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        <title>Tirol Hofkammerordnung</title>
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        <title ref="http://gams.uni-graz.at/repat">Repertorium.at - Archiv des Repertoriums
                    digitaler Quellen zur österreichischen und deutschen Rechtsgeschichte in der
                    Frühen Neuzeit von Heino Speer</title>
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          <resp>Projektleitung</resp>
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          <author corresp="marcrelator:aut">
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              <surname>Ferdinand I.</surname>
              <forename>(Kaiser)</forename>
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          </author>, <title>1537 Tirol Hofkammerordnung</title>. In: <editor corresp="marcrelator:edt">
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              <forename>Eduard</forename>
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          <series>Die Behördenorganisation Kaiser Ferdinands I. Das Vorbild der
                        Verwaltungsorganisation in den deutschen Territorien ; ein Beitrag zur
                        Geschichte des Verwaltungsrechts.</series> (<pubPlace corresp="marcrelator:pup">Wien</pubPlace>
          <date when="1887">1887</date>) <publisher/>
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      <editorialDecl>
        <p>Hofkammerordnung von 1537 (1. September, Prag). (Copie im k. k. Haus-, Hof- und
                    Staatsarchiv in Wien.)</p>
      </editorialDecl>
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      <projectDesc>
        <p>Teil von <ref target="info:fedora/context:repat" type="context">repat</ref>
        </p>
        <p>Das Projekt archiviert die digitalen Quellen zur österreichischen und deutschen
                    Rechtsgeschichte in der Frühen Neuzeit, die Heino Speer seit 2007 gesammelt
                    hat.</p>
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        <prefixDef ident="marcrelator" matchPattern="([a-z]+)" replacementPattern="http://id.loc.gov/vocabulary/relators/$1">
          <p>Institutionelle und Personale Rollen taxonomie</p>
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          <p>Datums Taxonomie</p>
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        <language ident="de">Deutsch</language>
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              <term type="territorium">
                <ref target="info:fedora/context:repat.tirol" type="context">Tirol, gefürstete Grafschaft</ref>
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                <date type="dcterms:temporal" when="1537">1537</date>
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      <div xml:id="NA.0">
        <head>1537 Tirol Hofkammerordnung (Rosenthal 1887 S. 232 - 259)</head>
        <div xml:id="NA.0.1">

          <p>Wir Ferdinand von gottes genaden etc.<lb/> bekennen fur uns und unser erben
                        offentlich mit disem brief und thuen kund allermeniglich, wiewol wir zu
                        eingang unser regierung und hernach alwegen unsern gnedigen willen und
                        gemuet dahin gericht, wie wir auch in rat gefunden die burde söllicher unser
                        regierung mit gueter aufrichtiger ordnung auf uns zu nemen und furnemblich
                        darinnen die notturft unsers camerguets, des wir zu anfang derselben unser
                        regierung wie offenbar ist, nit wenig beschwärdt und erschöpft gefunden, zu
                        betrachten, wie solliches in guete nuzliche ordnung bracht werden, dardurch
                        dasselbig unser camerguet von den verphandungen erlödigt und wir unsern
                        künigreichen, landen und leuten zu nuz trost und guetem zu ainem vorrath in
                        unser camerguet komen möchten, so sein wir doch an söllichem durch die
                        beschwärliche beharliche krieg, die sich gleich zu eintrettung unserer
                        regierung als meniglich bewust ist, angefengt und ain guete zeit gewert nit
                        wenig verhindert, angesehen das wir als ain getreuer vater <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/233" n="233"
              xml:id="S.233"/> herr und landsfurst
                        unseren erblichen kunigreich und land nit allain zu entschüttung befridung,
                        schuz und scherm unserer getreuen underthonen unser vermugen leibs und guets
                        dargestreckt, sunder auch behärige vleissige handlung, darinnen unsers
                        camerguets nit verschont hat werden mugen, geuebt und gebraucht, durch
                        wölliche unser handlung angelegten grossen treflichen uncosten, auch unserer
                        bemüeung und arbait unser haus österreich, wie vor augen ist, mit weillendt
                        unsers lieben brueders und schwagers <name type="person">kunig Ludwigen zu
                            Hungern</name> verlassen kunigreich und landen trefflich erweitert und
                        damit unser camerguet nit wenig gemert, darauf uns auch, damit wir anderer
                        grosser haubter und fursten practiciern, so auch darnach gestelt und tracht,
                        abgewendt und dieselbige kunigreich und land zu merer befridung unserer
                        erbland erlangt trefflichen uncosten gelitten haben, aus wellicher erlangung
                        auch demselben unserm haus österreich nit klaine eher, höhe und grosse
                        reputation unserer erhöhung, in dem das wir neben der römischen kaiserlichen
                        Maiestät unsers lieben bruedern und herren zu der regierung des heiligen
                        romischen reichs komen sein, gewachsen und ervolgt ist. wölliche verloffen
                        handlungen, auch vill erstanden geferliche leuff, die uns und unsern
                        kunigreichen, furstenthumben und landen gehorsamen underthonen in merkliche
                        ausgab getrungen, bisheer verhinderung gebracht hat, das wir uns in kain
                        bestendige oder fruchtpare ordnung, darzue wir jedes mals begierig und
                        genaigt gewesen sein, begeben haben können, damit nur unsere gehorsamen und
                        getreuen underthanen unsern begierigen und genaigten willen, den wir als
                        obsteet zu anfang unserer regierung zu ordnung allwegen getragen, in dem
                        werck spüeren und erkennen, so haben wir uns jezo nach zeitigem guetem rat
                        ainer hofordnung entschlossen, furgenomen und aufgericht, in wöllicher des
                        höchst und gnettigist haubtpunct gestelt und gesezt ist, das unser
                        camergüeter ordenlich gehandlet und alles das zu merung derselben imer
                        dienstlich ist und sein mag, bedacht furgenomen und in wirkung gebracht
                        werden solle.</p>

          <p>Und als wir aber nun bei uns in unserm gehalten rath ermessen und erwögen,
                        wie bemelte unser camergueter und derselben einkomen uns selbs, unserer
                        liebsten gemahl und kindern, auch unsern kunigreichen, landen und leuten zu
                        frucht, nuz, guetem trost und alles wolfart ordenlich gehandlet, haben wir
                        zu sollichem fur das notturftigist und furtraglichist bedacht, <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/234" n="234" xml:id="S.234"/> bei uns an unserm
                        hof ain ordenliche camer mit geschickten teuglichen personen aufzurichten
                        und dieselben mit instructionen und ordnungen zu fürsehen, wölliche mit den
                        vier unsern camern in unsern kunigreichen Hungern, Behaim und unsern nidern
                        und oberösterreichischen landen gueten verstand und correspondenz halten
                        werden und derhalben solliche hofcamer und derselben ordnungen, ob wölicher
                        wir gnediglich halten, darwider nichts handlen noch fürnemen oder des
                        jemants anderm zuthuen gestatten wellen, aufgericht und geordnet, die auch
                        mit trefflichen räthen und geschickten verstendigen personen besezt und
                        versehen, inmassen wie hernach volgt.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1">
          <head>Hofcamerräth, secretari, hofzalmaister, buechhalter registrator.</head>

          <p>Von erst sezen und ordnen wir zu sollicher unser hofcamer nemblich den
                        erwierdigen unsern fürsten und lieben andächtigen <name
              type="person">Wolfganngen Pranndtner</name>, hochmaister sant Georgenordens als
                        unsern rathe und superintendenten und zu ime noch vier unserer räthe als
                            <name
              type="person">Achazien Schrotten von Khindperg</name>, <name
              type="person">Reymunden von Dornberg</name>, <name
              type="person">Johann
                            Zotten von Pernegg</name> und <name
              type="person">Michelln
                            Meichsner</name> unsern vizdomb in Steyer, zu hofcamersecretarien <name
              type="person">Hannsen Hoffman</name> und <name
              type="person">Andreen
                            Lindawer</name>, die mit notturftigen und nit uberflissigen
                        canzleischreibern versehen werden sollen, zu hofzalmaister <name
              type="person">Hannsen Angerer</name>, zu puechhalter ..., zu taxator und
                        registrator <name type="person">Sebastian Tünckhl</name>, die sollen all in
                        ire ambter tretten und handlen wie hernach meldung beschiecht.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.2">
          <head>Hofcamerpersonen aidsphlicht.</head>

