Katze, die sprach: ,Wo wollt ihr hin?‘ Hähnchen antwortete: ,Als hinaus [/]nach des Herrn Korbes seinem Haus‘« (Grimm 1980, 223). Die Katze steigt zu, ebenso des Weiteren ein Mühlstein, ein Ei, eine Ente, eine Stecknadel und eine Nähnadel. Alle verstecken sich, als sie Herrn Korbesnicht anwesend finden, im Haus. Als Korbes zurückkommt, wirft ihm die Katze Asche ins Gesicht, sticht ihn die Nähnadel im Polster usw., bis den aus dem Haus fliehenden Mann schließlich der Mühlstein erschlägt, der über der Tür lag. Ab der 6. Auflage von 1850 wurde den vorher abrupt endenden, willkürlich erscheinenden Gewalttaten ein Satz angefügt: »Der Herr Korbes muß ein recht böser Mann gewesen sein« (Grimm 1980, 224).

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Abschnitt 7 von Ludwig Wittgensteins »Tractatus logico-philosophicus« (1922): »Wovon man nicht sprechen kann, darüber muß man schweigen.« (Wittgenstein 1963, 115)

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Franz Josef Murau: Protagonist in Thomas Bernhards Roman »Auslöschung«

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Anspielung auf den Schriftsteller Robert Schneider (* 1961) und seinen Roman »Schlafes Bruder« (1992). Der in 36 Sprachen übersetzte Bestseller hat einen Sonderling im Vorarlberg der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Protagonisten. Dieser Elias Alder ist mit übersinnlichem Gehörsinn und großem musikalischem Talent ausgestattet, aus unglücklicher Liebe beschließt er, seinem Leben durch Schlafentzug ein Ende zu setzen.

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Beginn der vierten Strophe der »Abendphantasie« (1799) von Friedrich Hölderlin; Kofler zitiert mehrfach daraus, u.a. s. Eintrag ›Vor seiner Hütte‹s. Eintrag ›Wie verscheucht‹.

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Beginn der 3. Strophe von Friedrich Hölderlins »Abendphantasie«: »Wohin denn ich? Es leben die Sterblichen [/] Von Lohn und Arbeit; wechselnd in Müh’ und Ruh’ [/] Ist alles freudig; warum schläft denn [/] Nimmer nur mir in der Brust der Stachel?« (Hölderlin 1992, 230) Zugleich Titel eines 1963 erschienenen Bandes mit autobiografischen und theoretischen Reflexionen der Lyrikerin Marie Luise Kaschnitz. (vgl. Kaschnitz 1963)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Alte Meister. Eine Komödie« (1985): Roman von Thomas Bernhard

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»Buddenbrooks. Verfall einer Familie« (1901), Roman von Thomas Mann (1875–1955)

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Rolf Michaelisbetitelt seine Rezension zu Thomas Bernhards »Auslöschung«mit »Vernichtungsjubel«und betont darin mehrfach die sprachlichen Strategien des Vernichtens: »Hier soll Erzählen einmal nicht nur etwas retten, für die Vergangenheit aufbewahren, sondern im Erzählen, im atemlos wütenden Reden vor allem vernichten, kaputtmachen, auslöschen.« (Michaelis 1986)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Kofler bezieht sich hier auf Kants in der »transzendentalen Logik« der »Kritik der Vernunft«dargestellten Prinzipien des Denkens. Darin entwirft Kant zwölf Urteilsformen unter vier »Titeln«: Quantität, Qualität, Relation und Modalität, wobei jedes Urteil eine der zum jeweiligen Titel gehörenden Formen annehmen müsse. Kant ging es jedoch nicht um eine Klassifizierung der Urteile, sondern um eine Erfassung elementarer logischer Funktionen (Handlungen und Momente des Verstandes), die in den einzelnen Urteilen ausgeübt werden und darin zum Ausdruck kommen. »Die Tafel der zwölf Urteilsformen ist für Kant erschöpfend. Sie gibt ein vollständiges Bild der Leistungen des Verstandes«. (Wenzel 2011, 2287)

PersonPhilosophInZitate

Abgewandeltes Zitat der Figur Reger aus »Alte Meister«: »Wohin immer wir heute in diesem Land schauen, wir schauen in eine Senkgrube der Lächerlichkeit« ( Bernhard 2008 , 76). Bernhard zitiert diese Metapher im September 1985 in einer »Erwiderung« der kurz davor getätigten öffentlichen Aussage des damaligen Finanzministers Franz Vranitzky, dass Bernhards Theaterstück »Der Theatermacher«, das Österreich-Beschimpfungen enthalte, mit Steuergeldern finanziert sei: »Der Herr Vranitzky ist [...] genau einer von jenen dubiosen Nadelstreifsozialisten à la Kreisky, die unseren österreichischen Staat als die Zweite Republik dorthin gebracht haben, wo er heute ist, in der Senkgrube der Lächerlichkeit ( Alte Meister!), an seinem Ende.« (Bernhard 1985b)

PersonAutorIn/JournalistInPolitikerInZitate

Zitat aus Bernhards »Alte Meister«: »An jedem Morgen steigt uns die Schamröte ins Gesicht vor soviel Lächerlichkeit, mein lieber Atzbacher, das ist die Wahrheit.« (Bernhard 2008, 76)

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Zitat aus Thomas Bernhards »Alte Meister«: »Sie leben in einer durch und durch lächerlichen und in Wirklichkeit verkommenen Welt, sagte er« (Bernhard 2008, 76).

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Abgewandeltes Zitat aus Ovids »Metamorphosen«: »Seine Form blieb keinem erhalten« (Ovid 1996, 7) Ransmayrs Protagonist Cotta findet diese Worte in »Die letzte Welt« auf der Suche nach Ovid: »Die Steine kollerten einige […] Stufen hinab, und Cotta las: Keinem bleibt seine Gestalt.« (Ransmayr 1988, 15)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Zitat aus Thomas Bernhards »Alte Meister«: »Die ganze Welt ist heute eine lächerliche und DAZU ZUTIEFST peinliche und kitschige, das ist die Wahrheit« (Bernhard 2008, 80).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Zitat aus »Alte Meister«: »Ein so schönes Land, sagte Reger, und ein so abgrundtiefer moralischer Morast, sagte er [...]« (Bernhard 1985a , 264).

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Variation des »Einheitsfrontlieds« von Bertolt Brecht, einem der bekanntesten Lieder der deutschen Arbeiterbewegung (Musik: Hanns Eisler), entstanden 1934. Die ersten beiden Strophen beginnen jeweils mit »Und weil der Mensch ein Mensch ist«; Brecht variiert den Vers in der dritten Strophe: »Und weil der Prolet ein Prolet ist [/] Drum wird ihn kein andrer befrein.« (Brecht 1988b, 26)

PersonAutorIn/JournalistInMusikerInZitate

Kofler bezieht sich hier auf die Besprechung von Thomas Bernhards »Der Untergeher«»«von Peter Demetz (s. Eintrag ›Peter Demetz‹) in der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« und deren Untertitel: »Thomas Bernhard schreibt sich energisch und unbeirrt in die Weltliteratur hinein«. (Demetz 1983) Demetz nützt die Rezension zu einem Rundblick auf das Œuvre, dessen Wiederholungen und in seinen Augen schematisches Figureninventar er durchaus kritisch sieht, das er jedoch mit dem »Untergeher« und seinen Vorgängern »Die Billigesser«und »Wittgensteins Neffe« auf dem unbeirrbaren Weg in die Weltliteratur sieht.

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Abgewandeltes Zitat aus Karl Mays »Im Tal des Todes«: » Bill Newtons Augen glühten heimtückisch auf.« (May 1953, 420; s. Eintrag ›Im Tal des Todes‹)

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Jean-Baptiste Grenouille: Protagonist des Bestsellers »Das Parfum. Die Geschichte eines Mörders« (1985). Der im Paris des 18. Jahrhunderts angesiedelte Roman von Patrick Süskind (s. Eintrag ›Süskind-Syndrom‹) erzählt die Geschichte eines Parfumeurs mit außergewöhnlichem Geruchssinn.

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Variiertes Zitat aus Süskinds »Das Parfum«: »Es stanken die Flüsse, es stanken die Plätze, es stanken die Kirchen, es stank unter den Brücken und in den Palästen.« (Süskind 1985, 6)

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Variiertes Zitat aus Süskinds »Das Parfum«: »Es stanken die Straßen nach Mist, es stanken die Hinterhöfe nach Urin, es stanken die Treppenhäuser nach fauligem Holz und nach Rattendreck, die Küchen nach verdorbenem Kohl und Hammelfett; die ungelüfteten Stuben stanken nach muffigem Staub, die Schlafzimmer nach fettigen Laken, nach feuchten Federbetten und nach dem stechend süßen Duft der Nachttöpfe. Aus den Kaminen stank der Schwefel, aus den Gerbereien stanken die ätzenden Laugen, aus den Schlachthöfen stank das geronnene Blut. Die Menschen stanken nach Schweiß und nach ungewaschenen Kleidern; aus dem Mund stanken sie nach verrotteten Zähnen […]« (Süskind 1985, 5–6).

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Variiertes Zitat aus Süskinds »Das Parfum«: »Der Bauer stank wie der Priester, der Handwerksgeselle wie die Meistersfrau, es stank der gesamte Adel [...]« (Süskind 1985, 6).

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Mögliche Anspielung auf den ersten Satz von Adalbert Stifters 1857 erschienenem Roman »Der Nachsommer«: »Mein Vater war ein Kaufmann.« (Stifter 1977, 7)

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Wörtliches Zitat aus Süskinds »Das Parfum«: »Die Luft war schwer vom süßen Schweißgeruch der Lust [...]« (Süskind 1985, 303).

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Variiertes Zitat aus »Das Urteil« (1913) von Franz Kafka: »Aber den Vater muß glücklicherweise niemand lehren, den Sohn zu durchschauen.« (Kafka 1994, 56)

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Variiertes Zitat aus Süskinds »Das Parfum«: »Männer stolperten mit irren Blicken durch das Feld von geilem aufgespreiztem Fleisch […] kopulierten in unmöglichster Stellung und Paarung, Greis mit Jungfrau, Taglöhner mit Advokatengattin, Lehrbub mit Nonne, Jesuit mit Freimaurerin, alles durcheinander, wie’s gerade kam« (Süskind 1985, 303).

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Kofler meint hier möglicherweise nicht nur das englische Wort für Verlierer, sondern dürfte auch auf Andreas Loser, Protagonist in Peter Handkes Roman »Der Chinese des Schmerzes« (1983), anspielen.

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Naglist der Name des Protagonisten in Gerhard Roths Roman »Winterreise« (1978), der seinen Lehrerberuf aufgibt und sich mit seiner Freundin Annaauf eine Italienreise macht. In Koflers »Aus der Wildnis« spielt die »Winterreise« eine stärkere Rolle, u.a. persifliert Kofler eine Sexszene aus dem Roman (s. Eintrag ›Winters Reiseabenteuer‹).

