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        <title>Ständischer Entwurf einer Kammergerichtsordnung.</title>
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        <pubPlace corresp="marcrelator:pup">Graz</pubPlace>
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        <title ref="http://gams.uni-graz.at/repat">Repertorium.at - Archiv des Repertorium digitaler
     Quellen zur österreichischen und deutschen Rechtsgeschichte in der Frühen Neuzeit von Heino
     Speer</title>
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          <title>1486 :: Ständischer Entwurf einer Kammergerichtsordnung.</title> In: <editor corresp="marcrelator:edt">
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              <forename>Karl</forename>
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          <series>Quellensammlung zur Geschichte der Deutschen Reichsverfassung in Mittelalter und
      Neuzeit. 2., verm. Aufl.</series> (<pubPlace corresp="marcrelator:pup">Tübingen</pubPlace>
          <date corresp="dcterms:published" when="1913">1913</date>) <biblScope from="276" to="280" unit="page">276-280.</biblScope>
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      <editorialDecl>
        <p>Nach Minutoli, Das Kaiserliche Buch des Markgrafen Albrecht Achilles, Berlin 1850, S. 274ff.,
     unter Berücksichtigung der Mitteilungen von Friedrich Wagner, Ztschr. für preußische Geschichte
     und Landeskunde, Bd. XVIII, S. 338 ff. — 1487 wurde derselbe Entwurf (Datt, de pace publ.,
     S. 718 ff.) von den Ständen wieder zur Beratung vorgelegt; aus diesem neuen Entwurf wird nur
     die wichtigste Änderung in der Anmerkung zu § 21 gegeben.</p>
      </editorialDecl>
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        <p>Teil von <ref target="info:fedora/context:repat" type="context">repat</ref>
        </p>
        <p>Das Projekt archiviert die digitalen Quellen zur österreichischen und deutschen
     Rechtsgeschichte in der Frühen Neuzeit, die Heino Speer seit 2007 gesammelt hat.</p>
      </projectDesc>
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        <prefixDef ident="marcrelator" matchPattern="([a-z]+)" replacementPattern="http://id.loc.gov/vocabulary/relators/$1">
          <p>Institutionelle und Personale Rollen taxonomie</p>
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          <p>Datums Taxonomie</p>
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         Römisches Reich</ref>
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      <pb facs="https://archive.org/details/quellensammlungz01zeumuoft/page/276/mode/1up" n="276" xml:id="S.276"/>
      <div xml:id="NA.0">
        <head>1486 :: Ständischer Entwurf einer Kammergerichtsordnung.</head>
      </div>
      <div xml:id="NA.Text">
        <head>Das keyserlich camergericht nachvolgendermaß zu ordnen:</head>
        <div xml:id="NA.1">
          <head>[Abs. I]</head>
          <p>Zum ersten, das keyserlich cammergericht zu besezen mit einem cammerrichter, der aufs
      wenigst ein grave sey, und zwölf beysizern [urteilern], die dreyzehen redlichs erbers wesens,
      wissens, ubung und ye der halb teil der recht gelert und gewirdigt, und die andern ufs
      geringst von der ritterschafft geborn sein sollen, und was die zwölf beysitzer oder der merer
      teil in sachen erkennten, und ob sie spennig und auf iglichen teil gleich wern, welchen dann
      der richter ein zufall tut, dabey soll es bleiben.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.2">
          <head>[Abs. II]</head>
          <p> Des richters und beysitzer eyd. Item, die alle sollen zuvor der keys. maj. geloben und zu
      den heiligen sweren, sr. keys. gnad gericht getreulich und fleißig obzusein und nach des
      reiches recht und loblicher ubung des hofs, auch nach redlichen, erbarn und leidelichen
      ordenungen, statuten und gewonheiten der fürstenthümer, herrschafften und gericht, die für sie
      bracht werden, so ferrn die ordnung und satzung kays. geschriebner recht gemeß und leidenlich
