Anton
Gnirs
(Hg.)
Das Görzer Statutbuch. Eine deutsche Ausgabe der Friauler Constitutiones des
Patriarchen
Marquard als Görzer Stadtrecht seit dem 15. Jahrhundert.
(Wien
1916)
Heino
Speer:
Digitale Version (2014)
und Revision (2023)
Über das Vorhandensein einer alten Handschrift des Stadtrechtes für Görz, das noch in
die Zeit vor der habsburgischen Herrschaft zurückreicht, bringt die Literatur bisher nur
ungenaue Nachrichten, die A. von Luschin in seinem neuen Handbuch der österreichischen
Reichsgeschichte über diese aus mehr als einem Grunde bemerkenswerte Rechtsquelle
zusammengestellt hatN.1.
Franz Graf
CoroniniN.2, der die erste Nachricht darüber bringt,
teilt mit, daß sich in Görz das Manuskript einer deutschen Ausgabe der Marquardischen
Constitutiones befindet. CzoernigN.3
führt darüber weiter aus, Görz hätte als sein städtisches Statut die vom Patriarchen
Marquard in drei Folgen (1366-1371) herausgegebenen Constitutiones patriae Forojulii
übernommen. Unter dem Titel „Staatspuech" habe sich eine alte deutsche Übersetzung
dieses Stadtrechtes auch erhalten, die als Handschrift noch in Görz vorhanden sei. Bei
meinen eigenen Nachforschungen über Verbleib dieser Handschrift dankte ich im Jahre 1908
Professor M. Kurschen in Görz einen Einblick in
| Seite P.4| seinen kleinen
Archivbestand der ihm unterstehenden städtischen Bibliothek, wo er mir in einer Sammlung
Görzer Urbare (16. bis 18. Jahrhundert) auch ein Manuskript des gesuchten Stadtrechtes
zeigen konnte. Gelegentlich der mir übertragenen Bergung von Denkmalen aus der von den
italienischen Kanonen seit dem Sommer 1915 unaufhörlich beschossenen Stadt Görz konnte
im November 1915 aus der städtischen Bibliothek wenigstens ihr ältester
ArchivbestandN.4 in Sicherheit gebracht werden. Dieses Bergungsunternehmen machte mir
auch die Handschrift des „Görzer Statutpuechs" neuerdings zugänglich, das ich zunächst
in der Absicht sofort kopierte, um der Erhaltung seines Inhaltes gerade in diesen Zeiten
eine weitere Gewähr geben zu können. Einer Anregung des Herrn Hofrates Dr. A.
Luschin von Ebengreuth folgend, dem ich wie dem Herrn Hofrat Dr.
Oswald Redlich und Herrn Universitätsprofessor Dr. Hans von
Voltelini
| Seite P.5| auch manche wertvolle Weisung herzlich danke, entschloß ich mich, mit der
Bewilligung des Stadtmagistrates zu Görz zur Drucklegung der Handschrift des
Statutes.
Die vorhandene Abschrift des Görzer Stadtrechtes ist in einem Volumen (Einband aus der
ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit dem Titel „Alter Görzer Stattutt"), 21.5 cm x
31.5 cm groß, enthalten. Auf den altnumerierten Folien 1-70 ist in 141 Rubriken das
Stadtrecht eingetragen. Folium 71 und 76-80 fehlt, Folium 72 bis 75, 79-80 enthält
landesfürstliche Verordnungen vom Jahre 1537 und 1542 über das Baurecht in bäuerischen
Siedelungen und Ablösung baulicher Herstellungen, über Entschädigung für Bann- und
Rebpflanzungen auf heimgefallenen HubenN.5. Darauf folgt
auf Folium 87-92 der Index des Statuts „Die Tafel des Statutpuechs" und schließlich als
Anhang auf Folium 94-99 der „Herrn-Anschlag in Krain" mit Zusätzen zur Bestimmung von
Steueransätzen im Görzer Land.
Nach der Eintragung auf dem Titelblatt ist das erhaltene Statut eine in der Mitte des
16. Jahrhunderts für den Görzer Bürger Lucas HolzaphelN.6 hergestellte Abschrift nach dem in deutscher Sprache
abgefaßten Original, dessen Fassung allem Anscheine nach wohl noch in die letzte Zeit
der Görzer Grafen zurückgeht, wobei eine letzte Redaktion anläßlich der Bestätigung der
Görzer Rechte und Freiheiten durch König Maximilian im Jahre 1500
stattgefunden haben dürfte. Daß dieses Görzer Statut, abgesehen von manchen Abänderungen
in der Rubrikeneinteilung, Kürzungen neben geringen Zusätzen eine deutsche Ausgabe der
Constitutiones patriae Forijulii des Patriarchen Marquard für die
Görzer Grafschaft bildet, ist schon früher angedeutet worden. Ob aber der Übersetzer und
Bearbeiter
| Seite P.6| einen der frühesten Texte zur Vorlage benützt hat, möchte ich
noch dahingestellt sein lassen, bevor nicht das Verhältnis des Görzer Statutbuches zu
der Friauler Ausgabe der Constitutiones festgestellt ist, die im Jahre 1484 in Udine in
Druck gelegt wurde. In diesen Tagen eine dahin ausgehende Untersuchung vorzunehmen,
daran hindert mich heute die Unerreichbarkeit dieses seltenen Druckwerkes. Zu einem
Vergleich sind auch dem mitgeteilten Text des Holzaphlschen Exemplars des Görzer
Stadtrechtes die bezüglichen Titel der entsprechenden Rubriken aus den Constitutiones
nach der Ausgabe von V. Joppi [WorldCat-Eintrag 03.05.2014 H.S.] in den Randnoten beigefügt. Laibach, im
Dezember 1916. A. G.
Auf diesem Blatt steht neben einer späteren Wiederholung desselben Titels noch von
der Hand des Schreibers eine Note in einer Geheimschrift und in griechischer Schrift
der lateinische Spruch: „Inter presentes deus est ubique potentes".
| Seite 2|[leere Seite]
| Seite 3|
Marguart, von gots genaden des heiligen stuels zu AglajN.1 Patriarch, empeuten allen unnd jeden edleuten und
andern christenleuten, in was standt die sein, unseren unnd unnserer kirchen zu Aglaj
unnderthannen unsern grues unnd segen. der aller hochst von himel hat beschaffen die
gerechtigkhait und dieselb begabt mit manigerlei tugenden, davon entspringt alle
guetheit und schidung aller krieg unnd rechten. damit aber die richter unnd urtailer
und versprechen in rechten unnd ander leut solich krieg unnd wandlwartigkheit der
recht dester pass mugen versteen, haben wir angesehen solichen mangl unnd für unns
erfodert zu unnser schloss unnd offne landschran zue WeidenN.2 unnser prelati, edleut unnd die ganz landtschafft
als auf den heutigen tagN.3, die
dan solichen mangl, alte gewonhait unnd landsprechen mit sambt unns aigentlich
furgenomben haben, unnd mit ratt etlichen hochgelerten doctor unnd edleut, auch der
ganzen landtschafft worden verneut und nach ordnung der gesezten recht all alte
unpilliche gesaz unnd gewonhait worden aufgehebt unnd gepessert unnd von neu von
stugkh zu stugkh worden all ordnung in rechten und landsrecht in das gegenwurtige
statpuech, wie hernach gesezt, stat unnd mit fleiss gemacht, unnd zu betrachtung
solicher ordnung gesezt unnd landsrecht worden. von unnsern unnd der ganzen
landschafft wegen darzue erwellet die hochgelerten doctorn Hanns von Perkh
von PeternN.4, doctor
in geistlichen rechten, herr Jacob von PortograuarN.5, doctor in gesazten rechten
yez unnser anwaldt in weltlichen sachen. unnd die prelaten ires tails
| Seite 4| erwelten darzue herrn Reymunden von WeidenN.6, doctor in geistlichen
rehten, aber die castelherrn unnd edleut irestail erwelten darzue herrn
Simon von CoconeaN.7 unnd herr Anndre von ArtenisN.8. das camaun zu Aglay erwelt
Jacobn, weylandt maister Leonharts schmid sunN.9 unnd Franzesco notari von
ZibidathN.10. das camaun von Weiden erwelt herr Artolfen weilandt
des Gibertn sunN.11
von Weiden, doctor in gesazten rechten, unnd Hectoren weillandt Oderrikhen
sun von FillibinN.12. das camaun von
Clamaun hat darzue erwelt herr Meinhartn weilandt des Zuanin von Clamaun
sunN.13. dieselben
erwelten haben wir mit sambt der ganzen landshafft, also fur treu, weis unnd wolgelert
darzue bestat unnd aufgenomen unnd haben den bevahlen unnd voln gewalt geben, die
alten gesez, die yezt feyern unnd man nicht halten will, unnd auch etlich neue gesez
an etlichen puncten unnd enden zu pessern, auch etlich pöss und unreht, alt gewonhait
unnd ordnung zuverihten, wo sie bedungkht, das die nicht recht gemaht sein unnd mit
hilff des allmehtigen gott, das sy erfunden unnd ordneten auf das pest, als sy khundtn
oder mohten. nach solcher bevelchnüs die vorerwelten mit zeitigen ratt haben gemacht
die statut unnd ordnung in gegenwurtigen puech, hie hernach geschribn, dieselben wir,
unnser rat, die ganz landschafft haben aigentlich beschaut und mit fleiss verhort unnd
vernomen. unnd angesehen, das die an in selben wol unnd recht gemacht sein worden zu
einem gemain nuz aller unnd yedlicher unser unnderthan unnser heiligen kirchen zu
Aglaj, darumb zu lob und eer des almechtigen gott, der hochgelobten jungfrauen mueter
Maria unnd allen heiligen unnd unnser haubt herrn sanndt Mochor und FortunatN.14, auch mit rat unnser landtschafft oder
landleuten haben wir zu dem heutigen gesezten landtag die bestatigt unnd geschaffen zu
haben, inmassen wie hernach nagst gschriben steett.
Wir sezen und ordnen, auch bestatn unnd sprechen zu khristen
| Seite 5|
alle unnd yede hie hernach geschriben gesez unnd ordnung unnd wollen, auch gepietten
allen unnd yeden unsern underthanen unser kirchen zu Aglaj, damit sy solich gesez und
ordnung im rechten unnd ausserhalb recht prauchen unnd darnach richten unnd die
unverugkht unnd ungeergert, stat unnd vestigkhlich mit fleiss halten, nicht angesehen
ander gewonhait unnd sazung, die vor gehalten sein worden unnd die mit den
nachgeschribnen ordnungen sich nit geleichen, welich als geschriben ordnung unnuz unnd
unrecht, uberflissig unnd schedlich wir vernichten und aufheben, unnd mit urkhunt
solicher geschrifft und vesstigung gegenwurtigkhlich als yezo vernichten unnd
widerrueffen.
Wir sezen unnd ordnen, dass man zu aller tagen an rechten soll unnd mag sizen unnd
mag ursach verhorn, ausgenomen die hernach geschriben tag unnd feyer.
Item zum ersten an sandt Thomastag anzuheben unz an der heiligen dreyer künig
tag soll man nicht sizen zu reht. Item an den fünf unser frauen tag als zu unserer
frauen enphehung und unser frauen gepurt und verkhündigung unnd unserer frauen
liechtmess und unser frauen schidung.
Item zu allen zwelf potten tag und zu der heiligen vier evangelisten
tag.
An sandt Agnesentag,
an sandt Paulus bekherungtag,
an sandt Blasentag,
an sandt Agathatag,
an sandt Peters stüelungtag,
Item von dem suntag vor dem fashangtag piss auf den ersten suntag in der
fastn.
Item an der heiligen vier lerer tag: als sandt Gregoritag, sandt Ambros, sandt
Augustin unnd an sand Jheronimetag.
An sand Benedictn tag.
Item von dem palmsuntag anzuheben unz aht tag nach den heiligen ostertag
| Seite 6|
an sand Jorgtag. an sandt Marcustag,
an sandt Philip und Jacobstag,
an des heiligen creuz erfindungstag,
an dem heiligen aufarttag.
3 Item an den heiligen phingstag mit den heiligen
nagsten zwaien tagen, die nah den phingsten volgen.
An Gotsleihnamstag,
an sandt Johans Gotstauferstag,
an sandt Margarethentag,
an sandt Maria Magdalenatag,
an sandt Mochor unnd Fortunatntag,
an sandt Johans enthaubtung tag,
an sandt Peter pandt,
an sandt Anthoni von Wien tag,
an sand Lorenzentag,
an des heiligen creuz erhohungstag,
an sand Franciscntag,
an sandt Dominigkhntag, an sandt Mihelstag,
an aller heiligen tag, an aller seeln tag, an sandt Lucatag,
an sandt Niclatag, an sandt Ursulatag,
an sandt Mertentag, an sandt Katereintag.
an welichen obgeschriben tagen zu lob und eer des almehtigen gott soll die ordnung
des gerihts aufhorn und feiern. Item von des schnits wegen der frucht sollen die recht
feiern acht tag vor dem manat Julio unnd acht tag darnach im demselben monat
Julio.
Item von des lesen wegen sollen die recht feiern funf tag vor sandt Mihelstag unnd
fünfzehen tag nach sandt Mihels tag, ausgenomen ob in denselben schnit oder lesen ain
gewalt ainem geschah, darumb mag man woll zu recht sizen.
Wir sezen und ordnen, das ain yeder anwalt oder richter des patriarchen zu allen
rechtagen, so man glokhen zu dem rechten leitet,
| Seite 7| dan zu handt
derselb anwaldt oder richter sol nidersezen unnd an die statt des gerichtsstuel unnd
dasselb soll er sizen unnd nicht anderstwo. unnd dan der herschafft notari oder
welchen der richter darzue erwelt hat, sol auf ein zedln aufschreiben all, die sich zu
dem rechten stelln. und sol kheinen aufschreiben, der sich zu dem rechten niht
gestellt hat pei peen zwainzig schilling. dieselben dann, die sich also zu recht
gestellt haben und in den rechten zu schaffen haben, sol der richter nach einander
nach laut der zedln lassen fürrueffen und nacheinander fertigen. unnd was nach
solichen leuten ausgeruft wirdt, dasselb soll khrafft haben, ob baid thail gegenwürtig
sein oder der andere aus ungehorsamkheit nicht het welln stelln. doch ob der
ungehorsam sich stellt, dieweill der richter sizt, so soll der richter denselben
danocht horn, doch also das er an seiner statt bezal von seiner ungehorsambkheit wegen
dem widersacher zu peen vierzig schilling oder phening unnd die zerrung von des redner
unnd noderlon wegen als für den heutigigen tag. unnd ob der ungehorsam des niht thuet,
so sol er nicht gehort werden unnd die erkhantnus von seiner ungehorsamkheit wegen
soll crafft haben. ob aber der ungehorsam solich peen pezalt unnd will seinen rechten
nachkhomen, so soll er gehort werden, ob halt sein widersacher, dem die peen feilt,
von dem 4 rechten abgeschiden wäre. unnd was dan beschieht,
das sol krafft haben, doch von der benanten peen wegen sol das crafft haben mit
unnderschaid, ob geweist wirt die ladung unnd das der widersacher alles das gethan
hat, was sich zu recht gepürt. unnd die urtailler die sach der ungehorsambkheit solln
schazen, nachdem unnd die ungehorsambkheit an ir selbs sich verlauffen hat.
Wir sezen unnd ordnen, das der patriarch oder sein vicari mag verlangen einen tag
unnd nicht mer in gegenwurtigkheit oder abwesen eines tails oder des andern, und das
die rechtstag, die ainst verlangt werden, nicht mehr verlengt sollen werden. es
gescheh dan mit paider thaill willen unnd der richter ist schuldig die aufgeschoben
tag zu dem ersten aufrichten vor andern ursachen, die im rechten hangen. unnd solchs
soll stat haben umb hangundt ursach im rechten.
| Seite 8|
Wir sezen unnd ordnen das khain redner, der aines gerechtigkheit unnd gehaimb
unnderweist ist, der sach, darumb er unnderweist ist, mag und soll er dem widertaill
nicht mugen reden, der des widersacher ist, der in unnderweist hatt. doch also ob der,
der in unnderweist hat, in zu einen redner darumb gepeten hat unnd haben hat welln.
anders hat er in nit gepetn, so mag er dem andern thaill das wort ungestrafft woll
reden. auch ob sach sich begab, das ein yeder thail sprach, wie er den redner
unnderweist unnd gepettn hat, dan so stet es zu des redners aid, der sol sein aid
thuen pei peen vierzig phenning dem gericht oder dem hoff verfalln unnd daselbst pei
seinem aid bekhennen, welcher im zu dem ersten underweist unnd zu einem redner gepettn
hat. unnd dan dem ersten soll er das wort reden.
Angesehen das offt vill tag werden verlangt von der redner wegen, die offt zu vleiss
sich von dem rechten schaiden unnd darzue nicht khomen, darumb wir sezen unnd ordnen,
das in einer yeden ursach, alslang die hangt, von aines redner wegen khainen taill
mag, noch soll mer tag haben als drey, unnd so er drei rechtag von des redner abwesen
gehabt hat, so mag er dan kheinen tag der sachen halben mer haben unnd solch tag
sollen geweist werden durch das gericht oder die geschrifft. unnd soliches soll stat
haben auch in den gedingten ursachen unnd in den sachen, die in den scherm gelegt
werden, umb die haubtsach auch in hangunden ursachen. mer ob sach ist, das einer einen
tag begert, von eines redner wegen, den er nit haben mug, unnd doch dersels redner zu
demselben tag, als man zu recht gesessen ist, vor recht gewesen ist, darumb soll man
khein lengere frist geben. es war dan eehafft nott, die dan geweist soll werden unnd
durch die beysizer sol erkhent werden, dann mag man lenger frist geben. doch ob
derselb vor drei tag gehabt hat, als oben steett, dan sol er khein frist mer haben.
| Seite 9|
Wir sezen unnd ordnen, das khein redner, noch kheiner, der in dem rechten steet, soll
kheinerlei straflichs oder verfangens wort einreden wider die urtailler, sonnder wan
die urtailler anheben zu urtailln, soll ein yeder, der im rechten steet, stilschweigen
unnd die an ihrer urtaillung unnd leuterung der urtl lassen offnen, nachdem als im got
die gnad verlihen hat. unnd wer wider solch aufsazung thuet, der ist fellig vierzig
phenning in das spitall armen leuten, wo das recht geschicht unnd soll derselb
peenfaliger nicht gehort werden, dieweil er solch peen nicht bezallt hat. auch
alsbaldt die redner ein sach zwier erzellen oder ander, die im rechten steen, unnd ir
wort selbs reden, dan soll der richter mit beiden taillen schaffen, damit sy still
schweigen. unnd so solch geschafft gethan ist, soll darnach khainer reden, noch nichts
mit worten zusezen und die urtailer iren in kheiner sach. unnd das auch bey der
obgemelten peen auch all redner, die in der stat wonnung haben, darin man das recht
besizt, solln von dem rechten nicht weichen, noch geen an urlaub des richter, dieweil
der richter am rechten sizt, auch bei der obgemelten peen. unnd sol derselben kheiner
nicht gehort werden, hinz er die peen bezalt hat, wo man die in ein spital bevilcht zu
geben.
Wir sezen und ordnen, das ein yeder aufgenomner noder in den rechten sol seinen aid
thuen auf das heilig euangeli, so er aufgenomen wirt, damit er treulich unnd
ungeverlich an all neid, muet, pet unnd lieb aufschreiben will alles das, was
beschieht in dem rechten, unnd das sein ambt antrifft und berürt unnd die zeugnuss
aufschreiben, unnd damit er soliche bekhantnus nit offne an geschafft unnd erkhantnus
des gerichts oder richter, unnd was der patriarch, sein anwaldt oder richter mit ime
schafft unnd ime bevilcht, das er dem nachkhom unnd treulich aufrichte, und das er
haimblichait oder was schaden pringt, dem patriarchen oder seinem anwalt unnd richter,
wol in gehaimb bei im halten. unnd ob yemand rat von ime begert,
| Seite 10| dem sol er treulich ratten. solchen aid ist ein yeder schuldig zu
thuen, der schreiben will im rechten. anders sol man in nicht lassen schreiben.
Wir sezen unnd ordnen, das in kheiner ursach, die dan stet in rechten, zwen noder
nicht aufgenomen sollen werden zu schreiben, sonder baid thaill solln sich ainigen zu
verwelln ainen nader, der in der ursach schreibt. unnd ob baid theyll sich nicht
ainigen mugen umb ein nader, so soll das gericht ain unverdachten baiden thaillen
darzue erwelln, und ob der verdachtnus ainer oder der ander recht heten, das sol mit
urtl erkhent werden. doch ob ein noder nicht anhaim ist, der in einer ursach schreibt,
dan mag das gericht ainen andern an seiner stat erwelln zu schreiben in derselben
ursach.
Wir sezen und ordnen, das die noder, die schreiben in den rechten, sollen alles das,
was gesicht in rechten ain yedes stugkh nach den andern ordenlich schreiben unnd nicht
manigerlai ursach einmischen zwischen den andern pei peen vierzig phening dem gericht
verfallen, auch angesehen, das all geschehen ding im rechten paiden taillen gemein
sein solln, ausgenomen die bekhantnus der zeugen, dieweill die nit gefürt sein worden,
darumb ein jeder taill mag in den rechten unnd ausserhalb des rechten solich geschehen
ding bei dem noder beschauen und der ein copi nemen. und so der noder sein aufgesezten
lon darumb hat, so soll er solch sach zaigen unnd der einen yeden taill copi geben
unnd daran khein noder soll niemant verziehen unnd mag solich copi geben unnd solichs
zaigen in gegenwurtigkhait oder in abwesen aines tails oder des andern.
| Seite 11|
Angesehen das von versaumbnuss der noder offt viel krieg gemert werden, darumb ist
geordent worden, das ein yeder noder der verlauffen sach in rechten, so der ein copi
erkhant ist und der noder darumb sein lon hat, solich copi der noder an vierziehen ist
schuldig zu geben und auszurichten, so das an in begert wird, pei peen vierzig phening
dem gericht verfalln. unnd dem dan der noder verzogen hat, dem sol man ein lengern tag
geben vorzubehalten, ob den noder ehehafften not hete geirret, darumb den noder zu
gelauben ist pei seinem aidt. doch hat derselb vom noder solich copi nit begert oder
seinen lon im darumb nit geben het, davon sol er khain lengere frist haben. und ob man
an den noder begert etwas zu schreiben, so soll der noder darumb sein bezallung haben,
derselb nem die geschrifft von im oder nicht.
Wir sezen unnd ordnen, das ein yeder noder in dem rechten schreibt, nicht mug, noch
soll versprech sein in ursachen, darumb er vor als ein noder geschriben hat, oder in
ursachen seiner nagsten freundt, geschwistran hinz auf die ander sipp. unnd welcher
noder dawider thuet, der ist fallig ein halb markh schilling halben taill dem gericht
unnd halben dem, dawider er geredt hat.
Wir sezen und ordnen, das khein noder kheinerlai hanndlprief oder instrument mündlich
nit petrachten, noch machen soll, sondern
| Seite 12| der noder, so man
in pitt etwas zu verschreiben, dan sol er vernemen, wie man im das angeben hat unnd
aigentlich erforschen, damit baidthail umb solich hanndlung ganz ainig sein. unnd so
paldt peid theil ganz geaint sein, davon soll der noder sein quatern nemen und
solichen prief oder instrument in den quatern schreiben unnd nicht auf zedln. unnd so
er solches in den quatern geschriben hat, dan sol er in gegenwurtigkheit der zeugen
unnd paidthail solchen hanndl unnd geschrifft von wort zu wort auslegen unnd offnen.
unnd welcher noder solchs nit also thet, der ist peen fallig ein markh schilling der
herschafft, darunter er gesessen ist, als oft er darüber thut. doch solich ordnung hat
crafft allein drey manat nach offnung derselben instrument. damit aber soliches dester
pass gehalten werd, ist gesezt worden, welcher noder auf zedln schreibt und nicht ein
offn ingepunden quatern mit vierzig pletern hat, darin er schreibt, der ist fellig
vierzig phening dem gericht. unnd ob ein noder einen quatern für recht pracht, der nit
also zuegericht war, oder geschrifft auf zedln fürpracht, der ist fällig ain halb
margkh schiling dem herrn, von dem solches also fürpracht ist worden.
Wir sezen und ordnen, das ein yeder, der gewalt von einen andern an sich nimbt, in
was sach das sei, oder von welchen solchen gewalt er auf sich nimbt, oder ein yeder,
der gewalt von im gibt oder einen andern sein gewalt an seiner stat gibt, der sol zum
minnisten pei funfunndzwainzig jarn alt sein, doch ob ein waiss ainen gewalt von im
geben wolt, der sol zu dem mindisten pei zwelf jarn haben unnd solichen gewalt, als er
von im gibt, pei seinen aid bestaten. ob aber ein anwaldt oder richter von einem
weisen wegen oder ains andern wegen ainen zweinen gewaltiger oder procurator sezt, der
sol auch zu dem mindisten funf unnd zwainzig jar haben und wer also in einem altar zu
einem procurator gesezt wirdt, das hat crafft. auch ist zu merkhen, ob ainer in allen
seinen sachen procurator sezt, so ist nicht dan notturfft sonderhait in den
gewaltsprieff zu sezen und mag darpei der zuesaz beschehen, das ein procurator oder
gewaltiger mag ainen andern an sein stat sezen nach
| Seite 13| laut
desselben gewaltsprief mit besliesung, dass der sol mit treuen an aidstat geloben, war
und stat zue halten, was sein gewaltiger procurator einer oder mer anstat sein
aufrichten, unnd sich darumb verpindt mit allen seinen guetern etc. unnd ob der
procurator gegen dem, den er verclagt hat, das recht verleust unnd schaden
daraufgieng, das khombt dem selbstscholln zu schaden unnd verlurst unnd nicht dem
procurator. und ob einer recht behabt gegen ainen procurator ist gleich soviel als er
das gegen dem selbst scholn gehabt hat, ob sach ist, das er darumben einen genuegsamen
gewaltsprief gehabt hat.
Wir sezen und ordnen, das man nit schuldig ist, copi zu geben des gewaltsprief unnd
ladprief, wie die gemacht sein, so man in gegenwurtigkhait baider thail oder des
widerthaill die gemaht hat, sonder dieselben prief solln gelesen werden und beschaut,
ob die zu recht genueg sein. ob man aber ein gewaltsprief inerhalb oder ausserhalb in
abwesen des widerthail gemacht hat, dan mag der widerthaill ein copi desselben priefs
begeren unnd nur auf den dritten tag darumb frist haben, dawider zu reden. und ob er
auf den dritten tag nichts dawider redt, dan sol er der sachen halb nit mer gehört
werden.
Wir sezen unnd ordnen, das ein yeder, der anstat eines andern als ein procurator oder
gerhab für recht khombt umb was sach das sei oder umb verantworten, derselb ist
schuldig zu dem ersten rechtstag al sein khundtschafft furzepringen, damit er weisen
mög, an was stat er für recht khombt, und dieselben prief erzaigen. und ob der
widerthaill an steender stat solicher prief copi nicht begert,
| Seite 14| so sol er darnach nicht umb die sach gehort werden, ausgenommen, ob
ein redlicher ausszug gemelt wurd zu rechten zeiten. darumb sol man denselben nachhorn
unnd darnach solln solich khundtschafft beschaut werden, ob die zu recht genueg sein.
unnd solichs sol gehalten werden in ursachen, als man dem verantworter copi geben
soll, auch ander brief, die durch den anclager fürpracht werden und die zu dem rechten
diennen. und der die ainst mit einander fürpringt in dem rechten unnd so der
verantworter der copi also an steender stat, als oben steet, nit begert, sol er auch
verrer khein tag darumben haben. auch desgleichen soll widerumben gehalten werden, so
der verantworter wider den anclager etwas fürpringt zu recht unnd der anclager solcher
fürprachten khundtschafft nicht begert an steender stat unnd zu rechter zeit. unnd
soliches alles sol stat haben in hangunden ursachen und kriegen.
Auch ist zu merkhen, das man gewaltsam prief ist schuldig zu weisen zu einem yeden
rechtag, so das durch den widertail begert wirt. und denselben gewalt mag man weisen
durch ein offen instrument durch ein noder geschriben, das dan solicher gewalt inhalt,
oder durch der noder quatern, darin solcher gewalt aufgeschriben ist, und wer solches
also weist, das ist genüegsam geweist. und dem noder ist darumb zu glauben unnd dem
widerthail er nicht schuldig ist copi solicher weisung zu geben.
Wir sezen unnd ordnen, das ein noder, der in denn rechten schreibt, so fürpracht
werden die gewaltsprief, dan sol er in das rechtpuech schreiben zuerst die namen der,
die solichen gewalt vonn in geben haben, unnd den nam des procurator. darnach sol er
aufschreiben die sonnderhait der ursach, darumb der gewalt aussgangen ist, oder ob er
umb all sein sach den gewalt von in geben hat, nach laut der fürprachten gewaltsbrieff
unnd die jarzall, den tag des gewaltbrieffs unnd namen des noder, der solichen gewalt
geschrieben hat. unnd so ainst dann solicher gewalt also bestat ist unnd
aufgeschriben, so ist das zu recht genueg für den procurator
| Seite 15| unnd die der procurator an seiner stat sezt; ausgenommen, das man den procurator
verwerffen wolt, damit er solicher ursach halben solichen gewalt nit auf sich hat
nemen mugen, dieselb ursach dan mit urtl furgenomen sollen werden, ob die redlich sein
oder nit. unnd solche bestatung der gewaltsprief, also ingeschrieben, sol kraft haben,
ob halt der gewaltsprief darnach für recht nit mer khombt.