          <p>Anfenglichen sollen all obgemelt unser räthe und personen uns von neuem
                        schwern und aidsphlicht thuen, das si die ordnung diser unser hofcamer in
                        allen articln und puncten mit irem hochsten vleiss halten und sonst und
                        sonst auch alles das thuen sollen und wellen, das inen von ambts wegen
                        zuthuen gebürt, doch ob wir in ainem oder mer articln diser unser
                        hofcamerordnung zuwider denselben unsern hofcammerräthen etwas zu volziehen
                        auflegen werden oder was inen den camerräthen in den articln hernach
                        begriffen unerhöblich oder zu volziehen unmüglich sein wierdet, solle si
                        sölliche ir phlicht in demselben nit binden, si auch derhalb weder von uns
                        noch jemants <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/235" n="235" xml:id="S.235"/>
                        anderm mit nichten angezogen werden, angesehen das niemants kain untregliche
                        purde aufgelegt werden, sonder dieselbigen camerräthe sollen in sollichem
                        handlen und volziehen das, so inen müglich und erhöblich ist. solliche
                        phlicht solle auch dieselben räthe und personen, inmassen wie all ander
                        unser räthe dahin binden, das si von niemants kain miet, gab oder
                        dergleichen verehrung in sachen ir ambts handlung betreffend noch auch an
                        unser vorwissen und zuelassen von andern furstlichen herrn oder stetten kain
                        provision noch dienstgelt nemen, si auch mit niemants in gesellschafft,
                        kaufmannsgewerb, handtierungen und münzhandlung begeben und so ainer oder
                        mer darinnen wäre, sich derselben entschlagen, daraus thuen und verlassen,
                        doch so ainer oder mer perkwerchs tail oder verwaltung und herrschaften in
                        unsern landen von fremden oder andern fursten phlegs oder bestandsweis inen
                        hette, mag er dieselbige behalten, auch woll dergleichen perkwerchtail und
                        phlegen annemben, aber so in gedachtem unserm hofcamerrath von sachen
                        gehandlet wierdet, perkwerch oder die phlegen und verwaltung, damit
                        dieselbigen unsere räthe und ander personen unserer hofcamer verordnet sein,
                        betreffendt, so sollen dieselbigen rethe und personen abtretten und nit
                        darbei sein. doch ist unser gemuet und mainung nit, das solliche phlicht
                        unsern camerräthen und den andern personen die verehrung, so inen von ehrn
                        und nit sonders geniess wegen an vischen, wildpreten, wein und dergleichen
                        beschechen abstricken solle, darinnen sich dann ain jeder auch woll zu
                        halten wissen wierdet.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.3">
          <head>Aufrichtung und underhaltung des hofstats.</head>

          <p>Und nachdem wir uns in obgemelter unser hofordnung aines hofstats, den wir
                        nach gelegenheit unserer kunigreiche land und leut thuen und wesen zum
                        geringisten eingezogen und von wegen menig unserer kunigreiche und land nit
                        woll anders sein hat mügen entschlossen haben, wöllicher diser zeit auf ...
                        tausent gulden gestelt ist, daran dann unser person und allem unserm wesen,
                        damit derselbig hofstat ordenlich und wesentlich underhalten vil gelegen
                        ist, haben wir nach embsiger handlung, nachdem wir aus den oben eingefuerten
                        ursachen unserer camergueter in erschöpfung komen sein, unsere getreuen und
                        gehorsamen underthonen unserer nider- und oberösterreichischen land umb ain
                        sechssjärige hülf und <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/236" n="236"
              xml:id="S.236"/> steuer mit derselben unserm hofstat
                        und wesen zuhelfen und in söllicher zeit auch unsere camergueter zum tail
                        damit zuledigen und uns wiederumb ain ordenlich einkomen zumachen angelangt,
                        darauf uns dann von denselben unsern erblanden durch jedes land insonderhait
                        ain hülfgelt auf sechs jahr verwilligt ist und getrösten uns derselben
                        gleicherweise von unsern kunigreichen und derselben zuegehorigen landen,
                        angesehen das si woll zuermessen und zu bedenken haben, das unser camerguet
                        nit durch unser verschulden oder nachsehen in solliche erschöpfung komen
                        ist, sonder das wir dieselbig zu eintrettung unser regierung zu gueter mals
                        also emplöst und darneben trefflich schulden, die den merer tail von uns
                        bezalt sein, gefunden. wölliches darzue auch die beschwärlichen kriegsleuff
                        zu denen auch dem, das wir unsers haus österreichs erhöchung gefürdert,
                        bemelt unser camerguet gepraucht ist, angezaigte erschöffung verursacht hat,
                        so seien wir entlich dahin bedacht und entschlossen, das wir derselben
                        unserer kunigreich und landhülfen anderer ort nit, dann zu underhaltung
                        gedachts unsers stats und zu notturft der camern so weit sich die
                        erströcken, gebrauchen und sover noch darüber ainicher bevor stand
                        angezaigter hülfen sein würde, denselben zu ablödigung unserer verphendten
                        camergueter oder zusamenbringung aines vorrats wie sich solliches alles der
                        gelegenhait und notturft nach jedes lands zuetragen wirdet, wenden sollen
                        und wellen. derhalben so ordnen, sezen und wellen wir, legen auch den
                        gedachten unsern hofcamerräthen hiemit auf ernstlich bevelhend, das si der
                        erbland bewilligte sechssjärigen hülfen und die so noch hernach von den
                        kunigreich und derselben zuegehörigen land bewilligt wierdet, mit pester
                        ordnung durch unsern hofzalmaister einnemen und emphahen lassen, davon zu
                        quottemer zeiten oder jeder zeit nach gelegenhait derselben gefell die
                        bezalung auf unsern hofstat verordnen, dieselb auch durch denselben unsern
                        hofzalmaister ordenlich thuen lassen, dardurch ain jeder unser räthe und
                        diener seinem stand und wesen gemäs des statlicher gerüst und mit pherden
                        versehen dienen und uns zu allen aufprüchen unverhindert nachvolgen mögen,
                        das wirdet zu hoher fruchtperkait aller fürfallender sachen, es sei in
                        kriegsleuffen oder andern handlungen, auch landen und leuten zu nuz und
                        wolfart raichen.<pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/237" n="237" xml:id="S.237"/>
          </p>
        </div>
        <div xml:id="NA.4">
          <head>Gelt in küniglich majestät aigen camer zu verordnen.</head>
          <p>Von söllichem unserer künigreiche und lande hülf und steuer gelt solle auch
                        jedes quartall ain summa gelts in unser leibcamer verfolgen und dasselbig zu
                        nicht anderem dann der unvermeidenlichsn notturft auf unser anschaffen durch
                        unsern camerer ausgeben und widerumb ordenlichen wie sich gebürt verrait
                        werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.5">
          <head>Anticipierung auf den abgang der quartal bezalung.</head>
          <p>Und ob sich aber begäbe, das zu jeder zeit wie obsteet die völlig bezalung
                        unsers hofstats von und aus obgemelten hülfen und gefellen aus zuefallenden
                        verhinderung nit bei der hand wäre, so sollen gedacht unser hofcamerräthe
                        sovil an inen ist, bedacht sein den abgang von andern orten darauf zu
                        anticipiern und aufzubringen, bis das gelt zu entrichtung obgemelts unsers
                        hofstats von unsern landschaften gefalt und eingebracht, damit also jeder
                        zeit unsere räthe, diener und hofgesind sovil müglich bezahlt, gebraucht und
                        dest pessere gehorsam und manzucht an sollichem unserm hof erhalten werden
                        möge.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.6">
          <head>Römischer küniglicher majestat bewilligung in die camergueter nit
                        zugreiffen.</head>

          <p>Und nachdem wir uns aus der notturft jetzo dahin begeben, das auf einkomen
                        unserer exempt ämbter und andere gefell, so im sibenden jar gefallen,
                        anticipiert und gelt aufbracht werden soll, so sein wir verner dahin
                        gnediglich entschlossen, das wir nit allain wie obsteet in dem sechsten und
                        sibenden jar, sonder hinfuro desselben unsers camerguets gnediglich
                        verschonen und darein on merklich und trefflich ursachen oder zuefallundt
                        kriegsleuff, darzue wir doch nit ursach geben, nit greiffen und so aber
                        sölliches aus der notturft je beschehen müeste, dasselbig mit zeitigem
                        guetem rath thuen und wellen uns solliche sechss jar obgemelter unserer
                        kunigreich und lande hülf betragen, unsern hofstat davon underhalten und das
                        uberig zu notturft der camern zusamen bringen, ains vorrats und ablädigung
                        der verphendung als obsteet, wenden. und ob aber durch uns aus ubersehen
                        ichtes bei unser hofcamer oder andern unsern camern in landen den ordnungen
                        zuwider angeschaffen und bevolhen wurde, so sollen dieselbigen unser <pb n="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/238"/> hof und der land camerräthe solliches
                        zu volziehen nit schuldig sein und sich auch derhalb bei uns kainer ungnad
                        versehen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.7">
          <head>Extra ordinari ausgaben.</head>
          <p>Wir wellen auch alle und jede extraordinari ausgaben, die aufzörung und
                        verehrung der potschaft oder in ander weeg beschehen müessen, allwegen mit
                        unser hofcamerräthen notturftiglich bedenken und nach genuegsamer
                        beratschlagung darinnen beschliessen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.8">
          <head>Von zusamenbringen ains vorrats.</head>
          <p>Und zu erschiesslicher hauswiertschaft, damit auch unser camergueter verer
                        nit geschmelert werden, sollen unser hofcamerräthe on underlass vleissigs
                        und getreues nachgedenken haben, inmassen wir selbst auch nit underlassen
                        wellen, wie nit allain die sechss jar durch unserer künigreich und land hülf
                        sovil möglich und soverr sich dieselben hülf uber unser hievor angezaigt
                        hofunderhaltuug und ausgaben so weit erströcken, sonder auch hinach, so die
                        hülf gar gelaist und verricht ist, die nuzlichiste verphendte stück und
                        einkomen unserer camergueter zum maisten erledigt mit gueten nuzlichen neuen
                        einkomen, wölliche aus etlicher unserer verordneten räthe beratschlagung
                        genomen, gemert, gepessert und dardurch landen und leuten zu hohem trost ain
                        vorrat zusamen gebracht und der in der zeit der not, es sei in kriegsleuffen
                        oder sonst nüzlich angelegt und gebraucht werden mug.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.9">
          <head>Zu beratschlagen, wie neue einkomen gemacht und camergueter gemert werden
                        mögen.</head>
          <p>Es sollen aber die zeit hinumb der sechs jar und hinnach nichts weniger
                        ermeldt unser hofcamerräthe zum wenigisten in der wochen zwaimal mit allem
                        vleiss handlen und beratschlagen und vleissiglich nachgedenken, wie mit
                        ainichem erhöblichem fug neue einkomen gemacht und also unser camer in dem
                        und anderm wög zu ainem aufnemen gebracht werden mög.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.10">
          <head>Von der hofcamer correspondenz und handlung mit den vier camern in
                        kunigreichen und erblanden.</head>

