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        <title>Hanns Ampfingers Bericht über das gerichtliche Verfahren in Kärnten</title>
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                        Geisteswissenschaften, Karl-Franzens-Universität Graz</orgName>
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        <pubPlace corresp="marcrelator:pup">Graz</pubPlace>
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        <title ref="http://gams.uni-graz.at/repat">Repertorium.at - Archiv des Repertorium
                    digitaler Quellen zur österreichischen und deutschen Rechtsgeschichte in der
                    Frühen Neuzeit von Heino Speer</title>
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          <resp>Projektleitung</resp>
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              <forename>Arnold</forename>
              <surname>Luschin von Ebengreuth,</surname>
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          </editor>

          <title>Hanns Ampfingers Bericht über das gerichtliche Verfahren in Kärnten
                        1544</title>. <pubPlace corresp="marcrelator:pup">Klagenfurt</pubPlace>, <publisher/>
          <series>Carinthia I 103</series>
          <date corresp="dcterms:created" when="1913">(1913)</date>
          <biblScope from="162" to="190" unit="page">162-190.</biblScope>
        </bibl>
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        <p/>
      </editorialDecl>
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      <projectDesc>
        <p>Teil von <ref target="info:fedora/context:repat" type="context">repat</ref>
        </p>
        <p>Das Projekt archiviert die digitalen Quellen zur österreichischen und deutschen
                    Rechtsgeschichte in der Frühen Neuzeit, die Heino Speer seit 2007 gesammelt
                    hat.</p>
      </projectDesc>
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        <prefixDef ident="marcrelator" matchPattern="([a-z]+)" replacementPattern="http://id.loc.gov/vocabulary/relators/$1">
          <p>Institutionelle und Personale Rollen taxonomie</p>
        </prefixDef>
        <prefixDef ident="dcterms" matchPattern="([a-z]+)" replacementPattern="http://purl.org/dc/terms/$1">
          <p>Datums Taxonomie</p>
        </prefixDef>
      </listPrefixDef>
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                <ref target="info:fedora/context:repat.quellen" type="context">Quellen</ref>
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              <term type="territorium">
                <ref target="context:repat.kaernten">Kärnten</ref>
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                <date type="dcterms:temporal" when="1544">1544</date>
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    </front>
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      <!-- 
<div n="Titel">
    <bibl>
        <title>Hanns Ampfingers Bericht über das gerichtliche Verfahren in Kärnten 1544.</title>
        <author corresp="marcrelator:aut">Von Arnold Luschin von Ebengreuth.</author>
        <publisher></publisher>
    </bibl>
    -->
      <div xml:id="Quelle">
        <head>Quelle</head>
        <p>CARINTHIA I. Mitteilungen des Geschichtsvereines für Kärnten. 103. Jahrgang.
                    Festschrift zum 30jährigen Jubiläum des Vereinsarchivars Dr. August R. v.
                    Jaksch. Im Auftrage des Vereinsausschusses herausgegeben von Hans P. Meier, Max
                    Ortner und Martin Wutte. [Klagenfurt 1913 Druck und Verlag von Joh. Leon sen.]
                    Digitalisierung mit freundlicher Zustimmung des Vorstands des
                    Geschichtsvereins.</p>
        <p>
          <bibl>
            <ref corresp="https://archive.org/details/luschin_ampfinger_1913">Repertoriumsfaksimile</ref>.</bibl>
        </p>
        <div xml:id="Einleitung">
          <p>
            <ref target="http://drqerg.de/DRQI//luschin_1913_001.jpg">[Titelblatt Carinthia]</ref>
            <pb n="NS.162"/>
            <ref target="http://drqerg.de/DRQI//luschin_1913_162.jpg">[=&gt; zur Seite]</ref> Im Nachlasse
                        des verdienten Oberbibliothekars der Kgl. bayerischen Hof- und
                        Staatsbibliothek, <persName>Hofrat Dr. Heinrich Föringer</persName> († am
                        29. Februar 1880 in seinem 78. Lebensjahre), den das Münchener Antiquariat
                            <persName>Max Brissel</persName> im Juli 1880 versteigerte, befanden
                        sich mehrere Handschriften, darunter als Ms. 3269 ein „Gerichtsprozeß im
                        Landsrecht zu Kärnten nach mündlichen Anzeigen a. 1514 — 14 Bl. in
                        Fol."(so.)</p>
          <p> Diese Handschrift erwarb ich; sie zählt derzeit 17 Blätter in drei losen
                        Lagen zu 5, 6, 6 Blättern, von welchen 14 halbbrüchig beschrieben, die drei
                        letzten aber leer sind. Von der ersten Lage ist das erste Blatt, das
                        entweder leer war oder einen Titel enthielt, schon lange verloren, die von
                        Föringer herrührende Blattbezeichnung zählt bereits das ursprünglich zweite
                        Blatt als erstes und so fort. Als Wasserzeichen erscheint auf vier Bogen ein
                        großes H, auf dreien glaube ich den Schild mit den drei Landshuter
                        Eisenhüten zu erkennen, auf einem ein P darüber ein kleiner Schild mit einer
                        8.</p>

          <p> Die Schrift ist von einer geübten Schreiberhand ungefähr aus der Mitte des
                        16. Jahrhunderts. Fraktur ist nur angewandt für die einleitenden Worte des
                        Anfangs und teilweise für die kurzen Inhaltsangaben, die neben den einzelnen
                        Absätzen auf der sonst leer gebliebenen Hälfte der Blattseite erscheinen.
                        Nach den Worten an der Spitze der leeren Seitenhälfte links vom Beschauer,
                        die ich im Druck der Ueberschrift des ganzen folgen ließ, wurde die
                        Aufzeichnung am <date
              when="1544-06-24">24. Juni 1544</date> „aus Hannsen
                        Ampfingers mundlichen Antzaigen beschriben". Wir <pb n="NS.163"/>
            <ref target="http://drqerg.de/DRQI//luschin_1913_163.jpg">[=&gt; zur Seite]</ref>erfahren
                        jedoch nicht, was der Anlaß zu dieser, allem Anscheine nach amtlichen
                        Befragung war, die durch einen gewandten Juristen nach dem Schema erfolgt
                        sein dürfte, das uns in den linksstehenden Inhaltsangaben erhalten ist.
                        Sicher ist aber, daß uns nicht die Uraufzeichnung, sondern eine Abschrift
                        der vom Fragenden vorgenommenen Bearbeitung vorliegt. Das ergibt sich aus
                        dem Aeußern unserer Handschrift: sie zeigt fast gar keine Ausbesserung, wohl
                        aber kleine Verstöße und Mißverständnisse, die nur auf Rechnung des
                        Abschreibers gestellt werden können. So setzt Art. 3 ein sinnloses „96",
                        statt des Wortes „so", Art. 13 „so sollt", statt „so stellt" er den
                        Weisarticl, Art. 20 „Appelat", statt „Appelant", Art. 26 „nixti fari", statt
                        „mixti fori" u. dgl. m.</p>

          <p> Der Umstand, daß das aus Föringers Nachlaß stammende Manuskript nicht die
                        ursprüngliche Niederschrift, sondern nur eine dem Jahre 1544 zeitlich
                        nahestehende Abschrift ist, bietet uns einen Fingerzeig, auf welchem Wege es
                        seinerzeit nach Bayern gekommen sein kann. Erinnern wir uns, daß die
                        Aufzeichnung amtlichen Ursprung verrät und möglicherweise von der n.-ö.
                        Regierung in Wien veranlaßt wurde, und erwägen wir, daß aus dem 16.
                        Jahrhundert keine ältere Fassung des kärntnerischen Gerichtsgebrauchs
                        bekannt ist, so wird es klar, daß eine Abschrift von Ampfingers Aeußerungen
                        für die fremden Gerichtsherrschaften im Lande von bedeutendem Werte war. Mit
                        andern Worten und vielem Vorbehalt: es wäre möglich, daß um die Mitte des
                        16. Jahrh. sich einer der bambergischen Vizedome in Kärnten diese Abschrift
                        besorgen ließ, die später nach Bamberg kam<note
              n="163.1" place="foot">Bestärkt wird diese Vermutung durch die Tatsache, daß die zweite
                            Handschrift über das ältere Gerichtsverfahren in Kärnten, welche Herr
                            Professor Dr. Wutte im Kod. 517 des kärntischen Landesarchives entdeckt
                            hat, nachweisbar (vgl. Fol. 219 neu, Fol. 32 alt) für einen
                            bambergischen Beamten hergestellt wurde.</note> und auf solchem Umwege
                        schließlich nach München in Föringers Besitz gelangte, aus welchem ich sie,
                        wie schon erwähnt, erworben habe.</p>

          <p> Wer war nun jener <persName>Hans Ampfinger</persName>, von dem der Bericht
                        über das gerichtliche Verfahren in Kärnten vom Jahre 1544 (die Angabe „1514"
                        in Brissels Verzeichnis ist Druckfehler) herrührt? Das Wenige, was von ihm
                        bekannt ist, stammt aus <pb n="NS.164"/>
            <ref target="http://drqerg.de/DRQI//luschin_1913_164.jpg">[=&gt; zur Seite]</ref>
            <persName>Paul Khepitzens</persName> Reimchronik von Klagenfurt<note n="164.1"
              place="foot">Neuerlich durch F. Khull im Archiv für vaterl.
                            Gesch. und Topographie, Bd. XVIII, herausgegeben.</note> und aus den
                        Urkunden-Auszügen, die F. Bischoff aus einem Kopialbuche des Schloßarchivs
                        zu Hollenburg im 13. Jahrgang der Beiträge zur Kunde steiermärkischer
                        Geschichtsquellen veröffentlicht hat.<note
              n="164.2"
              place="foot">Hier
                            angeführt durch B. und die Zahl des Auszugs.</note> Zum Glücke reicht es
                        hin, um Ampfinger als einen im Kärntner Gerichtsgebrauch wohl erfahrenen
                        Mann erkennen zu lassen. In der erwähnten Klagenfurter Reimchronik findet
                        sich nun zum Jahre 1541 die Nachricht von <persName>Christof
                            Freyburgers</persName>, richtiger „Freibergers"<note
              n="164.3" place="foot">Die Hschr. der Chronik, die Prof. Dr. Wutte auf mein Ersuchen
                            in der k. k. Studienbibliothek zu Klagenfurt einsah, hat die
                            Namensformen „Freyburger" und „Freiberger".</note> Malefizrecht. Der
                        Kern der wortreichen Erzählung ist, daß Christof Freiberger als Pfleger von
                        Paternion die beiden Aemter „Stakawitz und Feisteritz" durch
                        verbrecherischen Anschlag den Dietrichsteinschen Erben entziehen und dem
                        Grafen von Ortenburg zuschanzen wollte. Als nun <persName>Franz
                            Leininger</persName>, der Dietrichsteinsche Pfleger zu Hollenburg, von
                        diesen Machenschaften erfuhr, bemächtigte er sich Freibergers und stellte
                        ihn vor Gericht:</p>

          <p> Die Landleuth in fur ein Pöswicht erkhendt<lb/> Die khinigliche Regierung
                        auch das Urtl felt<lb/> und zu Clagenfurt fürs Recht gestellt,<lb/> Weissung
                        man abgehört aufs aller böst<lb/> und erkennen 6 Wochen ein Fronfest<lb/>
                        Urfeht zu geben<note
              n="164.4" place="foot">Hschr.: „Urfelt zu
                            geben".</note> ausfierlich fein<lb/> Und als don loß und ledig zu
                        sein.<lb/> Hanns Aempfinger das Urtl wurd gewar,<lb/> So damals Pflöger zu
                        Hollenburg war,<lb/> Ain chinigliche Commission erworben hat<lb/> An der
                        Dietrichsteiner Erb[en] stat.<lb/>
          </p>

