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        <title>Tirol Kammerordnung</title>
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        <date when="2025">2025</date>
        <pubPlace corresp="marcrelator:pup">Graz</pubPlace>
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        <title ref="http://gams.uni-graz.at/repat">Repertorium.at - Archiv des Repertoriums
                    digitaler Quellen zur österreichischen und deutschen Rechtsgeschichte in der
                    Frühen Neuzeit von Heino Speer</title>
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          <resp>Projektleitung</resp>
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            <forename>Heino</forename>
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              <surname>Ferdinand I.</surname>
              <forename>(Kaiser)</forename>
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          </author>, <title>1536 Tirol Kammerordnung</title>. In: <editor corresp="marcrelator:edt">
            <persName ref="https://d-nb.info/gnd/11662552X">
              <forename>Eduard</forename>
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          </editor>

          <series>Die Behördenorganisation Kaiser Ferdinands I. Das Vorbild der
                        Verwaltungsorganisation in den deutschen Territorien ; ein Beitrag zur
                        Geschichte des Verwaltungsrechts.</series> (<pubPlace corresp="marcrelator:pup">Wien</pubPlace>
          <date when="1887">1887</date>) <publisher/>
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        <p>Teil von <ref target="info:fedora/context:repat" type="context">repat</ref>
        </p>
        <p>Das Projekt archiviert die digitalen Quellen zur österreichischen und deutschen
                    Rechtsgeschichte in der Frühen Neuzeit, die Heino Speer seit 2007 gesammelt
                    hat.</p>
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          <p>Institutionelle und Personale Rollen taxonomie</p>
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          <p>Datums Taxonomie</p>
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              <term type="territorium">
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        <head>1536 Tirol Kammerordnung</head>
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          <head>Tirolische Kammerordnung von 1536 (18. September, Trient).</head>
          <p>(Copie im k. k. Statthaltereiarchiv zu Innsbruck, Catt. 728.)</p>
          <p>
            <pb facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/291" n="291" xml:id="S.291"/>
          </p>

          <p>Wir <persName>Ferdinand</persName> von gottes genaden römischer könig, zu
                        allen zeiten mehrer des reichs in Germanien, zu Hungern und Beheim,
                        Dalmatien, Croatien etc. könig, infant in Hispanien, <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/292" n="292"
              xml:id="S.292"/> erzherzog zu
                        Österreich, Herzog zu Burgundi und Württemberg etc., grave zu Tirol etc.
                        bekennen offenlich mit disem brief und thuen kundt aller meniglich, als
                        hievor gleichwol in dem 1523. jar, durch uns als derselben zeit unsers
                        lieben bruder und herrn, der röm. k. Mt. etc. gubernator aller indern und
                        vordern oberösterreichischen lande. unserer tirolischen raitcamer
                        instruction, ordnung und gewalt, gefertigt und zuegestelt, welchermassen wir
                        dieselb fürgenomen, geordent und aufgericht haben, auch in was sachen und
                        gestalt dieselb unser raiträthe und die zuegeordneten personen derselben
                        unser raitcamer handlen sollen, wie dann dieselb unser ordnung nach lengs in
                        sich helt, und bisheer dieselb unser tirolisch camer nach dem inhalt solcher
                        irer empfangnen instruction auch auf das wir hernach im 33. jar aus
                        beweglichen ursachen dieselbig unser tirolisch camer und regierung in ain
                        wesen gezogen und erleüterung gethon, in was sachen die regierung und camer
                        samentlich handlen oder gesöndert sein sollen zu unserm wolgefallen
                        gehandlt. und wir uns aber vergangen wünter aus unsern niderösterreichischen
                        erblanden hieheer zu unsern oberösterreichischen landen begeben und bisheer
                        uns, unser liebsten gemahel und kinder, auch unsern königreichen, landen und
                        leüten zu nuz und guetem und aller wolfart gnedigs nachgedenken gehabt und
                        auch daneben unserer trefflichen räthe getreuen rat gepflogen, wie wir alles
                        unser thuen und wesen in guete bestendige ordnung bringen und erhalten,
                        dardurch unser camerguet (an dem wir bisheer durch die beschwerlichen
                        kriegsleuff, die sich gleich zu eintrettung unser regierung, als meniglich
                        bewist ist, angefangt und ain guete zeit gewerth, darinn wir als ain
                        getreuer vatter, herr und landsfürst allain von befürderung wegen derselben
                        unserer land und leüt unsers camerguets noch anders nit verschont,
                        gehündert, erledigt, gemehrt und daneben in unsern königreichen,
                        fürstenthumben und landen frid und recht gefurdert und gehandhabt werde und
                        aber fürnemblich das unsere camergüeter ordenlich gehandlt und alles, das zu
                        mehrung derselben immer dienstlich sein kan oder mag, fürgenomen und in
                        wirkung gebracht werde, und erstlich für alles anders not sein bedacht und
                        erwegen nit allain in unserm hofwesen, auch bei unserer tirolischen camer
                        ordnung aufzurichten, das wesen einzeziehen und allen überfluss abzestellen,
                        auch darauf der sachen ainen anfang <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/293" n="293"
              xml:id="S.293"/> gemacht und weiter fürgenomen der
                        camergefell und einkomen auf sechs oder siben jarlang die negsten
                        unbeschwerdt zelassen, damit sich die in solcher zeit von den beschwerlichen
                        versazungen selbst abledigen mögen, bei welcher unser fürgenomnen ordnung
                        wir entlich zubleiben gedenken und in derselben kainen einpruch zethuen oder
                        zemachen, es forder dann solches unser oder des lands hoche und
                        unvermeidliche notturft und das solches dannocht mit rath, wissen und
                        bewilligung ainer landschaft beschech. nachdem aber neben dem unser notturft
                        erfordert hat, mitlerzeit und vor ausgang angeregter sechs oder siben jar
                        den stat unsers königlichen hofs, dergleichen unser geliebten königlichen
                        kinder, auch unserer regierungen und camern zuerhalten und derhalben ain
                        gewiss einkomen zumachen, welches wir aber neben ledigmachung unsers
                        versezten camerguets on unserer getreuen landschaften darthuen und hilfen
                        nit volstrecken mögen, haben wir ain ersame unser landschaft unserer
                        fürstlichen graffschaft Tirol in jeztgehaltnem landtag zu Botzen aus
                        sonderer gnedigen naigung, lieb und vertrauen, so wir zu inen tragen,
                        gnedigist ersuecht, uns auf die bemelten sechs oder siben jar, zu erhaltung
                        bemelter unserer kinder hofs, der dann gleicherweiss wie unser hofwesen
                        geringert und eingezogen, aller unnotwendiger uncosten abgethan, auch auf
                        den statt der regierung und camer in unser graffschaft Tirol zu volstreckung
                        der justitia, gerichts und rechtens und fürnemblich zu erhaltung des
                        perkwerchs zu Schwatz, an welchem disem land, nach der justitia zum hechsten
                        gelegen sein will, ir underthenigist gehorsam hilf zuthuen und zubeweisen,
                        auf welchen unsern gnedigisten fürtrag, ersuechen und erbieten uns ain
                        landschaft gehorsambliche bewilligung gethon, nemblich das si uns die
                        negsten sechs jar, jedes jars und damit auf Galli schierist konftigs
                        sibenunddreissigisten jars anzeraiten dreissigtaussend gulden reinisch
                        zustatten und hilf zekomen, doch das wir unserm selbst gnedigisten erbieten
                        nach in solch bewilligt hilf nit greiffen, sonder dieselb auch insonders,
                        was uns von unsern vordern österreichischen landen gefelt, vervolgen und zu
                        nichte anderm gebrauchen lassen, denn zu unser liebsten kinder der regierung
                        und camer statt, auch perkwerchs underhaltung, wie dann solches ir landtags
                        antwurt ausweist, seien wir, wie hie oben gemelt, je entlich dahin
                        entschlossen uns des auch gegen ainer landschaft gnediglich bewilligt, solch
                            <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/294" n="294" xml:id="S.294"/> ir
                        gehorsam bewilligung nindert anderst wohin, dann zu obvermelter
                        notwendigkait zugebrauchen und verfolgen zulassen und darbei zubleiben und
                        handhabung zuthuen, als wir dann nit anderst achten, dann gemelte unser
                        tirolische camer mög mit solcher unser tirolischen landschaft bewilligung,
                        auch dem, so aus unsern vordern österreichischen landen gefelt, und was noch
                        für einkomen zu derselben unser camer vorhanden sein und auch mitlerweil
                        ledig werden mag, auf verrichtung obgemelter puncten statlich und wol volgen
                        und über das alles verrer obgemelter unserer tirolischen statthalter und
                        camerräthe instruction und ordnung und darüber beschehen erleüterung, die si
                        bisheer von uns gehabt, für uns genomen, dieselbig ires inhalts übersehen
                        und darinnen verenderung, mehrung und neuerung gethon, wie hernach
                        volgt.</p>