          <p>Und nachdem, wie als obsteet, in unsern kunigreichen Hungern und Behaim, auch
                        nider und oberösterreichischen landen <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/239" n="239" xml:id="S.239"/> vier camern haben, der jede mit
                        ainer sondern instruction versehen ist, wie unser hofcamerräthe davon
                        copeien haben werden und under underm ain articl gestelt und gemelt ist, das
                        dieselbige unsere vier camern mit unserer hofcamer und dieselb unser
                        hofcamer hinwider mit den vier camern gueten verstand und correspondenz
                        halten sollen, darauf ordnen und wellen wir, das die gedachten unser
                        hofcamerräthe unangesehen das den gemelten unsern vier camern in iren
                        instruction aufgelegt ist, dass sie mit höchstem vleiss zu merung und
                        einziehung unsers camerguets nit feiern, mit inen in sollichem auch guete
                        correspondenz halten und anweisung, sovil die glegenhait leiden will, jeder
                        zeit geben und was uns von denselben camern geschriben wierdet, dasselbig
                        eröffnen, vernemen, berathschlagen und bewegen und uns jeder zeit mit irer
                        relation und guetbedunken fürbringen, so wellen wir allwegen mit zeitigem
                        guetem rath gnedige erlödigung thuen und uns daran nichts verhindern
                        lassen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.11">
          <head>Von handlung, wan kriegsleuf und not fürfielen.</head>
          <p>Ob sich dann zuetrüeg, das wir aus zuesteenden unversehenlichen kriegsleuffen
                        zu rettung, schuz und scherm landen und leuten je über unser vorbeschehen
                        gnedig erbieten in unser camergueter zugreifen gedrungen werden, und
                        solliches nichts umbgeen mochten, so wellen wir doch solliches fur uns
                        selbst kains weegs nit thuen, sonder zuvor die obligundt not bei uns selbst
                        und mit unsern hofcamerräthen bedenken und so von noten ist, etliche
                        personen aus unsern hofräthen, so aus den landen sein, wölliche die
                        zuefallendt geverlichait betrifft, unserm gevallen nach darzue ervordern,
                        derselben auch volgunds, so es die weil und zeit erleiden mag unsern
                        regierungen und camern in den landen und darzue etlich landleuth aus den
                        landen, wölliches dann den krieg am maisten betreffen wierdt, rath und
                        guetbedunken vernemen und was also mit den merern, das landen und leuten zu
                        nuz und guetem raichen kan, bedacht wierdet, bei uns beschliessen und
                        volgundts dieselbigen camern in landen berichten, damit verrer durch si die
                        notturft verricht und gehandlet werden mög.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.12">
          <head>Fürsehung Zenng.</head>

          <p>Aber unsern camerrathen wellen wir hiemit vleissig eingebunden und aufgelegt
                        haben, nachdem wir und unser land <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/240" n="240" xml:id="S.240"/> und leut bei jetzo schwebenden
                        geferlichen leuffen mit selzamer nachtperschaft beladen, darauf jeder zeit
                        guet aufsehen und achtung zu haben, die notturft grösslich ervordert und uns
                        dann und ermelten unsern landen an dem ortflecken Zenng trefflich und hoch
                        gelegen und derselbig flecken, sovil müglich ist, nit in geverlichait
                        gestelt werde, sollen unser hofcamerräthe jeder zeit auf dieselbige ir
                        vleissiges aufmerken haben und sovil der dienstleuth, so wir darin halten,
                        bezalung und profantierung halben an si gelangt, gedacht sein, bei uns
                        vleissig vermanung thuen, damit Zenng und ander ortflecken sovil müglich
                        ist, deshalb versehen werden und in sollichem sovil an inen ist, nichts
                        underlassen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.13">
          <head>Wie in partheiensachen das camerguet betreffend gehandlet werden
                        soll.</head>
          <p>Die gemelten unser hofcamerräthe sollen auch all partheisachen, so unser
                        kuniglich und fürstlich camerguet an mitl belangt oder denselben anhengig
                        sein, die für si komen notturftiglich erwegen, berathschlagen und darinnen
                        die notturft und billichkait handlen, doch mit unserm vorwissen und willen
                        verabschaiden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.14">
          <head>Von emphahung, eröffnung, fürbringen der posten und wer die umbfrag in dem
                        camerrath haben soll.</head>

          <p>Und zu dest statlicher handlung und fürderung der sachen in allem dem wie
                        obsteet sollen alle und jede posten und sachen unser camergueter berüerendt
                        von unsern regierungen, camer und ambtleuten aus allen unsern kunigreichen
                        und landen an uns zuhanden unser hofcamer uberschreiben werden und so pald
                        sollich posten, missiven, brieflich urkunden oder sonst supplicationen und
                        ander dergleichen sachen an unserm hof komen oder sonst uberantworten
                        zuestandt und unverzogenlich gedachtem hochmaister sant Georgenordens als
                        supperintendenten unserer hofcamer zuegestelt und ubergeben werden, der
                        solche alspald eröffnen, ubersehen und alsdann alweg der secretari ainem
                        zuestellen. der soll aus sollichem die gnettigisten so nit lang verzug
                        erleiden kennen am ersten, darnach die eltisten zuberatschlagen fürbringen
                        und vorgenanter hochmaister im rath die umbfrag thuen und so dieselbige
                        unsere räthe der sachen, die im hofcamerrath fürkomen spaltig werden und
                        sich zu <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/241" n="241" xml:id="S.241"/>
                        völligem beschluss mit einander nit vergleichen mügen, so sollen die
                        räthschleg durch den secretari aigentlich aufgeschriben und fürter uns
                        darinn entlichen zuschliessen fürpracht werden, doch wellen wir, so die
                        posten erstlich an unsern hof komen und unserm obristem hofcanzler
                        zueröffnen zuegebracht und er brief an uns zuhanden derselben unser hofcamer
                        überschriben dabei finden wurde, das er dieselbigen eröffnen und ersöhen mög
                        und si nachmalen vonstundan bemeltem hochmaister zueschicken und
                        unüberantworten lassen solle.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.15">
          <head>Wie mit den camersachen, so bei k. Mt. etc. in abwesen der camerrat
                        fürkomen, gehandlet werden sollen.</head>
          <p>Dergleichen wollen wir all sachen, so in unserm rathe durch andre schreiben
                        an uns gelangen, die nit an unser hofcamer uberschriben sein und camerguet
                        beruerendt in unserer hofcamerräthe aller gegenwiert berathschlagen oder wo
                        sölliches etwann anderer unserer geschäfft halben nit sein mag, dieselbige
                        sachen aufschreiben oder inen die brief gar zuestellen lassen, daruber
                        sollen si als dann rathschlagen und sambentlich oder ir etlich uns derselben
                        iren rathschlag sambt irem guetbedunken widerumb fürbringen oder sonst was
                        die notturft ist, darinnen handlen, das nüzlichist fürnemen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.16">
          <head>Den camerräthen jeder zeit die kriegsachen anzuzaigen.</head>
          <p>Neben dem sollen und wellen wir inen jeder zeit die kriegsachen sovil von
                        noten ist, auch nit verhalten, daruber ir getreues nachgedenken zehaben wie
                        denselben mit gelt oder in ander weeg zu begegnen sei.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.17">
          <head>Verledigung der lehen und confiscationen.</head>

