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[In dem Namen]
[88, 1] der heyligen unnd ungescheiden trivaltigkeyt
seliglichen
amenn / von gnaden gottes wir
philips pfaltzgrave by ryne hertzog in beyern
des
heiligen römischen rychs ertzdruchses und
kurfurst haben betracht das wir von gott
un
serm schöpffer gewirdigt sin anndern menschenn
fur zu sin / den zu herschen / sie
auch zu schuten
unnd schirmen / unnd dabey den fridden zu buwen /
des wir sovil uns
gott gnad verlihet emssiglichen
[88, 10] gesehen und erfunden wollen werden / als wir
gott
unnserm schöpffer rechnung darumb thun sollen
und wann aber alle ordenung und
fridelich same-
lung flusset unnd gefestet wirdet ursprunglich
uß der gerechtigkeyt
und in alle weg als zu hoffen
ist unnser geschefft / dester glucklicher ergeen
sollenn / so wir gericht und recht hanthaben
und meniglich / die des by unns
notturfftig
sin / des bitten unnd begerenn recht ergenn
lassenn unnd zu fridden
helffen / so dretten
[88, 20] wir hiemit inn die fußstaffen unnser elternn
die des
ein erlich lop hinbracht hann und
sind auch der selben neygung wo sie es gelassen
hand unnd besunder der hochgeborn furst
unnser lieber vetter und vatter pfaltzgrave
friderich seliger / der des ein schrifftlich ordnung
gebrucht hat an zufahen und haben
dem all-
mechtigen gott zu lob / dem gemeinen nutz zu
furderung unnd besunder
unnsers furstenthums
der pfaltzgraveschafft land luten unnderthon
[88, 30] und
zugewanten prelaten graven hernn ritter
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knechten edeln unedeln rich unnd armen / das
einem yeden furderlich recht gedihen
und widder
faren möge / unnser hoffgericht geoffent und
besetzt und des ein ordenung
mit zittigem treffen-
lichem ratt / nach unnser selbs besten verstentnis
unnd auch
unnser pfaltz gelidder gelerten und leyen
geistlicher und weltlicher rete furgenomen die
also
verstiglichen zu halten und zuhanthaben unnd
schaffen gehanthabt und gehalten
werden wie es
[88, 40] von puncten zu puncten wort zu worten hernach-
volgt wir
setzen orden wollenn und meynenn
auch in crafft diß brieffs das unnser erbenn
pfaltzgraven by ryne welicher der kurfurst
ist / solich hoffgericht halten haben und
hant-
habenn das truwelich mit reten und personen
gelerten unnd leyen / dar zu
tuglich unnd besund
die leyen / von der ritterschafft unnsers fursten-
thums darzu
ordenen und also besetzen und beharen
soll als das yetz angefangen und inn ubung ist
/
[88, 50] damit wir unser erben die kurfursten sindt be-
laden innmaß wir uns des
beladen hannde als
sie des auch ere lop unnd nutz entpfahen wollenn
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Zum ersten wollen wir das unser hoffgericht
zu vier malen im iar gehalten werden
solle
das erst uff den nechsten gerichts tag nach
unser lieben frauwen tag zu latin
assumptio
genant angefengt werden das ander uff den
nechsten gerichts tag nach aller
heyligenn
tag das dritt uff den nechsten gerichtstag
[89, 10] nach dem sontag
invocavit das vierde und
letst uff den nechsten gerichts tag nach dem
sontag
trinitatis zu den vier obgemelten
zyttenN1 sollen alle sachen
/ die fur unser hoffge-
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richt zu rechtfertigen angenomen werden
rechtlich gehandelt und ein gerichts tag
nach
dem andern gehalten und also eins yeden iars
inn zu kunfftigen zyten gehalten
werden / on
underlaß / so lang sich das geburt nach dem
der sachen vil oder lutzel
sint doch das sich
[89, 20] keyn hofegericht uber viertzehen tag verziehe /
es hett
dan merglich ursach / mag das ein
tag zwen oder dry erstreckt werden ungeverlich
Item es soll auch ein iglich unser hoffgericht zu den
obgemelten vier getziten im iar
furgang han
unnd on merglich grob ursach nit uffgeslagenn /
oder verrugt werden es
begebe sich dann / das nit
sachen verhanden an den rechttag gesetzt wordenn
[89, 30]
weren und als dan soll doch solich hofegericht
nit dester mynder zu andern zyten sinen
fur-
gang han und gehalten werdenn
Item wan rechttag gesetzt werden / die sollen von
anbringen der parthyen und sunder
redelich
ursach nit geandert oder uffgeschlagen werden /
es geschech dan durch
