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        <title>Zwickauer Rechtsbuch</title>
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            <forename>Heino</forename>
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                        Geisteswissenschaften, Universität Graz</orgName>
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                        Commons BY-NC 4.0</licence>
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        <date when="2025">2025</date>
        <pubPlace corresp="marcrelator:pup">Graz</pubPlace>
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        <title ref="http://gams.uni-graz.at/repat">Repertorium.at - Archiv des Repertoriums
                    digitaler Quellen zur österreichischen und deutschen Rechtsgeschichte in der
                    Frühen Neuzeit von Heino Speer</title>
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          <resp>Projektleitung</resp>
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          <editor corresp="marcrelator:edt">
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              <forename>Gunther</forename>
              <surname>Ullrich</surname>, </persName>
          </editor>
          <title>Zwickauer Rechtsbuch [digitalisiert bis 2.11.4 (1.11.2023)]</title>. In:
                        <series>Germanenrechte : Abt. Stadtrechtsbücher ; N.F., 2</series>
                        (<publisher>Böhlau</publisher>
          <pubPlace corresp="marcrelator:pup">Weimar</pubPlace>
          <date when="1941">1941</date>) </bibl>
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    <encodingDesc>
      <editorialDecl>

        <p> Transkribiert sind nur die Reimvorrede und das Rechtsbuch selbst [bis 2.11.4.
                    (Stand 29.11.2023)] Ein Faksimile befindet sich im <ref
            n="p6" target="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/p006.jpg">Internet Archive</ref>.</p>
      </editorialDecl>
      <schemaRef url="https://gams.uni-graz.at/o:repat.odd"/>
      <projectDesc>
        <p>Teil von <ref target="info:fedora/context:repat" type="context">repat</ref>
        </p>
        <p>Das Projekt archiviert die digitalen Quellen zur österreichischen und deutschen
                    Rechtsgeschichte in der Frühen Neuzeit, die Heino Speer seit 2007 gesammelt
                    hat.</p>
      </projectDesc>
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        <prefixDef ident="marcrelator" matchPattern="([a-z]+)" replacementPattern="http://id.loc.gov/vocabulary/relators/$1">
          <p>Institutionelle und Personale Rollen taxonomie</p>
        </prefixDef>
        <prefixDef ident="dcterms" matchPattern="([a-z]+)" replacementPattern="http://purl.org/dc/terms/$1">
          <p>Datums Taxonomie</p>
        </prefixDef>
      </listPrefixDef>
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        <language ident="de">Deutsch</language>
        <language ident="la">Latein</language>
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              <term>
                <ref target="info:fedora/context:repat.quellen" type="context">Quellen</ref>
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            <item>
              <term type="territorium">
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    <front>
      <divGen type="toc"/>
    </front>
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      <div xml:id="Titel">
        <head>Zwickauer Rechtsbuch. Bearb. Gunther Ullrich.</head>
        <p>Titelaufnahme DRW: Zwickauer Rechtsbuch / bearb. von Gunther Ullrich. - Weimar :
                    Böhlau, 1941. - LXXXV, 263 S. (Germanenrechte : Abt. Stadtrechtsbücher ; N.F.,
                    2) Zugl.: Bonn, Univ., Diss. </p>
      </div>
      <div xml:id="NA.1">
        <head>I. Teil</head>
        <div xml:id="NA.1.1">
          <head>[1.1.]</head>
          <div xml:id="NA.1.1.1">
            <head>[1.1.1.] Von macht des rates ane gericht.</head>
            <p>
              <pb facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s018.jpg" n="18"/>
            </p>
            <p>Nu vernemet, waz macht und craft der rat habe ane daz gerichte. Zu dem
                            ersten male, wenne der nuwe rat bestetigt wirt, daz ist, wenne der alde
                            rat den nuwen gekuset und im der stat ingesigel geantwurt wirt: daz sol
                            der burgermeister inne haben. Der rat sol denne zu dem ersten nach truwe
                            und nach eren kisen vier scheppfen, di wise sin und recht kunnen
                            versten; di sullen also lange sitzen als der rat, daz ist von sante
                            Michels tag uber ein jar, bi dem richter urteil und recht ze vinden nach
                            der stat recht uber alle recht und uber alle lute ane uber di, di man
                            verderben sol, da sol der stat bote daz leste recht uber sprechen und an
                            der scheppfe.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.2">
            <head>[1.1.2.]</head>
            <p>Dar nach sol der schriber treten vor den rat und muten, ob er dem rate zu
                            dinste vuge. Vuget iz in denne beidersit, so bestetig in der rat mit eim
                            eide, daz er getruwe und gewer si an allen sachen, di dem rate an
                            heimlicheit oder an offenbarigheit ...</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.3">
            <head>[1.1.3.]</head>
            <p>Der schriber ist pflichtig zu dienen, di brieve zu schriben und zu lesen
                            und daz geschoz zu schriben und zu rechen. Der rat sol im ouch perment
                            und wachs geben als vil, als er iz bedarf zu dem jar. Er ist auch
                            pflichtig zu riten, wa in der rat in siner botschaft hin sendet,
                            getruwelich zu werben, also daz der rat sol di kost tragen, di er di
                            wile vortun mag.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.4">
            <head>[1.1.4.] Von des schriberes lon.</head>

            <p>Sin lon ist zehen schefel kornis, also daz daz dritte korn weize si; der
                            zins lit in der orbern mule, den sol man <pb
                facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s020.jpg" n="20"/> geben zu den vier quatertempere, zu jeder quatertempere
                            drithalben scheffel. Ouch sol man im geben von dem garten, der da lit
                            hinder den bruderen uber den graben acht und zwentzig schillinge, daz
                            ist zu sant walpurgen tage vierzehen schillinge und zu sant Michels tage
                            vierzehen schillinge. Ouch sol im der rat geben sechzehen ellen des
                            besten grawen tuches, daz man veile vindet, und nicht des lichsten, oder
                            also vil pfenninge da vor, als daz tuch mag wert gesin. Von
                            summercleidern red ich nich, wen daz stot zu den burgern, daz si durch
                            ir zuchte oder hubischeit willen eime schriber koufen einen schonen rok,
                            ob si dunket, daz er also wirdig si, daz er iz verdienen kunne, als di
                            stat des wol bedarf. Wenne man ouch ein gantz geschoz nimmet, so sol man
                            imb geben einen vierdunk, von eime halben schoz einen halben vierdung,
                            von dem hirtlone ein lot. Ouch sol im ein ingesezzen burger von eime
                            betbrive geben einen halben grozen; ein uzwendig man einen grozen, ein
                            jude einen grozen. Aber von bekentnisbrieven und von hantvesten sol ez
                            ouch nicht uber einen halben vierdung komen; dar under mag ez wol sin,
                            wer ez gewinnen mag mit des schribers gunst. Von leumuntbriven komt ez
                            wol uf einen vierdung, ob er di bekentnis von dem schriber nicht neher
                            gewinnen mag. Der rat mag ouch wol den schriber eren zu heiligen abenden
                            mit eime bescheiden trancgelde nach siner zucht. Ouch gibt man im eine
                            budenstat in dem jarmarkte; waz er der genizen mak als di burgere von
                            iren buden, daz mag er tun mit eren.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.5">
            <head>[1.1.5.] Von des butils bestetigunge.</head>

            <p>Der butel sol gen vor den nuwen rat, ob iz dem rate und im vuget, und sol
                            sinen dinst dem rate bieten; vueget <pb
                facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s022.jpg" n="22"/> ez denne dem rate, so bestetige er in in der wise, daz er
                            sol sweren den eit, daz er des rates heimlicheit ungemelt heimlichen und
                            offenbar halde ane argelist und getruwe und gewer si dem rate, dar nach
                            dem gerichte und den scheppfen gehorsam zu wesen, dar nach dem armen und
                            dem richen, dem gaste als wol als dem burger zu ieren rechten zu
                            vurdern, und wa er ervare lute oder keinerleie sache, di der stat
                            schedelich ist, daz er daz dem rate zu wizzen wolle tun und nieman dar
                            an ergern in nide noch in hazze, als im got helfe und alle heiligen.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.6">
            <head>[1.1.6] Von des butils lon und von siner gewalt.</head>
            <p>Der rat sol im geben zu sant Michels tag sechzehen ellen grawes tuches
                            und von iedem schoz ein bescheiden trancgelt. Alliz daz auch wazzer und
                            weide suchet, daz sol im zu winachten zu dem heiligen abende geben zwene
                            heller; wer im di gibt, den sol er vurdern ein gantzes jar mit
                            ingebieten und zu allem sinem rechte imme gerichte oder hi vor, des er
                            billichen hilfet.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.7">
            <head>[1.1.7.]</head>
            <p>Wer uber einen manen dem butel den heiligen abent vor beheldit und im
                            nicht gibt, der butel hilfet im nach der zit als eime gaste; daz ist,
                            als oft er sin bedarf, als oft muz er im in gastes wise lonen, daz ist
                            zu iedem male zwene heller. Ein gast, als oft als er sin bedarf, als oft
                            sol er im zwene heller geben.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.8">
            <head>[1.1.8.]</head>
            <p>[Ouch gibet man dem butel von dem frauwenhus alle sunnabende einen
                            grosschen.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.9">
            <head>[1.1.9.]</head>

            <p>[Wisset, das wir mit volwort unser eldsten dem statknecht, des lon von
                            alder ist gewest icliche woche zwene grosschen, sin lon gemeret haben
                            mit drien grosschen, alzo das man dem alle sunnabende gibet funf
                            grosschen, vier von der stad, einen von dem frauwenhus; ouch gibet man
                            im zu dem hiligen abende ein bescheiden trancgeld. Dor uber sol er den
                                <pb
                facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s024.jpg" n="24"/> burgeren, dem rath keine gabe, phenninge nach hulfe mere
                            anheischen nach dor umme biten. Actum M° CCC° XCVIII° sabbato
                            Invocavit.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.10">
            <head>[1.1.10.]</head>
            <p>[Der butel sol wol helfen von ungesezzen luten under eime schillinge und
                            nicht dar uber, also daz er mit sime helfen rechte gebare.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.11">
            <head>[1.1.11.]</head>
            <p>[Er mag ouch eime yclichen manne, er si burger oder gast, einen in des
                            andern hus versprechen oder uf halden uf recht und uf antworte ane des
                            voites laube, also daz si dar nach komen vor gerichte und tun, waz recht
                            si.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.12">
            <head>[1.1.12.] Von des statloifers bestetigunge und sime lon.</head>
            <p>Zu der selben wise sol der statloifer sinen dinst dem rate bieten; vugit
                            iz in danne beidersit, so bestetige in der rat mit disem eide, daz er
                            der stat botschaft an allen sachen getrulich und erlich an allen steten
                            werbe, so er beste kunne und muge ane argelist und des rates
                            heimlicheit, wo er di ervert, mit nichte wolle melden, und wa er des
                            ratis arg oder der stat schaden ervert, daz er daz gegen dem rate melden
                            wolle und wolle daz nicht lazen weder durch lieb noch durch leit, als im
                            got helfe und alle heiligen.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.13">
            <head>[1.1.13.]</head>
            <p>Wenne in di burger in ir botschaft versenden, so sullen si im di zerunge
                            geben. Umme sinen dinst verlihet man im daz rufamt, daz ist von
                            iecliches trankes uzrufen zwene heller ane reinval, welsch win oder
                            Potzner, da gibt man im von zu vier heller.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.14">
            <head>[1.1.14.]</head>
            <p>Wenne er ouch mit dem geschozze get, also daz er pfant nimt, und treit
                            daz von der burger wegen, so gibt im ouch der rat ein bescheiden
                            trancgelt, als si daz gut dunket.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.15">
            <head>[1.1.15.]</head>

