| Titel | Geschichte des Peloponnesischen Krieges |
| Autor | Thukydides |
| Zeitangabe | 5. Jh.v.Chr. |
| Originaltext |
ἐν ὅσῳ περιεκομίζοντο, τῶν ἐχθρῶν εἴ τινα λάβοιεν, ἀπέκτεινον·καὶ ἐκ τῶν νεῶν
ὅσους ἔπεισαν ἐσβῆναι ἐκβιβάζοντες ἀπεχρῶντο, ἐς τὸ Ἥραιόν τε ἐλθόντες τῶν
ἱκετῶν ὡς πεντήκοντα ἄνδρας δίκην ὑποσχεῖν ἔπεισαν καὶ κατέγνωσαν πάντων
θάνατον. οἱ δὲ πολλοὶ τῶν ἱκετῶν, ὅσοι οὐκ ἐπείσθησαν, ὡς ἑώρων τὰ γιγνόμενα,
διέφθειρον αὐτοῦ ἐν τῷ ἱερῷ ἀλλήλους, καὶ ἐκ τῶν δένδρων τινὲς ἀπήγχοντο, οἱ δ’
ὡς ἕκαστοι ἐδύναντο ἀνηλοῦντο. ἡμέρας τε ἑπτά, ἃς ἀφικόμενος ὁ Εὐρυμέδων ταῖς
ἑξήκοντα ναυσὶ παρέμεινε, Κερκυραῖοι σφῶν αὐτῶν τοὺς ἐχθροὺς δοκοῦντας εἶναι
ἐφόνευον, τὴν μὲν αἰτίαν ἐπιφέροντες τοῖς τὸν δῆμον καταλύουσιν, ἀπέθανον δέ
τινες καὶ ἰδίας ἔχθρας ἕνεκα, καὶ ἄλλοι χρημάτων σφίσιν ὀφειλομένων ὑπὸ τῶν
λαβόντων· πᾶσά τε ἰδέα κατέστη θανάτου, καὶ οἷον φιλεῖ ἐν τῷ τοιούτῳ γίγνεσθαι,
οὐδὲν ὅτι οὐ ξυνέβη καὶ ἔτι περαιτέρω. καὶ γὰρ πατὴρ παῖδα ἀπέκτεινε καὶ ἀπὸ τῶν
ἱερῶν ἀπεσπῶντο καὶ πρὸς αὐτοῖς ἐκτείνοντο, οἱ δέ τινες καὶ περιοικοδομηθέντες
ἐν τοῦ Διονύσου τῷ ἱερῷ ἀπέθανον.
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| Quelle |
K. Hude, Thucydides Historiae, 2 Bde, Leipzig : Teubner, 1913-25 (Bücher
1-2 überarbeitet von O. Luschnat, 1960).
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| Übersetzung |
Solange diese unterwegs waren, erschlugen sie jeden Gegner, dessen die habhaft
wurden; aus den Schiffen hießen sie alle, die sie hineingelockt hatten,
aussteigen und erledigten sie; dann gingen sie ins Heraheiligtum und überredeten
etwa 50 von den Schutzflehenden, sich einem Gericht zu stellen, das sie alsbald
zum Tode verurteilte; die große Mehrzahl, die…nun sahen, was geschah, brachten
sich im Heiligtum selbst gegenseitig um, manche erhängten sich an den Bäumen
oder entleibten sich, ein jeder, wie er konnte. Sieben Tage lang seit der
Ankunft Eurymedons und der 60 Schiffe…mordeten die Kerkyrer jeden, den sie für
ihren Gegner hielten…Der Tod zeigte sich da in jederlei Gestalt…Erschlug doch
der Vater den Sohn, manche wurden von den Altären weggezerrt oder dort selbst
niedergehauen, einige auch eingemauert im Heiligtum des Dionysos, dass sie
verhungerten. Solange diese unterwegs waren, erschlugen sie jeden Gegner, dessen
die habhaft wurden; aus den Schiffen hießen sie alle, die sie hineingelockt
hatten, aussteigen und erledigten sie; dann gingen sie ins Heraheiligtum und
überredeten etwa 50 von den Schutzflehenden, sich einem Gericht zu stellen, das
sie alsbald zum Tode verurteilte; die große Mehrzahl, die…nun sahen, was
geschah, brachten sich im Heiligtum selbst gegenseitig um, manche erhängten sich
an den Bäumen oder entleibten sich, ein jeder, wie er konnte. Sieben Tage lang
seit der Ankunft Eurymedons und der 60 Schiffe…mordeten die Kerkyrer jeden, den
sie für ihren Gegner hielten…Der Tod zeigte sich da in jederlei Gestalt…Erschlug
doch der Vater den Sohn, manche wurden von den Altären weggezerrt oder dort
selbst niedergehauen, einige auch eingemauert im Heiligtum des Dionysos, dass
sie verhungerten.
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| Quelle der Übersetzung | Thukydides. Geschichte des Peloponnesischen Krieges, übers. von G.P.
Landmann, 2 Bde, München 1993. |
| Beschreibung |
Detaillierte Beschreibung der Bürgerkriegs-ähnlichen Zustände auf der Insel
Korkyra im Sommer 427 v.Chr., hervorgerufen durch politische Konflikte zwischen
den Oligarchen und Demokraten. Dies führte zu blutigen Parteikämpfen, aus denen
die Oligarchen letztendlich als Sieger hervorgingen (s. Thuk. 3,70-84).
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| Kategorie | Krieg: Kampfhandlungen |
| Qualität | Historisch |
| Schlagwort | Aufstand, Bürgerkrieg, Stasis |
| BearbeiterIn | Margit Linder |
| Permalink | http://gams.uni-graz.at/o:via.38 |