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Wir Christof, von gottes gnaden marggrave zu Baden etc.
und grave zu Sponheim, haben zu lob dem Allmechtigen auch uns, unser erben,
unserm fürstenthumb und den unsern zu gut und, übelthat zu vermeiden, diese
nachgeschrieben stück und ordnung ufgesezt, die wir wöllen, auch haissen und
gebieten, hinfür bis uf unser oder unserer erben änderung oder widerrüfen
von allen den unsern unverbrochenlich und streng gehalten und durch unsere
amptleute ernstlich gehandthabt zuwerden, alles bei iren pflichten und eiden
auch bei vermeidung unserer schweren straf und ungnadt und darzu verliesung
der penen, her in begriffen. Und umb daß solche unsere Ordnung dess
bestendlicher sei, bleiben und gehalten werden, auch die jhenen, so dawider
theten, mit der unwissenhait sich nit entschuldigen mögen, so wöllen wir
auch, daß die hinfür durch einen jeden unsern amptmann den unsern seines
ampts im jar einest, wan sie das am bequemlichsten bedunkt, vorgelesen und
erinnert werde.
Erstlich ordnen und wöllen wir, daß alle inwoner unsres fürstenthumbs der
marggravenschaft Baden in stetten und dörfern, sie seient edel oder unedel,
auch alle, die zu unsern stellen und dörfern uß- und einreuten wöllent iren
pfennig zu zeren, die über vierzehen jare alt sindt, gar niemandt
ausgescheiden, uns und unsern erben huldung thun sollent: nemlich unsere
burgere, leibangehörige und hintersessene, wie unsers fürstenthums herkomen
und gewonhait ist; und die edlen
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die meinung: "daß sie alle, dieweil sie in dem gemelten unserem fürstenthumb
wonent, uns, unsern erben und unserm fürstenthumb getrew und holt sein,
unsern nutz und frommen fördern, schaden warnen auch umb alle sachen, die
sich in zeit irer wonunge und wesens zu unserm fürstenthum gegen uns,
unseren erben und den unsern begeben, wie sie sein würden, darumb sie rechts
notturftig zu sein meinen, wölten recht vor uns oder unseren erben oder
unsern hofmeister und rähten (die wir ungeverlich darzu verordnen) oder,
wohin wir des sunst weisen, und niedert anders wo fordern, geben und nemen
und, was an der ende einem recht erkanth würdet, dem stracks und ufrecht
nachkomen wollent, alles getravlich und ungeverlich."
Item es sollent auch alle inwonere unsers fürstenthums niemandt außgescheiden
bei iren eiden und verpflichte Ire gobröte knecht in acht tagen, den
nechsten, nach dem sie zu iren dienst komen sindt, unsern amptleuten, jeder
an dem ende, da er wonhaft ist, fürbringen und erzeigen; und dieselben
knechte [sollen] unsern amptleuten an unser stat auch thun globen, wie
obstet. Welcher das nit thete und über achttag hielt knecht, die er in
obgeschriebener maß unsern amptleuten zu globen nit fürgebracht oder
angezeigt hete, soll zu pene verfallen sein und geben ein pfundt pfening, so
oft das geschehe.
Fürter ordnen und wollen wir, daß hinfür ein jeder unser burger und
hinderseße seine söne, wan sie in irem alter zwischen dreizehen und
vierzehen jaren sindt, irem amptmann, unter den ein jeder gehört, bringen
und mit ine schaffen soll, an unser stat dem amptman gewonliche huldung
zuthundt, nemlich: "unser und unsern erben getrew und holdt zusindt, unser
frommen und bestes allzeit zu werben und zu fürdern, unsern schaden zu
warnen, auch ir leib und gut uns nit zu empfremden oder sich zu verändern
one unser wissen, willen und erlaubung, darzu unsern geboten und verboten
gehorsam zu sindt und zuthundt, alles, das getrewe underthonen und leibaigen
leute irer herrschaft schuldig und gebunden sindt, alles getrewlich und
ungeverlich". Doch so geben und lassen wir hierinn zu, wan die unsern sich
under einander verheiraten wollen, daß sie sollichs one unsere erlaubung
nach alter gewonhait unsers fürstenthumbs wol
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solches von uns oder unsern erben eins oder mehr personen insunderheit
verboten würde —, als wir uns auch das zuthundt umb des besten willen
vorbehalten. Ob aber ainer oder mehr der unseren, die ein oder mehr sune
hetten, so hinlessig weren und dis unser gebot und ordnunge verachten,
dadurch dieselben ire süne, einer oder mehr, uns empfrembt würden, der oder
die sollen darumb von uns oder unsern erben an irem gut gestraft und doch
umb der gehorsamen erben willen nit über den dritten theil ine abgenommen
werden. Verusserten sich aber die sone one wissen und willen irer vatere
oder mutere und fügten sich nit wider heim vor ußgang des vierzehend jars
irs alters ungeverlich und theten uns in egemelter maß [nit] huldung, der
oder dieselben sollen damit ir erbe verwirkt han, das auch uns verfallen
sein und one gnadt genomen und uns zugestellt werden solle. Deßgleichen und
in aller gestalt sollen auch ire erbfelle verwürkt han die, so ire kindere,
süne oder döchter, uß unserm fürstenthumb one unser wissen und gönnung
verheiraten und die sich selbs hinuß in die ehe verandern — und darzu
unserer fernern ungnad warten.