          <p> Freiberger wurde dann, weil man die Klagenfurter für befangen ansah, nach s.
                        Veit überführt und vor ein zweites mit s. Veiter und Völkermarkter Bürgern
                        besetztes Gericht <pb n="NS.165"/>
            <ref target="http://drqerg.de/DRQI//luschin_1913_165.jpg">[=&gt; zur Seite]</ref> gestellt, das
                        ihn zum Tode verurteilte. Trotz Beteuerung seiner Unschuld wurde Freiberger
                        durchs Schwert gerichtet.</p>
          <p> Versuchen wir uns diese Vorgänge zurecht zu legen, so ist zunächst
                        festzustellen, daß sie um mehrere Jahre vor 1541 zurückreichen, denn
                            <persName>Franz Leininger</persName>, der als Dietrichsteinscher Pfleger
                        zuerst gegen Freiberger auftrat, dürfte nach einer andern Stelle derselben
                        Chronik schon 1539/40 gestorben sein und hatte Ampfinger zum Nachfolger.
                        Will man indessen zu voller Klarheit gelangen, so muß man noch um mehr als
                        ein Jahrzehnt zurückgehen.</p>

          <p> Bekannt ist der rasche Aufstieg <persName>Sigmunds von
                            Dietrichstein</persName>, der als armer Ritter<note
              n="165.1" place="foot">G. Kirchmairs Denkwürdigkeiten, Font. R. Austr. I., Bd.1, S.
                            443.</note> in die Dienste <persName>Maximilians I.</persName> eintrat
                        und durch die Gunst seines kaiserlichen Herrn sowie durch geschickte
                        Ausnützung der Umstände rasch zu hohen Ehren und vielem Gut kam. Treue
                        Ergebenheit und große Verwendbarkeit einerseits, nicht minder aber die
                        Gewährung kleiner, allmählich anwachsender Darlehen an die stets
                        geldbedürftigen Herrscher, die dann Kammergüter zu Pfand setzten, waren die
                        Wege, auf welchen damals eine ganze Reihe teils ritterlicher, teils
                        bürgerlicher Geschlechter in den (titulären) Reichsfreiherrenstand und zu
                        großer Begüterung gelangte.</p>

          <p> Ueber die Stellung der Dietrichstein im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts
                        und über den Werdegang ihres Vermögens belehrt uns der durch <ref target="http://de.wikipedia.org/wiki/Siegmund_von_Dietrichstein">
              <persName>Sigmund von Dietrichstein</persName>
            </ref> ums Jahr 1528
                        angelegte und bis zu seinem Tode im Jahre 1533 fortgeführte Sammelband, den
                        F. Bischoff bekannt gemacht hat. Wir erfahren daraus, daß Sigmund schon im
                        Jahre 1515 sein Augenmerk auf Hollenburg gerichtet hatte (B. 52), das im
                        lebenslänglichen Pfandbesitz des <persName>Freiherrn Michael von
                            Wolkenstein</persName> war und erst nach dessen Tode 1523 zu freiem
                        Eigen an die Dietrichstein überging. (B. 88, 97.)</p>

          <p> Früher gelang ihm der Erwerb der in das Vitztumamt und die Hauptmannschaft
                        Ortenburg gehörigen Aemter Feistritz und Stockenboi, die 1518 abgetrennt und
                        mit allem Zugehör an Bergwerken- Lehen und Lehenschaften durch Kaiser
                        Maximilian I. an <persName>Sigmund von Dietrichstein zu</persName> freiem
                            <pb n="NS.166"/>
            <ref
              target="http://drqerg.de/DRQI//luschin_1913_166.jpg">[=&gt; zur Seite]</ref> Eigen
                        verkauft wurden (B. 60), aber ein viel umstrittener Besitz waren. Schon im
                        Jahre der Erwerbung bedurfte es eines kaiserlichen Befehls an <persName>Jörg
                            von Firmian</persName>, dieser habe Sigmund bei seinen Rechten (Robot,
                        Aufgebot, Vogtei, Malefiz) in den genannten Aemtern ungestört zu lassen (B.
                        66), 1524 und 1530 gab es Grenzstreitigkeiten mit <persName>Christof von
                            Aichelberg</persName> (B. 112, 203, 217), 1526 hatte der erzherzogliche
                        Fiskal-Kammerprokurator gegen Sigmund von Dietrichstein einen Prozeß wegen
                        der Bergwerke in diesen Aemtern eingeleitet, der später allerdings
                        niedergeschlagen wurde (B. 135), 1529 gab es wieder einen Grenzstreit mit
                        dem Fürstbischof von Bamberg (B. 179) usw. Am bedenklichsten waren indessen
                        die alten Beziehungen zur Grafschaft Ortenburg, seitdem diese an
                            <persName>Gabriel Salamanka</persName> verliehen war, weil in der
                        Belehnungsurkunde auch die Aemter „Feistritz und Stakawoy" vorkamen. Als nun
                        Graf Gabriel diese Urkunde in der Kärntner Landschranne verlesen ließ, um
                        Ansprüche zu sichern, die sich für ihn daraus ergaben, beschwerte sich
                        Sigmund von Dietrichstein dagegen bei <persName>König Ferdinand</persName>
                        (1527, B. 144) und es kam zu einem Rechtsstreit, der schließlich 1530 durch
                        den Spruch des Königs dahin entschieden wurde, daß die in der
                        Belehnungsurkunde für Graf Gabriel vom <date when="1524-03-10">10. März
                            1524</date> irrig vorkommende Zuzählung der Aemter Feistritz und
                        Stockenboi zur Lehenschaft der Grafschaft Ortenburg den Rechten Sigmunds von
                        Dietrichstein keinen Nachteil bringen solle. (B. 202, 208).</p>

          <p> Soviel zur Klarstellung der Sachlage. Wir erfahren jedoch aus dem durch
                        Sigmund von Dietrichstein angelegten Sammelbande auch manches über die
                        Personen, welche in dem eingangs erwähnten Kriminalprozeß um 1539/41 als
                        Kläger und Beklagter vorkommen. Was zunächst <persName>Franz
                            Leininger</persName> betrifft, so war dieser schon 1520 — also noch
                        unter <persName>Freiherr Michael von Wolkenstein</persName> — Pfleger zu
                        Hollenburg (B. 47). Er trat dann in die Dienste Dietrichsteins (1524, B.
                        115) und erhielt von diesem gegen halbjährige Kündigung 1526 (B. 127) Schloß
                        und Herrschaft in Pflege und Bestand. Ausgemacht war ein Bestandgeld von
                        jährlich 614 Pfund Pfennig, der Unterhalt von drei gerüsteten Pferden in den
                        Farben Sigmunds von Dietrichstein, der sich außerdem die Jagd auf Rotwild
                            <pb n="NS.167"/>
            <ref target="http://drqerg.de/DRQI//luschin_1913_167.jpg">[=&gt; zur Seite]</ref>und Gemsen,
                        die Lehenschaften, Wälder, Bergwerke usw. vorbehielt. In dieser
                        Pflegerstellung verblieb Leininger zu Hollenburg bis zu seinem Tode, der ums
                        Jahr 1539/40 erfolgte.</p>
          <p>

            <persName>Hanns Ampfinger</persName>, sein Nachfolger zu Hollenburg, war
                        schon 1524 in Dietrichsteinsche Dienste getreten. Er erhielt damals die
                        Pflege zu s. Paternion und die Aemter „Stakawoi, Feistritz und Fresach" auf
                        Widerruf und gegen Rechnungslegung in Pflege (B. 170), verlor aber Fresach
                        schon nach wenig Monaten, weil es als Amt der Grafschaft Ortenburg an
                            <persName>Gabriel Salamanca</persName> abgegeben werden mußte (B. 121).
                        Stakawoy und Feistritz behielt er aber als Pfleger bis Ende 1528 und hatte
                        während dieser Zeit mit dem Pfleger von Ortenburg, <persName>Ulrich
                            Tengler</persName>, einen Rechtsstreit wegen einer Viehweide
                        auszutragen. (B. 159). Nach seinem Weggang von der Pflege s. Paternion
                        scheint er als Rechtsanwalt, als „Schrannenprokurator" in Klagenfurt tätig
                        gewesen zu sein, darauf läßt die Tatsache schließen, daß Ampfinger noch bei
                        Lebzeiten des Pflegers <persName>Franz Leininger</persName> (1539/40) den
                        Prozeß der Herrschaft Hollenburg mit dem Kloster Viktring um die
                        Karnitzenalpe als bestellter und besoldeter Prokurator der Herrschaft
                            führte.<note
              n="167.1" place="foot">Viktringer Archiv Nr. 577, Fol. 67,
                            82'; gefällige Mitteilung des Herrn Prof. Dr. Wutte.</note> 1541 gab er
                        als Pfleger der Herrschaft Hollenburg dem Kriminalprozesse gegen
                            <persName>Christof Freiberger</persName> die entscheidende Wendung.</p>

          <p> Auch die Beziehungen Freibergers zum Dietrichsteinschen Hause reichen weit
                        zurück. Er entstammte wohl dem Geschlecht der Freiberger oder Freiburger
                        (die Schreibweise wechselt), das gleichzeitig in Klagenfurt, Sankt Veit,
                        Villach und Gmünd im Bürgerstande blühte, wobei dahingestellt sei, ob und
                        welche Verbindung mit dem kärntnerischen Adelsgeschlecht der Freyberger
                        obwaltete. Christof war 1519 in zweiter Ehe mit Ursula, der Tochter des s.
                        Veiter Bürgers <persName>Christof Cramp</persName> (oder Karmp?) vermählt
                        und befand sich damals in Geldverlegenheiten: er hatte schon 1518 ein Haus
                        zu Villach, das er mit seiner ersten Frau Apollonia besessen hatte, an den
                        kaiserlichen Hofmarschall <persName>Lienhart Rauber, Freiherrn zu
                            Plankenstein</persName> verpfändet und demselben auch ein von seiner
                        zweiten Frau ererbtes Haus <pb n="NS.168"/>
            <ref
              target="http://drqerg.de/DRQI//luschin_1913_168.jpg">[=&gt; zur Seite]</ref> zu Villach
                        versetzt. Beide Häuser erwarb dann <persName>Sigmund von
                            Dietrichstein</persName> (B. 64, 67, 70), in dessen Dienste Freiberger
                        trat. 1525 übernahm er von ihm die Propstei Sagritz in Großkirchheim gegen
                        einen Jahreszins von 132 fl. rhein. in Bestand, 1529 wurde er Ampfingers
                        Nachfolger in der Pflege der Aemter „Stagkhawoi und Feistritz" (B. 170) und
                        vertrat als solcher 1530/1 die Ansprüche Sigmunds von Dietrichstein gegen
                            <persName>Christof von Aichelberg</persName> (B 203, 217). Welcher Art
                        sein Vergehen war, das er 1541 mit dem Tode büßte, läßt sich nur raten, es
                        muß mehr als bloße Treulosigkeit gewesen sein. Ich würde vermuten, daß ihm
                        die Auslieferung von Aktenstücken aus dem Archiv der anvertrauten
                        Pflegschaft, wo nicht gar die Fälschung von Urkunden, zur Last gelegt wurde,
                        durch welche die 1530 zurückgewiesenen Ansprüche der Grafen von Ortenburg
                        auf die begehrten Dietrichsteinschen Aemter Stockenboi und Feistritz
                        gestützt werden sollten. Um diese wurde nämlich in jener Zeit ein neuer
                        Prozeß geführt, den erst ein Vergleich vom <date
              when="1545-07-21">21. Juli
                            1545</date> zu Villach beilegte.<note n="168.1"
              place="foot">Vgl. die
                            Kärntner Gerichtsbeschreibungen im Jahrg. 20/21 des Archivs f. vaterl.
                            Gesch. u. T., 1912, S. 290.</note> Freiberger, der inzwischen geadelt
                        worden sein dürfte, jedenfalls im Prozesse wie ein Adeliger behandelt wurde,
                        kam zunächst vor das Gericht der Landeshauptmannschaft, das für
                        Kriminalklagen gegen Adelige zuständig war und wo Adelige (die „Landleit")
                        über seine Schuld erkannten. Hier wurde er des bezichtigten Verbrechens
                        schuldig erklärt, der königlichen Strafe und Ungnade ausgeliefert und — nach
                        Bestätigung dieses Urteils durch die n.-ö. Regierung zu Wien — an das Stadt-
                        als Landgericht Klagenfurt zur Bemessung der Strafe ausgeliefert, das auf
                        sechs Wochen Haft und Urfehde erkannte.<note
              n="168.2" place="foot">Ich
                            hielt mich bei Schilderung des Verfahrens an <ref
                target="https://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb10543147.html">Rechbach, Observationes ad Stylum Curiae
                                Graecensis (1680)</ref>, weil das Verfahren vor der
                            Landeshauptmannschaft in Graz, S. 44, und in Klagenfurt, S. 67, gleich
                            gewesen sein dürfte und an <ref
              target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLGO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+38">Art. 38 der Landgerichtsordnung für Kärnten vom J.
                            1577</ref>.</note> Gegen dieses zu mild befundene Urteil wandte sich
                        Ampfinger an <persName>König Ferdinand</persName>, erwirkte die Kassierung
                        und die Verweisung der Entscheidung vor das Stadt- als Landgericht s. Veit,
                        das <pb n="NS.169"/>
            <ref
              target="http://drqerg.de/DRQI//luschin_1913_169.jpg">[=&gt; zur Seite]</ref> dann im Jahre
                        1541 das Todesurteil fällte. Weitere Nachrichten über diesen Prozeß und die
                        Tätigkeit Ampfingers wären wohl aus dem derzeit unzugänglichen Archiv von
                        Hollenburg zu erwarten. Dem Namen nach zu schließen, stammte nicht bloß der
                        oben erwähnte ortenburgische Pfleger <persName>Ulrich Tengler</persName>,
                        sondern auch Ampfinger aus Bayern, wo es ein adeliges Geschlecht dieses
                        Namens gab.<note
              n="169.1" place="foot">Stammbuch des blühenden und
                            abgestorbenen Adels in Deutschland. Regensburg, 1860, I, 27.</note>
          </p>

