Von ersten, als bisher unser gewonlich und gemain statgericht durch
unsern statamman, der den stab und gewalt von burgermaister und rat
gehapt haͧt und umb die urtailen ain frager gewesen ist, besetzt
worden etc., also haben wir das ernewert und gesetzt, das dasselb auch
füran also sölle beleiben in dem wesen und gewalt, wie und soviel im der
von ainem rat geben würdt und zuͦ dem selben amman sol auch alweg ain
gerichtzschreiber gesetzt werden.
Es sollen auch füran bei dem amman sitzen zwelf urteilsprecher, also wie
wol vormaͧls uss dem klainen raͧt nur acht urtelsprecher naͧch
ains raͧtz tafeln usgetailt, zuͦ abwechsel gewesen, so aber ain
rat stätigs von diser stat reicher und armer anligend und andrer
frömbder zufallender sachen wegen mit rat zuͦ halten in swerer sorg
und arbait beladen, dardurch wenig statgericht gehalten, auch
zuͦzeiten durch den abwechsel der räte und verendrung der richter vil
so sachen verhindert und unusgericht angehangen beleiben, die ergangen
handlungen zerrüt worden und ander irrungen entstanden sein, damit aber
ains ratz und der stat armer und reicher, auch andrer zuͦfallend
sachen durch den klainen raͧt, dest stattlicher gehandelt und nit
verhindert, auch dabei daz volk mit dem rechten gefürdert werden, ouch
die rät und richter durch ir müe, arbait und versawmnus destminder in
abfall und entgeltnuss irer aigen sachen
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kommen mögen, so haben wir mit besatzung des gerichtz ernewerung und
verendrung fürgenomen und gesatzt, als hernach folgt.
Alle jar nach sant Görgen tag, so man burgermaister und rechner erwelt
hat, söllen vor besatzung der anderen ampt durch ainen clainen rat
erkiest werden acht erber mann aus unser gemaind, die unser gemain
burgerrecht angenommen, geschworen und ersessen haben, der ieder zwai
gantze jar und darnach, so lang es aim klainen rat ebnet, an das
statgericht geen, das helfen besitzen zum rechten, urteil geben,
fürsprechen und richter sein söllen.
Auch sollen nun sollich erber person zu richtern erwelt und gesetzt
werden, die nach ordnung des ratz frundtschaft und der sipp halben
ainander nit zu nach gefründt und die zum rechten und urteil zu sprechen
verstendig und tuglich sein ungeverlich.
Und damit dieselben acht richter dest stättlicher und gewisslicher
handeln und recht sprechen mögen, so söllen zu den vorgemelten acht
richtern auch alwegen us dem klainen rat vier ratgeben, nemlich zwen der
alten räte und zwen zunftmaister, die nach ains ratz tafeln alle
quattemper zuͦ wechsel geen, am gericht zuͦ nechst bei dem amman
sitzen; dieselben bei iren ratgeben aiden sollen ieder sein quattemper
zum gericht gesworen und verpflicht gleich als die andern richter und
nichtz destminder schuldig sein zuͦ ieder zeit, so man nit
statgericht hat, in den raͧt zuͦ geen; doch so will dannoch ain
rat ir in denselben iren quattemper schonen, so maist man mag
ungeverlich, damit also ain gemain statgericht, so es gantz versamelt
oder besetzt ist, zwelf richter und urtelsprecher bei dem amman sitzen
ungefarlich. Aber damit durch den abwechsel der vier räte kain sach
anhengig oder uf in ruͦwen beleiben mög, so söllen die selben vier
der räte zum rechten am statgericht nit fürsprech sein, sonder in
schöpfungen der urtailen nach den fürsprechen zuͦerst umb raͧt und
urtel gefragt werden.
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Auf das man aber dest ordenlicher zum gericht kommen wisse und das volk
usrichten möge, so haben wir gesatzt, daz man füran alle wuchen am
aftermontag und donrstag gemain statgericht halten soll, es wer dann,
daz sollichs durch gepoten feirtag, ains ratz gescheft oder ander
redlich und notdürftig ursachen verhindert wurd ungefarlich.
Doch sollen hierin usgenomen sein diss hernaͧchgeschriben zeit, das
man darin nit gemain statgericht halten sol, es wurd dann us notdurft
durch ain raͧt verwilligt und zuͦgegeben: namlich die hailigen
zeit in der vasten vor dem sontag Judica bis nach dem achtenden des
hailigen ostertags, auch acht tag vor dem hailigen pfingstag bis am
donrstag nach usgang unser jarmess, auch die zeit der erend, wie die
ains ieden jars nach gestalt der erend durch ainen rat angesehen würdet,
auch so man die gewonlichen statsteur geben sol 14 tag vor und 14 tag
nach, als von alter herkommen ist, auch die letzten achttag im hailigen
advent und die weihennächt us bis am donrstag nach der hailigen dreier
künig tag.
Sich söllen auch die richter füro zuͦ den gewonlichen und gemainen
gerichtztagen zum gericht fügen zwischen sant Michels tag und ostern,
wann die glogk achte schlecht und ufstan, wann es ailfe schlecht und von
ostern bis sant Michels tag zuͦ siben or, bis es
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zechne schlecht und wann die glogk schlecht die zal als obsteet, daruf
die richter engagen sein söllen, so sol des ammans knecht alsdann ain
urglas uf setzen und wann dasselb ussgelaffen ist, so sol der
gerichtzschriber die gegenwürtigen richter ufschriben und sol man
anfahen im rechten procedieren. Und haͧt ain ieder richter iegklichs
gerichtztag daran man gewonlich statgericht helt, so er anders am
rechten sitzt, acht pfenning.
Wann das urglas, als obstet, gar usgelaufen, welcher richter und
urtailsprecher alsdann nit da ist, sol zuͦ buss geben drei pfening
und beleipt der an urlob gar uss oder giengen an urlob ab, geben zuͦ
buͦss acht pfening; das selb gelt sol alsdann von stundan durch des
amans knecht erfordert, eingepraͧcht und in die büchs darzuͦ
geordnet gelegt werden; welcher urlob erlangt, der haͧt und geit gar
nichtz.
Die vier zuͦgesetzt richter von den räten, waͧ der ainer uf ainen
gerichtztag aus ains ratz, seiner aigen oder andrer gescheften nit
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kommen könnd noch möcht, der sol selbs an sein stat ainen andern des
ratz an das gericht zuͦ sitzen erpitten oder die buss verfallen sein;
ob aber ainer kainen der rät erpitten künd, das sol er an burgermaister
bringen.
Aber die acht erkiest richter haben nit macht uszuͦbeleiben oder
ander an ir stat zuͦsetzen, es verhindre dann ainen leibs oder herrn
not oder ander redlich ursachen, so sol er das mit wissen und erlauben
ains obern burgermaisters tuͦn ungefarlich.
Wann also das recht angefangen ist, so sollen die richter am rechten
ungefarlich uf drei stund sitzen und wann man also drei stund gesessen
ist, so sol man vom gericht widerumb ableuten und mögen die richter
alsdann wol kain newe klag mer annemen, sonder die bis uf den nechsten
gerichtztag ufziehen, es wer dann ain sach oder clag vormals in das
recht tragen und anhengig, darin mögen si wol ferrer procedieren oder
ufschlahen bis zum nechsten rechten. Sollichs sol uf der richter willen
besteen und der ufschlag der parteien gerechtikait unschädlich sein.
Der amman und die richter haben zuͦ richten und urtailen umb
geltschulden und umb all ander irrung und sachen, die ain rat für si
schafft oder von der ainung für si geschoben werden, wie sollichs von
alter herkomen ist an der ainung; doch söllen si nit richten über das
pluͦt, todschleg, übeltaͧt, heiratguͦt, erb und aigen,
gescheft, seelgerät, übergaben und ander dergleich grosser sachen, die
für ainen rat oder ainung gehören, es wurd dann durch ainen rat us gutem
ansehen für si geschafft; und also was über ain pfund. statwerung ist
und nit darunder, dann was von ainem pfund oder darunder
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darumb sol und hat ain burgermaister macht zu richten, als von alter
herkommen ist. Ob er aber daz nit entschaiden möcht oder in gedeucht,
die sach irrig oder zuͦ schwär sein, mag er das für das statgericht
oder ainung nach gestalt der sach weisen oder für rat betagen, und ob
ain sach für gericht käm, die von altem herkommen für ainen rat oder
ainung gehören. darüber söllen si nit richten, sonder an sein gehörig
end weisen.
Und was sachen als obgemelt zum rechten gesetzt werden, der ist der
amman oder in sinem abwesen sein verweser ain frager umb die urtailen,
die er am ersten an des klagers fürsprechen, darnach an des antwurters
fürsprechen und füran an die richter vom raͧte und alsdann für und
für von ainem bank an die andern nach irem sitz tuͦn.
Wann der amman urtel fragt, so mag der richter, an dem die frag ist,
waͧ er der urteil nit gentzlich underricht wer, sagen daz er sich mit
den andern richtern besprechen und underreden wölle, damit ain urteil
gefasst werd, die dem rechten gleich und gemess sei und mag alsdann wol
ain ander sach fürnemen und wann die richter zwo oder drei sachen
ungefarlich haben, so mögen si die leut haissen ustreten und alsdann von
den hingesetzten hendeln urtailen schöpfen und in welchen sachen si
urtailen erfinden, die söllen durch den gerichtzschreiber ufgeschriben
und alsdann all urtailen in ainer ieden sachen offenlich verlesen
werden.
Ob zuͦ zeiten ain richter, wann man urtel samelt, ain urtel
gessprochen und in gedeucht darnach, ain ander hett ain rechtlicher
urtel und besser mainung vor im, so möcht er wol von siner urtel fallen
und der andern, die in rechter und besser gedeucht, verfolgen.
