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      <titleStmt>
        <title>Gerichtsordnungen der Stadt Paderborn 1571 und 1581</title>
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        <editor corresp="marcrelator:edt">
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            <forename>Wilhelm</forename>
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            <forename>Heino</forename>
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        <date when="2025">2025</date>
        <pubPlace corresp="marcrelator:pup">Graz</pubPlace>
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        <title ref="http://gams.uni-graz.at/repat">Repertorium.at - Archiv des Repertoriums
                    digitaler Quellen zur österreichischen und deutschen Rechtsgeschichte in der
                    Frühen Neuzeit von Heino Speer</title>
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          <resp>Projektleitung</resp>
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            <forename>Heino</forename>
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          <title>Gerichtsordnungen der Stadt Paderborn 1571 und 1581</title>. In: <editor corresp="marcrelator:edt">
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              <forename>Wilhelm</forename>
              <surname>Richter</surname>, </persName>
          </editor>
          <series>Geschichte der Stadt Paderborn, I.</series>
                        (<publisher>Junfermann</publisher>
          <pubPlace corresp="marcrelator:pup">Paderborn</pubPlace>
          <date when="1899">1899</date>) <biblScope from="136" to="146">136-146</biblScope>
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        <p>
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        </p>
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      <projectDesc>
        <p>Teil von <ref target="info:fedora/context:repat" type="context">repat</ref>
        </p>
        <p>Das Projekt archiviert die digitalen Quellen zur österreichischen und deutschen
                    Rechtsgeschichte in der Frühen Neuzeit, die Heino Speer seit 2007 gesammelt
                    hat.</p>
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        <prefixDef ident="marcrelator" matchPattern="([a-z]+)" replacementPattern="http://id.loc.gov/vocabulary/relators/$1">
          <p>Institutionelle und Personale Rollen taxonomie</p>
        </prefixDef>
        <prefixDef ident="dcterms" matchPattern="([a-z]+)" replacementPattern="http://purl.org/dc/terms/$1">
          <p>Datums Taxonomie</p>
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              <term type="territorium">
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                <date type="dcterms:temporal" when="1571">1571</date>
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      <div xml:id="NA.0">
        <head>Gerichtsordnungen der Stadt Paderborn 1571 und 1581</head>
      </div>
      <div xml:id="NA.1">
        <pb facs="http://sammlungen.ulb.uni-muenster.de/hd/content/pageview/302383" n="136" xml:id="S.136"/>
        <head>[I 1571] Baurgerichtz-ordnunge zu Paderborn, die welche den burgern aldar ist
                    abgelesen worden anno 1571.</head>
        <div xml:id="NA.1.1">
          <head>[I 1]</head>

          <p> Die richter soll richten zu rechten zeiten, wie von alters verordnet, und er
                        soll <term type="phrase">richten den armen wie den reichen</term>.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.2">
          <head>[I 2]</head>
          <p> Wan die frone einen <term type="phrase">burger oder mittwonner</term>, <term type="phrase">burgerschen oder medewonnerschen</term> der stadt
                        Paderborn will vorbeiden, soll er sich eigentlich bekunden, ob die auch
                        einheimbsich sey, darmit niemandt in seinem abwesen und ohne seine schuldt
                        verkurtzet und in schaden oder gerichtz-bruche geweiset werde. Wannehr nhun
                        die jenne, den er vorbeiten will, inheimisch und bei der handt ist, soll die
                        frone innen bei Sonnenschein persönlich insondern zum ersten mahl
                        vorbieten.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.3">
          <head>[I 3]</head>

          <p> So sich aber derselbige winckelde oder verbergete, dass die frone inne
                        personlich nicht finden noch antreffen mochte, alssdann mag er <term type="phrase">die citation oder dass gebot</term> in sein hauss thuen,
                        seiner haussfrawen oder gesinde also dass es gantz versehenlich inne zu
                        wissen kommen moge und soll einem jedem drie mahl vorgebotten werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.4">
          <head>[I 4]</head>

          <p> Wannehr dann der jenne durch den fronen also drie mahl furgebotten ist vor
                        dem richter nicht erschiene und sich auch dem richter nicht anzeigete, oder
                        sunst ohne urlaub des richters verechtlich abwiche, oder doch dem cleger
                        gepuerliche rechtformbliche andtwort bei ja und nein zu thuende verweigertt,
                        mach der cleger alssdann den citierten seines ungehorsambs beklagen und
                        innen in den gewointlichen gerichtsbruck durch den richter zu verweissen
                        bitten und anhalten. Doch solls in des clegers gefallen stehen, ob er den
                        furgefurderten das vierte gebott wollte nachgeben, das dan die richter am