          <p> Die nächste Frage, ob man Ampfingers Bericht (A), der die älteste
                        Schilderung des Kärntner Gerichtsverfahrens aus dem 16. Jahrhundert
                        betrifft, als verläßlich ansehen dürfe, wird man ruhig bejahen dürfen.
                        Ampfinger war, wie sich aus der bisherigen Darstellung ergibt, ein gewandter
                        Mann und mit dem Kärntner Rechtsbrauch wohl vertraut, außerdem deutet die
                        Befragung nach einem Schema, das eine systematische Schilderung des
                        Rechtsganges ermöglichte, entschieden auf einen amtlichen Akt. Der Regierung
                        mußte um das Jahr 1544 an einem verläßlichen Aufschluß über das gerichtliche
                        Verfahren in Kärnten viel gelegen sein. Man vergegenwärtige sich kurz die
                        damalige Lage: Krain besaß seit 1531 eine Landrechtsordnung, für Steiermark
                        hatte König Ferdinand 1533 die <ref
              target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=SteirLRRef.+1533">„Neue
                            Reformation des Landrechtens"</ref> genehmigt, nur in Kärnten behalf man
                        sich, wie es scheint, noch immer mit ungeschriebenem Gewohnheitsrecht,
                        obwohl gerade hier die Erlassung eines Prozeßgesetzes dringend notwendig
                        war. Die Rezesse mit Salzburg und Bamberg vom Jahre 1535 hatten zwar die
                        eigene Gerichtsbarkeit dieser Nebenherrschaften in Kärnten auf das Maß
                        privilegierter, jedoch landsässiger, Grundherrschaften herabgedrückt, gaben
                        aber auch Anlaß zu mancherlei Kompetenzstreitigkeiten zwischen den genannten
                        Kirchenfürsten und der Landschaft, so daß König und Regierung wiederholt
                        vermittelnd einschreiten mußten.<note
              n="169.2" place="foot">
              <ref target="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10487894_00">Landhandfeste von Kärnten</ref>, 188 ff., dann
                            226, 227, 232.</note>
          </p>

          <p> Daher kam es wahrscheinlich schon unter <persName>Ferdinand I.</persName>
                        zur Erlassung einer Landrechtsordnung für Kärnten, die uns zwar in ihrem
                        Wortlaut nicht erhalten ist, auf deren einstmaliges Vorhandensein jedoch die
                        Eingangsworte Erzherzog <pb n="NS.170"/>
            <ref target="http://drqerg.de/DRQI//luschin_1913_170.jpg">[=&gt; zur Seite]</ref> Karls in <ref
              target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLRO.+1577 (1578)">„des Ertzhertzogthumbs Khärndten New
                            aufgerichter Landtßrechtsordnung"</ref> vom Jahre 1577 unzweifelhaft
                            hinweisen.<note
              n="170.1" place="foot">Die Landschaft von Kärnten habe
                            dem Erzherzog in Untertänigkeit „angebracht, wie die unvermeidliche
                            Notturfft erforderte, die hievor daselbst in Khärndten aufgerichte
                            Landsrechtsordnung in etlichen Artikeln gemainem Wesen zum besten zu
                            verändern".</note>
          </p>

          <p> Prüft man aus diesem Gesichtspunkt den Inhalt des Ampfingerschen Berichtes,
                        der uns die gewohnheitsmäßige Entwicklung des Gerichtsverfahrens in Kärnten
                        bis zum Jahre 1544 darstellt und vergleicht man damit die Landrechtsordnung
                        vom Jahre 1577, so findet man, daß diese den herkömmlichen Rechtszustand nur
                        wenig verändert hat. Abgesehen von einigen Erweiterungen und Zusätzen ist
                        wohl das Wichtigste, daß <ref
              target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLRO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+7">Art.
                            7</ref> aus „fürgefalnen beweglichen Ursachen", Gegenklagen, die „bißher
                        im Landsrechten nicht gestat worden", in einigen Fällen erlaubte, während
                        Ampfinger, <ref
              target="#A.36">Abschnitt 36</ref>, sie noch schlechtweg
                        ablehnt. Von minderem Belang sind Abweichungen, auf welche bei <ref target="#A.5">Abschnitt 5</ref> aufmerksam gemacht wird.</p>
          <p> Nach dem Einlangen meiner Abhandlung ist es jedoch <persName>Herrn Prof. Dr.
                            Wutte</persName> geglückt, noch eine zweite Handschrift über den
                        gleichen Gegenstand in Kod. 517 des kärntnerischen Landesarchiv zu
                        entdecken. Es ist ein Sammelband mit teils gedruckten, teils handschriflich
                        überlieferten Rechtsquellen von Kärnten, den man als eine Art Handbuch für
                        einen Gerichtsherrn oder herrschaftlichen Pfleger im Lande halten möchte.
                        Neben den gedruckten Landrechts- und Landgerichtsordnungen vom Jahre 1578
                        findet sich hier handschriftlich ein Teil der Kärntner Landhandfeste, die
                        Pfändungsordnung, die Bannrichter-Instruktion vom Jahre 1585, die
                        Landleutordnung nebst einem Verzeichnis der Kärntner Stände, verschiedene
                        Anschläge u. dgl., endlich auf Fol. 46 bis 50, von einer Hand des 17. Jahrh.
                        geschrieben, eine Landrechtsordnung, die — soweit sie reicht — mit dem
                        Ampfingerischen Bericht meist wörtlich übereinstimmt und die ich weiterhin
                        mit B bezeichne.</p>

          <p> Betrachtet man jeden Teil des Sammelbandes näher, in dem die von
                            <persName>Dr. Wutte</persName> aufgefundene Fassung der Ordnung des <pb n="NS.171"/>
            <ref
              target="http://drqerg.de/DRQI//luschin_1913_171.jpg">[=&gt; zur Seite]</ref> Landrechtens
                        vorkommt, so gewahrt man, daß sie hier nicht etwa vereinzelt steht, sondern
                        umgeben ist von mancherlei Aufzeichnungen, die das Verständnis des in
                        Landsrechten üblichen Verfahrens ermöglichen sollen. Bl. 40 steht eine
                        Auslegung des Eides. Bl. 41,1 enthält „die vier Seulen im Landtsrechten",
                        Bl. 44,1 ein General <persName>Erzherzog Karls</persName> von <date when="1579-05-15">1579, 15. Mai</date>, Graz, betreffend das
                        unordentliche procedirn und supplicirn, Bl. 46—50,1 die schon erwähnte
                        Ordnung im Landsrechten B und unmittelbar anschließend auf Bl. 50,1 in
                        halber Seite Formeln für dies Verfahren: Wechselreden zwischen Prokurator
                        und Landesverweser, Muster von gerichtlichen Erledigungen u. dgl. Bl. 55
                        folgt das „Register der vorgeschribenen Ordnung und Gerichtsproceß im
                        Lanndtsrechten zu Cärnthen", eine kurze Wiederholung des Bl. 46—50
                        niedergelegten Stoffes, in zehn kurzen Sätzen z.B. 1. Im Landtsrechten zu
                        Cärnthen wirdt umb Erbschafft, Aigen, Gründt, Poden ... u. dergl. Sachen
                        [geklagt] usw. Bl. 56 Etlich kurtz gemain verfaßte Articul auß dem
                        kayserlichen Rechten und ander dem Landtsrechten anhengig und sonderlich
                        landtsgebreuchig. Bl. 60 ff eine „Ordnung und Gesetz der Herr: und
                        Landtschafft Ortenburg auf die Geschäfft unsers allergnädigsten Römischen
                        Kaysers" (ein Weistum) usw.</p>

          <p> Unter den Anhaltspunkten zur Bestimmung des Alters der Niederschrift von B
                        stelle ich voran, daß sie einen Bestandteil von Aufzeichnungen bildet, die
                        von ein und derselben Hand stammen und eine eigene alte Blattbezeichnung von
                        1-108 aufweisen. Beachtenswert ist, daß Bl. 1-10 ungeachtet der Ueberschrift
                        cärnthnerische Landtshandtvest keine Kenntnis vom reichen Inhalt der im
                        Jahre 1610 gedruckten Landhandfeste Kärntens verrät, da nur zwei
                        Freiheitsbriefe und eine Schadlosverschreibung <persName>K. Friedrichs
                            III.</persName> sowie <persName>K. Maximilians</persName> Brief wegen
                        der Schübe im Landrecht hier berücksichtigt wurden. In der Landleuteordnung
                        vom Jahre 1591 sind nach Einschaltung der damals angelegten Matrikel der
                        landständischen Prälaten und Familien auf Bl. 23 noch die 24 im Februar 1596
                        neu aufgenommenen Familien angeführt, sodann Bl. 24-27 für weitere Nachträge
                        ausgespart, worauf Bl. 28 das Verzeichnis der landständischen Städte und
                        Märkte und der Schluß dieser Landmannschaftsordnung: <pb n="NS.172"/>
            <ref
              target="http://drqerg.de/DRQI//luschin_1913_172.jpg">[=&gt; zur Seite]</ref>Beschehen zu
                        Clagenfurth den <date
              when="1591-02-17">17. February anno 1591</date>,
                        folgen. Da ferner der Extract der N.-Oe. vier Fürstenthumb ... jährlich
                        beyleufiges Einkommen und Außgaben mit dem „actum <date when="1608-08-09">9.
                            Augusti anno 1608</date>" das späteste Aktenstück der ursprünglichen
                        Niederschrift auf Bl. 1-108 ist, so dürfte diese um 1610 — bevor der Druck
                        der Landshandfeste erschienen, oder doch ehe er im Lande verbreitet war —,
                        anzusetzen sein.</p>
          <p> Prüft man die Abweichungen beider Handschriften, so gewahrt man zunächst,
                        daß B. das Fragenschema durchaus wegläßt, das in meiner Handschrift auf der
                        einen im übrigen leer gelassenen Hälfte der Blattseite vorkömmt. Hie und da
                        erscheint der Text bei B. im Ausdruck, nicht aber im Inhalt geändert, bei
                        Art. 11 ist ein kleiner Zusatz, in Art. 20 sind bei Fristwerbungen („Schub")
                        die Fristen von 6 auf 8 Wochen heraufgesetzt, im übrigen entspricht B.
                        meiner aus Föringers Besitz erworbenen Handschrift A, nur ist sie weniger
                        vollständig, da sie mit Art. 24 endet. Daß B nur als Bruchstück erhalten
                        ist, läßt sich aber nicht behaupten, weil mit Art. 24 das Verfahren in
                        Landrechten im wesentlichen abgeschlossen ist, und A von Art. 26 an andere,
                        meist in der späteren Landgerichtsordnung enthaltene Fälle behandelt.</p>
          <p> Steht nun Handschrift A der im Jahre 1544 nach Ampfingers Bericht gemachten
                        Aufzeichnung unstreitig näher, so wird man B, ungeachtet es keine Spur der
                        Anerkennung durch den Gesetzgeber zeigt, wohl als jene Redaktion der
                        Landrechtsordnung bezeichnen dürfen, welche in Kärnten bis zum Erlaß der
                        durch Erzherzog Karl 1577 genehmigten Fassung in Kraft gestanden ist. Man
                        beachte die Ueberschrift „Wie die Ordnung und der Gerichtsproceß im
                        Landsrechten zu Kärnten gehalten wirdet," die aus dem Ampfingerschen Bericht
                        durch die bedeutungsvolle Hinweglassung der Worte „Vertzaichnus" und
                        „vngeuerlich" entstanden ist. Daß diese alte Fassung der Landrechtsordnung
                        noch länger hinaus für den praktischen Juristen einen gewissen Wert bewahrt
                        haben muß, zeigt die Niederschrift von B ums Jahr 1610 und die Aufnahme in
                        den Sammelband 517, der ja den Druck der neuen Landrechtsordnung vom Jahre
                        1578 enthält.</p>

