In den Notizen und Vorarbeiten zu »Der Hirt auf dem Felsen« im Nachlass findet sich ein kleiner Zeitungsausschnitt (ohne Datum und Quellenhinweis) mit dem Titel »Witz war tödlich« und folgenden Inhalts: »Einen Witz erzählte Sonntag der deutsche Bergsteiger Hans Kuhn beim Abstieg vom Lamsenjoch im Tiroler Karwendelgebirge. Als er sich beim Erzählen zu seinem Kameraden umdrehte, stürzte er 30 m ab. Er war sofort tot.«

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TopographieBerg

Entrische Kirche (auch: Entrische Kapelle): große Höhle am Eingang des Gasteiner Tals im Salzburger Pongau. Kofler ist, wie bei dem später verwendeten Toponym »Heidnische Kirche« nicht an realer Topographie, sondern an der ans Mythische anstreifenden Namensgebung interessiert. »Entrisch« bedeutet in diesem Zusammenhang »unheimlich«, »jenseitig«.

Anstiegsvariante auf die Hochalmspitze (3360 m), die höchste Erhebung der Ankogelgruppe in den Hohen Tauern, durch einen Klettersteig für erfahrene Alpinbergsteiger zugänglich gemacht

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TopographieBerg

Gendarmerie: in Österreich bis zur Zusammenlegung mit der Bundespolizei 2005 der polizeiliche Wachkörper außerhalb der 15 größten Städte (und in ganz Vorarlberg). Postenkommando: Dienststelle

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Medien

Das Geschäft »Moden und Trachten Fian« existiert heute noch in Millstatt. Es besteht keine verwandtschaftliche Beziehung zur Familie des Schriftstellers Antonio Fian.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Wadenstrumpf, in weißer Ausführung Bestandteil vieler österreichischer Trachten

Während des Verbots nationalsozialistischer Uniformen im Austrofaschismus waren weiße Stutzen/Kniestrümpfe ein Erkennungszeichen der Nationalsozialisten.

In der zweiten Hälfte der achtziger Jahre war unter FPÖ-Anhängern in Kärnten diese Variante des Fan-Schals – blau ist die Parteifarbe – beliebt.

Eine Firma dieses Namens in der Kärntner Gemeinde Treffen gab es nicht. (vgl. Zernatto 2016) Kofler spielt hier auf Kriemhild Trattnig (* 1937) an, die aus deutschnationaler Familie in Einöde bei Treffen stammt und nach der Heirat mit einem ebenfalls deutschnational Eingestellten aus der Nachbargemeinde ihre politische Karriere als Gemeinderätin begann. Trattnig wurde Landtagsabgeordnete und war langjährige Präsidentin des Kärntner Landtags. Sie gilt als politische »Ziehmutter« Jörg Haiders.

TopographieOrtschaftPersonPolitikerIn

Anspielung auf die pseudoreligiöse Bezeichnung »Tausendjähriges Reich« für die NS-Herrschaft

Die Bezeichnung »Tausendjähriges Reich« war eine nationalsozialistische Umdeutung des im Neuen Testament (»Offenbarung« 20) ausgeführten tausend Jahre währenden Reiches der Regierung der Heiligen mit Christus nach der sogenannten ersten Auferstehung. (vgl. Schmitz-Berning 2000, 609)

Zitate

Während der Zeit des Austrofaschismus war die NSDAP in Österreich verboten (ab Juni 1933), nationalsozialistisch Gesinnte bzw. Organisierte wurden mit dem Kürzel »Illegaler« bezeichnet. Nach dem »Juliabkommen« 1936 mit Hitler-Deutschland blieb die NSDAP zwar weiterhin verboten, die Regierung Schuschnigg machte den Nationalsozialisten aber Konzessionen, es wurde für die gut organisierten »Illegalen« leichter, mit den Restriktionen zu umzugehen.

PersonPolitikerInEreignis

»Kampfzeit« ist, bezogen auf Deutschland, eine nationalsozialistische Bezeichnung für die »Zeit des Aufstiegs der NSDAP von 1918 bis 1933« (Schmitz-Berning 2000, 347), in Österreich wurde der Begriff auf die Zeit der Illegalität von 1933 bis zum »Anschluss« 1938 angewendet.

Ereignis

Bezeichnung eines hohen Beamten, der die Regierungsgeschäfte für einen Landesfürsten, eine Regierung in seinem/ihren Namen vor Ort übernimmt, »Vizelandeshauptmann« lt. »Grimm’sche«»m«» Wörterbuch« ( Grimm 1885 , Sp. 113); in monarchisch-aristokratischen Strukturen hatte der Landesverweser Funktionen inne, die einem heutigen Landeshauptmann durchaus vergleichbar sind – während der Habsburgermonarchie waren in Klagenfurt häufig Landesverweser eingesetzt; 1918 bis 1921 Bezeichnung für den Vorsitzenden der provisorischen Kärntner Landesversammlung (vgl. Webernig 1987).

TopographieOrtschaftZitate

1989 wurde Jörg Haider (1950–2008) zum Kärntner Landeshauptmann gewählt. Haider war kein Kärntner, er wuchs im oberösterreichischen Salzkammergut auf, studierte in Wien, mit 26 Jahren wurde er FPÖ-Parteisekretär in Kärnten.

PersonPolitikerInEreignis

Artur Boelderl sieht hierin eine Anspielung auf das Werk Jacques Lacans. (vgl. Boelderl 2009, 200)

PersonPhilosophIn

Platz im Zentrum Pekings (chin. Tian’anmen). Am 3. und 4. Juni 1989 schlug das chinesische Militär einen Volksaufstand nieder, der hier sein Zentrum hatte.

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TopographieOrtschaftEreignis

Mit diesem Oxymoron werden im Alpenraum entweder einzelne auffällige große Felsblöcke, die sich als kultische Orte eignen (neben dem Stausee Mooserboden in Kaprun; im Amertal bei Mittersill) oder kleinere Höhlen (beim Ziegöllerkogel, Köflach, Steiermark) bezeichnet.

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TopographieOrtschaftBerg

Verballhornung des Vornamens Jörg, Anspielung auf Haiders Aufstieg

PersonPolitikerIn

Joseph Haydn (1732–1809), Komponist der Wiener Klassik

PersonMusikerIn

Robert Schumann (1810–1856), deutscher Komponist

PersonMusikerIn

s. Eintrag ›Mendelssohn-Bartholdy‹

PersonMusikerInMedien

Heinrich Heine (1797–1856), deutscher Schriftsteller

PersonAutorIn/JournalistIn

Peter Henisch (* 1943), österreichischer Schriftsteller

PersonAutorIn/JournalistIn

Hier wohl Anspielung auf das »Dritte Lager«, wie in Österreich traditionell die deutschnationale, nationalliberale oder rechtskonservative bis -radikale Wählerschaft genannt wird

Die zweite »Abteilung« des Buches nennt Kofler »Im Irrenhaus Samonig«. Angespielt wird auf das Krankenhaus in Spittal an der Drau: Diese öffentliche Einrichtung befindet sich im Privatbesitz der Familie Samonigg – eine einmalige Situation in Österreich.

TopographieOrtschaft

Den Bergriff »melancholische Freiheit« entnahm Kofler möglicherweise dem »Bericht zur Entstehung einer Weltkomödie« (1985) des Berliner Grafikers und Schriftstellers Christoph Meckel (* 1935). Darin schildert ein Ich-Erzähler seinen Werdegang als bildender Künstler und erzählt von einer Phase, in der sich für ihn durch seine Unsichtbarkeit als Künstler in der Kunstwelt eine »melancholische Freiheit« auftat. (Meckel 1985, 46) Meckel trennt sein Graphiker-Ich vom »literarische[n] Freund und Gegenspieler« des Ich-Erzählers. (Meckel 1985, 7)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

In Ludwig van Beethovens Oper »Fidelio« singt Florestan im Verlies, als ihm Leonore in einer Fiebervision als Engel vor Augen tritt: »Ich seh’, wie ein Engel im rosigen Duft [/] sich tröstend zur Seite mir stellet, [/] ein Engel, Leonoren, der Gattin, so gleich, [/] der führt mich zur Freiheit ins himmlische Reich!« (Pahlen 1978, 63) Verweis auf: Ernst Bloch, »Das Prinzip Hoffnung«, Bd.d 1/2, Suhrkamp 1959, S. 1295

PersonMusikerInMedienMusik

Osttiroler Berg (3099 m) in der Glocknergruppe

TopographieBerg

Kärntner Berg (3247 m) in der Glocknergruppe

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TopographieBerg

Stechapfel, »Datura stramonium«: Nachtschattengewächs, die giftigen Inhaltsstoffe können bei Konsum der Frucht stark halluzinogene Wirkung haben – daher rührt der Ruf eines »Hexenkrauts«, das auch Inhaltsstoff der »Flugsalbe« sein soll.

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Böses Weibl/Weibele, Berg (3119 m) im Norden der Schobergruppe in Osttirol

TopographieBerg

Die beiden Kinder Koflers heißen Brendan und Sheila.

Sandkopf: ein wenig erschlossener Kärntner Gipfel (3090 m) in der Goldberggruppe der Hohen Tauern, dessen Besteigung wegen fehlender Markierungen und Einkehrmöglichkeiten als mühevoll gilt

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TopographieBergMedien

Bürger der BRD

Seit den 1980er Jahren erfolgreicher Werbeslogan der Friseurinnung

MedienWerbung/Inserat

»Ein fröhlicher Morgen beim Friseur«: 1983 in Graz uraufgeführtes surrealistisches Theaterstück von Wolfgang Bauer, das in einem Friseursalon spielt (vgl. Bauer 1983)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Öffentliches Sommerbad der Stadt Wien an den Hängen des Cobenzl im 19. Gemeindebezirk, 1923 eröffnet

TopographieOrtschaftBerg

Firma für Haarpflegeprodukte (gehörte zu Unilever), für die die Gebrüder Bundy seit 1965 Werbung machten; die Produktlinie wurde Ende der 80er Jahre eingestellt.

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PersonUnternehmerIn

1919 wurde der ersten Friseursalon der Familie Bundy in Wien gegründet, 1962 wurden Hans und Georg Bundy, die Enkel des Gründers, Friseurweltmeister. Heute verfügt das Familienunternehmen über rund zwei Dutzend Salons und eine eigene Produktpalette.

PersonUnternehmerIn

Zitat aus der »Fackel« von Karl Kraus, der vollständige Satz lautet: »Wenn man dem Wiener, dieser Kreuzung aus einem Wiener und einem Juden, dieser unklaren Lösung des Rassenproblems, diesem perspektivisch verzeichneten Zweifarbendruck, dieser an die Luft geklebten Vordergrundsfigur, diesem Dreizehner am Tisch der Kultur, dieser einzig fühlenden Larve, in deren Brust zwei Seelen, die eines Friseurs und die eines Friseurkunden ein Friseurgespräch führen, diesem stets die Ehre habenden und nie herzeigenden, stets die Ehre nehmenden und nie behaltenden Intimus, diesem Wahrzeichen der Lüge, diesem von den Idealen abschreckenden Beispiel, diesem Bauchjesuiten, dem die Lebensmittel den Lebenszweck heiligen, diesem Gourmand einer Henkersküche, dem noch die Schande mit Mehl eingebrannt ist, diesem Harlekin der Phrase, diesem Spalierbildner der Persönlichkeiten, diesem Sowiesokenner der Kunst und diesem Ehschowisser der Gottheit: wenn man dem Wiener die Uhr der Zeit ans Ohr hielte, er lobte ihren Deckel und nähme sie ins Maul.« (Kraus 1913, 36)

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/Zeitschrift

Die »Römerberggespräche« in Frankfurt am Main bestehen seit 1973. In Vorträgen, Dialogen und Diskussionsrunden werden gesellschaftlich relevante Themen erörtert (vgl. www.roemerberggespraeche-ffm.de, 15.9.2016).

TopographieOrtschaft

Den Begriff Naturreligion bezieht man in der europäischen Philosophiegeschichte in erster Linie auf Spinoza und Rousseau; es ist denkbar, dass Kofler hier an Hölderlin dachte. (vgl. Link 1999)

PersonPhilosophInAutorIn/JournalistIn

Historisches Subjekt: Der historische Marxismus postulierte, wie das Jean-Paul Sartre formulierte, die Notwendigkeit, dass das Proletariat Bewusstsein seiner selbst gewinne und damit zum Subjekt der Geschichte werde. (vgl. Sartre 1971, 73) Erst dieses Bewusstsein macht es im Sinne von Marx und Engels möglich, die Entfremdung zu überwinden.

PersonAutorIn/JournalistIn

Möglicherweise greift Kofler hier auf das »Manifest der Kommunistischen Partei« von Marx und Engels zurück, wo der Begriff Idiotie sinngemäß auftaucht: Die Bourgeoisie habe »die Zahl der städtischen Bevölkerung gegenüber der ländlichen in hohem Grade vermehrt und so einen bedeutenden Teil der Bevölkerung dem Idiotismus des Landlebens entrissen«. (Marx/Engels 1968, 18)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Produktivkräfte: zentraler marxistischer Begriff im historischen Materialismus. Die Produktivkräfte stellen »die eigentlich materiell-ökonomische Basis der Gesellschaft«, sie bestehen aus Arbeitsmitteln und Arbeitsfähigkeiten. (Himmelmann 1986, 501)

Kofler kehrt hier Marx’ Diagnose vom »Idiotismus des Landlebens« um.

PersonAutorIn/JournalistIn

Möglicherweise ein Rückgriff auf den Begriff der inversen Produktion, wie sie neomarxistische Ansätze der 1970er Jahre vertraten. Bernd Jürgen Warneken etwa vertritt mit Blick auf die Produktion von »Kunstliteratur« die Ansicht, die Rezeption sei Teil der Literaturproduktion, sie sei inverse Arbeit, ein »aktives Reproduzieren von Bedeutungen« (Warneken 1979, 42), eine »innere ,Produktion‘ von Bedeutung«. (Warneken 1979, 43)

PersonAutorIn/JournalistIn

Karl Marx spricht in »Das Kapital« von der »reinen Form« des Kapitals, für die man von den »eigentümlichen Funktionen des kaufmännischen oder Warenhandlungskapitals« abstrahieren müsse. (Marx 2004, 264)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

s. Eintrag ›Welche Vernichtungswut‹

Medien

Alois Huber (1929–2007), Landwirt und »Urgestein« der Kärntner FPÖ, stellvertretender Landesparteiobmann, hoher Funktionär der Landwirtschaftskammer, 1984–1994 Nationalratsabgeordneter. Gemeinsam mit seiner Schwester Kriemhild Trattnig (s. Eintrag ›Firma Trattnig‹) bildet er den hier apostrophierten »Clan« der FPÖ-Altvorderen.

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PersonPolitikerInMedien

Eduard Baumgartner (1923–2006), seit 1963 Chef des europaweit tätigen Logistik- und Transportunternehmens Fercam in Bozen (vgl. Erker 2010, 378f.)

TopographieOrtschaftPersonUnternehmerIn

lat.: So vergeht der Ruhm der Welt. Wahrscheinlich geht der Spruch auf Thomas von Kempens Werk »De imitatione Christi« (»Die Nachfolge Christi«, um 1418) zurück, in dem er schreibt: »O quam cito transit gloria mundi« (»O wie schnell vergeht der Ruhm der Welt.«) (Pöppelmann 2009, 130)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Lied der Gruppe »Die drei Peheiros«, eines Männertrios, das seit den 1950er Jahren im Schlagergeschäft erfolgreich war. 1. Strophe: »Es hängt ein Autoreifen an der Wand, [/] Und der Auspuff liegt gleich nebenan. [/] Fragt ihr mich warum ich traurig bin, [/] Schau ich nur zum Autoreifen hin« (Die drei Peheiros 2016). Das Lied war eine Variation des erfolgreichen Schlagers »Es hängt ein Pferdehalfter an der Wand« (1953) der holländischen Band »Kilima Hawaiians« .

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PersonMusikerInMedienMusik

Tauernfenster: Bezeichnung für eine geologische Besonderheit: Im Tauernfenster (und einigen anderen »Fenstern«) treten unter den ostalpinen Decken die hier vor allem aus Gneis bestehenden penninischen Decken – Gesteine, die im Penninischen Ozean gebildet und während der Alpenbildung versenkt wurden – hervor. Grob gesprochen kann man sagen, dass die Westalpen in der Ostschweiz unter den Ostalpen verschwinden und im Tauernfenster wieder zutage treten.

