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Wir Joachim grave zu Fürstenberg [etc.] erbieten allen
und jeden unsern räthen, landvögten, landrichtern und urtelsprechern,
landschreibern, amptleuten, verwaltern, auch allen andern unsern
underthonen, zugehörigen und verwandten unserer grafschaft
Hailigenberg unsern gruß, gnad und alles guts zuvor und
geben euch hiemit gnediglich zu erkennen: Nachdem wir in unserer regierung
bei unsern freien landgericht, so in unser grafschaft Hailigenberg zu
gewißen zeiten besessen und gehalten würdet, etlich
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mängel und unrichtigkeiten gesehen und erfahren, welche aus
berüembten sazungen, gebräuchen und herkommen geflossen, dardurch aber
unsere underthonen zu schaden geführt, auch ja täglichs unruwiges rathen und
gerichtszanken erwachsen, so haben wir deshalben als der landsherr und ordenliche obrigkeit disen sachen nachgedacht und
hierüber mit sondern angelegten fleiß beratschlagen und
erwegen laßen, ob und wie doch mit gnaden des Allmächtigen
obvermelte mängel, gebrechen und unrichtigkeiten,
auch gezänk und umbtrieb so viel möglich zu
wenden und solchem allem wo nit genzlichen abzuhelfen, doch zum wenigisten
dasselbige zu richtigen beßerung und einer guten landgerichtsordnung zu
bringen, derowegen wir nun unsern underthonen und
einseßen zu sondern gnaden und guten dise nachfolgende
landgerichtsordnung zusamen tragen und beschreiben, auch verfertigen laßen,
gebieten hierauf allen und jeden unsern räthen, landvögten, landrichtern,
beisitzern und urtelsprechern, landschreibern, amptleuten, verwaltern und
underthonen der gemelten grafschaft Hailigenberg, desgleichen allen
denjenigen, die an gedachten unserm freien landgericht handlen werden und
wollen, daß ihr diser unserer gegebner landgerichtsordnungen sampt und
sonders in allen puncten und articuln nun
hinfürter stracks geleben und nachkommen,
darwider nit thun, noch handlen bei vermeidung unser ernstlichen straf.
Nachdem bisher unser landgericht den mehrern thail des jahrs in unserm dorf
zu Beuren besessen und gehalten worden, also wollen
wir, das dasselbig hinfüro daselbsten durch das ganze jar allwegen von 14 zu
14 tagen (allain ußgeschiden die ernd- und herpstferien, auch andere
gebannte hoche fäst- und feurtäg, an welchen die übung unsers landgerichts
von alter her verpliben und ingestelt worden) embsigclich gehalten, den
anrüefenden partheien nottürftige, gepürende, rechtmessige proceß erkennt,
recht und gerechtigkait schleinig mitgethailt
werde, auch sonsten die anzaig, bestimmung und
verrüefung des nachvolgenden landgerichts durch den
landgerichtspoten allwegen, wie bishero gebreuchlichen gewesen, beschehe;
sonderlichen aber soll unserm geordneten landrichter in craft unserer
hierüber habenden kaiserlichen freihait frei und zugelassen sein das
landgericht sampt den urthelsprechern aus erhaischender notturft
fürfallender hendel und sachen nit nur ainen tag, sonder zwen oder drei tag
an ainandern zu besitzen, zu halten und recht zu sprechen, wie es die
gelegenhait geben und die notwendigkait jederweil erfordern mag.
Gleichergestalt soll mit järlicher haltung unsers landgerichts umb
maienszeit zu Bitzenhoven und
Schattbuoch altem gebrauch nach
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ordenlichen fürgangen werden. Jedoch so soll diser nachvolgende proceß
allain in wichtigern handlungen (als da umb ehr und
gefüer in dapferen hochen schmachsachen, erb und aigen,
ehehaften, dienstparkaiten oder ander dergleichen gerechtet) von den
partheien gebraucht und inen alsdann schriftliche handlungen zugelassen
werden, sonsten aber in allen schlechten, geringfüegen, gemainen sachen und
forderungen kurz, summarisch, schlecht und schleinig procediert und gehandlet, darunter kain schriftlicher procez,
sonder allein ire fürbringen durch den landgerichtsschreiber
notturftigermassen zu protocollieren und zu
verzaichnen gestattet werden.
Erstlich verordnen und wöllen wir, das unserm landgericht ein erbarer,
dapferer, verstendiger und togenlicher mann, under uns und in unser
graveschaft Hailigenberg gesessen, als landrichter und statthalter fürsteen
soll, welchen wir die zeit seines tragenden ampts vermög kaiserlicher
freihait seiner leibaigenschaft, damit er uns deshalben verpflicht und verwandt, genzlich lödigen
und müessigen wollen. Verner so sollen jetzgedachtem unserm
landrichter zwölf urthelsprecher zugeordnet werden und beisitzen, welche
fromme, gottfürchtige, verstendige, eheliche und onverleimpte personen, die
ir zeitig und vollkomen alter erraicht, die nicht in der acht, auch nicht
stumm, daub oder unhörend geacht, darzu ainander bis in dritten der
bluetsfreundschaft oder bis in andern grad der schwagerschaft nit verwandt
sein sollen, welche dann jeder zit, wann järlichen das landgericht mit dem
landrichter und urthelsprechern ongefarlich umb weihennachtzeit, wie von
alter herkomen, fürsehen, bestelt und ernewert wiert, sich alle zumal mit
volgendem aid zum landgericht verpflichten thüend.
Und damit aber unser landgericht mit ainem ansehenlichen und
verstendigen gerichtsschreiber versehen seie, so wöllen wir, das
demselben unser landschreiber jeder zeit gepürlichen beiwone und ußwart,
die mundliche und schriftliche der partheien fürträg
und einlagen mit fleiß vermerk und beschreib, auch die
verfasste urthelen allwegen uß des landgerichts buoch, darin si zuvor
geschriben, offentlich verlese, des landgerichts insigel in seinem
gewalt habe, jedoch bei seinem zum landgericht geschwornen aid nichts
damit besigle, dann was vor landgericht mit recht erkennt, es weren dann
allain fürpot ongefarlich; also auch soll bemelter landschreiber kain
urthelbrief, gemächts- noch kaufbrief versiglet hingeben, ehe und zuvor
unser landgericht solche abgehört habe; im fall er aber uß unsern
abhalten obligender und anbevolhner anderer unserer gescheft oder seiner
leibsohngelegenhait und schwachait halben
selbs personlichen dem landgericht nicht beisein künte, alsdann soll er
an sein
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gerichtsschreiber zu verordnen und zu substituieren macht haben.
So soll dann auch unser landgericht mit ainem erbaren, vertrauten und
ausrichtigen [sic!] landgerichtspoten versorgt und uf volnziechung des
hienachgesetzten aids ufgenomen werden.
Wiewol aber nun hieoben meldung beschechen von zwelf urthelsprechern, so
unserm landrichter zugeordnet und beisitzen sollen, und aber sich wol
zutragen mag, das an ainem oder zwaien uß leibs schwachait und eehafter
verhinderung ires ußbleibens halben mangel erscheint, derowegen und
damit solcher abgang gepürlichen erstattet und unser landgericht in
vollkomner geordneter anzal nichts destoweniger gehalten werden mög, so
haben wir zwen supernumerarios oder zusätz
järlichs zu erwölen für guot angesehen, welche die abwesende kranke und
gehinderte urthelsprecher jeder zeit verdreten und an ire statt uf
vorgeenden, geschwornen aid das landgericht besitzen sollen.
Damit aber unser landrichter und alle vorgesetzte urthelsprecher irer in
verwaltung unsers landgerichts tragenden müehe und costens etwas
ergötzlichait gehaben und solche zeit nit gar vergebenlichen mit aigner
versaumnus zubringen, so wöllen wir iro jedem insonderhait von jedwederm
tag, daran landgericht gehalten würdet, 6 kr. aus sondern gnaden hinfüre
raichen und volgen lassen, doch das sie sich sonsten allerdings wie
bisher in lüferung erhalten und verzeren.
Ir werden globen und darauf ain aid leiplich zu Gott und den hailigen
schweren, dem wolgebornen herrn, herrn Joachim graven zu Fürstenberg [etc.],
meinem gnedigen herrn, und dem landgericht Irer Gnaden graveschaft
Hailigenberg, wie euch dasselb von Ir Gn. und Ir Gn. landvogt inzuhaben, zu
verwalten und auszurichten bevolchen ist und würdet, mit getrewem fleis
gewertig, gehorsam, ob und vor zu sein, Ir Gn. fromen und nutz zu fürdern,
auch schaden zu warnen und zu wenden und niemands an bemeltem frei
landgericht wider recht und alt loblich herkomen zu beschweren und davon gar
nichtzit entziechen zu lassen, auch mitsampt den urthelsprechern nach
gemainem rechten, auch redlichen und alten diser graveschaft Hailigenberg
freihalten, ordnungen, statuten und gewonhaiten nach ewerm besten verstand
dem armen als dem reichen, auch frembden als dem haimbschen glich und recht zu
richten und was im rechten ervolgt, von gerichts wegen zu handlen gepürn
oder euch je zu zeiten von wolgedachtem meinem gnedigen herrn bevolhen
würdet, nach ewerm vermögen zu volnziechen und darin nit anzusehen weder
lieb, laid, freundschaft, feindschaft, müet, gab, forcht, gelt noch
geltswert, noch ichtzit anders in dhain weis noch weg, darzu auch alle
gehaime ratschleg und urthailen, so euch begegnen, niemands on recht zu
öffnen, noch darvor zu warnen und
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sonst gemainclich alles anders zu thun und zu halten, das ainem fromen und
getrewen landrichter von gewonhait und rechts
wegen gepürt und zusteet, alles getrewlich und ungefarlich.
Ir all und jeder besonder werden geloben und ainen leiblich aid zu Gott und
den hailigen schweren, dem wolgepornen herren, herrn Joachim graven zu
Fürstemberg [etc.], auch dem frei landgericht Irer Gn. graveschaft
Hailigenberg getreuw, gewertig und gehorsam zu
sein, Ir Gn. fromen und nutz zu fürdern, auch schaden zu warnen und zu
wenden, dero hoch und nider gericht, oberkait und gerechtigkaiten helfen zu
handhaben, uf all landtag und als oft ir zu gericht zu sitzen erfordert
werden, gehorsam zu erscheinen und ohne eehafte not und redlich ursachen nit
ußzupleiben, der partheien und sonst menigclichs fürbringen mit gleichem
gemüet zu hören und zu vernemen und darauf umb alle und jede sachen, so für
euch komen, dem armen als dem reichen, auch frembden als dem haimbschen zu rathen und gleich
rechtmessig urthailen zu sprechen nach gemainem rechten, freihaiten,
gesatzen, ordnungen und gewonhaiten diser graveschaft Hailigenberg nach
ewerm besten verstand und darin nit ansechen weder lieb, laid, freundschaft,
feindschaft, müethen, gaben, forcht, gelt noch geltswert, noch sonst
nichtzit anders und auch alles, was in gericht und rath gehandelt,
beratschlagt oder geurthailt würdet, on recht oder haisen niemands zu
öffnen, noch darvor zu warnen, sonder ewer leben lang in
gehaim, häl und verschwiegen zu behalten und gemainclich alles
anders zu handlen und zu halten, das frommen und getrewen urthelsprechern
und zusätzen ald rathgäben von gewonhait und rechts
wegen wol gepürt und zusteet, alles getrewlich und
ungefarlich.
Du würdest globen und ain aid leiplich zu Gott und den hailigen schweren,
dem wolgepornen herren, herrn Joachim graven zu Fürstemberg [etc.] und an Ir
Gn. statt dem landvogt, landrichter, landschreiber und urthelspröchern diser
graveschaft Hailigenberg getrew, gehorsam und gewertig zu sein, iren fromen,
eren und nutz zu fürdern, schaden zu warnen, ir urthail, gepot, verpot,
gesatz, ordnungen und gescheft zu halten, zu handhaben und zu volnziechen,
die ladungen, verkindungen, brieflich und ander botschaften, so dir bevolhen
oder mit urthail erkennt werden, den person und an die end, allda sie
heuslich wonen oder sonst nach ordnung des rechten gehören, getrewlichen
antwurten, verkinden, ußrichten und dasselb widerumb warlichen ansagen, die
gehaim, so dir bevolhen oder sonst in rath oder gericht begegnen, niemands
zeöffnen, darvor zewarnen, noch darwider zerathen, die richter, räthe und
gerichtspersonen aller zeit zu eren, auch dich selbs ehrlich, redlich,
unstraflich und bestendig zu halten, die partheien, von
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deren wegen du je zu zeiten vor landgericht ald sunst handlest, über den
gewonlichen lohn nit zu beschweren, sonder darumb nach haissen landvogts
oder landrichters benüegig zu sein und sonst gemainclich alles anders zu
handlen, zu thun und zu lassen, das dir nach gestalt deins ampts gepürt,
bevolhen oder mit urthail erkennt wiert, und darin niemands schonen, noch
ansehen weder lieb, laid, müeth, gab, forcht, freundschaft noch feindschaft,
noch sonst kain ander sach, alles getrewlich und ungefährlich.