          <p>Dann so haben wir uns entlich fürgenomen ansehlich gross confiscationen in
                        unser selbst camer zu unserm nuz und notturften einzuziehen und zubehalten.
                        demnach so bemelten unsern camerräthen confiscationen und völligkait an
                        provisionen, lehen oder anderm, ehe dann wir desselben erindert, fürbracht
                        oder anzaigt werden, sollen si uns desselben alles berichten, damit wir
                        alsdann zu einziehung derselben grossen confiscationen verordnung zuthuen
                        wissen. was aber clain und schlecht <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/242" n="242" xml:id="S.242"/> völligkaiten sein, dieselben wellen
                        wir nit anderst oder ehr dann nach zeitigem guetem rath verwenden, auch ain
                        solliche ordnung und mass damit halten, das wir etwann von ainer
                        völligkaiten mer dann ainen diener versehen und begnaden mügen und es sollen
                        derhalben unser hofcamerräthe bei uns insonderhait umb dergleichen
                        confiscationen und völligkait, die zuvergeben ausser raths samentlich oder
                        ad partem nit ansuechen oder handlen noch auch inen selbs umb dieselbigen
                        ausser raths procuriern, sonder in obbemelten unsern rath komen lassen.
                        daselbst soll dann beschlossen und volgundts die brief darüber gefertigt
                        werden mit der beschaidenhait, so bei unsern regierungen in landen, lehen
                        gerechtigkait und uns völlig werden oder das uns sonst confiscationes und
                        peenfall, die durch dieselbige unser regierung oder an unserm hof durch
                        unser hofräth uns zuerkendt oder erclärt werden und wir die zu unsern handen
                        einziehen oder weiter vergeben, so wellen wir solliches in beisein und mit
                        rath derselben unser hofcamerräth thuen und dann so sollen über die
                        völligkaiten der lehen die brief bei derselben unsern regierungen und in
                        ander confiscation und peenfallsachen die brief bei unser hofcamer gefertigt
                        werden und darwider anderst nicht ausgeen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.18">
          <head>Nichts erblichs zu vergeben.</head>
          <p>So wir dann auch bei uns entschlossen sein hinfüron nichts erblichs
                        zuvergeben, noch auch unser camergueter zu lehen zumachen, demselben nach
                        legen wir hiemit bemelten unsern hofcamerräthen auf und wellen, wann wir
                        oder si obgemelter massen von partheien umb begnadung angelangt werden, das
                        si es dann gestracks waigern und auch kaines weegs fürbringen und aber
                        bedacht sein, so je bei uns in unserm rath umb begnadung, verleihung, phleg
                        und ämbter angesucht wierdet, das solliche auf leben lang oder vil jar
                        zuverschreiben, sovil imer umbgangen werden kan, nit bewilligt werde.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.19">
          <head>Camersachen in gehaim ze halten.</head>

          <p>Damit wir auch von partheien, von wegen ausbitung der phlegen, ämbter,
                        völligkaiten oder anders dergleichen sovil mer ansuechens erlassen,
                        fürnemblich auch unser camersachen in gueter ordnung und gehaimb gehalten
                        werden, so wellen wir insonderhait berürter unser hofcamer superintendenten
                        und den <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/243" n="243" xml:id="S.243"/>
                        andern unsern hofcamerräthen auch den secretarien, zalmaister, puechhalter,
                        registrator, taxator, canzleischreibern und andern verordneten der hofcamer
                        hiemit ernstlich aufgelegt und bevolhen haben, das si unser camersachen, wie
                        dieselbigen gestaldt sein in hochster gehaimb halten, den partheien von
                        obgemelten felligkaiten, ob der vil oder wenig an si gelangen, si seien oder
                        werden künftig ledig, nichts anzaigen, ir kainer auch weder aus unser
                        hofcamercanzlei noch derselben registratur weder auszüg, copeien oder anders
                        nichts ervordern noch ausschreiben lassen, noch dasselbig selbst nit thuen,
                        es beschähe dann durch unser verordnung oder es werde in gemainem
                        hofcamerrath beschlossen, bewilligt und bevolchen, das auch ir kainer die
                        schriften unser camersachen und händl betreffend, die im in zeit seines
                        dienens vertraut werden, von hof und seinen handen nit schicke und so er von
                        hof abreit, die ausser bevelch und unser notturft kains weegs mit im füer,
                        sonder zu der hofcamercanzlei antwort, alles bei den phlichten und aid, so
                        uns gemelter superintendenten die andern unsere hofcamerrete, secretari,
                        zalmaister, puechhalter, registrator und die andern verordneten unserer
                        hofcamer gethan haben.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.20">
          <head>Der hofcamerrät phlicht sol auch auf ander der k. Mt. rath und canzleien
                        verstanden werden.</head>
          <p>Und wie obgemelt articl betreffendt begnadung, freiung der lehen, erbliche
                        vergebung, confiscationen und dergleichen, auch das procuriern auf unser
                        hofcamer rath und canzlei gestelt ist, also sollen si auch auf all ander
                        unser räte bei uns und auch bei den land regierungen und camern und allen
                        unsern canzleien verstanden werden und dieselbigen personen begriffen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.21">
          <head>Ehrclaider sollen hinfür nit mer gegeben werden.</head>

          <p>Und nachdem wir jetzo in übersehen der hievor beschehnen ausgaben befinden,
                        das sich ain grosse und tapfere suma gelts allain auf ehrclaider, an seiden
                        waar und tuech geloffen hat, sein wir entschlossen sollichen costen hinfür
                        sovil umbgangen werden mag, abzuschneiden und zuersparen. darauf sollen die
                        gedachten unser räthe bedacht sein, wann derhalb hinfür von jemants umb
                        ehrclaider angesuecht wierdet, das si in sollichem von unsern wegen waigern
                        thuen und on unser vorwissen nicht bewilligen. <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/244" n="244" xml:id="S.244"/>
          </p>
        </div>
        <div xml:id="NA.22">
          <head>Kaymer potten und kundtschafter abfertigung betreffendt.</head>
          <p>Wir lassen und geben auch hiemit zue, wann unser obrister canzler oder ain
                        anderer unser räthe von uns bevelch hat, potten oder kundtschafter
                        abzufertigen in gehaimen unsern sachen und deren namen nit genennt sein oder
                        das ires hinschickens vil personen wissen haben sollen und ir ainer ain zetl
                        derhalb an unser hofcamerräthe fertigt oder inen selbst mündlich anzaigt zu
                        iren handen ain gelt zuantworten, so sollen dieselbigen unser hofcamerräthe
                        macht haben solliches bei unsern hofzalmaistern anzuschaffen und
                        zuverordnen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.23">
          <head>War in finanzen begriffen auch wechsel betreffendt.</head>
          <p>Neben dem sollen dieselbigen unser hofcamerräth auch zum besten bedacht sein,
                        wo nach zeitigem guetem rathe je nit umbgangen werden mag zu finanzen und so
                        dann finanzen fürkomen, in den waar begriffen ist, das dieselbige mit dem
                        wenigisten schaden erlangt werden. so auch von landen oder frembden orten
                        gelt durch wechsl an unserm hof gemacht werden sollen, das dann dieselbigen
                        mit wenigistem unserm nachtail erlangt und verricht werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.24">
          <head>Waarordnung dem zalmaister zugeben.</head>
          <p>So dann finanzen also wie obsteet in waar beschlossen werden, sollen unser
                        hofcamerräthe unserm hofzalmaister ain guete ordnung aufrichten, wie er
                        dieselbige waar ausgeben und mit unserm nuz verrichten soll, damit uns der
                        gwin in sollichen waaren allain zuestee und ordenlich verrait werde.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.25">
          <head>Von bekomung und bestellung allerlai tuech in seinem wert.</head>

          <p>Und nachdem bisheer gulden und silbern tuech, seiden auch wullen gewandt zu
                        unser selbst beclaidung und notturft unsers stalls, auch zu verehrungen den
                        potschaften, die je zu zeiten an unsern hof komen mit etwas unstatten, auch
                        in hoher bezalung neben dem, das die waar an ir selbst nit zum pesten oder
                        des gelts darumben si bestelt, nit wert gewest ist, sollen unser verordnet
                        hofcamerräth ain vleissigs nachgedenken haben, alweg mit gueter ordnung und
                        zeitlich, ehe man der waar <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/245" n="245" xml:id="S.245"/> notturftig wierdet, gulden und
                        silberin tuech, seiden und wullen gewandt, soverr si sollichs gelts oder
                        verweisung halben bekomen mögen, für unser selbs person und zu notturft
                        unsers stalls in Italien oder andern orten zubestellen und solliche waar in
                        unser hofzalmaisterambt an pares gelt stat zuordnen, damit allweeg ain
                        zimblicher vorrat von gueter waar und zeug bei der hand seie und in alweeg
                        sollen unser hofcamerräthe bedacht sein, das von den hofcramern nicht
                        genomen, sonder irer handlung durchaus miessig gestanden werde, angesehen
                        das bei inen selten guete waar oder ain zimblicher gleicher kauf zu fünden
                        ist.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.26">
          <head>All gulden, silbern und seiden waar auf k. Mt. claidung dem obristen
                        camerer zuezustellen.</head>
          <p>Es sollen auch unser hofcamerräth bedacht sein, darinn auch bei unserm
                        hofzalmaister verordnung thuen, das alle gulden und silberin tuech, seiden
                        und rauchwaar, so auf unser person und zu unser claidung in unser camer
                        pillich komen soll sovil wir jeder zeit bedürftig, fürter ainem jeden
                        gegenwiertigen und konftigen obristen camerer zu seinen handen gestelt und
                        geantwort und kainem unserm handwercher wie etwo beschehen sein mechte,
                        gegeben werden, angesehen das unser obrister camerer umb sollichen emphang
                        allain quittiern und verrer ordenliche rechenschaft darumben thuen und geben
                        muess.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.27">
          <head>Zuestandt gelt aus der camer.</head>
          <p>Ob sich dann begebe, das uns je zuzeiten gelt nit von unserm camerguet
                        herruerend zuestuende, wie sich das zuetragen möcht, wellen wir dasselbig
                        unsern hofcamerräthen auch anzaigen in ordenlichen unsers hofzalmaisters
                        emphang kommen lassen und mit irem vorwissen damit handlen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.28">
          <head>Der hofcamerräth verschreiben und obligiern betreffendt.</head>

