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      <titleStmt>
        <title>Salzburg Empörungsordnung 26. November 1526</title>
        <author corresp="marcrelator:aut">
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            <forename>Matthäus</forename>
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            <forename>Friedrich</forename>
            <surname>Leist (Hrsg.)</surname>, </persName>
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            <forename>Heino</forename>
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                        Geisteswissenschaften, Universität Graz</orgName>
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                        Geisteswissenschaftliches Asset Management System</orgName>
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                        Commons BY-NC 4.0</licence>
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        <title ref="http://gams.uni-graz.at/repat">Repertorium.at - Archiv des Repertoriums
                    digitaler Quellen zur österreichischen und deutschen Rechtsgeschichte in der
                    Frühen Neuzeit von Heino Speer</title>
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          <resp>Projektleitung</resp>
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            <surname>Speer</surname>
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      </seriesStmt>
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <title>Salzburg Empörungsordnung</title>
          <date when="1526-11-26">26. November 1526.</date> In: <editor corresp="marcrelator:edt">
            <persName ref="https://d-nb.info/gnd/116885033">
              <forename>Friedrich</forename>
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          </editor>
          <series>Quellenbeiträge zur Geschichte des Bauern-Aufruhrs in Salzburg 1525 und
                        1526. = Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 27</series>
                        (<publisher>Gesellschaft für Salzburger Landeskunde</publisher>
          <pubPlace corresp="marcrelator:pup">Salzburg</pubPlace>
          <date when="1887">1887</date>) <biblScope from="241" to="408">241-408</biblScope> Hier: <biblScope from="385" to="395">385-395.</biblScope>
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      <editorialDecl>
        <p>Quelle: Friedrich Leist, Quellenbeiträge zur Geschichte des Bauern-Aufruhrs in
                    Salzburg 1525 und 1526, in: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger
                    Landeskunde 27 (1887) 241-408 (385-395)</p>
      </editorialDecl>
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      <projectDesc>
        <p>Teil von <ref target="info:fedora/context:repat" type="context">repat</ref>
        </p>
        <p>Das Projekt archiviert die digitalen Quellen zur österreichischen und deutschen
                    Rechtsgeschichte in der Frühen Neuzeit, die Heino Speer seit 2007 gesammelt
                    hat.</p>
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        <prefixDef ident="marcrelator" matchPattern="([a-z]+)" replacementPattern="http://id.loc.gov/vocabulary/relators/$1">
          <p>Institutionelle und Personale Rollen taxonomie</p>
        </prefixDef>
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          <p>Datums Taxonomie</p>
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              <term type="territorium">
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                <date type="dcterms:temporal" when="1526">1526</date>
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        <head>Salzburg Empörungsordnung 26. November 1526</head>
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          <pb facs="https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb11555678?page=389" n="385" xml:id="S.385"/>
          <head>101 (107). Ordnung den fridt im stifft vnd land Salzburg zu haben vnd
                        empörung vnd aufstandt zu fürkhomen.<lb/> 26. November 1526</head>

          <p>Als vber vnd wider den fürstlichen vertrag durch den durchleuchtigen
                        hochgebornen fürsten, herzog Ludwigen in Bairn etc., in dem vergangen fünff
                        vnd zwainzigisten jar vor Salzburg aufgericht, dennocht vil vngeschickter
                        handlungen von frembden vnd inlendischen personen geübt seind worden, das
                        dann der hochwirdigist fürst vnd herr herr Matheus, der heiligen Römischen
                        kirchen Cardinal erzbischoue zu Salzburg etc., vnser genedigister herr, vnd