Zwar wurden die ersten Autobahnen in Deutschland in der Weimarer Republik gebaut, mit dem nach Hitlers »Machtergreifung« 1933 erlassenen »Gesetz über die Errichtung eines Unternehmens ,Reichsautobahnen‘« setzte der Ausbau eines Autobahnnetzes – und die Mythisierung als »Straßen des Führers« (vgl. Schütz/Gruber 1996, 18) – ein. Ende 1943 waren rund 3900 km Autobahnen fertiggestellt. Und Adolf Hitler versprach eine künftige Massenmotorisierung, die Deutschen sollten für einen leistbaren »KdF-Wagen« (»Kraft durch Freude-Wagen«, »Volkswagen«) ansparen. 1938 wurde das Volkswagenwerk in der »Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben« (ab 1945 Wolfsburg) errichtet, wo allerdings nur einige Hundert »KdF-Wagen«, vor allem aber Kübel- und Schwimmwagen für die Wehrmacht produziert wurden. (vgl. Schütz 2001)

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TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistIn

1907 eröffnetes Warenhaus in Berlin mit gehobenem Sortiment

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TopographieOrtschaftMedien

Berg (2237 m) an der Kärntner-slowenischen Grenze, höchste Erhebung der Karawanken

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TopographieBerg

Anspielung auf das österreichische Boulevardblatt »Neue «»Kronen Zeitung«, die Hans Dichand 1959 unter Rückgriff auf einen bis 1944 vorhandenen Zeitungstitel gründete. 1967–1971 hieß das Blatt »Unabhängige Kronen-Zeitung«, nahm danach wieder den alten Titel an, auf der Titelseite erscheint stets nur der Kurztitel »Kronen Zeitung.«

PersonUnternehmerInMedienZeitung/Zeitschrift

Die Krankenschwester Waltraud Wagner und drei Komplizinnen ermordeten auf der geriatrischen Station des Krankenhauses Lainz in Wien zwischen 1983 und 1989 mit Insulin- oder Morphiumspritzen oder Rohypnol sowie durch Ertränken eine größere Anzahl von Patienten, das Gericht hielt im Prozess 32 Morde für erwiesen. Im Laufe der medialen Berichterstattung etablierten sich Ausdrücke wie »Mordschwestern« oder »Mundspülung« und »Mundpflege« für die Ertränkungsmethode.

TopographieOrtschaftPersonVerbrecherIn

Koflers Quelle war hier die deutsche Illustrierte »Neue Revue«: »Der schlaft jetzt zum Pepi – so nannten es die Schwestern im Pavillon V des Krankenhauses Wien-Lainz, wenn ein Patient dem Tod entgegendämmerte – und zwar jenem Tod, den die Schwestern beschlossen hatten und verursachten«. (Sünder 1989, 6f.)

MedienZeitung/Zeitschrift

Die »Kronen Zeitung« schrieb am 23. 4. 1989 davon, dass die im Fall Lainz Hauptverdächtige, die Krankenschwester Waltraud Wagner, als »Geheimprostituierte« in einem »schummrigen Nachtlokal« als »Animierdame« gearbeitet habe, wo sie die »Kunden« als »Trude, das Schweinchen, das alles macht«, bezeichnet hätten. (Hauenstein/Heigl 1989a)

PersonVerbrecherInMedienZeitung/Zeitschrift

Unter seinem Kürzel »Cato« schrieb der Herausgebers Hans Dichand am 2. 7. 1989 in der »Kronen Zeitung« einen kurzen Kommentar zur Verwechslung seiner Lokalreporter, aus dem Kofler zitiert: »Jetzt, da sich unsere Lokalreporter [...] einmal – trotz intensiver Recherchen – geirrt haben, kommen die Neider und Hasser erneut wie Ratten aus dreckigen Hinterhöfen hervor. Mit ihren vom Aas ihrer Gesinnung vergifteten Zähnen versuchen sie uns anzufallen.« (Cato 1989) Am 4. Juli musste die Zeitung eine Entgegnung auf der Titelseite sowie auf vier Seiten im Blattinneren bringen. Die Zeitung »rächte« sich, indem sie der Entgegnung ein Privatfoto hintanstellte, das einen Arzt zeigt, der der lächelnden Waltraud Wagner auf die Brüste greift – zur Unterstützung der These, dass Sex im Lainzer »Todespavillon« eine »eminente Rolle« gespielt habe. (Haunold 1989)

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftEreignis

Hans Dichand (1921–2010), Anfang der 1950er Jahre Chefredakteur der »Kleine«»n«» Zeitung«»«und des »Neuen «»Kurier«, 1959 gründete Dichand mit Unterstützung des Gewerkschaftsbundes die »Neue «»Kronen Zeitung«, die sich in der Folge zur auflagenstärksten Tageszeitung Österreichs entwickelte.

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PersonUnternehmerInMedienZeitung/Zeitschrift

Am 2. 7. 1989 bringt die »Kronen Zeitung« die »Dokumentation einer Verwechslung«, durch eine »Verkettung schier unglaublicher Zufälle« hätten die Zeugen Waltraud Wagner mit der ehemaligen Prostituierten Gertrude G., einer »Doppelgängerin« Wagners, die heute verheiratet sei und »völlig zurückgezogen« lebe, verwechselt. (Hauenstein/Geigl 1989b)

PersonVerbrecherInMedienZeitung/Zeitschrift

Begriff der Freud’schen Psychoanalyse, mit dem die Beobachtung des Geschlechtsverkehrs der Eltern durch das Kleinkind bezeichnet wird. (vgl. Lexikon der Psychologie 2000)

PersonAutorIn/JournalistIn

Im Gegensatz zum »Hohen Schreibtisch« existiert eine Rote Platte: eine Erhebung (1505 m) mit markanter Felswand über Chur in der Ostschweiz.

TopographieBerg

Die »magische Laterne« meint hier weniger den Projektionsapparat der Laterna magica, sondern einen Zauberapparat zum Wahrsagen. Auch der Bergspiegel ist ein Instrument für das Sehen des (wie die Zukunft) Verborgenen, ein Inventar alpiner Sagen. Der Bergspiegel zeigt die im Berginneren verborgene Schätze. Im 16. und 17. Jahrhundert war er auch ein Synonym für den Bergkristall, der zum Wahrsagen verwendet wurde. (vgl. Karner 2006, 225) Laut einer Kärntner Sage kann man einen Bergspiegel durch mehrmaliges Eingraben an verschiedenen heiligen Orten, dabei genaue Regeln befolgend, selber herstellen – allerdings müsse einem »der Geist den Spiegel in die Hand geben« (Franzisci 2009, 163).

Ruhollah al-Musawi Chomeini (1902–1989), politischer und religiöser Führer der Islamischen Revolution im Iran 1979 und danach Staatsoberhaupt der Iranischen Republik

PersonPolitikerInEreignis

Der polnische Kardinal Karol Józef Wojtyła (1920–2005) wurde 1978 zum Papst gewählt, er nahm den Namen Johannes Paul II. an.

PersonReligiöse/r WürdenträgerInEreignis

Salman Rushdie (* 1947), indisch-britischer Schriftsteller, baute in seinen Roman »Die satanischen Verse« (1988) eine Traumsequenz mit Szenen aus dem Leben des Propheten Mohammed ein. Anfang 1989 rief der iranische Staatsführer Chomeini in einer Fatwa (Rechtsgutachten) wegen Gotteslästerung zur Tötung Rushdies auf.

PersonAutorIn/JournalistInPolitikerInZitateEreignis

Akbar Hāschemi Rafsandschāni (* 1934), iranischer Ajatollah, 1989–1997 Staatspräsident

PersonPolitikerIn

Hossein Montazeri (1922–2009), iranischer »Großajatollah«, Mitautor der Verfassung der Iranischen Republik, galt lange als Nachfolger Chomeinis.

PersonPolitikerIn

Paul Casimir Marcinkus (1922–2006), der aus den USA stammende Erzbischof war 1971–1989 Direktor der Vatikanbank. Als solcher war er in den Skandal um die Banco Ambrosiano verwickelt, in dem es u.a. um Geldwäsche und Beziehungen zur italienischen Geheimloge P2 ging.

PersonReligiöse/r WürdenträgerIn

In »Guggile« schreibt Kofler von einem Mitschüler namens Kandolf, der »drei überdimensionale buchstaben, das wort »fut«, über den gesamten schulhof in den schnee getreten« habe – »,land art‘ anno 1957. ein hervorragender künstler. ein hervorragendes kunstwerk« (GU 93).

»Der Hirt auf dem Felsen«: Lied von Franz Schubert für Gesangsstimme, Klarinette und Klavier (Deutsch-Verzeichnis 965), 1828, im letzten Lebensjahr Schuberts, komponiert. Der Liedtext setzt sich zusammen aus Ausschnitten aus den Gedichten »Der Berghirt« und »Liebesgedanken« von Wilhelm Müller, »[d]ie beiden mittleren Strophen stammen vielleicht von Helmina von Chézy.« (Schochow 1974, 412)

PersonMusikerInAutorIn/JournalistInMedienMusikZitate

Eigenzitat, s. Eintrag ›der Wilde Jäger alle‹

Medien

Taurisker: In antiken Quellen, etwa bei Strabo, werden die keltischen Bewohner des südlichen Ostalpenraums als Taurisker bezeichnet, wobei die genauen Zuordnungen je nach Quelle differieren und es Überlagerungen mit der Zuordnung zu den »Norikern« gibt. Gleirscher (vgl. Gleirscher 2008, 19–21) definiert die Taurisker als Keltenstamm, der um 500 v.u.Z. im heutigen Slowenien siedelte.

»Endspiel« (1956): Drama von Samuel Beckett

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Namensgebender Gipfel (3240 m) der Schobergruppe der Hohen Tauern an der Grenze Osttirol/Kärnten

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TopographieBerg

Sterbeforscher

»Mögliche Anspielung auf Marcel Prousts Roman »Auf der Suche nach der verlorenen Zeit««

PersonAutorIn/JournalistInZitate

s. Eintrag ›Platz des himmlischen Friedens‹

Medien

Anspielung auf den im Verlauf des Zweiten Weltkriegs von den Nationalsozialisten zur umfassenden geistigen und materiellen Mobilisierung herangezogenen Begriff des »totalen Kriegs«

Die an eine Filmrolle angelehnte Bezeichnung für die vom ORF auf einer DVD präsentierten TV-Werbespots, die beim »Cannes Lions International Advertising Festival« ausgezeichnet wurden. 2014 ersetzte der ORF die »Cannes Rolle« durch die Online-Plattform »Cannes Lions Archive«.

Bezeichnung für Philosophen und Wissenschaftler, die sich um das 1924 (nach dem Zweiten Weltkrieg 1951 erneut) gegründete Frankfurter Institut für Sozialforschung gruppierten. Die beiden zentralen Figuren waren Max Max Horkheimer und Theodor W. Adorno mit der von ihnen begründeten »Kritischen Theorie«.

PersonPhilosophIn

Kofler verwendet »Tabuierung« und »Tabuisierung« wohl synonym. Neben den in der Folge von Kofler erwähnten Ringel und Frankl beschäftigte sich in den 1980er Jahren im deutschen Sprachraum vor allem Norbert Elias mit dem Tod als »weißen Fleck auf der sozialen Landkarte«. (Elias 1982, 46) Kofler dürfte in dieser Passage auf Jean Baudrillards Überlegungen zum Ausschluss des Todes aus der Gegenwart in »Der symbolische Tausch und der Tod« (»L’ échange symbolique et la mort«, 1976) rekurrieren. »[D]ie Verdrängung des Todes in unserer Gesellschaft« (s.u.) geschehe, weil kein symbolischer Austausch mehr zwischen Tod und Leben stattfinde, das führe laut Baudrillard zu einer vom Tod bestimmten Gesellschaft. (vgl. Baudrillard 2011, 225ff.) Baudrillards Werk erschien erstmals 1982 auf Deutsch, bereits 1979 brachte der Merve Verlag in der Reihe »Internationale marxistische Diskussion« eine Übersetzung des 5. Kapitels zur Ökonomie des Todes. Es ist denkbar, dass Kofler diese Ausgabe heranzog. (vgl. Baudrillard 1979)

PersonAutorIn/JournalistInPhilosophInZitate

Erwin Ringel (1921–1994), Wiener Psychiater, Vertreter der Individualpsychologie. Seine zentralen Forschung- und Lehrgebiete waren Selbstmordforschung und Psychosomatik.

PersonAutorIn/JournalistIn

Viktor Frankl (1905–1997), Wiener Psychiater, Begründer der Logotherapie und der Existenzanalyse, er beschäftigte sich intensiv mit der Sinnsuche.

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PersonAutorIn/JournalistInMedien

Harald Sassak (1948–2013), österreichischer Serienmörder. Er verschaffte sich (im Herbst 1971/Frühjahr 1972) als »Gasmann« – als Mitarbeiter des Gaswerks – bei alleinstehenden alten Personen Zutritt in die Wohnung und raubte sie aus. Wenn er trotz Ablenkungsmanöver beim Raub ertappt wurde, schlug er seine Opfer nieder, sechs Personen starben an den Verletzungen. Bei einigen Überfällen hatte Sassak einen Komplizen.

PersonVerbrecherIn

Jean Baudrillard, dessen Überlegungen zu Tod und Simulation dieser Passage zugrunde liegen, geht auf Riten der »Wilden«, auf »Stammesgesellschaften« zurück, bei denen es eine Reziprozität zwischen Leben und Tod gebe. (Baudrillard 2011, 243ff.) Kofler könnte der Vorstellung vom Zyklischen (»Wiederkehr«) des Abtauschs zwischen Leben und Tod ein Marx-Zitat hinzugefügt haben, zu Beginn von »Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte« schreibt Karl Marx: »Hegel bemerkt irgendwo, daß alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen. Er hat vergessen hinzuzufügen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce.« (Marx 1960, 115)

PersonPhilosophInAutorIn/JournalistInZitate

Thanatos: in der griechischen Mythologie der Gott des Todes

In »Der symbolische Tausch und der Tod« führt Jean Baudrillard die Grundlagen seiner Simulationstheorie aus und spricht von »drei Ordnungen des Simulakrums«: Nach der Ära der »Imitation« und derjenigen der »Produktion« sieht er die heutige Menschheit im Zeitalter der Simulation leben, in dem Zeichen und Wirklichkeit immer schwieriger zu unterscheiden sind. (Baudrillard 2011, 92) Der daraus abgeleitete Begriff »Sterbesimulation« ist Kofler’scher Natur, für Baudrillard ist in Zusammenhang mit dem Tod das Symbolische, das er als sozialen »Tauschakt« versteht, zentral.

PersonPhilosophInZitate

s. Eintrag ›Platz des himmlischen Friedens‹

Medien

Illyrer: prähistorisches Volk (Eisenzeit) am Balkan. Als Illyrien wird die Region entlang der adriatischen Ostküste verstanden. Vom den Illyrer ist, trotz ihrer räumlichen Nähe zu mediterranen Hochkulturen, wenig bekannt. Seit dem 19. Jahrhundert bezeichneten Prähistoriker oftmals die Hallstattkultur irrtümlicherweise als illyrisch. (vgl. Urban 2004) Für Kärnten wurden die Illyrer, oft als Sammelbegriff und ausgehend von einer frühen »Sprachschicht«, bis in die 1960er Jahre hinein fälschlicherweise als die vorkeltische Bevölkerung angenommen (vgl. Gleirscher 2008, 13–17).

Der in Salzburg lebende Georg Ludwig von Trapp (1880–1947) suchte nach dem Tod seiner Frau (1922) eine Erzieherin für seine sieben Kinder. Er fand sie in Maria Augusta Kutschera (1905–1987), die beiden heirateten 1927 und bekamen zwei Kinder. Nachdem die Familie Trapp 1935 ihr Vermögen in einem Bankkonkurs verlor, gründete sie gemeinsam mit dem Priester Franz Wasner (1905–1992) einen Familienchor. Mit Wasners Arrangements hatte der Chor großen Erfolg, auch nach der Flucht in die USA 1938. Maria Augusta Trapp veröffentlichte 1949 die Geschichte des Familienchors (»The Story of the Trapp Family Singers«; dt. »Die Trapp-Familie. Vom Kloster zum Welterfolg«, 1952).