          <p>Und soverr unser superintendent und hofcamerräthe sich je zuzeiten von wegen
                        unsers hofstats underhaltung, so mit erlögung des gelts von landen verzogen
                        uns zu gnädigem gefallen, zu aufbringung gelts verschreiben und verobligiern
                        wurden, so wellen wir uns jeder zeit hinwiderumben gegen inen mit
                        verweisungen und gnuegsamen versicherung wie die notturft <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/246" n="246" xml:id="S.246"/> ervordert und die
                        glegenhait des aufbringens erleiden will, dermassen halten und erzaigen, das
                        es denselben unsern camerräthen on nachtail und schaden sein soll.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.29">
          <head>Das sich der hofrath der camer und hinwider hofcamerrath des hofraths
                        sachen entschlagen.</head>
          <p>Nachdem auch je zu zeiten unsern hofräthen sachen unser camergüeter belangend
                        fürkomen, haben wir verordnet und ist auch unser will und mainung, das
                        sollich sachen durch si zu handlen nit angenomen, sonder es seien unser
                        aigen oder partheisachen für unser hofcamerräthe gewisen und daselbst
                        gehandelt werden. dessgleichen auch unser hofcamerräth in sachen, die für si
                        komen und das camerguet nit berüeren auch thuen sollen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.30">
          <head>Wie erkondigung der verphendtung beschehen soll.</head>
          <p>Und als wir bericht werden, das durch weilendt unser vorfordern fürsten von
                        Österreich und sonderlich <name>kaiser Fridrich</name> und <name>kaiser
                            Maximilian</name> unser ur und anherrn löblichister gedechtnus, auch
                        nachmalen durch uns von eingang unserer regierung vil phandtung auch
                        verkaufung unserer camergueter auch gnadengaben beschehen, das wir bisheer
                        in kain gründliche erfarung komen mögen, wöllen wir, das sich dieselben
                        unser hofcamerräth zu füeglicher und gelegner zeit und sovil und alspald
                        müglich ist, für sich selbst oder durch die camern in landen oder sunst
                        durch commissari aller obgemelter verphandtungen, verkaufung und gnadengaben
                        mit allem vleiss erkonden und wo si befinden das etwo die verphendtung und
                        verkaufung auch gnadengabe mit sonderm unserm nachtail und auch unordenlich
                        beschehen und auspracht wären, uns solliches fürbringen, damit wir dargegen
                        unser notturft beratschlagen und fürnemen und dardurch wir der
                        beschwerlichen verphandtungen, verkaufungen und gnadengaben mit recht und
                        billichait wider entladen werden und zu dem, das uns rechtlich zuegehört,
                        komen mögen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.31">
          <head>Erclärung der vorgehandleten visitation und reformation.</head>

          <p>Und nachdem bald nach eingang unser regierung in unsern niderösterreichischen
                        erblanden ain visitation und revormation <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/247" n="247" xml:id="S.247"/> unserer camergüeter beschehen ist,
                        sollen sich unser hofcamerräth derselben bei der niderösterreichischen camer
                        und wo sonst von noten ist, aigentlich und gründlich erkundigen, dieselbig
                        übersehen und so si articln darinnen befinden, die zu nuz und guetem unserm
                        camerguet gedeien möchten und aber nit volzogen worden sein, alsdann mit
                        gedachter unser niderösterreichischen camer handlung fürnemen und verordnung
                        thuen, das dieselbige articl in das werck bracht und volzogen werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.32">
          <head>Auszug der verpfandungen k. Mt. zuezestellen.</head>
          <p>Und damit wir unserer camergueter verkaufung, verphendung, gnaden und gaben
                        lautern bericht emphahen, so sollen gedacht unser hofcamerrete uns ain
                        gründlichen und lauttern auszug, wem sollich verkaufung, verphendung und
                        gnadengaben beschehen und wie hoch jedes stuck verphendt und was es wert
                        ist, alspald si sich desselben erindern mögen zuestellen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.33">
          <head>Bereitung und erkundigung in Tirol fürzunemen.</head>
          <p>Gleicherweiss sollen bemelt unser hofcamerräth mit unser camer der
                        oberösterreichischen land auch handlung phlegen und auf mitl und weeg geen,
                        das mit der zeit die bereitung in unser fürstlichen graveschaft Tirol wie zu
                        vil mal für guet und nuz angesehen ist, in unsern camerguetern fürgenomen
                        werde.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.34">
          <head>Provision, dienstgelt oder besserung der besoldung durch die camern on
                        vorwissen k. Mt. etc. verschreiben abzustellen.</head>
          <p>Es soll auch erkondigung allenthalben bei den camern beschehen, ob dieselbige
                        ausser unsers vorwissens provisionen verschreiben oder in ämbtern mit den
                        besoldungen besserung gethon hetten, das dann dieselbige aufgehöbt und
                        abgekönndt und einsehen beschehen, das die besoldungen weiter nit gestaigert
                        werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.35">
          <head>Von abkündung und ersparung der provisionstat und auszug der k. mt.
                        zuezustellen.</head>

          <p>Verrer sollen gedacht unser hofcamerräth von allen unseren cameren in unsern
                        künigreichen und landen stat aller provisionen, besoldungen, auch dienstgelt
                        nichts ausgenomen, was <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/248" n="248" xml:id="S.248"/> derhalb durch unsere vorvordern auf
                        jar oder lebenlang verschriben in unserem namen ervordern, dieselben stät,
                        woll und nach vleiss übersehen und so si befinden, das uns zu nuz, doch
                        niemandem zu unbillichem nachtl ichtes zuersparen wäre, darüber ir
                        guetbedunken, wie solliches zuthuen seie, stellen und uns fürbringen und
                        nach unserm beschluss alsdann solliches mit dem pesten füegen fürnemen und
                        verrichten und uns von sollichen stätten, darinnen die provision, besoldung
                        und dienstgelt begriffen sein, copeien in unser hand stellen und so oft aine
                        oder mer provision, besoldung oder dienstgelt ledig wierdet, uns desselben
                        berichten.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.36">
          <head>Verledigt provision sollen verrer nit verschriben werden.</head>
          <p>Und nachdem bisheer vil abgestorbene provisionen auf verfolgen und ansuechen
                        von uns andern unsern dienern auch widerumb verschriben worden, sein wir
                        entschlossen sollich vergebung und verschreibung angezaigter provisionen
                        weiter nit zu thuen. die bemelten unser hofcamerräthe sollen auch, so darumb
                        angesuecht würde, dasselbig von unserntwegen waigern und abschlagen. wo aber
                        verdient personen oder an den die notturft erkent wierdet umb fürsehung mit
                        provisionen bei uns ansuechen und mit rath beschlossen und befunden wierdet,
                        dieselbige zubedenken, so solle sollich unser begnadung auf unser ordinari
                        camer verweisen und geschafft werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.37">
          <head>Es sollen der ambtleut und diener besöldung nicht erhöhet werden.</head>

