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Thuk. 8,71,2-3

TitelGeschichte des Peloponnesischen Krieges
AutorThukydides
Zeitangabe5. Jh.v.Chr.
Originaltext ὡς δὲ προσέμειξέ τε ἐγγὺς καὶ οἱ Ἀθηναῖοι τὰ μὲν ἔνδοθεν οὐδ’ ὁπωστιοῦν ἐκίνησαν, τοὺς δὲ ἱππέας ἐκπέμψαντες καὶ μέρος τι τῶν ὁπλιτῶν καὶ ψιλῶν καὶ τοξοτῶν ἄνδρας τε κατέβαλον αὐτῶν διὰ τὸ ἐγγὺς προσελθεῖν καὶ ὅπλων τινῶν καὶ νεκρῶν ἐκράτησαν, οὕτω δὴ γνοὺς ἀπήγαγε πάλιν τὴν στρατιάν.
Quelle K. Hude, Thucydides Historiae, 2 Bde, Leipzig : Teubner, 1913-25 (Bücher 1-2 überarbeitet von O. Luschnat, 1960).
Übersetzung Da er aber nah herankam und die Athener im Innern an Aufruhr nicht dachten, aber die Reiter aussandten und einen Teil der Gepanzerten, der Plänkler und der Schützen, auch peloponnesische Soldaten, die zu nahe kamen, abschossen und sich einiger Rüstungen und Leichen bemächtigten, nach dieser Erfahrung also führte er das Heer wieder zurück.
Quelle der ÜbersetzungThukydides. Geschichte des Peloponnesischen Krieges, übers. von G.P. Landmann, 2 Bde, München 1993.
Beschreibung Nach dem katastrophalen Ausgang der Sizilischen Expedition gab es in Athen einige Politiker (allen voran Peisandros und Antiphon), die den Sturz der Demokratie und die Einführung eines oligarchischen Regimes („Rat der 400“) befürworteten. Auf diesem Wege sollte auch die Rückkehr des wegen Mysterien- und Hermenfrevels zum Tode verurteilten Alkibiades ermöglicht werden. Die Umstürzler erreichten die Einsetzung „der Vierhundert“, indem sie sich – einer jeder mit einem Dolch ausgestattet und insg. 120 Männern zur Unterstützung – vors Rathaus stellten und den Ratsmitgliedern, die gerade zum Bohnenlos versammelt waren, befahlen, freiwillig hinauszugehen. Die Mitglieder des Rates erhielten ihr übliches Taggeld und verließen das Gebäude ohne Widerstand. So ging der Putsch größtenteils ohne Gewalt vonstatten (s. Thuk. 8,68-70). Der Spartaner Agis, der nicht daran geglaubt hatte, dass der Umsturz friedlich ablaufen würde, war mit seinen Truppen vor die Mauern Athens angerückt, in der sicheren Hoffnung, dass sich die Stadt in den Wirren eines es befände und er somit leichtes Spiel hätte, dieselbe einzunehmen. Die Athener widersetzten sich jedoch hartnäckig seinen Angriffen und so entschloss er sich zum Rückzug.
KategorieKrieg: Kampfhandlungen
QualitätHistorisch
SchlagwortBelagerung, Stadtbelagerung
BearbeiterInMargit Linder
Permalinkhttp://gams.uni-graz.at/o:via.119