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PersonReligiöse/r WürdenträgerInAutorIn/JournalistIn

Hans Holt (1909–2001), österreichischer Schauspieler, spielte in den Verfilmungen der Lebenserinnerungen von Maria Augusta Trapp die Rolle des Baron Trapp (»Die Trapp-Familie«, 1956; »Die Trapp-Familie in Amerika«, 1958).

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PersonSchauspielerIn/RegisseurInAutorIn/JournalistInMedienFilm/Fernsehen/Radio

Ruth Leuwerik (* 1924), deutsche Schauspielerin, übernahm in den beiden Trapp-Filmen unter der Regie von Wolfgang Liebeneiner die Rolle der Maria Augusta Trapp.

PersonSchauspielerIn/RegisseurIn

Bezug zur TV-Serie »Der Leihopa« (ORF, 1985–1989), u.a. mit Hans Holt

PersonSchauspielerIn/RegisseurInMedienFilm/Fernsehen/Radio

Adam Carrington: Figur aus der TV-Serie »Dynasty« (dt. »Der Denver-Clan«, 1981–1989) s. Eintrag ›Wie war ich entsetzt‹

PersonMedienFilm/Fernsehen/Radio

1. Strophe des Volkslied »Die alten Leute/Die åltn Leit«: »Was mich im Leben am meisten freut, [/] das sind die alten Leut’, [/] wenn ich einen alten Mensch seh, [/] hab ich ein jedesmal eine Freud’, [/] ein alter Mensch, der kommt mir vor als wie ein Gotteshaus, [/] denn von der Kirche und den alten Leuten, da geht der Segen aus.« (Mauerhofer/Seidel 1992)

MedienMusik

Möglicherweise spielt Kofler hier auf George Bataille an, wie ihn Baudrillard zitiert: »Sexualität und Tod sind nur Höhepunkte eines Festes, das die Natur mit der unerschöpflichen Vielzahl der Wesen feiert.« (Baudrillard 2011, 281) Wenn es auch eine Anspielung auf den genannten Erwin Ringel sein soll, könnte es sich um eine Parodie seiner Selbstmord-Forschungen handeln. (vgl. u.a. Ringel 1953)

PersonPhilosophInAutorIn/JournalistIn

Kofler parodiert hier die »Sinnsuche«, die Viktor Frankls Werk durchzieht. (vgl. u.a. Frankl 1972)

PersonAutorIn/JournalistIn

Georgskopf: »Ein kühner, von allen Seiten schwer zugänglicher Felsgipfel [3090 m] in wildschauriger Umgebung.« (Böhm/Noßberger 1925, 142) Der Zweitname Schwarzfriedrich ist überliefert. (vgl. ebd.)

TopographieBerg

Früher ein Erntehelfer, der das Getreide mäht; gleich dem »Sensenmann« eine Figuration des Todes. Baudrillard, an den Kofler hier möglicherweise anschließt, sieht in diesen mittelalterlichen volkstümlichen Ikonographien Zeichen eines Austauschs innerhalb der Gesellschaft, mit dem 16. Jahrhundert habe die »Abschirmung gegen den Tod« begonnen. (Baudrillard 2011, 263)

PersonPhilosophIn

Versorgung eines bettlägrigen Kranken mit einer Krankensalbung und der Sterbekommunion. Früher machte sich der Priester im Ornat mit einem Ministrant mit dem »Allerheiligsten« (der geweihten Hostie) auf diesen Gang.

Kraß, Sagritz: Katastralgemeinden von Großkirchheim in Kärnten

TopographieOrtschaft

Zitat aus Franz Kafkas »Ein Landarzt«: »Gesang der Kinder: ,Freuet Euch, Ihr Patienten, der Arzt ist Euch ins Bett gelegt!‘« (Kafka 1994, 128)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Berg (2605 m) in der Goldberggruppe der Hohen Tauern in Kärnten (auch »Mohar« genannt)

TopographieBerg

Bergdorf in Karnien, Region Friaul

TopographieOrtschaft

s. Eintrag ›Sterben wie bei den Illyrern‹

Medien

Nach einer ersten, nur knapp gescheiterten Expedition zur Erstbesteigung des Großglockners 1799 startete im Sommer 1800 der »Fürstbischof« von Gurk, Franz Xaver von Salm-Reifferscheid, eine zweite Mannschaft aus: Am 29. Juli erreichten vier einheimische Zimmerleute und ein Pfarrer den Gipfel, drei der »prominenten« Teilnehmer – Wissenschaftler, Publizisten – erstiegen den Kleinglockner.

TopographieBergPersonReligiöse/r WürdenträgerInEreignis

Großer Friedrichskopf (3134 m), Berg der Schobergruppe im oberen Mölltal

TopographieBerg

Möglicherweise deutet Kofler hiermit die Interview-Aussage Elfriede Jelineks an, Kunst machen zu wollen, sei ein »phallische[r] Anspruch«, um (Löffler 1989, 84).

PersonAutorIn/JournalistIn

Der Begriff »Glockenbecher« wurde um 1900 vom deutschen Prähistoriker Paul Reinecke eingeführt, bezog sich auf keramische Gefäße aus der Jungsteinzeit mit flachem Standboden und S-förmigem Profil. Funde solcher Gefäße gibt es europaweit, ob man von einer eigenen »Glockenbecherkultur« sprechen kann, ist umstritten.

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Medien

Kofler bezieht sich hier auf ein »düsteres Ritual« in der Bretagne und auf Sardinien, bei dem »Hammersteine« oder kleine Blöcke, »geweihte Hammer« genannt, zum Einsatz gekommen seien. (Cles-Reden 1960, 260)

Die Archäologin Sibylle von Cles-Reden (1910–2001), deren Buch hier Kofler das Material geliefert hat, bringt in Bezug auf das angesprochene Ritual die Bretagne und Sardinien zusammen. (vgl. Cles-Reden 1960, 260)

PersonAutorIn/JournalistIn

Überkommener archäologischer Begriff, der frühzeitliche »Kulturen« charakterisieren will, in denen Steinmonumente eine Rolle spielten (vgl. Reden 1978)

Senator-Class: Privilegienprogramm des deutschen Flugunternehmens Lufthansa für Vielflieger

Kofler wandelt einen Ausspruch Elfriede Jelineks ab, den sie in einem Interview mit der Literaturkritikerin Sigrid Löffler im Umfeld des Erscheinens des Romans Lust (1989) tätigte: »Ich mag sie [die Männer] nicht, [...]. Aber ich bin sexuell auf Männer angewiesen [...].« (Löffler 1989 , 84)

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PersonAutorIn/JournalistIn

Accabbadora: die »Totschlägerin«. Bis ins 19. Jahrhundert gab es auf Sardinien angeblich den Brauch, die Alten zu töten – darin könnte sich »eine uralte Vorstellung aus der religiösen Welt der Megalithkulturen bis in historische Zeit erhalten« haben, der Glaube, dass der Mensch nach dem Tod in jenem Zustand weiterexistiert, in dem er sich im Augenblick des Todes befand, könnte zu diesem »Brauch« geführt haben: Man tötete die Alten, bevor sie hinfällig geworden waren. (vgl. Reden 1978, 170)

Bezeichnung des »geweihten Hammers« laut Cles-Reden (Cles-Reden 1960, 260)

PersonAutorIn/JournalistIn

Sibylle von Cles-Reden gibt ein »Protokoll« aus dem Jahre 1830 an, das eine solche Tötung schildert. Ein gebrechlicher Greis habe in einem Dorf der Bretagne selbst den Mel Beniguet bestellt. Die Dorfälteste habe unter anderen die Worte »hier ist, was Dich vom Schrecken des Todes und der Last des Lebens befreien wird« gesprochen, mit »gellender Stimme« gerufen »Du hast gut gelebt!« und dabei den Stein »ohne Gewalt« gesenkt. (Cles-Reden 1960, 263)

PersonAutorIn/JournalistIn

Sigmund Freud entwirft in »Das Unbehagen in der Kultur«»die Formel vom Kampf zwischen Eros und Todestrieb«. (Freud 1930, 125f.) Die Bezeichnung Thanatos für den Todestrieb stammt vom Freud-Schüler Ernst Federn.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Der von Kofler mehrfach herangezogenen Beitrag der Illustrierten »Neue Revue«1989 trägt den Untertitel: »Die fidelen Mordschwestern von Wien« (Sünder 1989, 6)

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MedienZeitung/ZeitschriftEreignis

Abwandlung des Titels in der »Neue«»n«» Revue«: »Wein und Sex auf der Todesstation « (Sünder 1989, 6)

MedienZeitung/Zeitschrift

Anspielung auf Michael Jeannée (* 1943), Boulevardjournalist, ab 1967 für den Wiener »Express« tätig, 1970 Wechsel zur »Kronen Zeitung«. 1973–1985 Chefreporter bei »Bild am Sonntag«, 1985 als Chefreporter Rückkehr zur »Kronen Zeitung«, 1993–2003 »Adabei«-Reporter des Blattes

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/Zeitschrift

Bezug zu einer Bildunterschrift im Bericht der »Neue«»n«» Revue«: »Schwester Traudl auf der Station beim Schmusen mit einem Oberarzt«. (Sünder 1989, 7)

MedienZeitung/Zeitschrift

Stefanija Meyer, Maria Gruber und Irene Leidolf waren die Komplizinnen Waltraud Wagners bei ihren Morden. Kofler bezieht sich auf den Bericht einer ehemaligen Kollegin in der »Neue«»n«» Revue«: »,Das war wie beim Militär: Sie war der General, die Mayer der Feldwebel, die Gruber der Unteroffizier, und die Leidolf hat getan, was ihr gesagt wurde.‘ […] Wenn auf Nachtwachen ein Patient klingelte, befahl die Wagner: ,Klingeln lassen. Net glei hinrennen.‘« (Sünder 1989, 7)

PersonVerbrecherInMedienZeitung/Zeitschrift

Anspielung auf das »Neue Testament«, in dem nach Jesu Weissagung der Hahn allerdings nur einmal krähen, Petrus ihn aber dreimal verleugnen werde: »Wahrlich ich sage dir: In dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen«. (Matthäus 26,35)

Zitate

Die von Kofler konsultierte »Neue Revue« zitiert den Leiter des Wiener Sicherheitsbüros, dem Wagners Augen aufgefallen seien: »Fischaugen. Wenn die starke Brille herunter war: eiskalt, ohne Leben.« (Sünder 1989, 7)

MedienZeitung/Zeitschrift

Weiteres Zitat aus dem Bericht der »Neue«»n«» Revue«: Nach dem dritten Mal Klingeln eines Patienten habe Wagner Befehl gegeben zu gehen: »Dann marschierte sie mit ihren Mordgesellinnen im Gleichschritt über den Gang.« (Sünder 1989, 7)

MedienZeitung/Zeitschrift

Weiteres Zitat aus dem Bericht der »Neue«»n«» Revue«: Die Krankenschwestern hätten den Patienten angeherrscht: »Was ist! Was willst du?« (Sünder 1989, 7)

MedienZeitung/Zeitschrift

Anspielung auf die Sieben letzten Worte Jesu am Kreuz, »Mich dürstet« ist das fünfte. (Johannes 19,28)

Eventuell Anspielung auf Hans-Peter Hasenöhrl (* 1946), Mitarbeiter im Lokalteil der »Kronen Zeitung«, ab 1986 Chefredakteur der »Salzburg Krone.«

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/Zeitschrift

Hütten auf der Apriacher Alm oberhalb des gleichnamigen Bauerndorfs unweit von Heiligenblut

TopographieOrtschaft

Geländestufe unterhalb des Sandkopfs

TopographieBerg

s. Eintrag ›sogenannte Entrische Kirche‹

Medien

Längsförmiger, übermannshoher Steinblock, der vor mehreren tausend Jahren – meist in der Nähe von Gräbern – aufgerichtet wurde

Kleines Fleißtal: Gebirgstal bei Heiligenblut in Kärnten. Der ehemalige Goldbergbau kann heute in einem Schaubergwerk (»Alter Pocher«) besichtigt werden.

TopographieOrtschaft

s. Eintrag ›kein Haider‹

PersonPolitikerInMedien

Truta mora: Figur der kärntnerisch-slowenischen Sagenwelt, seit dem Mittelhochdeutschen bezeugt. (vgl. Spamer 1958, 99) »Die Trut ist ein nächtliches Gespenst, das sich schlafenden Leuten auf die Brust setzt, wodurch diese an heftigen Atembeschwerden und Lähmung des Körpers leiden.« (Graber 1944, 140) Die »Truta mora« stellt eine Korrespondenz zu Christine Lavants Literatur her: In der Erzählung »Das Krüglein« etwa ist von Träumen die Rede, »die schlimmer waren als die Truta mora«. (Lavant 2015, 721)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

s. Eintrag ›Platz des himmlischen Friedens‹

Medien

s. Eintrag ›sogenannte Entrische Kirche‹

Medien

Roter Turm: Berg (2702 m) in den Lienzer Dolomiten, Osttirol, bekannt für seine Südwand mit Kletterrouten in hohen Schwierigkeitsgraden

TopographieBerg

Die Firma Wernicke aus dem bayrischen Ainring (Nachbargemeinde von Freilassing bei Salzburg) hat sich auf Autobusausflugsfahrten mit inkludierter Verkaufsveranstaltung (»Kaffeefahrten«) spezialisiert. Der deutsche Schriftsteller Michael Rutschky erwähnt in seiner »Ethnographie des Inlands« ebenfalls das Unternehmen Wernicke mit seinen »Werbeverkaufsveranstaltungen«. (Rutschky 1984, 96) Eine Bezugnahme Koflers hierauf ist nicht eindeutig nachweisbar, es ist auch ein Synchronismus denkbar.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

1989 erregte strenges, »schikanöses« Vorgehen des Kommandanten des Gendarmeriepostens in der Osttiroler Gemeine St. Jakob den Unmut der Bevölkerung und des Fremdenverkehrsvereins, es bildete sich laut »Kleine«»r«» Zeitung«, die Kofler hier laut Nachlass heranzog, ein »Personenkomitee zur Aufklärung der Vorfälle um Postenkommandant R. Müller«. (Hatz 1989)

TopographieOrtschaftMedienZeitung/ZeitschriftEreignis

Zitat aus Jean Baudrillards »Der symbolische Tausch und der Tod«: »Das Leben ist eine Art von »Verbrechen«, wenn es nicht durch ein kollektives Simulakrum des Todes wieder genommen und gesühnt wird.« (Baudrillard 2011, 237) Baudrillard bezieht sich damit auf eine in unserer Gegenwart unterdrückte »symbolische Ordnung«, in der das Leben so lange als Verbrechen bestehe, bis es dem Tod »zurückgegeben« werde. (Baudrillard 2011, 237) In primitiven Gesellschaften – Baudrillard spricht von »Wilden« – werde der Tod als »soziale Beziehung« anerkannt und der Gegensatz von Leben und Tod rituell in einem gesellschaftlichen Tauschakt aufgelöst.

PersonPolitikerInZitate

Kofler bezieht sich auf das Jelinek-Interview in der Zeitschrift »profil«. Sigrid Löffler paraphrasiert in einer ihrer Fragen eine Aussage Jelineks: »Sie sprachen von der phallischen Anmaßung des Kunst-Machens. […] Sie haben sich in der männlichen Kunstwelt auf phallische Art eine Stellung erschrieben« (Löffler 1989, 84).