                        cleger soll <pb
              facs="http://sammlungen.ulb.uni-muenster.de/hd/content/pageview/s302384" n="137" xml:id="S.137"/> gesinnen; wo es aber bei dem cleger nicht zu erhalten, soll er den
                        furgeforderten ungehorsamb und in den gerichtsbruck erkennen und
                        verweisen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.5">
          <head>[I 5]</head>
          <p> Und mag die cleger seinen jegentheill zum negsten gerichtz tage mit einem
                        gebott widderumb furbeiten, und im fall die geforderte abermalss in jeniger
                        obgemelter weise ungehorsamb wurde, zum andern mahll in den gewointlichen
                        gerichtz bruch weisen laissen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.6">
          <head>[I 6]</head>
          <p> Und so er aberst innen zum dritten mall auff den negst folgenden gerichtz
                        tagk mitt einem endtlichen gepotte widderumb vorbieten, und er danach wie
                        vor ungehorsamb sein wurde, alss dan mag er innen in den dritten gerichtz
                        bruch weisen lassen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.7">
          <head>[I 7]</head>
          <p> Und soll jeder gerichtz bruck sein, wie von alters, funff Paderbornische
                        schillinge, die dan die fronen infordern sollen, in massen wie hernach
                        befunden wirdt.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.8">
          <head>[I 8]</head>
          <p> Wey nha dem dritten furgebotte die furgefurderte in seinem ungehorsamb uber
                        achte tage dar aller negst nachfolgende verharren wurde, alssdan und [nicht]
                        er mag der cleger den furgefurderten seines ungehorsambs halben fur
                        regierenden burgermeistern und auff weitern verklagen und den zum recht
                        stade anzuhalten bitten.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.9">
          <head>[I 9]</head>
          <p> Auff solche beschene clage sollen obgemelte regierende burgermeistere an
                        stundt des geklagten ungehorsambs sich bei richter und fronen erkundigen und
                        na befindinge, das widder den beklagten auf angezeigter massen recht
                        formblich ist vortgefahren, und die verklagte dem gerichte ungehorsamb
                        worden, denselbigen vorfurdern, bei pfeen einer Paderbornischen mark loben
                        und dar neben burgen und glauben stellen lassen, das er dem cleger zu rechte
                        will andtwortten, dem gerichte hinfurter gepurlichen gehorsam leisten und
                        geben und nemmen na rechte und gewoinheitt der stadt Paderborn, auch allent,
                        was mitt rechte imme ab oder auferkannt wirdt, demselbigen gehorsamblich zu
                        leben; doch im falle unrechter beschwerunge gepuerlicher rechtmessigen
                        beroiffunge und appellation nach altem herkommen unabgeschnitten.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.10">
          <head>[I 10]</head>

          <p> Wo aber jemants vorklagter solche burgen und geloven zu stellen sich wegeren
                        oder, dar er den glauben gestalt hette, dannoch den nicht halten, dan dar
                        widder thuen wurde, soll er in die marck geldes dem rahde verfallen und die
                        zu betzalen und seinen vorigen gelobden noch genuch zu thuende mitt einem
                        sonderlichen eidt verstrickt und im fall er dann dawidder <pb
              facs="http://sammlungen.ulb.uni-muenster.de/hd/content/pageview/s302385" n="138" xml:id="S.138"/> sich sperren oder dem eidt nicht genuch thun wurde, wo (?) gehorsam
                        gemacht werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.11">
          <head>[I 11]</head>
          <p> Wannehr auch cleger und beklagter zu gerichte beide vorkommen, und einer den
                        andern zu ja und nein beschuldigt, soll der beschuldigte dem cleger zu ja
                        und nein rechtformblich andtwortten, wey das hiebevor durch rethe und
                        gemeinheitt ist beschlossen, es wehre dann sache, die beclagte zu ablehnunge
                        der anclage sich auf lebendige zeuge, handtschrift, siegel und brieve oder
                        ander glaubhaftige genugsamb urkunde bereiffe, darmitt die zugelachte
                        ansprache aussgeschlossen, der mag er geniessen und darmitt jegen die
                        anclage gehörtt werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.12">
          <head>[I 12]</head>
          <p> Wo aber die beclagte die zugelagte anclage mitt solchen odder gleichen
                        orkunden und rechts grunden aus zugleicher weise nitt ableinen konte, und
                        dann umb gelent odder verzert geldt, landthuir, hausspacht, pension odder
                        sonst unvertoglich versprochen geldt oder schuldt besprochen wurde und des
                        richtlich bekente, oder uberweiset wurde, soll der richter den beclagten
                        solchs inwendig drien negst folgenden gerichts tagen zu bezalen schuldig zu
                        sein erkennen, innen den termin endtlich ernennen und das alle eigentlich in
                        richtebuich verzeichen lassen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.13">
          <head>[I 13]</head>