Item weliche der unsern, es seient knaben oder döchter, von dem Allmechtigen
die gnadt empfahen, daß sie geschicktlichkait, willen und begürde haben,
sich zu geistlichem state und leben zu keren, weliche dan in clöstere kommen
wolten, die oder deren eltern oder freunde mögen und sollen sich fügen zu
uns oder unserm landthofmeister und sollichs anbringen. Deren jedem soll dan
sein amptmann oder ein anderer von uns werden zugegeben, mit ime sich fürter
zu dem obern oder oberin desselben convents, in den dieselb person komen
wölt, zu fügen und nach sein und seiner freundt gelegenhait seiner erbfelle
halben helfen überkomen, zum leidlichsten auch, zuvor und ehe denn die
person in das closter kompt, von denselben obern mit seinem convent und umb
alle erbfälle ein genzlichen schriftlichen verzicht nemen uf die forme, als
hernach begrüfen steet, damit künftig irrung [nit] fürkomen und nachmals
derselben person mit erben von demselben convent deßhalb nit weiter
angezogen werde. Und ist dis die forme des verzichts: "Wir äbtissin und der
convent gemeinlich des closters N. des X. ordens N. bistumbs
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kunth offenbar mit disem brief: Also uns der X zu N seiner tochter, die wir
dem Almechtigen zu lobe auch umb mehrung und uffhaltung willen göttlichs
diensts und von irer fleißigen bete wegen in das obgemelt unser closter zu
unser mitsamment schwestern haben uffgenomen, zu irer underhaltung und
laibsnarung, damit wir sie one beschwerung unsers closters desbas gehalten
mögen, geben oder zugeben zugesagt hat R reinische gulden, der wir auch
ußgericht oder verwist sindt, daran uns von unser nachkommen und gotshauß
wegen wol benuzet, — daß wir da uf sollichs mit einhelligem rathe zu unserm
versamelten capitel beschlossen, für uns, alle unsere nachkomen und gotshauß
und sonderlich für die egenant N. unser mit-convent-schwester und von iren
wegen freien willens verziegen haben. Und verziegen auch also wissentlich
und unwiderrieflich mit disem brieve uf alles ir väterlich, müterlich,
brüderlich, schwesterlich und alle andere erbe, wie oder von wem die
herkomen und ir oder von iren wegen uns, oder unserm gotshauß vor oder nach
dem, als sie profeß gethon bette, zusteen möchten —, gar nichts außgenommen
—, also daß weder sie, noch wir, unsere nachkommen oder gotshauß von ir oder
unsers gotshauß wegen darnach oder deßhalb nimer mehe kein anspruch oder
forderung haben oder fürnemen noch uns darzu oder daran einicher
gerechtigkeit vermessen; sonder mit der obgemelten sum R. guldin von iren
wegen nun und zu ewigen zeiten genzlich außgewiessen und vergnügt sein und
bleiben sollen und wollen. Wir globen und versprechen auch bei unserm orden
und guten trewen in craft dises briefs für uns und die obgenant schwester N
und alle unsere nachkomen und gotshauß, wider disen obgeschriben unsern
freiwilligen verzicht nimermehr zu sein, zureden oder zuthundt, noch
schaffen zu gescheen in keinen weg, auch uns dawider nit zu gebrauchen oder
zu behelfen einicher unsers ordens oder anderer exemptionen, freiheiten oder
rechte, wie oder von wem die gesein oder herrüren möchten, gar nichts
ausgenomen; dan wir uns des alles auch begeben haben wollen und sonderlich
des rechts "gemeiner verzeihung widersprechende". Und ob were, daß die
obgenant schwester N, ehedan sie profeß tete, todes abginge oder vor irer
professe bei uns in unserm closter nit bleiben und wieder hinaus komen oder
wir sie bei uns nit mehr haben wolten, so sollen wir und unsere nachkommen
pflichtig sein, ir oder iren erben die obgeschrieben
| Seite 97| R. gulden wider zu
geben und mit ir one einicherlei zurede hinaus volgen zu lassen; doch sollen
also dan daran für jedes jar, sovil sie dar in unserm closter gewest were,
abgerechnet und inbehalten werden N gulden für das lerngelt, wie es dan
bisher gegen andere auch behalten worden ist, alles one alle geverde. Und
des zu warem urkundt haben wir obgenante äbtissin und convent unser abtei-
und conventsinsigele offentlich gehangen an diesen brieve, der geben ist uff
..." In der obgeschrieben forme mutatis mutandis mag und soll man von abt
und convent eins munchs-closters auch verzicht nemen.
Wolt aber ainer an sich nemen weltlichen priesterlich state, der soll es thun
mit unserm oder unserer erben wissen und ledigsagung seiner verpflichte der
leibaigenschaft, das wir auch keinem abschlagen sollen, es hete dan sundere
ursachen, darumb es unser oder der unsern halb nit zuthundt were. Und
welchem es also von uns gegönnt würdet, dem soll wie andern kinden oder
erben sein theil erbfalls gedeihen und werden. Doch also, dieweil dieselben
iren eltern, geschwisterigen oder freunden mit der handt nichts helfen
arbaiten oder ichts gewinen sunder alzeit kostung uff sie geth, sie zu
schulen oder sonst zu halten, mer, dan uff andere kinde, daß dan ein jeder
den halben theil seiner erblichen ligenden gütere seinen nechsten erben
wider verfangen und nach seinem tode zu finden gewiß machen und mit dem
überigen handeln und thun mögen —, wo er anders das den rechten erben nit
wider werden lassen wölte — nach seinem willen und gevallen. Doch ob solcher
priester einer zeitlichen narung halb so nottürftig würde, daß man billich
sein achten möchte, daß er seiner erblichen gütere zu hinbringung seines
lebens bedörflich were, so soll er macht han, solche verfangne gütere zu
nießen nach recht und gewonheit der verfangenschaft unsers
fürstenthumbs.
Nach dem auch aus gesetzten und natürlichen rechten klarlich würdet
herfunden, daß kindes-kindt durch absterben irer
| Seite 98| vater und muter irs erbfalls nit
beraubt, noch also leibs und guts zwivaltigen verlust leiden sollent, darumb
us guter vorbetrachtung und mit treffenlichem rathe setzen und ordnen wir,
daß zu dem heiligen jarstag, zu latin Circumcisio Domini genant, so man von
der geburt Christi Jesu unsers lieben hern zelen würdet vierzehenhundert
neintzig und sechs jare, nach dato dieser unser ordnung nächstkommende
anzufahen und fürter zu ewigen zeiten in unserem fürstenthumb, gerichten und
gebieten in der schlecht abstigenden linien an väterlichem und müterlichem
erbe die eelichen kinds-kinder an ir vater und muter stat mit derselben irer
vater oder muter eelichen geschwisterigen gleich erben sollent und mögent
das anherlich und anfrewlich erbe. In massen und soll, sovil ir vater und
muter, wo die noch in leben, des zu erben empfenglich weren, was aber hievor
zufalle komen were, oder hie zwischen dem angezeigten nechst künftigen
heiligen newen jarstag zufalle komen würde, das soll in diser unser ordnung
nit begriffen sein, sunder damit gehalten werden, wie es vor diser unser
ordnung in dergleichen sachen gehalten und an jedem ende gewonhait und recht
gewesen ist.
Wir setzen und wollen auch, daß hinfür niemandt der unsern seine rechten
nechsten und natürlichen erben, die unser und hinder uns seßhaft sindt,
geverlich enterben solle, weder mit verschaffen oder vergeben des seinen,
noch in andere wege one sundere unsere erlaubung. Doch ob jemandt us
redlichen ursachen etwas seines willens setzen oder ordnen welt, das mag er
ihre mit dem dritteil seines guts und nit darüber, auch anders niemandt dan
den unsern. Doch daß es geschee mit wissen seines amptmans und vor gericht,
und daß nach seinem tode zum wenigsten die übrigen zwei theil bleiben und
werden seinen rechten nechsten und natürlichen erben. Und was über oder
wider dis unser ordnung anders oder weiters gegeben, verschafft oder gesetzt
würdet, das soll weder craft noch macht han, sunder von unwert und niemandt
daran habent sein. Und als bisher die unsern haben gepflogen etlicher
gemechde, also wan ein person, man oder frawe, nach abgang ires eegemahls
sich wider in die heilige ehe verändert, daß man das die kinder, so sie mit
irem ersten egemahl gehapt und die sie mit dem nachgenden überkomen,
| Seite 99| zu gleichen
erben gemacht hat, damit zu vil malen den ersten oder ältern kinden
merklicher abbruch und nachteil erwachsen ist, sollich und dergleichen
gemechde stellen wir auch abe und wollen, daß die hinfür von den unsern
gantz nichts mer fürgenomen oder gemacht [werden], es werde dan von uns
jemandt sonderlich gegondt und zugelassen, — bei strafe leibs und guts.
Item es solle auch hinfür ein jeder unser amptman mit gutem ernst haben
fleißig achtung und uffsehen der witwen und waisen, die nach seinem vermögen
getreuwlich zu schirmen und zu handthaben und die kinder und waisen, die das
ir selber nit verwalten könen, mit rath und hilf der gericht an jedem ende
zum fürderlichsten zu bevogten, zu verpflegern und zu verfürmündern durch
die, so ine und die richtere nach jeder gelegenhait daran die togenlichsten
auch den kinden die nutzlichsten bedunken und fromm und uffrecht seient.