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/Zeitschrift

Verkürztes Zitat aus Lexers »Kärntischem Wörterbuch«: »fut f. […] Grundform zu foutze«. (Lexer 1862, Sp. 106)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Matthias Lexer (1830–1892) stammte aus Liesing im Lesachtal, begann während seines Germanistikstudiums in Graz den Dialektwortschatz Kärntens zu untersuchen, 1860 an der Uni Erlangen Promotion mit dem »Kärntischen Wörterbuch«. Seine ab 1868 erarbeiteten mittelhochdeutschen Wörterbücher wurden zu bis heute verwendeten Standardwerken.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

s. Eintrag ›Der Hirt auf dem Felsen‹

Medien

Beim Begriff der »doppelten Überlegenheit« ist eine Spiegelung der zeitgenössisch viel diskutierten »doppelten Vergesellschaftung« und »doppelte Unterdrückung« der Frau, wie sie Regina Becker-Schmidt postulierte, denkbar. (vgl. Becker-Schmidt 1985)

Mit dem Objekt-Begriff dürfte Kofler hier auf Jean Baudrillards Ausführungen zum »sexuellen Objekt« in »Die fatalen Strategien« (»Les stratégies fatales«, 1983, dt. 1985) rekurrieren. Darin gesteht er dem Objekt entgegen landläufiger Vorstellungen gegenüber dem Subjekt die Handlungshoheit zu: »geht die Initiative nicht insgeheim vom Objekt aus?« (Baudrillard 1991, 148)

PersonPhilosophInZitate

Trud, Trute: deutschsprachige Bezeichnung in Kärnten für den nächtlichen, weiblichen Druckgeist (vgl. Lavant 2015, 721)

Kofler bezieht sich in diesem Satz auf die Ausführungen Georg Grabers zur »Truta mora« in seinen »Sagen aus Kärnten«: »Die Trut erscheint als kleines Faß (Panzile), als zottige Wolldecke (Kotze), in der Gestalt eines Kuhwampens mit dicken, spannenlangen Füßen und Händen […]. [...] Sie kriecht durch das Schlüsselloch, setzt sich dem im selben Augenblick Erwachenden auf die Brust, drückt ihn und saugt ihm das Blut aus« ( Graber 1944 , 140).

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PersonAutorIn/JournalistInZitate

Signifikant, Signifikat: Begriffe aus dem von Ferdinand de Saussure (1857–1913) begründeten linguistischen Strukturalismus: Signifikant (franz. signifiant) meint die Ausdrucksseite eines sprachlichen Zeichens, das Lautbild, »das Bezeichnende« – Signifikat (franz. signifié) meint »das Bezeichnete«, die Bedeutung des Zeichens. s. Eintrag ›Zeichen und Bedeutung‹

PersonAutorIn/JournalistInMedien

Kärntner Gemeinde im Gegendtal, 18 Kilometer nördlich des Villacher Stadtzentrums

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TopographieOrtschaftMedien

Tal im nördlichen Kärnten westlich der Stadt Friesach

TopographieOrtschaft

Teichl: kleines Nebental des Metnitztals

s. Eintrag ›Platz des himmlischen Friedens‹

Medien

s. Eintrag ›Der Hirt auf dem Felsen‹

Medien

Flurumgang: früher eine rituelle Begehung eines Flurstücks, entweder aus rechtlichen Gründen zur Bestätigung oder Abklärung der Flurgrenzen oder aus religiösen Gründen als Bittgang für eine gute Ernte

Stronachkogel: Berg (1831 m) in der Osttiroler Kreuzeckgruppe

TopographieBerg

Salman Rushdie (* 1947), britisch-indischer Schriftsteller, sein Roman »Die satanischen Verse« (1988) erlangte durch die (heute noch gültige) »Fatwa« des iranischen Staatschefs Khomeini, in der er Rushdie zum Tode verurteilte, weltweites Aufsehen. Das Urteil wurde mit dem angeblich islamfeindlichen Inhalt des Buches begründet.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

s. Eintrag ›Glockenbecherleute‹

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Medien

unterschlächtig: Antrieb (eines Wasserrads) durch unten durchfließendes Wasser

s. Eintrag ›sogenannte Entrische Kirche‹

Medien

»Das Reich der Zeichen« (»L’empire des signes« 1970, dt. 1981), literaturtheoretischer Essay von Roland Barthes

PersonPhilosophInZitate

Das französische Dol-de-Bretagne ist für einen fast zehn Meter hohen Menhir, einen prähistorischen Steinblock, bekannt.

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TopographieOrtschaftMedien

Sir Clement Raphael Freud (1924–2009), Enkel von Sigmund Freud, Schriftsteller, TV-/Radio-Moderator, einer der ersten »Promi-Köche« Englands; politisch aktiv

PersonAutorIn/JournalistIn

Kofler paraphrasiert eine Aussage Jelineks aus dem »profil«-Interview: »Ich wollte zeigen, daß die Frau in dem Augenblick, wo sie aktiv ein Objekt für ihre Begierde sucht – mit Freud gesagt: im Augenblick der phallischen Anmaßung der freien Objektwahl –, damit das Begehren des Mannes am sichersten auslöscht« (Löffler 1989, 83). s. Eintrag ›Männer stoßen mich ab‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/Zeitschrift

Hier bezieht sich Kofler auf Baudrillards Vorstellung, dass die Frau (das verführende Objekt) die Macht über das Subjekt (den Mann) hat. Die Frau sei in der »überlegeneren Position eines begehrten Objekts«. Dieses »Vorrecht« verliere sie, wenn sie auf das Begehren setze. (Baudrillard 1991, 151) »Wenn sie will, braucht die Frau nicht mehr verführen. Wenn die Frau will, muß der Mann sie immer verführen.« (Baudrillard 1991, S. 152)

PersonPhilosophIn

St. Martin-Sittich: Benennung der Bahnstation von St. Martin bei Feldkirchen, Sittich ist eine Katastralgemeinde von Feldkirchen.

TopographieOrtschaft

Zweiter Freitag nach Ostern, benannt nach den Nägeln im Kreuz Christi. An diesem Tag findet in Kärnten der »Vierbergelauf« statt, eine Eintages-Wallfahrt über Magdalensberg, Ulrichsberg, Veitsberg und Lorenziberg (52 km Länge). Die Anlehnung des Dreinagelfreitag an einen keltischen Fruchtbarkeitsritus wird kolportiert. (vgl. Schallenhofer o.J.)

TopographieBerg

Anspielung auf Wilhelm Pfannenstiel (1890–1982), Bakteriologe, SS-Sturmbannführer und »beratender Hygieniker« der Waffen-SS, war an der von Odilo Globocnik (s. Eintrag ›Globotschnigg‹p) geleiteten »Aktion Reinhard« beteiligt. (vgl. Kogon 1986 , 172) Kofler bezieht sich auf den Brauch des Räucherns, bei dem man in den sogenannten Raunächten (ab der Wintersonnenwende) mit einem metallenen Räuchergeschirr (Pfanne), in das Holzglut mit Weihrauch gestreut wird, durch das Bauernhaus geht.

PersonNationalsozialistInMedien

Mentschin: Geliebte (vgl. Lexer 1862, Sp. 190)

das Mädchen (dialektal)

s. Eintrag ›Geschichte vom Kreuz in der Nuß‹

Medien

Der Wachtelkönig gehört, zoologisch gesehen, zur Ordnung der Kranichvögel und ist nicht mit den Wachteln (Ordnung: Hühnervögel) verwandt. Da er etwas größer ist als die Wachtel, bezeichnete man ihn als König der Wachteln. Kofler bezieht sich wahrscheinlich auf das Gedicht »Dir untertänig durchs Mondgehör« von Christine Lavant, 1962 in einer Literaturzeitschrift erschienen. Die zweite Strophe lautet: »Du, wenn die dritte Saatfolge keimt [/] und das Enkelglied nachwächst im Hungerhalm, [/] bei Sonnenaufgang erwartet dich dann [/] der Wachtelkönig und ruft und verruft [/] jeden Tritt deiner herrischen Hufe [/] und verquert dir die Lichter« (Lavant 2014, 603).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Das »Schlagen« (Lautgeben) der Wachtel ist ein Motiv in Christine Lavants Gedichtband »Spindel im Mond« (1959), Lavant bringt es mit Herz und Herzschlag in Verbindung: »mein Herz, die Wachtel«. (Lavant 2014, 276) »Kornfeld« bezieht sich auf folgenden Gedichtanfang: »Der Südwind rührt sich im Wald [/] und die Wachtel im Weizen.« Später im Gedicht das »Wachtelschlagen«: »Aber ich habe Gottvater bestürmt [/] um einen leibhaftigen Beistand [/] beim Läuten des Winds, [/] beim Schlagen der Wachtel [/] und dem Schwund meines Herzschlags« (Lavant 2014, 333).

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Kofler bezieht sich hier auf die Sage »Freitagsträume«, in der zwei Millstätter Fischer in derselben Nacht träumen, dass ihre Boote zusammenstoßen und sie untergehen. Als die beiden am nächsten Morgen auf den See hinaus fahren, erzählen sie sich ihre Träume. »Hätten sie das unterlassen, so wäre das Traumgesicht Wahrheit geworden. Von dieser Begebenheit soll der Glaube herstammen, daß Freitags- und Sonntagsträume wahr sind und ihre Erfüllung durch Erzählen vereitelt werden kann« (Graber 1921, 207).

Anspielung auf Christine Lavant (1915–1973, eigentl. Christine Tonhauser), blieb die überwiegende Zeit ihres von Krankheiten gezeichneten Lebens in St. Stefan im Lavanttal wohnhaft.

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PersonAutorIn/JournalistIn

Anspielung auf die Schriftstellerin Ingeborg Teuffenbach (1914–1992). Sie stammte ebenfalls aus dem Lavanttal, war seit 1935 NSDAP-Mitglied, im »Dritten Reich« eine »bekannte Autorin und geschätzte Persönlichkeit«, ab den 1960er Jahren »vollzog [sie] eine Wende hin zur literarischen Moderne«. (Moser 2003, 129f.) Sie wurde zu einer Förderin und Kennerin der zeitgenössischen Literatur. Sie war maßgeblich an den »Österreichischen Jugendkulturwochen« (bis 1969), an denen auch Kofler teilnahm, und den »Innsbrucker Wochenendgesprächen« (ab 1977) beteiligt.

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PersonAutorIn/JournalistIn

Siedlung am Ausgang des Lavanttals, neun Kilometer südöstlich von St. Paul im Lavanttal

TopographieOrtschaft

Gemeinde im oberen Lavanttal in der Nähe der Pack. Kofler bezieht sich hier auf Teuffenbachs Bericht, sie habe in der Korrespondenz mit Christine Lavant den Dorfnamen Ettendorf für freundliche Umstände, Preitenegg für feindliche verwendet. Diese Privatnomenklatur (»Geheimsprache«) habe sich auf einen guten und einen schlechten Dienstplatz einer Verwandten Lavants bezogen. (Teuffenbach 1989, 129)

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Dorf am Fuß der Koralpe, Teil der Gemeinde St. Andrä im Lavanttal. Der Einbezug dieses Dorfnamens in die Lavant-Teuffenbach’sche Privatnomenklatur ist eine Erfindung Koflers.

TopographieOrtschaft

Paula Grogger (1892–1984), österreichische Schriftstellerin, hatte mit ihrem Roman »Das Grimmingtor« (1926) großen Erfolg. 1929 aufgrund der labilen Gesundheit in den Ruhestand versetzt, widmete sie sich ganz ihrer im Regionalen verwurzelten Dichtung. Ihr Volksschauspiel »Die Hochzeit« (1936) wird heute noch alle fünf Jahre in ihrem Heimatort Öblarn im Ennstal von Laienschauspielern aufgeführt. Grogger vermittelte die ihr zugesandten Gedichte Christine Lavants an den Verleger des Stuttgarter Brentano Verlags, wo ab 1948 ihre ersten Bücher erschienen.

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PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Otto Scrinzi (1918–2012), Studium der Medizin, ab 1940 Mitarbeit am Innsbrucker »Institut für Erb- und Rassenbiologie«, bereits vor dem »Anschluss« in NS-Kreisen aktiv, SA- und NSDAP-Mitglied, 1949–1956 Landtagsabgeordneter und Landesobmann des »Verbandes der Unabhängigen«, der Vorgängerpartei der FPÖ, 1966 bis 1979 Nationalratsabgeordneter der FPÖ, 1986 Kandidatur bei der der Bundespräsidentenwahl. Als Neurologe am Landeskrankenhaus Klagenfurt lernte er Lavant in den 1960er Jahren als Patientin kennen, es entwickelte sich eine Freundschaft. Scrinzi betätigte sich auch als Lavant-Exeget (»Die furchtbare Geißel ihrer körperlichen Leiden und ihrer seelischen Not waren die Morgengabe ihrer Kunst.«Scrinzi 1975 , 170)

PersonNationalsozialistInAutorIn/JournalistIn

Josef (auch: Jozej) Strutz (* 1952), Studium der deutschen und slowenischne Literatur und Philosophie an der Universität Klagenfurt. Strutz ist als Schriftsteller, Herausgeber und als Übersetzer tätig. Er war von 1987 bis 1992 Leiter des Robert-Musil-Archivs, 1978 bis 2010 als Lehrer an der HAK Klagenfurt tätig.

PersonAutorIn/JournalistIn

Möglicherweise parodiert Kofler hier die Lavant-Exegese Josef Strutz’, der in seiner Arbeit »Poetik und Existenzproblematik« (1979) u.a. Spuren des Indogermanischen, der tantrischen Philosophie, des Mythischen im Lavant’schen Werk untersucht.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Erste Strophe des Gedichts »So eine wildfremde Sonne!« aus dem Gedichtband »Spindel im Mond« (1959) von Christine Lavant (Lavant 2014, 260)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Der Archivar des Kärntner Landesarchivs, Karl Dinklage, gründete 1961 den Verein Robert-Musil-Archiv, 1980 wurde das Musil-Museum eröffnet. Auf Betreiben Dinklages gelangte der persönliche Nachlass Musils nach Klagenfurt. 1987 erwarb die Stadtgemeinde Klagenfurt das »Musil-Haus«. Nach dem Tod Dinklages 1987 leitete Josef Strutz das Musik-Archiv. Heute beherbergt das »Musil Haus« auch das Robert-Musil-Institut für Literaturforschung sowie das Kärntner Literaturarchiv und ist der Universität Klagenfurt angeschlossen.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInEreignis

Herbert Strutz (1902–1973), Journalist und Schriftsteller, nach verschiedenen Ausbildungen ab 1923 Journalist in Wien, ab den 1930er Jahren auch Schriftsteller, 1933 (illegales) NSDAP-Mitglied, 1945 nach kurzer Kriegsgefangenschaft nach Klagenfurt, bis 1955 Kritiker bei der »Volkszeitung«. 1941 erschien Strutz’ »Gnade der Heimat«, ein Band mit vordergründig unpolitischen Gedichten zum Lob der Scholle und des Bauerntums.

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TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/ZeitschriftZitate

Josef Friedrich Perkonig (1890–1959), Schriftsteller und Lehrer, »der Dichter Kärntens« (Aufschrift auf dem Grabstein des Ehrengrabs am Klagenfurter Friedhof Annabichl), bereits im Austrofaschismus hoch dekoriert (Staatspreis 1935), NS-Sympathisant, Obmann der Kärntner Landesstelle der Schriftsteller der Reichsschrifttumskammer. In seinen Texten thematisierte er das einfache bäuerliche Leben sowie seine Liebe zur Kärntner Heimat.

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PersonAutorIn/JournalistInMedien

1880 wurde in Wien der »Deutsche Schulverein« gegründet, Ziel war die Förderung und Pflege der deutschen Sprache an den innerösterreichischen Sprachgrenzen bzw. in den Sprachinseln des Reichsgebietes (etwa durch Schulbauten). 1889 wurde der »Verein Südmark« mit Sitz in Grazgegründet. Nach dem Ende der Monarchie versuchte er das Deutschtum in Slowenien zu verteidigen, der »Deutsche Schulverein Südmark« (seit 1925) war eine Organisation, in der während des Austrofaschismus »illegale« Nationalsozialisten politisch tätig sein konnten. (vgl. Promitzer 2004, 95)

Seit 1860 werden »Deutsche Turnfeste« abgehalten, ab 1933 wurden die Großveranstaltungen propagandistisch vereinnahmt, das war besonders im Juli 1938 in Breslau der Fall, als der Einmarsch in die Tschechoslowakei »vorbereitet« wurde.

TopographieOrtschaft

Das heutige Saarländische Staatstheater in Saarbrücken wurde 1938 von Adolf Hitler als »Gautheater Saarpfalz« eröffnet.

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TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistInMedienEreignis

1930 gegründete paramilitärische Unterorganisation der NSDAP

Für die Bräute von SS-Angehörigen war der Besuch einer sogenannten Bräuteschule vorgeschrieben, wo in mehrwöchigen Lehrgängen Haushaltsführung und Säuglingspflege gelehrt wurde. Auf der Wannsee-Insel Schwanenwerder im Südwesten Berlins bestand seit 1937 eine »Reichsbräuteschule« des »Deutschen Frauenwerks«.