          <p> Ueber die Ausgabe selbst ist nur wenig zu bemerken. Als Grundlage wurde der
                        Ampfingersche Bericht, der älter <pb n="NS.173"/>
            <ref target="http://drqerg.de/DRQI//luschin_1913_173.jpg">[=&gt; zur Seite]</ref>und reicher
                        als die Ueberlieferung B ist, gewählt, die wesentlichen Abweichungen, die B
                        darbietet, sind daher mit fortlaufenden Buchstaben bezeichnet, in die
                        Anmerkungen verwiesen. Die Rechtschreibung von A ist bis auf die Umwechslung
                        der Buchstaben „v" und „u" und die Anwendung der großen Anfangsbuchstaben,
                        nach heutigem Brauch, unverändert geblieben. Die Fragen, die in A neben den
                        Antworten Ampfingers stehen, wurden im Druck diesen als Ueberschriften
                        vorangestellt, und mit einer durchlaufenden Bezifferung versehen. Was in der
                        Vorlage in Fraktur geschrieben ist, wurde durch fetten Druck hervorgehoben,
                        gesperrter Satz bezeichnet Stellen, die in A unterstrichen sind.
                        Offensichtige Schreibverstöße habe ich im Texte richtiggestellt und darauf
                        in runden Klammern () die fehlerhafte Form der Handschrift A eingeschaltet,
                        eckige Klammern [ ] bezeichnen Zusätze von mir, Textworte von A, die von
                        geschwungenen Klammern {} umgeben sind, fehlen in Handschrift B.</p>
          <p> Eine Darstellung des Rechtsganges in Kärnten mußte ich mir versagen, weil
                        ich mit einem bemessenen Raum auskommen sollte. Ich habe jedoch in den
                        Anmerkungen zu den einzelnen Abschnitten des Ampfingerschen Berichts die
                        einschlägigen Artikel der Landrechtsordnung vom Jahre 1577 angeführt und
                        durch Nebeneinanderstellen der Rubriken beider Rechtsquellen einen
                        Ueberblick über ihren Inhalt, sowie einen Einblick in ihr gegenseitiges
                        Verhältnis zu vermitteln gesucht.</p>
          <p> Herrn Prof. Dr. Wutte bin ich nicht blos für den Nachweis der Handschrift B,
                        sondern auch für die Kollationierung dieser und seine sonstige Beihilfe zu
                        besonderem Dank verpflichtet.</p>
        </div>
        <div xml:id="Text">
          <div>
            <head>[Verzeichnis]</head>
            <p> {Verzeichnus}<note n="173.*"
                place="foot">Das Eingeklammerte { } fehlt
                                in B.</note> wie die Ordnung und der Gerichtsproceß im Landsrechten
                            zu Kärnten {vngeverlich} gehalten wierdet. {<date when="1544-06-23">1544
                                den 23. Junii</date> aus Hannsen Ampfingers mundlichen antzaigen
                            beschriben.}</p>
          </div>
          <div xml:id="A.1">
            <head>1. {Was Sachen in Lanndsrechten gehandlt werden.}<note n="173.1" place="foot">Landrechtensordnung von 1577, Art. 3, Absatz
                            1.</note>
            </head>

            <p> Im Lanndsrechten zu Kärnten wierdet vmb Erb, Aigen, Grunt, Pöden,
                            Injuri, Schulden, Vertrag, Verhaissung, Kheuff, [<pb n="NS.174"/>
              <ref target="http://drqerg.de/DRQI//luschin_1913_174.jpg">[=&gt; zur Seite]</ref>Wechsl und
                            dergleichen Sachen, so aines Eigenthumb vnd selbs aigen Hänndl beruern,
                            auch um Entwerung clagt vnd recht gefertigt.</p>
          </div>
          <div xml:id="A.2">
            <head>2. {Die Partheyen muessen persondlich erscheinen.}</head>
            <note n="174.1" place="foot">
              <ref
                target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLRO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+42">Lr.O.
                                Art. 42</ref> mit Einschaltung des bezüglichen Erlasses K. Karls V.,
                            vom <date when="1520-08-16">16. August 1520</date>.</note>

            <p> Vnnd muessen all Partheyen, es sey Clager oder Antworter hochs oder
                            niders Stannds niemants auch die Frawen noch Junkhfrawen nit ausgeslosen
                            aigner Person in den actionibus im Lanndsrechten erscheinen, gleichwol
                            den Prelatin vnd Priorin in den Frawen Clostern<note
                n="Hs_B.1_a" place="foot">Priorin vnd den Closterfrauen B.</note> wierdet durch
                            ire Gwalthaber zuerscheinen vergont vnd zuegelaßen.</p>
          </div>
          <div xml:id="A.3">
            <head>3. {Besetzung des Gerichts.} Im Lanndtsrechten.</head>
            <note n="174.2" place="foot">"Im Lanndtsrechten" ist keine Randnote, sondern
                            steht als Überschrift im Text A. In B. leiten diese Worte den Artikel
                            ein.</note>

            <p> Ist der Lanndsverweser der maist und obrist und werden ime aus den
                            Lanndsleuten vier Adls personen<note
                n="Hs_B.1_b"
                place="foot">Oder
                                sechs Adlspersonen B.</note> zu Beisitzern deputiert vnd
                            zuegeordnet, welche dann vor Außganng des Jars gar selten desselben
                                Beisitzerstannds<note
                n="Hs_B.1_c"
                place="foot">Ambts oder Standt
                                B.</note> begeben werden, doch so ainer aus inen in seinen aigen
                            geschäfften am Rechten zu sitzen verhindert wurdet, mag er ainen anndern
                            Landman an sein stat ine zu verttreten stellen. So setzt und ordent auch
                            der Lanndsverweser so man Recht wil halten aus den Lanndleuten vom Adl
                            biß in sechszehen mer oder minder Personen darnach vil Leut verhannden
                            sein und vor dem Lanndsrechten zu hanndln haben {an das Recht und}
                                sollen<note
                n="Hs_B.1_d" place="foot">Es sollen ... B.</note>
                            außerhalb des Lanndsverwesers vnnder siben Personen khainsmals am
                            Rechten sitzen.</p>
            <p> Vnnd so ains Rechtsprechers<note n="Hs_B.1_e"
                place="foot">ains
                                gesetzten Rechtsprechers ... B.</note> Sachen im Lanndsrechten zu
                            hanndln furkhumbt, geburt demselben aufzesteen, wie sonnsten der
                            Gebrauch vnnd wann sein Sachen desselbenmals abgeschiden, mues sich
                            derselb in den andern handln wider an das Recht setzen.<pb n="NS.175"/>
              <ref
                target="http://drqerg.de/DRQI//luschin_1913_175.jpg">[=&gt; zur Seite]</ref>Der
                            Lanndsverweser verbeut auch gemainigclich, das die Lanndleut<note
                n="Hs_B.1_f"
                place="foot">Landtleuth, so im Rechten zu thun haben
                                vnnd sonderlich die Clager vor. ... B Fol. 47.</note> vor Vollendung
                            des Lanndsrechtens, sie haben ire Geschäfft oder Sachen ausgericht oder
                            nit, khainswegs verreiten sollen,<note
                n="3" place="foot">
                <ref
                target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLGO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+35">Lr. O. Art.
                                35</ref>.</note> dann so ain jeder gleich nach Verrichtung seiner
                            Handlung abschaiden wolt, so hette der Lanndsverweser das Lanndsrecht
                            sonderlich 96 [! so]<note
                n="Hs_B.1_g" place="foot">B: so.</note> solchs
                            schier zum Ennd nehmen<note
                n="Hs_B.1_h"
                place="foot">nahen B.</note>
                            wurde, nit stätlich volkhumblich zu besetzen.<note
                n="Hs_B.1_i" place="foot">besitzen. Welcher darüber verreitt, dem solle in einem
                                Jahr nit mehr gericht werden. B Fol. ... 47. tuett er das nit, so
                                soll man im in ainem halben Jar darnach nit richten ... L. 0. Art.
                                35.</note>
            </p>
          </div>
          <div xml:id="A.4">
            <head>4. {Procuratores.}</head>

            <p> Bei dem Lanndssrechten hats khainen geschwornen Procuratorn, sonnder ain
                            jeder Thail mag sein Sachen zum besten selbs, oder durch jemand andern,
                            wer ime darzue gefelt und er bekhumen khan fürbringen.<note
                n="4" place="foot">
                <ref
                  target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLGO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+27">Lr. O. Art.
                                27</ref>, <ref target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLGO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+29">29</ref>.</note>
            </p>
          </div>
          <div xml:id="A.5">
            <head>5. {Werbung der Citation.}</head>

            <p> Wann ainer in obangezeigten Sachen vor dem Lanndsrechten jemant zu
                            beclagen vor hat, so mueß derselb sein Clag allermaßen wie er die im
                            Rechten fürbringen will in Schrifften gestelt<note
                n="5" place="foot">
                <ref
                target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLGO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+6.2">Lr. O. Art. 6, Abs.
                                    2</ref>. Die Kläger sollen hiefür an zu iren Beweisungen
                                schriftlich und mündlich gelaßen werden.</note> dem
                                Lanndschrannschreiber<note
                n="Hs_B.1_j"
                place="foot">Landtschreiber
                                B.</note> vberantworten vnd aus nachvolgunde dreien Beweisungen aine
                            dabei anzaigen nemblich ob er mit des Beclagten selbs aigen Person,<note
                n="6"
                place="foot">Art. 6, Abs. 3.</note> oder anndern Leuten oder
                            aber mit Brief und Sigl weisen welle, auch wann er solche Brief seins
                            Willenns nit gehaben möcht, also das dieselben in jemants anndern
                            Gwaltsam wären, dasselb daneben melden.<note
                n="7" place="foot">
                <ref
                target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLGO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+6+4">Art. Lr. O. 6, Abs.
                                    4</ref> und zwar mit genauer Bezeichnung, weil eine Berufung auf
                                "all schriftlich Urkunden" u. dgl. nicht mehr zulässig sei. Vgl.
                                auch Art. 12, letzter Absatz.</note> So werden ime desswillen
                            Compaßbrief erkhennt vnd mitgetailt. Auf soliche uberantworte Clag und
                            Vermeldung stellt der Lanndschreiber die Citation vnnd benennt baiden
                            Thailen im Lanndsrechten zu erscheinen, ainen Rechttag in vierzehen
                            Tagen {nechst} nach Dato der Citation khomend <pb n="NS.176"/>
              <ref
                target="http://drqerg.de/DRQI//luschin_1913_176.jpg">[=&gt; zur Seite]</ref> vngeacht
                            obgleich zue derselben Zeit nit Recht gehalten wurdet, aber er beesteet
                            (!) bis auf das negst Recht.<note
                n="8" place="foot">In B. schließt der
                                folgende Artikel (6) ohne Absatz oder Interpunktion mit den Worten
                                an "und mag der Clager usw."</note>
            </p>
          </div>
          <div xml:id="A.6">
            <head>6. {Uberschigkhüng der Citacion.}</head>
            <note n="176.1" place="foot">
              <ref target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLGO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+5">Lr. O.
                                Art. 5</ref>.</note>

