Dist. I. Man sal von rechte nymandes beseccze ane gerichtes loube. Es en sal ouch
der botel nicht thun ane gerichtes geheysze, uffe daz daz gerichte unde eyn rad in
wichbilde erkennen, ab is mogelich gesin moge. Wulde abir eyner eyn besecze, unde en
muchte endeliches gerichtes noch den botel nicht gehabe, der muchte eyn wol behalde
mit sinen nackeburn, ob her ome wulde vorfluchtig werden, unde missetut doran nicht.
Brenget her on vor gerichte, daz her on adder sin gud bestetigen mag an siner
antworte, daz mag her thun. Beschuldiget on abir der beschuldiger, he hette on in
obermute ufgehalden, des mag sich der cleger entschuldigen mit sime eyde, daz he daz
nicht anders geenden muchte.
Dist. II. Pfaffen unde monche unde ander begebener lute gud mag nymant besecczen,
wen der geystliche richter, deme sy zcu gebote sten.
Dist. III. Eyn iczlich gast mag den andern wol besecczen in eyme gerichte, dy usz
zcwen gerichten sinth; sint sy abir usz eyme, so en mag des nicht gesin. Wer es ouch
umbe erbe unde eygen, do en
| Seite 141| muchte keyner den andern umbe beseczen, wen an der stad, do is gelegen ist.
Dist. IV. Had eyn man gud inne, daz eynes gastes ist, unde wel der gast daz gud
nicht vorsten, wen denne der cleger deme gute fulget, so antwort man is ome mit
orteyln unde mit gerichtes geheysszen. So ist her ledigk in deme gerichte unde in
allen gerichten, ab on iener umbe sin gud anderswo wolde ansprechen, wen he mit
gerichte erczugen mag, daz hers mit orteyln deme cleger muste antworten. Aber he sal
is deme vor kunt thun, des daz gud ist, mit wissenschaft dez richters adder der stad
brife; des had he von rechte fierczen tage ufschub. Wer abir iener yme lande nicht,
daz her on in fierczen tagen nicht erreychen mochte, tar he daz zcu den heyligen
gewern ane argelist, so behilt her von rechte noch zcw fierczen tage, om zcu
vorkundigen, daz om sin gud besaczt sy. Kan her on in der czid nicht finde, tar her
sinen eyd dorzcu thun, he blibet ior unde tag; dornoch gewinnet her keynen uffschub
me. Had abir iener wip unde erben, den sal man is ouch vorkundigen. Wullen sy dor
vortreten mit rechte, des sal man on gestaten; wullen sy des nicht thun, so sal man
sy dorczu brengen, daz sy zcu den heyligen swern, daz sy umbe dy schult nicht en
wissen, unde wo her sy, ab her lebening adder tod sy. Wen denn iar unde tag
vorkempt, sint en mag dy fruwe, noch dy erben, noch der wert, keyn lengern ufschub
gewinnen, wen daz man an gerichte lasse gen, waz recht ist. Doch sal man daz gud
besichern, daz is icht geergert adder vortan wert. Wern is abir sogetane gute, also
pherde unde ander vih, do schaden
| Seite 142| sich uf getun muchte, daz sal man vorphenningen mit wissen der erben unde
gerichtes volbort, unde dy phenninge sal man haden mit wissen der erben, bis recht
dorober komen ist.
Dist. V. Ist eyn gast eyme burger in wichbilde, adder in eyme andern gerichte, icht
schuldig noch lantrechte, kemmet eyn ander, wer her sy, unde had des gutes icht by
ome in sinen gewern, daz mag man wol besecczen. Wel is der herre entweren, daz ist
gud; wel he nicht, wen man on mit gerichtes boten geladen had, sint teylt man, sich
den der gute zcu underwinden noch wertschaft orer gulde, daz her sich dorczu zcy
also recht ist.
Dist. VI. Eyner fruwen cleyder, dy sy umbe unde ane had, dy mag nymande besecczen
umbe ores mannes schult, noch umb eres selbis schult. Waz sy anders had, daz
vorseczt man vor ore schult adder ores mannes, ab dy geste sin. Ouch darf sy uf ores
mannes schult keyne nod liden, sy habe denne mete gelobet adder vortan; adder man
bewise mag, daz der gute noch in oren gewern sin, ab sy wol daz nicht mete gelobet
had, doch mus sy dorumbe antworten unde liden dorumbe, waz recht ist.
Dist. VII. Brenget eyn gast sin gud in eyn fromde hus, do der wert, noch dy wertin,
vorste wullen, und ouch keyn wert en ist, ab is dorinne besaczt wert, der cleger sal
deme gute folgen mit rechte, glicherwise ab man is uf der strasse besecczen
wulde.
Dist. VIII. Welch man besicczt eynes gastes gud vor sine schult, daz doch des nicht
gewest wer, der ome schuldigk waz, unde waz her furderte mit der stad unde gerichtes
knechte von deme, under deme
| Seite 143| is besaczt wer, daz sal deme nicht schaden, des daz gud gewest ist. Wen he kempt,
unde sich zcu sines gutes zcuth mit sines eygens hand ane arges, so sal man ome sin
gud antworten ane allen schaden.
Dist. IX. Beseczt eyner eynes gastes gud, unde der gast wolde sin gud vorsten,
weygert daz der cleyger, so sal man ome gebite, von gerichtes wegen, daz her vorkome
vor gerichte. Wel he des nicht thun, so sal man zcu hant deme gaste sin gud frigen.
Funde man siner aber nicht, so sal man ome vorkundigen daz zcu sime huse, do her
inne wonhaftig es, zcum eynen, zcum andern, zcum dretten male; kempt her denne by
deme tage unde by der nacht nicht vor, so sal man deme gaste daz gud uffene, ab her
zcu huse ist. Ist her nicht zcu huse, doch sal man ieme sin gud uffene, wen do man
is besaczte, do wuste her wol, daz man deme besaczten gute zcu hand sulde fulgen mit
rechte.
Dist. X. Wert under eyme eynes gastes gud besaczt, wert denn daz gud entfromdet mit
gewalt, adder heymelichen, duplich adder rouplich, unde tud is eyn ander yome zcu
hulffe, des daz gud ist: der wert blibet ane schaden, tar her sinen eyd dorczu thun,
daz is ane sinen dang unde ane sinen rad geschen sy; he sal abir deme fulgen mit
rechte, der is ome had entfromdet, deme zcu hulffe der daz besaczt had, ab her den
erfert der daz getan had.
Dist. XI. Beseczt der richter adder der botel gud in eyme huse, unde der wert nicht
kegenwertig wer, daz en schat deme werte nicht. Dy werten, dy eyn man had, dy en
darf dy besicczunge nicht besurgen, dywile or man doheyme ist; were her aber nicht
daheime, so sal der, der is besaczt had,
| Seite 144| daz gud besurgen, bis daz der wert zcu huse kempt. Vorborge sich aber der wert,
unde muchte man is bewisen mit zcwen beddermannen, daz her besen ist, so en mag her
dy besecczunge nicht weddersprechen; he musz sy vorsten mit rechte.
