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        <title>Steirischer Landlauf</title>
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        <title ref="http://gams.uni-graz.at/repat">Repertorium.at - Archiv des Repertoriums
          digitaler Quellen zur österreichischen und deutschen Rechtsgeschichte in der Frühen
          Neuzeit von Heino Speer</title>
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          <title>Das ist der lanndlauf von Steyr der gewondlichen recht, die man täglichen
            wanndelt.</title> In: <series>Steiermärkisches Landrecht des Mittelalters.</series> (<publisher/>
          <pubPlace corresp="marcrelator:pup">Graz</pubPlace>
          <date when="1875">1875</date>) <biblScope from="75" to="175">75-175</biblScope>
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      <editorialDecl>
        <p>Transkribiert wurde der reine Text aus der Ausgabe von <ref
            target="http://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drw-cgi/zeige?index=siglen_mit_faks&amp;term=steirlrbischoff&amp;firstterm=steirlrbischoff">Bischoff</ref>. Auf die Übertragung der inhaltlich wertvollen Anmerkungen wurde
          verzichtet, um einen leicht lesbaren Text herzustellen. Im Interesse der Volltextrecherche
          über Suchmaschinen wurden Vokale mit übergeschriebenem Circumflex ohne das diakritische
          Zeichen transkribiert, vor allem, da Bischoff die unterschiedlich verwendeten
          diakritischen Vokale auch um der besseren Lesbarkeit willen vereinheitlicht hat (<ref target="http://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drw-cgi/zeige?index=buecher&amp;term=steirlrbischoff&amp;seite=g066-067">Bischoff S. 67</ref>).</p>
      </editorialDecl>
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        <p>Teil von <ref target="info:fedora/context:repat" type="context">repat</ref>
        </p>
        <p>Das Projekt archiviert die digitalen Quellen zur österreichischen und deutschen
          Rechtsgeschichte in der Frühen Neuzeit, die Heino Speer seit 2007 gesammelt hat.</p>
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          <p>Institutionelle und Personale Rollen taxonomie</p>
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          <p>Datums Taxonomie</p>
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      <div xml:id="NA.0">
        <head>Das ist der lanndlauf von Steyr der gewondlichen recht, die man täglichen wanndelt.
          Das sünd die hofftading von Grätz.</head>
      </div>
      <div xml:id="NA.1">
        <head>Art. 1. Des ersten vmb gewalt.</head>

        <p>Wan ainer fürpot gesambt hat vmb ain gwalt und zeucht er den gwalt enen selber, der den
          gwalt than hat, so muess der fürpot sagen, das der clager vm den gwalt an den antwurter
          zeucht. Vergäss der clager des, das er im das fürpot nit schrib, das er den gwalt an den
          antwurter zug, so mocht der clager den antwurter nicht geaidingen. <pb
            n="76" xml:id="S.76"/>
          <pb n="77" xml:id="S.77"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.2">
        <head>Art. 2. Item von fürpot.</head>
        <p>Es antwurt ainer nuer als sein fürpot sagt.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.3">
        <head>Art. 3. Item von gwalt.</head>

        <p>Wer also nicht lat vmb gwalt, so muess der clager hinz dem antwurter bewären, vnd der
          clager ist selbdritt. Die muessen iedlicher ainen aydt schwören vnd nach dem aydt sein
          gewissen sagen. Empfelt der dreyer ainer, so mag der clager nit verrer ziechen vnd ist der
          antwurter entbrosten. <pb
            n="78" xml:id="S.78"/>
          <pb n="79" xml:id="S.79"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.4">
        <head>Art. 4. Gewalt.</head>
        <p>Wann der antwurter engegen ist, so zeucht der clager wol an im selb vmb ain gwalt. Ist er
          nit entgegen, so mag er in nit geaydingen, es sag dann sein fürpot, so aydigt er in wol,
          er sei entgegen oder nicht.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.5">
        <head>Art. 5. Auf drit tag (clagen).</head>

        <p>Wann ainer clagt sein driten tag in hofftäding vnd ist der antwurter entgegen, so muess
          der clager den zeugbrief haissen lössen, der im des andern hoftaidings gegeben ist, das
          der antwurter hört, was man hinz im spricht. vnd antwurt der antwurter doch nuer als sein
          fürpot fordert, vnd muess der clager alle tag zeugbrief nemen. <pb
            n="80" xml:id="S.80"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.6">
        <head>Art. 6. Wann man ainem ain gelt anbehabt mit recht.</head>
        <p>Wann der clager dem antwurter ain gelt anbehabt mit recht, so geit der richter dem clager
          prüef oder poten, die dem clager benennent, auf wew der clager weist, des in des gerichts
          pot gewaltig macht. So das ist, das der clager pfand hat, so muess der clager dieselben
          pfand für gericht tragen vnd muess fragen, wie er mit dem pfand farn soll. Was dem clager
          dann ertailt wird, da muess der clager aber des gerichts brief vber nemen vnd muess der
          prüef sagen, was ime des tages ertailt wurd. Dieselben prüef die haissen prüef, die man
          geit vber die gueter, die für gericht getragen seindt.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.7">
        <head>Art. 7. Von gemainen vrtail.</head>
        <p>Wann ainer fragt vmb ain gemain vrtail, was nun dem ertailt wird, da niembt er auch des
          gerichts prüef vmb; dieselben prüef haissen prüef, die man vber gemain vrtail geitt.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.8">
        <head>Art. 8. Von brüeff, die dy schrann zu Grätz geit.</head>

        <p>Vierlay. Die ersten prüef haissen fürpotbrief, die andern brüef haissen zeugbrüef, die
          dritten haissen <pb
            n="81" xml:id="S.81"/> prüef vber furgetragene gueter, die vierten
          haissen prüef vber gemain vrtail. Die vierlai prüef geit die schrann zu Grätz von dem
          hofftäding.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.9">
        <head>Art. 9. Von gemainen brüeffen.</head>
        <p>Darzue gehören auch ander prüef, geschäftbrief, spruchbrief, vrtailbrüef von landvolckh.
          Wer die brüef recht fertigen kann, vnd wol in nimbt vnd recht versteet, der füegt wol der
          schrann da zu Grätz; wann sy geit die prüef vnd hat ieder brüef sein sonder recht.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.10">
        <head>Art. 10. Vrtail tragen für das recht.</head>

        <p>Wann ainer ainem andern ain vrtail für das recht traid, so muess der dy vrtail fürtraid
          des andern prüef haben, der die vrtail bei im gesambt hat, vnd muess der prüef sagen, das
          der man dy vrtail fürtrag mit vollem gewaldt in allem dem rechten, sam ener selbs da wär.
          Ist die vrtail ienem geuallen, der <pb
            n="82" xml:id="S.82"/> ir gedingt hat, oder ist sy
          verlorn, des ist er vnentgolten, der dy vrtail enem für hat getragen, wiewol der prüef
          sagt, er ste zu uerlust vnd zu gewin; es get alles auf enen, der ir gedingt hat zu schaden
          oder zu frum.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.11">
        <head>Art. 11. Weysung.</head>
        <p>Wann ain man weisen soll da zu Grätz, so muess er des gerichts potten haben, der do
          weissen soll. Das ist vberall recht.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.12">
        <head>Art. 12. Vrtail.</head>
        <p>Wann man vrtail dingt vnd wann dy vrtail hin vnd herwider kombt, so soll man nach der
          vrtail richten, vnd sünd die ersten rechten alle ab.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.13">
        <head>Art. 13. Von gwalt.</head>
        <p>Ain gwalt ist hart zu wern, wann der clager sagt selbs. <pb n="83" xml:id="S.83"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.14">
        <head>Art. 14. So man ainem an recht nimbt.</head>
        <p>Was ainer dem andern nimbt an recht, das zeucht der clager wol an den antwurter selbs
          dritt. Empfellt der dreier ainer, so ist der antwurter emprosten. Vordert der clager den
          antwurter nit mit dem fürpott mit recht, so mag er in nicht aidingen.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.15">
        <head>Art. 15. Von vrtail.</head>
        <p>Wer ainer vrtail dingt, der sols ienem khundt machen vnd empieten, wan er schreiben
          will.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.16">
        <head>Art. 16. Von gelub.</head>

        <p>Wann ainer den andern anspricht vmb ain gelub, vnd das der clager hinz dem antwurter
          bewärn will, so mag vmb die gelub niemant zeug sein, denn die dabei gewessen sein. <pb
            n="84" xml:id="S.84"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.17">
        <head>Art. 17. Von vrtail.</head>

        <p>Wann paid vorsprechen ertaillent, so mag man woll vrtail gedingen ee man vber den dritten
          khombt. <pb
            n="85" xml:id="S.85"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.18">
        <head>Art. 18. Von gwalt.</head>
        <p>Vmb ain gwalt mag ainer nicht dingen.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.19">
        <head>Art. 19. Von gemain vrtail.</head>
        <p>Wann ainer fragt vmb gemain vrtail da zu Grätz, des geit man nicht ain zeugbrief, es sei
          dan ener hingegen.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.20">
        <head>Art. 20. Von clag aufgeben.</head>
        <p>Es mag niemant sein clag aufgeben, es sei dan der antwurter entgegen. <pb n="86" xml:id="S.86"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.21">
        <head>Art. 21. Von geding.</head>
        <p>Es mag niemant gedingen, es haben paid ee ertailt, der antwurter vnd der clager.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.22">
        <head>Art. 22. Von vrtail.</head>
        <p>Ain vorsprech soll ain vrtail fürlegen vnd nicht zway.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.23">
        <head>Art. 23. Von vrtail.</head>
        <p>Es soll niemant zway vrtail miteinander dalegen.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.24">
        <head>Art. 24. Von gwalt.</head>
        <p>Behabt man zwaen ain gwalt an, die muessen baidt puessen. <pb n="87" xml:id="S.87"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.25">
        <head>Art. 25. Von gewalt oder an recht.</head>
        <p>Wenn ainer spricht, er hat mir das genomen mit gewalt oder an recht, so muess der
          antwurter wissen, wo das geschechen sei.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.26">
        <head>Art. 26. Von prüef laden.</head>
        <p>Wer mit brieuen latt, der muess mit zeugprüefen war machen vmb sein täg.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.27">
        <head>Art. 27. Vmb gewalt.</head>
        <p>Vmb ain gewalt muess man antwurten auf den andern tag.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.28">
        <head>Art. 28. Von zeugen.</head>
        <p>Auf ain nicht mag niemant ainen zeugen stellen. <pb n="88" xml:id="S.88"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.29">
        <head>Art. 29. Von zeugen sag.</head>
        <p>Wess sich der man vermisst zu bereden, das muessen die zeugen sagen, als es der vorsprech
          dargelegt hat. Sagens ains worts minder, so sind sy des nicht gestandten.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.30">
        <head>Art. 30. Von dingnus.</head>
        <p>Wer ain vrtail gedingt, all die weil sich dy vrtail nicht verganngen hat zu verlust oder
          zu gewin, so mag der man, der dy vrtail gedingt, kainer andern gedingen vnd ledig
          sein.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.31">
        <head>Art. 31. Von weisung.</head>