          <p>Und neben dem wollen wir auch verhüeten die anzal unser ambtleut und diener
                        in allen unsern kunigreichen und landen one merkliche und gnuegsame ursachen
                        nit zu vermeren noch auch die besoldungen nit erhöhern noch mit den
                        ambtleuten veranderung oder so sich ain fall begibt, neue fürsehung thuen
                        lassen, sonder wo indert aus notturft ainer merung der ämbter und diener und
                        auch ainer erhöhung der besoldungen und fürsehung der ambter not sein
                        wierdet, wöllen wir solliches mit derselben unser hof und der land ordinari
                        camern rathe und vorwissen thuen. <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/249" n="249" xml:id="S.249"/>
          </p>
        </div>
        <div xml:id="NA.38">
          <head>Profantordnung in den 3 haubtlegern zu Prag, Wienn und Ynsprugg
                        fürzunemen.</head>
          <p>Und nachdem in unser hofordnung von dreien plätzen, da gewöndlich und am
                        maisten unser beharrliche hofhaltung ist und kunftiglich sein wierdet
                        meldung beschiecht, als in unsern stetten Prag, Wienn und Insprugg und aus
                        erfarnhait befunden, das alweg zu unsern ankonft in der leger einem alle
                        provant in hoherm wert dann vor unser ankonft gewesen, gestigen ist, haben
                        wir in jede der land ordinari camer instruction ain articl stellen lassen,
                        das unsere rethe und verwalter bei denselben camern solliche
                        hauswiertschafft fürnemen, damit man durch das jar mit ainem vorrath an
                        wein, traid und fuetter gefast sei, zu sollichem werden die kästen und
                        küchen ämbter, so stattliche einkomen haben, vor andern zu ledigen und zu
                        lesen sein. demnach so sollen unser hofcamerräth bei den andern camern mit
                        embsigem vleiss anhalten und verfolgen, auch darinn ir hülf und fürderung
                        erzaigen, damit obgemelter massen die guet hauswiertschafft in das werk
                        pracht und gericht werde und bedacht sein, so wir ainen aus den dreien
                        legern verandern und in ainen der beharlich sein soll, raisen und wir inen
                        solliches zuwissen thuen, das si dann solliches zeitlich unser camer
                        derselben ort berichten, damit zu dem gemachten vorrat an wein, traid und
                        fuetter, durch si die verrer notturft zu unser hofhaltung als visch,
                        fleisch, gewürz und dergleichen in rechten und leidlichen kauf bestelt
                        werden mag.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.39">
          <head>Von vereerungen, die k. Mt. beschechen an silber, flaisch, wein, fisch und
                        fueter.</head>

          <p>So uns dann an unserm hin und wider raisen verehrungen an silbergeschier,
                        wein, fleisch, fuetter und dergleichen beschiecht, wellen wir die
                        angezaigten verehrungen unsern hofcamerräthen anzaigen, die sollen volgundts
                        dieselbigen, sonderlich was silber ist, auf unsern bevelch in unser selbst
                        camer volgen oder unserm hofzalmaister zuestellen lassen, damit er desselben
                        silbergeschiers wert in emphang nemen und verrer zu der notturft auf unsern
                        bevelch ausgeben mög, aber der verehrt wein, fleisch und fueter soll
                        ordenlich in unsern keler, kuchen und stall den ambtleuten überantwort und
                        durch si weiter auch in ordenliche ausgab gestelt werden. darumben so haben
                            <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/250" n="250" xml:id="S.250"/> wir
                        verordnet, das monathlich mit allen officiern durch unsern obristen
                        hofmaister und marschalch in gegenwurt aines unsers hofcamerraths, so darzue
                        von dem hofmaister ervordert, gerait und dieselben raitung beschlossen
                        werden sollen, damit mügen dieselbige hofcamerräth wissen, wöllichermassen
                        sich die hausswiertschaft in ordnung und guetem wesen erhalt.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.40">
          <head>Wann ausserhalb des ganzen hofcamerrats mit den partheien ze handlen
                        sei.</head>
          <p>Und so indert partheien umb schulden, die wir inen zuthuen wären, bei uns
                        ansuechen thuen und wir si auf unser hofcamerräte weisen oder dieselben
                        partheien bei den gedachten unsern hofcamerräthen selbs umb bezalung
                        suppliciern wurden, so sollen söllich anvorderungen durch dieselben unser
                        hofcamerräth samentlich gehört und durch si gehandlet werden und
                        insonderhait sich kainer allein in handlung gegen denselben partheien
                        einlassen. so aber umb fürderung willen der sachen für guet angesehen wierdt
                        mit den partheien ausser des ganzen hofcamerraths zu handlen, so mag
                        derselbig unser hofcamerrath zwen aus inen mit den partheien zu handlen
                        verordnen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.41">
          <head>Von aufnembung der raitung über die ausgaben, so bei den camern und
                        hofzalmaisterambt beschehen.</head>
          <p>Und damit wir jeder zeit aller emphang und ausgaben, so durch unsere camern
                        in allen unsern kunigreichen und landen, auch durch unsern hofzalmaister
                        beschehen, ain wissen haben mögen, so sollen unser hofcamerräthe von unsern
                        camern wie obsteet alle jar ires ganzen emphangs und allen ausgab, aber von
                        unserm hofzalmaister alle viertl jar lautern auszug ervordern, uns
                        dieselbigen zuestellen und davon glaubwiertig copeien bei unser hofcamer
                        canzlei behalten. dieselbige auszüg sollen auch neben ainem unserm
                        hofcamerrathe durch unsern verordneten puechhalter als den, so des
                        zalmaisters emphang justificiert und wissen hat, underschriben werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.42">
          <head>Von volziehung der k. Mt. bevelch bei den camern.</head>

          <p>Was wir dann sonst den andern unsern camern in unsern kunigreichen und landen
                        durch unser gefertigte instruction zuhandlen und in das werk zubringen
                        auflegen, das sollen obgemelt unser camerräthe mit pestem vleiss bei
                        denselben camern <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/251" n="251" xml:id="S.251"/> verfolgen, jeder zeit notturftig
                        bericht erfordern und was inen von denselben camern zuegeschriben und
                        anzaigt wirdet, das zu merung unsers camerguets dienstlich ist und bei uns
                        erlödigung bedarf, dasselbig uns jeder zeit fürbringen, so wellen wir uns
                        abermalen nach guetem zeitigem rath entschliessen und verrer denselben
                        camern notturftigen beschaid geben lassen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.43">
          <head>Die hofcamerhandlung, so nit zertailt, sonder laut der ordnung in gemainem
                        hofcamerrath beschehen.</head>
          <p>Verrer ordnen und wellen wir, das unser hofcamersachen nicht gespalten
                        werden, sonder all und jede camerhändl, si sein gross oder clain im
                        camerrath mit der ordnung wie obsteet und sonst ninderst anderstwo gehandlet
                        und berathschlagt werden, damit unser hofcamerräthe aller sachen unsers
                        camerguets in allen unsern künigreichen und landen einkomen, vermügens und
                        unvermügens von dem höchsten bis zum wenigisten wissen tragen und durch
                        solliche lautere wissenhait von losungen der verphendtungen und dergleichen
                        unser und unsers camerguets fürderung desto statlicher und erspriesslicher
                        ratschlagen und fürnemen mügen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.44">
          <head>Aufrichtung neuer büecher, bei hofcamer behalten werden sollen.</head>

          <p>Und damit die obgemelten unser camersachen mit sovil mererm grund, auch desto
                        fürderlicher gehandlet werden mögen, so sollen gedacht unser hofcamerräth
                        bei allen unsern raitcamern puecher und register aufrichten lassen, darinnen
                        die einkomen und glegenhait unsers camerguets in ainer jeden raitcamer
                        verwaltung gehörent kurz und sumarie begriffen sein, dergleichen auch
                        püecher aller und jeder schulden und gegenschulden, mer ain ordenlich
                        register, in dem aller unser künigreich und land geistliche lehenschaften,
                        parren und beneficien, wie si mit namen haissen, was jedes järlichs
                        einkomens hat und davon in absenti geben wierdt begriffen seien und solliche
                        püecher und register ervordern, damit si sich jeder zeit in fürfallender
                        notturft mugen ersehen und desto gründlicher von sachen wissen zu reden und
                        unsern nuz zu bedenken oder aber schaden und nachtl verhüeten und wenden und
                        es sollen uns in unser hand von sollichen registern auch copeien zuegestelt
                        werden. <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/252" n="252" xml:id="S.252"/>
          </p>
        </div>
        <div xml:id="NA.45">
          <head>Von audienz der hofcamerräth fürbringens.</head>
          <p>Und damit unser aigen auch der partheisachen, so camerguet beruerent und in
                        gedachten unserm hofcamerrath fürgenomen und gehandlet und die notturft
                        ervordert an uns zubringen, sovil er erledigt und beschlossen worden, so
                        wellen wir unsern hofcamerreten, so oft die notturft ervordert und uns
                        grossere geschäft daran nit verhindern, zu anbringung und erlödigung der
                        beratschlagten sachen in der wochen zum wenigisten zwen tag gnedige audienz
                        geben und also zu beschluss derselben sach fürderliche handlung phlegen und
                        sollen ir unserer camerräth bei sollicher referierung man wenigisten alwegen
                        zwen gegenwiertig sein.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.46">
          <head>Ordnung des hofzalmaisters<note n="1">Am Rande steht: Puechhalter soll des
                            hofzalmaisters gegenschreiber sein, was den emphang betrifft.</note>
                        emphang wie der beschehen soll.</head>

