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      <titleStmt>
        <title>Materialien zu der mutmaßlich am 13. Februar 1498 ergangenen Hofordnung König
                    Maximilians I.</title>
        <editor ref="https://d-nb.info/gnd/132483068">
          <forename>Thomas</forename>
          <surname>Fellner</surname>
        </editor>
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          <persName ref="http://d-nb.info/gnd/104652299X">
            <forename>Heino</forename>
            <surname>Speer</surname>: </persName>
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            <forename>Heino</forename>
            <surname>Speer</surname>
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        </publisher>
        <authority corresp="marcrelator:his">
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                        Geisteswissenschaften, Universität Graz</orgName>
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                        Commons BY-NC 4.0</licence>
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        <date when="2022">2022</date>
        <pubPlace corresp="marcrelator:pup">Graz</pubPlace>
        <idno type="PID">o:repat.1497-maxhofoentw</idno>
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        <title ref="http://gams.uni-graz.at/repat">Repertorium.at - Archiv des Repertoriums
                    digitaler Quellen zur österreichischen und deutschen Rechtsgeschichte in der
                    Frühen Neuzeit von Heino Speer</title>
        <respStmt>
          <resp>Projektleitung</resp>
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            <forename>Heino</forename>
            <surname>Speer</surname>
          </persName>
        </respStmt>
      </seriesStmt>
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        <bibl>
          <title>1497 :: Materialien zu der mutmaßlich am 13. Februar 1498 ergangenen
                        Hofordnung König Maximilians I.</title>
          <editor ref="https://d-nb.info/gnd/132483068">
            <forename>Thomas</forename>

            <surname>Fellner</surname>, </editor> In: <series>Die österreichische
                        Zentralverwaltung I. Abtheilung. 2. Band: Aktenstücke 1491-1681</series>
                        (<pubPlace corresp="marcrelator:pup">Wien</pubPlace>
          <date when="1907">1907</date>) <publisher/>
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          <ref target="http://www.literature.at/viewer.alo?objid=19475&amp;viewmode=fullscreen&amp;rotate=&amp;scale=3.33&amp;page=15">Faksimile ALO</ref>
        </bibl>
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    <encodingDesc>
      <editorialDecl>
        <p>Die Numerierung der Textbestandteile stammt nicht von Fellner, der die Teile II -
                    IV als Fußnoten abgedruckt hat.</p>
        <p>[Editorische Vorbemerkung Th. Fellners.]<lb/>
          <pb
            facs="http://www.literature.at/viewer.alo?objid=19475&amp;viewmode=fullscreen&amp;rotate=&amp;scale=3.33&amp;page=15"
            n="6"/> Im Wiener Staatsarchive erliegen drei
                    Fassungen einer Hofordnung Maximilians I., die eine mit dem Datum vom 13.
                    Dezember 1497, unterfertigt und mit Einschnitten für die Siegelschnur versehen,
                    wohl auch vorübergehend in Geltung (A), eine durch belanglose Zusätze erweiterte
                    Abschrift von A, welche später von anderer Hand nach C korrigiert wurde (B), und
                    ein mit 1497 datierter Entwurf ohne Beglaubigung und Besiegelung (C), auf dessen
                    Grundlage möglicherweise am Tage der Erlassung der Hof- und Schatzkammerordnung
                    auch eine Hofordnung ergangen ist, eine Annahme, die durch den Wortlaut des in
                    Nr. 3 mitgeteilten Intimats ("wir haben ... unsern hof, hofrat und canzlei
                    reformirt und darzu ein schatzcamer zu Ynnsbrugg und ain kamer an unsern hof
                    gesetzt") bekräftigt wird (<ref
            target="https://books.google.at/books?id=fLBDAAAAYAAJ">Seeliger, Erzkanzler
                        und Reichskanzleien (1889)</ref> 5, 79, A. 1, 192, 193). Die Hofordnung oder
                    Hofratsordnung selbst ist trotz der gegenteiligen Behauptung Ulmanns (Maximilian
                    I. 1, 825 Anm.) nicht erhalten. Dem nachfolgenden Drucke wird der Wortlaut von A
                    zugrunde gelegt, die Abweichungen von B und C anmerkungsweise mitgeteilt. Nach C
                    ist die Hofordnung gedruckt von <ref target="https://books.google.at/books?id=fLBDAAAAYAAJ&amp;hl=de&amp;pg=PA193">Seeliger, Erzkanzler und Reichskanzleien 193 ff.</ref>
        </p>
      </editorialDecl>
      <schemaRef url="https://gams.uni-graz.at/o:repat.odd"/>
      <projectDesc>
        <p>Teil von <ref target="info:fedora/context:repat" type="context">repat</ref>
        </p>
        <p>Das Projekt archiviert die digitalen Quellen zur österreichischen und deutschen
                    Rechtsgeschichte in der Frühen Neuzeit, die Heino Speer seit 2007 gesammelt
                    hat.</p>
      </projectDesc>
      <listPrefixDef>
        <prefixDef ident="marcrelator" matchPattern="([a-z]+)" replacementPattern="http://id.loc.gov/vocabulary/relators/$1">
          <p>Institutionelle und Personale Rollen taxonomie</p>
        </prefixDef>
        <prefixDef ident="dcterms" matchPattern="([a-z]+)" replacementPattern="http://purl.org/dc/terms/$1">
          <p>Datums Taxonomie</p>
        </prefixDef>
      </listPrefixDef>
    </encodingDesc>
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      <langUsage>
        <language ident="de">Deutsch</language>
        <language ident="la">Latein</language>
      </langUsage>
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        <keywords>
          <list>
            <item>
              <term>
                <ref target="info:fedora/context:repat.quellen" type="context">Quellen</ref>
              </term>
            </item>
            <item>
              <term type="territorium">
                <ref target="info:fedora/context:repat.oesterreich" type="context">Österreich</ref>
              </term>
            </item>
            <item>
              <term>
                <date type="dcterms:temporal" when="1497">1497</date>
              </term>
            </item>
          </list>
        </keywords>
      </textClass>
    </profileDesc>
  </teiHeader>
  <text xml:lang="de">
    <front>
      <divGen type="toc"/>
    </front>
    <body>
      <div xml:id="NA.0">
        <head>Materialien zur nicht überlieferten Hofordnung König Maximilians I. von
                    1498.</head>
        <p>
          <list>
            <item>[<ref target="#NA.1">I.</ref>] Hofordnung</item>
            <item>[<ref target="#NA.2">II.</ref>] Ordenung der zweier
                            ratssecretarien.</item>
            <item>[<ref target="#NA.3">III.</ref>] Ordenung des
                            registrator-ambts.</item>
            <item>[<ref target="#NA.4">IV.</ref>] Ordenung der canzlschreiber.</item>
          </list>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.1">