Es sollen sich unser landrichter und urthelsprecher befleissen, das si uf
jeden landgerichtstag umb neün uhren vormittag gewißlich erscheinen und
gleich nach zechen uhren sich der gepeir [nach] zu gericht nidersetzen,
damit die partheien, so zu guoter früer tagszeit zu erscheinen vertagt, zur
beschwerd nit ufgehalten, sonder nach möglichait si und ire sachen
gefürderet werden. Wann dann die nidersetzung allerdings gepürlichen
beschechen und der landrichter den gerichtsstab von dem landgerichtspoten zu
handen empfangen, soll er das landgericht, wie von alter herkomen, offenlich
verrüefen und verpannen, das niemands in das
selbige nichts trage noch rede, dann durch seinen erlaupten fürsprechen bei
vermeidung 10 lib. den. uns unnachläßlich zu bezalen. Welche dann von den
partheien zu fürsprechen oder rednern aus den urthelsprechern ufgefordert
oder gepeten und gezogen werden, dieselbige sollen inen uf erlaubung des
landrichters ire sachen zum getrewlichisten und verstendlichsten fürtragen
und dar[ne]bend nichts unnothwendigs, hitzigs oder undienstlichs vorbringen,
sonder auch die partheien zu aller beschaidenhait weisen und dieselbige
diser landgerichtsordnung, sovil inen zu wissen und derselben gemäß zu
handlen von nöten, nottürftig underrichten. Ob sich auch begebe, das die
urthelsprecher bei verfassung der urthailen in gleich zerthailt, also das
der halbthail ain und der ander halbthail ain andere urthail, warumb und in
was sachen das wer, fellen wurden, das alsdann unser landrichter dem thail,
der ine am rechtisten bedunken wurde, mit seinem rechtspruch zufallen solle.
Derowegen dann und zuvorderst er, der landrichter, zu gewonlicher zeit und
an den gewonlichen malstatten der dreien ort Beuren,
Bitzenhoven und
Schattbuoch das landgericht selbs aigner person
jederzeit besuochen, halten und besitzen und sich daran nichtzit dann leibs
schwachait und dergleichen ehehafte verhinderung abhalten lassen soll, uf
welchem val alsdann unser landvogt an unser statt den landgerichtsstab und
dessen verwaltung ainem andern uß den zwölf urthelsprechern, der ine zum
tauglichsten bedunckt, bis zu des landrichters widererscheinen zustellen und
bevelhen mag. Aber den landgerichtsknecht betreffende, soll derselbige
allwegen herussen und nit im
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gericht ston.
Erstlichen wann ainer, er sei auslendisch oder underthon
und ingesessner, ainen andern unserer underthonen, eingesessnen oder auch auslendischen, der nach
gestalt der verhandlung unsers landgerichts jurisdiktion underworfen und
allda von rechts wegen berechtigt werden mag, in spruch und vorderung nemen
und beclagnen will, der soll zuvorderst vor unserm landgericht erscheinen
und sich durch seinen erlaupten fürsprechen mit der kürz erclären, umb was
sachen willen er seinen widerthail zu berechtigen vorhabe, alsdann darumb
schließlich umb verkindung pitten und anhalten. Waver dann unser landgericht
befinden wurde, das es ain wichtige sachen, darinnen schriftlicher proces zu
gestatten oder ufzulegen, so soll dieselbige eingebrachte mundliche clag
kurz protocolliert und vermerkt, auch der
verkindung eingeleibt werden; jedoch sollen von unserm landgericht kaine
process oder verkündungen wider diejanige, so
in unsern angehörigen dorfgerichten sitzen und daselbsten die erste instanz
zu nemen haben, erkannt werden, es were dann sach, das ainer ain schuld uf
im hette, die in das landgericht zu rechtfertigen gehörig, oder das ain
dorfgericht selbst die sachen für landgericht weise; damit aber solches
erclärt und unser landgericht mit schlechten, geringen sachen heuftig nit
beladen werde, so wöllen und ordnen wir, das unser landgericht uf unserer
underthonen anriefen, im val die sachen und schulden, onverbriefte
obligation betreffen, kaine verkündungen erkennen, sonder die anriefende
parthei deshalben für des beclagten ordenlichen underrichter oder
dorfgericht weisen. Jedoch waver auslendische wider unsere underthonen oder
auch ander, in andern nidern gerichten unserer graveschaft Hailigenberg
gesessen, onverbriefter schulden halben clag zu fueren vermainten und
derowegen bei unserm landgericht umb verkündung anlangten, alsdann damit
dieselbige nicht zu grössern costen verursacht, soll inen die gepetne
verkündung erthailt und die sach gleich in erster instanz von unserm
landgericht angenomen und daselbsten rechtlichen erörtert werden.
Ich N. empeut N. und gib dir zu erkennen, das heut dato vor freien
landgericht der graveschaft Hailigenberg, als ich daselbig sampt den
urthelsprechern desselben landgerichts zu Beuren im
dorf offenlich besessen hab, erscheinen ist N. und clagt von dir, das du ine
an seinen ehren höchlich verletzt etc., derhalben und zu gepeurlicher
berechtigung und ausfierung solcher seiner clag gegen dir umb notturftig
verkündung angerufen, welche ime mit urthel erkent, derhalben und hierauf so
lade und haische ich dich hiemit und in craft ditz briefs, das du
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uf N., welche ich dir uf den ersten, andern, dritten und endlichen rechtstag
peremptorie bestimpt und angesetzt haben will, vor mir und berüerten
urthelsprechern zu früer tagszeit umb neün uhr vor mitag zu N. aigner person
oder durch deinen vollmechtigen anwalt zu erscheinen, dem bemelten cleger im
rechten antwurt zu geben und also demselben und allen andern landgerichtstägen und termin auszuwarten, dann
hettestu das nicht, sondern blibest ongehorsamlich aus, so wurde uf deines
gegenthails gehorsam erscheinen und anruefen eintweders mit acht und anlaitin zu dir gericht oder in ander weg
wider dich procediert und erkennt werden, was
recht ist, darnach wisse dich zu richten. Geben etc. mit dis landgerichts zu
rugk ufgetrucktem insigel uf N.tag.
Ich N. verkünd dir N., das du vor mir uf dem landtag, so sein würdet uf N.
nechstkünftig, welchen ich dir für den ersten, andern und dritten
landgerichtstag peremptorie hiemit angesetzt und erneut haben will, umb neün
uhr vor mittag zu Beuren dem dorf erscheinest und N.
uf sein clag, so er gegen dir fürbringen würdet, antwurt gebest, dann
thetest du es nicht und käme solches von dir zu clag, so wurde darumb zu dir
gericht nach landgerichtsrecht. Geben mit urthel und ditz landgerichts zu
rugk ufgetrucktem insigel besigelt an N.tag.
Es sollen alle und jede verkündungen, verbietsbrief und alle andere
landgerichtsproceß sampt den urthelbrieven, wann sie vor unserm landgericht
erkannt, von unserm landschreiber, welcher dann des landgerichts insigel bei
seinen handen und in seiner verwarung, verförtigt werden, dieselben und
sonst kaine andere soll er für sich selbs ohne vorgeende des landgerichts
erkanntnus besiglen, es weren dann allain schlechte, gemaine verkündungen,
doch das er auch ditz vals unserm landgericht, sobald es sich versambelt,
derselben ußgangen verkündungen geflissne anzaig und
bericht thüe. So sollen dann die erkante, gefertigte und
besiglete unsers landgerichts verkündungen und andere proceß durch den
geschwornen landgerichtspoten ainem jeden sächer und
beclagten selbs personlich under augen zu seinen handen oder da
er ine nach fleisiger erforschung in seinem anwesen, namlichen an dem ort,
da er sein haushaltung hat oder mit haus sitzt, ohne stilligen personlich
nit antrefen kind, alsdann zu haus und hof, doch
nit ainem kind, sonder seiner hausfrawen oder ainem andern seiner ehalten,
so jetzt zu seinen jaren komen, geantwurt und
verkint werden mit dem bevelch und vermelden, die fürter zum
fürderlichsten dem hausherrn zu überantwurten oder mit gewisser potschaft zu
überschicken, costen und schaden, so ime sonst
daraus ervolgen möchten, zu verhueten; wover aber der landgerichtspot weder
den
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beclagten, noch, jemands der seinigen anhaimsch betrete, alsdann soll er die
verkündung an die hausthür heften oder stecken,
damit er dann sein execution gnuogsam verricht haben sol. Nachdem dann
bishero bei unserm landgericht gebreuchig gewesen, das der, so umb
verkündung anrieft, gleich alsbald 3 ß den. erlegen müeß, so wöllen wir
solches hinfüro auch gehalten haben, davon dann dem landrichter 6 den., dem
landschreiber 18 den. und dem landgerichtspoten zu exequier- oder verkindgelt 12 den. gevolgen sollen.
Uf den bestimpten und angesetzten landgerichtstag soll der cleger selbst
oder durch seinen vollmechtigen anwalt erscheinen, und so der beclagt oder
jemands mit vollmacht abgefertigt gegenwertig, alsdann sein clag und forderung, nach gestalt der sachen mundlich oder schriftlich, lauter und verstendlich fürbringen, er soll auch die geschicht,
warumben und uß was ursachen er clage, klärlich und
wahrhaftigclich
fürtragen, narrieren und erzölen, auch endlich
sein pitt thun, wes er vermaint, das der beclagt ime uf sein forderung
zugeben oder zu thun schuldig seie. Und mag der cleger sein clag wol endern, mindern oder merern, doch das solches vor
bevestigung des kriegs bescheche, darzu dem beclagten der uncosten solicher
enderung halben erlitten, wie sich gepürt, bekert und
abgelegt werde, aber nach bevestigung des kriegs mag der cleger
sein clag nicht weiter endern, er wölle dann dem antwurter allen ufgewendten
costen abtragen und von newem verkinden lassen und clagen. Die clag soll
auch, wa die in schriften eingebracht, bei den actis verwart und darauf
gezaichnet werden, durch wen und uf welchen tag sie eingebracht worden sei,
desgleichen soll es auch mit der antwurt des beclagten und allen andern
partheien schriftlichen vorbringen gehalten werden. Würden aber die
partheien mundlich procedieren und handlen
wöllen, so soll inen das gestatt werden, doch wo ainicher oder baid thail
begerten, clag, antwurt und fürträg, so mundlich
fürgebracht werden, zu beschreiben, das durch unsern landschreiber oder
seinen substituierten gerichtschreiber beschechen; wa aber die sachen
wichtig und die zuversichtlich appelliert werden möchten, soll unser
landgericht für sich selbst ordnung geben, das die fürträg und sonderlich
alle gefüerte kundschaft durch ehebemelte land- oder gerichtsschreiber
aigentlich ufgeschriben werden. Wann aber der beclagt nit personlich, sonder
durch ainen anwalt erscheint, soll derselbige anwalt zuvorderst anzaigen
seinen gewalt, damit er vom beclagten abgevertigt oder versehen, und mag
alsdann des beclagten anwalt, desgleichen der beclagt selbst, wann er
erscheint, uf disen ersten termin abschrift der clag, schub und tag sich
darauf zu bedenken, ob er die sach rechtlich ausfechten oder ob er sich mit
dem cleger in vertrag begeben wölle,
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bitten bis zum nechsten landgerichtstag, welche der cleger oder wo sich der
des sperren wolte, unser landgericht dem beclagten zugeben solle. Begebe
sich aber, das auf disen ersten termin und landgerichtstag ainicher stand
oder statt von aines citierten und beclagten wegen erscheinen und denselben
abfordern wollte, soll dem also erscheinenden uferlegt werden das angezogen
privilegium glaubwürdig fürzubringen, und im fall die remission aberkant wurde, soll dem begerenden thail abschrift
ergangner urthel und dilation bis zum nechsten
landgerichtstag
zugelassen und erkent werden.
Begebe sich dann, das der citiert uf die ime exequierte verkündung gar nit
erscheinte oder aber sonst sich des landgerichts erkanntnus in antwurtgebung
oder anderm, so ime durch interlocution
uferlegt wurde, widersetzte und ungehorsam verhielte, alsdann mag der
gehorsam cleger anrüefen und pitten, sein
ungehorsamen widerthail in des landgerichts acht zu erclären und zu
verrüefen. Und wann nun solchs begern gefüert würdet, wollen wir, uf das
sich kain parthei schnelles proceß oder übereilens habe zu beschweren,
besonders dieweil die verkündungen nit mer dann allain ainen peremtorischen
termin und landgerichtstag begriffen, das unser landgericht den ungehorsamen
nit gleich in die acht spreche, sonder von ampts wegen dem cleger uferlege,
den antwurter von newem ad videndum se declarari vel
ad allegandum causas absentiae etc. zu citieren und ime verkünden
zelassen.
In sachen N. und N. ist der beschaid, das gemelter cleger seinem
ungehorsamen gegenthail wider von newen, wie sich gepürt, und nemlichen
zu sehen und zu hören, sich umb solcher
seiner ungehorsame willen in die acht zu erkennen oder ursachen darwider
fürzuwenden, bis zum nechsten landgericht verkinden lassen, welche
verkündung ime auch hiemit erkennt sein soll.
Ich N. empeut dir etc. (vel gib dir N. zu erkennen), das N.
nechstverscheinen landgerichtstag, als du uf die dir beschechne und exequierte verkündung nit erschinen (vel ob du
wol erscheinen, doch uf beschechne erkanntnus nichts handlen noch im rechten
fürschreiten wollen), solchen deinen ungehorsam angeklagt und dich derowegen
in die acht zu erclären begert, darauf ervolgt, das dise vernere verkündung
gegen dir mit urthel erkent worden, darumben so haische und lade ich dich,
das du uf den nechsten landgerichtstag, so sein und gehalten würdet uf N.tag
zu gepeurender, früer tagszeit, vor mir und dem landgericht zu N.
erscheinest zu sehen und zu hören, dich umb
angeclagter ongehorsame willen in ditz landgerichts acht zu erkennen oder
aber ursachen darwider fürzubringen, warumben solche achterclarung gegen dir nicht
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beschechen solte, denn thetestu solches nicht, sonder blibest abermals
ungehorsamlich uß, so wurde gegen dir mit der achterclarung wirklichen
fürgeschritten und dem gehorsamen thail weiter, was recht ist, mitgethailt
werden, darnach wisse dich zu richten. Geben etc. Wann dann nun der beclagt
uf solche zwaite verkindung abermals gar nit
erscheinte, alsdann sollen landrichter und urtelsprecher, ehe und zuvor sie
ainen in die acht verrüefen, ex officio bei
dem landgerichtsboten, der demselbigen die citation oder
verkündung und proces überantwurt und exequiert haben soll,
erkennen und sein relation vernemen, ob und
wie er denselben ungehorsamen oder aussen pleibenden die citation und andere proces verkint, und alsdann
solche relation ad acta beschreiben lassen,
und da sie befinden, das kain mangel an der execution, sonder dem oder
denselben auspleibenden die ladung und proces
ordenlich verkindt, sollen volgents unser landrichter und urthelsprecher dem
oder denselben citierten, so ungehorsam auspleiben, zuvorderst vor
landgericht offenlich durch den landgerichtspoten riefen lassen, und wa
darüber die citierten oder jemand von irent wegen sich nit anzaigen und wie
sich rechtlichen ordnung nach gepürt, nicht erscheinen wurde, alsdann
allererst soll der oder dieselbige ungehorsame oder aussen pleibende bei und
mit unsers landgerichts richterlichem ufstand in dis landgerichtsacht
gesprochen und verruofen werden. Im fal er aber erscheine und sein
ungehorsam mit fürbringung erheblicher ursachen purgierte, so soll er doch
dem gehorsamen cleger den costen, so ime bei ußbringung diser zwaiten
verkindung ufgeloffen, zuvorderst erstatten und nachmals im rechten
zugelassen werden. So aber der ungehorsame antwurter vorberüerter massen in
die acht gesprochen und verrüefen, so mag der cleger weiter zu
nechstvolgendem landgerichtstag umb verpietbrief gerichtlichen anhalten,
welche ime erkennt und gepeurlichen gefertigt werden sollen.
