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      <titleStmt>
        <title>Gerichtsordnung des Fürstbischofs Christoph von Stadion vom 1. Dezember
                    1518</title>
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            <surname>Wolff (Hrsg.)</surname>
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                        Geisteswissenschaften, Universität Graz</orgName>
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                        Geisteswissenschaftliches Asset Management System</orgName>
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        <date when="2025">2025</date>
        <pubPlace corresp="marcrelator:pup">Graz</pubPlace>
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        <title ref="http://gams.uni-graz.at/repat">Repertorium.at - Archiv des Repertoriums
                    digitaler Quellen zur österreichischen und deutschen Rechtsgeschichte in der
                    Frühen Neuzeit von Heino Speer</title>
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          <resp>Projektleitung</resp>
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            <forename>Heino</forename>
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          <author corresp="marcrelator:aut">
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              <forename>Christoph</forename>
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          <title>Gerichtsordnung vom 1. Dezember 1518.</title> In: <editor corresp="marcrelator:edt">
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              <forename>Alfred</forename>
              <surname>Wolff (Hrsg.)</surname>, </persName>
          </editor>
          <series>Gerichtsverfassung und Prozess im Hochstift Augsburg in der
                        Rezeptionszeit. = Archiv für Geschichte des Hochstifts Augsburg 4</series> (<pubPlace/>
          <date when="1913">1913</date>) <publisher/>
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      <editorialDecl>
        <p>Quelle: Alfred Wolff: Gerichtsverfassung und Prozess im Hochstift Augsburg in der
                    Rezeptionszeit. In: Archiv für Geschichte des Hochstifts Augsburg 4 (1913)
                    319-328.</p>
      </editorialDecl>
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        <p>Teil von <ref target="info:fedora/context:repat" type="context">repat</ref>
        </p>
        <p>Das Projekt archiviert die digitalen Quellen zur österreichischen und deutschen
                    Rechtsgeschichte in der Frühen Neuzeit, die Heino Speer seit 2007 gesammelt
                    hat.</p>
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          <p>Institutionelle und Personale Rollen taxonomie</p>
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          <p>Datums Taxonomie</p>
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        <language ident="de">Deutsch</language>
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      <div xml:id="NA.0">
        <head>Gerichtsordnung des Fürstbischofs Christoph von Stadion vom 1. Dezember 1518
                    :: Transkription Speer 2016</head>
        <div xml:id="NA.Einleitung">

          <p>Die Originalurkunde dieses Gesetzes ist uns nicht erhalten. Für die
                        vorliegende Edition sind drei Kopien benützt, die sich in KN. H 7471 (= A)
                        und H 1163 (= B) sowie in RA. L. Nr. 273, fol. 51 ff. (= C) befinden. Keine
                        der drei Kopien scheint eine Abschrift der anderen zu sein, sondern
                        sämtliche scheinen auf andere Vorlagen zurückzugehen. Während wir bezüglich
                        der Hs. C durch ihren Fundort (Rettenberger Urbar von 1544) genau
                        unterrichtet sind, wann sie geschrieben wurde, fehlen uns für die beiden
                        anderen derartige Nachrichten. Doch dürfte Hs. A die ältere sein, wie
                        sprachliche Eigentümlichkeiten des Textes und die Schriftart des
                        Abschreibers zu erkennen geben. Bei der folgenden Edition sind nur die
                        wichtigeren Varianten kenntlich gemacht, insbesondere soweit sie für die
                        obige Darstellung von Belang sind. <pb
              n="320" xml:id="S.320"/>
          </p>
        </div>
        <div xml:id="NA.Vorwort">
          <head>[Vorwort].</head>
          <p>Wir Cristof von gottes gnaden, bischove zu Augsburg, embieten dem vesten
                        unserm phleger zu Röttenperg, rats und getreuen lieben Endressen von
                        Hochenegk zu Vylsegk, Jörgen Strauben und Hansen Nachtrueb unserm landamann