        <p>Wir Maximilian von gottes gnaden römischer kunig, zu allen zeiten merer des
                    reichs, zu Hungern Dalmacien Croacien etc. kunig, erzherzog zu Osterreich,
                    herzog zu Burgundi zu Brabannt zu Gheldern etc., grave zu Flanndern zu Tirol
                    etc. bekennen öffenlich mit disem brieve und tun kunt allermeniclich : nachdem
                    wir nach schickung got des allmechtigen zu romischer kuniclicher wirdickeit und
                    regirung des heiligen reichs komen und zu einem haupt der cristenheit das heilig
                    reiche und dieselb cristenheit als künftiger römischer kaiser zu beschirmen
                    verordent, wil uns aus schuldigen pflichten, damit wir demselben reiche
                    verbunden seien, zimen und gepiiren vor allen dingen zu bedenken, daz wir das
                    heilig reiche auch die glider und undertan desselben bei frid recht und
                    ainickeit behalten <pb
            facs="http://www.literature.at/viewer.alo?objid=19475&amp;viewmode=fullscreen&amp;rotate=&amp;scale=3.33&amp;page=16" n="7"/> und si vor den unglaubigen
                    und nemlich den Turcken als Cristi und unsers heiligen glaubens veind und andern
                    frömbden nacionen, so uns, dem heiligen reiche und gemeiner deutscher nacion
                    teglichs obligen und widerwertickeit zu erzaigen understeen, beschirmen, daz wir
                    auch also nach unserm höchsten vermögen mit darstreckung unsers leibs und guts
                    bisher treulichen getan. Und damit aber solichs hinfür dest stattlicher
                    be[s]chehen und den hendeln und sachen, so vorgeschriben steen, auch mit
                    regirung unsere löblichen hauses Osterreich und anderer unserer fürstenthumben
                    und landen, so an die berürten Türgken und anderer unserer und des heiligen
                    reichs und deutscher nacion widerwertigen greniczen, desgleichen unsers und des
                    heiligen reichs auch unsers heiligen vater pabsts punt und anderer kunig und
                    fürsten handlungen, so iczo uns swerlichen obligen, ausgewarten und der entladen
                    werden mögen; so haben wir uns auch dem heiligen reiche gemeiner cristenheit
                    deutscher nacion und denselben unsern fürstenthumben und landen zu aufenthalt
                    trost und gutem ein hofeordenung zu machen und aufzurichten fürgenomen, auch
                    alle ander unser regiment, die wir bisher ausserhalb unsers hofs gehabt, darnach
                    schicken und verordnen, das si hilflich und schicklich zu solicher unserer
                    hofordenung und regiment sein und die irrsal wie oben gemeldet ist, daz den
                    partheien, so bisher manig tausent von den regirungen hin und herwider gezogen
                    seien und inen selbst und zuvor an uns grose cost müe spot und unlust gemacht
                    haben, vermiten bleiben; machen fürnemen und richten auch solich unser
                    hofordenung auf wissentlich in craft dis briefs und wellen, daz furter unser
                    hofrete iren rate und handel, was dann zu einer jeden zeit von dem heiligen
                    reiche und deutscher nacion desgleichen den gemelten unsern erblichen
                    fürstenthumben und landen kunfticlichen zufallen wirdet, handeln sollen
                    inmassen, wie hernach geschriben steet.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.1.1">
        <head>[I. 1.]</head>