Also daß dieselben vogt, pflegere oder formündere, deren in jeder sach zum
wenigsten zwei seien, der kinde, den sie zu vogt pfleger oder fürmündern
gesetzt werden, und des iren (das auch zu zwen zeddel aigentlich
verzeichnet, der die pflegere einen und das gericht den anderen haben
sollen) sich undernemen und sie mit rathe irer nechstgesipten freunde
ordenen, jeder zudem, darzu sie bedunkt es am allergeschicktest sei, auch
irer gütere, habe und verfangenschaft, sovil und wo sie die haben, es sei
ligends oder farends, getrewlich fürzusten, zu verteidigen und zu
handthaben, damit inen die nit empfrembt, abgengig oder beschwert, sunder
sovil möglich zu nutz angestelt werden und komen, sie [die waisen] damit
desbaß mögen uffgeziehen [werden]. Als auch [daß] alle die jhenen, so also
zu vögten, pflegern unnd formündern der waisen gesetzt werden, unsern
amptleuten an unser statt mit trawen an rechter aide statt globen sollen,
sich solcher pflege und fürmundschaft allein zu gut den waisen, den sie
gesetzt werden, in obgeschriebner masse nach irem besten versteen getrewlich
zu gebrauchen und zu handeln, darin iren aigen nutz noch vorteil nit zu
suchen oder zu meinen und umb solliche ire handlungen jerlich vor unsern
amptleuten und dem gerichte an jedem ende alweg uf den tag oder zu der zeit,
so man andre statt- oder dorfrechnungen höret, auch erbare rechnung
| Seite 100| zuthundt
und in dem allem sich zu halten, als sie am jüngsten tag dem Allmechtigen
darumb wollendt antwurten —, da mit wir auch eines jeden gewissen beladen
haben wollen. Es sollen auch alle diejhenen, so also zu vogten oder pflegern
gesetzt werden, dieselben ire vogtkinder, wan sie in irem alter sindt,
zwischen zwölf und vierzehen jaren, für unsere amptleute bringen, an unserer
statt inen in obgeschriebener masse auch huldung zu thundt und für sich
selbs, sovil inen möglich ist, auch verhüten, damit uns solliche kinder und
das ir nit empfrembdet oder verandert werden. Ob aber einichs derselben
kinde wider der pflegere willen sich uns oder unsern erben empfrembdet, das
soll damit, wie vorbegriffen ist, sein theil erbs gegen uns auch verwirkt
han. Es sollen auch die, als obsteet, zu vogt, pflegere oder vormündere
gesetzt werden, irer pfleg und vormünderschaft nit absteen auch den kinden
des iren zu iren handen nichts geben oder volgen lassen, sie werden dann von
unsern amptleuten des erlassen und gehaissen.
a) Ferner ordenen und wollen wir, wann und so oft sich künftlich gebüren und
not sein würdet, kirchen- oder heiligen-pflegere zu setzen, des auch ein
jeder unser amptmann bei seiner verpflichte fleissig ufmerken haben, so
sollen unsere amptleute mit rathe der gerichte an jedem ende darzu auch
nemen und setzen, die fromm, erbar und verstendig seien und den man des
getrewen möge.
b) Dieselben, die also zu kirchen- oder heiligenpflegere fürgenomen werden,
[sollen] unsern amptleuten mit handt gebenden trewen an geschworner aide
statt globen, daß sie der kirchen und heiligen zinß, rente und güter
getrawlich und mit gutem fleiß inbringen und verwaren und des on redlich
ursachen oder erlaubung unserer amptleute von einem jar oder ziele zum
andern nichts anstehn lassen, deßgleichen das jhen, so sich von der kirchen
und hailigen wegen zu beluchtung und anderer teglicher notturftig brauchung
gebüret uszugeben, auch alweg zum nützlichsten, wolfeilsten und gelegensten
bestellen und umb das alles thun wollendt erbare rechnung und bezalung —,
die dan ein jeder unser amptman jerlich an einem jeden ende seines ampts in
beisein eines pfarrers und etlicher richtere von inen hören und empfahn und
alle jar, so er von unsern
| Seite 101| wegen seines ampts halb rechnung
zuthundt beschrieben würdet, in schriften mitbringen und zu unser cantzlei
überantworten soll zusampt einer eigentlichen verzeichnus, was ein jede
kirche und heiliger in barschaft vorhands und was und wievil sie in schulden
ußstendig haben.
c) Und was dan an jedem ende vorgends ist und die pfleger jerlich an rechnung
schuldig bliben, das sollen die pflegere hinfür nit mer als bis her geschehn
ist, zu iren handen haben, sunder alweg nach beschluß der rechnung das alles
in barem gelt auch überantworten, das dan fürter durch die pfarere und
pflegere samenthaft in gegenwertigkeit unsers amptmanns an jedem ende zu
anderm der kirchen oder heiligen gelt, schatze oder briefen gelegt werden
soll in ein behaltnus mit zweien schlossen, zu der einem der pfarer einen
schlüssel und zum andern die pflegere auch einen haben sollen, also daß ir
keiner allein darzu oder darüber komen möge oder gelassen werde und also die
pfarere auch wissen haben mögen, wie mit der kirchen und hailigen gut
gehandelt werde.
d) Und als biß her an vil enden die pflegere der kirchen und hailigen gelt in
irer eignen nutz bewendt und noch nit wider bezalt han mögen, da soll durch
einen jeden unseren amptmann in seinem ampt fürderliche und eigentliche
beurkundung geschehen, wer dieselben und wievil ein jeder also schuldig sei,
und solliche schuld denen, die sie schuldig sindt, zu zimlichen leidlichen
zielen nach eins jeden gelegenhait und vermögen getheilt und zerlegt und dan
durch die hailigen pflegere, so jetzt sindt und künftiglich gemacht, zu
sollichen gesatzten zielen one lenger uffhalten inbracht, verzeichnet und zu
anderm der kirchen und hailigen gelt, als obsteet, auch behalten und verwart
werden. Were es aber daß die schuldner zu den gesetzten zielen an bezalung
seumig würden, das sollen alle male die pflegere bringen an ire amptleute,
die inen dan von einem jeden auch zu fürderlicher bezalung beholfen sein
sollen; und was man also den kirchen oder hailigen schuldig und wie einem
jeden sein schuldig zu bezalen zerlegt ist, das sollen die pflegere alle jar
auch eigentlich und underscheidenlich in ir rechnungen zeichnen.
e) Es sollen auch die pflegere bei iren eiden und schwerer strafe leibs und
guts von solchem der kirchen und hailigen gelt weder wenig noch vil
verussern, hinleihen, anlegen, noch verwenden in einichen wege one sundere
erlaubung und schriftlich zulassen unser oder an unser statt unseres
landthofmeisters. Sunder wann die pflegere gut oder noth bedruckt oder an
sie gesucht
| Seite 102| würdet, ichts desselben gelts umb zinse oder sonst hinzuleihen oder in
andere wege den kirchen oder hailigen zu nutz anzulegen, das mögen und
sollen sie alle mal bringen an unsere amptleute, die es dan fürter an uns
oder unsern landthofmeister langen lassen sollen. Was und wivil dan wir oder
unser hofmeister also hinzuleihen oder anzulegen mit schriftlicher urkundt
willigen, das mögen die pflegere thun; doch sollen sie es fürter handeln mit
rathe unserer amptleute, damit den hailigen oder kirchen sollichs mit
nottürftigen verschreibungen und guten gewissen underpfanden versichert und
belegt werden dermaß, daß sie irs hinleihens unverlustig sein mögen.