Wir sezen unnd ordnen, das ein yeder procurator, er sei anclager oder verantworter,
so er soliches gewalts sich angenomben hat unnd zu dem rechten nicht khombt, dan mag
er in furwenden und mit rechten darzue halten, das er solches recht für alles er sich
angenomben hat. unnd so er also darzue gehalten wirt, was dan geschicht mit in oder
wider in, das hat crafft als wider ein rechten procurator, ob er halt die procurej
aufsaget unnd doch nit recht ursach hat, die aufzusagen. hat er aber recht ursach, die
aufzusagen, das sol mit urtl erkhendt werden, doch ausgenomen, ob derselb scholl
solichen gewalt offenlich widerruefft hat. auch ein yeder procurator mag kheinen tag
haben sich daselbs zu berattn mit demselb scholln, wan so er des gewalts sich annimbt,
soll er fleiss haben, sich daselbs mit demselb scholen zu beraten der sachen halben.
unnd solchs sol auch stat haben in hangunden ursachen.
Wir sezen unnd ordnen, das so ainer einen procurator widerrueffen will, so sol er zu
ainem noder geen unnd den widerrueffen, unnd solichs durch den noder lassen
verschreiben in den quatern der recht. unnd ob es annders geschieht, so hat es nicht
crafft. auch mag man zu recht furladen denselb scholln oder procurator, unnd ein
yeder, der für recht khombt, es sey derselb scholl oder
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procurator, der mag das recht fuern unnd noch derselb scholl, noch der procurator
mogen nicht tag haben sich zwischen einander beraten.
Wir sezen unnd ordnen, das kheiner under zwainzig jarn mag anclager, procurator oder
gerhab zu krieg unnd ursacher sein, unnd was mit solchen unnder zwainzig jarn
geschicht in recht, daselb sol nit crafft haben unnd nichts sein. ain yeder aber der
zwainzig jar alt ist oder hinüber, der mag solchen gewalt an sich nemen halt wider
seines vatter oder regierer willen. doch des vattern güeter solln sein darumb
unverpunden.
Wir sezen und ordnen, ob sach ist, das von etlicher gelter wegen oder von farennder
oder ligender hab wegen oder annder sach wegen, die weisen antrefendt, ist noturfft
ain gerhab. alspaldt das notthuet oder man eines begert, dan zu hanndt soll man darzue
einen gnüegsamen gerhaben sezen von gerichts wegen durch den richter, vor dem es
begert wirt, denselben weisen, die es begert haben. unnd man soll haischen umb die
nagstn freundt der waisen von vatterlichen stam unnd ein andern von der mueter. ob
aber khein treulicher unnd gnuegsamer zwischen der freundschafft ist, dann sol man
einen frembden darzue halten unnd erwelln. unnd welcher also darzue erwelt wirt, dem
sol man es zu wissen thuen zu hauss unnd zu hof zu zwayen malln als offt rechttag
frist, damit er persondlich für recht khomb und solicher gerhabschafft sich annemb
oder entschlahe unnd sag ursach, darumb er sich der nicht annemen mag. oder aber in
den penanten zweiyen fristen derselb gesezt gerhab nicht für recht khombt unnd sagt
auch nicht ursach, warumb er der sich nit annemen mag, dan an alle ausred soll man mit
peen denselben darzue halten unnd mit im durch gericht schaffen unnd in
| Seite 17| phenden umb die peen, alslang unz er sich solcher gerhabschafft
annimbt. khombt aber der erwellt gerhab in den benanten fristen für recht unnd sagt
ursach, warumb er sich solicher gerhabschafft nit annemben mag, unnd ob die ursach
gerecht ist, das soll durch urtl erkhent werden unnd in dan solicher sorg vertragen.
ist aber die sach an ir selbs, darumb er sich aufnimbt, unrecht, dan sol man in darzue
halten, inmassen als oben steet. doch khein gerhab sol, nach mag mit den weisen nicht
kriegen, des er gerhab ist, dieweil die gerhabschafft werdt, danaht den gerhaben sein
recht angegriffen, das inn darumb khein verjarung nit laufe, sonnder sein recht gegen
den weisen in seinen stannd beleib, dieweill unnd also lanng die gerhabschafft
werdt.
Wir sezen unnd ordnen, wan ein gerhab gesezt wirt nach laut der nagst verschribnen
ordnung oder durch ain geschafft, dan von den tag als der gerhab der gerhabschaft sich
angenomben hat, über funfzehen tag darnach zu raiten, sol ein offen beruefen beschehen
vor dem hauss des todtn, des die guetter gewesen sein, in solicher laut, ob etwo ainer
wär, der da mit unnd dabei wolt sein, das der inventari der güetter weillandt N.
gemaht oder aufgeschriben werde, der khomb auf den bestimten tag darzue zu beschauen,
wie derselb inventari gemaht wirdt. unnd so derselb inventari gemaht ist, dan sol man
den in frist der benanten funfzehen tag ofnen vor gericht. unnd ob die gerhaben nicht
also den inventari gemacht haben, dan mag man wider sy treiben, als wider die, die
kheinen inventari gemacht haben. doch das khein anclager oder gerhab nicht sol
inventari machen zu kriegen oder damit daraus krieg werd im rechten.
Wir sezen unnd ordnen, ob ein gerhab von der weisen wegen wolt seinen gewalt einen
anndern geben der weisen recht zu treiben
| Seite 18| unnd volfuern,
dan so er solichen gewalten von im gibt unnd den weisen, der er gerhab ist von solichs
procurators wegen, als er gesezt hat, schaden daraus ergieng, denselben schadn der
gerhab, der solichen gewalt von in geben hat, ist schuldig von seinen aigen guettern
den weisen ganzlich abzulegen unnd soll solichs in denselben gerhaben schaden geen
unnd die waisen oder der er gerhab ist, darumb khomen, schaden tragen. und solichs sol
crafft haben in vergangen, hangunden unnd auch khünfftigen ursachen.
Wir sezen unnd ordnen, das ein yeder, der in einen geschafft zu gerhaben gesezt wirt,
also das derselb gesezt dapei ist unnd das nicht widerspricht, dann zu handt mit
solcher verwilligung hat er sich der gerhabschafft angenomen unnd soll für ein
gerhaben gehalten werden, ist er aber bei solichen geschafft nit gewesen, doch zu
hanndt als im solichs zu wissen wirt gethan, ist er schuldig in zehen tagen darnach
soliche gerhabschafft anzunemen oder entschlahen nach laut desselben geschafft und der
vorgeschriben ordnung. Item. all gerhaben, wie die gesezt unnd erwelt sein worden,
sollen von dem tag, als sy sich der gerhabschafft angenommen haben, in dreissig tagen
darnach einen genuegsamen noder ainen inventari lassen machen, inmassen als hernach
geschriben steet. Item. zu dem ersten, er soll aufschreiben lassen all farundt unnd
ligundt hab, all geltschuld, ursach und gerechtigkheit derselben waisen oder annder
verthuenden oder unsinigen leuten, als er gesezter gerhab ist. Item. zu dem andermall
so man solichen inventari aufschreibt, soll man derselben weisen oder unweisen nagst
freundt zwen, ainen von vattern, den annderen von mueter darzue rueffen, unnd ob die
solich freundt nit haben oder hetten, dan das gericht sol der nagsten nachpern zwen
desselben todtn, als das guet gewesen ist, darzue schaffen unnd erwelln. Item. zum
drittenmall, so sol derselb gerhab nach den benanten dreissig tagen acht tag darnach
mit sambt den zwayen, die dapei gewesen sindt, vor offnen recht solchen inventari
offnen. welcher gerhab aber, als oben steet, das inventari nicht volpringt, dan mogen
die, den
| Seite 19| von den guet schuldig ist oder die zu der
erbschafft zu sprechen haben, den gerhaben fürwenden. unnd ob er etwas ausricht zu nuz
der weisen, des solln die waisen genuessen. hanndlt aber etwas er zu schaden der
waisen, des solln die waisen nicht entgelten, unnd denselben schaden mag man bekhomen,
unnd sol bezalln der gerhab von seinen güetern. doch wan die zeit verrügkht ist, darin
man den inventari nach laut der obgeschribnen ordnung gemacht durch den gerhaben sol
haben, dan die gelter oder die nagsten freundt mugen solchs vor recht wider den
gerhaben anpringen unnd man sol demselben gerhaben darnach absezen unnd einen andern
erwellen. unnd was der unfleissig gerhab dardurch den weisen schaden gethan hat,
denselben schadn ist er den weisen schuldig abzulegen unnz auf ein phening. unnd ob
ein gelter oder ein ander gerechtnt hat mit den unfleissig gerhaben abgeseztn unnd nit
ganz mit im volgendt hat, so soll er mit den weisen das recht von neuen anheben unnd
soll nit geniessen der tag unnd recht, als er mit den unfleissigen gerhaben gefürt
hat. unnd ob er desselben recht, als er gefürt hat mit den abgesezten unfleissigen
gerhaben, icht schaden benomen hat, denselben sol er suechen zu demselben unfleissigen
gerhaben unnd seinen güettern. ist aber zu nuz der waisen ain recht volgundt durch den
unfleissigen gerhaben, des solln die waisen geniessen. ist es aber volgendt zu schaden
der waisen, denselben schaden sol der unfleissig gerhab püessen wie ob steet.
Wir sezen unnd ordnen, das ein yeder gerhab al jar von den ersten sontag in der
fasstn zu raiten hinz auf mitfasstn oder auf das maistthail hinz auf den palmtag ist
schuldig zu raitten von der gerhabschafft wegen. dabei der weisen nagst freundt zwen
solln sein mit sambt den weisen, ob die zu lanndt. haben sy aber solich freundt unnd
guner, so sol das gericht zwen andere guet freundt unnd guner der waisen darzue
schaffen. unnd die pei der raitung sein, den ist umb die raittung zu glauben. unnd
solich raittung also gethan, sol dem gericht angesagt werden unnd darnach bestat
werden. unnd ob der gerhab mit der raitung bestet, sol man in lenger dapei
| Seite 20| beleiben lassen. bestett er aber nicht mit der raittung, so sol man
in absezen unnd einen andern erwelln. unnd der also abgesezt, ob der den waisen icht
schaden gethan hat, das sol er zu hanndt der waisen ganzlich ablegen und bezallen.
dannacht mit solicher raittung ist den waisen vorbehalten, das die gerhaben, so sy die
gerhabschafft den waisen aufsagen unnd der sich entschlahen, dan schuldig sein ain
gemaine raittung zu thuen von aller zeit, die weill sy gerhaben sein gewesen. unnd
solich ordnung sol auch stat haben von den, die der ainfaltigen unnd unsinigen
gerhaben sein.
Wir sezen unnd ordnen, ob einer zu dem andern zuespruch vermaint zu haben von lehen,
gelihen gelt, taiding, hanndl, gelüb unnd gerhabschafft, als einer gegen dem andern zu
schaffen hat von farunder hab wegen unnd ainer den andern umb solich sachen verkhlagen
will, so sol man darumb zu recht laden in massen, wie hernach geschriben steet. Item,
der anclager sol nach laut einer zedln einen für recht laden unnd in der zedl soll
begriffen sein die ursach, warumb er in für recht ladet. unnd in der zedl sol auch
steen pei peen zwainzig schilling durch sich oder seinen procurator zu recht khome all
zu dem ersten tag. unnd khombt dann der uberantworter zu dem ersten tag nicht, dan sol
man den in gleicher mass durch ein zedl für recht laden. damit er zu recht stee pei
peen vierzig schilling als zu dem andern tag. khombt nun der uberantworter zu dem
anndern tag, sol er nit gehort werden, er zall dann zuerst zwainzig schilling die peen
dem gericht von seiner ungehorsambkheit wegen, das er den ersten tag nit zu recht
khomen ist, unnd dan auch den widerthail den schaden, als er des ersten tags emphangen
hat von seiner ungehorsambkheit wegen. khombt aber der verantworter zu dem andern
rechtag auch nicht, dan soll der verantworter widerumb zu gleicher weiss geladen
werden für recht, zu laugnen oder zu bekhenen des ankhlagers begern oder anclag als zu
dem dritten tag. unnd ob derselb als zu dem dritten tag für recht khombt, dan soll er
nicht gehort werden. er bezall dan er die zwainzig schiling unnd die vierzig schiling
dem gericht unnd thue ain benüegen dem anclager umb sein schaden, als er des ersten
unnd andern tags von
| Seite 21| seiner ungehorsambkheit wegen genomen
hat. unnd dieweil er solich peen unnd schaden nit niderlegt, alslang soll er nit
gehort werden. unnd das recht soll wider in geen, inmassen als er zum rechten nie
khomen war. ist aber sach, das der verantworter zum dritten tag nicht khombt unnd dan
die geltschult oder farund hab, die begert wirt, ist unnder hundert phundt, so ist der
verantworter überwunden, doch also damit der anclager sein aid thue unnd dabei bekhen,
damit er im solich forderung rechtlich schuldig sei. ob aber solich forderung mer
pringt als hundert phundt, so ist der verantworter danacht nit uberwunden, sonder der
ankhlager sol sein anforderung weisen mit zeugen oder prieffen, als zu recht genueg
ist. unnd ob er ann steender stat weisung nit thuet, so mag er die darnach thuen. doch
ob der verantworter für recht khombt, er und solich weisung beschicht unnd sich noch
in der sach welt verantworten, das mag er thuen, doch also damit er die bennant peen
unnd zerung von der dreyer tag wegen dem gericht unnd anclager völligkhlich niderleg
unnd bezall. unnd umb wen er von seiner ungehorsam wegen verurtailt ist, das sol
crafft haben unnd mag dawider nicht reden, ob sach ist, das der frompot in rechtlich
alweg fürgeladen hat.
Item zu dem ersten rechtag sol der pott zu hauss und hoff suechen den, als er fur
recht laden soll unnd findet er in persondlich, so soll er im die ladung ansagen oder
die ladzedln geben. findet er aber in personndlich nit, so soll er einem von dem
hausgesindt soliche ladung ansagen unnd die ladzedln dem lassen. ob aber niemandt
anhaimb ist, so soll er die ladzedln anschlahen an sein hauss unnd dem nagsten
nachpern davon sagen. und also soll in gleicher weiss der pott zu dem andern rechtag
auch thuen. Item. ob ainer zu denselben zwayen tagen geladen ist, inmassen als oben
steet, unnd der pot den zu dem dritten tag laden soll, unnd ob er den zu dem dritten
tag persondlich nit findet, so sol er vor dem hauss ain offen berueffen thuen, damit
er zu dem dritten tag zu recht stee zu ainem bestimten tag inerhalb zehen tagen. unnd
so er solichs also aufgeruefft hat, danach sol er darzue dem hausgesindt das ansagen
unnd die ladzedl dasselbst lassen, inmassen als oben steet. Item. ob der pot in den
ersten zwayen tagen oder zu ainen tag denselben persondlich
| Seite 22|gefunden hat unnd sol den zu den dritten tag laden, dan so ist der pot nicht
schuldig, solich berueffen thuen, ob er in nit persondlich findet, sonder es ist
genueg, das er dem hausfolgkh das ansagt unnd die zedl pei dem hauss last, inmassen
als oben steet.
Item. ob clag geschiecht von hueben oder heuser wegen und ander ligenden gueter
wegen, so soll das geschehen durch ladzedln, darinn das guet oder die sach berürt ist,
darumb er khlagt, damit der zu recht stee zu einem bennanten tag innerhalb zehn tagen,
von dem tag der ladung unnd der pot das thue inmassen, als oben steet. unnd ob der zu
dem ersten tag nicht khombt, so sol er zu dem andern tag geladen werden in gleicher
weiss, als zu dem ersten. und ob er zu dem andern tag auch nit khombt, so sol er auch
in solicher mass zu dem dritten tag geladen werden, ob der pot zu den tagen in
persondlich findet, darumb ist den poten zu gelauben. findet er aber in den ersten
zwayen tagen nit, so soll er die zedl bei dem hauss dem hausfolgkh lassen unnd in das
ansagen, damit er als zu ainen dritten tag unnd bestimten tag in frist funfzehn tagen
zu recht khome. ob er aber bei dem hauss niemandt findet, so sol er die zedln anslahen
unnd ein offen beruef thuen unnd dem nagsten nachpaurn des ansagen, inmassen als oben
steet.
Item. so aber ain gemain für recht soll geladen werden, so soll man mit tagen, als
oben steet, ladzedln machen, unnd damit der pot dem suppan des dorffs die zedl geb
unnd dabei ain offen berueffen thue auff dem plaz oder wo am maisten volgkh bei
einander ist. Item. wan der bestimbt tag auf eine feri oder annder verpotn tag, daran
man nicht zu recht sizen mag, felt, dan der nagst rechtag darnach soll dafürgenommen
werden. unnd solich ladung gethan, inmassen als oben steet, haben crafft als wider
die, die zu lanndt unnd anhaimb sein. Item. ob ainer, der ausserhalb des lannds
wonhafftig ist, oder selten haimb khombt, zu recht fürgeladen soll werden, denselben
sol man in dreien funfzehen tagen vor offen schran fur recht fürruefen unnd dabei ain
ofne ladzedl daselbs aufslagen, darin der tag begriffen sei unnd auch die ursach,
warumb er für recht geladen ist unnd wie. Item. ob aber umb ursach, die in rechten
| Seite 23| hengt, ainer furgeladen sol werden, den soll der pot durch
ein zedl furladen, darin begriffen ist die sach, wie es im rechten am nagsten beliben
unnd auch verlassen ist, unnd dieselb zedl demselben geben, oder aber pei dem hauss
lassen, ob er in persondlich nit finden mag. doch zu solichen verlassen dingen in
rechten mag ain richter selbs ainen tag sezen unnd mündlich für recht schaffen. unnd
das ist also zu genueg zu recht. so und aber zu dem ersten tag furgeladen sol werden,
so sol es durch den potten geschehen unnd nit durch den richter. Item. all ladung
durch den potten gethan, inmassen als oben, mugen die potten ansagen dem noder, der
die mag verschreiben. unnd ist dan dem noder sovil darumb zu glauben als dem poten
unnd die poten mugen solich ladung unnd geschafft thuen zu allen tagen, es sei zu
feiertag oder zu rechtagen. Item. solich ladung, inmassen als oben gethan, haben stat
umb all sachen, ausgenomen, ob geltschuldt begert wirt, die in posit nidergelegt ist
unnd nach laut aines geltschultpriefs, spruchprief ain gelt oder guet begert wird,
unnd so man vertreter furwenden wolt und umb frauen gerechtigkeit. darumben gehalten
sollen werden die ordnung in dem puech hernach geschriben, die in sonderhait darumb
geordnet sein werden.
ItemN.23.*. es ist zu merkhen, so umb
liegendt gueter ainer zu dreyen tagen inmassen, als oben zu recht furgenomben wirt,
unnd zu dem dritten tag zu recht nit khombt oder für recht khombt, doch auf des
anclagers clag wil er sich nit verantworten, dan soll der richter von gerichts wegen
dem anclager funfzehn tag zuweisen, was er von der haubtsach wegen, darumb er khlagt
zu weisen, unnd mag soliche weisung zu ainen oder mer tagen in der benanten frist
furpringen, dannaht also das er seinen widersacher durch ein ladzedl furladt auf die
benant frist und solich zedl im persondlich geben werde oder zu hauss unnd hoff
geschigkht werde, unnd damit er auf denselben tag zu recht stee zu sehen unnd hören,
was er wider in fürpringen wirt. unnd ob der verantworter auf denselben tag fur recht
fürkhombt und sich gegen dem anclager begibt unnd zalt redlich schaden, dan mag er
wider des anclager weisung sich sezen unnd auch sein recht darumb gegen in furpringen.
kombt aber der verantworter auch auf denselben tag nicht unnd doch furgeladen ist,
inmassen als oben steet, dan soll man auf des anclager fürpracht
| Seite 24| weisung einen tag sezen zu urtaillen unnd dan den verantworter mit
khainen inred aufnemen. es war dan sach, das in eehafft not geirret hat, die er
ansagen soll, die dan mit urtl fürgenomen soll werden. unnd ist sach, das solich
ehehafft not mit urtl bestat wirdt, das redlich ist, so soll derselb verantworter noch
auf des anclagers fürprachte weisung mugen sich entsezen unnd weeren unnd auch sein
recht dawider fürpringen. unnd von der erkhantnus ehaffter not mag sich khein tail
dingen, noch in scherm legen. unnd man sol dem verantworter zehen tag sezen nach dem
tag der erkhantnus ehaffter not unnd nicht mer solich sein recht wider des anclager
zeugen fürzupringen. unnd ob er in den zehen tagen nichts fürpringt, so soll dan auf
des anclager fürpracht weisung recht geen wie recht ist, ob aber der verantworter in
den ersten dreyen fristen zu yeden tag zu recht khombt unnd will sich verantworten,
dan sol ainer dem andern copi geben irer clag unnd gewaltsam ainer gegen den andern
weisen, alsdan sich zu recht gepürt unnd hernach pass geschriben steet, man sol
kheinen tag geben sich zu beraten. es soll auch khein tail frisst haben von wegen
eines gestorbnen menschen, ausgenomen in ursach der weisen mag man frisst von aines
todtn menschen wegen geben. unnd ob niemandt khein vertreter nennet, so soll man tag
geben auff weisung inmassen wie in dem puech hernach pass geschriben steet.
Item. ob aber ein theill oder der annder vertreter nenet ainen oder mer unnd begert
die für recht zu rueffen, so soll man der nenner der vertreter zu dreyen fristen in
zwainzig tagen zuraiten nach dem tag, als er die vertreter gemelt hat, dieselben
vertreter furwenden. zu der ersten frist bei peen 20 schilling, zu der andern bei peen
40 s, zu der dritten pei peen zu laugnen oder jehen, ob er vertreter ist oder nicht.
unnd ob der vertreter zu den ersten zwayen frissten nit zu recht khombt, so soll er zu
dem dritten tag nicht gehort werden, er pezal dan vor die peen unnd ableg dem den
schaden, der im zu vertreter fürgefodert hat. unnd ob er solichs nit thuen will, so
soll der, den in fürgewendt hat, das recht volfuern mit dem widersacher unz auff
enthhaffte urtl. unnd wirdt er nit recht überwunden, dan so ist der vertreter auch
uberwunden. unnd ob der vertreter gar nicht in dreyen frissten für recht khombt, dan
soll der, der in furgevordert hat, das recht über sich nemen. unnd wirt er solichs
überwunden, dan ist der, den er genant unnd furgeladen hat zu vertreter, auch
uberwunden. ob aber der, der den
| Seite 25| vertreter genent hat,
lassig ist unnd also in der benanten frisst, inmassen als oben steet, nicht ferwendt,
dan der widersacher mag mit dem nenner des vertreter das recht fuern, inmassen als er
nie khainen genennt hat. ob unnd aber der furgeladen vertreter fur recht khombt unnd
nennet auch sein vertreter unnd zwar acht sich erhebt von der vertretung wegen
zwischen des erst gemelten vertretter unnd des andern, dan sollen dieselben paid gegen
einander solich ir zwitracht enden unnd entschaiden inn frist funf unnd zwainzig
tagen. unnd am welichem thaill solches abgeet, dan der den vertretter genent hat, ist
schuldig sich zu verantworten unnd das recht gegen seinen widersacher volfuern unnz
auf enthaffte urtl umb so vill, als im sein widersacher anbehebt hat an schaden in zu
halten, doch umb solich zwanng ain waiss zu einem vertreter geruefft wirt, unnd der
waiss ain andern nennet, unnd desgleichen widerumb also, das ein waiss solicher
zwitracht halben zu recht steen muest, dan sol zwischen denselben solich zwitracht zu
endt pracht werden in frist vierzig tagen. unnd so solich frist aus ist unnd solich
zwitracht nit geendt ist, dan so mag unnd sol man dem rechten nachkhomen, inmassen als
oben steet. unnd solichs sol stat haben, so ein vertreter den andern nenet unnd
furruefft.
ItemN.25.*. Ob einer ein vertreter oder mer anzeucht und vor recht angibt, die
ausserhalb des lands Friaul sindt gesessen, die er begert zu recht fürwenden, dan so
soll derselb die in dreyen tagen vor recht nennen unnd daselbs weisen unnd anpringen,
das die vertreter sein, doch solich weisung sol den, die sy gennent haben, nicht
schaden, unnd sol daselbst mit urtl ausfindig werden zu erkhennen, ob er dieselben
laden sol oder nicht. unnd ist sach, das mit urtl erkhendt wirt, das man die furladen
soll, dan sol man die also furladen. Item. ob sy umblaufer sindt unnd unwissendt ist,
wo sy wanung haben, dan sol man ein offne ladzedl anslahen in offner schran unnd die
zu dreyen funfzehen tagen offenlich durch den pott lassen fürrueffen unnd vor seinem
hauss, ob er hauss da hat, unnd auf der gassen, zu dem ersten pei peen zwainzig
schilling, zu den andern funfzehn tagen pei peen vierzig schilling. Item. zu den
driten funfzehen tagen, damit das er bekhen oder lauge, inmassen als oben steet, ob er
vertreter seie oder nicht. unnd khomen die frisst auf ferien oder verpottn täg, das
die nagsten rechtag, daran
| Seite 26| man zu recht sizen mag, werden
furgenomen, unnd also das der nenner solche vertreter solich perueffen unnd furladen
lass thuen in frist vierzig tagen nach dem tag zu raiten, als er die vertreter gemelt
und angeben hatt. unnd ob die vierzig tag verrugkht sein unnd solich perueffen unnd
fürladung gethan ist unnd in der frist khein verrueffter vertreter furkhomen ist,
dannacht der nenner solcher vertreter das recht muess über sich nemen. unnd ist er mit
recht also uberwunden, so sein die furgeruefften vertreter auch uberwunden. ob
dieselben aber furgeruefften vertreter in den benanten frissten zu recht furkhomen,
dan sol das recht sein furganng haben nach laut der nagst vorgeschriben ordnung.
Wir sezen unnd ordnen, ob von einer geschehnen sach wegen oder geltschuld wegen einer
dem andern gelobt an schaden zu halten, dan zu hanndt alspaldt derselbig schuldig zu
recht geladen wiert, mag derselb schuldiger sein fürstand fürwennden unnd gegen im das
recht suechen, darumb der anclager in verclagt hat. oder der fürstannd nemb in aus dem
rechten gegen dem anclager dem anclager danacht an schaden, wie derselb schuldig unnd
fürstand mit einander das recht fuern. doch derselb schuldiger hat all recht zu
geniessen gegen dem fürstandt, als der anclager gegen im hatt.
Wir sezen unnd ordnen, ob der anclager sein clag will weisen unnd begert darumb tag
unnd ist sach, das in der sach ein vertreter fürgeladen ist unnd die vertretung zu
ende pracht ist nach laut der vorgeschriben ordnung unnd die clag berürt geltschuld
oder ligende gueter, dan sol man in geben frist funfzehen tag zu weisung. ob er in
denselben funfzehen tagen nicht gewisen hat und khein redlich irrung darpringt, die in
geirret hat, dan soll er nicht mer tag auf weisung haben, unnd solich irrung soll er
dem gericht ansagen. unnd das gericht sol die mit urtl furnemen. unnd wirt
| Seite 27| die mit urtl bestat, das die an ir selbs redlich ist unnd eehafft,
so soll man dan im acht tag frist geben. unnd ob er in denselben acht tagen auch nicht
weist, so mag er hinfür nicht mer weisen, nur es war sach, das in herschafft, zeugen
oder noder geirret haben. dieselb irrung auch mit urtl ausfindung soll werden, ob die
redlich ist oder nicht. unnd ist die redlich, dan soll man in verrer ainen enthafften
tag geben, wover den urtaillern recht dünkht. unnd so dieselb frist aus ist unnd er
nichts weist, dan soll unnd mag er nicht verrer tag erlangen von khainerlei irrung
oder sach wegen. Item. desgleichen so der verantworter wider des anclager weisung oder
khundtschafft icht vermaint zu weisen, dan sol des anclagers tag aus sein, als er
gehabt hat auf weisung, unnd icht geweist hat oder nicht oder sich verzigen hat
weissung oder seiner weisung nicht nachkhomen war. unnd darüber der verantworter
weisung oder tag zu weisung begert, so soll er ansagen sach, die er weisen will. unnd
begert er des anclagers zeugen ein copi, die soll man im geben unnd mag sich darauf
peraten unnd darumb funfzehen tag haben. unnd so er solich sach angesezt hat, solln
derselben sach mit urtl furgenomen werden unnd erkhennen, ob die der verantworter
weist, ob sy im wider des anclagers weisung unnd furpracht khundtschafft zu statn
mochten khomen. unnd sein dieselben sach also khrafftig an in selbs, dan sol man tag
geben zu weisung sechzehen tag nach dem tag zu raiten, so solichs erkhant ist. unnd
weist er solichs nit in derselben frisst, so soll er dan umb solichs nit mer gehort
werden, sonnder man sol das recht beschliessen und ainen tag sezen zu urtailln in der
ursach, die in krieg steet. es het in dan ehafft not geirret, dieselb irrung dan mit
recht furgenomen soll werden. und ob die erkhant wirt, das sy redlich ist, so mag man
im tag geben unnd darumb der geniessen, inmassen als dem anclager vorbehalten ist
gewesen nach laut der bemelten ordnung.
Item. So ainer dem annderen in sein weisung redt, thuen sy das gegen einander in
geschrifft, so mag man paid thaill darumb tagen, nachdem als die ursach an ir selbs
gross oder khlain ist. doch wie gross die ursach ist, soll die mit urtl geschoben
werden unnd doch nit weiter als uber vierzig tag. solich sach soll zwischen in gewendt
werden. Item. was ainer dem andern in sein weisung unnd kundtschafft mündlichen redt,
darumb sol man sy hörn unnd umb solich mündlich inredt nicht tagen, sonder dieselb ir
mündlich inredt zu handt mit urtl ertern unnd entschaiden.
| Seite 28|
Item. So der anclager sich weisung verzeicht, solich verzeichnung sol dem
verantworter nicht schaden, damit er dannacht mug waisung unnd sein recht gegen dem
anclager volfüren als verer des waiss mit recht zu geniessen. unnd solich ordnung und
weisung sollen gehalten werden von ligenden güeter unnd geltschuld wegen, so man khein
vertreter anzeucht. so unnd aber vertretung im rechten abgezogen wirdt, dan sol man
nicht tag geben auf weisung, es wer dan die sach, die vertretung vorgeörtert nach laut
der vorgeschribnen ordnung. so und aber recht begert wirt auf prief der uberwindung,
dardurch sich ainer umb ain gelt als uberwunden durch urtl verschreibt oder so recht
begert wirt umb nidergelegts guet oder gelt in posit oder von spruch wegen nach laut
ains hindergangs unnd spruch oder den andern um ain gewalt verclagt, darumb solln
gehalten werden die hernach geschriben ordnung darumb aufgesazt.
