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        <title>Laibach Malefizordnung</title>
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            <forename>Maximilian I.
       Kaiser</forename>
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            <forename>Vinzenz F.</forename>
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        <title ref="http://gams.uni-graz.at/repat">Repertorium.at - Archiv des Repertoriums digitaler
     Quellen zur österreichischen und deutschen Rechtsgeschichte in der Frühen Neuzeit von Heino
     Speer</title>
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          <title>Malefizordnung Laibach 1514</title>
          <author corresp="marcrelator:aut">
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              <forename>Maximilian I.</forename>
              <surname>Kaiser</surname>
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          </author>, In: <editor corresp="marcrelator:edt">
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              <forename>F. V.</forename>
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          </editor>, <series>Diplomaticum Carniolicum. Band
      I</series> (<pubPlace corresp="marcrelator:pup">Laibach / Ljubljana</pubPlace>
          <date when="1855">1855</date>) <publisher/>
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      <editorialDecl>
        <p>Regest Diplomatarium Carniolicum: <pb
            facs="https://books.google.at/books?id=SnpJAAAAYAAJ&amp;hl=de&amp;pg=PA61" n="61" xml:id="S.61"/>Maximilian, von
     Gottes Gnaden erwählter römischer Kaiser, zu allen Zeiten Mehrer des Reiches etc., erlässt zu
     Gmunden am 20. August 1514 für die Stadt Laibach eine Criminal-Gerichtsordnung, durch welche
     das Verfahren bei Untersuchungen von Verbrechen und die Bestrafung eines jeden speziell
     benannten Verbrechens genau vorgeschrieben wurde. Quelle: Privilegienbuch der Stadt Laibach sub
     Nr. 82. Transkription Heino Speer 2013.</p>
      </editorialDecl>
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        <p>Teil von <ref target="info:fedora/context:repat" type="context">repat</ref>
        </p>
        <p>Das Projekt archiviert die digitalen Quellen zur österreichischen und deutschen
     Rechtsgeschichte in der Frühen Neuzeit, die Heino Speer seit 2007 gesammelt hat.</p>
      </projectDesc>
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          <p>Institutionelle und Personale Rollen taxonomie</p>
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          <p>Datums Taxonomie</p>
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      <div xml:id="NA.0">
        <head>Laibach Malefizordnung 1514</head>
        <div xml:id="NA.Vorrede">

          <p> Wir Maximilian von Gottes gnaden Erwelter Römischer Kayser, ze allen Zeitten merer des
      Reichs, in Germanien, ze Hungern, Dalmatien, Croatien etc. Kunig, Erzherczog ze Oesterreich,
      Herczog ze Burgundi, ze Brabandt, vnnd Pfalzgrave etc. Bekhennen vnnd tun kundt offentlich mit
      disem briefe, als von Altersher in vnnser Stat Laybach die Mallevitz Recht in grosser anzall
      vnnser Vnderthan der Burger mit schweren Costen gehalten, vnnd alweg auf aines yeden
      Uebelthätters oder Uebelthätterin muessetat vnnd verhandlung allain durch aines yeden
      Rechtsprechers Gewissen an ainicherlay aufgesatzter oder klarer aufgedruckter gesetzt darüber
      erkhandt, vnnd geurtaillt ist worden, wann aber die Missetatten zu Zeitten frembd auch in
      verantwortung der Malevitzigen Personen dermassen in Recht angezogen, das In vil Zweifel