          <p> Im fall dann der beclagte schuldener in bezalunge der schuldt inwendig den
                        ernanten termin verseumich werde, mag alsdann nach dem dritten gerichts tage
                        die cleger uber den schuldener bei obgemelten regierenden burgermeistern
                        clagen, die dann ergangen richtshandlunge sich in massen wie obgemelt bei
                        richter und fronen erkunden, und na befindunge, das darmedde rechtformlich
                        gehandelt ist, widder den beclagten furtfahren, wie zum ende
                        nachfolgett.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.14">
          <head>[I 14]</head>
          <p> Es soll auch cleger seine clage mundlich oder auss schrifften summarie oder
                        articulatim zu proponiren macht haben und beclagter, wie obgemelt, durch ja,
                        odder nein, glaub wahr, oder nicht wahr gleicher massen darauf zu
                        andtwurtten schuldig sein, und darmitt der kreig rechtens beiderseitz
                        befestiget werden, es konte dann beclagter sich darmitt rechtmessiger
                        exception der clage und gerichtz zwanges eximiren und erledigen, wie
                        vorgemelt.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.15">
          <head>[I 15]</head>

          <p> Ob sich dann dar negst begeben wurde, das der parthien einer den eidt
                        furgeferdt, <term type="latin">iuramentum calumniae sive malitiae</term>
                        genandt, von seinem jegentheil oder der hinwidder von im erfurderen, soll
                        der richter denselbigen zu geschehen und zu gestatten sich nicht
                        understehen, er habe sich dann ehe und befur mitt burgermeister und rath
                        besprochen, und nach gestalten sachen darhin erkannt worden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.16">
          <head>[I 16]</head>

          <p> Wehr es dann sache, wie obgemelt, das nach beschehener clage und andtwordtt
                        sich einer, odder beide theile auf lebendige <pb
              facs="http://sammlungen.ulb.uni-muenster.de/hd/content/pageview/s302386" n="139" xml:id="S.139"/> zeuge, handtschrifft, siegell und briefe odder ander orkundt beruffen,
                        und des halben ferner process zugelassen werden musse, soll es des zeugen
                        verhors und examinis halben der massen verhalten werden, das die richter
                        dieselbigen an gewontlicher gerichtstatt beeidten, darnegst bei sein und dar
                        zu gesuchten des raeths unterschietliche, und separatim auf beschehene oder
                        repetirte clage und position abhoren.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.17">
          <head>[I 17]</head>
          <p> Dem widdertheill seine <term type="latin">interrogatoria</term> und
                        fragstucke, ob er einig haben wolte zuzugeben gestatten, der zeugen aussage
                        in jegenwart beider partheien publicieren, und nach befindunge und
                        ermessigung obgemelter regierenden burgermeistern weiter noitwendiger
                        process vorgunnen soll.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.18">
          <head>[I 18]</head>
          <p> Doch sollen die procuratorn, ess sey in zeugen verhor, odder einige anderen
                        sachen, und angezogenem beweissthumb nach gethaner clage und andtwurt, in
                        odder auss schrifften ichteswess furbringen nicht zugelassen, sundern nach
                        beschehener inn- und jegenredde (welcher dann mundtlich biss zum vierten
                        geschehen soll) wo auch denn noitig in sachen zu concludieren und
                        schliessen, innerhalb drier negest folgenden gerichtz tagen schuldig sein;
                        und es sei dann durch burgermeister und raeth auss wichtigkeit der sachen
                        besonders nachgegeben, und interloquirt weiter zu proponiren nicht gehordt
                        werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.19">
          <head>[I 19]</head>
          <p> Wehr daruber jemantz ungehorsamb, soll der richter termin zu concludiren
                        ernennen und ansetzen, welcher obgemelt der ungehorsamb soll burgermeister
                        und raedt mitt einer marck straff verfallen, und nichts zu weiniger zu
                        concludiren, odder hoher und weiter straff zu erwarten schuldig sein.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.20">
          <head>[I 20]</head>
          <p> Worde jemandts umb schuldt von kauffen und verkauffen, odder ander
                        handlunge, darvon nicht vorberort ist, mitt rechte besprochen, und schuldt
                        rechtlich bestunde, odder uber wunnen wurde, mag er seine sechs wochen
                        nemmen und mittler weile betzalen; dede aber der beclagte des nicht, soll er
                        dem cleger ferner uf sein ansuchen unverzoglichs rechtens verhelffen mitt
                        pfanden und sunst nach rechtes recht.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.21">
          <head>[I 21]</head>
          <p> Und sollen richter und fronen execution thuen und pfande geben zu allen
                        zeitten des jahrs, wannehr sie darumb angesucht werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.22">
          <head>[I 22]</head>
