Wir Ferdinand von gottes genaden etc.
bekennen fur uns und unser erben
offentlich mit disem brief und thuen kund allermeniglich, wiewol wir zu
eingang unser regierung und hernach alwegen unsern gnedigen willen und
gemuet dahin gericht, wie wir auch in rat gefunden die burde söllicher unser
regierung mit gueter aufrichtiger ordnung auf uns zu nemen und furnemblich
darinnen die notturft unsers camerguets, des wir zu anfang derselben unser
regierung wie offenbar ist, nit wenig beschwärdt und erschöpft gefunden, zu
betrachten, wie solliches in guete nuzliche ordnung bracht werden, dardurch
dasselbig unser camerguet von den verphandungen erlödigt und wir unsern
künigreichen, landen und leuten zu nuz trost und guetem zu ainem vorrath in
unser camerguet komen möchten, so sein wir doch an söllichem durch die
beschwärliche beharliche krieg, die sich gleich zu eintrettung unserer
regierung als meniglich bewust ist, angefengt und ain guete zeit gewert nit
wenig verhindert, angesehen das wir als ain getreuer vater
| Seite 233| herr und landsfurst
unseren erblichen kunigreich und land nit allain zu entschüttung befridung,
schuz und scherm unserer getreuen underthonen unser vermugen leibs und guets
dargestreckt, sunder auch behärige vleissige handlung, darinnen unsers
camerguets nit verschont hat werden mugen, geuebt und gebraucht, durch
wölliche unser handlung angelegten grossen treflichen uncosten, auch unserer
bemüeung und arbait unser haus österreich, wie vor augen ist, mit weillendt
unsers lieben brueders und schwagers kunig Ludwigen zu
Hungern verlassen kunigreich und landen trefflich erweitert und
damit unser camerguet nit wenig gemert, darauf uns auch, damit wir anderer
grosser haubter und fursten practiciern, so auch darnach gestelt und tracht,
abgewendt und dieselbige kunigreich und land zu merer befridung unserer
erbland erlangt trefflichen uncosten gelitten haben, aus wellicher erlangung
auch demselben unserm haus österreich nit klaine eher, höhe und grosse
reputation unserer erhöhung, in dem das wir neben der römischen kaiserlichen
Maiestät unsers lieben bruedern und herren zu der regierung des heiligen
romischen reichs komen sein, gewachsen und ervolgt ist. wölliche verloffen
handlungen, auch vill erstanden geferliche leuff, die uns und unsern
kunigreichen, furstenthumben und landen gehorsamen underthonen in merkliche
ausgab getrungen, bisheer verhinderung gebracht hat, das wir uns in kain
bestendige oder fruchtpare ordnung, darzue wir jedes mals begierig und
genaigt gewesen sein, begeben haben können, damit nur unsere gehorsamen und
getreuen underthanen unsern begierigen und genaigten willen, den wir als
obsteet zu anfang unserer regierung zu ordnung allwegen getragen, in dem
werck spüeren und erkennen, so haben wir uns jezo nach zeitigem guetem rat
ainer hofordnung entschlossen, furgenomen und aufgericht, in wöllicher des
höchst und gnettigist haubtpunct gestelt und gesezt ist, das unser
camergüeter ordenlich gehandlet und alles das zu merung derselben imer
dienstlich ist und sein mag, bedacht furgenomen und in wirkung gebracht
werden solle.
Und als wir aber nun bei uns in unserm gehalten rath ermessen und erwögen,
wie bemelte unser camergueter und derselben einkomen uns selbs, unserer
liebsten gemahl und kindern, auch unsern kunigreichen, landen und leuten zu
frucht, nuz, guetem trost und alles wolfart ordenlich gehandlet, haben wir
zu sollichem fur das notturftigist und furtraglichist bedacht,
| Seite 234| bei uns an unserm
hof ain ordenliche camer mit geschickten teuglichen personen aufzurichten
und dieselben mit instructionen und ordnungen zu fürsehen, wölliche mit den
vier unsern camern in unsern kunigreichen Hungern, Behaim und unsern nidern
und oberösterreichischen landen gueten verstand und correspondenz halten
werden und derhalben solliche hofcamer und derselben ordnungen, ob wölicher
wir gnediglich halten, darwider nichts handlen noch fürnemen oder des
jemants anderm zuthuen gestatten wellen, aufgericht und geordnet, die auch
mit trefflichen räthen und geschickten verstendigen personen besezt und
versehen, inmassen wie hernach volgt.
Von erst sezen und ordnen wir zu sollicher unser hofcamer nemblich den
erwierdigen unsern fürsten und lieben andächtigen Wolfganngen Pranndtner, hochmaister sant Georgenordens als
unsern rathe und superintendenten und zu ime noch vier unserer räthe als
Achazien Schrotten von Khindperg, Reymunden von Dornberg, Johann
Zotten von Pernegg und Michelln
Meichsner unsern vizdomb in Steyer, zu hofcamersecretarien Hannsen Hoffman und Andreen
Lindawer, die mit notturftigen und nit uberflissigen
canzleischreibern versehen werden sollen, zu hofzalmaister Hannsen Angerer, zu puechhalter ..., zu taxator und
registrator Sebastian Tünckhl, die sollen all in
ire ambter tretten und handlen wie hernach meldung beschiecht.
Anfenglichen sollen all obgemelt unser räthe und personen uns von neuem
schwern und aidsphlicht thuen, das si die ordnung diser unser hofcamer in
allen articln und puncten mit irem hochsten vleiss halten und sonst und
sonst auch alles das thuen sollen und wellen, das inen von ambts wegen
zuthuen gebürt, doch ob wir in ainem oder mer articln diser unser
hofcamerordnung zuwider denselben unsern hofcammerräthen etwas zu volziehen
auflegen werden oder was inen den camerräthen in den articln hernach
begriffen unerhöblich oder zu volziehen unmüglich sein wierdet, solle si
sölliche ir phlicht in demselben nit binden, si auch derhalb weder von uns
noch jemants
| Seite 235|
anderm mit nichten angezogen werden, angesehen das niemants kain untregliche
purde aufgelegt werden, sonder dieselbigen camerräthe sollen in sollichem
handlen und volziehen das, so inen müglich und erhöblich ist. solliche
phlicht solle auch dieselben räthe und personen, inmassen wie all ander
unser räthe dahin binden, das si von niemants kain miet, gab oder
dergleichen verehrung in sachen ir ambts handlung betreffend noch auch an
unser vorwissen und zuelassen von andern furstlichen herrn oder stetten kain
provision noch dienstgelt nemen, si auch mit niemants in gesellschafft,
kaufmannsgewerb, handtierungen und münzhandlung begeben und so ainer oder
mer darinnen wäre, sich derselben entschlagen, daraus thuen und verlassen,
doch so ainer oder mer perkwerchs tail oder verwaltung und herrschaften in
unsern landen von fremden oder andern fursten phlegs oder bestandsweis inen
hette, mag er dieselbige behalten, auch woll dergleichen perkwerchtail und
phlegen annemben, aber so in gedachtem unserm hofcamerrath von sachen
gehandlet wierdet, perkwerch oder die phlegen und verwaltung, damit
dieselbigen unsere räthe und ander personen unserer hofcamer verordnet sein,
betreffendt, so sollen dieselbigen rethe und personen abtretten und nit
darbei sein. doch ist unser gemuet und mainung nit, das solliche phlicht
unsern camerräthen und den andern personen die verehrung, so inen von ehrn
und nit sonders geniess wegen an vischen, wildpreten, wein und dergleichen
beschechen abstricken solle, darinnen sich dann ain jeder auch woll zu
halten wissen wierdet.