Dist. XII. Man sal nymandes gud vor den andern besecczen noch ufhalden, man kunne
denne erczugen also recht ist, daz daz gerichte disseme vorsaget wer. Daz sal man
irczugen mit hern adder mit steten briffen, dy dorumbe geschriben adder gesant
haben, oder mit des gerichtes dincphlicht czwein, dy czu dem gericht gehorn da man
helfen scholde, dy das geweren czu den heilgen mit ym; das man im nicht helfen
wolde, en mac er der nicht gehaben: so mag her des hern adder eynes andern gud
dorumbe besecczen, alzo lang bys er in twinge czu helfen, das schol man ym gestaten.
Obe der beschaczten gute schol er kein in sinen nucz wende, wen einen iarczins. Were
abir eyner so arm, daz der herre adder gerichte von om nicht gehelffen kunde,
erczuget daz der richter mit zcwen dingphlichten czu den heilgen, adder mit ander
guter kuntschaft da man sich an let genugen, so en mag man den hern noch keyner
siner lute dorumbe besecczen.
Dist. XIII. Man en sal noch en mag keyn meyger noch gebur vorsecczen vor sinen hern
hocher, wan sin rechte iarzcins sted, den he gewert zcu den heyligen.
Dist. XIV. Man sal in keyme gerichte ymande sin legende gud besecczen, noch erbe,
noch sine farnde habe, dywile er zcu sinen schulden domete
| Seite 145| gnug besessen ist; wen hette ymant keyn on schulde zcu clagene, deme sal der
fulgen mit rechter clage.
Dist. XV. Wulde der richter adder botel besecczen eynes gastes gud, unde wulde man
daz wern mit gewalt unde weddersassze, adder mit anderme unrechte: daz had der
cleger zcu furderne zcu den, dy is gewert haben, unde daz gerichte had den
weddersaccz ouch zcu clagene; unde wurden sy vorfluchtig, man fulge on mit rechter
clage, unde tu sy in dy achte. Dyselbigen weddersecczere unde or gud mag man dorumbe
ufhalden unde besecze in deme gerichte.
Dist. I. Spricht eyner den andern an umbe schult vor gerichte, bekennet her der
schult, unde ist is zcu elicheme dinge, so sal her dy schult gelden by sonnenschine.
Ist is nicht elich ding, so teyle man ferczen tage. Louckent, he aber der schult, so
sal her zcu hant vorsache in elichen dingen, so had her des eydes ufschub firczen
tage. Spricht her her ouch, he habe dy schult vorgulden, daz sal her bewisen
selbdritte mit unvorsprochen luten, die is habin gesehen und gehurt, das her im die
schult vorgalt.
Dist. II. Clagen me lute zcu eyme umbe schult, den he doch allen bekennet, man sal
on allen helffen. Doch wer do er claget, deme sal man er helffen; eyme noch deme
andern.
Dist. III. Mag der richter nicht gehelffe von eyme, daz her so vel phandes nicht en
findet, so teyle man on mit der hand zcu antwerten. He sal on abir halden glich sime
gesinde, ab her on an der schult wel lase erbeyten. Ffuget om daz nicht, so mag her
on wol spanne in eyne helde in eyn
| Seite 150| beheltenisz, aber nicht uf swinkober adder by profoysen, noch zcu kalt noch zcu
warm seczen. Dy koste sal her ome ouch gelden. Man mag ouch sin wip unde sine frunde
wol lasse by on gen mit ome zcu redene. Ist der wirt nicht im huse, ez sol sin
gesinde gestaten. Wert man daz, so schol man daz mit gerichte eischen. Wert man daz
aber, so muz man darumme busen und wetten, alz dicke alz man daz wert. Man schol
aber dy erste eischunge tun ein tac, dy ander den andern tac, alzo daz ye uber einen
tac eine eischunge gesche, wislich czwein unversprochen mannen, mit den er dy
eischunge erczugen mac. Dy man aber czu im let gen, teten abir dy arg dorczu, daz
her abtrennig wurde, domete wer her der schult nicht ledigk, unde dy gewern gewunnen
in derselben schult, also ab sy vor claget wern vor gerichte; sprechen sy abir, sy
en hetten keyn arg ny dorczu getan, das sted zcu iczlichemes eyde.
Dist. IV. Wenne eyner geantwert wurde vor schult, unde wurde anders nicht gehalden
wen hy beschriben ist, sturbe der do bynnen in deme beheltenisz, adder geschege om
schade an sinen libe adder an siner craft, des blibet man ane nod.
Dist. V. Wert eyner in eyme wichbilde adder gerichte geantwert eyme gaste vor
schult, den sal her in deme wichbilde adder gerichte behalden also eyn burger den
andern, unde sal on nicht uszfurn. Es en mag ouch keyn gerichte noch herre erlouben;
es wer denne eyn gebannen man, der von deme gotesdinste gehindert wer. Wulde der
gast den man uszfuren, der musste deme gerichte vorborgen, daz her on hilde also
recht wer, unde wan he erfure,
| Seite 151| daz her usz deme banne ledig wer, so sal her on wedder antwerten in daz gerichte.
Dist. VI. Ist eyn fruwe, adder iungfruwe, adder mayt schuldig, unde man dy schult
zcu or bracht had vor gerichte, und das erczugen mac mit gerichte, findet man by or
nicht, do man von gehelffen kan, so mag man sy antwerten hen by der hant also eynen
man, und behalden als einen man. Man sal sy abir behalden in uffen gemachen und
nicht in beslossen, unde sal sy an oren eren bewarn. Gesche des nicht, daz keyn
unczucht an oren eren geschege, unde schriete sy das gerufte, man sulde richte zcu
deme, deme sy geantwert war, unde zcu deme huse noch notnunfft.
Dist. VII. Spricht eyn fruwe, iungfruw, adder mayt, sy en hette nergen, wedder
heymelich noch offenbar, phanth, noch gelt, noch geldes wert, domete sy dy schult
gegelden muchte, unde gewert daz zcu den heyligen mit oreme eyde, so sal man sy
nergen hen antwerten. Erfure man abir an keyner stad in ymandes gewer ores gutes
icht, so muchte sy der eyd nicht gehelffen, ob sy sich darczu erbote, unde men daz
ouch wissentlich machte.