            <p>Man gibt im ouch zu sant Michels tag sehs ellen grawes tuches zu eime
                            rocke. <pb
                facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s026.jpg" n="26"/>
            </p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.16">
            <head>[1.1.16.] Von der torwarten bestetigunge und irme lon.</head>
            <p>Dar nach sol der rat senden nach den vier torwarten; vugen di den
                            burgern, so bestetigen si di torwarten in der wise, daz si dem rate und
                            der stat gemeinen, armen und richen, an dem tor und uf der mure zu dem
                            tage und zu der nacht [getrew und gewer] und mit sicherheit zu behalden
                            di sluzzele [unde ouch den tzol an dem thore, und wu mir der von der
                            stad wegen bevolen wirt, gantz und gar antworten wil und ouch das
                            wegegelt] ane alle argelist. Und wa si der stat schaden ervaren, daz si
                            daz nicht wollen lazen durch lieb noch durch leit, si wollen ez dem rate
                            zu wizzen tun und an allen schaden getruwe und gewer sin, als in got
                            helfe und di heiligen.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.17">
            <head>[1.1.17.]</head>
            <p>Ieclicher torwart sol gebieten in sime kirchspil di wache und uf dem tor
                            zu huten, ob man ez bedarf.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.18">
            <head>[1.1.18.]</head>
            <p>Ouch ist ein torwart pflichtig, di hege uf dem graben, di im gebur,
                            gensit und dissit zu machen und zu bewaren mit den widen, di dar uf
                            wahsen.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.19">
            <head>[1.1.19.]</head>
            <p>Di torwarten sin ouch pflichtig, den burgern ze sagen, wenne icht
                            gebrechen ist an der brucken, an den graben, an den tammen, oder ob der
                            lute viech schaden tut an den graben, oder waz gebrechen an den slegen
                            si, daz di der rat beware.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.20">
            <head>[1.1.20.]</head>

            <p>Kein torwart sol ouch des nachtes sin tor uf sliezzen bi der burger hulde
                            weder uzze lazen noch in, ez ensi denne, daz ein gezezzen burger notiges
                            uz der stat sol und muz oder geste hat, di vor di stat gehoren, und kumt
                            er danne mit in an daz tor, ist ez danne, daz man nicht groze var hat,
                            so mag der torwart wol uz lan also, daz der wirt dem torwarten di brucke
                            und daz tor helfe besichern. <pb
                facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s028.jpg" n="28"/>
            </p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.21">
            <head>[1.1.21.]</head>
            <p>Ist ouch, daz ein burger uzwendig der stat ist oder geste, di gerne in di
                            stat wollen, di sol der torwart nicht in lan, er si mit des burgers
                            vrunden oder mit des gastes wirte amme tore also besichert, daz er ane
                            var uf sliezzen muge; dem gaste mag er wol nach sinem wirte gen, ob er
                            wil, oder im also liep dar umme tun.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.22">
            <head>[1.1.22.]</head>
            <p>Wenne ouch ein offenbar urluge ist, daz man groze var hat, so sol in
                            iclichem kirchspil ein man uz dem rate sines torwarten sluzzel des
                            nachtes behalten, oder weme si der rat bevilhet.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.23">
            <head>[1.1.23.]</head>
            <p> Der torwarten lon ist daz: in iclichem sime kirspil sol man im von ieder
                            wache vier heller geben und von der halben zwene, und der graben sullen
                            si geniezzen, so si beste mugen, an gras und an anderm nutze ane an
                            holtze, da sullen si keines an tun wenne waz der ratlute wille ist.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.24">
            <head>[1.1.24.]</head>
            <p>Ouch ist ir gewonheit: welch uzwendig man ein vuder holtzis vuret in di
                            stat, der sol dem torwarte geben vome vuder ein holtz, daz weder daz
                            groste noch daz cleinste si. Ouch sullen si schozzen und rechtes pflegen
                            der stat, ob si icht erbes haben.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.25">
            <head>[1.1.25.] Von des turmers bestaetigunge und von sime lone.</head>
            <p>Wenne daz geschiht, so sende der rat nach dem turmere, und vuget iz in
                            beidersit, so bestetige in der rat mit dem eide, daz er der stat getruwe
                            und gewer si, und daz er arm und rich us dem velde und in der stat tag
                            und nacht in siner hute getruwelichen beware, dar zu daz gotzhus zu
                            unser vrowen ane argeiist, so er beste kunne oder muge, als im got helf
                            und di heiligen.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.26">
            <head>[1.1.26.]</head>

            <p>Sin lon ist alle sunnabende dri schillinge heller und zu sant Michels tag
                            sehs ellen grawes tuches. <pb
                facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s030.jpg" n="30"/>
            </p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.27">
            <head>[1.1.27.] Von des rates heimlicher bestaetigunge under in
                            selber.</head>
            <p>Swenne diz der rat geendet hat, so sol der rat ein heimlich gespreche
                            haben mit im selben und sullen mit im enander sprechen und sweren den
                            eit: Daz wir di heimlikeit, di dem rate widervert von vromden oder von
                            vrunden, an keiner stat wollen melden weder wiben noch kinden, vrunden
                            noch vromden durch liep noch durch leit und ouch wollen rugen, waz wir
                            ervaren, daz dem rate und der stat, armen und richen, schade ist nach
                            allen den geboten, di nach der stat gewonheit irsatzet sin, als uns got
                            helfe und alle heiligen.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.28">
            <head>[1.1.28.]</head>
            <p> Der rat sol ouch alle zit di zucht an im haben, daz der burgermeister
                            stetes rede in dem rate und kein ander man nicht; wenne welcher vur den
                            burgermeister rette ungeheizzen, der krenkite dem rate und im selber di
                            ere. Hat ein man icht zu reden, der heize sinen burgermeister ein
                            gespreche nemen und sage im denne, waz er wolle, daz gut und notdurftig
                            si. Diz selbe sol der burgermeister tun, daz er keinez rede ane siner
                            kumpan rat; er laze di lute uz und in treten und bespreche sich mit
                            sinen kumpanen, so wirt nieman verdacht und werden beidersit gepriset an
                            witzen und an eren.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.29">
            <head>[1.1.29.]</head>
            <p>Welch kumpan einen rat meldet, daz er des von sinen kumpan mit rechte
                            uberwunden wirt, der ist treulos und erlos worden und muz di stat rumen
                            hundert jar und einen tag.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.30">
            <head>[1.1.30.]</head>

            <p>Welch kumpan nicht kumt zu rechter zit oder uzen blibet von mutwillen,
                            der muz amme sunnabende geben einen schillink heller und sus in der
                            wochen sehs heller. Ist aber ein man in der stat nicht oder sprichet
                            also ture, als er gesworn hat, daz er der glokken nicht gehoret habe, so
                            blibet er ane wandil. <pb
                facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s032.jpg" n="32"/>
            </p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.31">
            <head>[1.1.31.] wy der rat die schephen kusit und setzt.</head>
            <p>Di scheppfen sullen sweren also, daz si armen und richen, vrunde und
                            vremde, recht wollen sprechen also verre, als si ez wizzen und kunnen,
                            und wollen daz nicht vorziehen durch lieb noch durch leit, ez beneme in
                            denne unwizzende oder kiesen ein bezzers, einem boesen widerzustene, da
                            von si ez uf schieben, als in got helfe und di heiligen.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.32">
            <head>[1.1.32.]</head>
            <p>Kein scheppfe sol ouch bi sime schepfamte weder vrundes noch vremdes wort
                            sprechen ane sinen recht gebornen kinderen oder siner recht gebornen
                            geswistere oder sines brotezzen, dem mag er wol helfen mit dem rechte
                            und niemanne me, iz trete in danne selber an, so mag er vur sich selber
                            sprechen, ob er wil.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.33">
            <head>[1.1.33.]</head>
            <p>Wa dri scheppfen kiesen, daz einer wider si ist, amme rechten zu
                            sprechen, oder zwene gegen zwein sich zweigen durch des willen, daz
                            einer den andern nicht vordenke, so ziehen si sich mit eren in den rat
                            und in daz buech; waz in daz recht dar inne sait, da bi sullen si
                            bliben.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.34">
            <head>[1.1.34.] wi ein man von nuwens burger sulle werden.</head>

            <p>Welch man von nuwens wil burger werden, der sol gen vur den rat und
                            bitte, daz man in zu burger enpfa. Kuset danne der rat und ervert daz
                            der rat, daz er ein bescheiden biderber knecht oder man ist, und wil
                            recht nemen und recht tun, so enpfahen in di burger in der wise, daz er
                            dem rate gebe ein [schoc grosschen, der geburen zu unser frauen kirchen
                            ein groschen, zu sente Katherinen und sente Nicklas kirchen einer, den
                            schepphen zwene grosschen, dem schriber ein grosschen, dem statknechte
                            unde dem butel beiden gibet man eyn groschen;] wenne daz geschicht, so
                            geb im der butel den eit, daz er mime herren N und den burgern von
                            Tzwicko getruwe und gewer si, <pb
                facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s034.jpg" n="34"/> armen und richen, als ein vriger koufman sime rechten
                            herren, als im got helfe und alle heiligen. Dar nach setze er einen
                            burgen vor eine marg, daz er ein jar ein recht inseze si, wenne welcher
                            vor dem jar wider uz zuge, der ist dem rate vervallen oder sin burge
                            eine marg. Der burge sol eyn ingesezzen burger sin, den man gemanen
                            mag.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.35">
            <head>[1.1.35.]</head>
            <p>Hat aber ein man zu hant erbe mit koufe oder wi er ez hat, der bedarf
                            keinen burgen setzen ane also vil, verkouft er sin erbe oder sin gut vor
                            dem tage, wer iz denne koufet, der sol zu rechte uf di jarzal vollen uz
                            sten vur di marg.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.36">
            <head>[1.1.36.]</head>
            <p>Den tag als ein man burger wirt, sol der schriber schriben in der stat
                            taveln, durch daz man der jarzal icht vergezze.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.37">
            <head>[1.1.37.]</head>
            <p>Wenne daz jar uz kumt, so ge ein man oder sin burge vur den rat und
                            bewise di besitzunge sines burgerrechtis jarzal; vindet danne der rat di
                            bewisunge gerade an der stat tavele, so laze in der rat ab tilgen.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.38">
            <head>[1.1.38.]</head>
            <p>Der rat sol ouch mit nichte di zu burger nemen, di ir ere und irn leumunt
                            mit bosheit geswechet und gekrenket haben also, daz si des offenbar
                            besagt werden.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.39">
            <head>[1.1.39.]</head>
            <p>Welch man sin uzvart getut und anderswar keret, wolde der her wider
                            keren, queme der vor einem manen wider, er bedorfte nicht anderweide
                            burger werden; blibt er aber uzze uber einen manen, er muz von nuwens
                            burger werden.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.40">
            <head>[1.1.40.]</head>

            <p>[Ouch si wir rath unde rethe in eintracht komen unde in unser stat gesetz
                            halden wollen, daz wir und unser nachkomen rethe der phenninge des
                            schockes grosschen, das man zu burgerrecht gibet, nymandes da von icht
                            wyder geben sullen, sunder wir rat und unser nachkomen rethe sullen di
                            phenninge wenden an der stat harnasch und wafen, was man so getans
                            geretes dar umme gezugen mag. <pb
                facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s036.jpg" n="36"/>
            </p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.41">
            <head>[1.1.41.]</head>
            <p>Wizzet ouch, welch uzwendig man nimt hy zu stat ein wip, si si mait oder
                            witwe, er muz sin Burgerrecht gewinnen. Des bedarf daz uzwendig wip
                            nicht, ob si einen burger oder eins burgers sun nimt, durch daz si in
                            sin recht tritt, wenne si in sin bette getrit.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.42">
            <head>[1.1.42.]</head>
            <p>Ouch wizzet, daz kein man, ouch keines mannes kint, er neme wip oder
                            nicht, di wile er uzzen ist, sin burgerrecht nicht verswigen mag, ob er
                            erbe oder gut hinder im lat, da ein sin mait oder sin vormunde der stat
                            rechtis von pfligt. Ist aber ein man uzzen lange wile oder kurtze
                            unbehit und nimt kein wip uzzen, wenne der wider kumt und kan bewisen
                            sin eliche geburt von vater und von muter hie zu stat angeborn, der
                            beheldit ouch sin burgerrecht. Nimt er aber ein wip uzzen und kumt vor
                            jare und tage, also daz er daz bewere uf den heiligen, daz er jar und
                            tag nicht uz gewesen si, daz er sin wip nam, so beheldet er sin alde
                            burgerrecht. Getar er ez nicht aber behalden uf di heiligen und ist uber
                            jar und tag, er muz burgerrecht gewinnen.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.43">
            <head>[1.1.43.]</head>
            <p>Welch uzwendig wip her keret, di nicht mannes nimt, di muz ouch
                            burgerrecht gewinnen.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.44">
            <head>[1.1.44.]</head>
            <p>Di wile ein man nicht burger ist worden, der muz ze rechte zollen, ob er
                            icht beginnet.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.45">
            <head>[1.1.45.]</head>
            <p>Bi einem manen sol ein ieclich man burger werden; wil er lenger hi sin,
                            er sol kein gewerbe haben, daz sol im der rat verbieten bi sinen
                            hulden.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.46">
            <head>[1.1.46.]</head>