Ich N. empeut N. aman (vel schulthaiß) mein gruos etc. und gib euch zu
erkennen, das N. und N. umb seiner beharrlichen ungehorsame willen von N. zu
N. sover geclagt, das er in ditz landgerichts acht mit
urthel und recht gesprochen und verrüefen worden, darumben so
gebeut ich euch von ditz freien landgerichts gepot wegen, das ir gedachten
achter in ewern zwingen und pennen nicht
enthalten, weder hausent noch hofent, ime auch
weder essen noch trinken geben und über dis
gepot mit ime solang kain gemainschaft haben, bis er sich uß gemelter acht
gelöst und mit dem cleger vertragen hat, dann theten ir hierwider und käme
solches von euch zu clag, so wurde zu euch gericht nach landgerichts recht.
Geben etc.
Begebe es sich nun, das die undergericht in unser graveschaft Hailigenberg
uf die inen zugefertigte unsers landgerichts verpietimmission oder executorialbrief nit alsobald gepeurende
gehorsam laisten und solches von inen zu clag keme, so soll dem beschwerten
thail, so berüerte proces zuvor erlangt, uf sein verner anhalten durch unser
landgericht ain verkündung in volgender form erkannt und an dieselbige
undergericht exequiert werden.
Ich N. empeut euch N. und gib euch zu erkennen, wiewol N. uf sein behalten
recht gegen N. an euch verpotbrief vel andere proceß an disem freien
landgericht erlangt und euch exequieren lassen, darauf er sich nun wie
billich gehorsamer volziehung und das ir ime verholfen gewest sein solten
etc. versehen, so verpleibe aber solches von euch ongehorsamlich ime zu
sonderer beschwerd und disem landgericht zu veracht, darumben umb
notturftige proces ime wider euch zu erkennen angeruefen, auch solche
erlangt, hierauf so haische und lade ich euch etc. uf N. hiemit angesetzten
peremptorischen rechtstag zu gepeurender früer tagszeit zu erscheinen, zu
sehen und hören euch dem bemelten cleger zu erstattung und ablegung seines
nachthails und schadens, so ime ewers ungehorsamen widersetzens ervolgt, zu
verdammen, oder aber redliche ursachen zu verhinderung dessen vorzubringen,
und ir erscheinen also oder nit, so wurdet doch nicht destweniger uf des
clegers vernere gepeurliche anzaig ergeen, was recht ist, darnach wissen
euch zu richten. Im fall nun die citierten hierüber abermals ongehorsam
pleiben oder aber kaine erhebliche ursachen fürbrachten, so mag der cleger
mit dem aid zu betheuren zugelassen, wie nachtailig ime solche verzogne und gewaigerte execution seie, darauf
dann die ungehorsamen ime zu würklicher erstattung condemniert werden
sollen.
In Sachen N. und N. ist erkennt, das bemelte N. ime clegern für seinen mit
dem aid behaltnen, taxierten schaden und
nachthail, so ime von wegen ires ungehorsams onvolzögner gepotner
execution halben ervolgt und entstanden ist, N. fl. zu erstatten und zu
bezalen schuldig seien. Darauf dann den condemnierten durch unser
landgericht dise wider si in contumatiam gesprochne urthel schriftlichen zu
erkennen und dabei bei penen ditz landgerichts acht gepoten werden soll, die
bezalung solcher gesprochnen summa dem cleger bis zum nechsten landgericht
zethon, mit dem anhang, wover sie hierüber abermals ongehorsamen verpleiben,
das dem cleger weiter recht mitgethailt wurde etc. Wann sich dann begebe,
das si solche ausrichtung nicht theten, alsdann soll dem cleger ain
verkindung an die ungehorsame erkennt und verförtigt werden, darinnen inen
ain peremptorischer rechtstag angesetzt werde,
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zu sehen und hören sich umb solcher irer beharten ungehorsame willen in die
acht zu erclären, oder aber ursachen fürzupringen, warumb solches nicht
geschechen solle. Waver si dann nochmals ungehorsam sich bewisen, so soll
mit der achterclarung fürgangen werden, wie solches alles aus vorgeenden und
nachvolgenden formen leichtlich abzunemen und darnach mutatis mutandis zu
regulieren oder zu richten; im fall es aber ain
reichsstand oder statt were, die uf beschechen unsers
landgerichts ersuochen kain execution fürnemen oder
gestatten wollte, alsdann und wover dem anruefenden thail sovil
daran gelegen, soll er am kaiserlichen cammergericht umb executorialia
mandata anzuhalten gewisen und sovil möglich ime darzu geholfen werden.
Ich N. empeut euch N. etc. und gib euch zu erkennen, das N. ewer
underthon oder burger von N. umb seiner beharten ongehorsame willen, das
er uf die ußgangne verkündung vor disem freien landgericht niemals
erscheinen, sover geclagt, das er in die acht
gesprochen und verrüefen worden; derowegen und damit dann nun
solche erkenntnus ir gepürende execution und wirklichait erlangen möge,
so ersuch ich euch von gerichts- und rechtswegen, das ir bemelten ächter
nicht erhalten, noch bei oder under euch wonen lassen wollen, solang und
vil bis er sich ausser ditz freien landgerichts acht entlödigt und mit
dem cleger vertragen hat, daran befürdern ir das recht und thun, was ain
gerichtszwang dem andern zu gepürlicher execution gesprochner
rechtmessiger urthel zethun schuldig ist, das soll gegen euch hinwider
in gleichem fall onverwaigerlich beschechen. Datum etc.
Wann dann nun der gehorsame cleger die verpotbrief gebeten und erlangt, dieselbige auch ordenlicher
weis exequiert und des landgerichtspoten relation darüber eingenomen und ufgeschriben worden ist,
alsdann soll der gehorsame cleger zum nehern landgerichtstag ain specification übergeben oder mundliche
anzaig thüen des achters hab und güeter mit schliesslichem begeren, ime
ain citation an den ongehorsamen
gegenthail zu erkennen, zu sehen und zu hören sich in desselbigen
specificierte und angebne hab und güeter wirklichen eingesetzt zu
werden, oder aber sein ongehorsam zuvorderst gnugsamlich zu purgieren und alsdann im rechten gepürlichen
zu volnfahren, welche citation alsdann nachvolgender form dem begerenden
thail erkennt und durch den landgerichtspoten exequiert werden
solle.
Ich N. gib dir N. zu erkennen, nachdem du uf N. clag wider dich vor
landgericht ainpracht ungehorsam ußpleiben und derowegen hernacher umb
beharter ungehorsame willen in dis landgerichts acht offenlich
gesprochen und verruofen, auch verner darüber durch ordenliche
verpietbrief verbeten worden bist, du
| Seite 332| aber noch immerzu in solcher ongehorsame beharlichen steest,
dannenher von dem clagenden thail wider dich und uf deine hab und
gueter, ligende und varende, inmassen er denselben ein underschidliche
anzaig oder specification übergeben,
der einsatz in dieselbige begert worden ist, hierauf und damit nun der
gehorsam thail solich sein rechtlichs begeren gepürlichen ervolgen und
würklichen erlangen mög, so haische und lade ich dich zu allem überfluß
uf N. tag zu erscheinen, zu sehen und zu hören den bemelten cleger in
deine als achters specificierte hab und güeter bestendigclich und
würklich mit urthel und recht eingesetzt zu werden, oder aber das du zu
fürkommung solcher erkanntnus dich zuvorderst deiner bis daher
gebrauchten ongehorsame gnugsamlich purgierest und aus dises
landgerichts acht erledigest, verner auch dem gehorsamen thail die
deshalben bis daher erlittne gerichtscosten und schaden gepürlichen
ablegest und ime des rechtens weiter nit abseiest, dann solte solches
abermals von dir verpleiben, so wurde uf des gehorsamen weiter anrüefen
mit obberüerter erkanntnus und sonst, wie sich gepürt, verner im rechten
procediert werden, darnach wisse dich zu richten etc.
Wann dann nun uf den angesetzten termin der citiert achter abermals
nicht erscheinen oder der gepür nicht statt thun wurde, alsdann so
sollen dem gehorsamen thail an diejenige gerichtbarkeit oder oberhand,
darunter des achters hab und gueter gelegen seien, executorial- oder einsatz- und schirmbrief
erkent und verfertigt werden, jedoch das zuvorderst darüber richterliche
erkanntnus ervolge in volgender form: Uf N. des gehorsamen clegers
anrüefen und begern ist zu recht erkennt, das er in N. als seines
verschribnen, offnen und verpotnen achters hab und güeter mit ir allen
und jedes nutzungen, rechten und zugehorungen wirklichen eingesetzt
werden soll in der gestalt, dieselbige zu seinen handen zu nemen, zu
nutzen und zu niessen und damit zu thun und zu handlen als mit andern
seinen aignen hab und güetern.
Ich N. empeut euch N. und [gib euch] daneben zu erkennen, das N. wider N.
als erclärten echter den insatz in seine hab und güeter mit urthel und
recht, auch derowegen dise executorial- und
insatzbrief erlangt, derowegen so gepeit ich euch (in forma
priori), das ir obbemelten cleger des ächters hab und güeter zusteen und
volgen lassen und ime darin kain hinderung, sonder schirm und handhabung thüen, doch dem dritten an seiner bessern
gerechtigkeit onschedlich, dann theten ir das nicht etc.
Wann aber ain freier reichsstand oder statt umb dergleichen insätz zu
ersuochen, mag solches mutatis mutandis in obberüerter forma des
verpotbriefs beschechen. Und do nun der insatz begerter und uferlegter
massen dem cleger widerfert, sol er des ächters hab und güeter,
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solang derselbige in der acht verhart, inzuhaben, zu besitzen, zu nutzen und
zu niessen guot fuog und erlangt recht haben. Dieweil aber auch bei unserm
landgericht der personen halben, die in die acht erkennt, wann si jar und
tag darinnen verhart, von alter herkomen das gaistlich gericht umb execution
uf anrüefen des gehorsamen thails zu ersuchen, so wollen wir zu becreftigung
des alten herkommens, das solche anrüefbrief
an das gaistlich gericht des bistumbs, darunder der ächter sitzet, den
begerenden thail von unserm landgericht mitgethailt werden mit einverleiptem
ersuochen, den also lang verharten ächter uf die acht in pann zu thüen und
fürbas mit pannen wider ine zu procedieren, bis dem cleger ain genüegen
geschechen.
Waver dann der cleger nicht auf die acht, sonder in der hauptsach
procedieren wollte, so mag er gleich im ersten termin uf ungehorsam ußpliben
oder nichthandlen des beclagten sein clag fürbringen, dieselbige und dann
darauf den krieg rechtens für bevestiget anzunemen, auch verner sich zu
rechtlicher ausfierung und beweisung seiner clag zuzelassen begeren, welches
dann ime mit recht volgender massen erkant werden soll:
In sachen N. und N. ist bemelts clegers eingefüerte clag und darauf der
krieg rechtens für bevestiget angenomen und er zu beweisung derselben bis
zum nechsten landgerichtstag zugelassen und ditz alles in contumatiam.
Demnach und uf solche gerichtliche erkanntnus soll des clegers kuntschaft und beweisung gehört, volnfaren und
endlichen geurthailt werden. Und obe gleichwol für den ungehorsamen
beclagten geurthailt werden müest, so solle doch der gehorsam cleger der
costen und schäden entledigt werden. Doch soll auch in disem val, so
dermassen in der hauptsach procediert wurde, der ongehorsam vor austrag und
ende des rechtens in die costen und schäden der ongehorsame nicht erthailt
werden.
Und wann aber nun bei solchem angestellten und volnfierten proces für den
cleger mit urthail und recht gesprochen wurde, so sollen ime executorial- oder einsatz- und schirmbrief
obverlaupter massen erkennt und gefertigt werden, allain mit diser enderung,
das darinnen des gefüerten proces und endlicher erkanntnus kürze vermeldung
bescheche.