»Hilfszüge« waren Propagandainstrumente der NSDAP, so organisierte man nach dem »Anschluss« Österreichs 1938 groß angelegte Ausspeisungen auf Lastwägen, die über Land fuhren, am bekanntesten war der »Hilfszug Bayern«.

»Der deutsche Mittagstisch« (1978): Dramolett von Thomas Bernhard, in dem sich eine achtundneunzig Personen umfassende Familie zur Nudelsuppe versammelt, die sich als »Nazisuppe« erweist. s. Eintrag ›Nazisuppenzauberflöte‹

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt war ein 1932 gegründeter Verein, der sich vorerst um Bedürfte kümmerte, später zum Dienstleister (u.a. Kindergärten, Erholungsheime, »Kinderlandverschickung«) wurde.

Die bedeutendste literarische Veranstaltung in der NS-Zeit, organisiert von Goebbels’ Ministerium. Das erste der alljährlichen »Großdeutschen Dichtertreffen« fand 1938 statt, aus Österreich waren Franz Tumler und Gertrud Fussenegger dreimal eingeladen (vgl. Baur/Gradwohl-Schlacher 2014, 35), der von Kofler erwähnte Karl Heinrich Waggerl einmal.

PersonAutorIn/JournalistInEreignis

Anspielung auf die »Österreichischen Jugendkulturwochen«, die 1950–1969 jährlich in Innsbruck stattfanden. Der junge Werner Kofler nahm bereits 1965 an der Veranstaltung bei, 1969, als Elfriede Jelinek den Lyrikpreis erhielt, ein weiteres Mal. Ingeborg Teuffenbach wurde hier zu einer Verfechterin avancierter Richtungen, ab den sechziger Jahren nahm sie die Rolle der »Gastgeberin« ein. (vgl. Riccabona/Wimmer/Meller 2006)

PersonAutorIn/JournalistIn

Ina Seidel (1885–1974), deutsche Schriftstellerin, Hauptwerk war der Roman »Das Wunschkind« (1930). Nach der »Machtergreifung« Hitlers beteiligte sie sich am Führerkult, nach 1945 veröffentlichte sie ohne Zäsur.

PersonAutorIn/JournalistInNationalsozialistInZitate

Agnes Miedel (1879–1964), deutsche Schriftstellerin, lebte bis 1945 in Königsberg, Anhängerin des Nationalsozialismus.

PersonAutorIn/JournalistIn

Gertrud Fussenegger (1912–2009), österreichische Schriftstellerin, ab 1933 NSDAP-Mitglied, ihre vom Katholizismus geprägte Literatur fand auch im »Dritten Reich« Verleger und Publikum, nach 1945 war sie bis zu ihrem Tod fixer (wenn auch nicht unumstrittener) Bestandteil des konservativen Teils des Literaturbetriebs

PersonAutorIn/JournalistIn

Karl Heinrich Waggerl (1897–1973), österreichischer Schriftsteller, sein Debüt, der Roman »Brot« (1930), im Leipziger Insel Verlag war ein großer Erfolg, seit 1923 im Salzburger Wagrain wohnhaft, 1938 NSDAP-Mitglied, Salzburger Landesobmann der Sektion Schriftsteller der Reichsschrifttumskammer, nach 1945 reüssierte er als vielgelesener und umtriebiger Heimatdichter.

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TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

»Saat und Reife. Bekenntnisse der Liebe und des Glaubens« (1938): Buchveröffentlichung von Ingeborg Teuffenbach, die sie Adolf Hitler widmete. Odilo Globocnik (s. Eintrag ›Globotschnigg‹), 1938 Wiener Gauleiter, schrieb in seiner Vorbemerkung, dass hier eine »junge Nationalsozialistin« schreibe, die »Streiterin« der »Kampfzeit vor der Machtergreifung in Österreich« gewesen sei. (Teuffenbach 1938, 7) Im ersten Zitat gibt Kofler die ersten und die letzten beiden Verse des titelgebenden Gedichts wieder (Teuffenbach 1938, 9), im zweiten – unter Auslassung eines Verses – die mittlere Strophe des Gedichts »Kärntner Gelöbnis«: »Blut und Erbe der Germanen [/] ist in unserem Geschlecht; [/] Blut und Erbe läßt uns ahnen: [/] Nur des Führers heilige Fahnen [/] schützen unser heilig Recht!«

PersonAutorIn/JournalistInNationalsozialistInMedienZitate

Julfeier: von den »Turnerbünden« noch heute begangene feierliche Veranstaltung zur Wintersonnenwende. Seinen Ursprung hat das Fest im vorchristlichen Skandinavien, die Rituale wurde christlich überprägt (»Weihnachten« heißt »Jul« auf Schwedisch). Während des Nationalsozialismus wurde versucht, das Weihnachtsfest durch Julfeste zu ersetzen. Thingstätte: Im frühen Nationalsozialismus ab 1933 wurden deutschlandweit »Thingstätten« errichtet – Freilichttheater an landschaftliche exponierten Stellen für »Thingspiele«. Man leitete diese »Kultur« vom Thing, der germanischen Volks- und Gerichtsversammlung, her. Nachdem sich andere Medien als wirkungsvoller herausstellten, wandten sich die Machthaber Mitte der 1930er Jahre von der »Thingstättenkultur« ab.

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Medien

s. Eintrag ›Glockenbecherleute‹

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Medien

Abkürzung für »Kraftradmelder«, motorisierte Verbindungsleute in Armeeeinheiten oder bei Hilfsorganisationen

Gauturnwart: organisatorischer Leiter eines »Turngaues«, einer topographischen Einheit des deutschen oder österreichischen »Turnerbundes« – eine Bezeichnung, die aus der im 19. Jahrhundert entwickelten deutschnational determinierten und an »Turnvater Jahn« ausgerichteten Struktur dieser Organisationen herrührt

Zauberschwert in Richard Wagners »Ring der Nibelungen« (s. Eintrag ›Nothung, Nothung‹)

PersonMusikerInMedienMusik

Fridjof Capra (* 1939), Sohn von Ingeborg Teuffenbach und dem SS-Offizier Heinz Capra, einem zeitweisen Assistent von Odilo Globocnik (s. Eintrag ›Globotschnigg‹). Capra promovierte 1966 in Theoretischer Physik in Wien, er lebt und lehrt seit Ende der 60er Jahre in den USA. Er vertritt einen ganzheitlichen Ansatz, der das westlich-analytische Denken durch östliche Philosophie und Spiritualität ergänzt sehen möchte.

PersonAutorIn/JournalistInNationalsozialistInMedien

Fridjof Capras populärwissenschaftliches Buch »Wendezeit« (1983) war ein Schlüsselwerk der »New Age«-Bewegung.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Fridjof Capra ging nach seiner Promotion zuerst nach Paris und London, danach nach Kalifornien, wo er an den Universitäten Stanford (Stanford Linear Accelerator Center, Palo Alto) und Berkeley arbeitete.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Letzte Strophe des 3. Teils des Gedichts »Die deutsche Mutter spricht «aus Teuffenbachs »Saat und Reife«. (Teuffenbach 1938, 79)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Stadtgemeinde im Kärntner Lavanttal, Bezirkshauptstadt. Christine Lavant stammte aus dem südlich benachbarten Ort St. Stefan, Ingeborg Teuffenbach aus Wolfsberg selbst.

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Abgewandeltes Zitat aus Ingeborg Teuffenbachs Buch über ihre Freundschaft zu Christine Lavant: »[...] aber in diesem schönen Wolfsberger Sommer, in dem ich mich mit den Gedichten Rupert Brookes beschäftigte [...]« . ( Teuffenbach 1989 , 44) Rupert Brooke (1887–1915), englischer Lyriker, »who for most of the past century has ranked among Britain’s best-known and most beloved cultural figures [...]. […] He was a minor celebrity before he died and a monstrous one afterward« . ( Scutts 2015 )

PersonAutorIn/JournalistIn

Teuffenbach berichtet mehrfach von den seherischen Fähigkeiten Lavants, etwa indem sie den Tod Ludwig von Fickers vorausgesehen habe (vgl. Teuffenbach 1989, 135)

PersonAutorIn/JournalistIn

Morris Berman (* 1944), US-amerikanischer Historiker und Kulturkritiker, rief 1981 mit dem Buch »The reenchantment of the world « das »Ende des Newton’schen Zeitalters« aus (so der Untertitel der dt. Ausgabe 1983). Ingeborg Teuffenbach bezieht Bermans Aussage, die neuzeitliche Geschichte sei auf geistiger Ebene von Entzauberung geprägt, auf Lavant, auf deren Denken das nicht zutreffe ( vgl. Teuffenbach 1989, 44).

PersonAutorIn/JournalistIn

Teuffenbach spricht von den »Nachmittagsunterhaltungen« mit Lavant, ein Foto im Buch trägt den Titel »Gesprächsplatz der Lavantnachmittage«. ( Teuffenbach 1989 , 83)

PersonAutorIn/JournalistIn

Dieses Kleindenkmal in Wolfsberg war ursprünglich mitten in der Lavant auf einem Felsen aufgestellt, 1986 wurde es in einen Teich neben der umgeleiteten Lavant umgesiedelt. Es erinnert der Sage nach an die Vertreibung der Juden aus Wolfsberg 1338 – Kofler gibt die bei Teuffenbach (Teuffenbach 1989, 51) erwähnte falsche Jahreszahl 1339 wieder. Das Wolfsberger Progrom ist historisch belegt, es wurden auch Personen ermordet. (vgl. Wiedl 2010, 3) Wie meist stützte sich die Vertreibung/Ermordung auf das Gerücht einer Hostienschändung. Beim »Judenstein« sollen sich die geschändeten Hostien von selbst im Fluss gereinigt haben. (vgl. Graber 1944, 331f.) Dass Kofler in mehreren Passagen des Buches auf die »Sagen aus Kärnten« von Georg Graber zurückgreift, ist kein Zufall: Graber gab das Buch 1944 heraus, laut einer Aussage Koflers war er Mitglied im Bereich »Ahnenerbe« der SS. (vgl. Corrêa 2004, 62)

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TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInZitate

Der Ammann-Verlag schrieb im Klappentext zu Teuffenbachs Buch »Christine Lavant – Zeugnis einer Freundschaft« (1989) von einem »Dokument einer Freundschaft zwischen zwei Frauen, einer Freundschaft, die durch alle Höhen und Tiefen hindurchgegangen ist.«

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Lavant und Teuffenbach nutzten ein Papiergeschäft als eine Art Mittlerstation, wo sie Briefe füreinander deponierten. Dieses lag, wie ein Brief Lavants an Teuffenbach vermerkt, neben dem Schuhgeschäft Renger: »dann geben Sie halt die Schuhe u. den Gedichtband bei der Papierhandlung ,Kunter‘ (neben Renger) für mich ab.« (Brief vom 6.8.1948; Steinsiek 1997, 26)

TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

»Zeugnis einer Freundschaft « ist der Untertitel der Publikation »Christine Lavant – »Gerufen nach dem Fluß«« von Ingeborg Teuffenbach, die 1989 im Zürcher Ammann-Verlag erschien und viele bis dahin unveröffentlichte Gedichte und Briefe Christine Lavants enthält. Teuffenbach verwischt in dieser »poetischen Biographie« unreflektiert und ungenau Sachinformationen, Dokumente, Erinnerungen, Imaginationen, Zitate. (vgl. Steinsiek 1998, 217)

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PersonAutorIn/JournalistInZitate

Wörtliches Zitat aus Teuffenbachs Lavant-Buch, in dem sie aus Briefen Lavants zitiert. (Teuffenbach 1989, 76)

PersonAutorIn/JournalistIn

1987 erschien in der »Bibliothek Suhrkamp« eine von Thomas Bernhard zusammengestellte Auswahl von Gedichten Christine Lavants, eine Auswahl, die, so Bernhard, »nur meinem Verstand« folge. (Lavant 1987, 91) Die Gedichtauswahl umfasst 88 Seiten, daher Koflers Correctio »noch so wenige Gedichte«.

PersonAutorIn/JournalistIn

Zitat aus Teuffenbachs Lavant-Buch: Es habe Leser gegeben, die der Lavant Wahnsinn vorgeworfen hätten, »besonders dort, wo von den aufsteigenden Wurzelenergien die Rede war.« (Teuffenbach 1989, 124)

PersonAutorIn/JournalistIn

Montiertes Zitat aus Teuffenbachs Lavant-Buch: »Bei den Schamanen markiert die Lichterfahrung den Übergang vom Ego zum Selbst. Sie ist ein Wesensmerkmal der Erleuchtung. […] Die Lavant war eine Lampe, die viel zu hoch brannte, Auch Blitz- und Kristallerfahrungen sind in ihrem Werk zu finden.« (Teuffenbach 1989, 156)

PersonAutorIn/JournalistIn

s. Eintrag ›Auf den Spuren des Wachtelkönigs‹

Medien

Die beiden ersten Verse des Lavant-Gedichts »Reiß mich los« (Lavant 2014, 276)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Wörtliches Zitat aus Teuffenbachs Lavant-Buch. (Teuffenbach 1989, 18f.)

PersonAutorIn/JournalistIn

Zitat aus einem unveröffentlichten Gedicht, das Lavant an Teuffenbach gesandt hatte (Teuffenbach 1989, 98)

PersonAutorIn/JournalistIn

Jakob Böhme (1575–1624): deutscher Mystiker, Vertreter des Pantheismus. Böhme beeinflusste Paracelsus – und umgekehrt. Paracelsus (1493–1541): Arzt, Alchemist, Mystiker, Philosoph, wegen seiner umstrittenen angewandten Methoden viel auf Wanderschaft, einige Zeit hielt er sich auch in Kärnten auf. Novalis (1772–1801): deutscher Dichter der Frühromantik

PersonAutorIn/JournalistIn

Wörtliches Zitat aus Teuffenbachs Lavant-Buch. (Teuffenbach 1989, 165)

PersonAutorIn/JournalistIn

Teuffenbach spricht von den »typischen lavantschen Doppelwörter[n]«, Kofler zitiert diese anschließend in anderer Reihenfolge als bei Teuffenbach. (Teuffenbach 1989, 164f.)

PersonAutorIn/JournalistIn

Ingeborg Bachmann (1926–1973), österreichische Schriftstellerin, in Klagenfurt aufgewachsen

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TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistIn

Vollständiges Zitat der ersten sieben Verse des Lavant-Gedichts »Der Südwind rührt sich im Wald« (Lavant 2014, 333)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Erste Strophe des Lavant-Gedichts »Ich höre kommen den schweren Mond« aus der Sammlung »Spindel im Mond« (Lavant 2014, 376)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Im Juli 1945 wurde in Villach die Firma »Dachpappenfabrik und Bauunternehmen Ing. Alfred Kofler« gegründet. 1950 schied Kofler aus, von nun an nannte sich die Firma »Villacher Dachpappenfabrik Geissler u. Pehr«, ab 1953 »Villacher Asphaltgesellschaft Geissler u. Pehr«, kurz: »Villas« (unter dem Namen Villas Austria besteht die Firma heute noch). (vgl. Kohl 2010) Die Firma Villas war Ende der 1980er Jahre Hauptsponsor des Villacher Eishockeyvereins VSV.

PersonUnternehmerIn

Trikot- und Klubfarbe des VSV, des Eishockey-Clubs Villacher Sportverein

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Trikot- und Klubfarbe des KAC, des Eishockeyvereins Klagenfurter Athletiksport Club

Rick Wilson (1962–2016), US-amerikanischer Eishockeyspieler, kam auf 235 Einsätze in der NHL, spielte zwei Saisonen in Villach (1988/89, 1990/91), wo er einer der Publikumslieblinge war. Er brachte es bei seinen 89 Spielen in Österreich auf 118 Punkte.

TopographieOrtschaft

Keneth Strong (* 1963), kanadisch-österreichischer Eishockeyspieler, ab der Saison 1987/88 spielte er für den VSV, er gehörte dem Meisterteam der Saisonen 1991/92 und 1992/93 an.

Johann Sulzer (* 1959), österreichischer Eishockeyspieler, zwischen 1979 und 1991 siebenmal Meister mit dem KAC, Mitglied der Nationalmannschaft

Harald Schrott, österreichischer Eishockeyspieler, spielte zwei Saisonen (1988/89, 1990/91) beim KAC, 1990/91 österreichischer Meister.

