Num. 1680
Wienerisches Diarium,
Enthaltend alles dasjenige / was von Tag zu Tag / sowohl
in dieser Residenz=Stadt Wien Denkwürdiges / und sich Neues
zugetragen; Als auch / was dergleichen nachrichtlich alda eingeloffen /
samt einem Anhang jedermaliger Verzeichnuß: Erstlich deren täglich alhier Ankom⸗
menden: Zweytens deren in= und vor der Stadt getauften Kinder: Drittens
deren Verehlichten / und Vierdtensderen verstorbenen Personen.
Mit Jhrer Römisch Kaiserlich= und Catholischen Majestät Freyheit /
Getruckt in der Kaiserlichen Reichs= und Hof=Buchtruckerey /
Zufinden im roten Ygel.
Wien / vom 27. bis 29. September / 1719.
[…]
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Ubrigens folget hierbey Continuatio Diarii des von Ihro Rö⸗
misch=Kaiserlich= und Königlich=Catholischen Majestät an die Otto⸗
mannische Pfort abgeschickten Groß=Botschafters / Titl. Herrn Da⸗
mian Hugo / Grafen von Virmont× rc.
Kaiserlich= und Catholischen Majestät würklich=geheimen= und Hof=
Kriegs=Rahts / General=Feld=Zeugmaisters / wie auch bestelten
Obristen über ein Regiment zu Fuß / von Constantinopel× vom 11. Au⸗
gust bis den 4ten September / 1719.
CONTINUATIO DIARII
Des von Ihro Römisch=Kaiserlich=
und Königlich=Catholischen Majestät× an die
Ottomannische Pfort abgeschickten Groß=Botschafters /
Titl. Herrn Damian Hugo / Grafen von Virmont× rc.
höchstgedacht=Ihrer Kaiserlich= und Catholischen Majestät
würklich=geheimen= und Hof=Kriegs=Rahts / General=Feld=
Zeugmaisters / wie auch bestelten Obristen über ein
Regiment zu Fuß /
Constantinopel× / vom 11. Augusti / bis den 4. September / 1719.
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DEn 11. Augusti. Heute giengen die Herren Grafen / von Thier⸗
heim× und Sebastida× / in die Stadt× / um alda ein= und andere Verrichtung
abzulegen.
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Den 12. Dito wurde von dem Kaiserlichen Herrn Groß=Botschafter× zum
Groß=Vizier× in die Stadt× mit dem Feyertags=Compliment der Herr Graf Carl
Bathyan× abgeschicket / welcher dan auch diesen Tag wohl beschenket wieder zuruck kam.
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Den 13. Dito hat bey unserm Herrn Groß=Botschafter× der Herren Staaten
Botschafter / Herr Graf von Colyers× / die erste Besuchung abgeleget / und Mittags
alda gespeiset.
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Den 14. Dito ware nichts passiret.
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Den 15. Dito / als am Hohen Himmelfahrts=Tag unser Lieben Frau / wurde
der Gottes=Dienst / nebst einer Predig / welche A. R P. Josephus Lovina, S. J.× in
teutscher Sprach gehalten feyerlichst begangen; Nachdeme begabe sich der Herr Groß=
Botschafter× in die Stadt× / alda dem Französischen Herrn Botschafter / Marquis de
Bonac×, die Besuchung zugeben / und speisete daselbsten Mittags / mit welchem 6. von
denen Cavalliers mitgiengen; Abends / um 10. Uhr / kame der Herr Groß=Bot⸗
schafter× wieder nacher Hauß in das Serail.
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Den 16. Dito / gegen Abend / um weilen der Türken ihr Ramazan, oder Fasten=
Zeit sich beschlossen / und sie /
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Den 17. Dito / darauf ihr Bayram gehalten / begabe sich der Herr Groß=Bot⸗
schafter× mit denen Cavalliers / Edelleuthen / und dessen ganzem Gefolg Fruh in die
Stadt× / um dero Fest zusehen / welches die Türken sehr proper mit Stuckschiesen
den ganzen Tag gefeyret; Nach Vollendung des Ein= und Auszugs aus der Moschee /
(wie hiernach die Lista zuersehen) kamen wir wieder in unser Quartier in dem
Serail an.