            <p>Ist ouch ein man also arm, da ez der rat erkennet, daz er nicht daz
                            gesatzte recht mag gegeben, der rat sehe an sine vrumikeit und got zu
                            vorderst und mach ez im nach siner macht. <pb
                facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s038.jpg" n="38"/>
            </p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.1.47">
            <head>[1.1.47.]</head>
            <p>Wizzet auch, welch knecht eyn hantwerg lernit hi zu stat, wenne des
                            lernjar uz kumt und sin hantwerg werken wil, der sol ee burgerrecht
                            gewinnen, ee er keines beginne.</p>
          </div>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.2">
          <head>[1.2.]</head>
          <div xml:id="NA.1.2.1">
            <head>[1.2.1.] Von der tuchmacher recht, wi die ir innunge haben mit gunst
                            der raete.</head>
            <p>Welch man von nuwens tuch machen wil lernen, der sol zwei jar
                            vollinkumlich sin hantwerg lernen und sime herren dienen also, daz im
                            selber di wile kein eigen tuchwerk enwirke, daz kein meister gestaten
                            sol bi dem eide, als er gesworn hat; und were, daz ein lerknecht di zwei
                            jar nicht uz diente und von sime herren zuge, in welcher wis daz si, daz
                            ez von sin selbes mutwillen geschehe, er muz dem rate ein pfunt heller
                            geben und den gewerken ein pfunt heller. Des geldes wartet man niendert
                            anderswa wenne zu den meister, er verburge den kneht oder nicht. Ist
                            aber, daz der meister den knecht ane schult vertribet, daz ez kuset der
                            rat und di scheppfen mit samt den gewerken, so ge di buze uf den meister
                            und nicht uf den knecht. Daz ist also: wenne ein manet verget, so ist di
                            buze verworcht; wil denne ein knecht wider zu sime herren oder zu eim
                            andern meister, der sol uf ander zwei jar reden und dienen und sol di
                            erste dinstzit verlorn haben. Als ofte ein knecht sin jar nicht uz
                            diente, als ofte hat er sine buze und zit verlorn, ob dy schult sin ist.
                            Ist aber di schult des meisters, er halde gegen dem knechte um sine
                            vorlorne zit ein wandel nach der gewerken rat.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.2.2">
            <head>[1.2.2.]</head>

            <p>Wizzet ouch, queme ein uzwendig man her in dy stat, der anderswa gelernet
                            hette daz hantwerg und der nicht gezogen und geboren were von der stat,
                            der sol kein eigenwerk wurken, er enhabe vor zwei jar an knappen <pb
                facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s040.jpg" n="40"/> stat geerbeit [ader bewise, daz er anderswa gelernt hab,
                            als hie gewonlich ist zu stat]. Dar nach gewinne er der stat recht und
                            erbeite sin hantwerk selber, ob er iz vermag. Zuht er aber vor den zwein
                            jaren von hinnen und kumt uber ein jar oder zwei oder ein halbiz wider,
                            er muz uf ander zwei erbeiten an knappen stat.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.2.3">
            <head>[1.2.3.]</head>
            <p>Ist aber, daz eines burgers sun hat gelernet daz hantwerg uzwendig des
                            landes und ist uber zwei jar uzzen gewest und hat vater und muter und
                            erbe da heime gelazen, da der stat ir recht von ist getan, oder ist arm
                            und doch geborn von der stat, er tu recht und erbeite sin hantwerk mit
                            eren. Hat er aber neher den zehen mile gelernt, kumt er her wider, er tu
                            als ein vromder, als gesprochen ist.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.2.4">
            <head>[1.2.4.]</head>
            <p>Ouch wizzet, daz kein man, der daz hantwerk erbeit, sol pflokken noch
                            gnippen noch har noch keinerley bosheit zu werke legen noch tuch
                            smeltzen, wenne wo ez di vier gewar werden, nach dem ez wirt zu werk
                            getan, si sullen sich von der stat wegen underwinden, iz si vil oder
                            wenik, und sullen di habe brennen uf dem markte nach irm rechte, wen
                            marktag ist, und dem di habe mit rechte vorbrant wirt, der sol der stat
                            vunf schillinge pfundischer pfenninge geben und den gewerken als
                            vil.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.2.5">
            <head>[1.2.5.]</head>
            <p>Ouch wizzet, welch tuchmacher syme tuche zu wintzik genge let, wen er zu
                            rechte sol, daz ez zu smal ist, er muz dem rate vunf schillinge geben
                            und den gewerken als vil.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.2.6">
            <head>[1.2.6.]</head>
            <p>Ist ouch, daz einer sin tuch nicht wol geworcht hat, also daz er zu wenik
                            hat in getragen, er muz ouch dem rate vunf schillinge geben und den
                            gewerken als vil. Welcher ouch dy orter nicht glich machet, der muz den
                            gewerken geben ein pfunt wahses.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.2.7">
            <head>[1.2.7.]</head>

            <p>Ouch sult ir wizzen, wer kein bosheit tut uf dem hantwerke an dube, dem
                            si sin hantwerk verlegit, [als ir <pb
                facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s042.jpg" n="42"/> horen sult: di vier sullen gen vor den rat und sullen bi
                            irem eide den rat innern, ob di sache redlich ist; kuset daz der rat mit
                            den gewerken, so sullen di vier mit des rates lob und geheiz den an
                            sinem hantwerk vorlegen.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.2.8">
            <head>[1.2.8.]</head>
            <p>[Ouch wisset, kein innunge uber di beschriben gesetze sullen sie under in
                            machen ane laub des rates noch der rat sol in daz gunnen ane laub der
                            clugsten; wa si des uberwunden wurden, da sullen si kein der stat umme
                            soitan wandel liden, wi der rat kuset, daz si vorburt haben.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.2.9">
            <head>[1.2.9.]</head>
            <p>[Ouch sullen sy an ir innunge keinen vorsprochen rat haben, so daz di
                            vier nicht sullen sitzen iren heimlichen rat weder mit in selber noch
                            mit iren vordern vieren noch mit niemande uffe dem hantwerk, sundern
                            wenne si icht zu morgensprach wollen gen, daz sullen sy offenlich uffe
                            sent Kathrinkirchof tun und wissentlich andern guten meistern. Di vier
                            di sullen nichtes alleine beginnen wen zu der zit, wenne si di bosheit
                            uf dem hantwerk suchen wollen. Waz sy bosheit uffe dem hantwerk vinden,
                            daz sullen si den rat innern by iren eiden; waz umme dy bosheit
                            vorschult ist, da neme der rat sin teil und dy gewerken ir teil.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.2.10">
            <head>[1.2.10.]</head>
            <p>[In allen iren gesetzen haben si keine besunderlich bus ane umme dy orter
                            an dem wachs. Keine gesetze noch innunge, dy mit rat gemacht sin, di
                            sullen si nicht abe nemen under in selber, es gesche mit laub des rates
                            und der clugsten von der stat.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.2.11">
            <head>[1.2.11.]</head>
            <p>[Alle tuch, dy man graw wirket, dy sullen uffe daz smalste zweiger eln
                            breit sin; des sullen dy vier gewerken by den eiden warten.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.2.12">
            <head>[1.2.12.]</head>

            <p>[Ouch ist gesazt mit rat der clugsten von der stat und vom hantwerk, daz
                            der rat ein zeichen hat gegeben, da mit man alle tuch sol zeichen, dy
                            zeichens wert sin. <pb
                facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s044.jpg" n="44"/> Di sullen si zeichen bi dem eide und uf den eit, di vier,
                            als si der stat gesworn haben, daz si nicht enlasen weder durch lieb
                            noch durch leide noch durch vorcht noch durch gunst noch durch miet noch
                            durch red, si zeichen nach rechte und bewaren iren eit, ir sele und ir
                            ere.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.2.13">
            <head>[1.2.13.]</head>
            <p>[Ouch wissit, daz ufloufte under dem hantwerke wurdin sint von des wegin,
                            daz sumeliche meister warin, di da verwetin rot, bla, brun und grun und
                            welchirlei varwe si gebruchin mochtin, di worchtin si uz den phifelerin
                            und ouch uz den drischeftigin zcugin. Da satzte sich daz hantwerk kegin
                            und woldin daz werin. Da satztin sich di rate da kegin und di gemeyn und
                            kurin, daz iz der stat nutz und ere wer, des wart eyn einunge dar under
                            gemacht mit rate der eldistin und allir hantwerk, daz alle, di da verwin
                            woldin und werkin uz den phiphelerin bla, rot, brun ader welche varwe ez
                            wer, di suldin ire tuch alz gut machin, daz eyn elle vir schillinge wert
                            si bi dem minstin und nicht lichtir; waz si iz dar obir besserin, daz
                            sal man in nicht werin, wi thure si iz machin.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.2.14">
            <head>[1.2.14.]</head>
            <p>[Alle tuch, di man bla verwet, di sal man an der wolle verwin, und alle
                            ander tuch, wi si der varwe dar an gebruchin mugin, daz si ordelichin
                            gut sin, daz mugin si thun.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.2.15">
            <head>[1.2.15.]</head>
            <p>[Ouch iz geret und gemacht, daz di vir meistir ire thuch sullin besehen
                            alz andir tuch, wo si di vindin zcu hungerik und nicht vertik in iren
                            rechtin, da sal man si um busin, alz under in gewonlich ist uf dem
                            hantwerke, so daz si daz dem rate vorkundigin, daz dem sin buse mit
                            gevalle bi dem eide, alz si gesworin habin.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.2.16">
            <head>[1.2.16.]</head>

            <p>[Ouch ist man tzu rathe wurden mit den eldesten unde clugesten der stad
                            und mit dem hantwercke der tuchmacher, das kein meistir uf dem
                            hantwercke verben noch meistern sal weder wolle, tuch noch hesten mit
                            der steinvarbe, sundern dy varbe sal eyme iczlichen vorboten <pb
                facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s046.jpg" n="46"/> syen; wer dar ubir dy varbe arbeite ader dar myte besserte
                            wolle, gewant ader hesten, alse ofte ein man das thut, also ofte musz
                            her dar umme busen dem rathe tzwentzig schillinge heller unde den
                            meistern ouch also vil.]</p>
          </div>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.3">
          <head>[1.3]</head>
          <div xml:id="NA.1.3.1">
            <head>[1.3.1.] Von der beken recht und gesetze, wi si di halden sullen kein
                            der stat.</head>
            <p>Alle bekken, di da semeln und stollen bakken gestrichen, di sullen
                            geschroten sin und von clarem, luterem mele sin ane alle bolle, und wer
                            si anders buche, ez were von bollen oder von slecht malim mel und wolde
                            di luter semeln glich baken, als oft er da mit begriffen wurde under den
                            benken [ader in den husern] alle tage, als oft muz er der stat vunf
                            schillinge heller geben, und des sullen alle tage warten di zwene, di
                            dar uber gesatz werden bi dem eide, als si der stat gesworn haben. Wen
                            welcher des uberkumen wird, der muste di stat rumen hundert jar und
                            einen tag. Wer ez aber, daz si daz nicht wol erkenten, ob di semel
                            gerecht oder ungerecht were, so sullen si dem, der si gebakken hat,
                            bescheiden vur di burger, und der sol den burgern und in den wan
                            versachen mit rechte.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.3.2">
            <head>[1.3.2.]</head>

