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Hom.Od. 22,5-25

TitelOdyssee
Autor Homer
Zeitangabe8. Jh.v.Chr.
Originaltext οὗτος μὲν δὴ ἄεθλος ἀάατος ἐκτετέλεσται·νῦν αὖτε σκοπὸν ἄλλον, ὃν οὔ πώ τις βάλεν ἀνήρ, εἴσομαι, αἴ κε τύχωμι, πόρῃ δέ μοι εὖχος Ἀπόλλων.” ἦ, καὶ ἐπ’ Ἀντινόῳ ἰθύνετο πικρὸν ὀϊστόν. ἦ τοι ὁ καλὸν ἄλεισον ἀναιρήσεσθαι ἔμελλε, χρύσεον ἄμφωτον, καὶ δὴ μετὰ χερσὶν ἐνώμα, ὄφρα πίοι οἴνοιο· φόνος δέ οἱ οὐκ ἐνὶ θυμῷ μέμβλετο. τίς κ’ οἴοιτο μετ’ ἀνδράσι δαιτυμόνεσσι μοῦνον ἐνὶ πλεόνεσσι, καὶ εἰ μάλα καρτερὸς εἴη, οἷ τεύξειν θάνατόν τε κακὸν καὶ κῆρα μέλαιναν; τὸν δ’ Ὀδυσεὺς κατὰ λαιμὸν ἐπισχόμενος βάλεν ἰῷ, ἀντικρὺ δ’ ἁπαλοῖο δι’ αὐχένος ἤλυθ’ ἀκωκή. ἐκλίνθη δ’ ἑτέρωσε, δέπας δέ οἱ ἔκπεσε χειρὸς βλημένου, αὐτίκα δ’ αὐλὸς ἀνὰ ῥῖνας παχὺς ἦλθεν αἵματος ἀνδρομέοιο· θοῶς δ’ ἀπὸ εἷο τράπεζαν ὦσε ποδὶ πλήξας, ἀπὸ δ’ εἴδατα χεῦεν ἔραζε σῖτός τε κρέα τ’ ὀπτὰ φορύνετο. τοὶ δ’ ὁμάδησαν μνηστῆρες κατὰ δώμαθ’, ὅπως ἴδον ἄνδρα πεσόντα, ἐκ δὲ θρόνων ἀνόρουσαν ὀρινθέντες κατὰ δῶμα, πάντοσε παπταίνοντες ἐϋδμήτους ποτὶ τοίχους·οὐδέ που ἀσπὶς ἔην οὐδ’ ἄλκιμον ἔγχος ἑλέσθαι.
Quelle R.Hampe, Homer. Odyssee, griech./dt., Stuttgart 2010
Übersetzung „Dieser Wettkampf zwar, unausweichlich, ist nun zu Ende; nun aber hab ich im Auge ein anderes Ziel, das noch keiner traf, ob es mir gelinge und Ruhm mir gewähre Apollon.“ Sprach es, den bitteren Pfeil auf Antinoos zielend gerichtet. Ja, der wollte gerade den schönen, doppeltgeohrten goldenen Humpen erheben und faßte ihn schon mit den Händen, um vom Weine zu trinken; doch der Gedanke zu sterben lag ihm fern; wer dächte denn auch unter schmausenden Männern, daß, so stark er auch sei, ein einzelner unter so vielen ihm bereite den schlimmen Tod und das schwarze Verhängnis? Ihn traf gut gezielt mit dem Pfeil in die Kehle Odysseus; bis gegenüber drang durch den zarten Nacken die Spitze. Seitwärts sank er um, und aus des Getroffenen Händen fiel der Humpen; sofort aus der Nase schoß ihm ein dicker Strahl von Menschenblut, jäh stieß er den Tisch mit dem Fuße von sich fort und schüttete so die Speisen zu Boden; Brot und Fleisch, gebratenes, wurden besudelt. Es schrieen laut durch die Räume die Freier, als die den Mann sahen stürzen, sprangen verwirrt von den Sitzen auf und spähten im Hause ratlos ringsumher an den schön gemauerten Wänden; doch da war kein Schild und keine wehrhafte Lanze.
Quelle der ÜbersetzungR. Hampe, Homer. Odyssee, Stuttgart 1979
Beschreibung Nach dem Bogenkampf mit den Freiern erschießt Odysseus seinen größten Konkurrenten Antinoos mit einem Pfeil durch den Nacken.
BelegstellenHom.Od. 24,176-179
Kategorie Abseits des Kriegs : Privat
QualitätMythisch
SchlagwortPfeil, Speer, Vergeltung, Rache, Lanze
BearbeiterInMarie-Therese Mocnik, Margit Offenmüller
Permalinkhttp://gams.uni-graz.at/o:via.2585