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Abgewandeltes Zitat aus Becketts Roman »Molloy«, s. Eintrag ›Eine Praxis ist so gut wie die andere‹

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Kofler variiert hier die Sage »Das Gefangene Bergmandl«, die im steirisch-kärntnerischen Raum in mehreren Versionen existiert (Graber 1944, 20). Grundgerüst ist die Gefangennahme eines Bergmännleins durch Bergleute, das für seine Freilassung verschiedene Optionen anbietet. Die Bergmänner wählen stets die Bekanntgabe von ergiebigen Erzlagern im Berg, was das Bergmännlein froh darüber sein lässt, dass sie nicht nach der Bewandtnis des »Kreuzes in der Nuss« fragten. Diese Frage bleibt in allen Versionen offen.

Zitate

Die für den Protagonisten in Heller s (autobiografischem) Roman »Schattentaucher« neben Lissabon wichtigste Gegend ist das »Salzkammergut mit seinem Allerheiligsten, einem am Schnittpunkt zwischen Nord- und Westufer des Wolfgang- oder Abersees gelegenen Flecken Brunnwinkel. Er gehörte zum Markt St. Gilgen, wo Ferdinand als unfreiwilliger Ballast für Mutters Leichtlebigkeit den Großteil seiner Kindheitssommer verbracht hatte« (Heller 2003, 75).

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Sir Gregory und Mr. Longvale sind Figuren in dem Roman »Der Rächer« von Edgar Wallace (s. Eintrag ›Edgar Wallace‹).

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Abu Seïf (arab. »Vater des Säbels«), Figur aus Karl Mays Abenteuerroman »Durch die Wüste« (1892), Anführer einer Seeräuberbande am Roten Meer

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Kanada Bill (eigentl. William Jones, 1837–1877), aus England stammender legendärer Trickbetrüger und Falschspieler in den USA und Kanada. Karl May schrieb zwei Erzählungen mit Episoden aus Jones’ Leben: »Ein Self-man« (1878) und »Three carde monte« (1879).

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»Der stumme Frühling« (im Original: »Silent Spring« , 1962): Sachbuchbestseller der Biologin Rachel Carson (1907–1964), die darin den Einsatz von Pestiziden scharf kritisiert. Das Buch gilt als ein Auslöser der amerikanischen Umweltbewegung und als Klassiker der ökologischen Literatur.

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Zitat aus André Hellers »Schattentaucher«: »Auf dem oberen Lid des rechten Auges fehlten Ferdinand einige Wimpern. [...] Er empfand die geringfügige Verunstaltung als eine Art Denkmal für seine Internatszeit […]« (Heller 2003, 192).

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Die Klimazonentheorie erklärt die Diversität des Verhaltens der Menschen in verschiedenen Erdregionen damit, dass das Klima über seine Einwohner bestimme. In Hellers Roman »Schattentaucher« wird behauptet, dass »der Einfluß der Temperatur auf den Lauf der Dinge unerforscht sei« und es einen Zusammenhang zwischen bestimmten theoretischen Entwürfen, Welterklärungen oder Religionen und dem Klima gebe (Heller 2003, 72f.).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

In der Erzählung »Lenz« (postum 1839) schildert Georg Büchner einen kurzen Ausschnitt aus dem Leben des Dichters Jakob Michael Reinhold Lenz (1751–1792), seinen Aufenthalt »im Gebirg«, im Steintal (Vogesen), bei Pfarrer Oberlin.Der Text hat einen der bekanntesten Anfänge der deutschsprachigen Literatur: »Den 20. ging Lenz durch’s Gebirg.« (Büchner 1986, 5) Lenz gehört zu den von Kofler geschätzten Außenseitern.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Bezug zum Schlusskapitel von Ernst Blochs »Prinzip Hoffnung«, Bloch schreibt darin, der Weg zum neuen »regnum humanum « könne nur durch »Sucher des aufrechten Gangs« gewiesen werden. (Bloch 1959, 1618) »Der aufrechte Gang ist das für Bloch im Prinzip Hoffnung intendierte Endstadium« (Thiergen 2010, 22). Zu Bloch s. auch Eintrag ›Vorschein‹

PersonPhilosophInMedienZitate

Anlehnung an den Sachbuchtitel »Begrabt mein Herz an der Biegung des Flusses« (1972, orig. »Bury My Heart At Wounded Knee«, 1971) von Dee Brown (1908–2002). In dem Buch wird die Geschichte der nordamerikanischen Ureinwohner von den 1860ern bis zum titelgebenden Massaker bei Wounded Knee 1890 aus deren Sicht erzählt. (vgl. Brown 1972)

Zitate

Martin Mordechai Buber (1878–1965), jüdischer Religionsphilosoph, bis 1938 Tätigkeit in Österreich und Deutschland, 1938 Flucht nach Palästina. Sein Hauptwerk »Ich und Du« (1923) legt der Welt ein dialogisches Prinzip zugrunde.

PersonPhilosophInZitate

Zitat aus André Hellers»Schattentaucher« (1987): »,Jeder von uns hat eine verschleppte Kränk.‘ ,Eine was?‘ fragte Ferdinand. ,Eine verschleppte Kränk. Eine Sehnsucht, die einen traurig macht. Etwas, das hätte sein sollen, aber nicht hat sollen sein‘« (Heller 2003, 6).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Die nordkoreanische Chuch’e-Ideologie versteht sich als Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus, sie stellt die Interessen Nords über jene der internationalen kommunistischen Bewegung. Kim Il-sŏngs Buch »Über Dschutsche in unserer Revolution« erschien 1979 in Pjongjang auch auf Deutsch.

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PersonPolitikerInZitate

Roman des irischen Schriftstellers Flann O’Brien (1911–1966), Originaltitel »At Swim-Two-Birds «(1939). Kofler zieht den Titel der deutschsprachigen Ausgabe von 1989 (»In Schwimmen-Zwei-Vögel oder Sweeny auf den Bäumen«) heran, die erste Übersetzung trug den Titel »Zwei Vögel beim Schwimmen« (1978).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Mao Tse-tung (1893–1976), Vorsitzender der KP Chinas ab 1943, prägende Figur der chinesischen Geschichte im 20. Jahrhundert, auch »Großer Vorsitzender« genannt. Der Maoismus, der sich aus seinen Schriften herleitete, war in der linken europäischen Studentenbewegung der späten 1960er und frühen 1970er Jahre populär. Kofler meint hier wohl die »Ausgewählten Werke« in vier Bänden, 1955 im Ostberliner Dietz-Verlag und 1968/69 im Pekinger Verlag für fremdsprachige Literatur erschienen. Band 1 dieser Ausgabe befindet sich in der Nachlassbibliothek.

PersonPolitikerInZitate

Erster Roman von André Heller (1987)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Friedrich Torberg (1908–1979), österr. Schriftsteller, sein Buch »Die Tante Jolesch« (1975), eine Sammlung Wienerischer Anekdoten, verhalf ihm zu Popularität, er war zudem der Übersetzer der zeitgenössischen Bestseller von Ephraim Kishon. Torberg war kein Kandidat für den »Hans-Moser-Fernsehpreis«.

PersonAutorIn/JournalistInSchauspielerIn/RegisseurInZitate

Anspielung auf eine Publikation Mao Tse-tungs: »Vom Kriege « (1969)

PersonPolitikerInZitate

Anspielung auf die Publikation Mao Tse-tungs »Über den Widerspruch« (1954)

PersonPolitikerInZitate

Abgewandeltes Zitat aus André Hellers »Schattentaucher«, in dem den Protagonisten während der Zeit im Internat »Furunkel, Abszesse und Gerstenkörner aller Art und Größe« quälen. »Sein Blut war damals vergiftet von Heimweh und Angst, und auch die zahllosen nächtlichen Gebete zu Maria, der mater admirabilis, konnten es nicht reinigen.« (Heller 2003, 192) Der Ehrentitel »Mater Ter Admirabilis« (»Dreimal wunderbare Mutter«) für die Gottesmutter Maria wurde 1604 vom Jesuitenpater Jakob Rem geprägt.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Karl May schrieb 1888 für die Knabenzeitung »Der gute Kamerad« die Erzählung »Der Geist des Llano Estacado«. Darin treibt eine Bande, die »Die Geier« genannt wird, ihr Unwesen. Zwei Jahre später wurde die Erzählung gemeinsam mit »Der Sohn des Bärenjägers« (1887) mit geringen Änderungen zum ersten »Jugendroman« Mays zusammengeführt (»Unter Geiern«). »Unter Geiern« wurde 1964 mit angepasstem Drehbuch und in der bekannten Besetzung mit Pierre Brice als Winnetou verfilmt.

PersonAutorIn/JournalistInSchauspielerIn/RegisseurInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Paraphrase einer Passage inHellers »Schattentaucher«, in der der Protagonist schildert, wie unangenehm es ihm gewesen sei, die Mutter mit fremden Verehrern beim Tanz zu sehen.»Einmal habe ich geschrien ,Dreckstück du!‘ und ,Mutter, hör auf! Laß dich nicht anfassen, deine Haut ist heilig, der Sonne gehört sie und Papa und mir!‘« (Heller 2003, 202)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Kofler bezieht sich hier auf das »Sprechstück« »Hilferufe« von Peter Handke (UA 1967), in dem »das bedürfnis nach hilfe, losgelöst von einer bestimmten, wirklichen lage, akustisch den zuhörern« vorgespielt werden soll. Das Auffinden des Wortes »Hilfe« bzw. sein Aussprechen sei dabei der wichtigste Schritt für die Sprecher: »wenn sie dann aber endlich das wort hilfe gefunden haben, haben sie keine hilfe mehr nötig« (Handke 1972, 91). Finden die Sprecher in Handkes kurzem Stück das Wort »Hilfe« erst am Schluss, baut Kofler statt Handkes »Nein«, das er auf die jeweiligen »Versuche«, Hilfe zu finden, in immer kürzen Abständen stakkatoartig antworten lässt, die Hilferufe ein.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Landvermesser« verweist auf den Protagonisten in Kafkas Roman »Das Schloß.« (vgl. Kafka 1982, 7)

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Aus dem »Kärntischen Wörterbuch« entnommen: »»tritschumpra« f. weibliche Scham« (Lexer 1862, Sp. 71)

Zitate

Abgewandeltes Zitat aus dem »Steyrischen Hausmärchen« »Der tapfere Soldat«, das der Grazer Volkskundler Viktor Geramb in seine »Kinder- und Hausmärchen der Steiermark« (1942) aufnahm: »Es war einmal ein Schloß, in dem es nicht geheuer war. Unter diesem Schloß stand ein Wirtshaus.« (Geramb 1980, 94)

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Kofler paraphrasiert weiter das Märchen »Der tapfere Soldat«: »Einstens kam ein abgedankter Soldat, der bat beim Wirt um Herberge. Der Wirt hatte keinen Platz frei, sagte aber: »Wann du in oltn Schloß wüllst schlofn, obn is Platz gnua, aber obn loabs [leidet es] holt neamd, wirst holt obn net bleibn kinn [können].« (Geramb 1980, 94)

Zitate

Ottokar Kernstock (1848–1928), Priester, deutschnational eingestellter Heimatdichter, Text der österreichischen Bundeshymne 1930–1938, berühmt-berüchtigt für sein »Hakenkreuzlied« (1923).