        <p>Zum ersten so verordnen wir hiemit unser hofrete, so jczo ungeverlich bei uns
                    seien und die wir bisher in unsern eignen gescheften gepraucht haben, zu unsern
                    obristen regenten, also das si alle und jeglich hendel sachen und gescheften, so
                    künfticlich von dem heiligen reiche deutscher nacion gemainer cristenheit oder
                    unsern erblichen fürstenthumben und landen herfliessen, desgleichen auch was
                    unsern kuniclichen hofe und desselben verwandten betreffen wirdet ganz nichts
                    ausgenommen hören, die eigentlichen und [nach] <pb
            facs="http://www.literature.at/viewer.alo?objid=19475&amp;viewmode=fullscreen&amp;rotate=&amp;scale=3.33&amp;page=17" n="8"/> allen notdurften und fleis erwegen und ermessen und darauf dieselben hendel
                    und sachen nach irem maisten rate durch unser gewönlich hofsinsigel titel und
                    secret, inmassen wir bisher gepraucht haben, verfertigen mögen; doch was gros
                    und swere hendel seien, sollen si zuvor uns anbringen, unsern besluss und willen
                    darauf zu empfahen, des wir inen dann hiemit unser ganz volkomen gewalt und
                    macht geben.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.1.2">
        <head>[I. 2.]</head>
        <p>Zum andern sollen die oberürten unser hofrete, wann das die notdurft ervordert,
                    alle tag, nemlich morgens umb siben ur bis auf neun ur und nach mittemtag von
                    zwelif bis auf vier uren im rate sein und sitzen und einhelliclich über solich
                    hendel, was dann zu einer jeden zeit zufallen wirdet als obstet, ratslagen und
                    bei inen noch zwen secretari, einer der solich hendel liset und der ander der
                    die ratsläg darauf schreibt, sein, die dann darüber solich brief mit wissen des
                    canzlers und in seinem abwesen des obristen secretarien machen und verfertigen,
                    und soll allezeit dem mererm ratslag gevolgt werden; des sol der hofmeister die
                    hendel zu beraten fürlegen und dann darauf der marschalh umbfragen und wo einer
                    nicht da ist, sol der ander denselben vertreten.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.1.3">
        <head>[I. 3.]</head>

        <p>Item so ordnen wir auch hiemit einen canzler oder obristen secretarien mit namen
                    ... der auch oberürtermassen im rate sitzen und alle ratsleg hören, und wann der
                    rate vormittag zu einer halben ur und nachmittag zu einer ganzen ur volendet
                    ist, sol er von dem secretarien, so die ratsleg aufgeschriben hat, dieselben
                    ratsleg übernemen und die widerumb offenbaren und überlesen und selbst
                    umbfragen, ob das der merer ratslag und opini der rete, die der marschalh oder
                    sein verweser vor umbgefragt haben, seien; und wo die also gerecht aufgeschriben
                    seien, soll der canzler oder obrister secretari die andern zwen secretari die
                    brief darüber also fertigen lassen. Und so die geschriben sind, sol der canzler
                    oder obrister secretari die widerumb in den nechsten rate, so gehalten wirdet,
                    bringen und die lesen lassen; wo die also den ratslegen gleich gefertigt seien,
                    sol unser oheim und churfurst herzog Friderich zu Sachsen <pb
            facs="http://www.literature.at/viewer.alo?objid=19475&amp;viewmode=fullscreen&amp;rotate=&amp;scale=3.33&amp;page=18" n="9"/> in unserm namen, desgleichen der canzler oder in
                    seinem abwesen der obrist secretari mit seinem hantzaichen und namen zaichen und
                    doch keinen brief verhantzaichnen, er sei dann im rate angeschaffen.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.1.4">
        <head>[I. 4.]</head>
        <p>Item man sol auch allezeit sigeln im rate, wann solichs die notdurft ervordern
                    wirdet, und der secretari so aufschreibt sol sigeler und der leser zustecher
                    sein.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.1.5">
        <head>[I. 5.]</head>
        <p>Item man sol auch den partheien, so also abgefertigt sollen werden, iren beschaid
                    und antwurt wan des not ist, doch gewönlich im rate vormittag durch — — — geben;
                    und nachmittag sol man ir supplicationen oder si verhören und ir abfertigung
                    beraten und besliessen.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.1.6">
        <head>[I. 6.]</head>
        <p>Item ferrer so verordnen wir unser sigel und secret, das man in den oberürten
                    hendeln und sachen im rate geprauchen soll und damit gehalten und versehen
                    werden, wie dann des ein artickel, so hernach geschriben stet, clerlicher
                    ausweiset.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.1.7">
        <head>[I. 7.]</head>
        <p>Item wir seczen und ordnen auch, daz die obgemelten unser hofrete der canzler
                    oder obrist und die andern zwen secretarien globen und sweren, das ir keiner von
                    niemand, wer der sei oder in was gestalt solichs beschehen möchte, kein miet
                    oder gab von gelt gold oder geltzwert nemen, desgleichen von keinem andern kunig
                    fürsten herren oder stetten sold oder dinstgelt haben; es soll auch keiner under
                    den reten canzler und secretarien von dem andern was derselbig dann geraten hat
                    niemand sagen oder offenbaren, sonder solichs und all hendel bis in seinen tod,
                    inmassen solichs des rats aid lauter inneheltet, versweigen; auch kainer dheiner
                    partheien zu lieb noch zu neid oder laid nicht raten, sonder raten, was ine dann
                    des sein gewissen lernet und er gegen got verantwurten wil.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.1.8">
        <head>[I. 8.]</head>

