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        <title>Anweisung des Verhaltens vor Gericht.</title>
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                        Geisteswissenschaften, Karl-Franzens-Universität Graz</orgName>
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        <title ref="http://gams.uni-graz.at/repat">Repertorium.at - Archiv des Repertorium
                    digitaler Quellen zur österreichischen und deutschen Rechtsgeschichte in der
                    Frühen Neuzeit von Heino Speer</title>
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          <author/>

          <title>1485 :: Anweisung des Verhaltens vor Gericht.</title> (<publisher>Marx
                        Ayrer</publisher>, <pubPlace
            corresp="marcrelator:pup">Bamberg</pubPlace>,
                        <date corresp="dcterms:created" when="1485">1485</date>) <biblScope/>
          <ref target="https://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00034112/image_5">Digitalisat BSB München</ref>. </bibl>
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      <editorialDecl>

        <p>Quelle: Anweisung des Verhaltens vor Gericht. Bamberg: Marx Ayrer mit Typ. des
                    Johann Sensenschmidt (1485). Siehe das <ref target="https://inkunabeln.digitale-sammlungen.de/Ausgabe_A-645.html">Vollkatalogisat BSB München</ref>.</p>
        <p>Bei der Transkription wurden Abkürzungen ohne weitere Kennzeichnung aufgelöst.
                    Der Volltext soll eine les- und durchsuchbare Textfassung bieten, aber keine
                    diplomatisch genaue Umsetzung der Vorlage. Da das Faksimile parallel dazu
                    geschaltet werden kann, steht der Blick auf das Original schließlich jederzeit
                    zur Verfügung.</p>
      </editorialDecl>
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      <projectDesc>
        <p>Teil von <ref target="info:fedora/context:repat" type="context">repat</ref>
        </p>
        <p>Das Projekt archiviert die digitalen Quellen zur österreichischen und deutschen
                    Rechtsgeschichte in der Frühen Neuzeit, die Heino Speer seit 2007 gesammelt
                    hat.</p>
      </projectDesc>
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        <prefixDef ident="marcrelator" matchPattern="([a-z]+)" replacementPattern="http://id.loc.gov/vocabulary/relators/$1">
          <p>Institutionelle und Personale Rollen taxonomie</p>
        </prefixDef>
        <prefixDef ident="dcterms" matchPattern="([a-z]+)" replacementPattern="http://purl.org/dc/terms/$1">
          <p>Datums Taxonomie</p>
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      </listPrefixDef>
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      <langUsage>
        <language ident="de">Deutsch</language>
        <language ident="la">Latein</language>
      </langUsage>
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                <ref target="info:fedora/context:repat.quellen" type="context">Quellen</ref>
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                <date type="dcterms:temporal" when="1485">1485</date>
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        <head>Anweisung des Verhaltens vor Gericht (1485)</head>
        <div xml:id="NA.1">
          <div xml:id="NA.1.0">
            <p>
              <pb facs="https://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00034112/image_5" n="5" xml:id="S.5"/>
                            Ein vorredt die do machet die horer. als herren richter vnd ein gantze
                            gemein bequem tzu horen. mercken. vnd tzu einer gutlichen auszlegung.
                            antreffen auf das mererst gerichtes handel. vnd wirt geteilt in
                            sechszerley als hernach volget.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1">
            <p>Zum ersten also mag man horen machen wen wir geloben das wir wellen reden
                            von grossen dingen. von ungewonlichen dingen. von newen vnd treflichen
                            dingen. von dingen die do nutz sindt der gantzen gemein. oder dem
                            richter. oder sein freunden. von dingen die do nutz sindt tzu
                            geistlichen sachen. zu erung des vntodlichen gotes. aber bit die horer
                            das sie vleisziglich auf horen. vnd wen wir auszlegen vnser sach in
                            einer genanten tzal do von wir werden reden.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.2">