Günther Lanzinger (* 1972), österreichischer Eishockeyspieler, Bundesliga-Debüt 1989 als 17-Jähriger (spielte bis 2010 beim VSV)

Klaus Wagenbach (* 1930), deutscher Verleger, gründete 1964 den Wagenbach-Verlag in Berlin. In den 1960er und 1970er Jahren wichtige Figur der »Außerparlamentarischen Opposition«, wegen seiner Kontakte zur RAF im Kreuzfeuer der Kritik. Wagenbach war von 1975 bis 1985 Koflers Verleger.

»Naturgemäß« gilt als »Signalwort« für die Literatur Thomas Bernhards. (vgl. u.a. Piechotta 1982)

PersonAutorIn/JournalistIn

Herbert Hohenberger (* 1969), österreichischer Eishockeyspieler, Bundesliga-Debüt für den VSV 1989, er unterbrach seine Tätigkeit für den Klub immer wieder durch Auslandsengagements.

Ottokar Kernstock (1848–1928), Dichter und Priester, Tätigkeit als Kaplan und Pfarrer in der Oststeiermark, deutschnational eingestellter Heimatdichter, Dichter der österreichischen Bundeshymne 1930–1938, berühmt-berüchtigt für sein »Hakenkreuzlied« (1923)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Fred Bertelmann (1925–2014), deutscher Schlagersänger, kam während seiner Kriegsgefangenschaft 1944–46 in den USA mit Swing in Berührung, in Deutschland erlangte er 1957 mit »Der lachende Vagabund« einen großen Hit (weltweit 3,5 Mio. verkaufte Singles).

PersonMusikerInMedienMusik

1946 erschien die erste Auflage des Lesebuchs »Bei uns daheim« mit »Lesestoffen für die zweite Schulstufe der österreichischen Volksschulen«. Die erwähnte Geschichte und das Märchen kommendarin nicht vor. (vgl. Bei uns daheim 1946) In »Guggile« berichtet der Ich-Erzähler, dass ihm sein Halbbruder »Ernsti« oft aus dem Lesebuch»«vorgelesen habe (GU 59, s. Eintrag ›bei uns daheim‹)

MedienZitate

Dynamo Berlin war einer der erfolgreichsten Eishockeyklubs in der DDR, 1960–1962 DDR-Meister, durch einen Sieg gegen den westdeutschen Meister EC Bad Tölz wurde die Mannschaft 1960 inoffizieller »gesamtdeutscher Meister«. Die Sturmreihe Bernd Hiller (* 1942), Joachim Ziesche (* 1939) und Gerhard Klügel (*?) war auch Teil der Nationalmannschaft.

Die von den Alliierten im Potsdamer Abkommen (2. August 1945) festgelegte Grenze zwischen Polen und Deutschland entlang der beiden Flüsse Oder und Neiße

Reinhold von Mohrenschildt (1915–1990), österreichischer SS-Hauptsturmführer, als Beauftragter des »Reichskommissars für die Festigung deutschen Volkstums« (Himmler) der höchste Repräsentant der Siedlungspolitik Himmlers im Distrikt Lublin. Mohrenschildt bildete mit Odilo Globocnik (s. Eintrag ›Globotschnigg‹), Ernst de (s. Eintrag ›Tanzcafé Lerch‹), dem SS-Arzt Siegbert Ramsauer und dem Kärntner Gauleiter Friedrich Rainer eine Gruppe von fünf fanatischen Nationalsozialisten, die in Klagenfurt ihren Ausgangspunkt hatte. (vgl. Riess 2015 )

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TopographieOrtschaftPersonNationalsozialistInMedien

Von Lublin aus wurde 1942/43 unter der Leitung von Odilo Globocnik (s. Eintrag ›Globotschnigg‹) die »Aktion Reinhardt« organisiert, die systematische Ermordung der jüdischen Bevölkerung im »Generalgouvernement« Polen. In hohen Funktionen daran beteiligt waren Ernst Lerch (s. Eintrag ›Tanzcafé Lerch‹) und der Oswald Pohl (1892–1951), General der Waffen SS, der ab 1942 das SS-Wirtschafts- und Verwaltungshautamt leitete, dem die »Generalinspektion Konzentrationslagerwesen« unterstand.

PersonNationalsozialistInMedienEreignis

Anfang der 1950er Jahre entwickelte der Maler Alfons Walde einen roten Teufel als Werbesujet für die Schischule Kitzbühel. Dem folgend wurden die Schilehrer mit roten Pullovern ausgestattet und damit selber zu »Roten Teufeln«. (vgl. Skischule Kitzbühel o.J.)

TopographieOrtschaft

Johann Jöchl und Alois Bachler waren erfolgreiche Tiroler Radrennfahrer. Die Radunion St. Johann in Tirol veranstaltet »Johann Jöchl und Alois Bachler Gedächtnisrennen«. (vgl. www.radunion-stjohann.at 5.10.2016)

(Sir) Galahad: Ritter der Tafelrunde in der Artussage. Kid Gallahad: Bezieht sich auf den Boxerfilm »Kid Galahad« (1937), in dem unter der Regie von Michael CurtizEdward G. Robinson, Bette Davis und Humphrey Bogart die Hauptrollen spielen. Der Film erfuhr 1962 als Musical mit Elvis Presley (dt. Titel: »Kid Galahad Harte Fäuste, heiße Liebe«) ein Remake.

PersonSchauspielerIn/RegisseurInMusikerInMedienFilm/Fernsehen/Radio

Name eines gesuchten Verbrechers in Karl Mays Roman »Im Tal des Todes« (s. Eintrag ›Im Tal des Todes‹)

PersonAutorIn/JournalistInMedien

Friedrich Rainer (1903–1947), 1923 SA-Mitglied, 1930 NSDAP-Mitglied, arbeitete als Notar in Klagenfurt, 1938 Gauleiter von Salzburg, 1941 Gauleiter von Kärnten, 1943 zusätzlich Leitung der Zivilverwaltung in der »Operationszone Adriatisches Küstenland«, wo Odilo Globocnik (s. Eintrag ›Globotschnigg‹), Rainers Freund, aufseiten der SS die Partisanenbekämpfung und Judendeportationen leitete.

PersonNationalsozialistInMedien

Peter Demetz (* 1922), Literaturwissenschaftler, 1956–1991 an der Yale University tätig (s. Eintrag ›Hier schreibt sich ein Autor‹)

PersonAutorIn/JournalistInMedien

Christoph Ransmayr (* 1954), österreichischer Schriftsteller, er gehört seit dem Roman »Die letzte Welt« (1988) zu dem meistgelesen Autoren des Landes (s. Eintrag ›Die letzte Welt‹).

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PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Giacomo Puccini (1854–1924), italienischer Komponist, bekannt ist er vor allem für seine Opern (»La Bohème«,»«»Tosca«, »Madame Butterfly«,»«»Turandot«).

PersonMusikerInMedienMusik

1976 in Krems gegründete Institution zur Erforschung und Dokumentation des Dialekts und der Dialektliteratur jenseits volkstümlicher Idyllisierungen, nennt sich auch »Institut für regionale Sprachen und Kulturen« (vgl. www.cultura.at/idi, 19.7.2017).

Kofler bezieht sich wahrscheinlich auf die ehemalige Konditorei Preinsack in Graz. Das Familienunternehmen betrieb in der steirischen Hauptstadt fünf Filialen, die 2005 geschlossen werden mussten (vgl. Rombold 2016).

Christoph Hein (* 1944), deutscher Schriftsteller, lebte in der DDR. Heinrich Heine (1797–1856): deutscher Schriftsteller, oft als »letzter Dichter der Romantik« tituliert. Mit »Heiner« ist möglicherweise Heiner Müller (1929–1995), deutscher Dramatiker, gemeint.

PersonAutorIn/JournalistIn

Protagonist in Karl Mays»Im Tal des Todes« (s. Eintrag ›Im Tal des Todes‹)

PersonAutorIn/JournalistInMedien

Gert Jonke (1946–2009), österreichischer Schriftsteller

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PersonAutorIn/JournalistInMedien

Salzämter überwachten in Österreich den Salzhandel, im 19. Jahrhundert wurden sie aufgelöst. Heute steht dieser Spruch für die Sinnlosigkeit eines Begehrens – wie die Eingabe bei einem nicht vorhandenen Amt.

Franz Fernolendt kam 1831 nach Wien, um Apotheker zu werden, und erfand 1832 eine Glanzwichse. 1901 wurde der Markenname Nigrin für Lederpflegemittel beim deutschen Patent- und Markenamt eingetragen (Fa. Carl Friedrich Gentner, Göppingen).

PersonUnternehmerIn

Karl Schmoll (1852–1936) entwickelte ab 1892 in Wien Leder-Putzpasten, die vor allem beim Militär viel eingesetzt wurden. s. Eintrag ›schmollpasta‹

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PersonUnternehmerInMedien

Arnulf Komposch, 1987–1998 Leiter der Kriminalabteilung der Bundespolizeidirektion Villach

Fidel: wahrscheinlich Anspielung auf Fidel Castro (1927–2016), 1959–2011 kommunistischer Staatschef Kubas

PersonPolitikerIn

Anspielung auf die Kinder-Fernsehserie »Meister Eder und sein Pumuckl« (BRD 1978–1981, 1984–1987).

PersonMedienFilm/Fernsehen/Radio

Uwe Koch (* 1954), deutscher Schriftsteller, mit dem Roman »Der Mann aus Sand« (1989) war er Verlagskollege Koflers bei Rowohlt.

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Alfred Hrdlicka (1928–2009), österreichischer Bildhauer und bildender Künstler, 1971–1985 Professur in Stuttgart, ab 1989 in Wien, nicht zuletzt bekannt durch seine Denkmäler im öffentlichen Raum und sein antifaschistisches Engagement

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Medien

s. Eintrag ›sogenannten Entrischen Kirche‹

Medien

s. Eintrag ›sogenannte Entrische Kirche‹

Medien

In der Forschung ist von einer Grimm’schen Redaktion des »Kärntischen Wörterbuch«»s «nicht die Rede; Ingo Reiffenstein (Reiffenstein 1993, 85) erwähnt nur das briefliche Lob Jacob Grimms für das Wörterbuch. Lexer arbeitete ab 1881 am »Deutschen Wörterbuch« mit (N–Quurren, T–Tölp), das war allerdings lange nach Jacob Grimms Tod 1863. (vgl. Schlaefer 1993)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Die Herkunft des Adjektivs »entrisch« führt Lexer nicht aus, Kofler kombiniert und paraphrasiert hier Lexers Ausführungen zum Lexem »ent«. Den Bezug zu »ante« sieht Lexer nicht bei »entrisch«, sondern bei »entern« (Furcht empfinden) (Lexer 1862, Sp. 86).

PersonAutorIn/JournalistIn

August Pepöck (1887–1967), österreichischer Komponist, die Operetten »Hofball in Schönbrunn« (1937) sowie »Der Reiter der Kaiserin« (1941) waren zeitgenössische Erfolge, nach 1945 geriet Pepöck in Vergessenheit.

PersonMusikerInMedienMusik

Abschnitt 7 von Ludwig Wittgensteins »Tractatus logico-philosophicus« (1922): »Wovon man nicht sprechen kann, darüber muß man schweigen.« (Wittgenstein 1963, 115)

PersonPhilosophInZitate

Herkömmlicher Name der Klavierfantasie Op. 15 in C-Dur von Franz Schubert. Den Namen bezieht das Werk aus dem Leitmotiv, das Schubert aus seinem Lied »Der Wanderer« (1816) bezog.s. Eintrag ›Wandererfantasie‹

PersonMusikerInMedienMusik

Alfred Brendel (* 1931), wuchs in Kroatien und in Graz auf, Klavier- und Kompositionsstudium in Graz und Wien. Brendel beschäftigte sich immer wieder eingehend mit Schuberts Klavierwerk, aus den Jahren 1987/88 stammt eine Schallplattenaufnahme sämtlicher Sonaten. Der Kritiker Joachim Kaiser schrieb bereits 1972, dass Brendel Schubert »nicht als späten Wiener Klassiker ,historisch‘ versteht, sondern ihn aufbricht«. (Kaiser 1972, 204)

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PersonMusikerInAutorIn/JournalistIn

Glenn Gould (1932–1982), kanadischer Pianist, Komponist, Musikschriftsteller. Die Einspielung von Bachs »Goldberg-Variationen« im New Yorker Columbia-Records-Studio 1955 – seine erste Plattenaufnahme – begründeten seinen Ruhm als eigenwilliger Bach-Interpret. 1982, kurz vor seinem Tod, spielte er die »Goldberg-Variationen« noch einmal ein.

PersonMusikerIn

Beginn der vierten Strophe der »Abendphantasie« (1799) von Friedrich Hölderlin; Kofler zitiert mehrfach daraus, u.a. s. Eintrag ›Vor seiner Hütte‹s. Eintrag ›Wie verscheucht‹.

PersonAutorIn/JournalistInMedienZitate

Zitat aus Schuberts Lied »Der Hirt auf dem Felsen«, 5. Strophe: »In tiefem Gram verzehr’ ich mich, [/] mir ist die Freude hin, [/] Auf Erden mir die Hoffnung wich, [/] Ich hier so einsam bin.« (Schochow 1974, 412)

PersonMusikerInMedienMusik

Margaret Price (1941–2011), britische Sopranistin, Studium am Trinity College in London, Operndebüt bereits mit 21 Jahren, erste Erfolge vor allem in Mozart-Opern. Ab 1971 lebte sie in München.

PersonMusikerIn

Zitat aus dem »Weihnachsoratorium« von Johann Sebastian Bach (s. Eintrag ›Jauchzet‹)

PersonMusikerInMedienMusik

Zitat aus dem Schlager »Melancholie im September«: »Melancholie im September, das ist alles, was mir blieb von dir. Die Melodie im September, [sic] ist ein letzter Gruss [sic] von mir.« (Laktis o.J., 2) Bekannt wurde das Lied durch Die Bambis, eine der in den Sechzigern erfolgreichsten Schlagerbands Österreichs, Text und Musik stammen wie bei den meisten Songs vom Bandmitglied Konrad Fuchsberger. 1959 fanden sich die vier Musiker zusammen und traten im Lokal »Tenne« in der Wiener Innenstadt auf. 1964 hatten sie mit »Melancholie im September« einen Nummer-1-Hit. Das Lied wurde in 82 Sprachen übersetzt. (Mandy von den Bambis live 2007)

PersonMusikerInMedienMusik

Abgewandeltes Zitat aus dem Schlager »Nur ein Bild von dir« (1965) von den Bambis: »Nur ein Bild von Dir, aus schönen Tagen [/] zeigt mir heute noch was einmal war. [/] Doch das Bild von Dir, kann mir nicht sagen, [/] wie das Glück zerann, das so schön begann.« (Die Bambis o.J.)

MedienMusik

In Krumpendorf, einer Gemeinde am Nordufer des Wörthersees, betrieb die Schlagerband Die Bambis 1964–1967 sommers das Tanzlokal »Tenne«. (Die Geschichte der Tenne Krumpendorf [2006])

TopographieOrtschaft

Anspielung auf den damaligen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (s. Eintrag ›Landesverweser ein Zugewanderter‹). s. Eintrag ›Landesverweser‹

PersonPolitikerInMedien

Die Hohen Tauern werden nach der 1984 veröffentlichten »Alpenvereinseinteilung der Ostalpen« (Graßler 1984) in neun Gebirgsgruppen unterteilt, Kofler zählt hier vier auf: die Schobergruppe im Grenzgebiet zwischen Osttirol und Kärnten mit dem Hochschober (3242 m) als höchsten Berg; die Goldberggruppe am Alpenhauptkamm zwischen Salzburg und Kärnten (höchster Berg: Hocharn, 3254 m); die Venedigergruppe im Westen (höchster Berg: Großvenediger, 3657 m); die Hafnergruppe im Osten, eine Untergruppe der Ankogelgruppe (höchster Berg: Großer Hafner, 3076 m).