                        und landschreiber, auch allen unsern richtern, gerichten, underthanen und
                        zugehörigen unser und unsers stifts phleg und tigens Röttenberg unsern grues
                        zuvor: dieweil wir jetzo bei unserm bischoflichen regiment auch hievor bei
                        unsern vorfarn gesechen und erlernt, daß in den vier gerichten gemelter
                        unser phleg und tigens, nämlich zu Röttenperg, Sonthoven, Oberßdorf und
                        Wertach in rechtlichen processen manicherlai missprauch und unordnung
                        gemeinem rechten widerwertig, auch denjenen, so der ende in gerechtigkaiten
                        und spruch auszefueren gedrungen werden, zu geverlichem verzug,
                        verhinderung, daß ir rechtlich anvordrung gar langsam und mit merklichem
                        unnotdurftigem costen erlangen muessen und dardurch etwan unsers stifts
                        underthanen mit fremden außlendischen gerichten umgetriben und in schaden,
                        gefuert werden, bisher gepraucht und in uebung gewest zudem daß dieselbig
                        gericht inen selbs in vil weg widerwertig und nit gleich process des rechten
                        gehalten sein: damit dann solliches alles furkomen zu pesserm stand und
                        ordnung gepracht und meniglichem seines rechtens zum furderlichisten und mit
                        zimlichem costen verhelfen, dergleich die rechtsprecher mit unnotdurftiger
                        mue und versaumnus irer arbeit nit beladen werden, so haben wir samt unsern
                        räthen auf verhöre und ﬂeissigen bedacht euers zugesanten anzaigens und
                        ratschlag ein gemeine gerichtsordnung, damit, wie wir achten, niemands
                        beschwert, besonder die gerechtigkait hoch gefurdert und meniglichem darzue
                        verhelfen werde, verfassen und aufrichten lassen, euch hiemit ernstlich
                        bevelchend, ir wolt, sovil ain ieden dieselbig ordnung beruert, darob sein
                        und verschaffen, auch ir, des stifts underthan, dasselbig gehorsamlich
                        annemen, damit sollicher ordnung in gemelten vier gerichten bis auf unser
                        oder unserer nachkomen endrung oder widerruefen, die wir uns hierin
                        vorbehalten, gestracks nachgegangen, gelöpt und dawider in kainen weg gethan
                        noch niemands beschwert werde, bei vermeidung unser ungnad und straf, das
                        wellen wir uns also zu euch genzlich verlassen und darzue in gnaden erkennen
                        und laut gedachte gerichtsordnung von wort zu worten also:</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1">
          <head>[Artikel 1]. Wann gerichtstag gehalten soll werden.</head>
          <p>Zum ersten soll alweg und in jedem gericht auf montag, am ersten zu
                        Oberßdorf, am andern zu Sonthoven, am dritten zu Wertach und am vierten zu
                        Röttemperg, und sunst nit dann sovers die notdurft eraischt, gerichtztag
                        gehalten werden, doch wo es gesten oder andern nach gelegenhait der sachen,
                        so not thun, möcht man inen mit gunst der herrschaft hiezwischen recht
                        ergeen lassen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.2">
          <head>[Art. 2]. Welcher fur ain gast zugelasssen soll werden.</head>
          <p>Item es soll keiner dann wellicher die gerichtzstat in einem tag nit ergan
                        mag, fur ein gast zugelassen werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.3">
          <head>[Art. 3] Von vertrostung zum rechten.</head>
          <p>Item ein jeder, so ausserhalb der herrschaft oder dem gerichtzwang gesessen,
                        ist schuldig dem gerichtzeinsessen, so das an in begert wirdet, rechtliche
                        vertrostung ze thun und dieselbigen, wa ers vermag, mit ainem andern
                        gerichtzverwandten, wa nit, mit anlobung an gerichtzstab um gemein und
                        burgerlich hendl zu erstaten, daran der ander tail benuegig sein soll.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.4">
          <head>[Art. 4]. Wie ain jeder der sportulen halb gehalten werden soll.</head>
          <p>Item dieweil ein gast sich in seinen rechthandlungen der gemainen gerichtztag
                        benuegen last, so soll er auch wie ein andrer gerichtzeinsass mit den