        <p>Item was gros hendel not sind an uns zu bringen, sol allweg unser oheim
                        <persName>herzog Friderich zu Sachsen</persName> unser hofmaister <pb
            facs="http://www.literature.at/viewer.alo?objid=19475&amp;viewmode=fullscreen&amp;rotate=&amp;scale=3.33&amp;page=19" n="10"/> hofmarschalh canzler oder ir verwalter oder der
                    obrist secretari und sunst einer von den andern reten, welher dann die sach am
                    passten verstet, an uns bringen und darnach, wie wir dieselb sachen besliessen,
                    widerumb in rate anbringen.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.1.9">
        <head>[I. 9.]</head>
        <p>Item es sollen auch alle supplicacionen an ein nodelsnur gehenkt und allweg durch
                    den canzler oder obristen secretarien die eltisten am ersten ausgericht
                    werden.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.1.10">
        <head>[I. 10.]</head>
        <p>Item wir seczen ordnen und wellen auch, das niemand von den obgemelten unsern
                    reten canzler secretarien canzlschreibern officieren am hof und anderm unserm
                    hofgesind, wie die genennt oder gehaissen seien, kainen ausgenomen noch
                    hindangesezt, kainer procurei bei uns nit mer zu üben oder zu treiben
                    understeen, sonder sollen das alles wie oben stet in rat bringen und daselbst
                    nach laut der vorgemelten unser ordenung darinne handeln lassen, als uns dann
                    solichs die obgemelten unser rete canzler secretari officier und hofgesind
                    darumb globt und gesworn haben.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.1.11">
        <head>[I. 11.]</head>
        <p>Item ferrer so ordnen wir ein grosse truhen mit vil kestlin, die sol genennt
                    werden die ratstruhen, und sol in das erst kestel gelegt werden die
                    supplicacionen an einer snur.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.1.12">
        <head>[I. 12.]</head>
        <p>Item in das ander kestel die supplicacionen, die ein zeit auf erkundung im rate
                    müssen bleiben hangen.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.1.13">
        <head>[I. 13.]</head>
        <p>Item in das dritt ledigs papir.<pb
            facs="http://www.literature.at/viewer.alo?objid=19475&amp;viewmode=fullscreen&amp;rotate=&amp;scale=3.33&amp;page=20" n="11"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.1.14">
        <head>[I. 14.]</head>
        <p>Item in das viert mer dann ainicherlei schreibzeuch.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.1.15">
        <head>[I. 15.]</head>
        <p>Item in das fünft pulver ur und rechenpfenning.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.1.16">
        <head>[I. 16.]</head>
        <p>Item in das sechst das tafeltuech, darauf zal und rechenung gestickt sei.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.1.17">
        <head>[I. 17.]</head>
        <p>Item in das siebend sol man legen missivenbrief.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.1.18">
        <head>[I. 18.]</head>
        <p>Item in das achtend die hofgeschriben brief, die nit ubersehen sind.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.1.19">
        <head>[I. 19.]</head>
        <p>Item in das neunt ein öfenle zu der gluet.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.1.20">
        <head>[I. 20.]</head>
        <p>Item in das zehend wachs kapsen pressel custodes.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.1.21">
        <head>[I. 21.]</head>
        <p>Item das eilft sol haben ein slössel, wol vermacht. Darein sol man legen das
                    sigel und secret verspert, und denselben slüssel sol haben der canzler oder
                    obrist secretari. Und der gros kasten, darinne die cleinen kestlin steen, sol
                    haben vier gutte slösser, das eins nicht sei als das ander; zu denselben slossen
                    sol haben der genannt <persName>herzog Friderich zu Sachsen</persName> einen
                    slüssel an unserer statt, der hofmeister den andern und der hofmarschalh den
                    dritten und der canzler oder obrister secretari den vierten slüssel zum
                    sigeltrûhelin; und sol solh truhen nit geoffent werden dann in gegenwürtickeit
                    der merer teil der rete.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.1.22">
        <head>[I. 22.]</head>
        <p>Item noch soll in demselben grossen kasten zu allerandrist ein creuzkasten sein,
                    darein man allerlei extraordinari hendel legen mag.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.1.23">
        <head>[I. 23.]</head>

        <p>Item es sol sich auch kainer aus den obgeschriben unsern reten canzler oder
                    secretarien des rats in vorberürter massen alle tag nit müssigen. oder den
                    versaumen oder daraus bleiben, er habe dann zuvor von den obgemelten erlaubnüs
                    oder müg den krankheit halben seines leibs nit besuchen oder er werde in
                    sonderheit durch uns ervordert. <pb
            facs="http://www.literature.at/viewer.alo?objid=19475&amp;viewmode=fullscreen&amp;rotate=&amp;scale=3.33&amp;page=21" n="12"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.1.24">
        <head>[Nachachtungsbefehl]</head>