      macht, vnnd demnach etwas missbrauch, dardurch das Uebel nicht, als sich wolgepürt, gestrafft
      ist worden, beschehen seyn, haben wir darein mit zeittigen Rate, vnnd besonderlich auf
      vnderthenig vnnd diemuettig bette vnnserm getrewen lieben Burgermaister, Richter vnnd Rate
      gemelter Stat Laybach als regierender Herr vnnd Landsfürst gesehen, vnnd die hernach
      geschriben ordnung vnnd gesetzt hiefür zu halten fürgenommen, ordnen vnnd setzen, die auch von
      fürstlicher Macht wissentlich in Crafft dises briefs, Nämblichen, das ain yeder Richter ze
      Laybach, so pan vnnd acht von vnns, vnnsern Erben vnnd nachkomen, über das Plut vnnd All
      schedlich sachen dem Rechten nachzurichten, empfangen haben, vnnd hinfür empfahen werden, mit
      sambt Burgermaister vnnd Rate, gewalt vnnd macht haben zu handeln, wie hernach geschriben
      stet: <pb
              facs="https://books.google.at/books?id=SnpJAAAAYAAJ&amp;hl=de&amp;pg=PA62" n="62" xml:id="S.62"/>
          </p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1">
          <head>[Art. 1]</head>
          <p>Erstlich gemelter Rat mit sambt dem Richter haben zu handlen vnnd zu vrtailn mit
      verschlossener thür, ausgenomen ainer, oder aine wirde Ires glimpffen, Eeren oder fügen,
      Beschuldiget, das soll alweg offentlich durch Burgermaister, Richter vnnd Rat gehört,
      Nachmahls die vrtaill mit verschlossener thür verfast, vnnd den Parteyn offentlich verkündt
      werden, dem vnnd was hernach volgt, geschriben stet, treulichen nachzukomen, dar Innen
      handlen, vnnd in vrtailln sollen, das hiemit ainem yeden Richter bey der Pflicht, So er In
      Empfahung der pan vnnd acht tut, ausgesetzt seyn, auch Burgermaister vnnd Räte, die schweren
      gleich vrtaill zu geben, vber das Pluet, vnnd alle annder schedlich sachen, nach laut dis
      vnnsers briefs vnnd buchs sage:</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.2">
          <head>[Art. 2]</head>
          <p>Wann ain Richter vmb händl das Pluet vnnd Mallefiz beruerendt, yemandt, Es sey Man oder
      Frauen, vahet vnnd annemen lasset, Soll er ainen ganzen Rat oder die maisten zu Ime erfordern,
      denselben lautter anzaigen, warumb die Person angenomen worden sey, vnnd nachmahls nach Rat
      derselben oder was das merer ist, mit der gefangen person, das sie mit frage, oder in annder
      wege darauf handlen, vnnd ausserhalben solchs durch sein selbs fürnemen, khainerlay person
      gichtig fragen, noch auslassen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.3">
          <head>[Art. 3]</head>
          <p>Vnnd so ain person durch das merer zu der frage vnnd marter erkannt wird, vnnd ychts auf
      sich selber, oder annder bekennt, solle sich der Richter aigentlich darin erkunden, ob die
      person das aus forcht, Marter oder Veindtschafft auf sich selbes, oder annder bekennt hat, So
      sich dann aus derselben gichtigung erfinden tut, das die Inen selbs oder anndern vnrecht
      getan, vnnd nicht die warheit erkennt, noch gesagt habe, Alsdann soll Richter solchs an den
      Rat bringen, vnnd weitter nach Rat vnnd erkanntnus des merern tails hierin souill sich gepürt,
      volfarn, So er aber ain person an warer tat mit handlen, diebstallen, Rauberey, oder in
      anderwege Malefiz beruerendt, betretten wirde vnnd nicht auf annder vngeleumbt person
      bekennet, Alsdann ist nicht not, ainicherlay weitters zu erkunden, vnnd soliches sol Allwegen
      nach gelegenhait ainer yeden sach vnnd missetat, nach erkanntnus des merern tail des Rats