Dist. VIII. Had eyn man unde sin fruwe icht geborget, daz sy beyde gelobet han, daz
sin sy beyde schuldig. Czut nu eyn man usz, er he beclaget wert, unde man weys
nicht, wo her hen geczogen ist, claget man sint zcu sinen guten: dy fruwe zcut sich
unde ore gute hinder sich eyn iar unde sechs wochen unde dry tage; dornoch musz sy
antworten umbe dy schult ane allen hinderczog, unde wert dy fruwe denne gewunnen,
man sal von or helffen unde von den guten.
| Seite 152|
Dist. IX. Had eyn fruwe gud geborget ane oren man, also dicke geschet, unde
underwiln eyn man doheyme nicht en ist, unde dy gute doch in orer beyder nucz gewant
werden, queme is dornoch, daz eyn man enweg czoge, er he adder sin fruwe enweg
czogen, unde claget man sint zcu der fruwen unde zcu oren guten umbe dy schult: do
en kan sy lenger keynen ufschub an gewinnen wen dry firczen tage; dornoch musz sy dy
schult entwern, anders man hilft von or unde von oren guten.
Dist. X. Claget man zcu eyner fruwen umbe gute, dy sy had geburget ane oren man,
unde ist doch an or beyder nucz komen, unde ist der man doheyme, he mag sine fruwen
hinder sich zcin firczen tage unde nicht mer; dornoch musz he adder sin fruwe neyn
adder ia sprechen. Spricht abir he, her wuste dovon nicht, daz musz he bewisen mit
syme eyde, daz das gud in sine gewer noch nucz nicht komen sy, unde ist denne mit
syme gute en prochen von der clage. Louckent abir dy fruwe der schult, daz sted zcu
oren eyde; bekennet abir sy ir, man sal dorobir helffen, ob sy icht hat, adder sy
mit der hant antwerten.
Dist. XI. Burget eyn fruwe icht ane ores mannes willen, dy ungeraten ist, daz he
bewisen tar mit syme eyde, adder dy fruwe nicht guten wicczen had, der burg kan deme
manne nicht geschaden, den also vel: funde man der gute icht by ome in oren gewern,
dy sal man wedder geben; were or ouch eyn teyl vortan, daz queme deme manne nicht
zcu schaden noch sinen guten; funde man ir auch keine der gute in sinen geweren, er
schol ez aber bliben ane not.
| Seite 153|
Dist. XII. Had eyn fruwe gute, dy or lipczucht sin, unde ander lute anefal dorane
haben, dy mag wol burgen in dy gute, also daz is denselben guten keyn schaden noch
getwangk mache, noch deme der or anwartende ist; sundern von allen farnder habe, dy
in den guten sin, do sal man von gelden unde helffen mit gerichte umbe den burg. In
dyselben gute ir varnde habe en kan sy keinen hinderczuc gewinnen, wider an den der
anwartende ist, noch an nymande.
Dist. XIII. Welch fruwe burget icht, dy nicht kinder had, unde siczt in wichbilde
in oren guten, dy schult sal sy selber gelden. Man hilfft ouch umbe dy schult von or
unde von oren guten. Had sy ouch kinder unde ist mit der kinder wissen geburget, dy
kinder sullen er belffe gelden, unde antwerte zcu der schult.
Dist. XIV. Keyn fruwe noch ore kint, noch keyn orer erben, dorffen von oren guten
umbe keyn ungerichte antwerten, daz der man begangen had; he habe denne selber czu
gerichte gestanden an geheyter bang, er he vorfluchtig wert, so muste man antwerten
von den guten.
Dist. I. Welch man claget umbe schult zcu deme andern unde spricht: er richter, N
ist mir
| Seite 154| sovel geldes schuldig; spricht denne iener: er richter, fraget worumbe ich ome
also vel geldes schuldig sy; daz musz her ome benennen. Wel her des nicht tun, so
vorteylt man ome dy clage; spricht her abir, dy schult ist mir angestorben, ich
finde sy also beschriben, adder ich ben or alzo underwiset, unde daz her sinen eyd
dorzcu thun, daz her ander wissenschaft nicht en habe, so musz man ome antwerten
neyn adder ia.
Dist. II. Had eyner deme andern des sinen icht gelegen, daz her ome had gelobet
wedder zcu geben, und mac dez nicht gehaben, so sal der cleger beluten waz daz wert
sy gewest, so sal her ome also eyn gutes weddergeben, unde tud sinen eyd dorzcu, daz
is nicht besser gewest sy. Hat er dez nicht mit einem sogetanen wider czu geben, so
gebe er golt dovor noch siner wertschafft mit sinem eide, und sy loz.
Dist. III. Nymant en mac des andern schuld gevordern mit gerichte, er sy denn von
dem rechten cleger czu vormunde gekorn, und auch gelobe vor yn czu antworten, ob man
czu im czu clagen hat.
Dist. IV. Kemt eynes gastes ware bote, der hern adder stete vorsegelte briffe habe,
daz man ome helffe, daz sal man thun; he sal abir vorgewissene, daz her ieme wedder
antwerte von yens wegen, ab he icht zcu ome wedder zcu sprechene had. Nymand bedarf
er anders antworten von yenes wegen, wenn dem, von deswegen der mit kuntschafft
siner offen brife geclait hat.
Dist. V. Beschuldiget man eynen umbe schult, und he spricht, he habe or lenger tag
an der schult, mag he eyn iar tag behalden unde nicht lenger
| Seite 155| gewinnen; he hette denne von willen gebeten zcugen, adder lickouffes lute, dy von
or beyder wegen dorczu gewillekort sint, daz her on denne beczalen sulle, adder is
mit gerichte bewisen mag, so behildet he sinen tagk. Und wer dy clage beclait in
gebunden tagen, wil er denne der schult lenger tac erkrigen, den eid schol er czu
hant tun.
Dist. VI. Wer uf den andern schult gewinnet vor gerichte, dy also gebort, daz sy
eyner zcu den heyligen mus behalden adder mit geczuge: vor dy schult mag her keynen
ufschub nicht gehaben, wen he sal sy an der stenden stad beczalen, adder man sal ome
ienen antwerte mit der hand vor dy schult.
Dist. VII. Waz eyn man mit rechte vor gerichte gewinnet, do en darf her keyne nod
umbe liden, wedder in deme gerichte noch in eyme andern.
Dist. VIII. Ist eyner czweygerley, adder drierley luten schuldig, beczalt he den
icht, daz sted an siner kore, von welcher schult her daz richte, unde sted nicht an
ieme, der daz gelt enphangen had.
Dist. IX. Ist eyn man burge umbe schult, sterbet der, der en erbet dy burgeschaft
der schult nicht uf sinen erben. Wert he abir an gerichte vorclaget, daz her mit
rechte usz deme burgenczog nicht komen kan, unde he gerne wer dorusz gewest, unde
wert daz an ome erfulget, daz her domete an ome selb schuldig wert, sterbet denne
der: sine erben mussen dy schult gelden, unde mogen dy hernoch nicht vorsachen,
dywile man dy gewonnen schult der burgeschaft mit gerichte erczugen mag.
| Seite 156|
Dist. I. Wert eyn man beschuldiget, daz he nicht en halde daz her gelobet had in
sinen briffen, louckent he des ingesz, unde spricht, des en sy nicht, dy rede unde
der brif sy ome unwisende, he ha des brifes ouch nicht gegeben: dy entschuldigunge
mag her entgen mit sines eynes hand. Bekennet her abir sines ingesz unde saget, is
sy ane sinen willen unde ane sine wissenschaft an den brif gehangen, he sy ouch der
schult nicht schuldig, he habe ouch nicht gelobet: des musz her sich entschuldigen
selbdritte framer lute zcu den heyligen.