        <p>Wer auf ain weissung tädingt, da soll der clager albeg weisen lassen; wann der antwurter
          begert der weissung vnd nicht der klager. Davon muess der clager weissen. <pb
            n="89" xml:id="S.89"/>
          <pb n="90" xml:id="S.90"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.32">
        <head>Art. 32. Von schaden.</head>
        <p>Nimbt ain mensch ain schaden, den im ain ander mensch widerkehren soll, ist es ain
          iudenschaden, den er genomen hat, so muess er bewären, der denselben schaden genomen hat,
          mit ainem iuden vnd mit ainem kristen, ob man sein sonst nicht gelauben will.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.33">
        <head>Art. 33. Vmb schaden.</head>
        <p>Nimbt ainer schaden mit laissten oder mit zehrung oder wie der schad genannt ist, das
          nicht iudenschaden ist, das bewärt ain kristen hinz dem andern mit zwain khristen.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.34">
        <head>Art. 34. Juden bewärung.</head>
        <p>Was ain iud hinz ainem kristen bewären soll, da muessen auch vmb sagen iuden vnd
          khrissten. <pb
            n="91" xml:id="S.91"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.35">
        <head>Art. 35. Von steurern.</head>
        <p>Wittiben vnd khinder hinder zwelf iahrn, vnd narren, wie alt die sünd, vnd pfaffen vnd
          all geistlich leuth, es sein frauen oder man, der soll ain iegklichs ainen steurer haben
          vor dem gericht zu seinem vorsprechen, es clag oder antwurt.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.36">
        <head>Art 36. Von erbschaft.</head>

        <p>Was ainem menschen anerstirbt, ez sei aigen oder lehen, perkchrecht oder varund gut, das
          schol der mensch, dem ez anerstarben ist, nachsprechen ynner iars vrist, oder ez verieret
            sich.<pb
            n="92" xml:id="S.92"/>
          <pb n="93" xml:id="S.93"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.37">
        <head>Art. 37. Aysch haben.</head>
        <p>Ez schullen alle wittiben aysch haben nach irs manns tod vmb wew mans anspricht. Hat si
          aber selben icht gelobt pey des mannes lebentigem leib, oder hat si hernach icht gelubt,
          vmb wew si gelobt hat selben, da mag si nicht aysch vmb haben.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.38">
        <head>Art. 38. Zewgbrief furbot.</head>
        <p>Ez schullen all zewgbrief sagen als die furbot. <pb n="94" xml:id="S.94"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.39">
        <head>Art. 39. Von fürboten.</head>
        <p>Wer sich fürbots ausreden wil vnd gicht, im sey nicht fürgeboten, der schol dez ainen aid
          schweren, daz im daz fürbot ze haws vnd ze hof nicht komen sey.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.40">
        <head>Art. 40. Von furgeboten.</head>
        <p>Man gepewt oft den lewten für, das sew dahaim nicht sind.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.41">
        <head>Art. 41. Den mittern tag auf ze geben.</head>
        <p>Ez mag ain mensch, daz drey tag chlait, den mitterntag wol aufgeben; den ersten vnd den
          lesten mus ez selb chlagen.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.42">
        <head>Art. 42. Vrtail.</head>

        <p>Ez sullen all vrtail, vmb welleich sach man dingt, in achtagen werden furgelegt; in
          virczechen tagen schol mans verantwurten. Dingt man ir aber aus dem land, so schol mans in
            <pb
            n="95" xml:id="S.95"/> virczechen tagen furlegen, in sechs wochen verantwurten.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.43">
        <head>Art. 43. Vrtail.</head>
        <p>Ez sullen all vrtail ze rechten tegen hin vnd herwider chomen.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.44">
        <head>Art. 44. Zewgbrief.</head>
        <p>Man schol ze allen tegen zewgbrief nemen, die schullen geleich sagen.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.45">
        <head>Art. 45. Von zwain zewgen.</head>

        <p>Wann sich zwen zewgen vermessent, so leit in der pilleicher, der die gwer hat. Daz muz
          mit ainem anlangen zewgen geschechen. <pb
            n="96" xml:id="S.96"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.46">
        <head>Art. 46. Von gewalt.</head>
        <p>Ez mag vmb gewalt nymant gerichten, den der hawbtman in Steyr. <pb n="97" xml:id="S.97"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.47">
        <head>Art. 47. Von ehaft not.</head>
        <p>Wer antwurten sol auf ainen tag vnd mag er nicht geantwurten vor ehafter not, den muz man
          ehaft not ausreden, oder er nympt scheden.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.48">
        <head>Art. 48. Ansprach vmb erb.</head>
        <p>Spricht ain man den andern an vmb ain erb vnd enprist der antwurter dem chlager mit
          recht, der antwurter mag dem chlager nicht zugesprechen vmb den schaden, den der antwurter
          genomen hat mit zerung.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.49">
        <head>Art. 49. Das niemant sol stewrn auf dez andern scheden.</head>

        <p>Wann man ruft vor der schrann, das nymant stewr auf dez andern schaden, wer aftendez
          aufhabt oder dirtailt vngefragt, der schol dem richter püzzen vnd ainem seinen schaden
          ablegen. <pb
            n="98" xml:id="S.98"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.50">
        <head>Art. 50. Bewärung.</head>
        <p>Wer ainem zewgen pewt, da er mit bewären wil, den chan nymant vertreiben, an allein mit
          ainem anlangen vertreibt man dem chlager seinen zewgen vnd stelt der antwurter seinen
          zewgen dar, oder er zewcht ez an in selber.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.51">
        <head>Art. 51. Von geding.</head>
        <p>Nement zwen ain vnuerczogen tag, der mag dhainer gedingt werden, ez muz sich vergen dez
          ain tags.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.52">
        <head>Art. 52. Von geding.</head>

        <p>Wider brif mag nymant gedingen; waz man an ainen man selber zewcht, da mag er auch nicht
          vmb gedingen.<pb
            n="99" xml:id="S.99"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.53">
        <head>Art. 53. Von ainem vorsprechen.</head>
        <p>Nimpt ain mensch ain vorsprechen vnd sawmpt der vorsprech das mensch, ez nympt im mit
          recht ainen andern. Waz der erst vorsprech vertaidingt hat, das mag der lest herwider
          nicht pringen.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.54">
        <head>Art. 54. Ehaft not.</head>
        <p>Wer den andern ehaft not ausredet, der schol melden, was die ehaft not sey; so schol man
          fragen, ob ez ehaft not möcht gesein oder nicht.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.55">
        <head>Art. 55. Ain mensch antwurt auf den driten tag.</head>

        <p>Ez mus ain jgleich mensch antwurten auf den dritten tag; so soll der antwurter fragen, ob
          man in pilleich weisen sull in daz erb. Daz muz man tun; damit lengt man die täg.<pb
            n="100" xml:id="S.100"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.56">
        <head>Art. 56. Raitung.</head>
        <p>Wann man raittung ertailt vor der schrann, so schol man in achtagen raitten, in
          virczechen tagen wern.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.57">
        <head>Art. 57. Wer chlait.</head>
        <p>Wer zwen tag chlait vnd chumbt er nicht auf den dritten tag, so hat er die teg
          verloren.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.58">
        <head>Art. 58. Wer chlait.</head>

        <p>Wann ainer chlait dacz Grecz den ersten tag, so nympt er sein fürbot vnd ain zewgbrief,
          die sullen geleich sagen, vnd ladet ainen zeuerantwurten vber virczechen tag; so hat der
          antwurter zeit genug vber vir wochen, ob er wil. <pb
            n="101" xml:id="S.101"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.59">
        <head>Art. 59. Von zewgbrief.</head>
        <p>Wann der chlager seinen andern tag chlait, so pitet er newr gerichts, als sein zewgbrief
          sait; also tut er auch auf den dritten tag. Sagent die zewgbrief nicht geleich, so hat der
          chlager sein teg verlorn; der antwurter ist darumb nicht gar ledig.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.60">
        <head>Art. 60. Furbot vnd zewgbrief.</head>
        <p>Ez let der vorsprech den ersten tag mit worten für dez chlager recht; wie die ligent, so
          wirt dem chlager sein furbot vnd sein zewgbrief ertailt vnd gegeben. Aftendez den andern
          tag vnd den dritten pit der chlager newr gerichts, als sein zewgbrief sagent, vnd muz doch
          zu allen tagen zewgbrief nemen.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.61">
        <head>Art. 61. Chaim waisen.</head>
        <p>Man ertailt chaim waisen nicht ainen weiser, er sey dann hinder zwelf iarn. <pb n="102" xml:id="S.102"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.62">
        <head>Art. 62. Waisen.</head>
        <p>Ez haissent all lewt waisen, wie alt sew sind, die nicht vater vnd muter habent; darumb
          mugen sew nicht weiser gehaben, sie wären dann hinder zwelf iarn.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.63">
        <head>Art. 63. Haimsuchen.</head>
        <p>Wer ainem lawft an sein haws vnd vodert in heraus mit posen worten, oder ob er im
          aufstosset ain tür oder ain tor, das haisset allez haimsuchen.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.64">
        <head>Art. 64. Haimsuchen.</head>
        <p>Ain haimsuchen mus ain man pussen mit fünf phunden.<pb n="103" xml:id="S.103"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.65">
        <head>Art. 65. Daz ainer nimpt.</head>
        <p>Waz ain man dem andern an recht nympt, daz mus er im selb anders wider geben.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.66">
        <head>Art. 66. Bewärn.</head>
        <p>Ez mus ain ygleich man, der nicht zewgbrief hat, sein teg enfollen bewärn.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.67">
        <head>Art. 67. Vrtail.</head>