Wir sezen unnd ordnen, das ein yeder sol weisen und sein khundschafft fürpringen nach
laut der fordern ordnung, der soll die noder darzue halten lassen, damit sy im sein
khundtschafft herausgeben. unnd so ainer an ain noder solichen prief begert unnd zalt
in, so soll der noder solichen prief im ausgeben in dreyen tagen pei peen vierzig
schilling. unnd dan soll man dem noder verrer tag sezen solichen prief herauszugeben
pei peen ainer halben markh schilling unnd darnach zu dritenmall mer drei tag sezen
pei peen einer markh schilling dem gericht fellig. unnd also soll man die darzue
halten unnd desgleichen sein schuldig die zeugen zu recht khomen zu schwern und
zeugnuss zu geben. unnd mag man die auch pei peen als oben steet zu dreyen frissten
gleich als die noder darzue halten unnd solichs sol in allen sachen also werden
gehalten.
Wir sezen unnd ordnen, das die zeugen, die man zu recht fürfordert, ir bekhantnuss
mugen thuen in abwesen oder gegenwürtigkheit
| Seite 29| des
widerthaill, zu recht fürgeladen sol sein nicht angeschaut, ob der widerthaill oder
sein redner dawider redt. unndt solchs bekhantnuss sol aufgeschriben haben, doch also,
damit ain yeder thaill widerred wider die zeugen mug thuen, nach dem als er angesagt
hatte. ob aber ein zeug anhebt zu sagen, so soll man die anndern zeugen fuder rueffen
unnd nicht darpei lassen. unnd das zwen frum man darzue erwelln soll als für yeden
taill ai. unnd die procuratores, redner unnd paid taill sollen schweigen unnd kheinen
zeugen fragen pei peen zwainzig schilling an steender stat zu bezalln dem richter.
unnd was capitel dasselbst furpracht werden, die ainer oder der annder taill weisen
wolt, die soll man aufnemen vorzubehalten unnd unvergriffen dannacht einen yeden an
seinen rechten.
Wir sezen unnd ordnen, ob ainer angesprochen wirt, die in jar unnd tagsfrist in
rechten geschechen sein, unnd derselb laugnet im solicher geschechner sach. ist
darüber sach, das der anclager weist solich geschechen sach in der benanth frist
gethan, dan der verantworter ist dem anclager fellig vierzig schilling zu peen mit
sambt den redlichen schaden. doch weist der anclager solch sach nicht, so ist er dem
verantworter auch vierzig schilling verfalln mit samb den redlichen schaden solich
peen unnd schaden an steender statt zu bezallen. unnd welcher taill also nicht
bezallt, dawider sol recht geen als wider einen ungehorsamen, inmassen als er nicht zu
recht war khomen. so unnd aber solich beschehen sach ainer bekhent, sol man zu hanndt
recht lassen geen, nach dem unnd sich das recht verlaufen hat. ob aber solich sach
ainer nit jach, auch der nit laugnet und sprach weder je oder nicht, sonder recht
etlich wort, die weder hin oder herr warn zu versteen, dardurch das recht hieng, als
ob er sprach, ich will mich bedengkhen oder beraten, dan solich auszug ungeschaut der
anclager sol den richter anrueffen, damit er zwier dem verantworter zuesprach umb
solich sach und mit im schafft, damit er jehe oder laugne. unnd ob er darüber bekhenet
oder laugnet, darnach sol recht geen unnd einer dem andern fellig sein inmassen als
oben steet. ob aber auf solich frag durch den
| Seite 30| richter
dannacht er nit jehen noch laugnen will, noch darauf nichts verfengkhlicht antworten,
dan soll der richter den anclager zuesprechen, damit er dem rechten verrer nachkhom
unnd dan dieselb sach, darauf der antworter hat wellen antworten, sol gericht werden,
inmassen als er dem gericht bekhent hat. unnd ob der verantworter darnach welt
laugnen, darumb soll er nicht gehort werden. ob aber sach ist, das solich geschehen
sach vor jarzeit in dem rechten geschehen sein, oder durch ein spruch geschehen sein,
darumb ainer angesprochen wirt zu jehen oder laugnen unnd derselb spricht pei seinem
aidt, er mag fürwar nit wissen, wie solich sach sich haben verlaufen, unnd begert
darüber ain tag sich zu bedenkhen, dan sol man sechs tag frist geben. in derselben
frist soll er dan laugnen oder bekhenen nachdem, als oben steet. und thuet er das
nicht, so soll dieselb sach gericht werden, inmassen als er die bekhant hiet. wo aber
in solicher frist ain tail und der annder gegen einander solich geschehen sach laugnen
oder bekhenen und ain thaill dem andern darumb zuespricht zu jehen oder zu laugnen, so
sol der, der den tag hat am ersten, darauf sich verantworten und darnach der ander
seinen gegenthaill auch das sein an steender stat verantworthen nach laut der
gegenwurtigen ordnung pei peen, als oben geschriben steet.
Item. Ob ainer mit zeugen weisen will wider aufgeschriben geschehen sach im rechten
oder wolt weisen, das etwas geurtailt oder geschehen war, uber das alles in den
quatern verschriben ist oder das mer geurtalt war worden als verschriben ist worden
oder mer verschriben als geurtailt, dan solich weisung sol derselb thuen in sechs
tagen. unnd ob er solichs nit weis, so ist er seinen widerthaill, dawider er es weisen
hat wolln, ein halbe markh schilling fellig unnd darzue die redlichen schaden. Item.
geschehne ding im rechten, davon die obgeschriben ordnung sagt, sein ladung und
geschafft durch die frompottn unnd ander sach, die geschehen in rechten, so das recht
hengt, darumb auf die haubtsach nit enthaffts urtl geschehen ist etc.
Item. Gewaltsbrief, gerhabschafftbrief unnd ander yeder gewaltsam mag kheiner vor
recht mit zeugen weisen, sonder durch
| Seite 31| den noder unnd sein
geschrifft. aber geschehen sach in rechten unnd mit hindergang durch einen spruch in
paider thail gegenwurt oder zu ungehorsam und contumaci ainstails, mag solich gethane
sach ain weisen mit zeugen von dem tag, als es geschehen ist, zu raitten darnach in
zwainzig tagen. aber nach zwainzig tagen sol er das weisen mit geschrifft durch den
noder unnd sol solich weisung thuen in sechs tagen von dem tag, als er sich vermessen
hat zu weisen, unnd ob er des nicht thuet, dan sol er gestrafft werden mitt den
vorgeschriben peen, die dan aufgesezt sein den, die da laugnen geschehen sach im
rechten.
Item. All ursach mugen fürpracht unnd geortert werden vor des graven anwaldt unnd
darumb vor sein mag urtl geschehen. ausgenomen urtl umb freyheit, dienst, gueter unnd
lehen. dieselb sach sol der herr selbs hörn unnd ortern oder ein ander, dem er es an
seiner stat bevilcht.
Item, ob einer fur recht khombt unnd spricht, er sei im schuldig nach laut aines
priefs, in dem der geltschulder spricht, er sei darumb uberwunden unnd thuet also
anzaigen darumben durch ein offen prieff zu handt dem, der den prief fürzaigt, sol man
den poten erlauben, damit geschaffen werde mit dem geltschulder, das er sich ainig
unnd denselben bezall in acht tagen nach laut des priefs. anders thue er das nicht, so
sol der frompot gewalt haben, in zu phennden und phandt verkhaufen unz auf ain voligs
genüegen der suma nach laut des priefs mit sambt den rechten schaden. ob aber der
geltschulder in den acht tagen fürkhombt für den richter und sich beschwart und
spricht, man sol in nit phenndten, wan er sez sich darumb ins recht, darumb sol der
anclager in fur recht laden oder zu raitung, damit er in sechs tagen darumb mit ime
rathe. unnd ob in der raittung die sich nicht ainigen mugen, damit die in derselben
frist gegen ainander zu recht steen. unnd so paidthaill fur recht
| Seite 32| khomen, mag der verantworter des priefs ein copi begern. die sol man
im geben unnd verer im funf tag aufsezen wider solicher prief sich entsezen. doch mag
er kheinerlai ursach dawider anziehen fur falscheit des priefs oder verzechung der
schuld oder bezallung des gelts nach laut des priefs, damit er durch solich patung
solich gelt auf ein zeit oder alweg zu fordern sich verzigen hat. oder das er
verjarung anzüg oder sprach, es war umb die Suma nach laut des priefs darnach zwischen
in ainander patung beschechen oder annder redlich auszug. wider solichen prief mag er
thuen, die mit urtl sollen ausfindung werden unnd ob die redlich sein oder nicht. unnd
so nun solich auszug geschehen sein mit recht, auch erfunden, das redlich sein, so sol
dem verantworter, der solich auszug anpracht hat, zehen tag frist sezen
enthafftigkhlich zu weisen solich auszug und sol das also redlich geweist werden, und
ob in dem prief steet, das er die zallung nit weisen mug nur mit den zolochertn prief
oder todt prieff, herentgegen mit handvesst funf frumen zeugen unnd eines frumen
noder, so sol er das herentgegen auch also darpringen. doch mocht der geltschulder
solich auszug weisen mit des anclager aid, der gethan war in rechten in
gegenwurtigkhait seines gegenthaill. unnd welicher auszug der falscheit nicht weist,
der ist fellig funfzig phundt. hat er annder auszug gehabt und die nicht geweist, dan
ist er fellig hundert phundt.
Angesehen, das etlich prief unnd sigl mochten petriegnus pringen unnd petrieglich
gemacht werden, darumb ist geordent unnd aufgesezt. wer icht recht füern wil nach laut
eines geltschulpriefs, wider wen das sei, der sol den prief vor recht lassen lesen in
abwesen oder gegenwurt der widerthails. unnd so solicher prief gelesen wirt, so sol
der widerthail zu recht geladen werden, das er in sechs tagen zu recht stee unnd
daselbs bekehn oder laugne sach unnd verschreibung, die der fürpracht prief inhalt,
oder das er in den benanten sechs tagen bezall, was der prief aufweist. unnd ob er
personndlich mit dem poten gefunden wirt unnd zu recht auf dieselb frist nicht khombt,
noch die schuld in solichher frisst nicht
| Seite 33| bezalt oder
annders mit dem anclager nicht ainig ist worden, dan zu hanndt sol man dieselben
geltschuldner phenten umb sovil, als der prief ausweist, doch also das der prief sich
erkhent, das er mit des verantworter oder geltschuldner hanndt ist geschriben oder
seiner vorfodern, an der stat er erb ist unnd sich der erbschafft verfangen hat. unnd
so man die handtschrifft nicht erkhenndt, so sol der anclager die weisen mitzeugen,
die solich handfest erkenen. unnd ob solichen prief ein ander geschrieben hat und
nicht der geltschulder oder des vorforder und doch der prief mit des geltschulder sigl
darauf gedrukht verfestet ist oder petschadt unnd doch auch zwen zeugen verschriben
sein, die solicher sachen zeugen sein gewesen, damit nach geschafft des geltschulder
solicher brief geschriben ist, unnd das er sein pedschafft selbs darauf gedrukht hat,
oder das bevolchen hat ainen andern an seiner stat aufzudrukhen. unnd sein solich
zeugen erber leut, so ist der prief genuegsam unnd rechtvertig. unnd mag der
geltschulder oder sein erben nicht dawider reden, doch ob er sprechen wolt, er hat
bezallt, darumb sol man in hören unnd sein weisung darumb aufnemen. unnd alspald der
geltschulder bekhent, das der prief rechtvertig ist, dan ist er uberwunden unnd mag
nichts dawider reden, er wolt dan weisen die bezallung. Item. ob der pot zuerst den
geltschulder nicht persondlich findet unnd doch die ladzedl bei dem haus hat lassen,
dan soll man zum anndermall in gleicher weise als vor fürladen. unnd findet er in aber
persondlichen nicht unnd so er doch zu landt ist, ist er aber genuegsam furgeladen
unnd man soll in darnach phendten inmassen als oben steet.
Item. das wirt gehaissen ain nidergelegts guet, das man ainen ainigen man niderlegt
unnd zu behalten gibt und lasts verschreiben, damit der behalter gicht, das sovill
guets zue im niderlegt sei unnd willig ist das auszegeben, so das an im erfordert
wirt. man sol auch khein frist zu solicher niderlegung sezen, noch khein purgschafft,
sonnder an all auszug mit guetem vertrauen sol solich guet nidergelegt werden. unnd
umb also nidergelegt gueter soll also recht ergeen. Item. derselb, der solich werdt
oder guett nidergelegt hat, der sol darumb sein khundtschafft vor recht zaigen, die
sol gelesen
| Seite 34| werden. unnd so die von einem nidergelegten
guet sagt, also das der behalter bekhent, wie das zu im nidergelegt ist an frist und
burgschafft unverpunden, dan zu hannd sol man dem potten im erlauben, der soll
schaffen mit dem behalter des nidergelegten guet, damit in dreien tagen er einig werd
auszugeben das nidergelegt guet unnd dem, der es zu im nidergelegt hat. unnd thuet er
das nicht zu handt nach den dreien tagen, so soll man denselben behalter phendten unnd
gueter verkhaufen umb so vill, als zu im nidergelegt ist worden mit sambt den schaden.
unnd der nidergelegt hat, bedarf den behalter nicht darumb furwenden unnd sein
khundschafft darumb zaigen in abwesen oder gegenwurt desselben behalter. aber ander
prief, die sagen von niderlegung mit frist unnd burgschafft, haben nicht solich
freyhait unnd wo peen aufgesezt ist zu pezallen unnd das gelt pei mer ainen ligt, wan
dieselben haisen geltschultprief umb geliehen gelt und haist nit freyes nidergelegts
guet unnd mugen sich verjärn. aber freyes nidergelegts guet verjärt sich nimermer und
hat die frejhait als oben.
Item es ist vill geschehen, das man manigerlai handl mit patung verpunden hat. unnd
ob er nit zallett in der frist, das er in aller mass uberwunden war, als er durch
recht unnd urthail verurtailt war zu zallung, darumb wellen wir, das solicher prief
mit solicher patung hinfur nit mer sol stat haben umb kheinerlaj sach, ausgenomen, wo
ain berait gelt frei wirt gethan nur zu widerkherung an gewin unnd anndern phortaill.
darumb mag man den punct in ain solichen geltschuldprief woll sezen. unnd hat darumb
patung also umb freies, gelichens gelt crafft unnd nit annders.
Wir sezen unnd ordnen, ob ainer ain spruch nach laut aines hinderganng für recht
pringt, dan sol man zu hanndt mit dem andern thaill schaffen, dawider solcher spruch
lautet, damit er mit dem
| Seite 35| anclager in dreien tagen ainig
werde, umb so vill er im schuldig ist nach laut des furprachten spruch. thuet er das
nicht, dan zu hanndt sol er den potten haben in zu phenndten. ob aber der verantworter
khombt in den dreien tagen unnd widerspricht oder hat inred in den spruch, dan soll
man paiden thailln über sechs tag nach den dreyen tagen ain rechtag sezen, darauf der
anclager dem verantworter furladen soll. unnd so die paid auf denselben tag fürkhemen,
dan mag der verantworter ain copi des hindergang unnd spruchs begern unnd ein lengern
tag. den sol man in geben und sol im zehen tag darnach frist sezen, darauf wider den
spruch weisen unnd zereden, was er dawider zu weisen und zu reden hat. unnd nach der
benanten frist sol er nit mer tag haben oder gehort werden.
Wir sezen unnd ordnen, ob in ainen hindergang steet, das khain taill von dem spruch,
daruber gethan, sich zu verpesserung nicht waigern noch dingen soll unnd paid taill
haben gelobt, den stat zu halten pei irem aid oder sonst mit schlechten worten, wie
das geschehen ist, so sol unnd mag khein tail sich von dem spruch waigern noch dingen,
noch nichts dawider reden. unnd darüber welicher taill dawider that unnd spruch nit
halten wolt unnd doch derselb spruch vor recht gelesen wurd unnd fürpracht in abwesen
des andern thail, derselb dan zu hanndt ist fellig die peen nach laut des hindergang.
auch ob halt derselb, dawider der spruch gethan ist, innerhalb dreien tagen sich begab
zu halten, was der spruch inhalt, welch peen unnd was in dem spruch pegriffen ist,
derselb, der den spruch stat haltet, mag abfordern nach seinem gefallen.
Wir sezen unnd ordnen, das in ainer yeden ursach ain taill dem anndern auf clag
antwort unnd ander sach, darumb sy im
| Seite 36| rechten steen, ainer
dem andern dieselb sach mag in aid sezen unnd ist schuldig, darumb zu schworn. doch
mag er sich darumb bedenkhen unnd ainen tag daruber haben, unnd welicher tail gegen
dem andern sich soliches aids verzeiht, der hat die ursach in seinen aid gelassen,
verlorn, unnd der annder hat die behabt. unnd thuet der anclager solich verzeichung,
so ist der verantworter im emprochen und der anclager sol im seinen schaden ablegen.
thuet aber der verantworter solich verzeichung, dan der anclager hat gegen im behabt
erkhen, den er im im aid hat lassen mit sambt den schaden. doch wan ain taill oder der
annder haben tag auf weisung unnd umb die capitl, die sy gegen ainander haben zu
weisen, mag einer dem anndern auch in aid sezen. so sy tag haben zu weisen, unnd das,
was ainer dem andern also bekhent, das pleibt dapei unnd darnach sol man richten, was
aber ain taill dem andern laugnt, das ist schuldig der ander taill gegen im zu weisen
unnd solichs alles sol stat haben umb al hengundt sach in rechten.
Wir sezen und ordnen, ob etwa ainer ain unpillichs wort redt vor rechten, wider wen
das sei, der ist fellig ain markh schilling. redt er aber wider den, der sizt am
rechten, so ist er fellig funf unnd zwainzig phundt und soll dem widertail
abtragen.
Wir sezen und ordnen, ob einer ursach hat, das ain urtailler im verdacht sei umb die
sach, darumb er in rechten steet, dem soll der verdenkher ansagen ursach, darumb er
den urtailler verdenkht unnd an steender stat weisen dieselb ursach. und da mit
urtaill solich sach der verdachtnus sol fürgenomen werden, ob die verfankhlich ist zu
verwerfen der verdachten urtailler unnd wirt erkhent, das er, der verdenkher recht
hat, dan derselb urtailler umb dieselb sach sol nit urtailln. wiert aber solich sach
mit urtl widersprochen, also das der verdenkher, der nit recht hat gehabt, dan der
verdenkher ist dem urtailler, den er verworfen hat, fellig vierzig schilling an
steender stat zu bezallen. dannacht derselb urtailler umb die sach mag zu recht sizen.
doch ob der verdenkher sach der
| Seite 37| verdachtnus nicht mag
weisen, mag er die mit des urtaillers aid, den er verdenkht, weisen, und ob der
urtailler bei seinem aid der sachen im laugnet, ist der verdenkher widerumb den
benenten urtailler fellig die benant peen an steender stat zu bezallen und sol nicht
gehort werden, die weil er solich peen nicht bezallt hat.
Wir sezen und ordnen, das einer sich verschreibt umb ein schuld an mer als einen
ennde, sich auch schuldig ist an mer als einen ennde verantworten, wo er gefunden
wirt. nach dem, als er sich verschriben hat, sol darumb in gannz landt Friaul soliche
verschreibung stat haben, doch ausserhalb des landts sol sein leib darumb nicht
aufgehalten werden allain sein recht zu rechten.
Wir sezen unnd ordnen, ob ainer ist, der von geltschuld wegen hat ein geltschulder
unnd auch ain pürgen darzue, also das der geltschulder unnd pürg nicht an einer stat
und gericht, sonder in zwayen gerichten wanung haben, doch under einen herrn, mag dan
derselb durch den graven oder sein haubtman den geltschulder unnd pürgen mit einander
umb solich sein schuld fürwenden, wievill der sein. also das der khainer sich mag
ausziehen, damit er furgewendt sol werden an den enden, wo er wanung hat. und solichs
sol stat haben umb vergangen sachen.
Wir sezen unnd ordnen, das dieweill der richter am rechten sizt, khein taill mit
seinem redner mag mit mer als fünften, die am
| Seite 38| rechten
sizen, rat haben, also das er über fünf nicht sol nemen, halt ander leut, die mit am
rechten sizen. unnd welicher anderst thuet, dawider sol recht ergeen verrer, unnd man
sol im das nicht gestatn.
Wir sezen und ordnen, so ainer so durftig ist, wer der sei, der aus seinen aignen
willen, von aignen gewalt oder ains andern, der es mit im angelegt hat, an erlaubnis
der gerichts und fronpottn, darunder er gesessen ist, eingeet, anfellt oder irrung
thuet an hueben, braiden, wisen und waldern und andern güetern, die ain ander in der
geweer hat unnd er nicht, oder ob ainer aus seinen aignen willen an den poten, als
oben steet, nimbt oder beraubt einen andern auss seiner geweer ross, ochsn, schof und
ander viech, traid, wein und andere gueter, was das pei nichts ausgenomen, das ainer
in seiner gewer hat, unnd welicher also umb solich that vor recht wirdt uberwunden,
der soll verurtailt werden, damit er solich gueter, als er genomen hat, zwifach,
alsvil die werdt sein, widerkher unnd widergeb mit sambt dem schaden und zerrung
demselben, als er genomen hat, abzulegen. unnd ist dannacht darüber geen hoff fellig
funfzig walsch phundt schilling fur den fall. welicher aber aus seinem aignen gewalt
geet wider des wirts willen, der im das verpeut oder undersagt, oder der wirt nit
anhaimb ist, das des wirts hausgesint das undersagt, in ain hauss, das gelegen ist in
stetn, markhtn, dorfern oder geschlossern, der ist um den eingang dem wiert des haus,
dawider er es gethan hat, fellig dreissig windisch phundt, fur ein phundt zu raiten
acht schilling neu und alsvil umb den ausgang. aber die richter und ander anwalt des
herrn, die solln auch davon haben und abvordern die gevendlich peen, als in iren
gepieten unzher darumb gehalten ist worden. unnd solichs soll stat haben umb vergangen
und khunftig ding. doch ist zu der benanten ordnung hinzue gesezt. ob ainer mit
viechhalter auf der waid, auf der gemain, in wisen, braiden oder ander grüntn, die
nicht sein sindt und im zuegehorn, derselb hat khein gewalt gethan und ist auch
kheinen gewalt darumb fellig, sondern sol ablegen den schaden, so er mit dem viech
abgehalten hat, der dan durch frumb leut
| Seite 39| geschazt soll
werden. unnd ist darumb dem gericht fellig acht schilling, als offt er in ains andern
schaden haltet. und soliches sol also gehalten werden von ainem yedlichen schaden, wo
ainer auf seinen grundt schaden geschiecht und der schaden uber zwainzig neu nit
geschazt wirt unnd wan solicher schaden nicht geschehen ist, so der herr des guets in
den schaden nit gefunden hat. so in aber der herr des guets in den schaden findet und
im das undersagt und er auf solich undersagen sich nicht daran khert, ob sach ist, das
derselb, der haltet, solchen schaden im zuezeucht, und das er mit dem, der in verclagt
oder verraten hat, kriegt oder kriegen will von der aigenschafft und gewerr des guets,
darauf er schaden gethan sol haben, unnd verleust er solichen krieg mit recht, der den
schaden gethan hat, so ist er ain gewalt fellig und sol umb ein gewalt gestrafft
werden.
Wir sezen unnd ordnen, ob ainer geladen wirt nach ordnung der rechten als
vorgeschriben steet von aines gewalts wegen, also das man denselben umb ain gewalt
verkhlagt hat, so ist derselb also geladen schuldig persondlich fürzukhemen und sich
verantwortn. und ob er persondlich nicht furkhembt, so sol man denselben für recht
ruefen, als gewendlich ist. unnd so die ladung geweist wirt und er noch niemand all
seiner stat zu recht nit khomen ist, sich zu verantworten und derselb doch persondlich
mit der ladung gefunden ist worden, dan so der anclager sein aid thuet und bekhent,
wie der verantworter im solichen gewalt gethan hat, inmassen als er in verclagt hat,
soll man denselben also furgehalten beschuldigten umb solichen gewalt nach laut des
anclager aid verurtaillen zu bezallen dem anclager alles das, was er im genommen hat,
mit zwispill und zu bezalln den fall dem gericht. und über das der benant anclager sol
in solicher beraubten gueter gewer gesezt und dapei gehanthabt werden. unnd es steet
zu des anclager aid, wievill die genomen gueter wert sein gewesen, doch soll solichs
also stat haben umb gueter, die genomen sein und die under hundert markh schillung
geschazt werden, wo aber gewalt verclagt wär umb gueter, die uber hundert. markh
schilling werdt wärn, die im genomen warn worden und auch der verantworter furgeladen
wär, inmassen als
| Seite 40| oben steet und auch nicht zu recht khomen
war, dan sol man des anclager aid darumb nicht aufnemen, sonder soll solichen gewalt
selb drit weisen und solich weisung mag durch sein hausfolgkh beschehen. ob aber der
verantworter zu dem ersten tag persondlich nit gefunden wirdt, so soll doch der pott
die zedl pei dem hauss lassen und dem hausfolgkh solich ladung ansagen. ob aber
niemant anhaimb ist, soll er die zedl anschlahen und dem nagsten nachpern davon
ansagen. und ob derselb dan nicht zu recht khombt, so sol man in dann zu dem andern
mall furladen persondlich oder vor dem haus ein berueffen thuen, ob man in nicht
finden mag. doch ob khainer khain aigen haus haben nicht hat, darin er wanung hat, dan
auf offner strass sol ein aigne ladung und ofen beruefen beschehen.
Item. Ob derselb umb ain gewalt verclagt persondlich fur recht khombt, so sol man an
lengnus, unverzogenlich recht ergeen lassen und baid thaill darumb hörn, ob aber
derselb also furgeladen persondlich zu recht nicht khombt, sonder ainer an seiner
stat, der in ausreden will, das sol mit urtl furgenomen werden, ob derselb also zu
recht genueg ist und in mug ausreden oder ob des ausred zu recht genueg sei, und wirt
also mit urtl erkhent, dan sol man das recht aufschieben auf ein andern tag. darauf
noch derselbig persondlich furkhomen soll, ob er mag und ob die forder ursach, darumb
er ausgeredt ist worden, in nicht irret oder ein ander redlich ursach vom neuen nicht
auferstanden war. unnd so redlich irrungen vorhanden sein, dan mag man das recht mit
dem procurator an seiner stat wol volfürn. ob aber redlich ausred mit urtl nit bestat
werden, das die redlich sein, dan sol das recht sein fürgang haben, inmassen als
niemandt zu recht khomen war. und solichs sol stat haben in hangunden ursachen.
Wir sezen unnd ordnen, ob ainer von aines gewalts wegen furgeladen zu recht khombt
und in seiner antwort anzeucht, wie er das, als er gethan hat und genomen, hab er
gethan und genomen in aines andern namen, der mit im geschafen hab und dan, alsbald
| Seite 41| er solichs angefangen hat, der mit im geschaffen hat, so
ist er schuldig denselben zu nennen, der solichs mit ime geschaffen hat. und ob
derselb, den er nennet, nit genuegsam ist zu bezallen solichen schaden oder gueter,
die genomen sein worden, oder ob derselb an steender stat nicht pürgschafft thuet, umb
solichs dan sol man in einemen. thuet er aber pürgschafft oder den er genenet hat, ist
gewiss darumb, dan sol derselb sein fürstandt fürstelln für recht in sechs tagen oder
mer. ob er feer hindan gesessen ist, dan khombt der fürstandt zu recht und bekhent,
wie derselb solichs aus seinem geschafft gethan hab. und so er solichs bekhent und
derselb furstanndt genuegsam ist zu bezallen solich genombne gueter, dan solle der
verantworter ledig gesagt werden. ist aber derselb fürstand umb solich zallung nit
genüegsam, so sol er nit ledig gesagt werden, sondern das recht mit in paiden hinz auf
ein end volbracht werden. ob aber der furstand und verantworter das recht mit ainander
verliesen, dan sollen sy bald solichen gewalt unnd faal bezallen umb als vill, als sy
verurtailt sein worden. und derselb verantworter umb sovil, so er zu schaden khomen
ist, mag er des widerumb geen den fürstandt bekhomen, das ist in vorbehalten.
ItemN.41.*. und auch ob ainer von gewalts wegen
verclagt wirdt, der sich ausredt, wie das, als er gethan hat, hab er mit gerichts
hanndt und des gerichts poten gethan und das er das durch den poten weist, so sol er
sein ledig umb die peen des gewalts. doch nichts minder ist er schuldig, danaht
widerzugeben unnd widerzukhern, nur er weist, das durch frag und urtl der pot im
erlaubt ware worden oder ain andere redliche ursach er darprächt, warumb er das gethan
hat, unnd das dan dieselb ursach mit urtl furgenomen werde. ob er, der recht gehabt
oder nicht, das soll dem verantworter vorbehalten sein und sol also stat haben in
hangunden ursachen.
Item. Als die obgeschriben ordnung sagt von den, die sich ausreden von eines gewalts
wegen, das sy das gethan heten mit dem
| Seite 42| potten und mit
gerichtshand, und doch behabt wirt, das er nicht pillich solich phandtung gethan hat
oder thuen hat lassen, und der sachen halben das recht verlorn hat, dan derselb ist
fellig solich phandt mit zwispill widerzukhern mit sambt dem schaden, ob halt schon
sach ist, das er solichen potten umb sein zins oder fitnovel erlangt, doch wan es also
geschiecht, so ist derselb die peen ains gewalts als funfzig phundt oder mer nicht
fellig unnd es steet zu des anclagers aid, was solich phundt oder genomen guet wert
sei.