          <p>Anfenglich sezen wir in bemelter unser tirolischen camer zu obristem unserm
                        stathalter den hochwürdigen in got vatter <persName>herrn
                            Bernharden</persName> der heiligen römischen kirchen des titels sancti
                        Steffani in Celio Monte priester cardinaln, bischoffen zu Triendt, unsern
                        lieben freund, fürsten, präsidenten unsers gehaimen raths und obristen
                        canzler und in seiner lieb abwesen zu unserm vicestatthalter den wolgebornen
                        unsern lieben getreuen <persName>Wolfen grafen zu Montfort und
                            Rotenfelss</persName> und den ersamen gelerten und unsere getreuen
                        lieben <persName>Wilhelmen Schurffen</persName>, unsern pfleger zu Ambrass
                            <persName>Reinbrechten von Pairsperg</persName>, <persName>doctor
                            Jacoben Franckhfurter</persName> unsern camerprocurator,
                            <persName>Erasmen Haidenreich</persName>, <persName>Gregorien
                            Maschwander</persName>, unsern camermaister, und <persName>Michaeln
                            Zoppl</persName> unsern camersecretarien, zu unsern camerräten.
                        dieselben sollen nach irem höchsten und besten verstand und fleiss unserm
                        camerrath vorsein und in dem, was zuerhaltung unsers camerguets dienstlich
                        und nuzlich ist, guet ordnung, unserm gegeben gwalt und diser instruction
                        gemess fürnemen, halten und alzeit unser ehr, nuz und wolfart vor augen
                        haben und bedenken. und gedachter unser stathalter soll in dem rath bei
                        gedachter unser camer die haben und in abwesen sein, der vicestatthalter und
                        wo aber der kainer verhanden, unser rath <persName>Wilhelm
                            Schurff</persName> und aber die nit nach den stenden oder heerkomen,
                        sonder nach glegenheit der händl und erfarnhait der personen thuen und das
                        etwann mit ainer person, die sich des erstens anfragens nit versicht,
                        anfachen. <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/295" n="295" xml:id="S.295"/>
          </p>
          <p>Weiter geben wir unserm tirolischen statthalter und raitcamer dise ordnung,
                        das si im sommer vor mittag umb sechs uhr im rath sein und umb neun uhr aus
                        dem rath, nachmittag umb ain uhr widerumb im rath sein und umb vier uhr
                        daraus und im wünter vormittag umb siben uhr darein und umb zehen uhr
                        daraus, nachmittag auch umb ain uhr im rath und umb vier uhr widerumb daraus
                        geen sollen, und welcher unser camerräth zu solchen gesezten uhrn oder
                        ungeverlich ain viertlstund darnach in den camerrath nit komen wurde, so
                        soll unser statthalter als obrister, der vicestatthalter oder in irem
                        abwesen <persName>Wilhelm Schurff</persName> denselben rath anreden und
                        undersagen die stund zehalten. und so ainer oder mer denselben unser räth
                        über beschechen anreden, zu der gewondlichen stund nit erscheinen, so soll
                        uns dasselbig anzaigt werden, darmit wir dargegen gebürliche handlung
                        fürnemen mögen. es ist auch unser mainung, ob unser camerrath in ainer
                        handlung säss, die gleich in der stund, so inen aus dem rath zegeen gegeben
                        ist, nit vollendt, sonder ungeverlich ain viertl stund oder etwas mer über
                        die gesezt zeit solche handlung bedürfen wurde, so sollen unser räth nit
                        ausgeen, si haben dann denselben angefangen handl zuvor expediert.</p>

          <p>Ob sich dann begebe, das aus unserm camerrath ainer oder mer unserer räthe
                        schwach wern oder in seinen sachen zethuen hete, das er nit zu der
                        gewondlichen stund in rath komen mechte, soll er solches albeg unserm
                        statthalter oder in abwesen sein <persName>Wilhelmen Schurffen</persName>
                        anzaigen lassen und mit seinem willen und zuegeben aussen bleiben und sonst
                        nit. welcher aber mit wissen und zuegeben des statthalters nit krankhait
                        oder schwachhait, sonder anderer seiner aigen geschefft halben aussen
                        bleiben oder ausreüten wurde, dem soll die zeit seines ausbleibens gerechent
                        und dieselbig an seinem sold abzogen und rodiert werden. damit aber bemelte
                        unsere stathalter und camerräthe neben verwaltung ires diensts, iren aigen
                        sachen und notturften auch auswarten mügen, so lassen wir jedem derselben
                        unsern rathen zue, das er in ainem ganzen jar vier wochen volkomenlich
                        seiner notturft nach bei seinem haimbwesen sein mag, zu welchem seinem
                        haimbwesen zuraisen und widerumb zu unser regierung zukomen, sollen im jeden
                        tag darzwischen er nit stilligen soll, fünf meil zuraisen aufgelegt werden
                        und merer täg von gedachtem unserm camerrath nit ausbleiben. <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/296" n="296" xml:id="S.296"/> und es soll durch
                        den statthalter oder <persName>Schurffen</persName> dise beschaidenhait im
                        erlauben nach glegenhait fürfallender genöttiger geschefft, gebraucht und
                        gehalten werden, das von unsern räthen bei unser camer uber ainen auf einmal
                        zuverreitten nit vergont werde.</p>
          <p>Neben dem bewilligen wir auch gedachtem unserm statthalter und camerräthen zu
                        gnaden, das si hinfüro an sambstägen und den vier hohen festen feirabend
                        nach tisch nit zusamenkomen dürfen, sonder iren aigen notturften und sachen
                        auswarten mügen, doch wo sachen fürfielen, die ainichen verzug nit erleiden
                        mechten, so sollen si an den sambstägen und den vier hochen festen
                        feierabend zu morgens umb ain stund früeer zusamen komen, also das si
                        vormittag vier uhr nacheinander im rath und bei den handlungen seien, was
                        aber perkwerchs händl sein, die nit anstand erleiden mechten, die sollen zu
                        aller zeit gehandlt und nit angestelt werden.</p>
          <p>So verordnen wir <persName>Micheln Zoppeln</persName> als rath und
                        secretarien derselben unser tirolischen raitcamer, der soll all und
                        sonderlich die gnöttigisten händl, so durch unser oberösterreichische
                        raithräthe beratschlagt und beschlossen werden, copiern und darob sein, das
                        dieselben brief, wie sich gebürt, nach ordnung der canzlei gefertigt werden
                        und sonst alles anders thuen, so ime als unserm rath und camersecretari wol
                        ansteet und zu dest statlicher verrichtung solcher unser camercanzleisachen
                        und damit auch der <persName>Zoppl</persName>, wo der handl sovil und
                        beschwerlich fürfielen, ain ersezung hab, so haben wir <persName>Hainrichen
                            Linnss</persName> als ain camersecretari, <persName>Geörgen
                            Kumpff</persName>, <persName>Iheronimusen Ruepprecht</persName>,
                            <persName>Mathiasen Scherl</persName>, <persName>Hannsen
                            Schauber</persName>, <persName>Pauln Uschall</persName> und
                            <persName>Leonharden Tilger</persName> verordent und zuegeben, also das
                        dieselben ime dem <persName>Zoppl</persName> mit copiern und schreiben
                        verhelfen und darneben der registratur auch auswarten und uns verpflicht
                        sein sollen und auf unser camerräthe unserer tirolischen camer ir aufsechen
                        haben sollen.</p>