        <p>Wann man vrtail dingt, die schol man schreiben aus payder vorsprechen mund. Helnt die
          nicht geleich, so sol der richter, da der vrtail vor gedingt ist, drey oder fünf zu der
          vrtail schaffen, die dez tags vor gericht gewesen sind. Wem die merer volig gicht von den
          funffen, also sol man die vrtail schreibn. <pb
            n="104" xml:id="S.104"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.68">
        <head>Art. 68. Der antwurter mag den chlager nicht ansprechen.</head>
        <p>Der antwurter mag den chlager nicht angesprechn, er enprest im ee mit recht.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.69">
        <head>Art. 69 Vmb scheden.</head>
        <p>Ez mag nyemant gesprechen vmb den schaden, er hab das erkchen ee behabt. <pb n="105" xml:id="S.105"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.70">
        <head>Art. 70. Man schol mit furbot laden.</head>
        <p>Man mag nyemant sein gut mit frag anbehaben, man mus in mit furbot laden.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.71">
        <head>Art. 71. Man bewärt mit briefen.</head>

        <p>Wann ain man sein teg envollen bewärt mit briefen oder mit lewten, vnd ist der antwurter
          nicht enkegen, so geit der richter dem chlagen brief oder poten, daz der antwurter <pb
            n="106" xml:id="S.106"/> weren sol; ist aber der antwurter enkegen, so gert er wol
          weisung oder er dingt ainer vrtail.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.72">
        <head>Art. 72. Aigen oder lehen.</head>
        <p>Wann ain man ain aigen oder ain lehen verantwurt, mag der antwurter bewären, das ers jar
          vnd tag ynne hab gehabt vnuersprochen, so verantwurt es der antwurter nyndert dann im
          lanttayding, an der dienstherrn aigen, daz mag nicht in das lanttaiding, ob der chlager im
          jare im land gewesen ist.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.73">
        <head>Art. 73. Bewärn.</head>

        <p>Ez ist selten ain mensch ez reit oder get aus aim land in das ander. Wolt der chlager
          darumb sprechen, er wär ausserthalb dez lannds gewesen, ez muzz der chlager bewärn, daz er
          in der zeit in das land nye chomen sei. <pb
            n="107" xml:id="S.107"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.74">
        <head>Art. 74. Gewalt.</head>
        <p>Wann man ainem ainen gewalt anbehabt, der chumpt vmb zechen markch: die mus er dem
          hawbtman geben vnd enem wird sein gut selbanders hin wider ertailt.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.75">
        <head>Art. 75. Gewalt.</head>
        <p>Man mag vmb gewalt wol an ainen selben ziechen.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.76">
        <head>Art. 76. Vrtail.</head>

        <p>Wann man ainer vrtail dingt, die schol man schreiben fur den tag, vnd man ir gedingt hat,
          vnd sullen payd vorsprechen den tag nennen vnd auch nemen. Man möchtz auch dez tags wol
          tun, ob ez des chlager vnd dez antwurter wil war. Ist aber der ain vorsprech ain gast, daz
          er pey der schrann nicht gesessen ist, so schol man die vrtail dez tags schreiben; wann
          der gast leg vnpylleich da und zeret darauf. <pb
            n="108" xml:id="S.108"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.77">
        <head>Art. 77. Von gedingen.</head>
        <p>Wann man vber den dritten fragt, so mag man nicht gedingen.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.78">
        <head>Art. 78. Vmb anerstorbens erb.</head>
        <p>Wann ainer ain wittiben anspricht vmb anerstorbens erb, daz si in irer gewalt hat, da mag
          die wittib nicht aisch vmb haben.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.79">
        <head>Art. 79. Erbtail.</head>
        <p>Ain junkchfraw verczeicht sich irs erbtails mit recht nyndert alswo dann, wann si chumpt
          zu irm aigen prot; sey möcht der vater nötten oder der pruder, wez er wolt, dieweil si ir
          gewaltig sind. Recht also ist vmb ainen chnaben, dieweil er sein selbs vngewaltig ist; in
          möcht vater vnd muter nötten, wez sew wolten, dieweil er junkch vnd chrankch ist.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.80">
        <head>Art. 80. Daz sich veriert.</head>
        <p>Wann ain mensch dem andern zuspricht vmb wew daz ist, hat sich daz verieret in des <pb n="109" xml:id="S.109"/> antwurter gewalt, so verantwurt ers im lanttayding, an der
          dinstherrn aigen; das mag nicht in das lanttaiding.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.81">
        <head>Art. 81. Vmb vnuerzogen teg.</head>
        <p>Darumb haissent ez vnuerzogen teg, daz man nicht verer gedingen mag.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.82">
        <head>Art. 82. Mit furbot laden.</head>
        <p>Wann ainer dem andern enprist mit recht, so mag der antwurter dem chlager nicht
          zusprechen desselben tags, noch der chlager dem antwurter, er mus in ee mit furbot
          laden.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.83">
        <head>Art. 83. Das ist frag vnd antwurt.</head>

        <p>Spricht ain mensch das ander an vmb ain anerstorbens erb, ez sey purkchrecht lehen oder
          aygen, vnd spricht der antwurter, ich han das erb ynne gehabt, ist ez ain aigen dreissig
          jar vnd ain tag, ist ez ain lehen zwelf jar vnd ain tag, ist ez ain purkchrecht ain jar
          vnd ain tag, spricht der antwurter, ich hab daz erb ynne gehabt, als dauor geschriben stet
          vnd wil das bewären mit guter gewissen als recht ist; so spricht der chlager, ich waz
          dannoch zu der <pb
            n="110"
            xml:id="S.110"/> zeit zu meinen tegen nicht chomen, daz ich
          recht gesuchen mocht, das wil ich bewären als recht ist; oder der chlager spricht, ich hab
          gut brief vber daz erb, nach welhem erib er spricht vnder den drein, vnd haisset die brief
          lesen die sind gut genug; so spricht der antwurter, dez chlagers brief wären gut genug,
          hiet er sew zu rechter zeit furgetragen; so spricht der chlager, ich pin meiner brief
          vngewaltig gewesen, daz wil ich bewären; daz hilft dem chlager als nicht. Do er ain chind
          waz, da solten in sein frewnd oder sein nachtpawrn für gericht haben gefürt vnd solten den
          antwurter geladen haben mit furbot, vnd solten dem chind ain vorsprechen geuodert haben:
          so hiet das chind darnach gesprochen mit recht, so mocht der antwurter nicht bewären, daz
          er ez vnuersprochen hiet ynne gehabt. Hat dem chlager sein brief ymant vor gehabt, da
          sprech dem zu, der im sein brief vor hab gehabt; dez ist der antwurter gar vnengolten. Mag
          der antwurter bewärn, daz er die güter hab ynnegehabt vnuersprochen, als vor geschriben
          stet, dez genewst er an seinen rechten, ob die weil der chlager im land ist gewesen. <pb
            n="111" xml:id="S.111"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.84">
        <head>Art. 84. Frag vnd antwurt.</head>
        <p>Spricht ain man den andern an vnd enprist der antwurter dem chlager vnd spricht der <pb n="112" xml:id="S.112"/>&gt; chlager zu dem andern mal vmb die ersten recht, da der
          antwurter ee vmb enprosten ist, so spricht der antwurter, ich pin vmb die chlag ee mit
          recht enprosten, daz wil ich bewären: so spricht der chlager, dez pin ich an lawgen; er
          ist mir ee mit recht enprosten, vnd hat mich der taiding begeben, vnd hat mich von erst
          haissen chlagen; daz wil ich bewärn. Das mag nicht gesein. Mag der antwurter bewärn, daz
          er ee mit recht enprosten ist, der genewst dez an seinen rechten.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.85">
        <head>Art. 85. Das sind der herren recht; die erst vrtail vmb varund gut oder gült.</head>
        <p>Ain jsleich her tut wol das recht hincz sinen diener vmb varund gut oder vmb gült.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.86">
        <head>Art. 86. Von furbot.</head>

        <p>Wann ainem ain fürpot chumpt von aim dienstherrn, wann daz furbot zwelf wochen alt
          wirdet, an dem tag (so) schol der mit recht antwurten, dem daz fürbot chomen ist; wann
          dann der dritte tag ist. Er mag auch wol antwurten, wann daz furbot sechs wochen alt ist,
          ob er wil antwurten. Chumpt er aber nicht auf den dritten tag, so ertailt man daz gut in
          vron gewalt dem herrn, da ez von ze lehen ist; so sol ez der antwurter losen aus
          vrongewalt als recht ist. <pb
            n="114" xml:id="S.114"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.87">
        <head>Art. 87. Von (vron)gewalt.</head>
        <p>Ez mag dhain dinstherr dhain gut behalten, daz von im ze lehen ist, ez chom ee mit recht
          in vrongewalt.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.88">
        <head>Art. 88. Von lehen.</head>
        <p>Chain dinstherr mag nyemant angesprechen vmb das gut, das von im ze lehen ist, er leich
          ims ee.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.89">
        <head>Art. 89. Chriegung vmb veld oder vber holcz.</head>
        <p>Wann man chriegt vmb veld oder vmb holz, ist sein fünf tagwerch oder min, so sagent wol
          pawrn darumb mit recht; ist sein aber mer, so müzzen edel lewt darumb sagen. Ist ez lehen,
          so sagent lehenmessig darumb.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.90">
        <head>Art. 90. Von aygen.</head>