            <p>Zum andern gutig tzu machen den horer. Merck dy person dauon rede sol
                            werden. Merck sein kunst ob er doctor sey. oder sunst ein vernunftiger
                            mensch. Merck sein sterck mit der er dem richter gedinet hat. oder
                            gedinen mocht vnd dar tzu seinen freunden. Merck die ding dy do nutzlich
                            sindt gewesen der gemein. dem richter oder seinen freunden. Merck <pb
                facs="https://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00034112/image_5" n="6" xml:id="S.6"/> ob
                            er do redent ist hab an ym ein gebrechen der do tzu erbarmen sey das er
                            an dem selben doch kein schuld hab. Als wer er von purgschaft wegen von
                            seinem gut tzu armut komen oder wer beraubt worden vnd ob im sein gut
                            ertruncken wer oder verbrunen. oder von anders vngluckes wegen. vnd auch
                            ob er von kranckeit wegen sey arm worden. oder beraubt seiner gelider
                            vnschuldiglichen. vnd auch ob er sunst so alt sey worden. vnd ob er
                            beraubt sey seiner kinder vnd weibes vnd ander seiner gutten
                            freundt.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.3">
            <p>Zum dritten merck das wider dy wider partey. merck ob du deiner
                            widerpartey mugest machen dz ir der richter. oder der verhorer feint
                            sey. so sag was er hab gethan. hoffertiglichen neidiglichen. poszlichen.
                            vbermudlichen dem richter oder seinen freunden oder ander gutten lewten.
                            Merck ob du in verschmecht mugest machen so sag das er vnkunstlichen
                            sey. vnd das er faul sey. vnd das er vnkeusch sey. oder vnrein sey.
                            Merck ob du mugest machen dz im der richter oder der verhorer neydisch
                            wer.</p>

            <p>So sag das er meer tzuuersicht in seinem grossen gewalt in seinem grossen
                            reichthum. <pb
                facs="https://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00034112/image_7" n="7" xml:id="S.7"/> Jn
                            seiner grossen behendigkeit. in seim grossem geschlecht vnd geselschafft
                            do mit er maindt dem richter vnd yderman zu widersten vnd vnrecht zu
                            recht machen. vnd gerechtigkeit zu vngerechtigkeit machen.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.4">
            <p>zum virden mag man mercken auf den richter ob er ein frumer man sey. von
                            weiszheit. von vnuertzagheit. von messigkeit. von rechtigkeit. vnd ob er
                            ein guten leymadt hab.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.5">
            <p>zum funfften merck von der sach die du furlegen pist dem richter. vnd das
                            man gutte hofnung hab zu dem richter das er in gerechtigkeit beweisz.
                            das du dein sach lobest vnd sagest das vil gutz der gemein dem richter
                            vnd sein freunden dar ausz kum. vnd das du scheldest die sach deiner
                            widerpartey.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.6">
            <p>zum sechten sol man den richter also machen aufhoren. das man lobe die
                            sach. vnd sagest die grossen frucht die dor ausz kum dez richter oder
                            seinen freunden. vnd schendt die sach deiner widerparttey. vnd sag das
                            dem richter vnd der gemein grosz schade vnd schandt dar ausz komen ist
                            das sein sach vndergetruckt werde.</p>
          </div>
        </div>
        <div xml:id="NA.2">
          <div xml:id="NA.2.0">
            <p>Ein meinsterlichs heimlichs vorwort yn <pb
                facs="https://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00034112/image_8" n="8" xml:id="S.8"/>
                            dreyerley weisz vermerck hernach volgen.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.2.1">
            <p>zum ersten mag man zorn in freunschafft verliern. Als wen man verwandelt
                            dy person als wen man nem fur ein vnbehegliche person ein freuntliche.
                            Vnd wen man fur ein vnbehegliche sach ein beheglich sach neme. Ein
                            verwanlung in ernstlichen schimpff. so sol er heimlichen schenden vnd
                            das sol er thun mit bewerten worten.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.2.2">