          <p>Verrer ordnen und wellen wir, das nun hinfüron unser hofzalmaister alles
                        gelt, sovil ime von unsern einkomen unserer künigreiche und erblichen
                        landen, auch von anlehen, bewilligungen unserer lande finanzen, es sei gelt,
                        wullen tuech, seiden und gulden waar und silbergeschier oder anders nichts
                        ausgenomen zuemphahen bevolchen und verordnet wierdet, mit vorwissen unser
                        hofcamerräthe in seinen emphang nemen und denselben emphang alzeit in dem
                        ordinari camerrathe einschreiben, durch ine darumb quitiert und dieselbig
                        quitung durch unsern verordneten buechhalter, der in disem desselben unsers
                        zalmaisters gegenschreiber sein soll, mit aigner hand und namen
                        underschriben und dann in ain ordenlich puech einregistriert und uns
                        jedesmals vom selben emphang ain glaubwierdigc aufzaichnus under genants
                        unsers hofzalmaisters und zwaier unser camerräthe handschrift zuegestelt
                        werden, damit wir<note
              n="2">Hs.: Damit wir, auch dieselbige unser
                            hofcamerrath handschriften zuegestellt werden, damit wir auch dieselbige
                            unser hofcamerrath der emphang allzeit u. s. w.</note>, auch dieselbige
                        unser hofcamerräth der emphang allzeit wissen tragen und wir, auch si uns in
                        den handlungen desto pas zeberichten haben. <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/253" n="253" xml:id="S.253"/>
          </p>
        </div>
        <div xml:id="NA.47">
          <head>Der hofzalmaister soll all ausgaben mit vorwissen der hofcamerräth thuen
                        und zetl darumb von k. Mt. und zwaien rathn underschriben sein.</head>
          <p>Dann mit den ausgaben soll es also gehalten werden. der genannt unser
                        hofzalmaister soll all extraordinari ausgaben mit vorwissen unser
                        hofcamerrethe inhalt unserer instruction, die wir ime deshalben aufgericht
                        und zuestellen lassen thuen, also was ausgaben sein, die sich über zehen
                        gulden erströcken, dieselbigen sollen auf bevelchzetln, die am ersten durch
                        ernenten hochmaister und ainen andern unsern hofcamerrath und darnach von
                        uns selbs underschriben werden, beschehen, und nachdem aber nit alwegen die
                        gelegenhait geben kan, das zuvor und ehe die angeschaften extraordinari
                        ausgaben beschehen, die zetln von uns underschriben werden mügen, demnach
                        ist unser mainung, so demselben unserm hofzalmaister zetln, die von uns
                        underschriben werden sollen, von gemeltem hochmaister und ainem unserm
                        hofcamerrathe underschriben zuekomen, so mag er die ausgab darauf woll
                        thuen, doch soll er aber alwegen zu acht oder zum lengisten in vierzehen
                        tagen dieselbige verschriben zetl uns auch zuverzaichnen fürbringen, wann
                        sonst soll demselben unserm hofzalmaister kain ausgab uber die zehen gulden
                        gestelt in seinen raitungen nit passiert werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.48">
          <head>Umb ausgaben, die sich under zehen gulden laufen haben die hofcamerräth
                        zetel zufertigen.</head>

          <p>Was aber ausgaben zehen oder under zehen gulden sein, dieselben sollen allain
                        auf obgemelter zwaier personen underschriben zetl, doch alles mit gemainer
                        hofcamerräth sovil der zu jeder zeit an unserm hof sein, vorwissen und
                        bevelch beschehen. und gedachter unser hofzalmaister solle denselben unsern
                        hofcamerräthen alle viertl jar ainen lautern auszug seines emphangs und
                        ausgab mit seiner hand underschriben zuestellen und dann zu ausgang aines
                        jeden jars auf weichnechten sein raittung beschliessen. dieselben unser
                        hofcamerräth sollen auch nach ausgang aines jeden jars demselben unserm
                        hofzalmaister ainen fürderlichen raittag benennen, er darauf gehorsamblich
                        und gefast erscheinen. so wellen wir, so wir bei den camern in unsern
                        erblanden sein oder ob wir gleichwoll zu derselben zeit nicht dabei sein
                        wurden, alwegen von denselben camern <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/254" n="254" xml:id="S.254"/> etliche räthe, sovil not ist, zu
                        sollicher unsers zalmaisters raitung verordnen oder beschreiben lassen, und
                        damit dann sollich des zalmaisters raitung alle jar beschlossen werden, so
                        legen wir unser hofcamer auf, das si konftiglich in bemelts zalmaisters
                        ordnung fürsehen, das er hinfür dem hofgesind kain schuldbrief umb ire
                        auständige besoldung gebe und dagegen quittung emphach, sonder mit
                        schliessung seiner jarraitung, ob gleich bemelt hofgesind nit gar bezalt
                        ist, furgee und sovil verrait, als er jeder zeit par ausgericht und bezalt
                        hat.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.49">
          <head>Das die arrestierung der hofbesöldung schulden halben würchung haben
                        sollen.</head>
          <p>Und dieweil auch unser gemuet und mainung ist, das jederman von unserm
                        hofgesind aller gemachten schulden, zerung und anders bezalung emphach und
                        darinn nicht zu nachtl gefüert werde, so haben wir unserm hofmarschalch
                        aufgelegt und bevolchen, wann jemants über unser hofgesind ausstendiger
                        schulden halben clagt und kainer bezalung bekomen mag, das er mit
                        arrestierung der hofzalung bei jedem unserm hofzalmaister oder in ander weg
                        die billichkait handlen und verschaffen müge. demnach wo sich zuetrueg, das
                        von ermeltem unserm hofmarschalch unserm hofgesind ainem ausstendiger
                        schulden halben, die mit grund fürgetragen werden, sein besoldung, sovil
                        sich dieselbe schuld erlauft bei unserm hofzalmaister arrestiert und
                        verpoten wurde, so sollen unser hofcamerräth bei unserm hofzalmaister
                        verordnung thuen, das denselben unsers hofmarschalchs gebot gelebt, in
                        wirchung beleib und komb und fürnemblich, sovil die schuld betrifft an der
                        berüerten besoldung inen gehalten und dardurch die glaübiger zufriden
                        gestellt werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.50">
          <head>Das der hofzalmaister one der hofcamerräth vorwissen kainem hofgesind
                        nichts fürleihen.</head>

          <p>Unser will und mainung ist auch, das unser hofzalmaister hinfüro on unser
                        hofcamer vorwissen kainem hofgesind nichts fürleihe, so dann aber dieselbig
                        unser hofcamer daneben ersuecht wierdt, soll si ausser unser ainen monat
                        solt zubewilligen haben. ob aber ain parthei mer begert, also das dieselbig
                        in potschaft zuraisen verordnet wurde, solle dasselbig <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/255" n="255" xml:id="S.255"/> uns anbracht und
                        darüber volgundts nach unserm willen verordnung beschehen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.51">
          <head>Das jarlich von ambtleuten raitung aufgenomen werde.</head>
          <p>Die gedachten unser hofcamerräthe sollen auch mit sonderm vleiss bei den
                        andern camern in landen darob sein, das si von den ambtleuten järliche
                        raitung aufnemen und in das ander jar kains weegs ansteen lassen, damit
                        durch solliches unser und unsers camerguets schaden und nachtall sovil mer
                        verhüet und fürkomen werde, wölliches durch sollichen weg beschehen mag,
                        nämblich so ain jar verscheint, wölliches durch die ambtleut verrait werden
                        soll, in nechstem jar darnach vor ausgang desselben mit inen allen gerait
                        und dann zu eingang des andern jars uns alwegen ain lauterer auszug wie
                        obsteet übersendt werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.52">
          <head>Ob die meut und zoll mit besserm k. Mt. etc. nuz hinzelassen seien
                        nachzugedenken.</head>
          <p>Si sollen auch bedacht sein, wann etlich unser ambter als meut und zoll in
                        ledigung der darauf beschehnen verweisungen komen, ob dieselben nit mit
                        höherm und pesserm unserm nuz in bestand auszulassen wären, damit wurde der
                        costen so auf ambtleut, auch volgundts auf die raitung lauft, damit auch vil
                        zeit verschliessen und ander vortl und nuz gebraucht werden mag abgestelt
                        und verhüet und was si im selben faal bei inen für nuz und guets bedenken
                        und aus erfarung befinden, dasselbig uns jedesmals fürtragen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.53">
          <head>Zu den unerledigten raitungen sonder personen zuverordnen.</head>