Dist. II. Louckent eyner sines brifes unde sines ingess, unde spricht dy schult si
vorrichtet, wer dy schult an gerichte geschen, daz irczuget man mit gerichte; wo des
nicht geschen ist, des musz her sich entschuldigen selbdritte unvorsprochener lute.
Dist. III. Ist eyn man schuldig, do eyn sinen brif ufgebet under foytes adder
schepphen ingesz, do he schult bekente an gerichte, den brif mag her nicht entsagen
mit keynen rechte. Der richter mag deme cleger allewege phandes helffen umbe des
brifes schult. Vindet der richter in des gewer nicht pfandes, da er von gehelfen
mac, so antwort er yn yeme mit der hant. Begegent er im auch nidert
| Seite 157| uff der Straße, er mac im wol ufhalten ane gerichte, und fur gerichte furen, ob
man das tut als vor beschriben ist.
Dist. IV. Had eyn man eyme iodden briffe gesaczt umbe gelt, do eyner sin eynig
ingesz had vorgesaczt, spricht unde claget der iodde unde betet, daz der sine briffe
gutlich losze, spricht denne iener, he habe sy gelost: daz mus her kegen deme iodden
irczugen selbderte, unde sal sin eyn iodde unde czwene cristen, dy do geczugen.
Dorumbe sal eyn iczlich man achten, wen her sine briffe ledige, daz her on mete
ufneme. Spricht aber der iodde, he hette den brif vorlorn, daz sal her swern uf
moyses buch, daz is also sy; wan her daz getud, so sal he disseme der hern adder des
rates brif geben unde des gerichtes quitebrife machen obir den vorlorn brif. Wolde
er des nicht en tun, man schol in mit rechter clage darczu brengen.
Dist. V. Sterbet eyn iodde, unde vorhildet man brife umbe schult, adder dy en
mochten doch gelost sy, do en mogen sine erben nicht me irczugen, wen noch des
briffes luthe, unde man den brif nicht wedder wel. Wel man sprechen he sy los, daz
mus man irczugen selbderte also vorguldene schult.
Dist. VI. Gebet eyner sinen brif under sinen ingess, wel man sprechen he sy los,
daz musz man irczugen selbderte also vorguldene schult.
Dist. VII. Gebet eyner sinen brif under sime ingesz unde under me lute ingesz, der
den brif inne habe, der mane sy alle mit oren ingesz. Spricht nu eyner under on, he
habe dy schult adder dy sache nicht gelobeth, sprechen dy andern es sy on wissende,
daz her is had mete angehangen, daz hulffe
| Seite 158| doch nicht: he wer is ner zcu bewisene mit sines eynes hand; unde dy andern, dy
on or ingesz gen, dy musten den brif halden.
Dist. VIII. Welch herre sinen brif gebet under ander siner manne ingesz, sterbet
der herre, sine erben sullen dy manne ledigen unde or ingesegil. Sturbe ouch sin
herschaft an den obersten hern, dy sulde daz glichewol thun; wulde he des nicht tun,
dywile weren sy ome nicht phlichtig sines rechten an sine manschaft, unde tun wedder
ore ere nicht, so daz sy on vormant haben des wissentlich andern sinen mannen, zcwen
adder dren, mit den her daz irczugen magk.
Dist. IX. Gibt ouch ein herre vor sinen man sinen brif umbe schult adder umbe ander
geschefte, lediget on der man nicht, her sal ome vorscheyden vor ander sine manne
dry firczen tage, unde sal ome folgen mit rechter clage, unde lasse helffen von
sinen guten. Louckent he abir sines hern brif, des ist her neher zcu vorborgen mit
zcwen sinen mannen, wen her is om entgen mag. Hanget abir des mannes ingesz ouch an
den brife, so en darf on der herre ouch nicht vorczugen, wen sin selbist ingesz
vorczuget on.
Dist. X. Es en mag nymant sinen brif noch ingesz uszgeczin, wen der adder dy, ab or
mer ist, der dy ingesz sin. Storbe der, des dy brife wern, so musten is sine erben
tun.
Dist. I. Welch man eyn burge wert vor den andern umbe schult, sterbet der, der
irbet dy burgeschaft nicht uf sinen erben. Sterbet abir der selbschuldige unde der
burge dornoch, dennoch en erbet her dy burgeschaft nicht uf sine erben.
Dist. II. Sterbet der burge, ehir he beclaget wert umbe dy schult, he erbet doch dy
burgeschaft nicht.
Dist. III. Claget man zcu den burgen eynmal adder zcwey, unde doch nicht vorclaget
ist, sterbet der under der clage, he en erbet doch wedder clage noch burgeschaft.
Dist. IV. Wert eyn burge erclaget mit rechter erfolgeter clage, dy schult musz her
gelden. Vorsterbet her ouch in der vorclageten zcith, sine erben mussen dy schult
gelden.
Dist. V. Dy erben mussen ouch habe zcu deme sachwaldigen ore forderunge or schult.
He mag ouch nicht vor dy schult komen mit sime rechten von den erben, dywile sy mit
gerichte irczugen, daz dy schult von siner wegen uf oren vorfarn erfulget sy mit
rechter clage.
Dist. VI. Louckent eyner, her sy nicht burge, daz sted zcu sines eynes hanth. Ist
he aber burge worden vor gerichte, dywile man daz erczugen magk, so mag her dovon
nicht komen mit sime rechte.
Dist. VII. Hat einer burge gesaczt, und eischet im der sinander ym das geborget
hat, und sprech er denne hin czu im, mane dinen burgen, ich bin dir nicht schuldic,
damit ist er der schult nicht ledic, ob der burge abeginge.
| Seite 160|
Dist. VIII. Werden me lute burgen wen eyner, unde geloben slecht vor dy schult, wer
or denne abestet, do kempt iczlicher mit siner anczal von. Sterbet abir der borgen
icht abe, daz en schadet den andern nicht. Der schade ist eynes selber, kegen deme
gesprochen waz.
Dist. IX. Geloben lute mit gesampter hand und werden burgen umbe dy schult, werden
sy denne dorumbe beclaget mit rechte, sy mussen dy schult gelden, dywile or eyner
lebete, glich mit enander, denne dy gesampten hand erbet or eyner uf den andern,
abir nicht uf sine erben.
