<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader xml:lang="de">
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Zur Entwicklung des Pfandrechts in den altösterreichischen
                    Ländern</title>
        <author corresp="marcrelator:aut">
          <persName ref="https://d-nb.info/gnd/119066149">
            <forename>Gunter</forename>
            <surname>Wesener</surname>
          </persName>
        </author>
        <respStmt>
          <persName ref="http://d-nb.info/gnd/104652299X">
            <forename>Heino</forename>
            <surname>Speer</surname>: </persName>
          <resp when="2016">Digitale Version</resp>
          <resp when="2022">Revision</resp>
        </respStmt>
      </titleStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>
          <persName ref="http://d-nb.info/gnd/104652299X">
            <forename>Heino</forename>
            <surname>Speer</surname>
          </persName>
        </publisher>
        <authority corresp="marcrelator:his">
          <orgName corresp="https://digital-humanities.uni-graz.at" ref="http://d-nb.info/gnd/1137284463">Institut für Digitale
                        Geisteswissenschaften, Universität Graz</orgName>
        </authority>
        <distributor corresp="marcrelator:rps">
          <orgName ref="https://gams.uni-graz.at">GAMS -
                        Geisteswissenschaftliches Asset Management System</orgName>
        </distributor>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0">Creative
                        Commons BY-NC 4.0</licence>
        </availability>
        <date when="2025">2025</date>
        <pubPlace corresp="marcrelator:pup">Graz</pubPlace>
        <idno type="PID">o:repat.wesener-1973-pfandrecht</idno>
      </publicationStmt>
      <seriesStmt>
        <title ref="http://gams.uni-graz.at/repat">Repertorium.at - Archiv des Repertoriums
                    digitaler Quellen zur österreichischen und deutschen Rechtsgeschichte in der
                    Frühen Neuzeit von Heino Speer</title>
        <respStmt>
          <resp>Projektleitung</resp>
          <persName>
            <forename>Heino</forename>
            <surname>Speer</surname>
          </persName>
        </respStmt>
      </seriesStmt>
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <title>Gunter Wesener, Zur Entwicklung des Pfandrechts in den
                        altösterreichischen Ländern</title>
          <author corresp="marcrelator:aut">
            <persName ref="https://d-nb.info/gnd/119066149">
              <forename>Gunter</forename>
              <surname>Wesener</surname>
            </persName>
          </author> In: <series>Festschrift Heinrich Demelius zum 80. Geburtstag. Erlebtes
                        Recht in Geschichte und Gegenwart.</series> (<publisher/>
          <pubPlace corresp="marcrelator:pup">Wien</pubPlace>
          <date when="1973">1973</date>) <biblScope from="257" to="280">257-280</biblScope>
          <ref/>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
    <encodingDesc>
      <editorialDecl>
        <p>Quelle: Festschrift Heinrich Demelius zum 80. Geburtstag. Erlebtes Recht in
                    Geschichte und Gegenwart (Wien (1973) S. 257-280.</p>
        <p>Dem Autor sei herzlich gedankt für die Erlaubnis zur Digitalisierung dieses
                    Aufsatzes, die mit Hilfe eines OCR-Programms erfolgte. Der Text wurde in
                    Anlehnung an die Richtlinien der Text Encoding Initiative mit XML-Markup
                    versehen.</p>
      </editorialDecl>
      <schemaRef url="https://gams.uni-graz.at/o:repat.odd"/>
      <projectDesc>
        <p>Teil von <ref target="info:fedora/context:repat" type="context">repat</ref>
        </p>
        <p>Das Projekt archiviert die digitalen Quellen zur österreichischen und deutschen
                    Rechtsgeschichte in der Frühen Neuzeit, die Heino Speer seit 2007 gesammelt
                    hat.</p>
      </projectDesc>
      <listPrefixDef>
        <prefixDef ident="marcrelator" matchPattern="([a-z]+)" replacementPattern="http://id.loc.gov/vocabulary/relators/$1">
          <p>Institutionelle und Personale Rollen taxonomie</p>
        </prefixDef>
        <prefixDef ident="dcterms" matchPattern="([a-z]+)" replacementPattern="http://purl.org/dc/terms/$1">
          <p>Datums Taxonomie</p>
        </prefixDef>
      </listPrefixDef>
    </encodingDesc>
    <profileDesc>
      <langUsage>
        <language ident="de">Deutsch</language>
        <language ident="la">Latein</language>
      </langUsage>
      <textClass>
        <keywords>
          <list>
            <item>
              <term>
                <ref target="info:fedora/context:repat.sekundaerliteratur" type="context">Sekundärliteratur</ref>
              </term>
            </item>
          </list>
        </keywords>
      </textClass>
    </profileDesc>
  </teiHeader>
  <text xml:lang="de">
    <front>
      <divGen type="toc"/>
    </front>
    <body>
      <div xml:id="TA.0">
        <head>Gunter Wesener, Zur Entwicklung des Pfandrechts in den altösterreichischen
                    Ländern</head>

        <p>Der verehrte Jubilar hat sich in seiner historisch fundierten Darstellung des
                    österreichischen Grundbuchsrechts<note n="N.1">

            <!-- Noch kein Digitalisat -->
                        Österreichisches Grundbuchsrecht. Entwicklung und Eigenart (Wien
                        1948)</note>, in seinen Arbeiten über Entstehung und Funktion von Landtafeln
                    und Grundbüchern in den österreichischen Ländern<note n="N.2">
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Die steirische Landtafel 1730. Ein Beitrag
                        zur Geschichte der öffentlichen Bücher in Osterreich,
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Anzeiger AK Wien, phil.-hist. Kl., 83 (1946)
                        17 ff.; 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Die Breisgauische Landtafel von 1783,
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> ZRG (GA) 74 (1957) 261 ff.;
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Das älteste Grundbuch der Stadt Graz 1736,
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Mitt. d. Steiermärk. Landesarchives 7 (1957)
                        18 ff.; 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Grundbücher im europäischen
                        Agrarrecht, 

            <!-- Noch kein Digitalisat --> ZfRV 4 (1963) 18 ff.</note> und
                    in mehreren seiner wertvollen Beiträge zum mittelalterlichen Wiener Privatrecht
                    mit Fragen des Pfandrechts befaßt, so insbesondere in seiner Untersuchung "Über
                    die alten Wiener Grundbücher"<note n="N.3">
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Jb. d.
                        Ver. f. Gesch. d. Stadt Wien 9 (1951) 110 ff., bes.
                        

            <!-- Noch kein Digitalisat --> 117.</note>, in seinem Beitrag zur Festnummer
                    der Juristischen Blätter für Hans Planitz "Grundbuch und Grundvollstreckung im
                    mittelalterlichen Wien"<note n="N.4">
            <ref target="#218">JBl 1952, 218
                            ff.</ref>, bes. <ref
            target="#219">219</ref>.</note> und in
                    seiner feinen Studie "Die Nezeuger"<note n="N.5">
            <ref
              target="#29;">Jb. d. Ver. f. Gesch. d. Stadt Wien 13
                            (1957/58) 29 ff.</ref>, bes. <ref target="#55">55
                            f.</ref> — Zum Wiener Grundbuchsrecht vgl. auch die Arbeit
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Eheliches Güterrecht im spätmittelalterlichen
                        Wien, 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> SBAK Wien, phil.-hist. Kl., 265/4
                        (1970) 139 ff.</note>.</p>
        <p>In meinem Beitrag sollen einige Fragen des Pfandrechts in der neueren
                    österreichischen Privatrechtsgeschichte untersucht werden, so insbesondere Arten
                    des Pfandrechts, Pfandrechtsbegründung, Mehrheit von Pfandrechten,
                    Rangprivilegien, Verpfändung einer fremden Sache, Afterpfand, Verhältnis von
                    Spezial- und Generalhypotheken.</p>
        <p>Räumlich beschränkt sich die Untersuchung auf die altösterreichischen Länder<note
              n="N.6">Zu dieser Abgrenzung <ref
              target="#78">M.
                            Rintelen, FS Steinwenter (1958) 78 ff.</ref>; vgl. <ref
            target="#10">G. Wesener, Geschichte des
                            Erbrechtes in Österreich seit der Rezeption (1957) 10</ref>.</note>,
                    zeitlich etwa auf die Epoche vom 16. bis zum 18. Jh.; eine zeitliche Obergrenze
                    bildet im 18. Jh. die Schaffung von Landtafeln für adelige Liegenschaften in den
                    deutsch-österreichischen Erblanden nach dem Vorbild der böhmischen Länder, womit
                    eine feste organisatorische Grundlage für Immobilienpfandrechte gegeben war<note
              n="N.7">Vgl. dazu <ref target="#1">H. Demelius,
                            Österr. Grundbuchsrecht 1 ff.</ref>; 

            <!-- Noch kein Digitalisat --> ZfRV
                        4 (1963) 20.</note>. Dieser Zeitraum ist zugleich jene Epoche, in der das
                    römisch-gemeine Recht bzw. die gemeinrechtliche Lehre in den österreichischen
                    Ländern zwar relativ langsam, aber stetig an Bedeutung <pb
            n="258" xml:id="S.258"/> gewann<note
              n="N.8">Zur Frage der Rezeption in den österr.
                        Ländern <ref
              target="#78">M. Rintelen,
                            Landsbrauch und gemeines Recht im Privatrecht der altösterr. Länder, FS
                            Steinwenter (1958) 78 ff.</ref>; <ref
              target="/o:repat.baltl-1962-roemr"> H.
                            Baltl, Einflüsse des römischen Rechts in Österreich, IRMAE V, 7
                            (1962)</ref>; kurzer Überblick bei <ref
                target="#92">Wesenberg-Wesener, Neuere
                            deutsche PrRG<hi rend="sup">2</hi> 92 ff.</ref>;
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> 98 (Lit.); <ref
            target="/o:repat.wesener-1975-landesordnungsentwuerfe#Note26">Wesener, Zur Bedeutung
                            der österr. Landesordnungdentwürfe des 16. u. 17. Jh.s für die neuere
                            Privatrechtsgeschichte, FS N. Grass (1975), Lit. A. 26</ref>.</note>. In
                    manchen Rechtsbereichen wurde allerdings das gemeine Recht durch eigenständige
                    heimische Entwicklungen wieder zurückgedrängt<note n="N.9">Zur Beseitigung der
                        gesetzlichen Generalhypotheken seit dem 17. Jh.
                        

            <!-- Noch kein Digitalisat --> E. Weiß, Pfandrechtliche Untersuchungen II
                        (1910) 73 ff.; vgl. <ref target="/o:repat.brauneder-1971-stillschweigende-hypotheken#S.230">W. Brauneder,
                            Bericht über den 11. österr. Historikertag in Innsbruck (1972) 230
                            ff.</ref>
          </note>. Diesen komplexen Entwicklungsvorgängen soll besonderes
                    Augenmerk gewidmet werden.</p>

        <p>Wenn man von den Untersuchungen zur Vorgeschichte und Entwicklung des
                    Grundbuchwesens in den altösterreichischen Ländern<note
              n="N.10">Ausführliche
                        Literaturangaben bei <ref target="#1">Demelius,
                            österr. Grundbuchsrecht 1 A. 1</ref>. — Vgl.
                        

            <!-- Noch kein Digitalisat --> H. Nehlsen, Grundbuch, HRG I, Sp. 1818
                        ff.</note>, so den Arbeiten von Ludwig Frhrn. von Haan<note n="N.11">

            <!-- Noch kein Digitalisat --> Studien über Landtafelwesen (Wien
                        1866).</note>, Lothar Johanny<note n="N.12">
            <ref
            target="http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?PPN669450782">Geschichte u. Reform der österr. Pfandrechts-Pränotation
                        (1870)</ref>.</note>, Anton Randa<note n="N.13">
            <ref
              target="#89">Die geschichtliche Entwicklung des
                            Instituts der öffentlichen Bücher in Österreich</ref>, in <ref target="#89">Grünhuts Z 6 (1879) 89 ff.</ref>;
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Das Eigenthumsrecht<hi
            rend="sup">2</hi>,
                        (1893) 400 ff., 429 ff., 444 ff.</note>, H. Krasnopolski<note
            n="N.14">V Der
                        Legalisierungszwang bei Tabularurkunden (1880).</note>, Bruno Lecher<note n="N.15">

            <!-- Noch kein Digitalisat --> Das Verfachbuch in Tirol und
                        Vorarlberg (Innsbruck 1885).</note> und Egon Weiß<note n="N.16">
            <ref
              target="http://drqerg.de/DRQI/weiss_untersuchungen2_30-31.jpg">Pfandrechtliche Untersuchungen
                            II (1910) 30 ff.</ref>, <ref
              target="http://drqerg.de/DRQI/weiss_untersuchungen2_78-79.jpg">79 ff.</ref>; <ref target="#509">Zur Geschichte
                            des Realfoliums und des Hauptbuchsystems in Österreich, FS z.
                            Jahrhundertfeier d. ABGB, II (1911) 509 ff.</ref>
          </note> sowie den
                    angeführten Arbeiten des Jubilars<note n="N.17">S. o. <ref
              target="#Note1">FN
                            1</ref> bis <ref
            target="#Note5">5</ref>.</note>, absieht, ist die
                    Literatur zur Pfandrechtsentwicklung in den altösterreichischen Ländern als
                    spärlich zu bezeichnen. Nur Teilgebiete des Pfandrechts bzw. einzelne
                    pfandrechtliche Institute haben bisher eine Erörterung gefunden<note n="N.18">Zum Pfandrecht in Böhmen und Mähren besitzen wir die Untersuchungen von
                        

            <!-- Noch kein Digitalisat --> J. Kapras: Das Pfandrecht im altböhmischen
                        Landrechte. Eine hist. Studie, <ref
              target="#422">ZverglRW
                            17 (1905) 422 ff.</ref> u. <ref target="#1">18 (1905)
                            1 ff.</ref>; 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Das Pfandrecht im
                        böhmisch-mährischen Stadt- und Bergrechte (= GU 83 (1906).</note>.</p>
        <p>So hat Ferdinand Bischoff<note n="N.19">

            <!-- Noch kein Digitalisat --> ZRG 12
                        (1876) 37 ff.</note> die Verpfändung der Haus- und Grundbriefe behandelt,
                    die insbesondere in der Steiermark üblich gewesen zu sein scheint. Carl Graf
                        Chorinsky<note n="N.20">
            <ref target="http://archive.org/stream/dasvormundschaf00chorgoog#page/n352">Das
                            Vormundschaftsrecht Niederösterreichs vom 16. Jh. bis zum Erscheinen des
                            Josefinischen Gesetzbuches (1878) 335 ff.</ref>
          </note> erörterte die
                    Privilegien und Pfandrechte des Mündels, insbesondere die Generalhypothek des
                    Mündels an dem Vermögen des Vormunds, nach dem österreichischen Recht des 16.
                    bis 18. Jh.s; in diesem Zusammenhang beschäftigte er sich allgemein mit den
                    gesetzlichen und stillschweigcnden Generalhypotheken. Einen wichtigen Beitrag
                    zur österreichischen Prozeßrechtsgeschichte stellt die Untersuchung von
                    

          <!-- Noch kein Digitalisat --> Berthold Pick über "die Immobiliar-Schätzung im
                    Rahmen des <pb
            n="259" xml:id="S.259"/> Exekutions-Mittel-Systemes" dar<note n="N.21">

            <!-- Noch kein Digitalisat --> GrünhutsZ 23 (1896) 229 ff.</note>;
                    darin wird die exekutive Pfändung behandelt. Einen kursorischen Überblick über
                    die österreichische Pfandrechtsentwicklung bietet <persName
            ref="https://portal.dnb.de/opac.htm?query=per%3D%22Schwind, Ernst Freiherr von%22+AND+catalog%3Dauthorities&amp;method=simpleSearch&amp;cqlMode=true">Ernst Frh. v.
                        Schwind</persName> in seinem Buch über "Wesen und Inhalt des
                        Pfandrechtes"<note n="N.22">

            <!-- Noch kein Digitalisat --> Eine
                        rechtsgeschichtliche u. dogmatische Studie (Jena 1899) 90 ff.</note>. Die
                    wichtigste Arbeit zur österreichischen Pfandrechtsgeschichte sind wohl die
                    "Pfandrechtlichen Untersuchungen" (II. Abt.)<note n="N.23">

            <!-- Noch kein Digitalisat --> Beiträge zur Dogmengeschichte, dann zur
                        österr., sächsischen u. preußischen Gesetzgebung enthaltend (Weimar
                        (1910).</note> von Egon Weiß<note n="N.24">Vgl. den Nachruf auf Egon Weiß
                        von 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> S. v. Bolla, ZRG (RA) 70 (1953) 518
                        ff.</note>; in diesem Werk wird die Entwicklung der gesetzlichen
                    Generalpfandrechte und deren schließliche Beseitigung behandelt. Ein Abschnitt
                    (

          <!-- Noch kein Digitalisat --> S. 57 ff.) ist allgemein der Geschichte der
                    modernen Hypothek, insbesondere dem Verbot der Fahrnishypothek, gewidmet<note n="N.25">Die Arbeit von 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> W. Hromadka, Die
                        Entwicklung des Faustpfandprinzips im 18. u. 19. Jh. (= Forsch. z. neueren
                        PrRG 17, (1971) geht auf die österr. Rechtsentwicklung leider nicht ein;
                        vgl. dazu 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Wesener, ZRG (GA) 90 (1973). Zum
                        Ursprung der Regelung im ABGB vgl. 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> A. G. Pos,
                        Hypotheek op reerend goed (bezitloos pandrecht) (Deventer (1970) 61
                        ff.</note>.</p>
        <p>In seiner grundlegenden Arbeit über das deutsche Grundpfandrecht<note n="N.26">

            <!-- Noch kein Digitalisat --> Forsch. z. deutschen Recht I/4
                        (1936).</note> hat <persName
            ref="https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Planitz">Hans Planitz</persName>
                    in hohem Maße Quellen aus dem österreichischen Raum verwertet und bietet somit
                    wertvolle Aufschlüsse über das in Österreich im Mittelalter geltende
                    Grundpfandrecht. <persName
            ref="https://de.wikipedia.org/wiki/Mayer-Maly">Theo Mayer-Maly</persName>
                    behandelt in der gehaltvollen Miszelle "Ebenteuer"<note n="N.27">