      ermessen, vnnderwegen vnnd dabey beleiben.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.4">
          <head>[Art. 4]</head>
          <p> Wo ainer oder aine an die frag oder marter erkannt wirdet, Soll Richter Syben oder Neun des
      Innern vnnd äussern Rats zu Im nemen, dieselben person also in Irer vnnd des Statschreibers
      gegenwertigkait fragen, wie dan dermassen vorerkannt vnnd beschlossen ist, vnnd was der
      vbelthätig mensch also bekennt vnnd bestet, Soll Statschreiber die Vrgicht lautter
      aufschreiben, vnnd Richter die mit sambt denen, so er also zu Im nimbt, nachmahls vberlesen,
      vnnd so man dan darüber vrtaillen will, die dem ganzen Rat auf vorlesen, vnnd wan die Syben
      oder Neun, so dabey gewesen, sein Zeugknus geben, vnnd die vrgicht, also zu sein
      ainhelligelich bey Iren Ayden vor Burgermaister, Richter vnnd Rat bekhennen, Alsdann ist
      desselben bekhennen genug, vnnd vnder den Syben oder Neun soll ainer des Ersten vrtail
      angefragt, vnnd geforst werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.5">
          <head>[Art. 5]</head>
          <p> Ob auf aine oder mer person best anzaigen, oder Inzicht giengen, vnnd nicht in der Stat
      Laybach, sonder in andern Steten oder gerichten Inner oder ausser landts wisseten, sol durch
      Rat vnnd Richter in das andre gericht geschriben, damit dieselben personen angenomen, vnnd mit
      Ir, wie vorgemelt ist, gehandelt werde.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.6">
          <head>[Art. 6]</head>
          <p> Ain yeder Mörder sol mit dem Rade gericht werden, Ain verrätter geschleifft vnnd
       <corr>geuirtaitt</corr>, Rauber mit dem Schwerdt; Kirchenprüchell, Prenner, Ketzer, Felscher
      der Münze in Gold oder Silber mit dem Prannt.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.7">
          <head>[Art. 7]</head>
          <p> Ob ain mann zwey weiber nem, oder ain weib zween man, denselben man oder frawen zu
      erdrenkhen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.8">
          <head>[Art. 8]</head>
          <p> Ob ain person vertraute gut wegfürt, oder ain gut Zwayen, dreyen oder mer wissentlich oder
      geuarlichen verkhauffet, oder versetzet, vnnd nichts von der vordern versatzung meldung tut,
      die sollen auch ertrenkht werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.9">
          <head>[Art. 9]</head>
          <p> Ob ainer ain frawen oder Junkfrawen Nothzwung, dardurch sie beraubt wurde Irer Ere, vnnd
      dieselben anzaigen genugsam weren, da dadurch solchs von der frawen oder Junkfrawen nicht auss
      neyd oder hass, freundtschafft oder Veindtschafft miet oder gab beschehe, derselb soll
      erdrenkht werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.10">
          <head>[Art. 10]</head>
          <p> Welcher ain Vrvehde, so er vber sich geben hat, pricht, denselben mit dem Schwerdt zu
      richten, vnnd ain Weibspild zu erdrenkhen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.11">
          <head>[Art. 11]</head>
          <p> Welche Fraw ain Kind vertut, die soll lebendig in das Erdreich begraben, vnnd ain Pfal
      durch sie geschlagen werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.12">
          <head>[Art. 12]</head>
          <p> Welcher, oder welche person ain falschen Aid schwerdt, derselben die Zungen abzuschneiden,
      mit sambt den zwayen Fingern, damit sie geschworn hat.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.13">
          <head>[Art. 13]</head>
          <p> Wer ain gelobten Frid bricht, on merklich vrsach, In dazu bewegende, denselben mit dem