                        seiner fürstlichen gnaden vnd derselben stiffts gemaine landtschafft von
                        allen stendten in dem landtag in der vasten jüngst verschiner genedigelich
                        vnd treulich beherzigt, auch zu abstellung solicher handlungen vnd
                        vngehorsam ain fürnemen ainer ordnung gethan, aber aus vrsachen des newrn
                        vnuersehnen aufstandts vnd kriegs sollich ordnung zu khainer execution vnd
                        volziehung gebracht haben, was abfal, schaden <pb
              facs="https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb11555678?page=390" n="386"
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                        vnd verderben seiner fürstlichen gnaden vnd derselben stifft landen vnd
                        leuten daraus entstanden vnd eruolgt, das ist am tag vnd vor augen. Dieweil
                        dann solicher newer aufstandt mit hilf vnd gnad des allmechtigen gottes
                        durch die löblichen stände des zu Schwaben, auch bemelten vnsern
                        genedigisten herrn vnd seiner fürstlichen gnaden gehorsame landtschafft
                        widerumb zue rue gestellt vnd durch der bemelten pundtstende verordent
                        commissari vnd kriegsräte zuerhaltung khünfftiger gehorsam vnd aines
                        beständigen fridens im stifft vnd land Salzburg den aufruerigen abgefallen
                        gerichten etlich articl fürgehalten. Darauf sy dann den newen fridt vnd
                        gehorsam vnd anders geschworen haben, auch uerrer dieselben der pundtstände
                        commissari vnd räte in den andern gerichten gehorsamen des stiffts
                        zuerhaltung fridt vnd rue in etlich weg ordnung vnd mas gegeben vnd durch ir
                        offen mandat vnd brief ausgeschriben haben, so gebürt nun mer obgemelten
                        vnserm genedigisten herrn von Salzburg als herrn vnd landtsfürsten, auch
                        seiner fürstlichen gnaden landtschafft vnd vnderthanen von allen stenden,
                        die eer, trew, frid vnd rue lieb haben, darob zehalten vnd daran ze sein,
                        damit solhen articln vnd ordnungen furter also gelebt vnd gebürliche
                        gehorsam, fridt vnd rue im stifft erhalten werde. Daneben hat auch sein
                        fürstliche gnadt vnd ain landtschafft von allen stenden hocherwogen vnd
                        bedacht, dieweil in dem obgemeltem andern vnd newen aufstandt etwo vil der
                        pösen, leuchtfertigen vnd aufruerigen leut, aufwigler vnd rädlfuerer
                        auftretten vnd noch in ainer dapfern anzal in fluechten sein, von denen dann
                        die gehorsamen frumen vnderthanen nichts anders dann schaden, vnrat, mord,
                        prant vnd dergleichen geuerlichait zugewarten haben, darzu auch, das
                        dieselben flüchtigen vnd ir anhenger im stifft widerumb newe meutterey,
                        aufruer vnd aufstendt durch ir pös vergifft handlungen vnd praktiken üben
                        vnd machen möchten, wo denselben flüchtigen vnd iren anhengern nit für vnd
                        für ernstlich nachgestelt vnd sollichen iren pösen praktiken vnd handlungen
                        mit gueter fürsehung zeitlichen entgegen gegangen wurde. Demnach so haben
                        sich bemelter vnser genedigister herr vnd seiner fürstlichen genaden gemaine
                        frume landtschafft von allen stenden auf disem gegenwurtigen landtag zu
                        handhabung des gemainen fridens vnd gebürlicher gehorsam, auch landt vnd
                        leut vor merern schaden vnd verderben zuuerhuetten, dieser nachuolgunden
                        ordnung mit einander vergleicht <pb
              facs="https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb11555678?page=391" n="387" xml:id="S.387"/>
                        vnd fürgenomen, die auch die von gerichten vnd die verwantn der perckhwerch
                        durch ir gesandt anwalde vnd versigelt gwaltsbrief also angenomen vnd die
                        bey den pflichten, eeren vnd aiden, damit sy seinen fürstlichen gnaden als
                        landtsfürsten verwant seien, zuhalten vnd zuuolziehen, zuegesagt haben bei
                        den peenen vnd straffen darinen, wie hernach volgt, begriffen, weliche
                        ordnung auch durch sein fürstlich gnadt vnd derselben landtschafft von allen