            <p> Vnd mag der Clager die Citation seinem Gegenthail selbs oder durch was
                            Poten er wil zu seinem Hauß, Hof oder gewonlichen Wonung schigkhen vnd
                            antwurten lassen vnnd wann der Beclagt die Vberantwortung der Citacion
                            widersprechen oder vernainen wolt, auch der Clager dieselb nit
                            darbringen khan, so wird der Beclagt zuegelassen sich mit seinem Aid zu
                            entschuldigen vnd davon zu nemen. Es geburt auch volgund dem Clager ain
                            newe Citacion zu werben.<note
                n="Hs_B.1_k" place="foot">werben, wie
                                hernach ain Form der Clac vnnd Ladung auch Gerichtszeugbrief erstes
                                Tags gefunden werden. Gemainglich ... B Fol. 47'.</note>
            </p>
            <p> Gemainclich alle Citacionen werdn auf dem Tag darauf das Lanndsrecht zu
                            halten ausgeschriben gestelt, obgleich auf denselben {Tag} nit, sonnder
                            hinach erst in werenden Lanndsrechten geclagt wierdet.</p>
          </div>
          <div xml:id="A.7">
            <head>7. {Antworters Vortl gegen dem Clager.}</head>
            <p> So nun der Beclagt citiert, mag derselb so er wil von Stunden<note n="Hs_B.1_l"
                place="foot">Stund an ...</note> das negst Recht<note n="Hs_B.1_m" place="foot">Recht, haist der ander, auch den dritten
                                oder vierten Tag erscheinen vnd sich der Clag zu verantworten
                                anbieten vnnd ... B Fol. 47'.</note> in Anntwort erscheinen vnd
                            verfaren, vnd so Clager zu hanndln nit berait oder gefaßt, wierdet der
                            Antworter so er deß begert ab Instantia absolviert.</p>
          </div>
          <div xml:id="A.8">
            <head>8. {Clager mues zu vier Rechtag: anhalten, sonst ist ime der Beclagt
                            zu antworten nit schuldig.</head>
            <note n="176.2" place="foot">
              <ref target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLRO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+9">Lr. O.
                                Art. 9</ref>.</note>

            <p> Der Beclagt mag sich zu allen und jeden Rechtägen als bald er citiert
                            ist zu handln anbieten vnd verfert der Clager nit, wierdet der Antworter
                            absolviert. Der Antworter mag aber nit in Ungehorsam erkhennt werden,
                            allain der Clager hab zu vier Rechtägen wider ine angeruefft, mueß<note
                n="Hs_B.1_n" place="foot"/> der Beclagt hanndln, es sey
                            exceptionsweis oder mit der Litis Contestation.</p>

            <p> Der Clager darf seine vier Rechtäg nach beschehner Citation nit gleich
                            von stundan auf ainander mit dem Anrueffen <pb n="NS.177"/>
              <ref target="http://drqerg.de/DRQI//luschin_1913_177.jpg">[=&gt; zur Seite]</ref>volfuern,
                            sonnder steet in seinem Willen, wann und zu welchen Rechtägen er dasselb
                            zu seiner Gelegenheit thuen wil, doch so der Citiert hanndln und
                            verfaren wolte, wie gemelt, mues der Clager zu jedem Rechten gefaßt
                            sein, oder der Antworter wierdet ab Insta[n]tia absolviert.</p>
            <p> {Dem Clager wierdet der erst Rechtag sambt und mit der Citation, der
                            annder, drit vnd viert allmal auf den tag wann er anrueft erkhannt.}</p>
          </div>
          <div xml:id="A.9">
            <head>9. {Eehafft Verhinderung.}</head>
            <note n="177.1" place="foot">
              <ref
                target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLGO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+29">Lr.
                                O. Art. 29</ref>, <ref target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLGO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+30">30</ref>.</note>

            <p> Dem (Ms A und B Den) Clager khann khain eehafft Noth, dardurch er den
                            Proceß der Sachen, (wo die Verfallung durch den Beclagten begert
                            wierdet, lengern vnd scheiben oder ainstellen wolt, furtragen noch
                                helfen),<note
                n="Hs_B.1_o"
                place="foot">Statt des Eingeklammerten
                                heißt es in B, Fol. 48: wo sich der Antworter in Antwortt anbeut wie
                                vorgemelt helffen.</note> aber der Beckh[l]agt hat sich seines nit
                            erscheinens halber mit dargebrachten Eehafften vnd Verhinderungen zue
                                entschuldigen.<note
                n="Hs_B.1_p" place="foot">durch einen
                                Scheinbotten zu entschuldigen B.</note>
            </p>
          </div>
          <div xml:id="A.10">
            <head>10. {Exceptiones wann die einzubringen.}</head>

            <p> Der Antworter mues alle seine Exzeptiones mit ainannder ainbringen vnd
                            so er in Antwort erkhannt, wierdet ime khain Exception mer zuegelassen
                            vnd wann die eingefuerten Exceptiones nit für gnueg sein,<note
                n="Hs_B.1_q"
                place="foot">genugsamb B.</note> gehalten, so wierdt
                            dem Antworter mit Recht und Vrtl aufgeladen gleich alsba[ld] bei
                            sitzundem Recht zu antworten.<note
                n="Hs_B.1_r" place="foot">verantworten B.</note>
            </p>
          </div>
          <div xml:id="A.11">
            <head>11. {Weissung.}</head>
            <note n="177.2" place="foot">
              <ref
                target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLGO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+6">Lr. O.
                                Art. 6</ref>; <ref target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLGO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+13">Art.
                                13</ref>.</note>

            <p> Antwurt der Antworter negative, so procediert der Clager mit der
                            Gezeugkhnus ainer, der<note
                n="Hs_B.1_s"
                place="foot">ainem, den
                                B.</note> er sich in der Clag {wie gemelt} anerboten hat<note
                n="Hs_B.1_t"
                place="foot">angeboten B.</note> vnd wiewohl die
                            Gezeukhnussn zugleich mit Leuten und Briefn oder mit des Beclagten aigen
                            Person zu thun nit gestat, sondern der Clager allain in ainen Weg weisen
                            mues, so hats doch ain Cautel<note
                n="Hs_B.1_u"
                place="foot">Cleusel
                                B.</note> wann ainer Leute vnd Brief zu Weisung hat, mag er bei der
                            Clag mit Leuten zu weisen melden, aber hinach in Verfarung der Sachen
                            mit <pb n="NS.178"/>
              <ref
                target="http://drqerg.de/DRQI//luschin_1913_178.jpg">[=&gt; zur Seite]</ref>
                            Glegenhait die Brief zu verlesen mit mündlichen Fürbringen vbergeben,
                            dardurch khumen die Brief auch zu Khuntschafften ein.<note
                n="Hs_B.1_v" place="foot">ein. So aber der Antwortter oder Clager, so nun der
                                Krieg befestiget, in ain oder mehr weg etwas vernaint vnd dem andern
                                solches zu beweisen aufgeladen, so mag er Leuth und Brief
                                fürbringen. Dergleichen stehets dem Antwortter in seiner
                                Gegenweisung auch bevor. Zusatz in B. Fol. 48'.</note>
            </p>
          </div>
          <div xml:id="A.12">
            <head>12. {Wie der Aid Zue gelassen.}</head>

            <p> Es wierdet khainer, es sey in was Sachen das well mit seinem
                                anerbetenen<note
                n="Hs_B.1_w" place="foot">anerbottnen B.</note> Aid
                            zuegelaßen, on allein derselb Aid werde vom Gegentheil sonnderlich
                            begert. Alsdann mag sich der annder mit seinem Aid gerecht machen vnd so
                            er den Aid thuet, hat er damit bewisen.</p>
          </div>
          <div xml:id="A.13">
            <head>13. {Verherung der Zeugen.}</head>
            <note n="178.1" place="foot">
              <ref target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLGO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+13">Lr.
                                O. Art. 13</ref>.</note>

            <p> Wenn der Clager oder Antworter zu der Gezeugnuß zuegelaßen werden, so
                            stellt (Ms. A "sollt") er "den Waisarticl" mit Benennung der Zeugen in
                            Schrifft und ubergibt die dem Lanndschreiber. Darauf werden (zu
                            Verherung der Zeugen Comißari geordent und soll dieselb "Verhärung" aufs
                            negst Recht darnach beschehen, wann sich aber Verhinderungen darunter
                            zuetragen, so erstreggkht man dieselb aber auf ain annder Recht vnd was
                            Zeugen verhanden, die werden verhört. Zu Verherung der Abwesenden gibt
                            man weiter Schub biß auf das negst Recht, also das niemant geeilt
                            wierdet, bis die Gezeugkhnuß volkhomenlich gelaist wierdet.<note
                n="Hs_B.1_x" place="foot">Statt des Eingeklammerten heißt es in B,
                                Fol. 48', ihme Compaß vnnd Vorderbrief geben, das die Zeugen zum
                                negsten auf des Fürstellers Costen erscheinen. Man gibt ihn auch ein
                                Urkhundtbrief auf sein Gegenteil. Ob nun aus Ehehafft oder
                                Ungehorsamb ainer oder mehr Zeugen ausbleiben, die werden zum andern
                                Rechten widergestelt auf ihren Uncosten vnnd so sie abermals
                                ungehorsamb außblieben, werden sie bei Poen gefordert unnd kommen
                                sie nit, so verzeucht man mit ihm, damit niemandt übereylt
                                würdt.</note>
            </p>
          </div>
          <div xml:id="A.14">
            <head>14. {Erforderung der Zeugen.}</head>
            <note n="178.2" place="foot">
              <ref target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLGO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+13">Lr.
                                O. Art. 13</ref>.</note>
            <p> Die Zeugen werden durch den Lanndsverweser<note n="Hs_B.1_y"
                place="foot">Landtschreiber B.</note> zu jrer sag zu Gericht
                            erfordert, wann aber die Sachen darum sy furgestelt Beschawhanndl
                            betreffen, also daß die Zeugen auf dem <pb n="NS.179"/>
              <ref target="http://drqerg.de/DRQI//luschin_1913_179.jpg">[=&gt; zur Seite]</ref>
                            Augenschein zue hören sein, {alsdann haben die geordenten Comissarien
                            solch Zeugen zu erfordern.</p>
          </div>
          <div xml:id="A.15">
            <head>15. Gegenweisung.</head>
            <note n="179" place="foot">
              <ref target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLGO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+14">Lr. O.
                                Art. 14</ref>.</note>

            <p> Sobald der Clager sich mit seiner anerbotnen Weisung zuezulassen
                                begert),}<note
                n="Hs_B.1_z" place="foot">Statt des Eingeklammerten
                                heißt es in B Fol. 49: da gibt der Verweser Commissarii vnnd lest
                                Commission ausgehen, das die Zeugen auf der Scheinstatt wie recht
                                ist gehört werden.</note> mueß der Antwurter sein Gegenweisung auch
                            melden vnd fursetzen, auch aufs negst Recht darnach seinen Weisartigl
                            vnd die Zeugen einlegen darzue wierdet er gelaßen, und sonnsten mit der
                            Gegenweisung allerding gehalten, wie mit des Clagers Khuntschaft.</p>
          </div>
          <div xml:id="A.16">
            <head>16. {Einrede wider der Zeugenpersonen Sag.}</head>
            <p> Wann ein Parthey wider ains Zeugnußperson<note n="Hs_B.2_a"
                place="foot">ain oder mehr Zeugensperson B.</note> Beschwärung vnnd Ainred hat,
                            so mueß dasselb von Stund an gemelt<note
                n="Hs_B.2_b"
                place="foot">ehe
                                das der Zeug schwert, gemelt B.</note> und darüber erkhennt werden,
                            dann so der Zeug verhert<note
                n="Hs_B.2_c"
                place="foot">geschworn vnnd
                                verhört B.</note> ist laßt man ine seiner Person halber zu
                            verwerffen, weiter nit zue, doch was die Thail sonnsten fur Einred wider
                            der Zeugen sag haben, (das mugen sy furbringen und wierdet auf Rede vnnd
                            Gegenred beschloßen).<note
                n="Hs_B.2_d" place="foot">Statt des
                                Eingeklammerten heißt es in B Fol. 49: das beschicht so jedlicher
                                Thaill der Zeugen sag Abschrift haben.</note>
            </p>
          </div>
          <div xml:id="A.17">
            <head>17. {Schöpfung des Vrtls.}</head>