          <p>Und nachdem wir bericht sein, das etlicher unser ambtleut raitung von vil
                        jaren unübersehen und beschlossen auf unsern camern ligen, damit nun die
                        neuen unserer ambtleut fürkomen raitung gefürdert und zu dem bracht, das
                        jedes jars mit denselben unsern ambtleuten ordenlich und one aufzug von
                        unsern ordinari camerräthen gerait werden mög, so wellen wir zu solhen alten
                        raitungen etlich sonder personen verordnen, die solle solhe für sich nemen,
                        übersehen, raiten und dann durch dieselben unser ordinari camerräth bis auf
                        uns beschlossen werden, demnach so sollen unser hofcamerrethe sollichen
                        articl <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/256" n="256" xml:id="S.256"/> das
                        der obgemelter massen verricht werde, bei uns und gedachten unsern camern
                        bestem vleiss verfolgen und treiben.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.54">
          <head>All quartal soll der hofstat verneuet werden.</head>
          <p>Und als sich unser hofstat mit den personen und besoldungen je zuzeiten
                        verändert, so legen wir unsern hofcamerräten hiemit auf und wellen, das si
                        jedes quartal zu der bezalung den hofstat für unsern obristen hofmaister und
                        hofmarschalch bringen und in irem beisein gegen veranderung der personen
                        verneuen und dann gedacht hofmaister und hofmarschalch baid oder in aines
                        abwesen den andern underschreiben lassen, damit jeder zeit die bezalung nach
                        sollichem hofstat richtig beschehen mög.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.55">
          <head>Zu beratschlagen, was auf die raisen von nöten sein werde.</head>
          <p>Und wann sich mit unserm hof aufbruch zuetregt, sollen die hofcamerräth
                        alwegen mit unserm hofmarschalch und stallmaister zuvor ain etlich tag
                        zusamen komen und nach gelegenhait der vorhabunden raiss beratschlagen, was
                        ungeverlich für fuer und anders von noten ist, damit die notturft zeitlich
                        bestelt und sonderlich der fuer halben, was von inen für unvermeidenlich
                        zugebrauchen bedacht und angesehen wierdt durch unsern stallmaister
                        fürsehung beschehen müg, dem wir dann solliches insonderhait wol eingebunden
                        und aufgelegt haben.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.56">
          <head>Von expedition der hofcamer und canzleisachen.</head>

          <p>Dann unserer hofcamer canzlei und derselben expedition halber ist unser
                        mainung, das die gemelten unser hofcamer secretari die sachen, so wie
                        obsteet, berathschlagt worden, aus dem rath zu iren handen und verwarung
                        nemen, was dann auf mündlich beschaidt gestelt ist, die partheien oder wen
                        die betreffen möchten in der canzlei zu ainer gedechtnus und kunftigen
                        bericht einschreiben lassen. wölliche händl aber brieflicher oder
                        schriftlicher expedition bedürfen, das dieselbige nach vermög der rathschleg
                        in unser hofcamer canzlei durch die secretarien und nit durch die partheien
                        wie etwo beschehen sein möcht, vleissig copiert und gestelt und die grossen
                        haubtsachen und verschreibungen, sovil derselbigen an unserm hof gefertigt
                        werden, sollen zuvor in unserm hofcamerrathe und dann die <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/257" n="257" xml:id="S.257"/> missif, daran dann
                        zuzeiten auch gelegen ist, wo nit durch völligen hofcamerrathe, doch aufs
                        wenigist durch ir zwen aus inen und, so die sach so gar gross ist, in unser
                        selbst gegenwiertigkait abgehört und volgundts in der canzlei geschriben und
                        ingrossiert, nachmalen ehe uns dieselben expediert brieflich handl zu
                        underschreiben fürpracht, durch gemelten hochmaister und ainen andern aus
                        unsern hofcamerräthen underschriben und volgundts uns zuverzaichnen
                        fürpracht werden. und so nun sollich brief durch uns underschriben, alsdann
                        under der hofcamer secretari handzeichen und soverr es handl sein, zu
                        registriern durch den registrator registriert und mit wort "registrata"
                        underschriben und dann mit dem secret, das ain hofcamersecretari hat, an die
                        stat verfertigt werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.57">
          <head>Bartheien glümpflich abschaiden und fürderlich vertigen.</head>
          <p>Gemelt unser hofcamerräthe , dergleichen die camersecretari sollen sich auch
                        befleissen die partheien auf glümpflichist und mit gueten worten anzureden,
                        abzuschaiden und sovil müglich ist, mit fürderung abfertigen, damit si nicht
                        in versaumbnus und uncosten gebracht werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.58">
          <head>Was für sachen bei der landcamern gevertigt werden sollen.</head>
          <p>Was aber für gross sachen, die bei unsern camern in landen auf unsern bevelch
                        beratschlagt und bei uns beschlossen werden, vor uns fürkomen oder so wir
                        sonst jemants nach zeitigem rathe und gnuegsamer erkondigung ambter, phlegen
                        oder dergleichen bewilligen, so wellen wir verordnen, das die brief bei den
                        camern in landen, darein die fürkomen sach gehört oder dasselbig land
                        antrifft, gevertigt werden sollen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.59">
          <head>Von besiglung der pergamenen brief.</head>

          <p>Was dann pergamenen brief sein, die mit dem grossen insigl angehangen werden
                        müessen, die soll der hofcamercanzlei registrator, der dann auch taxator
                        ist, mit dem wachs durch den canzleidiener anhengen lassen, nachmals unserm
                        obristen hofcanzler oder verwalter desselben hofcanzlerambts zuetragen und
                        so er die mit unserm und zwaier unser hofcamerräth handzaichen underschriben
                        und also des inhalts befindet, <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/258" n="258" xml:id="S.258"/> das die sachn in sollichen briefen
                        begriffen an ir selbs diser unser hofcamerordnung nit zuwider gefertigt ist,
                        darumben und zubericht wir auch gedachtem unserm hofcanzler ain copei von
                        sollicher unserer ordnung zuestellen lassen, alsdann und sonst nit sollen
                        dieselbige brief mit bemeltem unserm insigl verfertigt werden. so aber
                        gedachter unser canzler ainichen mangl diser unser ordnung zuwider in
                        briefen befunde, solle er die besiglung anstellen und uns der sachen
                        berichten, alsdann wellen wir dargegen in ander weeg gebürlich einsehen
                        haben.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.60">
          <head>Von taxierung der brief.</head>
          <p>Dann der tax halben umb die brief, so bei unser hofcamercanzlei gefertigt und
                        hinaus gegeben werden, wöllen wir, das dieselben brief doch ausserhalb der
                        gemainen misiven und bevelch, so denen partheien gefertigt füron durch unser
                        hofcamerräthe taxiert und dieselbig tax mit der ordnung wie si bei unsern
                        canzleien in landen gehalten werden. aber mit den gemainen bevelchen soll es
                        wie bisher gehalten werden. und sonst sollen die gedachten unsere
                        hofcamerräthe in allen obgemelten und andern fürfallenden unsern camersachen
                        jederzeit mit hochstem irem vleiss unserm gnedigen und hochen vertrauen nach
                        handlen, dardurch unser frumen und nuz gefürdert, schaden und nachtaill,
                        sovil müglich ist, verhüet und fürkomen werden, wie wir dann des ain sonder
                        gnedigs und hochs vertrauen in si setzen und solliches in gnaden und allem
                        guetem gegen inen samentlich und sonderlich erkennen und bedenken wellen.
                        was dann derselben unsern hofcamerräthen jederzeit nach glegenhait der leuf
                        und gestalt der sachen fürfelt, das obgeschribner ordnung nach inen
                        zuvolziehen zuschwär sein wurde und des an uns gelangen lassen, wellen wir
                        samb inen zu verer und notdurftiger fursehung weitere beratschlagung
                        fürnemen und sovil müglich ist, an uns nichts erwinden lassen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.61">
          <head>Die hofcamerordnung soll siben jar nacheinander und verer auf k. Mt.
                        wolgefallen weren.</head>

          <p>Und diese obgeschribne unser hofcamerordnung solle also in irem inhalt die
                        sechs jar in den uns von unsern künigreichen und landen die hülf und steuer
                        volgt und dann das sibent jar darnach aufrecht besteen, von uns, unsern
                        hofcamerräthen, <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/259" n="259"
              xml:id="S.259"/> secretarien, zalmaistern,
                        puechhaltern, registrator und andern unsern dienern, die solliche ordnung,
                        betrifft, sovil imer müglich ist, steet, vest und unzerbrochen gehalten und
                        darwider mit dem wenigisten nit gehandlet werden', aber zu ausgang sollicher
                        siben jar soll in unserm gefallen steen, dieselbig nach gelegenhait unsers
                        wesens zumindern, zu meren oder in ander notturftig weeg zustellen. des wir
                        dann jeder zeit mit woll erwegnem rath fürnemen, handlen und schliessen
                        sollen und wellen. wo wir aber alles obsteet bemelten unsern hofcamerräthen
                        in ainem oder mer articl in dieser unser ordnung etwas zu schwer aufgelegt
                        hetten oder was inen unsern hofcamerräthen in denen articln wie oben
                        begriffen, zu volziehen unerhöblich sein wierdet oder ob dise unser ordnung
                        aus fürfallunden kriegsobligen oder andern ehaften ursachen in ainem oder
                        mer articl nit gehalten oder volzogen werden möchte, so solle si ir phlicht
                        in demselben nicht binden, si auch derhalben von uns, noch jemants anderm
                        nicht angezogen werden ungeverlich. besiglt mit unserm anhangunden insigl.
                        geben und beschehen auf unserm küniglichen schloss zu Prag den 1. tag
                        september anno 1537. unserer reiche des romischen im 7. und der andern im
                            11.<note n="259.1">Ein zweites Exemplar der Hofkammerordnung, Entwurf
                            mit Correcturen, befindet sich auch bei den Acten am gleichen
                            Lagerort.</note>
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