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Den 18. Dito. Gestern / um 9. Uhr / ware der älteste unserer Sprach=Kna⸗
ben Namens Herr Johann Götz× / allhier gestorben.
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Den 19. Dito / in aller Fruhe / gienge der Herr Groß=Botschafter× mit einigen
Herren Cavalliers und Edelleuthen in die Stadt× / um bey denen Herren Botschafte=
[10]
ren von Engell= und Holland / als Herrn von Stanian× / und Herrn Grafen von Co⸗
lyers× / die Gegen=Besuchung abzulegen / und bliebe bis /
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Den 20. Dito / alda; Sodan kame derselbe
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Den 21. Dito / Nachmittags / gegen 3. Uhr / im Serail wieder an.
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Den 22. Dito ist nichts sonderliches passiret.
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Den 23. Dito wurden dem Herrn Groß=Botschafter× von dem Groß=Vezier× un⸗
terschiedliche Früchten und Blumen / zum Zeichen einer besonderen Hochachtung /
überschicket.
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Den 24. Dito wurde des Herrn Groß=Botschafters× Geburts=Tag in schöner
Galla gehalten / welchem auch der Französische Herr Botschafter× beygewohnet / und
das Mittagmahl alda eingenommen.
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Den 25. Dito begaben sich etliche Cavalliers von uns in die Stadt× / einige
Täg alda zuverbleiben.
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Den 26. Dito hatte der Herr Groß=Botschafter× mit etlich=Herren Cavalliers
und Edelleuthen sich auch in die Stadt× erhoben / um das zubereitete Logement zube⸗
sehen;
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Eben diesen Tag / weilen der Wind favorabel / ware der Venetianische Botschaf⸗
ter / Herr Cavallier und Procurator Ruzzini× / mittels einig= Türkischen Galeeren /
deme solche entgegen geschicket worden / allhier glücklich ankommen.
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Den 27. Dito ist nichts merkwürdiges vorgangen.
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Den 28. Dito. Heut / als am Geburts=Tag Ihrer Majestät / der Regierend=
Römischen Kaiserin× / war alles in schönst= und prächtigster Galla erschienen / und be⸗
gabe sich der Herr Groß=Botschafter× mit etlichen Cavallieren von seinem Gefolg in
die Stadt× / um das nah an Pera× gelegegene Quartier zubesichtigen / und beliebte
bey dem Französichen Botschafter× das Mittagmahl einzunehmen / langte sodan
gegen Abend wieder zuruck in dem Serail an.
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Den 29. Dito kamen einige Cavalliers von dem Venetianischen Herrn Bot⸗
schafter× zu unserm Herrn Groß=Botschafter× / um ihn im Namen des Venetianischen
Herrn Botschafters× zucomplimentiren / welche auch der Herr Groß=Botschafter× zu
Mittag bey der Tafel behalten.
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Den 30. Dito verfügten sich einige von unseren Cavalliers in die Stadt× / um
dem Französischen Herrn Botschafter× die Besuchung zugeben / verblieben auch bey
selbigem zwey Tag.
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Den 31. Dito gienge alhier nichts Denkwürdiges vor.
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Den 1. September waren abermal etliche Herren Cavalliers in die Stadt× gan⸗
gen / um ein= und anders zubesichtigen / und heils etwas zur Nohtdürft einzukauffen;
Eben Heut ist einer von des Herrn Groß=Botschafters× Laggeyen / wegen be⸗
gangen= grosser Untreu / in die Eysen geschlossen worden / in welchen Eysen nun er
in den Kuchlen muß abwaschen helffen.
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Den 2. und 3. Dito hat sich nichts sonderliches zugetragen.