            <p>zum andern mal wie der richter meisterlichen sol getzogen werden von
                            gelubnusz die gemacht ist ausz gab oder andern dingen das er das
                            tzweiffel vnd nicht glaub. Das man lob den richter das er nicht palde
                            glaub vnd das er nicht verkeren lasz durch briff oder droung. durch
                            hasz. oder neide. vnd wy es anders gescheen mocht. Vnd das der redner
                            das meld dz er nicht meer begert den dz die wyderpartey ir sach
                            ertzelten dy sie doch sunst heimlichen in den wickeln sagen. die er all
                            well wider werffen vnd zerbrechen. vnd wen er im etlich zerbricht so sol
                            er lachen vnd sprechen das die sein grost vrsach sein. vnd in honlicher
                            gestalt beweyszen. Vnd das er sag das er vil vrsach hab die er lang
                            nicht sagen mocht doch <pb
                facs="https://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00034112/image_9" n="9" xml:id="S.9"/>
                            wel er zwu oder drey sagen der kleisten. vnd ob es not wurd so wel er
                            sagen die nymant wyderwerffen mug. vnd das er merck wo er in fahen mug
                            in seiner rede oder wortten.</p>
            <p>Also solt du reden peyspil. fabel. oder lecherlichs ding die frolichs
                            gemuet bringen. zum ersten den horern darnach im vnd seinen
                            mitsachern.</p>
          </div>
        </div>
        <div xml:id="NA.3">
          <div xml:id="NA.3.1">
            <p>Etlich redt werden durch lere willen die sindt vierley. Die ersten sind
                            war vnd die gescheen sein vnd die heyssen hystorien vnd sein lang von
                            vnser gedechtnusz.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.3.2">
            <p>Die andern sein nicht war noch mugen war gesein die doch haben einen
                            hubschen anfanck vnd ein posz endt vnd die sein nutz dz man sie lere dy
                            edlen dz sie sich nit vberheben dz sie haben ein guten anfanck. wan offt
                            ein gutter anfanck hat ein posz endt vnd heissen hoflich mer.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.3.3">

            <p>Die dritten sindt die nicht war sindt noch sein sie gleich der warheit
                            vnd das gescheen mag vnd haben ein schnoden anfanck vnd ein gutz ende.
                            vnd das ist tzu gehilff dem gemein volck das am anfang offt vngelucklich
                            ist vnd ein gutz ende nympt. <pb
                facs="https://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00034112/image_10" n="10" xml:id="S.10"/>
            </p>
          </div>
          <div xml:id="NA.3.4">
            <p>zum virden du solt am nesten an heben vnd nicht an dem ferdersten vnd sag
                            sie miteinander vnd mach nicht darausz vil stuck.</p>
          </div>
        </div>
        <div xml:id="NA.4">
          <div xml:id="NA.4.0">
            <p>Ob wir wellen reden das vnser sach ein furganck hab. vnd die ander
                            vndergetruckt werdt dar zu gehoren drey ding.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.4.1">
            <p>Das erst das sie kurtz seyn von worten. du solt sagen das nach geschen
                            ding dar in man vil vorgeschens dings mag mercken. vnd du solt nicht
                            vnutz sagen. vnd wen du ein sach anfegst so solt du nicht dar von vallen
                            bisz das ein ende hat.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.4.2">
            <p>Vnd das ander das dein redt clar sey. vnd nicht verporgens vil hab. vnd
                            solt nicht vnderwegen lassen das do notturftig sey. vnd du solt nicht
                            reden mit vngewonlichen wortten. vnd dy do seltzsam seindt. vnd du solt
                            nit verworne redt machen. vnd solt nicht setzen wort die hin hinder
                            gehorn erfur setzen. vnd du solt auch reden als das gesetz der natur vnd
                            der gewonheit vnd sitten heyschen oder erfordern.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.4.3">

            <p>Und das dritte das dein redt als scheinberlich sey. als war sie ist. vnd
                            das musz man <pb
                facs="https://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00034112/image_11" n="11" xml:id="S.11"/>
                            beweisen. ausz der menig der person. Steet. zeit. vnd andere
                            vmbstendt.</p>
          </div>
        </div>
        <div xml:id="NA.5">
          <div xml:id="NA.5.0">
            <p>Merckung der sach do von man nicht die warheit wais sunder newr ein
                            bedunckung. Merck ob im ein hofnung sey tzu gewinnen von der sach die do
                            gescheen ist. vnd auch ob im hofnung sey tzu gewinnen gut von der
                            gescheen sach wegen. Vnd auch merck ob im hofnung sey tzu gewinnen von
                            der gescheen sach wegen etwas wollustiges.</p>
            <p>Merck auch ob er do mit etlich tzukunftig schandt vnderkomen hab. vnd ob
                            er etlich schandt ytzunt vnder kum dy im sunst geschee. Vnd auch ob er
                            etliche bekumernusz do mit hab vnderstanden die sunst geliden mocht
                            haben.</p>
            <p>Merck auch sein leben ob vor ein ruff von im sey gewesen von solcher
                            schandt kleiner oder grosser wegen.</p>
            <p>Vnd merck ob es ein ander an in gethan mocht haben. vnd merck ob es ein
                            ander an in als wol mocht haben gethan.</p>