          <p>Weiter so verordnen wir <persName>Joachim Straussen</persName> zu unserm
                        puechhalter und <persName>Joachim Tescher</persName> zu unserm
                        camerschreiber, die sollen also baid aller unser ambtleüt und dienstleüt
                        raitungen, so in derselben unser tirolischen camer beschechen, auch ander
                        sachen, die darum gehandlt werden, einschreiben und alles was den zwaien
                        obbestimbten puechhaltern und camerschreiberämtern zuesteet und bisheero der
                        gebrauch und ordnung gewest, getreulichen vorsein und auswarten. <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/297" n="297" xml:id="S.297"/> Wir wellen aber, das
                        unser statthalter und camerräthe, wo nit all doch aufs wenigist ir zwen oder
                        ainer aus inen bei aufnembung aller raitungen von hochen und andern ämbtern
                        sein sollen, dann bei uns nit allain gnueg angesehen, das durch unsern
                        puechhalter und camerschreiber allain die mengl, was si in den raitungen
                        befünden, unsern camerräthen fürgetragen und allain das vertrauen in so
                        wichtigen sachen in si gestelt sei, sonder das unser camerräth oder etlich
                        oder doch albeg zum wenigisten ain person aus inen albeg gegenwürtig sein
                        zesechen, wie und von wann solch mengl ausgezogen, mit was grund si
                        herfliessen, das auch in ausziechung solcher mengl und in treffenlichen
                        raitungen sovil weniger übersehen werde. damit alsdann der ordnung nach dest
                        stattlicher handlung und erledigung darüber beschechen müg, so lassen wir
                        gnediglichen zue, das dem camerschreibern der junger mit namen
                            <persName>Hanns Castner</persName> zu kurzlicher aller ambtleüt
                        raitungen beschreibung und erclerung der camersachen, also wann der
                        camerschreiber vor ime tods abgieng, das man ainen andern der
                        camerraitsachen erfaren an desselben stat gehaben müg, gehalten werde.</p>
          <p>Und nachdem bisheer zu den extraordinari raitungen sondere personen gebraucht
                        und denselben solch extraordinari raitungen zuegestelt werden, also das
                        dieselben personen die raitungen probiert, übersehen und die mengl darin
                        befinden ausgezogen und unserm stathalter und camerräthen zu verrer
                        erledigung und beratschlagung übergeben, wie dann dieselben extraordinari
                        personen insonders derhalben ir ordnung haben, so lassen wir es von
                        befürderung solcher raitsachen wegen bis auf unser wolgefallen und so lang
                        man dern notturftig ist und nit entpern mag, nochmals darbei verbleiben und
                        nachdem aber zu solchen extraordinari personen diser zeit nit mer als aine
                        verhanden, so wellen wir die andern personen ersezen also das die
                        bestimbtermass die extraordinari raitung auf verordnung unserer camerräthe
                        für die hand nemben, übersehen, probiern und wie si die befünden, verrer
                        unsern camerräthen fürbringen, doch wo befunden, das solcher personen und
                        der costen, so darauf lauft, umbgangen werden mecht, das solche, durch
                        verordnung unsere camerräthe auch bescheche.</p>

          <p>Verrer haben wir unsern getreuen lieben <persName>Gregorien
                            Maschwander</persName> zum verwalter unsers camermaisterambts und
                        einnember aller unserer ordinarien und extraordinarien gefell und <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/298" n="298" xml:id="S.298"/> einkomen
                        bemelter graffschaft Tirol bis auf unser widerrueffen fürgenomen und
                        geordent, also das er bei unser raitcamer sein und anstat unser von allen
                        und jeglichen obern und undern ambtleüten bemelter graffschaft, auch unserer
                        innern und vorder oberösterreichischen lande, so bisheer in die tirolisch
                        camer gehört haben, kain ausgenomen, alles gelt, so in die ämbter irer
                        verwesung gefelt, zu jederzeit nach ordnung der camer, doch on unser
                        camerräthe und meniglich eintrag und irrung erfordern, einnemben, si
                        darumben quittiern und solch gelt auf unser oder unserer camerräthe
                        schriftlich bevelch ausgeben, auch alle jar und aines jeden besonder von
                        solchem seinem empfang und ausgab auf der tirolischen raitcamer raitung
                        thuen, er soll sich auch daneben nach glegenhait der geschefft seines ambts
                        und sonst in allen sachen und händln in der tirolischen raitcamer, es sei zu
                        raitung oder anderm auf unser camerräth begern und erfordern guetwillig
                        gebrauchen lassen und zufürdern verhelfen.</p>
          <p>Er soll auch alle monat das zornal auf die camer unsern camerräthen
                        überantwurten, nochmaln dasselb überschlagen und daraus durch den
                        puechhalter die einschreibung geton werden. item gemelter
                            <persName>Maschwander</persName> soll kain quittungen den ambtleüten umb
                        gelt zuestellen, si seien dann zuvor durch unsern camerschreiber
                        underschriben und registriert, und dieweil wir dann bisheer befunden, das
                        weilend unsere camermaister uns an iren raitungen albeg ainen rest zuthuen
                        schuldig bliben, und wir aber in solchem faal sovil weniger nachthailn
                        gewertig sein, so wellen wir gedachten unsern camerräthen eingepunden haben,
                        das si von unserm camermaister das zornal, wie vorsteet, alle monat
                        erfordern und genzlich empfachen und dasselb nit allain durch unsern
                        puechhalter, sonder auch durch unsern camerschreiber underschreiben und
                        registriern lassen mit diser ordnung, dann unsere camerräth alle monat
                        beileüfig unsers camermaisters empfang und ausgab und wie alle sachen seiner
                        ambtshandlung halben gestalt sein, ain wissen tragen und mit solchem unser
                        und sein nachthail dessto mer fürkomen und verhüet wirdet.</p>

          <p>Weiter die ofternenten unser statthalter und camerräthe sollen mit gemeltem
                        verwalter unsers camermaisterambts von seinem einnemben alle jar und mit den
                        andern unsern grossen und clainen ambtleüten unserer oberösterreichischen
                        lande, so <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/299" n="299" xml:id="S.299"/> in
                        die tirolisch unser camer gehörn, zu glegner zeit raiten und dieselben
                        ambtleüt dermassen nacheinander erfordern, damit albeg von stund an mit dem,
                        der auf solch erforderung ankombt, gerait müg werden und nit ainer auf den
                        andern mit vergebner costung ligen und auf raitung warten, es sollen auch
                        camerräthe alle raitungen bis zu end und beschluss handlen und raiten. und
                        ob sich der ambtleüt raitungen mit des camermaisters handlung vergleichen,
                        aigentlich erwegen, doch mit den trefflichisten ambtleüten und ämbtern,
                        nemblich camermaisterambt, salzmairambt, wexl, silber und münz nit
                        schliessen, sonder uns solch raitungen zuvor fürbringen oder aber ainen
                        summari auszug und underricht davon zueschicken, damit die zuvor
                        gnuegsamblich übersehen und si darinnen unsers beschaids erwarten und was
                        wir inen darauf bevelhen demselben nachkomen. und sonderlich geben wir dise
                        ordnung, das hinfüron all unser ambtleüt allain auf unser tirolischen
                        raitcamer ir raitung thuen, doch mit aufnembung solcher raitung sollen
                        unsere camerräthe den brauch haben, wie der bisheer auf der camer gehalten
                        worden. welche aber unser pfleger oder ambtleüt on ehehaft not auf solch
                        unser raiträth erfordern auf den angesezten tag in raitung nit erscheinen
                        wurden , so sollen unser camerräthe gegen denselben mit straf, wie sich
                        gebürt, verfarn und nicht destminder uns solcher ungehorsam halben auch
                        berichten.</p>
          <p>Unser statthalter und räthe sollen auch bedacht sein, das si von ermelten
                        ambtleüten jerlich raitung aufnemben und inen das ander jar kainesweegs
                        ansteen lassen, damit durch solches unser und unsers camerguets schaden und
                        nachthail sovil mer verhüet und fürkomen werde.</p>
          <p>Und dieweil wir dann für notturft erwegen, das wir albegen glegenhait unserer
                        ämbter, einkomen, wie sich dieselben im einkomen mehrn oder ringern, ain
                        lauters wissen haben, so ist unser mainung, ordnen und wellen, das albeg, so
                        ain jar verscheint, welches durch die ambtleüt verrait werden soll, im
                        negsten jar darnach vor ausgang desselben mit inen unsern ambtleüten allen
                        gerait und dann zu eingang des andern jars uns albeg ain lauterer auszug
                        zuegeschickt werde.</p>