      Schwerdt zu richten.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.14">
          <head>[Art. 14]</head>
          <p> Der aber sonst ain gelobten Frid nit helt, dem oder dieselbigen nach gelegenhait der sach
      an Leib vnnd gut zu straffen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.15">
          <head>[Art. 15]</head>
          <p> Welcher oder welche person Im selb Tod tut, Seinen Herrn verrät, Christenlichen glauben
      verläugnet, oder sein Vatter vnnd Muetter vmbringet, vmb das er die erb, dessen seind Leib
      vnnd gut verfallen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.16">
          <head>[Art. 16] Der Laycheray halben.</head>

          <p> Nachdem der mannicherlay sind, soll in erkantnuss Burgermaisters, Richters vnnd Rats steen,
      nach Gelegenhait ainer yeden Laycheray, ob dieselb person den Todt oder annder Straff an dem
      Leib verschuldt habe.<pb
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          </p>
        </div>
        <div xml:id="NA.17">
          <head>[Art. 17]</head>
          <p> Der dieb halben ist fürgenomen, Alle die Stehlen vnnd vber Achzehen Jar alt seyn, vnnd
      vnnder ainer fart fünf vnnd zwainzig welsch Pfundt, oder darunter, der soll an den Pranger
      gestellt, vnnd mit Rutten ausgestrichen werden, darzu aus dem Landt vnnser Fürstenthumb Krain
      schwören. Souer aber ainer vber fünf vnnd zwainzig welisch Pfundt oder mermall vber zehen
      Pfundt stehln, denselben mit dem Strange zu richten.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.18">
          <head>[Art. 18]</head>
          <p> Wer der aber vnder Achzehen Jarn alt, denselben alsdann nach Rat des Rats nach gelegenhait
      seiner missetat zu straffen. Dergleich der Frawen, So dermassen diebstall tetten, So man den
      man mit dem Strangen richt, die Frawen zu ertrenkhen, vnnd in den andern Straffen wie die Man
      zu halten.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.19">
          <head>[Art. 19] Der Todtschleger halben.</head>
          <p> Nachdem der vil vnnd zu Zeitten, vmb liderlich sachen, auch mördlichen beschehen, ist
      vnnser will vnnd mainung, das die nicht, so liderlich, begnadt, sonnder mit strengkhait des
      Rechtens mit dem Schwerdt gericht sollen werden, denselben auch in dem gericht, darinnen die
      tat beschicht, oder do man in im anndern gericht betrütt, vnnder anzaigt wirdet, anzunemen,
      vnnd ob des leiblosen Freundtschafft in nicht berechten wollen, So soll nichts destminder die
      Rechtfierung von obrigkhait auf Iren Costen berechnen lassen, Burgermaister, Richter vnnd Rat
      sollen nach gelegenhait In Hanndl stehen, ob sich zu Zeitten ainer leib gut weren mist, oder
      sonst ain vngeuarlicher Todschlag beschehe, damit die vrtail alsdann gemiltert werden, nach
      Irem posten versteen, bey dem Ayde, so sie schwören.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.20">
          <head>[Art. 20]</head>
          <p> Ob ain Todschleger durch vnns, vnnser Erben, nachkomen, oder yemandt von vnnsern wegen, die
      des gwalt vnnd macht haben, begnadt werde, oder ain anderer Uebeltetter, der soll alsdann mit
      dem Richter ze Laybach vmb die äzung abkhomen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.21">
          <head>[Art. 21]</head>
          <p> Es soll auch der Rat gwalt haben, ob Todtschleger oder annder Uebeltetter im flüchten wern,
      vnnd nicht betretten möchten werden, das der Richter denselben souer das not sein wirde, in
      der Stat vor dem Rathaus offentlich drey vierzehen tag nach einander berueffen lasse, der