                        sportulen gehalten werden; es soll auch ain jeder rechtsprecher als wie ain
                        anderer sportulen zu geben schuldig sein, ime werden dann dieselbigen oder
                        etwas daran guetlich nachgelassen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.5">
          <head>[Art 5]. Was sportulen geben werden sollen.</head>
          <p>Und so also ain parthei mit dem fursprechen angedingt furgestanden, ist si
                        dem landschreiber, ir furgetragen sachen zu beschreiben, brief zu lesen
                        etc., funfzechen phening, den rechtsprechern zwu mas wein, was er gült, und
                        dem gerichtzknecht alein der clager, das gericht zu samlen, sechs phening zu
                        bezalen schuldig und welche parthei jedes rechtags brief ergangner handlung
                        nimt, sollen die funfzechen phenning, gegen landschreiber deselben tags
                        ausgeben, am briefgelt hienach abgezogen werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.6">
          <head>[Art. 6]. Daß zu Röttenberg der clager ohngerechtet sportulen geben
                        soll.</head>
          <p>Item sodann die rechtsprecher zu Rottenperg, so gar vern zusamen komen
                        muessen und inen eins tails uf ain tag wider haimzukomen nit müglich,
                        deshalb die sach ein merklichen costen erhaischt, ist inen also von jeder
                        parthei, so rechtlich handlt, oder ob sich die partheien vor rechthandlung
                        guetlich vertriegen, dannocht vom clager, dieweil das gericht auf sein
                        begeren zusamenkomen, die sportulen und namlich für zwen tail vier maß wein
                        zu ervordern zu geben.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.7">
          <head>[Art. 7]. Der lon fur ze pieten.</head>
          <p>Item so ist fur ze pieten den gerichtzknechten dermassen verordnet, namlich
                        zu Oberßdorf im ﬂecken zwen phenning, ausserhalb des ﬂeckens in der pharr
                        sechs phening, in Vischiner pharr, Langenwangen, Teuffenpach und Winckl acht
                        phenning, in Burger pharr zechen phening, aber ausserhalb Vischiner pharr,
                        was in das gericht gehört, zwelf phenning.</p>
          <p>Dann zu Sonthoven im markt zwen phenning, ausserhalb in der pharr sechs
                        phenning, gen Altstetten, Beulemperg, Seyfriedsperg, Hochenweyler und
                        Hindenlang zechen phenning.</p>
          <p>Aber zu Wertach im flecken zwen phening, ausserhalb in der pharr drei
                        phening, gen Mitlberg, Haslach, Faistenowit, Owy, Kressen und Hag sechs
                        phenning, in Schweinbach, Guggenmoß, unser frauen zu den Rainen,
                        Schwartzenperg und Bachtal acht phening und in Kempter wald zechen
                        pfenning.</p>
          <p>Dann zu Röttenberg im flecken zwen phenning, ausserhalb in der pharr sechs
                        phenning, geen Steffans Röttenperg, Wangeretz, Tall, Mospach, Ried,
                        Ottackers, Maislstain, Rottach und dergleichen ein gros, aber gen Durrach,
                        Kembten und was darunder auch jenhalb der Iler und in der Weitnau gelegen
                        ist, von der meil funfzechen phening ungevarlich.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.8">
          <head>[Art 8]. Welche parthei saumig, daß die der andern den costen abtragen,
                        und wie lang ein gericht warten soll.</head>
          <p>Item so dann also rechttag gehalten und furgepoten ist, sollen die partheien,
                        clager und antwurter, zu rechter tagzeit erscheinen; dann welcher one eehaft
                        not daran samig, der soll der gehorsamen seiner widerparthei den
                        gerichtzkosten, ime desselben tags aufgeloffen, jedoch daß im fur sein
                        zerung und saumselin des tags nit mer dann funf schilling haller taxiert
                        werden, nach erkanntnus der rechtsprecher verfallen und vordem er weiter zu
                        recht zugelassen wurdet, zu bezalen schuldig sein.</p>
          <p>Es sollen auch die rechtsprecher uber zwu ur zu warten nit verbunden
                        werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.9">
          <head>[Art 9]. Wie zug erkennt werden sollen.</head>
          <p>Item so dann die partheien vorstand und der antwurter gethane clag zu