            <p>Vnd du solt mercken ob er mer tzuuersicht kunst vnd mechtigkeit setzt in
                            den richter wan in ander lewt. <pb
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            </p>
            <p>Merck die tzeit vnd merck die stat vnd merck die vrsach vnd merck ob er
                            ein hofnung hab gehabt das es verswigen pleib. vnd merck auch was vor
                            dem geschehen sey mit worten oder mit wercken. vnd auch was geschehen
                            sey do die sach geschach. vnd auch was geschehen sey do die sach gesehen
                            was. als merck was er geredt hab oder wo er hin gegangen sey. vnd merck
                            wen man ym die sach saget. ob er icht rodt oder pleich werde. vnd ob er
                            seine wort verwandel. vnd ob er hab gepeten das man ym nicht thun. vnd
                            ob er etwas geben wolt das man in nicht fur recht wendet. vnd merck auch
                            ob etlicher von einem cleinern arckwan vnd gleich sey gepust worden vnd
                            gemartert. Vnd man sol mercken die zeugen ob man ein poszen arckwan von
                            im hab. Als wern sie freundt oder gesellen. vnd auch ob den zeugen
                            etlicher nutz dar ausz kum. Du solt auch mercken auff die briff ob sie
                            durch locheret sein. vnd auch ob das sigel nicht dar von sey. Vnd auch
                            ob die briff wider einander sein. vnd auch ob die tzeit als die briff
                            geben sindt geleich sagen.</p>
            <p>Du solt mercken ob es vermert sey vnder <pb
                facs="https://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00034112/image_13" n="13" xml:id="S.13"/>
                            dem volck. wen man spricht was vnder der gantzen gemein tzu rat geth das
                            ist war.</p>
          </div>
        </div>
        <div xml:id="NA.6">
          <div xml:id="NA.6.0">
            <p>wilt du enden ein sach die einen vrsprung hat ausz dem gesetz oder das
                            geleich ist dem gesetz das wirt tzu sechszmalen.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.6.1">
            <p>Ersten wen einer nympt fur sich das gesetz als das lautet. der ander den
                            syne des gesetz Einer die schrift der ander die meinung der schrift</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.6.2">
            <p>zum andern mal wen sich bede partey setzen in gesetz die dz lauten als
                            sie wyder einander wern.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.6.3">
            <p>zum dritten wen ein wort in dem gesetz zweyrley auslegung hat. vnd ein
                            partey helt ein auslegung. die ander die andern auslegung.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.6.4">
            <p>zum virden. wen etlich geschrift ist zweiffelheftig. vnd ein partey nymbt
                            ein syn daruon vnd die ander den andern syn.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.6.5">
            <p>zum funfften. wen sich einer setzt in die gesetz als gleich geschriben
                            ist vnd nicht achtung hat auff die meynung. vnd der ander setzt sich auf
                            ein vnderschidung der richter.</p>
            <p>wen sich einer setzt in ein geschehens vrteil das dez geleich ist oder
                            dem widerwertig ist die sach dy er vnderhanden hat.</p>
          </div>
        </div>
        <div xml:id="NA.7">
          <div xml:id="NA.7.1">

            <p>Gerichtliche sach eine ist von totlicher missetat. die ander von
                            purgerlicher. Die erst <pb
                facs="https://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00034112/image_14" n="14" xml:id="S.14"/>
                            geschicht mit dyberey. morderey. verreterey. vngehorsamkeit. Also sol
                            man sich des entschuldigen. wen einer dz vergicht vnd wegert genade. wen
                            er nit gewiszt hat dz ein myssetat ist geweszen. oder sprech esz sey im
                            ongeuer gescheen vnd nit ausz poszheit. oder ausz innigkeit. oder
                            notturfftigkeit die do tzu brechen dz gesetz. Auch wen er dz vergicht
                            vnd meint er habs rechtlichen gethun. so musz der richter den mercken ob
                            esz recht oder gewonlich sey. vnd auch nit sey wyder die geschrift. noch
                            wyder die gotlich gerechtigkeit. Vnd auch wen er bekendt die missetat
                            vnd gibt einem andern dy schuld der im darzu geratten hat vnd auch der
                            in dar zu genott hat. wenn er vntter zweyen poszen eins hat mussen thun
                            vnd het er des nicht gethan so het er ein poszers mussen thun vnd sol
                            sprechen er hab wol gethan wan vntter zweien poszen dz mynst ist dz
                            pesser</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.7.2">
            <p>Die ander purgerlicher sachen gescheen mit kauffen. verkauffen. vnd mit
                            purgschaft dz man teglich vber las ich von kurtz wegen ansten.</p>
          </div>
        </div>
        <div xml:id="NA.8">
          <div xml:id="NA.8.0">