f) Deßgleichen sollen auch weder unsere amptleute noch die pflegere bei iren
eiden und strafe leibs und guts von der kirchen oder heiligen gelt in ir
selbs nütze oder gebrauche gar nichts entlehenen, behalten, brauchen oder
verwenden, noch den pfarern solliches zu thundt gestatten —, one sondere
unsere oder unsers landthofmeisters erlaubung.
g) Darzu sollen die kirchen oder hailigen pflegere keinen bawe oder anders,
das etwas costen möcht, fürnemen zu machen und sonderlich an fensters,
tofeln und anderm dergleichen usserthalb unserm fürstenthumb nichts
verdingen oder bestellen one unser oder unsers landthofmeisters wissen, rate
und bescheidt; welcher aber herüber für sich selbs ichts bauwen oder machen
liesse, dem soll es zu seiner rechnung nit gerechnet oder abgezogen
werden.
h) Und ob etliche pflegere zu irem abstandt den kirchen oder hailigen ichts
an rechnung schuldig blieben, das inen under den leuten noch usstünde,
dasselb, wie viel des were, sollen dieselben abgestanden pflegere selbs
inbringen und den nuw gesetzten pflegeren überantworten —, alles zum
fürderlichsten.
i) Deßgleichen und in aller gestalt, wie von der kirchen und hailigen gut
oben geschrieben und gesetzt ist, wollen und bevelhen wir, daß es mit
unserer stette und dörfer renten, nutzungen und gefällen hinfürter auch
gehandelt, gerechnet und gehalten werde.
Weiter ordenen wir und verbieten, daß hinfür dheiner der unsern seine
ligenden güter beschweren solle, weder mit entlehenen, versetzen oder in
andere wege, umb wenig noch viel, er hab dan des unser, oder an unser statt
unsers landthofmeisters schriftlich und
| Seite 103| besigelte gönung. Wo es aber
darüber von einichen one solche erlaubung geschehe, so soll doch das von
unwert und niemandt, er sei frembt oder haimisch, geistlich oder weltlich,
daran habent oder gewert, sunder dieselben beschwerten oder versetzten
gütere uns und unsern erben one mittel zu strafe ledig verfallen sein. Doch
lassen wir zu, daß ein nachbar gegen den andern, die beidt uns zustendig
sindt, zu seiner notturft seiner gütere verkaufen, versetzen oder daruff
leihen möge, doch zimlich, und daß es uffrecht und redlich zugange und
geschee vor unsern amptleuten und den gerichten, wie sich gebürt.
Wir bevelen auch allen unsern amptleuten ernstlich, fleissig achte und
ufsehens zu haben, damit die unsern des iren mit zeren, spielen, buhlerei,
durch müssiggehn oder in andere wege üppiglich oder unnotturftiglich nit
abkomen; sonder wo sie geware würden etlich, die des oder zu andern bösen
sachen geneigt und in übung weren, mit denen sollen sie gütlich reden,
solches abzustellen, und, wo gütlich rede nit verfahen wölt, dann gegen
denselben den ernst mit gebürlicher straf der thürme und sonst auch fürkeren
und zeigen dermaß, daß andere darob besserung und sich des zuverhüten
exempel nemen mögen.
Sonderlich so wollen wir, daß alle gotslesterer, die bei Gotts oder seiner
lieben Heiligen namen, glidern, oder sonst schwüren oder in andere wege Got
unserm schöpfer unehre theten, auch alle, die zu der unehe sitzen, und darzu
alle diejhenen, die dieselben leute wissentlich hausten, ufhielten oder
zusamen trieben, und alle, die einander zutrincken, von unsern amptleuten
hartiglich gestraft und in unsern stetten, dörfern oder landt gar nit
gedultet werden.
Item alle spiele sollen hinfür allen den unsern in und usserhalb unsers
fürstenthumbs gentzlich verboten sein bei den penen und strafen, vormals von
uns daruff gesetzt und hernach begriffen. Doch
| Seite 104| lassen wir zu, daß die unsern im
brette oder uf der karten umb kurzweile willen ein spiel umb einen pfening
unverboten und nit höher mit einander spielen mögen, — doch daß es damit
auch zimlich gehalten werde.
Item welcher ein junckfraw schwechet oder ir iren magdthum nimpt, der soll,
sovern er sie nit eelichen kan oder will, ir für iren magdthum geben
dreissig gulden; doch behalten wir uns und unsern erben [vor], das zu meren
und zu mindern nach dem, [was] uns zu jedem male nach gelegenheit der
personen und sach zimlich und billich bedüncken würdet.
Welcher der unsern hinfür an offentlichem eebruch schuldthaft erfunden
würdet, der soll uns zu strafe unableßlich verfallen sein, und durch unsere
amptleute von ime inbracht und verrechnet werden zehen pfundt pfening, so
oft das geschicht. Und als bisher an etlichen enden unsers fürstenthumbs ein
gewonhait gewest ist, so man etlich personen ledig oder eeleute bei einander
argwänig funden oder gewist, daß man die ufgehoben und verdruncken hat,
sollich gewonheit thund wir abe und wöllen, daß hinfür in sollicher gestalt
niemandt mehr uffgehoben, sunder dieselben leute, so sie bei einander funden
oder verkuntschaftet, unsern amptleuten angezeigt und fürbracht werden; die
sollen dan amptshalb mit denselben reden und handeln, was not ist und sich
gebüret.
Deßgleichen wollen wir, so die priestere hinfür etwas handeln, das unleidlich
und strafbar were, daß solliches von unseren amptleuten in unser cantzlei
anbracht, denen dan fürter bei den bischofen und sonst darunder gehandelt
werden —, den priestern zu strafe und uns und den unsern zu abtrag und
kostens und schadens widerkerung, sovil und was nach gestalt einer jeden
mißhandlung not sein würdet.
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Item wir setzen und gebieten auch, ob were, daß jemandt inhette oder bei
andern wüsste oder herfüre icht, das uns zustände und uns nit verbedet,
verzinset oder verdienstet würde, daß ein jeder der unsern bei seiner
verpflichte sollichs zu den jargerichten melden und unsern amptleuten
fürbringen solle.