Nachdem sich auch mermals begibt, das gleichwol der beclagt im anfang des
rechtens erscheint und antwurt gibt, aber hernach sich ongehorsam beweist,
so soll alsdann, wann es actio realis oder ain
güeterclag und darinnen sover procediert,
das man jedes thails grund und recht daraus
erlernen möcht, das auf ansuochen des clegers [zu] endlicher erkanntnus
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gefüert und doch davon dem ungehorsamen kainswegs zu appellieren gestattet
werden. Ob man aber zu endlicher erkanntnus nit gnugsam bericht haben möcht,
soll der gehorsam cleger in die beclagte güeter gesetzt werden und er also
warhaftige besitzung derselben güeter erlangt haben, doch dem ußbleibenden
antworter die clag umb das aigenthumb derselben gueter, so er wider kumpt,
vorbehalten sein. Wann aber ain personliche clag als umb schulden were, soll
der cleger zu volnfierung seiner fürprachten clag zugelassen und ime, ob er
gnugsam kundschaft, die urthel gegeben, auch nochmals der insatz erkennt
werden. Wover aber der ungehorsam, nachdem schon etlich termin und
gerichtstäg gehalten worden weren, vor beschlus der sachen oder ehe das
urthail ussgesprochen were, vor landgericht erscheinen wurde, soll er
allwegen in dem stand, wie er die handlung findt, zugelassen und gehört
werden, jedoch das er vor allen dingen dem gehorsamen thail die costen und
schäden seiner ongehorsame halben erlitten nach unsers landgerichts tax oder messigung entrichte und bezale, er künde
oder möchte dann sein ongehorsame mit darthüeung erheblicher ursachen purgieren und entschuldigen.
Wann der cleger, so rechts begert und dem antwurter verkinden hat lassen,
vor landgericht uf die angesetzte gerichtszeit nicht erscheint, so soll der
beclagt begeren den cleger für ongehorsam zu erkennen und sich von der
ußgangen verkindung mit abtrag costen und schaden zu entledigen, darauf dann
volgende interlocution und erkanntnus beschechen
soll.
In sachen N. und N. ist der cleger für ongehorsam erkennt, verner von ampts
wegen der beschaid, das bemelter beclagter dem cleger zu anhörung begerter
erledigung gepeurlichen verkinden lassen soll.
Ich N. etc. gib dir N. zu erkennen, nachdem du uf N. landgerichtstag in
craft und vermög ußgezogner verkündung nicht, sonder allain dein gegenthail
N. gehorsamlich erschinen, das er darauf deinen ongehorsam beclagt und dise
verkündung wider dich zu erlangung wirklicher erledigung erhalten hat,
hierauf so haisch und lade ich dich etc. uf N. tag zu erscheinen, zu sehen und hören den bemelten beclagten von
ußprachter deiner verkündung und disem gerichtsstand absolviert und erledigt zu werden, oder aber ursachen zu
verhinderung derselben anzuzaigen, dann plibestu abermals ungehorsamlich
aus, so wurde gegen dier mit begerter erkantnus wirklichen fürgangen werden,
darnach wisse dich zu richten. Geben etc.
Wann dann nun der zwaite landgerichtstag kompt und der cleger abermals nicht
erscheint, soll er nochmals begeren sich von der ußgangnen verkündung und
ab instantia iudicii zu absolvieren mit
erstattung gerichtscostens, darauf dann sich volgender massen zu interloquieren gepürt: In sachen
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N. und N. ist bemelter beclagter von der ußgangnen verkündung und disem
gerichtsstand hiemit absolviert und entlediget,
dem auch der cleger sein erlittnen costen zu entrichten schuldig sein soll.
Jedoch soll dem cleger onbenomen sein nach entrichtung obvermelts costens
dem beclagten wider von newem der gepür verkünden ze lassen. Wover aber dis
orts bei dem cleger geferlich umbtreiben und muotwill gespürt wurde, mag
unser landgericht ime derowegen wol gepürende straf uferlegen. Im fall dann
allererst nach der kriegsbevestigung der cleger ongehorsam ußplib, so mag uf
ansuochen des antwurters unser landgericht uf dasjänige, so fürgebrachet
würdet, rechtlichen volnfahren und nach gestalt der sachen für den cleger
oder antwurter erkennen und urthailen, was recht
sein würdet, doch soll der gehorsam antwurter, ob er gleichwol die urthel
verloren hett, den gerichtscosten zu bekeren nicht schuldig sein.
Es sein aber dises fürnemblichen die ehehaften notursachen, so ainen der
ungehorsame entheben und entschuldigen mögen: Abwesigkait von gemaines
nutzes wegen, siechtag oder krankhait, derhalben ainer weder zu kirchen noch
zu strassen geen kann, gefencknus, der obrigkait gebotner dienst, ungewitter
und geferliche und ungestimme gewesser, oder so ainer durch gewalt oder
haimliche anstiftung von ainem andern wider seinen willen ufgehalten würdet,
oder andere dergleichen redliche und in recht bewerliche verhinderungen. Wo
nun solche für unser landgericht gebracht und von dem, wider welchen als
ungehorsamen proces ußgangen weren, die restitution begert wurde, soll er in vorigen stand widerumb
gesetzt und restituiert werden.
Wann aber uf die erste verkindung bede thail, der cleger und antwurter,
gehorsamlich vor unserm landgericht erscheinen, so soll der cleger sein
forderung und clag
schriftlich oder mundlich dergestalt fürbringen,
uf das die geschicht und die ursach, warumb er clagt, sampt seinem begeren
lauter verstanden werden mög.
Wann sich nun begebe, das der antwurter an den cleger begeren wurde, bestand und sicherhait zu thuen, das er durch sich
oder seinen anwalt dem rechtlichen streit auswarten und ob er der sachen
niderligen wurde, ime antwurtern allen costen und schaden entrichten und ablegen wölle, so soll der cleger
solches aintweder mit bürgen oder underpfanden zu
thüen schuldig sein, und so das nun mit bürgen bescheche, sollen dieselben
für landgericht gebracht und die bürgschaft also ufgeschriben werden;
gescheche aber die sicherhait und bestand mit
underpfanden als güetern, so sollen dieselbige
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güeter in hangender rechtfertigung one
bewilligung des antwurters nicht vereissert, verkauft
oder verendert werden. Sover aber der cleger nit dermassen
begüetet were, auch mit seinem aid betheüren wurde, das er nach möglichen
angekerten vleis kainen bürgen zuwegen bringen kinte, so soll er alsdann mit
seinem aid bestand und sicherhait zethun
zugelassen werden.
Der cleger soll schwören ainen leiblichen aid zu Gott dem allmechtigen, das
er uber angekerten möglichen vleiß kain bürgschaft in disem rechten zu
sicherhait gegen dem antwurter zuwegen pringen, noch überkomen kinden, und
darumben so wölle er durch disen aid zugesagt und
versprochen haben, das er dem rechten durch sich selbs oder seine
vollmechtige anwelt bis zu end gewarten, dasselb vorsteen und ob er
überwunden wurde und sich erfunde, das er unbillich clag fürgewendt hette,
dasselbig, so erkannt, dem antwurter, als recht ist, ablegen wolle. Gleicher
gestalt soll auch der antwurter uf begeren des clegers sich in recht zu
stellen und der sachen rechtlichen ußzuwarten caution
und sicherhait zu thüen schuldig sein, es seie mit bürgen, underpfanden und güetern oder aber in
mangel deren mit dem aid. Jedoch wover der cleger oder antwurter in unser
graveschaft Hailigenberg und under unsers landgerichts zwang mit ligenden
güetern gnugsamlich versehen were, soll er gedachte caution zu thüen nit
schuldig sein.
Nachdem vermög gemainer recht ain jeder cleger oder
antwurter in allen gemainen burgerlichen sachen und fälen ainen
anwalt oder gewalthaber setzen mag, so sollen
dieselbige anwälde der partheien vor unserm landgericht, da si mit
gnuogsamen gewalt erscheinen, auch zugelassen werden, doch ußgenomen wann
unser landgericht ausser guoten bewegungen, so es von nöten oder grösse der
sach solches erfordern thet, die partheien in aigner person für sich zu
komen beschaiden würde; soll auch jedem thail wider den gwalt seiner
widerparthei sein notturftige einred fürzubringen vorbehalten sein. Damit
aber unser landgericht in solchem streit der partheien ain gewißhait habe,
welche gwält für gnugsam anzunemen oder für ungnuogsam zu verwerfen, da soll
auf nachvolgende substantial- und wesenliche
stuck, die ain jedwederer gnugsamlich gwalt inhalten und
begreifen soll, vleissig gemerkt und da deren ains underlassen, so soll
derselbig gwalt nicht für gnugsam erkennt, sonder verworfen werden. Item das
darinnen begriffen sei, was derselbige anwalt handlen,
thüen oder lassen würdet, das der principal solches angenehm, stet und vest halten und volnziechen
wolle, als ob er es selbst alles aigner person gehandlet, gethon und gelassen hette. Item das anwalt möge den
krieg rechtens verfahen, auch den aid für geverd schwören und in der sachen
beschliessen. Item das er auch ine anwalt von
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aller burde des gnuogthüens erledigen, ine schadlos halten und was
geurthailt wirt, volnziechen wölle und solches bei verpfendung aller seiner
hab und güeter. Wann aber nun ain gwalt für ungnugsam erkennt würdet, so mag
der anwalt mit seiner glüpt an unsers landrichters stab bestand thüen, ainen
vollkommen und gnuogsamen gwalt vor aller weiterer handlung oder auf ain
zeit, so ime unser landrichter bestimmen mag, einzubringen. Gleichwol mögen
die negste verwandte, desgleichen der eemann von wegen seins weibs one gwalt
im rechten zugelassen werden, doch sover sie mit angreifung unsers
landrichters stabs versicherung und bestand
thüen, das der principal ir verdretung und
handlung genem haben und halten wolle. Was aber des antwurters
constituierten anwalts gwalt belangen thuot, soll derselbige anwalt,
ongeacht wie creftig sein gewalt, dannocht uf des clegers begeren die caution iudicatum solvi, das ist den beclagten
zu beschirmen, betrug zu vermeiden und dem erlangten rechten gnug und
volnziechung zu thüen schuldig sein, welche versicherung er mit bürgen oder
güetern oder auch in mangel deren mit dem aid erstatten soll. Jedoch was in
der hauptsachen geurthailt, das soll gegen dem principal und nicht gegen dem
anwalt exequiert und erstattet werden.
Wann die clag geschechen und der antwurter derselben abschrift und bedacht oder dilation, desgleichen hernacher der
cleger ad replicandum und also fürbas je ain
parthei der andern fürbringens halb schub und tag
begeren wurde, soll bei unsers landgerichts erkanntnus steen, dieselbige bis
zu dem nechsten landgerichts tag oder wo sie von nöten bedunkt, je nach
gestaltsame der sachen noch lenger zu geben.
Waver dann nun der antwurter abschrift und
dilation des clegers eingefüerten clag genomen, mag er hernacher
zum negsten landgerichtstag sein ainred oder
auszüg wider den richter, die clagen oder den anwalt thuen.
Wann der beclagt vermainte, das unser landgericht nicht sein ordenlicher
richter, mag er solche seine declinatoriam fori
exceptionem mit anzaig gnugsamer ursachen fürbringen und begeren,
sich derhalb für sein ordenlichen richter zu weisen. Also auch wann der
beclagt unsern landrichter oder sonsten ainen oder mer uß den
urthelsprechern für ire personen aus rechtmessigen grund partheiligkait oder
anderer ursachen halben verdechtlich hielt, so mag er solche exceptionem recusationis gleicher mas
fürbringen, doch solche exceptiones, ußzüg und
inreden allwegen vor bevestigung des rechtlichen kriegs
fürgewendt werden, es triege sich dann allererst nach der litis contestation
ainiche verdechtlichait des landrichters oder etwelcher anderer
urthelsprecher halben zu, die mag die parthei auch hernach fürpringen. So
mag auch unser landgericht
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in darthüeung solcher ufzigigen exzeptionen, so vor bevestigung des kriegs
fürzubringen sein, zu abschneidung gefarlichs verzugs der sachen dem
beclagten wol uferlegen dieselbige alle mit ainander uf ainen ime derhalben
angesetzten termin vorzubringen.
Dise einreden mögen gebraucht werden, als so der cleger in bann oder in der
acht ist, und so nun der beclagt in gepürender, angesetzter zeit solches
beweist, so soll der cleger vor erledigung des banns oder acht weiter nit
gehört werden, doch soll und mag er sich in rechten verantwurten, er mag
auch appelieren, darzu die appellation mit clag und anderm ervolgen.
Gleicher gestalt sollen auch uf des beclagten excipieren
und begeren die minderjarigen, stummen, thoren und sinnlosen oder
denen die verwaltung irer güeter verpoten, im rechten zu steen und zu
handlen nicht zugelassen werden, die seien dann bevogtet und mit fürmindern
versehen. Waver dann gleich der beclagt solchen geprechen exceptions- oder ußzugsweis nit fürwandte, noch
dannocht soll unser landgericht, wann si aines solchen fals gewar werden, uß
richterlichem ampt vorsehung thüen, das solche untauglichen personen mit
vormindern oder curatorn zu rechtfertigung versehen werden.
Wover auch ain anwalt in bann, acht, minderjärig oder sonsten der personen
aine wer, die im recht nit procuratores sein mögen, soll derselbige uf
solche des beclagten inred oder auch ex
officio nicht zugelassen werden. Dergleichen mag wider des
anwalten gewalt, als das er nit gnugsam, sonder an seinen wesenlichen
stucken mangelhaftig, excipiert und einred gefüert werden.
Wann die clag ungeschickt, unformlich oder an iren wesenlichen stucken
mangelhaft, so mag der beclagt fürwenden, das er darauf zu antwurten nit
schuldig sei. Ob auch der beclagt solche exception nit fürbracht und aber
die onformlichait der clagen augenscheinlich wer, so soll unser landgericht
solche aus richterlichem ampt nichtzit erkennen und verwerfen, doch das dem
cleger vorbehalten werd, darnach, ob er wöll, mit formlichen clagen zu
erscheinen und die sachen anzufahen, disvals er aber auch zuvorderst dem
beclagten die alberait erlittne gerichtscosten erstatten soll.
Nachdem auch etliche auszüg und exceptiones in
gemainen rechten zu befinden, welche die hauptsach genzlichen ußlöschen oder
abstellen, als da ist exceptio rei iudicate,
transactionis litis finite und dergleichen, so sollen dieselbige allererst
nach der kriegsbevöstigung fürgewendt und also zur hauptsachen alsdann, wie
gemelt, nach der litis contestation vorzubringen verwisen werden.