                        stenden ernstlich vnd stattlich gehandthabt vnd wider verprecher strackhs
                        volzogen werden solle.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1">
          <head>[Art. 1] Handhabung des pundtischen aids vnd anderer irer
                        ausschreiben.</head>
          <p>Erstlich so soll ob den obgemelten articln des neuen aidts, auch was der
                        pundtsstende commissari in den gehorsamen gerichten vnd in den perckhwerchen
                        geordent, fürgenomen vnd ausgeschriben haben, vestigelich gehalten vnd
                        denselben articln vnd beuelhen, was vnd souil darinen bisher nit exequiert
                        vnd volzogen worden ist, nachmals gelebt vnd nachgegangen werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.2">
          <head>[Art. 2] Besterckhung der pfleger vnd richter.</head>
          <p>Verrer so ist fürgenomen, das vnser genedigister herr pis auf seiner
                        fürstlichen gnaden wolgefallen ainen yeden phleger, landt- vnd perckhrichter
                        zu handthabung der yezgemelten der pundtsstände verordentn commissari vnd
                        räte ausgangen schrifften vnd ordnungen auch dieses gegenwärtigen fürnemens
                        ain zuesaz vnd besterckhung mit ainem, zwayen, drey oder vier knechtn oder
                        mer nach gelegenhait vnd grosse aines yeden gerichts auf ain zeit, so lang
                        es die notdurfft eruordern will, thuen soll.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.3">
          <head>[Art. 3] Viertlmaister.</head>
          <p>So sollen auch in ainer yeden stat vnd markt, auch in den landt- vnd
                        perkhgerichten, nach gelegenhait irer grös ains, zway, dreu oder mer viertl,
                        stäb oder zehen, wo die vor nit getailt sein, gemacht vnd in ainem yeden
                        viertl, stab oder zech ainer oder zwen viertlmaister durch die gerichts
                        obrigkhait derselben ort fürgenomen vnd alweg zu halben jaren abgewechslt
                        werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.4">
          <head>[Art. 4] Wie sich die viertlmaister halten sollen.</head>

          <p>Dieselben viertlmaister sollen an ainem yedem ort irer fürgesezten obrigkhait
                        sonderlich verpflicht sein vnd für sich selbs in den viertln ir yedes
                        gezirkhs ausserhalb irer obrigkhait sondern beuelch <pb
              facs="https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb11555678?page=392" n="388" xml:id="S.388"/>
                        nichts handln, sonder derselben irer obrigkhait beuelch in allen dingen
                        gehorsamlich wartten vnd geleben, was durch dieselb ir obrigkhait mit aufpot
                        vnd in ander weg inen beuolhen vnd verschaffen wirdet. Sy sollen auch
                        derselben irer obrigkhait auf all irer Ordnung, so sich ain eilende
                        empörung, prunst oder anders zuetrueg, beystendig vnd rätlich sein, auch
                        nach irem pesten vermugen verhelffen, die vor ausgangen der pundtsräte
                        beuelch vnd ordnungen, auch dises fürnemen getreulich zuuolziehen vnd
                        handtzuhaben.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.5">
          <head>[Art. 5] Wo ain yedes viertl zusamen khomen soll.</head>
          <p>Item ain yede oberkhait soll sich mit iren nachgesezten viertlmaistern in
                        ainem yeden gericht aines sondern plaz verglaichen vnd denselben den
                        vnderthanen in yedem viertl anzaigen vnd benennen, darauf die vnderthanen
                        desselben viertls sambt irem viertlmaister, wo es durch ainich empörung oder
                        feuersgwalt oder in ander wege die notturfft eruordern wurde, zusamen khomen
                        sollen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.6">
          <head>[Art. 6] Das ain gericht dem andern hilf thuen soll.</head>
          <p>Wo dann zu zeiten ain phleger, landt- oder perckhrichter in den gerichten ir
                        yedes verwesung zu ainer execution oder handlung vnd sonderlich, so sich
                        etlich pös aufruerisch muetwillig leut in ainer anzall beyeinander
                        enthielten oder verstandt hetten, das derselb phleger, landt- oder
                        perckhrichter mit seinen knechtn vnd den nachgeseztn viertlmaistern nit