Und nachdem wir uns in obgemelter unser hofordnung aines hofstats, den wir
nach gelegenheit unserer kunigreiche land und leut thuen und wesen zum
geringisten eingezogen und von wegen menig unserer kunigreiche und land nit
woll anders sein hat mügen entschlossen haben, wöllicher diser zeit auf ...
tausent gulden gestelt ist, daran dann unser person und allem unserm wesen,
damit derselbig hofstat ordenlich und wesentlich underhalten vil gelegen
ist, haben wir nach embsiger handlung, nachdem wir aus den oben eingefuerten
ursachen unserer camergueter in erschöpfung komen sein, unsere getreuen und
gehorsamen underthonen unserer nider- und oberösterreichischen land umb ain
sechssjärige hülf und
| Seite 236| steuer mit derselben unserm hofstat
und wesen zuhelfen und in söllicher zeit auch unsere camergueter zum tail
damit zuledigen und uns wiederumb ain ordenlich einkomen zumachen angelangt,
darauf uns dann von denselben unsern erblanden durch jedes land insonderhait
ain hülfgelt auf sechs jahr verwilligt ist und getrösten uns derselben
gleicherweise von unsern kunigreichen und derselben zuegehorigen landen,
angesehen das si woll zuermessen und zu bedenken haben, das unser camerguet
nit durch unser verschulden oder nachsehen in solliche erschöpfung komen
ist, sonder das wir dieselbig zu eintrettung unser regierung zu gueter mals
also emplöst und darneben trefflich schulden, die den merer tail von uns
bezalt sein, gefunden. wölliches darzue auch die beschwärlichen kriegsleuff
zu denen auch dem, das wir unsers haus österreichs erhöchung gefürdert,
bemelt unser camerguet gepraucht ist, angezaigte erschöffung verursacht hat,
so seien wir entlich dahin bedacht und entschlossen, das wir derselben
unserer kunigreich und landhülfen anderer ort nit, dann zu underhaltung
gedachts unsers stats und zu notturft der camern so weit sich die
erströcken, gebrauchen und sover noch darüber ainicher bevor stand
angezaigter hülfen sein würde, denselben zu ablödigung unserer verphendten
camergueter oder zusamenbringung aines vorrats wie sich solliches alles der
gelegenhait und notturft nach jedes lands zuetragen wirdet, wenden sollen
und wellen. derhalben so ordnen, sezen und wellen wir, legen auch den
gedachten unsern hofcamerräthen hiemit auf ernstlich bevelhend, das si der
erbland bewilligte sechssjärigen hülfen und die so noch hernach von den
kunigreich und derselben zuegehörigen land bewilligt wierdet, mit pester
ordnung durch unsern hofzalmaister einnemen und emphahen lassen, davon zu
quottemer zeiten oder jeder zeit nach gelegenhait derselben gefell die
bezalung auf unsern hofstat verordnen, dieselb auch durch denselben unsern
hofzalmaister ordenlich thuen lassen, dardurch ain jeder unser räthe und
diener seinem stand und wesen gemäs des statlicher gerüst und mit pherden
versehen dienen und uns zu allen aufprüchen unverhindert nachvolgen mögen,
das wirdet zu hoher fruchtperkait aller fürfallender sachen, es sei in
kriegsleuffen oder andern handlungen, auch landen und leuten zu nuz und
wolfart raichen.
| Seite 237|
Von söllichem unserer künigreiche und lande hülf und steuer gelt solle auch
jedes quartall ain summa gelts in unser leibcamer verfolgen und dasselbig zu
nicht anderem dann der unvermeidenlichsn notturft auf unser anschaffen durch
unsern camerer ausgeben und widerumb ordenlichen wie sich gebürt verrait
werden.
Und ob sich aber begäbe, das zu jeder zeit wie obsteet die völlig bezalung
unsers hofstats von und aus obgemelten hülfen und gefellen aus zuefallenden
verhinderung nit bei der hand wäre, so sollen gedacht unser hofcamerräthe
sovil an inen ist, bedacht sein den abgang von andern orten darauf zu
anticipiern und aufzubringen, bis das gelt zu entrichtung obgemelts unsers
hofstats von unsern landschaften gefalt und eingebracht, damit also jeder
zeit unsere räthe, diener und hofgesind sovil müglich bezahlt, gebraucht und
dest pessere gehorsam und manzucht an sollichem unserm hof erhalten werden
möge.
Und nachdem wir uns aus der notturft jetzo dahin begeben, das auf einkomen
unserer exempt ämbter und andere gefell, so im sibenden jar gefallen,
anticipiert und gelt aufbracht werden soll, so sein wir verner dahin
gnediglich entschlossen, das wir nit allain wie obsteet in dem sechsten und
sibenden jar, sonder hinfuro desselben unsers camerguets gnediglich
verschonen und darein on merklich und trefflich ursachen oder zuefallundt
kriegsleuff, darzue wir doch nit ursach geben, nit greiffen und so aber
sölliches aus der notturft je beschehen müeste, dasselbig mit zeitigem
guetem rath thuen und wellen uns solliche sechss jar obgemelter unserer
kunigreich und lande hülf betragen, unsern hofstat davon underhalten und das
uberig zu notturft der camern zusamen bringen, ains vorrats und ablädigung
der verphendung als obsteet, wenden. und ob aber durch uns aus ubersehen
ichtes bei unser hofcamer oder andern unsern camern in landen den ordnungen
zuwider angeschaffen und bevolhen wurde, so sollen dieselbigen unser
| Seite http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/238| hof und der land camerräthe solliches
zu volziehen nit schuldig sein und sich auch derhalb bei uns kainer ungnad
versehen.
Wir wellen auch alle und jede extraordinari ausgaben, die aufzörung und
verehrung der potschaft oder in ander weeg beschehen müessen, allwegen mit
unser hofcamerräthen notturftiglich bedenken und nach genuegsamer
beratschlagung darinnen beschliessen.
Und zu erschiesslicher hauswiertschaft, damit auch unser camergueter verer
nit geschmelert werden, sollen unser hofcamerräthe on underlass vleissigs
und getreues nachgedenken haben, inmassen wir selbst auch nit underlassen
wellen, wie nit allain die sechss jar durch unserer künigreich und land hülf
sovil möglich und soverr sich dieselben hülf uber unser hievor angezaigt
hofunderhaltuug und ausgaben so weit erströcken, sonder auch hinach, so die
hülf gar gelaist und verricht ist, die nuzlichiste verphendte stück und
einkomen unserer camergueter zum maisten erledigt mit gueten nuzlichen neuen
einkomen, wölliche aus etlicher unserer verordneten räthe beratschlagung
genomen, gemert, gepessert und dardurch landen und leuten zu hohem trost ain
vorrat zusamen gebracht und der in der zeit der not, es sei in kriegsleuffen
oder sonst nüzlich angelegt und gebraucht werden mug.