Item wir wöllen auch hinfür nit mehr gehabt haben, daß die bawgütere, hof,
mülen und ander gütere, so uns zustendig und verliehen sein, versetzt,
verkauft, beschwert, geteilt oder zu einichen andern wege verändert werden
one unser oder an unserer statt unsers landthofmeisters wissen und erlaubung
bei verlierung eins jeden lehenung und bestendnis. Und wo nit
verschreibungen über solche gütere werent, die sollen in unser canzlei
verzeichnet gegeben und verschreibungen darüber begert, die inen auch
gefertigt werden sollen; sunst soll auch one solche vertigung und
verschreibung us unser cantzlei niemandt habendt sein. In sonderheit so
ordnen wir auch, wan hinfür die unsern irer gütere, es seient häusser, höfe,
acker, matten, weingarten oder anders, nichts usgenomen, die uns zinsbar
sindt, verkaufen, hingeben oder in einichen andern Wege verandern wöllen,
daß, ehe dan sollich kaufe, gift oder veranderung beschlossen werde,
beidertheil, nemlich der, des das gut ist, und der, dem ers zustellen will,
mit einander für unsere amptleute komen, denselben das anbringen und ire
namen, das gut und die aufstößere anzeigen und inzeichenen lassen sollen, uf
daß uns dadurch unsere zinse nit verschlagen oder gemindert werden und
unsere amptleute, bei wem sie einen jeden zins fordern und einbringen
sollen, auch wissens haben mögen. Deßgleichen soll auch ein jeder, dem in
erbsweise zustunden einich gütere, die uns zinsbar, in dem nechsten monat,
nachdem ime die angefallen weren, für unsere amptleute komen, sich und die
gütere in obgeschriebener masse auch inzeichenen zulassen. Welicher aber
solicher vorgemelten unserer zinsbaren gütere, sie weren in kaufs-, gift-,
erbs- oder anderweis an ine komen, in hette über einen monat und sich und
die gütere in obgeschriebner maße unsern amptleuten nit erzeiget und
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inzeichnen liesse, der soll uns oder unsern erben, so oft es geschee, ein
pfundt pfenning zu straf verfalen sein.
Item wir ordnen und wöllen, bevelhen auch allen unsern amptleuten, des
ernstlich uffsehen zu haben, daß alle gebawe in stetten und dörfern, es
seient kirchen, mauren, scheuern, huser und anders, nichts usgenommen,
hinfür in gutem bawe, besserung und eren unzergenglich behalten und
gehandthabt werden; doch so soll kein bawe, der etwas costen möcht, zur were
oder andern dingen dienende, angeschlagen, verdiengt oder gemacht werden one
unser oder unsers landhofmeisters rathe und wissen.
Item welich der unsern hinfür bawet in stetten oder dörfern und denselben
bawe nit zum wenigsten kniees hoch von der erden uff undervert und
undermauret, dadurch die schwellen im grunde ehe zeit verfuln müssen, dass
dem von unsern amptleuten drei pfundt pfening zu strafe abgenommen und uns
verrechent werden sollen und nichts deßminder daran gehalten werden solle,
den baw zu underfüren als obstet. Darzu sollen auch alle, die es zu thun
vermögen, daran gehalten werden, ire heusere und Scheuren mit ziegeln zu
decken.
Deß gleichen sollen auch alle alt und newe bewe mit kaminen, schornsteinen
und sunst fürsehen und gemacht werden fewers halben zum wenigsten sorglich
oder schedlich. Und nemlich so sollent hinfür an jedem ende von den richtern
werden geordnet etlich, die jars zum wenigsten zwei mol sollen umbgehn von
hauß zu hauß und scheuern zu scheuten und da beschauwen, ob jemandt sein
hauß oder scheuren bawfellig werden ließe oder sunst nit versorget für das
feuwer, als not were. Und, wo oder wie sie solches funden, so sollen sie
denen, der dieselben häusere oder scheuren sindt, gebieten bei pene drei
pfundt pfening, sollichs zu bawen und zu fürsehen, wie sie das nottürft
bedünckt. Welche aber dasselb, so ine von den gemelten
| Seite 107| schauwern geboten
were, nit bawen oder machen ließen, ehe dan die schawer wider umb giengen,
die bawe in vorgemelter maße zu besehen, — also daß sie sollichs zum andern
umbgang one unserer amptleute gönung noch ungebawen funden, dieselben sollen
die schawer unsern amptleuten anbringen, die fürter die obbestimpt pene
unableßlich einbringen sollen.
Sunderlich so sollen auch unsere amptleute ernstlich darob sein, damit alle
graben, zune, wasserflüsse, scheren, hege, schlege und anders, zur were und
befriedung unsers fürstenthumbs geordnet und dienende, durch die jhenen, den
solichs zu thun gebüret, zu nottürftigen zeiten besehen, gegraben, gerümpt,
gebessert und in bawe und wesen unzergenglich gehandthabt werden, daß auch
alle die unsern mit irem harnasch, gezelten, reißwagen, geweren und anderm
zum krieg, desgleichen an jedem ende mit leitern, hacken, eimern und ander
gereitschaft zu feuvers nöten alweg in steter rüstung und also bestelt und
geordnet seient, wan sich etwas begebe, daß ein jeder mit dem, das ime
ufgelegt und bevolhen ist, gerüst sei, und uf wen er ein uffsehen haben, und
was er thun solle, wissens habe, sich des zu halten.
Zu dem allem wollen wir, daß unsere amptleute auch sollen fleissig uffsehen
haben und fürsehen, damit alle wachten an porten, uf den mauren und sunst
tags und nachts nach gelegenheit der laufe zu jeder zeit mit fromen knechten
wol bestellet und emsiglich mit rechter ordnung und munterlich gewachet und
gehütet, daß auch alle porten, scherren und grendele zu rechter und
geburlicher zeit uf- und zugeschlossen, die schlüssel an jedem ende nachts
zu iren handen geantwort und nachts niemandt ine- oder usgelassen werden —,
das mit irem wissen und gehaiß, auch nit dan zur not und mit guter fürsorge.
Also wan man jemandt inlassen will, daß ein jeder amptmann selbs dabei sei,
oder ob er dabei selbs nit gesein könte, zum wenigsten zu den portnern darzu
ordne drei oder vier von den nechst gesessenen der porten oder andern mit
iren geweren und, so die ußerport uffgeschlossen, daß dan die inner nit
geöffnet werde, die
| Seite 108| ußer sei dan vor wider zugethan;
und deßgleichen hinwider, so man jemandt ußlassen solle, dass dan die usser
port nit geöffnet, die inner sei dan vor wider zu etc., wie obstet. Und als
uns bißher zu mehrmale unsere landtgräben, were, hege, schlege und
landtweren uffgehawen, zerbrochen und wege und stege dardurch gemacht sindt,
da ordenen wir auch: von welichem, er sei frembd oder heimisch, sollichs
fürbas mehe geschehn, oder dass je ainer nit mer, dan dadurch, wandelte und
nit suchte und brücht die rechten landtstrasen, dass uns der, so oft es
geschicht, allemal zehen pfundt pfening unableßlich zu straf verfallen sein
und darzu zu unserm gefallen steen soll an seinem leibe, ine darumb auch
zustrafen, so lang wir wöllen.