Zu erörterung und ausfierung beeder thail dilatorischer und peremtorischer
exceptionen soll jeder thail sein notturft allain mit zwaien schriften oder
reden fürbringen, es were dann ainichem thail darin beweisung vonnöten, soll
ime uf sein beger nach unsers landgerichts erkanntnus solche mit ansetzung
gepeurlicher zeit gestattet und zugelassen werden.
Waver dann der antwurter ainiche gegenclag wider den cleger fürzubringen
hette, soll er solches vor oder alsbald nach bevestigung des kriegs zu thüen
fueg haben, darauf ime der cleger zeantwurten schuldig, ob ime gleichwol
deshalben nit in sonderhait verkindt were. Demnach soll verner in beden
sachen der clag und gegenclag zugleich procediert
und ain termin umb den andern gehalten, auch beede sachen ainsmals mit
entlicher urthel entschiden werden. Da aber solch gegenclag lang nach der
kriegsbevestigung und doch vor beschlus der sachen fürbracht wurde, alsdann
solche beede sachen der clag und gegenclag zerthailt, underschidlich und ain
jede für sich selbst allain rechtlichen gehandlet und erörtert werden. Waver
dann der cleger oder dessen anwalt das gegenrecht nit annemen wolt, soll er
im vorrechten mit seiner clag auch weiter nit gehört, noch der beclagt
darauf den krieg zu bevestigen oder sonsten verner zu procedieren getrungen
werden, es wäre dann in välen, da die gegenclag im rechten nit statt hett,
als da die clag uf ain entsetzung der possession gestelt und der antwurter
darüber wider den cleger von wegen des aigenthumbs oder sonst anderer sachen
halb gegenclag füeren oder ob der appelat den appellanten in der appellation
reconvenieren wölt, dann in disen beeden
und sonst andern mer im rechten ußgetruckten fallen die reconvention oder gegenclag nicht raum noch statt hat.
Wann der beclagt kaine exceptiones fürzubringen hett oder dieselbige ime mit
der urthel aberkent weren, so soll er uf des clegers clag mit gesten oder
widersprechen derselbigen (welches dann mit guoten, lautern worten, mit
ja oder nain zu beschechen) antwurt geben und
also den krieg rechtens bevestigen, welche dann nüchtigkait zu verhüeten
kainswegs underlassen, noch ohne dieselbige jemands zu der beweisung und
vernerm proces gelassen werden soll, ußgenomen etliche sondere väl, von
denen hieniden an seinem ort meldung und anzaig
beschicht. Waver auch gleich die partheien berüerte kriegsbevestigung
underlassen wöllten oder wurden, so solle doch unser landgericht daran sein,
auch iren ex officio solche zu thüen uferlegen
und vorsehen, das solches ordenlichen ufgeschriben und
protocolliert werde.
Den aid für gefärde mögen bede partheien stillschweigend wol umbgeen, da
aber ainicher thail denselben von dem andern
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erforderte, so ist der angeforderte schuldig, denselben sampt dem gegenthail
zu schwören, dann sonsten uf des beclagten verwaigern möchte der cleger
begeren, den beclagten, als der sich schuldig und bekannt gebe, laut seiner
clag fellig zu erkennen, und solches in contumatiam
iurare nolentis; waver aber der cleger sich solchen zu schwören
verwiderte, mag der beclagte begeren, sich von des clegers clag ledig zu
sprechen, wölches dann auch also erkennt werden sollt mit abtrag costen und
schaden. Und mag solicher aid für geferd nit allain bei oder gleich nach der
kriegsbevestigung, sonder auch darnach bis zum beschlus der sachen erfordert
werden.
Ir der cleger werdet schwören ainen aid zu Gott dem allmechtigen, das ir
glauben ain guote sach zu clagen zehaben und das ir die wahrhait, so oft ir
im rechten gefragt werden, bekennen wöllen, item das ir kainen verzug
begeren wöllen zu geferlicher verlengerung der sach, das ir auch kain
falsche beweisung oder kundschaft fürbringen noch einlegen, darzu diser
sachen wegen gefarlicher weis niemands mit gaben oder schenken bewegen
wöllen, alles getrewlich und ungefarlich. Gleicher weis soll der antwurter
schwören, das er glaube, ain rechte gegenwör zu haben, und sonst durchuß,
wie jetzunder vom cleger gesetzt ist. Ob aber ain anwalt den gerüerten aid
zu schwören angehalten oder sich dessen selbs anerbieten wurde, soll der nit
allain in seins principals und hauptsachers, sonder auch in sein selbst
aigen seel geschworen haben mit dem eingang: Ir werden in ewer partheien und
ewer aigen seel schwören ain aid etc. Es mögen auch unser landrichter und
urthelsprecher, wa und als oft si bedunken wollte, das die partheien
gevarlich auszüg zu suochen oder sonst ainander onbillich umbzutreiben sich
understen wurden, der ainen oder auch beeden partheien iuramentum malitie, das ist den aid, boshait zu vermeiden, uß richterlichem ampt
wol auflegen, ongeacht obgleich die partheien ainandern selbs deshalben
nicht anforderten.
Ir werden ainen aid zu Gott dem allmechtigen schweren, ob ir das in ewer
gewissenhait thüen mögen, das ir dasjänig, so ir fürbringen oder begeren, nicht uß geferden oder böser mainung,
noch zu verlengerung der sachen, sonder allain zur notturft thüend.
Ir werden in ewer partheien und in ewer aigen sel schwören ain aid zu Gott
dem allmechtigen, ob ir das in ewer gewissenhait thuen mögen, das ir
dasjänig, so ir fürbringen und begeren, nit uß geferden oder böser mainung,
noch verlengerung der sachen, sonder allain zur notturft thuet und das ir
das also zu thüen von ewer partheien underrichtung und gwalt empfangen
haben.
Wann der cleger und
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gegencleger vermittelst des aids der warhait ire articul einbringen, soll
der cleger in nachvolgender form schwören: Ir werden schwören ainen aid
etc., das die articul, so ir angeben habt, sovil si ewer aigne that
berüeren, war seien, sovil aber deren ewer aigen that nit berüeren, das ir
glauben dieselbige wahr sein. Gleicherweis soll der antwurter seiner uf die
articul übergebnen responsionen halben zu schwören angehalten werden.
Nach bevestigung des krigs mag der cleger sich zur beweisung seiner clag
(deren ime der antwurter nit gestendig) komen zelassen begeren, das dann ime
vergunt werden soll. Und mag der cleger, ob er will, sein clag nach der
kriegsbevestigung zu articulieren und derhalben ime dilation mitzuthailen
begeren, welcher schub und dilation ime bis zum
nechsten landgericht gegeben werden soll, im val er aber sein clag
articuliert erstlichs eingebracht hett, so mag er dieselbige alsbald lite
contestata anstatt der articul erholen und erwidern, auch so er will,
vermittelst seins aids ubergeben.
Ir werden schwören zu Gott dem allmechtigen, das die articul, so ir
übergeben, sovil derselben ewer parthei aigen geschicht und that berüeren,
war seien, sovil aber deren frembde und andere that oder geschicht
betreffent, das ir glauben die wahr und
bewärtlich sein, ohn gefärde.
Wann dann der cleger also vermittelst des aids seine articul übergeben hat,
so soll der antwurter uf des clegers begeren angehalten werden, uf jeden
articul, der sein des antwurters aigen that berüert, durch das wort „wahr"
oder „nit wahr sein" und dann uf jeden articul, der frembde geschichten in
sich hielt, durch das wort „ich glaubs" oder „glaubs nit wahr" vermitelst
seins aids antwurt zu geben. Jedoch wann der beclagt, nachdem der cleger
seine articul ubergeben und deshalben den aid erstattet hett, schub und termin, seine antwurten darauf zu geben,
begeren wurde, soll ime solcher bis zum nechsten landgericht auch
mitgethailt werden. Was dann des antwurters aid belangt, ist derselbige ime,
do er selbs zugegen, nachvolgender gestalt uf begeren des clegers
fürzuhalten.
Ir werden schwören ain aid zu Gott etc., das ir uf ewers widerthails
eingebrachte und zugelassen position und articul
und jeden besonder die wahrhait antwurten wöllen oder geantwurt haben, ob ir
die glaubt oder nit glaubt wahr sein.
Ir als anwald sollen bei ewern aid, den ir jetz thüen werden, zu den
articuln, durch ewern widerthail in diser sach eingebracht und euch
ubergeben, vermittelst diser wort, das ir glaubt dieselben war oder nit wahr
sein, antwurten, alle geferd
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ausgeschlossen.
Ehe aber die anwald baide, des clegers oder antwurters, obgemelte aid
schwören, sollen si darzu gnuogsamen gwalt, auch aigentliche und nottürftige
underrichtung von iren principalen haben. Im fal sich dann begebe, das
ainicher thail uf des andern einprachte und durch unser landgericht
zugelassen articul, als obsteet, zu antwurten verwiderte und sich darin
ongehorsam erzaigte, alsdann sollen dieselbige articul für bekannt angenomen
und nit anderst darfür gehalten werden, dann als ob der ongehorsam
dieselbige bekennt hette, jedoch das er dessen durch ain interlocutori und beschaid uß richterlichem ampt zuvorderst
verwarnt werde.
In sachen N. und N. ist von ampts wegen erkennt, waver bemelter N. bis zum
nechsten landgerichtstag uf seins widerthails articul nicht, wie sich
gepürt, antwurten wurde, das alsdann dieselbige articul in contumatiam für
gerichtlich bekannt angenomen sein sollen. Es soll auch unser landgericht
allain diejänige articul, welche aus der clag fliessen und dero gemäß sein,
zulassen, wo nit, dieselben verwerfen und
abschneiden.
Wann ainiche parthei ir beweisung mit lebendiger kundschaft thüen will, so
soll sie der zeugen namen in beisein des widerthails oder seines anwalts vor
landgericht anzaigen, darauf mag der antwurter oder wider den solche zeugen
gefüert werden, alsbald vor der verhör wider der zeugen person excipieren und einred oder ußzüg thüen oder aber
sich bezeugen, das er ime alle gepürende ußzüg wider der zeugen person und
sag wöll fürbehalten haben. Es soll auch ain geraumpter termin zu der zeugen
verhör angesetzt und dem gegenthail interrogatoria und
fragstuck zu übergeben freigestellt und zugelassen werden.
In sachen N. und N. sein bemelts N. übergebne articul zu beweisen
zugelassen, darauf von ampts wegen der beschaid, das er seine gezeugen jetzo
oder bis zum nechst landgerichtstag namhaft machen und seinem gegenthail
darwider oder hernacher zu excipieren, auch fragstuck zu ubergeben hiemit
vorbehalten sein soll. Wann dann unser landgericht des producenten gezeugen
namen bekomen, sollen si beeder partheien redner, so unsers landgerichts
urthelsprecher sein, sampt noch ainem urthelsprecher auch zuvorderst unserm
landrichter und dann unserm landschreiber oder wer derselbige an sein statt
ordnet, doch das es ain taugenliche, verstendige person sei, zu commisarien
und zeugenverhör deputieren und nidersetzen, welche dann an gelegnem ort und
malstat die zeugenverhör fürnemen und doch dieselbige den baiden partheien
zeitlichen zuvor ankinden sollen, damit sich derjänige, wider den die zeugen
gestelt, mitlerweil mit fragstucken seiner notturft nach gefasst machen
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möge. Dieweil sich aber oft zutregt, das gleich also bald vor der verhör,
wann die gezeugen für unser landgericht gestöllt sein und erscheinen, wider
si exceptiones und inreden gefüert werden, damit
dann unser landgericht oder die deputierten commissarien wissen mögen, was
sich mit rechtmessiger erkanntnus in zulassung oder
verwerfung der angefochtnen gezeugen zu verhalten , so haben wir
inen uß den beschribnen rechten diejänige personen, so zur kundschaft
ontuglich und zeugnus nit geben noch darzu gehalten werden mögen, hernach
vermelden und kundmachen lassen wollen.
Erstlichen diejänigen, so under vierzechen jaren seien; zum andern toren,
tauben, onsinnige; zum dritten welche offne ächter oder im bann; zum vierten
ehrnlose leit, als mainaide, ehbrecher und andere dergleichen offenbare
verleumpte personen; zum fünften vater und muotter mögen nit kundschaft
sagen weder für ire kinder, noch wider si, desgleichen die kind hinwider;
zum sechsten so mögen ouch brüeder und schwester weder für noch wider
ainander kundschaft laisten, es wurde dann von dem widerthail mit willen
nachgegeben oder das ausserhalb deren sonst kain andere zeugen oder
beweisungen vorhanden were oder die recht solches auch in andern fälen
zuliessen; zum 7. diejänige, so des widerthails merkliche und offenbare
feind seind; zum 8. welche den aid, so die zeugen in hernachgesetzter form
zu schwören schuldig, nicht erstatten und schwören wollten.