richter unnd rete in sytzen
dem rechten / oder das wir solichen uffschlag
[89, 40]
teten merglicher redlicher ursachen halb und
solich uffschlagen beyden parthien zuvor
zy-
tlich verkunt wurde und keyner parthy in
sunderheit zu gut geschee
Item wan rechttag also gesatzt werden sollenn
das soll gescheen durch unser
hoffmeister und
cantzler / oder ander unser rete zu yeder zytt an
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ir statt sin.N2 Und sollen die selben rechttag
[89, 50] nit lychtiglich und
unbetrechtlich gesatzt sundern
angesehen und betracht werden / ob soliche sachen
an
andern enden / als fur den amptluten unnd
in den ampten dar inn die gehorn oder an denn
| Seite Fol.90| gerichten inn den die guter gelegen / oder an andern
enden fuglich
ußgericht werden mochten als dann
solten sie dahin auch solich sachen wysen und
nit
vor unnserm hoffegericht ußgetragen werden
darumb sollen unser hofemeister cantzler
und
ander rete / dar zu an ir statt geordent / uffsehen han
und flyß thun was
cleyner lychter sachen sint an
den nit vil gelegen ob sie die mit glympff und fu-
gen entschlagen / und die von unserm hoffgericht
[90, 10] abewysen mogen doch das nyemant
dar inn ver-
kurtzt werde / oder anders gehandelt / dan nach ge-
burlicheyt
N3
Item sollen unser hoffemeister cantzler und
ander rete in allen sachen / die uff uns
und
unser rete zu ußtrag gebotten und uffgenomen
werden rechttag bescheiden und
setzen lassen /
fur unser hofegericht es wer dan das sie be-
[90, 20] ducht groß und
gestalt der sach erfordert / daz
wir es selbs in eygner person / oder durch un-
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sern sunderlichen richter und rete verhoren
solten oder wan wir uns inn sunderheyt
/
ettlicher sachen beladen und uff uns nemen /
als dan sollen und mogen sie ußwendig
der zytt
des hofegerichts wie obgemelt ist rettag fur
uns / oder unser richter und
rete / die wir zu yed
zytt / dar zu ordenn werden setzen lassenn doch
das solich
tagsatzung ußwendig unser hofe-
[90, 30] gerichts vermitten werde so ferrner das mit
eynichem fug oder glympff gesin mage
Item zu eyner yeden zytt solich unser hofegericht
gehalten werden soll / an unser
statt ob wir
selbs nit zu gegen sin / ein richter uß unßn
retenn geordent werden /
der an unser statt
unnd in unserm namen / das hoffgericht
besitzen und des
getruwlich und flyssiglich
[90,40] warten und dem fursin und alles das han-
deln und
thun soll / das eynem richter nach
wysung der recht oder sunst nach gewonheytt
und
herkomen der lande und besunder unsers
furstenthums der pfaltzgraveschafft by
ryne
von ampts wegen zu thun geburtt.
Item soll auch der obgedacht unnser hoffrichter
mit unnsern reten / die wir in
nachfolgender
[90, 50] maß ime zu orden und zu yeder zytt zu
ime setzen werden
ernnstlich daran sin / dz
fur dem rechten / sittigkeyt gebrucht unnd
| Seite Fol.91| ungestumigkeit vermitten werde von den
parthyen iren fursprechen auch
den umb-
stendern und ein parthy die ander so ir ge-
burt ungehindert reden lasse
auch alle
schellt und schmee wort zum rechten not-
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turfft der Sachen nit dienen deßglich
uberflussig und schuertzig teyding abge-
stalt werden / so best das gesin mag
N4
Item es sollen auch by dem obgemelten unserm
hofrichter zu yeder zytt des hofgerichts
/ als
ob geschriben stett zu recht sitzen und recht
helffen sprechen sechs rete /
der uff das myst
zwen oder drey doctores oder licenciaten sin
sollen / die in allen
hofegerichten by dem genan-
ten unserm hoferichter sitzen und wie sich in
recht
geburt handeln sollen und ine zur zytt
des hofegerichts on merglich treffenlich ur-
[91, 20] sach nit erlaubt oder ander ende geordent
werdent
Item sollen auch zu den obgenanten unserm
hoferichter und sechs reten zu yedem
unserm
hofgericht beschryben und gesetzt werdenn
noch sechs / oder uff das mynst
vier rete / den ob-
gemelten andern reten in recht helffen han-
deln wie sich nach
herkomen und gewonheyt
unsers hoffegerichts geburt die wir auch zu
eynem yetlichen
hofegericht ernuwen und an-
[91, 30]dern mögenn / nach unser gelegenheyt und
gefallenn
Item invocavit von sieben biß zu eyffen vormittags