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Den 4. Dito / in aller Fruh / kam in unserm Lager der Groß=Vezier× von Constan⸗
tinopel× an / samt seinem grossen Gefolg / in herrlicher Magnificenz / mit klingendem
Spiel / und 20. bey sich habenden Hand=Pferden / ritte neben dem Serail durch unser
grosses Lager / und liese seine drey bey sich habende Zelten fast eine Vierdtel Stund
von unserm Lager aufschlagen / darin er sich begabe; Das erstere war das Lust=Zelt /
von mittelmässiger Grösse / das anderte ein Tafel=Zelt / welches sehr groß und schön /
und das dritte ein Schlaf=Zelt; Die Türken belustigten sich gleich bis zur Ankunft
des Herrn Groß=Botschafters× mit Schiesen;
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Nachdeme der Herr Groß=Botschafter× mit den Herren Cavalliers / Edelleuthen
und übrigem Gefolg bis an die Zelten kame / stiegen alle von ihren Pferden / ausser
dem Herrn Groß=Botschafter× / welchem die Wand des Zelts eröfnet wurde / und ritte
solcher bis unter das mitlere Zelt / darin er gienge;
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Die Ankunft wurde dem Groß=Vezier× alsobald durch einen Chiaus-Bassa ange⸗
deutet / darauf er sich gleich zu dem Herrn Groß=Botschafter× begabe / und ihn auf Tür⸗
kische Art complimentirte; Immittels sezten sie sich nieder / und der Herr Groß=Bot⸗
schafter× hatte die obere Stelle auf einem Türkischen Polster;
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Nach einer kleinen Unterredung wurden vierzig deren mitgebracht=vornehmen
Türken beordret / welche zu Pferd die Tara vor dem Zelt werffen solten; Alda sich der
Herr Groß=Botschafter× und die Herren Cavalliers rechter Hand zu dem Zuschauen
rangerten; Der Groß=Vezier× aber mit seinem Gefolg linker Hand stunde;
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Das Werffen ware folgender Gestalt eingerichtet: Obgemeldt vornehme Türken
stunden all auf einer Seiten mit ihrer in Händen habenden Tara wohl beritten /
welche aber ohne Spitze war / alsdan ritten zwey hervor in vollem Galopp / der
hinterste warf auf den vordersten zu / und traffen einander / daß die Turband von
denen Köpffen fielen / und ihnen die Tara weit über die Köpffe hinausfloge / da⸗
runter einem das Aug aus geworffen: dem andern aber die Finger an der Hand
zerschmettert worden / der nun ein solches / welches die Türken vor brav halten /
bewerkstelligte / wurde nach vollbracht=diesem geruffen / und bekame / wegen seines
Wohlverhaltens / eine Verehrung an Gold; Alsdan kamen wieder zwey andere / und
solches daurete fast ein halbe Stund; Da nun dis alles vorbey / kam ein Türk mit
viel=frischen Stucken der Tara / selbe auf den Schultern tragend / legt solche auf die Er⸗
de nieder / dan kamen obbemeldte Türken / und huben solche mit einem dinnen Stecken /
welchen sie mit Fleiß darzu haben / um etwas von der Erden aufzuheben / auf / jeder
2. bis 3. auch gar vier Stuck; Als nun solches geschehen / postirten sie sich link=
und rechter Hand / und schargirten aufeinander in solcher Geschwindigkeit / daß es
verwunderns=würdig zusehen war / wie dan etliche Türken von ihren Pferden dergestalt
fielen / daß man meinte / Pferd und Mann gienge zu Grund; Der sich nun bey
diesem Werffen wieder tapffer hielte / bekam auch eine Verehrung; Solches Werffen
dauerte etwas länger / als das erstere; Nach diesem gienge der Groß=Vezier× in sein
Schlaf=Zelt / rauchte ein Pfeif=Taback / der Herr Groß=Botschafter× aber unterhielte
sich indessen mit des Groß=Veziers seinem Schwieger=Sohn mittels ein= und ande⸗
rer Unterredung;
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Indessen wurden die Speisen zugerichtet / und vor das mittere Zelt getragen /
in welchem eine Tafel / auf Türkische Art gedecket / und mit allerhand Confecturen
und Obst=Werk besetzet / stunde; Als solche bereitet / ware der Groß=Vezier× aus sei⸗
nem Schlaf=Zelt / und der Herr Groß=Botschafter× aus dem ersten Zelt ankommen /
und sezten sich beede zugleich nieder / fiengen auch zuspeisen an / die Herren Ca⸗
valliers / Edelleuth und andere von dem Gefolg begaben sich immittels unter des Groß=
Vezier× sein Schlaf=Zelt / unter den vordersten Marqui, aldorten man ihnen die Tafe⸗