            <!-- Noch kein Digitalisat --> ZRG (GA) 72 (1955) 216 ff.</note> ein
                    pfandrechtliches Institut des österreichischen Raumes. Über die
                    "stillschweigenden Hypotheken" und den österreichischen Landesbrauch hielt
                        <persName
            ref="https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Brauneder">Wilhelm Brauneder</persName> einen
                    Vortrag auf dem 11. österreichischen Historikertag in Innsbruck im Jahre
                        (1971)<note n="N.28">In: 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Bericht über den 11.
                        österr. Historikertag in Innsbruck (Wien (1972) 226 ff.; vgl.
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Die Entwicklung des Ehegüterrechts in
                        Österreich (1973) 109 ff., 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> 176
                    ff.</note>.</p>
      </div>
      <div xml:id="TA.1">
        <head>I. Rechtsquellen und Literatur des 16. und 17. Jh.s</head>

        <p>Die Landesordnungsentwürfe für Österreich unter der Enns aus dem 16. und 17. Jh.
                    sowie der <ref target="/o:repat.1608-ooeltfl-linz">Entwurf einer Landesordnung für
                        Österreich ob der Enns von 1609</ref>
          <note n="N.29">Zu diesen Entwürfen <ref
                target="/o:repat.motloch-1907-landesordnungen">Motloch, im Österr.
                                Staatswörterbuch<hi
              rend="sup">2</hi>, hg. v. Mischler u. Ulbrich,
                            III, 331 ff.</ref>; <ref
              target="/o:repat.luschin-1896-259-386#374">A. Luschin,
                            Österr. Reichsgeschichte (1896) 374</ref>; <ref target="/o:repat.wisnicki-1926-abfassung">F. Wisnicki, Die Geschichte der
                            Abfassung des Tractatus de juribus incorporalibus, Jb. f. Ldke. u.
                            Heimatschutz von Niederösterreich u. Wien, NF 20 (1926 u. (1927), II
                            (1927) 69 ff.</ref>; 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> A. Ehrenzweig,
                            System<hi rend="sup">2</hi> I/1 (1951) 18 ff.;
                        

            <!-- Noch kein Digitalisat --> Wesener, Geschichte des Erbrechtes in
                        Österreich (1957) 12 ff.; nun in <ref target="/o:repat.wesener-1975-landesordnungsentwuerfe">FS N. Grass (1975)</ref>, vor
                        allem auch zur Frage der gewohnheitsrechtlichen Geltung dieser Entwürfe;
                        dazu vgl. 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> M. Rintelen, FS Steinwenter (1958)
                        96; 

            <!-- Noch kein Digitalisat --> H. Baltl, Österr. Rechtsgeschichte (Graz
                        (1972) 158 f. Vgl. <ref
              target="/o:repat.brauneder-1971-ehescheidung">W. Brauneder,
                            Österr. Archiv f. Kirchenrecht 22 (1971) 273 ff.</ref> — Lithographierte
                        Abschriften dieser Entwürfe befinden sich in der sog. <ref target="http://anno.onb.ac.at/chs.htm">Sammlung Chorinsky</ref>; vgl. dazu
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> M. Rintelen, B. Walthers privatrechtliche
                        Traktate aus dem 16. Jh. (1937) p. XXIV; 
            <!-- Noch kein Digitalisat -->
                        Wesener, Erbrecht 12 A. 12 u. 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> 197; <ref
              target="/o:repat.wesener-1975-landesordnungsentwuerfe#Note2">FS N. Grass, A. 2</ref>
                        u. <ref
            target="/o:repat.wesener-1975-landesordnungsentwuerfe#Note3">3</ref>.</note>
                    enthalten eingehende Bestimmungen über das Pfandrecht. <pb
            n="260" xml:id="S.260"/>
        </p>
        <p>
          <table>
            <row>
              <cell>Zeiger in das Landrechtsbuch (Institutum Ferdinandi I.) von 1528 [
                                = Zeiger] :</cell>
              <cell>
                <ref target="/o:repat.1526-noelrentw#Buch.3.5.15">III. Buch, 5. Tit. §
                                    15</ref>;<lb/>
                <ref target="/o:repat.1526-noelrentw#Buch.3.16.25"> 6.
                                    Tit. § 25</ref>.</cell>
            </row>
            <row>
              <cell>Entwurf Püdler von 1573 [ = Püdler] :</cell>
              <cell>
                <ref target="/o:repat.1573-noestlrentw#2.9">II. Buch, 9. Tit. Von natur,
                                    art und aigenschaft der schulden und crediten in gemein. (§ 5
                                    ff.)</ref>
                <lb/>
                <ref target="/o:repat.1573-noestlrentw#2.14">14. Tit. Von pfanden,
                                    hypothecken, sätzen und derselben aigenschaft.</ref>
                <lb/>
                <ref target="/o:repat.1573-noestlrentw#2.15">15. Tit. Von verkaufung der
                                    underpfant.</ref>
                <lb/>
                <ref target="/o:repat.1573-noestlrentw#2.16">16. Tit. Von unterschid der
                                    pfanden und hypothecen, desgleichen von allerlei befreuten und
                                    unbefreuten glaubingern.</ref>
              </cell>
            </row>
            <row>
              <cell>Entwurf Strein-Linsmayr von 1595 [ = Strein-L.] :</cell>
              <cell>
                <!-- Noch kein Digitalisat --> II. Buch, 10. Tit. Von würkhlichen
                                verphendungen und versätzen varunder und ligunder güeter.<lb/>
                <!-- Noch kein Digitalisat --> 11. Tit.Von rechtlichen und
                                gerichtlichen phandschaften</cell>
            </row>
            <row>
              <cell>Kompilation der vier Doktoren von 1654 [ = Kompilation] :</cell>
              <cell>

                <!-- Noch kein Digitalisat --> II. Buch, 16. Tit. Von
                                willkürlichen versatz- und verpfendungen vahrender und ligender
                                güeter, <hi rend="it">pignus et hypotheca conventionalis</hi> genant.<lb/>

                <!-- Noch kein Digitalisat --> 17. Tit. Von rechtlichen
                                pfandschaften, zu latein <hi rend="it">pignus et hypotheca legalis
                                    tacita</hi> genant.<lb/>
                <!-- Noch kein Digitalisat --> 18. Tit. Von gerichtlichen
                                pfandschaften.</cell>
            </row>
            <row>
              <cell>Landtafel des Erzherzogtums Österreich ob der Enns von 1609 [ =
                                Oe. Ltf.] :</cell>
              <cell>
                <ref target="/o:repat.1608-ooeltfl-linz#T.3.22">III. Teil, 22. Tit. Von
                                    pfanden und versatzungen.</ref>
                <lb/>
                <ref
                    target="/o:repat.1608-ooeltfl-linz#t.3.23">23. Tit. Von pfandschaften, so
                                    zwar zwischen den thailen nit abgeredt, jedoch im rechten
                                    etlichen gewissen persohnen und güetern sonderbahr verordnet,
                                    oder <hi rend="it">de pactis hypothecis</hi>.</ref>
                <lb/>
                <ref target="/o:repat.1608-ooeltfl-linz#T.3.24">24. Tit. Von erledigung der
                                    pfand und underpfand.</ref>
                <lb/>
                <ref target="/o:repat.1608-ooeltfl-linz#T.3.25">25. Tit. <hi rend="it">De
                                        venditione pignoris</hi> oder von verkhaufung der
                                    verstandnen pfand.</ref>
              </cell>
            </row>
          </table>
        </p>
        <p>Der <ref
            target="/o:repat.1679-tractiurincorp">Tractatus de juribus incorporalibus</ref>
                    von 1679 für Osterreich unter der Enns, der auf dem 2. Teil des V. Buches der
                    Kompilation der vier Doktoren beruht<note
              n="N.30">Dazu <ref
              target="/o:repat.wisnicki-1929-tractiurincorp">Wisnicki, Jb. f. Lkde. von
                            Niederösterreich u. Wien, NF 20, II (1927) 69 ff.</ref>; <ref
                target="/o:repat.motloch-1907-landesordnungen#346">Motloch, Österr.
                                Staatswörterbuch<hi
            rend="sup">2</hi> III, 346</ref>.</note>,
                    handelt im <ref target="/o:repat.1679-tractiurincorp#4">Tit. 4 "Von der
                        Grund-Obrigkeit"</ref>
          <note n="N.31">
            <ref target="https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/codexaustriacus1704bd1/587">Codex
                            Austriacus I 587 ff.</ref>
          </note> (<ref target="/o:repat.1679-tractiurincorp#4.9">§ 9 ff. "Von Grund-Büchern und
                        Gewöhren"</ref>).</p>
        <p>Die k. Resolutionen vom 9. Mai 1713<note n="N.32">Abgedruckt bei <ref
                target="https://play.google.com/books/reader?id=yQJFAAAAcAAJ&amp;pg=GBS.PA">Suttinger, Additiones Consuetudinum
                            Austriacarum, Norimbergae 1718 (Anhang zu den Consuetudines
                                Austriacae<hi
              rend="sup">2</hi>) 98 ff.</ref>; bei <ref
              target="http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?PPN669450782">Johanny, Pfandrechts-Pränotation (o. FN 12) 47 A. 1</ref>; vgl. <ref target="http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?PPN669450782">47
                            ff.</ref>
          </note> und vom 14. Juni 1713<note n="N.33">
            <ref
            target="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10487835_00713.html">Codex Austriacus III (= Suppl. Cod. Austr. I)
                            691</ref>.</note> betreffen Sätz und Grund-Buchs-Noteln. Von Bedeutung
                    ist ferner die Wechselordnung vom 10. Sept. 1717 (Art. 47) für Wien und
                    Österreich unter der Enns<note n="N.34">
            <ref target="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10487835_00914.html">Codex
                            Austriacus III 892 f.</ref>
          </note>. <pb n="261" xml:id="S.261"/>
        </p>
        <p>Die <ref
            target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?index=siglen&amp;term=tirollo.+1573+1574">Tiroler Landesordnung von 1573</ref> enthält
                    einige einschlägige Bestimmungen (<ref
            target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?index=siglen&amp;term=tirollo.+1573+1574&amp;fs=II+10">II
                        10</ref>; <ref target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?index=siglen&amp;term=tirollo.+1573+1574&amp;fs=V+7">V 7</ref>).</p>
        <p>An zeitgenössischer Rechtsliteratur<note
              n="N.35">Zur österr. Rechtsliteratur des
                        16. u. 17. Jh.s <ref
              target="/o:repat.luschin-1896-259-386#364">Luschin, Österr.
                            Reichsgeschichte (1896) 364 ff.</ref>, <ref target="/o:repat.luschin-1896-259-386#376">376</ref>;
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Rintelen, FS Steinwenter 83 ff.;
                        

            <!-- Noch kein Digitalisat --> Wesener, Erbrecht 17 ff.</note> sind primär
                    die privatrechtlichen Traktate von <persName ref="http://d-nb.info/gnd/119863812">Bernhard Walther</persName>
          <note n="N.36">
            <ref
            target="/o:repat.1584-walther-tract-ri">Hg. u. eingel. von M. Rintelen
                            (Leipzig (1937)</ref>.</note> zu nennen, wichtig vor allem die <ref
            target="/o:repat.1584-walther-tract-ri#4.6">Crida-Ordnung (= Trakt. IV), 6. Cap.</ref>
                    (entstanden 1555-1556)<note
              n="N.37">Vgl. <ref target="/o:repat.1573-noestlrentw#3.112">Püdler III 112</ref> u. <ref target="/o:repat.1573-noestlrentw#3.115">115</ref>; 

            <!-- Noch kein Digitalisat --> Strein-L. IV 18 "Von
                        cridahandlungen ... ".</note>. Von <persName ref="http://d-nb.info/gnd/132549271">Joh. Bapt.
                        Schwartzenthaler</persName>
          <note n="N.38">Vgl.
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Rintelen, FS Steinwenter 83; <ref
            target="/o:repat.luschin-1896-259-386#376">Luschin, Österr. Reichsgeschichte
                            376</ref>.</note> stammt ein <ref
            target="http://gateway-bayern.de/VD16+S+4683">Tractatus de pignoribus et
                        hypothecis (Francofurti (1594)</ref>. Von großer Bedeutung sind für die
                    Pfandrechtsgeschichte die Consuetudines Austriacae<note n="N.39">
            <ref
            target="https://play.google.com/books/reader?id=yQJFAAAAcAAJ&amp;pg=GBS.PA008">2. Aufl. (Norimbergae
                        (1718)</ref>.</note> von <persName ref="http://d-nb.info/gnd/124408834">J.
                        B. Suttinger</persName>
          <note n="N.40">Von diesem Rechtsgelehrten stammen
                        auch die <ref
            target="http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10506460-5">(Verneuerten) Observationes
                            practicae, Nürnberg 1678</ref> [= obs.].</note>, da diese zahlreiche
                    Entscheidungen der niederösterreichischen Regierung aus den Motivenbüchern sowie
                    Auszüge aus dem Consuetudinarium<note n="N.41">Dazu
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Rintelen, FS Steinwenter 85;
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Baltl, Österr. RG (1972) 160 f.
                        Vgl.
            <!-- Noch kein Digitalisat --> G. Scheidlein, Erklärung des Oesterr.
                        Provinzialrechtes I (Wien (1805) 5 f.</note> enthalten.</p>

        <p>Ausführungen über das Pfandrecht finden sich ferner in den juristischen Werken
                    von <persName ref="https://portal.dnb.de/opac.htm?query=per%3D%22Reutter, J. H.%22+AND+catalog%3Dauthorities&amp;method=simpleSearch&amp;cqlMode=true">J. H. Reutter</persName>
          <note n="N.42">
            <ref
            target="https://books.google.at/books?id=SuNfAAAAcAAJ">Viginti quinque tabulae iuridicae quibus
                            accesserunt variae differentiae juris communis et Austriaci (Ratisbonae
                            (1674)</ref>.</note>, <persName ref="http://d-nb.info/gnd/124427340">J.
                        Weingärtler</persName>
          <note n="N.43">
            <ref
            target="https://books.google.at/books?id=J4VgAAAAcAAJ&amp;hl=de&amp;pg=PA">Con-
                            et discordantia juris consuetudinarii Austriaci super Anasum, cum jure
                            communi, in quatuor institutionum libris remonstrata (Norimbergae
                            (1674)</ref>.</note>, <persName ref="https://portal.dnb.de/opac.htm?query=per%3D%22Beckmann, Nikolaus von%22+AND+catalog%3Dauthorities&amp;method=simpleSearch&amp;cqlMode=true">Nic. von Beckmann</persName>
          <note n="N.44">
            <ref
              target="https://books.google.at/books?id=dgVGAAAAcAAJ&amp;hl=de&amp;pg=PA">Idea juris statutarii et consuetudinarii Stiriaci et Austriaci cum jure
                            Romano collati (Graecii (1688)</ref>. Vgl. <ref
            target="/o:repat.wesener-1975-beckmann">Wesener, Der innerösterr. Regimentsrat
                            N. v. Beckmann u. sein Kodifikationsplan, Joh. Kepler FS d. Univ. Graz
                            (in Vorbereitung)</ref>.</note>, <persName ref="https://portal.dnb.de/opac.htm?query=per%3D%22Finsterwalder, Benedikt%22+AND+catalog%3Dauthorities&amp;method=simpleSearch&amp;cqlMode=true">B. Finsterwalder</persName>
          <note n="N.45">
            <ref
            target="https://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb10506363_00038.html">Practicarum observationum
                            ad consuetudines Archi-Ducatus Austriae Superioris accommodatarum lib. I
                            et II (Salisburgi (1719), III (1730), IV (1732)</ref>.</note> und
                        <persName ref="https://portal.dnb.de/opac.htm?query=per%3D%22Kees, J. G.%22+AND+catalog%3Dauthorities&amp;method=simpleSearch&amp;cqlMode=true">J. G. Kees</persName>
          <note n="N.46">
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Commentarius ad D. Justiniani Institutionum
                        imperialium IV libros, 5. ed. (Ingolstadii (1738).</note>.</p>

        <p>Für Innerösterreich, insbesondere die Steiermark und Kärnten, sind neben der Idea
                    juris des Nic. von Beckmann (o. <ref target="#Note44">Anm.44</ref> von Bedeutung
                    die sog. "

          <!-- Noch kein Digitalisat --> Landtsgebreich in Steyer und Karndten",
                    eine Darstellung des innerösterreichischen Landsbrauches in 107 Art. vom Beginn
                    des 17. Jh. s<note n="N.47">Geschichtsverein f. Kärnten (im Kärntner
                        Landesarchiv) 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Hs. 3/12, Bl. 97-116'; dazu
                            <ref target="/o:repat.torggler-1936-darstellung">K. Torggler, Archiv f.
                            vaterländ. Gesch. u. Topographie 24/25 (1936) 130 f.</ref> Vgl. schon
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> F. Bischoff, ZRG 12 (1876) 38.</note>.</p>
      </div>
      <div xml:id="TA.2">
        <head>II. Arten des Pfandrechts</head>
        <p>Bernhard Walther unterscheidet in seiner <ref
            target="/o:repat.1584-walther-tract-ri#4.6.2">Crida-Ordnung (Trakt. IV 6/2)</ref> drei Arten von Pfandrechten<note
              n="N.48">Vgl. <ref
            target="http://archive.org/stream/dasvormundschaf00chorgoog#page/n337">Chorinsky,
                            Vormundschaftsrecht 337</ref>.</note>: "erstlich die verschribne oder
                    eingesetzte Pfandt, zum andern die rechtlichen Pfandt; zum dritten die
                    gerichtlichen <pb
            n="262"
            xml:id="S.262"/> Pfandt". Dies entspricht der
                    gemeinrechtlichen Einteilung in <hi
            rend="it">pignus conventionale</hi>, <hi rend="it">pignus legale</hi> und <hi
            rend="it">pignus praetorium</hi> bzw.
                        <hi rend="it">iudiciale</hi>
          <note n="N.49">Vgl. <ref
              target="/o:repat.1584-walther-tract-ri#4.6">Walther, Anm. A zu IV 6</ref>. — Vgl.
                            <ref target="/o:repat.1573-noestlrentw#2.16">Püdler II 16 § 1</ref>;
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Strein-L. II 11 § 1;
                        K
            <!-- Noch kein Digitalisat --> ompilation II 16 § 1 (mit Verweisung auf
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Wesenbeck, in parat. lib. 20 tit. 1 n. 3)"&gt;
                        u. 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> II 16, 17 u. 18; <ref
              target="https://books.google.at/books?id=SuNfAAAAcAAJ">Re u t t e r, Viginti quinque tabulae iur., ad tab. IV n. 13 u.
                            14</ref>; <ref
              target="https://books.google.at/books?id=dgVGAAAAcAAJ&amp;hl=de&amp;pg=PA363.html">Beckmann, Idea juris 333
                            s. v. Pignus</ref>. Vgl. ferner <ref target="https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/drwBayernLR1616/0001">Bayer.
                            Landrecht von 1616, XV 18</ref> (vier Arten).</note>.</p>