            <p>Nu wizzet ouch, welch beke bollen oder slecht malmel wil bakken, daz er
                            iz zu rokken nicht entreit, der sol ez bakken also: wil er ez schiblecht
                            backen, so sol daz brot ungestrichen sin, ane oben uf der mitte sol im
                            ein sinwel strich eines grozen pfenniges breit werden getan; wil er ez
                            aber backen lang in stollen wise, so sol er im an einer siten einen snit
                            tun, als von alder recht ist gewest, und oben einen smalen strich
                            zweiger vinger breit nach der lenge tun. Ist aber, daz iz ist geworcht
                            als ein brot, daz heizet <pb
                facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s048.jpg" n="48"/> man gense, und ist nicht gesnitten, so tu er im ouch einen
                            strich nach der lenge.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.3.3">
            <head>[1.3.3.]</head>
            <p>Wizzet ouch, ein brot, daz heizet taschen, daz man daz zu male verbutet
                            ane also vil in der vasten; wer si denne backen wil, der sol si backen
                            von luter semil und sol den teik wol brechen und sol gesoten werden. Daz
                            selbe sol man zu bretzen tun und zu den hornaffen.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.3.4">
            <head>[1.3.4.]</head>
            <p>Wizzet ouch, welcher kolatschcn oder sinwel brot becket, daz um und umme
                            gantz ist und uz und uz gestrichen ist, daz ez von clarer semeln sol sin
                            als zu den gestrichen stollen.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.3.5">
            <head>[1.3.5.]</head>
            <p>Wizzet ouch, daz kein becke kein cligen brot sol veile haben under den
                            benken, sunder man sol ez da vor veile haben.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.3.6">
            <head>[1.3.6.]</head>
            <p>Wizzet ouch, daz keine zwene becken eine bank sullen mieten noch keiner
                            sol uf des andern gemiete bank rukken an keinem tag, sunder er sol sten
                            uf sin selbes gemiete bank; wer aber, daz di benke also weren vormiet,
                            der denne nicht enhat, der sol vur den rat gen und bitten, daz man im
                            bewise, wa er sten sulle. Wo er denne stet mit irre gunst, da stet er
                            wol.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.3.7">
            <head>[1.3.7.]</head>
            <p>Wizzet ouch, wer uf des andern bank ructe, der muste vunf schillinge
                            heller geben und jenir als vil, des di gemiete bank ist, und sullet daz
                            also vernemen, di benke sin der burger oder niht.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.3.8">
            <head>[1.3.8.]</head>
            <p>An allen disen geboten sult ir wizzen, wer di nicht heldet, der muz vunf
                            schillinge heller geben, als oft er vellik wird, zu der stat.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.3.9">
            <head>[1.3.9.]</head>

            <p>Wizzet ouch, wenne di brotbenke ane brot sten [in grossen heiligin tagin
                            als osteren, pfingsten und wynachten, di sullen tzu busse gebin
                            itzlicher XX schillinge: vindet man si aber sust in anderen tagin, so
                            sol yeder becke <pb
                facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s050.jpg" n="50"/> tzehin schillinge gebin, es si denne,] daz er gewere uf den
                            heiligen, daz er ane hindernisse nicht ungebaken si gewest, und des
                            sullen di zwene warten, di uber daz hantwerk gekorn werden mit der stat
                            boten, wenne si di burger heizen, und wer an allen den geboten, di
                            benant sin, der zweier keinen betrubte oder der stat botten mit den
                            worten, er muste sich mit im berichten, als er gnade an im vunde, und
                            dar nach mit dem rate. Brech er ez aber mit den werken, ez ginge im an
                            sinen gesunt und ouch an sin gut.</p>
          </div>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.4">
          <head>[1.4]</head>
          <div xml:id="NA.1.4.1">
            <head>[1.4.1.] [Von der cremer recht und gesetzce, daz sy haben.]</head>
            <p>[Diz ist der cremer recht, daz von unsin elderin her satzt iz. Zcu dem
                            erstin, daz keiner, der hy wassir und weide suchit, widir uf dem markte
                            noch vor den bruderin noch zcu kirchin stehen sal wen undir den cremin,
                            di wile eyn cram ader eyn lyt irgint ledic ist. Wer, daz keyn cram noch
                            lyt nicht wer, wer denne cram uf slahin wil, der sal daz thun hinden by
                            dem nehistin an dem crame, alz man kegin dem kornmarte uz get und andirs
                            nirgint.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.4.2">
            <head>[1.4.2.]</head>
            <p>2. [Ouch ist von aldir recht und gewonlich gewest, daz keyn gast hye uf
                            slahen sal sinen cram wider vor der kirchin noch uf dem markte, wenne
                            nicht markttage sint. Aber di markttage sint allen cramern vrie, wanne
                            si komen, daz si denne us legen mogen ungehindert von recht.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.4.3">
            <head>[1.4.3.]</head>
            <p>[Wolde sich ymant des widir sy setzcin, so sullin sy nemin der stat
                            botin, der sal yeme sinen cram uf hebin und sullin yn da zcu brengin,
                            daz her halde der stat recht und ir gesetzce.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.4.4">
            <head>[1.4.4.]</head>

            <p>[Ouch ist recht, daz keyne lyt mer sullin sin an den eckin wen eyn, daz
                            uz dem selbin crame get, der an der ecke lyt; daz sal an beyden ortern
                            sin der cremen.] <pb
                facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s052.jpg" n="52"/>
            </p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.4.5">
            <head>[1.4.5.]</head>
            <p>[Waz vorbaz ussewendik den kramen von benkin ader von lyden sint, dy
                            sullin von rechte nicht sin.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.4.6">
            <head>[1.4.6.]</head>
            <p>[Ouch sullin di tzcwene alle wochin alle martage, wen iz yn fugit, daz
                            gewichte besehen den gestin alz wol alz den in der stat an allir
                            koufmanschaft uf yrem hantwerke, an sapheran, an phefer, an allin
                            wurzcen; waz si valschis dar an vinden, daz sullin si brengin vor den
                            rat und sullin des nicht vorswigen bi dem eide, alz si gesworin
                            haben.]</p>
          </div>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.5">
          <head>[1.5.]</head>
          <div xml:id="NA.1.5.1">
            <head>[1.5.1.] Von der muller gesetze und recht, wy si di kein der stat
                            halden sullen.</head>
            <p>Dy mulnere sullen ir steine haben ane alle gruben unden und ir louft umme
                            di steine gantz und nicht witer tzwischen dem louft und dem steine wenne
                            als ein stranc einiz dumen dikke da zwischen muge gegen. Wizzet ouch,
                            daz zcwu unde zwentzig metzen sullen behalden einen statschefel und ein
                            und zwentzig einen zinseschepfel.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.5.2">
            <head>[1.5.2.]</head>

            <p>Ouch sullen si zu lone nemen von eime gehuften schefel eine gehufte
                            metze, von eime gestrichen eine gestrichen metze, von eime halben eine
                            halbe und dar nach nach dem minnern, als sich gezuhet. Wer ouch ee zu
                            mule kumt, der sol ee malen. Ez sol ouch kein knecht in keiner mule sin,
                            der sin gesinde habe bi im besunder; hat er gesinde, daz si nacht und
                            tag in der stat. Iz sol ouch weder mulner noch knecht von keines mannes
                            boten kein cligen nemen, gesche aber daz, mit dem ersten, daz der mulner
                            des geware wirt, so sol er al zu hant den boten lazen; tut er des nicht
                            und heldet in dar uber einen tag, er sol der stat eine mark geben: let
                            er in aber zu hant, so blibt er ane wandel. <pb
                facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s054.jpg" n="54"/>
            </p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.5.3">
            <head>[1.5.3.]</head>
            <p>Wirt aber der mulner des uber lanc gewar und getar daz behalden mit dem
                            eide, ez stet im nicht zu var und blibet ane wandel.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.5.4">
            <head>[1.5.4.]</head>
            <p>Man sol ouch von zwein vudern maltzes zwelf metzen geben, dar nach nach
                            dem minnern, als sich geburt.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.5.5">
            <head>[1.5.5.]</head>
            <p>Wizzit ouch, queme ein vrost oder ein sulch sne, der der stat schedlich
                            ware oder mochte gesin und den mulen, welchen iz denne zu erst dringet,
                            der sol zu den zwein gen und sol si umme hulfe bitten, daz er und sin
                            mule gevertigt werde. Teten si des nicht und mochte daz mit zwein
                            byderben mannen bewisen, daz siz im versaiten, ez muzt ieclicher dem
                            rate dri marg geben. Und di wile di mule unvertig ist von dem gebrechen,
                            der vor genant ist, di wile sullen di andern bi der vor genanten buze
                            ungemalen sin, biz daz si mit einander vertig werden, ez heize si denne
                            der rat malen. Und wenne ein groz wazzer kumt, daz in vluten get, so sol
                            einer dem andern rumen und sin vlutrinnen uf zihen bi der vor genanten
                            buze, durch daz si icht beide schaden entpfahen.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.5.6">
            <head>[1.5.6.]</head>
            <p>Ditz ist geschehen in dem jar, als man zalt von Cristes geburt driezehen
                            hundert jar in dem XXXIII. jar, daz ich, Johans Munzer, burgermeister,
                            und ander min gumpan mit rat unser eldesten von der stat und mit rat
                            achter unser ummegesessen mulner uns voreinet unde gesatz haben, welcher
                            unser mulner einer der vor genanten stucke bruch wurde vom vroste, vom
                            snede oder von der flut, der sol dem rate vervallen sin drier mark so
                            getaner groschen, als genge unde gebe sin, und dem mulner eines fuders
                            gutis birs.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.5.7">
            <head>[1.5.7.] wy hoch dy mulwer sullen sin.</head>

            <p>Daz wer sol gelich sin den alden uveren und wenne daz wazzer clein ist,
                            so sol daz wazzer den weren gelich <pb
                facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s056.jpg" n="56"/> sin und daz wer deme wazzer und der ubirval sol nider dem
                            uvvir sin einer halben ellen.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.5.8">
            <head>[1.5.8.] wy lange daz holtz uffe den weren wachse.</head>
            <p>Waz uffe den weren holtzis wechsit, daz sol man in dem anderen jar abe
                            houwen [unden uffe der erden ane sturziln, und hinder dem wer sol man
                            daz holcz als wol howen als dar uffe.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.5.9">
            <head>[1.5.9.] wy man dy bruch halden sol.</head>
            <p>Wer di obirmul hat, der sol obwendic des ubervallis yn dem were den bruch
                            allein halden.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.5.10">
            <head>[1.5.10.]</head>
            <p>[Geschicht aber obwendic des weres in ein nuwe lant ein bruch, den bruch
                            sullen sy beide machen.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.5.11">
            <head>[1.5.11.] [Wy lanc der uberval und wy ho er sin sol an den
                            enden.]</head>
            <p>Wenne daz wazzer im cleinsten her heim get genuc uffe dy siben rad, so
                            sol daz wazzer dem uberval gelich sin, und an den enden des ubervalles
                            sol der uberval dem alden ufer gelich sin.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.5.12">
            <head>[1.5.12.]</head>
            <p>[Der uberval sol hundert elen lanc sin.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.5.13">
            <head>[1.5.13.] [Wy ho ein itlich vachbom sol ligen und der val.]</head>
            <p>[Es ist ouch geteilt vor ein gotes und vor ein gemein lantrecht, daz alle
                            vachboume der mulen sullen gelich ho ligen vom toten wag, da de mulen
                            daz wazzer zu get in eime wer und in eime mulgraben, und sullen gelichen
                            val haben us den wattrogen.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.5.14">
            <head>[1.5.14.] [In welchem lager dy vlutrinnen sullen sin.]</head>

            <p>[Man teilt ouch vor recht, daz dy nechsten vlutrinnen by den raden sullen
                            gelich wit sin. Da nach dy <pb
                facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s058.jpg" n="58"/> nechste vlutrinne sol eines gemundes nider ligen wen dy bi
                            den raden. Ouch sol dy oberste vlutrinne zweiger gemunde nider ligen wen
                            dy mittelste.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.5.15">
            <head>[1.5.15.] [Wi si di vlutrinnen halden.]</head>
            <p>[Ouch teilt man, wenne einer sin vlutrinne uf zuhit, so sol der ander sin
                            ouch uf ziehen und sol einer dem andern zu wissen tun.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.5.16">
            <head>[1.5.16.] [Wy man di griessule halde.]</head>
            <p> [Man teilt ouch, daz man dy griezsule sol vesticlichen in smiden mit
                            vestem ysen, di sol niemande us nemen, es ensi denne, daz sy ein vlut
                            ader ein vrost us stoz ader irfule, so sol man ein ander in smiden.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.5.17">
            <head>[1.5.17.] [Von den kampraden wen dy truken sten, waz recht
                            ist.]</head>
            <p>[Ouch ist recht, wenne in der mitteln mul dy kamprad druken gen, daz si
                            nicht genuc wassers enhat, so sol der muller di nechste vlutrinnen zu
                            setzen by den raden; hat er denne nicht genuc, so setze er dy nechste da
                            nach fur. Ditz selbe sol der obern mul ouch recht sin.]</p>
          </div>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.6">
          <head>[1.6.]</head>
          <div xml:id="NA.1.6.1">
            <head>[1.6.1.]</head>