len auf niedrig=runden Tischen auch deckte / und die Speisen darauf sezte / allein ohne
Trunk; Nach gehaltener Tafel wurd ein guter Caffé hergeben / der Herr Groß=
Botschafter× und der Groß=Vezier× stunden zugleich von der Tafel auf / und / als /
sie sich gewaschen / auch eingerauchet / gienge der Groß=Vezier× wieder in sein Schlaf=
Zelt und kleydete sich anders an: Welche Verkleydung bey dieser Gelegenheit zum
drittenmal geschahe / nach der Verkleydung gienge der Groß=Vezier× wieder zu unserm
Herrn Groß=Botschafter× / und verehrte ihm einen mit Harmelin gefütert= roten Caf=
[12]
tan / ein schön Goldgelbfarbenes Pferd / mit Sackel / Zeug und silbernen Steigbüg⸗
len / auch ein mit Gold eingelegtes Janitscharen=Rohr; Der Kaiserl. Herr Groß=Bot⸗
schafter× bedankte sich gegen dem Groß=Vezier× für all=diese Verehrung / und beurlaubte
sich bey demselben / ritte sodan auf dem verehrten Pferd wieder nachdessen Serail×.
Lista derer Personen / welche den Groß=Sultan× bey
dem Beyram / so den 17. Augusti / 1719. begangen worden /
in die Moschee Achmet Sultans× zu Constantinopel× begleitet haben.
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ERstlich / kamen drey Türken / mit drey Turbanden / welche dem
Groß=Sultan× / nachgetragen worden.
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2. Sechs Pagen zu Pferd.
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3. Ein Cadi, oder Richter.
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4. Acht abgesezte Mufti mit runden Bünden / die Bünd mit Perlen wurden nachge⸗
tragen 1. und 1. nacheinander.
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5. Drey Casiaskier, das seynd soviel / als Türkische Erz=Bischöffe / deren einer von Euro⸗
pa / der ander von Asia / und der dritte ein abgesezter gewesen / mit runden Bünden.
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6. Drey Molla, oder soviel / als 3. Türkische Cardinalen / nemlichen von Constantino⸗
pel× / von Pera× und Galatta×.
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7. Ein Schreiber derer Janitscharen / noch 1. zu Pferd / nebst zwey anderen.
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8. Dreyzehen Sorbashi, ein hoher Bund darzwischen.
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9. Noch neun Sorbashi, einer mit dem Janitscharen Mufti, mit einem grösseren Bund.
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10. Vier Mutschewesi, mit lang=rot=hohen Bünden / unten seynd sie enger.
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11. Ein Tschorbashi.
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12. Einer mit einem gross= hohen Bund / unten etwas enger.
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13. Fünf zu Fuß / wie die Tschorbashi.
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14. Fünf Janitscharen=Aga, mit grossen Federn.
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15. Ein Mufti, mit einem gross=runden Bund.
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16. Zwey mit hohen Bünden / einer mit einem Türkischen Bund.
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17. Zwey mit hohen Bünden / jeder allein.
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19. Vier Capigi-Bassen zu Pferd / ein Bedienter hinter ihnen.
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20. Zwey wiederum neben einander.
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21. Vier Capigi-Bassen / mit vielen Bedienten zu Fuß.
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22. Zwey Mutschewesi, wie die Furriers / ein und ein.
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23. Ein Capigi-Bassa.
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24. Drey Mutschewesi.
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25. Sieben Chiausen.
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26. Ein Mutschewesi.
57
27. Siebenzehen Chiausen.
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28. Acht Mutschewesi.
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29. Ein vornehmer Officier von den Janitscharen.
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30. Zwey / so nicht in der Ordnung / sondern hin= und her giengen.
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31. Vierzehen Bassen.