      sein, dem hohen und dem niedern gleich zu richten, und kein unredlich sach sich dogegen
      bewegen zu lassen, und von partheyen oder niemand, keiner sachen halben, so in gericht hangt
      oder hangen würde, gabe, schencke oder einigen nutze durch sich selbs oder durch andre zu
      nemen, auch kein sundre parthey im gericht oder anhange und zufalle in urteiln zu suchen oder
      zu machen, und was in ratslagen von sachen aus böser meynung nicht aufhalten oder verziehen on
      alles geverde.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.3">
          <head>[Abs. III]</head>

          <p> Ob aber nach erkannten entlichen urteiln von parthien dem hofrichter oder den beysitzern
      einen oder mer von eßenspeiß eins gülden werth ungeverlich zu einer erung geschenckt würde,
      solten sie die erbarkeit der partheien darinnen nicht <pb
              facs="https://archive.org/details/quellensammlungz01zeumuoft/page/277/mode/1up" n="277" xml:id="S.277"/> verachten
      und möchten solches annehmen, als des reichs recht solches auch erlaubt, und eine erbere ubung
      ist.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.4">
          <head>[Abs. IV] Gerichtsschreiber eydt.</head>
          <p> Item es sollen geordent werden zween glaubhafftige gerichtsschreiber und ein leser, die
      auch der keyserlichen maj. globen und sweren sollen, ihrem amt getreulich obzusein und
      auffzuschreiben, und den partheyen oder niemand zu offnen, wes von den Sachen in ratslegen des
      richters und urteilern gehandelt wirt, die heimlich gerichtshendel on laub und erkenntniß
      niemant offnen, leßen oder sehen laßen, auch kein besunder schenck noch nutz, außerhalb irer
      arbeit zu nemen oder ine zu nutz nemen lassen, ausgescheiden eins guldin werdt, nach entlichen
      urteilen, alles, wie nechst gemelt ist, alles on geverde.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.5">
          <head>[Abs. V]</head>
          <p> Item die advokaten oder redner, so das gericht zu solchen aempten aufnimmt, sollen globen
      und sweren, daß sie die sachen, so sie annemen oder in bevolhen werden, iren partheyen zu gut
      mit vleis handeln und dorin kein geverlichkeit suchen oder furnemen wollen, wie recht sey,
      auch heimlichkeit der sachn zu schaden nicht eröffnen, das gericht und gerichtspersonen ern
      und fürdern und vor gericht erberkeit geprauchen und lästerung bey pene nach ermessung des
      gerichts sich enthalten, alles ungeverlich.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.6">
          <head>[Abs. VI]</head>
          <p> Item cammerrichter und beysizer sollen aufsehen haben, daß die procuratores und redner, die
      die sachen vor gerichten handeln, verstendig und fleißig sein, die auch in irem aufnemen
      globen und sweren sollen, den partheien ihre sachen getreulich zu handeln, kein unwarheit
      wissentlich in sachen zu gebrauchen oder geverlich schub und dilation zu verlengerung der
      sachen zu suchen, des die partheien zu thun, oder zu suchen nicht unterweisen, und daß sie um
      ein anzahle des, so erlanget würde, mit der partheien nicht vereinigt sein, auch das gericht
      und die gerichtzpersonen zurücke mit unwarheit nicht schmehen, sondern ern und fürdern, und
      vor gericht bey penen und strafe nach erkenntniß des gerichts lästerung und schande sich zu
      enthalten, alles on geverde.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.7">
          <head>[Abs. VII]</head>
          <p> Item ob fürsten, graven, herren, ritterschafft oder stette durch ire anwelde oder redner
      oder auch andre ire sachen selbst reden oder handeln wolten, des ydermann zu tun macht hat, so
      sollen dieselben anwelde und redner oder die partei disen vorgenanten eydt thun, zuvor und ehe
      die zu handeln zugelassen werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.8">
          <head>[Abs. VIII]</head>