            <p> Der Lanndsverweser fragt des Rechtens (vnd so bald der erst angefragt
                            urtllt, so begert der darwider geurtlt)<note
                n="Hs_B.2_e"
                place="foot">Statt des Eingeklammerten sagt B: Vrthl vnnd so baldt ers angesagt,
                                so begehrt er darwider Vrtl.</note> der weitern Umbfrag ainen
                            Stillstand vnd berat sich, ob er von der Urtl der erst angefragten
                            Person appelieren well oder nit.<note
                n="17" place="foot">[Anm. 16
                                fehlt. H.S.] <ref target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLGO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+16+2">Lr. O. Art.
                                    16, Absatz 2</ref> ebenso. Vgl. dazu das mittelalterliche
                                steiermärkische Landrecht, das eine Handschrift (F) als Recht und
                                Gewonhait obgemelter Landschaft Khärnten bezeichnet in Bischoffs
                                Ausgabe Art. 17: Wann paid vorsprechen ertaillent, so mag man woll
                                vrtail gedingen ee man uber den dritten khombt.</note>
            </p>
          </div>
          <div xml:id="A.18">
            <head>18. Appelation.</head>
            <note n="179" place="foot">Diese Randnote steht erst gegen Schluß des
                            Artikels (A).</note>
            <p> Appeliert er, so fragt man nit<note n="Hs_B.2_f"
                place="foot">ihn!
                                B.</note> weiter und ist also geappeliert, wann aber der, dawider
                            durch den ersten ainigen <pb n="NS.180"/>
              <ref
                target="http://drqerg.de/DRQI//luschin_1913_180.jpg">[=&gt; zur Seite]</ref>
                            Rechtsprecher gesprochen, nit appeliert und der annder, fur welchen das
                            Urtl ganngen, desselben ainigen Rechtsprecher<note
                n="Hs_B.2_g"
                place="foot">ainig Rechtssprechers B.</note> Urtl ze waigern nit
                            Ursach hat unnd weiter die anndern Rechtsprecher und Beisiczer umb ir
                            Urtl gefragt werden,<note
                n="Hs_B.2_h" place="foot">worden B.</note> so
                            hat weiter khein Appelation stat, obgleich hernach wider den, der des
                            (Ms A. "das") ersten Rechtsprechers Urtl für sich erhalten, durch die
                            anndern Beisitzer das mer geurtlt wurde.</p>
          </div>
          <div xml:id="A.19">
            <head>19. {Vertigung der Appelation.}</head>
            <note n="180.1" place="foot">
              <ref target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLGO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+16+4">Lr.
                                O. Art 16, Absatz 4</ref>.</note>

            <p> So nun appeliert ist, stellen Clager und Antwurter ain jeder was er im
                            Rechten mundlich (dann khain schrifftlicher Furtrag angenomen wierden)
                            eingebracht in<note
                n="Hs_B.2_i"
                place="foot">ahn B.</note> Schrifften
                            und so ain Parthei der anndern ir gestellte Schrifften dermassen
                            mundlich einkhomen sein, nit begkhennen wil, so sind durch den
                            Lanndsverweser zwen aus den Beisitzern des Lanndsrechtens verordent, die
                            geben Enndschid darumb, wie sy es inngedännckh ob unnd was maßen das, so
                            sich zwischen den Thailen streit,<note
                n="Hs_B.2_k" place="foot">Stritt
                                B.</note> mundlich sei furtragen, und es bleibt darbei.</p>
            <p> Alsdann werden so[l]ch "vergleichen" Schrifften<note n="Hs_B.2_l" place="foot">vergleichte B.</note> dem Landschreiber ubergeben, der
                            fertigt {die} Appelation {juxta stilum} darauf an die khunigclich
                            Regierung gen Wien.</p>
          </div>
          <div xml:id="A.20">
            <head>20. {Zeit und Schub zu Erledigung der Appelation.}</head>
            <note n="180.2" place="foot">
              <ref
                target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLGO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+16">Lr.
                                O. Art. 16</ref>, Absatz 1 und gelegentlich Absatz 3, 7, 9, 10 wegen
                            der Schübe auch <ref target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLGO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+43">Art.
                            43</ref>.</note>

            <p> Von der Zeit an, so dem Appelanten die Appelation zuegestelt wierdet,
                            hat er sechs Wochen<note
                n="Hs_B.2_m"
                place="foot">ers wohn! B.</note>
                            das er dieselb von der Regierung erledigt wider zu Gericht bringen soll.
                            Khan er aber die Appelation in solcher Zeit nit antworten,<note
                n="Hs_B.2_n"
                place="foot">wo aber die Apellation in solcher Zeit nit
                                erledigt B.</note> so mues er in mittler weil ainen Schub von der
                            Regierung erlanngen, und dem Lanndschreiber (oder im Rechten
                                einlegen)<note
                n="Hs_B.2_o"
                place="foot">Statt des Eingeklammerten
                                sagt B Fol. 49': überantworten, der schreibt darauf, an welchen Tag
                                er geantworttet ist oder im Rechten eingelegt.</note> mit solchem
                            Schub hat er von dem datum darinnen gemeldet {aber annder} <pb n="NS.181"/>
              <ref target="http://drqerg.de/DRQI//luschin_1913_181.jpg">[=&gt; zur Seite]</ref>6<note n="Hs_B.2_p"
                place="foot">acht B.</note> Wochen, also wo die
                            Appelation in denselben 6<ref
                target="#Noteb.2_p">p)</ref> Wochen noch
                            nit erledigt, mues der Appela[n]t<ref
                target="#Noteb.2_p">p)</ref> ee
                            solche Zeit verscheint, wider auf ander 6 Wochen vnd allmal von 6 <ref target="#Noteb.2_p">p)</ref> Wochen {zu 6 Wochen} soviel Schub
                            furbringen, biß er die Appelation erledigt uberanntworten khan.</p>
          </div>
          <div xml:id="A.21">
            <head>21. {Wie die Appelation desert wierdet.}</head>
            <p>
              <note n="20" place="foot">
                <ref
                  target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLGO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+16+7">Lr.
                                    O. Art. 16, Absatz 7</ref> und <ref target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLGO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+43+1">43, Absatz
                                1</ref>.</note>
            </p>
            <p> Unnd diese 6 <ref
                target="#Noteb.2_p">p)</ref> Wochen nemen iren Anfanng
                            allmal vom Datum so im Schubbrief<note
                n="Hs_B.2_q"
                place="foot">Schuldbrief! B.</note> begriffen steet. Wo aber der Appelannt die
                            Zeit alle<note
                n="Hs_B.2_r"
                place="foot">als ob B.</note> angezaigt
                            verscheinen läßt, und die erledigt Appelation zu<note
                n="Hs_B.2_s"
                place="foot">auch kein Schub zu B.</note> Gericht nit ubergibt, so
                            wierdets auf des Appelaten anrueffen {fur} desert gehalten<note
                n="Hs_B.2_t"
                place="foot">geurtheilt B.</note> und ob ers gleich
                            hinach furbracht, nit eröffnet.<note
                n="Hs_B.2_u" place="foot">eröffnet,
                                würd die appelirt Urthl volzogen B.</note>
            </p>
          </div>
          <div xml:id="A.22">
            <head>22. {Von Eröffnung der Appelation.}</head>
            <p>
              <note n="21" place="foot">
                <ref target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLGO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+16+9">Lr.
                                    O. Art. 16, Absatz 9-11</ref>.</note>
            </p>
            <p> Wann die Appelation wie gemelt erledigt, so geburt dem Appelanten
                            dieselb dem Lanndschreiber zu uberantworten. (Ms. A: "Zuberantworten")
                            So dann Recht gehalten und {die Partheyen} die Appelation zu offnen und
                            der Regierung zu Wienn Erledigung zu verlesen begern, so geschichts, und
                            khan weiter nit appeliert werden, doch durch Suppliciern mag bei dem
                            Ertzhertzogen die Sachen weiter ze üben und etwas Fürträglichers zu
                            erlanngen Fleiß vnd Versuech thuen.</p>
          </div>
          <div xml:id="A.23">
            <head>23. {Expensen.}</head>
            <p>
              <note n="22" place="foot">
                <ref target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLGO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+22">Lr.
                                    O. Art. 22</ref>.</note>
            </p>

            <p> So der Clager seine Spruch gegen dem Beclagten erlanngt unnd fur ine
                            geurtlt wierdet, so mues der Beclagt die Expennß zallen nach
                                Taxation<note
                n="Hs_B.2_v"
                place="foot">Taxirn B.</note> und
                            Mäßigung des Gerichts. Wann aber der Beclagt von der Clag oder der
                            Sachen absolviert wierdet, so ist ime der Clager ainich<note
                n="Hs_B.2_w" place="foot">ist der Clager dem Antwortter
                                ainichen.</note> Expenß auszurichten auch nit schuldig.</p>
          </div>
          <div xml:id="A.24">
            <head>24. {Exekution und von dem Ansatz.}</head>
            <p>
              <note n="23" place="foot">
                <ref target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLGO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+18">Lr.
                                    O. Art. 18</ref>.</note>
            </p>

            <p> So jemand mit Recht vnd Urtl etwas erlanngt, mag derselb von Stund an
                            begern ime den Weißpoten zu verschaffen, <pb n="NS.182"/>
              <ref
                target="http://drqerg.de/DRQI//luschin_1913_182.jpg">[=&gt; zur Seite]</ref> der ine
                            auf die Gueter oder vmb annder Sachen, so er erhalten, auch umb die
                            Gerichtscossten auf anndere Gueter<note
                n="Hs_B.2_x"
                place="foot">auf
                                des Beclagten Gütter B.</note> ansetze. Erbeut sich dann der
                            Verlustig auf daz beschehen Anlanngen seinem Gegenthail<note
                n="Hs_B.2_y"
                place="foot">B. schiebt nach »anlangen« ein: die Urtl
                                im Hauptpunct zu volziehen kommen zu lassen und sich umb die Schäden
                                mit seinem Gegentheil. B Fol. 50.</note> nach des Gerichts
                            Erkhanntnuß ein genueg ze machen, so läßt man den Weißboten den Ansatz
                            nit thuen, und der so im Recht behabt, (mueß von Stund an)<note
                n="Hs_B.2_z"
                place="foot">Statt des Eingeklammerten sagt B. Fol. 50:
                                mag desselben oder andern rechten darnach.</note> sein Begern in
                            Schrifften anzaigen das ennphacht der Verlustig zu Hannden und hat
                            Bedacht bis aufs negst Recht, sein Einred ze thuen {und} nach Red und
                            Gegenred auch Besluß der Sachn erkhennt und taxiert das Gericht die
                            gestelt Anvorderung (und hat khain Appelation darüber stat.)<note
                n="Hs_B.3_a" place="foot">Statt des Eingeklammerten sagt B: aber der
                                Urtl muß vor im Haubtpunct volzogen sein.</note>
            </p>

            <p> Item so ainer Recht behabt umb Grunnt, Poden oder Guet und dergleichen,
                                so<note
                n="Hs_B.3_b"
                place="foot">So ainer vmb Gründt unnd Pöden
                                clagt vnnd erhelt, so ... B.</note> steet in desselben Willen,
                            dasselb Guet oder Grunt so ime zuerthailt oder aber ein annders das der
                            Verlustig hat und so guet im Werdt ist darfur durch den Weisboten
                                einzuziehen<note
                n="24" place="foot">
                <ref target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLGO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+18+1">Lr. O. Art. 18, Absatz
                                    1</ref>.</note> und den Ansatz darauf ze nemen.</p>