Es sollen aber die zeit hinumb der sechs jar und hinnach nichts weniger
ermeldt unser hofcamerräthe zum wenigisten in der wochen zwaimal mit allem
vleiss handlen und beratschlagen und vleissiglich nachgedenken, wie mit
ainichem erhöblichem fug neue einkomen gemacht und also unser camer in dem
und anderm wög zu ainem aufnemen gebracht werden mög.
Und nachdem, wie als obsteet, in unsern kunigreichen Hungern und Behaim, auch
nider und oberösterreichischen landen
| Seite 239| vier camern haben, der jede mit
ainer sondern instruction versehen ist, wie unser hofcamerräthe davon
copeien haben werden und under underm ain articl gestelt und gemelt ist, das
dieselbige unsere vier camern mit unserer hofcamer und dieselb unser
hofcamer hinwider mit den vier camern gueten verstand und correspondenz
halten sollen, darauf ordnen und wellen wir, das die gedachten unser
hofcamerräthe unangesehen das den gemelten unsern vier camern in iren
instruction aufgelegt ist, dass sie mit höchstem vleiss zu merung und
einziehung unsers camerguets nit feiern, mit inen in sollichem auch guete
correspondenz halten und anweisung, sovil die glegenhait leiden will, jeder
zeit geben und was uns von denselben camern geschriben wierdet, dasselbig
eröffnen, vernemen, berathschlagen und bewegen und uns jeder zeit mit irer
relation und guetbedunken fürbringen, so wellen wir allwegen mit zeitigem
guetem rath gnedige erlödigung thuen und uns daran nichts verhindern
lassen.
Ob sich dann zuetrüeg, das wir aus zuesteenden unversehenlichen kriegsleuffen
zu rettung, schuz und scherm landen und leuten je über unser vorbeschehen
gnedig erbieten in unser camergueter zugreifen gedrungen werden, und
solliches nichts umbgeen mochten, so wellen wir doch solliches fur uns
selbst kains weegs nit thuen, sonder zuvor die obligundt not bei uns selbst
und mit unsern hofcamerräthen bedenken und so von noten ist, etliche
personen aus unsern hofräthen, so aus den landen sein, wölliche die
zuefallendt geverlichait betrifft, unserm gevallen nach darzue ervordern,
derselben auch volgunds, so es die weil und zeit erleiden mag unsern
regierungen und camern in den landen und darzue etlich landleuth aus den
landen, wölliches dann den krieg am maisten betreffen wierdt, rath und
guetbedunken vernemen und was also mit den merern, das landen und leuten zu
nuz und guetem raichen kan, bedacht wierdet, bei uns beschliessen und
volgundts dieselbigen camern in landen berichten, damit verrer durch si die
notturft verricht und gehandlet werden mög.
Aber unsern camerrathen wellen wir hiemit vleissig eingebunden und aufgelegt
haben, nachdem wir und unser land
| Seite 240| und leut bei jetzo schwebenden
geferlichen leuffen mit selzamer nachtperschaft beladen, darauf jeder zeit
guet aufsehen und achtung zu haben, die notturft grösslich ervordert und uns
dann und ermelten unsern landen an dem ortflecken Zenng trefflich und hoch
gelegen und derselbig flecken, sovil müglich ist, nit in geverlichait
gestelt werde, sollen unser hofcamerräthe jeder zeit auf dieselbige ir
vleissiges aufmerken haben und sovil der dienstleuth, so wir darin halten,
bezalung und profantierung halben an si gelangt, gedacht sein, bei uns
vleissig vermanung thuen, damit Zenng und ander ortflecken sovil müglich
ist, deshalb versehen werden und in sollichem sovil an inen ist, nichts
underlassen.
Die gemelten unser hofcamerräthe sollen auch all partheisachen, so unser
kuniglich und fürstlich camerguet an mitl belangt oder denselben anhengig
sein, die für si komen notturftiglich erwegen, berathschlagen und darinnen
die notturft und billichkait handlen, doch mit unserm vorwissen und willen
verabschaiden.
Und zu dest statlicher handlung und fürderung der sachen in allem dem wie
obsteet sollen alle und jede posten und sachen unser camergueter berüerendt
von unsern regierungen, camer und ambtleuten aus allen unsern kunigreichen
und landen an uns zuhanden unser hofcamer uberschreiben werden und so pald
sollich posten, missiven, brieflich urkunden oder sonst supplicationen und
ander dergleichen sachen an unserm hof komen oder sonst uberantworten
zuestandt und unverzogenlich gedachtem hochmaister sant Georgenordens als
supperintendenten unserer hofcamer zuegestelt und ubergeben werden, der
solche alspald eröffnen, ubersehen und alsdann alweg der secretari ainem
zuestellen. der soll aus sollichem die gnettigisten so nit lang verzug
erleiden kennen am ersten, darnach die eltisten zuberatschlagen fürbringen
und vorgenanter hochmaister im rath die umbfrag thuen und so dieselbige
unsere räthe der sachen, die im hofcamerrath fürkomen spaltig werden und
sich zu
| Seite 241|
völligem beschluss mit einander nit vergleichen mügen, so sollen die
räthschleg durch den secretari aigentlich aufgeschriben und fürter uns
darinn entlichen zuschliessen fürpracht werden, doch wellen wir, so die
posten erstlich an unsern hof komen und unserm obristem hofcanzler
zueröffnen zuegebracht und er brief an uns zuhanden derselben unser hofcamer
überschriben dabei finden wurde, das er dieselbigen eröffnen und ersöhen mög
und si nachmalen vonstundan bemeltem hochmaister zueschicken und
unüberantworten lassen solle.
Dergleichen wollen wir all sachen, so in unserm rathe durch andre schreiben
an uns gelangen, die nit an unser hofcamer uberschriben sein und camerguet
beruerendt in unserer hofcamerräthe aller gegenwiert berathschlagen oder wo
sölliches etwann anderer unserer geschäfft halben nit sein mag, dieselbige
sachen aufschreiben oder inen die brief gar zuestellen lassen, daruber
sollen si als dann rathschlagen und sambentlich oder ir etlich uns derselben
iren rathschlag sambt irem guetbedunken widerumb fürbringen oder sonst was
die notturft ist, darinnen handlen, das nüzlichist fürnemen.
Neben dem sollen und wellen wir inen jeder zeit die kriegsachen sovil von
noten ist, auch nit verhalten, daruber ir getreues nachgedenken zehaben wie
denselben mit gelt oder in ander weeg zu begegnen sei.