          <p> Item die geswornen boten sollen schreiben können und die gerichtsbrive denjenen, die die
      berüren, ob sie füglich mögen, zu handen oder aber in ihre gewönliche behausung oder heymwesen
      oder an die end in den briven angezaigt getreulich antworten, und copeien in gleich lauts inen
      oder an denselben enden lassen, auch des zeit und statt auf die briefe mit ihren henden
      zeichen, und des getreulichs dem gericht oder gerichtsschreiber relation thun, und das alles
      selbs tun und nymants anders bevelhen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.9">
          <head>[Abs. IX]</head>
          <p> Item des gerichts glaubhafftige geswornen boten sollen allenthalben im reiche der
      keyserlichen majestät und in allen churfürstenthümern, fürstenthümern, graveschafften,
      herrschafften und oberkeiten, iglichs churfürsten, fürsten, graven, herren und andern geleit,
      sicherheit und schirm haben; und ob in einicher der vorgemelten oberkeit die boten, einer oder
      mer, in gerichttzgeschefft beschedigt würden, solt derselbig churfürst, fürst, grave, herre
      oder andre, in des oberkeit die beschedigung bescheen wäre, solich schaden ablegen, so viel
      sich des boten zerung und das keyserliche wappen, op ime das genommen were, ungeverlich
      liefern und auch um den frevel der verletzung und verachtung der keyserlichen majestät gegen
      den beschedigern, iren gönnern und anhengern nach vermögen mit ernst handeln, und handeln
      laßen, bey den pflichten, so sie uns verwand seyn.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.10">
          <head>[Abs. X]</head>

          <p> Item so der beysitzer einer oder mere oder auch ein gerichtsschreiber abkeme, solt der
      cammerrichter macht haben, mit rate der beysizer oder des merertails mit <pb
              facs="https://archive.org/details/quellensammlungz01zeumuoft/page/278/mode/1up" n="278" xml:id="S.278"/> der kays.
      maj. wissen und willen einen andern des gleichen stands anzunemen und die stat zu ersezen,
      doch uf glubd und eyde, wie vorgeschrieben.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.11">
          <head>[Abs. XI]</head>
          <p> Item als über den gerichtskosten den partheien aus den orten des reichs merglich kost und
      zerung uf die sachen geet, dadurch die partheien vilmahl zu verderben kommen, solten hinfür
      die zweite appellation zu der dritten rechtvertigung, so die hauptsache nicht über zweyhundert
      gülden antreffe, durch das cammergericht nit angenommen, sondern bey den fordern urteiln
      gelaßen werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.12">
          <head>[Abs. XII]</head>
          <p> Item zu fürderlicher vertigung, auch gewißheyt der parthey fürbrengens und irrung, die zu
      zeiten sich erzeigt hat, zu verhüten, sollen hinfür alle sachen, die sich anfenglich under
      dreyhundert gülden ungeverlich treffen, in schrifften gehandelt, also daß iglicher teil sein
      fürbrengen schriftlich tue und dem widerteil des abschrifft und schub gegeben werden, wie die
      notdurfft das ervordern würde. Ob auch in grössern sachen die parteien sich verwilligten, oder
      aber ein teyl des begert, so solten dieselben sachen auch schrifftlich werden gehandelt, uß
      ursachen, wie vor gemelt.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.13">
          <head>[Abs. XIII]</head>
          <p> Item alle citationes und gerichtsbrive sollen ußgeen in namen und titel der keys. maj. und
      richter und beysizer, nicht in crafft eines bevehls, als commißarien und underrichter, sundern
      als ernannte von der keys. majestät ordentlich richten und erkennen über alle ständte in
      sachen, der keys. maj. unterworffen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.14">
          <head>[Abs. XIV]</head>
          <p> Item das cammergericht soll in der ersten instanz oder rechtfertigung auf niemants clag
      oder ansuchen ladung erkennen oder geben gegen denjenen, die der keyserlichen majestät und dem