            <p>Wizzet, daz kein vleischower sol under den benken pfinnecht vleisch noch
                            suwin vleisch noch untzitig, keine gewessert vleisch, noch daz vleisch,
                            daz di juden haben gesniten, mit nichte veile haben sunder di ligen vor
                            den benken. Welcher derleye vlesch vorkoufte einen bizzen, <pb
                facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s060.jpg" n="60"/> ez were mit schroten oder gantze stukke [an howbt, an
                            tzungen, an bursten, an clawen, an fusen adir wi man das benennen und
                            namen gehaben mag], der mus dem rate vunf schillinge pfundischer
                            pfenninge geben, als oft man in mit so getanem vleische begrifet.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.6.2">
            <head>[1.6.2.]</head>
            <p>Aber unzitig vleisch und allez vieh, daz suche und veikeit an im hat, daz
                            verbutet man bi vunf marken, und were einer als arm, daz er nicht vunf
                            marg hette, er muste zu buze vunf jar rumen di stat. Tet ez aber dere
                            zweier gesworn einer, da wer anders keine buze nach wen di stat rumen
                            hundert jar und einen tag.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.6.3">
            <head>[1.6.3.]</head>
            <p>Wizzet ouch, daz alle lute, arm und riche, di under di vleischbenke
                            wandeln, sullen vrid und gemach haben, also daz si kein vleischewer
                            betrube mit worten noch mit werkin, wen welcher ymanne betrubte an
                            keiner hande sache, also daz er ez uberwunden mag werden mit zwein
                            erbern mannen oder mit zwein vrumen vrowen, der muz nach sinem vrevil
                            sich berichten mit dem richter, dar nach mit der stat und zu vort mit
                            dem sachwalden, als er gnade an in allen vindet.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.6.4">
            <head>[1.6.4.]</head>

            <p>Und wizzet me, daz welcher der zweier geswornen uber daz vleisch keinen
                            betrubt mit worten oder mit werken umme der stat sache, er muz ez im und
                            der stat, dar nach dem richter also swerlich verbezzern, daz ez im alzu
                            swere wirt. Hat er des gutes nicht, man nimtz im abe am libe. Und dirre
                            gebot sullen di zwene gesworne zu allen ziten warten, wenne man vleisch
                            hat veile, und sullen niemanne ubertragen durch lieb noch durch leit
                            noch durch miete bi dem eide, als si der stat gesworn haben. Tet ouch
                            yman keinem vrevil an in under den benken, daz clage er mit rechte dem
                            gerichte. <pb
                facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s062.jpg" n="62"/>
            </p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.6.5">
            <head>[1.6.5.]</head>
            <p>[Ouch sol chein vleischower uf der gassen nach vor der tur nicht slachten
                            by einer gesatzten buse sechtzehen grosschen; ir iclicher slachte in
                            synem hofe ader huse; wer des nicht tun wil nach huses nicht enhat, der
                            slachte vor der stat an dem wasser.]</p>
          </div>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.7">
          <head>[1.7.] Nu merkit umme der schuchwurchten recht, dy sy behalden von gesetze
                        der raet und der stat.</head>
          <div xml:id="NA.1.7.1">
            <head>[1.7.1.]</head>
            <p>In ist gesatzt und geboten, daz sy kein innunge under in sullen machen by
                            der stat hulde, es engesche denne mit rat des rates.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.7.2">
            <head>[1.7.2.]</head>
            <p>Ouch ist in verboten lederstrichen; by wem sy daz gestrichen vinden, der
                            sol dem rat an dy stat ein halp phunt haller geben und den gewerken als
                            vil.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.7.3">
            <head>[1.7.3.]</head>
            <p>Ouch sullen dy gewerken keinen man daz hantwerk lazen arbeiten uber einen
                            manden, si enbrengen in vur den rat, daz er burger werde; wenne er denne
                            burger worden ist, so geb er den gewerken ir wachs.</p>
          </div>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.8">
          <head>[1.8.]</head>
          <p>Daz sullet ir wizzen, daz alle smide, di niderthalp der mur sitzen, mit
                        nichte sullen smiden mit steinkoln, wen als oft da mit einer begriffen wirt,
                        als oft muz er zehen schillinge heller geben.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.9">
          <head>[1.9.]</head>
          <div xml:id="NA.1.9.1">
            <head>[1.9.1.]</head>

            <p>Wizzet ouch, daz weder uzwendig noch inwendig priester noch munch sullen
                            selber weder melzen noch bruwen ane als vil, sin si hie zu stat
                            gesezzen, so mugen <pb
                facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s064.jpg" n="64"/> si wol melzen und bruwen als vil, als er in sinem huse
                            bedarf mit sime gesinde zu trinken und nicht mer. Wer aber, daz kein
                            priester melzte oder bruwete, und sich des einer sin vrunt wold annemen,
                            der must ez dem rate bewisen uf den heiligen, daz di habe sin were ane
                            alle argelist. Wa si aber mer melzen und bruwen wen si imme huse
                            bedurfen, da sol sich der rat mit rechte zu halden.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.9.2">
            <head>[1.9.2.]</head>
            <p>Wizzet ouch, ob si ez heimlichen wolden verkoufen, daz ez in kein
                            birschroter sol schroten, ob ez bir ist. Ist ez aber maltz, ez muz der
                            verrechten, der wirt im hus ist.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.9.3">
            <head>[1.9.3.]</head>
            <p>Ouch sullet ir wizzen, welch man in der stat bier oder maltz wider kouft,
                            der muz dem rate eine mark geben und di habe verliesen.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.9.4">
            <head>[1.9.4.]</head>
            <p>Wizzet ouch, welch man nimt pfaffen gelt und ander lute gelt und erbeit
                            da mit um winnuge und verswiget daz dem rate, also daz er nicht der stat
                            recht von tut, er muz der stat eine marg geben [und di habe und daz gelt
                            den burgern antworten].</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.9.5">
            <head>[1.9.5.]</head>
            <p>[Wisset ouch, daz kein man sol uf daz lant niemande weder melczen noch
                            bruwen by einer mark.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.9.6">
            <head>[1.9.6.]</head>
            <p>[Ouch sullet ir wissen, daz niemant weder phaffen noch munchen und ouch
                            keynerley usluten noch mynner weder erbe noch czinse uffe erbe noch kein
                            geldent gut vorkouffen sol an als vil, ob ein burger hette ein sun, der
                            ein prister wer, und het uf in erbe oder ander gut geerbet, der mac wol
                            erbe kouffen oder geldent gut also bescheidenlich, ob er nicht phrund
                            inhat, da. mit er vorlent sy.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.9.7">
            <head>[1.9.7.]</head>

            <p>[Daz sol er ouch czu gewere tun einem gesessen burger, der is vorrechte
                            kein der stat, und sol sich vorwillekuren, daz er daz gut der stat mit
                            nichte inphrinde; anders sol is im nicht geschehen. Waz gutis er ouch
                            hat, ist daz er von der stat czuht, wil er iz behaldin, er sol einen
                            gesessen burger dar ubir kisen zu vurmunde, der is nach <pb
                facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s066.jpg" n="66"/> der stat recht vorste. Ist er abir vorlent, er vorkouf
                            einem burger sin gut, ob er wolle; keinis mag er abir me gekouffen.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.9.8">
            <head>[1.9.8.]</head>
            <p>[Ouch sullet ir wizzen, daz ein iclich man hy tzu der stat sin haws oder
                            hawsere, di er hat in der stat oder da vor besetzen, ab er dy us lazin
                            wiel mit fromen getruwen luten, dy der stat mitburgere synt, dy der
                            herschaft unde der stat truwe unde gehorsame gelobet unde gesworen haben
                            ...]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.9.9">
            <head>[1.9.9.]</head>
            <p>[Ouch schol man keinen man hy tzu der stat tzu burger nemen, der anderswa
                            in einer andern stat vor burgerrecht hat.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.9.10">
            <head>[1.9.10.]</head>
            <p>[Ouch schol kein gast hy tzu der stat by uns hy ligen yber einen manden,
                            der kawfschatz tribe, da mite er andere unsere miteburgere an irer
                            narunge vorhindere ader vorlege, wenne daz tzu wicbilde nicht recht
                            ist.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.9.11">
            <head>[1.9.11.]</head>
            <p>[Ouch wisset, daz di monche, di parvusen herren unsers closters, in irem
                            schafferyhus sullen weder bruwen nach meltzen denne alz viel, als si in
                            dem closter zu irer notdurft bedurfen; andern luten inwennig der stat
                            nach uswennig sullen ouch nicht gestaten, daz si dor inne meltzen nach
                            bruwen bi der stat hulden, wi di namen haben.]</p>
          </div>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.10">
          <head>[1.10.]</head>
          <div xml:id="NA.1.10.1">
            <head>[1.10.1.]</head>
            <p>Tzu niunde male wisset, welcher hier, met oder win schenkit, der sol im
                            huse und us dem huse allen luten volle mase geben, als ein gotlich recht
                            ist.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.10.2">
            <head>[1.10.2.]</head>
            <p>Tut er des nicht und gevellit an dem bir, als ofte mus er vunf schillinge
                            heller geben, an dem met in der selben wise; gevellet er abir an wine,
                            als ofte tzehen schillinge.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.10.3">
            <head>[1.10.3.]</head>

            <p>Wirt man abir gewar, daz ymande sinen win mischit mit wazzer, den er
                            schenkit, er mus tragen di hoesten buze und mus im den wein lasen setzen
                            nach sime werde. <pb
                facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s068.jpg" n="68"/>
            </p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.10.4">
            <head>[1.10.4.]</head>
            <p>Ouch sullet ir wissen, welche di sin, di zcweierly bier vur einerlye
                            vorkaufen, also daz eins leger sei wen daz andere oder eines nit als gut
                            als daz andere, als ofte di begriffen wurden, als offte musten si zehen
                            schillinge heller geben und bi einem manden nymmir kein bier schenken
                            noch keinerleige tranc, und da ist nicht vur zu biten.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.10.5">
            <head>[1.10.5.]</head>
            <p>Ouch wisset by vunf schillingen, daz kein man sol sumer noch winter
                            nepphe noch tupphel geben sunder di stotze und becher, da der burget
                            zceychen an lit.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.10.6">
            <head>[1.10.6.]</head>
            <p>Ouch sullit ir wissen, welch gast oder der nicht der stat burgerrecht
                            gewunnen hat, wer wein schenkit, reival oder Botzner, der mus dem rat
                            ein halbe mark geben und ein halp stubichein zu setzrecht und Elsesser,
                            von Osterwein und von Wirzeburger oder welcherleige Vranken ein virdunc
                            und ein virteil zu setzerecht; von lantwin ein halben virdunc und
                            virteil zu setzerecht, von bire einen halben virdunc.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.10.7">
            <head>[1.10.7.]</head>
            <p>Ouch sullit ir wissen, is sei burger, gast oder nicht gast, welcher
                            vromde bier hi schenkit, der mus dem rate einen halben virdunc
                            geben.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.10.8">
            <head>[1.10.8.]</head>
            <p>Wisset ouch, in welches mannes hus ein gast schenkit und let er in hin
                            varn, e er sich mit den burgern bericht, er mus is in selber geben.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.10.9">
            <head>[1.10.9.]</head>
            <p>Nu wisset ouch, den bruwern sol man geben von zwein vudern drithalben
                            schillinc haller, von anderthalben vuder zwene schillinge, von eime
                            vuder achtzen heller, von eime halben vuder einen schillinc.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.10.10">
            <head>[1.10.10.]</head>