          <p>So wellen wir auch zu fürderung solher sachen und fürnemblich, damit die
                        alten raitung von vil jarn heer auch fürgenomen und doch dardurch die neuen
                        unserer ambtleüt <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/300" n="300" xml:id="S.300"/> fürkomen raitung nit gehindert,
                        sonder im gang bleiben und gefürdert und durch unser camerräth ordenlich und
                        on aufzug mit inen gerait werden müg, wie obsteet, noch zwo sonder personen
                        verordnen, die sollen solche für sich nemben, übersehen, raiten und dann
                        durch dieselbig unser ordinari camerräth bis auf uns beschlossen werden.</p>
          <p>Weiter ist unser mainung und bevelch, das unsere ämbter als ungelt, maut,
                        zoll, städl, gärten, gründ, pauhöf und dergleichen, so mit fueg bstandtsweis
                        verlassen werden mügen, nun hinfüron nach jedes ambts glegenhait durch unser
                        statthalter und camerräth uns zu nuz, zum hechsten und besten verlassen, und
                        was daraus zebringen ist, gebracht werde. doch ist unser gemüeth nit, das
                        solch bestand dermassen gestaigert werden, das unsere underthonen des ain
                        billige beschwerd oder nachthail leiden, doch darinn auch ain solcher weeg
                        und ordnung gehalten werde, das bemelte ämbter durch unordenlichen hinlass
                        und bestand nit zu abfaal gedeien, sonder allain im aufnemben bleiben.</p>
          <p>Item unser statthalter und camerräthe und verwalter unsers camermaisterambts
                        sollen auch ir fleissig aufmerken haben auf alle ämbter und ambtleüt, damit
                        in solchen ämbtern getreulich mit fleiss gehandlt und uns zu nachthail
                        nichts vernachlast oder verwarlost werde, und ob sich ain ambtman nit
                        teugenlich oder das er sein ambt nit treulich versehe befunden, ist unser
                        mainung, das si über solches, sonderlich was die verkerung, besezung oder
                        entsezung betrifft, mit unserer regierung handlen und rathschlagen. und was
                        si samentlich in rath befünden, darüber die notturft verrichten und
                        verordnen sollen.</p>

          <p>Und als wir vormals gleichwol geordent haben, das kain ambtman in unsern
                        vordern österreichischen landen angenomen werden solle, er hab dann zuvor
                        pürgschaft gethan auf das wenigist umb sovil gelts, als vil dasselb ambt,
                        darein er komen soll ungeverlich in ainem jar ertragen mag, so stellen wir
                        es doch, diss articls halben, auf disen weeg und nemblich zu unserer
                        statthalter und camerräth messigung und guetbeduncken, darin mit oder one
                        pürgschaft fürsehung zethuen, angesehen, das wir bedacht, das etliche ämbter
                        villeicht ain jar sovil nit ertragen, als der ambtman aigens guets vermag,
                        derhalben von demselben der pürgschaft unnot. so sein etlich, die sovil nit
                            <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/301" n="301" xml:id="S.301"/>
                        vermügen, als etlich unser ansehenliche ämbter irer verwaltung ain jar
                        ertragen, derhalben si villeicht die pürgschaft nit gehaben mugen, und aber
                        dannocht sovil trauens und glaubens haben und darzue teuglich und annemblich
                        sein, alles nach glegenhait der person und ambts. doch sollen unser
                        statthalter und camerräthe, wie hieoben auch inen eingebunden ist, bedacht
                        sein, mit der ambtleüt raitungen über endung des jars nit zuverziehen und
                        auch achtung zehaben, damit si das gelt, so von solchen unsern ämbtern
                        gefelt, nit zu irem nuz gebrauchen, sonder unserm verwalter des
                        camermaisterambts zuestellen, und ob si aber in solchem bei den ambtleüten
                        auszüg oder saumbnus befinden, si zu solchen raitungen anhalten. dardurch
                        sein wir sovil weniger verlusts gewertig und ist auch der obgemelten
                        pürgschaft nit not.</p>
          <p>Dann betreffend fron, wexl und ander der alten verlegnen oder neu erfunden
                        perkwerch, freiungen, wo unser statthalter und camerräth derhalben ersuecht
                        wurden, sollen si uns solches zu jederzeit an hof mit guetem bericht, auch
                        irem rath und guetbedunken zueschreiben, uns verrer darauf wissen
                        zuentschliessen.</p>
          <p>Item sover unser statthalter und camerräthe in unsern oberösterreichischen
                        landen unser schlösser, flecken und behausung funden, davon wir kainen nuz
                        haben, sonder burghuet oder sold vergebenlich hinzue geben müessen, und mer
                        schaden, dann nuz bringen, derhalben sollen si zu ersparung unnotturftigen
                        uncostens auf solches ir fleissigs nachgedenken und erfarung haben und uns
                        jederzeit darüber was zuersparen und zuerhalten ist, ir erinnerung sambt
                        irem rath und guetbedunken thuen.</p>
          <p>Und nachdem uns an besazung und stattlicher fürsehung unserer schlösser und
                        besonderbar der ortflecken in unsern oberösterreichischen landen vil
                        gelegen, sollen unser statthalter und camerräth bedacht und verholfen sein,
                        das dieselben durch aufrecht, redlich und teuglich personen besezt und
                        bewart und in kainen weeg in solchem faal in sorg oder geferlichait gestelt
                        werden, doch albeg, dass solch verenderung der person und fürsehung mit
                        unserm wissen bescheche und was si hierinn zu jederzeit not sein, erfaren
                        uns desselben auch berichten.</p>

          <p>Item nachdem wir bevelch auf unser stathalter und camerräth irer verwaltung,
                        schulden und dergleichen verweisung <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/302" n="302" xml:id="S.302"/> halben ausgeen haben lassen, und
                        noch über kurz oder lang geben mechten, ist unser mainung, das albeg die
                        eltern bevelch, schulden und verweisungen mit der bezalung vorgeen und
                        exequiert werden sollen.</p>
          <p>Und nachdem unsern haubtleüten, pflegern, vögten, zeugmaistern, zeugwarten
                        und andern ambtleüten in eingebung irer haubtmanschaften, pflegen, vogteien,
                        zeugheüsern und andern ämbtern, etlicher hausrath und ander des haus oder
                        ambts notturften laut der inventari zuegestelt und eingegeben werden, ist
                        unser mainung, das aller derselben inventarien glaubwürdig abschriften
                        unserm statthalter und camerräthen zuegeschickt, damit die auch ordenlich
                        registriert werden mügen. was auch aus obbestimbten unsern zeugheüsern,
                        schlössern oder ämbtern für geschüz, püxen, pulver, kugln, hausrath oder
                        dergleichen varende haab, so in den inventarien begriffen, genomen,
                        geendert, ausgewexlt oder an ain under ort gefüert, oder aber mer geschüz,
                        püxen, pulver, hausrath oder varende haab in dieselben zeugheüser, schlösser
                        oder ämbter gekauft oder gethan, das soll alles bei unser tirolischen camer
                        aigentlich und mit fleiss eingeschriben und durch dieselb unser camer
                        ratificiert und gerechtfertigt und sonderlich das nach vorgehaltnen gebrauch
                        albeg drei in gleichem laut durch die commissari, die man darzue verordent,
                        gefertigt und albeg ainer unser camer, der ander den abgestandnen pflegern,
                        inhabern oder erben und das drit dem, so aufzeucht, under der commissari
                        petschaft und handzaichen gegeben werde.</p>
          <p>Es soll auch unser obrister zeugmaister <persName>Veit von Wehing</persName>
                        die bestimbten unsere zeugheüser in unsern oberösterreichischen landen alle
                        jar ainmal bereüten, ersehen und beschreiben, was mangl und gebrechens bei
                        jedem am zeug oder anderer notturft sei und dieselb unsern statthalter und
                        camerräthen übersenden. die sollen dann daran sein, das solches durch unsern
                        obristen zeugmaister beschehe und die mengl fürderlich erstatt, auch die
                        zeugheüser mit aller notturft wol versehen werden.</p>

          <p>Dann was münzmaisterei, zeugmaisterei, vischerei, jägerei und vorsst
                        antreffen, soll damit gehandlt werden, inhalt der stätt derhalben
                        aufgericht. doch in albeg sollen die vischmaister, jägermaister,
                        vorstmaister, zeugmaister und münzmaister ir aufsechen haben auf unser
                        statthalter und raitcamer. <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/303" n="303" xml:id="S.303"/>
          </p>
          <p>Dergleichen unser obrister paumaister soll sein aufsechen haben auf unser
                        statthalter und camerräthe, und was zepauen sein würdet, solches unsern
                        statthalter und camerräthen anzaigen, damit si ime noch ainen aus irem mitl
                        oder jemands andern verstendigen solch gepeu und notturft zubesichtigen,
                        zuezeordnen und nachmaln, was sich gebürt, pauen oder bessern, auch die
                        ausgab darauf zethuen, zubestellen wissen, doch was grosse gepeu sein
                        mechten, die sollen si alzeit an uns zuvor gelangen lassen.</p>
          <p>Item all schulden, verweisung und bezalung, so auf unser tirolische camer
                        durch uns verwisen, underschriben, auch aller unserer regierung und diener
                        besoldungen, es sein gross oder clain, sollen beschehen und entricht werden
                        inhalt der stätt unserm statthalter und camerräth zuegestelt, und vor allem
                        sezen und ordnen wir, das unser statthalter und camerräth vor allen dingen
                        die bezalung auf obgemelt drei haubtpuncten, darauf fürnemblich unser
                        fürtrag in gehaltnem landtag und dann ainer ersamen unser landschaft unserer
                        fürstlich graffschaft Tirol antwurt und beschliessliche bewilligung gestalt
                        ist, von derselben unser landschaft vorgemelter bewilligung und andern
                        unserer tirolischen camersgefellen als nemblich unserer königlichen künder,
                        auch der regierung und camerstatts und sovil si mag, davon die hilf des
                        perkwerchs thuen und solches jederzeit hindannen zerichten in guetem
                        bedenken haben.</p>