      reiche nicht on mittel unterworfen sein, und doch sunst iren ordenlichen richter haben; und ob
      ymand die erlangt, solt mit samt allem handel darauf gevolgt null und uncräfftig, und der
      darüber ladung ußbrecht, kost und scheden, ob die dem widerteil darauf gangen wern, abzulegen
      schuldig sein, wann solchs des reichs rechten gemesse und in freyheiten der churfürsten und
      ander vervast ist.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.15">
          <head>[Abs. XV]</head>
          <p> Item das cammergericht soll in der ersten instanz oder rechtfertigung auf niemants clag
      oder ansuchen ladung erkennen oder geben gegen denjenen, die der keyserlichen majestät und dem
      reiche nicht on mittel unterworfen sein, und doch sunst iren ordenlichen richter haben; und ob
      ymand die erlangt, solt mit samt allem handel darauf gevolgt null und uncräfftig, und der
      darüber ladung ußbrecht, kost und scheden, ob die dem widerteil darauf gangen wern, abzulegen
      schuldig sein, wann solchs des reichs rechten gemesse und in freyheiten der churfürsten und
      ander vervast ist.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.16">
          <head>[Abs. XVI]</head>
          <p> Item zu dieser zeit solt das cammergericht an ein gelegen statt im reiche gelegt, gehalten
      und doselbst gelaßen werden, oder an ein ander treffenlich stadt gerückt werden, do die
      partheien gelarte und wissende leut zu ihren sachen bekommen mögen, biß so lang die keys. maj.
      sich wird niderlassen, ein gut zeit doselbst zu verharren und hofe zu halten.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.17">
          <head>[Abs. XVII]</head>
          <p> Gedenckt, das gericht ungelts und beswerung in reichstädten zu freyen, ungeverlich.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.18">
          <head>[Abs. XVIII]</head>

          <p> Item nach ansehen diß fürnemens ist not, cammerrichter, urteiler und ander personen, die
      dem gericht verpflichtet und zu warten verbunden sein sollen, redlich zu versolden, das doch
      alles von der keyserl. maj. darlegen geschehen möcht. Deshalb solten sportuln auf die sachen
      gesetzt und auch die gerichtsbrieve ziemlicher weiß taxiert werden, nemlich solt ein jeder
      clager, im anfangk des rechtens von der summ in seiner clag bestimt von yeden hundert gülden
      zween gülden, und der summ, die sich über tausend gülden lief, ye vom hundert ein gülden; aber
      so die summ über zwey tausend gülden lief, von dem übrigen ye von hundert ein halben gülden
      geben. Solch gelt, sportule genannt, die parthei, die nach der entlichen urteil in die kosten
      und scheden geteilt wirdet, der behabenden partheyen widergeben und ausrichten. Es solt auch
      für ein schlechte citation ein gülden und ein ohrt, für ein citation, darinn eine inhibition
      inserirt were, zween gölden und ein ohrt, für compulsorial- oder zwangsbrieve zween gülden und
      ein ohrt, für ein commission, kundschafft oder zeugniß zu verhören, 6 gülden und ein ort, und
      für ein commission, in welcher ein ganze sach mit allen anhängen und umbstenden zu endlichen
      entscheid bevohlen wirdet, auch für <pb
              facs="https://archive.org/details/quellensammlungz01zeumuoft/page/279/mode/1up" n="279" xml:id="S.279"/> ein
      commission in appellationssachen und für urteilsbrive gegeben und genommen werden, nach
      anzale, auch auf masse und weise, wie vor von den sportulis angezeiget ist. Von solchem geld
      den gerichtpersonen ir solt volgen und ausgericht werden solt. Ob auch gebots- oder ander
      brive durch rechtlich erkentniß zu geben erkant oder sunst auf ansuchen und zu notdurfft der
      partheien außerhalb rechtlichs erkentniß gegeben, und ausgeen würden, dieselben sollen auch
      nach ziemlicher leidlicher weise taxirt, und die partheien darinn nit übersetzt noch beswert
      werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.19">