TopographieBerg

Steinernes Meer: Kalkgebirgszug an der Grenze zwischen dem Pinzgau (Land Salzburg) und Bayern, höchste Erhebung: Selbhorn (2655 m)

TopographieBerg

Egon Kapellari (* 1936), römisch-katholischer Bischof, 1982–2001 Diözesanbischof der Diözese Gurk-Klagenfurt

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PersonReligiöse/r WürdenträgerInMedien

s. Eintrag ›Frankfurter Schule‹

Medien

Seit 1945 bestehende Informationssendung des Schweizer Radios

MedienFilm/Fernsehen/Radio

Mia Zabelka (* 1963), österreichische Komponistin, Studium der Komposition und elektroakustischen Musik in Wien, sie arbeitet mit interdisziplinären Improvisationstechniken.

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PersonMusikerInMedien

Sofia Gubaidulina (* 1931), russische Komponistin, Studien in Kazan und Moskau, unterstützt von Dmitri Schostakowitsch, in ihrer Musik spielt Spiritualismus eine große Rolle, aber auch Elektroakustik und Improvisationstechniken. Beim Festival »Wien Modern« 1989 war ihr ein Schwerpunkt gewidmet. (vgl. Feyrer 2013, 83)

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PersonMusikerInMedien

»Wien Modern« ist ein 1988 auf Initiative von Claudio Abbado gegründetes Festival zeitgenössischer Musik, das sich zu Beginn auf die Präsentation zentraler Komponistenpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts konzentrierte. Über ein eigenes Ensemble verfügt(e) das Festival nicht.

PersonMusikerIn

Die Versicherungsgesellschaft Zürich Kosmos warb lange Zeit mit einem Werbespot, in dem ein zerbrochenes Glas im Rückwärtslauf wieder zusammengesetzt wird, dazu eine Stimme aus dem Off: »Zürich Kosmos, >macht’s wieder gut.«

MedienWerbung/Inserat

Abgewandeltes Zitat aus Karl Mays »Im Tal des Todes«: » Bill Newtons Augen glühten heimtückisch auf.« (May 1953, 420; s. Eintrag ›Im Tal des Todes‹)

PersonMedienZitate

s. Eintrag ›Reichsbräuteschule‹

Medien

Das Niederösterreichische Tonkünstler-Orchester (seit 2002: Tonkünstler-Orchester Niederösterreich) besteht seit 1907, bis 1946 unter verschiedenen Bezeichnungen (vgl. Lepuschitz 2007).

1912 gegründete Wiener Firma, die medizinische Fachgeschäfte betriebt

Werbespruch der Firma Funder, einem 1890 gegründeten Unternehmen der holzverarbeitenden Industrie in Glandorf bei St. Veit an der Glan, spezialisierte sich auf die Erzeugung von Holzfaserplatten

TopographieOrtschaftMedienWerbung/Inserat

Villacher Immobilienfirma und Hausverwaltung

1883 gegründeter Sportverein in Innsbruck, 1908–1913 bestand die Sportart Eishockey im Verein, 1925 wurde der Eishockeyverein (EV) Innsbruck gegründet, der 1988/89 Meister der österreichischen Eishockey-Liga wurde. 1994 wurde der Verein aufgelöst.

TopographieOrtschaft

»Ach Himmel, es ist verspielt«: anonymes Tiroler Volkslied auf den Tod des »Volkshelden« Andreas Hofer (1810): »Ach Himmel, es ist verspielt [/] ich kann nicht mehr lange leben, [/] der Tod steht vor der Tür [/] will mir den Abschied geben, [/] meine Lebenszeit ist aus [/] ich muss aus diesem Haus.« Es gibt die Legende, dass Hofer das Lied während seiner Gefangenschaft selbst verfasste. (vgl.Pizzinini 2008, 297)

PersonPolitikerInMedienMusik

Bezug zur Rezension Peter O. Chotjewitz’ von Koflers »Am Schreibtisch «in der »Deutschen Volkszeitung«, in der er einigen Passagen den Rang »literarischer Kabinettstückchen« zugesteht (Chotjewitz 1989)

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/Zeitschrift

Kofler bezieht sich auf ein Porträt anlässlich des Erscheinens von »Hotel Mordschein «in der Zeitschrift »profil«; Ruth Rybarski schreibt in Bezug auf »Am Schreibtisch«: »In genialen Worttiraden kultiviert er die Feinderlwirtschaft«. (Rybarski 1989, 116)

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/Zeitschrift

Anspielung auf die Rezension Renate Miehes von »Hotel Mordschein «in der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« , der sie – Koflers Selbst-Etikettierungen aus dem Roman zitierend – den Titel »Hohe Schule der Anspielung« gab. (vgl. Miehe 1989)

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/Zeitschrift

Anton Thuswaldner (* 1956), Germanist, Literaturkritiker. Er verfasste Rezensionen von »Am Schreibtisch «sowie »Der Hirt auf dem Felsen« für die »Salzburger Nachrichten«. Der Begriff »Exilgailtaler« bezieht sich, ev. einer Verwechslung aufsitzend, auf seinen Onkel, Werner Thuswaldner (* 1942), der in Kötschach-Mauthen geboren wurde und das Kulturressort der »Salzburger Nachrichten «ein Vierteljahrhundert leitete.

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/Zeitschrift

»In der Maske des Narren tut er wie ein Berserker«: Titel der Besprechung Thuswaldners von »Der Hirt auf dem Felsen « (vgl. Thuswaldner 1989)

PersonAutorIn/JournalistIn

Der 1982 gegründete Salzburger Eissportclub (SEC) stieg 1987 in die höchste Spielklasse auf, wo er sich nur zwei Saisonen hielt. 1987 wurde auch ein neuer Sponsor vorgestellt: »Energy Drink«, der Vorläufer von »Red Bull«. Bluna ist eine 1952 eingeführte Limonadenmarke. Neben »afri-cola« war sie in den 1950er und 1960er Jahren ein Verkaufserfolg.

Der 1956 von Wolfgang Schaffler in Salzburg gegründete Residenz-Verlag stieg Ende der 1960er Jahre zu Österreichs führendem Literaturverlag auf, u.a. mit H.C. Artmann, Peter Rosei, Peter Handke und Thomas Bernhard als Autoren.

PersonAutorIn/JournalistIn

Kofler variiert hier die Sage »Das Gefangene Bergmandl«, die im steirisch-kärntnerischen Raum in mehreren Versionen existiert (Graber 1944, 20). Grundgerüst ist die Gefangennahme eines Bergmännleins durch Bergleute, das für seine Freilassung verschiedene Optionen anbietet. Die Bergmänner wählen stets die Bekanntgabe von ergiebigen Erzlagern im Berg, was das Bergmännlein froh darüber sein lässt, dass sie nicht nach der Bewandtnis des »Kreuzes in der Nuss« fragten. Diese Frage bleibt in allen Versionen offen.

Zitate

Volk in Kleinasien im 2. Jahrtausend v.u.Z. mit eigener Schrift und (der ältesten indogermanischen) Sprache

Großer Friedrichskopf (3127 m), Berg der Schobergruppe. »Der erste nachweisbare Besteiger ist Hauptmann E. Jathel [sic] vom ehemaligen Militärgeographischen Institut, der den Gipfel gelegentlich der Vermessung mit mehreren Gehilfen im Jahre 1872 bestieg.« (Böhm/Noßberger 1925, 145)

TopographieBerg

»Am 31. Juli 1890 erkletterte Purtscheller den Hauptgipfel«. (Böhm/Noßberger 1925, 142) Ludwig Purtscheller (1849–1900), österreichischer Bergsteiger, Tätigkeit in einem Kärntner Bergwerksunternehmen, ab 1874 Turnlehrer in Salzburg. Gemeinsam mit Heinrich Heß und den Gebrüdern Zsigmondy zahlreiche Erstbegehungen in den Ostalpen. 1889 gelang ihm gemeinsam mit dem deutschen Geographen Hans Meyer die Erstbesteigung des Kilimandscharo. Purtschellers Reise- und Bergführer erreichten zahlreiche Auflagen.

TopographieBergPersonAutorIn/JournalistIn

Zusammen mit »Schwarzfriedrich« alter Name des Georgskopfs in der Schobergruppe, (vgl. Böhm/Noßberger 1925, 142) bei Purtscheller nur diese Bezeichnung (vgl. Purtscheller 1891, 326–330).

TopographieBergPersonAutorIn/JournalistIn

s. Eintrag ›Klammerköpfe‹

Medien

In den »Mittheilungen« des Alpenvereins gibt Alexander Burckhardt die Erstbesteigung des Gipfels am 11. 9. 1897 an: »Die unschwierige Besteigung hatte nur 3 ½ St. beansprucht.« (Burckhardt 1897, 43)

TopographieBergMedienZeitung/Zeitschrift

»I’m Sitting on Top of the World«: 1925 veröffentlichter Song von Ray Henderson (Musik), Sam Lewis und Joe Young (Text), der durch Dutzende Coverversionen bekannt wurde.

PersonMusikerInMedienMusik

Alte Bezeichnung für das Böse Weibl (vgl. Böhm/Noßberger 1925, 88)

TopographieBerg

Die angeblich der Regionalzeitung entnommene Namenserklärung (ein Beleg im »Osttiroler Boten« konnte nicht nachgewiesen werden) entspricht nicht wissenschaftlichen Erkenntnissen. Eva-Maria Pyrker (Pyrker 1971) fasst die Überlieferungen und die wissenschaftlichen Deutungsversuche des Namens »Venediger« zusammen. Für sie kommt ein Bezug zu den »Welschen« oder »Wenden« etymologisch nicht in Frage. Sie leitet ihn von der spätmittelalterlichen/frühneuzeitlichen Bezeichnung für die Venedig und Oberitalien besuchenden süddeutschen Kaufleute her, der Felber Tauern zwischen Osttirol und dem Pinzgau sei eine wichtige Handelsroute gewesen.

PersonAutorIn/JournalistInMedienZeitung/Zeitschrift

Türkische Zeltstadt: Sprechender Name für den ehemaligen zerklüfteten Eisbruch am Rande des Obersulzbachkees nördlich des Großvenedigers, dem nach der Pasterze zweitgrößten Gletschers der Hohen Tauern, Ende des 20. Jahrhunderts schmolz dieser Gletscherteil.

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TopographieBerg

Herzog Ernst: Berggipfel (2933 m) in der Goldberggruppe der Hohen Tauern

TopographieBerg

s. Eintrag ›Peter oder Alexander‹

PersonMusikerInMedien

Elvis Presley (1935–1977), US-amerikanischer Sänger und Schauspieler, wegen seines Erfolgs und Einflusses »King« genannt.

PersonMusikerIn

»drückt jenen körperlichen Zustand aus, wenn ein kalter Schauer den ganzen Körper durchzuckt« (Lexer 1862, Sp. 86)

Möglicherweise eine Anlehnung an das weit verbreitete katholische Gebet »Schlage mich nicht in meinem Wandel mit Blindheit und Unachtsamkeit«. ([anonym] 1817, 156)

Anlehnung an den Sachbuchtitel »Begrabt mein Herz an der Biegung des Flusses« (1972, orig. »Bury My Heart At Wounded Knee«, 1971) von Dee Brown (1908–2002). In dem Buch wird die Geschichte der nordamerikanischen Ureinwohner von den 1860ern bis zum titelgebenden Massaker bei Wounded Knee 1890 aus deren Sicht erzählt. (vgl. Brown 1972)

Zitate

ETO: Produktpalette der Dr. Oetker Nahrungsmittel KG für Instantnahrung

» An American in Paris« (1928): Orchesterwerk von George Gershwin (1898–1937)

PersonMusikerInMedienMusik

s. Eintrag ›Glocknersessel‹

Medien

»p.t.«: früher gebräuchliche Höflichkeitsfloskel, die die Titel der anzusprechenden Gäste bzw. des Publikums zusammenfassen sollte – in der Bedeutung »pleno titulo« (»mit vollem Titel«) oder »praemisso titulo« (»unter Voraussetzung des Titels«)

Die Brauerei Villach bietet ein »Glockner Pils« an. (www.villacher.com/portfolio/villacher-glockner-pils, 20.7.2017)

TopographieOrtschaft

Enzian: aus den Wurzeln des Gelben Enzians gebrannter Schnaps; die Edelbranntweinbrennerei Raunikar wurde 1908 im Kärntner Feldkirchen gegründet, heute befindet sich der Firmensitz in Lustenau/Vorarlberg.

TopographieOrtschaft

»Grossglockner-Kaffee« nannte die Firma Mathias Fian, Lebensmittel en gros und en detail, Spittal an der Drau, ihren bis in die 1980er Jahre hinein vor Ort gebrannten Kaffee. (vgl. Fian 2016)

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TopographieOrtschaft

»Großglockner«-Zigarren legte die Österreichische Tabakregie seit Mitte der 1920er Jahre auf, sie waren als »Tourismus-Zigarren« für (deutsche) Urlauber konzipiert. Solche Zigarrenmarken gab es mehrere, darunter etwa die »Gaisberg« oder die »Frau Hitt«. Die »Großglockner« war die erfolgreichste und langlebigste (vgl. Thiel 2017).

Bartolo Musil (* 1974), aus Klagenfurt gebürtiger Sänger und Komponist

PersonMusikerIn

Die Formulierung »Grand Hotel Abgrund« prägte Georg Lukács, s. Eintrag ›Hotel Abgrund‹

PersonAutorIn/JournalistInMedien

Der Österreichische Alpenklub stellte 1880 aus Anlass des 25-jährigen Ehejubiläums von Franz Joseph I. und Elisabeth ein Gipfelkreuz auf dem Großglockner auf. Der Entwurf des eisernen Kreuzes stammte vom Ringstraßenarchitekt Friedrich von Schmidt.

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TopographieBergMedien

Kärntner Dialektausdruck für coire (vgl. Lexer 1862, Sp. 227)

Aus dem »Kärntischen Wörterbuch« entnommen: »»tritschumpra« f. weibliche Scham« (Lexer 1862, Sp. 71)

Zitate

s. Eintrag ›keinen weinroten ärmellosen Pullover‹

Medien

Die »Julius Blüthner Pianofortefabrik« ist ein seit 1853 bestehendes Familienunternehmen in Leipzig.

Reinhold Messner (* 1944), Südtiroler Bergsteiger und Autor, die von Kofler erwähnte Ortschaft Naturns im Vintschgau ist Messners Wohnsitz, dort kaufte er 1983 Schloss Juval.

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TopographieOrtschaftPersonAutorIn/JournalistInMedien

Die Abkürzung steht für Norbert Gstrein (* 1961), österreichischer Schriftsteller, wuchs im hinteren Ötztal auf.

PersonAutorIn/JournalistIn

Drago Jancar (* 1948), slowenischer Schriftsteller

PersonAutorIn/JournalistIn

Drago Jancar schrieb ein auf Becketts »Warten auf Godot« basierendes Theaterstück, »Zalezujoč Godota « (1989). Das Stück hatte unter dem Titel »Vis-à-vis Godovsky« im Jänner 1990 in Wien (Theater im Konzerthaus) seine österreichische Erstaufführung. (Wiener Gesellschaft für Theaterforschung 1990, 89)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

s. Eintrag ›Verdienter Künstler des Volkes‹

Medien

Zitat aus Lies Katós Besprechung derErstaufführung von Jancars »Vis-à-vis Godovsky«: »,I bin vom Scheitel bis zum Schwanzl / Da guade, oide Kafka-Franzl‘ trällerten da nicht von ungefähr die Geheimpolizisten mit den literarisch vorbelasteten Namen in der Übersetzung des zweisprachigen Kärntner Jungschriftstellers Fabjan Hafner.« (Kató 1990)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Anspielung auf den Umstand, dass Jancars Stück, entgegen Lies Katós Annahme, auf Deutsch verfasst, nicht übersetzt wurde

PersonAutorIn/JournalistIn

Thomas Bubendorfer (* 1962), österreichischer Bergsteiger und Autor, der mit extremen »Free-Solo«-Klettertouren Furore machte

PersonAutorIn/JournalistIn

Von Carl Bechstein 1853 in Berlin gegründete Klavierfabrik

In der Salzburger Gemeinde Goldegg den seit 1982 alljährlich die »Goldegger Dialoge« statt, eine dem Thema Gesundheit gewidmete Diskussionsveranstaltung.

TopographieOrtschaft

Bei der Abfassung des Romans an den angegeben Orten existierende Firmen, letztere besteht noch heute.