nach mittag von eyni biß zu funffen
oder zwischen
funffen und sechßen ungeverlich
[91, 40] Item trinitatis vor essens von sechßen biß
zu nun dar nach von zwolffen biß zu
funffen
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Derglichen zum hofgericht assumpcionis marie
Item zu aller selen tag vor essens von sieben biß
zu zehen dar nach von eym biß zu
viern
oder biß das man die liecht uffzundet
Doch so stett es zu unser hoferichter
und reten anderung nach gestalt und ge-
legenheyt der sachen
Item wollen wir auch das die vorgenanten
unser richter und rete / die unser
hofegericht
besitzenn nyemant sinen tag vor dem gemelten unßm
hofegericht leysten /
helffen sollen es be-
scheche dan mit unsermN5 besundern gunst
wissen
und willen
Item orden wir auch ob sich zu zyten bege-
benn wurde / das einer uß den
vorgemelten
[91, 60] unsers hofegerichts reten uß ursach nit sprechen
wolt oder yme
zu sprechen nit geburt inn sachen
die vor hofegericht gehandelt werden / daz er
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N6
| Seite Fol.92| dann auch nyemant inn der selben sach in den
reten underricht auch nit
inn der underrede
sy / so die urteil gefaßt wirtt
N7
Item ob sich begebe das die sachen in recht groß
und mercklich auch treffelich
personell als
fursten graven und hern beruren werendt
und gelegenheyt der sachen
erfordert wolten
[92, 10] wir uns selbs zu solichen rechttagen müssigen
oder unsern
hofemeyster cantzler mar-
schalk faut zu heydelberg und ander
unser
rete / die wir by uns teglich inn unsem hofe
gebruchen auch zu solichen sachen
orden
und bescheiden damit und by zu sin und
thun als ander unser richter und rete
N8
[92, 20] Item es sollen auch unser hofemeyster cantzler
marschalck und ander unser rete
die teglichs
by uns sin uff gesumen und erfordern des egenanten
unser hoferichters
iren ratt mit teylen oder
so es die notturfft und gelegenheyt der sachen
erheischt
wie obgemelt ist / me rete zu den
obgestympten hoferichter und reten von un-
sernt
wegen beschrieben und ine zu bescheiden
N9
[92, 30] Item wann die parthyen die Sachen zu recht ge-
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satzt haben und die parthyen mit sampt den
umbstendern usgangen sin so soll der
richter
underrede thun und einen yeden ratt / nach
dem andern fragen sin meynung zu
erken-
nen geben doch unbeschlußlich wes er meynt
recht sin sollt und soll yeder
ratt / den andern
guttlichen nach der ordenung uß reden lassen
und dar inn nit
hindern / byß er sin meynung
zu erkennen geben hatt und als dan so mogen
[92, 40]
sich die rete gutlich underreden und eyner dem
andernn zu luterung der Sachen inn sin
fur-
nemen reden und darnach soll der richter umb-
fragen enntlich alle rete was
yeder zu recht
sprechen will der glich er auch sprechenn
soll zu letst und
beschliessen und was dar
inn ir aller / oder des mererteyls recht spruch
sein wirdet
/ by dem soll es beliben der uff-
getzeichent und der urteile brieff daruber be-
gryffenn werdenn
Item wan die Sachen zu recht gesetzt sin sollen
auch richter und rete nit von ein
komen / der
| Seite Fol.93| rechtspruch sy dann zuvor beschlossen es begebe
sich dann / das richter
und rete inn der sach me-
rers rats pflegen wollen / das mogen sie thun
und sollen
die sachenn nit sunder redelich ur-
sachen ungeendet uffgeschlagen / oder angehenckt
werden und soll der rete keyner vom rechten
geen / ee der ußspruch geschicht es werde
im
dan vom richter erleubet ursachen halben
Item sollen richter und rete keyn parthy warnen
oder melden in dhem wise zuversten
geben
vor oder nach auch wan die sachen zu recht ge-
satzt waz zu recht gesprochen
sy / oder versehen-
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lich zu recht gesprochen werden soll so
lang biß die urteile geoffent wirt uff daz
kein parthy fur der urteile furteile / oder
geverde suchen möge
Item uff das unser hofegericht dest uffrechter
und on allen argwon von meniglich
ge-
halten werden moge so soll ein hoffrichter
und iglicher urteilsprecher der nu
furbaß
inn unnserm hofegericht sitzen und urteil
sprechen wirdet dissen
nachgeschriben
puncten und artickel geloben und schweren.