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Wann die richter von den urtailen reden und iendert in sachen nit
bericht weren, urtailn zu geben, das sollen si in eröffnung der andern
urtailn auch verlesen lassen, also daz si in den selben sachen der
urtailen bedacht nemen, als recht ist, sechs wuchen und drei tag; ob es
aber ee gefürdert oder das die sachen von gerichtz wegen lenger verzogen
wurden, das sölle der parteien gerechtikait unschädlich sein. Alsdann
söllen die fürsprechen den handel, wie er im rechten geprucht, muntlich
oder, ist er etwas lang oder tapfer, in schrift ainem klainen rat
fürbringen, wann es dem rat fuͤgklich ist, ratz und underschids
begeren und alda ain urtel schriftlich annemen und dieselben urtel
ungefarlich zum nechsten statgericht den richtern eröffnen, alsdann den
partheien zuͦ öffnung der urtel tag setzen baiden tailen oder dem
ain, so der ander ungehorsam wer, eröffnen und im rechten procedieren,
als sich nach dem rechten gepürt.
Wurd im rechten erkennt, brieflich urkund zuͦ geben, so söllen sich
bedertail fürsprechen des handels rede, widerrede und was im rechten
prucht ist, mit dem gerichtschreiber verainen und rechtfertigen und ob
si darin schreg wurden, des söllen si für den aman und die richter
kommen und sich daselbs erkonden, alsdan sol der urtelbrief in ains ratz
cantzlei verfertigt und mit der stat gerichtz insigel und sunst durch
niemand besigelt werden.
Haben wir geordnet, welcher richter nun füran zuͦ ainem fürsprechen
genomen würdt, er hab vor in der selben sach im rechten geredt oder
gehandelt oder nit, wann dann der richter, so vor in der selben sach zum
rechten geredt het, nit in der stat oder krank wer, so sol der, so also
gevordert würdt, dem selben daz wort sprechen, daͧmit man niemands
rechtlos lauss oder im rechten verkürtz
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versawm, es wollten dann die partheien selbs gütlich uf den ersten
fürsprechen verziehen; der selb verzug söllt dann den partheien an iren
gerechtikaiten unvergriffenlich sein; doch in welcher sach ainer ainem
daz wort spricht, in der selben sach sol er wider die selben partei, der
er vor geredt, wa er anders die selben sach und gehaim am rechten
empfangen hett, nit fürsprech sein. Wa man aber in die hauptsachen oder
an die gesprech, davon zuͦ raͧtschlagen, dannocht nit kommen wer,
so sol und mag er wol dawider fürsprech und redner sein.
Und wiewol vormaͧls an unserm statgericht nit alweg offenlich zum
rechten geredt worden, daruss zuͦ zeiten nachred, irrung und argkwon
entstanden ist so haben wir doch, söllichs zuͦfürkommen, daz
verendert und gesetzt, daz nun füran offenlich an unserm statgericht zum
rechten geredt werden sol. Und damit also durch söllichs offenlich reden
noch durch fürsprechen niemand witer beswert noch gedrungen werde, auf
daz haben wir geordnet, daz ain ieder clager, wann er des fürsprechen
begert und nempt in ainer sach, ausserhalben des gewonlichen clagschatz
und bekenngelt nit mer dann drei pfenning zuͦ gerichtschatz geben sol
in die büchs darzu geordnet und bedarf den vorsprechen noch richtern in
der selben sachen nit witer gerichtschatz geben. Waͧ sich aber der
antwurter mit dem clager vor dem gericht verainen, im der clag gesteen
und bekennen, daz ainichem tail nit not tuͦn würd fürsprechen zu
nemen, die selben bedurfen auch dreier pfening nit geben.
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Ob ain gast usserhalb bei dreien meil wegs ungeverlich von unser stat
wonhaftig zuͦ ainem unser burger zu clagen hett und wöllt ie nit
baiten oder clagen an den gemainen wuchengerichten, daran man gewonlich
statgericht heltet, sonder in gastzweis, der sol zuͦ aim
burgermaister geen und in darumb bitten; so sol im der burgermaister
sagen: Nachdem man gewonlich alle wuchen zwaimal gemain statgericht
halt, so wöll er im sein gastrecht an der selben tag ainem ergeen
lassen, als recht ist; wöllt er aber daran kain genügen und ie ain
gastrecht haben, so würdet im das uf sein costen zuͦ halten erlaupt,
also daz er soll daz gewonlich fürpot gelt, auch des amans knecht, das
er die richter mant, acht pfening und darzu für den gerichtzschatz ain
pfund unser statwerung, oder wer die sach als klain, fünftzehen pfening
ausserhalb des gewonlichen clagschatz geben. Waͧ aber gest im Riess oder innerhalb der ferr, als vorstet,
ungeverlich umb unser stat gesessen sein, den sol man kain sonder
gastrecht noch in gastzweis, sonder halten uf die gewonlichen
gerichtztag mit gerichtz und clagschatz nach der stat recht als vorstet.
Aber wann ain gast zuͦ ainem burger in gastz oder burgers weiss
clagt, so sol man im mit lutern worten von gerichtz wegen vor öffnung
der urtel sagen und vorbehalten, uns, ainem rat, unser oberkait, auch ob
iemands vormals mit recht uf den antwurter erlangt hett nach unser stat
recht und gewonheit, das desselben gastz ietzig erlangen und
rechtfertigen uns und den bemelten allen unentgolten sein werd.
Wer im rechten clagt umb schulden {schmach, letzung oder lemung}, der
sol mit der clag den gewonlichen clagschatz einlegen, nemlich von iedem
guldin drei pfenning und von aim pfund werung ain heller; doch wär die
somm so gross, so mag der aman darin gnaͧd thuͦn, und wann der
antwurter der clag bekennt, sovil des bekennens ist, geit der antwurter
damit von iedem guldin ain pfening in ains ratz kennbüchs und würdet die
clagt schuld, desglich die bekent schuld in das gerichtzbuͦch vor
zwaien richtern bezeugt und eingeschriben, als von alter herkomen ist.
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Es sol kain richter mit den parteien an die gesprech geen denn allain
die fürsprechen, es berür dann ainen die selb sach, das in der clag oder
antwurt zum rechten verfasset und angedingt sei; und ob ainem richter
die partei verwandt oder so nach gefründt wer, der bedarf darumb vom
gericht nit ufstee, bis man umb die selben sach urteil geben will; so
sol er umb urtel nit gefragt werden, sonder wann man von der urtel
raͧtschlagt, so mag er wol darvon treten, aber usserhalb der richter
mag ain ieder biderman dem andern wol ungefarlichen beistand zum rechten
thun. Doch so sol niemands vor gericht mit den fürsprechen reden noch im
ichtz eingeben noch zu rawmen [!] dann der oder die person, so im
rechten angedingt sein, aber an dem gesprech mag ain jeder in den sachen
wol raten ungefarlich.
Auf das aber dannoch nieman im rechten verkurtzt und die person, die ir
sachen und recht nit volkomenlich ersteen oder den fürsprechen
zuͦreden mögen, auch fürsehen werden, so sol man frawen, wittiben und
kinden, die nit zu iren volkommen jaren kommen sint, gaistlichen
personen, stummen, unbesindten, plinden, thoren, ungehörig, lerer oder
anweiser usserhalben der richter geben, dieselben mögen dann an
derselben stat vor gericht mit den fürsprechen zuͦ reden haben
ungefarlich.
Und damit niemands darin gefärdet noch beswert werde, so sollen ainer
frawen elicher man oder ist der nit bei der hand, ir nechster fründ,
desglichen der wittiben, kinden, gaistlichen personen, stumben,
unbesindten, ungehörig, toren pfleger oder nechst fründ lerer oder
anweiser sein. Ob aber der kainer bei der hand weren, ir guͦt
landtman ungefarlich.
Auf welchen tag als obberürt ist, gemain statgericht gehalten werden,
sollen die gewonlichen fürpot am nechsten tag darvor von
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mittag zeit bis zum aubend, das man vesper leut, durch unser drei
gesworen püttel und statknecht bescheen; wann aber die knecht das
fürpotgelt eingenommen hetten vor der bemelten zeit, so mögen si das
fürpot darnach naͧch der vesper thuͦn ungefarlich, und geit man
zuͦ gewonlichem fürpotgelt namlich ain burger ain heller und ain gast
zwen pfennig. Waͧ aber das fürpotleuten usserhalb unser stat, die für
unsern stab gehören, bescheen, daz sich die büttel darumb hinuss müssen
verfügen, davon geit man innerhalb ainer meil acht d(e)n(a)r(e), darüber
sechtzehen pfenning.
Würdet ainem zuͦ hus, zuͦ hof oder under augen, als obstet,
fürgepoten und daruf im rechten beclagt und verantwurt die clag durch
sich selbs oder ander von sinen wegen, so geschicht darumb, was recht
ist. Waͧ er aber nit kompt und das fürpot ungehorsamlich veracht, so
kennt man in clagfellig und procediert man nichtz destminder wider in
naͧch der stat recht, ieman pring dann für redlich ursach siner
verhindrung.
Kompt ain burger us der stat, es sei durch verpot, verclagen,
verschulden oder sinen aigen freien willen, ist er iemands schuldig
darumb sein guͦt, das in unserm zwang behaft oder ligend ist, iemands
eingesetzt, verschriben oder verpfendt wer, wöllen sein gleubiger, den
er zuͦ tuͦnd ist, seiner zuͦkunft nit zuͦsehen, das mögen si
thuͦn nach der stat recht und begeren rechtz zuͦ im, so sol man im
sollichs zuͦ wissen tuͦn und ainen rechtag setzen und kompt er
oder iemands von sinen wegen, so geschicht zwischen in, was recht
ist.