      Todtschleger kemme, oder kem nit, so sol doch nit dest minder vber In nachmals, als auf ainen
      tag beschehen, was Recht ist, vnnd so also ainer in die Acht geurtailt, So soll desselben
      mishanndl mit sambt der vrtail, durch den Statschreiber öffentlich verlesen werden, vnnd durch
      die Stat Knecht, oder Fronpotten, damit der Richter das vorschaffen soll, für in vnnd annder
      die anzaigung tun der Todtschlege, oder der mishandlungen, der vbeltetter, wie sich die
      begeben, Suer yemandt aus der entleibten freundtschafft oder annder des vbeltetters freundt do
      weren, damit dieselben auch menigelichen solicher handlung vnnd tatten, des wissen haben
      mögen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.22">
          <head>[Art. 22]</head>
          <p> Wo sich ain Todtschleger nicht leibs notturfft wern müst, oder derselben ainer oder mer
      sich mit des leiblosen freundtschafft vertragen, denselben ist man von obrigkhait wegen nicht
      schuldig, Lanndtschuldung noch glait zu geben, Sonder wo die betretten, das sie mit Recht wie
      sich gepürt, vnverhindert solcher vertrag gestrafft, dieselben auch nicht vnderhalten noch
      fürgeschoben werden, bey der straff gleich dem tätter. So yemandts Ichts verstoln oder
      empfrendt ist, vnnd bey dem Empfrembden oder anndern enden gefunden wirt, das alsdan dasselb,
      on entgelt, aus dem es verstollen oder empfrendt were, wider geantwort werdt, dergleichen
      Costen, so auf die tätter zurichten get, soll alle wege durch Burgermaister, Richter vnnd
      Räte, Zimblich vnnd nicht nach dem höchsten gerait werden. Ain yegliche person, die Man oder
      weib, die sich vndersteet, haimblich oder öffentlich ainem sein weib, Tochter, Schwester,
      Mummen oder Freundt, on sein, oder der Gerhaben willen vnnd wissen, abwege zu fürn, die
      verhairaten, oder in annder wege vnerlichen zu handlen, mit verkuppeln, oder sonst, Sollen
      Burgermaister, Richter vnnd Rat, wie oben stett, gewalt haben, solichen hanndl zu straffen an
      leib oder an gutt, nachgestalt des Hanndels vnnd der tat.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.23">
          <head>[Art. 23]</head>
          <p> Item welche vnuerheurathete Tochter, die nit wittib, vnnd vnder Achtzehen Jaren weer, sich
      an Ir Vatter vnnd Muetter, oder Ir ains, ob sie die hat, oder weliche nit Vatter oder Muetter
      hette, vnder Sechzehn Jaren, vnuerhairat, vnnd nit wittib were, an Irer Gerhaben oder Ir
      nechsten Freundt, oder wem sie beuolhen were, willen vnnd wissen, verheyratten würde, das dann
      ain yegliche derselben Töchter vätterlich vnnd Mütterlich Erbtaill verwirkht habe, vnnd
      fürpass darzu nicht Forderung, noch Zuspruch haben solle, dann was Ir Vatter vnnd Muetter oder
      Freundt mit guttem willen geben wollen, Was In aber an der Erbschafft, ausserhalben Ir
      vätterlichen vnnd mütterlichen Erbs zusteen soll, das in das volgen, als wenn sie dazu Recht
      haben, vngeuärlich, welicher aber, wer der wäre, der soliche Hayrat haimblich beredt vnnd
      volbracht, wider solich obgeschriben vnnser satzung vnnd ordnung der oder denselben mit sambt
      den, den die dazu geholffen hetten, Es wäre man oder weib, vnnd sich das warlichen erfünde,
      sollen zu vnnsern Hannden, wo man die ankhomen möge, als die wider vnnser gebot getan, vnnd
      der Stat Freyhait geprochen haben, genomen vnnd gestrafft werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.24">
          <head>[Art. 24] Der Gots schwerer halben.</head>

          <p> Nachdem von Leichtfertigen personen in menig wege oder weise, der Allmechtig Gott, vnnser