ItemN10 das eyn yede nach verhorung der sachenn
so er recht sprechen soll und
wirdet inn so-
[93, 30] lichem rechtspruch / alleyn gott fur augen haben
unnd nach
der parthyen furbringen und siner
gewyßheyt recht sprechen woll / nach siner
vernunfft und besten verstentnis glich dem
armen als dem richen und sich dar inne
halten
unparthylich und glichN11 und solichs nit lasß
wolle umb hasse
gunst forcht schenck myet
eigen nutz oder icht daz die gerechtigkeyt ver-
keren mag
in maß er am furderlichstenn
dem strengen richter gott dem almechtigen
[93, 40]
antwort darumb zu geben pflichtig sy /
und darinn gebruchen keynerley geverdeN12
| Seite 81|
Item orden und setzen wir daz nun hinfur
zwen schriber uff das hofgericht warten
sollen der ein uff zu schriben und der ander
zu lesen die sollen auch geloben und
schwe-
ren als hernachgeschriben stett
N13
Ich N gelobe und schwere alle gerichts hendel
brieff register kuntschafft und ander /
dz
inn schrifften in recht furbracht und inge-
legt wirt getruwelich und mit flys by dem
| Seite Fol.94| gericht zuhalten und bewaren auch sunst waz
in recht gerett wirt
getruwelich uff zuschribn
und mich dar inn glych und unparthylich halten
keynem
teyle mer dann dem andern zu legung
thun inn dem uffschriben oder lesen unnd wez
also in gericht gelegt oder uffgeschriben wirt keiner
parthy / oder yemant von iren wegen
ubergeben
offen lesen / hören / oder abschrifft davon wer-
den lassen es wer dann
zugescheen von richter
[94, 10] und reten erkant oder ein parthy / daz der andern
mit wissen willen und in irem bysin verhing
und zugeb. Und das ich keyner parthy
noch
sunst yemants urteil oder meynung die gefaßt
und noch nit offentlich
ußgesprochen sint offen
oder abschrifft davon geben und das ich heim-
lichkeit des
rats und wie sich richter und rete im
urteilsprechen halten ewiglich verschwigenn
und daz nit lassen umb haß / nyde lieb gunst
schenk miet oder keyner andern sach willen
[94, 20] alles ungeverdeN14
| Seite 82|
N15
Ich N globe und schwere das ich mynem gne-
digen hern pfaltzgraven und kurfursten
/
getruwe und holt will sin / siner gnaden
schaden warnen fromen und bestes
werben
alle gerichts henndel brieff register kunt-
schafft und anders das inn
schrifften in
recht furbracht und ingelegt wirt / getruwe-
[94, 30] lich helffen
bewaren und by dem gericht
zu behalten auch getruwelich und unparthy-
lich zu lesen
/ keynem teyle me dan dem andern
inn dem lesen / oder sunst zulegung thun und
mich
flyssen verstentlich und wol zu lesenn
und keinerley geverde dar inn zugebruchen
auch keiner parthy oder yemants von irent we-
gen des das in gericht gelegt ist /
ubergeben offen
horen / oder abschrifft werden lassen davon es
wer dan zugescheen
vom richter und retenn
[94, 40] erleubt oder daz ein parthy / dz der andern mit
wissen willen und irem bysin verhing und
zugebe und das ich keyner parthy / oder
sunst
yemants urteile oder meynung die gefaßt und
noch nit offentlich sin / offen
oder abschrifft
davon geben und daz ich auch heimlichkeytt
des rats und wie sich
richter und rete im urteil
sprechen halten und waz yetlicher sprech / oder
gesprochen habe ewiglich verschwigen und
daz nit lassen umb lieb leid gunst schennck
[94, 50] miet oder keynerley ander sach willen auch
keyn schenck miet oder mietwan nemen
von
solicher sachen wegen inn dhein wise unnge-
verlich
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Item waz geistlicher Sachen in recht an un-
serm hofegericht furbracht werden / die
selbn
sachen sollen an geistlich gericht mit recht
gewiesen werden es wer dan / das
sich die
| Seite Fol.95| parthyen verwilkurt hetten in sachen darumb
sie das thun mochten / des
rechten / fur unserm
hofegericht zu sin ungeverlich
Item waz sachen ligend guter antreffen an unserm
hofegericht furbracht werden sollen
an die gericht
dar inn die guter gelegen sint / mit recht gewiesen
werdenN16 es wer dan das sich die parthyen verwil-
[95, 10]
kurtt hetten / ein ander fur unserm hofegericht
des rechten zu sin doch dz solich wilkur
inn
cleynen sachen / die under zweintzig gulden sint
nit angenomen oder tag darumb
gesetzt werden
sollenn.