          <p> Begebe sich aberst, das ein sache ausgerichtet und in das richtebuch
                        geschrieben wehre, und doch die unterliggende parthie ohne gepuerliche
                        beroffunge und appellation in der betzalunge verseumlich wurde und pfande zu
                        geben sich weggerde, mag alssdann die cleger sich des fur regierenden
                        burgermeistern beclagen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.23">
          <head>[I 23]</head>

          <p> Die dann an stundt der verwegerunge bei richter und fronen erkundigen sollen
                        und na befindunge der verweigerunge <pb
              facs="http://sammlungen.ulb.uni-muenster.de/hd/content/pageview/s302387" n="140" xml:id="S.140"/> dem verklagten bei pfeen einer marck Paderbornische pfennige gepieten
                        oder bei den vereideten dienern ansagen und gepieten lassen, das er
                        genugsamb pfande dem cleger folgen lassen oder innen in benompter zeit
                        zufredden stellen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.24">
          <head>[I 24]</head>
          <p> Im fall aberst die verclagte des ungehorsambs werde, soll ferner mit imme
                        gehandeltt, und er zum gehorsam gebracht werden, wei zu ende nach
                        folgett.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.25">
          <head>[I 25]</head>
          <p> Wannehr die sache aussgerichtet, und nicht eihr, mag der cleger den
                        beclagten pfanden lassen, welche zeitt imme das (wie obgemelt) geliebt, und
                        soll die frone, dem sulches gepuret, auf erforderung des partes unverzoglich
                        die pfandunge thuen, wey von alters geschehen, und das er also
                        unverweigerlich thuen will, den beclagten da vor nicht warnen, noch uber
                        seine gepurliche belohnung ichtes wess nemmen, sondern darmitt
                        aufrichtiglich und unparteylich handlen, will in sein eydt nemmen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.26">
          <head>[I 26]</head>
          <p> Wurde auch vor dem baurgerichte sprache aufgethaen, erb, gutter, siegell,
                        briefe, ehr, leib und leben belangendt, darmitt soll sich der richter
                        halten, wey von alters her recht und geprauchlich gewest und noch ist zu
                        Paderborn.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.27">
          <head>[I 27]</head>
          <p> Es sollen aber cleger und beclagter ihre clage und antwurtt in massen wei
                        auch obgemelt, furbringen und dann geschehen, wei gewontlich.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.28">
          <head>[I 28]</head>
          <p> Es sollen hinfurter zwen procuratoren, welche jeder menniglichen, dem
                        reichen alss dem armen, und herwidder, zu dienen schuldig, angenommen und
                        beeidet werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.29">
          <head>[I 29]</head>
          <p> Wannehr dann durch die selbigen clage und andtwurtt wei obgemelt gerichtlich
                        inbracht, soll ein jeder procurator von richtigen sachen, so vermeintlich in
                        disputation gerathen, es sey von clage oder andtwortt, ein maess wein von
                        gemeinen bekendtlichen oder uberwiesenen schultsachen, desgleichen von einer
                        repliken, dupliken, tripliken und quadrupliken, fur ein mall ein mengeln
                        weinss, und nicht mehr, zur besoldunge nemmen, alles bei ihren geleisteten
                        eidten; es wurde innen dann auss gunsten daruber gegeben. Kemen daruber
                        clag, sollen sie uber den meineidt mitt ernster straffe angesehen
                        werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.30">
          <head>[I 30]</head>
          <p> Die richter soll nicht gestatten, das jenig vorspreche in einer sache uber
                        kurtz odder langk dem einen parthie vor, und dem andern darnach dienen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.31">
          <head>[I 31]</head>

          <p> Dar aber jenig vorspreche den richter in dem verachtede, und solches thun
                        werde oder wollte, soll der richter solches an den raeth bringen, und der
                        vorsprache dem rathe in eine marck obgemelter pfennige verfallen sein, und
                        den darumme auf die trappen zu holden biss zu entrichtunge der marck bei
                        seinem eide gepetten, und im fall er das wegeren <pb
              facs="http://sammlungen.ulb.uni-muenster.de/hd/content/pageview/s302388" n="141" xml:id="S.141"/> wurde, alssdann die selbste, wei andere ungehorsame, gehorsam gemacht
                        werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.32">
          <head>[I 32]</head>
          <p> Wilcher nun obgemelter mass nach drien gerichtz botten dem gerichte
                        ungehorsamb wurde, odder sunsten mitt wortten oder wercken, es were
                        procurator, principall oder beistandt, im gerichte sich entginge, und
                        derwegen straffbarlich und in den gewontlichen gerichts bruck, als funff
                        schillinge, geweisett worde, die soll also palde an selbigem tage und so
                        vaken er bruckhafftig wirdt, durch den fronen, so hoich sich de brucke
                        strecket, gepfendet, die pfandern ime zu drien negest folgenden gerichts