        <p>Ez mag dhainis dinstherrn aigenman sagen vmb ain aigen vom lant, ob ez von dem herczogen
          ze lehen ist, da sullen dez herczogen <pb
            n="115" xml:id="S.115"/> lantlewt vmb sagen. Vnd
          vmb allez das, das vonn fursten ze lehen ist, ez sey pischof abt oder abtessynn, da sullen
          die der fursten vmb sagen.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.91">
        <head>Art. 91. Von werung.</head>
        <p>Ez sol ain herr gewert werden von seinen holden vor allen geltern.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.92">
        <head>Art. 92. Von dez herczogen strassen.</head>
        <p>All strassen sind dez herczogen, wo man reit geet oder vert in seinen lannden.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.93">
        <head>Art. 93. Daz dhain pawr.</head>

        <p>Ez mag dhain pawer ainem edeln mann, der ain erbar mann ist, gesagen vber sein leib vber
          sein er oder vber sain aigen. <pb
            n="116" xml:id="S.116"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.94">
        <head>Art. 114. Leib aigen oder er.</head>
        <p>Ez mag nyemant dem andern gesagen vmb seinen leib, vmb sein aigen, vmb sein er, er sey
          dann hausgenozz.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.95">
        <head>Art. 95. Von inwert aigen.</head>

        <p>Ain inwert aigen, daz zu ains dinstherren herschaft gehört, daz mag seiner aigen man
          ainer dem andern wol geben, daz sew dez herren hant nicht bedurffen, der ez da chawft vnd
          der ez da hin geit, die in der herschaft siczent. Chawft daz aigen ain man, der zu dem
          land gehort, der muzz ez emphachen von dem dinstherren. <pb
            n="117" xml:id="S.117"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.96">
        <head>Art. 96. Von aigen man.</head>
        <p>Spricht ains herrn aigen man ainer den andern an, ez mus der antwurter bewären, daz er
          daz aigen hab gehabt dreissig jar vnd ain tag vnuersprochcn. Ist ez aber ain lantman, der
          ain soleich aigen verantwurten sol, der bewärt, daz er ez zwelf jar vnd ain tag
          vnuersprochen hab gehabt.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.97">
        <head>Art. 97. Von aigen.</head>

        <p>Ain jsleich dinstherr der soleich aigen hat, der richt wol darumb; aber vmb ain aigen vom
          lant mag nymant gerichten, denn der herczog oder der hawbtman von dem land. <pb
            n="118" xml:id="S.118"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.98">
        <head>Art. 98. Von phannten.</head>

        <p>Ez sullen alle phant verseczt werden mit herren hant, oder mit richter oder mit
          pergmaister hant. Man sol auch alle chawfte lehen machen mit der herren hant. Man sol alle
          aigen machen mit der erben hant, oder ez hat nicht chraft. <pb
            n="119" xml:id="S.119"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.99">
        <head>Art. 99. Bestetigung.</head>
        <p>Ez mag ain man seinen holden wol hestetigen, der an recht von im geuarn ist.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.100">
        <head>Art. 100. Von lehen.</head>

        <p>Vnd stirbt ain mensch an erben, waz da verlehents guts let, daz wirt dem herrn ledig, da
          ez von ze lehen ist; hat ez aigen oder varund gut, daz geuelt auf seinen rechten herren,
          wer der ist. <pb
            n="120" xml:id="S.120"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.101">
        <head>Art. 101. Von muldinst.</head>

        <p>Wer ain mul mit getraid dint, der wert wol mit getraid, daz im ze mawt wirt auf der mul
          an geuerd also, daz der mullner gut getrayd vnd pözz in ayn mautschrein schut vnd geit daz
          seinem herrn. Wolt der mullner daz pest sunder schüten vnd wolt seinem herrn mit dem posen
          weren, daz wär nicht recht. Also ist vmb pergrecht. Wer ain weingarten dint, der schol
          seinem herren den vorlas geben; er schol in nicht aus den tresten weren, vnd schol den
          most nicht in ain smekchnts assech giessen, vnd schol den most gen hof antwurten also
          süssen, so er aller schirist mag. Er sol auch seinen herren weren aus dem weingarten, den
          er im dint; wurd ez aber in dem weingart nicht, so mus er alswo chawfen.<pb
            n="121" xml:id="S.121"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.102">
        <head>Art. 102. Von perkchrecht.</head>
        <p>Ez gewert ain ysleich man auf sand Gorgen tag mit gutem wein seinen pergmaister. Richtet
          er aber nicht auf sand Gorgen tag, spricht im der herr zu in achtagen, so chumpt der pawr
          vmb sechczig phennig, den andern tag aber vmb sechczig phennig, den dritten tag auch vmb
          sechczig; das ist sechs Schilling. So mag das jar nymmer darauf gen. Als vil wandel get
          auf ain pergphennig, oder auf ain perghelbling, vnd zu denselben tegen in allen den
          rechten, sam auf den wein.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.103">
        <head>Art. 103. Von perkchrechten.</head>
        <p>Ez sol ain jsleich man vmb sein perkchrecht phennten oder vmb sein wanndel auf den
          pergen, <pb
            n="122" xml:id="S.122"/> nach dem pergtaiding; vber sechs wochen habent sich
          die recht alle vergangen.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.104">
        <head>Art. 104. Marichfuter.</head>
        <p>Ez sol ain jsleich man vmb marichfuter nach sand Gilgen tag phenden.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.105">
        <head>Art. 105. Von marichfuter.</head>

        <p>Hat ain man ain marichfuter auf ains andern manns gut vnd ist daz aigen chrankch, daz es
          die nucz nicht getragen mag an geuer, hengt der her ain zins, so schol auch ener hengen
          ain marichfuter; let der herr halben zins, er sol halbs marichfuter lassen; let er min
          oder mer, das sol ener auch tun. <pb
            n="123" xml:id="S.123"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.106">
        <head>Art. 106. Von marichfuter phennten.</head>
        <p>Ez sol ain man all jar phennten vmb sein marichfuter; er schol ez nicht auf ein ander
          sparen vnd enem sein aigen öden.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.107">
        <head>Art. 107. Von lehen.</head>
        <p>Wann ain edelman den andern anspricht vmb ain gut, daz von aim dinstherren ze lehen ist,
          so seczt der dinstherr wol ain an sein stat; der richter muz aber selb an dem dritten tag
          siczen vmb sein aigen.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.108">
        <head>Art. 108. Vmb bestetigung.</head>
        <p>Ez bestetigt ain jsleich man seinen weingarten mit seinem amptman. <pb n="124" xml:id="S.124"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.109">
        <head>Art. 109. Aygen.</head>
        <p>Ez chawft ain edel man ains dinstherren aigen wol, daz er ee von im ze lehen gehabt
          hat.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.110">
        <head>Art. 110. Aygen.</head>
        <p>Chawft ain edel man ain aygen von ainem dinstherrn, daz ain ander edel man von im ze
          lehen hat, daz mag nicht sein. Ez leicht ain edelman nur zu seinem leben.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.111">
        <head>Art. 111. Vmb wew ain lantman sait.</head>
        <p>Vmb wew ain lantman sait, da sait ains fürsten gotshawsman wol vmb, der ain edel man
          ist.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.112">
        <head>Art. 112. Von lehen.</head>

        <p>Spricht ain dinstherr ainen an vmb daz gut, das von im ze lehen ist, so geit der
          dinstherr seinem verlehenten man wol teg auf sein aigen in dem land, an welhes ort er wil
          oder mag; er mag im in ain ander land nicht teg geben oder tegen auf ain aigen. <pb
            n="125" xml:id="S.125"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.113">
        <head>Art. 113. Marichfuter.</head>
        <p>Ez siczt ain edel man dein herczogen sein marichfuter ab auf zwain huben, die an aim rain
          gelegen sind.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.114">
        <head>Art. 114. Von marichfuter.</head>
        <p>Hat ain edel man ain marichfuter auf ains andern mannes gut, vnd wirt daz aigen öd vnd
          wirt hinach gestift, vnd wolt der man daz futer gar vodern, daz im die weil versessen ist,
          daz mag nicht gesein. All die weil daz aigen dem rechten herren zins nicht geben mag, so
          mag auch ener sein marichfuter nicht geuodern mit recht.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.115">
        <head>Art. 115. Wann ain pawr fuder vert.</head>

        <p>Wann ainem herren ain pawr fuder vert, den bestetigt sein amptman wol; der stiffter vnd
          störer ist nicht er selb. <pb
            n="126" xml:id="S.126"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.116">
        <head>Art. 116. Inwertz aygen.</head>
        <p>Darumb haist man inwert aygen, wann ez aus der herschaft verseczt oder verchawft wird, so
          müssen ez ausserlewt emphahen; dez bedurffen dez herren aigen lewt nicht, die in der
          herschaft siczent.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.117">
        <head>Art. 117. Saczung.</head>
        <p>Wann ain man ain gut verseczt an herren hant, so sol der herr enem empieten, daz er ez
          los in sechs wochen. Geschäch dez nicht, so zewcht ez der herr in sein gewalt an nucz vnd
          an gwer.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.118">
        <head>Art. 118. Vber menschen plut.</head>
        <p>Ez habent oft die herren aigen gut, da ir richter vber ain schedleichen menschen die fünf
            <pb
            n="127" xml:id="S.127"/> hörent vnd der den pan hat nur die zwen Dennoch mugen die
          richter, die die funf hörnt nicht gerichten vber menschen plut.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.119">
        <head>Art. 119. Von todslag.</head>