Wie oft und ernstlich auch wir und unser landthofmeister von unsern wegen
bißher, so feindtschaft zugevallen ist, und auch sonst in unsere ampt haben
thun schreiben, verkunden und bevelhen [lassen], daß die unseren sorgsam und
fürsichtig sein und daß man die argwönigen müssiggenger und die, so
ungewönliche wege oder straßen bruchten, annemen und rechtvertigen solt, so
haben wir doch funden, daß es bißher liederlich behalten worden; darumb so
ist aber unser meinung und bevelch, wir gebieten auch allen den unseren
ernstlich und bei schwerer strafe leibs und guts, daß hinfurter ein jeder,
so er höret stürmen, eilends zulaufen und mit nacheilen, retten und geschrei
machen, wo und wie sich das in stetten, dörfern oder uf dem lande begibt,
gehorsam sein solle. Auch ob jemandt frembder leute zu roß oder fuß in
unserm lande ungewonliche wege brauchendt oder sonst reitendte oder haltende
gewar würde oder jemandt in unserm lande in stetten, dörfern, wirtshäusern
oder uf dem veldt den andern schlüge oder sonst unfüget, daß man die alle
understandte zu beifangen oder geschrei zumachen, daß sie zu handen bracht
und gerechtvertigt werden. Deßgleichen, wo fremde argwönige müssiggenger in
den wirtsheusern oder sunst lenger dan übernacht liegen wolten, daß die nit
geherbergt oder uffgehalten, sunder, so sie lenger ligen wirden, durch die
wirte unsern amptleuten angezeigt und durch sie ir wesen und gelegenheit
herkundet werden. Und wellichs, die ine also anbracht, herfunden wurden, daß
sie nit mit rechten sachen umbgiengen, derselben sollen unsere amptleute
keinen wider ledig
| Seite 109| lassen oder vertagen one unser
oder unsers landthofmeisters sündern bevelh. Wellichen auch der unseren
unsere amptleute in den obberürten stücken ungehorsam finden, den sollen sie
annemen in unser strafe leibs und guts, gleicherweiß, als ob er in
obgeschriebner masse selbs mißhandelt hete.
Item alle unsere amptleute sollen bei iren verpflichten fleißig achtung haben
und darob sein, damit die landstraßen zu allen zeiten in ziemlicher,
notdurftiger besserung und handthabung gehalten werden dermasse, daß die
landtfarer und wagenleut und andere, die sollich straßen bruchen, darob nit
clag oder scheuung haben, dadurch uns an unsern zöllen schade oder gebruch
entsteen möcht, und daß auch allen den jhenen, so die straßen bruchen, in
den herberigen geschee guter rathe und handtlung umb zimlichen pfening, wie
gewonlich und landtleufig ist.
Item die unsern sollen auch bei iren verpflichten und bei schwerer strafe
leibs und guts kein büntnus, einung oder gesellschaft zusamen verschreiben,
verpflichten oder verbinden, die in einichem wege wider uns, unsere erben
oder die unsern weren oder sein möchten; deßgleichen sollen auch die
handwerckleute kein zunft haben, machen oder halten auch bei obgemelter
strafe.
Item in allen unsern dörfern auch in allen dörfern in unserm fürstenthum
gelegen sollen hinfür alle gewerbe, kremereien, metzeln, badtstuben und
ander dergleichen dinge, die den stetten zustendt, gentzlich abgestelt und
gar nit mer geübt oder gebraucht werden, usgenomen
Obernbühel, Rastatten,
Graben und Stein, die für
merkte geachtet sindt, und desgleichen etlich andere dörfere, den wir irer
gelegenhait und nottürftiger ursachen halb etlich der oben gezeigten stücke
sonderlich auch zugelassen handt oder hinfür zugelassen werden, welliche des
unsere besigelte brieve haben. Doch so geben wir zu, daß die wirte oder
andere in den dörfern, so sichs zu zeiten begibt,
| Seite 110| von den wagenleuten mögen saltz
absetzen, doch auch also, daß dasselbig saltz in den dörfern recht
ußgemessen, auch uns unser gewonlicher zolle von solchem abgesetzten saltz
gefalle und in den nechsten achttagen, nachdem als das saltz abgesetzt ist,
geantwort werde —, us jedem dorfe an den zolle, under den daselb dorf
amptsweis gehöret und sovil gebüret. Ob aber jemandt darin seimig erfunden
würde, der soll, so oft es geschee, uns darumb zu strafe drei pfundt pfening
unableßlich verfaln sein.
Item wir wollen, daß hinfür dheiner der unsern den andern mit frembden
gerichten, geistlichen noch weltlichen, fürnemen solle, - die sachen werdent
dan alweg zuvor von uns oder unserm hofmeister und unsern gelerten reeten
verhöret und nach sollicher verhörung, ob man darin nit entscheidtung findet
oder zuthun hat, fürter gewiest oder zugelassen, ferner recht oder
entscheidung darumb zu suchen.
Item als die unsern bisher großmerkliche und unzimliche costungen und
beschwerungen ufgetrieben und gepflegen haben — (inen selbs zu schaden und
wider gemeinen nutz) — langende mit hochzeiten, brautlaufen,
kindbetschencken und anderm, das man nennet zu liebe und zu leidt, das alles
thundt wir abe und wöllen, daß hinfür dheiner unser bürger, inwoner oder
hindersesse, der ime selbs, seinem son, tochter oder freundt hochzeit halten
will, über fünfzig personen beide us seinen gesipten freinden und ungesipten
zu seiner hochzeit nit laden oder haben, auch über fünf zimlicher gemeiner
essen daruf nit geben solle, alles bei unserer schweren strafe und daran
verließung zehen pfundt pfening. Sunst sollen alle frawen- und
kintbetschenck und ander dergleichen dinge, wie die bisher bei den unsern in
übung gewest und genant sein mögen, und sunderlich das, als bisher an
etlichen enden gewonhait gewest ist, daß ein vater seinem jung geborenen
kinde mit seinen freunden und nachgeburen nachvolgung gethan hat zu der
taufe, hinfür gentzlich abgestelt und vermieden bleiben — bei pene dreißig
schilling, die ein jeder, es sei frawe oder man, so dise obgeschrieben
unsere ordnungen verbreche, so oft das geschee,
| Seite 111| uns verfallen sei; als auch alle
unsere amptleute bei irer verpflichte des fleißig ufmerken haben und diese
unsere ordnung strenglich handthaben sollen. Doch ob ein gevater, freindin
oder nachbarin die ander in irem kintbet besehen wölte, das stellen wir nit
abe, und mögen das wol thun. Item es soll auch hiefür niemandt der unsern,
es sei man, frawe, jungfrawe oder knab zu dheiner hochzeit oder brautlaufe
mer schencken dan zween schilling pfennig oder sovil werts — bei pene eins
pfundt pfening; usgenomen, die ainander sipschaft oder magdschaft im driten
gradt verwandt sindt, desgleichen die uslendigen mögen schencken, doch
zimlich, was oder wievil einem jeden geliebt. Deßgleichen und bei
jetzgemelter pene eins pfundt pfenings soll auch hinfür niemandt der unsern,
der dem andern ein kindt us tauf hebt und gevater würdet, über zwen
schilling pfening auch nit geben oder schencken.