        <p>Ein verschriebenes oder eingesetztes Pfand liegt vor, wenn ein Schuldner sein Gut
                    seinem Gläubiger zu Pfand verschreibt oder einsetzt. Eine solche Verschreibung
                    bzw. Einsetzung kann durch den Schuldner "auf allen seinen Haab und Güettern
                    oder nur auf einen sondern Stück beschechen" (<ref
            target="/o:repat.1584-walther-tract-ri#4.6.3">Walther IV 6/3,1</ref>). Walther
                    unterscheidet also zwischen General- und Spezialpfandrechten<note
              n="N.50">Vgl.
                            <ref target="https://books.google.at/books?id=dgVGAAAAcAAJ&amp;hl=de&amp;pg=PA363.html">Beckmann, Idea juris 333 s. v.
                            Pignus</ref>.</note>.</p>
        <p>
          <ref
            target="/o:repat.1573-noestlrentw#2.16">Püdler II 16 §§ 3 u. 4</ref> unterscheidet
                    zunächst zwischen Pfandrechten an beweglichem Vermögen und an
                        Liegenschaften<note
              n="N.51">Vgl. <ref
            target="/o:repat.1608-ooeltfl-linz#T.3.22.2">Oe.
                            Ltf. III 22 §§ 2, 3</ref>.</note> und fährt fort (<ref
            target="/o:repat.1573-noestlrentw#2.16">II 16 § 4</ref>): "Wann aber das underpfant
                    auf ligenden haab und guetern stehet, so wirts <hi
            rend="it">hypotheca</hi>
                    gehaissen. Solch <hi
            rend="it">hypothecae</hi> seint auch zweierlei natur:
                    etliche general, als wann der schuldner seinem glaubinger alle und jede sein
                    haab und gueter liegent und varunt nichts davon außgenomben austrüklich
                    verschreibt und verpfendt, etliche special, dadurch den glaubinger ain oder mehr
                    stuckh aus des schuldners haab und guetern verschriben oder versezt worden"<note
              n="N.52">Vgl. <ref target="/o:repat.1573-noestlrentw#2.14">Püdler II 14 §§ 22, 23
                            ff.</ref>; 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Strein-L. II 10 §§ 3, 4;
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Kompilation II 16 § 3; <ref target="/o:repat.1608-ooeltfl-linz#T.3.22.4">Oe. Ltf. III 22 § 4</ref>.</note>.</p>

        <p>Die Bezeichnung Hypothek ist hier schon auf Pfandrechte an Liegenschaften sowie
                    auf Generalpfandrechte beschränkt<note
              n="N.53">Vgl. <ref target="/o:repat.codex-theresianus-inhalt#3.7.1">Codex Theresianus III 7 § 1 n. 5 u. § 3
                            n. 25</ref>; dazu 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> E. Weiß, Pfandrechtl.
                        Untersuchungen II 65 f.</note>.</p>

        <p>Die Unterscheidung zwischen General- und Spezialpfandrechten ist gemeinrechtlich,
                    wenn auch deutschrechtliche Ansätze vorhanden sind. Im deutschen Recht des
                    Mittelalters, insbesondere in deutschen Stadtrechten, finden sich seit dem 12.
                    Jh. Verpfändungen des ganzen Vermögens ("Geloben zu allem Gut"). Sie erfolgten
                    durch Eintragung in öffentliche Bücher oder Aufnahme in Urkunden. Es handelte
                    sich aber hierbei um keine echten Generalhypotheken, sondern nur um
                    Verfügungsbeschränkungen mit Wirkung eines Arrests am Schuldnergut. Ein
                    dingliches Recht wurde dadurch nicht begründet<note n="N.54">
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Stobbe-Lehmann, DPrR<hi rend="sup">3</hi>
                        II/2, 139 f.; 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Hübner, DPrR<hi rend="sup">5</hi> 411 f.; 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Planitz, DPrR<hi rend="sup">3</hi> (1948) 97; 
            <!-- Noch kein Digitalisat -->
                        Mitteis-Lieberich, DPrR<hi rend="sup">5</hi> (1968) Kap. 36, IV 3;
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> J. Kapras, Das Pfandrecht im böhm.-mähr.
                        Stadt- u. Bergrechte (1906) 67 ff. Vgl. auch 

            <!-- Noch kein Digitalisat -->
                        Hans Caemmerer, Die Rechtsgültigkeit der Sicherungsübereignung in ihrer
                        hist. Entwicklung (Diss. Heidelberg 1951, maschr.) 9; <ref target="/o:repat.brauneder-1971-stillschweigende-hypotheken#S.229">Brauneder, Bericht über den 11.
                            österr. Historikertag 229.</ref>
          </note>.</p>
        <p>In einer Urkunde des Stiftes Heiligenkreuz aus dem Jahre 1295<note n="N.55">
            <ref
            target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10798125_00291.html">UB Heiligenkreuz, FRA II 11, 281, Nr. 314</ref>.</note> bestellt der
                    Vormund eines Mädchens ein Generalpfandrecht an seinem Vermögen zur Sicherung
                    eines Kaufvertrages; er hat ein Haus des unmündigen Mädchens an das Stift
                    verkauft: "<hi
              rend="it">Et quia in contractu vendicionis domus <pb n="263"
              xml:id="S.263"/> prefate dicta Gisela nondum annos legitime etatis
                        attigerat, pro firmitate contractus huiusmodi promisi et sub ypoteca omnium
                        bonorum meorum promitto prefatos abbatem et conventum ab omni impeticione
                        dicte puelle defendere et tueri, ..."<note
                n="N.56">Vgl. zu dieser Urkunde
                                <ref target="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10542923_00126.html">V. Hasenöhrl, Österr.
                                Landesrecht im 13. u. 14. Jh. (1867) 114 f.</ref>;
                            
              <!-- Noch kein Digitalisat --> E. Rabel, Die Haftung des Verkäufers
                            wegen Mangels im Rechte I (1902) 194 A. 2;
                            

              <!-- Noch kein Digitalisat --> Th. Mayer-Maly, ZRG (GA) 72 (1955) 224 A.
                            47.</note>. Der Vormund übernimmt mit seinem Vermögen die Haftung dafür,
                        daß der von ihm namens des unmündigen Mädchens abgeschlossene Kaufvertrag
                        von diesem nach erreichter Mündigkeit nicht angefochten wird<note
                n="N.57">Vgl. zur Frage der Widerruflichkeit <ref target="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10542923_00126.html">Hasenöhrl, Österr. Landesrecht
                                114 f.</ref>; 
              <!-- Noch kein Digitalisat --> Conrad, DRG<hi rend="sup">2</hi> I (1962) 397.</note>
          </hi>.</p>
        <p>In einer Urkunde vom Jahre 1328<note n="N.58">Mitget. v. <persName ref="https://portal.dnb.de/opac.htm?query=per%3D%22Chmel, J.%22+AND+catalog%3Dauthorities&amp;method=simpleSearch&amp;cqlMode=true">J. Chmel</persName> in
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Notizenblatt. Beilage z. AÖG 4 (1854) 84, Nr.
                        16. Vgl. 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Stobbe-Lehmann, DPrR<hi rend="sup">3</hi> II/2, 139 A. 36.</note> heißt es: Der Schuldner nimmt die Schuld
                    "auf uns und auf aller unser hab, die wir haben in dem Lande ze Osterreich oder
                    swo wirs haben".</p>
        <p>H. Demelius<note n="N.59">

            <!-- Noch kein Digitalisat --> Eheliches Güterrecht im
                        spätmittelalterlichen Wien (1970) 108 A. 183 u. 109 A. 185.</note> zitiert
                    einen Bericht in einem Wiener Gewährbucheintrag vom Ende des 15. Jh.s<note n="N.60">
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Archiv d. Stadt Wien 1/8 f.
                        250/1.</note>, wonach ein Wiener Ratsbürger seiner Frau 750 ungar. Gulden
                    "ze haimbsteur unnd widerlegung" verschrieb "auf allem sein gut nach den
                    statrechtenn".</p>
      </div>
      <div xml:id="TA.3">
        <head>III. Begründung der verschriebenen Pfandrechte<note n="N.61">Dazu Lit. o. <ref target="#Note11">FN 11-16</ref>; 
            <!-- Noch kein Digitalisat -->
                        Demelius, Österr. Grundbuchsrecht 1 A. 1; 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> H.
                        Nehlsen, Grundbuch in HRG I, Sp. 1818 ff.</note>
        </head>
        <p>Walther fährt in seiner <ref
            target="/o:repat.1584-walther-trakt-ri#T.4.6">Crida-Ordnung
                        (Trakt. IV 6/3, 1</ref> fort: "Item, es mag die Verschreibung der gestalt
                    beschechen, das der Schuldner das verschriben Pfandt nichts weniger in seiner
                    Gewaltsamb und Possess behelt, oder aber das Pfandt dem Glaubiger in sein
                    Gewaltsamb überantwort und zuestelle." Walther unterscheidet zwischen
                    besitzlosem Pfand und Pfand mit Übertragung der Pfandsache in den Besitz des
                        Gläubigers<note
              n="N.62">Vgl. <ref target="https://books.google.at/books?id=dgVGAAAAcAAJ&amp;hl=de&amp;pg=PA363.html">Beckmann, Idea juris 333 s. v. Pignus</ref>.</note>.</p>
        <p>Im <ref target="/o:repat.1573-noestlrentw#2.16">Entwurf Püdler II 16 § 5</ref>
          <note n="N.63">Dazu <ref
            target="http://archive.org/stream/dasvormundschaf00chorgoog#page/n356">Chorinsky,
                            Vormundschaftsrecht 339</ref>.</note> werden beim besitzlosen Pfand an
                    Liegenschaften, der Hypothek, vier Begründungsarten unterschieden<note n="N.64">Vgl. 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Strein-L. II 10 §§ 2, 3;
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Kompilation II 16 § 2.</note>:</p>

        <p>"Solche wilkürliche und außgetruckte hypothecen aber geschehen auf allerlei weg
                    und weis: Erstlich bei denen grunt- und gewehrbüchern durch ainen verschribnen
                    satz. Am andern durch schriftliche satzverschreibungen, darinnen der schuldner
                    seinem glaubinger seine haab und gueter gar oder aines tails verpfendt. Zum
                    dritten durch muntliche convention und vergleichung; dann die verbriefung machet
                    kein pfant sonder der contrahenten wilkühr. Zum vierten do sich die contrahenten
                    dahin veraint, das bei dem gruntbuch kein ordentlicher satzbrief zu ersparung
                    des uncostens aufgericht, sondern nur ein notl an satz statt daselbst verleibt
                    werden solle, so gielt solches memorial nicht weniger als ain verfasster
                    satzbrief. Wann aber ein schultbrief auf den <pb
            n="264" xml:id="S.264"/>
                    gemeinen schadenpunt<note n="N.65">Zum <ref target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drw-cgi/zeige?artikel=Landschadenbund">Landschadenbund</ref> vgl. 

            <!-- Noch kein Digitalisat --> Wesener, Das
                        innerösterr. Landschrannenverfahren im 16. u. 17. Jh. (Graz (1963) 50 f. —
                        Vgl. <ref target="/o:repat.1608-ooeltfl-linz#T.3.22.11">Oe. Ltf. III 22 §
                        11</ref>.</note> in Österreich under der Ennß gestellt ist, so tregt solche
                    verschreibung keinen satz sonder allein die schadloshaltung auf ihr."</p>

        <p>Der Entwurf Püdler zählt die verschiedenen Formen des Landesbrauchs zur
                    Begründung einer Hypothek auf, bringt daneben aber das römischrechtliche
                    Konsensualprinzip deutlich zum Ausdruck: "Zum dritten durch muntliche convention
                    und vergleichung; dann die verbriefung machet kein pfant sonder der contrahenten
                    wilkühr." Ein allfälliger Formalakt, der nach Landesbrauch eingehalten wird,
                    stellt dem Entwurf nach eine gewillkürte Form dar<note n="N.66">Vgl. dazu
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Hromadka, Entwicklung des Faustpfandprinzips
                        (1971) 29 A. 19.</note>. Das vom Entwurf Püdler anerkannte Konsensualprinzip
                    konnte sich aber in Österreich bei Hypotheken nicht durchsetzen; die
                    Drittwirkung einer Hypothek blieb an bestimmte Formen der Begründung gebunden
                    (vgl. 
          <!-- Noch kein Digitalisat --> Strein-L. IV 18 § 10, u. <ref target="#Note135">Anm. 135</ref>).</p>

        <p>Zur Begründung einer Hypothek an einer Liegenschaft wurde nach österreichischem
                    Landesbrauch in der Regel ein "ordentlicher Satzbrief" aufgerichtet, der bei
                    städtischen und bäuerlichen Liegenschaften auszugsweise in ein Grundbuch
                    (Satzbuch) eingetragen wurde<note
              n="N.67">Zu den entsprechenden Formen bei der
                        Veräußerung von Liegenschaften vgl. <ref target="/o:repat.wesener-1972-kauf">Wesener, Der Kauf nach österr. Privatrecht des 16. u. 17. Jh.s, FS H.
                            Hämmerle (Graz (1972) 436 ff.</ref>
          </note>.</p>
        <p>Der <ref
            target="/o:repat.1573-noestlrentw#2.16">Entwurf Püdler (II 16 § 5)</ref>
                    erwähnt als vierte Möglichkeit zur Begründung einer Liegenschaftshypothek die
                    Eintragung eines Notel anstelle eines ordentlichen Satzbriefes; durch diese
                    vereinfachte Form sollten vor allem Kosten erspart werden. Diese Satz- oder
                    Grundbuchs-Noteln waren offizielle Notizen des Grundbuchsamtes, die das Verbot
                    zum Verkauf und zur Veräußerung des Grundstücks des Schuldners enthielten.
                    Solche Verbote finden sich im Wiener Stadtgrundbuch, wo sie in ein besonderes
                    Register, das sog. Verbotsbuch der Gewähren, eingetragen und in margine der
                    Gewähr selbst angemerkt wurden<note
              n="N.68">Dazu <ref target="http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?PPN669450782">Johanny, Pfandrechts-Pränotation 41 ff.</ref>, bes.
                        

            <!-- Noch kein Digitalisat --> 44.</note>; sie finden sich aber auch in
                    grundherrschaftlichen Grundbüchern. Die ursprüngliche Wirkung dieser Satz-Noteln
                    war ein Veräußerungsverbot, welches die Wirkung haben sollte, den Schuldner
                    daran zu hindern, mit seinem Gute eine für den Gläubiger nachteilige Disposition
                    zu treffen<note n="N.69">
            <ref target="http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?PPN669450782">Johanny, Pfandrechts-Pränotation 45</ref>.</note>.</p>
        <p>Durch die k. Resolutionen vom 9. Mai 1713<note n="N.70">S. o. <ref
              target="#Note32">FN 32</ref>; dazu eingehend <ref target="http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?PPN669450782">Johanny, Pfandrechts-Pränotation 47 ff.</ref>
          </note> bzw. vom 14. Juni
                        1713<note n="N.71">
            <ref
            target="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10487835_00713.html">Codex Austriacus III (=
                            Suppl. Cod Austr. I) 691</ref>: "Aufhebung der
                        GrundBuchs-Noteln".</note> wurde den Grundbuchsämtern befohlen, sich aller
                    sog. Grundbuchsnoteln, Verbot und nachrichtlichen Fürmerkungen zu enthalten,
                    widrigenfalls "alle Grundbuchs-Fürschreibungen, wie sie Namen haben mögen, <hi
            rend="it">eo ipso</hi> das <hi rend="it">jus reale</hi> bewirken". Die
                    Grundbücher sollen für solche gegen das Patent verstoßende Fürmerkungen den
                    dadurch geschädigten Parteien ersatzpflichtig sein.</p>
        <p>Wie H. Demelius<note n="N.72">
            <!-- Noch kein Digitalisat --> JBl 1952, 219;
                        

            <!-- Noch kein Digitalisat --> Jb. d. Ver. f. Gesch. d. Stadt Wien 13
                        (1957/58) 56.</note> dargelegt hat, war nach mittelalterlichem Wiener <pb
            n="265"
            xml:id="S.265"/> Recht der Satz auf Häuser und Grundstücke in der
                    Regel jüngere Satzung. Der verbriefte Satz wurde in das Satzbuch<note n="N.73">Edition in: 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Quellen z. Gesch. d. Stadt Wien,
                        III. Abt., Grundbücher der Stadt Wien, bearb. v. F. Staub, III. Bd. (Wien
                        (1921): Satzbuch A I (1373-1388), I. T., Texte u. Register. — Vgl.
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Demelius, Über die alten Wiener Grundbücher,
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Jb. d. Ver. f. Gesch. d. Stadt Wien 9 (1951)
                        110 ff. — In seiner Untersuchung 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> "Eheliches
                        Güterrecht im spätmittelalterl. Wien" (1970) hat Demelius als Beilage 3
                        (

            <!-- Noch kein Digitalisat --> S. 130 ff.) einen Doppelsatzbrief und einen
                        Satzbucheintrag vom Jahre 1446 ediert.</note> eingetragen. Der Wiener Satz
                    ist kein vorweggenommenes Stück eines Vollstreckungsverfahrens. Der Satzbrief
                    wird vom Richter nur zu Beweiszwecken verlesen und ist ebensowenig vollstreckbar
                    wie der Grundbuchseintrag. Erst durch Gewaltbrief des Stadtrichters wurde der
                    Satzgläubiger im Zuge der Vollstreckung bis auf weiteres an die Gewer des ihm
                    verpfändeten Hauses gesetzt<note n="N.74">
            <!-- Noch kein Digitalisat -->
                        Demelius, JBl 1952, 219.</note>.</p>
        <p>In der sog. Grundbuchsordnung der Stadt Wien vom Jahre 1566<note
              n="N.75">Ediert
                        von <ref target="https://archive.org/details/dierechteundfrei02vienuoft#page/n169">J. A. Tomaschek, Die Rechte u. Freiheiten
                            der Stadt Wien II (1879) 169 ff.</ref> Vgl. dazu
                        