          <p>Und ob sich aber begeb, das zu jedem quartal die völlig bezalung gemelter
                        unser königlichen kinder, auch der regierung und camer statts sambt der
                        angeregten hilf zu dem perkwerch nit bei der hand were, so sollen gedacht
                        unser statthalter und camerräthe bedacht sein, den abgang von andern orten
                        zu anticipiern und aufzebringen, bis das gelt zu entrichtung obgemelter
                        puncten von unsern landschaften gefallet, damit also jederzeit das weesen
                        unserer lieben königlichen kinder der regierung und camer und auch das
                        perkwerch erhalten werden müg. unser statthalter und camerräthe sollen auch
                        ir fleissig gedenken haben, das si von solchem unserer landschaft
                        bewilligten gelt in kainem weeg kain extra ordinari ausgab nit thuen, allain
                        es bescheche zu des lands unvermeidlichen hochen und grossen notturft. und
                        ob solches, wie gemelt, nit umbgangen werden mechte, solle doch solches
                        alweeg mit unserer regierung beratschlagung und vorwissen beschechen, wie
                        dann <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/304" n="304" xml:id="S.304"/> in
                        diser unser ordnung von disem articl merer meldung beschicht.</p>
          <p>Dann so haben wir uns entlich fürgenomen, all ansehenlich confiscationen in
                        unser selbst camer nuz und notturften einzeziechen und zubehalten, demnach
                        so bemelten unsern camerräthen confiscationen und völligkaiten an provision,
                        lehen oder anderm, ehe dann wir desselbigen erinnert, fürbracht oder anzaigt
                        werden, sollen si uns dasselbig alles zuhanden unserer hofcamer berichten
                        mit gueter ausfierung der gerechtigkait und zuegang, so wir zu solcher
                        völligkait haben, auch derselben werdts und sonderlich irem guetbedunken,
                        wie wir mit geringestem costen solch völligkait einziehen mechten, damit wir
                        alsdann zur einziehung derselben confiscationen der notturft verordnung
                        zethuen wissen. dieselben wellen wir anderst oder eher, dann nach zeitigem
                        guetem rath verwenden, auch ain solche ordnung und mass damit halten, das
                        wir etwan von ainer völligkaiten mer dann ainen unsern diener versehen und
                        begnaden mügen. und es sollen derhalben unser statthalter und camerräthe bei
                        uns insonderhait umb dergleichen confiscationen und völligkaiten, die
                        zuvergeben ausser raths samentlich oder ad partem nit ansuechen oder
                        handlen, noch inen selbst umb dieselbig oder in andern iren sachen ausser
                        rats procuriern, sonder in obgemelten unsern rath komen lasses. daselbst
                        soll dann beschlossen und volgents die brief darüber gefertigt werden.</p>

          <p>Und als wir bericht werden, das durch weiland unser vorfordern fürsten von
                        Österreich und sonderlich kaiser Fridrich und kaiser Maximilian, unser ur-
                        und anherrn loblicher gedechtnus, auch damalen durch uns, von eingang
                        unserer regierung in unserer fürstlichen graffschaft Tirol vil verpfendtung,
                        auch verkaufung unserer camergüeter, auch gnadengaben beschechen, der wir
                        bisheer in kain gründliche erfarung bringen mögen, wellen wir, das sich
                        unser statthalter und camerräthe zu füeglicher zeit und sovil und alsbald
                        müglichen ist, nit allain aller obgemelter verhandlungen, verkaufungen,
                        gnaden und gaben erkundigen, sonder die originalia der verschreibungen von
                        unsern landleüten und pfandtschaftern, welche anders derselben vormalen nit
                        fürbracht haben, zu iren handen erfordern, und dieselben notturftiglich
                        ersehen und uns davon glaubwürdige abschrift zuhanden unserer hofcamer
                        schicken, damit wir uns darinn aigentlich ersechen und die notturft dargegen
                            <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/305" n="305" xml:id="S.305"/>
                        furzenemen wissen, doch soll solche unsern landsleüten oder pfandtschaftern
                        an irer gerechtigkait kainen nachthail bringen.</p>
          <p>Gleicherweiss sollen unser statthalter und camerräthe auch handlung pflegen
                        und auf mitl und weeg gedenken, das mitlerweil die bereütung in unserer fr.
                        graffschaft Tirol, wie zu vilmalen für guet und nuz angesehen ist, in unsern
                        camergüetern fürgenomen werde. es sollen auch gedacht unser statthalter und
                        camerräthe bei unser tirolischen camer die stätt aller provisionen,
                        besoldungen, auch dienstgelt, nichts ausgenomen, was derhalben durch uns und
                        unser vorfordern auf jar oder lebenlang verschriben, fleissig durchsechen
                        und ob si befunden, das darinnen ainich ersparung oder einziechung
                        beschechen mecht, daruber uns ir guetbedunken, wie solches füeglich zethuen
                        sei, anzaigen und fürnemblich uns berichten, welch provision und auf was
                        personen si für beschwerlich, also das dieselben wol abgethan oder aufs
                        wenigist zemiltern wären, angesehen und darinn kainen scheüchen tragen, dann
                        wir darinn von hof aus notturftig verordnung thuen und si in solchem irem
                        anzaigen und gehorsamen vertraulichen bericht, damit si bei jemands ainichen
                        unwillen erlangen mechten, ganz unvermeldet lassen wellen. und nachdem
                        bisheer vil abgestorbner provisionen auf vervolgen und ansuechen von uns
                        andern unsern dienern auch widerumb verschriben worden, sein wir
                        entschlossen, solch vergebung und verschreibung angeregter provisionen
                        verrer nit zethuen, es sollen auch wider dis unser fürnemen unser stathalter
                        und camerräth in kain weeg procuriern oder rathen, auch sonst ad partem bei
                        uns nit sollicitiern oder practiciern, jemands pflegen, provisionen,
                        dienstgelt oder anders auf mer jar oder mer leib zuverschreiben, sonder
                        vilmer sich dahin zehandlen befleissen, damit wir bei diser unser fürgenomen
                        ordnung bleiben und darwider nicht fürnemben. wo aber verdient personen, an
                        den die notturft erkent würdet, umb fürsehung mit provision bei uns
                        ansuechen, und solches im rath beschlossen und befunden würdet, dieselbigen
                        zubedenken, so wellen wir, was derselben in unser graffschaft erledigt
                        werden, an unser stathalter und camerräthe weisen und verschaffen.</p>

          <p>Es soll auch hinfür bei unserm statthalter und camerräthen verhüet werden,
                        das die anzaal unserer ambtleüt und diener, noch auch die besöldungen on
                        sonder merklich und gnuegsam ursachen nit gemehrt oder erhöchert werden,
                        sonder wo indert <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/306" n="306" xml:id="S.306"/> aus notturft ainer mehrung der
                        ämbter und diener und auch ainer erhöchung der besoldung und fürsehung der
                        ämbter not sein wurde, sollen uns unser camerräthe desselben berichten,
                        wellen wir darinn mit verrerm irem vorwissen notturftig verordnung
                        thuen.</p>
          <p>Und nachdem in unser hofordnung von dreien pläzen, da gewondlich und am
                        meisten unsere beharrige hofhaltung ist und konftiglich sein würdet, meldung
                        beschicht, als in unsern stetten Prag, Wienn und zu Ynsprugg und wir aber
                        aus erfarnheit befunden, das albeg zu unserer ankonft in der leger ainem
                        alle proviant in höherm wert, dann vor unser ankonft gewesen, gestigen ist,
                        sollen unser statthalter und camerräthe zuverhüetung und abstellung
                        desselben solche hauswürtschaft fürnemben, damit man durch das jahr mit
                        ainem vorrath an wein, getraid und fuetter gefasst seie, zu solchem dann die
                        ledigung unserer verpfendten cästen und kuchenämbter, so statliche einkomen
                        haben, die auch für anders fürgenomen werden solle, dienstlich und nuzlich
                        sein werden, und solten also unser statthalter und camerräthe gedacht sein,
                        damit gemeltermass, die guet hauswürtschaft in das werk gebracht und gericht
                        und so si vernemen werden, das wir auf Ynsprugg und daselbst ain zeitlang
                        bleiben, sollen si fürsechung thuen, das zu dem gemachten vorrath an wein,
                        getraid und fuetter durch si die verrer notturft zu unser hofhaltung als
                        visch, fleisch, gewürz und dergleichen in rechtem und leidlichem kauf
                        bestelt werden mügen.</p>