        <p>Ez nympt nyemant ain phunt vnd ain phennig für ain totslag, er habe dann den pan. Der
          phennig, den man geit zu dem pfunt, der haist der plutig phennig. Ob er den nicht mit
          recht nympt, der mag auch nicht mit recht richten vber menschenplut. <pb
            n="128" xml:id="S.128"/>
          <pb n="129" xml:id="S.129"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.120">
        <head>Art. 120. Daz ein pawr entfüret.</head>
        <p>Wann ain pawr ainem herren entrinnet, waz er guts fürt treibt oder trait, wer ims nympt
          auf ainer strassen, die weil er fluchtig ist, des ist ez. Chumpt der pawr vnd daz gut in
          ain stat oder in ain dorf, vnd chumpt der herr hinnach, dez der hold vnd daz gut ist, der
          bestetigt seinen holden vnd das gut.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.121">
        <head>Art. 121. Daz sind die recht von purgelschaft.</head>
        <p>Wer purgel wirt vnd stirbt der man, dem er gelobt hat, er sol sein chind wern, der purgel
          gewesen ist. Stirbt aber der purgel, seine chind sind nyemant nichts schuldig.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.122">
        <head>Art. 122. Daz man purgel seczt.</head>
        <p>Wann ain man purgel seczt, so hat man an in nichts ze vodern, er hab dann zu dem purgel
            <pb
            n="130" xml:id="S.130"/> gelobt. Sterbent die purgel, so geuelt ez auf den man
          hinwider.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.123">
        <head>Art. 123. Purgl vnuerschaidenleich.</head>
        <p>Werdent lewt purgl vnuerschaidenleich vnd vodert man daz gelt alles an ainen, der gert
          seinen tail, ez ge dann dem andern ab; so muz er ez alles geben.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.124">
        <head>Art. 124. Ez gilt nyemant fur den andern.</head>
        <p>Ez gilt nyemant fur den andern er hat dann fur in gelobt.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.125">
        <head>Art. 125. Der ist gut genug.</head>
        <p>Wann ainer spricht, der ist gut genug, der hat in vergewist, sam er selb purgel wär.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.126">
        <head>Art. 126. Heyrat purgel.</head>
        <p>Wer purgel wird vmb heyrat, vodert man den in dem jar nicht, so ist er ledig. <pb n="131" xml:id="S.131"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.127">
        <head>Art. 127. aufhabung.</head>
        <p>Man mag nyemant aufgehaben fur den andern, er hab dann fur in gelobt.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.128">
        <head>Art. 128. Vnuerschaidenleich purgel.</head>
        <p>Werden lewt vnuerschaidenleich purgl, so sol mans all miteinander vodern.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.129">
        <head>Art. 129. Purgel teg.</head>
        <p>Wann ain man teg geit an der purgel willen, so sind die purgl ledig.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.130">
        <head>Art. 130. Daz sind gemaine recht. Dez ersten: vmb lehen.</head>
        <p>Hat ain man ain lehen zwelf jar vnd ain tag vnuersprochen in nucz vnd in gwer, ain <pb n="132" xml:id="S.132"/> aigen dreissig jar vnd ain tag in nucz vnd in gwer; hat ain man
          ain purkchrecht oder ain pawr erb jar vnd tag in nucz vnd in gwer, der dreyerlai erb
          ysleichs als lang in nucz vnd in gwer als da geschriben stet, wer daz bewären mag auf die
          gwer, der genewst dez an seinen rechten, ob en die darnach chlagen, die weil ynner lands
          gewesen sind. Sind sew aber ausser lands gewesen, wie lang daz ist, so mugen sew wol mit
          recht darnach sprechen.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.131">
        <head>Art. 131. Ain richter lengt ain tag.</head>
        <p>Ain richter lengt ain tag wol, er mag in aber nicht chürczen.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.132">
        <head>Art. 132. Ain man tut wol ain recht hincz seinem weib.</head>

        <p>Ain jsleich man, er sey arm oder reich, der tut daz recht hincz seinem weib vnd hincz
          seinen chinden, die in seinem prot sind, vmb gult. <pb
            n="133" xml:id="S.133"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.133">
        <head>Art. 133. Von weingarten.</head>
        <p>Wann man chlait vmb weingarten, vor wem man chlait, wann man vrtail dingt, so sol man
          aller vrtail, die man vmb weingart dingt, fur dez herczogen cheller dingen.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.134">
        <head>Art. 134. Der gut ynne hat.</head>
        <p>Ez verantwurt nyemant ain gut mit recht, daz ain ander man in nucz vnd in gwer hat; ez
          soll der verantworten, der ez ynne hat.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.135">
        <head>Art. 135. Ain lehen.</head>
        <p>Ez bestetigt ain jsleich man seine lehen mit sein selbs ayd, ob er die gwer hat.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.136">
        <head>Art. 136. Vergewissen vmb anerstorbens erb.</head>

        <p>Wer chlait vm anerstorbens erb, der mus vergewissen, ob man im enprest, daz man allen
          erben enprosten. <pb
            n="134" xml:id="S.134"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.137">
        <head>Art. 137. Von phant verseczen.</head>
        <p>Ez sol nyemant ain phant verseczen, er trags e fur gericht, als recht ist.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.138">
        <head>Art. 138. Chrieg.</head>
        <p>So zwen chriegent vmb ain gwer, vnd iederman gicht, er habs, da schol man die vmbsäzzen
          vmb fragen.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.139">
        <head>Art. 139. Purkchrecht.</head>
        <p>Wer seinem vater, seiner muter, seinen geschwistreten, sein chinden ain purkrecht
          aufgeit, der bedarf dez richters hant nicht, ob sew in ainer stat siczent.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.140">
        <head>Art. 140. Von armer lewt erb.</head>
        <p>Purkchrecht, mul vnd weingart, ist arm lewt erb.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.141">
        <head>Art. 141. Von gericht.</head>
        <p>Ez hat chainerlay, wie edel der ist, chain gericht noch chain zehnt, daz sein aygen
          sey.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.142">
        <head>Art. 142. Von lehen.</head>
        <p>Aller zehnt vnd all gericht sind lehen. Der pan mag nicht verrer, dann an die dritte
          hant.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.143">
        <head>Art. 143. Vnrechte mazz.</head>
        <p>Wen man begreift an vnrechter mazz, an wag, an ellen, daz sind alles valscher. <pb n="136" xml:id="S.136"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.144">
        <head>Art. 144. Von loben.</head>
        <p>Was der mensch lobt hinder zwelf jaren, das mag im nicht geschaden.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.145">
        <head>Art. 145. Gearncz lon.</head>
        <p>Man schol all gest wern irs garenten lons auf der stat; man mag nicht teg darumb haben
          als vmb gesessen lewt.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.146">
        <head>Art. 146. Rug phenig.</head>

        <p>Wann ain mensch ain rug phenig geit ainem richter vnd melt seine recht auf aim erb, daz
          schol zehant vorsprechen nemen vnd chlagen als recht ist, oder ez hilft der rugphenig vnd
          die meldung nichts nicht. <pb
            n="137" xml:id="S.137"/>
          <pb n="138" xml:id="S.138"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.147">
        <head>Art. 147. Von taiding.</head>
        <p>Man schol alle taiding volfuren als man sew angehebt hat.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.148">
        <head>Art. 148. Anrecht.</head>

        <p>Wen man bechlait, er hat mir daz genomen oder getan an recht, dacz richtent all richter
          vnd herren hincz den irn. Man mag ez wol auch an in selb cziechen vmb ain anrecht. <pb
            n="139" xml:id="S.139"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.149">
        <head>Art. 149. Leitchawf.</head>
        <p>Der leitchawf trinkcht, oder die pey gescheft sind, wann die lewt sterben wellen ee, wann
          daz man zu geding chumpt, da man in mit ermanen schol, die sagent all pey vron recht.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.150">
        <head>Art. 150. Von beredung.</head>
        <p>Ain jsleich mensch, dem man spricht an sein er vor gericht, vnd stet ez vngepunden vnd an
          purgel, daz beredet sich mit selbs ayd.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.151">
        <head>Art. 151. Verantwurten vnd vertuen ains weybs.</head>
        <p>Ez mag dhain weib irs manns gut vertun vber zwelf phenig. Ez mag auch chain weib <pb n="140" xml:id="S.140"/> irn man verantwurten; ain man verantwurt wol sein weib.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.152">
        <head>Art. 152. Von aim zewgen.</head>
        <p>Der ain zewgen pewt oder an ainen selben zewcht, der hat zeit genug an dem dritten tag,
          daz er den zewgen pewt oder an in selben zewcht; die ersten zwen teg sol er newr gerichts
          piten vnd sol horn, wie man im antwort. Das ist also, ob der antwurter an dem tag oder an
          dem andern nicht antwurten wil.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.153">
        <head>Art. 153. Bewärung.</head>

        <p>Chain richter mag hincz nyemant nicht bewärn, er hab den pan oder er hab nicht den pan,
          so mag er chainen zewgen nicht laitten. <pb
            n="141" xml:id="S.141"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.154">
        <head>Art. 154. Von zewgen.</head>
        <p>Ez mag nyemant zewg sein, der tail an dem gut hat, da er zewg vmb sein sol, vnd die mit
          emphangen habent, oder dem man myet gelobt hat, oder wer sein recht nicht wol behüt hat,
          die mugen alle nicht zewgen gesein. Wil man sein in nicht gelawben, ez muz ir jsleicher
          sunderleich ain ayd sweren, daz er nicht tail an dem gut hab vnd chain myet nicht gegeben
          sey noch gelobt.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.155">
        <head>Art. 155. Ain leytgeb oder gastgeb.</head>
        <p>Ain leytgeb oder ain gastgeb die mugen alle phant wol genemen, die man dacz in verseczt,
          an messgewant vnd plutigs gewant vnd vngewuntens chorn.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.156">
        <head>Art. 156. Daz auf lawgen geschicht.</head>
        <p>Ez haisset nicht mort, daz auf lawgen geschicht. <pb n="142" xml:id="S.142"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.157">
        <head>Art. 157. Wer der toten erb besiczt.</head>
        <p>Wer der toten erb besiczt, der mus auch fur sew gelten als tewr, als daz gut wert ist,
          daz im von den toten worden ist vnd nicht tewrer.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.158">
        <head>Art. 158. Gelten fur vater vnd fur muter.</head>
        <p>Ez gilt ain chind für seinen vater oder fur sein muter nicht, ez besicz dann ir erb; von
          sein selbs erarbeitem gut ist ez nyemant nichts schuldig ze geben.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.159">
        <head>Art. 159. Nachtecz.</head>
        <p>Wann man scheden tut vor miternacht, daz haisset rechtew nacht ecz.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.160">
        <head>Art. 160. Leytgeb oder gastgeb.</head>