            <!-- Noch kein Digitalisat --> Demelius, Jb. d. Ver. f. Gesch. d. Stadt Wien
                        9 (1951) 117.</note> wird der Eintragungsgrundsatz für
                    Grundstücksbelastungen anerkannt: "Satz, so beim grundbuech nit angesagt oder
                    eingeleibt ist, gült nichts."<note
              n="N.76">Auf die Frage: "So ainer ainen satz
                        auf grund hat und bei dem buech nit angesagt noch eingeschriben ist, sondern
                        hat nur umb solicher satz ain schuld oder satzbrief, ober der satzbrief,
                        dieweil der satz bei dem puech nit eingeleibt und nit mit wissen des
                        grundherrn beschechen, wan derselb satzbrief vor oder in veränderung der
                        gwör fürpracht wirdet, craft haben und billich angenumben werden, und die
                        bezallung darauf volgen soll oder nit." (<ref target="https://archive.org/details/dierechteundfrei02vienuoft#page/n180">Tomaschek, Rechte u. Freiheiten d. Stadt Wien II 180</ref>; dazu
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Weiß, Pfandrechtl. Untersuchungen II 44 A. 1;
                        

            <!-- Noch kein Digitalisat --> Demelius, Jb. d. Ver. f. Gesch. d. Stadt Wien
                        9 (1951) 117. — Zur dinglichen Wirkung vgl. auch in der Wiener
                        Grundbuchsordnung (<ref
            target="https://archive.org/details/dierechteundfrei02vienuoft#page/n173">Tomaschek, Rechte u.
                            Freiheiten II 173</ref>: Frag. Am Rand: "Satz auf gründ".</note> Für
                    Übereignungen wurde hingegen der Eintragungsgrundsatz von der Stadtordnung
                    Ferdinands I. von 1526 für den Bereich des Wiener Stadtgrundbuchs noch
                    ausdrücklich abgelehnt<note n="N.77">Dazu 

            <!-- Noch kein Digitalisat -->
                        Demelius, Jb. d. Ver. f. Gesch. d. Stadt Wien 9, 117; <ref target="/o:repat.wesener-1972-kauf#438">Wesener, FS Hämmerle (1972)
                        438</ref>.</note>.</p>
        <p>
          <hi
            rend="it">Grundherrschaftliche</hi> Grundbücher finden sich in den
                    österreichischen Ländern seit dem Beginn des 15. Jh.s<note n="N.78">Vgl.
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Randa, Eigenthumsrecht<hi rend="sup">2</hi> I
                        446; 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Weiß, Pfandrechtl. Untersuchungen II 35
                        ff.; 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Demelius, in Studien z. Gesch. d. Univ.
                        Wien I (1965) 112; 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> H. Baltl, Österr. RG
                        (1972) 123, 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> 126. — Zu "Grundbuchsordnungen"
                        Lit. bei <ref target="/o:repat.wesener-1972-kauf">Wesener, FS Hämmerle (1972) 437
                            A. 34</ref>; ferner 

            <!-- Noch kein Digitalisat --> E. Weiß, FS z.
                        Jahrhundertfeier d. ABGB II 515 A. 25.</note>. In Wien finden sich neben dem
                    Stadtgrundbuch schon seit dem 14. Jh. Grundbücher der Grundherrschaften.
                        Demelius<note n="N.79">

            <!-- Noch kein Digitalisat --> Jb. d. Ver. f. Gesch.
                        d. Stadt Wien 9, 113.</note> nimmt eine parallele Entwicklung der beiden
                    Grundbuchstypen aus verschiedenen Wurzeln an. Im Gegensatz zu E. Weiß<note n="N.80">

            <!-- Noch kein Digitalisat --> Pfandrechtl. Untersuchungen II
                        43.</note> vertritt Demelius<note n="N.81">

            <!-- Noch kein Digitalisat -->
                        Jahrb. d. Ver. f. Gesch. d. Stadt Wien 9, 113.</note> den Standpunkt, daß
                    die Grundbücher auch in Österreich zuerst in der Stadt aufgetreten sind<note n="N.82">So auch 

            <!-- Noch kein Digitalisat --> F. Popelka, Bl. f.
                        Heimatkunde 26 (Graz (1952) 7.</note>. <pb
            n="266" xml:id="S.266"/>
        </p>
        <p>E. Weiß<note n="N.83">
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Pfandrechtl. Untersuchungen
                        II 34 ff.; vgl. insbes. 

            <!-- Noch kein Digitalisat --> 41 A. 1 u. 2.</note>
                    hat aufgrund zahlreicher Bestimmungen in den niederösterreichischen Weistümern
                    darzulegen versucht, daß in Österreich unter der Enns für die untertänigen
                    (dienstbaren) Liegenschaften schon im 15. Jh. das Eintragungsprinzip gegolten
                    habe. Die angeführten Bestimmungen besagen m. E. aber nur, daß untertänige
                    Liegenschaften nicht ohne Wissen und Willen des Grundherrn verkauft oder
                    belastet werden dürfen. Veränderungen ohne Wissen und Willen des Grundherrn sind
                    entweder überhaupt unwirksam oder können rückgängig gemacht werden und sind
                    überdies strafbar<note
              n="N.84">Vgl. schon <ref
              target="http://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drw-cgi/zeige?db=dig&amp;darstellung=v&amp;index=buecher&amp;term=SteirLR.(Bischoff)&amp;seite=g118-119">Steierm.
                            Landrecht (ed. Bischoff, (1875) Art. 98</ref>, <ref
              target="http://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drw-cgi/zeige?db=dig&amp;darstellung=v&amp;index=buecher&amp;term=SteirLR.(Bischoff)&amp;seite=g126-127">117</ref>, <ref target="http://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drw-cgi/zeige?db=dig&amp;darstellung=v&amp;index=buecher&amp;term=SteirLR.(Bischoff)&amp;seite=g174-175">251</ref>.
                        Vgl. 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Bischoff, ZRG 12 (1876) 44 f. — Zu Tirol
                        s. u. <ref
            target="#Note102">vor FN 102</ref>.</note>. Die Eintragung in das
                    Grundbuch diente zunächst wohl nur Beweiszwecken und hatte keine
                    rechtsbegründende Wirkung<note n="N.85">So 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Randa,
                            Eigenthumsrecht<hi rend="sup">2</hi> I 447; vgl.
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Demelius, Jb. f. Ldke. von Niederösterreich
                        u. Wien, NF 20, II (1927) 51 f.; 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Jb. d. Ver.
                        f. Gesch. d. Stadt Wien 13 (1957/58) 56.</note>.</p>
        <p>Nicht alle Grundherren haben, wie uns Walther (<ref
            target="/o:repat.1584-walther-trakt-ri#1.4">Trakt. I 4</ref>) berichtet, ein Grundbuch
                    geführt: "Es ist gebreuchig, das ein yeder Grundtherr über seine Gründt ein
                    ordenlich Grundtpuech halten thuet, in wellichem Grundtbuech die Gewöhren, auch
                    die Sätz (wan die zu Zeiten beschechen) eingeleibt werden. Yedoch wan ein
                    Grundtherr von alters kein Grundtbuech gehalten hat (wie dann vill Landtleut
                    zwischen iren Holden und Underthannen nicht Grundbuecher halten, sondern die
                    Gründt allein mündtlich innen aufgeben), so bleibt es bey sollichem Gebrauch
                        billich."<note n="N.86">Vgl. 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> M. Rintelen, Zur
                        österr. Agrarverfassung im Zeitalter der Rezeption,
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Wiss. Vjs. z. Prager Jur. Zs. 5 (1925) 67
                        ff., bes. 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> 76; 
            <!-- Noch kein Digitalisat -->
                        A. Tautscher, Österr. Bauernleben im 17. Jh. (Graz (1973) 15 f.</note>
        </p>

        <p>Bei manchen Grundherrschaften erfolgte die Veräußerung oder Belastung von
                    Liegenschaften bloß mit Ausfertigung eines Kauf- oder Satzbriefes<note
              n="N.87">Vgl. <ref
              target="/o:repat.1573-noestlrentw#2.16">Püdler II 16 § 5</ref> (s. o.
                        nach FN 63) zweite Möglichkeit "schriftliche Satzverschreibungen". Vgl. <ref
            target="http://data.onb.ac.at/ABO/%2BZ202448101">D. Schwabe, Versuch
                            über die ersten Grundlinien des Oesterr. Landadelsrechts (Wien
                            (1782)</ref> 141, § 4. "Von unterthänigen Sätzen. Das vierte Recht ist,
                        daß die Herrschaft das Recht hat, alle Sätze auszufertigen, wodurch über
                        unterthänige Güter ein Pfandrecht erhalten wird; sie kann dabey von jeder
                        versicherten Schuldforderung 1/2 kr. vom Gulden begehren, so daß dieses
                        Recht mit einem nicht geringen Nutzen verknüpft ist."</note>. Entscheidend
                    ist das Einverständnis des Grundherrn<note
              n="N.88">Vgl. <ref target="/o:repat.1573-noestlrentw#2.14">Püdler II 14 § 9</ref>;
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Strein-L. II 10 § 8;
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Kompilation II 16 § 6; <ref
              target="/o:repat.1608-ooeltfl-linz#T.3.22.5">Oe. Ltf. III 22 § 5</ref>. <ref
            target="http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?PPN669450782">Vgl.
                            Johanny, Pfandrechts-Pränotation 42</ref>.</note>. So heißt es im
                    Stifts- und Banntaiding (1493-1523) des Klosters Wilhering in Österreich ob der
                        Enns<note n="N.89">
            <ref target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drw-cgi/zeige?index=siglen&amp;term=oew. XIV">Oberösterr. Weistümer
                            III. T. (= Ö. W. 14, (1958) 218</ref>.</note>:</p>

        <p>[20.] Verkaufen nichts anligunds on willen etc. Es sull kainer des gotshaus
                    hindersass noch zinsman sein erbrecht, stiftsmans- oder paumansrecht noch andere
                    anligende gueter verkaufen, versetzen, verschaffen, vermachen, verlassen,
                    vertauschen, ubergebm, tailen, smellern oder auswexeln on willn und wissen
                    seines gruntherren. Wer solliches ubertrat, der ist verfallen seinem gruntherren
                    zu wandl 32 lb. den. und sull darzue sein handlung kain kraft haben. <pb
            n="267" xml:id="S.267"/>
        </p>
        <p>[21.] Brief zaigen, e dann ainer verkauft oder vermacht etc. Welicher des
                    gotshaus hindersass oder zinsmann sein erbrecht, stiftmans- oder baumansrechten
                    oder andereu anligende gueter verkaufen, versetzen, verschaffen, vermachen,
                    verlassen, ubergeben, tailn, auswexln oder in anderr gstalt verkomern will, der
                    sull von erst haben seines gruntherrn willen und darnach fuer gemelten seinen
                    gruntherren niderlegen brief und sigl oder ander genugsam gruntlich und
                    glaublich aigenschaft fuerbringen und anzaigen, das solliche gueter sein sind,
                    dadurch er sollicher handlung recht und macht hab. Dieweil solliches nicht
                    beschiecht, ist sein handlung kraftlos und verpoten, wie obn gemelt, und der
                    gruntherr mit seinem insigl oder secret zu verfertigen und zu bestätten nicht
                    schuldig. Das ist also bei dem gotshauss in allen ambten von alter herkomen.</p>
        <p>Ehehafttaiding zu Oberregau (1634) (Vizedomamt ob der Enns)<note n="N.90">
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Oberösterr. Weistümer III. T.
                    430.</note>:<lb/> [5.] Frag: Ob ein Reegerischer aigner sein grund verkaufen,
                    versezen oder verkombern wolt, wie er da mitfahren solle?<lb/> Urthail: Wehr
                    sein grund verkaufen, versezen oder verkombern wolt, der soll das thain mit der
                    herrschaft gewölten ambtman wissen. Ob er aber ausserhalb der herrschaft handlet
                    mit versezen oder verkaufen, der gibt anzaigen, das er die obrigkait verachtet.
                    Dardurch hat er sein erbliche gerechtigkeit verfelt, und die herrschaft mag sich
                    der mit recht wol understehen und damit handlen alß mit ihren freien guet.</p>
        <p>Die Grundbuchseintragung als Legitimierung für spätere Verfügungen<note n="N.91">Vgl. 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Demelius, Jb. d. Ver. f. Gesch. d.
                        Stadt Wien 13 (1957/58) 56; 

            <!-- Noch kein Digitalisat --> ebd. 9 (1951)
                        117.</note> findet sich in der Grundbuchsordnung des Stiftes St. Lambrecht
                    (Obersteiermark) aus dem Jahre 1494<note n="N.92">

            <!-- Noch kein Digitalisat -->
                        Steirische u. Kärntnerische Taidinge (= Ö. W. 6, (1881) 225 ff. Vgl. dazu
                            <ref target="http://drqerg.drqedit.de/DRQI/weiss_untersuchungen2_040-041.jpg">E. Weiß, Pfandrechtl. Untersuchungen II 40 A. 2</ref>;
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> FS z. Jahrhundertfeier d. ABGB II 514 f.;
                        

            <!-- Noch kein Digitalisat --> Demelius, Österr. Grundbuchsrecht 12. —
                        Verkumern, verkombern = versetzen, verpfänden (vgl. <ref
              target="http://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drw-cgi/zeige?db=dig&amp;darstellung=v&amp;index=buecher&amp;term=SteirLR.(Bischoff)&amp;seite=g174-175">Steierm. Landrecht Art. 251</ref>. — Zum Begriff
                        "nutz und gwer" vgl. <ref target="/o:repat.wesener-1972-kauf#438">Wesener, FS
                            Hämmerle (1972) 438 A. 37</ref>.</note>:<lb/> S. 227 Z. 1 ff.: Item ob
                    ainer sein gut oder sein gerechtigkait ains guts das dem gotshaus zinsper ist
                    verkaufen, schaffen, machen, tauschen, sezen oder sonst verkumern oder ain anzal
                    oder sum gelts als heiratsgut, morgengab oder ander gemecht zu seel oder zu leib
                    darauf verordnen wolt, wellen wir daz solher handel beschehe mit wissen ains
                    anwalts, brobsts, schaffers, ambtmans oder richters under des verwesung oder
                    ambte solh erbgut gelegen ist, derselb sol alsdann mitsambt den ursachern den
                    handel vor dem beslus an die herschaft für das grundpuch bringen, damit die
                    handlung und die person in dem grundpuch bei solhem gut ausgezogen und mit aigem
                    name beschriben werde ...</p>
        <p>S. 228 Z. 19 ff.: Item ob ainer gut erkauft, erlost, ererbt oder sonst in ander
                    pillig weg an sich bracht hette, soll noch mag er das in kainerlai weis verrer
                    verkumern, er sei dann solher guter halber vorhin in grundpuch vorschriben, das
                    ime den nutz und gwer bedeutet, daraus man füran wissen mag wie das gut von
                    ainem zum andern herkomen sei.</p>
        <p>Das Grundbuch des Stiftes St. Lambrecht, schon recht modern gestaltet, <pb n="268"
            xml:id="S.268"/> bestand aus einem Hauptbuch, dessen Eintragungen
                    durch Urkundenbücher (Register) ergänzt wurden. Es haben sich davon als
                    Teilgrundbücher nur das sog. Piberer Urbar vom Jahre 1494 und dazu einige
                    Urkundenbücher erhalten<note n="N.93">Vgl. 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> F.
                        Popelka, Bl. f. Heimatkunde 26 (Graz (1952) 8;
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> ders., Geschichte der Stadt Graz II 341. —
                        Als das älteste Grundbuch in der Steiermark gilt das sog. Urbar der Pfarre
                        St. Dionysen bei Bruck a. d. Mur aus der Zeit um 1460; dazu
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> F. Popelka, Bl. f. Heimatkunde 26, 8
                        ff.</note>.</p>

        <p>Jedenfalls zu Beginn des 17. Jh.s hatte das Eintragungsprinzip auch bei den
                    grundherrschaftlichen Grundbüchern schon Geltung erlangt<note n="N.94">
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Randa, Eigenthumsrecht<hi
            rend="sup">2</hi>
                        I 447 nimmt Eintragungsprinzip erst gegen Ende des 17. Jh.s an.</note>. Dies
                    ergibt sich aus einer bei <ref
              target="https://play.google.com/books/reader?id=yQJFAAAAcAAJ&amp;pg=GBS.PA765">Suttinger,
                        Consuetudines Austriacae<hi rend="sup">2</hi> S. 757</ref>
          <note n="N.95">Volle Entscheidung bei <ref
                target="https://play.google.com/books/reader?id=yQJFAAAAcAAJ&amp;pg=GBS.PA356">Suttinger,
                            Consuetudines Austriacae<hi
            rend="sup">2</hi> 348 f.</ref> s. v.
                        Hypothec.</note> überlieferten Entscheidung aus dem Jahre 1615<note
              n="N.96">Vgl. <ref
              target="http://drqerg.drqedit.de/DRQI/weiss_untersuchungen2_44-45.jpg">Weiß, Pfandrechtl. Untersuchungen II 44</ref>; die Angabe "Bericht der
                        Stadt Wien, sine Dato in dem Consuet. N. 1. fol. 73." (<ref
                target="https://play.google.com/books/reader?id=yQJFAAAAcAAJ&amp;pg=GBS.PA763">Suttinger, Consuetudines Austriacae<hi
              rend="sup">2</hi> 757</ref> bezieht sich m. E. auf den
                        vorhergehenden Text („SatzCession"); anders <ref target="http://drqerg.drqedit.de/DRQI/weiss_untersuchungen2_44-45.jpg">Weiß a. O.</ref>

          </note>: "Dem Land- und Grund-Buchs-Brauch nach müssen
                    aller dienstbaren Häuser Versätz und Hypothec, wollen sie anders kräfftig sein,
                    dem <hi rend="it">Creditori</hi> zum besten, mit Vorwissen des Grund-Herrns bey
                    dem Grund-Buch durch Satz oder Notel auf beeder Theil Begehren beschehen. Motiv.
                    5.... Den 23. Maji An. 1615."</p>
        <p>Der Tractatus de juribus incorporalibus vom Jahre 1679 (<ref
            target="/o:repat.1679-tractiurincorp-4.9">tit. 4 § 9</ref>)<note n="N.97">
            <ref
              target="https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/codexaustriacus1704bd1/596">Codex Austriacus I 588</ref>. Vgl. dazu <ref
              target="http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?PPN669450782">Johanny, Pfandrechts-Pränotation 41
                            f.</ref>; <ref
              target="http://drqerg.drqedit.de/DRQI/weiss_untersuchungen2_42-43.jpg">Weiß, Pfandrechtl. Untersuchungen II 42</ref>. — Vgl. <ref
              target="http://data.onb.ac.at/ABO/%2BZ202448101">D. Schwabe, Versuch
                            über die ersten Grundlinien des Oesterr. Landadelsrechts (1782) 137 (§
                            1)</ref>; <ref
              target="http://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb10543308.html">G. Scheidlein, Erklärung des Oesterr. Provinzialrechts II (Wien (1805)
                            94 ff.</ref>, <ref target="http://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb10543308.html">113 ff.</ref>