                        getrauet, starckh genueg zu sein vnd die zubestätten, dem sollen die phleger
                        vnd richter der negstanstossenden gericht mit sambt iren knechtn vnd
                        viertlmaistern auf sein schrifftlich oder mündtlich ersuechen hierin
                        vnuerzogenlich hilf vnd beystandt beweisn, damit das übl bey der zeit
                        vnderkhomen vnd neue aufruer vnd vngehorsam verhuett werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.7">
          <head>[Art. 7] Etlich knecht aus den viertlen fürzenemen.</head>
          <p>Es soll auch ain yeder phleger vnd richter mit ainem yeden seinen
                        nachgesezten viertlmaister sich dermassn versteen, also, wann er in ainer
                        not vnd eyl etlich knecht notdürfftig, das ain yeder viertlmaister in seinem
                        viertl etlich guet erber knecht fürneme, die ime in ainer not beystandt
                        thuen vnd auf all sein eruordrung gehorsam sein.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.8">
          <head>[Art. 8] Dem aufbot gehorsam zu sein.</head>

          <p>Demnach so soll ain yeder haushaber vnd angesehener mann bey seiner sumen
                        knechten, arbaitern vnd inleutn daran vnd darob <pb
              facs="https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb11555678?page=393" n="389" xml:id="S.389"/>
                        sein, damit sy sich auf eruordrung der oberkhait vnd irer viertlmaister in
                        allen aufboten vnd notdürfften gehorsamlich erzaigen, hilflich vnd
                        beystendig seyen, sich auch sonst allenthalben eerlich vnd redlich halten
                        ynd niemandt zu widerwertigkhait bewegen noch vrsach geben. Wo sich aber
                        ainer oder mer nit dermassen sonder vngehorsam vnd vngebürlich halten wolten
                        oder wurden, so sollen die angesessenen khainswegs dieselben weiter halten,
                        noch sy die obrigkhait die gedulten.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.9">
          <head>[A. 9] Verpoten weern.</head>
          <p>Vnd nachdem aber die gericht im gebürg all ir kriegsweren, als hellenpartn,
                        lang spiess, püchsn, stächl, schlachtschwerdt vnd dergleichen lang
                        kriegswern auf das fürnemen vnd ordnung der pundtstendte verordent
                        commissari vnd räte von inen gethan, auch inen fürter zu haben verpoten
                        sein, damit dann, so zu zeitn durch die oberkhaitn in ainer not vnd eil
                        ainem viertl oder etlichen aus inen aufgeboten wurde, an notdurfftigen wern
                        nit mengl sey, so soll vnser genedigister herr ainer yeden
                        gerichtsobrigkhait, nemblichen in den gerichten, darin den vnderthanen die
                        weeren genomen worden sein, souil von allerlay weern verordnen vnd
                        zuestellen, das ain yeder phleger vnd richter nach gelegenhait der grös
                        seines gerichts von dreissig bis in vierzig oder fünffzig mannen gewört
                        machen mug.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.10">
          <head>[Art. 10] Hausweern.</head>

          <p>Dieweil auch sonderlich in den gerichten im gebürg der gemain paursman mit
                        den wilden schaden thiern vast beschädigt, auch die, so auf den ainöden
                        sizen, zuzeiten durch die muetwilligen pösen leut betrangt vnd benöttigt
                        werden, so hat vnser genedigister herr auf vnderthenig ersuechen vnd pittn
                        ainer gemainen landtschafft vnd der von gerichten genedigelich bewilligt,
                        das die vnderthanen der gericht im gebürg, die hieuor ir weern von inen
                        haben muessen geben, ain yeder nun füronhin widerumb ain thier-spiess vnd
                        ain armprosst, wie das die eehafft tädingen austragen vnd von alter
                        herkhomen ist, bey seinem haus haben. Doch sollen sollich weern zu kirchen
                        noch gassen nit getragen, sonder allain in ainem aufpot vnd auf der
                        oberkhait fordrung zu handthabung vnd rettung derselben, auch zu widerstandt
                        den pösen aufruerigen leutn, auch in den gejaiden der schedlichen thier vnd
                        sonst bey den haüsern gebraucht werden, bey schwärer straif an leib vnd
                        guet. <pb
              facs="https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb11555678?page=394" n="390" xml:id="S.390"/>