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Alfred Döblin (1878–1957), deutscher Schriftsteller, 1929 erschien sein Großstadtroman »Berlin Alexanderplatz«. Im einem Brief an seinen Lektor Delf Schmidt schreibt Kofler über »Am Schreibtisch« als »eine Art Überleitung, Vorformen zum dritten Buch (meinem Ulysses, meinem ALEXANDERPLATZ – ein 200-Seiten-Werk zeichnet sich ab« (Amann 2000, 188f.)

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Name einer Protagonistin in Kafkas »Das Schloß«

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Paraphrase des Märchens »Der tapfere Soldat«: »Als er eine Zeitlang gelegen hatte, begann es zu herumzurumoren. [...] Als es aber zu arg wurde, stand er auf und machte Licht. Da warf es durch den Kamin einen Menschenfuß herab. […] Der Soldat setzte die Teile alle schön zusammen, und […] sagte er: ,Jetzt steh nur auf, daß ich einen Kameraden auch hab’!‘« (Geramb 1980, 95)

Zitate

Franz Josef Hödlmoser: Protagonist in Reinhard P. Grubers »Anti-Heimatroman« »Aus dem Leben Hödlmosers. Ein steirischer Roman mit Regie« (1973): »und dann trinkt er zum frühstück 2 krügel most« (Gruber 1999, 25)

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Anton Prestele (* 1949), deutscher Komponist, vertonte Grubers »Heimatlos – eine steirische Wirtshausoper in einem Rausch« (Uraufführung beim »steirischen herbst «1985).

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PersonMusikerInAutorIn/JournalistInMedienZitate

Anspielung auf den Text »Vom Dach der Welt« aus Reinhard P. Grubers Sammlung an »Schicksalsnovellen«. Gruber leitet dort in einem an wissenschaftliche Argumentationsketten angelehnten Vergleich Dachstein-Großglockner den Umstand her, dass »der Dachstein mit größter Wahrscheinlichkeit der höhere Berg ist«. (Gruber 1987, 56)

TopographieBergPersonAutorIn/JournalistInZitate

Drago Jancar schrieb ein auf Becketts »Warten auf Godot« basierendes Theaterstück, »Zalezujoč Godota « (1989). Das Stück hatte unter dem Titel »Vis-à-vis Godovsky« im Jänner 1990 in Wien (Theater im Konzerthaus) seine österreichische Erstaufführung. (Wiener Gesellschaft für Theaterforschung 1990, 89)

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Das 1904 nach Plänen des Wiener Secessionisten Josef Hoffmann errichtete Kurhaus in der Wienerwaldgemeinde Purkersdorf gilt als »Hauptwerk der kubisch-geometrischen Phase des Wiener Jugendstils. […] Das Klientel des Sanatoriums setzte sich durchwegs aus den elegantesten Wiener Gesellschaftsschichten zusammen [...]. Josef Hoffmann entwarf unter Mitarbeit der Wiener Werkstätte auch die Einrichtung des Sanatoriums, deren Einzelstücke zu den bedeutendsten Möbeldesigns der Periode zählen.« (Architekturzentrum Wien 2003) Nach dem »Anschluss« 1938 fand eine »Übernahme unter Zwang« (Enderle-Burgel 2018, 97) von der Erbengemeinschaft statt. Nach 1945 diente das Gebäude bis 1975 als Pflegeheim. In der Folge ließ man es verfallen, bis 1995 eine Renovierung stattfand. Zwischen 1996 und 2001 fand hier die Uraufführung von Joshua Sobols Theaterstück »Alma« unter der Regie von Paulus Manker statt.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInSchauspielerIn/RegisseurInZitate

Anspielung auf das steirische Märchen »Der bucklige Bauer«

Zitate

Alma Mahler-Werfel (1879–1964), Tochter des Malers Emil Schindler, kompositorische Ausbildung, 1902 Heirat mit Gustav Mahler, 1938–1940 Flucht aus Österreich in die USA mit Franz Werfel. Das Bild des »Phänomens« Alma Mahler-Werfel (Seele 2001 , 7) wird von ihren Ehen und Liaisons mit großen Künstlern geprägt (Zemlinsky, Pfitzner, Kokoschka, Gropius, Mahler, Werfel), woran ihre Selbststilisierung als genial veranlagte Muse, die ihr eigenes künstlerisches Schaffen zugunsten der Familie und der jeweiligen Genies zurückstellte (vgl. Mahler-Werfel 1960; Marchl 2009), gewichtigen Anteil hatte. Der israelische Dramatiker Joshua (Jehoschua) Sobol (* 1939) goss die Lebensbeschreibung Mahler-Werfels in ein Stationendrama: »Alma – A Show Biz ans Ende« (1999, ungedruckt). Das Stück trug die Alma-Legende international weiter. Nach der ersten Station, dem Sanatorium Purkersdorf, durchwanderte die Inszenierung eine weltweite Tournee: Berlin, Semmering, Wien, Lissabon, Los Angeles, Prag. 2015 feierte die Inszenierung in Wiener Neustadt ihr 20-jähriges Jubiläum.

TopographieOrtschaftPersonPersonMusikerInAutorIn/JournalistInPersonPersonPersonZitate

Kofler montiert im Folgenden immer wieder Teile des Märchens »Der bucklige Bauer« in den Textverlauf: »Es war einmal ein armer Bauer, der besaß außer vielen Sorgen auch noch einen großen Buckel. […] Jetzt trat der habgierige Nachbar hinter den Bäumen hervor, auf sie zu und sagte: […] ,Nehmt den Samstag auch dazu, am Sonntag geht die Welt zur Ruh!‘« (Stebich 1954, 221–224)

Zitate

Zitat aus Lies Katós Besprechung derErstaufführung von Jancars »Vis-à-vis Godovsky«: »,I bin vom Scheitel bis zum Schwanzl / Da guade, oide Kafka-Franzl‘ trällerten da nicht von ungefähr die Geheimpolizisten mit den literarisch vorbelasteten Namen in der Übersetzung des zweisprachigen Kärntner Jungschriftstellers Fabjan Hafner.« (Kató 1990)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Theaterstück (1983 postum uraufgeführt) von Heinar Kipphardt (1922–1982), das Adolf Eichmann, den Chefkoordinator der Judendeportationen im »Dritten Reich«, als Mensch in den Mittelpunkt stellt

PersonAutorIn/JournalistInNationalsozialistInZitate

»Nachtigall, ich höre dich laufen«: berlinerischer Spruch unbekannten Ursprungs, der zum Ausdruck bringt, dass man jemandes verborgene Absichten durchschaut hat. Möglicherweise liegt der Redensart das Gedicht »Frau Nachtigall« aus »Des Knaben«»Wunderhorn« zugrunde (vgl. Bibliographisches Institut 2013, 522).

Zitate

Der Wachtelkönig gehört, zoologisch gesehen, zur Ordnung der Kranichvögel und ist nicht mit den Wachteln (Ordnung: Hühnervögel) verwandt. Da er etwas größer ist als die Wachtel, bezeichnete man ihn als König der Wachteln. Kofler bezieht sich wahrscheinlich auf das Gedicht »Dir untertänig durchs Mondgehör« von Christine Lavant, 1962 in einer Literaturzeitschrift erschienen. Die zweite Strophe lautet: »Du, wenn die dritte Saatfolge keimt [/] und das Enkelglied nachwächst im Hungerhalm, [/] bei Sonnenaufgang erwartet dich dann [/] der Wachtelkönig und ruft und verruft [/] jeden Tritt deiner herrischen Hufe [/] und verquert dir die Lichter« (Lavant 2014, 603).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Gier unter Ulmen«, Theaterstück des US-amerikanischen Dramatikers Eugene O’Neill (1888–1953), 1924 entstanden (Originaltitel: »Desire under the Elms«); Liebesdrama um eine Kindsmörderin im ländlichen New England um 1850, mit Versatzstücken griechischer Tragödien. 1958 wurde das Stück mit Sophia Loren und Anthony Perkins verfilmt (dt. »Begierde unter Ulmen«).

PersonAutorIn/JournalistInSchauspielerIn/RegisseurInMedienFilm/Fernsehen/RadioZitate

Beginn von Friedrich Hölderlins »Abendphantasie« (1799): »Vor seiner Hütte ruhig im Schatten sizt [/] Der Pflüger, dem Genügsamen raucht sein Heerd. [/] Gastfreundlich tönt dem Wanderer im [/] Friedlichen Dorfe die Abendgloke« (Hölderlin 1992, 230).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Erlebnisse in der Mundhöhle: Variation der Kapitelüberschrift »Erlebnisse in der Höhle« aus einer »Rolf Torring« -Episode sowie Anspielung auf Peter Turrinis Roman (1972), s. Eintrag ›Erlebnisse in der Mundhöhle‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

In dem in der Nachlassbibliothek vorhandenen Buch zur »Geschichte des Kärntner Bergbaues«, das Kofler nachweislich zur Abfassung von »Der Hirt auf dem Felsen «konsultiert hat, wird ein Aufsatz dieses Titels aus dem Jahr 1940 erwähnt. (Wießner 1950, 23)

Zitate

Anspielung auf Paul Celans »Todesfuge«: »Er ruft spielt süßer den Tod der Tod ist ein Meister aus Deutschland [...]« (Celan 2003, 40f.) Zugleich in dieser Schreibweise Bezug zu Fritz Todt (1891–1942), bis zu seinem Tod führender NS-Funktionär für die Bau- und Kriegswirtschaft.

PersonAutorIn/JournalistInNationalsozialistInZitate

Anspielung auf den ersten Satz von Adalbert Stifters 1857 erschienenem Roman »Der Nachsommer«: »Mein Vater war ein Kaufmann« (Stifter 1977, 7; s. Eintrag ›mein Vater‹).

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Vor allem in der historischen Schule der Nationalökonomie und in der marxistischen Theorie gebräuchliche Bezeichnung für das angenommene Endstadium des Kapitalismus. Die Autoren der Frankfurter Schule (Max Horkheimer, Theodor W. Adorno) verwendeten diesen Begriff für den nachliberalen, monopolistischen Kapitalismus. Jürgen Habermas’ »Legitimationsprobleme im Spätkapitalismus« (1973) trug dazu bei, dass der Begriff ein »berüchtigtes Reizwort aus den Theoriekämpfen der siebziger Jahre [wurde]. Gemeint war damit, dass Demokratie und Kapitalismus keine natürlichen Verbündeten sind.« (Asshauer 2012)

PersonPhilosophInZitate

Schuberts Leben und Wirken war vielfach Stoff für Theaterstücke, Filmdrehbücher und Operetten. Den Anfang der Operetten, die allesamt die Musik Schuberts integrierten, machte »Franz Schubert« (1864), ein »Liederspiel« von Franz von Suppé (1819–1895) nach einem Libretto von Hans Max. Gustav Burchardt (1844–1919) brachte 1896 das »musikalische Festspiel« »Franz Schubert« heraus. 1916 folgte das Singspiel »Das Dreimäderlhaus« von Heinrich Berté (1857–1924), dessen Libretto der süßliche, pseudobiedermeierliche Roman »Schwammerl« (1912) des steirischen Schriftstellers Rudolf Hans Bartsch (1873–1952) zugrunde liegt. Den erfolgreichen »Dreimäderlhaus«-Stoff bearbeiteten in der Folge Carl Lafite (1872–1944) in dem Singspiel »Hannerl« (1918) und M.[?] Dannenberg in »Hannerl und Schubert« (1919). 1927 folgte noch die Operette »Franz Schuberts erste Liebe« von Ernst Bethge (1878–1944), ein Jahr später Julius Bittners (1874–1939) »Der unsterbliche Franz« (vgl. Jary-Janecka 2000).

