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Thuk. 5,116,4

TitelGeschichte des Peloponnesischen Krieges
AutorThukydides
Zeitangabe5. Jh.v.Chr.
Originaltext οἱ δὲ ἀπέκτειναν Μηλίων ὅσους ἡβῶντας ἔλαβον, παῖδας δὲ καὶ γυναῖκας ἠνδραπόδισαν·τὸ δὲ χωρίον αὐτοὶ ᾤκισαν, ἀποίκους ὕστερον πεντακοσίους πέμψαντες.
Quelle K. Hude, Thucydides Historiae, 2 Bde, Leipzig : Teubner, 1913-25 (Bücher 1-2 überarbeitet von O. Luschnat, 1960).
Übersetzung Die Athener richteten alle erwachsenen Melier hin, soweit sie in ihre Hand fielen, die Frauen und Kinder verkauften sie in die Sklaverei. Den Ort gründeten sie selber neu, indem sie später 500 attische Bürger dort ansiedelten.
Quelle der ÜbersetzungThukydides. Geschichte des Peloponnesischen Krieges, übers. von G.P. Landmann, 2 Bde, München 1993.
Beschreibung Melos hatte sich von Beginn an standhaft geweigert, dem Attischen Seebund beizutreten (s. Thuk. 2,9,4). Der erste Vergeltungsschlag seitens Athen erfolgte im Sommer 426 v.Chr., als Nikias mit 60 Trieren und 200 Hopliten die Insel plünderte und verwüstete, letztendlich jedoch, ohne einen nennenswerten Erfolg erlangt zu haben, wieder abziehen musste (s. Thuk. 3,91,1). Im Sommer 416 v.Chr. rüstete Athen erneut gegen Melos. Das athenische Heer unter der Führung von Teisias und Kleomedes belagerte die Stadt so lange, bis sie schließlich ausgehungert war und sich ergeben musste (s. Thuk. 5,116). Auf einen von Alkibiades initiierten Volksbeschluss hin wurden alle wehrfähigen Männer, deren man habhaft werden konnte, getötet und sämtliche Frauen und Kinder in die Sklaverei verkauft. Melos wurde in den Seebund eingegliedert. Die Stadt selbst wurde mit 500 Kleruchen neu bevölkert, die übrigen Siedlungen scheinen komplett zerstört worden zu sein.
KategorieKrieg: abseits der Kampfhandlungen
QualitätHistorisch
SchlagwortBestrafung, Hinrichtung, Neubesiedlung, Sklaven, Stadteinnahme, Stadteroberung, Strafe, Versklavung
BearbeiterInMargit Linder
Permalinkhttp://gams.uni-graz.at/o:via.70