Wir sezen und ordnen, ob ainer furgeladen werd von aines gewalts wegen unnd paid
thaill zu recht khomen unnd paid sprechen, wie sy jar unnd tag nagstvergangen in der
geweer warn des guets, darauf der gewalt solich geschehen sein, darnach sol man paiden
tailln vergunen solich geweer zu weisen unnd tag darumb geben. unnd sollen die
beruebte beidsame gewer weisen, also das die die frucht unnd raut an maisten tail
ingenomen haben in dem jar nagstvergangen. nun ob sach war, das die geweer geirret war
worden unnd so also baidthaill umb solich jarlich geweern zu weisen in recht steen,
dan sollen sy khein vertretung anziehen, noch darumb gehort werden, sonder solich
vertretung sol paiden taillen vorbehalten sein, hinz das recht von des gewalts unnd
jarlicher geweer zu ende pracht wirdet. doch sollen sy jarlich geweer weisen, wie zu
recht genueg ist, in frist zwainzig tag von dem tag zu raiten, als sy sich vermessen
haben zu weisen. und in solicher frist mogen sy ein tag haben und alle tag ir recht
gegen ainander fürpringen unnd zeugen verhörn lassen in abwesen oder gegenwurt ains
tails oder des andern. doch zu solicher weisung mag ain yeder auf funf unnd zwainzig
zeugen fürpringen und nicht mer unnd welicher in solicher frist nichts weist, der soll
nicht mer gehört werden. es sei dan, das in eehaffte not geirret hett. die sol man mit
urtl furnemben, ob die redlich sei gewesen, und wirt erkhent, das er redlich irrung
gehabt hat, dan sol man baiden taillen noch zehen tag frisst geben. unnd so dieselben
zehen tag verrügkht sein unnd dan nichts gewisen
| Seite 43| wurde, dan
sol er nicht mer gehort werden, sondern urtl von des gewalts wegen gefelt werden. es
sol auch in solicher anziehung jarlicher geweer khainen taill gestat werden, damit er
die aigenschafft oder gerechtigkheit auf dem guet wolt hereinziehen, noch darumb
gehort werden, sonder das soll in vorbehalten sein, nachdem so das recht von der
jarlichen geweer von dem gewalt volpracht ist worden. und ob der verantworter das
recht umb die jarlich geweer verleust, dan sol er dem antworter die genomen gueter mit
zwispil widerkhern mit sambt den schaden und darüber zu peen bezallen fünfzig phundt
wallisch geen hoff. unnd darumb, das er den anclager mit solicher geweer unpillich
umbzogen hat unnd nichts zu ime geweist hat, darumb ist er dem anclager fellig funf
unnd zwainzig phundt. ob aber der anclager in dem rechten fellt und solich jarlich
geweer nicht geweist hat, so soll er dem verantworter die zerrung ablegen unnd ist
darüber funfzig walisch phundt fellig halbe peen dem verantworter zu raichen und halbe
dem gericht, ob der verantworter die jarlich geweer behabt hat. Item. ob aber ainer
umb ain gewalt verclagt wirt, den er auf farunder hab gethan hat, unnd so nicht not
ist zu weisen die geweer des farunden guets, oder ob ainer auf liegunden guetern ain
gewalt gethan hat, darumb dan auch die die geweer nit not ist zu weisen, unnd doch
andere sachen darumb wolten weisen, dan sol man im darnach aufsezen zehn tag frist,
damit sy in derselben frist weisen, was sy wolln.
Wir sezen unnd ordnen, ob ain ursach ains gewalts ain taill oder der annder oder
paidthail anzügen soliche geweer mit sambt der geweer seiner vertreter, von dem er die
geweer aufgenomen hat, dan sol gleich das recht gefürt werden nach laut der nagst
verschribnen ordnung, doch das dabei alweg vorbehalten werde ainen yeden tail sein
recht gegen sein vertretter. oder ob paid thaill ursach der geweer fallen wolten
lassen und ainigeten sich, wie sy von der aigenschafft der gueter ir weisung,
khundschafft unnd vertreter
| Seite 44| wolten fürpringen, dan sol das
recht furgenomen werden nach laut der vorgeschribnen ordnung, die dan sagt, wie man
umb ligunde gueter rechten sol. unnd danacht mag es enthaffte urtl geschehen von der
geweer wegen unnd das darumb zu dem ersten das recht geendet werde und dapei, ob sein
widerthaill nicht jarliche geweer anzüg, sonnder ain neue geweer, darumb er sein
khundtschafft und uber die aigenschafft sein vertreter wolt fürpringen. dan sol man
paidthail nach notturft verhorn von der geweer und aigenschafft wegen und in aufsezen
funf und zwainzig tag frist, von dem tag zu raiten, als sy solich geweer unnd
aigenschafft angezogen haben. und in derselben frist zu jeden rechtagen mugen ir
zeugen verhörn lassen, in abwesen oder gegenwurt ains taill des andern die zeugen unnd
ir khundtschafft darumb furpringen. unnd man sol auf die geweer unnd aigenschafft nach
laut ir fürprachten khundschafft das recht fürnemen und khürzlich an verlengnus darumb
urtl fälln. es sol auch khain taill von der bennanten sach wegen nicht mer als funf
unnd zwainzig zeugen furpringen. doch ob in der benanten frist ain tail oder der ander
anpracht, wie in ehaffte not geirret hat, damit er in der benanten frist sein
khundschafft nicht mugen pringen, dan solich ehafft not, ob die recht gewesen ist, sol
mit urtl furgenomen werden. wirt darüber erkhant, das die ehafft gewesen ist, dan sol
man noch paiden taillen funf unnd zwainzig tag frist sezen und in derselben frist
sollen sy all ir recht fürpracht haben. und nach der benanten frist dan khain taill
mer getagt noch gehört sol werden, sonder man sol auf die haubtsach und ursach auf all
fürpracht recht von der geweer aigenschafft, auch gewalts wegen urtail felln. unnd ist
dan sach, das der anclager pesser gerechtigkheit behabt habt als der verantworter und
die gewer behabt hat, so sol der verantworter umb ain gewalt, als oben steet,
gestrafft werden, ob halt er die aigenschafft auf dem guet behabt hiet, sol man im die
geweer einantworten und dan der anclager sol im redlich schaden ablegen. unnd solich
sach des gewalts sollen gericht werden nach laut der vorgeschribnen ordnung als mit
der peen und dem rechten unnd sol alles stat haben in hangunden sachen nach laut
derselben ordnung. doch so ainer und der ander auf die geweer unnd der aigenschafft ir
gerechtigkheit anziehen unnd ir vertreter fürwenden, so soll man das recht nicht
fürnemen von der geweer unnd aigenschafft wegen mit ainander nur in den dritten nach
geschriben sachen alein. Item. wan ainer ain neu geweer
| Seite 45|
anzeucht, unnd nicht jarliche unnd spricht, das guet sei im auf dem kant oder
phandtnagl verkhaufft worden wider den, der in verclagt hat, nach laut ainer
uberwunden urtl, die wider in gethan ist. zum andernmal, wie das guet, darumb der
krieg ist, sey im verkhaufft worden, der in anclagt hat, nach laut ainer verpindung
unnd taiding zwischen in gethan. zu dem dritenmal, so ainer spricht, das guet darumb
krieg ist, hab im der anclager oder der, von dem der anclager ursach hat geben, und
das ime hab von demselben rechtlichen nach laut ainer redlichen kundschafft, dardurch
er im das geben hat mogen. unnd umb die drei sach, so der verantworter ir aine
anzeucht, sol das recht mit einander von der geweer unnd aigenschafft fürgenomen
werden unnd der anclager mit sambt dem verantworter mag auch sein geweer unnd
aigenschafft anziehen unnd vertreter und sein recht fürbringen.
Item. ob ainer notturft hat zu weisen ain geweer auf hueben, braiden, agkhern, wisen
und andern gründten, oder ain gerechtigkheit wolt weisen, die er hat auf solichen
guetern, dan mag derselb solich weisung thuen mit seinen pauern unnd zinsleuten unnd
andern, die gerechtigkhait von solchen guetern raichen. unnd mag ein taill und der
andere solich leut für zeugen ruefen und nemen unnd was die bekhenen, das sol crafft
unnd stat haben. doch welicher taill mit zeugnuss fürzeucht, der geneust des
pillich.
Wir sezen unnd ordnen, das von urtail, dan die geschehen vor dem haubtman oder
anderen des graven anwalden und richternN.45* umb ursach, die nit fünfzig phundt werdt ist
oder darunder geschazt ist oder wirt, sol unnd mag sich khainer ferrer dingen unnd
waigern, doch uber funfzig phundt, darumb man kriegt, mag man woll dingen.
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Item. von der erkhantnus und beschwarung, die vor den enthafften urtailln geschehen,
die dan unnderworffen urtl haisen, mag khainer von dingen, nur die wär also gethan,
dan mit die der haubtsach schaden pracht, das sol mit urtl erkhent werden. unnd wirt
dan erkhent, das die der haubtsach schaden thuet, dan sol das geding verrer volgen und
hie haubtsach ansteen, alslang hinz das geding von der underworffen urtaill volfürt
wirt. Item. von den enthafften urtaillen umb sach über fünfzig phundt mag man dingen,
so doch nit ursach ist, darumb khürzlich an verlengnus fürderlich nach laut der
aufsagung recht ergeen lassen. oder pei sach umb heuratgueter, widerfall, morgengab
oder von aines gewalts wegen oder ursach nach laut ains priefs der überwindung, darin
sich ainer verschreibt, er sei überwunden oder von ander sach, die aus den benanten
ursachen khomen und den gleicht werden, in welichen benanten ursachen man khain taill
dingen soll lassen unnd solichs sol stat haben in hangunden, vergangen ursachen.
Wir sezen unnd ordnen, das über geding, die durch urtaill nachgeben sein worden, vor
was hauptman, richter und anwaldt soliches geschehen sein, dan ist der, der sich
gedingt hatt, schuldig, sein geding lassen schreiben, corrigiern unnd sigln von dem
tag, als er sich gedingt hat unnd im solich geding durch recht nachgeben ist worden in
funfzehen tagen. nur es war sach, das redlich sach geirret haben, annders sol solich
geding ab und crafftlass sein. unnd dan solich geding also versiglt unnd geschriben,
der als sich gedingt hat, sol das in antworten unnd geben dem herrn, an den er sich
gedingt hat unnd im nachgeben ist, damit er zu dem ersten recht, so derselb herr zu
recht sizt, erledigt werde. nur der herr von geschafft wegen solich geding nicht hat
ausrichten mogen, dan soll der, als sich gedingt hat, verrer sein vleiss haben, damit
an im solich geding zu erledigen nicht mangln. annders thuet er solichen vleiss nicht,
so sol dan solich geding ab und nichts sein, und solichs sol stat haben in hangunden
sachen.
| Seite 47|
Wir sezen unnd ordnen, so ainer von ainer urtl gedingt hat unnd das geding im
nachgeben ist, dan zu handt vor dem rechten, davor er sich gedingt hat, sol er begern
einen tag seinen widerthaill zu sezen, darauf solich geding verspert und verfertigt
werde auf drei tag nagst khunfftig mit dem tag, darauf solich geding nachgeben ist.
unnd ob er sich gedingt hat, auf denselben tag nicht khombt, dan zu hanndt sol das
geding ab und nichts sein, nur in ehafft not geirret hat, die soll durch urtail
erkhent werden. ob die ehafft ist gewesen, dan sol er noch das geding haben, ob aber,
der sich gedingt hat, auf die benant frist furkhombt und der widerthaill nicht khombt,
dan das geding sol daselbs vor recht gelesen unnd verfertigt werden. unnd dann so das
mit recht bestat wirt, das es redlich fertigt ist unnd recht geschrieben, dan soll man
das versigln unnd zuesperrn, vorbehalten redlich irrung, die denselben widerthaill
geirret haben, das er zu dem geding in der benanten frist nit khomen war, die dan mit
urtl furgenomen sol werden als oben steet. und sol derselb in dreien tagen solich
redlich irrung weisen. ist aber sach, das paidthaill zu recht khomen unndt ainig sein,
damit das geding recht geschriben sei worden, dan zu hand dasselb geding sol man
versigln unnd speren. wo aber ain taill oder der ander oder paid nicht ainig sein unnd
irrung haben, damit das geding nicht recht geschriben sei worden, dan zu handt paid
taill sollen einen erwellen, ob sy darumb ainig sein, der sy irer irrung halb
entschaid. ob sy aber paid nicht ainig mugen werden ainen schidman zwischen in
erwellen, dan er unnd der richter aufsteet unnd fuder geet, sol der noder, der in den
sachen geschriben hat, solich irrung des gedings entschaiden unnd darzue erwellt
werden, und der schidman durch paid taill erwellet, inmassen alls oben. oder noder, ob
sy sich umb ain schidman nit ainigen mugen sollen in sechs tagen, nachdem unnd sy
darzue erwellet sein worden, solich irrung des gedinges ortern und geainigt in
schrifft furpringen pei peen ainer halben markh schilling an gnad dem gericht zu
bezallen. und wie die schidman darzue erwellett, als oben, geainigt haben, dapei soll
es beleiben. und ist also recht
| Seite 48| unnd genüegsam corrigiert
unnd mag khein taill dawider reden, sonder er sol also versiglt und verspert werden.
unnd solichs sol auch also stat haben von eines scherm wegen, so man sich im scherm
legt.
Angesehen, das die geding, die in gemainer landtaiding ausgericht sollen werden, offt
unnd digkh verzigen werden, und schier solten erledigt werden genotegier ursach
halben, die in solichen landtaiding zu schaffen sein, darumb ordnen wir, ob notturfft
ist ein geding zu erledigen in ainen gemainen landtaiding, da auch die herrn, die an
der landtaiding sizen, sein willig, damit solich geding durch etlich rat oder
landtaiding oder ander weis leut erledigt wurdt. dan sol der her unnd landsfürsst
fursichtig unnd weis leut darzue schaffen und was dan durch dieselben darzue
geschaffen oder durch den maisten volg ausgericht wirdt in erledigung solichs gedings,
das solle crafft haben, inmassen als ob das durch die ganz landtaiding erledigt war
worden unnd all die sach in solich landschran gedingt haben. unnd nachdem als dasselb
geding nachgeben und verfertigt ist, sol darnach solich geding auspringen in der nagst
landtaiding als darnach wirdt. unnd ob solich geding auf die rat oder ander weis leut,
inmassen als oben geschoben wirt, dan sol das auspracht werden auf den ersten tag, so
dieselben rat darüber sizen. doch ob zu denselben tag das nicht ausgericht wurde,
darnach sol derselb, der sich gedingt hat, vleiss haben solich geding auszupringen,
dieweill solich landtaiding werdt und dieselben rat verhanden sein zu allen tagen. nur
ehehaffte not irret, damit die das nicht heten mugen erledigen, dieweill die
landtaiding gewerrt hiet, dan derselb, der sich gedingt hat, sol vleiss haben, das
auszupringen in den nagstn landtag darnach und soll solich geding ausserhalb der
landtaiding an der landstaidinger wissen unnd willen nicht aufgericht werden. und also
sol man solich geding, die in die landschran gedingt werden, volfüern vleiss haben und
| Seite 49| auszupringen, inmassen als oben steet. und am welichem
solicher fleiss manglt, dan sol man soliche dingnuss ab und crafftlass sprechen.
Wir sezen und ordnen, ob ainer sich in den scherm legt der herren, derselb ist
schuldig solichen scherm zu antworten dem herrn, oder dem er das bevolchen hat in
dreien tagen von dem tag zu raiten, als er denselben scherm erlangt hatt und der im
nachgeben ist worden. und so solicher scherm geantwort ist dem herrn, dan der sich in
scherm gelegt hat, ist den schuldig auszupringen in zehen tagen darnach, ob aber ain
irrung wär, damit der scherm nit recht geschriben wär worden, das mer oder nimer wär,
als sich im rechten verlauffen hat, solich irrung der noder, der in den rechten
geschriben hatt, soll entschaiden. und welicher soliche irrung angibt und die nicht
weist, der ist fellig ain halb markh schilling dem gericht und ein halb markh
schilling seinem widersacher. und solichs sol stat haben in hangunden sachen.
Wir sezen und ordnen, ob sich ainer von einer sach wegen in den scherm des herrn
legt, dan soll er den scherm auspringen und widerumb dem gericht antworten in vierzig
tagen nach dem tag zu raiten, als er den scherm erlangt hat durch das gericht, davor
er sich in den scherm gelegt hat, ausgenomen redlich irrung des hofrichter, der
desselben scherm verhorer ist. darumb demselben hoffrichter zu glauben ist. umb
dieselben tag, die der hoffrichter geirret hat, die sollen dan in die benanten vierzig
tag nicht gerait werden, und wer in der benanten frist sein scherm also nicht
auspringt, und darüber urtl nicht erkhant wirt, dan soll man in den scherm ab und
khrafftlass sprechen. und ob derselb, der sich in den scherm gelegt hat, den scherm
verleurt, der sol sein widersacher speis und schaden ablegen, als vill er von des
scherm wegen emphangen hat, und sol nicht in den sachen weiter gehort werden, dieweill
er solichen schaden nit ablegt.
| Seite 50|
Wir sezen und ordnen, ob not ist, das ainer begert im ain benüegen zu schaffen nach
laut ainer behabten urtl vor gericht, als wen der geltschulder die schuld erkhent vor
gericht in gegenwurt desselben, als er schuldig ist, als vill er an im erfodert, oder
ob ainer mit urtl überwunden ist etwas zu bezallen und zu thuen, dan zuerst sol man
auf des geltschulder farund gueter greifen, ob er der icht hat. hat er aber nit
farundt gueter, also das der pott spricht, er hab sovill farundt gueter nit finden
mugen, dardurch solich geltschuld mecht bezallt werden, dan so soll der pot auf
ligundt gueter greifen. ob er der icht hat und der pot den man zu dem geltschulder
schigkht, soll an im ain phandt zum ersten fodern und was phandt er im gibt, die sol
der pott von im aufnemen. ob aber der geltschulder dem pottn khein phandt will geben,
dan mag der pot von gerichts wegen selbs ein phandt nemen. und so er ein phandt nimbt
und das verkhaufft ist worden und doch die geltschuld damit nicht ganz bezallt ist
worden, dan mag der pott von gerichts wegen ander phandt nemen und die verkhauffen,
hinz auf ein vollig genuegen der geltschuld mit sambt der speiss und schaden, als
aufgelaufen sein.
Wir sezen und ordnen, das man khainen ligundt guet auf den cant nit soll verkhauffen,
es sei dan sach, das man demselben durch ein zedl zu wissen thue ursach, warumb im
solich gueter verkhaufft. und in dieselb zedl sol man mit namen solich gueter, zins
und rendt des guets, als man verkhaufft, sezen mit sambt der vertretung des guets. und
ob der geltschulder solich verkhaufnus nach laut derselben zedln, die man haist
proferizen, nicht widerspricht, noch nichts dawider redt, dan sol die verkhaufung iren
furgang haben. und wie das guet also verkhaufft wirdet, es sei umb wenig oder vill, so
versteet es sich, das es redlich verkhaufft ist worden. und darüber der geltschulder
sol solich guet vertreten. Item. ehe das guet aufgeben wirt, mag der geltschulder die
zins ansagen des guets also,
| Seite 51| das der mer oder nimer sein,
als die proferizen inhaltet. und nachdem der geltschulder die angibt oder ansagt,
darnach sol man die verkhauffen, doch damit die ligundt gueter in dreien siben tagen
solln ausgeruefft werden nach laut der nach geschriben ordnung. Item. ob sach ist, das
der fronpott, so er mit der proferizn geschigkht wirt, den geltschulder nit
persondlich findet, so sol er die pei den hauss lassen und geben dem hausgesindt oder
seinen nagstn nachpern. und so er in persondlich nit funden hat, sol er mit einer
andern zedl oder proferizn, die gleich laut als die erst, in zum andermall suechen und
die im geben oder pei dem hauss lassen, als oben steet. und solich proferizn also
gethan sein recht gethan und soln crafft haben.
Wir sezen und ordnen, ob not ist, icht etlich ligund gueter verkhaufen auf den cant,
zins oder fitnovell oder ander recht, die andere auf ligunden guetern haben, dieselben
gueter sol man in dreien siben tagen durch den pottn verkhauffen und ausrueffen zu
yeder frist. und so die drei frist aus sein, dan sol der pot am nagstn tag darnach
dasselb guet dem, der am meisten darauf gelegt hat, aufgeben, so aber in derselben
frist niemandt darauf gelegt hat, dan sol man das dem geltschulder zu wissen thuen und
auf ein andern tag das dem, der es verkhauffen last oder ainen andern, der noch
darauflegt, aufgeben. und solich verkhaufung also gethan sol statt und crafft haben.
doch so ain ligund guet aufgeweist wirt und verpunden für farund guett, dieselben
phandt sol man verkhaufen nach alter landsgewonhait und man mag solich ligund gueter
ausrueffen, verkhauffen und aufgeben zu allen tagen, es sei feier oder ander tag. und
das sol also stat haben in hangunden kheufen und phandtnagl.
Wir sezen und ordnen, ob ainer gueter verkhauffen will, ligung oder farund, fur die
farund verpunten sein, den und wider die, die
| Seite 52| ausserhalb
des lands Friaull gesessen sein an stettn und enden, man wiss das, wo die gesessen
sein oder nicht, dan sol man vor offner schran auf offner gassen ain offnen beruef
thuen und in dreien zehen tagen solich gueter auf den cant verkhaufen oder ausrueffen.
und so solich frist aus sein, mag man die aufgeben nach laut der vorgeschribnen
ordnung, inmassen als die in dreyen siben tagen verkhaufft wären worden. und der wirt
gehaissen ain auslender, der nicht under der regierung Agleer khirchen wanhafft
ist.
Wir sezen und ordnen. ob sach ist, das der, der gueter last verkhaufen auf den cant,
nachlassig ist und im abgeet, also das die gueter an der ersten stat und zu der
rechten ersten zeit nicht aufgeben, noch verkhaufft sein worden und doch zum andermall
an ainer andern statt die umb weniger gelt, als die vor hetten mugen verkhaufft
werden, aufgeben werden, dan alsvill der geltschulder des schaden nimbt, derselb
schaden sol im abgeen gegen dem nachlassigen verkhaufer, der des ursacher gewesen ist.
und das sol also gehalten werden in hangunden khäufen auf den cant. Item. all farund
güetter, die man begert auf dem cant zu verkhaufen, die mer als funfzig phundt
walischer werdt sein, die soll man durch ein zedl und proferizn zu wissen thuen, doch
die nimer werdt sein, mag man nach alter gewonhait proferirn.
Wir sezen und ordnen, ob auf ain tag ain guet ausgeruefft auf den cant rechtlich
aufgeben soll werden und etwas geverlich dazwischen khombt, damit das nicht aufgeben
wirt, dan der darauf gelegt hat, ist ledig, so das guet zu dem rechten tag nicht
aufgeben ist worden, es sol auch khainer, der last verkhaufen, mit niemand
| Seite 53| anlegen, das ain ander zu fleiss im zu dienst darauflegt oder nit
auflegt, damit im das guet pelib, sonder so man das guet aufgibt, sol der verkhaufer
und khauffer paid da sein, und ob der pot icht gevarig war, das er verhülf zu solichem
gefar, der ist fellig dem gericht ain markh phening und sol acht tag in die gefankhnus
gelegt werden.
Wir sezen und ordnen, ob sach ist, das etlich gueter werden verkhaufft auf den cant
von gnuegthueng wegen ainer behabten urtl oder von ainer andern besondern geltschuld
oder verwundnuss wegen, dan sol man denselben, dem das guet verkhaufft wirt, durch ein
zedl lesen, damit er sich oder ain ander an seiner stat zu vertreter seze. und ist,
das er mit der zedl persondlich petreten wirt und nicht zu recht khombt, so ist er dem
gericht vierzig phening fellig und man sol in zum andermall laden alfuer und die
ladung im persondlich geben oder die pei dem haus lassen, inmassen als oben steet, und
also pei dem haus ain offnen rueffen thuen nach laut der zedl. darnach der also
geladen ist schuldig zu recht khomen und daselbst jehen oder laugnen, ob er sich zu
vertreter will sezen. und ob er bekhent, das er schuldig sei, das guet zu vertreten,
so ist er uberwunden umb die sach derer vertretung. khumbt er aber nicht und ist doch
persondlich gefunden worden, so sol er zu ainen vertreter geurtlt werden gleich als er
zu recht khomen wär. ob aber in denselben zwayen ladungen er persondlich nit funden
ist worden, so sol der noch zum drittenmale geladen werden durch ein zedl, inmassen
als vor zu dem andermall. und ob er zu dem drittenmall nicht khombt, so sol er zu
ainem vertreter verurtailt werden, inmassen als er gegenwurtig war und sich selbs zu
vertreter gesezt hat. doch mag der herr oder sein richter an stat der khaufleut, die
soliche güeter khaufft haben, solich vertretung aufnemen und ir verpundtnus, inmassen
als die dapei waren. und das hat crafft, gleich als die khaufleut daselbs aufgenomen
heten. und so solich vertretung gethan ist und zehen tag auf widerlesung verruckht
sein die drei tag nach der vertretung sich annemen zu
| Seite 54|
raitten, dan sol der khäufer das gelt, darumb im peliben ist, niderlegen und bezalln.
es war dan sach, das ainer den cant oder khauf widersprach. darumb sol man anschauen
und halten die nachgeschriben ordnung der widersprechung.
Wir sezen und ordnen, das der, der gueter khaufft auf den cannt, hat er ligunde
gueter khaufft. so sol er das gelt bezalln unnd niderlegen in zehen tagen darnach,
sein aber die farunde gueter, so sol er das gelt bezallen in fünf tagen darnach. doch
ob der geltschulder im das vertreten hat oder das gericht im darumb ain perüebten
prief geben hat und ist sach, das derselb khaufer solich gelt nit bezallt, dan zu
handt sol der pott in darumb phendtn und mag sein ligunde güetter darumb verkhaufen,
inmassen als man farund guet verkhaufft. und lass er im nur ain phandt von solichs
gelts wegen verkhaufen, dan ist er fellig dem gericht fünf und zwainzig welisch
phundt.
Wir sezen und ordnen, ob man ainen, der mit urtaill überwunden ist, icht güeter
verkhauft auf dem cant und derselb solich verkhaufung widerspricht und darumb zu recht
khombt, dan sol das gericht sein ursach hern, worumb er die verkhaufung widerspricht,
doch damit der an steender stat pürgschafft sezt umb funfzig phundt und umb die
schaden, wen ab und er die ursach der widersprechung verleust, so ist er die penant
peen fellig, die dan halbe dem gericht geet und halbe den, da entgegen er es
widersprochen hat, und darnach demselben sein schaden abzulegen. und wiewoll
baidthaill solicher schaden halben im rechten steen, danach das verkhaufen auf den
cant soll sein furgang haben. doch der das guet auf dem cant verkhaufft hat, ist das
nicht schuldig zu
| Seite 55| pezallen, unz die sach der widersprechung
zu ende mit recht pracht wirt. es solle auch derselb widersprecher all sein recht und
weisung derselben sachen halben in fünfzehen tagen für recht praht haben nach dem tag
zu raitten, als er die ladzedl von der widersprechung wegen auspracht hat pei der
obgeschribnen peen. ob aber ain ander und nicht der, dem man die güetter verkhaufft,
widerspricht solichen khauf von etlicher recht wegen, die er vermaint auf den guetern
zu haben, derselb sol den, der last verkhaufen, für recht laden durch ein zedl, damit
er in sechs tagen zu recht stee, mit den tag zu raiten, so er die zedl auspracht hat.
und alspald soliche zedl geantwort wirt, sol die verkhaufung auf dem cant aufgeschoben
werden. und so der widersprecher auf denselben tag für recht khombt, sol der nicht
gehort werden, es sei dan sach, das er sein aid thue, damit er ungeverlich soliche
widersprechung thue, und das er dapei sicherhait thue und purgschafft sez umb
funfundzwainzig phundt. als ob es sich fünd, das er das geferlich than hatte und khain
recht ursach anzaiget, darauf er das thet, so war er die benant peen fellig halb dem
gericht und halb dem, damit er darumb im rechten gestanden ist mit sambt dem schaden,
den er demselben auch sol ablegen und soll derselb widersprecher all sein weisung und
recht in den sachen furpracht haben in vierzig tagen nach dem tag, so er die ladzedl
auspracht hat, zu raiten. und ob der widersprecher der sachen halben sich dingt oder
in den scherm legt und solch geding oder scherm verleust, dan ist er hundert phundt
fellig zu raichen, als obn steet. dingt oder waigert sich der ander taill, der ist
funfzig phundt fellig. doch ob etlich frauen von irrer gerechtigkhait wegen solich
widersprach theten, die sollen zwai manat haben ir recht und weisung furzupringen. ob
aber ain armer solich widersprechung thet, der bemelt pürgschafft nit vermocht, darumb
sol man des armen aid aufnemen, damit er im das recht wol und ubl wel geschehen
lassen. doch ob derselb widersprecher indert etwas ursach gehabt hat, darauf er solich
widersprechung gethan hat und doch ungeverlich das gethan hat und danacht dieselb
ursach nicht als crefftig ist gewesen, damit er das recht damit het behaben mugen, so
ist er dem widerthaill schuldig die schaden abzulegen und nicht fellig die peen, wan
er hat villeicht aigentlich nicht gewest des verkhaufer gerechtigkheit und gmaint,
sein recht warn pesser als desselben, der verkhaufen hat lassen.