            <p> Wann sich der Verlustig auf des Gerichts Erkhanntnuß der Bezalung nit
                            anerbeut, und mit dem Ansatz verfarn lässt, so mag sich der Gegenthail
                            auf sovil er wil des Verlustigen<note
                n="Hs_B.3_c"
                place="foot">der
                                verlustigten B.</note> Gueter ansetzen lassen laßen, und so er nun
                            angesetzt ist, mues er auf (drei Rechtäg darnach so ime darzue gelegen
                            sein seinen beschehen Ansatz mit Benennung der Gueter vor (Ms. "von")
                            Gericht anzaigen und berueffen lassen)<note
                n="Hs_B.3_d"
                place="foot">Statt des Eingeklammerten heißt es in B Fol. 50': den negsten
                                Rechtstag darnach dieselben Pfandt den Weißbotten vor dem Rechten
                                melden lassen, so würd ihme der erste Scherm erkhennt, darnach muß
                                er die angezogenen Pfandt zu dreyen Rechtstagen fürbringen oder
                                fürtragen</note> ob sonnsten jemand verhannden, der zu solchn
                            Guetern darauf der Ansatz erfolgt, Gerechtigkhait hette, der möcht sich
                            melden, so sich dann jemants anzaigt und meldet, der wierdet gehört unnd
                            auf sein Einbringen verrer gehandlt.<note
                n="Hs_B.3_e" place="foot">Das
                                Weitere fehlt in B. Dafür schließen hier Prozeßformeln
                            an.</note>
            </p>
            <p>
              <pb n="NS.183"/>
              <ref
                target="http://drqerg.de/DRQI//luschin_1913_183.jpg">[=&gt; zur Seite]</ref> Der
                            Verlustig auf des Gueter der Ansatz beschehen, mag an einem Recht- oder
                            Gerichtstag ehe Angesetzt die drei Täg berueffen lässt, oder auf den Tag
                            so die Berueffung beschicht, erscheinen, sich gegen dem Angesetzten
                            Entrichtung seiner Sprich nach Erkhantnuß des Gerichts ze thuen
                            erbieten, so wierdet darauf wie oben angezaigt gehandlt, wo aber das
                            nicht beschicht, so schreibt der Lanndsverweser dem auf des Gueter
                            Ansatz ervolgt vnd zaigt ime ann,<note
                n="25" place="foot">
                <ref target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLGO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+19+1">Lr. O. Art. 19, Absatz
                                    1</ref>.</note> daß er zwischen derselben Zeit und des
                            nech[s]ten Rechtens dem Gegenthail umb sein erlanngt Recht ain geburlich
                            Benuegen thuen welle, oder man werde dem Gegenthail die angesetzten
                            Gueter gar zuerkhennen.</p>
          </div>
          <div xml:id="A.25">
            <head>25. Erledigung der angesetzten Güter.</head>
            <p>
              <note n="A.25.*" place="foot">Findet sich als Randnote am Schlusse von
                                Fol. 9.</note>
            </p>
            <p> [f. 9] Sobald die Urtl in der Haubtsach ergangen, mag der Verlustig von
                            stund an anzaigen, er welle den Clager zufriden stellen, durffe
                            derhalben khainen Ansatz thuen lassen und den Coßten so darüber luffe
                            ersparen, mit solchen Erbietten verhindert der Verlustig aber den Ansatz
                            nit, souerr der Clager damit verfaren zu lassen haben will, doch hat der
                            Verlustig dagegen zu protestiern, das der Cossten solches Ansatz ime on
                            Nachtl sein sol, und so der Clager über solch Erbietn mit dem Ansatz
                            verferth, mag der Verlustig zu nechstem Rechten zuerkhennen begern, ob
                            nit Clager sein Erbieten billich anzunemen schuldig sei. Darauf wierdt
                            solchs erkhennt vnd dem Verlusstigen die Expensen solchs Ansatz nit
                            aufgeladen, aber er mues sich mit dem Clager seiner Spruch nach allen
                            seinen Willn [9'] vergleichen, will er annders seine Gueter wider ledig
                            machen unnd dieselben taxiern oder Vergleichung wierdet weiter nit vor
                            Gericht oder durch Erkhantnuß gehanndlt, sonnder so Clager anhelt,
                            erkhennt man ime den Scherm auf den Ansatz.</p>
          </div>
          <div xml:id="A.26">
            <head>26. Aigenschaft der Clagen umb Entwerung. Vnnderschied zwischen dem
                            Lanndsrechten und Verhörsachen.</head>
            <p>
              <note n="26"
                  place="foot">[Im Text fehlt die Anmerkungsnummer. Hierher?
                                H.S.] <ref target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLGO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+31">Lr. O. Artikel
                                    31</ref>.</note>
            </p>

            <p> Die Action umb Entwerung sein mixti fori (Ms.: "nixti fari") mögen auch
                            vor dem Lanndsrechten vnd vor dem Lanndsverweser, auch seinen Beisitzern
                            als Verhörsachen gehanndlt <pb n="NS.184"/>
              <ref target="http://drqerg.de/DRQI//luschin_1913_184.jpg">[=&gt; zur Seite]</ref> werd[en],
                            unnd so der Clager die Entwerung im Lanndsrechten clagt, hat er den
                            Nachtail, das ime der Beclagt vor dem viertn Tag zu antworten nit
                            schuldig ist. Aber so in der Verhörsachen die Entwerung clagt, mues der
                            Beclagt auf den ersten tag antworten.</p>
            <p> Unnd der Clager ubergibt sin Clag, der Lanndsverweser schreibt vnd
                            bevilcht dem Beclagten, er solle [f. 10] ine unclaghafft halten oder
                            aber so er Einred dawider zu haben (Ms.: zu "hahaben") ve[r]mainte,
                            alsdann auf ainen bestimbten Tag gegen dem Clager in Verhör erscheinen
                            auch Hanndlung vnd Enndschids gewarten vnd wierdet sumariter procediert
                            auch allerlai Weisung zuegelassen.</p>
            <p> Die Appelation geet auch fur die Niederösterreichisch Regierung gen
                            Wienn.</p>
            <p> Die Verhörsachen werden mundlich oder schrifftlich, wie es den Partheyen
                            gelegen eingefuerth, es begerts auch der Lanndsverweser die merer Zeit
                            selbs, das die furbringen Schrifft sollen beschehen.</p>
          </div>
          <div xml:id="A.27">
            <head>27. Prescription.</head>

            <p> Die Verjärung erstregkht sich Innhalt aines Lib(el)ls so die
                            Lanndshanndfessten genannt wierdet.<note
                n="27"
                  place="foot">Gemeint ist
                                die erste Bestimmung in der 1338 von Herzog Abrecht II. den
                                Kärntnern verbrieften Landesfreiheit (gedruckt bei <ref
                  target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drw-cgi/zeige?index=buecher&amp;term=schwind-dopsch&amp;seite=g174-175">Schwind-Dopsch), Ausgewählte
                                    Urk. z. Verfassungsgeschichte S. 175 N. 175</ref>), die auch in
                                der Bestätigung durch Erzherzog Ernst, 1414 (<ref
                  target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drw-cgi/zeige?index=siglen&amp;term=KärntLhf.">Landhf. von Kärnten</ref>, S. 14)
                                vorkommt. <ref target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLGO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+26">Art. 26 der
                                    Landrechtsordnung vom J. 1577</ref> setzt die Verjährungszeit
                                für Schuldbriefe auf 30 Jahre und einen Tag fest.</note>
              <lb/> [f.
                            10'] In aigen Guetern auf dreißig jar vnd ainen tag,<lb/> In des
                            Lanndsfursten Lehen auf zwainzig Jar.<lb/> In anndern Lehenguetern auf
                            zwelf Jar.<lb/> In Zinslehen und Guetern auf Jar vnd Tag.<lb/>
            </p>
          </div>
          <div xml:id="A.28">
            <head>28. Pfandschaften.</head>

            <p> Die Pfanndschillinger so vom Ertzhertzogen Herschafften auf Widerkheuff,
                            versatzweis oder was gestalt daz sei haben, doch das demnach das
                            Aigenthumb des Ertzhertzog ist, mag man ir Hanndlungen halber von
                            solchen Herschafften herruerend vor dem Lanndsrechten nit beclagen,
                            sonder vor Jarn seind sy "aber" der Regierung zu Wienn, auch zu Zeiten
                            vor <pb n="NS.185"/>
              <ref target="http://drqerg.de/DRQI//luschin_1913_185.jpg">[=&gt; zur Seite]</ref> dem
                            Lanndsrechten beclagt worden. Sy haben auch [F. 11] der Orten Recht
                            nemen und geben mueßen. Aber ungeuerlich vor 10 Jaren, wie es dann jetzo
                            in diesem 44 Jar noch gehalten wierdet, hat die Rö. Kun. Mt. als
                            Ertzherzog zu Verhör und Hanndlung solcher Sachen den Lanndsverweser,
                            Vitztumb und zwen oder mer Lanndsrethe zu Comissarien verordent, die
                            Herrn solch Hanndl sumarie laßen schrifftlich und mundlich vor inen
                            verfaren, gestaten allerlei Zeugkhnussen, geben Enndschid und dem
                            Beschwärten ist die Appelation für die Regierung gen Wienn
                            furgesetzt.</p>
          </div>
          <div xml:id="A.29">
            <head>29. Wie die Underthonen clagen mugen.</head>

            <p> Ain Unnderthon oder Paur der ainen Herrn und Versprecher hat, wierdet,
                            es sey in was Sachen das welle im Rechten wider jemand ze clagen nit
                            zuegelassen noch gestatet, sonnder so derselb wider jemand etwas zue
                            sprechen hat, mueß sein Herr an seines Underthans stat clagen, allain
                            außgenomen, derselb Underthon oder Paur het aigen Grünt unnd Pöden.<note
                n="28" place="foot">
                <ref target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLGO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+3+3">Lr.
                                    O. Art. 3, Absatz 3</ref>.</note>
            </p>
          </div>
          <div xml:id="A.30">
            <head>[F. 11'] 30. Wo ein Underthon seinen Herrn beclagen mag.</head>
            <p> Gewingte ain Underthon Beschwerden wider seinen Herrn und wil ine de[s]
                            wegen mit Clag furwenden, so mueß er desselb vor dem Lanndsverweser und
                            den vier verordenten Beisitzern als Commissarien in Verhersachen thuen
                            und seine Beschwerden clagen.</p>
            <p> Ist aber der Underthon von seinem Herrn abgeschiden, mag er ine im
                            Lannstrechten allerlai Sachen halber beclagen.</p>

            <p> So ain Unnderthon gegen ainem andern Paurn und Underthon icht zu clagn
                            hat, wil nun desselben Clagers Herr den Beclagten vor seinem Herrn in
                            erster Instantz wie sonsten der Gebrauch ist nit gern furnemen, sondern
                            von Abstellung wegen der Appelation vom nidern Herrn fur den
                            Lanndsverweser etc. die Sachen gleich alsbald in das Lanndsrecht
                            bringen, so mag er des [F. 12] Beclagten Herschafften mit eingefuerter
                            des Clagers Beschwerden schreiben und Abschaffung begern. Ob sich dann
                            gleich des Beclagten Herr erbeut Verhör vnd Hanndlung wider seinen
                            Unnderthon stat zu thuen, so hat des Clagers Herr hinwider anzuzeigen,
                            ob er "denn" beschehenen Begern <pb n="NS.186"/>
              <ref target="http://drqerg.de/DRQI//luschin_1913_186.jpg">[=&gt; zur Seite]</ref> nit gemäß
                            schaffen, werde er ine im Lanndsrechten darumb beclagen. So mueß sich
                            darauf des Beclagten Herr im Lanndsrechten furnemen lassn oder aber
                            seinem, wie begert ist, Unnderthon schaffen. Durch diesen Weg khumbt der
                            Hanndl erster Instantz fur das "Lanndstrecht", welchs sonsten, so des
                            Clagers Herr den beclagten Unnderthon vor seinem Herrn beclagen wolt nit
                            beschehen khundt.</p>
          </div>
          <div xml:id="A.31">
            <head>31. Lanndgerichts Fäll.</head>
            <p>
              <note n="29"
                  place="foot">Vgl. dazu die Landgerichtsordnung vom J. 1577
                                in den Artikeln <ref
                  target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLGO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+1">1</ref>,
                                    <ref
                  target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLGO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+9">9</ref>, <ref
                  target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLGO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+11">11</ref>, <ref target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLGO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+13">13</ref>.</note>
            </p>
            <p> Der Lanndgerichts Herr hat nit allain die Malafitzsachen, Erenfäll vnd
                            Inzicht, sonder all annder Frauel, unnd Verbrechen, es seyen
                            Fächthänndl', rauffen, [F. 12'] schlahen mit Prugln, Feissten und
                            dergleichen Zescheltungen, uberägkhern, uberzeinen, ubermäen,
                            ubertreiben, Holtzabschlahen, ablaugnen der Schulden, so ainer uberwisen
                            wierdet, unnd in allen anndern dergleichen lanndgerichtlichen Sachen zu
                            straffen. Unnd wann in Jnjuri händln der Tater gleich von Stund an
                            begriffen wierdet, mag ine der Lanndgerichtsherr annemen vnd fanngkhlich
                            enthalten lassen, biß er verpurgt, die Sachen gegen dem Beleidigten vor
                            dem Lanndgerichtsherrn außzufuern. Enntweicht aber derselb "Täther" daß
                            er in der frisch nit betreten wierdet, so mueß des Clagers Herr des
                            Thaters Gruntherrn mit Clag anlanngen.</p>
          </div>
          <div xml:id="A.32">
            <head>32. Lanndrichters Straff.</head>
            <p> Unnd wann die Sachen vertragen oder ausgefurt, so mag der Lanndherr in
                            des Landgericht das Verbrechen beschehen, ime den Verbrecher [F. 13] zu
                            der Straff ze schaffen begern und solchs soll noch mag nit gewaigert
                            werden. Wo aber der Lanndrichter den Verbrecher ubermaßig straffen
                            wurde, steet dem Grundherrn die Waigerung für den Lanndsverweser und die
                            4 verordenten Beisitzer in daz Lanndsrecht beuor.</p>
          </div>
          <div xml:id="A.33">
            <head>33. Annemen der Malefitzpersonen.</head>
            <p>
              <note n="30" place="foot">
                <ref target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLGO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+36">Lg.
                                    O. Art. 36</ref>.</note>
            </p>