N17
Item was lehen sachen in recht an unserm hofe-
gericht furbracht werden / die den
grund unnd
ursprung der lehen beruren und zwyfel haben
[95, 20] dermaß ob die lehen
verfallen / oder verwirckt
sin oder wer der nechst erbe sy wer die entpfahen
und ob
die inn gemeynschafft oder inn sunderheit
entpfangen und getragen werden / oder wem
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die geluhen werden sollen als dann sollen
die selben sachen fur den lehenherren
oder die
lehen mann / wie sich geburt gewisen werden /
ob aber eyner sins lehen guts
mit gewalt
beraupt oder entsetzt / oder ein lehen mit be-
willigung lehenhern
verussert wer uber
[95, 30] solich entwerung und entsetzen auch ob
die verwilligung
krafft haben solt auch
berurn erschienen nutzung der lehen guter /
einer dem andern
entwert hett oder ime
verschrieben werN18 daruber soll
unser hoffe-
gericht auch erkennen und rechtsprechen
doch unvergriffen dem lehenhern
an siner
gerechtigkeytt des eygenthumbs und manschafft
Item wan auch die parthyen in sachen lehenn
berurn wilkurlich und mit willen des
lehen-
[95, 40] hern sich begeben / fur unser hofegericht zu
komen recht darumb
zunemen so sollen die
sachen nit gewisen sunder gesprochen werden
ItemN19 wan wir uff ersuchen beyder parthyenN20 recht-
tag setzen lassen erschynt
dan der antworter
uff dem gesatzten tag und der cleger nit / leßt
auch ehafft nit
furbringen / der inn recht
[95, 50] gnug ist so soll dem antworter dann siner
gehorsam ein urkund gegeben werden das
er dem rechten gehorsamlich erschienen sy /
und gewart habe und daz furter die heupt-
sach in recht nut zugelassen werde dem
| Seite 85|
antworter der gehorsam gewest ist / sy dann
zuvor sin kuntlicher cost und schade
gekeret /
den er des tagwartens genomen hat und das
| Seite Fol.96| auch der cleger zuvor gelobt hab daz er dem
rechten gehorsam sin will
doch her inn vor-
behalten ob ein ancleger ußbliben wer und
darnach keme fur gericht
in rechtlicher zytt
ungeverlich und erschint ehafft sins usbelei-
bens der zu recht
gnug wer / das soll im rechten
zugelassen und verhort werden und darub
auch gescheen
waz recht wirt denn egenanten
costen und schaden antreffen wie dan solichs
[96, 10]
der nechst obgemelt punckt von dem ancleger
ußwyßt.
Belipt aber der antworter ußN21 und erschinet nit /
leßt auch kein ehafft
furbringen / der im rechten
genüg und die ungehorsam nit offenbare ist
und am tag
lyt so mogen unser richter und
rete so sie des billich dunckt einen andernn
rechttag
erkennen und erschinet als dann
der antworter aber nit so wollen wir dem
cleger
beholffen sin zu sinem rechtenn
[96, 20] dem antworter in der selben sach nit geleit
geben / oder schirm gescheen lassen / unnd
gestatten / dz der cleger uff des
antworters
guter mit recht clagen möge inn allen unßn
gebieten und gerichten und ob
der selb antworter
von dem cleger mit ußlendigen gerichten
furgenomen wirdet so
wollen wir den
innhalt unser fryheyt nit widerheischen
ItemN22 so beide parthyen uff den erst gesatzten
tag
erschinen in recht / der cleger sin forderung und
[96, 30] der anclagt sin
antwort dut inn der heupt-
sach mit ja oder neyn und mit recht eynander
| Seite 86|
tag erkant wirt und uff dem selben andern
tag der cleger erschinet und der
antworter nit /
oder der antworter erschint und der cleger nit /
welicher also
erschint und das ander eehafft
sins usbelibens der zu recht gnug ist nit
furbracht
wirt der mag syn gerechtigkeyt
kuntschafft und anders in recht furbringen
und
darlegen und soll als dann uff solich sin
[96, 40] furbringen gescheen was recht ist inn
der
heuptsach
N23
Item soll umb allen costen und schaden hinfur
an unserm hofegericht erkennt
werden
wie recht ist.
[96, 50] Item nach dem wir billich geneigt hillfflich
und furderlich sin sollen das
solichem so
mit recht von unsern richter und reten oder
dem mererteile gesprochen /
davon nit appel-
liert wirtN24 nachkomen werde so wollen wir
| Seite Fol.97| den jhennen die solichem rechtspruch nit nach-
komen widder den selben
rechtspruch keynerley
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hilff schirm oder bystant thun / auch kein ge-
leit oder trostung geben / oder
gedihen lassen
inn unsern landen und gebieten. Wir wollen
auch die unsern und der
wir mechtig unnd
uns underworffen sint ernstlich darzu halten /
das sie den urteiln
nachkomen und gnüg thun /
die sie an unserm hoffgericht verlorn unnd
[97, 10] nit
davon appelliert haben darzu wollen
wir auch gonnen das die jhennen die an unsßm
hofgericht verlustig werden wann sie die ur-
teil in crafft komen lassen und der nit
gnüg
thun / mit uslendigen rechten furgenomen
werden und sust gestatten wie solich
recht-
spruch und wz mit recht erlangt ist innbracht
werdenn mag
[97, 20] Item nach dem appellirn und beruffen itzt fast
gemeyn und die appellacion und
beruffung
zu memaln frevenlich sunder redelich
ursach bescheen da durch rich und
arme
zu zyten beschwert werden darumb orden
und setzen wir auch / das ein yetlicher
der
sich fur unns als den land und kurfurstenN25
berufft und appellirt das sich desselbenn
appellacion nit angenomen noch inn
der
sach rechttag gesetzt werden sollen fur unser
[97, 30] hofgericht es sy dan der
selb der appellirt
hat zuvor den zweintzigisten teile des die sach
darumb appellirt
werde ist inn unnser cantzly
ingelegt werde / daruff dan rechttag gesetzt
werden
sollen geweindt er dan durch die
appellacion die heuptsach mit recht so soll
yme
solichs / dz er hat ingelegt wider werden
| Seite 88|
ist des nit / so soll solichs gelt unser cantzly ver-
fallen sin auch mogen unser
hofmeister und
cantzler / die gemelt pen meren / nach eygen-
[97, 40] schafft der
personen / ob die licht oder zu hade-
rung geneigt sin nach irem wilkur.