        <p>Ain leitkeb oder ain gastgeb, seczt man dem phant in ainer stat oder in ainem markcht,
          die mugen wol nemen; seczent ins aber hantwercher, <pb
            n="143" xml:id="S.143"/> sneyder
          schuster weber, wie die hantwercher genant sind, die mugen nicht tewrer geseczen, denn fur
          daz lon, das sew verdient habent.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.161">
        <head>Art. 161. Bestetigung.</head>
        <p>Ain jsleicher bestetigt sein sacz wol, den er in nucz vnd gwer hat.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.162">
        <head>Art. 162. Von ge[s]wistreyden.</head>
        <p>Wo czwai geswistraid sind oder mer, da schol daz elter tailn, daz junger die wal
          nemen.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.163">
        <head>Art. 163. Raittung.</head>
        <p>Vnrechte raittung get wider.<pb n="144" xml:id="S.144"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.164">
        <head>Art. 164. Geschwistrayd.</head>
        <p>Wann geschwistrayd ze furczicht tailnt, stirbt der ains, waz daz lechen hat, daz wirt
          ledig an daz ain, ez mach dann sein lehen mit herren hant.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.165">
        <head>Art. 165. Ain gut, daz ze furczicht getailt wirt.</head>
        <p>Ain gut daz ze fürczicht getailt wirdet, daz mag ain mensch geben, wem ez wil, ez sey
          seinen geschwistreyden lieb oder laid. Dauon sol der eltist lehen tragen vnd sol den
          jüngisten geswistreten ygleichem seinen tail raichen von allem gut an geuer; si schullen
          auch nicht vinger zaigen; si schullen auf allem irm gut schaden vnd frum miteinander
          tragen; so mag ez den herren nicht ledig werden.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.166">
        <head>Art. 166. Notzogt.</head>
        <p>Wann ayne chlait, si sey notzogt, die sol dez ersten für gericht, let si ez vbernechtig
            <pb
            n="145" xml:id="S.145"/> werden, ob si vngefangen ist, so sol man ir nicht richten,
          ir sey dann daz gericht so verer, daz sis ains tags nicht erlangen mag, oder ob sey ehaft
          not irret; daz sol si war machen als recht ist.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.167">
        <head>Art. 167. Daz an er get.</head>
        <p>Waz ainem menschen an sein er get, dez beredet er sich mit sein aines ayd, ob er an
          pürgel vor der schranne stet.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.168">
        <head>Art. 168. Veld schaden.</head>
        <p>Vmb ain veldschaden muz man bewären mit phannt oder mit lewten; man sol nyemant darumb
          aydingen.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.169">
        <head>Art. 169. Mawt, panholcz, wisen.</head>

        <p>Wer ainem richter ain mawt hinfurt, chumpt er aus seinem gericht, er ist im nichts
          schuldig; begreift er in aber in seinem gericht, er <pb
            n="146" xml:id="S.146"/> hat das
          verlorn, daz er fürt. Also ist vmb panholcz vmb gehait wisen. Begreift man jn aber nicht
          in panholcz vnd in gehaiten wisen, so mag man in nicht gephennden.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.170">
        <head>Art. 170. Von haltern.</head>
        <p>Wer den haltern ab czewcht, der schols nicht slachen; wer sew aber slecht, der schol in
          nicht abcziechen. Si habent an einem schaden genug.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.171">
        <head>Art. 171. Vmb gült.</head>
        <p>Vmb gült oder vmb welcherlay man den lewten czuspricht; daz in an das leben nicht get, da
          weist man die czewgen offenleich in der schrann.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.172">
        <head>Art. 172. Furbot.</head>
        <p>Pewt man ainen menschen fur, den ain ander mensch verantwurten wil, die müzzen payd fur
          gericht, vnd mus der mensch fragen, ob er enen mit recht verantwurt. Wirt ez im ertailt,
          so verantwurt er in mit recht.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.173">
        <head>Art. 173. Gelter.</head>
        <p>Der gelter sol gewert werden vor allen erben. <pb n="147" xml:id="S.147"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.174">
        <head>Art. 174. Erben.</head>
        <p>Ez mag chain erb chain gut besiczen von seinen vodern, wer die sind, ez werdent die
          gelter ee gewert; wann der gelter ist der nachst erb.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.175">
        <head>Art. 175. Wer nicht ze gelten hat.</head>
        <p>Wer nicht ze gelten hat, wann man im ain geld anbehabt, der muz des ain ayd sweren, waz
          er guts gewinet, oder wie in sein got berat, daz er mit dem dritten phennig gelt; mit den
          zwain sol er sich neren.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.176">
        <head>Art. 176. Von gesten aufhabung.</head>
        <p>Ain gast habt den andern wol auf auf ain recht, da sew paid gest sind. <pb n="148" xml:id="S.148"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.177">
        <head>Art. 177. Von chauffen oder hingeben.</head>
        <p>Wann man chawft oder hin geit, wann man leytchawf trinkcht oder gotsphenig geit, so ist
          der chawf stet.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.178">
        <head>Art. 178. Bewären.</head>
        <p>Wann man ain sach bewären sol mit ayden, wann mans zewcht an ain richter oder an seinen
          fronpoten, so mag mans afftendez nicht vercziechen, si gelten oder nicht. Dauon sol man
          sew sparen auf daz lest, vncz daz man nymmer zewgen hat.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.179">
        <head>Art. 179. Ain schedleich man.</head>

        <p>Ain jsleich schedleich man, vmb welherlay posshait er geuangen stet vor gericht, der hat
          drey sprach vnd nicht mer, ob er in panten in der schrann stet. <pb
            n="149" xml:id="S.149"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.180">
        <head>Art. 180. Varund gut.</head>
        <p>Wann ain mensch stirbt, so geuelt sein erb vnd varund gut auf die nachsten erben, wer die
          sind.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.181">
        <head>Art. 181. Von toten.</head>
        <p>Waz ain man hincz aim toten bewären wil, daz mus er tun mit siben.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.182">
        <head>Art. 182. Vmb gült.</head>
        <p>Wann man ain witiben bechlait vor ainem rechten vmb gült, vnd nympt die witib ain man, so
          mag der richter nymmer hincz ir gerichten vmb varund gut; ez sol ir man richten. Ez mus
          aber ir man richten auf die ersten teg.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.183">
        <head>Art. 183. Von bewärung.</head>
        <p>Ez mag chain gepundens mensch nicht bewärn hincz dem vngepunden. <pb n="150" xml:id="S.150"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.184">
        <head>Art. 184. Widerpot.</head>
        <p>Widerpewt ain man dem anderm seim leib vnd seim gut, vnd widervert dem man icht an seinem
          leib oder guet, dem da widerpoten ist, vnd wirdet ener hinnach gefangen, der da widerpoten
          hat, vnd mag der man, dem der schad wideruarn ist, bewärn, daz im der schad von im
          widerfarn ist, oder von im genomen hab, so mus der geuangen leiden.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.185">
        <head>Art. 185. Von lem gelub.</head>
        <p>Ain lem ist funf phunt, si sey gros oder chlain.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.186">
        <head>Art. 186. Gelub.</head>
        <p>Gelub die prechent recht.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.187">
        <head>Art. 187. Perkchrecht, marichfuter.</head>

        <p>Wer perkchreht sol oder marichfuter, der mus daz furn als verr er ains tags pey der sunn
          gefaren mag an geuerd. <pb
            n="151" xml:id="S.151"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.188">
        <head>Art. 188. Von phenigen.</head>
        <p>Ez mag nyemant phennig bestetigen, die ym verstolen sind.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.189">
        <head>Art. 189. Von varundem gut.</head>
        <p>Wann ainer stirbt, der weib vnd chind lat, so ist daz varund gut der witiben voraus zu
          der morgengab.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.190">
        <head>Art. 190. Morgengab.</head>
        <p>Ain man, der ain witiben nympt, der mag er nicht gemorgengaben. <pb n="152" xml:id="S.152"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.191">
        <head>Art. 191. Von leibgeding.</head>
        <p>Wer ain leibgeding ynne hat, verchawft er von dem leybgeding icht, so hat er das ander
          alles verloren.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.192">
        <head>Art. 192. Von leibgeding.</head>

        <p>Wil der man das leibgeding hingeben, der ez da ynne hat, so sol ers den rechten erben
          anuailen. So sullen gemein lewt, das piderlewt sind, daz leibgeding schäczen; wie ez die
          schäczent nach irn trewn, so sol man dem, der <pb
            n="153" xml:id="S.153"/> das leibgeding
          ynne hat, daz drittail geben; die zway tail pleibent den erben.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.193">
        <head>Art. 193. Haywisen, panholcz, ecz.</head>
        <p>All haywisen, panholcz vnd nachtecz sind verpoten pey fünf phunten, als weit daz lant
          ist.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.194">
        <head>Art. 194. Von freiung.</head>
        <p>Wer ain vreiung pricht, der hat nicht vreiung auf der vreiung, da ers zeprochen hat.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.195">
        <head>Art. 195. Von vreiung.</head>

        <p>Wer auf ain vreiung chumpt in veintschaft vmb erber sach, der hat pilleich vreiung; tut
          er aber scheden ab der vreiung, so hat er nicht vreiung. <pb
            n="154" xml:id="S.154"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.196">
        <head>Art. 196. Von weingartperg.</head>
        <p>Wer sich zewcht auf ain weingartperg mit aigem ruk, der mus dienen als ain ander
          hold.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.197">
        <head>Art. 197. Gewalt.</head>
        <p>Ain pawr mag nicht ain gewalt tun; ain purger, der lechen vnd aigen hat, den spricht man
          wol an vmb ain gewalt.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.198">
        <head>Art. 198. Von geswistrayden.</head>