          </p>
        </div>
        <div xml:id="NA.11">
          <head>[Art. 11] Prunst.</head>
          <p>Ob sich dann an ainiche ort bey tag oder nacht ein mortprant oder anders
                        feursnot erhuebe, so sollen der oder die verordentn viertlmaister den
                        vnderthanen desselben viertls vnuerzogenlich aufpietn vnd dann allen
                        muglichn vleis haben, das feur zu leschn vnd auszutilgen, vnd von den andern
                        viertln sollen auch etlich dem feur zuelauffen vnd die vbrigen zuainander
                        khomen vnd acht haben, ob sich mitler zeit etwas geuerlichs zuetragen wolt,
                        vnd demselben mit allem vleis, souil inen muglich ist, vor sein vnd etlich
                        aus denselben andern viertln sollen auch anhaimbs beleiben vnd auf irer
                        viertlmaister beschaid wartten, vnd solle verrer sollicher dreyer partheien
                        halben an yedem ende durch phleger vnd richter ain klarer verstandt vnd
                        ordnung gemacht werden, damit, so es darzu khäme ain yeder wissen mug, wes
                        er sich in solhem halten soll. Es soll auch sonderlich auf die verdechtigen
                        personen, die söllich prunstn bestellen oder sonst daran schuld tragen,
                        vleissigelich gesehen werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.12">
          <head>[Art. 12] Gloggenstraich in ainer prunst.</head>
          <p>Desgleichen, ob von wegen des feurs in ainem gericht der gloggenstraich
                        angeen solt, so sollen die viertlmaister noch yemandts anderer den nit
                        angeen lassen, dann auf irer obrigkhait sondern vnd gründlichen beuelch.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.13">
          <head>[Art. 13] Der ain feursnot zu rettn vngehorsam ist.</head>
          <p>Wo sich auch in fürfallenden leuffen vnd feursnötn yemandts vngeschickht,
                        vngehorsam oder frävenlich vnd zu handthahung vnd errettung des gemainen nuz
                        widerwertig erzaigen wurde, der soll durch die obrigkhait an denselben ortn
                        mit hilf der viertlmaister vnd der frumen vnderthanen gestrafft werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.14">
          <head>[Art. 14] Straff der aufruer.</head>
          <p>Item wellicher ain anfenger ainer empörung ist, hilf, rat oder that darzu
                        gibt, der soll vnserm genedigisten herrn als landtsfürsten vnd herrn mit
                        leib vnd guet verfallen sein.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.15">
          <head>[Art. 15] Pundtnuss.</head>

          <p>Item welliche person sich haimblich oder offenlich ainicher conspiration,
                        verainigung, pundtnuss, pös pratickn oder contract zumachen vndersteen wurde
                        oder machet, die sollen on alle gnadt leib vnd guet verfallen sein. <pb
              facs="https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb11555678?page=395" n="391" xml:id="S.391"/>
          </p>
        </div>
        <div xml:id="NA.16">
          <head>[Art. 16] So ain ganze gemain aufstuende.</head>
          <p>Item wo sich ain gemainde oder der merer thail in stettn, märkhtn, gerichten
                        oder auf den perckhwerchen in aufruer oder empörung gäbn oder einliesse, so
                        sollen die vmbligenden phleger, landt- stat vnd perckhrichter vnd ander
                        ambtleut mit iren gerichtsvnderthanen fürderlich nach gelegenhait der
                        aufruerigen zueziehen vnd macht haben, sy zu vberziehen vnd zu straffen. Vnd
                        ob ainer oder mer vnter oder aus den aufruerigen entleibt wurden, so sollen
                        die gehorsamen damit gegen vnsern genedigisten herrn als landtsfürstn nichts
                        verwercht, auch des entleibt freundtschafft oder andern deshalben nicht
                        schuldig sein.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.17">
          <head>[Art. 17] Die frembden aufwigler.</head>
          <p>Dieweil man auch bisher in erfarung befunden hat, auch offenlich am tag ist,
                        das die frembden herlaufenden leut, aufwigler vnd rädlfuerer, die hin vnd
                        wider durch das landt ziehen vnd ires gefallens in den tafernen mit waffen
                        vnd weeren verdächtlich auf der zerung vnd sonst ob den armen leuten ligen