          </note> für Österreich unter der Enns legte den
                    Grundherren generell die Pflicht zur Führung von ordentlichen Grundbüchern auf:
                    "Die Grund-Herren seynd schuldig über ihre Güter ordentliche Grund-Bücher zu
                    halten und selbige zu gewissen Zeiten, nach eines und andern Gelegenheit, auff
                    ihren eignen Unkosten zu besitzen; jedoch daß es auß erheblichen Ursachen über
                    drey Jahr nicht anstehe. Und sollen alle und jede Grund-Holden, die zu selbigem
                    Grund-Buch dienstbahr, ihre Dienst dahin entrichten. In solche Grund-Bücher
                    sollen die Besitzer der dienstbahren Gründ an Nutz und Gewöhr geschrieben, alle
                    fürgehende Veränderungen (an Seiten der Grundholden und nicht der Grund-Herren
                    zu verstehen) wie auch die Satz-Verschreibungen eingetragen, auch davon denen
                    Interessirten Gewöhr und Satz-Zetl oder Außzüg umb die Gebühr ertheilt
                        werden."<note
              n="N.98">Ganz eindeutig für dingliche Wirkung die k.
                        Resolutionen von 1713 betr. Aufhebung der Grundbuchsnoteln (s. o. <ref
              target="#Note32">FN 32</ref>, <ref target="#Note70">70</ref> u. <ref
              target="#Note71">71</ref>): "alle Grundbuchs-Fürschreibungen, wie sie
                        Namen haben mögen, <hi
              rend="it">eo ipso</hi> das <hi rend="it">jus
                            reale</hi> bewirken." Dazu <ref target="http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?PPN669450782">Johanny, Pfandrechts-Pränotation 47 ff.</ref>;
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Randa, Eigenthumsrecht<hi
              rend="sup">2</hi> I
                        447 A 105. — Vgl. Grundbuchspatent vom 1. Sept. 1765 für die landesfürstl.
                        Städte und Märkte in Österreich unter der Enns (dazu <ref target="http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?PPN669450782">Johanny, Pfandrechts-Pränotation 147
                            ff.</ref>) und Patent vom 24. Juli 1795 (Ausdehnung der
                        Grundbuchsverfassung auf alle Herrschaften im Lande; vgl.
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Scheidlein, Erklärung des Oesterr.
                        Provinzialrechtes II 95 ff.)</note>
          <pb n="269" xml:id="S.269"/>
        </p>

        <p>Die Steiermark erhielt zwar bereits mit Patent Kaiser Karls VI. vom 15. März 1730
                    als erstes der altösterreichischen Länder eine Landtafel<note
              n="N.99">Dazu u.
                            <ref
            target="#Note118">FN 118</ref>.</note>; Grundbücher für
                    nichtlandtäfliche Güter wurden aber in landesfürstlichen Städten und Märkten
                    erst aufgrund des Patents vom 31. Okt. 1736 eingerichtet<note
              n="N.100">Vgl.
                            <ref
              target="http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?PPN669450782">Johanny, Pfandrechts-Pränotation
                            55 A. 1</ref>. Vgl. <ref target="http://www.landesarchiv.steiermark.at/cms/dokumente/11683615_77969250/96736946/18 bis 38 aus Mitteilungen 7-Das Älteste Grundbuch der Stadt Graz 1736.pdf">Demelius,
                            Das älteste Grundbuch der Stadt Graz 1736, Mitt. d. Steierm.
                            Landesarchives 7 (1957) 18 ff.</ref>

          </note>, und erst durch Patent vom
                    19. Nov. 1768 wurden auch für die privaten Grundherrschaften (Grundobrigkeiten
                    und die ihnen untertänigen Städte und Märkte) generell Grundbücher
                        eingeführt<note n="N.101">
            <!-- Noch kein Digitalisat --> F. Popelka, Bl. f.
                        Heimatkunde 26 (1952) 11; vgl. 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Haan,
                        Landtafelwesen 14; 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> E. Planer, Richter in den
                        innerösterr. Landen Steiermark, Kärnten und Krain (Graz (1911) 289;
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Rana, Eigenthumsrecht<hi rend="sup">2</hi> I
                        449.</note>.</p>
        <p>Die <ref
            target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?index=siglen&amp;term=tirollo.+1573+1574&amp;5+7">Tiroler Landesordnung von 1573 V 7</ref>
                    verordnete hinsichtlich der Güter, welche mit einem emphyteutischen Zins
                    belastet sind (Zinsgüter), daß der Baumann alle Veränderungen, insbesondere
                    Veräußerungen und Belastungen, nur mit Vorwissen und Bewilligung des Grundherrn
                    vornehmen dürfe, und daß alle darauf bezüglichen Briefe unter seinem, des
                    Grundherrn, oder auf seine Bitte mit eines andern frommen siegelmäßigen Mannes
                    Insiegel ausgefertigt werden sollen. Ansonsten haben solche Verfügungen keine
                    Kraft, und der Baumann verwirkt zur Strafe sein Baurecht und das Gut fällt dem
                    Grundherrn heim (V 7, vorl. Abs.)<note n="N.102">Vgl.
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Haan, Landtafelwesen 79 f.</note>.</p>

        <p>Die Verpfändung von adeligen (ständischen) Liegenschaften (den sog. Landgütern)
                    in Österreich unter der Enns hat Egon Weiß<note n="N.103">
            <ref target="http://drqerg.de/DRQI/weiss_untersuchungen2_44-45.jpg">Pfandrechtliche Untersuchungen
                            II 44 ff.</ref>; 

            <!-- Noch kein Digitalisat --> FS z. Jahrhundertfeier
                        d. ABGB II 526 ff.</note> treffend dargestellt<note
              n="N.104">Vgl. <ref target="http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?PPN669450782">Johanny, Pfandrechts-Pränotation 25
                            ff.</ref>

          </note>. Beim Landmarschallischen Gericht für Österreich unter
                    der Enns wurde ein "Land-Gedenk-Buch" geführt, in welchem auf Verlangen der
                    Parteien wichtige Verträge eingetragen wurden<note n="N.105">
            <ref
              target="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10506460_00162.html">Suttinger, obs. 140 n.
                            1</ref>; vgl. dazu <ref
            target="/o:repat.wesener-1972-kauf#440">Wesener, FS
                            Hämmerle (1972) 440</ref>.</note>. Die Protokollierung im
                    Land-Gedenk-Buch diente primär Beweiszwecken (<ref
            target="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10506460_00162.html">Suttinger, obs. 140 n. 2</ref>).
                    Durch die Einverleibung in dieses Buch wird aus einer <hi
            rend="it">scriptura
                        privata</hi> ein <hi rend="it">instrumentum publicum</hi> (<ref
            target="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10506460_00162.html">Suttinger, obs. 140 n. 3</ref>).
                    Suttinger (<ref
            target="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10506460_00162.html">obs. 140 n. 5</ref>
                    fährt fort: "Absonderlich wird (3.) alle <hi rend="it">suspicio fraudis et
                        clandestinitatis</hi> aufgehebt, wie gar schön hievon schreibt
                    
          <!-- Noch kein Digitalisat --> Gail. 2. obs. 25. n. 10. <hi
            rend="it">ubi dicit,
                        Viennae Austriae optima consuetudine receptum est, ut hypotheca in Judicio
                        constituatur, et ad acta publica</hi> (das ist in das Land-Gedenck-Buch) <hi
            rend="it">referatur, ut fraudes evitentur, et ne eadem res pluribus saepius
                        nequiter obligatur</hi>."<note n="N.106">Die zitierte Stelle bei
                        

            <!-- Noch kein Digitalisat --> Gail, Practicarum observationum libri II,
                        1578, II 25, 10 lautet: "<hi
              rend="it">Propterea quibusdam in locis, ut
                            Viennae Austriae, optima consuetudine receptum, ut hypotheca in iudicio
                            constituatur, et ad acta publica referatur, ut fraudes evitentur et ne
                            eadem res pluribus saepius nequiter obligetur, text. in l. fi. C. de
                            crimine stellionat.</hi> [<ref
              target="/o:repat.initia-codex-digesta-institutiones#C.9.34">Cod. Iust. 9,
                            34, 4</ref>] <hi
              rend="it">nec valet privata scriptura, etiam testibus
                            subscripta et sigillo corroborata, in praeiudicium creditoris habentis
                            hypothecam publicam, etiam molto tempore posteriorem</hi>." Vgl. <ref
              target="http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?PPN669450782">Johanny, Pfandrechts-Pränotation
                            26</ref>; <ref target="http://drqerg.drqedit.de/DRQI/weiss_untersuchungen2_44-45.jpg">Weiß, Pfandrechtl. Untersuchungen II 45</ref>.</note>
          <pb n="270" xml:id="S.270"/>
        </p>

        <p>Erst die Protokollierung einer Hypothek im Land-Gedenk-Buch bzw. seit etwa 1650
                    im Protokoll des Weisboten ("Weißpotten"), des Vollstreckungsbeamten des
                        Landmarschalls<note
              n="N.107">Vgl. <ref
              target="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10506460_00162.html">Suttinger, obs. 140 n.
                            7</ref>; vgl. auch <ref
              target="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10506460_00134.html">obs.
                            112 n. 2 u. 3</ref>; <ref
              target="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10506460_00136.html">obs. 114 n. 2</ref>; <ref target="http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?PPN669450782">Johanny,
                            Pfandrechts-Pränotation 25 ff.</ref>; zum Weisboten
                        

            <!-- Noch kein Digitalisat --> Wesener, Landschrannenverfahren 34.</note>,
                    verleiht der Hypothek Wirkung gegen <hi rend="it">Dritte</hi>
          <note n="N.108">Dazu <ref
              target="http://drqerg.de/DRQI/weiss_untersuchungen2_46-47.jpg">Weiß, Pfandrechtl.
                            Untersuchungen II 46 f.</ref> unter Berufung auf <ref
              target="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10506460_00094.html">Suttinger, obs. 72</ref>
                        "Eines Ehemanns privat-Verschreibung gegen seiner Ehefrauen, probirt <hi rend="it">in praejudicium Creditorum</hi> nichts."</note>. Eine nicht
                    protokollierte Hypothek (Konventionalhypothek) ist späteren Pfändungen gegenüber
                    nicht wirksam.</p>
        <p>
          <ref
              target="https://play.google.com/books/reader?id=yQJFAAAAcAAJ&amp;pg=GBS.PA24">Suttinger, Consuetudines Austriacae<hi rend="sup">2</hi> S. 16</ref>
          <note n="N.109">Ebenso <ref
              target="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10506460_00367.html">S. 345</ref> s. v.
                        Hypotheca. Vgl. <ref
            target="http://drqerg.de/DRQI/weiss_untersuchungen2_46-47.jpg">Weiß,
                            Pfandrechtliche Untersuchungen II 47</ref>.</note>: "Der Ansatz gehet
                    einer <hi
            rend="it">privatae conventionali hypothecae</hi> vor, <hi rend="it">et
                        hypotheca conventionalis tertio non praejudicat.</hi>
          <ref target="http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10163100-4">Gail. lib. 2. obs. 25</ref>.
                    Regierungs-Declaration, ..., den 13. August. 1641."</p>

        <p>S. 17: "Nun was das Grund-Buch über die Bürger und der Unterthanen Grund-Stück
                    ist, das ist des Weißpottens Protocoll bey dem Land-Marschallischen Gericht über
                    die Land-Gütter, und kan kein vernünfftige <hi
            rend="it">ratio diversitatis</hi>
                    allegirt werden, warum eines nicht so wohl als das andere insinuirt werden und
                        <hi rend="it">in effectum</hi> kommen müsse. Motiva ... Den 12. Julii An.
                    1653.”</p>

        <p>Die Entwicklung verlief folgendermaßen: Das Landmarschallische Gericht
                    verständigte den Weisboten mittels Inhibitionsbefehlen<note
              n="N.110">Dazu <ref target="http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?PPN669450782">Johanny, Pfandrechts-Pränotaton 33;
                            35 A. 1.</ref>

          </note> von ordnungsgemäß begründeten Pfandrechten an
                    seiner Amtsführung unterliegenden Grundstücken. Solche vertraglich begründeten
                    Pfandrechte mußte der Weisbote bei einer allfälligen Pfändung (Ansatz)
                        berücksichtigen<note n="N.111">
            <ref
              target="http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?PPN669450782">Johanny, Pfandrechts-Pränotation 33</ref>; <ref
            target="http://drqerg.de/DRQI/weiss_untersuchungen2_48-49.jpg">Weiß, Pfandrechtl.
                            Untersuchungen II 48</ref>.</note>. Der Weisbote sammelte die ihm
                    zukommenden Inhibitionsbefehle und legte zu ihrer Evidenzhaltung ein eigenes
                    Register, das sog. Inhibitionsprotokoll<note n="N.112">
            <ref
            target="http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?PPN669450782">Johanny, Pfandrechts-Pränotation
                            35</ref>.</note>, an, das chronologisch angeordnet war. Zu Beginn des
                    18. Jh.s legte man Realindices in Form von Hauptbüchern an, worin jedes Reale
                    sein eigenes Folium hatte und mit den dasselbe speziell betreffenden Exekutionen
                    und Inhibitionen belastet wurde<note n="N.113">
            <ref
            target="http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?PPN669450782">Johanny, Pfandrechts-Pränotation
                            36</ref>.</note>. Etwa zur gleichen Zeit trat eine wichtige
                    materiellrechtliche Anderung ein. Das Landgedenkbuch wurde mehr und mehr in den
                    Hintergrund gedrängt und für die Erwerbung einer Hypothek mit dinglicher Wirkung
                    wurde maßgebend die Eintragung im Protokoll des Weisboten<note n="N.114">
            <ref
              target="http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?PPN669450782">Johanny, Pfandrechts-Pränotation
                            37</ref>. <ref target="http://drqerg.de/DRQI/weiss_untersuchungen2_48-49.jpg">Weiß,
                            Pfandrechtl. Untersuchungen II 48</ref>.</note>.</p>
        <p>Die Wechselordnung für Wien und Österreich unter der Enns vom <pb n="271"
            xml:id="S.271"/> 10. Sept. 1717, Art. XLVII<note n="N.115">
            <ref
              target="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10487835_00912.html">Codex Austriacus III 892 f.</ref> Dazu <ref target="http://archive.org/stream/dasvormundschaf00chorgoog#page/n350">Chorinsky,
                            Vormundschaftsrecht 333</ref>; 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Randa,
                            Eigenthumsrecht<hi
            rend="sup">2</hi> I 430 A. 69.</note> bestimmt:
                    .....wie dann auch die richtige Wechsel-Briefe den Vorzug vor denenjenigen, hier
                    im Land Oesterreich unter der Ennß, aufrichtenden Schuld-Verschreibungen haben
                    sollen, welche eine blosse <hi
            rend="it">hypothecam conventionalem</hi> in sich
                    enthalten, weilen dergleichen <hi
            rend="it">hypothecae conventionales</hi>, ohne
                    gerichtlicher Inhibition, Execution, oder Fürmerckung bey dem Unter-Marschallen-
                    oder Fürbieter-Amt, oder denen Grund-Büchern, hier im Land kein <hi rend="it">Ius reale</hi> geben; ..."</p>
        <p>Sehr klar bringt die Rechtslage <persName
            ref="http://d-nb.info/gnd/133869865">F.
                        J. Greneck</persName> in seinem <ref
            target="https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/drwGreneck1752/">Theatrum
                        Jurisdictionis Austriacae (Wien 1725, S. 340, § XXIII.</ref>) zum Ausdruck:
                    "Die in einer Obligation oder Instrument verschriebene Sätz hingegen haben dem
                    Oesterreichischen Landes-Brauch nach, wofern die Vormerkung bey den
                    Weiß-Bothen-Amt oder Grund-Buch nicht beschiehet, keine Kraft, welche Gewohnheit
                    durch verschiedene Resolutionen erkennet, und gut geheissen worden. Weder in
                    Zusammenlauf deren Glaubigern, noch ausser diesen gibt der verglichene Satz ohne
                    Vormerkung einiges Recht in der Sache, und wird solche Gewohnheit von
                    Land-Marschallischen Gericht und Hochlöbl. Regierung bestättiget. Ja es ist eine
                    Pragmatische Sanction vorhanden, Kraft welcher vest gestellet wird, daß in
                    Oesterreich unter der Enns einer aus der Verbindnuß und Vergleich deren
                    Partheyen entspringenden in allgemeinen Rechten genannter blosser oder
                    verglichener Hypothec keine <hi rend="it">Actio realis</hi> oder dingliches,
                    oder auch Satz-Recht, sondern ein pur Persöhnliches gebühre, auch unangesehen
                    dessen, daß der Schuldner ein unbewegliches Gut seinem Glaubiger aus Recht eines
                    Unterpfands eingeraumet, und in den Besitz gegeben hätte, dannoch die bey den
                    Weiß-Bothen-Amt, oder bey denen Grund-Büchern beschehene Verbott, und
                    Vormerkungen dem Unterpfands-Innhaber vorgezohen, in einer beweglichen Sache
                    aber, daß durch die Einantwortung der Sache ein vollkommenes Unterpfand in
                    seinen bisherigen Kräften gelassen werden solle. Und wie nun auch bey denen
                    Grund-Büchern in Oesterreich die Notuln verboten, und von keiner Würkung,
                    sondern zur Hypothec um ein dingliches Recht in unbeweglichen Sachen zu
                    erlangen, eine ordentliche Vormerkung erforderet wird, also ist auch ein
                    bekannter Lands-Brauch dieses Landes Oesterreichs, daß ohne gerichtlicher oder
                    Obrigkeitlicher Vormerkung in denen beweglichen Gütern, und ohne der würklicher
                    Einhändigung kein ausdruckliches Satz- oder Unterpfands-Recht erworben werden
                    könne."</p>