      liebe Frawen, vnnd die lieben Heilligen mit schweren, bey den Spillen, oder annderswo
      gelestert werden, wo ainer oder aine derselben gefunden wirde, das Burgermaister, Richter vnnd
      Rat auch gewalt haben, die nach gelegenhait der tat vnnd lesterung zu straffen an leibe oder
      gutte, vnnd wie es dieselben erkhennen, dem solle also nachgestrafft werden.<pb
              facs="https://books.google.at/books?id=SnpJAAAAYAAJ&amp;hl=de&amp;pg=PA64" n="64" xml:id="S.64"/>
          </p>
        </div>
        <div xml:id="NA.25">
          <head>[Art. 25]</head>
          <p> Ain yeder Absager der Prennt soll mit dem Prannt, oder sonnst mit dem Schwerdt gericht
      werden, vnnd wer derselben absager ainen, oder mer behauset, fürscheubt, vnnd den nit
      offenwart wissentlicher sachen, der oder dieselben sollen gleich den absagern gestrafft
      werden. Welcher ainem Absager zukehret, das sey in gefengknus zugleichen Rechten zu bringen,
      oder in annder wege vnnd des warlich vnnd genugsamb vrkundt erscheint, aus vnnserm vitzdumbamt
      in Crain, oder von dem Aufschlage ze Laybach, vierhundert gulden Reinisch, der aber die nit
      also ankeren möcht, Sounder die aus khundtschafften oder dermassen angezaigt, das die durch
      Haubtman, Pfleger, oder Richter zu hannden pracht, dem soll zwayhundert Gulden Reinisch, doch
      das er des auch gnugsamb vrsachen darzu gegeben werden, dadurch der Absager muttwillig
      fürnemen vngestrafft nicht bleibe.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.26">
          <head>[Art. 26]</head>
          <p> Ayn yeder, der ain Absager behaust, fürscheubt, vnnd den nicht offenwart, der oder
      dieselben sollen gleich den Absagern gestrafft werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.27">
          <head>[Art. 27] Dann der Fürkauff halben.</head>
          <p> Haben wir fürgenomen, das niemandt khain fürkauff im Lannde Crain treiben soll, weder mit
      Vieh, Traid, Käs, Schmalz, oder andern auf dem Lannde, oder in den Tällern, das man sonnst in
      der Stat tribe, aufkaufte, vnnd widerumben verkauffte, dasselb soll für ain fürkauff geacht
      werden, vnnd darumben die habe verfallen seyn, auch Ain Peen fünf vnnd zwainzig wellisch
      Pfundt als offt das geschieht. Hierin nemen wir aus die Recht, ordnungen, erfündungen, vnnd
      gesetz vnnserer Pergwerkh, das dieselben genzlich gesundert vnnd ausgeschlosen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.28">
          <head>[Art. 28]</head>
          <p> Vnnd nachdem aber hierin nicht all Uebeltaten, So beschehen möchten,
       <corr>geschribeu</corr> vnnd ausgedrukt seyn, So sollen doch nicht dest minder Burgermaister,
      Richter vnnd Rat samentlich, oder durch den merern tail Wo Sy nicht all dabey seyn möchten,
      auch in denselben, so also nicht hierin ausgedrukht seyn, zu vrtaillen vnnd zu straffen haben,
      nach Irem pesten versteen vnnd gestalt ainer yeden vbeltat bey Irem Ayde, So sie gesworn
      haben, wie vorgemelt ist.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.29">
          <head>[Art. 29]</head>
          <p> Ob Burgermaister, Richter vnnd Rat aus ainem gerichtshandel fürkome, den Inen In Irer
      erkantnus beschwerung bringen möcht, So sollen sie in ain annder Stat oder gericht vmb Rat
      schikhen, des Inen auch nach lautter anzaigung mitgetailt werde, damit sie destpas nach
      vrtailen vnnd erkhennen mögen, vnnd das sie auch gewalt haben, zu vrtaillen, was tat oder
      straff ain yeder vbeltetter oder melefiziger verschuldt, wo aber durch Burgermaister vnnd Rat