PersonMusikerInAutorIn/JournalistInMedienMusikZitate

Zitat aus dem Gedicht »Es ist was es ist« (1983) von Erich Fried: »Es ist Unsinn [/] sagt die Vernunft [/] Es ist was es ist [/] sagt die Liebe […]« (Fried 1993, 35)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Die Judenbuche – Ein Sittengemälde aus dem gebirgichten Westfalen«: Novelle von Annette von Droste-Hülshoff (1797–1848)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Wohltäter der Menschheit«: »Schauspiel in drei Aufzügen« (1895) des Berliner Journalisten und Dramatikers Felix Philippi (1851–1921), der mit Unterhaltungsdramen einigen Erfolg hatte. »Sein Sonderfach ist die dramatische Zurichtung Aufsehen erregender Tagesbegebenheiten« (Engel 1912, 436).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Bezug zu Immanuel Kants »Vernunft der reinen Kritik«: Kant spricht vom »Ding an sich«, der absoluten Realität, die dem Menschen aber nicht zugänglich sei – »[w]ir erkennen das Wirkliche nur in den Formen der Anschauung (Raum und Zeit) und des Denkens (Kategorien)«. (Eisler 1930) Wir können über die Dinge nur etwas in Form ihrer »Erscheinungen« sagen: »was die Dinge an sich sein mögen, weiß ich nicht und brauche es auch nicht zu wissen, weil mir doch niemals ein Ding anders als in der Erscheinung vorkommen kann.« (Kant 1911, 178) Das Kofler’sche »Ding ohne Erscheinung« gibt es also in der für uns möglichen Erfahrungswelt nicht, es ist gleichzusetzen mit Kants »Ding an sich«.

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Anspielung auf »Die Physiker«, 1962 in Zürich uraufgeführtes Theaterstück von Friedrich Dürrenmatt (1921–1990)

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Lied in Walzerform aus Ziehrers»Landstreicher«; in Ödön von Horváths Stück »Geschichten aus dem Wienerwald « (1931) singt eine Figur (Oskar) das Lied während einer Verlobungsfeier, Horváth setzt das Lied als Kitsch- und Surrogat-Marker ein: »Sei gepriesen du lauschige Nacht, [/] Hast zwei Herzen so glücklich gemacht. [/] Und die Rosen im folgenden Jahr [/] Sahn ein Paar am Altar« (Horváth 1986, 127).

PersonMusikerInAutorIn/JournalistInMedienMusikZitate

Anspielung auf Goethes »West-östlicher Divan« (entstanden ab 1814, Erstdruck um 1819)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Kärntnerischer Diminutiv von »Tögl«, dem hochdeutschen Tiegel entsprechend, Matthias Lexers »Kärntisches Wörterbuch« (1862) liefert zwei Begriffserklärungen: »ein irdenes Gefäss, schmalztögl, dann auch ein unbehülflicher, ungeschickter Mensch« (Lexer 1862, 61f.).

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Bezug zu Arthur Millers Theaterstück »Tod eines Handlungsreisenden« (1949)

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»Die kluge Else«: Märchen aus der Sammlung der Brüder Grimm. Elses Vernachlässigung der Bewirtung wurde sprichwörtlich: Else soll einen Freier, der um ihre Hand anhält, bewirten und aus dem Keller Bier holen. Sie kommt nicht wieder, weil sie im Bierkeller eine Axt über dem Bierfass im Holz stecken sieht und über dem Gedanken, die Axt könnte auf ihr zukünftiges Kind fallen, zu jammern anfängt (vgl. Grimm 1819a, 173–177).

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Es dürfte das Feuermotiv gewesen sein, das Kofler an der in der Folge mehrmals zitierten Passage aus Thomas Bernhards Roman »Frost« interessiert hat. Hier ein abgewandeltes Zitat: »Der Brandstifter stammt aus Kärnten, ,wo alle Verderbten herkommen‘, wie die Wirtin sagt«. (Bernhard 2003b, 198)

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Abgewandeltes Zitat aus Bernhards »Frost«: »er sei erst im Spätherbst auf den Hof gekommen« (Bernhard 2003b, 198)

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Ausschnitt aus Hölderlins »Abendphantasie«, 5. Strophe: »In Licht und Luft zerrinnen mir Lieb’ und Laid! – [/] Doch, wie verscheucht von thöriger Bitte, flieht [/] Der Zauber; dunkel wirds und einsam [/] Unter dem Himmel, wie immer, bin ich –« (Hölderlin 1992, 231).

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Variation der Hölderlin’schen »Abendphantasie«: »Gastfreundlich tönt dem Wanderer im [/] Friedlichen Dorfe die Abendgloke« (Hölderlin 1992, 230).

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Der Begriff »Pfefferschuh« kommt in den Lavant-Gedichten nicht vor, aber »Pfefferholzschuh« (aus dem Gedicht »Kämme mich schnell mit den Hahnenkamm«, Lavant 2014, 499); »Schlüsselblick«: aus dem Gedicht »Im Rückgrat aufwärts glimmt ein Licht« (Lavant 2014, 450); »Findlingsschlaf«: aus dem Gedicht »Durst und Hunger sind zurückgegangen« (Lavant 2014, 438), »Würgholz«: aus dem Gedicht »Fremdblütig im Herzen der Nacht« (Lavant 2014, 453)

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Anspielung auf den zweiten Teil von Thomas Bernhards Autobiografie »Der Keller. Eine Entziehung« (1976)

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Wörtliches Zitat aus Bernhards Roman »Frost«. Im Original fehlt allerdings der Nachsatz »so der Maler«. (Bernhard 2003b, 198)

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Georg Trakl schrieb in den Wochen vor seinem Tod am 3. 11. 1914 Gedichte, in die Eindrücke von der galizischen Front, an der sich Trakl Anfang September 1914 als Sanitäter befand, einflossen, darunter sein wahrscheinlich letztes Gedicht »Grodek«, das sich auf die Schlacht von Gródek (heute: Horodok, westlich von Lemberg/Lwiw) bezieht.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Textfragment in Franz Kafkas »Amerika« (bzw. »Der Verschollene«, entstanden zwischen 1911 und 1914, postum publiziert 1927)

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Protagonist in Bernhards Roman »Frost«

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Die Namen der Zechen und Stollen sind wortwörtlich der »Geschichte des Kärntner Bergbaues« (Wießner 1950) entnommen. Die bayrischen Raubzüge sind eine Erfindung Koflers, die Fugger waren im 16. Jahrhundert selber im Bergbau im oberen Lavanttal und in Oberkärnten aktiv.

PersonUnternehmerInZitate

Horst Kurnitzky (* 1938), deutscher Philosoph, Religionswissenschaftler und Architekt, lebt in Mexiko und Berlin. Er publizierte in den 1970er Jahren wie Kofler beim Berliner Verlag Wagenbach (u.a. »Triebstruktur des Geldes: Ein Beitrag zur Theorie der Weiblichkeit«, 1974), war auch als Filmregisseur tätig (u.a. gem. mit Marion Schmid: »Niemanns Zeit. Ein deutscher Heimatfilm«, 1984/85). Gemeinsam mit Schmid war er 1986 Gast des von Werner Kofler organisierten Autorenprojekts »Ohne Motto, ohne Konzept« in der Alten Schmiede, Wien. Er beteiligte sich ab der zweiten Hälfte der 1960er Jahre (u.a. mit Rudi Dutschke) an sozialrevolutionären Initiativen. (vgl. Holmig o.J.) 1968 gab er Guevaras Schriften zur Guerilla-Methode heraus. (vgl. Guevara 1968)

TopographieOrtschaftPersonPhilosophInPolitikerInMedienFilm/Fernsehen/RadioZitate

Kofler bezieht sich hier auf Berichte über die Dreharbeiten der Tobis-Filmproduktionsgesellschaft am Iselsberg. Gedreht wurde allerdings nicht »Und ewig singen die Wälder« (s. Eintrag ›Das Erbe von Björndal‹), sondern der Film »Jugendliebe« nach Gottfried Kellers Novelle »Romeo und Julia auf dem Dorfe«: »Zimmerleute trafen ein. […] sie gaben sogar dem ,Iselsberger Hof‘ ein völlig neues Gesicht.« (Osttiroler Heimat 1944)

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftFilm/Fernsehen/RadioZitate

Richard Strauss (1864–1949), deutscher Dirigent und Komponist, neben Hans Pfitzner der letzte Vertreter der musikalischen Spätromantik . Strauss’ Werk war »für das Ansehen des NS-Regimes von immenser kulturpolitischer Bedeutung, da schon bald nach der Machtübernahme die meisten bedeutenden Künstlerpersönlichkeiten Deutschland verlassen hatten« (Karner 2002 , 82). Er wurde als »unpolitischer Botschafter« instrumentalisiert. Strauss wurde 1933 von Goebbels zum Präsident der Reichsmusikkammer ernannt, 1935 des Amtes enthoben, weil er am Libretto »Die schweigsame Frau« des »Nicht-Ariers« Stefan Zweig festhielt und ein kritischer Brief an Zweig ab gefangen wurde. Seine Werke erfreuten sich im NS-Staat ungebrochen großer Beliebtheit, er konnte ungestört in Garmisch-Partenkirchen komponieren, aber seine Bedeutung schwand, er galt in Berlin zusehends »als Fossil aus einer anderen Epoche« (Prieberg 1982, 210).

PersonMusikerInNationalsozialistInAutorIn/JournalistInZitate

Protagonist der Sage »Wie man im Traume reich wird« (Graber 1944, 115f.)

Zitate

Im Folgenden paraphrasiert und erweitert Kofler die Sage »Wie man im Traume reich wird«. (Graber 1944, 115f.)

Zitate

Anspielung auf das Grimm-Märchen »Der Teufel Grünrock«, in dem der jüngste von drei Brüdern verstoßen wird und sich in der Folge dem Teufel, der hier in einem grünen Rock und mit Pferdefuß auftritt, verschreibt (vgl. Grimm 1985a). (s. Eintrag ›Eines Tages‹)

MedienZitate

Carl Orff (1895–1982), deutscher Komponist und Musikpädagoge. Über seine Rolle im »Dritten Reich« gibt es unterschiedliche Auffassungen, Orff selbst habe nach 1945 darauf beharrt, »dass sein Werk, besonders die szenische Kantate »Carmina Burana« ,von den Nazis geächtet worden und er ihnen als Komponist und Bürger suspekt gewesen sei« (Kater 2004, 151), meist wird er als »Mitläufer« eingestuft. Die 1937 in Frankfurt/M. uraufgeführte »Carmina Burana« wurde trotz kritischer Stimmen in der NS-Zeit zu einem großen Erfolg. 1938 übernahm Orff den Auftrag, seine früheren Kompositionen zu Shakespeares »Sommernachtstraum« zu überarbeiten, als Ersatz für das Stück des »Juden Mendelssohn-Bartholdy« (Wagner-Régenys »Sommernachtstraum«-Musik betrachtete man als der Dichtung nicht ebenbürtig). Es gibt keinerlei Beweise dafür, dass Orff dieNS-Ideologie guthieß (vgl. Kater 2004, 176), aber für das Regime war er politisch offensichtlich ohne Makel.

