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Thuk. 8,65,2-3

TitelGeschichte des Peloponnesischen Krieges
AutorThukydides
Zeitangabe5. Jh.v.Chr.
Originaltext καὶ γὰρ Ἀνδροκλέα τέ τινα τοῦ δήμου μάλιστα προεστῶτα ξυστάντες τινὲς τῶν νεωτέρων κρύφα ἀποκτείνουσιν, ὅσπερ καὶ τὸν Ἀλκιβιάδην οὐχ ἥκιστα ἐξήλασε, καὶ αὐτὸν κατ’ ἀμφότερα, τῆς τε δημαγωγίας ἕνεκα καὶ οἰόμενοι τῷ Ἀλκιβιάδῃ ὡς κατιόντι καὶ τὸν Τισσαφέρνην φίλον ποιήσοντι χαριεῖσθαι, μᾶλλόν τι διέφθειραν· καὶ ἄλλους τινὰς ἀνεπιτηδείους τῷ αὐτῷ τρόπῳ κρύφα ἀνήλωσαν.
Quelle K. Hude, Thucydides Historiae, 2 Bde, Leipzig : Teubner, 1913-25 (Bücher 1-2 überarbeitet von O. Luschnat, 1960).
Übersetzung So war ein gewisser Androkles, der vor andern das Volk leitete, von einer Gruppe junger Leute, die sich dafür vereinigt, erschlagen worden; dieser hatte keinen geringen Anteil an Alkibiades`Verbannung, und aus beiden Gründen…hatten sie ihn hauptsächlich umgebracht; und noch einige andre Widersache hatten sie auf die gleiche Weise heimlich beseitigt.
Quelle der ÜbersetzungThukydides. Geschichte des Peloponnesischen Krieges, übers. von G.P. Landmann, 2 Bde, München 1993.
Beschreibung Nach dem katastrophalen Ausgang der Sizilischen Expedition gab es in Athen einige Politiker (allen voran Peisandros), die den Sturz der Demokratie und die Einführung eines oligarchischen Regimes („Rat der 400“) befürworteten. Auf diesem Wege sollte auch die Rückkehr des wegen Mysterien- und Hermenfrevels zum Tode verurteilten Alkibiades ermöglicht werden. Der athenische Demagoge Androkles, der in seiner Funktion als Ratsherr die Anklage gegen Alkibiades geführt hatte, wollte dessen Heimkehr verhindern, was ihn schließlich das Leben kostete. Im Sommer des Jahres 411 v.Chr. wurde er von den Umstürzlern ermordet.
KategorieAbseits des Kriegs: Öffentlich
QualitätHistorisch
SchlagwortErmordung, Gewalt innerhalb der Gemeinde, Mord, politischer Mord, Verrat
BearbeiterInMargit Linder
Permalinkhttp://gams.uni-graz.at/o:via.116