                        mit iren vnwarhafftigen mären vnd possen vil mertterey, empörung vnd
                        rottierung gemacht vnd die gehorsamen frumen vnderthanen zu vngehorsam,
                        aufruer vnd widerwertigkhait bewegt haben, damit dann sölh leuchtfertig
                        personen für im landt nit gedult auch merer gemaines landts verderben
                        verhüett werde, so ist fürgenomen, das aufs peldest in allen gerichten
                        offenlich beruefft werde, das alle die, so nit angesessen sein, auch weder
                        arbait, dienst oder ander redlich vrsach, noch auch kheinen versprechen
                        haben, in vierzehen tagen nach solher berüeffung sich aus dem stifft vnd
                        landt thuen vnd weitter darin nit aufhalten noch betretten lassen
                        sollen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.18">
          <head>[Art. 18] Leut beherbergen.</head>

          <p>Item das auch nun fürter khain wirt noch gastgeb in stetten, märkhten oder in
                        gerichten auf dem lande, auch bei den ainlezigen tafernen, desgleichen auch
                        ander vnsers genedigisten herrn vnd des stiffts vnderthanen vnd landtsässen
                        niemandt von sondern personen noch vil weniger auch rott oder anzall volkhs
                        behausen, beherbergen noch aufenthalten sollen, es wisse dann für sölh
                        personen zuuersprechen bey Vermeidung schwerer straff an leib vnd guet. Ob
                        auch solh verdächtig personen in ain wirthshaus oder zu andern heüsem
                        khämen, <pb
              facs="https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb11555678?page=396" n="392" xml:id="S.392"/>
                        so sollen die wirtsleut solich personen irer gerichtsoberkhait aufs peldest,
                        als sy mugen, anzaigen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.19">
          <head>[Art. 19] Falsch posten.</head>
          <p>Es sollen auch die phleger vnd richter in iren verwesungen mit ernst darob
                        sein vnd selbst ir guet aufmerkhen haben, auch darauf haimblich
                        khundtschafften bestellen, wo yemandt, er sey frembt oder ain landtsman,
                        ausserhalb der oberkhait wissentlich beuelch neue geschray, posten oder
                        mündtliche potschafften in das landt vnder das gemain volckh pringen oder
                        zuuerkhunden vndersteen wurde, von aufruer oder veindgeschray, oder sonst
                        der oberkhait zuwider, das dieselben bey den nägsten, do sy betretten,
                        vänckhlich angenumen werden vnd durch die oberkhait ob inen peinlich
                        erkhundigung beschehe, von wemb oder warumb sy söllich posten vnd geschray
                        fueren vnd in das landt vnd das gemain volkh pracht vnd nit zuuor die
                        oberkhait damit ersuecht haben. Vnd so man ir geferde vnd mertterey durch
                        bekhanntnus oder ander gleublich anzaigen erfindet, alsdann sollen sy nach
                        gestalt der sachen vnd ires verschuldens an leib vnd guet gestrafft
                        werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.20">
          <head>[Art. 20] Fürschieber der falschen posten.</head>
          <p>Desgleichen soll man auch gegen denen handlen, die solh frembt vnd newe
                        posten, wann die an sy gelangen, weitter fürschieben oder verkhunden vnd der
                        oberkhait nit fürderlieh anzaigen, sondern verschweigen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.21">
          <head>[Art. 21] Khainen sendtbrief in der gemain verlesen.</head>
          <p>Item es soll auch offenlich veruefft vnd niemants gestat werden, das in der
                        gemain verschlossen oder offen brief, so zuzeiten den gerichten von andern
                        orten zuegeschriben möchten werden, vnd sonderlich die brief von den
                        flüchtigen vnd austretten, sy lautten an die gericht oder sonder personen,
                        verlesen, sonder mit ernst vnd vleis bestelt vnd darob gehalten werden, das
                        die alzeit zu handen der oberkhait geantwurt bey schwärer straff an leib vnd
                        guet.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.22">
          <head>[Art. 22] Schläminger.</head>

          <p>Item all die, so in dem ersten aufstandt von Schläming, es sein knappen oder