                        tagen aufgekundiget, zum dritten die brucke an barem gelde durch den richter
                        und fronen zur zeitt und ihren vieren alle quatertemper ohne weiter verzogk
                        auf die kuche gebracht und geliebert werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.33">
          <head>[I 33]</head>
          <p> Dweill dann auch rechtens und der pillicheit gemeiss, das die weiber durch
                        ihre ehemans, und nicht die mans durch ihre weiber vor noit scheinen und
                        vertedingett werden, gleichwoll zum offtermaell vermircht, das etzliche des
                        gerichtz abschewlich ihre weiber darhin abgeordnet oder auch darhin mit sich
                        gefuhrt, darher lichtlich zank und wortwechsslung verursachet, so ist
                        verordnet, das hinfurter keine weiber, in stehender ehe, sittendt, mitt oder
                        ohne ihren eheman zu gericht erscheine, sie sei dann sonderlichen darhin
                        gefurdert. Welche aber im wiedwen stande, soll durch iren curatorn und
                        fullmechtigen ire noitturfft inzubringen schuldig sein. Thuet jemandt
                        daruber, ist dem rade verfallen mitt einer marck.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.34">
          <head>[I 34]</head>
          <p> So nun aus vorgezalter oder anderer ursachen halber burger oder mittwonner,
                        burgersche oder mittwonnersche in Paderborn fur burgermeister und rethen der
                        statt Paderborn burgerlich verclagt worden, soll dem beclagten bei pfeen
                        einer marck pfenninge wei vorgemelt von rades wegen ernstlich gepotten
                        werden, das er inwendig einer zeitt imme darzu benompt wirdt, den cleger
                        clagloss und gensslich zufredden stellen, und so beclagter widder und jegen
                        den cleger wess tho sagen hette oder haben wollte, das er dann sich der
                        gewaltt enthalte, drumb mitt rechte der stadt Paderborn spreche und sich
                        daran genogen lasse.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.35">
          <head>[I 35]</head>

          <p> Im fall aber der beclagte darinne verseumlich, dem rade ungehorsamb, und des
                        wedder verclaget worde, soll er in obgemelte marck pfenninge dem sitzenden
                        rade zur zeitt verfallen sein, und loben und schweren auf erforderung des
                        rades, das er will dem rade hinfurter gehorsamb leisten, von stundt an uf
                        die trappen des rades holden und dar nicht abscheiden, er hab dann dem rade
                        die marck betzalet, den kleger zufredden <pb
              facs="http://sammlungen.ulb.uni-muenster.de/hd/content/pageview/s302389" n="142" xml:id="S.142"/> gestaltt, und thue dass mitt des rades und clegers wissen und willen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.36">
          <head>[I 36]</head>
          <p> Dar aber der beclagte solchs wegerde und das nicht helde, odder dar wedder
                        thede, alss dann soll men in gehorsam machen und straffen na gelegenheitt
                        seines ungehorsambs.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.37">
          <head>[I 37]</head>
          <p> So aber jemandts gewalt halben oder sunsten peinlich verklagt werde, soll es
                        mit deme na gestallt der clage gehalten, und die sache na gepurlicher
                        ordnunge der rechte gestraffet werden, darmitt die frommen beschirmet und
                        die moitwilligen in gehorsamb gehalten werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.38">
          <head>[I 38]</head>

          <p> Demnach auch teglich in aufrichtunge neuwer gebauwe disputation und zweyunge
                        unter den burgern sich erregen, indem das eine <term type="latin">nunciatio
                            novi operis</term> und gerichtlich verbott nach altem herkommen
                        aussbringet, der ander aber dasselbige herwitter entsetzen leist und
                        gleichwoll vermeintlich mitt seinem gebauw fortfaren, ist von beiten rethen
                        und gemeinte einhelliglich beschlossen, das nach beschehener denunciation
                        und verbott niemandt mitt seinem gebauw zu fortfahren nicht unterstehen
                        soll, ess sei dann imme na beschehener besichtunge durch burgermeister und
                        raedt erlaubett, odder sonsten rechtmessig erhalten wurde. Dhete jemantz
                        daruber, soll seines rechten in gefahr stehen, und nicht zu weiniger
                        burgermeister und raedt mit funfzig goldtgulden straffe unableisslich
                        verfallen sein.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.39">
          <head>[I 39] Eidt des ungehorsambs und leistunge.</head>
          <p> Ich lobe und schwere, dass ich nhu und hinforter meinen herren
                        burgermeistern und rethen der stadt Paderborn will treuwe und gehorsam sein,
                        ihr gebott und verbott fromlich fullenbringen, dar nicht widder thun, an
                        stundt auf die trappen holden, darauf leisten und nicht abscheiden bei tage
                        odder bei nachte, ich habe dann dem raede die marck Paderbornischer
                        pfenninge, darin ich verfallen sei, betzalet und N. cleger auf seine gethane