        <p>Dieser Rechtszustand galt bis zum Landtafelpatent für Österreich unter der Enns
                    vom 24. Nov. 1758<note n="N.116">Dazu 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Haan,
                        Landtafelwesen 22 ff.; <ref
              target="http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?PPN669450782">Johanny,
                            Pfandrechts-Pränotation 74 ff.</ref>, Patent abgedruckt <ref
              target="http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?PPN669450782">ebd. 238 ff.</ref> — Vgl. <ref target="/o:repat.codex-theresianus-inhalt#2.30.3">Codex Theresianus II Cap. XXX. § 3.
                            Num. 14</ref>.</note>.</p>

        <p>In der Steiermark hingegen bestand im 16. und 17. Jh. nicht die Vorschrift,
                    Hypotheken an ständischen Liegenschaften in ein bei Gericht gefertigtes
                    Protokoll einzutragen, sondern man verblieb hier "bey den allgemeinen Römischen
                    Rechten, die ein jede privat-Pfand-Verschreibung für gültig erkennen" (<ref
            target="https://books.google.at/books?id=dgVGAAAAcAAJ&amp;hl=de&amp;pg=PA232.html">Beckmann, Idea juris S. 202</ref> s. v.
                        Hypotheca)<note
              n="N.117">In der Steiermark mußten nur <hi
              rend="it">fideicommissa</hi> auf Grund eines Generale K. Ferdinands II. und einer
                        Landschaftl. Verordnung vom 12. Juli 1609 bei sonstiger Ungültigkeit bei der
                        Lands-Hauptmannschaft angezeigt und im Landbuch eingetragen werden; <ref target="https://books.google.at/books?id=dgVGAAAAcAAJ&amp;hl=de&amp;pg=PA232.html">Beckmann, Idea Juris 202 a.
                        E.</ref>
          </note>. Die sich aus diesem <pb n="272"
            xml:id="S.272"/> Mangel
                    einer Publizität ergebenden Mißstände (<ref
            target="https://books.google.at/books?id=dgVGAAAAcAAJ&amp;hl=de&amp;pg=PA232.html">Beckmann. a. O.</ref>) haben vielleicht dazu geführt, daß die Steiermark
                    als erstes der altösterreichischen Länder im Jahre 1730 eine Landtafel
                        erhielt<note n="N.118">Zu dieser Frage 
            <!-- Noch kein Digitalisat -->
                        Demelius, Anzeiger AK Wien 83 (1946) 18; 
            <!-- Noch kein Digitalisat -->
                        Österr. Grundbuchsrecht 22 A. 3; 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> F. Posch,
                        Mitt. d. steierm. Landesarchivs 3 (1953) 30 (Kreditnot). — Zur Steierm.
                        Landtafel allgemein 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Haan, Landtafelwesen 15
                        ff., 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> 108 f.; <ref target="http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?PPN669450782">Johanny, Pfandrechts-Pränotation 50
                            ff.</ref>; 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Demelius, Die steirische
                        Landtafel 1730, Anzeiger AK Wien 83 (1946) 17 ff.;
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Österr. Grundbuchsrecht 22 f.;
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> F. Posch, Die Steirische Landtafel, Mitt. d.
                        steierm. Landesarchivs 3 (1953) 28 ff.</note>.</p>
        <p>Wie <persName>F. Bischoff</persName>
          <note n="N.119">

            <!-- Noch kein Digitalisat --> Über Verpfändung der Haus- und Grundbriefe,
                        ZRG 12 (1876) 37 ff.</note> nachgewiesen hat, war in der Steiermark seit dem
                    14. Jh. die Verpfändung von Liegenschaften durch Übergabe des Haus- oder
                    Grundbriefes (Kaufbriefes) an den Gläubiger üblich. Sie findet sich noch im 17.
                        Jh.<note
              n="N.120">Diese Art der Verpfändung wird erwähnt in den sog.
                        "Landtsgebreich in Steyer und Karndten", einer Darstellung des innerösterr.
                        Landsbrauches vom Beginn des 17. Jh.s (s. o. <ref target="#Note47">FN
                            47</ref>), 

            <!-- Noch kein Digitalisat --> Art. 8: "Daß die Schulden da
                        Grund und Boden darundter verpfandt sein und dieselben mit Vorwissen der
                        Obrikheit, auch undter ihrer Sigils Vertigung beschehen, den andern gemainen
                        Schulden vorgehen; daß auch die außtrükhliche Pfandt, so man sonsten im
                        Rechten Anforderung haist, weliche <hi rend="it">expressam hypothecam</hi>
                        haben, obgleich ein elter Schuldt wäre, die aber khain außdrükhliches
                        Fürpfandt hat, wie die haisse, nichts weniger die mit dem Fürpfandt den
                        Vorzug haben sollen. Und das noch mehr ist: Wan Jemandt die Brief uber
                        Gründt und Stuckh verpfendt und uberantwort werden, sovil darauß verstanden
                        wierdt, [daß] derselb, so die Brief bekhombt, deren Stuckh und Grundt schon
                        angesetzt sei; Item, daß ain jeder Glaubiger, der schon solichergestalt in
                        die Posseß ist khomen, dem andern, so schon die Possesß nit hat, in der
                        Prioritet vorgehet." Vgl. 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Art. 90. Vgl. dazu
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Bischoff, ZRG 12 (1876) 38 f. Die Verpfändung
                        von Liegenschaften durch Übergabe des Haus- oder Grundbriefes an den
                        Gläubiger hatte die gleiche Wirkung wie das "Ansetzen" durch den Weisboten;
                        vgl. dazu 

            <!-- Noch kein Digitalisat --> Wesener, Landschrannenverfahren 116
                        bes. A. 11.</note>. Diese Verpfändung der Briefe über Grund und Boden war
                    eine sehr wirksame Art der Pfandbestellung. Die Übergabe der Erwerbsurkunden der
                    Pfandgegenstände an den Pfandgläubiger war nicht nur bei Verpfändungen von
                    Gütern, welche im Eigentum des Schuldners standen, üblich. Sie findet sich auch
                    bei der Verpfändung von Lehen, Zinsgütern, Gültrechten, Darlehensforderungen wie
                    auch bei der Verpfändung eines Pfandrechtes selbst<note n="N.121">
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Bischoff, ZRG 12, 41.</note>.</p>
        <p>Anders wieder war die Rechtslage in Tirol<note n="N.122">Vgl.
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Randa, Eigenthumsrecht<hi
            rend="sup">2</hi> I
                        431.</note>. Die Tiroler Landesordnung von 1573 (<ref
            target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?index=siglen&amp;term=tirollo.+1573+1574">II 10</ref>) ordnete an, daß die Nichtsiegelmäßigen
                    (Unadeligen) ihre Kontrakte über ihre eigenen Güter bei der Gerichtsobrigkeit
                    unter derselben Insiegel errichten und ausfertigen müssen. Die Errichtung der
                    Urkunde bei der Gerichtsobrigkeit war also zur Gültigkeit des Kontraktes
                    notwendig; dies wurde noch ausdrücklich durch eine Verordnung vom 4. 8. 1715
                        bestätigt<note n="N.123">Aus dem Bericht des Innsbrucker
                        Appellationsgerichtes vom 30. April 1805 (Bemerkungen des Appellationsrates
                        v. Dipauli), bei 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Pfaff-Hofmann, Excurse über
                        österr. allg. bürgerl. Recht I (1877) 408 ff. — Vgl.
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Haan, Landtafelwesen 79 f.;
                        

            <!-- Noch kein Digitalisat --> B. Lecher, Das Verfachbuch in Tirol und
                        Vorarlberg (Innsbruck (1885) 1 f.</note>. Die Siegelmäßigen (Adeligen)
                    konnten Kontrakte über ihre eigenen Güter selbst aufrichten (<ref
            target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?index=siglen&amp;term=tirollo.+1573+1574">Tiroler LO 1573, II 10</ref>). <pb
            n="273"
            xml:id="S.273"/> Bei den Ortsgerichten in Nord-Tirol pflegte man Protokolle,
                    genannt Verfachbücher, zu führen, in welche alle von den unadeligen Parteien
                    geschlossenen Kontrakte, Schuldbriefe, Quittungen und andere Urkunden dieser Art
                    nach der Reihenfolge, wie sie bei Gericht errichtet oder zum Protokoll zur
                    Eintragung übergeben wurden, wörtlich eingeschrieben wurden. Die von Adeligen
                    errichteten Urkunden aber wurden in diesem Protokoll samt dem Gesuch um deren
                    Protokollierung und der dazu erteilten Protokollierung wörtlich eingetragen, und
                    dieser Umstand wurde auf der vorgelegten Urkunde mit Amtssiegel und Unterschrift
                        bestätigt<note n="N.124">
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Haan, Landtafelwesen
                        86 f.</note>.</p>
        <p>Mit Hofdekret vom 19. 4. 1790 (

          <!-- Noch kein Digitalisat --> JGS Nr. 15) wurde
                    verordnet, daß, bis in Tirol die Landtafel und Grundbücher eingeführt oder durch
                    das bürgerliche Gesetzbuch in Absicht auf die Realkontrakte und Pfandschaften
                    das Gehörige bestimmt sein wird, die Nichtadeligen (die nicht siegelmäßigen
                    Untertanen) ihre auf das Eigentum des Grundes oder Bodens oder auf die darauf zu
                    gründenden Pfandrechte sich beziehenden Kontrakte, wenn sie davon die volle
                    Rechtskraft genießen wollen, nach der bisherigen Gewohnheit in das
                    Gerichtsprotokoll eintragen zu lassen haben, die Adeligen aber wie bisher davon
                    ausgenommen bleiben<note n="N.125">Vgl. 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Haan,
                        Landtafelwesen 81.</note>.</p>
        <p>Durch die Hofdekrete vom 12. 3. 1792 (<ref
            target="http://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=jgs&amp;datum=1009&amp;page=6&amp;size=45">JGS Nr. 5</ref>) und vom 10. 6. 1793 (JGS Nr. 111)<note n="N.126">Abgedruckt bei 

            <!-- Noch kein Digitalisat --> B. Lecher, Verfachbuch 71
                        ff.</note> wurde festgestellt, "daß jedem Unterthan auch in Tirol frei
                    stehe, seine letztwilligen Anordnungen, oder wie immer gearteten Contracte unter
                    Lebenden mit aller Rechtsgiltigkeit für sich außergerichtlich zu errichten, ohne
                    an die Beiziehung eines Notärs, oder an den Vorstand vor einer Obrigkeit oder
                    Gerichtsstand gebunden zu sein; also ist auch, um in der Folge ein Pfand- oder
                    dingliches Recht zu erhalten, nicht nöthig, die außergerichtlich oder giltig
                    errichtete Urkunde umzuschreiben, oder erneuern zu lassen, sondern es wird nur
                    die Vorlegung, sohinige Protokollirung der außergerichtlichen Urkunde
                        erfordert"<note n="N.127">Vgl. 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Haan,
                        Landtafelwesen 81 f.; Abgedruckt bei 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> B.
                        Lecher, Verfachbuch 2.; 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Pfaff-Hofmann,
                        Exkurse I 410.</note>.</p>

        <p>Mit Hofdekret vom 4. 3. 1803 (JGS Nr. 597) wurde endlich auch hinsichtlich der
                    Adeligen und Siegelmäßigen verordnet, daß in Zukunft in Ansehung jener
                    Kontrakte, aus welchen dingliche Rechte und Hypotheken entstehen sollen, ihre
                    alleinige Fertigung und jene zweier Zeugen nicht hinreichend sei; sondern daß
                    derlei Kontrakte immer <hi
            rend="it">ad acta publica in loco rei sitae</hi>, d.
                    i. zum Protokoll desjenigen Ortsgerichtes, in dessen Bezirke die zu verkaufende
                    oder zu verpfändende Realität liegt, einverleibt werden sollen<note n="N.128">Dazu 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Haan, Landtafelwesen 82;
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Lecher, Verfachbuch 73 f.</note>. <pb n="274" xml:id="S.274"/>
        </p>

        <p>Alle diese Verordnungen hatten in den Gebieten der Fürstbischöfe von Trient und
                    Brixen keine verbindende Kraft. Dort galten eigene Statuten und das
                    römisch-gemeine Recht<note n="N.129">Vgl. 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Haan,
                        Landtafelwesen 83; 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Lecher, Verfachbuch
                        7.</note>.</p>
      </div>
      <div xml:id="TA.4">
        <head>IV. Gesetzliche bzw. stillschweigend begründete Pfandrechte</head>

        <p>Hinsichtlich der gesetzlichen und stillschweigend begründeten Pfandrechte,
                    insbesondere der gesetzlichen Generalhypotheken, darf für Österreich auf die
                    Untersuchungen von Egon Weiß<note n="N.130">
            <ref
              target="http://drqerg.de/DRQI/weiss_untersuchungen2_12-13.jpg">Pfandrechtl.
                            Untersuchungen II 13 ff.</ref>, <ref
              target="http://drqerg.de/DRQI/weiss_untersuchungen2_28-29.jpg">28 ff.</ref> Vgl. auch
                        schon <ref target="http://archive.org/stream/dasvormundschaf00chorgoog#page/n353">Chorinsky,
                            Vormundschaftsrecht 336 ff.</ref> Vgl. ferner
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Hübner, DPrR<hi
            rend="sup">5</hi> 480.</note>
                    und die Darstellung von Wilhelm Brauneder<note
              n="N.131">Die "stillschweigenden
                        Hypotheken" und der österr. Landesbrauch, in <ref target="/o:repat.brauneder-1971-stillschweigende-hypotheken#S.226">Bericht über den 11. österr.
                            Historikertag in Innsbruck (1972) 226 ff.</ref>
          </note> verwiesen
                        werden<note
              n="N.132">Zu gerichtlichen Pfandrechten vgl. die Arbeiten von
                            <ref
              target="http://dlib-pr.mpier.mpg.de/m/kleioc/0010/exec/bigpage/'118858_00000008.gif">Chorinsky, Der
                            österr. Executiv-Proceß (Wien (1879)</ref>, Pick (o. <ref
              target="#Note21">FN 21</ref>), <ref
              target="/o:repat.torggler-1937-stadtrecht#S.39">K. Torggler, Stadtrecht und
                            Stadtgericht in Klagenfurt (1937) 39 ff.</ref>, <ref
              target="/o:repat.torggler-1937-stadtrecht#S.53">53 f.</ref>, <ref
              target="/o:repat.torggler-1937-stadtrecht#S.65">65 f.</ref> und <ref target="/o:repat.wesener-1963-landschrannenverfahren#S.115">Wesener,
                            Landschrannenverfahren 115 ff.</ref>
          </note>.</p>
      </div>
      <div xml:id="TA.5">
        <head>V. Mehrheit von Pfandrechten<note n="N.133">Vgl. dazu <ref target="https://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb10553951-7">H. Dernburg, Das Pfandrecht nach den
                            Grundsätzen des heutigen römischen Rechts II (1864) 405
                    ff.</ref>
          </note>
        </head>
        <p>
          <ref
            target="/o:repat.1584-walther-trakt-ri#NA.4.6">Walther IV 6/4</ref>: "In Bezallung der
                        <ref target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drw-cgi/zeige?artikel=Satzgelter">Satzgelter</ref>
          <note
            n="N.134">Pfandgläubiger.</note> sollen allweeg die Jenigen, so die eltern
                    Verpfendtung und Satz haben, bezalt werden, und ist in sollichem Fal zwischen
                    den obbemelten dreyen Geschlechten der Verpfendtung kein Unterschidt, sonder,
                    wellicher das elter Pfandt hat, es sey ein verschribens, rechtlichs oder
                    gerichtlichs Pfandt, der zeucht den andern Glaubigern, die jüngere verschribne,
                    rechtliche oder gerichtliche Verpfendtung haben, in albeeg vor. Doch sein
                    etliche sondere Fäll, darinnen die jüngern Verpfandtungen den eltern vorgehen,
                    wie dieselben Fäll hernach begriffen sein"<note
              n="N.135">Zur abweichenden
                        Regelung bei <ref
              target="/o:repat.1573-noestlrentw#3.112">Püdler III 112</ref> u.
                            <ref
              target="/o:repat.1573-noestlrentw#3.115">115</ref>. <ref
              target="http://archive.org/stream/dasvormundschaf00chorgoog#page/n355">Chorinsky,
                            Vormundschaftsrecht 338 ff.</ref>; <ref target="http://drqerg.de/DRQI/weiss_untersuchungen2_28-29.jpg">Weiß, Pfandrechtl.
                            Untersuchungen II 28 A. 3</ref>. Vgl. 
            <!-- Noch kein Digitalisat -->
                        Strein-L. IV 18 § 10: "Allen andern verschribnen satzgeltern, die allein von
                        denen schuldnern under irer selbst oder auch angenumner zeugen fertigung
                        schuldverschreibungen haben wie auch denen so rechtliche pfandschaften
                        haben, gehn diejenige vor, denen bei ordenlichen gruntpüchern die satz oder
                        gwondliche notln zuegeschriben und die so der gruntherrschaften fertigungen
                        haben, ob gleich der andern negstgemelter gerechtigkhaiten elter
                        wären."</note>.</p>

        <p>Bei Walther findet sich hinsichtlich der Rangordnung von Pfandrechten der
                    römisch-gemeinrechtliche Grundsatz<note n="N.136">
            <ref target="/o:repat.initia-codex-digesta-institutiones#C.8.17">Cod. Iust. 8, 17, 3</ref>; <ref
              target="/o:repat.initia-codex-digesta-institutiones#D.50.17">Dig. 50, 17,
                            98</ref>; <ref target="https://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb10506632.html">Reg. 54 in VI°, de reg.
                            iuris [5, 13]</ref>.</note>
          <hi
            rend="it">prior tempore, potior jure</hi>, wobei zwischen den drei Arten von
                    Pfandrechten kein Unterschied gemacht wird<note
              n="N.137">Vgl. <ref
                target="https://play.google.com/books/reader?id=yQJFAAAAcAAJ&amp;pg=GBS.PA24">Suttinger, Consuetudines Austriacae<hi
              rend="sup">2</hi> 16</ref>: "Ansatz gehet nach der Zeit"; <ref
            target="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10506460_00129.html">Suttinger, obs.
                        107</ref>.</note>. Dann folgen mehrere gemeinrechtliche Rangprivilegien,
                    welche diesen Grundsatz durchbrechen<note
              n="N.138">Vgl. Kaser, Röm. Privatrecht
                        II (1959) 231; E. Bussi, La formazione dei dogmi di diritto privato nel
                        diritto comune (Diritti reali e diritti di obbligazione), [1937], 158 ff.;
                            <ref target="http://drqerg.de/DRQI/weiss_untersuchungen2_04-05.jpg">E. Weiß, Pfandrechtl.
                            Untersuchungen II 4 ff.</ref>
          </note>: <pb n="275" xml:id="S.275"/>
        </p>