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32. Fünf Hand=Pferd.
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33. Sechs und dreysig Mutschewesi.
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34. Zwey Hand=Pferd darzwischen.
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35. Einer mit einem Türkischen Bund allein.
[13]
36. Zwey mit hohen Bünden.
66
37. Einer mit einem hohen Bund.
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38. Sechs Vezier mit Caftans und hohen Bünden.
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39. Ein Aga, mit einem hohen Bund.
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40. Neun mit hohen Bünden.
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41. Drey mit Caftans / noch 7. andere ohne Caftans / mit langen Bünden.
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42. Achtzehen mit Caftans.
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43. Sechs Capigi Bassen, ohne Caftans.
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44. Zwanzig zu Fuß mit grossen Bünden / 2. Cadi oder Richter / mit gross=runden
Bünden.
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45. Der Capitan-Bassa, und Nikangi-Bassa, mit Kalibi.
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46. Zwanzig Sorbashi zu Fuß.
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47. Der Groß=Vezier× / einer neben ihm zu Pferd / mit einer Feder / wie ein
Tschorbashi, im vorbeyreuten grüssete er alle Janitscharen von einer Seiten
zur andern / dardurch zuerweisen / wie er selbige in Ehren halte / er neigte
den Kopf von einer Seiten zur andern / und truckte die rechte Hand auf
die Brust; Den Kaiserl. Herrn Groß=Botschafter× grüssete selbiger auch sehr
freundlich / um eine Hochschäzung gegen ihm zubezeigen.
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48. Noch Vier Tschorbashi mit Federn.
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49. Zwey mit langen Bünden.
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50. Wiederum zwey / deren einer einen Stul / der ander ein Hand=Pferd hatte.
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51. Acht Hand=Pferd / die Jedectschi haben sie geführet / mit grossen Bünden / diese
waren ohne Schild und Schweiff / aber mit gold= und silbernen und von aller⸗
hand Farben gezierten Decken beleget.
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52. Zwey mit Bünden.
82
53. Zehen Hand=Pferd mit Roßschweiff / Schild am Sattel / auf den Köpffen Federn
von Strauß und Raiger / schönen Brust=Stucken / reichen und langen Decken.
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54. Drey mit Türkischen Bünden.
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55. Acht Hand=Pferd mit Tyger=Häuten / samt einem zu Pferd / mit einem grossen
Bund.
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56. Zwey Capigi-Bassen.
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57. Sechszehen Heyducken / mit massiv=silbern= und stark vergoldten Hauben / auch
solchen Hellebarden / so rund herum giengen.
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58. Des Groß=Sultans sein Sohn.
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59. Ein Capigi-Aga, der Sorg über die Pagen hat.
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60. Der Kislar Aga, oder Frauenzimmer=Hofmaister / der über die verschnittene
Mohren / so das Frauenzimmer hüten / und über das Frauenzimmer selbsten
Sorg hat / und auch ein verschnittener Mohr ist; hinter diesem giengen die
verschnittene Mohren.
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61. Der Groß=Sultan× / bey deme zwölf Janitscharen=Agen vorn und hinten gien⸗
gen / als wan er in lauter Federn tähte sitzen / hierauf kam einer / so das
Gelt ausgeworffen / dieser aber hatte lauter kleine Münz / und bey dem Quar⸗
tier / da der Herr Groß=Botschafter× zugesehen / hatt er meistens sich sehen lassen /
er warffe so / daß die Münz gar bis aufs Dach / da der Herr Groß=Bot⸗
schafter× zusahe / fiele / die Cavalliers und Edelleuthe haben einige von dem Volk
eingehandelt; Dan giengen die Köch mit weissen Käppelen / wie Trachter /
oben spitzig / 4. und 4. mit ineinander geschlagenen Händen / wohl 100.
an der Zahl; Ihre Hauben waren / wie der Janitscharen Ceremonien Hau=
[14]
ben / ausgenommen / daß sie Federn hatten / und aufgerolt waren / der Janit⸗
scharen auch ihre hinabhiengen; Sie hatten alle lange Mäntel / deren Umschlag
von Leder / darauf mit Gold ein starke Hand breit gestickt ware / sie hatten
beynebens schöne Messer; Ihnen seynd gefolget die Janitscharen Hauffenweiß.