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Wir sezen und ordnen, ob ainer ain guet widerspricht, das man verkhaufft auf dem
cant, das er selbs durch pattung oder taiding phandtweis ausgeweist hat und dasselb
guett nach laut derselben ausweisung oder verphendung verkhaufft wirt und ist sach,
das derselb die ursach der widersprechung verleust, dan ist er funf und zwainzig phunt
fellig halb dem gericht und halb dem, der das guet verkhaufen last. und sol derselb
darzue sein aid thuen und pürgschafft sezen nach laut der vorgeschribnen ordnung.
Wir sezen und ordnen, ob ainer dem potn fur phandt gibt viech oder ander guet von
schuld wegen, als er schuldig ist nach laut ainer urtl oder sonst von ainer taiding
oder sach wegen, oder der pot selbs darumb phandt nimbt, so der geltschulder khein
phandt im selbs hat wellen geben, und dan sol man solich phandt auf den tag, als man
es zu wissen hat gethan, zaigen ein muster des guets, es sei wein oder traid oder
ander ding. und der geltschulder sol dem poten solich phandt herausgeben pei peen
ainer markh schilling. und sol man solich farund guet in dreien tagen ausrueffen und
am dritten tag aufgeben, dan in funf tagen nach denselben dritten tag mag derselb
geltschulder dasselb phandt an sich lesen. und so der geltschulder nach den benanten
funf tagen solich phandt nit löst, dan der darauf gelegt hat und das khaufft hat, sol
das gelt bezallen und das guet zu im nemen pei der benanten peen ain markh schilling.
und dieweill die frist der losung nit aus ist, sol der khäuffer das gelt nicht
bezallen und sol in der benanten frist, dieweill man solich phandt verkhaufft, dasselb
phandt zu schaden des, der es pei im hat, plaiben. Item. so der geltschulder nit ain
genuegsam phandt geben hat oder der pot nit ain genüegsames phandt genomen
| Seite 57| hat, dan ist der geltschulder ain genuegsam phandt zu geben schuldig
pei der obgeschribnen peen ainer markh schilling. und solichs sol also stat haben in
hangunden sachen. Item. so man ligunde gueter verkhaufft und aufgeben hat auf den
cant, so mag der geltschulder die losung in zehen tagen nach dem tag zu raiten, so das
guet aufgeben ist worden und sol dapei all schaden und speis ablegen dem, der es
verkhaufen hat lassen. aber farund güeter mag der geltschulder in funf tagen losen
auch zu raiten nach dem tag, als oben steet. und dieweill die tag der losung nicht aus
sein, ist, der da last verkhaufen, nit schuldig vertreter sezen. und wan der
geltschulder das phandt also lost, so sol die verkhaufung auf den cant ab und nichts
sein.
Wir sezen und ordnen, das khein geschol die gueter, die er last ainen andern
verkhaufen, der im schuldig ist, nicht selbs mag darauflegen, noch die verkhaufen,
noch niemands andern anlegen, damit er an seiner stat auf das guet legt in mainung,
das im belib pei peen funfzig phundt dem gericht verfalln, vor dem die verkhaufung
geschiecht. es sei dan sach, das hinz zu dem tag, so man das guet aufgeben soll,
niemand auf das guett gelegt hat, dan sol man das guet dem geltschulder noch ainst auf
den bestimpten tag zu wissen thuen oder proferizen. legt dan auf den denselben tag
niemand darauf, dan sol man dem verkhaufer daz guet umb sovill, als er das hat
ausruefen lassen, aufgeben. doch also der geltschulder hat zwainzig tag frist das an
sich zu losen. und so man ain guet also aufgibt, soll man khainen den weispotten
geben, der in die geweer in antworte. er bekhen dan pei seinen aid, das er unaufgesezt
durch den verkhaufer ungeverlich das guet in sein nuz khaufft hab und darauf gelegt
hab. es sol und mag auch der, der khaufft hat, dem, der das guet verkhaufen hat
lassen, das khauft guet auf dem cant nicht widerumben verkhaufen. und ob solichs
geschah, so sol solicher khauf auf dem cant nit rechtvertig sein und ab sein und khein
crafft haben, wan es versteet sich, das
| Seite 58| es ain getichtiger,
gevariger khauf ist, und solichs sol also stat haben in hangunden ursachen und
kheufen.
Wir sezen und ordnen, das al geschafft, die geschehen durch die fronpotten nach
geschafft des herrn und seiner anwald und richter und so die potten iren lon darumb
haben, sein sy solich geschafft und wie sy die ausgericht haben, schuldig anzusagen
dem gericht oder gerichtsschreiber in frist sechzig tagen nach dem tag zu raiten, als
sy solich geschafft gethan haben. und desgleichen, ob sy icht güeter verkhaufft haben
auf dem cant, die sollen sy auch also ansagen in der penanten frist pei peen vierzig
phening. und nach der benanth frist sol man den pottn nicht vonn solicher geschafft
und verkhauffung wegen mer gelauben. es sei dan sach, das den pottn ehafft not geirret
hat. diesselb irrung sol mit urtl furgenommen werden, ob die redlich sei gewesen oder
nicht, und solichs sol also gehalten werden umb al hangund ursach und verkhaufung auf
dem cannt.
Wir sezen und ordnen, ob allem ain fronpot ertailt wirt, umb genuegen zu schaffen
nach laut ainer behabten urtaill, ist derselb fronpott saumig und lassig. das er
denselben, darzu er geschikht wirt, nicht phendtn will, so mag der richter das ainen
andern bevelichen, der das thuen mag, alswol als der erst. und wirt es geweist zu dem
potn, das er in seinem ambt untreulich und falschlich handlet, so sol man in das ambt
verpieten und von morgen hinz auf vesperzeit in den pranger stellen, ob aber der pott
in seinen ambt gevar treibt, also daz er muet, name und ein sach verzüg oder aber sein
ambt nicht recht aufrichtet, der ist fellig ein halbe markh schilling minder mer, nach
den die verschuldung gross oder khlain ist, wie das durch das urtaill erkhent wirt.
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Wir sezen und ordnen, ob ainer verkhaufft oder verphendt sein gueter, nemblich
ligundt, und in sonderhait zwaien personen oder mer leuten als ainen und thuet doch
khein meldung von der ersten verphlichtung und entfremdung, so er die einen andern
gethan hat, dan ist derselb funfzig phundt dem gericht fellig. ob aber ainer farund
gueter also mer als ainen entfrembdt, so ist derselb funf und zwainzig phundt fellig.
thuet er aber meldung von der ersten emphrembdnus oder verphendtnus und die doch mer
als ainen verphlicht, so ist er umb ligundt guet fellig funf unnd zwainzig phundt und
umb farundt guet ain markte schilling. und danach uber solichs sol man denselben
einnemen und in halten alslang hinz, daz er dem, dem er es zum andermall emphrembt
hat, ain genuegen thue und in an schaden halte, doch also ob der verkhaufer und
emphrembder solich gueter nicht wolt, noch mocht ainen yeden vertreten, und sol das
also stat haben umb vergangen verkhaufung und endphrembdung.
Wir sezen und ordnen, ob etwo ainer durch ganzer jar funfzehen nach ainander und in
der benanten zeit nicht begert im rechten, noch durch den fronpotten sein geltschuld,
damit er den geltschulder in der benanten frist nie für recht geladen hat, und in der
zeit khain hindergang mit dem geltschulder gethan hat, noch die geltschuld durch den
potten, der im darumb ertaillt ist worden, in der benanten zeit mit ainen geschafft
oder khainen nicht erfodert hat, darzue ain ainige ladung genueg ist, derselb, der dan
also geschwigen hat, hat all sein recht gegen den geltschulder verloren nach der
benanten frist fünfzehen jar nach landsgewonhait. Item. Ob ainer durch frist und zeit
funfzehn jar nach ainander zu raiten ain ligund rent, zins, dienst, leibgeding oder
ander gerechtigkhait berüebt mit frid an all ansprach besessen hat, derselb nach der
benanten frist funfzehen jar ist solicher gueter und gerechtigkheit
| Seite 60| rechter besizer und herr. und hat icht ain ander recht darauf
gehabt, der darzue alslang geschwigen hat, der hat sein recht verlorn und haben sich
gegen aller menigkhlich verjart, ausgenomen waisen. den laufft die zeit der verjarung
nicht, als wan die mandlich stambs vier zehen jar alt sein und weiblich stam zwölf
jar, dieweill sy under der jarzall sein, und unsinigen und unweisen leuten solich zeit
nit verlaufft, alslang sy zu iren sinnen nit khomen sindt. und ob ainer solich gueter
besizt wider etlich, die nicht zu land seind, sonder ausserhalb des gepiets der Agler
kirchen wonhafft sein, der sol die besizen zwainzig jar nach ainander. dan nach den
zwainzig jarn hat es sich gegen denselben auslendern verjart in den handln. aber
dardurch man güeter und gelt in deposit niderlegt, laufft khain verjarung, vorbehalten
khirchen, comaunrecht und frauenrecht als morgengab, heuertgut, widerfall, haimsteur,
fertigung, darumb gehalten sol werden die ordnung, die darüber aufgesezt sein
worden.
Wir sezen und ordnen, das khain sun, enkhl oder khain ander oder anders, die durch
ain vatern geregirt werden und under ainen vatern sein, noch khain jünger brueder, der
durch den eltern brueder geregirt wirt, noch khain enenkhl, der under seinen vetern
ist, und gmainkhlich khain hausvolkh, das durch ain hausswirt des haus regirt wirt,
nicht sol, noch mag nichts entfrembden, noch verkhaufen, noch umb prot, noch umb wein,
oder von ander ursach wegen seines eltern und an des hauswirt wissen und willen,
darunder er ist, und wer von im icht khaufft oder ainerlai verpindnus aufnimbt, oder
auf phandt hingibt oder leicht an der eltern und des hausherrn willn, der sol den
eltern die phandt oder guet an gelt und zallung widergeben, so er darauf geliehen hat.
und solich verpundtnus und verkhaufung solln ab sein und khain crafft haben, sonder
nichts sein. es war dan, das dieselben underthan und jünger des hauss ofenlich und
gemainkhlich solich verkhaufung thetn, und die sach des hauss prauchten und das hauss
regierten als ain ander hausswirt oder inmassen als der elter, vater, brueder, obrer
oder regierer des hauss.
| Seite 61|
Wir sezen und ordnen, das khainer under zwainzig jarn jünger, der halt durch sich
selbs geregirt wirt und khainer, der ainen gewaltigen uber in hat, nicht sol, noch mag
verkhaufen, embfrembden, noch verphlichten sein ligunde güeter. es sei dan sach, das
er das thue mit willen zwaier nagsten freundt. dieselben dan mit sambt im sollen fur
iren obern und richter treten, under dem sy sizen, und das mit seinem willen und
gerichtshand thuen. anders, ob ainer under zwainzig jarn junger wider solich ordnung
sein ligunde gueter verkhaufft, verphendt, verphlicht, solich emphrembdnus dan sol
khain crafft haben und nichts sein, und der solich güeter von so gethan jungen leuten
wider solich ordnung aufnimbt oder khaufft, der ist soliche güeter schuldig
widerzukhern an zallung des gelts, als er darumb geben habe.
Wir sezen und ordnen mit rat weiser leut, ob ainer geltschuld fordert, darumb er
pürgen hat, so sol derselb den selbscholln von erst darumb anfordern und den lassen
phenten und auf seine farunde güeter lassen greifen. und ob farundt hab manglt,
darnach mag er auf ligunde gueter greiffen nach laut der fordern ordnung, die sagt,
wie man genuegthueung schafen sol. und dan, ob im an den selbscholln manglt, damit von
seinen guetern nit mag bezalt werden, dan ist im vorbehalten, damit er auf des pürgen
güeter mag greifen umb sovill, als im aussteet, darumb der selbschol ist gewesen
verbunden, und darumb er von dem selbscholl mit mugen ein genüegen haben und ob man
den selbscholln also furnimbt, darumb ist der pürg nit ledig. nur der pürg hets in der
pürgschafft ausgenomen, damit man im mit sambt dem selbscholln umb die schuld anlangen
soll, oder ob sach ist, das der sich pürg sezt und selbscholl, oder in der pürgschafft
steet. was an dem selbschol manglt, das sol an
| Seite 62| den pürgen
aufgeen. umb solich ausgenomen sach mag sich ainer zu paiden taillen oder ir ainen
halten, wie in verlust ainen oder paid darumb fürnemen. und das sol auch also gehalten
werden, wo mer als ainer zu pürgen gesezt ist worden und also sich verzigen haben und
zu pürgen und selbschollen gesezt haben. doch wo etlich nur schlechtlich zu pürgen
gesezt sein worden, so der geschol den selbscholln zu dem ersten tag fürfodert, nach
demselben tag sol der selbschol das dem pürgen auch zu wissen thuen. und dieweill der
selbscholl mit recht nit uberwunden ist, mogen die pürgen wol darin reden. so und er
aber uberwunden, dan mugen die pürgen nichts darin reden, sonder so der selbscholl
uberwunden ist, sein damit die pürgen auch uberwunden. Item. wo die pürgen auf des
selbscholln güeter zaigen, damit der gscholl davon gewert werde, das sol man dem
pürgen vergunen. doch ob yemand dieselben aufgezaigten güeter widersprach, dan die
purgen sollen die von den widersprechern richtig machen in frist zwainzig tagen zu
raiten nach den tag, als sy widersprochen sein worden. anders, so die in solicher
frist solich güeter nit richtig machen, mag der gescholl alsdan auf der pürgen gueter
greifen, alslang hinz er erkhen und redlich schaden davon ganz genüegt wirt, danacht
in dem allen vorbehalten, ob derselb scholl unnd pürgen auf den pestimten tag well den
waisen bezallung solicher schuld, das sol man in vergunen auf ain enthafften tag. doch
dapei, das der gescholl seiner recht oder urtaill, als er wider den selbscholln oder
pürgen erlangt hat, geniessen soll, ob und die solichs nit weisen. und solich ordnung
sol stat haben umb all geltschuld, ausgenomen schuld, die von heuret wegen geschicht,
darumb pürgschafft gesezt ist. darumb die hernach geschriben ordnung soll gehalten
werden.
Item. So die pürgen haben bezallt die schuld, darumb sy pürgen sein gewesen, oder die
ganz oder ain taill haben müessen zallen und des schaden genomen haben, der sei genant
klain oder gross, dan die pürgen sollen gegen den, darfür sy zalt haben, solich gunst
und recht haben als der gescholl gegen im behabt hat und ires
| Seite 63| schadens mugen bekhennen mit sambt dem haubtguet auf des selbscholln gueter, die
der selbscholl in der geweer hat und sein sind gewesen von der zeit, als sy sich zu
purgen gesezt haben, und die er entfrembdt und versezt hat nach derselben zeit, und
gleich, was der gescholl recht gehabt hat gegen dem geltschulder, derselben rechten
sollen die pürgen auch geniessen gegen den, darfür sy pürgen sein worden auch nach
laut der vorgeschrieben ordnung.
Item. So mer als ainer sich zu pürgen und selbscholln gesezt haben mit sambt dem
geltschulder oder dieselben pürgen in der pürgschafft aufgenomen haben, damit man sy
mitt sambt dem geltschulder anbelangen solt umb die schuld. also was an dem
geltschulder abgieng, das das gegen im aufgee und darüber sach sich begibt, das ainer
umb solich schuld fürgenomen wirt, der die ganz geltschuld hat müessen bezalln. oder
mer als sich seinstails anberürt hat zu bezallen, derselb, so im an dem geltschulder
mangle, mag mit der khundschafft und rechten, dardurch in der gescholl überwunden hat,
seine mitgeselln darzue mit recht halten, damit die gleiche pürd mit im tragen umb
erkhen und schaden, als er genomen hat. nur derselb hat umb sovill, als er zaln hat
müessen, ain genüegen von den geltschulder empfangen. und solichs solt stat haben umb
geschehen ding, umb hangundt sachen.
Item. Ob ainer pürg für ainen ist und wolt von der pürgschafft gern ledig werden und
ob ain frist aufgesezt ist, darauf die geltschuld ausgericht soll werden, doch nach
der frist, ob er ain genuegthueung pehabt vor recht, so mag er den geltschulder lassen
phendten und dem davon ain genuegen thuen, als der
| Seite 64|
geltschulder schuldig ist. es mag auch der pürg den gescholden darzue halten, damit er
im herausgeb die prief und khundschafft von der geltschuld wegen, damit er die prauch
im rechten. es mag auch also der geltschulder sich gegen den pürgen erweern und
verantworten gleich als gegen dem recht gescholln. doch so khain frist solich schuld
zu bezalln nicht aufgesezt ist, dan sol man nach des pürgen begern schaffen mit dem
geltschulder, damit er den pürgen in dreissig tagen gegen den, als er schuldig ist,
ledig mach und den bezalle. anderst thuet er solichs in der benanten frist nicht, dan
mag der pürg wider in das recht treiben inmassen, als oben steet. und solichs sol auch
also gehalten werden umb sach, so ainer des anndern furstand ist, dadurch ainer den
anndern verspricht an schaden zu halten.
Wir sezen und ordnen, ob ainer icht recht suecht wider ainen, der im sein guet
inhalt, das im verphlicht und verpunden ist, und dan der verantworter recht wie von
ainem andern und nicht von im das guer im worden sei von ainer schuld wegen, als im
derselb schuldig gewesen ist, dan der anclager sol denselben, den im der verantworter
genant hat, ainst oder zwier laden und die ladung oder ladzedl pei dem hauss lassen zu
ainem pestimten tag, darzue der verantworter auch khomen soll und auch auf denselben
tag geladen soll werden, und dan so solich ladung geschehen und geweist worden und ob
sy paid oder ir ainer für recht khomen, dan sol man zehen tag frist sezen in derselben
frist, ir yeder sein khundschafft und recht umb das guet fürpringen soll, damit
dardurch erkhent werd, welicher der lezt beysizer zwischen in zwaien des guets, als
khrieg steet, sei. und ist sach, das zwischen den zwaien in in der benanten frist
durch urtaill nicht geendt wirt, welcher der letst peisizer des guets sei, dan der
anclager mag sein recht füern wider ir paid güeter. doch die zwen zwischen ainander
mugen mit sambt dem anclager ir recht fürn. und man mag den frist geben nach laut der
ordnung, so man umb ligende güeter krieght von der lezten geweer
| Seite 65| wegen und auf des anclagers haubtsach. und welicher aus innen recht
verleust, der ist dem andern al schaden schuldig abzulegen, so er der ursach halben in
rechten redlich verzert und geliten hat.
Wir sezen und ordnen, ob ain frau oder yemand an irer stat für recht khombt und
begert ir morgengab, heuratguet, fertigung oder anders, als ir zu zeit der hochzeit
versprochen ist worden, dan sol man fürderlich ain kurz recht umb solich sach ergeen
lassen. also das man den widersacher ainst persondlich fur recht durch ain zedl
furladen soll, oder zwir pei dem hauss den suechen soll und die ladzedl pei dem hauss
lassen. und so solich ladung also geschehen sein und die geweist werden und der zu
recht nicht khombt, dan sol man der frauen khundschafft von irer recht wegen, darumb
die clagt hat, hörn und vernemen und ir dan den potten erlauben iren widersacher zu
phendten umb sovill, so ir khundschafft ausweist. ob aber die frau mit zu handt weist
ir f'ordrung, dan alspald sy oder yemand an irer stat mit gewaltsam das weist, dan
soll man ir den potten geben, iren widersacher zu phendten als oben steet. ob aber der
verantworter für recht khombt, ehe unnd der anclager sein vordrung an der frauen stat
geweist hat und wolt widerpringen das, was in seinem abwesen von seiner
ungehorsamkheit wegen geschehen wär, dan sol der verantworter den anclager zu recht
laden auf ain khurze frist. und khombt der anclager zu derselben frist nicht, so sol
sein behabnuss, als er vor wider den verantworter behabt hat, ab und nichts sein.
khumbt aber der anclager auf dieselb frist und weist sein forderung dan, was vor wider
den verantworter in seinem abwesen behabt ist, das sol pei seinen khrefften beleiben.
doch auf des verantworters antwort sol danacht recht ergeen, damit er in dreien tagen
wider des anclagers clag und furpracht khundschafft reden mug und sich whern auf das
pest, so er mag. ob aber zu dem ersten rechtag paidthaill zu recht khomen, so sol man
fürderlich das recht fürnemen auf paider taill klag, anttwort und fürpracht
khundschafft auf das khurzist. doch
| Seite 66| ob der verantworter
wider des anclager fürpracht khundschafft khainerlai inred het, darumb sol man in
verhorn, und sol solich inred in ainer khurzen frist weisen. und weist er solich
auszug oder inred nicht, so ist er dem clager ain markh schilling fellig. und danacht
im sol er noch darzue die schaden ablegen und solich ordnung sol stat haben von frauen
gerechtigkhaiten, die ir gepuerrten von der heuret wegen, und von hangunden und
unhengunden sachen wegen.
Wir sezen und ordnen, ob notturfft ist etlicher frauen recht, die auss heurat ir
zuegepürn als morgengab, fertigung, pesserung, widerlegung, heuratgüeter zu begern
nach des hauswirts abgang, dan ob die frau solich ir recht begert zu weillend ires man
erben oder zu den pürgen, die zu zeit der hochzeit dafür versprochen haben, und so dan
die erben redlich geladen sein worden, als wen der pott in das persondlich zu wissen
hat than, oder die zwir pei dem hauss gesuecht hat und die zedl pei dem hauss lassen,
dan sol man an lengnuss der frauen khundschafft hörn. und so die gegen den erben
solich ir recht geweist hat mit zeugen oder anders, wie zu recht genueg ist, dan zu
handt sol man ir den potten erlauben und die erben phendten lassen, alslang hinz der
frauen ain benüegen beschiecht umb sovill, als sy darpracht hat mit sambt dem schaden.
es sol auch der verantworter verrer nicht gehort werden umb das, darumb er verurtailt
ist worden in seinen abwesen, so er als ain ungehorsamer nicht zu recht khomen ist, es
war dan sach, das er weisen wolt, das er solich heuratguet der frauen bezallt het. das
sol er dan weisen in funf zehen tagen. so aber der verantworter also geladen für recht
khombt, dan sol man paidthaill verhorn. und will sich der verantworter sezen, so soll
man in des anclagers khundschafft abschrifft geben. und was er auszug dawider will
waisen, die sol er in zehen tagen weisen. doch mag er khain auszug weisen oder
anziehen, nur er wolt weisen, das er pezallt hat oder das er sprach, die khundschafft
des anclager war falsch, und ob er solich auszug in der benanten frist nit weist, so
sol er gepeent werden
| Seite 67| nach laut der nagst vorgeschribnen
ordnung. ob aber ain frau oder yemand anders, dem widerlegung zuegehort, die pürgen
darumben hetn und wolten von dem pürgen gewert werden, so mag man dieselben pürgen
darumben fürwenden unnd den selbscholln underwegen lassen und das recht gegen den
pürgen und der pürgen gueter füern, inmassen als oben steet. es mugen sich auch in
solichen ursachen die pürgen nit ausziehen, damit sy redetn, sy wolten iren fürstand
oder den selbscholln darumben fürwenden, oder aus derselben güeter sy geweren oder das
sy sprachen, man sol den selbscholln vor darumb fürnemen. solich auszog all soln die
pürgen nicht helfen, sonder umb solich sach sol man der pürgen gueter angreifen. es
war dan sach, das dieselben pürgen des selbscholln güeter dem anclager wolten ain
benuegen thuen, die sy dan richtig gemacht haben und aller menigkhlich. und damit die
pürgen dieselben güeter der frauen sein schuldig zu vertreten und ob yemand dieselben
gueter widersprach, die des selbscholln gewesen warn, darauf die pürgen gezaigt heten,
dan soln der pürgen gueter darumben steen unnd die frau darumben gewerrt werden und
mag die lassen verkhaufen nach ordnung darumben aufgesezt. und was recht die frau oder
ain ander an irer stat von des heuretguet wegen gegen den pürgen gehabt, solich
gerechtigkheit mugen die pürgen prauchen und in rechten geniessen gegen den
selbscholln. doch ob die frau ain heuretguet begert, das nach iren todt wider haim
felt, dan sein die pürgen und selbscholln der selben frauen nicht das schuldig
auszurichten, dieweill sy nicht gewishait thuet, damit die, den der widerfall
zuegehort, ires widerfall gewiss werden nach irem todt. und solichs sol also stat
haben in hangunden und unhangunden ursach und vertaidnigte und gemachte heuret und
heuretgüeter.
Item. So und ainer frauen ir gemahl abgangen ist, so sein die erben des mans
derselben frauen ir heuretguet zu handt nach dem todt ires mans schuldig auszurichten,
doch mugen jar und tag das
| Seite 68| inhalten mit underschaid, damit
die der frauen schuldig sein durch das ganz jar speis zu thuen. und ob sy di speis von
in nicht nemen will, dan sein die erben schuldig ir zu raichen umb den hunderten taill
ires heurattguets, als ir zugepürt, ain fünfzehenden taill. unnd solichs sol stat
haben umb vergangen sach.
Item. Ob ain heuretguet versprochen wirt in gelt und das gelt ausgericht und bezallt
ist worden oder etlich güeter umb das versprochen gelt ausgeweist und geben sein
worden, dan so das heuretguet mit recht wider haimbfelt, sol man das in gelt
widerkhern. so aber auf grundt und poden heuretgueter ausgeweist sein worden und
gestifft zu anfang der heuret, dasselb ligundt guet sol man der frauen nach ires mans
todt in antworten, und wiewol das heuretguet in gelt versprochen ist. doch ligunde
güeter darumb ausgezaigt werden in werdt, alsvill die sum pringt, dan so man das gelt
ausricht, darnach ist das auszaigt guet ledig. doch ehe die güeter umb solich gelt
gelost werden, und der man der frauen abgeet und die frau beleibt, mag dan die frau
von ires mans erben das heuretguet in gelt, als er versprochen ist worden, begern unnd
die erben sein also das schuldig ir inhalt widerzukhern. ob aber die frau auch mit
todt abgangen war und der widerfall etwo andern aus patung oder anders rechtlich
zuegehort, dan die güeter ausgeweist von des heuretguets wegen in gelt versprochen,
sollen denselben haimbfalln und sich daran genüegen lassen und mugen das gelt nicht
begern, inmassen als die frau, als oben steet. doch ob die frucht, so von den
heuretgüetern gepürt haben in dem jar, als die canleut abgangen sein, den canleuten
nit abgenomen sein worden und die, den der widerfall zuegehört, sich understanden der
ausgezaigten ligunden güetter umb heuratguet, dan solln der frucht die geniessen, als
fer die zeit pringt, so die canleut abgangen sein. unnd der eheleut erben sollen die
frucht geniessen, alslang die zeit pringt, als die canhafft gewert unnd als vill die
eheleut derselben frucht, die sich pei iren leben verlauffen haben, nicht eingenommen
haben. und solich sol also umb vergangen sach stat haben.
| Seite 69|
Item. Ob ain verheurete fraw ir morgengab oder ander ir recht, dieweil sy in der ee
steet, mit dem man von redlicher ursach wegen verkhaufen oder emphrembden wolt mit
sambt dem man, oder darumb dem man iren gewalt geben wolt, solich güeter zu
emphrembden, dan sollen dieselben eeleut mit der frauen nagsten freundt, zwaien oder
dreien, zu dem richter geen und pei irem aid ansagen, damit von redlicher auch nuzer
ursach wegen solich güeter sy entphrembden oder verkhaufen wolten. darzue dan der
richter sol sein gewalt unnd willen geben, also das solichs mit gerichtshandt
geschehe. anderst geschiecht solich entphrembdung wider die gegenwurtig ordnung und
das weib darnach solichs widerredt, und ob sy halt anders iren willen darzue geben hat
und doch das also mit gerichtshand nit beschehen war, so mag sy solich verkhaufung und
emphrembdung widerreden, ob sy halt sonst slechtlich das vergunet hat, und mag solich
ir güeter widerpringen und erfordern. und solich ordnung sol auch desgleichen gehalten
werden, so das weib ires mans güeter und recht wolt emphrembden mit des mans gewaltsam
und willen, und wo der man wider seines weibs willen und wider die gegenwurtig ordnung
seinen weib etwas verkhaufft hat, darumb so die frau das widerspricht, sol man ir ain
fürderlich recht ergeen lassen nach laut der nagst vorgeschrieben ordnung.
Item. So ainer frauen ir gemachl gestorben ist, darnach all ir clainat, gewant und
farundt hab, so sy dem man pracht hat, oder der man ir geschenkht hat zur zeit der
hochzeit, vor oder nach, oder ander yemands oder die ir khaufft oder gemaht sein
| Seite 70| worden zur zier ires leibs, dieselben güeter alle, ob die
vorhanden sein, sollen rechtlich ir sein und beleiben. und ob die halt durch den man
ir versezt wärn worden, sollen des mans erben die ir lösen und ledigen. aber was
soliche güeter nach des man todt nit verhanden sein, die doch vor verhanden gewesen
sein, darumb sein ir des man erben nicht phlichtig.