Item ob aber yemant wer der wer frevenlich
und mutwilliglich on redelich ursach
und
beschwerde von unsern / oder unsern richter
und reten rechtspruch / appelliren
wurde
der selben appellacion soll nit geacht noch
zu gelassen / oder der deferiert
sunder volfaren
[97, 50] und der rechtspruch gehanthabt werden als
obgerurt.
Daruff so ordenn und setzen wir welicher
von uns oder unsern hoferichter und
reten
appellirt so der selb zur zyt der verkundigung
siner appellacon uns oder dem
gemelten un-
serm richter solich appellacon inn eigner p[er]son
| Seite Fol.98| nit verkunden kan / das der selb sin appellacon
unserm hofemeister
cantzler oder prothonota-
rienN26 verkunden
mag welichem er will /
den wir an dem ende fur unsern richter orden
und setzen in
crafft disser schrifft der als dan
so er erfordert wirt applos geben moge
N27
Item ob yemant von unserm hofgericht an uns
| Seite 89|
[98, 10] appelliern wurde solicher appellacion wollen
wir uns nit annemen und die
fur uncreff-
tig und nicht halten.
Wir wollen auch als obgemelt ist das cleyn
lycht sachen / die under zweintzig
guldenn
sint / durch appellacon an unser hofgericht
nit bracht noch angenomen werden
sollen
sunder wan sich begibt / das in solichen
cleynen sachen under zweintzig
gulden
antreffen in unserm furstenthum appelliert
[98,20] wirt wollen wir dz ein
yetlich solich appellcon
fur unsern amptman under dem sie geschicht
bracht werde der
als dan von unser und ampts
wegen macht habenn soll / die parthyen fur
sich
bescheiden und in die appellacon zu se-
hen die beswerde od er eynich in dem urteyl
find hin zulegen abzustellen und die parthien /
ob ime das volgen wolt gutlich
zuvertragen
[98, 30] und so er beswerde in der urteil findt und die
gutlich nit
abgeteidingen kan / die sach der
appellacon fur des gerichts / davon appellirt
ist /
oberhofe wysen wo er aber fund / das fre-
venlich und mutwilliglich appelliert wer /
dem der appelliert hett by einer zimlichen pene
uns unableßlich zu geben by gesprochener
urteile
zubeliben / zugebieten uff daz die appellaciones
in cleynen und lychten
sachen nit zugemeyn
und auch die armen nit zuvil durch appelliern
[98, 40] beschwert
werdennN28
| Seite 90|
Uff das geverde in dem anbringen der appellacon
sachen vermitten und furkomen werde
orden
und wollen wir / so einer der sin appellacon
anbrocht und furgeben hatt / das
die sach der
appellaconn uber zweintzig gulden ist / das
[98, 50] der selb sovil in
unser cantzly verfallen sin /
und geben soll was die sach darumb er appelliert
hett
under zweintzig gulden antrifft / er gewinn
oder verlier die sach es hang dan daran / das
eyne
sin ere und glimpff antreffen und wo sich erfind
| Seite Fol.99| in volnfurung der appellacion sachen das
der zweintzigist teile nit
gnugsam ingelegt
ist / wollen wir / dz inn der selben sach still-
gestanden und nit
ferrer procedirt werd /
so lang biß die inlage gentzlich geschicht wie sich nach anzale
der sach geburtN29
Item als nach ußwysung der recht von eynem
[99, 10] ende urteile mit munt und on alle
schrifft
appelliert werden mag so der richter der die
urteile gesprochen hat noch
zugericht sitzt
orden und setzen wir das im hinfur in
unserm furstenthum ein
yetlicher der fur
uns oder unser hofgericht appelliern will /
so es ein end urteil
antrifft / solichs tun
mag in obgeschriebener maß mit lebendiger
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styme und mag sich desN30 bezugen mit
dem
gericht / auch mit den umbstendern / das er
[99, 20] damit dem richter und
parthyen verkund
woll han also das ime nit noit sy darnach
mit notarien und gezugen
zu appelliern
oder die appellacion zuverkunden und ap-
postell zu heischen und
darumb wollen
wir auch / das solich appellacoes an unßm
hofgericht angenomen werden
sollen / die als
obgemelt von end urteiln und inn sitzendem
gericht gescheen und das
die gericht vonn
den also appelliert wirt under irem sigell
[99, 30] oder sust / so
sie eigner sigell nit han under
andernn glaubhafftigen sigeln erkennen /
das wie
obgerurt ist appelliert syN31
Item alle gesprochen urteile daruber brieff ge-
geben werden die selben urteil sollen
under