            <p> Der Lanndrichter mag (Ms. A "mag mag") ainem Maister in Malefitzsachen
                            auf aines jeden Herrn Grunt, so weit sich sein Lanndsgericht erstreckht
                            nachgreiffen und denselben fännkhlich annemen unnd zu Bewarung bringen,
                            doch wellen die <pb n="NS.187"/>
              <ref target="http://drqerg.de/DRQI//luschin_1913_187.jpg">[=&gt; zur Seite]</ref>
                            Gruntherrn, der Lanndrichter solle ainen solchen Gefangnen on ir Wissn
                            vnd Willen vom Grünt nit wegfuern.</p>
            <p> Ain Gruntherr mag auf seinem Grunt ainen Mißtäter auch wol annemen,<note n="31" place="foot">
                <ref target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLGO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+34">Lg. O.
                                    Art. 34</ref>.</note> doch soll er denselben dem Lanndgericht
                            anzaigen unnd [F. 13'] antworten unnd in diesem Fall hat es khain
                            sondere Maß noch Ordnung, sondern wie ain jeder seine Gebreiche und alt
                            Herkhomen erhalten und hergebracht hat.</p>
          </div>
          <div xml:id="A.34">
            <head>34. Edelleut und derselben Diener.</head>
            <p>
              <note n="32" place="foot">
                <ref target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLGO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+1">Lg. O.
                                    Art. 1</ref>.</note>
            </p>
            <p> Wann die Edlleut, derselhen raisig Khnecht oder anndere Diener
                            Muetwillen und Fräfl ueben, so hat khain Lannd[richter] nach inen zu
                            greiffen oder sy anzunemen, sonnder geburt dem Lanndsverweser. Aber
                            hierinnen ist das Malefitz und was denselben anhangt ausgeslossen und
                            Edlleut noch die Iren sein in Malefitz Fällen wider die Lannd- oder
                            Statgericht nit gefreiet, sy werden auch in den Steten für Recht
                            gestellt.</p>
          </div>
          <div xml:id="A.35">
            <head>35. Strasrauber.</head>
            <p> Was Straßrauberey betriift, das hanndlt der Lanndsverweser.<lb/>
                            Vergwaltigung<lb/> Gwald<lb/> [f. 14] Lanndfäll<lb/> Fravel<lb/>
                            Nottzwanng<lb/> haben khain sonndere bestimbte Estimation oder Taxation,
                            sonnder steet in des Clagers Willen dieselben in seiner Clag selbs zu
                            achten, doch bleibts bei ordenlicher Erkhanntnuß.</p>
            <p> Es mag auch ein Clager die Injurien auf ain benante suma Gelts
                            anschlahen und taxiern.</p>
          </div>
          <div xml:id="A.36">
            <head>36. Reconvention hat nit Stat.</head>
            <p>
              <note n="Art.36.*" place="foot">als Randnote neben dem vorhergehenden
                                Satz.</note>
            </p>

            <p> In Khärnten hat khain Reconvention stat, sonnder wer gegen zu clagen
                            hat. mues Citation werben unnd hanndln wie [in] anndern Clagen der
                            Gebrauch ist.<note
                n="33" place="foot">
                <ref target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLGO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+7">Landrechtsordnung 1577, Art.
                                    7</ref> gestattet mit ausdrücklicher Abänderung der früheren
                                Übung aus "beweglichen Ursachen" die Widerklage.</note>
            </p>

            <p> Es ist vor Jaren wol ain gemainer Gebrauch gewest, das man vor
                            Einfuerung der Clagen Khuntschafften und Zeugen <pb n="NS.188"/>
              <ref target="http://drqerg.de/DRQI//luschin_1913_188.jpg">[=&gt; zur Seite]</ref>
                            eingezogen und volfuerth [f. 14'] als dann erst aus der Sag clagt hat,
                            aber vasst davon khomen, dann solh Khuntschafften in etlichn
                            Appelationibus von der Regierung zu Wienn aberkhennt und allmal durch
                            die Beclagten dawider protestiert ist worden, weil ainer billichen nit
                            mer weisen soll, dann warzue er von Obrigkhait gelassen unnd ime
                            aufgeladen.</p>
            <p> Die Appelationes aus der auslendigen Fürsten<note n="34" place="foot">
                <ref
                  target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLGO.+1577 (1578)&amp;fs=Art.+8">Lr. O. Art. 8</ref>.
                                und die Verträge mit Salzburg und Bamberg vom Jahre 1535 in der <ref target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drw-cgi/zeige?index=siglen&amp;term=KärntLHdf.">Land-Handfeste für Kärnten.</ref>
                                S. 188 ff.</note> Stet vnd Märkht geen für ire nachgesetzt
                            Obrigkhaiten als die Vitztumb, von dann gen Wienn. Aber in des
                            Ertzhertzogen Steten unnd Markhten fur den Lanndsvitztomb in Kharnten
                            und von denselben für die Niederösterreichisch Regierung gen Wienn.</p>
          </div>
        </div>
        <div xml:id="Konkordanz">
          <p>
            <table>
              <row>
                <cell>Ampfingers Bericht 1544.</cell>
                <cell>Rubriken der <ref target="https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drqedit-cgi/zeige?sigle=KaerntLGO.+1577 (1578)">Landrechtensordnung des Erzherzogtums Kärnten vom J.
                                        1577</ref> nach den Originaldruck von 1578.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>1. Was Sachen im Landsrechten gehandlt werden.</cell>
                <cell>1. Von Haltung der Hofthaiding.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>2. Die Partheyen mueßen persondlich erscheinen.</cell>
                <cell>2. Von Verschiebung der Hofthaiding.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>3. In Lanndrechten: Besetzung des Gerichts.</cell>
                <cell>3. Von Clagen der ersten Täg.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>4. Procuratores.</cell>
                <cell>4. Von Gerhaben und Zechleutten.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>5. Werbung der Citation.</cell>
                <cell>5. Von Uberantworthung dern Ladungen.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>6. Uberschigkhung der Citation.</cell>
                <cell>6. Von Gelegenhait und Gestalt der Clagen.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>7. Antworters Vortl gegen dem Clager.</cell>
                <cell>7. Von Gegenclagen.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>8. Clager mues zu vier Rechtag anhalten, sonst ist ime der
                                    Beclagt zu antworten nit schuldig.</cell>

                <cell>8. Von etlichen der Herrn Verwalter, Phleger und Ambtleut
                                    zuefuegenden Beschwärungen.<pb n="NS.189"/>
                  <ref target="http://drqerg.de/DRQI//luschin_1913_189.jpg">[=&gt; zur
                                    Seite]</ref>
                </cell>
              </row>
              <row>
                <cell>9. Eehafft Verhinderung.</cell>
                <cell>9. Von Verantworttung der Clagen.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>10. Exceptiones wann die einzubringen.</cell>
                <cell>10. Von Underreden.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>11. Weissung.</cell>
                <cell>11. Von Underhandlung.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>12. Wie der Aid zuegelassen.</cell>
                <cell>12. Von Föllung und Abnemung der Täg.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>13. Verherung der Zeugen.</cell>
                <cell>13. Wie Weisung eingezogen werden sollen.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>14. Erforderung der Zeugen.</cell>
                <cell>14. Von der Gegenweisung.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>15. Gegenweisung.</cell>
                <cell>15. Von Eröffnung der Weisung und Gegenweisung.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>16. Einrede wider der Zeugenpersonen Sag.</cell>
                <cell>16. Wie es hinfür in der Appellation sachen gehalten werden
                                    solle.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>17. Schöpfung des Urtls.</cell>
                <cell>17. So ain oder die ander Parthey in hangenden Rechten
                                    abstürbe.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>18. Appelation.</cell>
                <cell>18. Von Behebnus, so ainer seine Sprüch erhalten, auch der
                                    Aufweisungen so im der Weispot erkhennt wirdet.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>19. Vertigung der Appelation.</cell>
                <cell>19. Von dem Anpot über die aufgewisenen Guetter.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>20. Zeit und Schub zu Erledigung der Appelation.</cell>
                <cell>20. Ob die Partheyen mitler-zeit der Aufweisung und Phandt
                                    fürtragen, aine oder die ander mit Todt abgiengen.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>21. Wie die Appelation desert wierdet.</cell>
                <cell>21. Weiter von der Aufweisung.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>22. Von Eröffnung der Appelation.</cell>
                <cell>22. Von Taxierung Cost und Schaden.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>23. Expensen.</cell>
                <cell>23. Clag umb Lidlon.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>24. Execution und von dem Ansatz.</cell>
                <cell>24. Clag umb Schuldbrieff.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>25. Erledigung der angesetzten Güter.</cell>
                <cell>25. Von aufrichtigen Schuldbrief fen nicht zu appelieren.<pb n="NS.190"/>
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                                    Seite]</ref>
                </cell>
              </row>
              <row>
                <cell>26. Aigenschaft der Clagen umb Entwerung. Unnderschid zwischen
                                    dem Lanndsrechten und Verhörsachen.</cell>
                <cell>26. Von Verjährung der Schuldbrieff.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>27. Prescription.</cell>
                <cell>27. Von Gwälten.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>28. Pfandschafften.</cell>
                <cell>28. Von wilkhürlichen Rechtfuerungen.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>29. Wie die Underthonen clagen mugen.</cell>
                <cell>29. So Antworter seinen Procurator nit gehaben mag.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>30. Wo einen Underthon seinen Herrn beclagen mag.</cell>
                <cell>30. Von eehafter Not und Ursachen.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>31. Lanndgerichts Fäll.</cell>
                <cell>31. Von gewaltigen Entwerungen.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>32. Lanndrichters Straff.</cell>
                <cell>32. Wie ainem zu schermen verkhünt werden soll.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>33. Annemen der Malefitzpersonen.</cell>
                <cell>33. Von Beystanden im Rechten.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>34. Edlleut und derselben Diener.</cell>
                <cell>34. Von Fürderung etlicher Personen im Rechten.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>35. Strasrauber.</cell>
                <cell>35. Mer von Fürderung des Rechtens.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>36. Reconvention hat nit Stat.</cell>
                <cell>36. Von verbotenen Worten.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>—</cell>
                <cell>37. So ain böser Leumbt oder Zicht, die das Malefitz beruern,
                                    auff ainen geworffen wierdet.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>—</cell>
                <cell>38. Von Empbahung der Lehen.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>—</cell>
                <cell>39. Der Herrn Landsfürsten Lehen antreffendt.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>—</cell>
                <cell>40. Von Berueffung Brief, Sigil und Petschadt.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>—</cell>
                <cell>41. Von Meldungen.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>—</cell>
                <cell>42. Das die Closterfrauen persondlich im Landesrechten
                                    erscheinen dürffen.</cell>
              </row>
              <row>
                <cell>—</cell>
                <cell/>
              </row>
              <row>
                <cell>—</cell>
                <cell>43. Von gefärlichen Schüben.</cell>
              </row>
            </table>
          </p>
        </div>
      </div>
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