      der Vrtaill getailt wirden, so soll der Richter das merer machen, aber sonst nicht vrtailn,
      vnnd was also durch das merer erkanndt wird, Soll ayn yeder Richter vor dem Rathaus in
      Gegenwart des Vbeltetters nach Verlesung der Vrgicht vnnd Vrtaill, den gerichtstab Prechen,
      den Vbeltetter dem Züchtiger vberantworten, vnnd nicht schuldig seyn, ob sie wollen, dem
      Landtrichter auf der Prukhen zu antwortten, sonnder selb Macht haben, den fürn lassen auf die
      gewöndliche Richtstatt, vnnd gefallen vrtaill verschaffen ain genuegen zu tun.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.30">
          <head>[Art. 30]</head>
          <p> Vnnd zu merer bestendigkhait dits löblichen fürnemen vund zu straffung des vbels ist im
      pesten weitter fürgenomen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.31">
          <head>[Art. 31]</head>
          <p> Wo die Mitburger vnnd vnderthanen, Burgermaister, Richter vnnd Rat oder Iren Verwesern in
      derselben abwesen in Rumorn oder aufrurn zulaufen, darinnen sie den Gerichten beyständig seyn
      sollen, ob zu Zeitten Ir ainer mitdiener nit woll versehen were, das Haus gesessen, auch ledig
      gesellen Inen ain oder mer vbeltetter auf Ir ersuchen verhelfen anzunemen, Wer aber hierinnen
      vngehorsam erschin, diselben sollen nach gelegenhait Irer Verachtung nach erkhandtnus des
      innern Rats dergleichen alle die so freuentlich wider die ordnung vnnd fürnemen Reden,
      gestrafft werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.32">
          <head>[Art. 32]</head>

          <p> Darauf ordnen vnnd setzen wir, als Regierender Herr Landtfürst In
       <placeName>Crain</placeName>, hiemit wissentlich in krafft des briefs, also das die genannten
      von Laybach vnnd Ir nachkhomen, nun hinfür in ewig Zeit das Malefiz-Recht, wie obsteet,
      besitzen, vnnd nach laut diser ordnung darüber vrtailn, Richten vnnd Procedirn vnnd alle Ir
      Burger vnnd verwandten der also leben vnnd nachkhomen sollen, Vnnd gebietten, das auf allen
      vnnsern Fürsten, Prelaten, Grauen, Freyen, Herrn, Rittern, Knechten, Haubtleutten,
      Landtmarschelkhen, Vitzdomben, Vögten, Pflegern, Verwesern, Ambtleuten, Burgermaistern,
      Richtern, Räten, Burgern, gemainden, vnnd sonnst allen anndern vnnsern vnderthanen vnnd
      getrewen, in was wirden, standts oder wesens, vnnd sonnderlich vnnsern gegenwertigen vnnd
      künfftigen Haubtmann, verweser vnnd Vitzdumb in <placeName>Crain</placeName> die seyn,
      ernstlich vnnd wollen, das sie die genannten von <placeName>Laybach</placeName> bey diser
      Ordnung beruelich beleiben, der geprauchen vnnd geniessen lassen, vnnd daran nit Irren noch
      hindern, noch des yemandts anndern zu tun gestatten, in kain weis, Sonnder dabey vestigkhlich
      handthaben, als lieb ainem yeglichen sey, vnnser vngnade vnnd straff, vnnd darzu ain Peen
      Nemblich zwainzig Markh löttigs Golds, zu uermeiden, die ayn yeder, so offt er freuentlich
      hiewider tette, vnns halb in vnnser Camer, vnnd den anndern halben taill den genannten von
       <placeName>Laybach</placeName> vnabläslich zu bezallen verfallen seyn soll. Mit Vrkundt dits
      briefs. Geben in vnnser Stat <placeName>Gmunden</placeName> an <date when="1514-08-20">Zwainzigisten tag des Monaths Augusti, Nach Christi geburt Fünfzehenhundert vnnd
       vierzehenden</date>, vnnser Reiche des Römischen in Neun vnnd zwainzigisten, vnnd des
      Hungerichen im fünf vnnd zwainzigisten Jare.</p>
        </div>
      </div>
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