Waͧ aber ain unser burger sein narung usserhalb zehen meil wegs von
unser stat hett, also das man im in ainem tag ungefarlich tagsatzung nit
bequemlich zuͦschicken möcht und sein glaubiger rechtz zuͦ im oder
sinem guͦt, daz in unserm zwang begriffen wer, begeren wurden, so sol
man im söllichs in schrift und daͧmit rechtag, also das man im in
ainem offen brief under der stat insigel drew fürpot ze endthaftem
rechten peremptorie verkünden und in dabei bei seinem burgeraid und
pflichten hieher manen, daz er die clag durch sich selbs oder seinen
volmächtigen anwalt im rechten verantwurt. Und so ferr er das tuͦt,
so geschicht zwischen sinem anclager und sein, was recht ist. Waͧ
aber das nit beschee, wöllen dann die cläger
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procedieren, so sol man dem antwurter mit urtail zuͦ offner thür drei
maͧlen rüffen, alsdann sol man uf söllich usbeleiben und ungehorsam
gen demselben und sinem guͦt volfaren und ergeen laͧssen, was
recht ist.
Wurdet ainem ze hus oder hof fürgepoten zuͦ den zeiten, das er nit
anhaim wer, so mag im der püttel dasselb fürpot, waͧ er ine desselben
tags ersehen oder ankommen möcht sagen; es söllen im auch sein husgesind
dasselb fürpot schuldig sein zuͦ wissen tuͦn. Wurd er aber
deselben tags nit erfunden und hernach gesehen, so mag im der püttel
verkünden auf den nechsten gerichtztag zuͦ erschinen und waͧ darin
verachtung beschee, so geschieht dargegen, als sich uf ungehorsam
gepürt.
Wer iemands als obstet, zum rechten fürpoten, und daz der nit erschin
auf die zeit, als das fürpot bescheen, daͧmit er clagfellig und in
seinem abwesen zuͦ seinem guͦt gericht wurd als recht ist. Kompt
er aber in mittler zeit, eemalen der clager mit den pfanden nach der
stat recht gentzlich volfaren und die vergant het und sagt redlich
ursachen, darumb er nit hett mögen zum rechten kommen, so sol man mit
den pfanden ruͦw haben und den antwurter in sollichen ursachen hören
und bezeugt er die, des zuͦ recht gnuͦg ist, so sol man auch uf
des clagers clag sein antwurt ufnemen und alsdann naͧch dem allem umb
die hauptsachen und schäden, ob die der cläger von gerichtz wegen
empfangen hett, bescheen lassen, was recht ist.
Würdet jemand im rechten beclagt und er sagt, im sei die clag frömbd und
bedachtz zug und tag notdürftig, waͧ sich dann die partei darumb
gütlich verainen, daz hett sein bestand; waͧ si aber darumb urtel
begeren, so geschieht, was recht ist.
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Würdet iemands zum rechten fürpoten und erscheint, aber der clager kompt
nit, die weil daz gericht sitzt und das ungehorsamlich veracht, so
würdet der antwurter uf sein erfordern vom rechten absolviert und ledig
erkennt und er mag darnach den clager umb die schäden, die er redlichen
darumb genomen haͧt, anlangen als recht ist und ist der clager umb
sein ungehorsam dem gericht verfallen sechtzig pfening, er bring dann
redlich ursach oder eehaft für; darumb beschicht was recht ist.
Waͧ bürgen gesetzt werden zuͦ mitschuldner unverschaidenlich, so
hat ihener wol macht, daz er umb sein schuld beclag, welchen er will
ungefarlich. Aber in welche schäden der beclagt darumb kompt, die söllen
im die andern sein mitschuldner helfen tragen. Sind aber die bürgen nit
unverschaidenlich, sonder schlechtz uf den selbschuldner bürg worden, so
sol man den selbschuldner anfechten, bis an im bezalung geprüst, daz er
weder varender noch ligender güter hat und in rechtfertigen naͧch der
stat recht. Und waͧ ainer unverschidenlich bürgen hat, geit der ainem
on der andern wort und willen frist, es hand die andern auch frist;
laͧsst er auch also ir ainen ledig, so sint die andern auch
ledig.
Würdet iemands umb schulden beclagt, die on schaden zuͦ bezalen
verschriben oder bezeugt werden, als recht ist oder daz ainer dem andern
sonst umb schäden, sambsäl, schmertzen, zerung und der gleichen mit
recht oder vor unser stat ainung empfelt und beclagt den dar umb, die
selben schäden sol er alle naͧch lengin gar luter benennen und dem
antwurter seiner einred dawider gestat [!] werden. Wie dann die richter
nach gestalt der sachen uf ir baider red und widerred dieselben schäden
taxieren, die sol der clager mit seinem aid behalten, daz er dieselben
schäden volligklich ee mer dann minder darumb empfangen hab.
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Alles fürpotgelt, gerichtschatzgelt, clagschatz und der gleichen legt
man gantz dar; aber umb die urtelbrief oder daͧ ainer bezeugt, daz er
us redlichen ursachen gesawmpt worden ist, darumb man das recht widerumb
vornen anfacht, die selben schäden all legt man nur den halben tail dar.
Und die schäden, die uf pfandung geen, rait man uf die schuld und werden
uf den pfanden ufgepotten. Wer aber umb alle schäden verschriben ist,
darumb beschicht nach inhalt derselben verschreibung, was recht ist.
Doch sol es mit der juden gesuch gehalten werden, als naͧch unser
stat gewonhait herkommen ist ungefarlich.
Haͧt jemand uf den andern mit recht clagt oder nach der stat recht
erlangt und sein clag oder erlangt recht aus freiem willen oder us
seiner aigen versawmbnus oder in ander weg, wie daz beschee, ain viertel
jars ruͦwen und ansten lasst, so muͦss der clager sein clag und
recht von newem anfahen, er hett es dann mit nemlichen worten
wissentlich dem antwurter zuͦ lieb und mit sinem verwilligen
gethaͧn ungefarlich. Doch het er darvon vormals clagschatz geben, so
bedarf er alsdann füran nit mer clagschatz davon geben. Wann aber nit
lauters wissen vorhanden ist, daz er das recht als obgeschriben dem
antwurter zuͦ lieb ansteen lassen, sol es vornen angefangen
werden.
Wer umb schulden beclagt würd und ist der schuld in lawgen, so ist
recht, daz der selb sein lawgen mit dem aid bestätt und ist es übereich
und will er den aid nit geren tuͦn, so mag er den selben dem clager
haim legen, daz er sein übereich damit behalt. Waͧ aber der clager
icht urkund fürbringen vermaint, die sol gehört, dem antwurter sein
einred vorbehalten werden und darumb bescheen, was recht ist. Spricht
aber der clager, er wöll in weisen oder zuͦ im bringen, des zuͦ
recht gnuͦg ist, daz er im die schuld zuͦ tuͦnd und der
unbezalt sei, das sol man ufnemen, als hernachfolgt, wie recht ist.
| Seite 354| Und
was in des clagers fürbringen oder weisung oder vom antwurter mit seinem
rechten bevor behalten würdet, darumb sol ferrer bescheen, was recht
ist.
Die klag und sach, die man weisen will, sol gewonlich ain sach sein,
dabei der, der do weisen will, selbs gewesen sei und die mit sinem aid
vor beteuren und waͧr machen und alsdann naͧch im die zeugen
sweren söllen, daz sein aid waͧr, rain und nit main sei als
hernaͧchfolgt. Waͧ aber iemands begert, sein fürbringen
ufzuͦnemen, do tuͦt nit not, das der fürbringer selbs dabei
gewesen sei, sonder ist recht, das man die erbern person, die darumb
fürgeworfen zügknus geben und gehört werden als recht ist, wie
hernaͧch underschiden würdt.
Würdet iemands mit urtel ufgelegt, daz er icht weisen oder zuͦ ainem
bringen sol, des zuͦ recht gnuͦg sei, der mag kainen burger
beweisen dann mit burgern und nit mit gesten und söllen die burger
gesworen sein, fürnamlich ainer des klainen ratz und ain ander unser
burger.
Waͧ ain clag ist umb schulden, so legt man gewonlich dem clager uf
sein erpieten und des antwurters lawgen ain weisung uf. Wer es aber umb
geheiss, geding, täding und dergleich händel, darinn sol man nach
gestalt der person und sachen zuͦ zeiten ain weisung, zuͦ zeiten
ain fürbringen erkennen, nachdem iede sach oder person argkwenig oder
nicht luter ist, es möcht sich begeben, wann man gleichwol ain
fürbringen erkennt und daz gehört hett, und daz recht
| Seite 355|
dannoch dardurch nit geleutert wär, man möcht demselben darzuͦ ainen
aid oder ain weisung uflegen.
So ainem weisung mit urtel ufgelegt würdt und begert darzuͦ zug und
tag, so geit man im gegen innlendern sechs wuchen und drei tag und
usslendischen achtzehen wuchen und newn tag und er muͦss dann uf des
widertails begeren die zeugen benennen und die werden eingeschriben.
Ain clag und sach, die ainer weisen soll oder will, die sol man gar
aigentlich von stundan in das gerichtbuch beschreiben in gegenwürtikait
baider partheien und in daz vor offem gericht verlesen, daz der weiser
bekenn und höre, was er weisen sol.