            <p>Da solt du mercken wie du dein sach bewern solt vnd den richter zornig
                            machen wyder dein wyderpartey. <pb
                facs="https://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00034112/image_15" n="15" xml:id="S.15"/>
            </p>
          </div>
          <div xml:id="NA.8.1">
            <p>zum ersten merck wie geschriben recht vnd gotlich recht vnd gesetzt der
                            fursten solich posheit verdammen.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.8.2">
            <p>Merck tzu dem andern mal war vmb der richter gesetzt sey dar vmb das er
                            die poszen pussen sol.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.8.3">
            <p>zum dritten wie des richters eldern haben gehabt so grosse sorg das die
                            gerechtigkeit wurd behalten. vnd ander vnser grosz sorg gemynnert.
                            Merckt auch wie etliche wurden gepust durch kleiner poszheit vnd sunde
                            willen. vnd etliche durch einer grossern poszheit dauon weres gar
                            vnrecht das man die poszheit liesz vngerochen. vnd darnach sag ein
                            exempel wo solch poszheit sey vngerochen belyben. wie so grosz schadt da
                            von sey komen der stat vnd der gantzen gemein. Vnd sag wen der richter
                            ein vrteil welt geben do mit die posheit nit gepust würd so wel ein
                            ander der die posheit auch thet das selb vrlaub auch haben.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.8.4">

            <p>Du solt auch mercken das er esz nicht hat gethan ausz innigkeit noch
                            vngeuerlich sunder ausz vmeszner sunderlicher poszheit vnd vbermud. vnd
                            sag wy die poszheit gar ein grosse sund sey wyder ander sund so solt du
                                [<ref target="https://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00034112/image_16">Faksimile</ref>] etlich nennen. vnd solt sagen das einer von
                            kleiner poszheit vnd sunde gepust werde darumb vil mer sol er gepust
                            werden von der sund wegen die wol grosser ist. vnd sol sagen dz ein
                            vngewonlich sund vnd poszheit sey zuhandeln</p>
            <p>Sag dz die poszheit kum ausz andern vil poszheitten. dauon ist esz gut dz
                            sie am ersten vnderstanden werde.</p>
          </div>
        </div>
        <div xml:id="NA.9">

          <p>Also solt du machen dz sich der richter vber dich erbarm. Merck wanlung
                        seines gluckes. Auch dz er alweg bereit ist gewest mit sein dinsten in
                        vergangner zeit. Merck auch dz du sagst dz im vil poesz hinfur werd kumen
                        ist dz im ytzundt nit geschech parmhertzigkeit. vnd sol ertzelen etlich
                        posze ding die im werden kumen. vnd merck dz er alweg vntterthan ist gewest
                        seinen obersten. merck auch was poszer ding mochten gescheen dem richter vnd
                        der gemein. ob man im nit parmhertzigkeit wolt beweyszen dz man sy doch
                        beweisz seinen kinden. weyb oder eldern. auch wan er lang zeit in vngluck
                        vnd armut ist geweszen darumb im auch parmhertzigkeit sol beweist werden.
                        das er hinfur nit mocht gar vngeduldig werden. <pb
              facs="https://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00034112/image_17" n="17" xml:id="S.17"/>
          </p>
          <p>zum letzten merck ein yder in im selb wenn er were in solcher trubsal. so
                        wolt er doch dz im wurd beweist parmhertzigkeit. Also sol man im auch
                        beweiszen als einer wolt dz im geschech.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.10">
          <div xml:id="NA.10.0">
            <p>Merkung hernach volgende die nutz sein zu ratten vnd myszratten.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.10.1">
            <p>zum ersten solt du mercken ob durch rat den du gibst werde vntterkumen
                            schade der sunst kunftig wurd ytzundt. auch ob der stat ausz dem rat den
                            du gibst grosz sterck vnd tugent mocht entspriessen. Man mag sagen dz
                            daruntter kum gros gelt vnd ander nutze in mancherley form vnd gestalt.
                            merck auch wie du dadurch vermerst vil poslistigkeit vnd ander vil
                            betrubnus der menschen. Du solt auch ertzelen die eigenschaft die zu
                            gehorn einem weysen der sei dreyerley als hernach begriffen. merck auch
                            die eigenschaft eines gerechten mans. Du solt furbas vleisig mercken was
                            zu gehort einem vnuertzeglichen man</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.10.2">