            <p>Ouch gibt man in zum grosten gebruwe ein schuffen vol treber, von den
                            andern gebruwen dar nach, und ein man bruwit vil oder wenic, von bier
                            und von lantwin: uf und abe vir haller in den keler und dar us, sechs uf
                            der leiter, von eim keler zum andern einen schillinc, uf der sleife acht
                            heller. <pb
                facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s070.jpg" n="70"/>
            </p>
          </div>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.11">
          <head>[1.11.]</head>
          <div xml:id="NA.1.11.1">
            <head>[1.11.1.]</head>
            <p>Tzu dem zehenden male wisset, welch man meineide swert, er si arm oder
                            rich, oder einen andern mit mutwillen und mit unrecht zu eiden tribit,
                            und werden des di burger gewar von dem rate also, daz si kisen uf den
                            eit, als si arm und rich und der stat gesworn haben, daz man im recht
                            tu, er sol di stat rumen hundert jar und ein tac und nymmir dirre stat
                            tugen zu einem burger, bis daz di hundert jar und der tac vorgee; von
                            der zit, als er vorwisit wirt, dar nach mag er wol wider burger werden,
                            hat es im got beschert, ob er wil.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.11.2">
            <head>[1.11.2.]</head>
            <p>Und wen ein man vorwisit wirt, daz jar und den tac sol man beschriben,
                            daz es allen retin gedechtig sei, und sinen namen.</p>
          </div>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.12">
          <head>[1.12.]</head>
          <div xml:id="NA.1.12.1">
            <head>[1.12.1.]</head>
            <p>Tzum elften male wisset, daz di herren vom Grunheime in irme hofe sullen
                            halden zwu wache alle zit nach der stat gewonheit und zwene wepener,
                            wenne man ir bedarf, und sullen weder melzcen noch bruwen wen als vil,
                            als si in dem hofe zu irre notdurft bedurfen; andern luten sullen si
                            ouch weder meltzen noch bruwen.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.12.2">
            <head>[1.12.2.]</head>
            <p>Wissit ouch, daz si keinen mist sullen in selber uzwendik der muren
                            vuren. Kein man sol sich ouch ires mistes underwinden, si inhaben im
                            denne gegeben oder verkouft, im zu nutze und nicht in selber, wen
                            welcher daz uberret wurde, der muste der stat ein mark geben.</p>
          </div>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.13">
          <head>[1.13.]</head>
          <div xml:id="NA.1.13.1">
            <head>[1.13.1.]</head>

            <p>Tzum zwelften male wisset, daz alle, di scheffil haben, sullen ir
                            scheffil alle jare zu sent Michels tage eichen nach der stat scheffil,
                            wen welcher da mit eime unrechten begriffen wirt, der mus kein dem rate
                            tragen di hosten bus <pb
                facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s072.jpg" n="72"/> und kein dem richter, als ofte er begriffen wirt, gelicher
                            vunf schillinge heller geben. Ouch vorbut man es in zu male in den
                            gessen bi vumf schillinge hellern.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.13.2">
            <head>[1.13.2.]</head>
            <p>Tzu glicher weiz sol kein man wolle noch hopphen in den gassen noch vorm
                            wische veilsen, kauffen noch vorkaufen, bi eime schillinge.</p>
          </div>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.14">
          <head>[1.14.]</head>
          <div xml:id="NA.1.14.1">
            <head>[1.14.1.]</head>
            <p>Tzum dritzenden male wisset, daz kein hoke noch kein phragner nicht sol
                            kaufen uf dem vrowenmarkt an eigern, buttern, an kesen, vlachs, obs, an
                            mahen, an line noch keiner hande, di wil der wichs steckit, sundern dar
                            nach; wenne welcher es tet und besait wurde mit rechte, der muste vunf
                            schillinge heller geben. Ouch vorbut man es in al zu male in den gassen
                            bi vunf schillingen heller.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.14.2">
            <head>[1.14.2.]</head>
            <p>Tzu glicher wiz sol kein man wolle noch hopphen in den gassen noch vor
                            wischin veilsen, kaufen noch vorkaufen, bi eime schillinge.</p>
          </div>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.15">
          <head>[1.15.]</head>
          <p>Tzu dem virzenden male wisset, daz alle, di da haben zu wegen wolle, zin,
                        unslit, bleige oder bech, sullen wagen zu der statwage, wen welcher anderswo
                        wuge und nicht recht dem wagemeister tet, der muste der stat vunf schillinge
                        heller geben und dem wagemeister dennoch sin recht geben, daz im geburt
                        hette, ob er gewegen hette etc.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.16">
          <head>[1.16.]</head>
          <div xml:id="NA.1.16.1">
            <head>[1.16.1.]</head>

            <p>[Nu merkit und wissit, daz sich arm und riche voreynt und vorwillekurt
                            habin in keginwertikeit drier rete, da Hannis von der Nuwinstat
                            burgermeister waz: Wo eyn man stirbit, der nicht erbin lesit, und blibit
                            sin frowe lebinde, di frowe sal noch yris mannis tode behaldin alle sin
                            erbe, alle yre varinde habe, alle gerade ane allin <pb
                facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s074.jpg" n="74"/> ansprache yris mannis frunde, dy wile si lebt. Noch der
                            frowin tode sal iz gevallin, wo iz billich hen vellit. Also sal der man
                            glicher wiz sitzcin in alle synen rechtin noch syner vrowin tode, dy
                            nicht erbin lasit, ane alle ansproche der frowin frunde, daz di keyne
                            gerade vorderin sullin; daz sol man also vornemen, di wile sy wythewe
                            ist; vorruckit sy yren withewenstul, so volge yedem man sin recht; blibt
                            si aber witewe an ir ende, so erbt si ir drittel uf ire nestin frunt, di
                            zcwei teil uf des mannis frunt.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.16.2">
            <head>[1.16.2.] Der stat willekur.</head>
            <p>[Ouch wissit, welch man in syner gewer sitzt jar und tag ane ansproche,
                            dem iz sy neher zcu behalden, wen ymant si ym abe gewinnen muge, als
                            recht ist; sal besibinde vor di gewer, sal bedritte vor di lehen, ab der
                            richter und di schepphin tot werin.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.16.3">
            <head>[1.16.3.]</head>
            <p>[In dem selbin jar quamin sache und clage vor gerichte und in den rat von
                            Nikil Lazans kindin und irer muter, von der Sidil Swerzcin und yren
                            kindin, von der Goltsmidin und iren kinden. Itzlicher frowin starb eyn
                            kint, di frowin sprachin den anval an an der kinder gut. Di sachin
                            wurdin mit vorbedachtim rate der eldistin und der clugistin und gemeine
                            der hantwerk uz gegangin noch nutz und noch recht und noch aldir
                            gewonheit der stat, wen keyn man gedachte daz recht andirs
                            gehaldin.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.16.4">
            <head>[1.16.4.]</head>

            <p>[Wen ein man gestirbit und wip und kint lesit, di frowe nymit an des
                            mannis gut von aldir gewonheit und der stat recht ein dritteil und di
                            kint di zcwei teil. Vorruckit di frowe iren witewenstul, so hat si keyn
                            recht vorbas an der kinder gut, di einis vater kint sin. Wo der ein
                            sturbe, daz erbit sin teil uf die anderin; ab wol czcwu mutere da sin,
                            doch sin si ebinburtik von dem vater. Wer abir nicht wen ein kint, daz
                            erbit neher uf di muter wen uf vetterin ader uf ymanden anders.] <pb
                facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s076.jpg" n="76"/>
            </p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.16.5">
            <head>[1.16.5.]</head>
            <p>[Wer ouch, daz kinder werin von czcwen veterin und von einer mutir, ydes
                            mannis kint erbit ein uf daz ander; ersterbin aber si sich beide uz, si
                            erbin bedirsit uf di muter.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.16.6">
            <head>[1.16.6.]</head>
            <p>[Diz recht iz von alder behaldin durch des willin: waz gutis undir einem
                            man erstirbit, ez si wenig ader vil, her habe lutzcil kinder ader wenig,
                            doch so wirt der frowin ir drittel vollinkomelich, daz ir nimant
                            vorsagin tar; do nimpt si man mit und enpfremdit daz dritteil iren
                            kinden, daz si keinen anval dar an habin, dar um hat si keinen anval an
                            der kinder gut.]</p>
          </div>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.16a">
          <head>[16 a.]</head>
          <div xml:id="NA.1.16a.1">
            <head>[1.16a.1.]</head>

            <p>Wenne alle gemachte ding und gesaczte in der zit mit der zit
                            vorgenclichin sint, so ist nod, das di selben dinc mit einer wirdigen,
                            erluchten schrift in eine ymmer wernde kuntschaft bracht werden. Hir
                            umme nach dritteyls recht, des wir ouch in unser stat Zwicgaw gebruchen,
                            das eine icliche frawe nach ires mannes tode nymet einen dritteil an
                            allen den guten, di under irem manne sint erstorben, si sint varnde und
                            unvarnde, von des wegen, zukumftige zweitracht zu vormyden unde uflowfte
                            abe zu nemen, sint wir rath unde rethe, geswornen der stat Zwicgaw, mit
                            wol bedachten mute eintrechticlichen nach vorsichtigen rate unser
                            eldesten und clugsten mit volwort der ganczen gemeine in eynunge komen,
                            gesaczt habin und setzen: das eyne icliche frawe hy zu der stat nach
                            yres mannes tode mac andern man, ab sy des lustet, nemen mit yrem
                            dritteyl und sol habin ane irer kindere unde nechsten willin mit irem
                            dritteil macht unde craft yrem manne das zu gebin, ab si wiel, des es
                            denne nach der frawen tode ist unde wirt, dor an yn ire kindere und
                            nechsten nicht hinderen sullen. <pb
                facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s078.jpg" n="78"/>
            </p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.16a.2">
            <head>[1.16a.2.]</head>
            <p>Stirbet aber di frawe unde hat iren dritteil, erbe unde gute, varnde und
                            unvarnde, irem manne vor gerichte nicht gegebin unde uf gelazin,si erbet
                            iren dritteil uf ire kindere, ab si di hat; hat si der nicht, si erbet
                            das uf ire nechsten, es si knecht ader mayt, di ir ebenburtic synt unde
                            nicht uf iren man, nach der stat kure unde saczunge, der wir rath unde
                            rethe und di gancze gemeine alle unser nachkommen nu unde her nach
                            ewiclichen in der stat Zwicgaw wollin und sullen gebruchen und di
                            unvorrucket halden. Der saczunge und kure si wir in eine worden nach
                            Cristi geburt M° CCC° XCII⁰, da Conrad Rawber burgermeister und Hennel
                            Crymptschaw, Nickel Hugo, Ulrich Clarer, Diterich Bottscher, Apel Trost,
                            Conrad Beirstorf, Peter Glockengiser, Peter Storm, Heinrich der junge
                            Caldenkuchen, Heinrich Thymer, Andres Milen ratesmanne waren.</p>
          </div>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.17">
          <head>[1.17.]</head>
          <div xml:id="NA.1.17.1">
            <head>[1.17.1.]</head>
            <p>Tzu dem vunftzehenden male wisset, daz kein man oben im walde sol holtz
                            kaufen, der hy wesende ist, sunder er sol si selber, di vlosser und di
                            waltlute, ir holtz lasen uffe dem wazzere her nider vuren und selber
                            lazen vorkaufen, und wisset, welcher dar ubir trete, der muste dar ubir
                            dem rate eine mark geben, da wer nicht vor zu biten.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.17.2">
            <head>[1.17.2.]</head>
            <p>Doch wisset, wer kein waltman oder vlosser einem hie gesessen man
                            schuldig und wil er im holtz dar an geben, er sol es im her nider lasen
                            vuren und nemen an siner schult, es were denne, daz einer durch der
                            schult di stat mide, so mochte ein man wol dort oben von jeme holtz
                            nemen ane var ane siner schult, als so daz er vor dem rate gewer uf den
                            heiligen, daz daz also si.</p>
          </div>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.18">
          <head>[1.18.]</head>
          <div xml:id="NA.1.18.1">
            <head>[1.18.1.]</head>