Wann die parteien in der obbemelten zeit zum rechten kommen. so sol der
weiser die person, die im zuͦ der weisung helfen wöllen, fürstellen
und sol dem widertail darzuͦ verkündt sein und lausst im der weiser
im rechten angedingt reden, daz er mit denselben person vermain, sein
weisung zuͦ tuͦn und begert daruf die clag und sach, die er weisen
will, zuͦverlesen. Auf daz begert der weiser ainer urtel, ob im nit
pillich die person mit iren aiden zuͦ der weisung helfen oder mit
iren aiden emprechen, so würdet mit urtel erkennt, das si im pillich mit
iren aiden helfen oder mit iren aiden emprechen. Auf daz so dingt des
weisers fürsprech dieselben fürgestellten person in daz recht an, daz si
die warhait in den sachen bestätten helfen, niemand zu lieb noch zuͦ
laid ungefarlich.
Waͧ denn der widertail wider dieselben person einred zuͦ haben
vermaint, das si zuͦ der weisung nit tuglich oder ob der weiser mit
in weisen mög oder nit, das mag er uf denselben tag thuͦn, so
geschicht uf ir aller red und widerred derselben person halben, was
recht ist. Und waͧ dann die person zugelassen werden, so begert der
weiser die zügen zuͦ fragen, ob si im zuͦ der verlesen weisung mit
iren aiden helfen mögen oder ob si im mit iren aiden emprechen mögen, so
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steet es dann allain daruf, daz ain iede person für sich selbs on
undersprechen der andern sagen sol ja oder nain und bedürfen vom gantzen
oder von umbständen nichtz sagen und sagen si ja, so swert der clager,
der die weisung thuͦt, ainen gelerten aid, daz dem in warhait also
sei, wie die eingeschriben weisung innhalt. So schweren die zügen daruf,
daz desselben aid waͧr, rain und nit main sei. Daͧmit haͧt er
der weisung gnuͦg gethan und püsst der widertail dem gericht uf gnad
drissig pfenning, wirt gelegt in die sondern geordneten büchs hievor
bestimpt und der stat sechtzig pfennig. Sagten aber die zeügen nain,
will dann der clager, der si zuͦ der weisung fürgezogen hett, so
müssen si im des mit iren aiden emprechen also daz si im sein vermessen,
ufgelegt und eingeschriben weisung nit gehelfen mögen und si sweren oder
nit, so muͦss der weiser dem gericht zuͦ buͦss geben vier pfund
und dem raͧt acht pfund on gnad; und es möcht die sach so gross sein,
es steet die buͦss zuͦ ains ratz erkantnuss. Das ist darumb
gesatzt, daz man sich destminder leichtfertiklich weisung vermess.
So aber iemand ain fürbringen mit brieven oder erbern leuten aufgelegt
oder zuͦgelassen würdet und er begert zug und tag, die geit man im,
als obgeschriben steet von der weisung.
Waͧ er aber zug und tag begert, als recht ist, so geit man im den
zuͦ inlendigem fürbringen sechs wuchen und drei tag und zuͦ
usslendigem fürbringen achtzehen wuchen und newn tag und sol er die
person, damit er sein fürbringen thun will, benennen und waͧ dann
dieselben person in andern gerichten gesessen, si weren gaistlich oder
weltlich, so sol im uf sein begeren urkund oder commissari gegeben
[werden], uf das dieselben person als recht ist, gehört und ir sagen in
schrift verslossen, im rechten fürpracht werden. Aber die person, so
alhie gesessen sein, söllen vor offem gericht oder durch baider tail
fürsprechen uf ainen sondern tag für si gefordert, beden tailen
darzuͦ verkündt werden, die sehen zuͦ sweren und waͧ die
parteien bed kommen oder nit, so söllen die zeugen nichtz destminder
gehört werden, als recht ist, und sweren als hernach folgt.
[Zusatz 1500: Den richtern gepürt sich zu sagen: So sich iemant ains
fürbringen erbeut und sollich fürbringen an frömbden enden und orten,
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inner lands tun will, damit dann aim rat und dem gericht nicht nachtail
noch schimpf entstand, so soll der fürsprecher des, so sich ains
fürbringens erbeut, im rechten begeren, im zu verhörung der zeugen
commissari zu geben, wie dann lawter in der gerichtzordnung begriffen
ist.
Und wiewol in gemelter gerichtzordnung bi anderm stet, so sich iemant
ains fürbringens erbeut und daz hie thun will, das denn dem gegentail
darzu verkündt werden soll, die zügen sehen und hören zu schweren etc.,
so weist doch das gemain recht solch verkundung zu allen gelaiten,
zugkschaften zu thun; darum sollen sich die richter in iren urtailen
darnach richten und die stellen, das dem widertail, so aim ioch an
frömden enden ain fürbringen ufgelegt wurdet, darzu auch verkundt
werd.]
Das ir in den sachen, darumb ir fürgeworfen sein und gefragt werden, ain
warhait sagen, was ew darin wissentlich sei, niemands zulieb noch
zuͦlaid und darin nit ansehen wöllen weder fründtschaft noch
veindtschaft, müet noch gab, neid oder forcht, gunst noch lieb noch kain
ander sach dann allain die ware gerechtikeit getrülich und ungefarlich,
also helf ew got und alle hailigen.
Wann die zügen geschworen haben, so sol man ieden insonderhait verhören
und iedem, ob er will, den gantzen handel eröffnen oder allain nur die
sachen, darumb das fürbringen ist und in ermanen bei dem gesworen aid
ain warhait zu sagen, dann waͧ er daz nit tätt, so verleugnet er
gottes mit dem falschen sweren, er beswert sein nechsten mit unwarhait
und betrug den richter und verfüret den zu ainer ungerechten urtel. Und
man sol den zügen nit zugeben, das si sich mit ainander underreden.
Alsdann sol man den zügen anfengklich selbs vom handel sagen lassen und,
sovil zu der sach diene, beschriben und im dasselb verlesen, ob es sein
mainung sei und wann er das bekennt und ob ain person von der sach nit
so lauter saget, so mag man in wol witer fragen, damit man ains ieden
zügen wissen und gestalt der sachen aigentlich ergründen und erfaren mög
und dieselben zügknus sol man alsdann verslossen halten und kainem tail
eröfnen, bis si zum rechten kommen.
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So die zeit des fürbringens verschinen, als obgemelt ist, so mag der
ander tail im zum rechten fürpieten und sol alsdann in irer beider tail
gegenwürtikait die zügknus am ersten und darnaͧch ist icht brieflich
urkund vorhanden, eröffnet werden und mag alsdann der ander tail sein
einred, auch si baid witer ir notturft im rechten fürwenden, so
geschieht dann daruf, was recht ist.
Ob ain tail sagt, er wer bedachtz zuͦ der zügknus zuͦ reden
notdürftig, den geit man in vierzehen tag, doch muͦss er sein
notdurft für die gefärd mit seim aid bestätten, es wurden dann sollich
ursachen für die richter im rechten gepraucht, darumb beschicht was
recht ist.
Vor dem statgericht mag kain fraw wider man züg sein; wer auch im pann
oder in der aucht und davon nit absolviert ist, will der iemands
bezeugen oder ainem seins rechtens oder ainer weisung verhelfen, mag
dann ihener, mit dem oder denen, der in in den ban oder aucht gethaͧn
oder darein pracht haͧt oder mit gwissen briefen und urkunden
fürpringen oder selb drit mit erbern leuten, die es gesehen, gehört und
ain wissen haben, das er im pann oder in der aucht und davon nit
absolviert sei, beweisen, wie recht ist, so mag er kain züg sein noch
kain recht helfen bestätten. Desglich wer mainaid oder nit eelich
geporen oder so leichtfertig ist, daz er guͦt für er nempt und
söllichs vor gericht bezügt oder bewisen würdt, als obstet, der sol kain
zügknus geben, aber sonst sol ains jeden biderman zügknus verhört
werden, si bezeug wenig oder vil nach dem rechten.
Erpüt sich iemand ains fürbringen oder beweisung mit sinem aid oder
andern leuten, die er benent, so mag im die wider parthei darein reden,
das er oder si kain zügknus oder recht mit iren aiden bestäten mögen, wa
si anders söllich person wären, die es, als vorstet, nit tuͦn künden;
und man geit im auch des zu sinem fürbringen zug und tag als oblut, und
das sol alles bescheen, ee im der aid ufgelegt oder die person zuͦ
zügen zuͦgelassen werden. Dann welcher so lang schweigt, bis mit
urtel im der aid ufgelegt, die zügen zuͦgelassen
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wurden, rechtlich gesagt oder zügknus geben hetten, so mag er ir aid und
person füran nit mer irren ungefarlich.
Waͧ iemand dem andern siner schuld im rechten bekennt oder umb schuld
fellig würdet mit urtel nach der stat recht, der sol in der darnaͧch
inner den nechsten acht tagen bezalen. Ob er daz nit tuͦt, so mag der
clager zuͦ usgang der acht tag zum burgermaister komen, der leicht im
dann ainen knecht, dem sol der schuldner guͦte, ungefarliche werhafte
varende pfand, die dem selben gelt seiner schuld gemess sein, geben an
allen verzug und widerred und er ist dem knecht darumb schuldig, ist es
ain gast, acht pfenning, aber ain burger als von alter herkommen.
Auch haben wir gesetzt, welcher ainem ain bekentliche schuld zuͦ
tuͦnd verfallen, die er uf vergangen zil sollt bezalt haben, es sei
frawen oder man, würdet es darumb mit rechten fürgenommen oder komen
unfürgepoten für recht und hinderm rechten vertädingt und bekennt in das
gerichtbuͦch zu ferrerm zug: also waͧ er die selben auch nit
hielt, das dann ihener sein schuld uf in als mit recht erlangt haben
sölle, begab sich dann, daz der selben täding nit nachkommen, wurd dann
der glaubiger daz dem burgermaister clagen, so haͧt der burgermaister
macht im ainen
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knecht zuͦ leihen, der sol im dann umb die selben verfallen und
vertädingten schuld varend pfand geben, damit sol er füran gefaren nach
der stat recht. Wurd im aber an varenden pfanden zerrinnen, des mag er
am rechten erfaren und verpfandung uf den ligenden guten erlangen und
aber füran damit handeln und procedieren nach der stat recht, als
hienach underschaiden würdt.