                        clage gentzlich zufredden gestallt, und thue dass mitt meiner herren und des
                        clegers furwissen und willen, allent sunder argelist und geferde, so mir
                        gott helffe und sein heilige evangelium.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.40">
          <head>[I 40]</head>

          <p> Item so ein burger oder burgersche, inwonner odder inwonnersche zu Paderborn
                        von bauter leutten umb schuldt odder andere sachen beschrieben wurde, und
                        die schuldt oder sachen bestunde, soll der sitzende burgermeister von imme
                        handtgelobde nemmen, das er in benompter zeitt den cleger will zufredden
                        stellen. Dede er aber das nicht, und widder na verlauff der gesatzten zeitt
                        beschrieben odder verklagett worden, soll imme befellen, die stadt zu
                        meiden, und dar nicht wedder in gestatten, <pb
              facs="http://sammlungen.ulb.uni-muenster.de/hd/content/pageview/s302390" n="143" xml:id="S.143"/> er bringe dann gelofflichen schein, das er den cleger zufredden gestaltt
                        und die sache abgetragen habe, darmitt andere unschuldige derwegen nicht
                        geletzt und in schaden gebracht werden. Weddersetzte sich des jemandtz, soll
                        men inne gehorsamb machen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.41">
          <head>[I 41]</head>
          <p> So auch jemandtz in Paderborn mitt butenwendigen leutten zu thuende hette
                        schuldt oder anders, und dann an den ortteren, da sein jegentheill gesessen,
                        genochsamb aussgerichtett und verfolgett hett mit vorschrifften der von
                        Paderborn, und sein jegentheill des verharrede, soll men inne dar uf alhir
                        letten und kummern gestatten.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.42">
          <head>[I 42]</head>
          <p> Wannehr dann jemandts also bekummert worde, sollen die bekummerten zum
                        weinigsten zu 14 tagen, oder na verleibunge des clegers betaget werden, und,
                        wo in der zeitt der cleger nicht zufredden gestaltt, und auch die
                        bekummerten in leistung anhalten nicht wedder einhalten worden, soll man das
                        an des beclagten gerichte odder ubergeschrieben, dar ferner auf kummerung
                        und den odder die lest im bekummerten in leistung anhalten, biss der cleger
                        zufrieden gestaltt, und umb verachtung des gerichts abtragt gemacht, und dar
                        vor funff schillinge, so viell der ersten bekummerten ungehorsam geworden,
                        betzalett sein.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.43">
          <head>[I 43]</head>
          <p> Item nachdem in betzalunge der stadt renthe, pension, zise, schott,
                        schatzunge, brucke und auffkumpsten fast verzogen werden, der stadt zu
                        mercklichem nachteill, ist zu behoiff und wollfartt der stadt verordnett und
                        uberdregen, welche zeitt er pension, ziese und brucke verschienen und
                        verfallen sein, soll die kemner mitt den vierten die schuldeners bei dem
                        gaenden knechte, dem das gepeurt, furdern und mahnen lassen, das sie auff
                        den achten tag die mahnunge allernegest nachfolgen, odder inwendig zween
                        negsten tagen, dem achten tage ohn mittell nachfolgende, innen den kemnern
                        und ihren vierten auf die kuchen die pension, ziese odder brucke, dar umme
                        sie schuldig, bringen und betzalen bei pfeen einer marck, dar inne sie im
                        falle ihres ungehorsambs dem rade verfallen sein, und demnach das jenige sie
                        schuldig zu betzalen verpflichtet sein sollen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.44">
          <head>[I 44]</head>
          <p> Und dar dieselbigen des verseumlich und in der bestimpten zeitt nicht
                        betzalen wurden, soll men die schuldeners an stundt an wedder mitt
                        forderunge odder clagen auf die trappen lassen schweren und dar nicht
                        abscheiden lassen, sie haben dann die schuldt, darumb sie gefordert sein,
                        sampt der marck, dar inne sie dem rade bruckhafftig geworden, zuvorn
                        betzalett und gentzlich abgelacht; wilcher sich des widdersperren wurden,
                        soll men gehorsam machen wey obgemelt.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.45">
          <head>[I 45]</head>

          <p> So schatt odder schott zu jeniger zeitt zugelassen wurden zu behoiff und
                        noitturfft der stadt, sollen die vier vorsprechen <pb
              facs="http://sammlungen.ulb.uni-muenster.de/hd/content/pageview/s302391" n="144" xml:id="S.144"/> in beiwesen burgermeistere und kemnere zu drien sontagen, negest nach ein
                        ander folgende, so darzu bestimpt und verkundiget worden, auff dem raethause
                        sitzen, den schott oder schatt auffzuboren, und so jemandt in den drien
                        sontagen das jenige, darauff er taxiert, nicht betzalde, sundern des
                        ungehorsamb wurde, soll die selbige ungehorsamb der stadt in eine marck