          <head>[Abs. XIX]</head>
          <p> Wie man uff ungehorsam einichs teyls volfar etc. Item, so parthein zu recht erstlich
      erfordert und vertagt sein, erscheint der cläger nit oder nymand von seinen wegen, also daß
      die sach mit clage und antwort unvorfast ist, so soll uf des antworters anruffen der cläger
      ungehorsam und den gerichtskosten abzulegen erkant werden; were aber die sache mit clage und
      antwort verfast, so möcht das gericht vollfaren und urteiln für den cleger oder antworter,
      nach gestalt des gerichtshandels; doch solt der gehorsame teil, op derselbe die urteil
      verlohren hette, den gerichtskosten abzulegen nicht schuldig sein.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.20">
          <head>[Abs. XX]</head>
          <p> Würd auch der antworter in der ersten rechtvertigung oder in der appellationsach
      ungehorsam, so solt durch des clägers anruffen das gericht kundschafft und ander fürbrengen
      hören und vollnfaren biß zu entlicher urteil; und ob für den ungehorsamen urteil gesprochen
      würde, so solt doch der gehorsame cleger der kost und scheden entledigt werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.21">
          <head>[Abs. XXI]</head>
          <p> Item zu volstreckung der urteil und fürderung der gerechtigkeit soll der hofrichter macht
      haben, uf erkentniß des gerichts die achturteil zu sprechen und in die acht zu verkünden, wie
      die keys. maj. hie vor persönlichen gethan hat, und das gericht ferner proceß darauf geben und
      vollnfarn und auch durch ander weg execution thun, wie die in iglicher sachen die füglichsten
      angesehen werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.22">
          <head>[Abs. XXII]</head>
          <p> Item als teglich durch unnotdürftig und freveliche appellationes, die von beyurteiln,
      interlocutoriä genannt, geverlich verlengerung des rechten beschehen, auch vil kost und
      scheden erlitten werden, soll hinfür das cammergericht die appellationes von solchen
      interlocutorien nicht annemen, wo die beswerung in der appellation bestimt, durch die
      appellation von den enturtel der hauptsachen möcht erstatt und widerbracht werden, wie das in
      kays. rechten geordent und begriffen ist.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.23">
          <head>[Abs. XXIII]</head>
          <p> Item das cammergericht soll seinen stracken lauf haben, unverhindert einicher restitution
      oder aufslege, die aus ordentlicher form und erkentniß des gerichts nicht erlangt oder durch
      beede parthien gewilliget weren.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.24">
          <head>[Abs. XXIV]</head>
          <p> Item so die gerichtsbrive ausgeen sollen under titel, namen und sigel der keys. maj., so
      ist not, daß darauf bey dem gericht ein sigel oder secret sey, gleich der kays. maj.
      cantzleisecret, doch mit etwas unterscheide, auf daß nichtz dann gerichtzhändel darunter mögen
      ververtigt werden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.25">
          <head>[Abs. XXV]</head>
          <p> Item das cammergericht soll drey tag in yder wochen werden gehalten, ausgescheiden was Got
      zu lobe oder zu notdurfft der menschen gebannte ferien sind, ungeverlichen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.26">
          <head>[Abs. XXVI]</head>

          <p> Wir wollen auch nymant hiemit sein oberkeit, privilegien oder freyheit benemen und
      abschneiden, sundern vorbehalten haben, yedoch ob ymant begnadigt wer, des reichs echter zu
      halten, wollen wir, daß dieselben freyheit wider vollnstreckung <pb
              facs="https://archive.org/details/quellensammlungz01zeumuoft/page/280/mode/1up" n="280" xml:id="S.280"/> der urteil
      unsers keyserl. cammergerichts nicht gebrucht, und die echter dawider nicht sollen geschüzt
      oder enthalten werden.</p>
        </div>
      </div>
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