                        ander, entwichen vnd denen vormals durch vnsern g. herrn das landt verpoten
                        ist, sollen fürter im stifft vnd landt Salzburg auch nit behaust, gehöfet
                        vnd aufgehalten werden. <pb
              facs="https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb11555678?page=397" n="393" xml:id="S.393"/>
          </p>
        </div>
        <div xml:id="NA.23">
          <head>[Art. 23] Saffoyer.</head>
          <p>Item den Saffoyern, Schotten vnd andern kramern soll fürter ausserhalb der
                        gewöndlichen jarmärkt im landt zu hausiren auch nit gestatt. Wo aber ainer
                        darüber betretten, dem solle durch die oberkhait sein kram vnd guet zu
                        vnsers genedigisten herrn handen genomen werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.24">
          <head>[Art. 24] Landtsknecht vnd spilleut.</head>
          <p>Desgleichen soll auch den landtsknechten, hoffierern vnd andern spilleuten im
                        landt zu hausiern auch nit gestatt, sonder, wo solh personen betretten,
                        sollen die allweg in dreyen tagen aus dem landt geschafft oder wo ain solhe
                        person etwas verdächtig war, alsdann vänckhlich angenomen werden vnd irer
                        handlung notdürfftige erkhundigung durch die oberkhait an ir beschehen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.25">
          <head>[Art. 25] Winckl tafern.</head>
          <p>Item all winckl vnd neue tafern sollen laut der vorausgangen mandat aufgehebt
                        vnd verpoten seyn vnd fürter aufzurichten nit gestatt, auch solhes nochmals
                        offenlich beruefft werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.26">
          <head>[Art. 26] Bey nächtlicher weyl in den tafernen nit sizen.</head>
          <p>Item khain wirdt oder gastgeb in stetten, märckhten oder in den tafernen auf
                        dem landt soll füran vber acht vr zu abents oder vngeferlich zwo stundt in
                        die nacht an den zechen, am spil, bey den leichtfertigen frauen, noch ander
                        leichtfertig wege niemandts sizen lassen. Wer das vberfuere, der soll nach
                        vngnaden gestrafft werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.27">
          <head>[Art. 27] Spil, gotzlesterung, zuetrinkhen.</head>
          <p>Es soll auch offenlich beruefft vnd ernstlich verpoten werden, vnzimblich
                        spil in haüsern, auch auf den muster pläzen vnd in ander weg, darzu auch die
                        gotzlesterung vnd das zuetrinckhen bey schwärer straff an leib vnd guet.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.28">
          <head>[Art. 28] Der pawrsleut claidung.</head>
          <p>Es sollen auch die phleger vnd richter nit gestatten dem gemainen paursman
                        vnd iren knechten, die landtknechtischen pirret vnd zerschnitten oder
                        getailt hosen oder wamäs furter zuetragen, sonder daran sein, das sich die
                        mit erbern, zimblichen vnd irem verstandt gepurlichen klaidern
                        beschaiden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.29">
          <head>[Art. 29] Das sich niemandts der kriegs-ämbter vnderstee.</head>

          <p>Es soll auch niemandts gestatt werden, sich on beuelch der oberkhait ainicher
                        haubtmanschafft, rotmaister ambts oder aines <pb
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                        andern solhen khriegsambt zu vndersteen, bey verlierung leibs vnd guets.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.30">
          <head>[Art. 30] Sturmbgloggen verwaren.</head>
          <p>Item sollen allenthalben bey den mesnern vnd kirchen die pfleger vnd richter
                        mit ernst vnd vleis bestellen vnd ordnung geben, das an ainem yeden
                        kirchenthurn ain guete versperte thür vnd die schlüssel wolbewart gemacht
                        werden, damit durch leuchtfertig muetwillig oder ander personen on wissen
                        vnd willen der oberkhait khain sturmb- oder gloggenstraich angee noch
                        beschehe, es sey dann vor auch durch die oberkhait aus gegründten
                        genuegsamen vrsachen beratschlagt vnd sie sich dermassen erkhundet, das es
                        die notdurfft eruordert.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.31">
          <head>[Art. 31] Gloggenstraich in ainer aufruer.</head>