Wer dem andern us guͦtem freien willen umb sein schuld varende pfand
haimtregt, einsetzen will, die uf ain nemliche zeit zuͦ widerlösen
ligen ze laͧssen, waͧ dann der schuldner solliche pfand uf die
gegeben frist und bestimpte zeit nit erlöset, so haͧt der glaubiger
alsdann, ob er will, wol macht, mit sollichen haimgetragen und
eingesetzten pfanden oder des schein für gericht zekommen. Daselbst sol
im der entschaid gegeben werden, als hett er die mit dem rechten
erlangt; wann im dann an der selben varenden pfanden, so er mit den nach
der stat recht gefaren, icht zerrinnen wurd, so muͦss er dem
schuldner umb die usstenden schuld zum rechten fürpieten, so geschieht
zwischen in, was recht ist.
Es sol niemands dem andern ligende güter, die in unser stat steur
begriffen sein, verpfenden noch einsetzen, dann vor unserm rat, als daz
von alter herkommen ist. Ob es aber darüber beschee, so sol doch sollich
versatzung unpindig und der selbig in ains ratz strauf und peen
verfallen sein.
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Antwurt ainer dem andern varende pfand, die man getreiben oder getragen
mag, die sol er in sein hand haimen und liess er die dem schuldner, der
im die eingesetzt hett in seiner gewalt, so mag ain andrer mit dem
rechten wol daruf clagen und sich der underwinden als recht ist.
Clagt ainer, er hab ainem pfand eingeantwurt, die seien erger oder
schadhaft oder verloren worden in desselben gewalt, wann dann derselb
mit seinem aid beweisen mag, daz er die pfand ungefarlich als sein aigen
guͦt bewaren und behalten und die durch sein gepruch gevarlich nit
gemindert hab, so ist er der clag ledig und er sol des schadens oder
ergerns nit entgelten an siner schuld, will er aber sollichen aid nit
gethuͦn, darumb geschieht, was recht ist.
Wer dem andern sein guͦlt von schulden oder burgschaft wegen mit
gutem willen haimpringt, ee er von andern fürgepotten beclagt oder
flüchtig, würdet er von iemands darumb angelangt, mag er dann sweren,
das im die pfand mit seins schuldners guͦtem willen, ee er von andern
fürgepotten beclagt oder flüchtig worden, eingeantwurt seien, so söllen
im die selben pfand beleiben, also das er damit gefar nach der stat
recht und die überteurung andern, den ihener schuldig beleipt, nach dem
rechten volgen laͧssen.
Welcher dem andern pfand versagt, die im mit recht ertailt und durch
ainen burgermaister erlaupt und den gesworen knecht erfordert sein, der
ist zuͦ buͦss verfallen dem rat zehen pfund und dem gericht vier
pfund. Und geschicht es so gefarlich oder mit fräveln
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widersetzen, so haͧt in ain rat witer nach gestalt der sachen zuͦ
straufen und nichtz destminder söllen die statknecht ihenem der pfand
verhelfen und die selbs nemen, wie und waͧ si die ungefarlich
bekommen mögen.
Wie wol nach unser stat recht und gutem altem herkommen hie gewonhait
ist, daz kain burger dem andern sein guͦt hie verpieten, iedoch sol
auch iemands dem andern sein guͦt, vor den er schuldig ist, die im
rechten uf in erlangt hand oder so iemand fluchtig worde ist, gefarlich
helfen bergen oder verhelen noch haimen, dann waͧ das bei iemand
erfaren oder befunden, der wurd darumb aim rat zuͦ buͦss verfallen
sein zehen pfund und dem gericht vier pfund und mag der glaubiger
denselben mit recht darumb fürnemen und 18 sol zwischen in bescheen, was
recht ist.
Kompt iemand hinfüran für unser statgericht und hat varende pfand oder
der schein, die im umb sein schuld eingesetzt sein oder hab die mit
recht oder sonst ordenlich in sein gewalt pracht und erlangt, will er
damit gefaren naͧch der stat recht, der sol das durch sinen
fürsprechen thuͦn und darumb underschids begeren, alsdann sol man im
den underschid geben, daz er die selben pfand vor gericht naͧch unser
stat gewonhait offenlich ufpiet zuͦ verkaufen uf vierzehen tag gegen
ainem unserm burger und dasselb bezeug mit zwaien gezeugen, ainem
gesworen und ainem ungeschworen und sollichs dem antwurter alsdann durch
ainen gesworen unsern statknecht zuͦ hus, zuͦ hof oder under ougen
verkünden und im die auch anpieten sölle nach unser stat gewonheit und
ob der antwurter nit anhaim und er wisset, in waͧ er wär, so sol er
im das mit schriftlicher urkund verkünden und anpieten und wann dann die
selben vierzehen tag verschinen, so sein die selben ufgepoten pfand umb
die selben summa vergangen. Doch also: Der clager sol die selben varende
vergangen pfand darnaͧch zuͦ ainer offen gesworen kewfflerin
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fürlegen und die zuͦ failem kauf dannoch acht tag ligen lassen; löset
si der antwurter nit in der selben zeit, bis die acht tag auch
verschinen, so mag der clager, dem si vergangen sint oder der am maisten
daruf gelegt haͧt, mit sollichem pfanden als mit sinem aigen guͦt
gefaren und ist dem antwurter alsdann deshalben nit witer darumb zuͦ
tuͦnd schuldig und man erkennt und geit daruf im alsdann uf sein
erfordern und begeren ainen brief.
Begeb es sich, das iemands an varenden pfanden, so er die, als vorstet,
umbgeschlagen het, zerronnen wär und im an siner schuld icht dannoch
usleg, der sol für gericht kommen und sollichs durch sein fürsprechen
erfordern und melden; daruf sol man im underschaid geben, daz er zum
burgermaister gang, der leicht im aber den knecht mit dem ferrer
naͧch varenden pfanden, die siner usligenden schuld gleich und gemess
sein. Waͧ die vorhanden sein geen [!], die sol auch der antwurter
oder in sinem abwesen sein gesünd und fründ unverspert auch geben und
verfolgen lassen.
Wurden die versagt oder nit gegeben, so hand die statknecht macht und
gewalt, die pfand selbs zuͦ nemen und geit dem knecht aber zuͦ
lon, als vor berürt ist, alsdann sol er dieselben pfand oder der schein
für gericht bringen und damit handeln und gefaren, als hie vor stet
naͧch der stat recht und was im über sein schuld bevor belibe, daz
sol er dem antwurter wider umb raichen und folgen laͧssen
ungefarlich.
Wer, als vorstet, mit varenden pfanden siner schuld nit mag bezalt
werden und nichtz mer dann ligende guͦt vorhanden weren oder da ainer
sonst ligende gut mit dem rechten erclagt und erlangt oder daz ainer die
ordenlich naͧch unser stat gewonhait verpfendt
| Seite 364| und
die pfandung und bezalung darab erfolgt hett, der sol das mit
fürsprechen vor offem gericht erschainen lassen und underschids begeren,
so geit man im den entschaid, daz er zum burgermaister gee und in bitt,
im zuͦ bezalung mit den ligenden guͦten zuͦ verhelfen und
vergönnen; alsdann leicht im der burgermaister ainen knecht, der im daz
ligend guͦt zuͦ anlait verspent mit dem span, schollen oder wasen,
darnach es ist, und geit dem knecht zuͦ lon als obstet, mit demselben
anlaitschein sol der clager für gericht kommen und durch fürsprechen
begeren, wie er damit ferrer nach der stat recht gefaren sölle, so
würdet im underschid gegeben, daz er dasselb pfand durch den
anlaitschein vor gericht umb sein schuld aufpiet zuͦ sechs wuchen und
dreien tagen gegen ainem unserm burger und niemands andern, und sölle
das bezeugen, auch sollichs dem antwurter verkünden und anpieten als
obstet. Und wann die sechs wuchen und drei tag verschinen sein, so ist
dasselb ligend pfand umb die summa vergangen, doch also; er sol die
selben ligenden pfand durch den knecht, dem er aber sein vorberürten Ion
darumb gipt, uf dem markt usrüfen und es dannocht vierzehen tag zuͦ
failem kauf sten lassen und löst es der antwurter in der selben zeit
nit, so mag der, der am maisten daruf gelegt hat, damit gefaren als mit
seim aigen und rechten erkauften guͦt und ist dem antwurter darumb
nit witer schuldig und man erkennt und geit im alsdann des uf sein
begeren, ob er will, urkund brief und was über des clagers schuld an
söllichem pfand bevor, steet dem antwurter zu.
Kompt iemand für gericht umb underschid von pferden, küe oder anderm
vich, essenden pfanden, dem- geit man den entschaid, daz er die auch
zuͦ acht tagen ufpiet vor gericht und bezeug, auch dem antwurter
verkünd als obsteet und sol es dieselben zeit an ainen fütrer, das ist
aim offen wirt stellen und wann dieselben achttag vergeen, so sol er es
lassen uf die gant reiten oder ziehen und darnach acht tag zuͦ failem
kauf steen lassen. Würdet es nit gelöst, so sol es mit gehalten werden,
als oben von andern vergangen pfanden geschriben steet.
| Seite 365|
Was redlicher gerichtzschäden ungefarlich uf die gant und pfandung geen,
die schlecht man gewonlich uf die pfand zuͦ der erclagten und
erfolgten schuld.
