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Caes. Gall. 7,77,12-13

TitelDer Gallische Krieg
Autor Caius Julius Caesar
Zeitangabe1. Jh.v.Chr.
Originaltext quid ergo mei consilii est? facere, quod nostri maiores nequaquam pari bello Cimbrorum Teutonum que fecerunt: qui in oppida compulsi ac simili inopia subacti eorum corporibus, qui aetate ad bellum inutiles videbantur, vitam toleraverunt neque se hostibus tradiderunt. cuius rei si exemplum non haberemus, tamen libertatis causa institui et posteris prodi pulcherrimum iudicarem.
Quelle G. Dorminger (Hrsg.), C. Julius Caesar. Der Gallische Krieg, 1981
Übersetzung Was nun rate ich? Zu tun, was unsere Vorfahren bereits in dem durchaus nicht zu vergleichenden Kriege gegen die Cimbern und Teutonen getan haben! In die Städte zurückgetrieben und von gleichem Mangel bedroht, haben sie mit den Leichen derer, die infolge ihres Alters kriegsuntauglich schienen, ihr Leben gefristet und sich den Feinden nicht ergeben. Wenn wir hierfür nicht schon das Beispiel hätten, so müßte das, so meine ich, der Freiheit wegen eingeführt und als herrliche Tat den Nachfahren überliefert werden.
Quelle der ÜbersetzungG. Dorminger (Hrsg.), C. Julius Caesar. Der Gallische Krieg, 1981
Beschreibung Die in Alesia eingeschlossenen Personen berufen einen Kriegsrat ein, als die erwarteten Stammesgenossen nicht zum vereinbarten Zeitpunkt eintreffen und das Getreide bereits ausgegangen ist. Man will sich darüber beraten, wie nun weiter vorzugehen ist. Die Meinungen reichen von einer Kapitulation bis hin zu einem Ausfall. Daraufhin hält Critognatus eine Rede über die Verwerflichkeit jener, die sich mit dem Gedanken einer Kapitulation anfreunden können. Wegen ihrer besonderen Grausamkeit ist die Ansprache in die Annalen eingegangen, da er sich darin für Kannibalismus, nach dem Vorbild der Kimbern und Teutonen in einer ähnlichen Lage, ausspricht.
Kategorie Krieg : Abseits der Kampfhandlungen
QualitätHistorisch
SchlagwortKannibalismus, Stadtbelagerung
BearbeiterInMargit Offenmüller
Permalinkhttp://gams.uni-graz.at/o:via.2413