            <p>Tzu dem sechtzehenden male wisset, welchem manne man di wache gebutet und
                            ist in so getanir schicht, daz<pb
                facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s080.jpg" n="80"/> man etlich vare hat, so sol itlich man, er sei arm oder
                            rich, selber zirgelen und wachen bi vunf schillingen hellern, ob er da
                            heim ist oder nicht sich ist; wer abir, daz man nicht var inhet und daz
                            lant in gutem vride stunde, so mochte ein itlich man einen sinen knecht,
                            den er getruwe erkent, oder sinen sun oder sinen vrunt, der achtzen jar
                            alt wer, lazin cirgeln oder wachen oder einen also vornunftigen miten,
                            der bi der jarzal si und getreuwe si. Is insol ouch kein torwart keim
                            man keinen wachter miten, er wisse in getruwe und daz er di jarzale
                            behalde und ouch andirshalp do zu tuge, anders er muste vunf schillinge
                            heller geben vor jenen, den er in gemit hat, wurde er begriffin, anders
                            wen daz gebot.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.18.2">
            <head>[1.18.2.]</head>
            <p>Ouch sullit ir wissen, daz kein wechter noch kein zirgtgeler, wen er uf
                            di wache got oder anhebt cirgeln, er sol sime torwarten zusprechen,
                            durch daz er sich zu rechter zit bewise. Ditz selbe sol er tun, wen er
                            abe get. Welcher des nicht intete, der muste geben deme rate einen
                            schillinc heller, und des sol der torwarte alle sunnabinde gen vur di
                            burger und sagen bi dem eide, als er der stat gesworn hat, welche sich
                            an dem gebot vorsumit haben, des sol von allen luten unvordacht sin bi
                            der burger hulden.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.18.3">
            <head>[1.18.3.]</head>

            <p>Wisset ouch, welch man di wechter oder di circgler betrubit mit worten
                            oder mit werkin, es get im swerlich an sine phenninge; het er nicht
                            phenninge, er must di stat rumen als lange, bis daz er des sachwalden
                            hulde irkrigte und ouch der burger. Brech er es abir mit den werkin, es
                            ginge ime an sinen gesunt. Wisset ouch, welich man wachen oder zirgiln
                            vorsumit, der mus vunf schillinge heller geben und acht tage uffe einem
                            tore ligen, daz er nymmir da von sol kumen, uf welchem tor in di burger
                            heisen. <pb
                facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s082.jpg" n="82"/>
            </p>
          </div>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.19">
          <head>[1.19.]</head>
          <div xml:id="NA.1.19.1">
            <head>[1.19.1.]</head>
            <p>Tzu dem sibenzehenden male wisset, quem ein gehuwe vor di stat oder in
                            der stat oder daz ein veuwer uz queme, des got nicht inwolle, so sol
                            itlich kirspil loufen zu sinem houbitman und von dem nicht loufen bi
                            einer mark, im werde denne laube gegeben von sime haubitman oder werde
                            es geheisen von dem rat. Waz man denne den man heiset, daz sol er tun
                            mit gehorsam und bi so getaner bus, als man im denne gebutit. Wer es
                            aber denne veuwir, so sol itlich man mit ime tragen ein axen, zuber,
                            gelten, schufen und so getan gerete, daz dar zu nutze wer, und helfen
                            getrulich leschen. So sullen di andern haubitlute, di daz veuwer nicht
                            antrit, ir tor besetzen mit so vil luten, als si daz nach iren treuwen
                            quemelich dunkit und nutz, und daz ander volke lasen laufen zum veure,
                            und wer da zu leuft, der sol helfen, wen hulf er nicht, wer er gesessen,
                            er muste dem rate geben vunf mark; war er abir ungesessen, man helt in
                            uf vore einen ungerechten man und tut mit ime nach einis ungerechtis
                            mannis recht.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.19.2">
            <head>[1.19.2.]</head>
            <p>Ouch sullit ir wissen, brent ein hus, da ander heuser an stunden, wo es
                            denne di lute aller quemlichiste dunkit, da sullen si mite den
                            veuerhaken risen, durch daz daz veuer icht vurbaz kume; blibet es denne
                            ane der stat und kumt nicht vurbas, man gilt im sin gezimmere von der
                            stat wegen nach bescheidenheit. Trit abir daz veuer ubir, man gilt ime
                            nicht.</p>
          </div>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.20">
          <head>[1.20.]</head>

          <p>[Wen wir herkennyn manchirley gebrechin, da von dem armut groz schade enstet
                        von hochcziten und von kindilbettin, di setzce wir in sulche mase und
                        gewonheit, da von arme und riche ere, nucz, fromin und gemach nu und hir
                        noch bi allin unsin nochkomelingin und alle rethe sullin behaldin vesticlich
                        ane alle widirstose aller rete und allir lute, si sin an gewalt ader nicht.]
                            <pb
              facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s084.jpg" n="84"/>
          </p>
          <div xml:id="NA.1.20.1">
            <head>[1.20.1.]</head>
            <p>[Zu dem erstin: wer sine kint zcu e gebin wil, der mag sine frunt biten
                            zcu der uzgabe und ander bidirbe lute, so daz des abindis noch des
                            morgins noch vor noch nach wertschaft machin sullin, di sich zcu der
                            egabe gezcihen muge, ane des abindis alleyne so erloybit man des
                            brutegamis vater und muter, gebrudern und swestern und der swester man
                            und der bruder wip, ab si di habin, und ouch der brut vater, muter,
                            bruder und swester, alz des brutegams frunt des abindes da zcu essinde
                            und nimant me. Wurde daz bruch und nicht gehaldin, da werin der brute
                            frunde um vorvallin vunf schog und des brutegamis alz vil. Werin si
                            bedirsit alz arm, daz si des geldis nicht enhettin zcu gebin, so suldin
                            si dy stat bedirsit rumen vunf jar und suldin bi keyme rate in komin, dy
                            vunf jar quemin uz.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.20.2">
            <head>[2.20.2.]</head>
            <p>[Dar nach setzce wir mit rate der eldistin, daz man zcu keyner hochzcit
                            mer sal biten, jungir noch alder, vrowin noch man, meide noch knechte
                            wen achzcig mensche, io vir mensche zcu eynir schusselin und nicht me,
                            daz sin zcu czcwenzcig schusselin. Wer daz breche, der sulde der stat
                            sin vorvallin, der brut vater und des brutegams vater ader ire frunt,
                            itlicher vunf schog; werin si alz arm und des geldis nicht hettin, so
                            suldin si dy stat rumen vunf jar, glicher wiz alz vor beschribin
                            iz.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.20.3">
            <head>[1.20.3.]</head>
            <p>[Ouch sal nimant reyen mit dem brutegam, her si denne in dy hochzcit
                            geben, bi der selbin buse. Des abindis, wen man di brut geleit, sal
                            nymant da essin wen vater und muter, bruder und swester, alz zcu der
                            egabe.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.20.4">
            <head>[1.20.4.]</head>

            <p>[Des morgens am hochcittage sal man alle ding volendin noch gewonheit der
                            stat mit bade und mit andern sachin und sal dar noch an keynem tage
                            wertschaft uf richtin bi der selbin buse. Ouch setzce wir mit rate der
                            eldistin, daz nymant mer spillute habin sal wen czcwene, dri ader vire
                            und nicht mer, wi daz eyn man vormag; ir lon sal sin iodem man vunf
                            schillinge bi der selbin buse.] <pb
                facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s086.jpg" n="86"/>
            </p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.20.5">
            <head>[1.20.5.]</head>
            <p>[Ouch setzce wir mit unser aller rate, wen man eyn kint wil lasin toufin,
                            da sal mit gehin di amme, di daz kint treit; ist iz eyn knecht, so sal
                            da mit gehin eyn frow, di daz kint hebit und andir frowin dri und nicht
                            me. Ist iz eyn meidechin, so sullin czcwu frowen mit gehin, di iz hebin
                            und ander frowin czcwu. Wer daz nicht enhilde, der sulde dem rate gebin
                            vunf phunt heller. Wer da vor bete, der sulde ouch vunf phunt
                            gebin.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.20.6">
            <head>[1.20.6.]</head>
            <p>[Ez sal ouch nimant mer frowin besendin, frunde noch fromde, so daz keyne
                            bi dem kintbette blibe, di wile man daz kint toufit, wen muter und
                            swester. Wer daz breche, der sulde vunf phunt dem rate gebin.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.20.7">
            <head>[1.20.7.]</head>
            <p>[Alz manche frowe oberig mit dem kinde ginge, wen di da zcu geschikit
                            werin, di frowin ader ire man suldin dem rate eyn phunt gebin; alz
                            manche frow bi dem kintbette blibe, alz manch phunt muste man dem rate
                            gebin, di frowin, di da blibin, ader ire man, di da bliben.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.20.8">
            <head>[1.20.8.]</head>
            <p>[Ouch setzce wir mit rate der eldistin und mit rate allir gemeyn und
                            aller hantwerk, daz keyn frowe mer kindilbette habin sal wen, alz si dri
                            wochin gelegin hat, eynin tag und vor noch nach nicht me. Da zcu sal si
                            nimandis me besendin von patin noch von anderin frowin, wen di mite
                            gehin zcu der toufe. Alz manche frowe mer da ginge, si sy gebetin ader
                            nicht, di ader ire man suldin dem rate eyn phunt gebin.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.20.9">
            <head>[1.20.9.]</head>
            <p>[Ouch ist gesaczt, daz czu dem kindilbette nymant keyne wisate wider an
                            phenningen noch an keynen sachin tragin sal noch gebin wen mutere und
                            swester und di patin. Wer daz nicht hilde und bruch wurde, der sulde dem
                            rate vunf phunt gebin; wer her alz arm und des geldis nicht hette, der
                            sulde di stat rumin jar und tag.]</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.20.10">
            <head>[1.20.10.]</head>

            <p>[Obir alle dise gesetzce vorbinden sich arme und riche von der stat mit
                            der rate und willin, di geschen sint mit den retin, daz di ewiclich
                            blibin sullin von uns und von unsin nochkomelingin.] <pb
                facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s088.jpg" n="88"/>
            </p>
          </div>
          <div xml:id="NA.1.20.11">
            <head>[1.20.11.]</head>
            <p>[Daz ist geschen in dem jar, da Heinrich Lebinberg burgermeister waz und
                            sine cumpan Heinrich Steynhus, Herman Wishoit, Heinrich Hellinbrecht,
                            Heinrich der alde schriber, Peter Mergintal, Herman Crasse, Nikil
                            Prosse, Henil Hurleman, Heinrich Fullingast, Nikil Culpener und Peter
                            Ruswin, und da bi warin alle hantwerk, alle gemeyn und di eldistin von
                            der stat, Heinrich Czapphe, Nikil Jawer, Henil Nuwestat, Conrat
                            Tschakan, Michel Cremer, Heinrich Crossener, Petir Winkeler, Hannis
                            Schuczce und ander bidirber lute vil.]</p>
          </div>
        </div>
        <div xml:id="NA.1.21">
          <head>[1.21.]</head>