                        verantwurten zug begert, so soll um erbschaft, gelegne gueter, eer
                        betreffend und dergleichen sachen sechs wochen und drei tag, aber sunst um
                        gemain sachen bis auf negsten rechttag, dann um bekanntlich schuld,
                        verthedingt gelt und lidlon kein zug erkennt werden, es wer dann, wo eehaft
                        ursachen in diesen fällen vor augen, soll den rechtsprechern hierin ze
                        messigen bevolchen sein.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.10">
          <head>[Art.10]. Daß die fürsprecher nit urtailen sollen.</head>
          <p>Item zu jedem gericht sollen vierzechen rechtsprecher verordnet werden und
                        den partheien allein fursprechen und hierzue von dem gericht kain rat mer
                        erlaupt werden, es soll auch ain jeder fursprech, in der sach er geredt hat,
                        nit urtl geben, sonder in urtailen von dem gericht abtreten.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.11">
          <head>[Art.11]. Von furstellung und nenung der gezeugen.</head>
          <p>Item es soll kain kundschaft mit urtl zugelassen werden, es sei dann durch
                        den clager sein clag lauter und verstendlich eingepracht, auch durch den
                        antwurter mit ja oder nain verantwurt und der krieg pevestigt; es soll und
                        mag auch ein jede parthei fur gezeugen, wen er will, er sei dem ander tail
                        gefreundt oder nit, furstellen, bedarf dieselbigen, vor dem er si furstellt,
                        nit benennen, jedoch soll dem widertail allweg in ir personen und sag nach
                        eroffnung derselben sein einred vorbehalten sein.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.12">
          <head>[Ar†. 12] Wie die zeugen verhört werden sollen</head>
          <p>Item ain jeder gezeug, er sei ain richter oder ander, soll vor seiner sag ein
                        gelerten aide in sachen, darum er furgestellt und gefragt wurdet, ain
                        warhait ze sagen etc. schweren, er wurde dann des von baiden teilen guetlich
                        erlassen, und dieselbigen gezeugen sollen all und allain von geschwornem
                        landschreiber in abwesen der partheien, auch der anderen gezeugen, und one
                        ir underred heimlich verhört, ir sagen beschriben und hienach offenlich vor
                        gericht in beisein der gezeugen und auf ir bekennen, eroffnet und verlesen,
                        darvon dann dem landschreiber von jeder sag aufzeschreiben sechs phening
                        gegeben werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.13">
          <head>[Art 13]. Gerichtz amans unrecht.</head>
          <p>Item, welche parthei der endurtl der hauptsach verlustig, ist dem
                        gerichtzaman funf schilling haller fur unrecht, oder wo sich die partheien
                        vor endurtl guetlich vertriegen, jede dem gerichtsaman funfzehen phening zu
                        bezalen schuldig.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.14">
          <head>[Art.14]. Das sich ain gefreundter rechtsprecher selbs anzaigen
                        soll.</head>
          <p>Item ain jeder rechtsprecher, der sich den partheien oder der ainen one
                        wissen der andern so nach gefreundt erkennt, das er nit zu inen heuraten,
                        soll er das uf den aide anzeigen, und in derselben sach ze urtailen nit
                        sizen, im würde dann das von baiden tailen guetlich zugelassen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.15">
          <head>[Art. 15]. Aidpuessen.</head>
          <p>Item so ein parthei die andern zu dem aid rechtet und denselben von der
                        andern parthei je haben will, soll dieselbig die aidpuessen wie von alter
                        her bezalen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.16">
          <head>[Art. 16]. Appellacion halben.</head>
          <p>Dann der appellacion halben soll es laut bischof Fridrichs gegeben ordnung
                        und bischof Heinrichs jungster endrung der dreissig schilling halben
                        gehalten werden, dann die aus merklicher beweglicher notturft im ganzen
                        stift furgenomen und nit ze endern sein.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.17">
          <head>[Art. 17]. Wie lang die recht beschlossen sein sollen.</head>
          <p>Item es sollen auch nach lands gelegenhait in allen vier gerichten die recht