Dist. X. Wer der leczter worde vor dy gesampter hand, unde dy andern abegestorben
wer, wurde denne dy schult czulecz irclaget mit rechte, daz der unschuldig wer
worden, sturbe he, sy irbete uf sine erben, dy musten sy gelden.
Dist. XI. Werden ouch me lute burgen vor eyn wergelt eyner sache, unde eyner
gelobet hute, der ander morne, der dritte obermorne, io daz sy nicht by enander sin
wen sy burgen werden, vorfellet sich daz wergelt, ab sy wol nicht mit enander haben
gelobet, doch ist keyner phlichtig zcu gebene daz wergeld mit enander, ab he wol
gelobet had alleyne, sundern sy sullen daz mit enander geben. Welcher under den
sturbe, umbe des teyl leden dy andern keyne nod, wen sy nicht mit gesampter hand
gelobet hatten. Dis capittel ist alles von schultburgen, unde ist lantrechte,
wichbilderecht unde keyserrecht.
| Seite 161|
Dist. I. Beclaget eyner schult zcu eyme, do her ome burgen adder phanth umbe seczt,
do teylt man dy schult abezcunemen by firczen tagen. Tut er dez nicht, so schol er
es ufbiten dry XIV tag. Dornoch sal her is ieme anbieten mit wissentschaft zcweyger
ingesessen manne in dem gerichte. Wel her is denne nicht loszen, so vorseczte her is
vor sin gelt, ob er mac; kan her is nicht vorseccze, so mag her is vorkouffe, und
sal seinen eid dorczu thun, das her is nicht hochir kunde usbringen. Gilt is mer,
daz gebe he yeme wedder; gilt is mynner, so sal man ome wedder helfen. Kan hers aber
weder vorsecczen noch vorkouffen, und tut sin eyd darczu, daz also sy, so neme he
frome lute doby, unde schacczen is denne by irem eyde, waz is wert sy, do behalde
her is selber vor. So ab denne me gebricht, so sal her bewisen zu den heilegen,
| Seite 163| das her nirgen andirs gutis noch pfandis en habe, domethe her im vollen irstaten
moge, so mag man im ienen vor das obirge gelt antworten bie der hant.
Dist. II. Seczt eyner phanth an farnder habe, welcherley daz ist, daz an gerichte
gewunnen ist, daz sal her ouch ufbieten dry firczen tage, unde tud domoch, also
recht ist, mit anbiten.
Dist. III. Phant dy eyn vorsaczt werden unvorclaget an gerichte, der en darf man
nicht ufbiten. Wan man sy nicht mer halden wel, so sal her sy ome wedder anbiten
wissentlich sinen nackebur. Wel her denne sy nicht lassze, so thu her sin beste
domete.
Dist. IV. Es en mag nymant phand in dy iodden secczen uf wucherschaden, is en sy
denne gewilleckort. Spricht abir der, des das phant ist, he habe sin nicht
gewillekort, daz is iener, der das phant inne had, ner zcu bewisen zcu den heyligen,
daz her is gewilleckort habe, wen is disser entgen magk.
Dist. V. Wulde eyner sin phant ledigen in gebunden tagen, deme der eyd dorzcu
gebort, den eyd sal man irstaten, ab is usz den gebunden tagen gesatczt was; ist is
abir in gebunden tage geschen, so mus her usz den gebunden tagen den eyd thun.
Dist. VI. Wert eyme eyn phant gesaczt adder gelegen, daz he vorbaz vorsecczen wel,
vorseczt her is unde wert is vorlorn, daz sal her gelden na sinen werde adder na
fruntschaft.
Dist. VII. Keyn man mag selber gephenden ane gerichte, ane uf syme eygen adder uf
syme lehen; do phent he selber wol vor sinen zcins. Daz pfant mac er yeme selber
anbiten, und mac es vorkummern ane gericht, so das er in hen nach wise.
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Dist. VIII. Spricht eyner, he wulde sin phant losen unde gebe sin gelt, spricht
denne der, der daz phant inne had, is stunde me, daz wer he nehir zcu bewisen zcu
den heyligen uf daz phant, den is disser entgen magk.
Dist. IX. Were eyme gaste eyn phant gesaczt, der sal is yme gerichte lassen, unde
sal eynen gesessen vormunden kisen daczu mit orteyln, der mit deme phande gebore
also recht ist.
Dist. X. Seczt ouch eyn gast eyn phant, der sal eynen gesessen vormunden kisen, der
mit dem phande gebore also recht ist.
Dist. XI. Seczt eyner essende phande, also pherde, adder ander vih, dy aczunge sal
der irlegen, des daz fih ist, noch rechter futterunge noch gliches kouffes. Unde waz
deme fih wedderfert zcwissen wasszer unde crippen, daz ist deme geschen, der is
gesaczt had; geschet is abir ussewendig, daz ist geme wedderfarn, des phant is
ist.
Dis capittel ist alles lantrechte unde wichbilde gemeyne.
Dist. I. Wer burgen seczt zcu leysten umbe gelt, wy dy leystunge gelobet wert, also
sal man sy halden. Globet eyn burge zcu leysten mit eyme pherde,
| Seite 166| adder mit zcwen, adder me, adder mit meren luten, wen dy leysten, dy sullen
czuchtiglichen leysten mit gewonlichen kosten, mit gewonlicheme getrencke, zcu eyner
zcitlichen notdorft. In der wochen sullen dy leystere eyn bad haben mit gewonlichen
lone; sy sullen ouch or gewonliche futter nemen oren pherden; sy sullen ouch nicht
gewant, noch hasen, taschen noch gortele kouffen, noch keynerley ding, domete man
den beswern moge uf den man leystet; wen waz der leyster dorobir kouffet, daz sal
her uf sich selber nemen.
Dist. II. Wen der leyster leystet mit pherden, sy sten deme zcu faren, uf den man
leystet, czwuschen krippen unde rechter trencke. Wulde abir eyn man in wite adder
ungewonliche trencke riten, geschege do syme pherde schaden, den mußte he selber
tragen.
Dist. III. Wulde eyn man uszrite undir der leistunge in sin selbest geschefte, waz
denne siner habe wedderfert, daz ist om selber getan.
Dist. IV. Duchte eyn man, daz her zcu lange leyste, unde om unbequemelich sy alzo
lang inne czu ligen, unde en kan den wedder mit sinen briffen noch boten ermanen,
vor den her inne leit unde leistet, daz her on ledige, unde wel denne uszriten, uffe
daz das her ledig werde: daz sal her thun mit des willen, den man leystet. Geschet
om denne icht ungluckes an siner habe, adder wurde gefangen an deme wege, der schade
wer deme irstanden, uf den man leystet, so daz her gewere zcu den heyligen, daz on
nod dorczu getwungen habe on zcu suchene, unde is ouch mit iens willen getan habe,
uf den man leystet.
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Dist. V. Wen tayczit kemmet, daz man leysten sal unde inriten, wen man on denne
mant, so en kan her keyne wedderrede gehaben; is beneme ome denne ehafte nod, dy man
bewisen sal also recht ist.