        <p>1) Das Pfandprivileg der Witwe bzw. ihrer Kinder wegen des Anspruches auf
                    Herausgabe des Heiratsguts (Dotalprivileg). Dieses Rangprivileg besteht aber nur
                    gegenüber älteren gesetzlichen Pfandrechten, nicht auch gegenüber älteren
                    vereinbarten oder gerichtlichen Pfandrechten<note n="N.139">
            <ref target="/o:repat.1584-walther-trakt-ri#T.4.6">Walther IV 6 Anm. M</ref>: "<hi
              rend="it">Mulier non habet privilegium praelationis contra creditores
                            expressas hypothecas anteriores habentes, ut est communis opinio
                            doctorum in d. L. adsiduis</hi> [<ref
              target="/o:repat.initia-codex-digesta-institutiones#C.8.17">Cod.
                            Iust. 8, 17, 12</ref>] <hi
              rend="it">et in L. 1 ff. soluto matrim.</hi>
                            [<ref
              target="/o:repat.initia-codex-digesta-institutiones#D.24.3">Dig. 24, 3, 1</ref>]". Zur Lehre der
                        Glosse <ref target="http://drqerg.de/DRQI/weiss_untersuchungen2_04-05.jpg">Weiß, Pfandrechtliche
                            Untersuchungen II 5 ff.</ref>
          </note> (<ref
            target="/o:repat.1584-walther-trakt-ri#T.4.6.4">Walther IV 6/4, 1; am Ende</ref>: "Wie
                    dann solliches alles in den geschribnen Rechten also verordnet, auch bißheer
                    durch die Herren Beysitzer des Landtrechtens innhalt sollicher Rechten erkennt
                        worden"<note n="N.140">Vgl. 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Strein-L. IV 18 §
                        4; <ref
                target="https://play.google.com/books/reader?id=yQJFAAAAcAAJ&amp;pg=GBS.PA346">Suttinger, Consuetudines
                                Austriacae<hi
              rend="sup">2</hi> 338 ff.</ref> s. v.
                        Heyrath-Guts-Vorzug; <ref
              target="https://play.google.com/books/reader?id=yQJFAAAAcAAJ&amp;pg=GBS.PA347">339</ref>
                        Bericht über Anfrage der N.Ö. Regierung an das Landmarschallische Gericht
                        vom 11. 1. 1555; dazu <ref
              target="http://drqerg.de/DRQI/weiss_untersuchungen2_12-13.jpg">Weiß,
                            Pfandrechtl. Untersuchungen II 12 ff.</ref>; <ref target="/o:repat.brauneder-1971-stillschweigende-hypotheken#S.230">Brauneder, Bericht über den 11.
                            österr. Historikertag 230, 232.</ref> — Zu Anfragen der Regierung
                        hinsichtlich des Landsbrauchs vgl. 

            <!-- Noch kein Digitalisat --> Rintelen,
                        FS Steinwenter 93; zu den sog. "Erbrechtsfragen" (<ref
                target="https://play.google.com/books/reader?id=yQJFAAAAcAAJ&amp;pg=GBS.PA189">Suttinger, Consuetudines Austriacae<hi rend="sup">2</hi> 181 ff.</ref>) 
            <!-- Noch kein Digitalisat -->
                        Großer, FS z. Jahrhundertfeier d. ABGB I (1911) 164 ff.; Wesener, Geschichte
                        des Erbrechtes 78 ff.</note>.</p>

        <p>2) Wer zum Ankauf eines Guts oder Grundes ein Darlehen gibt mit der Vereinbarung,
                    daß ihm dieses Gut wegen seiner Darlehensforderung verpfändet sein solle, hat
                    daran ein privilegiertes Pfandrecht (<ref
            target="/o:repat.1584-walther-trakt-ri#T.4.6.4">Walther IV 6/4, 2</ref>)<note n="N.141">Vgl. <ref
              target="/o:repat.1584-walther-trakt-ri#T.4.7">Walther IV 7/2, 2</ref>; <ref
              target="/o:repat.initia-codex-digesta-institutiones#C.8.17">Cod. Iust. 8, 17, 7</ref>; vgl. Kaser, Röm.
                            Privatrecht<hi rend="sup">2</hi> I (1971) 468.</note>.</p>

        <p>3) Absolut privilegiert ist die Generalhypothek der "gemainen Landschaft" wegen
                    Steuerforderungen (<ref
            target="/o:repat.1584-walther-trakt-ri#T.4.6.3">Walther IV 6/3,
                        2</ref>; dieses Rangprivileg wirkt auch gegenüber älteren vertraglichen
                        Pfandrechten<note
              n="N.142">Vgl. <ref target="/o:repat.1584-walther-trakt-ri#T.4.6.4">Wa1ther IV 6/4, 3 Anm. O</ref>: "<hi
              rend="it">De iure res publica
                            chirographariis tantum creditoribus praefertur; L. bonis venditis ff. de
                            privil. creditor.</hi> [<ref target="/o:repat.initia-codex-digesta-institutiones#D.42.5">Dig. 42, 5,
                            38</ref>]."</note>.</p>

        <p>4) Privilegiert ist ferner das stillschweigende Generalpfandrecht des Pupillen am
                    Vermögen des Vormunds<note n="N.143">
            <ref
                target="https://play.google.com/books/reader?id=yQJFAAAAcAAJ&amp;pg=GBS.PA638">Suttinger, Consuetudines Austriacae<hi
              rend="sup">2</hi> 630 f.</ref>
                        s. v. Pupillen-Sprüch: "Ein Pupill erlangt von der Zeit an, als sich ein
                        Gerhab der Gerhabschafft unterfangen, auf alle seine Güter <hi
              rend="it">legalem, et tacitam hypothecam cum privilegio</hi>. Motiv. ... Den 16.
                        Apr. An. 1599. <hi
              rend="it">Tacita hypotheca antiquior, quam habet pupillus
                            in bonis tutorum, praefertur pignori praetorio, quod acquisivit
                            concreditor per primum Decretum</hi> durch den Ansatz." Vgl. <ref
              target="/o:repat.1584-walther-trakt-ri#T.4.7.2">Walther IV 7/2, 3</ref>. <ref
                target="https://play.google.com/books/reader?id=yQJFAAAAcAAJ&amp;pg=GBS.PA354">Suttinger, Consuetudines Austriacae<hi
              rend="sup">2</hi> 346</ref>: "<hi
              rend="it">Tacita et legalis
                            Hypotheca etiam posterior</hi>, ist einer ältern Conventional-Hypothec
                        vorzuziehen, sowohl von Rechtens als Lands-Brauch wegen, also hat Regierung
                            <hi
              rend="it">in causa</hi> einer privilegirten Pupillar-Forderung
                        judicirt <hi
              rend="it">in causa</hi> Julianischen Gerhaben und Sebastian
                        Schrötl. 7. Jan. 1640." — Vgl. <ref
              target="/o:repat.1669-oestgerhabo#18.2">Gerhabschaftsordnung f. Österreich unter der Enns von 1669, 18. Tit. §
                            2</ref> (<ref
              target="https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/codexaustriacus1704bd1/432">Codex Austriacus I 424</ref>). Dazu
                            <ref
              target="http://archive.org/stream/dasvormundschaf00chorgoog#page/n352">Chorinsky,
                            Vormundschaftsrecht 335 ff.</ref>, bes. <ref
              target="http://archive.org/stream/dasvormundschaf00chorgoog#page/n354">337 f.</ref>; vgl. <ref target="/o:repat.brauneder-1971-stillschweigende-hypotheken#S.232">Brauneder, Bericht über den 11.
                            österr. Historikertag 232 f.</ref> — Zum röm. Recht Kaser, Röm.
                        Privatrecht I 466 A. 35.</note>.</p>
        <p>Die dingliche Wirkung eines vertraglichen Pfandrechtes hängt, wie oben (<ref
            target="#T.3">III</ref>) ausgeführt, davon ab, daß die vorgeschriebenen
                    Formen eingehalten <pb
            n="276"
            xml:id="S.276"/> werden, d. h., daß die
                    Eintragung in das Grund- oder Satzbuch, bei adeligen Liegenschaften in
                    Österreich unter der Enns in das Landgedenkbuch bzw. später in das Protokoll des
                    Weisboten erfolgt ist. Die in den Entwürfen Püdler (<ref
            target="/o:repat.1573-noestlrentw#3.112">III 112</ref> u. <ref target="/o:repat.1573-noestlrentw#3.115">115</ref>) und Strein-L.
                    (
          <!-- Noch kein Digitalisat --> IV 18 § 10)<note n="N.144">S. o. <ref
            target="#Note135">FN 135</ref>.</note> vorgesehene Regelung, daß
                    ordnungsgemäß begründete vertragliche Pfandrechte selbst älteren gesetzlichen
                    Pfandrechten vorgehen sollten, konnte sich offenbar nicht durchsetzen<note
              n="N.145">Vgl. <ref
              target="http://drqerg.de/DRQI/weiss_untersuchungen2_28-29.jpg">W e i ß,
                            Pfandrechtl. Untersuchungen II 28 A. 3</ref>; in der Steiermark hingegen
                        hatten im 16. u. 17. Jh. vertragsmäßig begründete Pfandrechte vor
                        stillschweigenden Hypotheken den Vorrang ("Landtsgebreich in Steyer und
                        Karndten” [s. o. <ref
              target="#Note47">FN 47</ref>] Art. 8 [o. <ref target="#Note120">FN 120</ref>]); dazu <ref target="http://drqerg.de/DRQI/weiss_untersuchungen2_146-147.jpg">Weiß a. O. 146</ref>) Ebenso
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Strein-L. 11 10 § 16.</note>.</p>
        <p>Hinsichtlich der <hi
            rend="it">mehrfachen</hi> vertraglichen Verpfändung
                    einundderselben Sache bestimmt Entwurf Püdler <ref
            target="/o:repat.1573-noestlrentw#2.14">II 14 § 18</ref>: "Ein ainiges stukh haab
                    und gueter mag underschidlichen persohnen pro rata der schulden hypotheciert
                    werden, doch solle der schuldner die nachvolgenden glaubinger der uberigen
                    verpfendung und wie hoch dieselben beschehen derzeit erindern, alßdann mag das
                    nachpfant <hi
            rend="it">pro rata</hi> des ubermessigen werts wohl bestehen"<note n="N.146">Ebenso 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Strein-L. 11 10 §
                    16.</note>.</p>
        <p>
          <ref
            target="/o:repat.1573-noestlrentw#2.14">II 14 § 19</ref>: "Welcher aber ein haab
                    und guet, so zuvor volkommentlich und <hi
            rend="it">in solidum</hi> versezt,
                    ainem andern unwissenden glaubinger ferrer pfantsweis geverlich einreumbt, der
                    solle ihme allen desthalben erlitnen schaden abzutragen schuldig sein, auch von
                    wegen der gepflegten betrueglichen handlung nach gelegenhait der persohn und des
                    geüebten betrugs von der obrigkait gestrafft werden"<note n="N.147">Ebenso
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Strein-L. 11 10 § 16.</note>.</p>
        <p>
          <ref target="/o:repat.1573-noestlrentw#2.14">II 14 § 33</ref>: "Wann ein ainiges guet
                    zwaien underschidtlichen persohnen verpfendt worden, so solle es dem, welcher am
                    ersten contrahiert, ungeacht daz es etwo dem andern und jungern glaubingern
                    eingereumbt worden, verbleiben."</p>
        <p>Der Inhalt dieser Bestimmungen ist im wesentlichen gemeinrechtlich<note n="N.148">Vgl. die <ref target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=BayrLRRef.+1518">Bayer. Landrechtsreformation von
                            1518, 29, 1</ref>: "Von Güetern, die mer dann ainem verpfendt werden";
                        dazu 

            <!-- Noch kein Digitalisat --> Kunkel, Quellen z. Neueren PrRGesch.
                        I/2, 324, Anm. 44.</note>. Direkten Bezug auf das <hi
            rend="it">crimen
                        stellionatus</hi> (<ref
            target="/o:repat.initia-codex-digesta-institutiones#D.47.20">Dig. 47, 20</ref> u. <ref
            target="/o:repat.initia-codex-digesta-institutiones#C.9.34">Cod. Iust. 9, 34</ref>)<note n="N.149">Vgl. dazu
                        

            <!-- Noch kein Digitalisat --> H. Günter, Das Bayer. Landrecht von 1616
                        (München (1969) 210 f.;<ref target="https://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb10553951-7">Dernburg,
                            Pfandrecht II 417 A. 2</ref>; 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> I. Pfaff,
                        Pauly-Wissowa 3 A, Sp. 2326 ff.; 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> U.
                        Brasiello, Noviss. Digesto Italiano 18 (1971) 427 f.</note> nimmt
                    

          <!-- Noch kein Digitalisat --> Kompilation II 16 § 13: "Eine Sach kan zweien
                    oder mehrern underschiedlichen glaubigern nicht verpfendet werden, es sei dan
                    dieselbe soviel werth, daß ain oder mehrers glaubiger darbei wohl versichert
                    sein mögen; in solchem fall soll der schuldner die nachvolgenden glaubiger
                    voriger verpfendungen, und wie hoch dieselbe beschehen, iederzeit erbar und
                    aufrichtig erindern. Wurde aber iemant daßjenige so er zuvor ainem allein völlig
                    verschrieben verrer einem andern unwissenden ohne solche erinderung verpfenden,
                    und es gieng hernach dem volgenden glaubiger daran ab, ist er ihm derowegen
                    genzlich ohne nachtheil und schaden zu halten schuldig. Und wan darunder ainiger
                    fürsaz gefährlicher handlung befunden wirdt, darumben ernstlich zu bestraffen.
                    Ingleichen soll auch der, welcher seinem glaubiger ein anders pfand als anfangs
                    bedingt worden gefährlich einraumbt, nit allein <pb
            n="277"
            xml:id="S.277"/>
                    denselben "mit überlieferung deß rechten pfands ohne schaden zu halten schuldig,
                    sondern auch der obrigkeit, und im fall ein <hi rend="it">stellionatus</hi>
                    darbei mit unterlauf, gar dem landgericht in gebührlicher straff verfallen
                    sein."</p>
        <p>`In der Anmerkung zu dieser Stelle<note
              n="N.150">Zu den Anmerkungen zur
                        Kompilation der vier Doktoren vgl. <ref
              target="/o:repat.wesener-1972-kauf#435">Wesener, FS Hämmerle (1972) 435</ref>; <ref
            target="/o:repat.wesener-1975-landesordnungsentwuerfe#Note99">FS N. Grass (im Druck)
                            bei A. 99</ref>.</note> werden das Bayerische Landrecht'' von 1616 (<ref target="https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/drwBayernLR1616/0001">Tit. 16, art. 1</ref>
          <note n="N.151">Hg. von H.
                        Günter (München (1969) 59 f.; vgl. 

            <!-- Noch kein Digitalisat --> 210
                        f.</note> und die Verneuerte Reformation der Stadt Nürnberg von 1564 (<ref
            target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=NuernbRef.+1564">Tit. 20, Abs. 37</ref> zitiert. Sowohl das
                    Bayerische Landrecht von 1616 als die Kompilation der vier Doktoren macht die
                    Wirksamkeit einer Zweitverpfändung davon abhängig, ob die verpfändete Sache
                    Überwert hat, d. h. die Zweitverpfändung ertragen kann<note n="N.152">
            <ref
            target="https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/drwBayernLR1616/0001">Bayer. Landrecht von 1616, Tit. 16, Art.
                            1/1</ref>: "und übermaß ertragen kan".</note>, oder nicht. Diese
                    Änderung gegenüber der Bayerischen Landrechtsreformation von 1518<note
              n="N.153">Die <ref target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=BayrLRRef.+1518">Bayer. Landrechtsreformation von
                            1518</ref> (29, 1) ließ die Wirksamkeit einer Zweitverpfändung, Überwert
                        der Sache vorausgesetzt, davon abhängen, ob sie mit oder ohne Wissen des
                        Erstgläubigers vorgenommen wurde; vgl. 