Es soll auch den gezeugen uf anhalten der füerenden parthei durch ire
ordenliche amptleut fürgeboten und dem widerthail volgends durch die
verordnete zeugenverhörer verkindt werden, zu sehen
und hören, dieselben uf und anzunemen geloben und schwören,
auch ob er wölle fragstuck zu ubergeben. Und im fal, das er uf solich
fürhaisch ongehorsamlich ausblibe, so sollen doch nicht destoweniger die
zeugen angenomen, beaidigt und gehört, auch ire sagen fleissig
beschreiben werden. Im fal dann ainicher thail ain onzimliche vile der
zeugen fürstellen oder sich dergleichen beweisung zu thüen anmassen
wurde, so ime nit gepurte noch fürstendig were, alsdann sollen die
deputierte unsers landgerichts commisarien solche vile abstellen und
dieselbige uf ain gewisse anzal richten, auch die unnothwendige,
überflissige und onfürstendige beweisungen den partheien nit gestatten,
sonder ex officio aberkennen. Wiewol wir dann in bericht befunden, das
bei unserm landgericht bis daher gebreuchlich gwesen, den gezeugen allen
zemal, ehe und zuvor sie beaidigt, die clag und antwurt und also den
ganzen rechtshandel zu entdecken und vorzulesen, solches aber den
rechten nit gemäß, auch etwan den zeugen ursach geben mag, sich der
kundschaft zu erwehren und auszüg zu suochen umb ditz willen, das sie
die
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mit bekundschaftung ires wissens beschwären wöllen, zu dem das auch
allerhand gefarlichait (welche doch die recht in allweg verhüet haben
wöllen) daraus zwischen und bei den gezeugen vor dere jedes verhör
fliessen und entsteen kann, demnach und zu abstellung solches
missbrauchs so ordnen und wollen wir, das den gemainen beschribnen
rechten, auch allen wolgeordneten gerichten gemäß den gezeugen, ehe und
sie beaidigt, desgleichen auch nach der beaidigung vor der verhör die
gerichtsacta inen samentlich nit mer eröffnet, sonder ainem jeden
hernacher erst bei seiner verhör insonderhait fürgehalten, angezaigt und erclärt werden sollen, das auch
zuletzt jedem gezeugen bei geschwornem aid seiner sag bis zu rechtlicher
dero eroffnung gepeurend stillschweigen ufgelegt werde. Im fall dann die
zeugen, ainer oder mehr, vor der beaidigung zu wissen begerten, inen die
sach und articul, darüber si kundschaft sagen solten, zu eröffnen, soll
solches kainswegs beschechen, sonder inen angezaigt werden, das si
dessen bei ir jedes verher gnuogsamen bericht und
erclärung empfachen werden.
Waver dann die parthei oder dessen anwalt wider die kundschaft gelaist
sich wurde protestieren, das er ime vorbehalten haben wölt nach der
verhör und eroffnung der kundschaften sein einred wider der zeugen
person gepürlichen fürzuwenden, dardurch sollen nun ime seine exceptiones, zu- und inreden nach der
publication vorzubringen vorbehalten und solche sein protestation zu den
acten verzaichnet und ufgeschriben werden.
Wa aber ainer gleich vor der zeugen verhör sein exception fürbrecht und
solche ußzufueren begerte, dasselbig, damit das recht nit verlengt, soll
ime nit gestattet werden, es were dann sach, das er gedachte seine
exception alsbald in specie underschidlich benante und sich darbei
dieselbig in acht tagen ufs lengst endlich auszufueren erpieten thet,
sonsten wo solichs nit beschicht, so wöllen wir, das mit der verhör
fürgefahren und dem widerthail sein exception, zu-
und einred bis nach eroffnung der kundschaft vorbehalten
werde.
Ir werden ewer trew geben und darauf mit ufgereckten fingern ainen aid
leiplich zu Gott dem allmechtigen schwören ain lautere, vollkomne wahrhaft
in der ganzen sachen, warauf ir jetzo gefragt werden, zwischen N. und N. zu
sagen kainer parthei weder zu lieb noch zu laid und darunter kain onwahrhait
oder falsch einmischen weder umb gab, schenk, nutz, haß, freundschaft,
feindschaft, forcht oder anders, wie des menschen herz erdenken möcht, alles
getrewlich und ungefarlich. Hierauf sollen die zeugen ir trew geben und dann
drei finger uf heben und sagen: wie ich mein trew geben hab und mit worten
beschaiden bin, dem will ich also nachkommen,
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das wahr, stet und vest halten getrewlich, als mir Gott helf der allmechtig.
Es soll auch sollicher aide vor unserm landgericht und den zeugenverhören
one baider partheien bewilligung kainem zeugen nachgelassen werden, wo aber
den die partheien selbst nachliessen, so soll derselbige zeug dannocht sein
handgegebne trew an eids statt unserm landrichter geben. Wa nun die zeugen
also gelobt und geschworen haben, so sollen sie nit samenthaft und durch ain
mund, sonder deren jeder insonderhait und in abwesen der andern zeugen, auch
der partheien und anderer leuten durch unsers landgerichts verordnete
verhört und ire sagen gleich ausser irem mund vleissiglich und getrewlich
ufgeschriben und bei den acten bis zu gepürender publication und eroffnung in gehaim behalten werden. Und sollen
die geordnete commissarien und verhörer dem zeugen, so si für sich nemen,
die clag oder articul, so ainiche ubergeben und darauf der zeug gestellt,
verstendlich und ainen nach dem andern fürlesen und uf dieselben aigentlich,
sovil im wissend, sagen lassen. So auch der, wider den zeugen geführt,
fragstuck übergeben hette, sover dan dieselbigen zum handel dienstlich,
sollen die zeugen darauf auch gehört werden und erstlich auf die gemaine
fragstuck, demnach auf jeden articul und darbei sonderlich ubergebne
fragstuck. Und obe gleichwol keine fragstuck übergeben wurden, so sollen
doch nicht destoweniger die zeugen fürnemblich in fälen und handlungen,
daran den partheien sonders gelegen, auf nachfolgende genomne fragstuck
befragt und verhört werden, doch daß die erinnerung und verwahrung
geschwornen aids und auch des mainaids vor fürhaltung der gemainen
interrogatorien zum fleissigisten beschehe.
Ir sollen wissen, daß sich ein jeder zeug durch ein falsche oder
lugenhaftige sag gegen Gott den allmächtigen mit ewiger straf versündiget,
auch in die zeitliche straf alhie felt, item daß er den negsten wider die
liebe belaidiget, item daß er das landgericht durch sein lugenhaftige sag
betreugt und verführt, ein unrechte urthel zu geben, item daß er die
parthei, wider die er ein unwarhafte kundschaft gibt, im rechten
vernachthailt und verletzt, daß die urthel wider ihn geht, da sie doch, wo
er zeug die warheit gesagt hette, für ihne were gangen, item daß auch die
parthei, wider die er kundschaft zu geben fürgestelt, hernacher zugelassen
wird, sein sag als unwarhaftige, lügenhaft und falsch offenlich anzufechten,
item daß er zeug auch vor Gott der parthei, wider die er ein unwarhafte
kundschaft geben, den schaden und verlurst
abzutragen und zu widerlegen schuldig, auch mit recht darzu angehalten und
gezwungen werden möge.
1) Wie alt zeug sei ? 2) Ob er einicher parthei mit sipschaft
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verwandt ? 3) Ob er in bann oder acht ? 4) Ob ihme etwas umb seiner
kundschaft willen verhaißen oder geschenkt sei? 5) Ob er von jemanden
unterricht oder angewisen sei oder sich mit seinen mitzeugen underredt und
verglichen hab, wie er kundschaft geben soll? 6) Ob er der sachen etwas
gewinns oder verlusts zu gewarten hab und ob einem thail mehr guts und den
gewinn beßer gunne, dan dem anderen? Darnach so zu den articuln geschritten
wird, soll zeug bei jedem, den er wahr sagt, umb ursach seines wissens, auch
zeit, malstatt und andere umbstend aigentlich befragt, auch solches alles
fleißig beschriben und bei den actis verwarlich gehalten werden.
Sonderlichen aber soll einem jeden gezeugen, er werde auf clag oder articul
verhört, allwegen nach seiner verhörung sein aufgeschribne sag, ob er der
also gestendig, widerumb fürgelesen und letstlichen geboten werden,
dieselben bei geschwornem seinem zeugenaid in gehaimb zu halten bis nach
eröffnung der kundschaft. So auch die partheien neben lebendiger kundschaft
sonst mit briefen, instrumenten, urkunden oder mit dem augenschein beweisung
thun wölten, das mögen und sollen sie vor beschlus der sachen thun und
einbringen. Dieweil aber etwan manchmal zeugen benennt werden, die nit under
unserm landgericht und dessen gerichtszwang gesessen, so soll und mag die
führende parthei solches unserm landgericht anzaigen und pitt umb compassbrief ihme zu erkennen und mitzuthailen
begehren an die richter und obrigkeiten, unter denen die zeugen gesessen
seind. Und soll auf solch begehren unser landgericht die pitt- oder compassbrief zuerkennen und die auf des führers
costen mit eingeschlosner desselben clag oder antwort und articuln dem
gericht, darunder die zeugen sesshaft, zuschicken.
Ich N., freilandrichter der grafschaft Hailgenberg an statt und in namen des
wolgebornen herren, herren Joachimen [etc.], embeit dem ehrenvesten,
fürsichtigen, ersamb und weisen herren burgermeister und rath der statt N.
mein freundlich, gutwillige dienst und fueg euch zu vernemen, daß vor mir
und bemelten freien landgericht in rechtlicher übung steen N. cleger an
ainem und N. antworter anderthails, darin also ferrer procediert, daß N. vel
baid thail auf ihr berühmen kundschaft zu laisten mit urthel zugelassen,
darauf er N. und N. zu zeugen ernennt. Dieweil aber dieselben bei euch
wonhaft und ewerem richterstab underworfen, so ist an euch mein freundlich
und fleissig pitt, ihr wöllen zu fürderung der warheit und beistand der
gerechtigkeit gemelte zeugen durch euch oder ewern stattschreiber oder
andere darzu verordnete betagen und erforderen, auch den partheien darzu
verkünden und in dero oder irer anwält gegenwertigkeit, ob die erscheinen
wurden, die zeugen
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mit gewonlichen und gebürlichen glibten und aiden
annemen und darauf dieselben uf hiebei verwahrte clag oder articul, auch die
fragstuck, so der widerthail einiche ubergebe, vleissig verhören, dero sagen
ordenlich aufschreiben lassen und solches alles nach gerichtlicher formb mir
und dem landgericht verschlossen widerumb zuschicken und euch hierin dem
rechten zu fürderung gutwillig erzaigen. Das will ich und ein ersamb
landgericht in gleichen und mehreren von gerichts wegen umb euch beschulden.
Des zu urkund mit mehrgedachts landgerichts ufgetruckten insigel
beschließlichen verwahrt und geben uf N. tag etc. Woferr aber ainiche
parthei einen gemainen compassbrief nit auf ein benannt gericht oder obrigkeit, sonder allein in gemainen begehren
wurde, also daß derselben gezeugen under mehrlai gerichtszwang gesessen,
alsdan sollen dieselbige gepetne gemaine compassbrief in folgender formb
ihme mitgethailt werden.
Ich N. (ut supra) embeit allen und jeden gaistlichen und weltlichen
richteren, obrigkeit, vögten und amptleuten mein gebürende dienst und grus
zuvor und füge euch zu wissen, daß sich ein rechtlicher handel zwischen N.
clegern eins- und N. antwortern anderthails vor mir und bemelten freien
landgerichts enthelt, darinnen so weit procediert, daß N. sein clag oder beschirmung und articul zu beweisen und
beizubringen aufzulegen. Dieweil aber die zeugen, damit er sein berühmen zu
beweisen vorhat, nicht unter diesem landgericht gesessen, sondern anderen
gerichtszwengen underworfen oder angehörig sein sollen, und aber ein
gerichtszwang der anderen zu fürderung gerichts und rechts, damit die
warheit im grund erkundet und sich niemands an seinen rechten und
gerechtigkeit nachthails zu beclagen habe, zu hülf zu komen und hand zu
raichen schuldig, so ist an euch alle und jede insonderheit mein freundlich
und vleisig pitt, ihr wollen dem rechten zu steur diejenige zeugen, so
bemelter N. als producent euch nambhaft machen wird und die under ewerm
gerichtsstab gesessen seind, uf hierunden beschribne clag oder articul, wie
bei euch bräuchig und recht ist, zu verhören und einzunemen unbeschwert
sein, doch daß dem gegenthail darzu auch verkündt und über seine fragstuck,
da er ainiche übergab, die zeugen gleicher gestalt, wie über die articul,
mit vleiß befragt, verhört und ire aussagen ordenlich beschriben, volgends
mir und dem landgericht das volnführte examen verschlossen zugesandt werde.
Das begehr ich und ein ersamb landgericht in gleichen der gebür nach gegen
jeden zu beschulden. Des zu urkund mit mehrgedachts landgerichts zuruck
aufgetruckten insigel besiglet und geben uf N. tag etc.
Demnach so sollen gleich hierunder die clag und articul, was dan die
bewehrende materi ist, geschriben und einverleibt und dis alles in offner
formb
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gefertiget werden.
Wiewol vor der litiscontestation und bevestigung des
kriegs
zeugen oder kundschaften nit zugelassen, noch
angenomen und verhört werden sollen, jedoch ob sach were, daß die zeugen mit
sorglichen krankheit oder hochen alter beladen oder auch in ein entlegen ort
zu ziehen oder sonst ferr zu verraisen wegfertig oder in schweren sterbenden
leufen weren, also daß besorgt wurde, man möcht die nit allwegen gehaben,
alsdan in solchen und dergleichen sorglichen välen mögen auch vor verfahrung
des rechtens oder litiscontestation die gezeugen uf des einen thails
begehren eingenomen werden, doch daß dem gegenthail darzu verkündt und die
ursach in das examen oder den kundschaftbrief geschriben und gemeldet werde,
jedoch solcher kundschaftbrief verschlossen bleiben, bis das er im rechten
zu gebürender zeit als nach der kriegsbevestigung in craft der beweisung zu
eröffnen begehrt würdet.
Wann die partheien leibsverletzungen oder beschedigungen halben mit
einanderen zu recht erwachsen, so sollen auf der partheien begehren oder
unsers landgerichts gutbedunken die geschworne oder der sachen anverwandte
und unpartheiische leib- und wundarzt darumben verhört und mit vleiß von
ihnen erlernet und befragt werden, wie die verletzung beschaffen, ob sie
voll oder übel gehailt, was dem verletzten für schaden, nachthail oder
verhinderung seiner hantierung darauf stande, ob er nit durch sich selbst,
den arzet oder andere versaumbt oder verwarlost worden. Alsdan nach
eingenomen guten bericht der sachen, sonder aber auf glaubwürdig deposition
der arzet, auch ihrer geschickligkeit und anderen nottürftigen umbstenden
soll unser landgericht darauf erkennen und sprechen, was recht und billich
ist. Gleicher gestalt, so zwischet dem arzet selber und dem verletzten sich
spen zutriegen der arzet lohns halben, und derwegen zu recht fürzukomen,
würdet sich unser landgericht uf verhör anderer unpartheiischen wundarzet
nach erzehlten hierzu gehörigen umbstenden mit taxierung des arzetlohns zu
halten wol wissen. So aber irrungen macherlohn und arbeit halb allerlei
handwerk berührend fürfielen, so sollen allwegen die geschworne oder in
mangel derselben ander glaubwürdig maister desselben handwerks darumb gehört
und alsdan nach gelegenheit darauf von unserm landgericht erkennt werden,
was recht und billich ist, jedoch daß die arzet, balbierer und anderer kunst
erfahrne vor bekundschaftung desjenigen, so ihnen aus erfahrung ihrer kunst
bewust, volgenden aid erstatten.