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PersonMusikerInAutorIn/JournalistInMedienMusikZitate

»Bruder Eichmann« : Theaterstück (1983 postum uraufgeführt) von Heinar Kipphardt (1922–1982), das Adolf Eichmann, den Chefkoordinator der Judendeportationen im »Dritten Reich«, als Mensch in den Mittelpunkt stellt (s. Eintrag ›Heinar Kipphardt‹).

PersonAutorIn/JournalistInNationalsozialistInMedienZitate

Rudolf Wagner-Régeny (1903–1969), deutscher Komponist, beeinflusst u.a. von Kurt Weill und Hanns Eisler. Im Zentrum seines Schaffens stand die Oper; »Der Günstling oder Die letzten Tage des großen Herrn Fabiano« (1935) mit einem Libretto von Caspar Neher wurde zu einem großen Erfolg. Den Nationalsozialisten stand er anfangs »hilflos bis ablehnend« gegenüber (Karner 2002, 177), aber er nahm Aufträge an. 1934 lud die »NS-Kulturgemeinde« mehrere Komponisten ein, eine neue Instrumentalmusik zu Shakespeares »Sommernachtstraum« zu schaffen. Wagner-Régeny nahm, im Gegensatz etwa zu Hans Pfitzner und Werner Egk, die mit einem Honorar von 2000 Reichsmark verbundene Einladung an. (vgl. Prieberg 1982, 150f.) Seine Oper »Johanna Balk« führte bei der Uraufführung 1941 an der Wiener Staatsoper zu Tumulten zwischen Gegnern und Befürwortern dieser Musik. Wagner-Régeny arbeitete in der NS-Zeit als freischaffender Komponist und gab Kompositions- und Theorieunterricht, 1943–45 Militärdienst. Nach 1945 lebte er in der deutschen Sowjetzone bzw. DDR.

PersonMusikerInAutorIn/JournalistInMedienMusikZitate

Stunde: »einer der 24 Theile, in welche der Kreis des Grubenkompasses getheilt ist« (Veith 1871 , 480); streichen: »die Richtung der Längsausdehnung einer Lagerstätte in einer horizontalen Durchschnittslinie […] gegen die Mittagslinie des Beobachtungsortes«. (Veith 1871, 475) Kofler entnahm dieses Vokabular wohl Wießners »Geschichte des Kärntner Bergbaues«, wo u.a. von Erzgängen zu lesen ist, die »regelmäßig nach Stunde 3« streichen. (Wießner 1950, 26)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Diese Figur in Werner Egks Oper »Die Zaubergeige« wird – der sprechende Name deutet es an – als Wucherer dargestellt: »So ein Sack voll Geld ist doch das beste Skapulier [Überwurf eines Ordensgewandes]. Ich weiß, was das Geld gilt und halt’s für meinen Gott!« (Egk 1935, 87f.) Die »verschwiegene Quelle« des Stücks »ist das berüchtigte Grimm-Märchen vom Juden im Dorn , der in der Oper als Wucherer Guldensack auftritt und den des Kaspars Geige so lange zum Tanzen zwingt, bis der ,unchristliche Geldwolf‘ bewusstlos zusammenbricht.« (Braunmüller 2001)

PersonMusikerInAutorIn/JournalistInMedienMusikZitate

Nachdem Josef Weinheber (1892–1945) mit dem Gedicht »Dem Führer« bereits eine Eloge zu Hitlers 50. Geburtstag 1939 geschrieben hatte, entstand – offensichtlich bei einem Treffen mit dem Intendanten des Reichssenders, Veit Roßkopf – im Jänner 1939 die Idee einer »Fleißaufgabe« (Berger 1999, 300). Das »Hörspiel« »Die Hohen Zeichen«, für das Werner Egk Fanfaren- und Orgelmusik komponierte, bezieht sich auf die Übersiedlung der Reichsinsignien von Wien nach Nürnberg. Im ersten Teil rufen Schwert, Krone, Zepter und Reichsapfel chorisch nach dem »Einen«, der zweite thematisiert die »Wanderschaft« der Insignien, der dritte sei, so Weinheber, »als Apotheose der endlich vollzogenen Einheit des Reiches und des Mannes zu verstehen, der sie schuf« (zit. n. Berger 1999, 299). Das Stück wurde am 19. April 1939, am Vorabend des »Führer-Geburtstags«, im Rundfunk gesendet, Egk dirigierte die Ursendung in Leipzig selber. (vgl. Herbort 1970)

PersonAutorIn/JournalistInNationalsozialistInMusikerInMedienMusikZitateEreignis

Gedichtband von Baldur von Schirach (s. Eintrag ›Baldur von Schirach‹), 1929 im »Deutschen Volksverlag zu München« erschienen. Dem Band, den er »Adolf Hitler, dem Führer«, zueignete, stellte er ein Motto voran: »Die neue Front! Das ist kein Schlagwort, sondern das Symbol einer Jugend, die sich ihres gewaltigen Erbes bewußt ist. Diese Front der Wollenden, Sehnsüchtigen und Brennenden kennt nur Freunde oder Feinde, weil ihre Ziele die des Volkes sind. Man mag sie darum bekämpfen oder bejahen: immer bleibt sie das Deutschland, das da kommt!« (Schirach 1929, 4)

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PersonAutorIn/JournalistInNationalsozialistInMedienZitate

Richard Trunk (1879–1968), deutscher Komponist; im Mai 1933 wurden zwei Sätze seiner kleinen Serenade zur Bücherverbrennung in München gespielt (vgl. Klee 2009, 559), der 1931 der NSDAP beigetretene Komponist war bis 1945 Ehrenvorsitzender des Arbeitskreises nationalsozialistischer Komponisten. Trunk vertonte den Gedichtband »Feier der neuen Front «von Baldur von Schirach (s. Eintrag ›Baldur von Schirach‹dresde) als »Zyklus für Männerchor«, op. 65 (Teile: "1. Hitler"; "2. Des Führers Wächter"; "3. O, Land"; "4. Horst Wessel"). 1934 wurde das Stück vom Berliner Lehrergesangsverein Hitler in der Reichskanzlei vorgetragen (vgl. Prieberg 1982, 193).

PersonMusikerInAutorIn/JournalistInMedienZitate

Zitat aus Friedrich Hölderlins »Hyperion«: »Und wenn ich oft des Morgens, wie die Kranken zum Heilquell, auf den Gipfel des Gebirgs stieg, durch die schlafenden Blumen, aber vom süßen Schlummer gesättiget, neben mir die lieben Vögel aus dem Busche flogen, im Zwielicht taumelnd und begierig nach dem Tag, und die regere Luft nun schon die Gebete der Thäler, die Stimmen der Heerde und die Töne der Morgengloken herauftrug, und jezt das hohe Licht, das göttlichheitre den gewohnten Pfad daherkam […], so stand ich Einsamer dann auch über den Ebnen und weinte Liebesthränen zu den Ufern hinab und den glänzenden Gewässern und konnte lange das Auge nicht wenden.« (Hölderlin 1992, 758)

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Bezug zum Titel des »Spiegel« -Beitrags von Harald Wieser über Ovid und Christoph Ransmayrs »Die letzte Welt«: »Eine Flaschenpost aus der Antike«. Wieser meint mit »Flaschenpost« einerseits Ovids »Metamorphosen« (eine »antike […] Flaschenpost an die Nachgeborenen«), andererseits Ransmayr, der in Zukunft vielleicht »in bleibenden Bildern die Gegenwart« behellige, »mit einer literarischen Flaschenpost über die Moderne« (Wieser 1988).

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Zitat aus Harald Wiesers Rezension (1988) von »Die letzte Welt«, dort wird eine Passage aus dem Roman verkürzt wiedergegeben. Das Originalzitat lautet: »Zwischen verkrusteten Töpfen, Teegläsern und Brotresten rannten Ameisenzüge. Auf den Borden, auf den Stühlen, auf einem Bett lag feiner, weißer Sand [...].« (Ransmayr 1988, 16).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Anspielung auf Hanns Renger (1916–1991), der nach seiner Ausbildung in Dresden bis 1969 das elterliche Schuhgeschäft in Wolfsberg führte. Mit dem Band »Eine Nuß voll Pfauenblau« trat er 1963 erstmals als Lyriker an die Öffentlichkeit (vgl. Kuehs 2017).

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Zitat aus »Die letzte Welt«: »[Dann] trat Naso in dieser Nacht vor einen Strauß schimmernder Mikrophone […] und sagte nur: Bürger von Rom.« (Ransmayr 1988, 60). Kofler zitiert die leicht abweichende Version der »Spiegel«-Rezension. (Wieser 1988) »Münchener«: Anspielung auf den CSU-Politiker Franz Josef Strauß (1914–1988), 1978–1988 bayerischer Ministerpräsident.

PersonPolitikerInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

»Die Schrecken des Eises und der Finsternis « (1984), Roman von Christoph Ransmayr

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Anspielung auf den Roman »Die Liebe in den Zeiten der Cholera« (»El amor en los tiempos del «cólera, 1985) von Gabriel Garcia Márquez

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Aus Anlass der drei Produktionen, in denen er während der Wiener Festwochen 1997 zu sehen war (u.a. in seiner »Alma« -Inszenierung), brachte die Zeitschrift »News« einen ausführlicher Beitrag über Paulus Manker, der mit Interviewpassagen durchzogen ist. »Ich will manchen Menschen Böses. […] Und ich bin geduldig und kann warten. Das kann einen ehemaligen Musiklehrer betreffen oder einen, der mich in der Schule nicht abschreiben hat lassen, einen Kollegen oder einen Journalisten. Siebzehn Jahre später habe ich ihn plötzliche auf dem Tablett« (Sichrovsky/Stroh 1997, 144).

PersonSchauspielerIn/RegisseurInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Möglicherweise Anspielung auf Heimito von Doderers Romantitel »Ein Mord, den jeder begeht« (1938)

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Oskar Kokoschka (1886–1980), österr. Maler, 1912–1914 Beziehung mit Alma Mahler-Werfel; Paulus Manker spielte in seiner Inszenierung von Joshua Sobols Stück »Alma – A Show Biz ans Ende « die Figur des Oskar Kokoschka.

PersonPersonSchauspielerIn/RegisseurInAutorIn/JournalistInPersonZitate

Anspielung auf das Grimm-Märchen »Der Teufel Grünrock « (Grimm 1985a, 443–445)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Unter Mördern und Irren«: Erzählung von Ingeborg Bachmann, die 1961 in der Erzählsammlung »Das dreißigste Jahr« erschien

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Kofler zitiert Ernst Blochs »Philosophische Grundfragen«: »Das, was ist, kann nicht wahr sein.« (Bloch 1961, 65)

PersonPhilosophInZitate

Schuberts Lied »Ellens dritter Gesang« (1825, nach Walter Scotts Gedicht »Lady of the Lake«) wird oft als »Ave Maria« bezeichnet.

PersonMusikerInAutorIn/JournalistInMedienMusikZitate

Kofler paraphrasiert hier die Sage »Der Unbekannte als Hochzeitsgast«. (Graber 1944, 151f.)