          <p>Unser statthalter und camerräthe sollen auch verordnung thuen, das
                        traidcästen aufgericht und auf weeg bedacht sein, das dieselben nach
                        notturft versechen werden, also das man albeg bis in die zehentausend stär
                        korn und in die zehentausend stär habern und so es sein mag, ain merer und
                        trefflicher anzal nach glegenhait der sachen darauf gefunden werden mage,
                        und so inen aber in solchem ainicher mangl oder irrung, das si solche
                        fürsehung nit thuen mechten, begegnet, uns desselben berichten und umb hilf
                        und wendung ansuechen, wellen wir in solchem faal in bedenken des lands
                        notturft unser gnedigiste mügliche hilf mitthailen und darzue gnediglich
                        beweisen und zu solcher stattlichen fürsehung an uns nichts erwünden lassen,
                        inmassen wir uns dann gegen ainer ersamen unser landschaft in Tirol auch
                        gnediglich erboten haben. <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/307" n="307" xml:id="S.307"/>
          </p>
          <p>Dergleichen als wir in vil weeg ain grosse notturft bedacht, das unser
                        graffschaft Tirol und in notten, auch die vordern lande mit ainer statlichen
                        anzal pulfer versechen sei, sollen demnach unser statthalter und camerräth
                        verordnung thuen und gedenken, das alle jar ain vorrath von saliter, es sei
                        aus dem königreich Neapolis oder aus dem land Merchern, wo derselbe zum
                        geringesten zubekomen, bestelt und in gemelte unser grafschaft gelegt und
                        gebracht werde, damit der mitler zeit zu pulfer gemacht und das land
                        jederzeit mit ainem vorrath gefasst und an pulfer im land nit mangl sei.</p>
          <p>Daneben so ordnen wir, das unser statthalter und ainer unser räth von der
                        camer, den der statthalter seinem guet ansehen nach albeg zu ime beschaiden
                        mag, mitsambt andern dreien räthen von unserer regierung mit hechstem irem
                        fleiss den sachen und händln nachgedenken, wie das wesen der regierung
                        unserer land und erhalten, wie auch geferlichen sachen begegent,
                        nachthailiger schaden bei zeiten fürkomen und fürnemblich unser camerguet in
                        aufnembung und mehrung gebracht werden müg, und was si also bei inen in
                        solchem und dergleichen notwendigen sachen bewegen und gedenken, uns
                        desselben jederzeit berichten und unsers verrern beschaids darüber
                        erwarten.</p>
          <p>Und als diser unser fürstlichen grafschaft Tirol an den gotsgaben der
                        perkwerch und zu erhaltung derselben an geschickten personen nit wenig
                        gelegen ist, demnach so legen wir gedachtem unserm statthalter und
                        camerräthen auf hiemit und wellen, das si auf weeg und mitl geen, wie neben
                        den verstendigen perkleüten, so noch vorhanden sein, mer geschickt perkleüt
                        aufgezüglt und erhalten werden, damit ainer den andern erseze und in
                        fürfallenden notturften in ämbtern und in anderweeg gebraucht werden mügen
                        und also der abfaal des metall und des salzperkwerchs verhüet werde. wir
                        wellen auch, das zu jederzeit, so die perkwerchsraitungen zu Schwatz
                        fürgenomen, das dann neben unserm stathalter und camerräthen etlich personen
                        aus unser tirolischen regierung darzue dienstlich geschickt und ausserhaIb
                        derselben solch raitung nit aufgenomen. dardurch kann albeg des perkwerchs
                        glegenhait, zue- oder abfaal und ursach desselben sovil stattlicher
                        abgenomen und gespürt werden.</p>

          <p>Und ob sich dann zuetrüeg, das wir aus zuesteenden unversehenlichen
                        kriegsleüfen zu rettung, schuz und schürmb landen und leüten, so aber unser
                        vorbeschechen gnedig erbieten <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/308" n="308" xml:id="S.308"/>in unser camergüeter nit zugreifen
                        gedrungen werden und solches nit umbgeen mechten, so wellen wir doch solches
                        für uns selbst kainesweegs thuen, sonder zuvor die obligend not bei uns
                        selbs und mit unsern hofcamerräthen bedenken und so vonnetten ist, etliche
                        personen aus unser regierung, so aus unser fr. grafschaft Tirol, so anderst
                        die grafschaft oder die vordern lande die not betrifft, unserm gefallen nach
                        darzue erfordern, derselben not auch volgents, so es die weil und zeit
                        erleiden, unser regierung und camer unserer grafschaft Tirol, sover dieselb
                        grafschaft den krieg antreffen thuet, berichten und darüber ir rat und
                        guetbedunken vernemen, und was also hierinnen, das landen und leüten zu
                        beschüzung, nuz und guetem raichen kan, bedacht wirdet, bei uns
                        beschliessen, volgents dieselbig unser camer berichten, damit verrer durch
                        si die notturft verricht und gehandlt werden müg und so nun inhalt
                        desselbigen obgeschriben articls die kriegssachen bei unser regierung
                        beratschlagt werden sollen, so wellen wir, das zu jederzeit, wann wir den
                        gedachter unser regierung von fürfallenden kriegssachen anzaigen thuen, das
                        unser camer solch kriegssachen mit und neben derselben unser regierung
                        notturftiglich beratschlagen und erwegen und uns alsdann desselben lauter
                        inschrift berichten. wo sich aber unversehenlich handlungen zuetrüegen,
                        konftigen krieg belangend und darauf ausgaben als auf kundtschaften oder
                        anders bis die handlung, wie obsteet, beratschlagt werden, beschechen
                        müessen, so geben wir darin diese ordnung, das unser statthalter mit zwaien
                        unsern räthen von der regierung und zwaien räthen der camer, die ine darzue
                        teuglich ansehen werden, solche fürfallende sachen handlen, beratschlagen
                        und fürsehung thuen, welche zwen räth aus unser camer sich in solchem faal
                        auf des statthalters beruefen und sonst in der fürsehung guetwillig und
                        gehorsam halten sollen.</p>

          <p>Und nachdem sich in unser regierung teglich zuetregt, das in unsern sachen
                        daran uns gelegen ist, potschaften, comissari oder gesandten auszuschicken
                        und dergleichen notturftig extraordinari ausgaben zethuen vonnötten ist, und
                        wir derhalben unserm statthalter und regierung in irer instruction
                        aufgelegt, solches was ausgaben betrifft, mit und in beisein zwaier unser
                        räthe unserer tirolischen raitcamer handlen und berathschlagen, solten
                        dieselben zwen räthe aus unser camer in solcher <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/309" n="309" xml:id="S.309"/> berathschlagung albeg gegenwürtig
                        sein und was für notturftig unvermeidlich ausgab befunden, das gelt darauf
                        verordnen, doch sollen solch ausgaben, in ainem oder den andern weeg, nit
                        gestelt sein, dann das dieselben der jetzigen landtagshandlungen in unser
                        graffschaft Tirol nit entgegen, sonder gleichfermig und gemess sei, allain
                        ausgeschlossen etlich faal, so notwendig und des lands unvermeidlich
                        notturften belangen thuen.</p>
          <p>Und ob in oberösterreichischen landen ander notturft ausserhalb kriegssachen
                        fürfallen wurden, die uns oder die lande diser regierung underwürfig
                        betreffen und darein eilends zesechen und etlich zimblich ausgaben darauf
                        zethuen not sein wolt, also das solch sachen und notturften kainen verzug
                        erleiden, noch unsers berichts erpeiten und durch solch ausgaben dieselben
                        sachen abgestelt oder schaden verhüet werden mechten, so sollen die bemelten
                        unser tirolischen camerräth samentlich in denselben fürfallenden sachen, was
                        die ausgab und unser camerguet betrifft, mit unserm statthalter und regenten
                        ratschlagen und mit irem wissen und rath darin handlen. sover aber solch
                        fürfallend sachen merer und grösser notdurft und handlungen, die disen
                        unsern gwalt und instruction übertreffen und fürkomen wurden und bit
                        erleiden mechten, dieselben si uns zuvor clerlichen und gründlichen
                        berichten, und was wir inen verrer darauf bevelhen werden, demselben sollen
                        si nachkomen, inmassen wir unserm statthalter und regenten in irer ordnung
                        auch aufgelegt haben.</p>
          <p>Und ob sich begeb, das zwischen der camer und unsern dienern, ambtleuten und
                        underthonen der oberösterreichischen landen, in was würden, stands oder
                        wesens die weren, irrung und spän fürfielen, ordnen und sezen wir, das unser
                        statthalter und regenten macht haben, zuversuechen die güetlich zuvertragen
                        und hinzulegen. ob aber sachen dermassen trefflich fürfielen, also das unser
                        camer unserer regierung oder hinwiderumb unser regierung unserer camer hilf,
                        rath, underricht oder beistands notdürftig sein und ain thail derhalb den
                        andern ersuechen wurden, so sollen si solch ersuechen aneinander treulich
                        helfen, rathen und beisteen und sich gegeneinander trostlich und freundlich
                        erzaigen.</p>