Dist. VI. Wulde eyner eyn nicht ledige; unde wulde der wert uffe dy habe unde truwe
nicht burgen mer, der mag dy habe, unde daz phant vorkummern umbe sin schultgeld ane
clage, doch wissentlich richtern unde schepphen, umbe daz man irkennen moge, daz man
dy habe uf daz groste had uszbracht.
Dist. VII. Wer uf eyn leystet unde her on nicht lediget, der sal on beclage vor
sime richter, adder vor deme hern; do sal man om umbe helffen, also umbe ander
schult.
Dist. VIII. Nymant sal den andern schelden, ab her on nicht lediget usz der
leystunge, dywile he gerichtes unde gerechtes bekomen mag.
Dist. IX. An leystunge beczalt yderman wol sine anczal. Haben sy aber dy leystunge
gelobet mit gesampter hand, so mussen sy dy mit gesampter hand usztragen, also
gesampter hand recht ist.
Dist. X. Gysele heysen, wan man uf schult gelobet, eynen, zcweygen, drien adder me
menschen zcu leysten ane geverde, unde man ouch underwillen zcen, adir eilffen, ader
czwolffen adder noch mer uf eyne schult gebet unde willekort dy gisele, sy sin lang
adder korcz, czu gisele dovor zcu sine. Sy werde gelediget adder nicht, doch en sin
sy deme werte nicht phlichtig zcu irstaten, ab he schaden nempt an sinen kosten.
Dist. XI. Den dy gysele leysten, den sal man eyn essen den tag geben, unde sal on
dry gerichte
| Seite 168| geben volkomelich zcu orer notdorft, unde eyn qwart wins oder birs zcu trinckene
ober deme tische. Nicht mer ist man on phlichtig zcu geben den tagk.
Dist. XII. Der wert sal alleczit dy gisele halden mit des wissen, den man giselt
umbe sine schuld.
Dist. XIII. Clagen dy giseler, das man in giselpfrunde nicht volkumlichen gebe, dem
man denne giselt, der schol daz mit dem wirt uztragen, das des nicht gesche. Wenn
uff den man giselt, ken dem muz der wirt gerecht werden mit sime eide, das er den
giseln ir rechte pfrunde habe gegeben, trinken, und essen. Tar er sinen eid darczu
nicht tun, so schol er das den giseln erstaten. By oder under sim eide, da mac in
der umme beclage, uff den man giselt, wen derselbe dy koste gelde muz.
Dist. I. Von gotisrechte sal keyn iodde wucher nemen. Duch so ist or ordenunge
anders geschicket, wen sy hy czu lande nicht eygens mogen gehabe; unde sin von den
keysern und fursten begnadet durch ores gutes willen, daz sy ersaczt sin mit
sunderlicheme rechte.
Dist. II. Von der iodden besaczten gerichte beschribe ich nicht, wen is ist in
sunderlichen landen in eyner gewonheyt anders irsaczt wen in den andern.
Dist. III. Der iodde sal nicht by nacht lien, noch vor deme ufgange der sonnen,
noch nach dem
| Seite 169| undergange der sunnen. Der iodde sal nicht lien vorsprochen luten, also diben
adder roubern; wo sy den lien heymelich, wert dy dipheyt adder roublich gud under on
funden, daz mussen sy ledig weddergeben mit gewette, unde wert rechtelos under den
iodden unde cristen.
Dist. IV. Waz der iodde uffenbar liet uff phand, sy sin gestoln adder geroubet, ab
dy wol in siner gewer funden werden, unde he or nicht vorlouckent, doch so vorlust
her nicht sine phenninge dorane. Loukent er aber des dubigen gutes, so vorlust er
siner pfenninge daran; man mac in auch czu einen mitheler czelen, unde vorluset
iudisch recht und alle recht, dy von keysern und fursten in geben sint.
Dist. V. Keyn iodde sal lien uf blutigk gewant by deme banne, noch uf kelche,
bucher dy zcu gotishusern gehorn, adder messegewant, adder tweln. Duch mogen sy
kelche unde bucher wol neme zcu phande, dy gotishusere sin, so daz sy or keyn in or
gewer nemen, unde befeln dy offenbar in eynes cristen mannes gewern; do sal der
iodde zcu nemen zcwene cristen unde eynen iodden, dy eynes guten lumundes sin, zcu
geczogen.
Dist. VI. Alle ander bucher, also schulbuchere unde rechtbuchere, ducze buchere, dy
mag der iodde uffinbar nemen zcu phande in sine gewer.
Dist. VII. Had eyn cristen sogetane sache zcu eyme iodden, daz do entredt farnde
adder legende gud, adder dy deme iodden an sinen lip trith: do en mag der cristen
den iodden nicht oberczugen, wen mit zcwen iodden unde eyme cristen.
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Dist. VIII. Spricht eyn cristen eyn iodden an, he habe om sin phand gesaczt, unde
der iodde louckent des, wel der cristen des iodden worten nicht glouben, so sal her
sich entschuldigen uf moyses buche mit sime eyde in welcher achtunge der cristen
sine sache keyn om gesaczt habe, unde sy losz.
Dist. IX. Had eyn cristen eyme iodden phant gesaczt, spricht der cristen, is sie
nicht sovel, und der iud spricht, es ste me: des ist der iodde nehir zcu bewisene uf
sin phant mit sime eyde. Wen her daz getud, so sal der cristen daz phant lose umbe
daz houbtgeld unde wucher.
Dist. X. Spricht ein iud einen cristen an, er hab im sin pfant verwechselt oder
geergert, leukent dez der cristen, dez wirt er unschuldic mit sin eines hant czu den
heilgen.
Dist. XI. Spricht eyn cristen eyn jodden an, he finde sin gud in siner gewer, daz
om abgestoln sy, adder roublich adder mit anderme frevele genomen, daz her is ome
wedder gebe, spricht der jodde uff moyses buche, do man is ome saczte, daz her is
nichten wusste ab is gestoln adder geroubet wer, so behilt der iodde sin houbtgud
unde sin gesuch dorane. Wil im denne der cristen nicht gelauben, das is sovil ste,
daz mus er behalden uff moyses buche.
Dist. XII. Ist daz der iodde von furesnod adder von duberige, daz ome sine phant
mit enander vorstoln wurden unde ouch das offenbar wissende ist, spricht on der
cristen dorumbe an, der is ome gesaczt had, do tud der iodde sinen eyd zcu uf moyses
buch unde sy loz, so vorluest der iude sine pfennighe und der cristen sin gut.
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Dist. XIII. Lihet ein iude eim cristen gelt uff pfant, oder ane pfand, und gelobet
im selber, da ist er ym czu hant houptgut schuldic mit dem gesuche. Spricht aber der
cristen, er hette im kein gesuch gelobet, das hulfe yn nicht, wen der iude ist der
neher czu [b]ewisen mit sime eyde uff moyses buche. Spricht aber der cristen, ich
bin ym nicht schuldic, dez entget er im mit sime eide.