            <p>Die erst eygenschaft was nutz vnd vnnutz sey wan durch ein klein schaden
                            den man gedult kumen gros nutz. vnd vnterstunden durch ein klein nutz
                            komen grosz schand vnd scheden. <pb
                facs="https://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00034112/image_18" n="18" xml:id="S.18"/>
                            Das er etlich geleichnus sage die gescheen sein. das er von den sachen
                            die ytzundt verhanden sein mugen desterpasz ertzelen erklern.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.10.3">
            <p>Die drit eigenschaft das er ertzel etliche eigenschaft vnd exempel die
                            gescheen sein die dem geleich sein vnd sag wie es mit den selbigen sey
                            ergangen. das er dem vnschuldigen vnd armen barmhertzigkeit beweisz das
                            er den genade thue nach dem vnd sie verdint vnd verschuldt haben. Das er
                            auch die vngerechten vnd vbelthetter peynig pusze vnd straffe vmb ire
                            myszhandelung das er auch die gelubnusz rechtlich gethan altzeit sey
                            halten.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.10.4">
            <p>Das er hanthabe gut sytten. gesetze. geselschaft vnd auch freunschaft
                            gemutes vnd handels gen got vnd dem nechsten menschen.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.10.5">

            <p>Das er auch durch keiner sach willen noch durch gelt. gunst. nutz. durch
                            eynicherley schaden. geistlich lewt als brister witiben vnd waysen.
                            spital vnd ander goteszhewszer betrueb das er grossen dingen sey
                            nochuolgen so wirt im got beystandt thun vnd dz gluck vnd sol
                            verschmehen klein vnd schnode ding auch nicht abtretten von trawrigen
                            sachen. vnd sol sich frewen das er durch solcher sache <pb
                facs="https://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00034112/image_19" n="19" xml:id="S.19"/>
                            willen als durch gerechtigkeit sol sterben vnd ein vnuerzeglich man sol
                            sich nit nottigen lassen das er von seinem ampt sey vnd durch warheit
                            sol er kein feintschaft furchten vnd sol auch streitten durch seines
                            herren lande seinen erbteyll vnd freunde willen. Das er nicht tzu
                            vnkeusch sey noch weger tzu vill geltz oder etlicher eyttler ere sunder
                            newr alsz uil als im das gepurdt nach seinem tode. Vnd ein ytzlicher sol
                            sich lassen benugen an den eren die im zugehoren. vnd sol sich nicht
                            hoher machen den nach dem als er ist. wan in der widerwertigkeit wirt
                            bewert der meszig oder weisze man.</p>
          </div>
        </div>
        <div xml:id="NA.11">
          <div xml:id="NA.11.0">
            <p>Ob du einen loben oder schelden wollest so hebe am ersten an von
                            auszwendigen dingen. darnach von inwendigen dingen.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.11.1">
            <p>Von auszwendigen dingen. Besich ob er von guttem geschlecht seij. zum
                            andern ob er einen gutten nomen hab. zum dritten ob sein vatter ein
                            frumer man sei oder von Elichem stame geporen sei. Darnach ob er ausz
                            einem gutten lande sei. Auch merck wie er von iugendt auff ertzogen sei
                            worden.</p>
            <p>Vnd furder ob er wolhabent vnd reich sei. <pb
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                            Vnd auch ob er gewaldig sey. Auch ob er grosse ere vnd gunst hab. Merck
                            auch ob er vil freuntschaft hab. vnd ob er vil gut geselschaft hab. Auch
                            ob er vil freundt von gepurt hab. vnd auch ob er vil von getrewen
                            nachtpawern hab. vnd ob er behendt sey. vnd ob er hubsch vnd schon
                            sey.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.11.2">
            <p>Von inwendigen dingen.<lb/> zum ersten merck ob er ein ratgeber sey.<lb/>
                            zum andern ob er gut gedancken hab.<lb/> Darnach ob er ein gutz gewissen
                            hab.<lb/> Vnd ob er weysz sey. vnd ob er meszig sey. vnd ob er gerecht
                            sey. vnd ander der gleichen magstu vleissiger wol finden ausz
                            disen.<lb/> 1485 </p>
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