        <p>Dem allem nach so gepieten wir euch obgemelten unsern hofreten canzler obristen
                    und andern unsern secretarien und <pb
            facs="http://www.literature.at/viewer.alo?objid=19475&amp;viewmode=fullscreen&amp;rotate=&amp;scale=3.33&amp;page=22"
            n="13"/>
                    canzlschreibern so iczo durch uns geseczt seien oder kunfticlich werden aus
                    unserm wolbedachtem aigen gemüet und wellen, das ir bei <pb
            facs="http://www.literature.at/viewer.alo?objid=19475&amp;viewmode=fullscreen&amp;rotate=&amp;scale=3.33&amp;page=23"
            n="14"/> den pflichten glübden und eiden damit ir all und
                    euer jeder besonder uns verwandt seit und vermeidung unser ungnad und strafe <pb
            facs="http://www.literature.at/viewer.alo?objid=19475&amp;viewmode=fullscreen&amp;rotate=&amp;scale=3.33&amp;page=24"
            n="15"/> solich obestimbt unser ordenung und saczung
                    in allen und jeden iren worten clauseln puncten artickeln innehaltungen
                    meinungen und <pb
            facs="http://www.literature.at/viewer.alo?objid=19475&amp;viewmode=fullscreen&amp;rotate=&amp;scale=3.33&amp;page=25" n="16"/> begreifungen stet vest und
                    unzerprochen halten und dawider nit tun noch jemand zu tun gestatten, sondern
                    das alles, so obgeschriben stet, des wir euch hiemit sondern gewalt und macht
                    geben, vesticlich volziehen und hanthaben. Daran tut ir unser ernstlich mainung.
                    Des zu warem urkund haben wir dies unser ordenung bevelh und mainung dises
                    briefs mit unser hand bezaichent und underschriben und mit unserm anhangundem
                    insigel versigelt, der geben ist an mittichen sant Lucien und Otilien tag nach
                    Cristi gepurd vierzehenhundert und im sibenundneunzigisten, unser reiche des
                    römischen im zweliften und des hungerischen im achtenden jaren.</p>
        <p>
          <persName>Maximilian</persName>. Ad mandatum domini regis proprium <persName>C.
                        Sturtzel canzler</persName>.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.2">
        <head>[II.] Ordenung der zweier ratssecretarien.</head>
        <div xml:id="NA.2.1">
          <head>[II. 1.]</head>

          <p>Zum ersten so verordnen wir unser zween ratssecretarien mit namen
                            <persName>Mathisen Wurm</persName> und <persName>Niclasen
                            Ziegler</persName>; dieselben zween ratssecretarien sollen <pb
              facs="http://www.literature.at/viewer.alo?objid=19475&amp;viewmode=fullscreen&amp;rotate=&amp;scale=3.33&amp;page=21" n="12"/> teglichen oder wann der hofmarschalh in rate
                        ansagen last all und jeglich hendel, es seien missifen supplicacionen oder
                        ander gescheften, in rate bringen und alleweg die eltist hendel, es seien
                        supplicationen oder anders, die nach der nodelsnur nach laut derselben
                        ordenung seien, handeln; und sol <persName>Niclas Ziegler
                            secretari</persName> derselben hendel alle lesen und geverlichen darinne
                        nichts auslassen noch verhalten; und <persName>Mathis Wurm</persName> der
                        ander secretari die ratsleg mit getreuem fleis hören und allezeit der merer
                        teil ratslag auf dieselben supplicacionen und hendel aufschreiben und
                        darinne geverlichen auch nichts auslassen noch verhalten; was aber ratslag
                        weren, darauf man dann den partheien müntlich antwurt geben muß, oder sunst
                        hendel, so uns antreffen und darauf nit brief zu fertigen notdurftig weren
                        oder sein würden; so sol derselb secretari solich ratsleg in ein puch
                        eigentlich und mit fleis aufschreiben und zuvor den handel in solichem
                        aufschreiben eigentlich anzaigen, auch den tag und die personen der rete so
                        dabei gewesen seien benennen; was aber schriftlich antwort seien oder sunst
                        im rate brief angeschaffen würden, dieselben sollen si beid secretarien mit
                        einander copiren nach laut der ratsleg und stilum der canzlei, und inen die
                        andern canzleisecretarien und schreiber des verhelfen, sunst würde inen der
                        müe allein zuvil werden und die furter unserm canzler oder obristen
                        secretarien zaigen, damit er die gegen dem ratslag also übersehe. Und so er
                        die dem ratslag und stilum der canzlei gleich und gerecht findet, sol er
                        dieselben copeien unterschreiben. Und darnach sollen er oder die zween
                        secretarien oder ir einer dieselben copeien den canzlschreibern, die inen
                        dann hierinne gehorsam sein sollen, zu ingrossieren und zu schreiben geben;
                        und wann die ingrossiert und durch si collacionirt seien, sollen si
                        dieselben brief den gemelten zweien secretarien zu stund und die copeien dem
                        registratori, der je zu zeiten sein wirdet, uberantwurten; dieselben zween
                        secretarien sollen solich ingrossiert brief auch genugsamlich corrigiren und
                        überlesen und die fürter in rate mitsambt den ratslegen, so oberürtermassen
                        auf supplicacionen oder ander hendel geschriben worden seien, bringen, die
                        ferrer daselbst gegen dem ratslag in rate überlesen und darnach wie obenstet
                        versigeln lassen — alles nach innehalt der ordenung darüber gemacht; wo aber
                        einicher brief nach laut der ratslag oder sunst nit förmlich gemacht were,
                        sol man den von stund im rate anders corrigiren und machen und widerumb wie
                        vorstet in rate hören lassen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.2.2">
          <head>[II. 2.]</head>
          <p>Item es sollen auch dieselben zween secretarien des rats zu aller zeit wie
                        obenstet getreulichen fleissigen und dem auszuwarten, auch die brief und
                        hendel so teglichs fiirfallen treulichen auszurichten und zu verfertigen
                        verpflicht sein.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.2.3">
          <head>[II. 3.]</head>
          <p>Item dieselben unser zwen secretarien sollen auch haben ein truhen mit viel
                        ledlin. Darein sollen si legen alle hendel, so im rate beslossen werden; und
                        verordnen, das dieselben hendel allweg in die laden darein die gehören
                        gelegt und dermassen versehen werden, damit si die, so man ir notdurftig
                        ist, allweg wissen fürzunemen; und sol sunst niemand über solich truhen oder
                        laden geen dann der canzler oder obrist und die zween secretarien, und der
                        obrist secretari einen und die andern zween secretari auch einen slüssel
                        haben; und dieselb truhen sol mit einem slos wol versorgt sein.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.2.4">
          <head>[II. 4.]</head>