Item. Ob ain frau wolt ain geschafft thuen an ires mans willen oder nicht uber ir
heuretguet, damit sy sich selbs von iren güetern, als ir zuegehort haben, het
verheuret und uber ir zuegestandne güetter und durch sy gewungne güetter wolt ain
geschafft thuen, das mag sy woll thuen, ausgenomen die güetter, die ir nach der zeit
der hochzeit und mit von der hochzeit wegen angemacht unnd geschenkht sein worden, die
mag sy nicht verschaffen. Item. die frau mag verschaffen ir morgengab, pesserung unnd
all ir güetter, die sy zu dem man pracht hatt unnd all ir güetter, die ir geschenkht
sein worden zur zeit der hochzeit durch den man oder andern yemands vor oder nach von
der hochzeit wegen. aber über das heuretguet, das gestifft unnd ir versprochen ist
worden durch ir vorfodern unnd freundt oder durch annder, zu welichen aus gewonhait
oder pattung das heuratguet widerhaimfällt, dieselben heuretgüeter mag sy nitt
verschaffen, es war dan sach, das der, der sy verheuret het, sy von iren aignen
güettern verheuret het, oder sy mit güettern verheuret war worden, die ir geschenkht
odr geschaffen sein worden. darumb so die frau nicht khinder, enikhl nach ir hat,
mocht sy dieselben heuretgüetter wol verschaffen unnd nach iren willen damit handln
und ordnen von klainat, khlaidern oder die ir geschennkht geben und zu zier ires leibs
durch iren man sein worden, oder annder farund hab nach der hochzeit und nit von der
hochzeit wegen, dieselben güetter mag sy an des mans willen nicht verschaffen. ob aber
die frau an geschafft abgeet, dan alles das, was sy zu dem man
| Seite 71| pracht hat, oder was ir durch den man oder andren yemands geben und
geschenkht ist worden zu zeit der hochzeit, vor oder nach, und doch von der hochzeit
wegen, dieselben güeter alle sollen iren sunen beleiben und der sein, ob sy icht sun
hat. ob sy aber nicht sun hat, dan sollen dieselben güetter iren man beleiben und
seinen seinen, ausgenomen das heuretguet, das aus gewonhait oder pattung wider
haimbfellt. unnd ausgenomen ire anndere zuegestandne güetter, farundt unnd ligundt,
darzue ir nagst erben geruefft sollen werden unnd soll der sein, doch der man ist
schuldig die frauen zu der erden bestatten mit seiner spriss nach eerren. unnd all die
güetter, die die frau gewunen hatt, dieweill sy mit dem man in der ee gestannden ist,
die werden nit fürgenomen als zuwegen pracht güetter durch die frauen, sonnder
versteet sich, das die von des mans güetter zuwegen sein pracht worden. es werd dan
redlich darpracht, das die frau von ir selbs güettern durch ir selbs müe an des mans
arbeit unnd güetter die güetter zuwegen pracht hett, oder annders die von andern
leutten, erblich oder sonnsten, und nicht durch den man, die ir zuegestanden wärn.
dieselben güetter werden pillich genant zuegestandne güetter durch die frauen zuwegen
pracht.
Wir sezen unnd ordnen, das die frau, so sy ir heuretguet, morgengab unnd ander ir
recht nach laut der heurat pattung auf etlichen güettern haben, so vorgeet die frau
mit iren rechten allen geltern und gescholln, die vor auf die güetter nit greiffen
mugen, ee die frau davon nit bezallt ist worden, ausgenomen, ob ainem vor der heurat
ain guet stuenndt, ehe und die frau umb ir recht darauf geweist ist worden. also das
der als ain pürg oder selbscholl ain heuretguet oder ain widerfall davon ausrichten
sollt, dan hiets die frau nacch und er vorgieng mit solichen rechten. Item. so man
heuretguet, widerfall, morgengab und pesserung von des man gueter begert, oder die
pürgen güetter, durch welich dan solichs begert wirt, dan soll man zuerst von
denselben güettern den widerfall und die
| Seite 72| heuretgüetter
bezalln, darnach, was uberteurung bleibt, davon sol man darnach die morgengab und die
pesserung bezallen.
Wir sezen unnd ordnen. ob die, den gepürt zu fordern heuretguet, widerlegung,
morgengab und pesserung, stilsizen unnd schweigen unnd solich recht nit fordern in
zwainzig jarn nach einander zu raitten von der zeytt, als die, die rechtlich das
fordern haben mugen unnd nicht gefordert haben als lannge zeit vor dem gericht, dan so
haben dieselben ir recht dardurch verlorn unnd haben sich die verjarret, ausgenomen
die, die mandlichs stam under dreyzehen jaren sein, und die weiblich stamb, die under
zwelf jaren sein. dieweill sy in solicher jugend sein, so laufft in khain zeit nicht
der verjarung. es war dan sach, das ainer in den benanten zwainzig jarn nicht in dem
land Friaull gewesen wär, dem laufft die zeit nicht, die weill er nicht anhaimb ist,
sonder wan er haimb khombt, so anhebt ime soliche zeit auch zu laufen und wirt dapei
gerait alle zeit, alslang er zu land gewesen ist.
Wir sezen unnd ordnen, ob der sun oder die tochter nach der mueter todt abgeet,
dieweil die zu vogtparn jaren nicht khomen sein und die nicht mer brueder noch
schwester von iren rechten vatter, noch muetter hinder in lassen, dan soll das
heuretguet wider haimfallen den, die ir mueter verheuret haben, oder denselben erben
oder andern, dem das heuretguet oder widerlegung pillich zuegehort. ob aber der sun
über vierzehen jar alt wirt und die tochter zwelf jar abgeen nach der mueter, dan der
mueter heuretguet des sun oder der tochter, so sy ir mueter in solichen benanten alter
überlebt haben, ist derselben sun oder tochter rechtserb worden, und mugen solich
heuretguet als ire güetter verschaffen und
| Seite 73| damit handln
nach inen willen, so der vater von in abgangen ist. ob aber der vater sy verlebt, der
soll dan solichs heuretguets geniessen. ob aber der sun oder tochter jünger oder alter
als oben steet vor der mueter abgeen, dan nach der muetter todt solich heuretguet den
nagstn erben sol gefalln oder andern, den es dan pillich wider haimbfelt. und solich
ordnung sol auch also gehalten werden von afrau und urendln von heuretwegen und ander
elter.
Wir sezen und ordnen, ob ainer ain geschafft thuet und hinder im last sun, enenkhl,
brüeder oder brueders khinder mandlichs stams und der einen oder mer zu erben gesezt,
dan die tochter enenkhl oder ander weiblichs stam, die von demselben abgeschiden man
khomen sein, sollen von der erbschafft gestossen worden. doch also ob dieselben
tochter oder ander weiblichs stam schuldig waren gewesen zu neren und zu verheureten
von den güetern des abgeschiden mans und doch die nicht verheuret sein worden mit
fertigung zue khlaidern und heuretgüetern, oder ir heuretguet und fertigung nicht
bezallt ist worden, doch die erben sollen und sein schuldig dieselbig weiblich stam
erneren, mit heurat ausfertigen nach eeren und mughafft der erbschafft, so sy zu irem
alter khomen sein, damit man dis mag verhueten. so aber sun und enenkhl und prueder
und prueders khinder nicht vorhanden sein, dan ist den tochtern und andern nagstn
weiblichs stam vorbehalten, ob sy und nicht verheuret sein, ob in dem geschafft nit
sovil geschaffen ist worden, damit sy herlich mit heuret ausgefertigt mochten werden,
oder ob und sy unpillich enterbt sein worden, damit sy solich geschafft prechen mugen
ires eltern und darin reden sover und alslang hinz, das ir yeder sovil aus der
erbschafft ausgezaigt und zuegeaignet wirt, damit sy darmit nach der freundtschafft,
eern und vermugen der erbschafft erberlich mit heuret furgesehen werden. doch ob auf
gotsheuser oder in ander werg durch gottes willen und der sellnhaill willen antail von
der erbschafft geschaffen ist worden, das soll nit prechen, sonder stat
| Seite 74| gehalten werden. doch die erben sollen solich gotsgab von irem taill
erstaten und darumb den weibern ir heuretguet nicht endtziehen, damit sy ausgeheuret
werden nach eren und vermugen, als oben steet.
Item. Vor etlichen zeiten von geltschuld wegen und nidergelegts gelt oder guet oder
pürgschafft und pürgen wegen hat man die selbscholln und pürgen verpunden, ob und sy
in der frist nit zaleten, so solten sy in gefankhnus geen oder aus dem landt geen und
nicht widerkhomn, davon vill heusser zerstort sein worden und vil unglükh darauskhomen
ist. darumb von aines gemainen nuz wegen mit ratt der landschafft wir schaffen, das
solich persondlich verpindung nicht mer beschehen sollen, und ob die geschehen und
halt schon mit aines aid verpunden werden, so sollen dieselben khain crafft haben und
nichts sein und der notari, der solich verpindung verschreibt, sol in zwaien jaren
oder auf zway jar von seinem ambt gestosen werden und das nit prauchen.
Wir sezen und ordnen, das ain yeder der ausleicht durch sich oder ainen andern auf
gesuech nach laut aines instrument, derselb mag solichs gsuechpriefs geniessen fünf
jar nach dem tag zu raiten als der prief gemacht ist und nicht hinüber. und dieselben
prief, die auf ain gesuech oder auf gestalt oder petriegnuss aines gesuechs gemacht
sein worden, nach denselben fünf jarn solln dan und yez alweg nichts sein und khain
crafft haben. doch patung und taiding, die geschehen durch die wuecherer und versezer,
die sollen sy thuen inmassen als die ordnung ausweist. und ob die anders geschehen, so
sollen sie nit crafft haben, und solichs sol gehalten werden umb al handl, die mit
gesuech oder gefar aines gesuechs geschehen und halt nicht prief verhanden sein.
| Seite 75|
Wir ordnen, das all handl ains yeden offen wuecherer, ob sy halt nicht ain offne
pankh darzue haben, wider was volkh die geschehn, was gesuech ist er schuldig mit
zwispill widerzukheren, ausgenomen handl, dardurch man ligunde güetter khaufft. Item.
ob ain guet khaufft wirt, darauf widerkhauf versprochen wirt umb das gelt, so es
khaufft ist worden, denselben widerkhauf mag man weisen mit zeugen in frist funfzehen
jarn. so aber solich frist aus ist, dan ist den priefen darumben zu gelauben.
Item, ob ain paur oder schlechter man sich verpunden hat zu bezalln und an gelt
niderlegen auf ein zeit gegen einen offnen wuecherer, derselb soll darum nit gefangen
worden. ob aber schlecht leut oder ain minder gegen ainen merern solich handl thuen,
darumb soll recht ergeen vor dem gericht.
Wir sezen und ordnen, das khain elter brueder zu schaden des hauss und seiner jüngern
brüeder khain ligundt guet, so im und seinen brüedern zuegehort, nit mag, noch soll
verkhauffen, verschenkhen, noch in khainer weiss emphrembden. ob aber von aines
gemainen nuz wegen zu notturft des haussnott sei etwas zu verkhauffen, dan derselb
elter prueder soll für gericht geen, darunder die erbschafft ligt, darunder sy
gesessen sein, und das mit ratt und urthaill thun. ob aber der elter brueder anders
güetter verkhaufft zu schaden der jüngern, das soll zu schaden dem eltern khomen und
den jüngern nichts. doch farund güetter der elter brüeder mag verkhaufen zu nuz und
notturfft seiner jüngern brueder und des hauss.
| Seite 76| dannacht ob
die jüngern brüeder und die freundt vermainen, oder der elter regirt das hauss und ir
güetter zu schaden, dan mogen die jüngere und ir beschirmer den eltern mit recht
darzue halten, damit er die güetter taill und ainen yeden seinen pillichen tail
auszaig und geb. und so solich taillung gethan ist, mag der elter der jüngern güetter
nicht regirn und sol dan damit unbekhomert sein unnd nichts mer zu schaffen haben.
Wir sezen und ordnen, ob durch die freundschafft oder ain gemains offen geschray
ainen herrn oder gericht wirt zu wissen gethan, damit ainer oder mer sein verthuer
irer güetter, damit sy die unnuzlich anwenden und verzern, und sol von dem gericht ain
gerhab aufgesezt werden. und dan an desselben gewallt mugen die verthuer nichts
verkhaufen und der gerhab soll sich derselben güetter versehen mit geschrifft durch
ain inventari und soll al jar davon raittung thuen. und in emphrembdung derselben
güetter soll die ordnung von den eltern brüedern vorgeschriben gehalten werden.
Wir sezen und ordnen, das khain landtman in Friaull sein geslosser und vesstigung im
Friaull gelegen khainen auslender soll, noch mag verkhaufen, schenkhen, noch
emphrembden. und ob das geschiecht, so soll es nicht crafft haben. und ob der
emphrembder an geschafft abgieng, solln dieselben emphrembden güeter dem gefallen, den
die dan pillich und rechtlich zuegehorn. und das also umb vergangen sach gehalten
werden.
Wir sezen und ordnen, ob ainer mandlich stam, der vierzehen jar alt ist oder hinüber,
oder ainer der sein guet zu gewalt hat,
| Seite 77| abgeet an
geschafft, also das er khein geschafft gethan hat oder hat ain geschafft than und doch
mit recht das nit thuen hat mugen, also das solich geschafft vernicht hat mogen
werden, dan so soll man am ersten rueffen die sun mandlichs stands und darnach die
nachkhomenden mandlichs stams, die geporn sein aus dem manlichen sam desselben, der
also mit todt abgeschiden ist, hinz anzall. doch das, die ebengleich gesipt sein, auch
ebengleich mit einander erben sollen und, welch nachner gesipt sein, die solln vor zu
erben aufgenomen werden und, die verrern gesipt, solln hinden gesezt werden. und doch,
ob aus des abgeschiden man, sun, enenkhl verhanden sein oder warn, den der vatter
verschiden war, dieselben enenkhl sollen alsvill erben, alsvill ir vatter ererbt hat
mit sambt seinen brüedern, so er lebendig war. ob aber nicht nicht sun mandlich stam
vorhanden warn oder enenkhl oder urenenkhl von mandlichen stam, dan ob verhanden sein
aufkhomende als prüeder des verschiden man, die von ainen vattern und muetern mit
sambt dem verschiden man khomen sein, oder das sy mit sambt dem todten man einen
vatter gehabt haben, dieselben nagst gesiptten brueder des todtn man sollen also zu
erbschafft ires brueder geruefft werden und also die erbschafft gleichlich mit
einander tailen. und ob sach ist, das aus derselben pruedern vor etlich prüeder
gestorben sind, die khinder hinder in verlassen haben, dieselben khinder, ob die
mandlichs stam sein, solln mit sambt demselben bruedern sovill erben als ir vatter, so
der lebt, mit inen ererbt hat. ob aber khain brueder desselben todtn man vorhanden
ist, und ist dan sach, das vor demselben todten man im etlich brüeder gestorben sein
und derselben vorgeschrieben brueder sun khinder mandlichs stam vorhanden sein,
dieselben sun alle sollen zu der erbschafft gerufft werden, damit sy alsvill erben
sollen, so ir vatter geerbt hat, so er lebt. ob aber nicht verhanden sein prüeder,
noch prüeder khinder mandlichs stams, noch gestorbner prüeder enenkhl mandlichs stams,
die gestorben sind vor dem todtn man, der an geschafft ist abgangen, und also die
benant sipp mandlichs stams und al die mit im gleich gesipt sein und die von inen
khomen sindt als brüeder urenenkhl auch manlichs stam, dieweill und alslang solicher
manlicher stam verhanden ist, sollen die weiblichs stam sein, die mit in ebengleich
gesipt tochter und ander weiblich stam, die von in khomen sein, hinder geschaiden
sein. wiewoll sy dieselben weiber denselben manlichs stam nachner gesipt sein oder
gleichlich mit sambt in, doch also, ob dieselben weiblich stam nicht
| Seite 78| ausgeheuret sein, damit die erben, die verheureten sollen, so sy die
jar darzue gewinen, nach eern der freundschafft und vermogen der erbschafft und
dieweill die nicht ausgeheuret sein, das man den dieweill in nachstatn ir ersame
narung von der erbschafft reiche und gebe. so aber mandlicher stam nagst gesipt, wie
oben steet, nicht vorhanden ist, dan die weiblichs stam sein, inmassen als die
mandlichs stam aigeend erben und welch am nagst gesipt sein, die sollen den todten man
auch mit der erbschafft vorgeen und die gleich gesipt sein, sollen gleich miterben.
doch so die sipp sover khombt, das mandlicher stam nagst gesipt, als oben steet, nit
verhanden ist, dan sol zwischen weiber und manner khain zwitracht sein und darumb
khains vom andern khain phartl haben.
Das ist die gesipp des todtn, der an geschafft verschaiden ist:
Auf niemand angeend sipp
brueder brueder sun brueders enenkhl brueders urenenkhl
die nagst nachkomen sip
sun enenkhl urenenkhl altenenkhl
Item, die obgeschriben sipp all gezaichnt nach der obern figur, nach laut der
obgeschriben ordnung vorgeen den, die weiblichs stam den todtn mit im gesipt sein.
Wir sezen und ordnen, ob ainer erbschafft sich will understeen durch gewishait aines
inventari, darauf die erbschafft aufgeschriben soll werden, der soll also damit
umbgeen. Item. er soll für gericht treten und mit urtaill der erbschafft sich
underwinden in zwainzig tagen zuraiten nach dem tag, als der herr des guets verschiden
ist. und so er der erbschafft sich also angenomen hatt, dan sol im der richter oder
herr zuschaffen ain genuegsamen noder. derselb dan sol sein ayd thuen, damit er
ungeverlich al güetter, zins, gerechtigkheit und alles das, was zu der erbschafft
gehort, nichts ausgenomen, ansagen will dem noder, damit er die aufschreib. er solle
auch nach dem tag zuraitten, so der erbschafft er sich angenomen hat, in dreissig
tagen, darnach solichen inventari lassen volbringen und den vor gericht offnen lassen.
doch acht tag vor, als er den offnen will lassen, soll er durch den fronpottn ain
offnen berueffen lassen thuen, damit auf den tag der offnung ain yeder khomb, der icht
zu der
| Seite 79| erbschafft vill oder wenig zu sprechen hatt, oder
dem recht davon geschaffen war worden oder gelten solt, das die vor gericht ir ursach
anpringen und melden. ob und aber ir solichen inventari nicht also, wie oben steet,
verfertigt hat, dan ist ime die uberwindung der erbschafft durch den inventari nicht
nuz, und der zu der erbschafft zu sprechen hat, mag das recht gegen im suechen, als ob
und er sich nit nie mit geschrifft durch ain inventari der erbschafft angenomen
hett.
Wir sezen und ordnen, ob ainer für recht khombt und sich pegert in die gewehr zu
sezen ainer erbschafft ains, der mit todt abgangen ist nach laut desselben jungisten
geschafft und ist sach, das derselb weist solich geschafft durch ainen redlichen
geschafftbrief oder mit siben zeugen und darzu auch niemand wider solich geschafft
redt, dan zuhandt sol man in den weisspotten geben, der in in die geweer der
erbschafft sol sezen und im die innantworten in aller mass, wie die der abgeschieden
man ingehabt hat, doch dapei ainen yeden vorbehalten menigkhlichs recht. ob aber ainer
vor recht begert, sych in die geweer zu sezen ainer erbschafft als ain nagster erb
aines todtn man, der an geschafft vergangen ist, dan vor den hauss des, der
verschiden, sol ain offnen berueffen beschehen und in offne zedl angeslagen werden,
inmassen als hernach geschriben steet: von wegen des gerichts wirt ainem yeden zu
wissen gethan, wie N. vor gericht fürkhomen und begert hat, sich in nuz und geweer zu
sezen der guetter, als weilend N. saliger hinder sein gelassen hat, und vermaint
desselben nagster, angeender erb zu sein, nachdem und er an geschafft abgangen ist.
darumb welcher vermaint recht zu solicher erbschafft zu haben oder zu widersprechen
hat, damit der benant N. in die geschafft in die geweer nicht gesezt werde, der soll
in funfzehen tagen für gericht fürkhemen und ursach sagen, warumb der benant pei in
die geweer der benanten güetter nicht gesezt sol werden. anders, khombt niemand in der
benanten frisst und das widerredt, so wirt derselb in die geweer gesezt unvergriffen
ainen yeden daran sein recht. und dan so soliche zedl angeslagen ist und beruefen
gethan ist und die benant frist verrukht, darnach sol
| Seite 80| man
den benanten N. den weisspotten geben, der im die nuz und geweer der erbschafft
aufgeben und in antworten soll, dannacht ainen yeden vorbehalten menikhlichs recht von
der aigenschafft wegen der güetter. und solich geweer sol stat haben und sol derselb
dapei gehandhabt werden, ausgenomen weisen und ander leut, die in denselben funfzehen
tagen nicht anheim sein gewesen und ausgenomen die, die aus geschafft des, der
abgangen ist, vermainen zu erben und darnach furkhomen und die geweer begern. darnach
nicht angesehen die geweer des ersten, die niemandt schaden noch frumen soll, sonder
sol angehebt werden, und zu ainem dritten man unverdachten mit urtl sol in geantwort
werden, alslang hinz mit urtl erlangt wirt, welicher pillich die geweer haben soll.
doch ob paidtaill sich ainigen umb ain dritten man, dapei die geweer beleiben soll
hinz auf austragen ir recht, das mugen die woll thuen. und was schaden sich von
solicher geweer wegen verlauffen, dieweill nit erfunden wirt, welicher die geweer
pillich haben soll, die selben schaden sollen in das erb gerait werden.
Item. als vor in zwaien ordnungen steet, das die von weiblichen stam von der
erbschafft hinden solln geschaiden werden, genert von der erbschafft und ausgeheuret
werden, doch angesehen, das die erben gern darin lassig sein, darumb ist aufgesezt und
verordent worden. ob icht ein weibspild zu iren tagen khomen ist, damit sy
auszuheureten wer und gern verheuret würd, und ob vor gericht aine oder irer freundt
oder yemand an irer stat solichs anbringt, dan so sol man mit den erben schaffen,
damit er in frist aines ganzen jar sein vleiss soll haben, damit er fürsehe mit
heuret. also das er sy mit eern der freundschafft und vermugen der erbschafft, die vom
hauss ainen erlichen man inantwort und ausfertigt mit heuretguet, klaidern und andern
dingen, als darzue gehort, ersamkhlich. und dieweill er das nit gethan hat, das er in
dieweill ir ersame narung thue. und, ob der erb solichs in jarsfrist nit thuet, dan
soll man den erben darzue halten, damit sovill als ir zu heuretguet gepürt, er zu
ainen treuen khaufman niderleg, der damit sol arbeitten
| Seite 81|
unnd jarlichen der frauen iren pillichen gewin davon geben und danach darüber der erb
sol der frauen ir ersame narung thuen alslang, hinz sy mit heuretgueter und fertigung
nicht bezallt sein worden. dieweill ist die erbschafft verpunden derselben frauen,
also das davon nichts mag emphrembt werden, noch verrukht in schaden derselben frauen,
also das davon nichts an solchen iren güettern unnd recht, als ir davon gepürt. doch
des erben aigne guetter, so erbschafft er sich durch inventari understanden hatt, sein
darumben nicht verpunden.
Item. alspald sich der erbschafft nach laut aines geschaffts understanden hat, dan zu
handt derselb sol ainen yeden von der erbschafft ausrichten, was sein elter dan ainen
yeden an yede stat geschaffen hat. doch ob der erb der erbschafft sich durch ainen
inventari angenomen hat, dan zu bezallung der geltschulder und ander sol er nicht
gedrungen werden, dieweill der inventari nach laut der ordnung vorgeschriben nicht
volbracht ist.
Item. ob ainem etwas ain guet geschaffen ist worden, desselben guet sol sich derselb
nit aus aignen willen und gewalt annemen oder understeen, sonder soll das an den erben
erfodern. und ob er habt durch urtaill, darzue der erb nicht erfodert ist gewesen, die
geweer solichs guets behabt hat, dannach sol solich geweer nyt crafft haben. und wer
sich anders geweer solicher güeter wider solich ordnung understeet, das sol khain
crafft haben.
Wir sezen und ordnen, ob ainen ain lehensguet angestorben ist oder sonst, das im
rechtlich zuegepürt, derselb soll vor dem
| Seite 82| lehensherrn oder
seinem haubtman durch urtl, dapei am minsten siben lehenstrager sizen, den
lehenspotten, der im die geweer solicher lechensgüetter hat gewalt aufzugeben
erlangen, der sol in dan in die geweer sezen als umb das erst jar mit sambt den nuzen
und randten, danacht vorbehalten dapei eines yeden recht. und ist dan derselb
lehenspott schuldig zu wissen lassen und thun, dem peysizer der güeter solich
erlangnuss der geweer und der aufgab. und ist sach, das der, der solich güeter
besessen hat, jar und tag schweigt, das er wider solichs nicht redt, dan derselb, der
neulich in die geweer gesezt ist worden, sol darnach für den lehensherrn fürkhomen und
solich geweer, jar und tag vergangen, dem lehensherrn ansagen, und dapei sol und mag
durch den lehenshern mit urtaill, dapei auf das mindist siben lehenstrager sizen, den
lehenspotten erlangen, der dan ganzlich im die geweer solicher lechensgüeter sol
aufgeben.
Wir sezen und ordnen, das ain yeder, welicher der ist, er sei edl oder unedl, khundt
oder unkhundt, der leut auf offener strassen beraubt und in das ir nümbt, wie das
beschiecht, so sol man in fahen und an den liechten galgen hahen, also das er daran
sterb. mag man in aber nit pegreiffen, dan sol man in das achtpuech schreiben und
verurtaillen mit der benanten peen. also wo derselb in stettn, markhtn, geslossern
oder anderswo unnder der herschafft erfunden würd in den ganzen land Friaull, das man
in das benant recht thue. ob aber derseln üblthatter ain guet icht hat, davon sol man
den beraubten umb sovill, als im genomen ist worden, ain genüegen thuen. darumb seinen
aid ist zu gelauben, wivill das werdt ist gewesen. aber all die, die solich rauber
halten in iren stettn, geslossern und heusern, und die das warlich von in wissen und
die mit solichen beraubten güettern aufnemen, und die in dreyen tagen der herschafft
oder dem gericht nicht antworten, oder so das gericht inwirt, wo solich rauber sein
oder wo sy sich aufhalten, unnd dan von gerichts wegen geschafen wirdt mit den, die
die aufhalten, damit sy solich rauber mit den beraubten guetern in zwaien tagen dem
gericht antworten. und so die daz nit thuen, dan all solich aufhalter solicher
| Seite 83| rauber und beraubten guetter, wo man die ankhomen mag, sol
man fahen. und so man solich weisung auf die pringen mag, sol man die pei der
obgeschriben peen des galgen straffen, auch all die, die aus iren aignen gewalt leut
fahen zu zeiten eines frid auf strassen oder ausserhalb der strassen an willen der
herschafft und des gerichts, so die, die sy fahen, nitt ir diener, zinsleut oder paurn
sein, alspald das gericht dan solich pegreifft, dan sol man in das haubt abschlahen,
also das sy sterben, auch wo man waiss solicher leut, die strasrauber aufhalten und
beraubte güeter inhalten, so ist genueg, das das gericht ainstlass ain offen beruef
thuen vor der schran, damit die in zehen tagen sich antworten sollen dem gericht mit
sambt den, die man raubs bezigen hat von dem tag zu raitten, als solich berueffen
beschehen ist. und ob dan in der benanten frist solich fur gericht rauber und
derselben aufhalter zu recht nit khomen, also das sy sich solicher inzicht und schuld
bereden, dan sol man wider sy rechten inmassen, als oben steet.
Wir sezen und ordnen, ob ain gemain oder leut ainer gemain oder ein besamlts volgkh
anfallen oder laidigen des patriarchen marschalgkh,sein anwald oder diener und
fronpotten, die ir ambts von gerichts wegen aussrichten, oder die sich sezen wider die
potten, so die wellen phendtn, dan all die, die an solicher laidigung, schuldig sein,
alsvill der sein, ist ain yeder vierzig schilling fellig, alsvill der gewesen sein. ob
der minder als funf und zwainzig schuldig sein, darumb ist dem marschalkh, seinen
anwald, diener und fronpottn zu gelauben pei iren aid. sein ir aber mer als funf und
zwainzig gewesen, die an solicher laidigung schuldig sein und die in Friaull gen dem
gericht, dan ist denselben ambtleuten über die benanten funf und zwainzig nit zu
gelauben, sonder dieselben weisen, wievill der mer gewesen sein. es sol auch khein
richter nit lassen phendtn, es sei dan, das vor urtl darumb gangen ist. es mogen auch
die richter und anwald niemand phendten an den schergen und fronpotten umb sovill
menschen, durch soliche anwald, richter, diener und schergen angesagt und geweist
werden inmassen, als oben steet.
| Seite 84| die sein all ain yeder die
penant peen fellig und mag der richter von in solich peen nicht bekhomen, so sol das
camaun solich peen bezallen, von deswegen solicher fravell gethan ist.
Wir sezen und ordnen, wo ir mer als ainer den fronpotten ausserhalb des hauss
widerumb nemen phandt, dieselben al sein ain gewalt fellig als funfzig phundt. und wie
vill der gewesen sein, darumb ist dem potten zu gelauben, und ain gemain ist schuldig,
die zu antworten, alsvill der pott ansagt, die daran schuldig sein. und sein dan
dieselben all solchen gewallt schuldig zu bezallen. und ob das camaun die al nicht
antwort, als der pott angesagt hat, alsvill das manglt, ist das camaun schuldig zu
erstaten und bezallen. ob aber ain camaun solichs mit denselben gehaissen hatt, oder
die das von des camaun wegen gethan haben, dan ist das camaun solichen gewalt schuldig
zu bezallen. ob aber der fronpott in ausrichtung seines ambts in ain hauss, hoff,
stall und stadl geet, darin er von geschaffts wegen des richters phand nimbt oder
nemen will, und dasselbs dem pottn undersagt wirt, damit er die phandt nicht nemen
soll, oder die inerhalb des thor im solich phandt nimbt, der hat ain fravell begangen
und ist darumb fellig vierzig phening. ob man aber den potten ausserhalb des hauss und
thor die phandt widernimbt aus der handt oder das im undersagt verrer zu tragen,
derselb ist fellig funfzig phundt walischer als umb ainen gewalt.