Dist. XIV. Welch iodde czu felde zcuth, adder zcu holcze, adder in heymeliche
grunde, kempt man des by on in hanthafter tad, man richtet obir on, also obir eynen
dip oder dipzerer.
Dist. XV. Alle phand, dy der iodde innempt, wen he dy nicht lenger halden wel, dy
sal he mit wissene cweyger cristen unde eyns iodden ieme, der dy phand gesaczt hat,
anbiten, unde sal dy phand tragen an geheyte bangk unvorclaget, unde sal dy ufbiten
zcu deme irsten male unde sal sprechen: her richter unde ir schepphen, ich ha daz
phant angeboten N, unde sal daz uffenbar by namen benennen, do ha ich by gehad myne
geczugen eynen ioden unde zwene krysten, dy is saen unde horten, des en wel he nicht
losen, unde bete ouch umbe recht zcu erfarn, wy ich forbaz geboren sulle. So teyle
man ome, he sulles noch zcwer ufbiten. Wen he daz getud, dornoch wende he daz in
sinen nucz, unde sy von ieme ledigk unde loz. Daz ist gered umbe phant, do nicht zcu
gelobet ist.
Dist. XVI. Had eyn iode pfand, darzcu gelobit ist, der mag ienen umme daz gelobede
beclagen an gherichte. Bekennet her, daz her globet had zcu deme phande, so sal men
ome helfen zcu deme
| Seite 172| phande, ab iz zcu korcz ist. Spricht iener, her habe ome nicht globet zcu deme
phande, so gebare der iode mid deme phande, alz vor geschrebin ist.
Dist. XVII. Vorlust der iodde eyme sin phant, do he keyns me mete vorlorn had, daz
mus der iodde gelden; sin geld sled ome abir her dorane abe, daz he ieme gelegen
hatte.
Dist. XVIII. Wer eyme iodden phand seczt, der sal sy bese, daz sy dy milwen,
schaben, muse adder ratten icht geleczt haben. Ffindet der iodde icht gebrechens
dorane, do sal he zcwene iodden unde eyn cristen by nemen, dy is besen. Wert is
hirnoch vorwarloset, den schaden mus der iodde irlegen, das he das in seiner hute
nicht bewart had. Tud he abir sinen eyd dorczu, daz hers ome zcu hand vorkundiget
habe, da er ez in rechter hute gehabt habe, so blibet der iodde ane wandel.
Dist. XIX. Beduchte nu eyn cristen, daz sine phant erger wern worden, unde wulde
der dorumbe nicht losen, unde had der cristen dorczu globet, so mag der iodde clagen
umbe daz gelobede, so muss om der cristen dorczu neyn adder ia sagen.
Dist. XX. In allen sachen, do der cristen den iodden irczugen wel, do sal der
cristen zcwene iodden unde eynen cristen zcu haben, dy unversprochen und eynes guten
lumundes sind. Also sal ouch der iodde den cristenman obirczugen mit zcwen cristen
unde eyme iodden, dy ouch unvorsprochen sint. Daz geczucnisse schol allewege von
willekur geschen, wo is deme cristen adder iodden nod ist.
Dist. XXI. Spricht der iud der cristen hab yme sin pfand, das er ym uzgeligen hat,
vorwechselt,
| Seite 173| oder geergert, und hat nicht gezucknisz daruber genomen, loukent denne der
cristen, der muz sich enschuldigen mit sin einez hant czu den heilgen.
Dist. XXII. Uber saczunge oder welcherhande sach der cristen oder iude ken einander
geczucknisses muten und begeren, das schol einer dem andern nicht vorsagen.
Dist. XXIII. Hat ein cristen eim iuden ein pfant gesaczt vor gelt, und spricht es
sie als vil nicht, und spricht der iude ez ste mer, dez ist der iude neher czu
bewisen uff sin pfand uff moysez buche, wenn der cristen daz uzgeczihen muge.
Dist. XXIV. Der iude mac lihen uff pfand, dy man ym brenget, welcherleyge dy sin,
das er darnach nicht fragen darff, ab er wil; ane alzo vor belut ist, messegewete,
blitig oder nasse gewant. Waz anders ist, das er offenbar innymt, daz schadet im
nicht czu sinen rechten, nach lute siner vorbeschreben artikel.
Dist. XXV. Spricht der cristen den iodden an, he finde sin gud in siner gewere, daz
om abegeroubet, adder gestoln, oder mit ander gewalt abegebracht sy, unde begert daz
hers ome wedder gebe, spricht der iodde, is ist myn phand, unde wel daz wol bewise
uf moyses buch, daz is mir gesaczt wart, unde woyste nicht, ab is gestoln adder
geroubet waz: wen der iodde daz getud, so had he sin gelt mit deme wuchere, so daz
he under demeselben eyde bewise stunde unde stete unde rechte tageczit, do is om
gesaczt wart, edir thu eynen sunderlichin eyd darzcu, ab iz on der krysten nicht
irlaszen wel. Doch mag der iode wole erzcugen mid zwen krysten
| Seite 174| unde mid eyme iodin, ab her dy darby gehad had; dy muszen ouch daz sweren.
Dist. XXVI. Hat ein cristen sin pfant geloset czu eime iuden und hat den wucher
nicht gegeben, der wucher sted einen manden fry; darnoch treit der wucher andern
wucher. Spricht aber der cristen, er hab ym keinen wucher gelobt und wer ym kein
schuldic, doch ist der iude neher sinen wucher czu behalden uff moysez buche, wen
der cristen mit sinen rechten davor kummen mochte. Spricht aber der cristen, er
hette ym vorgolden, daz muste der cristen bewisen alz vorgolden schult.
Dist. XXVII. Allen iuden ist alleczit vorbotten, daz sy uff kein vich noch uff
pferde schullen lihen wenn by tage nach uffganc der sunnen, mit wissen iuden und
cristen. Wo er darczu nicht en hat, da schol er sine pfenninge an vorlisen. Nymt er
aber das vich mit wissenschafft, so schadet ez ym nicht, so daz er daz behalde uff
moyses buche, daz er czu der czit nicht gewost habe, ob ez in untat genomen were.
Dist. XXVIII. Es en sal keyn iodden icheyn cristen twingen, daz her ome an sinen
firtage sin phant gebe zcu losen.
Dist. XXIX. Welch cristen man herberget eyme iodden sin phand unde neme om daz
geweldiglichen ane gerichte, der vorbort eynen offinbarn roub. Kemet is czu clage,
man richtet noch rouber recht.
Dist. XXX. Geschit eyn czweyunge under den iodden, dy en had nymant zcu richten wen
der herre adder sin richter, deme sich dy iodden undertan gemacht haben.