            <!-- Noch kein Digitalisat -->
                        Günter, Das Bayer. Landrecht von 1616, 210 (zu 16, 1)</note>. entspricht der
                    gemeinrechtlichen Strafrechtsliteratur zum Begriff des <hi
            rend="it">stellionatus</hi>. Auch das Strafrechtssystem entspricht genau der
                    gemeinrechtlichen Literatur<note n="N.154">
            <!-- Noch kein Digitalisat --> H.
                        Günter, Das Bayer. Landrecht 210 f.</note>.</p>
        <p>Nach der Oe. Landtafel (<ref
            target="/o:repat.1608-ooeltfl-linz#T.3.22.4">III 22 § 4</ref>)
                    ist eine weitere Verpfändung nur mit Konsens des ersten Gläubigers wirksam<note
              n="N.155">Vgl. <ref target="/o:repat.1608-ooeltfl-linz#T.3.25.4">Oe. Ltf. III 25 §
                            4</ref> (ius of ferendi et succedendi).</note>.</p>
      </div>
      <div xml:id="TA.6">
        <head>VI. Verpfändung einer fremden Sache<note n="N.156">Zum röm. Recht
                        

            <!-- Noch kein Digitalisat --> F. Wubbe, Res aliena pignori data (Leiden
                        1960); zum gemeinen Recht <ref
              target="https://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb10553951-7">Dernburg,
                            Pfandrecht II 234 ff.</ref> — vgl. <ref target="/o:repat.1811-oestabgb0456">BGB § 456</ref>.</note>
        </head>
        <p>
          <ref
            target="/o:repat.1573-noestlrentw#2.14">Püdler II 14 § 20</ref>: "Deßgleichen
                    welcher schuldner frembdes guet ohn des rechten aigenthumbers bewilligung
                    wißlich versezt, der soll seinem; glaubinger ein anders pfant, so sein aigen und
                    gleiches werts, ubergeben und umb sein geverliche handlung gestrafft
                        werden"<note n="N.157">Ebenso 

            <!-- Noch kein Digitalisat --> Strein-L. II 10
                        § 14 u. 15. — Verpfändung einer im Miteigentum stehenden Sache: <ref target="/o:repat.1573-noestlrentw#2.14">Püdler II 14 § 15</ref>.</note>.</p>

        <p>Die Verpfändung einer fremden Sache ist unwirksam; der Pfandschuldner, der
                    wissentlich gehandelt hat, ist zur Bestellung eines Ersatzpfandes verpflichtet
                    und macht sich überdies strafbar<note
              n="N.158">Vgl. <ref target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=BayrLRRef.+1518">Bayer. Landrechtsreformation von 1518, 29,
                            1</ref>; dazu Kunkel, Quellen z. Neueren PrRGesch.d I/2, 324, Anm.
                        45.</note>.</p>
        <p>
          <ref
              target="https://play.google.com/books/reader?id=yQJFAAAAcAAJ&amp;pg=GBS.PA355">Suttinger, Consuetudines Austriacae<hi
            rend="sup">2</hi> S. 347</ref> s. v. Hypothecaria: "Es hat auch der <hi
            rend="it">Agens hypothecaria</hi> zu probiren, daß der Versetzer zur Zeit
                    des versetzten Guts Eigenthumer <hi
            rend="it">vel quasi</hi> gewest sey. Motiva
                    ... "<note n="N.159">Vgl. <ref
                target="https://play.google.com/books/reader?id=yQJFAAAAcAAJ&amp;pg=GBS.PA763">Suttinger,
                            Consuetudines Austriacae<hi
              rend="sup">2</hi> 755</ref> s. v. Satz: "Ein
                        jüngerer Satz gehet auch einer ältern privilegirten Schuld-Forderung vor,
                        und solches darum, dieweilen ein Satz <hi
              rend="it">publicam hypothecam</hi>
                        auf sich trägt, <hi
              rend="it">requiritur tamen</hi>, daß der jüngere, so den
                        Satz macht, <hi
            rend="it">eo tempore</hi> Eigenthumer sey, und an Nutzen und
                        gewöhr geschrieben stehe. In hac Materia haben die von Wien in Causa ...
                        berichtet."</note>. <pb
            n="278" xml:id="S.278"/>
        </p>
        <p>

          <!-- Noch kein Digitalisat --> Kompilation II 16 § 11: "Wan einer ein frembdes
                    guet ohne des aigenthumbers verwilligung verpfendet, so wirdt solches guet
                    dardurch nicht verhaftet, und ist derselbe schuldig auß seinem aigenem guet mit
                    einem andern pfand gleiches werths seinen glaubiger zu versichern; auch noch
                    darzue, wan er es wissentlich gethan, um der gefährlichen handlung willen zu
                        bestraffen"<note
              n="N.160">In der Anmerkung werden zitiert Totus tit. Cod.
                        si res aliena [= <ref target="/o:repat.initia-codex-digesta-institutiones#C.8.15">Cod. Iust. 8, 15 (16)</ref>
            <hi rend="it">Si aliena res pignori data sit</hi>] und das <ref target="https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/drwBayernLR1616/0001">Bayer. Landrecht von 1616</ref>, Tit. 16, Art 2;
                        dazu 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Günter, Das Bayer. Landrecht 211: Der
                        Dolus des Schuldners ist jetzt nur mehr für die Bestrafung
                        erforderlich.</note>.</p>
        <p>

          <!-- Noch kein Digitalisat --> II 16 § 12: "Also kan auch keiner ein gemaines
                    unverthailtes guet völlig, sondern allein seinen dabei habenden antheil
                        verpfenden"<note
              n="N.161">Zitiert wird L. unica Cod. <hi
              rend="it">si res
                            communis pignori data sit</hi> [= <ref target="/o:repat.initia-codex-digesta-institutiones#C.8.20">L. 1
                            Cod. Iust. 8, 20 (21)</ref>
            <hi rend="it">Si communis res pignorata sit</hi>] ; dazu P. Frezza, Le
                        garanzie delle obbligazioni II (Padova (1963) 148;
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Kaser, Röm. Privatrecht<hi rend="sup">2</hi>
                        I 464 A. 7.</note>.</p>
        <p>

          <!-- Noch kein Digitalisat --> II 16 § 28: "Wan dem schuldner das underpfand mit
                    recht aberkhennt wirdt, so kan der glaubiger dasselbe dem obsiegenden theil nit
                    vorenthalten; er mag aber seine Schäden bei dem Schuldner wie sich gebührt
                    ersuechen, oder sich in ander weeg versichern laßen"<note n="N.162"/>.</p>
      </div>
      <div xml:id="TA.7">
        <head>VII. Pfandrechte an dinglichen Rechten und an Forderungen<note
              n="N.163">Zum
                        gemeinen Recht <ref
              target="https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb10553950?page=,1">Dernburg, Pfandrecht I
                            461 ff.</ref> — Vgl. o. bei <ref target="#Note121">FN
                    121</ref>.</note>
        </head>
        <p>
          <ref
            target="/o:repat.1573-noestlrentw#2.14">Püdler II 14 § 12</ref>: "Deßgleichen die
                    zehenten oder leibgedings haab und guetz, so man nit erblich sonder auf gewisse
                    jar und leib aufgibt, mögen ohn vorwissen des aigenthumbers verpfendt werden,
                    doch soll sich der versatz uber die verschriben leibsgedingzeit nit erstrecken.
                    Also mag auch einer die gueter deren er fruchtgeniesser ist verpfenden, doch
                    uber sein lebenlang nit"<note n="N.164">Vgl. 
            <!-- Noch kein Digitalisat -->
                        Strein-L. II 10 § 10.</note>.</p>
        <p>

          <!-- Noch kein Digitalisat --> Kompilation II 16 § 8: "Obzwar ein
                    leibgedingsinhaber oder ander nuznieser eines guets dasselbe ohne vorwißen des
                    aigenthumbers wohl verpfenden kan, so erstreckht sich doch solche verpfendung
                    weiter nicht alß ihme oder seinen erben das leibgeding oder nuzniesung
                        gebührt"<note
              n="N.165">Anmerkung: Tex. in l. <hi rend="it">necessario</hi>
                        8. § final. ff. <hi
              rend="it">de peric. et commod. rei vend.</hi> [= <ref
              target="/o:repat.initia-codex-digesta-institutiones#D.18.6">Dig. 18, 6, 8, 2</ref>]. l. <hi
              rend="it">lex
                            vectigali</hi> 31. ff. <hi
              rend="it">de pig. et hypoth.</hi> [= <ref target="/o:repat.initia-codex-digesta-institutiones#D.20.1">Dig. 20, 1, 31</ref>].</note>.</p>
        <p>
          <ref target="/o:repat.1573-noestlrentw#2.14">Püdler II 14 § 17</ref>: "Die schultbrief
                    auch alle andere verbrift und unverbrifte gerechtigkaiten mögen pfantsweiß
                    eingesezt werden."</p>
        <p>Die Verpfändung von dinglichen Rechten und Forderungen ist anerkannt.</p>
      </div>
      <div xml:id="TA.8">
        <head>VIII. Erwerbung eines Afterpfandes<note n="N.166">Vgl. o. bei <ref
              target="#Note121">FN 121</ref>. Vgl. <ref
              target="http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10181653-1">J. B. Schwartzenthaler,
                            Tractatus de pignoribus et hypothecis (Francofurti 1594)</ref> 250 ff.;
                            <ref
              target="/o:repat.coing-1935-frankfref#S.34">Coing, Die Frankfurter Reformation von
                            1578 (1935) 34 f.</ref>; <ref
              target="https://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb10553951-7">Dernburg, Pfandrecht II 475 f.</ref> — Vgl. <ref target="/o:repat.1811-oestabgb0454">ABGB § 454 f.</ref>
          </note>
        </head>
        <p>
          <ref
            target="/o:repat.1573-noestlrentw#2.14">Püdler II 14 § 16</ref>: "Ein glaubinger
                    mag seines habents underpfant weiter einem ander versezen, doch steet dem ersten
                    schuldner die lösung seines guets <pb
            n="279"
            xml:id="S.279"/> bevor; es solle
                    aber dieselb verpfendung umb höhers gelt oder mit beschwerlichen conditionen als
                    der erst glaubinger gethan nit beschehen; der ander neu glaubiger solle es
                    ferrer zu versezen nit macht haben"<note n="N.167">Vgl.
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Strein-L. II 10 § 18; <ref target="/o:repat.1608-ooeltfl-linz#T.3.22.8">Oe. Ltf. III 22 § 8</ref>.</note>.</p>
        <p>

          <!-- Noch kein Digitalisat --> Kompilation II 16 § 15: "Wan ainem ein pfand
                    versezt ist und ihme hernacher ein noth zustehet, also daß er nicht umbgang
                    nehmen kan selbiges weiter zu versezen, soll er glaubiger zwar solches so weith
                    sich seine darauf habende forderung erstreckht zu thuen befuegt, jedoch dessen
                    vorhero dem ersten schuldner so ihme daß pfand versezt zu erindern schuldig
                    sein; eß währe dan daß er nicht im land anzutreffen, oder sonsten die erinderung
                    füeglich nicht beschehen könte. Es mues aber die weitere vergezung also
                    beschehen, daß der schuldner seines pfands bei demjenigen deme es weiter versezt
                    wirdt so guet als bei dem glaubiger versichert ist"<note
              n="N.168">Anmerkung:
                        Text in l. <hi rend="it">grege §. cum pignori</hi> [= <ref
              target="/o:repat.initia-codex-digesta-institutiones#D.20.1">Dig. 20, 1, 13, 2</ref>] et l. <hi
              rend="it">nomen</hi> cod. <hi
              rend="it">si pig. pignori datum sit</hi> [richtig
                        muß das Zitat lauten: <ref target="/o:repat.initia-codex-digesta-institutiones#C.8.16">l. 4 Cod. Iust. 8, 16
                            (17)</ref>
            <hi rend="it">Quae res pignori obligari possunt</hi>].</note>.</p>
        <p>
          <ref
              target="https://play.google.com/books/reader?id=yQJFAAAAcAAJ&amp;pg=GBS.PA602">Suttinger, Consuetudines Austriacae<hi
            rend="sup">2</hi> S. 594, 2. Abs.</ref>: "Pfand oder <hi
            rend="it">Pignus</hi>, wann solche in die dritte Hand um ein mehrers von dem <hi
            rend="it">Creditore</hi> versetzet wird, kan solches der erste <hi
            rend="it">Deponens</hi> oder Versetzer nicht entgelten, sondern der erste <hi
            rend="it">Creditor</hi> ist dem Versetzer sein Pfand gegen Annehmung des
                    geliehenen Gelds und <hi
            rend="it">Interesse</hi> erfolgen zu lassen schuldig,
                    kan der erste Versetzer von dem <hi rend="it">Tertio</hi> mit Recht begehren.
                    Die N.O. Regierung in Causa... Per Sent. publ. den 14. Sept. An. 1589."</p>

        <p>Ein Pfandgläubiger kann sein Pfand weiter versetzen, doch nur in der Höhe seiner
                    Forderung und zu den gleichen Conditionen. Dem (ersten) Pfandschuldner steht es
                    frei, den ersten <ref
            target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drw-cgi/zeige?artikel=Pfandgläubiger">Pfandgläubiger</ref>
                    oder den <ref target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drw-cgi/zeige?artikel=Afterpfandgläubiger">Afterpfandgläubiger</ref>
                    zu befriedigen. Leistet er dem ersten Pfandgläubiger, so muß der
                    Afterpfandgläubiger das Pfand herausgeben, auch wenn er von seinem Schuldner
                    nichts erhält (
          <!-- Noch kein Digitalisat --> Strein-L. II 10 § 18).</p>
        <p>Diese Regelung entspricht dem gemeinen Recht, wie auch die Allegate zu
                    
          <!-- Noch kein Digitalisat --> Kompilation II 16 § 15 (s. o. <ref target="#Note168">Anm. 168</ref>) dartun.</p>
      </div>
      <div xml:id="TA.9">
        <head>IX. Verhältnis von Spezial- und Generalhypotheken<note
              n="N.169">Zum gemeinen
                        Recht <ref target="https://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb10553951-7">Dernburg, Pfandrecht II 370
                            ff.</ref>
          </note>
        </head>
        <p>
          <ref target="/o:repat.1573-noestlrentw#2.15">Püdler II 15 § 7</ref>: "Zum sechsten ist
                    von nötten, wann der schuldner seinen glaubinger alle seine haab und gueter
                    verpfendt und noch darüber ein specialstukh darauf würklich versezt, das der
                    glaubinger dasselb specialguet erstlich verkaufe, und do es sich auf sein
                    völlige vergnüegung nit erstrekt, alßdann soll er erst die andern in gemein
                    hypothecierten gueter angreifen."</p>
        <p>
          <ref
              target="https://play.google.com/books/reader?id=yQJFAAAAcAAJ&amp;pg=GBS.PA354">Suttinger, Consuetudines Austriacae<hi
            rend="sup">2</hi> S. 346</ref> s. v. Special-Hypothec: „Der <hi
            rend="it"> Creditor</hi> muß bey seiner Special-Hypothec bleiben und kan <hi
            rend="it">in praejudicium</hi> der andern special darauf verschriebenen
                    Creditorn auf die General-Hypothec nicht greiffen per L. <hi
            rend="it">quamvis</hi> 2. C. <hi rend="it">de pign.</hi> [<ref target="/o:repat.initia-codex-digesta-institutiones#C.8.13">Cod. Iust. 8, 13 (14), 2</ref>]. V.
                    

          <!-- Noch kein Digitalisat --> Carpz. 2. Const. 23. Def. 29. Ita jud. in causa
                    ... 13. April 1641. in Decl. dardurch der L. M. [Land-Marschallische] Abschied
                    zu Kräfften erkennt worden. Item in causa ... 11. Sept. 1638." <pb
            n="280" xml:id="S.280"/>
        </p>
        <p>
          <!-- Noch kein Digitalisat --> Kompilation II 16 § 26: "Wan der glaubiger sich
                        <hi
            rend="it">in specie</hi> auf ein gewieses guet mit oder ohne
                    general-pfandverschreibung versichern lassen, so solle er die execution allein
                    und zuvorderist auf dasselbe specificirte guet führen; es währe dan daß er
                    darauß nicht völlig bezalt werden könte, oder er ihme in der schuld- und
                    pfandverschreibung außtrückhlich vorbehalten kette, das ihme ungehindert der
                    specialhypothec auch auf andern des Schuldners güetern seine bezalung zu suechen
                    unbenommen sein solle; in solchen fällen kan er mit der execution auch auf
                    andere güeter gehen"<note n="N.170">Anmerkung: Daß alte motivenbuech fol. 97 in
                        causa Mariae Manlichin und Sabinae Schleicherin contra Virgilium
                        Wesstermayr.</note>.</p>
        <p>Diese Bestimmungen entsprechen dem sog. <hi
            rend="it">beneficium excussionis
                        realis</hi> des gemeinen Rechts, wonach ein Generalhypothekar vor der
                    Verwertung des Generalpfandrechtes zunächst auf Spezialpfänder verwiesen werden
                    kann (<ref
            target="/o:repat.initia-codex-digesta-institutiones#C.8.13">Cod. Iust. 8, 13 [14], 2</ref>)<note
              n="N.171">Dazu <ref target="https://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb10553951-7">Dernburg, Pfandrecht II
                            371 ff.</ref>; 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Kaser, Röm. Privatrecht<hi rend="sup">2</hi> I 471 A. 13; 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> H. Wagner,
                        Voraussetzungen, Vorstufen u. Anfänge der röm. Generalverpfändung (1968) 81
                        ff.</note>.</p>

        <p>Während sich hinsichtlich der Begründung von Pfandrechten, inbesondere an
                    Liegenschaften, heimisch-deutschrechtliche Einrichtungen erhielten und
                    weiterentwickelt wurden, kam es im Bereiche des rein materiellen Pfandrechtes
                    (Rangprivilegien, Verpfändung einer fremden Sache, Pfandrechte an Forderungen
                    und dinglichen Rechten, Afterpfand, Spezial- und Generalhypotheken) zu einer
                    weitgehenden Rezeption des römisch-gemeinen Rechtes<note n="N.172">Zur
                        Pfandrechtsentwicklung im Zeitalter der Rezeption nach deutschen Stadt- und
                        Landrechten vgl. 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Stobbe—Lehmann, DPrR<hi rend="sup">3</hi> II/2, 141 ff.; 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> Hübner,
                            DPrR<hi rend="sup">5</hi> 413 ff.; <ref
              target="/o:repat.coing-frankfref-1935">H. Coing, Die Frankfurter Reformation
                            von 1578 u. das Gemeine Recht ihrer Zeit (1935) 34 ff.</ref>; <ref target="/o:repat.coing-rezeption-1962">ders., Die Rezeption des röm. Rechts
                            in Frankfurt a. M. (1939, 2. Aufl. (1962) 61 ff.</ref>,
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> 133 f.; <ref
              target="http://drqerg.de/RHN/sekundarliteratur/gedeon-rezeption-des-romischen-privatrechts-in-nurnberg-1957/">A.
                            Gedeon, Zur Rezeption des röm. Privatrechts in Nürnberg (Nürnberg (1957)
                            40 f.</ref>; <ref
              target="/o:repat.knoche-1957101">H. Knoche, U. Zasius u. das
                            Freiburger Stadtrecht von 1520 (1957) 101 ff.</ref>; <ref target="/o:repat.wüllner-zivilrecht-1964">W. Wüllner, Zivilrecht u.
                            Zivilrechtspflege in den westlichen Teilen Westfalens am Ende des 18.
                            Jh.s (1964) 91 ff.</ref>, 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> 109 ff.;
                        
            <!-- Noch kein Digitalisat --> M. Dirks, Das Landrecht des Kurfürstentums
                        Trier (1965) 33; 
            <!-- Noch kein Digitalisat --> H. Günter, Das Bayer.
                        Landrecht von 1616 (München (1969) 204 ff.; 
            <!-- Noch kein Digitalisat -->
                        W. Hromadka, Die Entwicklung des Faustpfandprinzips im 18. u. 19. Jh. (1971)
                        29 ff.</note>. </p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
<?xml-model href="https://gams.uni-graz.at/o:repat.odd/SCHEMA.RNG" type="application/xml" schematypens="http://relaxng.org/ns/structure/1.0"?>
<?xml-model href="https://gams.uni-graz.at/o:repat.odd/SCHEMA.RNG" type="application/xml" schematypens="http://purl.oclc.org/dsdl/schematron"?>