Item, ob ainer schlecht ain fronpotten oder ains herrn oder seiner anwald diener, die
iren dienst und ambt ausrichten und hat das ain man gethan, der ist fellig ain halbe
markh schilling, so und er in nit pluetrünss gemacht hat und im ain oder zwen schleg
gethan hat. ob er aber über zwen schleg im gethan hat, dan sol er mit urtl weiter
gestrafft werden, darnach die schleg gross oder khlain
| Seite 85| sein
gewesen. ob aber ein weib solichs gethan hat, die sol halbe peen bezalln, sovill der
man müest bezallen, so er es gethan hatt. ob aber auf das pluet derselb pott oder
diener ist worden geslagen, dan, er sei man oder weib, so ist er ein markh schilling
fellig zerung für erznei unnd schhaden, alslang er nicht haill ist worden. und ist
darumb den potten selbander zu gelauben. ob aber ain diener, der den pottn zuegeaigent
ist, sein ambt zu volfüren, wirt geslagen, darumb sol man zwen zeugen horn, die dapei
sein gewesen und mugen darumb weiber und man zeugen sein.
Wir sezen und ordnen, das all paurn und zinsleut, die hueben und grundt auf
schlechten zins inhalten, mugen und soln iren herrn die aufgeben zu kheiner zeit des
jars nur in den august, als von den ersten tag desselben manats zu raitten hinz zu
unser frauen schidungtag und dieselben aufgeber sein schuldig dem herrn gewisheit zu
thuen, umb die versessen zins ganzlich zu bezallen und damit er den mist und stro
darauf lass und er im die hueben oder erdtrich gepessert aufgebe.
Wir sezen und ordnen, das der herr von der hueben wegen, die im in öd khomen ist, umb
die versessen zins mag den paurn phendtn, der die versessen hat, und darumb sein guet,
als er darauf findet, angreiffen. aber umb der ursach wegen, das er im die hueben in
öd pracht hat, mag er den paurn auf derselben öd sein guet nicht aufhalten, noch sein
guet darumb nemen.
Wir sezen und ordnen, ob von ainer schuld wegen ainen durch den herrn oder das
gericht sein guet angriffen wirt, dieselb
| Seite 86| verfahung des
guets von des fals wegen sol schaden den, die vor auf dem guet icht ainer geltschuld
bezalt sol sein worden, oder icht darauf gehabt haben, wen dieselben sollen mit iren
rechten vorbezallt werden und vorgeen, ehe und der herr umb sein faal ain genüegen
hat. und wen die, die vor recht auf dem guet gehabt haben, bezalt sein worden, darnach
sol dem herrn und dem gericht umb den fall davon auch ain benüegen beschehen.
Wir sezen und ordnen, das khain camaun der dorfer khain ordnung nicht mag, noch sol
machen als nur umb acht schilling umb ain yede ungehorsamkheit abzunemen unnd mugen
als offt von ainen yeden acht schilling abnemen, der ir ordnung, so sy von aines
gemaines nuz wegen betracht haben, nicht haltet und der ungehorsam ist, es mag und sol
auch khain camaun ains dorfs khainen aus der nachperschafft vertreiben oder khainen
haus vertreiben oder wasser und feuer verpietten, oder damit er mit khainen reden soll
noch khainerlai beschwarung khainem thuen, damit er sich wider sy dem obrenn nicht
klagen solt. und sollen auch kheinem sein hauss zerprechen, pam oder reben abhakhen
und mugen auch khainem undersagen, damit er umb gross oder khlain zins ain hueben
aufneme.
Wir vertilgen und vernichten auch alle ordnung, die vor oder nach wider solch ordnung
durch die dorfer gemacht sein oder wurden unnd wollen auch schaffen dapei, welchs
camaun ainerlai peen abnimbt über die benanten acht schiling oder ainen icht beschwart
wider die gegenwurtig ordnung, dasselb camaun ist ein gewalt geen hoff fellig an all
genad. ob aber icht etlich aus ainen dorf an des camauns geschafft und willn soliche
beschwarung thuen, dan dasselb camaun ist schuldig dem herrn oder dem gericht
dieselben anzusagen, und dan dieselben angesagten sein auch ain gewalt, das ist
funfzig phundt, fellig zu bezallen. und ob ander wider des camaun geschafft solich
beschwarung gethan haben, die sol man
| Seite 87| darumb fahen und
alslang inhalten, das sy die benant peen bezalln. und das camaun sol darumb ledig
sein.
Item. Ob ainer selbs oder durch andern yemands an seiner stat undersagt ainem und
droet umb das, das er ein öde hueben aufnemen will, also das er im darumb an seinen
leib laidigen wolt oder an seinen guet oder auf der benanten hueben, und ob solich
droung mit zwaien zeugen halt weiblichs stam geweist wirt, dan ist derselbig funfzig
phundt geen hoff fellig. ist aber sach, das derselb, der also gedroet hat, denselben
gelaidigt hat, der solich oed, hueben aufgenomen hat, also das er pluets errunen ist,
dan ist der hundert phundt fellig geen hof. ob er aber denselben gelaidigt hat an guet
oder auf der hueben, dan sol er im dasselb guet mit zwispill widerkhern und ist
funfzig phund fellig geen hoff. thuet er im aber icht schaden mit prandt und mag man
in darumb begreiffen, so sol man in auch prennen. mag man in aber nicht haben, dan sol
man in ewigkhlich aus dem land sprechen, und also in das achtpuech schreiben und den
sol niemand aufnemen, noch halten pei unhulden und ungnaden unsers graven und
herrnN.87*.
Wir sezen und ordnen, das der herr die güeter des, der ainen todslag gethan hat, von
des todtschlags wegen nicht aufnemen soll. sonder ob man den pegreiffen mag, sol man
im das haubt abslahen und stirbt er an geschafft, sein nagst erben solln seines guets
geniessen. ob man aber denselben nicht pegreifen mag, dan sol man in ewigkhlich aus
dem land sprechen pei der peen, als er verschuldt hat. und die erben soln sein güeter
geniessen.
| Seite 88|
Wir sezen und ordnen, das khain richter umb khainerlai schuld von khainem mer abnemen
sol, noch niemand mer aufsezen sol, als vierzig phening umb die peen. ob aber ainer
recht hat und aufgesezt hat, die kirchtag zu besuechen oder zu behüeten, dan mag er
auf die kirchtag aufsezen und abnemen ain markh schilling peen von ainem yeden, der
ainen pluetrünst geslagen hat oder ander gewalt mit ainem auf pluet pettracht hat, und
welicher richter mer abnimbt, der sol das zwifache geen hoff widerkhern.
Wir sezen und ordnen, ob ainer hat ain paurn, der ains andern khnecht ist und doch in
versessen zins schuldig ist, derselb zinssherr denselben seinen zinsman umb dieselben
versessen zins mag fahen inmassen, als er frei wär, nicht angesehen, das die herrn,
den sy diennen, das widerreden.
Wir sezen und ordnen, ob ainer ainen vatter hat, der ain gebner oder verkhauffter
hold oder khnecht ains herrn gewesen ist, und doch sein mueter nicht ein ergebnes
weib, sonder frei gewesen ist, dan soln ir sun und tochter auch frei sein, wiewol sy
aus ires vatter erdtrich erzogen und gestanden sein. welch aber von ainen verkhaufften
weib, die ainem zu aigen geben ist, geborn wirt, derselb, er sei man oder weib, ist
auch des aigen als ir mueter gewesen ist, ob halt ir vatter ain freier man sei.
Ob ainer ain gemainer khnecht ist zweier herrn oder mer, und ist dan sach, das nur
ain herr aus in in ledig sagt, dan ist er ganzlich
| Seite 89| ledig.
doch ob den herrn umb die zeit, als er gedient solt haben, ain genüegen geschehen ist,
umb und sovill als dieselben an dem khnecht gehabt haben, das dan sol durch frumb leut
geschazt werden.
Wir sezen und ordnen, ob ainer mit falscher zeugnus begriffen wirdt, in was ursachen
er solich falsch zeugnus geben hat, der ist fellig zwayhundert phundt walisch. die sol
er bezalln in funfzehen tagen nach dem tag zu raitten, so man in mit der falschen
zeugnuss gefunden hat. ob aber solich peen in der benanten frist nit bezalt, dan sol
man im die zung abschneiden. doch die benant peen geet halbe geen hof und halbe dem,
dawider er zeugt hat.
Wir sezen und ordnen, das khain zinsman, der mit feuer und hertstat under ainen sizt,
noch khein khnecht oder verkhauffter diener nicht mag zeugnuss geben in khainer sach
für sein herrn. ausgenomen, der zinsman mag von der geweer der hueben zeug sein
inmassen, als vor in ainer ordnung begriffen ist.
Item, ob ainer von geltschuld wegen ainer für ainen andern pürg ist worden und den
pürgen man darumb güeter verkhaufft auf dem cant, die der pürg von des geltschulder
wegen ausgezaigt hat, und dan derselb pürg seines schadens einkhomen wolt, dan sol der
pürg den, dafür er pürg ist, furwenden und sol, noch mag dem nichts zueziehen, der im
die güeter verkhaufft hat, er hab im die recht oder unrecht verkhaufft, sonder allen
seinen schaden gegen dem, darfür er pürg ist worden, suechen. doch ob der geschold dem
pürgen unrechtlich icht verkhaufft hat, darumb mag der geltschulder in fürwenden und
das recht gegen im suechen, alsfer er des schaden gehabt hat.
| Seite 90|
Wir sezen und ordnen, das khain richter, der zu recht sizt, khomen sol, noch mag pei
peen notten, damit er ainen underweise oder im ratt, damit er seiner clag weiter
nachkhomb, die vor im furkhomen ist, oder das er schaff mit im pei peen. es mogen auch
die anclager und verantworter sich nit verpinden bei ainer peen iren rechten
nachzukhomen oder damit ainer dem andern recht nit vertragen wolt. und solich
geschafft und underweisung der richter und verpindung der porthaien sollen nichts
sein, damit die danach ainigen mogen und ir recht fallen lassen.
Wir sezen und ordnen, ob ainer gegen dem andern in rechten anzeucht, das frist und
tagweisung ir ursach aus ist, und doch der widertaill spricht, er sei noch in der
frist der weisung und weist dan solichen tag auf weisung, dan derselb, der geredt hat,
die frist wärn aus, der ist fellig dan dem andern taill vierzig phening und die
speiss. von solicher weisung der frist auf weisung nicht geweist hat, so ist er dem
anclager auch fellig vierzig phening und an steender stat zu bezallen ainer gegen dem
andern, welcher die überfarn hat. und dieweil er solche peen nit zalt hat, sol wider
in recht geen als gegen ainen ungehorsamen, der nit zu recht khomen ware.
Wir sezen und ordnen, das al prief und khundschafft, der vor copei erlangt ist
worden, dieselben im rechten ist man khainen schuldig zu lesen. es wolt dan derselb,
der es begert, an steender stat dawider mündlich reden.
| Seite 91|
Wir sezen und ordnen, das alle tag in dem jar, feier oder nicht, feier werden gerait
in die frist, die ainer auf weisung hat, ausgenomen die feier zu weinachten und die
feier unseres herrn urstend und die feier zu zeit des schnits und zu zeiten des
leesens und ausgenomen, ob von kriegs und ander notturfft wegen der richter die recht
aufschub.
Wir sezen und ordnen, das die anclager und verantworter, so die für recht geruefft
sein worden, sollen ir recht weiter treiben gleich auf die mainung, dapei es am nagstn
peliben ist und verschriben ist worden. und ob sy ander sach einwerffen wollen, und
nicht in dem rechten weeg des rechten beleiben, dan sol man sy nicht hörn. und welcher
taill solich unrecht suecht, dawider sol recht geen, inmassen als wider ainen
ungehorsamen, der nit da zu recht stüend, nur er gee den rechten weeg nach. ob aber
khain taill seinen rechten nachkhomen wolt, dan ist derselb rechtag ab und vor nicht
allein. doch die sach beleibt denacht in inen stand.
Item. so zwen mit einander in rechten steen und ain taill pegert auf des andern taill
anpringen sich zu beraten, also, das er seines gegentaills rednerlon als umb den
heutigen tag bezall. und der redner, der rat begert, sol geloben pei seinem aid, wie
er solchen ratt von khains gevars wegen pegert. doch arm leut mogen solich beratung
haben an bezallung des benanten lon.
Wir sezen und ordnen, ob not ist etlich zeugen zu hörn in rechten oder ausserhalb des
recht, dan sollen paidtaill ainen
| Seite 92| erwellen, der solich
zeugen verhor, ob sy sich von aines wegen ainigen mugen. mogen sy sich aber umb ainen
nit ainigen, dan der richter sol ainen unverdachten man darzue geben. und ob ainer in,
solichen erwelten, durch gericht verdenkht, dan auch dieselb ursach der verdachtnuss
sol derselb ansagen und die mit urtl fürgenomen werden, ob die redlich sei, und ist
die recht, dan sol der richter ainen andern unverdachten darzue schaffen. es sol auch
der benant verhörer, ob er ausserhalb recht zeugnus verhört, von ainen yeden zeugen
haben vier altphening, die frisekhin gehaissen sindt. und wirdt derselb vom hauss über
land gefürt, so sol man im und dem ross die zerrung thuen. und danach sol er haben ain
yeder tag zwainzig frisekhin und darzue umb ainen yeden zeugen vier frisekhin. und so
die zeugen geoffnet sein worden, dan so er copei der zeugen aufschreibt, sol er von
ainen yeden zeugen zwen frisekhin haben.
Wir sezen und ordnen, das der richter aufpegern der, die im rechten steen, nicht die
geschworn soll in den rat schhigkhen umb sach, darumb die porthaien nicht in rechten
steen. als ob ich sprach, was ist recht, ob sich sach begab alsolang und also
desgleichen umb ein sach, die gesein mag oder nicht auf ain tant pegerten rechts.
Wir sezen und ordnen, wan ainer etlichen fürprachten kundschafft copei erlangt hat,
also das er darauf sich will beraten, alsdan solichs mit gewonhait herkhomen ist, dan
von prieffen, damit man frauen gerechtigkheit weisen will und von hindergangen spruch
und andern gerichtspriefen, die fürpracht sein worden im rechten, der copei einer
erlangt hat sich darauf zu petrachten, und dan pegert tag, dawider zu reden und sezen
ist dan sach, das solich furpracht khundschafft wider in gethan behabt sein vor jar
und tag, dan sol man in khein tag geben, sich wider solich khundschafft zu sezen.
| Seite 93| sonder will er dawider reden, des mag er an steender stat
thuen. und gefelt es dan dem anclager, so mag er sich auf sein widerred auf die
fürprachten prief verantworten. und dan an verziehen sol man die zwitracht zwischen im
volenden und ertern. so aber der anclager auf sein inred auf die fürprachten prief
sich zu verantworten begert ain tag, demselben sol man sovil tag geben, so sein
widertaill gehabt hat umb die inred, die er wider die prief gethan hat, damit er auch
mündlich dawider rede. und ob die ir solich inred lang machen wolten und vil auszug
austragen wolten, so wollen wir, das khainer über vier auszug eintragen mag. und
darüber sol man khainen verrer hörn, sondern man sol auf die fürpracht khundschafft
und red unnd widerred auch auszug aines gegen dem andern urtaill thuen und die such
enthafftigkhlich mit urtl ortern.
Wir sezen und ordnen, so ainer ain copei etlicher fürprachten prief erlangt hat und
darauf im ain tag pestimbt ist worden, sein auszug und inred dawider in geschrifft
fürzubringen, und so dan derselb auf denselben bestimbten tag solich auszug und inred
dawider in geschrifft nit fürpracht hat, sonder mundlich dawider etwas redt und begert
darauf ain andern tag, darauf er noch sein such in geschrifft wolt fürpringen, dan sol
man demselben verrer khein tag geben, sonder er sol an steender stat mündlich solich
auszug nach laut der vorgeschriben ordnung darpringen. und ob der widertaill dan auf
solich auszug an steender stat sich verantworten will, dan sol man darumb hörn und
darüber urtl erkhennen. so aber zu demselben tag der widertaill darauf sich nit will
verantworten, sonnder begert ainen tag, dan sol man in alslang ain tag geben, als der
gegentaill gehabt hat von der inred auf die fürprachten prief. und so derselb tag
khombt und ob er sich darauf verantwort mündlich oder in geschrifft, sol man dan
khainen taill verrer tag geben, sonder man sol sy gegen ainander hörn auch nach der
nagst vorgeschriben ordnung und darüber dan enthafftigkhlich urtaill darumb
aussprechen.
| Seite 94|
Wir sezen und ordnen, das ein yeder, der im rechten kriegt, darf er mit sambt seinem
redner vor recht sein sach nicht mer als zwier erzelin soll, sonder so pald taill ir
sach zwier gemelt haben, dan sol sy mit sambt den rednern stilschweigen und nichts mer
anpringen vorauss, so man angehebt hat zu urtaillen, pei peen vierzig phening geen
hoff verfalln.
Wir sezen und ordnen, ob ainer durch jar und tag etlich güeter, farund oder ligund,
oder ander gerechtigkheit in berüebter geweer ingehabt hat und ain ander derselben
güeter geweer zu wegen bringt mit gerichthand durch urtaill, darzue er nit geladen ist
worden, und derselb auch solich güeter jar und tag in geweer gesessen hat, doch der
die geweer zu dem ersten gehabt hat, verclagt den, der in entwert hat, dan sol er
denselben zu dreien tagen (geweist) nach laut der ordnung, so man umb ligunde güeter
rechtent. und khombt dan derselb zu dem dritten tag nicht, dan so die ladung zu dreien
tagen geweist sein worden, dan sol man demselben die geweer geben und in den
weisspotten ertaillen. und so solich ertailung geschehen ist von abwesen und
ungehorsamkheit des widertaill, dan sol man den widertaill von der geweer wegen nicht
hörn. er wolt dan von der aigenschafft wegen mit im recht fürn, das mag er thun nach
ordnung, die vor von ligunden güetern sagt, wie man darumb rechten sol. ob aber der
verantworter in den dreien tagen, als er geladen ist worden, zu recht khombt und den
paidtaill willig sein, damit man der güeter geweer und aigenschafft fürnemen, das mag
man thuen und also auf paid sach das recht fürnemen nach laut der benanten ordnung,
die, sagt von ligunden güetern. ob aber der anclager nur von der geweer wegen recht
pegert, dan hindan gesezt all khundschafft von der aigenschafft wegen sol man von der
geweer
| Seite 95| wegen urtl aussprechen und erfinden. nur es wär
sach, das der verantworter sprach, wie das recht, als er auf dem guet hat, das het er
von dem anclager zuwegen pracht oder von ainem andern, der die von dem anclager gehabt
hat, dem sol man das recht von der geweer und aigenschafft wegen mit einander fürnemen
und auf paidertaill ursach darumb aussprechen. doch so nur von der geweer wegen das
recht fürgenomen wirt, dan sein paiden taillen in recht vorbehalten, das sy von der
aigenschafft wegen zu denselben güetern haben.
Wir sezen und ordnen, das ain yeder notari, der erwelt ist im rechten zu schreiben,
umb ain ladzedl gehort ein frisekhin und umb die relatzn auch ain frisekhin. und so
der noder darumb fidem thuet im rechten, dan gehort im auch ain frisekhin. Item. umb
ain yede frist und rechtstag zu verschreiben, davon geen ime zwen frisekhin. Item. für
all geschrifft, die er im rechten thuet, umb die er in das register schreibt, gehört
ime von ainen yeden blatt drei frisekhin. Item. von enthafften urtailln, die er
offenwar nach notturfft aufzeucht und schreibt, ist das guet under zwelf markh
schilling werdt, darumb das recht gangen ist, so mag er davon zwanzig frisekhin nemen.
so das guet aber von zway und zwainzig markh auf funf und zwainzig markh schilling
werdt ist, dan mag er davon nemen funf und zwainzig frisekhin. ist aber daz guet über
funf und zwainzig markh schilling werdt, dan mag er von yeder markh ain frisekhin
nemen. und was die noder darüber mer nemen, das sollen sy widergeben und sein dem
gericht darzue fellig ain halbe markh schilling, darunder sy sizen. man geb in dan
gern mer, das ist nicht verpotten zu nemen.
Wir sezen und ordnen, das die noder, so sy werden angelangt etwas in iner nod zu
suechen, dan sein sy schuldig umbsonst zu suechen. doch so sy die sach funden haben,
dan sein die nit schuldig zu zeigen, man geb in dan davon acht frisekhen. sol er aber
in
| Seite 96| ains andern nod suechen, dan geet in von suechen und
zaigen sechzehn frisekhin. und welcher notari darüber nimbt, der ist ain halbe markh
fellig geen hoff.
Wir sezen und ordnen, wo ain gross genetigs recht ist unnd so darumb ain process
aufgemacht ist, dan das gericht soll denselben process ainen waisen man in rechten
geben zu beschauen, der dasselb recht mit vleiss sol vernemen und das dan dem gericht
nit schuldig ist anzusagen. man schaz umb dan vor sein lon umb sein müe und geb im dan
sein lon. doch sol solicher lon durch gericht furgenomen und geschazt nach ainen
pillichen und nachdem die sach an ir selbs gross oder khlain ist, und sol dan derselb
solich recht dem gericht mit vleiss ansagen und man sol im den lon, alsvil geschazt
ist, geben.
Wir sezen und ordnen, das hinfür all jar der herr mit seinen rattn soll erwelln den
armen, die zu rechten haben, ain redner und zwen notari und ain fronpottn, die dan
denselben armen leuten sein schuldig ir khunst mittailn und den diennen durch gots
willen an ain sold und den in iren rechten helffen. und das dieselben notari und
redner die anghebten recht von derselben armen leut wegen sein schuldig an das end zu
pringen an bezallung ires solds und lon.
| Seite 97|
Römischer ku(niglicher) M(ajestät) etc. Unseres allergenedigisten Herrn Canzler und
Regenten der Niderosterreichischen Lande geben in den speen und irungen, so sich
zwischen der paurschafft zu Cramaun, S. Lorenzen de Mossa, Capriva, Marar, Merian,
Frata, Villa Versa, Villa Medea, Villa Chiopris, Nocareto, Jalmikh, Crauglio, Medan,
Biliana, S. Martn, Casan, Vipulsano und VilesioN.97.*, all in die graffschaft
Görz gehörig, als clagenden taillen an ainem und denen vom adl bemelter grafschafft
antwortenn anders taills von wegen hernach benanter artiggl, gehalten derhalb peid
yez gedacht porthaien von dreien comissarien in sonderhait darzue verordent mit
etlichen schrifften, clag und gegenclag weiss gegen ainander verfarn. welche
schrifften und process volgendt durch dieselben comissarien ernenter regierung umb
erledigung zuegeschickht worden disen abschidt.
Erstlich, als die bemelten paurn begern inen zu vergunen, damit sy auf den hueben,
darauf sy ploslich umb zins wonnen, nichts minder als auf denen, darauf sy erbrecht,
so man emphiteosin oder livellzins nent, haben on underschidt irer notturfft und
gelegenhait, nach auch unersuecht der grundtherrn pauen mugen. was sy auch bisher
gepaut haben, das inen dasselb in zeit ires abziehens von solichen hueben bezalt
werde. darinn thuet die regierung nach notturfftiger erwegung gelegenhait und
gestaltsam der sachen abschidtsweise diese erleuterung, das die gedachten paurn auf
denen hueben, die sy nur jure simplicis affictus, das ist um den plossen zins und
dienst besizen, an sonder vorwissen, bewilligung und zuegeben des grundtherrn, irer
gelegenhait und gefallen nach zu pauen aus mer pillichen, gegründten ursachen nit
fueg haben mugen, ausgenomen was eines pauern unvermeidliche notturft, zuversteen zu
seiner selbs und der seinigen wonung, oder zu underpringung seiner frucht und
viechs, oder aber zu furkhombung aines augenscheindlichen gegenwurtigen oder
khunfftigen schadens an der behausung, stal oder
| Seite 98| stadl
erfodern mochte, doch sol er solich sein notturftig gepeu nit mit stain oder ziegel,
sonder alain mit holz und stro, auch nur an behausten oder besessnen hueben und an
denen ortten thuen, alda von alter her paurnhausser, wonung und gesass mit stall und
stadln gewesen und gestanden. und so hierüber nun hinfüro yndert ain paur ausserhalb
zuegeben des grundtherrn ichtes mit stain, ziegl und von gemeier oder aber von holz
und stro, des nit (wie obsteet) die notturfft erfodert, und an ortten, da vormals
und von alter herr nit hauser oder gesass gewesen warn, seiner selbs gelegenhait
nach pauen und machen und nit beweisen oder darthuen würde, das er solich gepeu mit
zuegeben und bewilligung des grundherrn gethan hatte, das alles ist ime der
grundtherr im fall des paurn urlaubung und abziehens von der hueben nit allein zu
bezalln nit schuldig, sonder solch neu unerlaubt gepeu sol dem grundherrn khainen
nachtailligen eingang oder geprauch bringen, dardurch khunfftigkhlich ain paur sagen
wolt, an demselben ort war vorhin auch ain haus, stall, stadl oder gesass gestanden.
dagegen soll aber dem paursman bevorsteen, wan er von der hueben geurlaubt wurdet
und abzeucht, sol sein neu und unerlaubt gepeu hinwegkhumen und seiner notturfft und
gelegenhait nach damit zu handeln, was aber die ihenigen pauern betrifft, so auf den
hueben stat erbrecht haben, livell oder emphiteosis genant, die mugen darauf
unverhindert der grundtherrn irer notturfft und gelegenhait nach mit holz oder stain
wol pauen wie von alter herkhomen ist.
dan von wegen vergnuegung der gepau bisher durch die paurn beschehen, darumben sy
in iren schrifften auch anclagen thuen, ist verabschidt. was sy bisherr auf den
hueben irer inhabung mit gemeuer, holz oder stro gepaut, das der grundherr wissen
gehabt und doch solich gepeu nicht abgeschaffen, sonder stillschweigendt beschehen
hatte lassen, wirdet inen, wan sy von denselben huebnen geurlaubt werden oder
abziehen, nach zimblicher beteuerung und schazung von den grundtherrn pillich
bezallt. wo aber glaubwirdig furkhombt, das ain grundtherr dem paurn über sein
notturfft zu pauen undersagt und verpoten hatte, und der paur ungeacht desselben mit
dem gepeu verfarn warr, das ist im der herr zu bezalln nit schuldig.
zum andern belanget, das die paurn vermainen, die consorten oder erben auf ainer
hueben, die sy nur umb plossen zins, das ist jure simplicis affictus besizen, sollen
irer gelegenhait und notturfft
| Seite 99| nach an vorwissen der
grundherrschafft die grundt under ainander zu taillen fueg haben. dannen gibt die
regierung dise mass und ordnung, das in aines yeden grundtherrn willen und gefalln
steen soll, ob er die consorten oder erben zu taillung des grundt khomen lassen
wolle oder nit. und so die paurn des consorten oder miterben sein bei den
grundtherrn mit guetem willen erlangen, das sy taillen mugen, mag der grundtherr
ainen aus inen mitl seinem gefallen nach furnemen und erkhiesen, der ime fur sich
selbs und an stat seiner consorten oder miterben den zinss und dienst zu den
gewandlichen zeitten und terminen allain raiche und bezalle. doch sol demselben, der
also dem grundtherrn den zinss und dienst alain raicht und verricht, bevorsteen
solchen zinss und dienst bei den andern seinen consorten oder miterben nach aines
yeden gepür wiederrumben einzupringen, anderer gestalt und ausserhalb des
grundtherrn guetten willen gehorig zu taillen nit macht haben. und im faal, das den
consorten oder miterben durch ainen grundherrn vergunt wurde zu taillen, sollen sy
sich aigentlich vor aufrichtung und erpauung inen neuer, abgesunderter heuser,
stall, stadl oder gesass enthalten und sich an der wonung, darinnen sy vor der
taillung gewesen, ersetigen lassen. es war dan, das die ainer oder mer aus inen pei
den grundtherrn erlaubnis und bewilligung erlangten, wo sich des aber hie wider
ausserhalb zuegeben des grundtherrn ainer oder mer understeen würden, ist innen
dasselb der grundtherr zur zeit ires abziehens zu bezallen nit schuldig. doch soll
der paur mit solichen unerlaubten gepau (wie ob steet) nach seiner gelegenhait
handln mugen und solches nun hinfüro wie ander geprauch, gewonhait und statut in der
grafschafft Görz gehalten und in den taillungen volzogen werden.
zum dritten von wegen erwellung der person oder schidtmans in der dritten schazung,
auch aus was stand und durch wem derselb fürzenemen und verordent werden sol,
dieweill aus den eingefürten schrifften befunden werdet, das von alter und pis auf
diese zeit hieher in der graveschafft Gorz und Friaull ye und alweg der geprauch
gewesen, das die person in der dritten schazung von der obrigkhait und aus dem
standt der statleut, zu Latein cyves genant, erwelt worden. so pleibt es noch
pillichen dapei dergestalt, das dieselb dritt und durch die obrigkhait verordent
person zuvor, wie sich gepürt, geaidigt werde, die pesserungen nach iren pessten
vleiss und versteen aufs treulichst und pillichist, auch wie von alter herkhomen und
gepreuchig ist, zu betheurn und zu schazen und in wen sy etwo
| Seite 100| für sich selbst nit genuegsam verstandt oder erkhantnis hette,
bei der sache verstendigen und unportaischen lautern pericht zu nemen und in
solicher schazung nichts als die pillichcait ansehen.
dan betreffendt deren vom adl gegenclag, mit welcher sy gegen den paurn
unverhindert, das die kunigklich comission davon khain meldung thuet, wol verfarn
mugen, darinen sy erstlich begern den überfluss, das sich die paurn in schazung der
reben und pam wider alt herkhomen geprauchen sollen, abzustellen und mass zu geben,
wie hoch ain paum mit reben geschazt werden solle. dieweil die regierung aus den
actis und schrifften nit genuegsamen bericht nemen mugen, was der geprauch in
schazung der reben, noch auch wie es von alter her damit gehalten worden sei, und
doch die von adl under andern derhalb auch umb wendung unnd einsehung anlangen,
demnach weil die regierung zu desto statlicher ererter mug dises strits widerumben
comissarien verordnen, benantlich herrn bischoven zu Triest, Micheln
Bungnolla und Domenico Burlo, und an dieselben
comission ausgeen lassen mit bevelch, das sy sich hier inen gelegenheit des prauchs
zu versteen, wie hoch von alter heer ain pam mit reben und ob der werdt am pam und
reben oder aber allein die müe und arbeit, so den paurn aufsezung und züglung des
pams mit sambt der rebengangen geschazt worden seie, oder noch geschazt werde samt
andren, so zu gebung ainer rechten mass im schazn dienstlich sein mag, erkhundigen.
auch wo von notten sein wolt hierüber die porthaien weitter hörn und vernemen und,
was sy sich also erkhundigen werden, desselben die regierung sambt irem rat und guet
bedünkhen in schrifft berichten.
zum andern, das sich die paurn aigens fürnemens understeen unersuecht zuvor der
grundtherrn ire pesserungen zu versezen, zu verkhauffen und in ander dergleichen weg
zu verandern ist verabschidt: die paurn sein schuldig, wan sy ire pesserungen etwo
aus erhaischung irer notturft verphendtn oder gar verkhauffen wellen, die
grundtherren zuvor damit zu ersuechen und anzepietten. darauf sol sich der
grundtherr in sechs wochen, den nechsten, endschliessen, ob er die von dem paurn
nach pillichen und vermug der schazung saz oder khaufsweise annemben welle und so
ime die annnemblichen den paurn mit der abfertigung oder vergünegung derselben
geverlichen weise und wider pilichkhait nit aufziehen. wo ime die aber anzunemen nit
gemaint mag, alsdan der paur die pesserungen gar und nit zum taill davon seiner
natturfft und gelegenhait nach
| Seite 101| unverkhaufen, wen er
will, doch dem grundtherrn an seinen zinsen, rechten und gerechtigkhaiten
unvergriffenlich und an nachtaill.
zum dritten. betreffendt deren vom adl beschwarung, das sich die paurn understeen
sollen, die grundt und agkher an vorwissen der grundherrn von den hueben als für ir
aigen zu verkhauffen und davon in fremb hendt zu verwenden. dieweill dises der paurn
unpillich und hochbeschvarlich fürnemen nit zu gedulden, so sol Inen hiemit sament
und sonderlich in namen Ku. Mt, als regierenden Graven zu Görz mit ernst aufgelegt
und eingebunden sein, sich von solicher anbefuegter verkhaufung und veranderung der
grundt von den hueben aigentlich zu enthalten. und so ainer oder mer befunden würde,
der sich solcher veranderung der grundt hievor gepraucht hette oder noch hinfüran
geprauchen und solichs zu ime peipracht würde, der oder dieselben sollen al ir reb
oder paugerechtigkheit und pesserung, so sy auf den hueben irer inhabung haben,
hetten mugen verlorn haben. und dise erkhantnuss durch die obrigkhait zu Gorz also
handgehabt und niemand gestat werden in ainicherlai werg dawider zu handln.
was dan die urtl zwischen Herrn Hansen von Thurn an ainem und
seiner zwen paurn, Domenigo und Stefan
geprüedern von Capriva, anderstails vor dem gericht zu Görz ergangen berürt, die ist
aus peweglichen, rechtmessigen ursachen aufgehebt. doch beden tailln an iren rechten
und gerechtigkheiten unvergriffenlich dergestalt, dieweill in diser gemainen
erkhantnuss mass gegeben wirdet, wie es in solichen falln (darumb die streitigkhait
zwischen ir erwachsen) gehalten sol werden, so sollen sich die yez bemelten
porthaien mit erortterung irer irung in actis angezogen neben andern solicher
erkhantnuss und derselben buchstaben auch gemass halten.