Dann so haben wir uns entlich fürgenomen ansehlich gross confiscationen in
unser selbst camer zu unserm nuz und notturften einzuziehen und zubehalten.
demnach so bemelten unsern camerräthen confiscationen und völligkait an
provisionen, lehen oder anderm, ehe dann wir desselben erindert, fürbracht
oder anzaigt werden, sollen si uns desselben alles berichten, damit wir
alsdann zu einziehung derselben grossen confiscationen verordnung zuthuen
wissen. was aber clain und schlecht
| Seite 242| völligkaiten sein, dieselben wellen
wir nit anderst oder ehr dann nach zeitigem guetem rath verwenden, auch ain
solliche ordnung und mass damit halten, das wir etwann von ainer
völligkaiten mer dann ainen diener versehen und begnaden mügen und es sollen
derhalben unser hofcamerräthe bei uns insonderhait umb dergleichen
confiscationen und völligkait, die zuvergeben ausser raths samentlich oder
ad partem nit ansuechen oder handlen noch auch inen selbs umb dieselbigen
ausser raths procuriern, sonder in obbemelten unsern rath komen lassen.
daselbst soll dann beschlossen und volgundts die brief darüber gefertigt
werden mit der beschaidenhait, so bei unsern regierungen in landen, lehen
gerechtigkait und uns völlig werden oder das uns sonst confiscationes und
peenfall, die durch dieselbige unser regierung oder an unserm hof durch
unser hofräth uns zuerkendt oder erclärt werden und wir die zu unsern handen
einziehen oder weiter vergeben, so wellen wir solliches in beisein und mit
rath derselben unser hofcamerräth thuen und dann so sollen über die
völligkaiten der lehen die brief bei derselben unsern regierungen und in
ander confiscation und peenfallsachen die brief bei unser hofcamer gefertigt
werden und darwider anderst nicht ausgeen.
So wir dann auch bei uns entschlossen sein hinfüron nichts erblichs
zuvergeben, noch auch unser camergueter zu lehen zumachen, demselben nach
legen wir hiemit bemelten unsern hofcamerräthen auf und wellen, wann wir
oder si obgemelter massen von partheien umb begnadung angelangt werden, das
si es dann gestracks waigern und auch kaines weegs fürbringen und aber
bedacht sein, so je bei uns in unserm rath umb begnadung, verleihung, phleg
und ämbter angesucht wierdet, das solliche auf leben lang oder vil jar
zuverschreiben, sovil imer umbgangen werden kan, nit bewilligt werde.
Damit wir auch von partheien, von wegen ausbitung der phlegen, ämbter,
völligkaiten oder anders dergleichen sovil mer ansuechens erlassen,
fürnemblich auch unser camersachen in gueter ordnung und gehaimb gehalten
werden, so wellen wir insonderhait berürter unser hofcamer superintendenten
und den
| Seite 243|
andern unsern hofcamerräthen auch den secretarien, zalmaister, puechhalter,
registrator, taxator, canzleischreibern und andern verordneten der hofcamer
hiemit ernstlich aufgelegt und bevolhen haben, das si unser camersachen, wie
dieselbigen gestaldt sein in hochster gehaimb halten, den partheien von
obgemelten felligkaiten, ob der vil oder wenig an si gelangen, si seien oder
werden künftig ledig, nichts anzaigen, ir kainer auch weder aus unser
hofcamercanzlei noch derselben registratur weder auszüg, copeien oder anders
nichts ervordern noch ausschreiben lassen, noch dasselbig selbst nit thuen,
es beschähe dann durch unser verordnung oder es werde in gemainem
hofcamerrath beschlossen, bewilligt und bevolchen, das auch ir kainer die
schriften unser camersachen und händl betreffend, die im in zeit seines
dienens vertraut werden, von hof und seinen handen nit schicke und so er von
hof abreit, die ausser bevelch und unser notturft kains weegs mit im füer,
sonder zu der hofcamercanzlei antwort, alles bei den phlichten und aid, so
uns gemelter superintendenten die andern unsere hofcamerrete, secretari,
zalmaister, puechhalter, registrator und die andern verordneten unserer
hofcamer gethan haben.
Und wie obgemelt articl betreffendt begnadung, freiung der lehen, erbliche
vergebung, confiscationen und dergleichen, auch das procuriern auf unser
hofcamer rath und canzlei gestelt ist, also sollen si auch auf all ander
unser räte bei uns und auch bei den land regierungen und camern und allen
unsern canzleien verstanden werden und dieselbigen personen begriffen.
Und nachdem wir jetzo in übersehen der hievor beschehnen ausgaben befinden,
das sich ain grosse und tapfere suma gelts allain auf ehrclaider, an seiden
waar und tuech geloffen hat, sein wir entschlossen sollichen costen hinfür
sovil umbgangen werden mag, abzuschneiden und zuersparen. darauf sollen die
gedachten unser räthe bedacht sein, wann derhalb hinfür von jemants umb
ehrclaider angesuecht wierdet, das si in sollichem von unsern wegen waigern
thuen und on unser vorwissen nicht bewilligen.
| Seite 244|
Wir lassen und geben auch hiemit zue, wann unser obrister canzler oder ain
anderer unser räthe von uns bevelch hat, potten oder kundtschafter
abzufertigen in gehaimen unsern sachen und deren namen nit genennt sein oder
das ires hinschickens vil personen wissen haben sollen und ir ainer ain zetl
derhalb an unser hofcamerräthe fertigt oder inen selbst mündlich anzaigt zu
iren handen ain gelt zuantworten, so sollen dieselbigen unser hofcamerräthe
macht haben solliches bei unsern hofzalmaistern anzuschaffen und
zuverordnen.
Neben dem sollen dieselbigen unser hofcamerräth auch zum besten bedacht sein,
wo nach zeitigem guetem rathe je nit umbgangen werden mag zu finanzen und so
dann finanzen fürkomen, in den waar begriffen ist, das dieselbige mit dem
wenigisten schaden erlangt werden. so auch von landen oder frembden orten
gelt durch wechsl an unserm hof gemacht werden sollen, das dann dieselbigen
mit wenigistem unserm nachtail erlangt und verricht werden.
So dann finanzen also wie obsteet in waar beschlossen werden, sollen unser
hofcamerräthe unserm hofzalmaister ain guete ordnung aufrichten, wie er
dieselbige waar ausgeben und mit unserm nuz verrichten soll, damit uns der
gwin in sollichen waaren allain zuestee und ordenlich verrait werde.
Und nachdem bisheer gulden und silbern tuech, seiden auch wullen gewandt zu
unser selbst beclaidung und notturft unsers stalls, auch zu verehrungen den
potschaften, die je zu zeiten an unsern hof komen mit etwas unstatten, auch
in hoher bezalung neben dem, das die waar an ir selbst nit zum pesten oder
des gelts darumben si bestelt, nit wert gewest ist, sollen unser verordnet
hofcamerräth ain vleissigs nachgedenken haben, alweg mit gueter ordnung und
zeitlich, ehe man der waar
| Seite 245| notturftig wierdet, gulden und
silberin tuech, seiden und wullen gewandt, soverr si sollichs gelts oder
verweisung halben bekomen mögen, für unser selbs person und zu notturft
unsers stalls in Italien oder andern orten zubestellen und solliche waar in
unser hofzalmaisterambt an pares gelt stat zuordnen, damit allweeg ain
zimblicher vorrat von gueter waar und zeug bei der hand seie und in alweeg
sollen unser hofcamerräthe bedacht sein, das von den hofcramern nicht
genomen, sonder irer handlung durchaus miessig gestanden werde, angesehen
das bei inen selten guete waar oder ain zimblicher gleicher kauf zu fünden
ist.
Es sollen auch unser hofcamerräth bedacht sein, darinn auch bei unserm
hofzalmaister verordnung thuen, das alle gulden und silberin tuech, seiden
und rauchwaar, so auf unser person und zu unser claidung in unser camer
pillich komen soll sovil wir jeder zeit bedürftig, fürter ainem jeden
gegenwiertigen und konftigen obristen camerer zu seinen handen gestelt und
geantwort und kainem unserm handwercher wie etwo beschehen sein mechte,
gegeben werden, angesehen das unser obrister camerer umb sollichen emphang
allain quittiern und verrer ordenliche rechenschaft darumben thuen und geben
muess.