Zitate

Abgewandeltes Zitat aus »Der Unbekannte als Hochzeitsgast«: »Sie waren erst wenige Schritte gegangen, so hatte die Landschaft mit einem Male ein verändertes Aussehen. Lag erst noch tiefer Schnee auf Wad und Feld, so prangten sie jetzt im schönsten Frühlingsgrün.« (Graber 1944, 151).

Zitate

Wörtliches Zitat aus »Der Unbekannte als Hochzeitsgast« (Graber 1944, 152)

Zitate

Anspielung auf Werke der deutschen Schriftstellerin Annemarie von Auerswald (1875–1945), die großteils in der Germanenzeit angesiedelt sind, etwa: »Das Radkreuz. Eine Erzählung aus der Germanenzeit«, (1939), »Die ewige Ordnung. Germanenleben in der Broncezeit« (1943). Ein Auszug aus der Erzählung »Die Tochter vom Gerwartshof « wurde (in einer von der späteren Buchversion minimal abweichenden Form) in der Zeitschrift »NS-Frauenwarte« vorabgedruckt (Auerswald 1939), auf die Kofler in diesem Abschnitt mehrfach Bezug nimmt.

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Schlusssatz der Sage »Der Unbekannte als Hochzeitsgast« (Graber 1944, 152)

Zitate

In Annemarie von Auerswalds Erzählung »Die Tochter vom Gerwartshof« (1939) soll die Protagonistin Edelberga den Fürsten eines fremden Volkes heiraten, um mit diesem Bündnis in künftigen Kämpfen den Besitz ihrer Familie zu retten; sie weigert sich allerdings, kann die Heirat abwenden und durch die Vermählung mit dem Bruder einer Freundin ihrer Heimat treu bleiben. (Auerswald 1942)

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In dem Roman »Die Fistelstimme « (1980) von Gert Hofmann wird dem Ich-Erzähler vorgeworfen, Plagiate verfasst zu haben. Dieser erkennt in dem ihm unbekannten Buch, von dem er abgeschrieben haben soll, seine Gedanken und Formulierungen wieder. (vgl. Hofmann 1980, 35)

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Roman (1980) von Gert Hofmann (1931–1993), deutscher Schriftsteller, Gewinner des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs 1979. Der Protagonist des Romans entwirft eine Theorie der doppelten Identitäten, wonach alles doppelt sei, Gedanken, Naturphänomene, aber auch Personen.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Abgewandeltes Zitat aus Auerswalds »Die Tochter vom Gerwartshof«: »Der herbe Duft der Arznei- und Würzkräuter erinnerte sie an blühenden Sonnenhang oder Waldesdunkel, aus dem sie gesammelt worden waren, Augentrost, Wohlverleih, Nachtschatten, Gänsefuß, Ampfer und wie sie alle hießen.« (Auerswald 1942, 5)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Abgewandeltes, im zweiten Teil wörtliches Zitat aus André Hellers »Schattentaucher« (1987): »Immer und immer wieder hatte er sich gefragt: Was ist es, wofür ich träume, erwache, fiebere, genese, lerne, verweigere, verführe, stürze, irre und Halt suche?« (Heller 2003, 23)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Bezug zu Thomas Bernhards Roman »Der Untergeher « (1983): »An diesem Wort Weltverblüffung hatte ich meine Freude […]. Ich selbst hatte nie das Bedürfnis nach Weltverblüffung gehabt, auch Wertheimer nicht, dachte ich.« (Bernhard 2006, 53)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Kofler zitiert hier »Das Lied von Rig« (auch: »Das Merkgedicht von Rig«, altnord. »Rígsþula«), Teil der so genannten »Älteren Edda« oder »Liederedda« (häufig auf 1270 datiert), einer Sammlung von Liedern unbekannter Autoren, die Stoffe der nordischen Mythologie, aber auch germanische Heldensagen behandeln. »Das Lied von Rig« schildert den Ursprung der Stände (Knechte, freie Bauern und Adlige), hier im Ausschnitt die Bauern. Gott Rigbesucht nacheinander drei Familien, die in unterschiedlichen Verhältnissen leben. Er zeugt jeweils einen Sohn mit der Frau des Hauses. Die genannten Kinder sind die Nachfahren des mit der zweiten Frau gezeugten Sohnes. »Sie hausten behaglich [/] und hatten Kinder; [/] die hießen: Hölder , [/] Hausmann und Schmied , [/] Bauer , Pflüger , [/] Bonde , Steilbart , [/] Breit , Garbenbart , [/] Bursch , Degen , Mann .« (Edda 1992, 99)

PersonZitate

Joshua Sobol nannte sein Stücke »Alma« (1997) ein »Polydrama«: »Polydrama deshalb, weil es aus mehreren miteinander verwobenen Handlungssträngen besteht, die parallel an verschiedenen Orten stattfinden und gespielt werden« (www.alma-mahler.at/deutsch/information/polydrama.html, 28. 8. 2018).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»In der Strafkolonie«, Erzählung Kafkas (1914 entstanden, 1919 veröffentlicht): Ein Forschungsreisender wohnt während seines Besuches in der Strafkolonie einer Exekution bei, welche den Delinquenten das Urteil nicht verkündet, sondern von einer eigens dafür konstruierten Maschine immer tiefer in die Haut geschrieben wird. Die Schuld des Verurteilten besteht darin, seine Pflicht des nächtlichen stündlichen Salutierens vor der Tür des Hauptmanns vernachlässigt zu haben. Der Hauptmann hat den Diener schlafend vorgefunden: »Er holte die Reitpeitsche und schlug ihm über das Gesicht. Statt nun aufzustehen und um Verzeihung zu bitten, faßte der Mann seinen Herrn bei den Beinen, schüttelte ihn und rief: ,Wirf die Peitsche weg, oder ich fresse dich.‘« (Kafka 1994, 213)

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Zitat aus der erste Strophe der Ballade »Die Bürgschaft« von Friedrich Schiller: »Zu Dionys dem Tirannen, schlich [/] Möros, den Dolch im Gewande, [/] Ihn schlugen die Häscher in Bande. [/] Was wolltest du mit dem Dolche, sprich! [/] Entgegnet ihm finster der Wütherich. [/] ,Die Stadt vom Tyrannen befreien!‘ [/] Das sollst du am Kreutze bereuen.« (Schiller 1992, 421)

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»Gibs auf«: kurze Parabel von Franz Kafka (entstanden 1922, 1936 publiziert). Der Titel stammt von Max Brod, Kafka überschrieb den Text mit »Ein Kommentar«.

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Zitat des Schlussverses von Christian Morgensterns Gedicht »Die unmögliche Tatsache«: »Und er kommt zu dem Ergebnis: [/] Nur ein Traum war das Erlebnis. [/] Weil, so schließt er messerscharf,[/] ›nicht sein kann, was nicht sein darf‹« (Morgenstern 1942, 67).

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Das Zitat stammt aus Gotthelfs Text »Eines Schweizers Wort an den Schweizerischen Schuetzenverein« (1842): »Dann lasse dich nicht verleiten durch oedes, irres Geschwätz! Im Haus muß beginnen, was leuchten soll im Vaterlande […]>« (Gotthelf 1925, 301). Kofler zitiert es erneut aus »Soldat und Liebe«: »›Im Hause muß beginnen, was leuchten soll im Vaterland‹, sagt Jeremias Gotthelf« (Bovet 1962, 31).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Lose Formation von fünf Schriftstellern und Musikern (Friedrich Achleitner, H.C. Artmann, Konrad Bayer, Gerhard Rühm, Oswald Wiener), die ab ca. 1952 auch gemeinschaftliche Arbeiten schufen und zusammen auftraten. Mit dem »Austritt« Artmanns 1958 begann das Ende der Gruppe. Den Begriff verwendete Konrad Bayer erstmals in einem Artikel 1964 (vgl. Bayer 1964), Gerhard Rühm etablierte ihn mit der von ihm herausgegebenen Anthologie »Die Wiener Gruppe « (1967).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Anspielung auf das 1956 in der von Hans Weigel (1908–1991) betreuten Reihe »Neue aus Österreich« erschienene Buch »Larifari: Ein konfuses Buch« von Friederike Mayröcker. Weigels Reihe stieß nur auf wenig Resonanz und war bald aus den Buchhandlungen verschwunden.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Der Hund des Generals« (1957), Erzählung des deutschen Schriftstellers Heinar Kipphardt (1922–1982)

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»Die schwarze Katze« oder »Der schwarze Kater« (engl. »The Black Cat«, 1843) ist eine Kurzgeschichte von Edgar Allan Poe (1809–1849); seit 1919 mehrfach verfilmt.

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Möglicherweise bezieht sich Kofler auf die Buchpublikation »Fleiß und Industrie« (1967) von H.C. Artmann. Der Begriff Industrie wird bei Artmann in der alten Wortbedeutung (von lat. industria) »(Gewerbe-)Fleiß«, Betriebsamkeit verwendet.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Krieg und Frieden«: 1868/69 veröffentlichter Roman des russischen Schriftstellers Leo Tolstoi (1828–1910)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Der Zimmerer«: Erzählung von Thomas Bernhard, erstveröffentlicht 1965 (»Neue Rundschau«), 1967 im Erzählband »Prosa« abgedruckt

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Kofler bezieht sich auf Thomas Bernhards berühmt gewordene Zuschreibung »Lebensmensch« , mit der der Ich-Erzähler in »Wittgensteins Neffe« seine »Lebensfreundin« bedenkt: »Aber in Wahrheit wäre ich auch ohne den Paul [...] nicht allein gewesen, denn ich hatte ja meinen Lebensmenschen, den nach dem Tod meines Großvaters entscheidenden für mich in Wien, meine Lebensfreundin, der ich nicht nur sehr viel, sondern offen gesagt, [...] mehr oder weniger alles verdanke« (Bernhard 2008, 223f.).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Thomas Northoff (* 1947), österr. Schriftsteller, beendet seinen Roman »… stets ein leichtes Hungergefühl« (1981), der den Alltag eines Gefängnisinsassen schildert, mit den Worten: »Geschrieben auf Koflers Schreibmaschine« (Northoff 1981, 178).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Kofler zitiert aus dem Gedicht »Germanenschabbes« des österr. Expressionisten Albert Ehrenstein (1886–1950): »Stahlhelmut! [/] Ich habe Pipi gemacht in den Wäldern!« (Ehrenstein 1961, 257). In diesem 1916 veröffentlichten Gedicht satirisiert der Dichter den Deutschnationalismus (»Nationalesel«) in seinen Auswüchsen und mit seinem Inventar: gemeinsame Ausflüge der »Wandervögel«, Insignien ( »Reichshakenkreuzbanner«) und eben die von Kofler zitierte Zeile, die das nationale Liedgut, das hier im »Schatten eines Wotanbartwisches« gesungen wird, lächerlich machen will.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Die Dreiteilung könnte auf den Titel eines der »Fäkaliendramen« Werner Schwabs – »Übergewicht, unwichtig: Unform«. (1991) – anspielen.