Actum Wienn am funfundzwainzigisten tag des Monats Octobris Anno 1500 im siben
und dreissigisten.
N. Rab . . . . Canzler.
G. Streintz zu Schwarzenau.
Lucas Graskrein.
Philip Preiner.
Als sich zwischen N. denen von adl der fürstlichen grafschafft Gorz an ainem, und
N. der paurschafft daselbst, anderstaills von wegen der gephlanzten, auch
aufgeziglten paumb unnd reben speen unnd irrung gehalten, also das die paurschafft
vermaint hat, das innen die guet unnd der werdt, päumb und reben betheurt und
geschazt werden sollt, wie dan soliche guet an den paumen unnd reben in zeit ires
urlaubs unnd abziehens von den huebmen befinden werde. hinwiderumb aber haben die
vom adl angezaigt, das solich der paurschafft fürgeben zu überflüssig unnd wider alt
herkhomen unnd geprauch der grafschafft Gorz seie, begerten derhalben messigung
darinnen zu thuen unnd ainen aussdrukh zu machen, wie hoch ein yeder paumb, sambt
ainer reben oder irr yedes in sonderhait beteurt werden solle. unnd wiewoll peid
obgemelt porthaien neben anndren iren irrungen dises strits halben, auch von den
comissarien, so derhalben geordent gewesen, mit schrifften verfaren, so hat sich
doch die regierung der Nider-Osterreichischen Lande aus denselben iren schriften in
diser sachen unnd stritigkheit des alten herrkhomens und geprauch, nemblichen, wie
hoch von alter herr ain paumb mit reben, und ob der werdt ain paumb und reben, oder
aber allain die müe unnd arbait, so den paurn aufsazung und züglung des paumbs mit
sambt der rebengangen geschazt worden sei oder noch geschazt werde nit genuegsam
erinnern khunden und deshalben in namen Ro. Ku. Mt. an die bemelten comissari von
neuen widerumben Comission auslassen geen, sich das alles durch verharr und ander
weeg notturfftig zu erkhundigen. auf dieselben gehalten erkhundigung unnd der
portheien weiter schriftlich unnd mündlich furpringen unnd alles das, so vermug
eines ordenlichen gehaltnen process für di comissari furkhumen unnd gedachter
regierung zu erledigen heraus ubergesanndt ist, haben hochermelter Ku. Mj.
stathalter, canzler, regenten unnd ratt des regiments der Niderösterreichischen
Lande erkhandtnus than, wie hernach volgt, das ein yeder paum mit seiner reben des
ersten jars, darinnen er gesezt wirdet, dergleichen auch des andern, driten unnd
vierdten jars solle geschazt und peteurt werden umb zwen schilling, ainen yeden
schilling für zwen schwarz phening zu raiten, von dem vierdten jar an zuraiten.
nemblichen des fünfften,
| Seite 103| sechsten, sibenden piß auf das
achtzehendt jar solle ein yeder paumb mit sambt seiner reben umb drei der yezt
gemelten schilling geschazt werden. von den achtzehenden jar aber weiter anzuraiten
soll ein yeder paumb mit sambt seiner reben umb vier der obbestimbten schilling unnd
ainen halben schilling geschazt und peteurt werden. so aber ein paumb an reben oder
ein reben an ainem paumb oder reben sollen alwegen umb halben thaill weniger, alls
die yezt ausgedrukht mass vermag, geschazt werden. dieser ausdrukh und gegeben mass
der schazung soll auch also verstanden werden, das man khainen paumb oder reben
hocher anschlagen unnd peteurn soll weder hie oben ausgedrukht, begriffen und
zuegelassen ist. wurde aber etwo ein paumb sambt seiner reben oder iren ainer
insonderhait lezer, und des obbestimbten gelts nit wirdig oder werdt pefunden,
dieselben mugen die geschwornen schazleut nach gelegenhait der sachen wol umb sovill
dest geringer anschlagen und peteurn. und ist hiemit der obrigkheit zu Görz
aufgelegt und bevolchen, das sy darob und an seie, damit diser erkhantnuss,
erleuterung und gegeben mass nun hinfüro mit schazung der paumb und reben in der
grafschafft Gorz gehorsamblich nachkhomen gelobt und von niemandt dawider gehandlt
werde.
actum Wienn, den XXII tag May anno 5 im xlII.
| Seite 104| [Zurück
zum Anfang.]
2. Zu welcher stundt des patriarchen anwaldt oder richhter zu recht
nidersizen soll unnd das zu derselben stundt ain yeder sich stelle, der zu
rechten daselbs stee und zu schaffen hat.
12. Von den nodern, die al hanndl in geschrifft machen, sollen die in ainen
eingepunden quatern schreiben, soll der zu dem mynsten bey XL pletern
haben.
15. Von ursach wegen das mit einander für recht bringen sol gewaltsprief,
gerhabschafftbrief, ladzedln, die dan zu recht genueg sein an ains anderm stat
furzukhomen und wie man der copi geben soll.
| Seite 105|
18. Das man ainen procurator, der sich ainer procurei angenomen hat, mug
darzue dringen das recht zu treiben und er nicht tag nemen sich zu beratten mit
dem selbscholln.
20. Von den sun, die wider des vattern willen, so sy über zwainzig jar alt
sein, frembder sach sich mugen underwinden und das sy procuratores oder gerhaben
mugen sein.
41. Von dem spruch, das man davon nicht dingen noch begern sol, so
paidthaill in dem hindergang sich des verzigen haben, und das man die peen
abneme von dem, der den spruch nicht stat helt.
58. Von den gedingen, so ainer ain geding erlangt in aines fürsten
landtschran, das man das sol erledigen durch die herrn, die an der landtaiding
sizen.
81. Wo mer als ainer sich zu pürgen und selbscholn gesezt haben mit sambt
dem geltschulder und ainer allain zalln hat müessen, was derselb recht gegen
den, die mit im in der geselschafft sein gewesen und gegen dem
geltschulder.
89. Von den klainoten und andern varunden güettern, die die frauen zur zeit
der hochzeit dem man zuepracht haben und ir durch den man oder andern yemands
von der hochzeit wegen geschenkht und geben sein worden.
90. Wie die frauen ir geschenkhte güetter vor oder nach der zeyt der
hochzeit durch irn man oder andern yemands unnd ir haussteur und fertigung mugen
verschaffen.
94. Von den tochtern und andern frauen, die zu der erbschafft gehorn, die
nicht zu erben geschazt sein worden, damit man die nicht enderb, sondern das man
die neren und verheureten soll.
95. Wie etlich wuecherer nit sollen, noch mugen verpunden die geltschulder
von gelichens gelts willen und nidergelegts in posit in die gefankhnuss oder
damit man aus dem land sich die sprechen.
115. Wen ain guet von ainer peen wegen ainen gericht verfallen ist, das
derselb faal nicht vorgeet den, die vor auf dem guet haben oder den, den man vor
davon gelten sol.
134. Von den auszug, widerredt und inredt, die mündlich geschehen sollen
über die furprachten khundtschafft, der ain copei erlangt ist sich darauf zu
beraten.
135. Wo ainer ain tag hat in geschrifft furzupringen sein widerredt auf die
furprachten prief und doch in geschrifft das nicht thuet, sonder lenger frist
begert.
137. Wan ainer beraubt wirt ainer geweer halt durch urtail, darzue er nit
geladen ist worden, das man im die geweer widergeben sol, ob halt ein ander die
jar und tag ingehabt hat.
141. Das man zu hilf armen leut al jar durch den herrn sol erwelln zwen
notari und ainen redner, die denselben armen ir recht aufschreiben und füren
solln.
| Seite 122| [Hier folgt der Herrn-Anschlag in
Crain, der nicht transkribiert wird.]
Fußnoten
⇭N.1
Dr. Arnold Luschin von
Ebengreuth, Handbuch der österreichischen Reichsgeschichte, 1914, S. 172.
⇭N.2 F. C. (Franz Graf Coronini), Aquileias
Patriarchengräber, Wien 1867, 224, Anmerkung: „Manuskripte von Marquards
Constitutiones patriae Forijulii befinden sich in den Archiven von Udine, Sacile und
anderen Orten. Eines in deutscher Sprache wird in Görz aufbewahrt. Im Druck erschienen
sie zuerst
1484 italienisch in Udine durch
Meister Gerhard aus Flandern, dann 1497 lateinisch in Venedig mit den durch den venetianischen Statthalter in
Friaul Marcus Dandalo im Jahre 1429 daran vorgenommenen
Reformen." Vergleiche dazu in der Einleitung bei
Joppi,
Const. die
Kapitel IV und
VI.
⇭N.4 Zu dem Görzer Inventar der während des Weltkrieges
geborgenen Archivalien gehören aus dem Bestande der städtischen Bibliothek in Görz:
Nr. 1. Urbar der Kirche S. Floriano, beginnend 1482.
Nr. 2. (Fasc. XVIII, Nr. 3) Urbarium der Kirche S. Ellero und Taciano in Görz.
1520-1610; mit eingebunden ein Anniversarium dieser Kirche ab 1470. Zusammen 195
Blatt.
Nr. 3. Urbar, Ambt Görtz 1530, 127 Blatt, in Pergamentumschlag eines
Antifonars (Handschrift aus dem 13. Jahrhundert).
Nr. 4. Urbar aus dem 16. Jahrhundert in gepreßtem Ledereinband aus dem Ende
des 16. Jahrhunderts.
Nr. 5. Urbar des Ambtes Görtz 1561, 1562.
Nr. 6. Urbar Ambt Görtz de anno 1563.
Nr. 7. Urbar Ambt zu Görtz 1564.
Nr. 8. Urbar 1565 (Görz).
Nr. 9. Ausstanndt des Urbar Ambt Görtz de Anno 1571.
Nr. 10. Urbar des Ambt Görtz de anno 1573.
Nr. 11. Urbar 1588 (Görz).
Nr. 12. Urbar des Ambtes zu Görz 1548.
Nr. 13. Urbar 1584 (Görz).
Nr. 14. Urbario del 1713 (Görz).
Nr. 15. Urb. Cam. di Gorizia.
Nr. 16. Vergleichende Münztabellen, Zinsregister etc. 18. Jahrhundert.
Nr. 29. Notariatsakte, 17., 18. Jahrhundert.
Nr. 66. Urbario Antonelli dell anno 1741.
Nr. 74. Protocollum Cancellariae Flumicelli annorum 1721., 1722.
⇭N.5 Vergleiche
Czoernig a. a. O., 833, Anmerkung.
⇭N.6 Vergleiche Görzer „Ambtsurbar" des Jahres 1564 (Städtische Bibliothek in Görz); pag.
22 nennt diesen Bürger der Stadt Görz: Lucas Holzaphl hat ain
corp sambt neun wisen, drithalben ackher unnd ain wreiden bei fünff ackher gross,
davon soll er jarlichen zins zallen laut khaufrecht waiz khaufmas 8, habern khaufmas
2, pargelt 12 k, 2 pf.
⇭N.3 Die lateinischen Texte der Constitutiones patrie
Forijulii datieren den Tag mit pridie, videlicet XXVII mensis aprilis proxime
preteriti. Vergleiche
Joppi, Const. 2, Anmerkung 1.
Joppi gibt als Ergebnis seiner Untersuchungen das Datum des Dekretes mit dem Jahre
1366 an, das in den Handschriften der Constitutiones durchwegs fehlt.
⇭N.1 I. De feriis et
festivitatibus in quibus d. vicarius sedere causis audiendis non
debet.
⇭N.2 II. De hora, qua vicarius d. Patriarche sedere pro
causis audiendis debeat et qua litigantes se presentare tenentur.
⇭N.3 III. De potestate vicarii d. Patriarche in prorogationibus
terminorum.
⇭N.4 IV. De advocatis ab una parte informatis adverse parti
patrocinari non debentibus.
⇭N.5 V. De dilationibus dandis propter absentiam
advocatorum.
⇭N.6 VI. De verbis redargutoriis vel reprehensibilibus per
advocatos non dicendis contra sententiantes.
⇭N.7 VII. De
iuramento et officio notariorum scribentium acta curie coram d. Patriarcha seu eius
vicario.
⇭N.8 VIII. De duobus notariis non admittendis ad scribendum simul
et semel in una eademque causa.
⇭N.9 IX. De actis cause continuatim et successive per notarios scribendis in uno vel in
diversis quaternis. — X. De actis iudicariis partibus etiam extra iudicium
ostendendis et de dilatione non danda pro copia actorum habenda.
⇭N.10 XI. De notariis
compellendis copiam dare actorum et productorum in iudicio partibus illa
petentibus.
⇭N.11 XII. De notariis curie non admittendis ad advocandum vel procurandum pro aliis, nec
scribendum in causis propinquorum.
⇭N.12 XIII. De notariis in scriptis redigere debentibus contractus per eos celebrandos. —
XIV. De notariis scribere debentibus notas eorum in quaterno eorum ligato,
continente saltem quadraginta cartulas, et de penis contrafacientium.
⇭N.13 XV. De procuratoribus si generaliter
fuerint constituti legiptimis reputandis.
⇭N.14 XVI. De termino statuto vel statuendo ad opponendum contra
mandata.
⇭N.15 XVII. De simul producendis
procuratoriis, substitutionibus, tutelis et aliis quibuscumque mandatis ad
legiptimationem litigantium pertinentibus et de copiis eorum dandis et recipiendis,
nec non copiam omnium simul productorum dandam parti adverse.
⇭N.16 XVIII. De negantibus personas
fore legiptimatas in iudicio.
⇭N.28 XXVI. De citationibus. 16,
Z. 5: Si vero querimoniam aliquis exposuerit super mansis, domibus
....
⇭N.23.* XXVIIL De terminis et modo procedendi in causa territorii et de
manutentoribus contumacibus. — XXIX. De controversiis inter nominantes manutentores
et ipsos manutentores in judicio comparentes.
⇭N.25.* XXX. De allegantibus manutentores qui sunt extra
patriam.
⇭N.30 XXXII. De terminis actori et reo ad probandum limitatis
et peremptoriis ad conclusionem cause.
⇭N.31 XXXVII. De penis notariorum vel
testium recusantium dare instrumenta vel venire ad deponendum.
⇭N.32 XXXVIII. De depositione et examinatione
testium. — XXXIX. De depositione testium fienda aliis testibus absentibus. et de
testibus ipsis interrogandis. (1. Absatz.)
⇭N.33 XL. De iis que acta sunt extra iudicium negandis vel
confitendis. — XLI. De negantibus acta curie et volentibus probare contra
illa.
⇭N.34 XLII. De
mandatis et actis iudicii non volentibus probari per testes.
⇭N.39 XLVI. In quibus contractibus intelligatur quis esse
convictus per pactum.
⇭N.40 XLVII. De ordine tenendo super instrumento compromissi.
⇭N.41 XLVIII. De sententia arbitratoria seu arbitraria,
non reducenda ad arbitrium boni viri. — XLIX. De sententia compromissi observanda et
pena exigenda.
⇭N.42 L. De iuramento in iudicio recipiendo vel referendo.
⇭N.43 LI. De verbis
iniuriosis in iudicio dictis et prolatis.
⇭N.44 LIII. De
sententiantibus et circumstantibus allegatis pro suspectis.
⇭N.45 LIV. De obligatis ad respondendum pluribus in locis coram pluribus
iudicibus.
⇭N.46 LV. De debitoribus et fideiussoribus diversorum dominiorum valentibus coram
d. Patriarcha et eius vicario conveniri. In dieser Rubrik setzt das Görzer Statut
für Patriarcha vel eius vicario den Grafen von Görz oder seinen Hauptmann
ein.
⇭N.47 LII. De consilio non habendo per partes, judicio durante, ultra quam a
quinque ex astantibus.
⇭N.48 LVI. De exforciis et iis qui ingrediuntur iniuriose domos et
habitationes aliorum.
⇭N.49 LVII. De ordine
iudicii et modo procedendi in causa exfortii.
⇭N.50 LVIII. De ordine iudicii quando agitur super exfortio, citato
nominante relevatorem.
⇭N.41.* LIX. Super eodem citato allegante se fecisse cum nuncio dominii
et eius mandato et licentia. 1. Absatz.
⇭N.52 LX. Super eodem citato, vel ambabus partibus
allegantibus possessionem suam.
⇭N.53 LXI. Quando allegatur possessio noviter acquisita, et incidenter allegata super
petitorio.
⇭N.54 LXII. De massariis et colonis ad probandum possessionem
admittendis.
⇭N.55 LXVIL De
appellationibus et in quibus casibus appellare non licet.
⇭N.45* Const. Coram d. Patriarcha
vel eius vicario, wofür hier der Anwalt des Landesherrn und die Görzer
Stadtrichter angeführt sind.
⇭N.56 LXVIII. De appellationibus infra xv dies corrigendis, claudendis et
sigillandis.
⇭N.57 LXIX. De mode servando ut appellationes cito corrigantur,
claudantur et sigillentur.
⇭N.58 LXXI.
De appellationibus terminandis per colloquium, seu per consilium colloquii. — LXXII.
De prosecutionibus appellationum in parlamentis et in consiliis.
⇭N.62 LXXVI. De
proferitione bonorum immobilium seu stabilium vendendorum ad incantum fienda
debitori per cedulam.
⇭N.63 LXXVII. De venditione bonorum immobilium seu stabilium vendendorum ad
incantum.
⇭N.64 LXXVIII. De bonis ad incantum vendendis, proferendis illis et contra illos
qui sunt extra patriam.
⇭N.65 LXXIX. De bonis ad incantum
vendendis et delivrandis in loco, ubi primo fuerunt incantata, et de pena creditoris
hoc prohibentis. — LXXX. De bonis mobilibus excedentibus summam L libr. vendendum ad
incantum proferendis per cedulam.
⇭N.66 LXXXI. De bonis incantatis non delivratis et non incantandis nomine
absentis.
⇭N.67 LXXXII. De debitoribus contra quos bona aliqua sunt vendita,
compellendis ad constituendum seu dandum se vel alios manutentores.
⇭N.68 LXXXIV. De emptoribus ementibus bona ad incantum compellendis ad
pretii solutionem.
⇭N.69 LXXXV. De iis qui impedire nituntur per
contradictionem bona aliquorum vendi ad incantum.
⇭N.70 LXXXVI. De iis qui contradicunt
venditionibus ad incantum bonorum, per eos ex conventionem
obligatorum.
⇭N.71 LXXXVII. De iis qui designant pignora vendenda ad
incantum pro executione debiti vel sententiarum. — LXXXVIII. De pignoribus venditis
ad incantum luendis et exigi valentibus infra decem dies vel quinque.
⇭N.72 XCIII. De creditoribus non valentibus emere nec emi
facere bona, que ipsimet vendere faciunt ad incantum.
⇭N.74 LXXXIX. De sententiis exequendis per precones. — XC. De
preconibus fraudes committentibus, et executiones aut relationes ultra debitum
differentibus.
⇭N.75 XCV. De iis qui vendiderunt seu obligaverunt aliquam
possessionem vel rem mobilem divisim duabus vel pluribus personis.
⇭N.76 XCVI. De
prescriptionibus, et quibus et contra quos ipso iure currit vel non currit
prescriptio.
⇭N.77 XCVII. De filiis et nepotibus et aliis subiectis maiori
de domo non valentibus vendere vel obligare.
⇭N.78 XCVIII. De minoribus xx annis non valentibus vendere,
obligare seu alienare.
⇭N.79 XCIX. De principalibus debitoribus et fideiussoribus quomodo et
qualiter conveniri debeant per creditorem et de executione fienda contra eos. — C.
De debitis exigendis a principalibus et aliis sunt meri fideiussores.
⇭N.80 CI. De iuribus et actionibus competentibus
fideiussoribus solventibus debita.
⇭N.81 CII.
De confideiussoribus valentibus conveniri a confideiussore qui integraliter vel
ultra ratam ipsum contingentem, solutionem fecerit creditori.
⇭N.82 CIII.
De fideiussoribus liberari volentibus a fideiussione.
⇭N.83 CIV. De ultimis bonorum possessoribus, et de ordine procedendi
contra eos.
⇭N.84 CV. De dotibus et iuribus dominarum et quis modus
teneri debeat in dote promissa solvenda.
⇭N.85 CVI. De repetitione dotis, seu dotium, soluto
matrimonio.
⇭N.86 CVII. De alimentis dominabus prestandis, quando non restituuntur
dotes earum.
⇭N.87 CVIII. In quibus bonis fieri debeat restitutio dotis. — CIX.
Ad quem pertineant fructus dotis restituende, antequam sit dicta restitutio
facta.
⇭N.88 CX. De
solempnitate que servari debet in alienatione rerum dotalium, et quod super iuribus
dominarum fieri debeat summarie iustitie complementum.
⇭N.89 CXI. De vestimentis, ornamentis,
iocalibus et bilisiis dominarum et ceteris aliis rebus mobilibus, quas domine secum
portant ad maritum, vel que sunt eis donate tempore nuptiarum, vel ante vel post per
maritum vel alium quemcumque.
⇭N.90 CXII. De bonis uxoris portatis ad domum mariti, vel sibi donatis tempore
nuptiarum, vel post a marito vel ab aliis; et quando possit testari. — CXIII. De
acquisitis per dominam maritatam constante matrimonio presumendis acquisitis de
bonis mariti.
⇭N.91 CXIV. Quibus creditoribus mulier ratione dotis preferatur. — CXV. Quod
repetentes dotes preferantur repetentibus morgengabia et desmontaduras et
contrapacta.
⇭N.92 CXVI. De prescriptione dotis petende vel repetende et morgengabii,
desmontadurarum et contrapactorum.
⇭N.93 CXVII. De restitutione
dotis fienda, filio minore XIV annis decedente post matrem et filio etiam maiore
premortuo supravivente matre.
⇭N.94 CXVIII. De filiabus et aliis descendentibus non
institutis heredibus ab hereditate excludendis, sed dotandis et alimentandis, et de
legatis prestandis.
⇭N.95 CXXIV. De sublatis obligationibus, quas usurarii a suis
debitoribus exigebant.
⇭N.96 CXXV. De instrumentis usurariorum ultra quinquenium non valentibus vel
cassatis.
⇭N.97 CXXVI. De contractibus publicorum
usurariorum de duplo presumendis.
⇭N.98 CXXVII. Quod non detineatur
personaliter homo ruralis, vel homo modice facultatis nomine
depositi.
⇭N.99 CXXIII. Quod maior frater non
possit alienare de bonis stabilibus in preiudicium minorum.
⇭N.100 CXXII. Quod interdicantur bona illorum qui dissipant
illa.
⇭N.101 CXXIX. Quod nullus de Foroiulii possit vendere, donare vel
alienare forensi sua castra.
⇭N.103 CXXXI. De apprehensione hereditatis, cum beneficio
inventarii.
⇭N.104 CXXXII. De iis, qui petunt se poni in
possessione aliquarum rerum vel bonorum alicuius defuncti.
⇭N.105 CXXXIII. De heredibus
compellendis alimentare, maritare et dotare feminas ratione sexus ab hereditate
exclusas.
⇭N.106 CXXXV. De legatis per heredem statim solvendis.
⇭N.107 CXXXVI. De legatis per legatarium petendis ab
herede, non apprehendendis propria auctoritate, vel per sententiam.
⇭N.108 CXXXVII. De feudis ad aliquam aliquo iure devolutis, et
volentibus petere eadem feuda vel eorum possessionem.
⇭N.109 CXXXVIII. De derobatoribus et depredatoribus stratarum publicarum. — CXXXIX. De
modo procedendi contra derobatores stratarum publicarum, et contra receptatores
eorum.
⇭N.110 CXL. De communitatibus iniuriantibus vel revelantibus
officialibus d. Patriarche.
⇭N.111 CXLI. b) De iis qui auferunt vel rapiunt pignora a preconibus, postquam illa
receperunt: c) de pluribus coadunatis de manibus preconibus pignora
recipientibus.
⇭N.112 CXLI. a) De iniuriis factis preconibus vel familiaribus d.
Patriarche officium suum exercentibus.
⇭N.113 CXLII. De tempore quo massarii debent dimittere et relaxare
mansos dominis suis.
⇭N.114 CXLIII. De
domino pustote valente pignorari super pustota.
⇭N.115 CXLIV. De privatis personis minantibus personis recipientibus
vel recipere volentibus mansos, qui sunt pustota vel non pustota ad
affictum.
⇭N.116 CXLV. De rusticis imponentibus
guadias, aut aggravantibus habitatores villarum ultra debitum modum in preiudicium
habentium garritum et dominorum mansorum et eorum massariorum.
⇭N.117 CXLIV. De privatis personis minantibus personis recipientibus
vel recipere volentibus mansos, qui sunt pustota vel non pustota ad
affictum.
⇭N.118 CLII. De homicidis puniendis et extra
totam Patriam banniendis; et de eius bonis non confiscandis nec
rapiendis.
⇭N.119 CXLIX. De penis non exigendis nec
imponendis ultra summam XL den., vel in festivitatibus ultra summam unius marche per
habentes garrittum vel ius custodiendi festa.
⇭N.120 CXLVI. De massariis valentibus
capi, etiamsi sint servi alterius.
⇭N.121 CLIV. De nato ex ventre libero pro libero reputando.
⇭N.132 XXXIX. De
depositione testium fienda aliis testibus absentibus, et de testibus ipsis
interrogandis. (2. Absatz.)
⇭N.133 LXVI. De sententiis super futuris non
proferendis.
⇭N.134 CLXVIII. De exceptionibus, oppositionibus, replicationibus oreteuus
fiendis, quando est decreta copia per viam informandi.
⇭N.135 CLXIX. De debentibus producere exceptiones, oppositiones seu replicationes
in scriptis, et non producentibus contra aliqua iura, quorum copia est decreta per
viam copiandi.
⇭N.136 LXIII. De propositionibus et allegationibus bina vice tantummodo pro parte qualibet
audiendis.
⇭N.137 CLXIII. De spoliato etiam per sententiam obtentam, ipso
non citato nec presente, restituendo contra spoliatorem, etiam possessionem annuam
allegantem.
⇭N.138 CLIX. De notariorum salario recipiendo pro scripturis causarum.
⇭N.139 CLX. De salario notariorum ad ostendendum
notas.
⇭N.141 CLVI. De advocato et duobus notariis atque precone eligendo per d. Patriarcham cum
consilio parlamenti in suffragium pauperum ligitare volentium.
⇭N.97.* Die Namen dieser
Ortschaften weichen zum Teil vom heutigen Sprachgebrauch ab. Cramaun = Cormons,
Marar = Moraro, Merian = Mariano, Ialmikh — Ialmicco bei Palmanova, Medan =
Medana, Casan = Co\x{0161}ana, Vilesio = Villesse.