                        von Petri und Pauli bis auf Michaelis ufgehapt und beschlossen sein und
                        niemand on der herrschaft sonder erlauben und schaffen rechtag gehalten
                        werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.18">
          <head>[Art. 18] Von gastrecht.</head>
          <p>Item so dann einer solchs nit erwarten möcht und von der herrschaft ime also
                        ein gastrecht oder schadengericht zu halten erlangte, soll derselbig zuvor
                        hinder den gerichtzaman vier und zwainzig gros legen, darvon dann doch alein
                        zu Rötemperg dem landschreiber die sach zu beschreiben zwen gros, dem
                        gerichtzknecht das gericht zu samlen vier gros gegeben und das ubrig gelt
                        under die rechtsprecher, nachdem ein jeder verr alher zu geen hat, vertailt
                        werden; aber in den andern dreien gerichten were die rechtbegerend parthei
                        allein dem landschreiber, nachdem und er umb ain ainigen handel uber land
                        reiten und zeren mueß, vier gros, dem gerichtzaman und dem gerichtsknecht
                        jedem zwelf phening und den rechtsprechern acht mas wein zu geben old zu
                        bezalen schuldig.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.19">
          <head>[Art. 19]. Von anfallung der gelegen guet.</head>
          <p>Item dieweil nach landspruch die nechsten freund der gelegen guet, so die
                        fail, fur ander zu gepürlichem kauf vähig sein und darin je zu zeiten gefar
                        und vortail gepraucht würd, so ist deshalb gemacht, das ain jeder, der also
                        ein gelegen guet anfallen oder an sich ze bringen vermaint, vor herrschaft
                        oder gericht ein gelerten aide schweren soll, das er dasselbig guet aus
                        redlicher notturftiger ursach allain im selbs und den seinen zu behalten,
                        one eehaft not kainem andern übergeben, auch deshalb kain gefar brauchen
                        noch unredlichen genies daran emphachen wöll.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.20">
          <head>[Art 20]. Von verpfendung und vergantungen.</head>
          <p>Item dieweil in verphendungen und vergantungen in den vier gerichten
                        ungeleich breuch gewesen, so ist deshalb geordnet, das so die gericht offen,
                        ein jeder durch den gerichtzknecht in schein und mit worten verphendt werden
                        mag, und so also der verphendt in die phandung bewilligt, so soll dieselbig
                        vierzechen tag ansteen bleiben, darnach phand auf clagers beger geholt und
                        vom schuldner von varender hab, soverr die vorhanden, wo nit, von ligenden
                        guetern, doch allweg des dritten phennings mer, dann die hauptsum ist,
                        gegeben werden; so dann dieselbigen phand nit essend, sollen die in das
                        gericht getragen, ob si aber essend, von minder costens wegen im stall
                        stehen bleiben, doch zuvor mit dem schuldner geredt, das er auf höchste
                        straf der herrschaft dieselbigen nit verendere, und nichtzdestminder mag ein
                        zaichen davon aus irem har geschnitten und scheinsweis in das gericht
                        getragen, hiebei dem schuldner zu der gant und hinruefung dieser phand auf
                        morgens verkündt, er kom alsdann und lös die phand oder nit,
                        nichtzdestminder zu rechter tagzeit umb haubtguet und zimlich scheden nach
                        gantrecht hingerueft und failgepoten, und ob der schuldherr an denselben
                        phanden umb hauptguet und scheden nit habhaft noch benuegig, so so sollen
                        mer phand geholt und aber damit nach gantrecht gehandlt werden; dieselbigen
                        hingerueften phand, so si varend, sollen si hinder dem gerichtzaman neun
                        tag, so si aber ligend guet, vier wochen und drei tag dem schuldner ze lösen
                        vorhehalten und in stiller gwer liegen, und so dann der schuldner die phant
                        nochmals nit löste und den schuldherrn unclagtbar machte, so soll und mag
                        hienach der gerichtzaman auf schuldherrn weiter ersuchen vier oder sechs
                        rechtsprecher nach gestalt der sach ze im ervordren, die essenden phand