        <p>Ee daz geswistrayd miteinander tailent, waz ir ains scheden nympt, daz muzzen die andern
          mit im tragen. Gewint ir ains icht, daz mus ez mit den andern tailen. <pb
            n="155" xml:id="S.155"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.199">
        <head>Art. 199. Von morgengab.</head>
        <p>Man sol ainer frawen ir morgengab machen, daz lechen mit der herren hant, daz aigen mit
          der erben hant.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.200">
        <head>Art. 200. Von perkchtaiding.</head>
        <p>Ez sol ain ysleich man auf sand Gorgen tag sein pey dem perkchtaiding, oder ainer an
          seiner stat, vnd sol horn, ob in yemant ichts zeich. Man gepewt nyemant fur im
          perkchtaiding.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.201">
        <head>Art. 201. Raittung.</head>
        <p>Wer raittung gert, der schols enem kunt machen.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.202">
        <head>Art. 202. Die auf den weingartpergen siczent.</head>

        <p>Die holden, die auf den weingartpergen siczent, die sind verruft dacz Grecz, wann ez nur
          den huben schad. <pb
            n="156" xml:id="S.156"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.203">
        <head>Art. 203. Bewärung.</head>
        <p>Ain richter mag hincz ainem andern richter wol bewärn in aim andern gericht, da er nicht
          richter ist. In dem gericht, da er richter ist, mag er hincz nyemant bewären.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.204">
        <head>Art. 204. Daz ist von furban vnd von acht.</head>
        <p>Wer mit recht in furban chumpt vnd darynne stet sechs wochen vnd ain tag, den pringt man
          mit recht ains tags in die echt; man mus aber bewären, daz er ee mit recht in den furban
          chomen ist vnd darynn gestanden ist sechs wochen vnd mer.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.205">
        <head>Art. 205. Echt.</head>

        <p>Wer mit recht in die echt chumpt vnd sich derselb echter bericht mit seinen veinden vnd
          mit dem gericht, der mus drei stund fur gericht vnd mus in der schrann sein ee daz der
          richter siczt, vnd getor nicht auschomen, vncz daz der richter aufstet, vnd mus seinn leib
          vnd sein gut die drey teg ze recht gepieten. Chumpt dann nymant, der hincz im spricht, so
          sol im der richter ain landfrid gepieten. <pb
            n="157" xml:id="S.157"/>
          <pb n="158" xml:id="S.158"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.206">
        <head>Art. 206.Echt.</head>
        <p>Wer in der hawbtstat in die echt chumpt vnd wirt getan, der ist in dem land vberal in der
          acht.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.207">
        <head>Art. 207. Vmb ain todslag.</head>

        <p>Slachent zwen oder drey ainen ze tod oder wie vil ir ist vnd werdent darumb flüchtig,
          zewcht sich den todslag ainer an vnd enpewtet hinwider, da der todslag geschechen ist, dem
          richter, er hab den todslag getan, die poten sullen pider lewt sein. So sol der richter
          den poten nicht gelawben; si sullen zwen ayd sweren in der schrann, daz sich der den
          todslag angeczogen hab. Wann daz geschicht, choment die andern, die pey dem todslag
          gewesen sind vngetwungenleich vnd an purgel fur gericht, si mugen sich wol ausgereden mit
          recht; lassent sew aber hincz in chlagen, daz sew an die echt choment, so mag sich chainer
          bereden. <pb
            n="159" xml:id="S.159"/>
          <pb n="160" xml:id="S.160"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.208">
        <head>Art. 208. Vmb ain todslag.</head>
        <p>Wer ain todslag tut, der sol dem richter ain phunt vnd ain phennig.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.209">
        <head>Art. 209. Echter.</head>
        <p>Wer ainen echter behalt mit wissen, der mus püzzen als recht ist.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.210">
        <head>Art. 210. Wann man lewt töten wil.</head>
        <p>Wann man lewt tötten wil oder in furban oder in die echt pringen wil, so weist man die
          zewgen vor der schrann.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.211">
        <head>Art. 211. Furban, echt.</head>
        <p>In welhem gericht man ainen in furban oder in die echt pringt, in dem gericht mus man in
          auch in die echt pringen. Man mus in auch in dem gericht aus der echt lassen, ob er huld
          gewinet.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.212">
        <head>Art. 212. Furban vnd echt.</head>
        <p>Ez mag chain echter, oder ainer der in furban ist, nyndert müzzig werden, dann in der <pb n="161" xml:id="S.161"/> schrann, da er in die echt oder in furban chomen ist, ob er
          halt der veint huld gewint vnd dez gerichts.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.213">
        <head>Art. 213. Wen man in furban tut.</head>
        <p>Wann man die lewt in furban oder in die echt pringt, so sol man auch das plutig gewant
          haben, ob man mag.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.214">
        <head>Art. 214. Todslag.</head>
        <p>Man tött zehn vmb ain todslag, die man in die echt hat pracht vmb den todslag.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.215">
        <head>Art. 215. Daz sind die recht vber diepisch lewt.</head>
        <p>Wann ain dewp an der hanthaft begriffen wirt, daz man in vberwinden sol, so sol man die
          hanthaft schäczen ee daz man zewgen lait.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.216">
        <head>Art. 216. Verstolns gut.</head>

        <p>Wann man ain verstolens gut aneuengt vnd daz bestetigen wil, daz sol geschechen vor
          gericht. So sol man in paiden vorsprechen geben, <pb
            n="162" xml:id="S.162"/> der ez da
          bestetigen wil vnd der es verantwurt. So sol man den fragen, dem das gut verstoln ist, wie
          lang daz sei, daz im das gut verstoln sey. Vnd sol auch den fragen, der das gut
          verantwurt, wie lang dez sey, das er daz gut gechawft hat. Daz sullen alles die
          vorsprechen fragen, daz sich ain mensch nicht svndt mit bestätigen. Doch ist gewonhait in
          dem land, daz ainer bestetigt selb dritter, oder ainer mit drein ayden.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.217">
        <head>Art. 217. Hanthafft.</head>
        <p>Wann ain dewp die hanthaft auf dem hals hat, so bedarf man der zewgen nicht, die dem diep
          die er nement; wann die hanthaft, die im auf dem hals leit, benympt im die er.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.218">
        <head>Art. 218. Gestrasrawbt oder verstolns gut.</head>

        <p>Werdet ain gut verstoln oder gestrasrawbt vnd werdent. die dewp flüchtig, wer den dewpen
          nacheilt, nympt er in die dewf in dem land, da die dewpt gestoln oder gestrasrawbt habnt,
          so <pb
            n="163" xml:id="S.163"/> ist das gut, daz die dewp gestoln habnt, daz drittail der,
          die den dewpen nachgeeylt habnt, vnd die zway tail dez, der ez vorlorn hat. Nympt man ins
          aber in aim andern lant, so sind die zway tail der, die den dewpen nachgeeylt habnt, vnd
          das drittail ens. der ez verlorn hat.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.219">
        <head>Art. 219. Pan.</head>
        <p>Ain richter, der dez pans nicht hat, der mag nicht gerichten vber die lewt, das mans
          töt.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.220">
        <head>Art. 220. Dewp.</head>

        <p>Wann man ain dewp bestetigt, ist das ros oder rinder, das perhaftes viech ist, so sol man
          dem richter geben ye von dem hawp zwayer minner funfczig phenig. Ist ez aber nicht
          perhafts viech, so geit man vir vnd zwainczig von dem hawp. Ist ez gesnitens gewand, daz
          die lewt an tragent, so geit man ye von dem pusen czwelf phening. Ist ez aber ander gut,
          daz nicht gewant oder viech ist, daz sullen zwen piderman schäczen; wie ez die schäczent,
          so ist der zechnt phening dez richter. <pb
            n="164" xml:id="S.164"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.221">
        <head>Art. 221. Strasrawber.</head>
        <p>Rennent die strasrawber piderlewt an, wer die sind, vnd wellent in ir gut nemen, vnd
          erbernt sich die erbern lewt vnd vachent die strasrawber vnd pringent sew fur gericht, man
          tots mit recht. Also ist vmb dewp; fliechent die vnd wellent steln, begreift mans an der
          flucht oder mit wer, man richt vber sew. Strasrawber vnd dewp hilft das nicht, daz sew
          sprechent, man hab in der hant nicht begriffen; das habent in piderlewt erbert mit
          not.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.222">
        <head>Von rerawb.</head>
        <p>Also ist vmb rerawb, da man nympt, wann ez print, oder da man toten lewten abczewcht oder
          tragunden weyben, oder all siech lewt, die sich nicht erwern mugen; daz haissent allez
          rerawb.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.223">
        <head>Art. 223. Nachtschacher.</head>
        <p>Wer pey der nacht auf stözzt vnd lewt vecht oder in ir gut nympt, daz haissent
          nachtschacher, si reiten oder gen.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.224">
        <head>Art. 224. Daz ain edelman.</head>

        <p>Wirt ain edelman gefangen vmb poshait, der nicht hanthaft hat, dem mus man sein er
          benemen mit zwain, die sein genos sind. Aftendes <pb
            n="165" xml:id="S.165"/> sait yderman
          wol, er sey sein genozz oder nicht, der ot sein er hat.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.225">
        <head>Art. 225. Von gefangen.</head>
        <p>Wirt ain edelman gefangen vmb erber sach, den mus man mit erbern vberwinden.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.226">
        <head>Art. 226. Von diepischem gut.</head>
        <p>Wem man zuspricht vmb ain diepisch gut, daz er chawft hat, ob im ain richter zuspricht,
          gicht ener, ich wil meinen gescholen stellen, wer sich ains geschubens vermist, ist der
          geschub ynner lands, so sol er in in virczechn tagen stellen an geuer; ist er aber aus dem
          land, so sol er in in sechs wochen stellen, ob er in erlangen mag, an geuer.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.227">
        <head>Art. 227. Aber von diepischen gut.</head>