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»Das Verbrechen eines Innsbrucker Kaufmannssohnes«: Erzählung (1965) von Thomas Bernhard

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Masculin féminin« (1966, deutscher Untertitel: »Die Kinder von Marx und Coca Cola«): Film von Jean-Luc Godard nach Motiven der Novellen »La femme de Paul « (1881) und »Le signe« 81886) von Guy de Maupassant. Es gibt inhaltliche Parallelen zu Koflers Text: Nach seiner Entlassung vom Militärdienst trifft der Protagonist eine flüchtige Bekannte wieder, in die er sich verliebt. Es kommt zu verwickelten Liebeskonstellationen mit ihren Mitbewohnerinnen und am Schluss zum unvermittelten Tod des Hauptdarstellers. Der Film markiert Godards Wendung vom Spielfilm zum Essay-Film, der in einzelnen Episoden, Szenen, Einstellungen und über Zwischentitel einen »Bericht zur Lage der Jugend« inszeniert, die Verführung durch die Konsumwelt und falsche Träume (vgl. Krusche 1993, 352).

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Robert Schneider baut in seinen Roman »Die Luftgängerin« einen Kritiker namens Egmont Nigg ein, den »größten Fettwanst, den das Rheintal je hervorgebracht hat« (Schneider 1998, 46). Schneider verweist in einem Interview mit der deutschen Illustrierten »Stern« Ende 1997 darauf, dass die Figur eine reale Entsprechung in einem »unfaßbar fetten« Journalisten habe, der sich mehrmals abschätzig über ihn geäußert habe (Michaelsen 1997, 93). Auch in der Rezeption wurde »Nigg« entschlüsselt: »Eine wichtige Rolle spielt die hiesige Presselandschaft, […] weil der Kulturredakteur der NEUE [»Neuen Vorarlberger Tageszeitung«, Claudius Baumann] eine im doppelten Sinne gewichtige Rolle hat« (Mika 1998); »[tritt der] Kulturredakteur Claudius Baumann als der phäakische Kritiker Egmont Nigg« auf (Seiler 1997, 115).

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

»Der Prozess«: 1914/15 entstandener, unvollendeter und postum (1925) erschienener Roman von Franz Kafka

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Die »Kronen Zeitung« schrieb in einer Reportage zum Erscheinen von Robert Schneiders zweitem Roman »Die Luftgängerin« (1998): »In New York gewöhnte sich Robert, der auf manchen Bildern aussieht wie der Bruder von Schubert, eine schwarze Tarnkappe an« (Svoboda 1998, 23; im Nachlass vorhanden, 11/W16/S1).

PersonAutorIn/JournalistInMusikerInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Zitat aus der Polemik »Fahrende Sänger« (1907), in der sich Karl Kraus mit der Berichterstattung Wiener Blätter von der Amerika-Fahrt des Wiener Männergesangsvereins auseinandersetzt: »Doch wo Männer und Frauen auf einem Deck versammelt sind, darf ein intelligenter Berichterstatter nie versäumen, neben dem Appetit auch der zarteren Triebe zu gedenken, galante Spiele zu inszenieren und aufzuhorchen, wenn der Schneiderhan balzt.« (Kraus 1907, 5) Franz Schneiderhan (1863–1938), Hutfabrikant, 1899–1907 Vorstand des Männergesangsvereins, 1905–1908 Direktionsmitglied der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, 1926–1932 Generaldirektor der Österreichischen Bundestheater, 1935–1938 Präsident der Internationalen Stiftung Mozarteum (vgl. Santifaller u.a. 1994, 390).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Im Grimm’schen Märchen »Rumpelstilzchen« sucht die Königin nach dem Namen des Männleins, am zweiten Tag sammeln ihre Kuriere die ungewöhnlichsten im ganzen Land ein und kommen auf das Ergebnis: »Rippenbiest, Hammelswade, Schnürbein« (Grimm 1825, 198).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Anspielung auf Thomas Bernhards Roman »Frost« und dessen Hauptfigur, den Kunstmaler Strauch (s. Eintrag ›Maler Strauch‹)

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

»Traum und Trauer des jungen H. Elf Stationen«: Theaterstück von Robert Schneider, Uraufführung am 20. 11. 1993 im Niedersächsischen Staatstheater Hannover. Schneider orientiert sich in diesem Dialektstück »in auffallender Weise an den Stationen der mythischen Vita Hitlers und geizt dabei nicht mit Hinweise auf vermeintliche Parallelen zum Leben Jesu« (Atze 2003, 58).

PersonAutorIn/JournalistInNationalsozialistInZitate

»Ein Landarzt«: Erzählung von Franz Kafka (1917 entstanden, 1918 veröffentlicht) bzw. Buch mit der Erzählung gleichen Titels und dreizehn weiteren Prosatexten (1920); s. Eintrag ›Landarzt‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

»Vom Fundevogel«: Märchen aus der Grimm’schen Sammlung der »Kinder- und Hausmärchen«. In der Geschichte heißt so ein Kind, das von einem Greifvogel aus dem Schoß der im Wald schlafenden Mutter auf einen hohen Baumstumpf geschafft und von einem Förster entführt wird, damit sein eigenes Kind ein Geschwister habe (vgl. Grimm 1825, 172–175). s. Einträge ›Lenchen‹ und ›Nach meinen Informationen‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Leni ist der Name einer Protagonistin in Kafkas Roman »Der Prozess«.

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Bezug auf die Sage »Das Gefangene Bergmandl«, die im steirisch-kärntnerischen Raum in mehreren Versionen existiert (Graber 1944, 20) s. Eintrag ›die Geschichte vom Kreuz in der Nuß‹

MedienZitate

Lenchen heißt die Tochter des Försters aus dem Grimm’schen Märchen »Vom Fundevogel«, dem er das Fundevogel genannte Findelkind zugesellt. Die beiden verbinden sich untrennbar miteinander und wehren mit Zauberkräften einen Anschlag der Haushälterin auf das Leben Fundevogels ab und töten diese.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Ich hab’ dir nie einen Rosengarten versprochen « (orig. »I Never Promised You a Rose Garden«): Roman (1964) von Joanne Greenberg um eine an Schizophrenie erkrankte junge Frau. Der US-amerikanischen Regisseur Anthony Page verfilmte 1977 den Roman.

PersonAutorIn/JournalistInSchauspielerIn/RegisseurInZitate

Kofler spielt in dieser Passage auf Verhörsituationen in Kafkas »Prozess« an.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Kofler zitiert hier aus der letzten Strophe von Franz Grillparzers Gedicht »Alpenszene«, das die »seligen Trotteln« in den abgeschiedenen Alpengegenden zum Gegenstand hat: »So leben sie friedliche Tage, [/] Erzeugen maulaffende Kinder, [/] Der Vater erneut sich im Sohne [/] Und ruhig auf Trottel den Ersten, [/] Wie Butter, folgt Trottel der Zweite.« (Grillparzer 1969, 257)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Josef K.: Protagonist in Franz Kafkas Roman »Der Prozess«

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Franzobel (* 1967), österr. Schriftsteller, mit seiner Prosa »Die Krautflut« gewann er 1995 den Ingeborg-Bachmann-Preis.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Wörtliches Zitat aus Herbert Marcuses Aufsatz »Ethik und Revolution« (1964), in dem er die Frage stellt, ob und wann eine Revolution sowohl im politischen als auch ethischen Sinne als notwendig gerechtfertigt werden kann (Marcuse 1984, 104).

PersonPhilosophInZitate

Figur im Theaterstück »Ein Sportstück« von Elfriede Jelinek, ein Alter Ego der Autorin. Die Uraufführung 1998 am Wiener Burgtheater inszenierte Einar Schleef.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInSchauspielerIn/RegisseurInZitateEreignis

Alice Schalek (1874–1956), österr. Journalistin, berühmt geworden durch ihre »Verewigung« im Theaterstück »Die letzten Tage der Menschheit« von Karl Kraus

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Die Uraufführung von Elfriede Jelinek Theaterstück »Ein Sportstück« unter der Regie von Einar Schleef fand am 23. 1. 1998 am Burgtheater statt. Legendär wurde der Kniefall des Regisseurs auf offener Bühne vor Direktor Peymann, als um 23 Uhr die Vorstellung noch nicht zu Ende war (nach diesem Zeitpunkt fallen hohe Überstundengebühren an) (vgl. Behrens 2003, 202). Am 15. März stand eine »Langversion« des Stücks auf dem Programm, zu dem die Zuschauer aufgefordert wurden, in Kostümen zu erscheinen.

PersonAutorIn/JournalistInSchauspielerIn/RegisseurInZitateEreignis

Kofler bezieht sich auf den Tod des Kulturredakteurs Claudius Baumann. Dieser erlitt am 15. März 1998 im Taxi eine Herzattacke, nachdem er die Langversion von Jelineks »Sportstück« am Burgtheater besucht hatte (vgl. Freuis 1998).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Das bezeichnete Foto von »Mauthausen 2000« konnte nicht gefunden werden, damit auch nicht das »Gruppenfoto vor einem Würstelstand am Schwarzenbergplatz« (laut Kofler in der Zeitung »daneben« platziert). Es wurden sämtliche österr. Tages- und Wochenzeitungen, die vom »»Sportstück«»-«Marathon« am 15. März 1998 berichteten, eingesehen.

MedienMusikZitate

Kofler zitiert, paraphrasiert und verändert in diesem Abschnitt Auszüge aus Gerhard Roths»Winterreise« (1978), das »Protokoll einer Lebensverstörung« (Michaelis 1978) ohne Gattungsbezeichnung. Im Nachlass befindet sich die 1. Fortsetzung des Vorabdrucks in der Zeitschrift »Manuskripte« (Heft 57/1977) mit Annotationen Koflers.

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Jochen Herdieckerhoff (1963–2006), deutscher Dramaturg, lebte ab 1996 in Wien. Mit seiner auffälligen Kostümierung, einem Taucheranzug samt Schnorchel, Taucherbrille und Flossen, gewann er am 15. März 1998 den Preis (ein Burgtheater-Abonnement) für das originellste Kostüm unter den »Sportstück«-Zusehern (vgl. Kralicek 2006).