Ob sich dann begebe, das uns je zuzeiten gelt nit von unserm camerguet
herruerend zuestuende, wie sich das zuetragen möcht, wellen wir dasselbig
unsern hofcamerräthen auch anzaigen in ordenlichen unsers hofzalmaisters
emphang kommen lassen und mit irem vorwissen damit handlen.
Und soverr unser superintendent und hofcamerräthe sich je zuzeiten von wegen
unsers hofstats underhaltung, so mit erlögung des gelts von landen verzogen
uns zu gnädigem gefallen, zu aufbringung gelts verschreiben und verobligiern
wurden, so wellen wir uns jeder zeit hinwiderumben gegen inen mit
verweisungen und gnuegsamen versicherung wie die notturft
| Seite 246| ervordert und die
glegenhait des aufbringens erleiden will, dermassen halten und erzaigen, das
es denselben unsern camerräthen on nachtail und schaden sein soll.
Nachdem auch je zu zeiten unsern hofräthen sachen unser camergüeter belangend
fürkomen, haben wir verordnet und ist auch unser will und mainung, das
sollich sachen durch si zu handlen nit angenomen, sonder es seien unser
aigen oder partheisachen für unser hofcamerräthe gewisen und daselbst
gehandelt werden. dessgleichen auch unser hofcamerräth in sachen, die für si
komen und das camerguet nit berüeren auch thuen sollen.
Und als wir bericht werden, das durch weilendt unser vorfordern fürsten von
Österreich und sonderlich kaiser Fridrich und kaiser
Maximilian unser ur und anherrn löblichister gedechtnus, auch
nachmalen durch uns von eingang unserer regierung vil phandtung auch
verkaufung unserer camergueter auch gnadengaben beschehen, das wir bisheer
in kain gründliche erfarung komen mögen, wöllen wir, das sich dieselben
unser hofcamerräth zu füeglicher und gelegner zeit und sovil und alspald
müglich ist, für sich selbst oder durch die camern in landen oder sunst
durch commissari aller obgemelter verphandtungen, verkaufung und gnadengaben
mit allem vleiss erkonden und wo si befinden das etwo die verphendtung und
verkaufung auch gnadengabe mit sonderm unserm nachtail und auch unordenlich
beschehen und auspracht wären, uns solliches fürbringen, damit wir dargegen
unser notturft beratschlagen und fürnemen und dardurch wir der
beschwerlichen verphandtungen, verkaufungen und gnadengaben mit recht und
billichait wider entladen werden und zu dem, das uns rechtlich zuegehört,
komen mögen.
Und nachdem bald nach eingang unser regierung in unsern niderösterreichischen
erblanden ain visitation und revormation
| Seite 247| unserer camergüeter beschehen ist,
sollen sich unser hofcamerräth derselben bei der niderösterreichischen camer
und wo sonst von noten ist, aigentlich und gründlich erkundigen, dieselbig
übersehen und so si articln darinnen befinden, die zu nuz und guetem unserm
camerguet gedeien möchten und aber nit volzogen worden sein, alsdann mit
gedachter unser niderösterreichischen camer handlung fürnemen und verordnung
thuen, das dieselbige articl in das werck bracht und volzogen werden.
Und damit wir unserer camergueter verkaufung, verphendung, gnaden und gaben
lautern bericht emphahen, so sollen gedacht unser hofcamerrete uns ain
gründlichen und lauttern auszug, wem sollich verkaufung, verphendung und
gnadengaben beschehen und wie hoch jedes stuck verphendt und was es wert
ist, alspald si sich desselben erindern mögen zuestellen.
Gleicherweiss sollen bemelt unser hofcamerräth mit unser camer der
oberösterreichischen land auch handlung phlegen und auf mitl und weeg geen,
das mit der zeit die bereitung in unser fürstlichen graveschaft Tirol wie zu
vil mal für guet und nuz angesehen ist, in unsern camerguetern fürgenomen
werde.
Es soll auch erkondigung allenthalben bei den camern beschehen, ob dieselbige
ausser unsers vorwissens provisionen verschreiben oder in ämbtern mit den
besoldungen besserung gethon hetten, das dann dieselbige aufgehöbt und
abgekönndt und einsehen beschehen, das die besoldungen weiter nit gestaigert
werden.
Verrer sollen gedacht unser hofcamerräth von allen unseren cameren in unsern
künigreichen und landen stat aller provisionen, besoldungen, auch dienstgelt
nichts ausgenomen, was
| Seite 248| derhalb durch unsere vorvordern auf
jar oder lebenlang verschriben in unserem namen ervordern, dieselben stät,
woll und nach vleiss übersehen und so si befinden, das uns zu nuz, doch
niemandem zu unbillichem nachtl ichtes zuersparen wäre, darüber ir
guetbedunken, wie solliches zuthuen seie, stellen und uns fürbringen und
nach unserm beschluss alsdann solliches mit dem pesten füegen fürnemen und
verrichten und uns von sollichen stätten, darinnen die provision, besoldung
und dienstgelt begriffen sein, copeien in unser hand stellen und so oft aine
oder mer provision, besoldung oder dienstgelt ledig wierdet, uns desselben
berichten.
Und nachdem bisheer vil abgestorbene provisionen auf verfolgen und ansuechen
von uns andern unsern dienern auch widerumb verschriben worden, sein wir
entschlossen sollich vergebung und verschreibung angezaigter provisionen
weiter nit zu thuen. die bemelten unser hofcamerräthe sollen auch, so darumb
angesuecht würde, dasselbig von unserntwegen waigern und abschlagen. wo aber
verdient personen oder an den die notturft erkent wierdet umb fürsehung mit
provisionen bei uns ansuechen und mit rath beschlossen und befunden wierdet,
dieselbige zubedenken, so solle sollich unser begnadung auf unser ordinari
camer verweisen und geschafft werden.
Und neben dem wollen wir auch verhüeten die anzal unser ambtleut und diener
in allen unsern kunigreichen und landen one merkliche und gnuegsame ursachen
nit zu vermeren noch auch die besoldungen nit erhöhern noch mit den
ambtleuten veranderung oder so sich ain fall begibt, neue fürsehung thuen
lassen, sonder wo indert aus notturft ainer merung der ämbter und diener und
auch ainer erhöhung der besoldungen und fürsehung der ambter not sein
wierdet, wöllen wir solliches mit derselben unser hof und der land ordinari
camern rathe und vorwissen thuen.
| Seite 249|
Und nachdem in unser hofordnung von dreien plätzen, da gewöndlich und am
maisten unser beharrliche hofhaltung ist und kunftiglich sein wierdet
meldung beschiecht, als in unsern stetten Prag, Wienn und Insprugg und aus
erfarnhait befunden, das alweg zu unsern ankonft in der leger einem alle
provant in hoherm wert dann vor unser ankonft gewesen, gestigen ist, haben
wir in jede der land ordinari camer instruction ain articl stellen lassen,
das unsere rethe und verwalter bei denselben camern solliche
hauswiertschafft fürnemen, damit man durch das jar mit ainem vorrath an
wein, traid und fuetter gefast sei, zu sollichem werden die kästen und
küchen ämbter, so stattliche einkomen haben, vor andern zu ledigen und zu
lesen sein. demnach so sollen unser hofcamerräth bei den andern camern mit
embsigem vleiss anhalten und verfolgen, auch darinn ir hülf und fürderung
erzaigen, damit obgemelter massen die guet hauswiertschafft in das werk
pracht und gericht werde und bedacht sein, so wir ainen aus den dreien
legern verandern und in ainen der beharlich sein soll, raisen und wir inen
solliches zuwissen thuen, das si dann solliches zeitlich unser camer
derselben ort berichten, damit zu dem gemachten vorrat an wein, traid und
fuetter, durch si die verrer notturft zu unser hofhaltung als visch,
fleisch, gewürz und dergleichen in rechten und leidlichen kauf bestelt
werden mag.