        <p>Ez mag chain diepisch gut aus chains juden gewalt bestetigen, wie wissentleich ez sey.
          Daz recht habent die juden. <pb
            n="166" xml:id="S.166"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.228">
        <head>Art. 228. Aber diepisch gut.</head>
        <p>Ain diepisch gut, welcherlay daz ist, daz nur nicht viech ist, daz bestetigt der man, dem
          ez verstoln ist, mit aim ayd.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.229">
        <head>Art. 229. Leyb mayl.</head>
        <p>Wer mail an seinem leib hat. vmb deuf oder die dewf vergolten habnt oder vmb dewf
          entrinent, die haben all hanthaft, da bedarf man wenig zewgen vber. Wer soleich hanthaft
          hat, ob er vor ainer schrann stet vnd wil sich ausreden, ob in ymant icht zeicht, der mag
          sich nicht ausgereden; wann er ist gepunden mit der ersten hanthaft.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.230">
        <head>Art. 230. Von dewf.</head>

        <p>Man schol all dewf schäczen, da man lewt mit begreift; daz haizzt hanthaft. Ist die dewf
          gros, so get ez dem menschen an sein leben ; ist sie aber chlain, so get si dem menschen
          an sein leib ain tail. Daz schol man allez schäczen, <pb
            n="167" xml:id="S.167"/> e daz
          man zewgen lait. So wais man wol, das zwen zewgen gehörnt auf die handhaft. Dhain dewp hat
          nyndert freiung.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.231">
        <head>Art. 231. Von aim schedleichen menschen.</head>
        <p>Wer ain schedleichen menschen vecht vmb poshait vnd den let an dez richter willen, oder
          der hincz aim schedleichen menschen richt, oder waz ain man richt, daz ander nymant
          richten schol, denn der richter, die habent sich all dez gerichts vnderwunden. Ez mag
          nymant den lewten gerichten vber ir er oder vber ir leben, denn der richter.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.232">
        <head>Art. 232. Von diepischen gut.</head>

        <p>Wirt ain mensch geantwurt aim richter, der den pan nicht hat, mit aim diepischen gut, vnd
          ist die dieff so chlain, daz der mensch sein leben damit nicht verwarcht hat, daz man im
          ain or sol absneyden, oder durch die zend prennen, oder pey der schrayat anslachen, daz
          muz alls <pb
            n="168" xml:id="S.168"/> geschechen vor pey dem richter, der den pan hat.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.233">
        <head>Art. 233. Von pan.</head>
        <p>Wer des pans nicht hat, der mag als wenig gerichten vber das or sam vber den halls.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.234">
        <head>Art. 234. Daz sind die recht vber tod.</head>
        <p>Wann man ain menschen vberwinden wil vmb erber sach oder vmb vnerber, vnd wann der mensch
          gepunden vor der schrann stet, der mag chainer gedingen: ez mus den zewgen horn. Ez mag
          chain gepundens mensch gedingen.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.235">
        <head>Art. 235. Von geding.</head>

        <p>Vmb welh sach man die lewt tötten wil, vmb erber oder vmb vnerber, wie ez der vorsprech
          da let, die schuld, die der mensch getan hat, also schullen ez die zewgen sagen. Sagencz
          ains worts myn, so sind sie nicht gestanden. <pb
            n="169" xml:id="S.169"/> Vmb wew man die
          lewt anspricht, die halt vngefangen sind, daz man hincz in bewärn wil, vmb weleich sach
          daz ist, daz müzzen die zewgen sagen, als ez der vorsprech dargelegt hat; valent sew an
          ainem wort, so sind sew nicht gestanden.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.236">
        <head>Art. 236. Todslag.</head>
        <p>Wer ain todslag tut, oder den man ains todslags zeicht, chumpt ez darczu, daz sew sich
          ausreden sullen, sie müzzen sich bereden in dem gericht vnd in der schrann, da der todslag
          geschechen ist.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.237">
        <head>Art. 237. Wer ain tött auf lawgen.</head>
        <p>Der ain ze totslecht auf lawgen vmb sein gut oder durich neyd, daz haisset mord.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.238">
        <head>Art. 238. Hanthaft.</head>

        <p>Wann man ain mort oder ze todslecht vnd ist daz plutig gewant da, daz ist die hanthaft;
          so bedarf man nur zwen auf die hanthaft. <pb
            n="170" xml:id="S.170"/>
        </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.239">
        <head>Art. 239. Von anzünten.</head>
        <p>Wann ainer ain anzünd vnd wirt er gefangen, so sol man im ain prant auf den hals pinden
          oder auf den rük, der aus demselben fewr genomen ist; daz ist die recht hanthaft.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.240">
        <head>Art. 240. Hanthaft.</head>
        <p>Wann die hanthaft nicht czwayr vnd sibenzig newr greczer wert ist, so mag man die lewt
          nicht totten.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.241">
        <head>Art. 241. Moltig zungen.</head>
        <p>Gegen moltiger zungen mus man vil zewgen haben.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.242">
        <head>Art. 242. Von pann.</head>

        <p>Alls ain mensch in dem pan ist sechs wochen vnd ain tag, so sol in der weltleich richter
          zu echt tun; vnd wer auch in der echt ist sechs wochen vnd ain tag, so sol man in aber zu
          pan <pb
            n="171" xml:id="S.171"/> tun. Daz recht saczt sand Siluester vnd der chunig.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.243">
        <head>Art. 243. Von vnzeitigen khinden.</head>
        <p>Wann ain weip erst man nympt, gewint si chind vor irr rechten zeit, man mag daz chind
          bechrenkchen an seinen rechten. Gewint ain fraw kind nach irs manns tod nach irr rechten
          zeit, man mag ez auch wol beschelten, wann ez zu spat chomen ist. Die zwayer hannde chind,
          der die rechtvertigen wil, sind sie degen chind, so sol man ir zal raitten zum mynnisten
          aine vnd virczig wochen; die ain wochen ist zu gnad darczue geseczt; der mayd chind an
          eine virczig wochen. Daz gericht schol vor den phaffen geschechen. Vnd mag man die chind
          vberchomen, daz si ze spat oder ze frü sind, si erbent in vater oder in muter gut nicht;
          ez erbent ye die nachsten erben.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.244">
        <head>Art. 244. Von prukh vnd wasser zol.</head>

        <p>Der prukken zol oder wazzer zol hinfürt mit wissen, der sol in virualt gelten. Ist daz
          nymant da ist, so sol ain man dreystund ruffen <pb
            n="172" xml:id="S.172"/> nach dem
          zolner, so er aller lawtist mag, vnd ist nymant da, so far fur sich. Vnd chumpt er
          hinwider vnd vodert der zolner seinen zol, er sol im geben mit enem. Vnd schuldigt er in,
          er hab im seinen zol verfurt, so sol er im swern, daz er im dreystund geruft hab; er sols
          nicht erczewgen. Man nympt an maniger stat zol, da nicht lewt gesessen sind.</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.245">
        <head>Art. 245. Von gericht.</head>
        <p>Man sol gerichts warten von der zeit so die sunne aufget uncz zu dem mitten tag, vnd ist
          der richter da, wer dan dar nicht chumpt . . .</p>
      </div>
      <div xml:id="NA.246">
        <head>Art. 246. Daz sind der jude recht gen den herren von Österreich.</head>

        <p>Dez ersten: Wann ain Christen stirbt, so sulen desselben erben in meins herren land ze
          Österreich in der schul der juden ze Wien, zu der Newnstat, ze Chrems haissen ruffen, ob
          er chainem juden gelten sull, daz der jud fur chom oder meld die geltschuld. Ez sol auch
          der jud in demselben jar, vnd der Christen stirbt, melden die geltschuld chundleich. Tut
          daz der jud, dez geneust er; tut dez der jud nicht, so sol der christen furbaz ledig sein
          von den juden seiner geltschuld. <pb
            n="173" xml:id="S.173"/>
        </p>
        <div xml:id="NA.247">
          <head>Art. 247. Kain jud soll leichen.</head>

          <p>Ez sol chain jud chaines herren holden leichen auf ir erb, wie das genant ist, oder ez
            sey dann mit dez herren oder mit dez amptman willen; sunst hat er daran nicht; wann er
            sol in nicht höcher leichen nur auf schreinphant. Man sol auch zu ainem lechen ainen
            oder zwen piderman nemen zu geczewgen aus demselben dorf, die dem aygen gesworn habnt;
            ob ain amptman lawgnen wolt, so schullen dennoch die juden nach der zwayer man
            chuntschaft gericht werden. <pb
              n="174" xml:id="S.174"/>
          </p>
        </div>
        <div xml:id="NA.248">
          <head>Art. 248. Von juden lehen.</head>
          <p>Ob ain jud leicht ainem holden an dez herren vnd seines amptmans wissen, so sol der jud
            darfür ander nymant aufhaben, wenn nur den alain, dem er sein gelt gelichen hat; vnd
            soll auch den herren ee ze red seczen. Ob er im recht vercziechen wolt, so mag er den
            ainen wol aufhaben, aber sunst nicht.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.249">
          <head>Art. 249. Von versetzen.</head>
          <p>Auch daz chain amptman sich selb noch seins herren gut verseczen mag an seins herren
            willen chainem juden; leicht aber ain jud darauf, ez hat chain chraft nicht vnd ist im
            nichts schuldig noch gepunden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.250">
          <head>Art. 250. Von briefen.</head>

          <p>Auch cziechent die juden herfur etleich alt brief, die lang zeit nie gemelt noch
            geczaigt sind, die etleich sagent vber erb, daz seit ist verchummert vnd verchawft, oder
            leicht an den sechsten gestorben ist. Derselben brief habent die juden nicht recht ze
            geniessen, noch nyemant damit zeschaden. <pb
              n="175" xml:id="S.175"/>
          </p>
        </div>
        <div xml:id="NA.251">
          <head>Art. 251. Von versetzen.</head>
          <p>So der herren holden ir erb verseczent den juden an der herren wissen, so geit ain
            judenrichter seinen brief darvber vnd bestet die mit seinem insigel, daz herr noch
            amptlewt darumb nichts wissen, daz furbas chain chraft haben sol.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.252">
          <head>Art. 252. Von juden zicht.</head>
          <p>Ob ain jud ain christen czeicht vmb geltschuld, daz im der christen gelten sull vnd der
            jud nicht brief darumb hat oder purgel, vnd der christen lawgent dez gelts, so sol der
            jud ain recht suchen vnd nemen vor dez christen herren oder vor seinem amptman.</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
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