unserm hofgerichts insigel ußgeen unnd
richter und retenn in den urteils
brieffen
benant werden als von alterher unnsers
[99, 40] hoffs gewonheyt gewest ist
es hett dan
ursach darumb das nit geschee
Item wan urteil an unserm hofegericht ge-
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offent werden welich parthy dan der
urteil brieff begern und doch die in zitt
so inen bestimpt oder an unser cantzly
thurN32 offentlich verkunt wirt / oder inn
achttagen
ungeverlich darnach nit lö-
[99, 50] senn so wollen wir uns der selben par-
thyen
nit mer bekommern noch im rechten
annemen / oder ander rechttag setzen lasß
so lang
biß er solichen brieff erloßet des
glych soll es gehalten werden mit abscheiden
| Seite Fol.100| verkunden commission und anderm / das inen
die parthyen begern zu
machen und das nit
lössen doch wollen wir das die parthyen
inn unnser cantzly umb
die urteile urkund /
oder ander gerichtshendel nit beswerd sunder
die selben brieff
sollen ime umb ein zimlich
gelt gegeben und dar inn angesehen werden /
ob die sach
groß oder cleyn ob lang oder kurtz
[100, 10] inn gericht gehandelt sy / und soll auch
da
by gelegenheitt der person und sach ange-
sehen werdenn.
N33
Item wan die sachen weytleuffig sin oder vil
kuntschafften gefurt / oder auch sunst
vil
schrifft gelesen das noit ist sollen die par-
thyen nit versumpt werden / das
inen
dan uff ir erfordern zu ir beheltnis ab-
[100, 20] schrifft werden wan dan die
widerpar-
thy die es fordert mit sinem rechten be-
helt abschrifft des bylegens
notturfftig
sin so sollen inen die puncten us den brie-
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fen und zugnis die sie fordern und zu den
sachen diennend ußgezeichent gegeben
wer-
den doch das man sich des ungeverlich bruch.
Item wan yemant an unserm hofegericht
[100, 30] kuntschafft erteilt und eins
commissarien
noit ist der soll inen offentlich vor hofe-
gericht und in bysin des
widerteils fordern
und benennen und ist der selb dem wider-
teile verdechtlich und
des ursach furbringt
mög er sin inrede darinn thun und als
dann soll und mag inen
unser hofrichter
einen geben den sie schuldig sin uffzune-
men wer es aber ußwendig
der zytt des
hofegerichts so soll solichs gescheen durch
[100, 40] unsern hofmeister
cantzler oder ander rete
die wir dazu ordenN34 uff das nyemant an
sinem rechten deshalb
verhindert oder
verkurtzt werde.
Item es soll kein fursprech das wort fur
unserm hofgericht zu thun zugelassen
werden / er sy dan zuvor von unsernn
wegen zugelassen uffgenomen und das
er dissen
hernachgeschriben eidt gethon
[100, 50] habe
Ich N globe und swere das ich den parthyen
der sach ich mich annemen in den
selben
sachen mit gantzen und rechten truwen
| Seite Fol.101| meynenn und die sach im rechten nach mynem
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besten verstentniß den parthyen zu gut fur-
bringen und handelnN35 auch darinn keynerley
falsch noch unrecht wissentlich bruchen
das
ich auch mit der selben myner parthy keinerley
furgeding oder furwort machen
darumb
ich ein teil von der sach / darumb die parthy
die in recht steet warten sy
auch heimlicheit
und behellff / so ich von der selben parthy
[101, 10] vernemen oder
nach underrichtung der sach
von mir selbs vermercken werde der parthy
zu schaden
nyemant wissentlich offenbaren
darzu auch die parthy uber den sollt unnd
lon der mir
inn anfang des rechten verspro-
chen wer nit meren oder mit andern ge-
dingen
besweren oder höhern will und ob
des solds und lons halben zwischen der par-
thyen
und mir irrung oder spenn ent-
stund / des will ich beliben by dem hoferichter
[101,
20] und reten oder wem der hoferichter das uß den
reten befelhen wurde und wie sie mich
dar-
umb entscheiden will ich es da by beliben lasß
unnd benügig sin auch der sach
so ich ange-
nomen hab on redelich ursach / und des rich-
ters erlaubung mich nit
entschlagen sunder
der parthy zu gut zu endung des rechten ge-
truwelich handeln in
dissn dingen alle ge-
verde und arglist gentzlich ußgescheidennN36
Es soll auch kein parthy ober ein geswornen
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fursprechen in einer sach uffnemen oder be-