          <p>Und was sachen die justitia und doch darneben das camerguet betreffen,
                        fürfallen, es seien confirmation, lehen oder <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/310" n="310" xml:id="S.310"/> anders, darüber durch unserer
                        statthalter und regenten handlung und beratschlagung gethon würdet,
                        denselbigen sachen sollen albeg zwen unser camerräthe beiwesig sein und
                        helfen mit ratschlagen, es sollen auch die brief darüber nit allain durch
                        die statthalter und canzler, sonder auch durch ainen unsern rath von der
                        raitcamer auch verzeichent und bei unser camer füron auch registriert
                        werden.</p>
          <p>Wir behalten uns auch hierin bevor, das wir zu jederzeit unser camer mit den
                        personen mündern oder mehren mügen nach unserm wolgefallen, dergleichen
                        hinwiderumb die personen unser regierung auch nach irer glegenhait urlaub
                        nemben und begern mügen, darauf wir inen auch mit gnaden erlauben und
                        derhalb kain ungnad tragen wellen.</p>
          <p>Weiter verordnen wir, das hinfüro unser camerprocurator ordinari bei unser
                        regirung im rath nit sizen, sonder auf unser tirolischen camer sein und
                        denselben unsern camersachen, confiscationen, peenfäl, lehen, volligkaiten
                        und dergleichen zuestenden, treulich und mit allem fleiss niemands zu lieb
                        oder laid handlen und auswarten thue. doch so in gedachter unser regierung
                        sachen fürkomen, darinnen dieselbig seines berichts oder sonst sein in
                        handlungen, die kain rechtfertigung unsers camerguets auf ime tragen
                        zugebrauchen notturftig sein, soll er auf unsers statthalters erfordern
                        darauf gehorsamblich erscheinen.</p>
          <p>Und so wir dann obbemelt unsere camerräthe für ander personen zu handlung
                        solches unsers camerguets fürgenomen und erküest haben und in si unser
                        sonder vertrauen sezen, so wellen wir nit zweifeln, auch si ermant haben, si
                        werden in allen dingen diser unser ordnung nachgeen und sonst allenthalben
                        unsern nuz und frumen nach irem besten verstand fürnemen und fürdern ,
                        unsern nachtl und schaden nach irem vermügen wenden und uns darin warnen,
                        auch als unsere camerräthe und diener unser camersachen, wie si uns dann
                        gelobt und geschworn haben, unangesehen ainicherlai freundschaft oder
                        feindschaft oder ander verwandtnus treulichen handlen und in summa nichts,
                        das zu erhaltung, aufnembung und mehrung unsers camerguets müglich ist,
                        underlassen, wie inen dann, als wolgebornen, fromen, erlichen leüten iren
                        schuldigen pflichten nach zethuen gebürt und wol ansteet.</p>

          <p>Und als wir hievor, wie im eingang diser unser ordnung gemelt ist, im 33. jar
                        aus hohen trefflichen und beweglichen <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/311" n="311" xml:id="S.311"/> ursachen unser regierung und camer
                        hie zusamen in ain wesen gezogen und gestelt haben, ist unser will und
                        mainung, das es noch bei demselben also bleib, unser regimentsräth unsern
                        camerräthen und hinwider unser camerräthe unsern regimentsräthen vorgemelter
                        und nachvolgender weiss und mass zuegethan und beieinander sein sollen, also
                        dieweil die geferlichen und beschwerlichen leüf allenthalben vor augen, das
                        si samentlich und miteinander jederzeit in solchem fleissig den sachen
                        nachgedenken, davon reden und ratschlagen und dann alles, das si darinnen
                        und dargegen notturftig ansehen, fürnemen und verrichten sollen. und geben
                        hiemit in craft dis briefs obgemeltem unserm statthalter, regenten und
                        camerräthen volkomen macht und gwalt, das si so oft und vil die
                        unvermeidlich hoch notturft ervordert, es sei in frids- oder kriegszeüten
                        und sachen zu fürsechung des wesens in fürfallender widerwertigkait und zu
                        beschüzung des lands all unser tirolisch rent und einkomen finanzen machen
                        und gelt aufbringen, darüber auch und darumben in unserm namen
                        verschreibungen aufrichten, fertigen, geben und guet versicherung thuen
                        sollen und mügen, allermass als ob wir solches selbs gethon heten, das si
                        uns desselbigen alsdann auch underrichten und das auch solches, wie
                        vorsteet, allain zu des lands hochen und unvermeidlichen notturften
                        beschechen und das es der landtagshandlung und bewilligung nit zu entgegen
                        sei. wo aber die not nit so gross und hoch wer und ainiche bit zuerleiden on
                        sondern schaden möglich were, solch vorhabend finanzhandlung und
                        geltaufbringung zuvor an uns gelangen lassen und unsers beschaids darüber
                        erwarten. si sollen auch darüber bedacht sein, das si der land ausschüss
                        sovil zu umbgeen in diesem faal müglich ist, on unser vorwissen und
                        bewilligen nit zusamen berueffen oder erfordern.</p>

          <p>Und wiewol unser gemüeth ist, das bei unserm statthalter und regiment auch
                        oftgemelter unser raitcamer hinfüro wie bisheer, wie wir des hiemit
                        nochmalen ordnen, underschidlich rath erhalten werden und die canzleien
                        gesöndert sein sullen, so ist doch verrer unser mainung und ordnung, was wir
                        hinfüron laut unser hofcamerordnung an si unser bevelch in nachvolgenden
                        oder andern sachen werden lassen ausgeen, es sei in finanzen oder in
                        confiscationen und von ausgaben und dergleichen sachen, wann auch mit unsern
                        pflegern oder ämbtern ainich verkherung, besezung oder entsezung zethuen
                        ist, all <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/312" n="312" xml:id="S.312"/>
                        perkwerchsachen samentlich zuhandlen, die brief, was und sovil derselbigen
                        in solchen sachen aufzerichten sein wurden, dergleichen all bevelch an
                        unsern tirolischen camermaister, auch ander bevelch und missiven, die umb
                        gelt an unser pfleger und ambtleüt ausgeen, darzue pfleg- und ambtbrief und
                        ander dergleichen verschreibung, die unser camersachen antreffen, bei der
                        camer, wievor aufgericht, geschriben, registriert, durch unsern tirolischen
                        camersecretari gefertigt, aber zusambt unserm statthalter und camersecretari
                        noch durch zwen unser räthe, ainen von unser regierung, den andern von unser
                        camer underschriben und verzaichnet werden.</p>
          <p>Was dann von unsern hochen und nidern ambtraitungen zethuen fürfallen, so
                        sollen solche durch unser camerräthe allain, wie vormaln beschechen ist,
                        fürgenomen und darin gehandlt werden und alle die, darin nit irrung oder
                        mangl befunden werden, beschliessen, darüber raitbrief und was not ist,
                        ordenlich fertigen und geben, aber si sollen in kainen weeg kainem ambtman
                        kainen nachlass in den resten oder in anderweeg ausserhalb unsers vorwissens
                        und bewilligung zethuen macht haben.</p>
          <p>Wo aber in solchen ordinari und extraordinari raitungen sonst irrungen
                        fürfielen, so sollen dieselbig durch unser regierung und camer samentlich
                        gehandlt und vergleicht werden, was aber nit vergleicht werden mecht, sollen
                        si uns dasselbig mit erinnerung alles grunds an unsern hof berichten,
                        darüber wir fürderliche erledigung thuen und beschaid geben wellen. wo sich
                        dann nachmals die partheien solcher unser erledigung und beschaids beschwern
                        wurden und wir des von der regierung und camer bericht werden, wellen wir
                        weiter mit irem rath darin entliche erledigung thuen, doch das albeg, was
                        die nachläss der rest und fürgefallen irrung betrifft, bestimbtermass mit
                        unserm vorwissen gehandlt werde.</p>
          <p>Dann so soll mit verfertigung der raitbrief die ordnung, wie oben von andern
                        verschreibungen gestelt ist, gehalten, auch die gemainen auszüg, die von jar
                        zu jar gegeben, also durch ainen von unser regierung und ainen von unser
                        camer sambt camerschreibern oder puechhaltern, wie von alter beschechen ist,
                        underschrieben werden.</p>

