| Titel | Geschichte des Peloponnesischen Krieges |
| Autor | Thukydides |
| Zeitangabe | 5. Jh.v.Chr. |
| Originaltext |
ἀφικομένων δὲ αὐτῶν δείσαντες οἱ Ἀθηναῖοι τὸν Ἀριστέα μὴ αὖθις σφᾶς ἔτι πλείω
κακουργῇ διαφυγών, ὅτι καὶ πρὸ τούτων τὰ τῆς Ποτειδαίας καὶ τῶν ἐπὶ Θρᾴκης πάντα
ἐφαίνετο πράξας, ἀκρίτους καὶ βουλομένους ἔστιν ἃ εἰπεῖν αὐθημερὸν ἀπέκτειναν
πάντας καὶ ἐς φάραγγα ἐσέβαλον, δικαιοῦντες τοῖς αὐτοῖς ἀμύνεσθαι οἷσπερ καὶ οἱ
Λακεδαιμόνιοι ὑπῆρξαν, τοὺς ἐμπόρους οὓς ἔλαβον Ἀθηναίων καὶ τῶν ξυμμάχων ἐν
ὁλκάσι περὶ Πελοπόννησον πλέοντας ἀποκτείναντες καὶ ἐς φάραγγας ἐσβαλόντες.
πάντας γὰρ δὴ κατ’ ἀρχὰς τοῦ πολέμου Λακεδαιμόνιοι ὅσους λάβοιεν ἐν τῇ θαλάσσῃ
ὡς πολεμίους διέφθειρον, καὶ τοὺς μετὰ Ἀθηναίων ξυμπολεμοῦντας καὶ τοὺς μηδὲ
μεθ’ ἑτέρων.
|
| Quelle |
K. Hude, Thucydides Historiae, 2 Bde, Leipzig : Teubner, 1913-25 (Bücher
1-2 überarbeitet von O. Luschnat, 1960).
|
| Übersetzung |
Bei ihrer Ankunft fürchteten die Athener, Aristeus, wenn er entrinne, würde ihnen
später noch mehr Abbruch tun…und ohne Urteil, ohne die Männer, die noch reden
wollten, auch nur anzuhören, töteten sie sie alle noch gleichen Tags und warfen
sie in den Abgrund…um Vergeltung zu üben für das, was die Spartaner angefangen
hätten, als sie die athenischen und verbündeten Kaufleute, die auf Frachtern den
Peloponnes umfuhren, gefangen, getötet und die in Abgründe geworfen hätten. Denn
am Anfang des Krieges hatten die Spartaner ziemlich alle, die sie auf dem Meer
ergriffen, als Feinde umgebracht, sowohl die Kampfgenossen der Athener als auch
die Parteilosen.
|
| Quelle der Übersetzung | Thukydides. Geschichte des Peloponnesischen Krieges, übers. von G.P.
Landmann, 2 Bde, München 1993. |
| Beschreibung |
Im Sommer 413 v.Chr. machten der Korinther Aristeus sowie Gesandte aus Sparta,
(Aneristos, Nikolaos und Pratodamos) Tegea (Timagoras) und Argos (Pollis) bei
König Sitalkes in Thrakien Halt auf ihrem Weg nach Asien zum persischen
Großkönig. Der Aufenthalt sollte dazu dienen, den Sitalkes für einen Feldzug
gegen das attische Heer bei Poteidaia zu gewinnen. Zufällig hielten sich zur
selben Zeit Gesandte aus Athen (Learchos und Ameinniades) am thrakischen
Königshof auf. Sie überredeten den Sohn des Sitalkes, Sadokos, ihnen die Männer
auszuliefern. Dieser stimmte zu, ließ sie vor der Abreise ergreifen und übergab
sie den Athenern, die sie ermordeten.
|
| Kategorie | Krieg: abseits der Kampfhandlungen |
| Qualität | Historisch |
| Schlagwort | Bestrafung, Hinrichtung, Rache, Strafe, Tod durch Verrat, Verrat |
| BearbeiterIn | Margit Linder |
| Permalink | http://gams.uni-graz.at/o:via.19 |