PersonSchauspielerIn/RegisseurInZitate

Hier und im Folgenden Bezug auf Roths»Winterreise«, wo die entsprechende Passage lautet »Er öffnete die Schamlippen und blies den Atem aus. Er wollte, daß sie sein Atemgeräusch hörte und blies weiter und zog die Schamlippen so weit auseinander, als es möglich war. […] Nagl griff nach der Weinflasche und zog den Korken heraus« (Roth 1977, 19).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Robert Schneider behauptet im »Stern«-Interview am 31. 12. 1997, dass der Kulturredakteur, der sich hinter seiner Figur Nigg verberge, in einem Beitrag für die Grazer »Kleine Zeitung« gefordert habe, er gehöre erschossen (Michaelsen 1997, 93). Schneider gibt das genau Datum der Ausgabe an (17. 12. 1993) – dort findet sich kein entsprechender Beitrag. Claudius Baumann schreibt in einer Entgegnung im Jänner 1998: »Was Schneider gemeint und als Ausgangspunkt für seine Fälschung und Lüge verwendet haben könnte, ist folgende Passage eines Interviews mit dem Schriftsteller Werner Kofler, welches [er] am 18. Dezember 1994 (!) der Klagenfurter (!) ›Kleinen Zeitung‹ gegeben hat« (Baumann 1998). Baumann zitiert dann aus dem Interview jene Passagen, auf die sich auch Kofler hier bezieht: »Das könnt’s schreiben: Der Robert Schneider ist eine Arschgeige, der gehören Wörter wie Thomas Bernhard, Elfriede Jelinek, nehmen Sie das genau, zum Mund herausgeschossen. [/]Womit? [/] Na, mit der Spritzpistole oder so. Zeichen und Bedeutung, versteht's nicht? [...] Was werfen Sie ihm vor? [/] Daß er sich mit ›Schlafes Bruder‹ in die Literatur hineingeschlichen hat. Mit einem unsäglichen Schundroman, nicht?« (Rieger/Patterer 1994, 50)

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Möglicherweise Anspielung auf das Märchen »König Drosselbart« der Gebrüder Grimm

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»Der Froschkönig«, Märchen der Gebrüder Grimm

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»Die Prinzessin auf der Erbse«, Märchen von Hans Christian Andersen

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Am 16. 1. 1998 war »großer Robert-Schneider-Tag in der österreichischen Bundeshauptstadt« (Reiterer 1998): vormittags eine Pressekonferenz im Burgtheater, abends eine Lesung aus der »Luftgängerin« im Akademietheater. »Erstmals weilte auch der amtierende Bundespräsident [Thomas Klestil] bei solch einer Lesung im Publikum« (ebd.).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»An Anna Blume« (1919), Gedicht von Kurt Schwitters (1887–1948). Schwitters schrieb mehrere Versionen; eine davon verbreitete er 1920 als Werbung für seinen neuen Gedichtband an den Litfaßsäulen seines Wohnortes Hannover.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Die Sprache ist das Haus des Seins«, schreibt der deutsche Philosoph Martin Heidegger in »Über den Humanismus«: »In ihrer Behausung wohnt der Mensch. Die Denkenden und Dichtenden sind die Wächter dieser Behausung« (Heidegger 1949, 5). s. Eintrag ›hinaus aus dem Haus des Seins‹

PersonPhilosophInMedienZitate

»Moby Dick« (1851): Roman von Herman Melville

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Michael Scharang (* 1941), österr. Schriftsteller, veröffentlichte 1992 den Roman »Auf nach Amerika«

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Anspielung auf Captain Ahab, den monomanischen Kapitän der »Pequod« in Herman Melvilles Roman »Moby Dick«

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Anspielung auf den Namen Piffl-Percevic, dessen prominentester Träger Theodor Piffl-Perčević (1911–1994) war, 1964–1969 österr. Unterrichtsminister. Bekannt ist heute Piffl-Perčević als jener Minister, der Thomas Bernhards berühmte Rede zur Verleihung des »Kleinen Staatspreises« 1968 erbost verließ – worüber Bernhard in »Wittgensteins«»Neffe« schrieb.

PersonPolitikerInAutorIn/JournalistInZitateEreignis

»Waren, Körper, Sprache: der verrückte Diskurs der Frauen« (1976): Das erste auf Deutsch erschienene Buch von Luce Irigaray ist eine Sammlung ausgewählter Interviews und Aufsätze. Ihr theoretisches Hauptwerk »Speculum de l’autre femme« (1974) beeinflusste die feministische Bewegung in Frankreich; die deutsche Übersetzung erschien erst 1980 bei Suhrkamp.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

In ihrem Essay »Frauenmarkt« stellt Irigaray als Merkmal der gesellschaftlichen Ordnung fest, »daß die Männer oder die Männergruppen unter sich die Frauen zirkulieren lassen« (Irigaray 1979, 177). Auch in »Waren untereinander« im selben Band – »Das Geschlecht, das nicht eins ist« – formuliert sie diese These: »Frauen, Zeichen, Waren, Geld werden stets von einem Mann zum anderen weitergereicht […]« (Irigaray 1979, 199).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Anspielung auf Adornos Aphorismus »Kalte Herberge« in »Minima Moralia« (1951): Adorno verweist auf den Verfall der Gastlichkeit in Wirtshäusern und setzt diese Beobachtung in Bezug zur Sachlogik, zur »Kälte« in den Beziehung zwischen Individuen. s. Eintrag ›kalte Herberge‹

PersonPhilosophInMedienZitate

Bezug zu Irigarays Essay »Frauenmarkt « und »Waren untereinander«

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Bezug zu Irigarays Essay »Frauenmarkt und Waren untereinander«

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Vermutlich Anspielung auf Bert Brechts´ »Alabama Song«: »Oh! Moon of Alabama [/] We now must say good-bye« (Brecht/Weill 2013, 12). Der Text stammt höchstwahrscheinlich von Elisabeth Hauptmann (vgl. Nyström 2005, 166). Brecht nahm ihn in die von Kurt Weill vertonte Oper »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« (1930) auf. Die Popgruppe The Doors nahm 1967 die bis heute bekannteste Coverversion auf.

PersonAutorIn/JournalistInMusikerInMedienMusikZitate

»Bolwieser«: zweiteiliger Fernsehfilm von Rainer Werner Fassbinder (ZDF 1977). Fassbinders Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Roman (1931) von Oskar Maria Graf.

PersonAutorIn/JournalistInSchauspielerIn/RegisseurInMedienFilm/Fernsehen/RadioZitate

Bezug auf den Bericht über das Zugsunglück im »Spiegel«: »Auf der hinteren Plattform des zweiten Wagens erzählt ein Mann die Geschichte vom tollen Bomberg, der immer in seinem bahnhofslosen Heimatörtchen die Notbremse zog, damit er aussteigen konnte« ([red.] 1948). »Der tolle Bomberg« (1923): Roman von Josef Winckler (1881–1966)

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Wolfgang Bauer (1941–2005), österr. Schriftsteller, internationaler Durchbruch mit dem Theaterstück »Magic Afternoon« (1968)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Anspielung auf den Protagonist Josef K. in Franz Kafkas Roman »Der Prozess«

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Im letzten Satz von Roths»Winterreise« kauft der Protagonist »ein Ticket nach Fairbanks, Alaska« (Roth 1985, 107).

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»Zur schönen Aussicht«: Theaterstück von Ödön von Horváth, 1926 verfasst, erst 1969 in Graz uraufgeführt

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Kofler spielt in dieser Passage (»im einsetzenden Nachmittagslicht«) auf Peter Handkes Erzählung »Nachmittag eines Schriftstellers« (1987) an, in der ein Schriftsteller an einem Nachmittag zu einer Wanderung aufbricht (»Nachmittagslicht«, Handke 1989, 6).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

»Die Waffen nieder« (1889), nach seinem Erscheinen in 15 Sprachen übersetzter Roman der österr. Autorin und späteren Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner (1843–1914)

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»Reise ohne Wiederkehr« (1932): US-amerikanischer Spielfilm (R: Tay Garnett, D: William Powell, Kay Francis), Raymond Chandlers Roman »«»The long Good-bye« (s. Eintrag ›Chandlers The long Goodbye‹) wurde unter dem Titel »Der Tod kennt keine Wiederkehr« (1973) von Robert Altman verfilmt.

PersonSchauspielerIn/RegisseurInAutorIn/JournalistInMedienFilm/Fernsehen/RadioZitate

Hans Possendorf: Pseudonym des Schriftstellers Hans Mahner-Mons (1883–1956), einem deutschen Unterhaltungsschriftsteller, der vor allem in der Zwischenkriegszeit erfolgreich war; von ihm stammt das Libretto zu Hans Pfitzners Oper »Das Herz« (1932).

PersonAutorIn/JournalistInMusikerInZitate

»Das Wintermärchen« (1623), Theaterstück von William Shakespeare, s. Eintrag ›Land am Meer‹

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Anspielung auf Friedrich Hebbels Gedicht »Lebens-Momente«: »Da fühl’ ich denn mich schauernd, [/] Wie niemals noch, allein, [/] Und der ich bin grüßt trauernd [/] Den, der ich könnte seyn!« (Hebbel 1903, 300)

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Anspielung auf Paul Celans Gedicht »Todesfuge«: »Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends [/] wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachts [/] wir trinken und trinken« (Celan 2003, 40). »lačen«: »slawisierende« Schreibweise von »latschen«, schwerfällig gehen

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Anspielung auf Paul Celans Gedicht »Engführung«: »Kam, kam. [/] Kam ein Wort, kam, [/] kam durch die Nacht, [/] wollt leuchten, wollt leuchten« (Celan 2003, 114).

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Am Ende des vierten Auftritts im dritten Aufzug von Friedrich Schillers Trauerspiel »Die Verschwörung des Fiesko zu Genua« sagt Muley Haßan, der »Mohr von Tunis«, im Abgehen die sprichwörtlichen beiden Sätze: »Der Mohr hat seine Arbeit [sic] gethan, der Mohr kann gehen« (Schiller 1983, 73).

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»The Tragedy of King Lear«: Tragödie von Shakespeare; Aslan war ein bedeutender Shakespeare-Darsteller, allerdings findet sich kein Beleg, dass Aslan den Lear gespielt oder in einer »Lear«-Aufführung mitgewirkt hat (vgl. Aslan 1953; David 1966)

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»Glückliche Tage « (»Happy Days«), Theaterstück von Samuel Beckett, Uraufführung 1961 in New York

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Anspielung auf den Roman »Mein Jahr in der Niemandsbucht« (1994) von Peter Handke

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Kofler bezieht sich hier auf die »Intimen Memoiren« des Schriftstellers Georges Simenon (vgl. Simenon 1982). Im Nachlass (11/W5/S1) findet sich die Ankündigung eines TV-Interviews mit dem Autor, in dem dieser zitiert wird: »Ich habe 10.000 Frauen geliebt« ([red.] 1982c, 16).

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»Ich bekenne, ich habe gelebt« (1973): Titel der Memoiren des chilenischen Schriftstellers Pablo Neruda (1904–1973)

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Kofler spielt hier womöglich auf die Berichte von Hinze und Kunze (1983) des deutschen Schriftstellers und Dramatiker Volker Braun (* 1939) an; wahrscheinlich sind damit auch die Schriftstellerkollegen Christian Ide Hintze (1953–2012) und Reiner Kunze (* 1933) gemeint.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Vermutlich Anspielung auf die Rezension zu Thomas Bernhards»Auslöschung« von Rolf Michaelis, s. Eintrag ›Vernichtungsrhetorik‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Variation des (meist falsch zitierten) bekannten Nietzsche-Spruchs »Wenn Du zum Weibe gehst, vergiss die Peitsche nicht«. Das Originalzitat aus »Also sprach Zarathustra« (Kapitel »Von alten und jungen Weiblein«) lautet: »›Du gehst zu Frauen? Vergiss die Peitsche nicht!‹ –« (Nietzsche 1980, 86).

PersonPhilosophInZitate

Der Roman »Tagebuch einer Kammerzofe« (»Le Journal d’une femme de chambre«, 1900) von Octave Mirbeau wurde zweimal verfilmt, 1946 von Jean Renoir, 1964 von Luis Buñuel.

PersonAutorIn/JournalistInSchauspielerIn/RegisseurInZitate

Martin Walser (* 1927), deutscher Schriftsteller; mit seinem Roman »Tod eines Kritikers« (2002) löste Walser Diskussionen über literarischen Antisemitismus aus.

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