stellen uff das die ander parthy auch
moge
fursprechen bekomen und das dar inn kein
geverlichkeit gebrucht werden möge /
soll
kein fursprech einicher parthy in ir sach
raten / die selb parthy die inen umb
rat er-
sucht woll in dan zu fursprechen in der
[101, 40] selben sach uffenemen
Und das armuthalben nyemants verkurtzt
oder rechtloß gelassen werde so soll unser
hofe-
richter so zu zyten ist oder sin wirdt / die sachen
der armen die ir armut mit
iren eiden / ob
der gesunnen wurde erwyßten / den fur-
sprechen entpfellen inen on
solde zu raten
und zu reden und welichem fursprechen
[101, 50] solichs befohlen wirt
soll schuldig und pflich-
tig sin by pene entsetzung sins ampts / die
sach on
widerrede wie vorgemelt antzune-
men doch so soll unser hoferichter / ob der
sach me
dan ein wurde die glych under die
fursprechen teilen alles ungeverlich
| Seite Fol.102| ob aber yemants ein eigen frembden redener mit
ime brecht oder ob ime
yemants selbs sin wort
im recht thun wolt / soll ein yeder macht han
Ich N globe und schwere daz ich alletagbrieff und
[102, 10] wes mir des hofegerichts
halb in schrifften be-
fohlen wirt / getrulich verkunden und uberant-
worten will
wohin mir das zu thun befolhen
und sich geburen wirdet und des getruwelich
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meldung tun zu yeder zytt wann und wem
ich solichs thun soll und dar inn kein
gever-
licheit gebruchen auch umb nyemants willen
lassen auch nit anderst furbringen
noch
sagen dan wie sich die ding begeben haben /
sunder alle geverde
Uff das durch vermischung der rede der sachen
nit verhinderung nach dem richter und
reten
unverstentnis gemacht werden so wollen
wir das nit meen dann zwo oder dry sach
un-
geverlich uff ein mal furgenomen unnd
wann die zu recht gesetzt werden das
alßdann die
parthyen ußgeen und die urteil gefaßt und als
bald offentlich
ußgesprochen werden sollen es
[102, 30] wer dann das richter und rete wyter bedachts
und
rats dar inn notturfftig wern / des mogen sie tun
von eynem hofegericht biß zum
andern / oder
kurtzer nach gestalt und gelegenheit der sach ungeverlich
Item wollen setzen und orden wir das diß unser
hofgerichts ordenung zu ingang yedes
unsers
hofegerichts zuvor ee eynich sach gehort wirt
[102, 40] dem hoferichter und
reten furgelesen werden
soll / das sie in guter gedechtnisse belibe unnd
sich der
keyner / durch Unwissenheit entschul-
digen möge
Item wir sollen und wollen auch selbs dar an sin
das alles und igliches herinn gemelt
gehalten
und voltzogen werden und heissen und gebieten
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auch unserm hofemeister und cantzler mar-
[102, 50] schalk und vogt zu heidelberg
prothonotarien
und andern secretarienN37 yetzunt oder nachmals
| Seite Fol.103| sin werden das sie flyßiglich und getruwelich
daran da by und mit sin
sollen und wollen
so ferre an inen ist oder sin mag das allem
und iglichem
obengemelt ist uffrechts unnd
stracks on enderung gehalten und volnbracht
und wo
sie das nit gethun konnen und doch
des innen wurden und des zu underrichten
und
erinnern
Item wir behalten uns auch möge und macht
diß unser hofegerichts ordenung und satzung
oben begriffen zu meren zu myndern zu lu-
tern zu bessern auch zu andern wan
uns
das fuglich sin wirt das wir doch nach treffen-
lichem unser rete geistliche und
weltliche
nit thun wollen diß ordenung soll auch unß
lepttag lang gantz uß flyßlich
gehalten und
voltzogen inn dem vertruwen wan wir nit
[103, 20] mee sin unser erben
pfaltzgraven by rhine unß
gut meynung herinn bewegt angesehen sollen
der glych und
bessers auch thun werdenn
Item alles und iglichs obgemelt ist soll von uns
und allen den unsern uns gewant sin
solichs
beruren mag uffrechts stracks und erber
glich sunder alle ußzug und geverde
gehal-
tenn werden uff das unser gut meynung
dar inn nach komen und darus solich
ende fol-
gen die gerechtigkeytt desterbaß gefurdert und
[103, 30] das unrecht
nidergelegt werde zu lob und ere
dem allmechtigen gott der diser ordenung
und
furnemen seliglich und fruchtbarlich
durch sin hilff volbringen lassen woll.
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