Als dan bißher in verleihungen und bestendnissen der zehenden vilerlei
unzimlicher abentheur und behendigkait gebraucht und gehandelt worden, davon
zu zeiten uns und den unsern merklich schade entstanden ist, dieselben zu
fürkomen haben wir geordnet und setzen, daß hinfür keiner der unsern
einichen zehenden besteen oder annemen soll, es geschee dan mit wissen und
in gegenwärtigkeit seins amptmans. Derselb soll dan zuvor und, ehe er den
zehenden besteen lasset, zu ime nemen etlich erbar personen (an dem ende, da
der zehendt gefelt, gesessen) und auch sonst von nachbern und anstössern,
die ime der ding verstendig beduncken, und in beisein eins zehendt hern oder
seins anwalts, ob ine geliebt dabei zu sindt, denselben zehenden schetzen
und achten lassen, was und wievil er des jars nach zimlicher büllicher
achtung ungeverlich thun und ertragen, damit den zehendt hern ir zehendt
genüglich bezalt und den bestendern ir cost und arbait zimlicher maße auch
vergolten werden möge. Und wan dan ein zehendt mit sollicher weiße geachtet
und geschetzt ist, so mag ein gantze gemeindt am selben ende, ob sie wöllen,
den umb sollich geacht summa gelts oder fruchten annemen und für sich selbs
behalten doch mit zimlicher genugsamer versicherung des jhenen, darumb der
zehendt bestanden würdet, den zehend herren oder iren schaffnern zu seiner
zeit anzurichten, wie sich gebüret. Ob aber
| Seite 112| eine gemeinde nit zu willen
were, den zehenden in gemelter masse zu besteen, als dan und nit ehe mag den
in solicher gestalt ein jeder für sich selbs allein oder mit andern uf
genugsame versicherung und bürgschaft, den zehendt hern deßhalb zu gescheen,
wol besteen und annemen. Wo aber nach solicher in obgerürter maße getanen
schatzungen jemandt were, der mutwillen brauchen und den zehenden höher, dan
er anfangs geachtet were, steigen wölt, so soll ein amptmann von stund an
den andern seines ampts angehörigen bei schwerer unser strafe und ungnadt
ernstlich verbieten, desselben bürge oder gewere zu werden, und auch nit
gestatten, daß jemandt für ine in einigen wege haften oder verbunden werde
oder ichts des seinen insetzte. Und darzu nichts deßminder: wo derselb, so
uf jetz gemelter mainung den zehenden höher gesteigt und bestanden hette, an
sollich bestandnus verlustig [gehen] und sich gegen den zehendt herrn
beclagen [würde], was ime dan daran von gnaden oder us gutem willen uf sein
bitt verlusts halb nachgelassen würde, sovil soll er auch uns zu strafe
zugeben verfallen und schuldig sein.
Nachdem auch durch menge der stationierer unsere armenleute bisher merglich
beschwert worden sein und das jhen, da mit die gottesheusere und kirchen in
unserm fürstenthum in buwe und besserung gehalten werden sollen, hinuß
komen, so ist unser meinung und wöllen: daß hinfür allein den nachgemelten,
nemlich des Heiligen Geists, unser Lieben Frawen im dhumstift zu
Speier, unsern Gottes kirchen Sant Anthonien,
Sant Veltins, Sanct Bernharts, Sanct Erharts, Sanct Anstets, Sanct
Humprechts und Sanct Kurins botschaft, doch allein in den kirchen station
zuhalten, deßgleichen den vier bettelörden, wie von alter her zu heischen
und zu sameln vergönnet, und sonst kein botschaft oder stationierer, die nit
brieve von unserm herren und freundt, dem bischof von
Speier, haben, weder in kirchen noch userthalb zu
haischen oder zu sameln zugelassen werden. Doch ob an einichs kirchen mit
des benanten unsers herrns und freunds von Speier
ufrechten, versigelten brieven gesamelt wurde, das sol man auch zulassen,
doch allein in den kirchen; aber userthalb der kirchen von haus zu haus zu
geen und zu sammeln soll weder den obgemelten noch keinen andern botschaften
gestattet werden, sie haben
| Seite 113| dan des von uns oder unseren
landthofmeister schriftliche versigelte gönung zu zeigen. Ob aber einich
botschaft oder stationierer so vermessen sein und aigens willens one unserer
amptleute wissen von haus zu haus zu geen und zu sammeln understeen wölt,
das mag man auch geschehen lassen; doch so er ausgesamelt hat, soll man
alles, das ime worden ist, nemen und geben an bawe und notturft der kirchen
an dem ende, da es besamelt were. Ob und so wir auch jemandt von haus zu
haus zu sameln gönnen und des unsere brieve geben würdet, nicht deßminder
soll ein jeder unser amptman einem jeden an jedem ende jemandt zuordenen
mitzugeen und zuzusehen, damit es recht zugange.
Item wir wollen nit gehabt han, daß die unseren hinfür borgs einichen
ungemessen kaufe, es sei umb früchten, weine oder anders, ufnement, oder
sich ir gütere freunden oder nachbarn verschreiben, verpflichten oder
haften, noch einichen fremden oder uslendischen gerichten sich oder das ir
underwürfig machendt, es geschee dan mit wissen und herlaubung unserer
amptleute. Wellich aber darüber kaufet, sich verpflichtet oder jemandt mit
ime in bürgschaftweise oder sonst haft machet mehr oder weiter, dan er zu
bezalen oder zulösen vermocht, den behalten wir uns darumb zu strafen nach
unserm wolgefallenn.
Item die unsern sollen sich hinfür auch verhüten, daß
a) dheiner umb
borgs verkaufe oder kaufe theurer dan umb bar gelt —,
b) von einem
armen kaufe früchten oder anderes und ime dasselb darnach uf ziele wider und
theurer gebe, dann ers umb bar gelt von ime gekauft hette und —
c) daß
auch niemandt dem andern seine früchten oder weine, die noch uf dem velde
stunden, abkaufe oder ablehene umb minder, dan sie, so sie einbracht, gelten
würden, — alles bei strafe leibs und guts, die ein jeder, der mit sollichen
oder dergleichen unzimlichen kaufen umbginge, von dem man des gewar würde,
von uns schwerlich warten sein soll.
| Seite 114|
Item als dan bißher zu den weinen gebraucht sindt und noch teglichs und, je
lenger, mer geübt werden vil unziemlicher und dem menschen schedlicher
gemechde, deßgleichen ordnen wir auch, daß hinfürter dheiner, der wein zu
verkaufen hat oder mit weinen werben und handeln will, sollichen weine mit
einichen dingen, die dem menschen oder der nature des menschen wider oder
schedlich sein mögen, machen oder artzeneien, sonder einen jeden wein
bleiben lassen solle, wie er an ime selbs und gewachsen ist. Doch lassen wir
zu, so es not, zu bereutung eins fasses (nach dem dasselb groß oder klein)
ein ringlin schwebels der, so es damit zimlich gehalten würdt, den wein
frisch machen und dem menschen auch nit schädlich ist, zu brauchen. Dar zu
wöllen und setzen wir auch, daß niemandt einichen wein mit einer anderlei
weins undermischen, sonder einen jeden wein, es sei Elsesser, Ortnauwer,
Brißgauwer, Reinwein, Landtwein oder ander wein unvermischet und für sich
selbs bleiben lassen solle, wie er gewachsen und an im selbs ist.