So uns dann an unserm hin und wider raisen verehrungen an silbergeschier,
wein, fleisch, fuetter und dergleichen beschiecht, wellen wir die
angezaigten verehrungen unsern hofcamerräthen anzaigen, die sollen volgundts
dieselbigen, sonderlich was silber ist, auf unsern bevelch in unser selbst
camer volgen oder unserm hofzalmaister zuestellen lassen, damit er desselben
silbergeschiers wert in emphang nemen und verrer zu der notturft auf unsern
bevelch ausgeben mög, aber der verehrt wein, fleisch und fueter soll
ordenlich in unsern keler, kuchen und stall den ambtleuten überantwort und
durch si weiter auch in ordenliche ausgab gestelt werden. darumben so haben
| Seite 250| wir
verordnet, das monathlich mit allen officiern durch unsern obristen
hofmaister und marschalch in gegenwurt aines unsers hofcamerraths, so darzue
von dem hofmaister ervordert, gerait und dieselben raitung beschlossen
werden sollen, damit mügen dieselbige hofcamerräth wissen, wöllichermassen
sich die hausswiertschaft in ordnung und guetem wesen erhalt.
Und so indert partheien umb schulden, die wir inen zuthuen wären, bei uns
ansuechen thuen und wir si auf unser hofcamerräte weisen oder dieselben
partheien bei den gedachten unsern hofcamerräthen selbs umb bezalung
suppliciern wurden, so sollen söllich anvorderungen durch dieselben unser
hofcamerräth samentlich gehört und durch si gehandlet werden und
insonderhait sich kainer allein in handlung gegen denselben partheien
einlassen. so aber umb fürderung willen der sachen für guet angesehen wierdt
mit den partheien ausser des ganzen hofcamerraths zu handlen, so mag
derselbig unser hofcamerrath zwen aus inen mit den partheien zu handlen
verordnen.
Und damit wir jeder zeit aller emphang und ausgaben, so durch unsere camern
in allen unsern kunigreichen und landen, auch durch unsern hofzalmaister
beschehen, ain wissen haben mögen, so sollen unser hofcamerräthe von unsern
camern wie obsteet alle jar ires ganzen emphangs und allen ausgab, aber von
unserm hofzalmaister alle viertl jar lautern auszug ervordern, uns
dieselbigen zuestellen und davon glaubwiertig copeien bei unser hofcamer
canzlei behalten. dieselbige auszüg sollen auch neben ainem unserm
hofcamerrathe durch unsern verordneten puechhalter als den, so des
zalmaisters emphang justificiert und wissen hat, underschriben werden.
Was wir dann sonst den andern unsern camern in unsern kunigreichen und landen
durch unser gefertigte instruction zuhandlen und in das werk zubringen
auflegen, das sollen obgemelt unser camerräthe mit pestem vleiss bei
denselben camern
| Seite 251| verfolgen, jeder zeit notturftig
bericht erfordern und was inen von denselben camern zuegeschriben und
anzaigt wirdet, das zu merung unsers camerguets dienstlich ist und bei uns
erlödigung bedarf, dasselbig uns jeder zeit fürbringen, so wellen wir uns
abermalen nach guetem zeitigem rath entschliessen und verrer denselben
camern notturftigen beschaid geben lassen.
Verrer ordnen und wellen wir, das unser hofcamersachen nicht gespalten
werden, sonder all und jede camerhändl, si sein gross oder clain im
camerrath mit der ordnung wie obsteet und sonst ninderst anderstwo gehandlet
und berathschlagt werden, damit unser hofcamerräthe aller sachen unsers
camerguets in allen unsern künigreichen und landen einkomen, vermügens und
unvermügens von dem höchsten bis zum wenigisten wissen tragen und durch
solliche lautere wissenhait von losungen der verphendtungen und dergleichen
unser und unsers camerguets fürderung desto statlicher und erspriesslicher
ratschlagen und fürnemen mügen.
Und damit die obgemelten unser camersachen mit sovil mererm grund, auch desto
fürderlicher gehandlet werden mögen, so sollen gedacht unser hofcamerräth
bei allen unsern raitcamern puecher und register aufrichten lassen, darinnen
die einkomen und glegenhait unsers camerguets in ainer jeden raitcamer
verwaltung gehörent kurz und sumarie begriffen sein, dergleichen auch
püecher aller und jeder schulden und gegenschulden, mer ain ordenlich
register, in dem aller unser künigreich und land geistliche lehenschaften,
parren und beneficien, wie si mit namen haissen, was jedes järlichs
einkomens hat und davon in absenti geben wierdt begriffen seien und solliche
püecher und register ervordern, damit si sich jeder zeit in fürfallender
notturft mugen ersehen und desto gründlicher von sachen wissen zu reden und
unsern nuz zu bedenken oder aber schaden und nachtl verhüeten und wenden und
es sollen uns in unser hand von sollichen registern auch copeien zuegestelt
werden.
| Seite 252|
Und damit unser aigen auch der partheisachen, so camerguet beruerent und in
gedachten unserm hofcamerrath fürgenomen und gehandlet und die notturft
ervordert an uns zubringen, sovil er erledigt und beschlossen worden, so
wellen wir unsern hofcamerreten, so oft die notturft ervordert und uns
grossere geschäft daran nit verhindern, zu anbringung und erlödigung der
beratschlagten sachen in der wochen zum wenigisten zwen tag gnedige audienz
geben und also zu beschluss derselben sach fürderliche handlung phlegen und
sollen ir unserer camerräth bei sollicher referierung man wenigisten alwegen
zwen gegenwiertig sein.