                        verfallen und zu seiner taxe zu betzalen schuldig sein.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.46">
          <head>[I 46]</head>
          <p> Und soll derselbige alsdann furgefordertt und mitt einem sonderlichen eide
                        verstricket werden, auf die trappen zu holden und dar nicht abzuscheiden, er
                        habe dann seine taxe sampt dem bruche, darinne er gefallen ist, entrichtet
                        und bezalet. Im fall des jemandtz widdersetzen wolde odder worde, derselbige
                        ungehorsam soll auch gehorsam gemacht werden na gewonheitt der stadt
                        Paderborn.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.47">
          <head>[I 47]</head>
          <p> Item es sollen keine olde vertrage oder in rechte aussgerichtede und in ihr
                        wurckliche crafft ergangen sache widder erneuwert odder darumb gefordert
                        werden; thete aber jemandtz darjegen, und dann daruber dem rade geclaget
                        wurde, soll der beclagte dem rade in funff marck verfallen sein, darumb uf
                        die trappen schweren, und dar von nicht abscheiden, er hab dann den bruch
                        vorhin betzalet und die verneuwerunge gantz und ein mall vor alle abgesacht,
                        dass also in das stadts prothocoll soll verzeichnet werden, zukunftigen
                        zanck zu vermeiden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.48">
          <head>[I 48]</head>
          <p> Uber duss alles ist einhelliglichen entschlossen, das der rathschreiber sich
                        darhenne alle jar befleissen soll und jederer parte vorgebrachte clage und
                        andtwurt und wess sunsten ins richtebuch verzeichenet, das sodanes reine
                        abgeschrieben und zwischen Galli und Martini unverzuglich den sitzenden und
                        regierenden burgermeistern uberliebern und handtreichen, darmit jedermann
                        beschehe, wass recht ist.</p>
        </div>
      </div>
      <div xml:id="NA.2">
        <head>[II 1581] Ordnung in anno 1581 aufgerichtett.</head>
        <div xml:id="NA.2.1">
          <head>[II 1]</head>
          <p> Wilcher gestaldt am untergerichte auch fur den regierenden burgermeistern in
                        bekendtlichen schuldtsachen und sachen, so under zwantzig thalern,
                        rechtlicher ordnung nach soll gehandeltt und verfahren werden. Das auch bei
                        einer namhafften pfeen von beiurtheilen, die nit krafft eines endturtheils
                        haben, von gedachtem undergerichte an burgermeister und radt lichtfertig und
                        muthwilliglich nicht soll appellirt werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.2.2">
          <head>[II 2]</head>

          <p> Nachdem befunden wirdt, das leider die schuldtsachen sich vermehren, die
                        betzalung aber schwerlich folgett, und daher ein erbar radt alhier
                        vielfaltig von den gleubigern, denselbigen zu der betzalunge zuverhelffen,
                        angelauffen und dermassen betranglich bemuhet, dass sie an gemeiner stadt
                        sachen, dieselbige erheischender noitturfft nach zu verrichten, mercklich
                        und <pb
              facs="http://sammlungen.ulb.uni-muenster.de/hd/content/pageview/s302392" n="145" xml:id="S.145"/> zum hochsten behindert, alss soll zu beforderunge schleunigs,
                        ausstreglichs rechten folgender massen in angerechten sachen gehandelt und
                        procediert werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.2.3">
          <head>[II 3]</head>
          <p> Wannehr auch furgehende citation, darmitt es doch in massen die
                        gerichts-ordnung aussfuret gehalten, cleger und beclagter zu gerichte
                        erscheinen, soll dem cleger erleubt und zugelassen sein, seine forderunge
                        und ansprache selber zu eroffnen und den richter mitt dussen oder
                        dergleichen worten anzuredden: "her richter, dieser man odder frauwe N. ist
                        mir so viell schuldig, bitte, innen oder sie zu fragen, ob er odder sie der
                        schuldt gestendig."</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.2.4">
          <head>[II 4]</head>
          <p> Warauf der richter bei dem beclagten, ob er der schuldt gestendig oder
                        nicht, erkundigung thuen soll und, so der beclagter der schuldt gestendig,
                        soll der richter nach vermugenheit des beclagten und betrachtunge der armoit
                        des clegers macht und gewallt haben, dem beclagten von gerichte und rechts
                        wegen auf zu lagen, den cleger innerhalb vierzehen tagen, einer monatz
                        zeitts, oder zum hoichsten in sechs wochen unverzoglich und unverhindert
                        zubezalen, oder wegen seiner missbezalunge auf die trappen zu gehen und
                        leisten.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.2.5">
          <head>[II 5]</head>
          <p> Wilches dann durch den gerichtschreiber in das gerichte buch, so er in
                        schuldt sachen besonders haben soll, ordentlich vorzeichnet, darmitt er zu
                        jeder zeitt auf erforderunge darvon gutten bericht und nachweisunge thuen