          <p>Item die berürten zween secretari sol der, so im rate aufschreibt, sigler und
                        der ander zustecher der brief sein, so man die also im rate versigelt. <pb
              facs="http://www.literature.at/viewer.alo?objid=19475&amp;viewmode=fullscreen&amp;rotate=&amp;scale=3.33&amp;page=22" n="13"/>
          </p>
        </div>
        <div xml:id="NA.2.5">
          <head>[II. 5.]</head>
          <p>Item die gemelten zween secretari sollen uns auch globen und sweren, das ir
                        keiner vor niemand, wer der sei oder in was gestalt solichs beschehen möcht,
                        kein miet oder gab von gelt oder gold oder gelzwert umb procurei nit nemen;
                        es sol auch ir keiner von den reten was ir einer geraten hat niemand aus-
                        oder offenbaren, sonder solichs und alle hendel bis in seinen tod
                        versweigen— als das der rats- und canzleieid lauter inneheltet.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.2.6">
          <head>[II. 6.]</head>

          <p>Item es sollen auch dieselben zween secretari keiner procurei, es sei bei
                        unser kgl. M<hi rend="sup">t.</hi> oder im rate, bei demselben irem eide
                        nicht üben noch des zu tun understeen, sonder das alles treulich im rate
                        anbringen und darin wie obgemelt ist raten und handeln lassen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.2.7">
          <head>[II. 7.]</head>
          <p>Item es sollen auch dieselben zween secretari ausserhalb rats des canzlers
                        oder den obristen secretarien wissen und willen keinerlei brief von niemands
                        wegen anschaffen, er sei inen dann zuvor im rate oder durch den obristen
                        secretarien zu fertigen oder zu schreiben angeschaffen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.2.8">
          <head>[II. 8.]</head>
          <p>Item was hendel uns das heilig reiche oder unsere erbliche lande berüren,
                        sollen der canzler der obrist und die zween unser secretarien vor allen
                        andern unsern sachen und handeln getreulichen fertigen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.2.9">
          <head>[II. 9.]</head>

          <p>Item es sollen auch dieselben zween secretarien on sonder wissen und willen
                        unsers canzlers oder obristen secretarien zu unsere kgl. M<hi rend="sup">t.</hi> nicht geen noch bei uns procuriren, sonder dem genannten
                        canzler oder obristen secretarien in dem und allen sachen und hendeln, so
                        uns berüret, gehorsam und gewertig seien.</p>
        </div>
      </div>
      <div xml:id="NA.3">
        <head>[III.] Ordenung des registrator-ambts.</head>
        <div xml:id="NA.3.1">
          <head>[III. 1.]</head>
          <p>Item es sol sein ein registrator mit namen <persName>Hanns Renner</persName>,
                        der sol haben die nachgeschriben puecher.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.3.2">
          <head>[III. 2.]</head>
          <p>Item am ersten ein puech von den fürstenthumben und landen Osterreich Steyr
                        Kernndten Crain Isterreich Karst und Friaul, darein sollen geregistrirt
                        werden all und jeglich hendel, so in dieselben land ausgeen und die
                        notdurftig sind zu registriren, es seien bekennen instructionen beslossen
                        oder offen missifen und gescheft.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.3.3">
          <head>[III. 3.]</head>

          <p>Item darnach sol er aber halten ein puech von den landen Tyrol Ellsas Sungkew
                        Prisgew und was land weilent <persName>erzherzog Sigmund zu
                            Osterreich</persName> der kgl. M<hi rend="sup">t.</hi> ubergeben hat,
                        darein auch also bekennen instructionen beslossen oder offen missifen
                        geregistrirt werden sollen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.3.4">
          <head>[III. 4.]</head>
          <p>Item ferrer sol er aber halten ein puech von dem heiligen reiche, darein alle
                        brief so not seien, von allem bekennen, instruction, beslossen oder offen
                        missifen registriert sollen werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.3.5">
          <head>[III. 5.]</head>
          <p>Item weiter sol er aber halten ein puech von allen handeln gen Rom Ytalien
                        und allen andern künigreichen fürstenthumben und communen, so ausserhalb des
                        heiligen reichs und deutscher nacion seien, darein alle brief so not seien,
                        von allem bekennen, instructionen, beslossen oder offen missiven registrirt
                        sollen werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.3.6">
          <head>[III. 6.]</head>