So dem clager die underschid mit den pfanden, als obenstet, gegeben
werden und sich nun der antwurter verpürg oder gefarlich us der stat
gieng, daz man in zuͦ verkünden und anzupieten nit fünden wisste, das
sol der clager vor gericht eröffnen. Möchten dann die richter erkennen
oder merken, daz es gefarlichen gescheen were, so söllt im vergündt
werden, mit den pfanden zuͦ gefaren, als recht ist und wer der
antwurter zuͦ buͦss verfallen ainem raͧt sechtzig pfenning und
dem gericht drissig pfenning. Waͧ aber die richter kain gefärd
befünden oder erkennen mögen, auch weder wissen noch erfaren, was sein
verhindernus oder gescheft wer, damit er dann zuͦ rugk nit
ubergriffen, auch des gewisslicher gehandelt werden mög, so geit man dem
cläger den entschaid, er sölle den antwurter, wie und waͧ er in
betreten mög mit botten oder briefen innerlands und usserlands auf
zwaintzig meil wegs in vier orten des lands, in stetten, dörfern und
märkten mit fleissigem nachfragen suͦchen und im die pfand ufpieten
und verkünden laͧssen abermaͧls zuͦ sechs wuchen und drei tagen
und daz zuͦ ligenden pfanden; wären es aber varende pfand, auf vier
meil wegs zuͦ vierzehen tagen. Waͧ dann dem antwurter also
verkündt und sich das an den poten bei irem aid erfind, als recht ist,
und er nit erschin, so liess man dem clager mit den pfanden dannoch
gefaren nach der stat recht als oben stet. Waͧ man aber den antwurter
in bemelter zeit nit gefunden und bezeuget mit dem püttel, das er im
zuͦ hus und hof die pfand ufgepoten und verkündt, auch mit den poten,
die in, als obensteet, auf die vier ort gesucht hetten, so sol man dem
antwurter zuͦ dreien malen zuͦ der pfandung offenlich rüfen und im
die anpieten und kompt er nit, so lasst man die pfand auf die gant legen
oder treiben und zuͦ failem kauf usrüfen und ligen laͧssen die
zeit als obenstet. Und kompt der antwurter oder sein volmächtiger anwalt
oder iemands seiner guten fründ oder seins gesünds, die es dem antwurter
haimlösen und annemen wellten mit barem gelt, wie daz pfand vergangen
ist, das muͦss der clager dulden; kompt aber niemands von sinen
wegen, so sint die pfand im oder dem, der daruf
| Seite 366|
geschlagen haͧt, haimgefallen und söllen im beleiben und niemand
witer darumb schuldig sein, es beleib dann icht über oder zerren[n],
damit sol es gehalten werden als obstet und man geit und erkent alsdann,
ob es der clager begert, mit recht brief und urkünd.
Wann ainer füran umb schulden mit recht beclagt oder das uf in erlangt
würdet, wöllt derselb sein ligend guͦt gefarlich verkaufen oder
anderswa verkümbern, versetzen oder verpfenden, daz wirt im nit
gestattet, damit so uf in erlangt und seinen schuldnern, gen den er im
rechten stünd, an varenden pfanden zerrinnen, das si dardurch irer
schuld gefarlich nit mangel haben wurden, sonder uf den ligenden
guͦten ir usstenden schulden häbig sein und bekommen möchten.
Begeb sich, so iemand pfand, si weren ligend, varend oder essende
lebende pfand, wie die namen haben, als obenstet, ufgepoten und hett
kainen unsern burger, der die kaufen wöllt, so sol des amans knecht die
pfand ungefarlich dem gelt gleich kaufen und damit furter, als obenlut,
gehandelt werden und wann die pfand allerding vergangen sein, begert
dann der knecht oder der cläger von des amans knecht solliche pfand
widerumb zu kaufen, die sol er im geben in dem gelt, wie im die
vergangen sint und sol er dem knecht umb sein müe von iedem guldin ain
pfenning und von iedem pfund ain heller geben. Doch was über zwaintzig
guldin oder zwaintzig pfund ist, darumb sol er nit mer dann vier und
zwaintzig pfennig geben und ist das pfand ligend und der clager nit
unser burger und das pfand in unser statsteur gelegen, das sol er
darnach in jarsfrist ainem unser eingesessen burger verkaufen und
vertigen nach unser stat recht und sol und mag die essenden lebenden
pfand in acht tagen nach der pfandung verkaufen auch nach unser stat
recht.
Wer iemand schuldig ist, uf den man nach unser stat recht erlangt
haͧt und alles mit den pfanden vergangen ist, bis das sein varend und
ligend guͦt an der bezalung geprist oder da ainer gantz nichtz weder
pfand noch gelt zuͦ geben hat, so sol der clager, so er nit anders
will, sollichs vor gericht anbringen; alsdann geit man im
| Seite 367| mit
urtel ain entschaid, daz er daz dem burgermaister fürbring und in bitt
im der zalung von im zu verhelfen oder us der stat piet. Also leicht im
der burgermaister ainen knecht und lasst dem antwurter sagen, das er
sich mit dem klager umb sein schuld vertrag und in bezal inner acht
tagen oder aber inner denselben acht tagen aus der stat gee und darein
nit komm, bis der clager bezalt oder benügig gemacht ist. Waͧ dann
der antwurter daz verachten und der klager das dem burgermaister clagen
wurd, so wirt der angenomen und leicht im knecht und fangknus auf des
clagers zimlichen costen, bis er bezalt würdet. Doch sol der clager oder
iemands von sintwegen mit den knechten geen und waͧ die knecht in in
unser stat vindent, usgenommen in der kirchen oder im bad, in des
clagers gegenwürtikait annemen; und wann daz beschicht, legt man in ein
uf des clagers costen wie obstet. Und insonderhait, waͧ iemand
usserhalb seins hus oder iemand in ainer andern wonung anzaigt würdt, do
mag man suchen; wurd der nit funden und an denselben huswirt begert,
ander beschliess ufzesperren und wöllt daz nit thun noch globen, daz er
nit wisset iemands in seim hus, den man suͦchet, daz sölt der ain
knecht aim burgermaister anzaigen furter geschafft werden
aufzeschliessen und suchen zuͦ laͧssen, damit dem rechten sein
gangk gelaͧssen und nit gehindert werd. Wöllt derselb dannoch nit
ufsperren, so haben die knecht selbs macht, die beschlüss zuͦ öffnen,
zuͦ suchen und zuͦ handeln, so sich gepürt, wie hie vor steet und
der oder die ungehorsamen umb ir widersässikait in ains raͧtz strauf
steen und behalt ain burgermaister ainem rat sein oberkait bevor.
Würdet iemands von schulden wegen us unser stat clagt, wer denselben
darüber gefarlich hawset oder hof et, essen oder trincken geit in unser
stat, würdet der beclagt und erfindt sich, das er muͦss auch us der
stat, bis ihener siner schuld bezalt oder darumb vergnügt würdet, und
muͦss darzuͦ zuͦ buͦss ainem raͧt zehen pfund und dem
gericht vier pfund geben, doch mag er mit sinem aid bereden, das er nit
gewisst hab, das im die stat verpoten gewesen sei, so sol er das auch
nit entgelten.
| Seite 368|
Wem ligende pfand, es seien wisen, äcker oder gärten nach der stat recht
vergangen sint, dem sollen auch die frücht, die daruf steen, damit
verfolgen.
Ob iemands ain hus nach der stat recht vergangen, wer dann der antwurter
selbs darin, so sol er das in acht tagen, nachdem si vergangen sint,
rawmen. Hett er aber frömbd leut umb ainen zins darin gehalten, den sol
man sollichs verkünden, also wär es nach sant Michelstag, daz si uf
ostern rawmen oder wär es nach ostern, daz si uf sant Michelstag rawmen
und usziehen söllen und der zins seid der zeit daz hus als obstet
verkauft und vergangen verfallen sol dem selben kewfer und der zins
darvor verfallen dem antwurter verfolgen.
Hett ainer uf iemand mit recht erlangt und möcht weder mit varenden noch
ligenden pfanden gar bezalt werden und für und für im rechten procediert
als obstet, erfür oder wisset derselb iendert ligend oder varend hab
oder güter in unserm zwang, die seins schuldners, des wir zuͦ recht
mächtig, wären, daz sol er dem burgermaister anbringen, der haͧt
macht, das zuͦ verpieten und sol dem, der das gut innhaͧt, zum
rechten verkünden, so beschicht zwischen den tailen umb dieselben pfand,
was recht ist; wann dann derselb vormaͧls daruf erlangt hett und die
pfand mit recht behalt, der sol damit ferrer gefaren, wie recht ist,
ungehindert dero, so vor im uf den schuldner erlangt und die hab nit
gewisst noch anclagt hetten, es belib dann etwas bevor, stend denen, so
vor uf in erlangt hetten, zuͦ iren rechten.
Verkauft iemands dem andern sein pfand, die er im umb schuld eingesetzt
haͧt on erlauptnus des rechten, das ob drissig pfenning wert ist,
würdt er darumb angesprochen von dem, des si gewesen,
| Seite 369| dero
dann wir zuͦ recht mächtig sint, und der mag die mit seinem aid
beheben, so sol der selb verkeuffer ihenen sein pfand widerumb zuͦ
sinen handen pringen umb sein versetzt schuld und ist der verkeufer, der
es also durch sein aigen gewalt verkauft hat, zuͦ puͦss verfallen
ainem rat zehen pfund und dem gericht vier pfund.