          <p>Wir wellen auch darumben nun hinfür all bevelch, die wir je zuzeiten in
                        allerlai obbemelten sachen und handlungen <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/313" n="313" xml:id="S.313"/> an unserm hof werden ausgeen
                        lassen, an unsern statthalter, regenten und camerräth samentlich und nit auf
                        unser camer insonders stellen und fertigen lassen. was aber pur lauter
                        camersachen sein, wellen wir dannocht von fürderlicher und schleiniger
                        handlung wegen nach der überschrift stellen lassen zuhanden unserer
                        tirolischen camer, was aber nit pur lauter camersachen sein, sonder neben
                        der camer justitia oder anders betreffen, sollen dieselben brief, si komen
                        von uns oder andern orten und sonderlich von uns, darunder zuhanden der
                        camer nit gestelt ist, unser statthalter eröffnen und aber fürderlich
                        handlung darauf fürnemben, damit nicht verabsaumbt oder die partheien
                        verlengert und in zerung und costen gebracht werden.</p>
          <p>Und damit wir auch jederzeit und gestalt und glegenhait unserer camer wissen
                        haben mügen, sollen uns statthalter, regenten und camerräthe jerlichen und
                        alle jar aller ämbter einkomen, empfang und ausgaben, welche oder sovil
                        derselben ordinari und nit auf sonder bevelch beschechen, dergleichen auch
                        von den raitungen der fürnemblichisten unsern ämbtern als camermaister,
                        salzmair, wexlambt, silber und münz, so die beschlossen sein, ausrichtigen
                        lautern auszug an unsern hof schicken, auch gedacht sein, das von gemelten
                        unsern ambtleüten die raitung nit angestelt, sonder dermassen gefürdert, das
                        die jerlichen aufgenomen werden, wie dann hievor in ainem articl 13.
                        übersendung der auszüg halben, auch davon meldung beschicht.</p>
          <p>Dann so legen wir auch gemelten unsern camerräthen hiemit auf und wellen, das
                        si bedacht sein und jederzeit mit unser regierung davon ratschlagen und
                        handlen, wie neue einkomen in disem land zu nuz und mehrung unsers
                        camerguets gepflanzt und in das werk gebracht werden mügen, das si auch mit
                        allem fleiss die unordnung und überfluss des stats bei unser regierung und
                        camer sovil immer erhalten werden mag, abwenden und zum genahisten
                        einziehen.</p>

          <p>Und nachdem hievor in vergangen emperungen in diser unser fr. graffschaft
                        Tirol etlich suma gelts, auch clainot und silbergschirr von etlichen
                        gotsheüsern und prälaten anlehensweis aufbracht worden, die denselben
                        gotsheusern und prelaten jerlich aus unsern ämbtern verzinst werden, wellen
                        wir hiemit unserm statthalter und camerräthen aufgelegt haben, das si zu
                        füeglicher zeit verordnung thuen, ob das gefallen zünsgelt <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/314" n="314" xml:id="S.314"/> durch die
                        geistlichen auf clainoter nit angelegt were, das solches zünsgelt auch
                        konftig die hauptsuma, so die bezalt würdet, wiederumb den kirchen und
                        prelaten, an kirchenclainotern und silbergschirr angelegt, damit durch solch
                        anlegung des gelts der schaz der kirchenclainoter zu ainem vorrath wiederumb
                        gemert werde.</p>
          <p>Und dieweiln bei unser regierung auch unser camer in fürfallenden unsern
                        sachen und gescheften ainspennig und fuesspoten gehalten werden, so sollen
                        nun hinfür die geschwornen reitenden und fuesspoten, auf unsern statthalter
                        und camermaister, aber die ainspennigen auf unser statthalter und regenten
                        ir aufsechen haben und so si gebraucht und ausgeschickt werden, ir
                        ausziechen und widerankonft jederzeit unserm camermaister ansagen.</p>
          <p>Und was potenzedl in unsern camersachen ausgeen, die sollen durch unsern
                        camersecretarien verzaichnet und underschriben werden.</p>
          <p>Was also in dem allem erstgemelt unser camer mit sambt unser regierung auf
                        disen unsern gewalt für uns, unser land und leüt nach irem getreuisten
                        fleiss und verstand, samentlich veraintlich miteinander oder die maisten aus
                        inen fürnemben, handlen und thuen, das alles soll unser will und mainung
                        sein. wir sollen und wellen uns das auch gnediglich und wol gefallen lassen,
                        darwider nichts handlen noch thuen, sonder gnediglich und gleicherweis
                        halten und vollziehen als ob wir des selbs gehandlt und gethon hetten.</p>
          <p>Und ob nun aus übersechen oder in anderweeg von uns ainicherlei über und
                        wider dise unser ordnung und der landtagshandlung und bewilligung zuwider
                        ausgieng, des doch bei unser hofcamercanzlei zum besten verhüet werden solt
                        und wir desselben von unsern camerräthen bericht und erinnert werden, wellen
                        wir dasselbig gestracks abschaffen und angezaigte ordnung in irem wesen
                        bleiben und nach derselben die sachen handlen lassen.</p>

          <p>Und obgemelten unsern statthalter, camerräthe, camersecretari, puechhalter,
                        camerkanzleischreiber unserer raitcamer sullen ire pflicht, die ain jeder
                        uns gethon hat und konftiglich thuet, dahin pinden, das si von niemands kain
                        muet oder gab oder dergleichen verehrungen noch auch on unser vorwissen und
                        zuelassen von andern fürsten, herrn oder stetten, kain <pb
              facs="http://www.archive.org/stream/diebehordenorgan00rose#page/315" n="315" xml:id="S.315"/> provision noch
                        dienstgelt nemben, sich auch mit niemands in gsellschaft der kaufmansgwerb,
                        handtierung und münzhandlung begeben, und so ainer oder mer darin were, sich
                        derselben entschlagen, daraus thuen und verlassen, doch so ainer oder mer
                        perkwerchsthail oder verwaltung und herrschaften in unsern landen pflegs-
                        oder bestandsweis innen hette, mag er dieselben behalten, auch wol
                        dergleichen perkwerchsthail und pflegen annemen, aber so bei gedachter unser
                        camer von sachen gehandlt wurdt, perkwerch oder die pflegen und verwaltung,
                        damit dieselbig unsere räthe und diener verwondt sein betreffend, so sollen
                        dieselben räthe und personen abtretten und nit darbei sein.</p>
          <p>Und in solchen vorbestimbten sachen haben unser camerräthe gnuegsamen gwalt
                        nach ausweisung der vorgemelten articl, wie die clerlichen in sich halten,
                        darin si als unser getreu räthe und diener, allen müglichen fleiss fürkeren
                        sollen.</p>
          <p>Und damit aber diser unser ordnung und instruction in allen punkten dest
                        stattlicher nachgehandlt und gelebt werde, so wellen wir oftgemelten unsern
                        camerräthen hiemit bei iren pflichten aufgelegt und eingebunden haben, das
                        si dieselb zu jedem quartal für die hand nemben und fleissig übersechen und
                        lesen, damit inen die sovil mer in gedechtnus darnach zehandlen und nichts
                        darin nachzesehen bleib, doch wellen wir uns vorbehalten, dise unser
                        instruction in ainem oder den andern weeg, wie sich die notturft und
                        glegenhait zuetragen mecht, zemindern, zu mehren und zuverändern, doch soll
                        solche verkerung der angeregten landtagsbewilligung und unserm gnedigisten
                        erbieten nit zugegen sein.</p>
          <p>Auf das alles also unsere cammerräthe laut diser unser gesezten ordnung in
                        allen und jeden punkten und articln mit bestem und getreuistem fleiss
                        zehandlen wissen, wie wir inen dann genediglich vertrauen ungeverlich mit
                        urkund dits briefs. geben zu Triendt den 18. tag des monats septembris anno
                        36, unserer reiche des römischen im 6. und der andern im 10.</p>
          <p>
            <persName>Ferdinand</persName>.<lb/> Ad mandatum domini<lb/> regis proprium.<lb/>
            <persName>H. Neüner</persName>. </p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
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