          <p>Item fürter sol er auch halten ein puech, darein alle gescheftbrieve, si
                        seien offen oder beslossen, so an den obristen schazmeister, die rechencamer
                        oder ander officiers und ambtleut ausgen, registrirt sollen werden. <pb
              facs="http://www.literature.at/viewer.alo?objid=19475&amp;viewmode=fullscreen&amp;rotate=&amp;scale=3.33&amp;page=23" n="14"/>
          </p>
        </div>
        <div xml:id="NA.3.7">
          <head>[III. 7.]</head>
          <p>Item derselb registrator sol haben neben ime einen geschickten schreiber, der
                        ime wo des not tuet helfen sol die oberürten hendel zu registriren und die
                        puecher zu halten. Wann si aber beid oder ir einer nicht zu registriren
                        haben, sollen si sunst in der canzlei wie ander helfen ingrossiren und
                        schreiben.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.3.8">
          <head>[III. 8.]</head>
          <p>Item wann ein secretari oder canzlschreiber einen brief, es sei bekennen,
                        instruction oder ander missifen oder gescheftbrief, ingrossirt und
                        geschriben und der canzler darauf registranda geschriben hat, so sol derselb
                        secretari oder canzlschreiber, so denselben brief geschriben hat, dem
                        registrator bei seinem eid solh copei überantwurten und übergeben, damit er
                        die zu registriren wisse.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.3.9">
          <head>[III. 9.]</head>
          <p>Item der registrator sol auch solich copeien allezeit on widerred bei seinem
                        eid annemen und die mitsambt dem canzlschreiber, so ime zugeordent ist, von
                        stund an registriren in das puech, darein dann solhs als obstet gehört; und
                        wann dieselben also registrirt sind, so sol er gen zu dem secretari, der
                        dann alle brief überlist und corrigiert; und weliche er dann registrirt hat,
                        so sol er was beslossen brief seien inwendig, was aber pergamenen brief sind
                        auswendig registrata darzu machen und seinen namen auf die pergamenen brief
                        schreiben; und wann solichs beschehen ist, so sol er dieselben registratur
                        von stund an mit seinem zugeordenten canzlschreiber gegen dem original
                        überlesen und darnach die püecher mitsambt den copeien und brieven fur den
                        canzler bringen und ime die registratur anzaigen; so der canzler die gesehen
                        hat, so sol er die brief zu ime nemen und den zweien oder einem
                        ratssecretarien die antwurten, die fürter in rate zum sigel zu bringen; wann
                        aber ein brief im rate verendert würde, so sollen die zween ratssecretarien
                        dem registrator solichs anzaigen, damit er das in den püechern auch wisse zu
                        verendern; und wann er die verenderung getan hat, so sol er dem canzler
                        dasselb abermals wie vorstet anzeigen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.3.10">
          <head>[III. 10.]</head>
          <p>Item der registrator sol auch alle daten der copeien in die püecher stellen
                        und das nicht auslassen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.3.11">
          <head>[III. 11.]</head>

          <p>Item was copeien der registrator also geregistrirt hat, sol er von stund an
                        aufheben und in die laden, der er zu jedem land die vorgemeldet seien eine
                        haben sol, legen und die wol verwaren und in jedem halbem jar dieselben auf-
                        und zusamenpinden und die dem canzler antwuerten, der die fürter in ein
                        gewelb tuen und wo das der kgl. M<hi rend="sup">t.</hi> gefellig ist
                        schicken sol.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.3.12">
          <head>[III. 12.]</head>

          <p>Item was aber ander copeien, die nit not seien zu registriren sonder sunst zu
                        behalten seien, die sollen die secretarien und canzlschreiber, sopald si die
                        brief davon ingrossiert und geschriben haben, dem bemelten registrator von
                        stund an uberantwurten; der sol die auch in ein jede laden des lands, da
                        derselb brief gelaut hat, legen und zu jedem halben jar dieselben auf- und
                        zusamengepunden und dem canzler geantwort werden, der die fürter auch in ein
                        gewelb tuen und ferrer, wo das der kgl. M<hi
              rend="sup">t.</hi> gevellig
                        ist, schicken sol; ob auch in denselben brieven einich verenderung im rate
                        beschech, so sollen die zwen ratesecretarien solichs dem registrator auch
                        anzaigen, damit er die copeien gegen derselben verenderung wisse zu
                        corrigiren und darnach solichs bei seinem eid dem canzler anzaigen. <pb
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          </p>
        </div>
        <div xml:id="NA.3.13">
          <head>[III. 13.]</head>