TopographieOrtschaft

David Funck (1648–1701), aus Jáchymov gebürtiger Komponist, vor allem in Oberfranken und Thürigen tätig

PersonMusikerIn

Kofler meint entweder Alessandro Scarlatti (1660–1725), einen einflussreichen italienischer Barockkomponist, oder seinen Sohn, Domenico Scarlatti (1685–1757), neapolitanischer Komponist, ab 1719 in Portugal und Spanien tätig.

PersonMusikerIn

Boris Blacher (1903–1975), deutsch-baltischer Komponist, sein »Blues, Espagnola und Rumba philharmonica« (1973) ist ein für die »12 Cellisten der Berliner Philharmoniker« geschriebenes Stück.

PersonMusikerInMedienMusik

Klaus Wüsthoff (* 1922), deutscher Komponist, sein »Cellodrom« (1983) wurde ebenfalls für die »12 Cellisten der Berliner Philharmoniker« komponiert.

PersonMusikerInMedienMusik

»Die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker«: 1972 gegründetes, bis heute bestehendes Ensemble der Berliner Philharmoniker, das in jenem Jahr ein Stück von Julius Klengel (1859–1933) für zwölf Celli aufführte und in der Folge Komponieraufträge für diese spezielle Besetzung erteilte.

PersonMusikerIn

Frühere Bezeichnung des Broad Peak, eines Achttausenders im Karakorum, er liegt in Nachbarschaft des K2. Der britische Geometer Thomas Montgomerie nummerierte 1856 bei einer Kartierung die markanten Gipfel des Karakorum durch, K1 war der heutige Masherbrum.

TopographieBerg

Ehemaliges Palasthotel in Bad Gastein, 1906–1909 errichtet, mit 160 Zimmern eines der größten Hotels der Monarchie. In den 1980ern versuchte man mit Renovierung und aufwändigen Veranstaltungen den Niedergang aufzuhalten, Mitte der neunziger Jahre wurde das Hotel aufgelassen und in Eigentumswohnungen umgewandelt, bis Ende 2015 war hier zudem das Casino Bad Gastein untergebracht.

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TopographieOrtschaft

Hotel Weismayr: eines der großen klassizistischen Hotels im Zentrum Bad Gasteins, 1888 eröffnet, bis heute Hotelbetrieb

TopographieOrtschaft

Großes Kurhotel oberhalb des Bad Gasteiner Ortszentrums, 1914 errichtet, 2006 abgerissen

TopographieOrtschaft

Hotel Bellevue: Bad Gasteiner Großhotel aus der Belle Époque, nach einem Brand 1992 von einem deutschen Touristikkonzern neu errichtet

TopographieOrtschaft

Bezug zu Immanuel Kants »Vernunft der reinen Kritik«: Kant spricht vom »Ding an sich«, der absoluten Realität, die dem Menschen aber nicht zugänglich sei – »[w]ir erkennen das Wirkliche nur in den Formen der Anschauung (Raum und Zeit) und des Denkens (Kategorien)«. (Eisler 1930) Wir können über die Dinge nur etwas in Form ihrer »Erscheinungen« sagen: »was die Dinge an sich sein mögen, weiß ich nicht und brauche es auch nicht zu wissen, weil mir doch niemals ein Ding anders als in der Erscheinung vorkommen kann.« (Kant 1911, 178) Das Kofler’sche »Ding ohne Erscheinung« gibt es also in der für uns möglichen Erfahrungswelt nicht, es ist gleichzusetzen mit Kants »Ding an sich«.

PersonPhilosophInZitate

s. Eintrag ›Fut ist die Grundform‹

Medien

Anspielung auf »Die Physiker«, 1962 in Zürich uraufgeführtes Theaterstück von Friedrich Dürrenmatt (1921–1990)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Bezug zu Arthur Millers Theaterstück »Tod eines Handlungsreisenden« (1949)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

s. Eintrag ›Firma Trattnig‹

PersonPolitikerInMedien

s. Eintrag ›Weidenflöte‹

Medien

s. Eintrag ›Auf den Spuren des Wachtelkönigs‹

Medien

s. Eintrag ›typische Doppelwörter‹

Medien

Der Begriff »Pfefferschuh« kommt in den Lavant-Gedichten nicht vor, aber »Pfefferholzschuh« (aus dem Gedicht »Kämme mich schnell mit den Hahnenkamm«, Lavant 2014, 499); »Schlüsselblick«: aus dem Gedicht »Im Rückgrat aufwärts glimmt ein Licht« (Lavant 2014, 450); »Findlingsschlaf«: aus dem Gedicht »Durst und Hunger sind zurückgegangen« (Lavant 2014, 438), »Würgholz«: aus dem Gedicht »Fremdblütig im Herzen der Nacht« (Lavant 2014, 453)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Die Namen der Zechen und Stollen sind wortwörtlich der »Geschichte des Kärntner Bergbaues« (Wießner 1950) entnommen. Die bayrischen Raubzüge sind eine Erfindung Koflers, die Fugger waren im 16. Jahrhundert selber im Bergbau im oberen Lavanttal und in Oberkärnten aktiv.

PersonUnternehmerInZitate

Auch in dieser Passage stammen Namen und Toponyme (»stran hinter den vleißpenkh«) aus Wießner (Wießner 1950).

PersonAutorIn/JournalistIn

Tono Hönigmann (* 1960), Sportreporter beim ORF Kärnten

PersonAutorIn/JournalistIn

Die Herrschaft Falkenstein bei Obervellach im Mölltal befand sich ab der frühen Neuzeit im im Besitz der Habsburger, die sie Pflegern überließen. Mitte des 16. Jahrhunderts wurde Falkenstein an die Gasteiner Gewerkenfamilie Weitmoser verpfändet.

TopographieOrtschaft

Im Mittelalter und der frühen Neuzeit Bezeichnung eines Bergbeamten, der das »Gegenbuch« führte. Dieses Buch diente der Beurkundung von Eigentumsverhältnissen und Abgaben bei Bergwerken.

Protagonist der Sage »Wie man im Traume reich wird« (Graber 1944, 115f.)

Zitate

Namen aus Wießner 1950

Im Folgenden paraphrasiert und erweitert Kofler die Sage »Wie man im Traume reich wird«. (Graber 1944, 115f.)

Zitate

Anspielung auf das Grimm-Märchen »Der Teufel Grünrock«, in dem der jüngste von drei Brüdern verstoßen wird und sich in der Folge dem Teufel, der hier in einem grünen Rock und mit Pferdefuß auftritt, verschreibt (vgl. Grimm 1985a). (s. Eintrag ›Eines Tages‹)

MedienZitate

»Bruder Eichmann« : Theaterstück (1983 postum uraufgeführt) von Heinar Kipphardt (1922–1982), das Adolf Eichmann, den Chefkoordinator der Judendeportationen im »Dritten Reich«, als Mensch in den Mittelpunkt stellt (s. Eintrag ›Heinar Kipphardt‹).

PersonAutorIn/JournalistInNationalsozialistInMedienZitate

Anspielung auf Kurt Waldheim, s. Eintrag ›Waldheim, er ist gerade nicht da‹

PersonPolitikerInMedien

Stunde: »einer der 24 Theile, in welche der Kreis des Grubenkompasses getheilt ist« (Veith 1871 , 480); streichen: »die Richtung der Längsausdehnung einer Lagerstätte in einer horizontalen Durchschnittslinie […] gegen die Mittagslinie des Beobachtungsortes«. (Veith 1871, 475) Kofler entnahm dieses Vokabular wohl Wießners »Geschichte des Kärntner Bergbaues«, wo u.a. von Erzgängen zu lesen ist, die »regelmäßig nach Stunde 3« streichen. (Wießner 1950, 26)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Taube Querklüfte, die Erzgänge durchsetzen und nach Stunde 11 streichen. (vgl. Wießner 1950, 26)

Sidney Greenstreet (1879–1954), britischer Schauspieler, der zwischen Bühnen in England und den USA pendelte, bevor er 1941 sein Filmdebüt gab, das ihn berühmt machte: Er spielte in der Verfilmung des Dashiel-Hammett-Romans »Der Malteser Falke« unter der Regie von John Huston einen Gangsterboss. Der Film, in dem in weiteren Rollen Humphrey Bogart, Peter Lorre oder Mary Astor zu sehen sind, wurde zu einem Klassiker des Film Noir. Greenstreet lacht jeweils kurz und laut auf in einem sonst grummeligen Gesprächston.

PersonSchauspielerIn/RegisseurInAutorIn/JournalistInMedienFilm/Fernsehen/Radio

Kofler könnte sich bei der Figur des »Großmenhirs« von der auf Korsika beobachtbaren »einzigartigen Entwicklung des Menhirs zu einem anthropomorphen Bildnis«, das mitunter phallische Formen annehmen kann, inspiriert haben lassen. (Reden 1978, 176ff.)

»Das Lied im Grünen« von Franz Schubert (1827, D 917, Text: Friedrich Reil) beginnt und endet alle seine Strophen entweder mit dem Vers »Ins Grüne, ins Grüne« oder »Im Grünen, im Grünen«. (Schochow 1974, 464)

PersonMusikerInMedienMusik

Zitat aus Schuberts Lied »Der Hirt auf dem Felsen«, die ersten beiden Strophen: »Wenn auf dem höchsten Fels ich steh’, [/] In’s tiefe Thal hernieder seh’, [/] Und singe, [//] Fern aus dem tiefen dunklen Thal [/] Schwingt sich empor der Wiederhall [/] Der Klüfte.« ( Schochow 1974 , 412)

PersonMusikerInMedienMusik

s. Eintrag ›Margaret Price‹

PersonMusikerInMedien

Kofler inszeniert hier eine Art Nachklang des Schubert-Liedes »Der Hirt auf dem Felsen«, er zitiert damit jeweils den letzten Vers der dritten und vierten Strophe. (Schochow 1974, 412)

PersonMusikerInMedienMusik

Sibylle von Cles-Reden bezeichnete die Menhire von Le Menec in der Bretagne als »steinernes Heer«. (Cles-Reden 1960, 260)

PersonAutorIn/JournalistIn

Zitat aus Friedrich Hölderlins »Hyperion«: »Und wenn ich oft des Morgens, wie die Kranken zum Heilquell, auf den Gipfel des Gebirgs stieg, durch die schlafenden Blumen, aber vom süßen Schlummer gesättiget, neben mir die lieben Vögel aus dem Busche flogen, im Zwielicht taumelnd und begierig nach dem Tag, und die regere Luft nun schon die Gebete der Thäler, die Stimmen der Heerde und die Töne der Morgengloken herauftrug, und jezt das hohe Licht, das göttlichheitre den gewohnten Pfad daherkam […], so stand ich Einsamer dann auch über den Ebnen und weinte Liebesthränen zu den Ufern hinab und den glänzenden Gewässern und konnte lange das Auge nicht wenden.« (Hölderlin 1992, 758)

PersonAutorIn/JournalistInZitate

Maria Saal: Gemeinde nördlich von Klagenfurt, die Wallfahrtskirche Mariae Himmelfahrt wird wegen ihrer Größe und kunstgeschichtlichen Bedeutung als eine der frühesten Kirchen Kärntens (Ursprünge im 8. Jh.) auch als Dom bezeichnet.

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TopographieOrtschaft

Teil des 1988 am Wiener Albertinaplatz errichteten »Mahnmal gegen Krieg und Faschismus« von Alfred Hrdlicka

Teil des Hrdlicka-Mahnmals, s. Eintrag ›straßenwaschender Jude‹

Medien

Anspielung auf Ern(e)st Bornemann (s. Eintrag ›Bornemann‹)

PersonAutorIn/JournalistInMedien

s. Eintrag ›Wörgl-Bewegung‹

Medien

Anspielung auf den Roman »Die Liebe in den Zeiten der Cholera« (»El amor en los tiempos del «cólera, 1985) von Gabriel Garcia Márquez

PersonAutorIn/JournalistInZitate

s. Eintrag ›Glockenbecherleute‹

Medien

Anspielung auf die Auseinandersetzungen um die Wiederaufbereitungsanlage im bayerischen Wackersdorf (Oberpfalz), die nach heftigen Protesten 1989 nicht in Betrieb genommen wurde

TopographieOrtschaftEreignis

Votivspruch, der bei Anbetungen im Rahmen von Marienwallfahrten zur Anwendung kam und auf Votivtafeln o.ä. erscheint

Ian Hamilton Finlay (1925–2006), Schriftsteller und Gartenkünstler, veröffentlichte ab Ende der fünfziger Jahre Lyrikbände, bekannt wurde er dafür, kurze Gedichte auf Steine zu schreiben, 1987 war er auf der documenta VIII vertreten.

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PersonAutorIn/JournalistIn

Kofler zitiert aus Volkert Haas’ Ausführungen und Aufzeichnungen zu den hurritischen Steindämonen, hier aus dem Mythos von der Zeugung des Steindämonen Ullikummi, den der Göttervater Kumarbi mit einem Felsen erzeugte: »In dem Brunnen, der Kalte, liegt ein großer Fels [...] und er beschlief den F(els); da ergoß sich sein Sperma auf diesen. (… und) er nahm ihn fünfmal«. (Haas 1982, 150)

PersonAutorIn/JournalistIn

Einer der Hauptgötter in der Mythologie der Hethiter, Gottheit des Getreides; die Stadt seines Kultes war Urkeš/Urkiš (heute im Nordosten Syriens), besiedelt 4000–2000 v.u.Z.

s. Eintrag ›Irgi‹

Medien

warum Umkehrung??? Lapsus denkbar???

s. Eintrag ›blaue Schals‹ und s. Eintrag ›Kniestrümpfe‹

Medien

s. Eintrag ›Mundpflege‹

PersonVerbrecherInMedien

Anspielung auf Michael Jeannée (s. Eintrag ›Reporter Jeanee‹)

PersonAutorIn/JournalistInMedien

Libation: Trankopfer

Möglicherweise gemeint: Takahashi Yuichi (1828–1894), japanischer Maler

Schuberts Lied »Ellens dritter Gesang« (1825, nach Walter Scotts Gedicht »Lady of the Lake«) wird oft als »Ave Maria« bezeichnet.

PersonMusikerInAutorIn/JournalistInMedienMusikZitate

1972 eingeführter Produktname für einen Kontaktkleber der Firma Henkel

Kofler paraphrasiert hier die Sage »Der Unbekannte als Hochzeitsgast«. (Graber 1944, 151f.)

Zitate

Abgewandeltes Zitat aus »Der Unbekannte als Hochzeitsgast«: »Sie waren erst wenige Schritte gegangen, so hatte die Landschaft mit einem Male ein verändertes Aussehen. Lag erst noch tiefer Schnee auf Wad und Feld, so prangten sie jetzt im schönsten Frühlingsgrün.« (Graber 1944, 151).

Zitate

Wörtliches Zitat aus »Der Unbekannte als Hochzeitsgast« (Graber 1944, 152)

Zitate

Schlusssatz der Sage »Der Unbekannte als Hochzeitsgast« (Graber 1944, 152)

Zitate

Anspielung auf die Trophäen der »Cannes-Rolle«

Kofler baut hier zwei Stellen einer von Volkert Haas überlieferten fragmentarisch erhaltenen hethitischen Erzählung ein: Der Gott Kumarbi schwängert einen Berg, der nach zehn Monaten ein nicht näher beschriebenes Wesen gebiert. (Haas 1982, 163)

PersonAutorIn/JournalistIn

Levantinisches Becken: geographischer Begriff zur Einteilung des Mittelmeers. Von der Sizilianischen Schwelle bis Vorderasien wird das Mittelmeer in das Ionische und das Levantinische Becken gegliedert.

Laut Eigenaussage Werner Koflers sei in der Wiener Kunstakademie ein Plakatentwurf Adolf Hitlers verwahrt worden, der seiner Bewerbungsmappe entstamme. (vgl. Corrêa 2004, 108) Hitler hatte im Herbst 1907 vergeblich versucht, für ein Kunststudium an der Allgemeinen Malerschule der Wiener Kunstakademie aufgenommen zu werden, ein Jahr später versuchte er es erneut, scheiterte aber bereits in der ersten Auswahlrunde, der Zulassung zum Probezeichnen. (vgl. Hamann 1998, 62 f. u. 195–197)

PersonNationalsozialistInMedienWerbung/InseratEreignis

s. Eintrag ›Fernolendt‹

Medien