Würdet iemands umb ligend oder varend guͦt angelangt, daz die sein
und nit mit gerichtz ordnung einzogen oder vergangen [seien] und wöllt
die mit seinem aid für sein guͦt behalten hat derselb, der umb das
vergangen gut angesprochen würdt, nit gerichtz urkünd oder mag das mit
dem gerichtzpuͦch dem aman oder aim ald zwaien richtern nit weisen,
mag er dann selb drit weisen mit aiden als recht ist, das er das guͦt
mit recht naͧch unser stat gerichtz ordnung behalten und erlangt hab,
des sol er geniessen und damit sein guͦt behalten haben.
Würdt iemand von schulden wegen selbs flüchtig oder schellig und erfindt
sich das, sol man alsdann den clagern, den er schuldig ist, uf ir
anrüfen sein hab und guͦt verpieten und zuͦ seinem guͦt
naͧch der stat recht richten, als ferre sein guͦt raicht und sein
leptag die stat meiden und mag ain erber raͧt gegen seim weib und
kinden uf der tail anrüfen oder für sich selbs fürnemen und handeln, was
sich nach gestalt jeder sach gepürdt.
Macht iemands den andern schellig und ungewiss, der vor nit flüchtig ist
und erfündt sich das mit recht, der sol im den schaden, den er darumb
genomen haͧt, ablegen nach erkantnus der richter und zu buͦss
geben dem raͧt zwaintzig guldin rinisch.
Es hat auch kain fraw nit gewalt mit irs elichen mans guͦt, des über
fünf schilling, ie drei heller für ain schilling, statwerung ist, on
iren man nichtz zuͦ tuͦnd, weder mit bürgschaft, rechtfertigen,
| Seite 370|
versetzen, verkümern, verkaufen, verschaffen, vergeben noch in ander
weg. Si mag auch nichtz daran verrechten noch kainen schaden daran
tuͦn, es sei dann das si mitsampt irem man kauft oder verkauft oder
sich mit im verschriben oder verwilligt hab oder das si mit irs mans
guͦt zuͦ failem markt und kraͧm stand und on iren man
kaufmanschaft treib, kauf und verkauf ungefarlich.
Nimpt iemand guͦt dings uf und fert daͧmit in das land, ist er jar
und tag us und es nit eehaft not irrt, auch nit im land ist, das er in
jar und tagen wol kommen möcht, sol er jemands gelten, underwindt sich
derselb, von dem er die hab, damit er us dem land ist gefaren, angenomen
hat, seins guͦtz herhaim mit dem rechten oder ob er im nachfert mit
wissen und willen ains erbern raͧtz und in ainem andern gericht mit
recht zuͦ bezalung benött, des soll er gen niemand entgelten.
Würdet iemand flüchtig und fert im ainer naͧch und erwischt in, was
er dem geit ze gelt oder ob er im pfand geb, daran hat kain ander gelter
kain recht, doch sol er mit den pfanden gefaren, als recht ist und
beleipt icht über, daz sol den andern und nechsten clägern werden.
Nimpt jemand des andern hab oder guͦt an in behaltnus oder in ander
weis, würdet es schadhaft, verloren, verprint oder verstolen und umb
denselben schaden oder verlust angezogen, mag er dann bezeugen oder
ainen aid sweren als recht ist, daz er dasselb guͦt durch sinen
gepruch gefarlich nit gemindert oder beschedigt, auch das als sein aigen
guͦt behalten und verwart hab oder so es im verstolen, verprennt oder
verloren wär, daz im sein aigen guͦt damit auch verstolen, verloren
oder verpronnen sei, so ist er ihenem darumb emprochen, lausst er aber
ichtz darin bevor oder weren deshalb brief oder schriften vorhanden,
darumb beschicht was recht ist.
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So volgen hernach etlich artikel, darin appellieren verboten ist.
Wie wol die getruckten und beswärten im rechten durch appellation und
berüfen zuͦ der oberhand ir hilf und zuͦflucht mögen haben, so
haben die hailigen vetter im gesatz baider recht die ihen, so us
überfluss und frävel oder unmässig berüfung fürnemen, nit
zuͦgelaͧssen noch die zuͦ hilf der appellation darumb erfunden,
das die den unrechten oder boshaften in irer gefärd ainicherlai enthalt
oder behelf pringen sölle. Wann aber bisher durch überflüssig und
unordenlich appellation vil widerwertikeit entstanden sein, dardurch die
unsern oft zuͦ schaden und waͧ sollichs nit fürkommen, ainen
misstrawen oder ander gefarlich einpruch bringen möcht, darumb so wollen
wir ietzo, das söllich frävel und überflüssig appellation, die im
rechten verpoten sein, füran vermieten werden. Dann so ob iemand darüber
söllichs fürnem, so wurde derselben appellation nit stat geben, sonder
uf des andern tails ersuchen im rechten nichtz destminder procediert,
auch der und die, die söllichs fürnemen, auch die in der helfen
anhangen, in swere strauf angenomen, darvor sich ain ieder wiss zuͦ
hüten.
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Item von unserm statgericht mag man sich in urtailen oder entschaiden,
der iemand beschwert wurde, für burgermaister und klainen raͧte und
von aim klainen raͧt für die kaiserlichen maiestät und sonst nindert
ain berüfen.
Wurde jemand in ainer urtel an unserm statgericht beswerdt, der mag im
fuͦssstapfen oder darnach in zehen tagen den nechsten appellieren
mundtlich oder schriftlich vor unserm statgericht; so ferr aber uf
dieselb zit nit gericht wer, unserm stataman die selb berüfung zu
verkünden. Derselb sol dann die geappelliert partei für daz nechst
gericht beschaiden und sagen, das er dem andern tail auch verkunden
lass, werde man im ferrer antwurt geben. Es soll auch die geappelliert
partei gerichtzbrief vordern und nemen, die man gipt als hernach
stet.
Item waͧ iemand von urtailn an unserm statgericht ergangen mundtlich
oder schriftlich geappelliert hat, so sol er, desglich die widerpartei
der antwurt vom gericht warten, ob und wie man der appellation volg
geben wöll, so erkennt man für apostel den gerichtzhandel, daruf geit
dem berüfenden tail der aman vor gericht in beiwesen der widerpartei die
antwurt, er söll sich darumb in vierzehen tagen den nechsten zuͦ aim
obern burgermaister fügen und kurtze tagsatzung begeren und erlangen, in
der zeit auch bei dem gerichtzschreiber fleissig übung zuͦ tuͦn,
die gerichtz handlung für die apostel under des amans sigel verschlossen
anzuͦnemen und vermeltem burgermaister zuͦ antwurten; dann waͧ
er das nit tät, so wurd die urtel in ir craft geen und ferrer im rechten
procediert und darzuͦ in straf und puͦss fallen aim raͧt vier
pfund und dem gericht zwai pfund und auf den handel umb die apostel vier
bemisch werung und dem aman sechs pfenning vom sigel geben. Und ob die
appellation von ainer beiurtel geschee, so söllen die eingelegten
beswerungen mitsampt der appellation darein gezogen, wer sie von ainer
endurtel, so sol allein die appellation gesetzt werden.
Es söllen baidteil mit iren alten vorsprechen am statgericht auf ains
erbern raͧtz tagsatzung erschinen und nach ains erbern ratz
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gewonhait zuͦ recht andingen und die geappelliert parthei anfangs den
gerichtzhandel ir für apostel geben einlegen und daruf durch vermelten
sein fürsprechen sein beschwärd erzelen. Doch waͧ die appellation von
ainer beiurtel gescheen wer, so söllen allain die vor eingeprachten
beswerungen und dhain ander von newem eingefürt werden.
Wer aber die appellation von ainer endurtel, so mag ain ieder alle sein
rechtlich notturft auf den ergangen gerichtzhandel fürwenden und sol
darumb gescheen, was recht ist, und die gemelten fürsprechen bei der
urtel nit sein, aber die der rät der zeit am statgericht gewesen, mögen
wol dabei sein und urtailen naͧch irem besten versteen und wurde übel
geappelliert und am statgericht wol geurteilt erkennt, were dann der
sach icht witer zuͦ handeln, daz sol vor dem statgericht voltzogen
werden nach dem rechten. Waͧ aber ain erber rat erkennet übel
geurteilt und wol geappelliert oder ain ander urtel spricht, so söllen
die partheien ferrer von aim erbern rat entscheiden werden, es were dann
die appellation von ainer beiurtel gewesen, die die hauptsach in dhain
weg berürt, so möchte ain rat alsdann die parteien zuͦ ferrer
handlung der hauptsach wider für daz statgericht weisen und alda ergeen
laͧssen, was recht ist.
[a] Item welcher tail der urtel uf die appellation verlustig wurd, der
sol sich mit dem widertail umb die schäden derselben appellation redlich
genomen in acht tagen den nechsten gütlich vertragen, die erwonnen
partei wöllt dann gegem widertail die gütlich ruͦwen und ansteen
lassen. Beschee daz nit, hett dann ain rat des gerichtz urtel aberkennt,
so söllt uf des begerenden tails anrüfen ferrer rechtag für ain raͧt
gesetzt und die schäden alda mit recht gemässigt werden, eemalen in der
hauptsach witer procediert; wer aber des gerichtz urtel zuͦ kreften
erkennt, so sol vor dem statgericht umb die schaden vor weitern
processen ergeen, was recht ist.