          <p>Item der gedacht registrator sol alle jare zu sant Michaels tag anfahen und
                        die püecher der registratur, so dasselb jar ausgegangen seien, widerumb von
                        neuem anfahen in neu register zu schreiben, damit das dieselben allezeit auf
                        weihennechten clar geschriben und berait seien, dardurch der kgl. M<hi
              rend="sup">t.</hi> die zu weihennechten überantwurt werden durch den
                        canzler, damit sein kgl. M<hi
              rend="sup">t.</hi> bericht empfahen mag, was
                        dasselb jar gehandelt sei, dann die andern püecher der registratur sol der
                        canzler behalten, damit, ob icht not würde, davon underricht zu nemen wisse;
                        wann aber über ein jar darnach komet, sol er allezeit mit wissen der kgl.
                            M<hi
              rend="sup">t.</hi> dieselben püecher in ein gewelb, wo sein kgl.
                            M<hi rend="sup">t.</hi> das gevellig ist, schicken.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.3.14">
          <head>[III. 14.]</head>
          <p>Item so der registrator die püecher also machen wirdet, sol er darein ziffer
                        und das alphabet machen, damit man nicht lang darinne bedürf suchen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.3.15">
          <head>[III. 15.]</head>
          <p>Item die obgemelt artickel auch die gehaim und den eide der canzlei also zu
                        halten, sol der registrator geloben und sweren.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.3.16">
          <head>[III. 16.]</head>
          <p>Item desgleichen sol sein zugeordenter canzlschreiber den eid der canzlei
                        auch dem registrator gehorsam zu sein globen und sweren.</p>
        </div>
      </div>
      <div xml:id="NA.4">
        <head>[IV.] Ordenung der canzlschreiber.</head>
        <div xml:id="NA.4.1">
          <head>[IV.1.]</head>
          <p>So verordnen wir hiemit — — — canzlschreiber mit namen — — —; dieselben
                        canzlschreiber sollen in der canzlei stets sein und darein, nemlich in dem
                        sommer des morgens umb sechs und im winter ungeverlich umb siben ur komen
                        und darinne treulichen warten; und was inen der canzler oder obrist
                        desgleichen die zween unser ratesecretarien zu einer jeden zeit zu schreiben
                        geben, sollen si das mit gutem fleis fertigen, dieselben ire brief nach der
                        copei eigentlich collacioniren und überlesen, und so das beschehen ist,
                        dieselb copeien zu stund dem registrator überantwurten und furter solich
                        brief, so die also geschriben und collacionirt werden, es haben inen die der
                        genannt unser canzler oder obrister oder ander zween secretarien zu
                        schreiben bevolhen oder ir einer aus inen denselben zweien secretarien zu
                        iren handen übergeben.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.4.2">
          <head>[IV. 2.]</head>
          <p>Item der so also registrator ist, wo er nit zu registriren hat, sol dannoch
                        wie ander canzlschreiber zu ingrossiern und zu schreiben in der canzlei
                        schuldig sein.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.4.3">
          <head>[IV. 3.]</head>
          <p>Item si sollen auch keinen brief von keiner copei ingrossiren oder schreiben
                        noch von niemand ichts annemen zu schreiben, es werde inen dann durch den
                        canzler oder obristen secretarien oder den zweien secretarien mit desselben
                        canzlers oder obristen secretarien zaichen zu schreiben bevolhen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.4.4">
          <head>[IV. 4.]</head>
          <p>Item si sollen auch die copeien nit verlegen noch die jemand, wer der oder
                        die weren, lesen lassen, sonder dieselben, so die ingrossiert werden, zu
                        stund dem registratori überantworten, auch dieselben und alle ander unser
                        und der canzlei hendel und heimlicheit bis in den tod versweigen und
                        niemands offenbaren, alles bei iren eiden so si darumb tuen sollen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.4.5">
          <head>[IV. 5.]</head>

          <p>Item das auch dieselben canzlschreiber samentlich und ir jeder besonder dem
                        canzler oder obristen secretarien in allen hendeln und sachen dieselb
                        canzlei berürende und in ander wege getreu gehorsam und gewertig sein sollen
                        und treulich als obstet warten und schreiben; dann welher oder weliche des
                        nit teten, soll der canzler oder obrist secretari macht und gewalt haben den
                        oder dieselben mit verwilligung unserer obgenannten rete abzusetzen. <pb
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          </p>
        </div>
        <div xml:id="NA.4.6">
          <head>[IV. 6.]</head>
          <p>Item es sollen auch dieselben canzlschreiber mit einander stets in gueter und
                        fruentlicher gesellschaft sein und bleiben und mit einander geselliglich
                        leben und in keinen weg mit einander kriegen oder einich aufruer machen.
                        Dann welicher das verspreche, soll von stund durch unsen hofmarschalh, wie
                        sich gepürt, gestraft werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.4.7">
          <head>[IV. 7.]</head>
          <p>Item es sol auch ein jeder canzlschreiber die copei, so ime oberürtermassen
                        zu schreiben gegeben wirdet, von stund schreiben, und damit auf keinen
                        andern waigern noch verziehen, auch in keinen weg nichts daran oder davon
                        tuen noch setzen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.4.8">
          <head>[IV. 8.]</head>
          <p>Item es sol auch hinfür kein canzlschreiber von niemand noch von kainem brief
                        kein tringgelt nit vordern noch heischen; was aber ein jeder gern und
                        williclich gibt, sol dem taxator, der je zu zeiten ist, geantwurt, der auch
                        das bei seinem eid fleissiclich aufschreiben sol und darnach durch unser
                        rate oder den canzler oder obristen secretarien ausgeteilt werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.4.9">
          <head>[IV. 9.]</head>
          <p>Item si sollen auch niemand on wissen und willen unsers canzlers oder
                        obristen secretarien oder der zweier ratssecretarien kein copei von den
                        brieven nit geben. Wo auch einich tringgelt von solichen copeien gefiel, sol
                        auch dem taxator gegeben und obgeschribnermassen ausgeteilt werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.4.10">
          <head>[IV. 10.]</head>
          <p>Item si sollen auch niemand in die canzleistuben zu zeiten so si schreiben
                        nicht einlassen, noch si zu inen hinein vordern; sonder welicher mit einem
                        frembden zu handeln oder zu reden hette, der mag zu ime hinaus für die thür
                        geen. Darzu sollen si, so si morgens oder nachts essen, alle ire brief und
                        copeien eigentlich aufheben und wegtuen, damit niemand die lese.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.4.11">
          <head>[IV. 11.]</head>
          <p>Item es sol auch ir keiner on wissen und willen ires canzlers oder obristen
                        secretarien nit gen hofe noch in rate geen, noch einicherlei sonders bei uns
                        procuriren oder sollicitiren in dheinen weg.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.4.12">
          <head>[IV. 12.]</head>
          <p>Item es sol auch ir kainer kein notel oder copeien on wissen und willen oder
                        heissen des canzlers oder obristen secretarien oder der zweier
                        ratssecretarien nicht machen.</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
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