Deßgleichen sollen auch kein gesenfte oder sunst gemacht wein under die
obgeschrieben wein gemüschet werden. Und umb daß diese unsere ordnung
deßbestendiger sein möge, so sollen alle küfere, maister und knechte an
jedem ende unsern amptleuten mit traüwen an rechter geschworner aide statt
globen "daß sie dheinen der unsern noch die maistere inen selbs oder die
knechte den meistern dheinerlei weins, den man verkaufen oder zum zapfen
schencken will, mit einicherlei, das dem menschen oder der nature des
menschen schedlich sein möge, oder anders dann mit einem zimlichen ringe,
als obsteet, machen oder artzeneien, auch dheinen wein durch den andern
ziehen oder gethan werden schaffen wollendt, es sei dan gefürwerten wein
durch gefürwerten, getrebet durch getrebet, ein schlicht Elsesser durch den
andern Elsesser, ein Ortnauwer durch ein Ortnawer, ein Reinwein durch ein
Reinwein, ein Brißgauwer durch ein Brißgauwer und ein Landtwein durch ein
Landtwein, also daß nit gemüschet oder gezogen werden Elsesser und Brißgawer
durch einander oder Mortnauwer und Landtwein durcheinander oder deßgleichen"
—, alles bei verpflichte und strafe leibs und guts, die die weinleute auch
küfer und knechte, die in einichen stucke brauchig erfunden würden, darumb
wartendt sein sollen. Und als jetzundt newlich auch funden und nu in übung
ist, daß man
| Seite 115| den wein im herbst mit ringen
machet, daß er für und für süß bleibet, denselben süssen wein soll man auch
unvermüschet halten und sunder verkaufen, bei verpflicht und strafe, wie
obsteet. Es sollen auch bei vermeidung vorgemelter strafe alle diejenen, die
mit weinen werben und handeln, sich verhüten, durch sich selbs oder die iren
ein statt oder ort vor dem andern zu fördern oder zu hündern, also daß man
wider die landtfarer und weinkäufer nit soll sagen: "bleib hie, du mußt dort
oder da sovil zolles geben oder mehr, dan hie" und deßgleichen —; als dan
solliche reden bißher gebraucht sein mögen, — alles ungeverlich.
Item wir ordenen auch, daß alle schafwolle, die in unserer marggraveschaft
vom fremden und heimischen gekauft oder verkauft wurdt, es sei in stetten
oder dörfern, an unsere offen gemeinen fronvogten gefüret, alda gewogen und
verzollet werden solle, wie sich gebürte — bei pene fünf pfundt
pfenning.
Item wellicher, er sei fremdt oder heimisch, mit seiner ware oder
kaufmanschatz, wellicherlei das sei, oder mit früchten, wein, vihe, wollen
oder anderm, das zolbar ist, gar nichts usgenommen, uns unsere zolle verfärt
oder sein ungelt nit recht geit, verhelt oder verschlecht —, der soll uns
leib und gut verfaln sein.
Item als wir in vergangen jaren zu straf mutwillens, frevels, auch anderer
mißhandtlung und, übelthate zuverhüten, der freveln in unserm fürstenthum
ein schatzung und Ordnung gemacht und doch nachmals an sollicher satzung us
mitleidlichait mit unsern armen und umb, daß wir furter von den
schuldthaften umb nachlassung daran nachlaufens und anfechtens vertragen
sein wollen, etwas milterung und ringerung gethan haben —, bei demselben
lassen wir es nochmals bleiben und setzen und ordenen, daß die freveln
hinfür in unserer marggraveschaft von fremden und heimischen, so sie
verschuldet,
| Seite 116| durch unsere amptleute inbracht
und uns verrechnet werden sollen, in massen wie hernach steet:
a)
Erstlich ordenen wir, wellicher den andern wundet, schlegt oder sticht mit
messern, degen, kolben, stecken oder andern geweren oder waffen, daß er
wundt und blutrünstig wurdet, der soll uns zu freveln geben und verfaln sein
drei pfundt pfenning.
b) Item wellicher den andern schlegt mit
truckenen streichen und ime kein gliede lemet, der soll geben zu frevel ein
pfundt pfenning; und ob oder sowol einer den andern mit einer faust oder
sonst schlüge oder stieße, das ime die nase oder der mundt blutet und ine
doch nit wundet, der soll auch geben ein pfundt pfenning.
c)
Deßgleichen soll auch geben ein pfundt pfenning zu frevel ein jeder, der
über den andern zücket oder nach ime sticht oder schlegt und feelet.
d)
Item wellicher nach dem andern würfet, es sei, womit es wolle, trifft der
und macht blutrünstig, so ist er zu frevel verfallen drei pfundt pfenning;
mechte er aber nit blutrünstig und trifft, so gibt er ein pfundt pfenning;
feelet er aber, so git er auch zu frevel drei pfundt pfenning.
e) Item
für ein groß unrecht soll man geben fünfzehen schilling pfenning.
f)
Item für ein klein unrecht soll man geben fünf schilling pfenning.
g)
Item für ein liegeinung soll man geben drei schilling pfenning.
h) Item
für ein spieleinung soll man geben fünf schilling pfenning, und der wirdt,
in des hauß gespielet würdet, zehen schilling pfenning, so oft das
fürkomt.
i) Item ob die spielere etwan einen wirdt vertrosten, ine us
schaden zu heben und ers daruf verhenget, derselb wirdt soll, so oft das
fürbracht würdet, zu einung geben ein pfundt pfenning.
Wir haben auch fürgenomen, hinfürter an den obbestimpten freveln, unrechten
und einungen gar nichts mer nachzulassen, darnach sich ein jeder, der darin
schuldthaft und fellig würdet, richten mag, uns und unsern landthofmeister
deßhalb nachlaufens zu vertragen.
Were es aber, daß jemandt in obgeschriebner mase frevel fellig würde und doch
den zu geben am gut nit vermöcht, der oder
| Seite 117| dieselben sollen von unsern
amptleuten dafür am leibe und nemlich für jedes pfund pfenning achttage in
thurn oder käfig und mit wasser und brot gestraft werden, es were dan, daß
einicher solliche verschuldte freveln zu zimlichen zielen zu bezalen zu
verbürgen hette oder uns die mit seiner arbait, die er könte und der unsere
amptleute von unsern wegen bedörflich weren, abverdienen wölle, das mögen
unsere amptleute von denselben uf gnugsame Versorgung auch annemen.
Item wellicher uns in unsern welden oder an unserm wiltprecht (wellicherlei
das sei) oder in unsern weiern, vischwassern oder andern unsern gütern
schaden thut oder zufügt, bei tag oder nacht, und in wellicherlei wege oder
weise das geschieht, den behalten wir uns vor, darumb zu strafen an leib und
gut nach unserm willen und wolgefallen.
Wir behalten auch uns und unsern erben vor, dise obgeschrieben ordnung, stück
und artickele, alle oder einstheils, zu mindern, zu meren und zu ändern, wie
und wan uns das kunftiglich zu willen, nutz und nottürftig bedünken würdet.
Und als etwan bei leben weilant des hochgebornen fürsten, unsers lieben
anhern marggraven Jacobs, seliger gedechtnis,
usgegangen und in alle ampt unserer marggraveschaft geschickt worden
ordnungen, die bißher us hinlessigkait nit gehandthapt und an etlichen enden
gar verlegen sein, da wollen und bevelhen wir auch, daß dieselben alten
ordnungen wider fürhandt genommen und in wellichen punckten die zerrückt
worden weren, daß die, sovil sie dieser obgeschrieben unserer ordnungen nit
wider und an jedem ende nach seiner gelegenhait dienlich und nutzlich seien,
durch unsere amptleute wider ufgericht, gehandthabt und den nachgevolgt
werde, wie sich zu guter policei und gemeinem nutze, auch zu handthabung
unserer oberkait und uns und den unsern zu gutem gebüret und not ist. Und in
wellichen unsern ampten dieselben alten ordnungen nit mehr sindt, das sollen
unsere amptleute verkünden in unser canzlei zu Baden,
us der einem jeden deren abschrift fürderlich verfolgen und zugeschickt
werden solle, darnach wissen zu handeln und sich zu halten, alles
getrewlich, ufrechtlich und one geverde.
| Seite 118|
Actum et datum uf montag nach des heiligen Creutztags Exaltationis anno
domini m. cccc° l xxxx v to.