Verrer ordnen und wellen wir, das nun hinfüron unser hofzalmaister alles
gelt, sovil ime von unsern einkomen unserer künigreiche und erblichen
landen, auch von anlehen, bewilligungen unserer lande finanzen, es sei gelt,
wullen tuech, seiden und gulden waar und silbergeschier oder anders nichts
ausgenomen zuemphahen bevolchen und verordnet wierdet, mit vorwissen unser
hofcamerräthe in seinen emphang nemen und denselben emphang alzeit in dem
ordinari camerrathe einschreiben, durch ine darumb quitiert und dieselbig
quitung durch unsern verordneten buechhalter, der in disem desselben unsers
zalmaisters gegenschreiber sein soll, mit aigner hand und namen
underschriben und dann in ain ordenlich puech einregistriert und uns
jedesmals vom selben emphang ain glaubwierdigc aufzaichnus under genants
unsers hofzalmaisters und zwaier unser camerräthe handschrift zuegestelt
werden, damit wir2, auch dieselbige
unser hofcamerräth der emphang allzeit wissen tragen und wir, auch si uns in
den handlungen desto pas zeberichten haben.
| Seite 253|
Dann mit den ausgaben soll es also gehalten werden. der genannt unser
hofzalmaister soll all extraordinari ausgaben mit vorwissen unser
hofcamerrethe inhalt unserer instruction, die wir ime deshalben aufgericht
und zuestellen lassen thuen, also was ausgaben sein, die sich über zehen
gulden erströcken, dieselbigen sollen auf bevelchzetln, die am ersten durch
ernenten hochmaister und ainen andern unsern hofcamerrath und darnach von
uns selbs underschriben werden, beschehen, und nachdem aber nit alwegen die
gelegenhait geben kan, das zuvor und ehe die angeschaften extraordinari
ausgaben beschehen, die zetln von uns underschriben werden mügen, demnach
ist unser mainung, so demselben unserm hofzalmaister zetln, die von uns
underschriben werden sollen, von gemeltem hochmaister und ainem unserm
hofcamerrathe underschriben zuekomen, so mag er die ausgab darauf woll
thuen, doch soll er aber alwegen zu acht oder zum lengisten in vierzehen
tagen dieselbige verschriben zetl uns auch zuverzaichnen fürbringen, wann
sonst soll demselben unserm hofzalmaister kain ausgab uber die zehen gulden
gestelt in seinen raitungen nit passiert werden.
Was aber ausgaben zehen oder under zehen gulden sein, dieselben sollen allain
auf obgemelter zwaier personen underschriben zetl, doch alles mit gemainer
hofcamerräth sovil der zu jeder zeit an unserm hof sein, vorwissen und
bevelch beschehen. und gedachter unser hofzalmaister solle denselben unsern
hofcamerräthen alle viertl jar ainen lautern auszug seines emphangs und
ausgab mit seiner hand underschriben zuestellen und dann zu ausgang aines
jeden jars auf weichnechten sein raittung beschliessen. dieselben unser
hofcamerräth sollen auch nach ausgang aines jeden jars demselben unserm
hofzalmaister ainen fürderlichen raittag benennen, er darauf gehorsamblich
und gefast erscheinen. so wellen wir, so wir bei den camern in unsern
erblanden sein oder ob wir gleichwoll zu derselben zeit nicht dabei sein
wurden, alwegen von denselben camern
| Seite 254| etliche räthe, sovil not ist, zu
sollicher unsers zalmaisters raitung verordnen oder beschreiben lassen, und
damit dann sollich des zalmaisters raitung alle jar beschlossen werden, so
legen wir unser hofcamer auf, das si konftiglich in bemelts zalmaisters
ordnung fürsehen, das er hinfür dem hofgesind kain schuldbrief umb ire
auständige besoldung gebe und dagegen quittung emphach, sonder mit
schliessung seiner jarraitung, ob gleich bemelt hofgesind nit gar bezalt
ist, furgee und sovil verrait, als er jeder zeit par ausgericht und bezalt
hat.
Und dieweil auch unser gemuet und mainung ist, das jederman von unserm
hofgesind aller gemachten schulden, zerung und anders bezalung emphach und
darinn nicht zu nachtl gefüert werde, so haben wir unserm hofmarschalch
aufgelegt und bevolchen, wann jemants über unser hofgesind ausstendiger
schulden halben clagt und kainer bezalung bekomen mag, das er mit
arrestierung der hofzalung bei jedem unserm hofzalmaister oder in ander weg
die billichkait handlen und verschaffen müge. demnach wo sich zuetrueg, das
von ermeltem unserm hofmarschalch unserm hofgesind ainem ausstendiger
schulden halben, die mit grund fürgetragen werden, sein besoldung, sovil
sich dieselbe schuld erlauft bei unserm hofzalmaister arrestiert und
verpoten wurde, so sollen unser hofcamerräth bei unserm hofzalmaister
verordnung thuen, das denselben unsers hofmarschalchs gebot gelebt, in
wirchung beleib und komb und fürnemblich, sovil die schuld betrifft an der
berüerten besoldung inen gehalten und dardurch die glaübiger zufriden
gestellt werden.
Unser will und mainung ist auch, das unser hofzalmaister hinfüro on unser
hofcamer vorwissen kainem hofgesind nichts fürleihe, so dann aber dieselbig
unser hofcamer daneben ersuecht wierdt, soll si ausser unser ainen monat
solt zubewilligen haben. ob aber ain parthei mer begert, also das dieselbig
in potschaft zuraisen verordnet wurde, solle dasselbig
| Seite 255| uns anbracht und
darüber volgundts nach unserm willen verordnung beschehen.
Die gedachten unser hofcamerräthe sollen auch mit sonderm vleiss bei den
andern camern in landen darob sein, das si von den ambtleuten järliche
raitung aufnemen und in das ander jar kains weegs ansteen lassen, damit
durch solliches unser und unsers camerguets schaden und nachtall sovil mer
verhüet und fürkomen werde, wölliches durch sollichen weg beschehen mag,
nämblich so ain jar verscheint, wölliches durch die ambtleut verrait werden
soll, in nechstem jar darnach vor ausgang desselben mit inen allen gerait
und dann zu eingang des andern jars uns alwegen ain lauterer auszug wie
obsteet übersendt werden.
Si sollen auch bedacht sein, wann etlich unser ambter als meut und zoll in
ledigung der darauf beschehnen verweisungen komen, ob dieselben nit mit
höherm und pesserm unserm nuz in bestand auszulassen wären, damit wurde der
costen so auf ambtleut, auch volgundts auf die raitung lauft, damit auch vil
zeit verschliessen und ander vortl und nuz gebraucht werden mag abgestelt
und verhüet und was si im selben faal bei inen für nuz und guets bedenken
und aus erfarung befinden, dasselbig uns jedesmals fürtragen.
Und nachdem wir bericht sein, das etlicher unser ambtleut raitung von vil
jaren unübersehen und beschlossen auf unsern camern ligen, damit nun die
neuen unserer ambtleut fürkomen raitung gefürdert und zu dem bracht, das
jedes jars mit denselben unsern ambtleuten ordenlich und one aufzug von
unsern ordinari camerräthen gerait werden mög, so wellen wir zu solhen alten
raitungen etlich sonder personen verordnen, die solle solhe für sich nemen,
übersehen, raiten und dann durch dieselben unser ordinari camerräth bis auf
uns beschlossen werden, demnach so sollen unser hofcamerrethe sollichen
articl
| Seite 256| das
der obgemelter massen verricht werde, bei uns und gedachten unsern camern
bestem vleiss verfolgen und treiben.
Und als sich unser hofstat mit den personen und besoldungen je zuzeiten
verändert, so legen wir unsern hofcamerräten hiemit auf und wellen, das si
jedes quartal zu der bezalung den hofstat für unsern obristen hofmaister und
hofmarschalch bringen und in irem beisein gegen veranderung der personen
verneuen und dann gedacht hofmaister und hofmarschalch baid oder in aines
abwesen den andern underschreiben lassen, damit jeder zeit die bezalung nach
sollichem hofstat richtig beschehen mög.