                        konne.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.2.6">
          <head>[II 6]</head>
          <p> Wehr aber sache, das beclagter dem cleger der schulde und seiner
                        auffurderunge fur dem gerichte nicht gestendig, sondern sich zum rechten
                        erpieten wurde, soll er darmitt gefriet und uber seine rechtserpietunge in
                        andere wege nitt beschweret werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.2.7">
          <head>[II 7]</head>
          <p> Es soll gleichwoll in solchen nichtgestanden schuldt sachen und furderungen,
                        alssdann auch in allen andern sachen, so unter zwantzig thaler und sich
                        daruber nicht erstrecken, am untergerichte summarie et de plano mundtlich,
                        und nicht in schrifften durch die procuratorn gehandeltt, die sachen zu
                        schaden und nachteill muitwilliglich nicht verzogen und umgetrieben, jedoch
                        alles, was zu der hauptsachen noitig durch den gerichtschreiber protocolirt
                        und verzeichnet werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.2.8">
          <head>[II 8]</head>
          <p> Als dann auch alle gerichtliche erkentnisse, urtheill und gebott vergebens
                        und umbsonst gesatzt, geordnet und geschehen, wo die selbigen nicht stracks
                        hantgehabt und wurcklicher fullenziehunge gebracht werden sollen, hirumb
                        soll es hinfurter mitt der execution in bekentlichen schuldtsachen folgender
                        gestallt gehalten, die ungehorsamen zum gehorsamen gebracht und die
                        betzalung auf den noitfall aussgezwungen werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.2.9">
          <head>[II 9]</head>
          <p> Wehr es sache, das der beclagter debitor in der im <pb
              facs="http://sammlungen.ulb.uni-muenster.de/hd/content/pageview/s302393" n="146" xml:id="S.146"/> gerichtz buche verzeichneter und imme vom richter bestimpter zeitt
                        solutionis seinen gleubiger nicht wurde befredigen und clageloss machen, mag
                        der cleger nach verlauff solcher zeitt die regierende burgermeister
                        ersuchen, sich dero nichtbetzalunge fur denselbigen beclagen, und den
                        schuldener seiner bewilligung nach auf die trappen zu forderen bitten, der
                        dann alsbalt durch die gaende knechte soll gefordert, und, wo ferner ehr zum
                        andern gebott nicht erschienet, darauff gehalet, von dar auch nicht erlassen
                        werden, er habe dann wegen seines ungehorsambs das bestimpte brockgeldt:
                        burgermeistern und raedt eine marck, den knechten vier schillinge, seinem
                        gleubiger, dem cleger, seine schulde und beweisslichen aufgewanten gerichts
                        kosten zu genoge betzalet. Und soll den knechten sonsten von einem jedem auf
                        forderende vier pfenninge, dem gerichtschreiber vor sein einschreiben und
                        copeien, so er den partien alsbalt darvon mittheilen soll, und dem richter
                        fur sein arbeitt jedem drie pfenninge gegeben werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.2.10">
          <head>[II 10]</head>
          <p> Als dann auch woll etliche der schuldener befunden, die in zeitt dero
                        betzalunge oder wannehr sie auf die trappen sollen gefordert werden, darmitt
                        sie nicht angetroffen, sich abhendig machen,</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.2.11">
          <head>[II 11]</head>
          <p> Gleichfalls, weill wedtwen und junckfrauwen ihrer missbetzalunge halber auf
                        die trappen inzuhalten nicht pflegen gefordert worden, soll bei den
                        regierenden burgermeistern, ob sie durch pfande, odder in andere wege, zur
                        betzalunge sollen angehalten werden, die straffe jeder zeitt verpleiben.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.2.12">
          <head>[II 12]</head>
          <p> Dweil auch vermirchet wirtt, das fast muitwillig von einem jedem urtheill,
                        sonderlich ab interlocutoriis, die doch nicht die wurckunge eines eidt
                        urtheils haben, an burgermeister und radt appelliert wirt und doch befunden,
                        das am undtergericht woll erkandt, und ubel aber appelliert wurden,</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.2.13">
          <head>[II 13]</head>
          <p> Wo nhun solche frevelmutige und muitwillige appellationes, bevor ab von
                        beiurtheilen, die mehr zum verzog und aufenthalt, als forderung und
                        erklerung der sachen furgenommen, ferner gespurett, soll der appellant
                        gedachten burgermeistern und radt in pfeen von funff marcken unnachlessig zu
                        betzalen verfallen sein.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.2.14">
          <head>[II 14]</head>
          <p> Es soll gleichwoll mitt diesser beiordnunge dero gerichtzordnung in allen
                        andern ihren puncten, clausuln, meinungen und inhaldt nicht benommen, in
                        massen hergebracht, nach derselben gerichtett, gehandelt, verfaren
                        werden.</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
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