                        holen, oder so si vor gericht ligen, darüber recht ergeen, dem schuldherrn
                        haimsprechen, ime deshalb gantbrief und darbei zu handhaben, wie recht ist,
                        erkennen lassen.</p>
          <p>Item umb verbrieft schulden mag laut der brief, doch allweg nach rechtlicher
                        ordnung gehandlt werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.21">
          <head>[Art. 21]. Um lidlon, verschiden und verthedingt gelt.</head>
          <p>Dann umb lidlon, verschiden und verthedingt gelt soll der schuldner
                        vorbemelter massen essende, varende oder ligende phand von stund an geben,
                        dieselben in das gericht getriben und hiemit die gant verkündt, auch also
                        umb hauptguet und zimlich scheden hingerueft werden, doch sollen dieselbigen
                        essend oder varende phand dem schuldner von ainem mittag zu dem andern oder
                        die ligenden neun tag zu lösen steen und hienach aber, wie vorstat, mit dem
                        haimsprechen gehandelt werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.22">
          <head>[Art. 22]. Lon vom pfanden zu erlauben.</head>
          <p>Item es soll auch dem gerichtzaman sechs phenning pfand zu erlauben und dem
                        gerichtzknecht von ainem jeden actum, wie vorstehet, von dem fürbieten
                        gelonet werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.23">
          <head>[Art. 23]. Von der urtailen zechen tag bedacht ze nemen.</head>
          <p>Item welcher auf ain ergangen bei- oder endurtl nach ordnung rechtens
                        derselben zechen tag, ob er die zu guet haben oder darvon appellieren wölle,
                        bedacht nimt, soll im der bedacht nit zugelassen werden, er schwere dann
                        einen aid zu got und den heiligen, das er solchen bedacht nit mit gevarden
                        oder zu verzug der sachen und der widerparthei zu nachtail, besonder allein
                        seiner notturft halben begere.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.24">
          <head>[Art. 24]. Was in schrift in recht gelegt wird.</head>
          <p>Item ist es billich, ob ainer etwas in schrift einlegen wurde, das es gehört,
                        auch dem gegentail, so er das begert, davon abschrift und darzu nach
                        erkanntnus der richter bedacht gegeben werde, aber der erbschaften halben,
                        dieweil dieselbigen fäll weitleufig, auch zum teil zweiflig sein, derhalben
                        darin jetzo nit gewiß ordnung gegeben werden mag, wo dann solch sachen, die
                        etwas merklichs beruerend, fürfallen, so mügen die richter alle
                        gerichtzubung vor inen rechtlich einbracht in schrift verschlossen in unser
                        canzlei schicken, soll inen durch unser rate darauf ratschlag und bericht,
                        wie si urtailen sollen, mitgetailt werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.25">
          <head>[Art. 25]. Frevelgericht.</head>
          <p>Item landaman soll verfuegen, das die frävelgericht besonder im gericht zu
                        Röttemperg zum fürderlichsten und mit münsten costen gehalten werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.26">
          <head>[Art. 26]. Welcher ainer urtailt nit volg thun wölt.</head>
          <p>Item welcher ains rechtens verlustig und gesprochner urtail nit geleben und
                        der in zimlicher zeit volg thun wölt, der soll durch ain phleger der urtail
                        statt zu thun mit gepoten bei ainer geldpen oder tätlicher handhabung nach
                        gestalt und notturft der sachen auf anruefen der widerparthei gehalten und
                        die urtailen exequiert werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.27">
          <head>[Art. 27]. Der gerichtzordnung endrung oder gar abthun.</head>
          <p>Item solche gerichtzordnung söllen und mögen allwegen durch uns und unser
                        nachkomen, wie zu jeder zeit die notturft erhaischt und uns gevallen würdet,
                        geendert oder gar abgethon werden.</p>
          <p>Dess haben wir zu urkund unser secret an dieses libell hengen lassen in unser
                        statt Düllingen auf mitwochen nach sant Endreas tag apostoli im
                        funfzechenhundertisten und achtzechenden jars.</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
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