Onlineportal Alte Geschichte und Altertumskunde

PDF« zurück

Thuk. 8,73,3-4

TitelGeschichte des Peloponnesischen Krieges
AutorThukydides
Zeitangabe5. Jh.v.Chr.
Originaltext καὶ Ὑπέρβολόν τέ τινα τῶν Ἀθηναίων, μοχθηρὸν ἄνθρωπον, ὠστρακισμένον οὐ διὰ δυνάμεως καὶ ἀξιώματος φόβον, ἀλλὰ διὰ πονηρίαν καὶ αἰσχύνην τῆς πόλεως, ἀποκτείνουσι μετὰ Χαρμίνου τε ἑνὸς τῶν στρατηγῶν καί τινων τῶν παρὰ σφίσιν Ἀθηναίων, πίστιν διδόντες αὐτοῖς, καὶ ἄλλα μετ’ αὐτῶν τοιαῦτα ξυνέπραξαν, τοῖς τε πλέοσιν ὥρμηντο ἐπιτίθεσθαι.
Quelle K. Hude, Thucydides Historiae, 2 Bde, Leipzig : Teubner, 1913-25 (Bücher 1-2 überarbeitet von O. Luschnat, 1960).
Übersetzung Einen Athener Hyperbolos, einen niedrigen Kerl, den das Scherbengericht verbannt hatte nicht aus Angst vor seiner Macht und seinem Ansehen, sondern wegen seiner Schlechtigkeit und als Schande der Stadt, den brachten sie um, unterstützt von einem der Feldherrn, Charminos, und einigen Athenern, die bei ihnen waren, ihnen zum Treuepfand, und noch mehr dergleichen vollbrachten sie gemeinsam mit ihnen und brannten auf den Angriff gegen die Menge.
Quelle der ÜbersetzungThukydides. Geschichte des Peloponnesischen Krieges, übers. von G.P. Landmann, 2 Bde, München 1993.
Beschreibung In Samos war es im Sommer 411 v.Chr. zu einem Putsch unter der Leitung der dort ansässigen Athener, der sog. Verschwörung der 300, gekommen. Ziel des Umsturzes war die Einführung einer Oligarchie. Im Zuge dieser Ereignisse wurde Hyperbolos von den athenischen Oligarchen ermordet. Dem Volk von Samos gelang es, mit Unterstützung der übrigen Athener unter Thrasybolos und Thrasylos, die Revolution niederzuschlagen und die Demokratie wiederherzustellen. Dreißig der dreihundert Verschwörer wurden bei den Kampfhandlungen getötet, die für den Putschversuch Verantwortlichen wurden verbannt.
KategorieAbseits des Kriegs: Öffentlich
QualitätHistorisch
SchlagwortAufstand, Bürgerkrieg, Gewalt innerhalb der Gemeinde, Mord, politischer Mord, Revolte, Stasis
BearbeiterInMargit Linder
Permalinkhttp://gams.uni-graz.at/o:via.120