Und wann sich mit unserm hof aufbruch zuetregt, sollen die hofcamerräth
alwegen mit unserm hofmarschalch und stallmaister zuvor ain etlich tag
zusamen komen und nach gelegenhait der vorhabunden raiss beratschlagen, was
ungeverlich für fuer und anders von noten ist, damit die notturft zeitlich
bestelt und sonderlich der fuer halben, was von inen für unvermeidenlich
zugebrauchen bedacht und angesehen wierdt durch unsern stallmaister
fürsehung beschehen müg, dem wir dann solliches insonderhait wol eingebunden
und aufgelegt haben.
Dann unserer hofcamer canzlei und derselben expedition halber ist unser
mainung, das die gemelten unser hofcamer secretari die sachen, so wie
obsteet, berathschlagt worden, aus dem rath zu iren handen und verwarung
nemen, was dann auf mündlich beschaidt gestelt ist, die partheien oder wen
die betreffen möchten in der canzlei zu ainer gedechtnus und kunftigen
bericht einschreiben lassen. wölliche händl aber brieflicher oder
schriftlicher expedition bedürfen, das dieselbige nach vermög der rathschleg
in unser hofcamer canzlei durch die secretarien und nit durch die partheien
wie etwo beschehen sein möcht, vleissig copiert und gestelt und die grossen
haubtsachen und verschreibungen, sovil derselbigen an unserm hof gefertigt
werden, sollen zuvor in unserm hofcamerrathe und dann die
| Seite 257| missif, daran dann
zuzeiten auch gelegen ist, wo nit durch völligen hofcamerrathe, doch aufs
wenigist durch ir zwen aus inen und, so die sach so gar gross ist, in unser
selbst gegenwiertigkait abgehört und volgundts in der canzlei geschriben und
ingrossiert, nachmalen ehe uns dieselben expediert brieflich handl zu
underschreiben fürpracht, durch gemelten hochmaister und ainen andern aus
unsern hofcamerräthen underschriben und volgundts uns zuverzaichnen
fürpracht werden. und so nun sollich brief durch uns underschriben, alsdann
under der hofcamer secretari handzeichen und soverr es handl sein, zu
registriern durch den registrator registriert und mit wort "registrata"
underschriben und dann mit dem secret, das ain hofcamersecretari hat, an die
stat verfertigt werden.
Gemelt unser hofcamerräthe , dergleichen die camersecretari sollen sich auch
befleissen die partheien auf glümpflichist und mit gueten worten anzureden,
abzuschaiden und sovil müglich ist, mit fürderung abfertigen, damit si nicht
in versaumbnus und uncosten gebracht werden.
Was aber für gross sachen, die bei unsern camern in landen auf unsern bevelch
beratschlagt und bei uns beschlossen werden, vor uns fürkomen oder so wir
sonst jemants nach zeitigem rathe und gnuegsamer erkondigung ambter, phlegen
oder dergleichen bewilligen, so wellen wir verordnen, das die brief bei den
camern in landen, darein die fürkomen sach gehört oder dasselbig land
antrifft, gevertigt werden sollen.
Was dann pergamenen brief sein, die mit dem grossen insigl angehangen werden
müessen, die soll der hofcamercanzlei registrator, der dann auch taxator
ist, mit dem wachs durch den canzleidiener anhengen lassen, nachmals unserm
obristen hofcanzler oder verwalter desselben hofcanzlerambts zuetragen und
so er die mit unserm und zwaier unser hofcamerräth handzaichen underschriben
und also des inhalts befindet,
| Seite 258| das die sachn in sollichen briefen
begriffen an ir selbs diser unser hofcamerordnung nit zuwider gefertigt ist,
darumben und zubericht wir auch gedachtem unserm hofcanzler ain copei von
sollicher unserer ordnung zuestellen lassen, alsdann und sonst nit sollen
dieselbige brief mit bemeltem unserm insigl verfertigt werden. so aber
gedachter unser canzler ainichen mangl diser unser ordnung zuwider in
briefen befunde, solle er die besiglung anstellen und uns der sachen
berichten, alsdann wellen wir dargegen in ander weeg gebürlich einsehen
haben.
Dann der tax halben umb die brief, so bei unser hofcamercanzlei gefertigt und
hinaus gegeben werden, wöllen wir, das dieselben brief doch ausserhalb der
gemainen misiven und bevelch, so denen partheien gefertigt füron durch unser
hofcamerräthe taxiert und dieselbig tax mit der ordnung wie si bei unsern
canzleien in landen gehalten werden. aber mit den gemainen bevelchen soll es
wie bisher gehalten werden. und sonst sollen die gedachten unsere
hofcamerräthe in allen obgemelten und andern fürfallenden unsern camersachen
jederzeit mit hochstem irem vleiss unserm gnedigen und hochen vertrauen nach
handlen, dardurch unser frumen und nuz gefürdert, schaden und nachtaill,
sovil müglich ist, verhüet und fürkomen werden, wie wir dann des ain sonder
gnedigs und hochs vertrauen in si setzen und solliches in gnaden und allem
guetem gegen inen samentlich und sonderlich erkennen und bedenken wellen.
was dann derselben unsern hofcamerräthen jederzeit nach glegenhait der leuf
und gestalt der sachen fürfelt, das obgeschribner ordnung nach inen
zuvolziehen zuschwär sein wurde und des an uns gelangen lassen, wellen wir
samb inen zu verer und notdurftiger fursehung weitere beratschlagung
fürnemen und sovil müglich ist, an uns nichts erwinden lassen.
Und diese obgeschribne unser hofcamerordnung solle also in irem inhalt die
sechs jar in den uns von unsern künigreichen und landen die hülf und steuer
volgt und dann das sibent jar darnach aufrecht besteen, von uns, unsern
hofcamerräthen,
| Seite 259| secretarien, zalmaistern,
puechhaltern, registrator und andern unsern dienern, die solliche ordnung,
betrifft, sovil imer müglich ist, steet, vest und unzerbrochen gehalten und
darwider mit dem wenigisten nit gehandlet werden', aber zu ausgang sollicher
siben jar soll in unserm gefallen steen, dieselbig nach gelegenhait unsers
wesens zumindern, zu meren oder in ander notturftig weeg zustellen. des wir
dann jeder zeit mit woll erwegnem rath fürnemen, handlen und schliessen
sollen und wellen. wo wir aber alles obsteet bemelten unsern hofcamerräthen
in ainem oder mer articl in dieser unser ordnung etwas zu schwer aufgelegt
hetten oder was inen unsern hofcamerräthen in denen articln wie oben
begriffen, zu volziehen unerhöblich sein wierdet oder ob dise unser ordnung
aus fürfallunden kriegsobligen oder andern ehaften ursachen in ainem oder
mer articl nit gehalten oder volzogen werden möchte, so solle si ir phlicht
in demselben nicht binden, si auch derhalben von uns, noch jemants anderm
nicht angezogen werden ungeverlich. besiglt mit unserm anhangunden insigl.
geben und beschehen auf unserm küniglichen schloss zu Prag den 1. tag
september anno 1537. unserer reiche des romischen im 7. und der andern im
11.259.1