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Dist. XXXI. Wunt eyn cristen eynen iodden, der cristen sal alle daz liden an
gerichte noch rechte, also he eynen cristen gewunt hette, durch sunderlichs fredes
willen, der on von keysern unde fursten gegeben ist.
Dist. XXXII. Totet eyn cristen eynen iodden, der sal ouch liden alle daz recht,
also umbe eynen cristen, den he getotid hette. Wert her abir vorfluchtig, doch so
had her sin gud nicht vorworcht, sundern sinen lip, ab he begriffen wurde.
Dist. XXXIII. Slet eyn cristen eynen iodden blutrenstig, adder mit knotteln adder
fusten ane blutwunden, adder handelt on obele mit unczuchtigen worten, her sal
dorumbe liden daz recht also kegen eyme cristen. Had her on nicht zcu bessern an
sime gelde, so sal man on bessern an sime libe mit rechte.
Dist. XXXIV. Es sal eyn iczlich iodde, wan man mit gotis licham ged, hinder sich
treten in eyn hus, do he inne wonde ist; unde wo her an der gasse ged, do sal her
ouch wichen in eyn husz adder in eyne ander gasse. Ome sal ouch nymant leyde thun.
Dist. XXXV. Von rechte sal keyn iodde czoln noch mauten, her sy lebende adder tod,
wenn also eyn cristenman. Wo sy dy zcolner ober daz twingen, daz ist eyn roub.
Dist. XXXVI. Wer deme ioddenkerchove keyn leyth zcu czuth in frevel, den sal man
bessern in frevelsrechte.
Dist. XXXVII. Wer frevelichen wirft in dy, adder uf dy ioddenschule, der sal deme
gerichte bussen noch gesaczter busse, dy doruff gesaczt ist.
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Dist. XXXVIII. In allen sachen, da der iude inne buszwirdic wirt, da schol er busze
liden als ein cristen.
Dist. XXXIX. Eyn iczlich iodde sal komen vor gerichte, wan om do vor gescheyden
adder geboten wert. Tud he des nicht, he musz busen also eyn cristen.
Dist. XL. Slehet, oder wundet, oder totet ein iude den andern, das ist czu richten
als under den cristen. Waz darnach nach iudischem gesecze ist, daz schol er darnach
liden, wenn er under gerichte geliden hat.
Dist. XLI. Dy iodden sullen an keyner stad gerichte liden wen in der schule oder
vor der schule; ane umbe dipheyd, unde umbe bosheyt, dy eyn iodde eyner cristenmayd
adder fruwen notczagete, adder ab dy iodden cristenkinder abhendigk brechten: do sal
man umbe richten an gerichtes bangk, also ander bose lute.
Dist. XLII. Gesche eyn ungeschicht, daz eyn cristenman adder eyn cristenfruwe eyme
iodden sin kint vorholn enweg brechten, unde wurde des oberrecht mit rechte, daz
ginge an den hals.
Dist. XLIII. Geschege auch eyn geschichte, daz iodden eyme cristen sine kint nemen,
durch das sy sin blut wolden nuczen, unde das in warhafter tad abirquemen, in wes
gewer man dy tod funde, des hus sted mit alleme gesinde zcu libe unde zcu gute.
Dist. XLIV. Worde eyn iode heymelich yn gesperret edir gefangen unde beschatzet,
unde queme darvone, darnoch hette der iode zcu manen, unde wolder her den darumme
beschuldigen, daz mag der iode thu mid eyme kemphen, den her gewynen mag mid syme
gelde.
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Dist. XLV. Ez sal eyn iczlich krysten zculoufens, tages edir des nachtes, ab men
unfuge an eyme joden wel begynne adir begen in syme huse, unde sal dy unfuge helfen
schuczen. Wan her des nicht en thud, unde daz erfaren wert, der vorwerket keyn deme
gerichte dryszig schillinge der cleynen were, edir thu synen eyd darzcu, daz her des
nicht erfaren habe.
Dist. XLVI. Der iodde sal swern alle sache by moyses buche, dy under funfczigk
lodigen marcken ist, also dessz slechten eyd: des mir N schult gebet, des ben ich
unschuldigk, also mir god helffe unde dy ee, dy god gab moysi uf deme berge synay.
Ist abir dy sache obir funfczig lodige margk, so sal he swern uf deme rodal, unde
sal eynen grauwen rogk ane habe ane hemmede an blosser hud, unde zcwu graue hossen
ane vorfusse, unde eyn hud, der mid lammesblute gefuchted sy, do sal he usse sten,
unde eynen spicczen hud uff deme houbte, unde spreche also: des mir N schult gebet,
des ben ich unschuldig, also mir god helffe, der do geschuf hymmel unde erden,
wassir und luft, loub unde graz, daz e nicht en waz; unde ab ich unrecht swure, daz
mich god schende, der adam geschuf unde on gebildet had noch sime gotlichen
antlaccze unde evan machte usz siner rippe; und ob ich unrecht swere, daz mich der
got schende, der noe selbeachte man und wip in der archen vor der sintflut ernerte;
unde ab ich unrecht swure, daz mich der god schende, der sodoman, gomorran unde dy
andern stete vorbrante mit deme helschen fure; unde ab ich unrecht swure, daz mich
dy erde vorslinden musse, dy datan unde abiron vorslang; unde ab ich unrecht swure,
daz
| Seite 178| mich dy misselsucht beste, dy naaman vorlis unde ies bestand; unde ab
ich unrecht sware, daz myn fleysch nummer zcu der erden gemischet werde; unde ab ich
unrecht swure, daz mich der god schende, der mit moyss rette usz deme furigen
pusche, unde om dy czen geboth schreyb mit gotlichen finger an eyne steynen taffeln;
unde ab ich unrecht swure, daz mich der god schende, der faraonem irflug unde dy
iodden obir daz mer furte in ein lant, da man milch und honick inne vant; unde ab
ich unrecht swure, daz mich der god schende, der dy jodden spiste in egiptenland
drisigk iar mit hymelischeme brote; unde ab ich unrecht swure, daz mich dy schrift
felle, dy do geschriben sted an deme funften buche moysy; unde ab ich unrecht swure,
daz mich god schende unde der tufel felle unde enweg fure mit liebe unde mit sele,
und nu unde ummer mere.
Dist. XLVII. Von ersacztem alden rechte sal keyn iodde usz der synagogen gen ane
hud.
Dist. XLVIII. Wo der iodde vor deme riche teydinget unde wert wetteschaftigk, do
mus her wetten eynes marg goldes. Teydinget abir he vor eyme andern des riches
ammechtis luten, do wettet her eyne margk silbers. Wert he abir wetteschaftigk, daz
he doch nicht in der sache vorwunden wert, so wettet her eyn phunt pheffers. In
allen andern wertlichen gerichten wettet der iode also eyn cristenman, ane in des
riches hafe, da stet daz also.
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