Ihr werden schweren, daß ihr in diser sache, darumb ihr erfordert, so vil
ihr das aus erfahrung ewerer kunst erlernet und mit eweren leiblichen sinnen
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erkundet sein, niemands zu lieb noch laid, weder umb neid, haß, miet, gab
oder schenk, sonder allein der gerechtigkeit zu fürderung und wie ihr
gestalt der sachen erfindt, die warheit sagen wöllen, und da es ihr glaubet,
das es dem also seie, als euch Gott helf der allmächtig.
Wan nun die zeugen obgehörter massen verhört sein, so sollen dero beschribne
sagen uf der partheien begeren und willigen eröffnet und ihnen darvon
abgeschrift mitgethailt werden. Es soll auch den partheien nach eröffnung
der kundschaften und wan ihnen auf ihr begeren derselben abschrift
zugestelt, zug und tag nach gelegenheit und größe der handelung gegeben
werden, ihr notturft dagegen wider der zeugen person und sagen fürzubringen.
Und damit das recht so vil möglich gefürdert, soll nach der publication der
kundschaft jedem thail verrer nit, dan zwo schriften oder zwo reden
fürzubringen und zu thun zugelassen und nachmals darauf beeden thailen
allein mundlich zu beschlüesen auferlegt werden. Wann nun die eroffnung der
zeugensagen beschechen, sollen umb verhüetung willen gefarlicher
underrichtung der zeugen weiter personliche kundschaften uf die vorige
beweisarticel oder uf articel, die denselben gestracks zuwider, nit
zugelassen werden, es were dann sach, das ainer newe articel eingebracht,
darinnen die vorigen nit begriffen, die sollen doch ime anderst nit dann uf
vorgehend erkantnus unsers landgerichts zu beweisen unbenomen sein.
Instrument aber und brieflich urkund, die mögen vor und nach eröffnung der
zeugensag wol fürgebracht und eingelegt werden, doch das soliche einlag
gescheche, ehe und in der sachen endlich beschlossen werde. So sollen und
mögen beweisungen durch augenscheinliche ersichtigung, auch nach beschluß
der sachen, wo solches vor gethonem beschluß begert oder da es von den
partheien gleich nit begert, dannocht von unserm landgericht uß
richterlichem ampt, so es die notturft erfordert und dem widerthail darzu,
wie recht ist, verkindt, zugelassen und
eingenomen werden.
Dieweil sich oft begibt, das ein cleger sein clag oder der antwurter sein
gegenwehr nit ganz volkomenlich, sonder allain zum thail semiplene erweist
und sovil beibringt, das ain starke vermuothung macht, so mag unser
landgericht demselben zu erfüllung seiner beweisung ainen aid erthailen,
doch sollen si die sachen mit allen umbstenden, anzaigungen und vermutungen
sonders vleis erwägen und ermessen, in was ansehen, erbar- und dapferkait
jede parthei, welche auch der sachen am bessten wissenhaft sei, und was
jeder thail für den andern erwisen, auch derhalben besser vermuothung für
sich habe, demselben alsdann und uß andern
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dergleichen beweisungen mag solcher aid zu erstatten uferlegt werden.
Wann nun die partheien ire notturft fürgebracht, ire beweisung und anders
gethon haben, wes si in der sach zu geniessen verhoffen, sollen si alsdann
ohne überflüssige unnottürftige ußzüg in der sachen beschliessen und zu
recht setzen. Wa auch ainicher thail ausserhalb gegründter ursachen zu recht
nit beschliessen wolt, soll unser landgricht mit der andern parthei oder
irem anwalt ausser richterlichem ampt beschliessen und also die sach,
unangesehen der gegenparthei einred, für beschlossen annemen und halten.
In sachen N. und N. ist bemeltem N. sein begeren abgeschlagen und von ampts
wegen der beschaid, das er uf N. einkomme schrift oder handlung mundlichen
beschliessen soll, mit dem anhang, wo er solchem nit nachkomen würdt, das
alsdann die sach ex officio hiemit für beschlossen angenomen sein und verner
endlich ergeen soll, was recht ist. Aber nach gethonem beschluß soll unser
landgericht den partheien verner einzubringen nit zulassen, es were dann,
das die partheien oder aine derselben mit dem aid betheuren möcht, das die
solche newe beweisung und ferner einbringen nit gefarlicher oder
verzüglicher weis begerte, sonder erst nach dem beschlus erfaren und darvor
kain wissens davon gehapt hette, dann in disem val mag unser landgericht uf
ir begeren und erstattung des aids nach gstalt der sachen und erwegung
derselben umbstend den beschlus wol rescindieren, wider uflösen und verner einzubringen zulassen.
Doch soll unserm landgricht in allweg onbenommen sein, nit allain nach
eröffnung der kundschaft, sonder auch nach dem beschluß der sachen weiter
erfarung und erkundigung von ampts wegen ex officio zu pflegen.
Wann dann in der sachen endlich beschlossen, so soll unser landgericht alle
eingebrachte acta gerichtshendel als clag, antwurt, der zeugen sagen und
alles verner gerichtlich für- und einbringen zum fleissigisten ersehen und
erwegen, auch darüber nach irem besten verstand, wie si dann dessen vermög
irer landgerichtspflicht zu thüen schuldig, urthel fassen. Wa aber der
rechtshandel so schwer und wichtig oder auch irrig und sogar im rechten
stiende, das sich unser landrichter sampt den urthelsprecherern nit wol der
urthel entschliessen möchten, so mögen sie uf der partheien zimlichen costen
bei unverdächtlichen rechtsgelerten rath suochen und sich der urthel
erfahren. Jedoch wollen wir, das unser landgericht allwegen die eltesten
beschlossne sachen am ersten zur eröffnung der endurthel befürdern,
ußgenomen die sachen, so unser landvogt ampts halben rechthengig gemacht und
vor landgericht eingefüert hett, welche dann zum förderlichsten ußgericht
werden sollen. Und so unser landgericht der urthel entschlossen, sover dann
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dieselbige definitiva, die dem handel endlich entschaide, sein wurde, soll
dieselbig mit claren worten, daraus man wol versteen möge, das der beclagt
eintweders fellig oder entgegen ledig erkennt sei, in schriften verfassen,
an sitzendem landgericht offenlich verlesen und ausgesprochen werden. Wa
aber interlocutori oder beiurthel, die nit craft
ainer endurthel uf inen tragen, zu geben, die mögen auch wol schriftlich
oder mundlich eröffnet, doch sollen allwegen in beden valen der bei- und endurthelen zu eröffnung und anhörung
derselbigen bede partheien oder derselben anwäld citiert
und fürbetagt werden. Wann dann gleich der citierten ainer
ungehorsam ussen plibe, so soll doch unser landgericht nichts destoweniger
uf der erscheinenden und gehorsamen partheien anruefen und begeren die
urthel geben und ussprechen.
Wann nun die urthel eröffnet und der ain thail in die costen und expens verdampt, so soll der costen durch den
gewinnenden thail aigentlich, verstendlich, underschidlich unserm
landgericht specificiert übergeben und angezaigt werden, auch denselben,
wover es unser landgericht not sein bedunkt, mit dem aid zu betheuren. Doch
soll in allweg dem gegenthail sein einred dagegen, ob er ainiche het,
fürbehalten sein und zugelassen werden. Wann dann von beden thailen ir
gepürlich zu- und einred gegen ainander gehört
und diser stritt gepetner tax halben zu erkantnus gestelt, soll unser
landgericht nach vleissiger erwegung der sach sich ainer billichen, gewissen
und bestimpten summa gelts verglichen und volgends nach gelegenhait der
personen und der grosse der taxierten summa dem, der die expenscosten und schaden fürbracht, dieselbige, inmassen si
taxiert, mit dem aid zu betheuren und zu erhalten auferlegt werden.
In sachen N. und N. ist der eingelegt oder begert costen uf N. guldin
Reinisch taxiert und gemässigt, auch erkennt, wover N. ainen aid leiplich zu
Gott dem allmechtigen schwören würt, das er under solcher taxierten summa
diser rechtförtigung halb nit erlitten, sonder weiter und ain merers daruber
ußgeben, das nach erstattetem aid ime alsdann bemelter N. berüerte taxierte
summa also bar oder in ainer benannten zeit gewißlich zu erlegen schuldig
sein soll.
Wann nun ain urthel an unserm landgericht ußgesprochen und der verlustigte
thail davon nicht apeliert oder, so er schon appeliert, jedoch dieselbige
appellation gepürlicher maß und zeit nicht volnfiert und also die urthel in
ir craft komen lasst, so soll der obligenden parthei uf ir anrüefen und
begeren gepürlich execution und volnstreckung der
urthel geschechen, dergestalt, wover ain urthel in actione
reali uf hab und gueter, die der cleger als sein aigenthumb
angesprochen, gestellt ergangen, als da umb ain haus, acker, weingarten,
wisen, pferd,
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ochsen oder dergleichen ding geclagt were, so soll dem verlustigten thail
von unserm landgericht solch guot oder ding in gewisser und bestimpter, doch
unverlengter zeit dem cleger einzuraumen oder zuzestellen in der urthel
uferlegt und solches derselben angehenkt werden. Im fal nun, da er in
solcher angesetzten zeit und termin das nicht thäte, soll alsdann durch den
amptman und das gericht, darunter solch guot oder ding gelegen, uf ersuochen und gepieten unser landgerichts dasselbig
guot oder ding von dem beclagten mit der that genomen und dem cleger
zugestelt werden. Gleicher gestalt soll es auch in personlichen clagen, wann
die urthel umb schulden oder andere verpflichtung ergangen, mit der
execution gehalten werden, also wann die ausrichtung und
bezalung nit in angesetzter zeit geschicht, das alsdann von
unserm landgericht dem amptman und gericht, darunter der condemniert
gesessen und begüetiget, geboten werde zum angriff und
pfandung zu schreiten und also dem obligenden thail zu wirklicher
bezalung zu verhelfen, doch das sovil möglich der ligenden güeter verschont
und die volnstreckung in der varenden hab, waver solche zu volliger
ußrichtung gnuogsam , mit erstem bescheche. Begebe sich aber, das der
verlustigte thail, wider den umb execution gesprochner urthel und erkanntner
proces angeruefen wurde, nicht in unserer graveschaft hochen und
landgerichtlichen jurisdiktion, sonder under ainem stand des Reichs oder
anderm ußgelegnem ort gesessen und begüetet, so soll und mag nichts
destoweniger unser landgericht desselben beclagten obrigkait umb gepürende
execution und volnziechung schriftlich
ersuchen und also dem begerenden thail executoriales in volgender form mitthailen.
Ich N. frei landrichter etc. empeut N. mein freundlich gruos und dienst und
gib euch zu vernemen, nachdem N. und N. vor mir und disem freien landgericht
in rechtsuebung gegen ainander gestanden, das letstlichen uf gethonen
beschluß der sachen und allem vorbringen nach mit urthel zu recht
gesprochen, das N. schuldig seie, dem cleger das geclagt haus (vel die
begerte 100 fl.) zuzustellen, inhendig zu machen und zu bezalen; dieweil nun
billich und recht, das ainer jeden ausgesprochnen rechtmessigen urthel
gepürende volnstreckung gescheche und meniglich seins rechtens fürderliche
execution bekome, so dann nun bemelter beclagter ewer underthon (vel
burger), so ersuoche ich euch als sein ordenliche obrigkait von gerichts und
rechts wegen vleissig begerend, ir wöllen dem bemelten cleger gegen
gedachtem beclagten in obberüerter ergangnen urthel fürderlicher volnziechung und execution verhelfen, auch darob
sein, das er sein erlangt recht der billichait nach wirklichen bekome und
nicht sonsten verursacht werd, weiter umb gepürende, notwendige hülf
rechtens gegen euch ernstlicher anzusuochen.
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Das wollen ich und ain ersam landgericht umb euch zu vergleichen und zu
beschulden willig und berait sein. Des zu urkund etc.
Im fall nun der also ersuochte stand oder die selbige obrigkait der begerten
execution sich sperren und derselben nit statt thüen, noch darzu verholfen
sein wollt, alsdann und wover si kainen weitern oberherrn dann das kai.
kammergericht hett und erkennte, so soll dem anrüefenden thail der weg an
das kai. kamergericht, daselbsten umb executorialmandat
und gepotsbrief gepürlichen anzuhalten, angezaigt, ime auch die
gefertigte acta vollkomenlichen und in gepürender form mit obvermeltem
ußgangnem einverleipten executorialbrief
zugestelt werden, damit er, wie gemelt, am kai. kammergericht solches alles
neben ainer supplication pro executoriali
mandato fürbringen und sein rechtliche notturft erlangen
möge.