          <p>Welche person auch den gloggenstraich on vorwissen vnd bewilligung der
                        oberkhait also angeen lässt, soll auch an leib vnd guet gestrafft
                        werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.32">
          <head>[Art. 32] Khain kriegsweer in das landt zufüeren.</head>
          <p>Item all verpoten kriegsweeren als hellenparten, lang spies, püchsen,
                        schlachtschwerdt vnd dergleichen weeren sollen hinfüran on zuelassen der
                        oberkhait im landt nyndert gemacht noch auch durch in- vnder- oder auslender
                        on sonder vnsers genedigisten herren vergunen vnd erlaubnus darein nit
                        gefuert vnd verkhaufft werden, bey verlierung solher weeren, wo die
                        betretten werden, darzue auch bey schwärer straff.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.33">
          <head>[Art. 33] Saliter-pulver machen.</head>
          <p>Es soll auch offenlich beruefft werden, das alle die, so saliter vnd pulver
                        machen, auch püchsenkugel giessen oder schmiden khünnen, sich nach solher
                        berueffung in dreyen tagen in ainer yeden stat, marckht oder gericht bey
                        irer obrigkhait anzaigen bey ainer straff. Von denselben soll durch die
                        oberkhait ernstlich glüb vnd porgschafft aufgenomen werden, das khainer
                        ausserhalb sonderer bewilligung vnsers genedigisten herren solh saliter vnd
                        puluer nit machen, noch auch die khugln giessen oder schmiden wolle, bey
                        verlierung leibs vnd guets.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.34">
          <head>[Art. 34] Die wald von den strassen zeraumen.</head>

          <p>Die phleger vnd richter sollen auch bey den vnderthan vnd gerichtsleutn ir
                        yedes verwesung bestellen, das sy auf das pöldest <pb
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                        allenthalben die wäld vnd das holz von vnd bey den landtstrassen abmayssen
                        vnd raumen, damit sich die pösen verdechtlichen leut bey den strassen nit
                        vmbziehen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.35">
          <head>[Art. 35] Schantzen vnd pollwerch.</head>
          <p>Desgleichen sollen auch die phleger vnd richter die pollwerch vnd schanzen
                        allenthalben in den gerichten mit vleis besichten vnd was derselben noch
                        vnzerrissen sein, die zu behuettung gemaines landts für ainen frembden
                        einzug dienstlich sein möchten, die sollen vnabgethan bleiben vnd für vnd
                        für gepessert werden. Die andern pollwerch vnd schanzen all sollen sy
                        verschaffen abzubrechen vnd aufzuscheittern.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.36">
          <head>[Art. 36] Bereytung der tafern vnd heuser.</head>
          <p>Vnd soll ain yeder pfleger vnd richter in seiner verwesung offtmals die
                        tafernen, auch die verdechtlichen vnd ander heuser, darin sich die leut
                        versamblen vnd aufhalten oder anders wider dise ordnung vnd fürnemen
                        gehandlt werden möcht, bereiten, besuechen vnd die gest vnd ander
                        verdechtlich personen rechtuertigen vnd den verpotnen weeren vnd anderm
                        nachfragen, auch was sy vnfuegs darinen finden, dasselb ernstlich abstellen
                        vnd straffen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.37">
          <head>[Beschluss]</head>
          <p>Dise obgemelte ordnung soll also in allen bemelts vnsers genedigisten herrn
                        cardinals erzbischouen zu Salzburg etc. stetten, märckhten vnd gerichten
                        seiner fürstlichen gnaden stiffts vnd lands durch menigelich vnd vestigelich
                        gehalten vnd volzogen werden, bey vermaidung seiner fürstlichen gnaden
                        schwären straff vnd vngnadt, die auch sein fürstlich gnadt ir vnd iren
                        nachkhomen zu myndern vnd mern oder gar abzuthuen hiemit gänzlich vorbehelt.
                        Beschehen vnd geben zu Salzburg vnder obgemelts vnsers genedigisten herm
                        hinfürgedruckhtem secrete am sechs vnd zwainzigisten tag nouembris anno
                        domini im sechs vnd zwainzigisten.</p>
        </div>
      </div>
    </body>
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