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Thuk. 3,68,2-3

TitelGeschichte des Peloponnesischen Krieges
AutorThukydides
Zeitangabe5. Jh.v.Chr.
Originaltext αὖθις τὸ αὐτὸ ἕνα ἕκαστον παραγαγόντες καὶ ἐρωτῶντες, εἴ τι Λακεδαιμονίους καὶ τοὺς ξυμμάχους ἀγαθὸν ἐν τῷ πολέμῳ δεδρακότες εἰσίν, ὁπότε μὴ φαῖεν, ἀπάγοντες ἀπέκτεινον καὶ ἐξαίρετον ἐποιήσαντο οὐδένα. διέφθειραν δὲ Πλαταιῶν μὲν αὐτῶν οὐκ ἐλάσσους διακοσίων, Ἀθηναίων δὲ πέντε καὶ εἴκοσιν, οἳ ξυνεπολιορκοῦντο· γυναῖκας δὲ ἠνδραπόδισαν.
Quelle K. Hude, Thucydides Historiae, 2 Bde, Leipzig : Teubner, 1913-25 (Bücher 1-2 überarbeitet von O. Luschnat, 1960).
Übersetzung So ließen sie denn jeden einzeln vorführen und fragten abermals, ob sie in diesem Krieg den Spartanern und ihren Verbündeten einen Vorteil verschafft hätten, und sooft einer verneinte, ließen sie ihn abführen und hinrichten, und so alle ohne Ausnahme. So brachten sie von den Plataiern selbst mindestens zweihundert um, von Athenern fünfundzwanzig, die mit belagert waren; die Frauen verkauften sie als Sklavinnen.
Quelle der ÜbersetzungThukydides. Geschichte des Peloponnesischen Krieges, übers. von G.P. Landmann, 2 Bde, München 1993.
Beschreibung Die Stadt Plataiai, die unter dem Schutz einer attischen Besatzung stand, musste sich 427 v.Chr. nach zweijähriger Belagerung den Spartanern ergeben. Trotz der flammenden „Verteidigungs-Rede“ der Plataier (Thuk. 3, 53-59) entschied sich Sparta gegen eine Aussöhnung und für eine Lösung im Sinne seines wichtigsten Verbündeten, Theben, welches seit Beginn des Krieges mit den Plataiern verfeindet war. So wurde die Stadt letztendlich zerstört. Insgesamt zweihundert Plataier wurden hingerichtet, alle Frauen wurden versklavt. Von den Athenern wurden fünfundzwanzig Menschen getötet.
KategorieKrieg: abseits der Kampfhandlungen
QualitätHistorisch
SchlagwortBestrafung, Hinrichtung, Rache, Sklave, Strafe, Versklavung
BearbeiterInMargit Linder
Permalinkhttp://gams.uni-graz.at/o:via.36