[b = Zusatz]
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Waͧ iemand vermaint in ains raͧtz urtel beswert sein und wöllt im
fuͦssstapfen nit appellieren, der mag gerichtz handels und zehen tag
die nechsten bedachtz begeren die urtel anzuͦnemen oder davon zuͦ
appellieren. Dieselben tag söllen im zuͦgelaͧssen und der erst,
daran die urtel get, nit gerait werden. Will er dann appellieren, so sol
er sein appellation schriftlich inner den selben zehen tagen vor offem
notari für die kaiserlichen Maiestat und sonst nindert hin tuͦn und
darnach in drissig tag den nechsten dem obern burgermaister und der
widerpartei durch ain offen notari verkünden als recht ist. Ist er dann
unser burger, so lausst in der burgermaister den hernachgeschriben aid
inhalt der freihait sweren. Ist er aber dhain burger, so geit man im
desglichen dem burger, der gesworen hat, die antwurt wie hernachsteet.
Wöllt aber iemand im fuͦssstapfen muntlich appellieren, der mag daz
durch sich selbs oder iemand volmächtigs tun, wie obstet, in beiwesen
des widertails und ist er unser burger, so sol er aber den
hernachgeschriben aid sweren.
Du wurdest geloben und sweren, das du die appellation nit gefarlich umb
verzug noch verlengrung tüest, sonder allain umb deins rechten notturft
willen ungefarlich.
Daruf geit der burgermaister die antwurt, er sölle die gerichtzhandlung
in der cantzlei mit fleissiger übung inner drissig tagen den nechsten
nach söllicher verkündung für apostel annemen und die appellation inner
aim jar und aim tag fürwende[n] und ende[n] als recht ist. Dann waͧ
er daz nit tätt, so wurd die ergangen urtel in ir kraft geen. Und ist er
unser burger, sagt man im dabei, waͧ er dem so obstet nit folg tätt,
wer er aim raͧt zuͦ buͦss verfallen zwaintzig guldin one gnad,
die müsst er bezalen oder unser stat meiden, bis er die entricht, er
zeigte dann an ehaft sach, die in
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verhindert hab und beweis die gnuͦg zuͦ recht, alsdann sol mit dem
gehalten werden wie recht ist.
Item appelliert iemand im fuͦssstapfen mundtlich, so geit man im
gewonlich für apostel den gerichtzhandel auf pergamen versigelt und
zücht im beschluss die appellation darein. Beschicht aber die
appellation vor aim notari, so geit man im den ergangen
gerichtzhandel.
Item in ainer ieden sach und us aller unrechtlicher beschwerung mag man
appellieren und in den sachen nit, darin appellieren verpoten und
hernachbestimpt ist. Von erst wer nit appelliert nach ordnung der recht
und wie vorsteet.
Zum andern wem zum rechten ordenlich verkündt und clagf ellig wurd, der
sol zuͦ appellieren nit gelassen werden, er bring dann für zuͦ
recht gnuͦg eehaft not seins usbleibens.
Zum dritten ains offen landzwingers, item ains morders, item wer iemand
mit gift vergeben hett.
Item dieb, straussrauber, verräter, fälscher, item wer ainen mit gewalt
zu tod schlecht, item der ain sollichen todschlag frümbdt oder stift,
item der ain junckfrawen oder frawen benotzogt und ander übeltäter, die
uf gichtigen mund und waͧr taͧt verurtailt werden, so schafft ir
appellation nichtz, sonder es sol die urtel volzogen werden.
Zum vierden ob ain amptman sein ampt missprucht und sich erfindt, daz er
sich darin verschult hett, den mag kain appellation fürtragen.
Zum fünften, so sich iemand ainer appellation mit freiem willen begeit,
verzeicht oder durch schweigen, versawmbnus oder in ander weg verlasst,
der wirt füran nit mer zuͦ derselben gelassen.
Zum sechsten: wer im rechten mit gnugsamer urkund umb schuld, lipding
oder zins überwonden wirt oder der bekennt, den sol appellieren nit
fürtragen, sonder zuͦ bezalen gehalten werden, er zaig dann redlich
ursach, die er von stundan weiss.
Zum sibenden wer in offem laster sitzt, darumb beclagt und überwonden
wird, den sol appellieren nit fürtragen.
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Zum achtenden wa iemand wilkürlich uf person kompt, ungewägert irs
spruchs zuͦ beleiben, der wirt füro appellieren nit zugelassen.
Zum newnden von ainer urtel sol man nit zum drittenmal apellieren.
Zum zehenden wer ain gemain appellation tät und darin nit sündert in was
sachen, warumb, von wem oder wahin, die ist untuglich.
Zum. ailften ob der richter in zimblicher zeit sein urtel oder die
beswerd, darumb man geappelliert, ufgehept hett, so ist auch damit die
appellation ab.
Zum zwelften ob iemand nach ainer urtel icht tädingt und sich vertrüg
oder zuͦ volziehung der urtel frist begert oder die sonst mit lautern
worten angenomen hett, mag nit mer darvon appellieren und ob also iemand
willigt zuͦ tädingen sein rechten unvergriffen, so ferr dann die sach
gütlich nit hingestellt wurd, so sol dem erwonnen tail die selb handlung
an seim rechten one schaden sein.
Zum dreizehenden ob ainem ain hauptsach mit urtel zuͦgetailt und der
schäden geswigen wurd, söllt von derselben schäden wegen nit
appellieren, sonder der tax beim richter gewarten.
Zum vierzehenden, das niemand vom gericht für rat under aim guldin
appellieren sol, appelliert aber jemand von aim gericht für raͧt ob
vermelter somm, als recht ist, des appellation wird nit angenomen, er
leg dann ain guldin hinder ain underburgermaister und die aininger der
selben zeit und waͧ er der appellation nit naͧchkompt als recht
ist oder im rechten verlustig wurd, so ist daz gelt aim raͧt on gnad
haimgefallen, gewinnet er aber die appellation, so geit man im sein gelt
wider.
Zum fünfzehenden das die kaiserlich Mt. [Maiestaͧt] destminder in
klainen sachen belestigt und die unsern vor schaden verhüt werden, das
dhain unser burger under zehen guldin ferrer nit dann für ain klainen
rat appellieren sol und waͧ iemand ob der somm appelliert für die
kaiserlichen Mt, der sol hinder den underburgermaister und die aininger
derselben zeit legen zwen guldin und wa er der appellation nit nachkompt
oder im rechten verlustig wurd, so ist das gelt aim raͧt on gnad
haimgefallen, gewinnet er aber die appellation, so geit man im sein gelt
wider.
Zum sechtzehenden ob iemand von kuntschaften oder ainung appelliert für
raͧt, dieselb appellation wirt nit angenomen, er leg dann hinder den
underburgermaister und ainunger derselben zeit
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der kuntschaft zwen guldin und von der ainung ain guldin und kompt er
derselben appellation nit nach, als recht ist oder verlürt die im
rechten, so ist daz gelt aim ersamen rat on gnad haimgefallen. Gewinnt
er aber die appellation, so wird im sein gelt wider.
Item wann ain appellation ordenlich beschicht und ir durch den richter
volg geben ist, sol man die weil nichtz news fürnemen, sonder alle
sachen in dem stand beleiben lassen, als die uf die zeit der appellation
gewesen sein, ausgenommen in etlichen sachen hernachgeschriben.
Von ersten waͧ der antwurter in argkwon, das er die frücht oder
abnutzung, so dem clager zugetailt weren, on werden, so möcht man die
frücht in verpot legen.
Zum andern, so ain erb überwunden wer mit recht, daz er des todten
gescheft volziehen söllt und er vermaint zuͦ appellieren, so vervolgt
man derselben appellation nit, sonder man sol das gescheft nichtz
destminder handthaben.
Zum dritten ob iemand umb ain ungeschicht zuͦ strauf ertailt und er
wurde appellieren, der sol umb die selben strauf nichtz destminder die
weil in gewisshait behalten werden.
Zum vierden in sachen, darin man dhain appellation zuͦlausst, mag man
nichtz destminder procedieren.
Zum fünften waͧ ainer wissentlich verschult und hette us flucht der
strauf ain appellation getaͧn, sol man nichtz destminder gegen im die
strauf fürnemen.
Zum sechsten ob iemand der appellation in gesatzter zeit nit
naͧchkäm, sonder die verliess, so mag man nach derselben zeit auf
anrüfen ains tails oder mer ferrer procedieren und den parteien zuͦ
denselben processen verkünden.
Zum sibenden, der ainen mit recht us ainer gewör vermaint zuͦ pringen
und er appelliert, sol man von seiner appellation ihen nit
ustreiben.
Zum achtenden, wann aber ain kaiserlich inhibition aim raͧt
zuͦkompt, warumb daz ist, darnach sol man sich auch halten als sich
gepürt.
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Waͧ sich begeb, das iendert partheien ainer appellation zuͦ irrung
kämen ald das die parteien, wider die die appellation bescheen were
vermainen ald clagen wurd, sein widerpartei hette die appellation nit
ordenlich getaͧn oder sich der versawmpt, verzigen oder in ander weg
nit nachkomen als recht ist, wie im die zeit ufgelegt worden were, des
im der selb nit gestünd und erpüt sich darumb zuͦ recht, so söllen
dieselben irrung für burgermaister und klainen rat betagt und mit recht
desselben entschaiden werden. Erfund sich dann im rechten, daz die
appellation im rechten ordenlich bescheen und nit verlaͧssen und
desert were, so söllt söllich rechtvertigung an der hauptsachen der
appellation kainem tail vergriffenlich sein. Waͧ sich aber im rechten
erfund, daz die appellation nit ordenlich bescheen oder nit nachkommen,
sonder verlassen wer, wie oben begriffen ist, der soll mit seiner
appellation nit gehort werden, er habe dann redlich sach oder eehaft
not, die in verhindert oder versawmpt hetten und erweiss die, alsdann
sol dem gestat werden, daz recht ist.