Wann nun zwischen den partheien an unsern landgericht endlich geurthailt und
sich der ain thail mit der urthel beschwert sein vermainen oder befinden
wurde, so mag dieselb beschwert parthei durch sich selbs oder iren
vollkommen anwalt gleich im fuoßstapfen nach
eröffnung der urthel in gegenwürtigkait der widerparthei, zuvor und ehe das
landgericht ufsteet, mundlich und one schrift mit
lebendiger stim von ermelter urthel appellieren, urthelbrief und apostel begeren ongefarlich mit
disen worten: Herr landrichter und ir, die urthelsprecher. Ich bin
ußgesprochner urthel beschwert, appellier und berief mich an meinen gnedigen
herren, den landgerichtsherrn, graven zu Fürstemberg, Hailigenberg und
Werdemberg etc. oder Ir Gn. verordnet hofgericht, bitt und beger, ir wöllen
mir meiner beruofung und appellierens urkund geben, auch acta und
gerichtshandlung mittailen. Waver aber die appellation nit also mundlich im
fuoßstapfen beschicht, so soll si doch hernacher inwendig zehen tagen, von
zeit der gesprochnen urthel an zu rechnen, vor ainem notario und zwen
gezeugen oder auch vor unserm landrichter und zum wenigsten zwaien
urthailsprechern unsers landgerichts schriftlich mit ainem appellationzedel und nit mundlich beschechen.
Wann dann nun solch appellieren mundlich oder schriftlich obgesetzter
massen, auch nit zuwider nachvolgender ordnung beschechen, so soll unser
landgericht derselben statt geben und die zeit, wann und wie die appellation
beschechen, in den urthelbrief oder acta schreiben lassen. Dieweil aber nit
gnuogsam, das ainer geappellieret, sonder sich auch den rechten gemäß
gebürt, die gethone appellation in gewisser zeit bei dem oberrichter
anzubringen, derowegen und damit sich nun niemand der onwissenhait zu
beclagen und zu entschuldigen habe, auch dise unsere ordnung in gang und
yebung gebracht werde, so setzen und ordnen wir hiemit ernstlich gebietend,
das unser landgericht, vor denen sampt oder sonderlich, als obgemelt,
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geappelliert würt, alsbald den appellierenden thail erinnern sollen,
nemlichen das er mit gethoner appellation der sachen noch nit gnuog gethon,
sonder wa er seiner appellation zu geniessen verhoffe, das er auch schuldig
fürderlichst und ufs lengst in zechen tagen, von beschechner appellation an
zu rechnen, die gerichtsacta von dem landgerichtsschreiber zu begeren und wa
ime die gefertigt und zu erheben verkündt, dieselbige iner zwainzig tagen,
von zukomner des landgerichtsschreibers verkündung zu zelen, bei und mit
gepürlichem leggelt einzulegen, dann wo er deren ains underliesse, das
hernacher sein appellation genzlich gefallen sein und nit mer angenomen
würde. Damit aber hernacher aigentlich vermerkt werden mög, ob die
appellation geordneter massen allerdings gepürlichen volnfüert und
angebracht worden, oder aber ob si desert, gefallen und
verloschen, so soll unsers landgerichts schreiber uf die
gefertigte acta ordenlich beschriben und
verzaichnen, uf welchen tag und zeit bei ime vom appellanten umb
fertigung der acta angesuocht, desgleichen wann er ime zu erhebung derselben
verkindt oder zugeschriben habe. So wöllen
wir auch jeder zeit, wann die gefertigte acta sampt dem leggelt von dem
appellierenden thail bei uns angebracht worden seien, darauf solches vermerken und schreiben lassen, damit hernacher zu
komendem und angesetztem hofgericht dem appellaten freistee, solche
appellation als desert und gefallen anzufechten
und ob gleich solches vom appellaten nit beschechen, das dannocht unser
geordnet hofgericht über die desertion ex officio erkennt und sprechen
mögen, was recht ist. Wann auch, wie oblaut, rechtmesig geappelliert, so
soll unser landgericht sich der sachen weiter nit underziechen, sonder die
strittige sach in dem stand, wie si ist zur zeit der appellation, bleiben
lassen, bis wir oder unser hofgericht dieselbige rechtliche entschaiden.
Nachdem sich aber auch oftermals zutregt, das von etlichen stenden und
stetten, so ire underthonen und zugehorige vor unserm landgericht in craft
angezogner freihaiten abzufordern understeen, wann solche requisitiones inen
rechtlichen aberkennt, davon an das kai. kammergericht vermaintlichen
geappelliert würdt, wollen wir in solchen fälen und in den also fürgenomen
appellationen unser landgericht mit nichten deferier, noch abbostolos oder acta erthailen, sonder die
interponierte appellationen aberkennen und den citierten beclagten in der
sachen gepürlichen vorzuschreiten durch richterlichen beschaid anhalten.
In Sachen N. contra N. ist des N. vermaintlich interponierter appellation
nicht deferiert, sonder erkennt, das derselben ongeacht bemelter beclagter
bis zum nechsten landgericht uf eingebrachte clag, was sich gepürt, handlen
solle. Waver dann nun der beclagt ongehorsam ußpleiben oder im rechten nit
procedieren wurde, so soll der gehorsame cleger zu vernerem
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proces in contumatiam nach eben gesetzter ußweisung der dreien weg ainem
gelassen und so lang fürgeschritten werden, bis das vom kai. kammergericht
inhibition erlangt und unserm landgericht
verkündt würdt. Es sollen auch dem appellanten, so rechtmessig geappelliert
hat, umb gepürliche belonung die acta und der ganze gerichtshandel sampt
inverleipter appellation ordenlich beschriben und unsers landgerichts
insigel verfertigt mitgethailt werden.
Was die rechtfertigung und handlung under unsern
underthonen sich haltet, soll kainem thail gestattet werden von unsers
landgerichts underredlichen oder endlichen erkanntnussen für uns und unser
hofgericht zu appellieren, es were dann, das die sachen ehr, ehehäftinen,
dienstbarkaiten, zinsungen oder dergleichen gerechtigkaiten antreffen oder
auch die anforderung hoche und namhafte summa gelts, über 200 fl. werts,
erlaufen, jedoch das der appellierende thail zuvorderst vermög unserer
kaiserlichen freihaiten volgenden aid erstatte, auch den appellaten caution und bürgschaft thüe. Waver aber die
rechtvertigung sich zwischen ainem ußlendischen und dann ainem unserer
underthonen oder eingesessnem der graveschaft Hailigenberg enthielte und der
ußlendische von der ergangend urthel als beschwert für uns oder unser
hofgericht zu appellieren vorhet, soll solches ime nicht gestattet, noch der
appellation deferiert werden, es übertreffe dann die hauptsach und
anfengliche clag 50 fl. Reinisch, alsdann so mag dem appellieren nach besag
unserer freihait von unserm landgericht an uns oder unser hofgericht statt
geben werden.
Ir werden dem landrichter globen und darauf ainen aid zu Gott dem
allmechtigen schwören, das ir von ergangner urthel nit gefarlich, noch ewerm
gegenthail sein gerechtigkait recht hindern oder sein erlangt recht zu
verziehen appellieren, sonder das ir nicht anders wissen und vermainen, dann
ain gerechte sach zu haben, und das euch derhalben weiter recht zu suochen
not sei, das ir auch die appellation der gepür uf das fürderlichst
prosequieren und an euch an schleiniger vortsetzung derselben kainen mangel
erscheinen lassen, darzu ewerm gegenthail umb sein behalten recht sampt
costen und schäden, im fal er vor dem appellationrichter obsigen oder ir die
appellation ersitzen und erlöschen lassen wurden, ablegung und bezalung thüen, auch derhalben mit leuten oder
güetern und in mangel derselben euch mit dem aid und verheftung ewers leibs
darzu verpflichten wöllen, alles getrewlich und all arglist ußgeschlossen.
Nach fürlesung solches aids soll der appellant 3 finger ufheben und schwören
: Wie mir fürgehalten worden ist und ich solches alles wol verstanden hab,
dem ist also und will im getrewlich nachkomen
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und geleben, als mir Gott helf und all seine hailgen. Damit aber wir und
unser hofgericht allwegen sehen und wissen mögen, das solches alles durch
den appellierenden thail gepürlichen erstattet, so wollen wir, das es den
gerichtsacten ordenlich inverleipt, auch die caution und
burgschaft, welchermassen solche beschechen, beschriben und
ußgetruckt werd. Damit dann verner der frävel und
muotwill bei den kriegenden partheien, so appellieren, sovil
muglich fürkomen, verhiet und abgestellt werd, so
ordnen und wöllen wir, das von unserm landgericht ainem jeden, so sich des
appellierens anmaßt, angezaigt und erclärt werde, wover er vor uns oder
unserm hofgericht abermals verlustigt und des landgerichts urthel mit
rechtlicher erkanntnuß becreftigt werden sollt, das er dann dem landgericht
zur straf 5 lb. den. zu entrichten und zu bezalen schuldig und verfallen
sein werde, welche aber zugleich andern landgerichtsgefälen uns gehörig und
volgen sollen. Wa aber rechtfertigungen vor unserm landgericht in malefiz,
fräveln und buoßhendeln gegen denen, so in unser graveschaft Hailigenberg
oder anderstwo gesessen und darinnen muotwillig, frevenlich hendel,
gewaltsame und gepot begangen, sich zutriegen, darinnen soll gar kain
appellation, wann die anfenglich clag und hauptsach nit 50 fl. Reinisch
übertrifft, zugelasen noch gestattet, sonder mit der execution stracks
fürgangen werden.
Nachdem sich ain zeit hero bei unserm landgericht in der zeugen verhör und
laitung der kundschaften dise unordnung erhalten, das die zeugenfüerer mit
überflissigem und onbillichen costen durch die zeugen beladen und beschwert werden, derhalben dann mermals clag und
beschwerung entstanden, solchem hinfüro sovil möglich zufürkomen und die
kriegende partheien vor onzimlichen costen, darein si mit laitung irer
kundschaften gefüert werden, zu verhüeten, uf das auch die producenten oder zeugenfüerer wissen, was si jedem
fürgestellten zeugen zu bezalen schuldig und demnach unser landgericht sich
in taxierung des gerichtscostens der gepür und mit gwißhait auch verhalten
möge, so ordnen und wöllen wir, das hinfüro ain jeder zeugenfüerer unserm
landrichter und denen, so ime als comissarien zu der verhör zugeordnet sein,
über und zusampt irer alten besoldung der 18 den. aines jeden ganzen tags,
wan si an der malstatt über nacht pleiben miessen, für essen, trinken und
alle lieferung geben und bezalen soll jeder person 1/2 fl., wölche aber vor
nacht fueglichen abkomen und anhaimsch sich verfuegen möchten, denen allen 5
batzen entricht werden. Was aber den landgerichtsschreiber belangt, soll der
zeugenfüerer ime über tägliche liferung, darinnen er zu erhalten, von jedem
zeugen 3 kr. zu bezalen schuldig sein, es were dann sach, das die clag in
articul gestelt, derselben ain guote anzal oder auch fragstuck
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dagegen übergeben worden weren, alsdann soll die belonung wie billich
geduppliert oder weiter nach massigung unsers landgerichts oder derselben
verordneten zeugenverhörer erhöcht und ime zugestelt werden. Insonderhait
aber auch der zeugen halben, so den partheien übermessigen costen uftreiben,
wöllen wir dise ordnung gehalten haben, das der zeugenfüerer ainem jeden
gezeugen, so in unser graveschaft Hailigenberg gesessen, aines tags, wann er
zu der verhör fürbeschaiden und zugegen ist, auch vor nacht wider anhaimsch
keren mag, 3 batzen und weiter nichts für all sein verzehren zu bezalen
schuldig sein soll, es were dann sach, das selbige person seiner hantierung
oder anderer angelegner sach halben desselbigen tags etwas versaumen het
müessen, so soll solches zu ermessung unsers landgerichts oder der
deputierten steen, die versaumnuß zu taxieren. Desgleichen wann die zeugen
von ferr für landgericht gestelt wurden, soll unser landgericht billiche
einsehens thuen, das soliche zeugen one clag mit gepürender liferung
underhalten und vom zeugenfüerer, wie er von inen ze thon beschaiden,
abgefertigt werden. Jedoch und damit die partheien ires costens, so inen bei
producierung und verhör der gezeugen uflauft,
sovil möglich geringert werden, so wollen wir, wann sich zutregt, das uf
ainen gemainen zu examinierung der zeugen bestimpten tag mer partheien, so
ir zeugen fürstellen und verhören lassen, vertagt werden und erscheinen, das
der costen, so in underhaltung und zerung der deputierten zeugenverhörer,
auch des landschreibers und landpotens uflauft, under berüerte producenten
und laitende partheien gleichlich zerthailt und also von inen gemainlich
entricht und bezalt werde, doch das auch dem
landgerichtspoten von den partheien jedes tags, solang die verhör weret, 1
batz erstatt und er mit gepürender, zimlicher zerung von inen underhalten
werde.
Erstlichs so ainer dem andern ain erlangte verkündung durch unsern
landgerichtspoten insinuiern und antwurten lassen
will, so dann derselbige, dem berüerte verkündung zu antwurten steet, in
unser graveschaft und des landgerichts bezirk gesessen, soll dem
landgerichtsknecht davon 1 ß den. entricht und gegeben werden. Wölches nit
nun allain von der ersten verkindung, sonder von allen und jeden andern
landgerichtsprocessen zu versteen, dz dem landgerichtzpoten, so die execution und überantwurtung thut, von jedem
proceß, es seien verkündungen, verpietbrief, insatzung-
oder executorialbrief, allwegen 1 ß 2 den. von der parthei, so
ine abfertigt und die erlangte proces ime zu exequieren bevilcht, bezalt
werden. Waver aber ainem ußgesessnen die verkündung oder andere proces
zuzebringen weren, da sollen von jeder meil wegs dem landgerichtspoten 6 kr.
über obbestimpten ß 2 den. für exequir- und
verkündgelt bezalt werden. Was dann belangt die
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beschreibung der acten, darinnen von kainem thail nach endlicher,
gesprochner urthel geappelliert, dann auch protocollieren und einschreiben
der gwält, desgleichen die eröffnung der beschribnen wichtigen urtheln,
dieweil damit unserm landgerichtsschreiber vil mühe und arbait gemacht
würdt, so wollen wir, das unser landgericht ime nach gestaltsame der sachen
bei den partheien gepürliche und zimliche belonung nach irer mässigung
verschaffen.
Laus deo, pax vivis. Kop. B.