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Der Mufti ist nicht mitgeritten/ findet sich auch nicht bald ein / wo der Groß=
Vezier× ist / wegen des Rangs / gehet also besonders in die Moschee× mit seinem
grossen Gefolg;
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Die Janitscharen stunden vor des Groß=Sultans× Pallast bis an die Moschee
des Achmet Sultans× auf beyden Seiten in Ordnung/ der Weeg / wo der Groß=
Sultan× ritt / auch so gar die Steine waren mit Sand bestreuet; Die Janitscharen
hatten kein Gewehr / noch Stecken in den Händen / haben sonst in Friedens=Zeiten
auch in denen Festungen nichts als Stecken / in denen Händen; Der Groß=Sultan×
ritt einen Schimmel / dessen Gezeug so mit Perl= und Steinen behangen / daß man
kaum hinein sehen können / ohne lauter Feuer zusehen; Sein Kleyd ware von
Gold mit den kostbarsten Steinen besetzet / auf dem Kopf hatte er ein schwarzen Raiger=
Busch / in Gestalt eines halben Monds herab hangen, worinnen drey silberne Fe⸗
dern mit Steinen besetzet herauß stunden: deren jede ein besonders Kaisertum
bedeutete / und deswegen solle die eine herabhangen / indeme er die Hauptstadt Ofen×
nicht mehr hat / die zwey andere aber recht aufstehen / weilen er die Hauptstädte
Babylon und Constantinopel× noch hat;
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In der Mitte des Groß=Sultans× Bunds über der Stirn war ein Diamant /
wie ein Tauben Ey so groß / wie ingleichem auf der Brust des Pferds ein solcher
Schmaragd / der Bund ware weiß umgeben;
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Der Säbel / so ihm nachgetragen wurde / war auch stark mit Steinen besetzet /
und an der Scheide sahe man nichts / dan Gold; Wie dan auch nichts / als Gold /
Silber und Edelgestein / ingleichem kostbare Gold= und Silberstuckene Zeuge an
den Kleydungen derer Türken zusehen gewesen;
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Der Sohn war eben statlich angetahn / gleich dem Vater / dem er auch fast
ganz gleichet / ist sonsten ein schönes Kind / er hatte einen Raiger=Busch auf / gleich⸗
wie der Vater× / auch mit drey herauß stehend= silbernen Spangen / doch nicht mit
so grossen und schweren Steinen besetzet / wie des Vaters× / sondern nach Propor⸗
tion seines Alters / sein Kleyd ware auch von Goldstuck.
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Das Vorbehten / oder Vorlesen / in welchem der Türken ihr Dienst bestehet /
hatte der Iman des Groß=Sultan× verrichtet; Dieser war aber kaum ein Vierdtel
Stund in der Moschee / so beschahe schon wieder der Zuruckzug.
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Hernach seynd die Türken truppenweiß / bald hier eine Partey / bald dort
durch die Stadt× gangen / mit ihren grossen Trompeten / und haben den Bairam
angekündiget / alwo auch einige mit langen Stecken zusehen / die zu denen Fenstern
hineinstiesen / da man ihnen Tüchlein tähte anbinden / und alsdan zogen sie die
Stecken wiederum hinauß / wie man dan derer Stecken gesehen / so mehr als 8 Tüch⸗
lein angebunden vor hatten; Zuverwundern ware / daß / obwohlen der Türken höch⸗
stes Fest / die mehreste Laden gleichwohl als an einem Werktag seynd offen gewesen;
Die Festivität fienge an / so bald es Tag war / um 5. Uhr ungefehr; Vor 10. Uhr ware
man schon wiederum in den Zelten / und die Stuck wurden zuerst gelöset von dem
Pallast× und Schiffen / als der Sultan× in die Moschee Achmet Sultans× gienge / zum
andernmal / als er herauß gieng / und hernach zu unterschiedlichen Malen den gan⸗
zen Morgen und Nachmittag.