          <p>[Wisset, daz wir rete und rate mit ein ganczer volbort unsir eldsten durch
                        armer lute willen czu rat sin worden, gesaczt und geboten habin, daz alle
                        bader hy czu der stad ame mantage, mytwoche, sunnabunde cheine selebad
                        sullin habin noch legen, sunder ame dinstage, donerstage, frytage mugen sy
                        di wol habin umme daz, daz arme lute denne eren ruwin und gemach deste baz
                        habin und ir ouch dy bader sundirlich deste baz gewarten mugen, got czu lobe
                        und den selen zcu troste und allin gelawbigen selen, den man zcu troste und
                        selicheit dy bade macht, und ouch daz dy bader den luten yr gelt abe dinen,
                        das ys den selen zcu nucz und trost chome, das man yn dor umme gibt, und
                        welch bader des bruchig wurde, der sol dem rat, alz oft er dor an bruchis
                        fundin wirt, vor iczlichen tag besundern gebin einen halbin virdung Mysner
                        groschen. Daz gelt sol der rat gar und unvorkurczt nemen und sol daz gebin
                        halb in daz spital vor unser vrowen tor und halb in daz sichhus vor dem
                        trenktor. Dyse saczunge sulle wir und alle unser nachchomen rete, dy bader
                        hy czu der stat unvorwandelt gebiten und twingen zu haldin by der e genanten
                        bus. Actum millesimo CCC LXXXIIII.] <pb
              facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s090.jpg" n="90"/>
          </p>
        </div>
      </div>
      <div xml:id="NA.2">
        <head>[II. Teil]</head>
        <div xml:id="NA.2.1">
          <head>[2.1] Wi Origines wizsaite von den sechs werlden und wi di herschilde da
                        nach werden us geleit.</head>
          <div xml:id="NA.2.1.1">
            <head>[2.1.1.]</head>
            <p>Origines der wizsaite hi vor, daz sechs werlde solden wesen, di weren bi
                            sibentusent jaren uf genumen und ime sibenden sullen si zugen. Nu ist
                            uns kundic worden von der heiligen schrift, daz an Adam di erste werlde
                            began; an Noe di ander; an Abraham di dritte; an Moysen di virde; an
                            David di vunfte; an gotis geburt di sechste. In der sibenden si wir nu
                            sunder gewizze zal.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.2.1.2">
            <head>[2.1.2.]</head>
            <p>Zu dirre selben wize sin di herschilde us geleit. Der kunic vurt den
                            ersten; di bischof und di epte und eptissen den andern; di leygen
                            vursten den dritten sint dem male, daz si worden sin der bischofe man;
                            di schepfenbaren vrigen lute und der vrien herren man den vunften; der
                            man vurbas den sechsten, und als di cristenheit keine steticheit in der
                            sibenden werlde enweiz, wi lange si sten sulle, also enweiz man ame
                            sibenden Schilde nicht, ob er herschilde heizit ader lehenrecht gehaben
                            mac. Di leigen vursten haben aber den sechsten schilt in den sibenden
                            bracht, sint si sin worden der bischofe man, und also der herschilt ame
                            sibenden zustat, also zuget di sippe ame sibenden.</p>
          </div>
        </div>
        <div xml:id="NA.2.2">
          <head>[2.2] Wie dy sippe beginnet und wa sy endet und waz dy nagelmage
                        heizsen.</head>
          <div xml:id="NA.2.2.1">
            <head>[2.2.1.]</head>

            <p>Nu merket, wa di sippe beginnit und wa si ende nimet. In dem houbit ist
                            bescheiden man und wip zu sten, di elich und redlich zu sampne kumen
                            sin. In des halses gelide di kindere, di ane zweiunge vater unde muter
                            geborn sin; ist aber da <pb
                facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s092.jpg" n="92"/> zweiunge an, di mugen ame gelide nicht besten und stricken
                            sich ane ein ander gelit. Ungezweiter bruder kint, di sten an dem lit,
                            da schulderen und arme zu sampne gen; also tun ouch di swester kint.
                            Ditz ist di erste sippezal, di man zu mage rechent: bruder kint unde
                            swester kint. In dem ellenbogen di andere, daz sin der kint. In dem
                            gelide der hant di dritte, daz sin der kint. In dem ersten gelide des
                            mittelsten vingers di virde, daz sin der kint. In dem andern gelide des
                            mittestelen vingers di vunfte. In dem dritten gelide des vingers di
                            sechste; ame sibenden stet ein nagil unde nicht ein gelit, dar umme
                            endit da di sippe und heizen nagelmagen. Di abir zwischen dem nagil und
                            dem houbit sich gezihen, di nemen erbeteil zuvor.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.2.2.2">
            <head>[2.2.2] Wy di sippe ende nimt erbe zu nemen.</head>
            <p>Di sippe endet an dem sibenten, erbe zu nemen, ob wol der babist
                            erloubit, wip zu nemen in der vunften linien; wen er mac kein recht
                            gesitzin, da mit er unser lantrecht oder lehenrechte geergern muge.</p>
          </div>
        </div>
        <div xml:id="NA.2.3">
          <head>[2.3.] Wi uffe altwil, uffe twerge, uffe crupelskint weder irstirbet leen
                        noch erbe.</head>
          <div xml:id="NA.2.3.1">
            <head>[2.3.1.]</head>
            <p> Ouch wissit, daz uffe altwil noch uffe twerg weder erstirbit lehen noch
                            erbe noch uffe crupilkint, swa da den erben zu sten, di sullen sich ir
                            underwinden und haldin in phlage.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.2.3.2">
            <head>[2.3.2.] Von stummen, handlosen, fuzlosen ader blinden kinden.</head>

            <p>Wirt ouch ein kint geborn stum oder handelos oder vuslos oder blint, daz
                            ist wol erbe zu lantrechte und nicht zu lehenrechte. <pb
                facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s094.jpg" n="94"/> Hat er es abir enphangen, e er wurde also, daz verlusit er
                            da mite nicht. Aber uf den miselsuchtigen man erstirbit weder lehen noch
                            erbe. Hat er es aber ere der suche enphangen und wirt er sinder sich, er
                            verlusit sin recht da mit nicht.</p>
          </div>
        </div>
        <div xml:id="NA.2.4">
          <head>[2.4.] Welcherley dinge zu dem erbe gehoren.</head>
          <p>Nu vornemet, waz zu deme erbe gehoret bi wicpilde noch der ebenburtikeit. Da
                        gehorit zu alles eigen, daz unbegabit ist, allis golt und silber, gewant,
                        wullin und linin, phert, rinder, swein, di us des mannes hove gen. Gemeste
                        swein gehoren zu der musteile, halp zu dem erbe. Ganze bachen siten,
                        schuldern, schinkin, korncasten, melcasten, tische, stule, bencke,
                        badelachen, hantvas, slechte casten, phannen, buten, di da stille sten in
                        des mannes erbe, alle kessele sunder einen waschekessel, der gehoret zu der
                        gerade; kufin, di ledic sin, di gehoren zu dem erbe, und hunre unde andere
                        vogele unde hunde und katzen, morser und aller hande harnasch und wapen,
                        sunder daz hi vor benant ist, allis silberin trancgevese, daz gehort zu dem
                        erbe. Wo aber czwene man oder drie hergewete teilen sullen, do sal der
                        eldeste teilen und der iungeste sal kisen, der eldeste nimit aber daz swert
                        zuvort.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.2.5">
          <head>[2.5.] Welcherleyge dinge zu dem hergewete gehoren.</head>

          <p>Nu horet, waz zu dem hergewete gehoret bime wicbilde. Da gehoret zu des
                        mannes beste phert oder ein ors gesatelt und sin swert und sin schilt und
                        sin beste harnasche, das er hatte zu eines mannes libe, und sine tegeliche
                        cleider und ein herphul, daz ist ein bette und ein kussen und zwei lilachen
                        und ein tischlachen, zwei becken unde eine twele und ein wenic kessel und
                        ein kesselhake ader ander wapen, welcher hande di sin, daz ist <pb
              facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s096.jpg" n="96"/> ein gemeine hergewete, di man phliget zu wicpilde zu geben. Waz
                        abir di vrouwe des dinges nicht enhat, des endarf si nicht geben, tar si daz
                        behalden uf den heiligen, daz si es nicht enhabe.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.2.6">
          <head>[2.6.] Waz zu der hofspise gehorit und ouch waz der vrowen des gevolgen
                        mac.</head>
          <div xml:id="NA.2.6.1">
            <head>[2.6.1.]</head>
            <p>Horet und vornemet von der gehoveten spise, di in des mannes hove
                            erstirbit bime wicbilde, welch recht di vrouwen dar zu haben, ab si sich
                            von iren kindern scheiden ader von des mannes erben nach dem
                            drisigesten.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.2.6.2">
            <head>[2.6.2.]</head>
            <p>Ist daz ir lipgeziuc, da dis dinc inne erstirbit, so nimet si is allis
                            halp nach dem drisigesten von aller hande dinge, daz ir man zu spise
                            haben solde zu eime jare. Waz dar u,bir ist, daz nimet sin recht
                            erbe.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.2.6.3">
            <head>[2.6.3.]</head>
            <p>Ist abir di stat der vrouwen lipgezuc nicht, do diz dinc inne irstirbit,
                            so nimet si des dinges nicht mere wenne also vil, alse si es gessen und
                            getrinken mac, di wile ir nicht geleistit sin ir phenninge, di ir gelobt
                            worden, do si iren man nam. Al di wile so darf si ouch di gewere nicht
                            rumen, di erben di wisen si abe mit minne ader mit rechte.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.2.6.4">
            <head>[2.6.4.]</head>
            <p>Hat abir si burgen da vor, so endarfe si den erben weder manen nach
                            minnen von rechte, so sol si ime di gewere rumen. Wenne gelubde brichet
                            aller hande recht, do man es bezugen mac.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.2.7">
            <head>[2.7.]</head>

            <p>(N)imt ein man ein wip, di gut ader v(arn)de hab hat, daz ir is(t, w)enne
                            daz w(ip be)schrit de(s ma)nnes betbret, so (ist es daz s)in und si hat
                            dar an nicht (mer w)en waz er ir gibt vor gericht; (waz er ir) des nicht
                            gegeben hat (und) hat in des gutes gewer gesessen jar und tac ane <pb
                facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s098.jpg" n="98"/> (rech)t ansprach, und gewinnet nicht erben mit ir, daz gut
                            erbet er uf sin erben billicher wen uffe der vrowen vreund, ob sie beide
                            sterben.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.2.8">
            <head>[2.8] Waz zu der gerade gehorit und wem sy zu rechte gevolgen
                            mac.</head>
            <div xml:id="NA.2.8.1">
              <head>[2.8.1.]</head>
              <p>Wolt ir nu horen, waz zu der gerade gehoret, da gehoren zu alle
                                wipliche cleider und gesniten tuch, wullin und linen, daz vrouwen
                                phlegen zu tragen und in iren geweren zu habene, und allis golt und
                                silbir, daz geworcht ist zu vrowen zirde, alle vorspan und
                                vingerlin, gurtule von siden geworcht, armgolt und ummehenge,
                                sperrelachen, lilachen, badelachen, ummehenge, bette, phule, kussen,
                                tischlachen, phannen, di man us mitet, einen kessel und einen casten
                                mit ufgehalden liden, lin unde vlachs unde gesoten garn, bucher, di
                                vrouwen phlegen zu lesen, gense, enten, schaf, di vor den hirten
                                gen.</p>
            </div>
            <div xml:id="NA.2.8.2">
              <head>[2.8.2.]</head>
              <p>Waz abir ir man ein cremer, daz er vil kolten hatte und schalunen und
                                tepte, des mac di vrouwe nicht mer behalden wenne also vil, alse zu
                                irme cramgewande gehoret, oder zu dem hosten ir itliches dri
                                stucke.</p>
            </div>
            <div xml:id="NA.2.8.3">
              <head>[2.8.3.]</head>
              <p>Waz er abir ein gastgebe, das er vil bette hatte in der gastkammern,
                                da mac si nicht mer behalden, wen hi vor gesait.</p>
            </div>
            <div xml:id="NA.2.8.4">
              <head>[2.8.4.]</head>

              <p>Stirbit einem manne sin wip, so nimet ir neste niftele di gerade, di
                                sol deme manne berichten sin bette, alse es stunt, do sin wip
                                lebete, sine banc mit eime phule, sinen tisch mit eime tischlachen
                                und hantwelen, sinen stul mit eime kussen. Di neste gespinne, di
                                nimit keine musteil. <pb
                  facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s100.jpg" n="100"/>
              </p>
            </div>
          </div>
          <div xml:id="NA.2.9">
            <head>[2.9.] Ob wip oder man stirbet, waz icliches gut dem andern gevolgen
                            muge, und wy dy vrowe ir morgengab behalden muge.</head>
            <div xml:id="NA.2.9.1">
              <head>[2.9.1.]</head>
              <p>Nimt ein man ein wip bime wicbilde und stirbit der man, daz wip hat
                                an sime gute nicht, er enhabe es vor gerichte in gehegettem dinge
                                gegeben zu irme libe oder zu morgengabe. Kein wip mac morgengabe
                                oder lipgedinge zu eigen behalden. Stirbit abir si, es vellet wider
                                uffe des mannes erben kint. Hat ir der man kein gut gegeben, di
                                vrouwe besitzet in deme gute und di kinder sullen ir geben ir
                                notdurft, di wile si ane man wil sin. Hat abir der man schafe, di
                                nimet daz wip zu der gerade.</p>
            </div>
            <div xml:id="NA.2.9.2">
              <head>[2.9.2.]</head>
              <p>Wil man abir der vrouwen morgengabe brechen, si behelt si mit mannen
                                und mit wiben selbe sibende, di da zu kegenwertic waren. Hat der man
                                oder daz wip kinder, di uzgeradet sin, stirbit der man, di kinder,
                                di in der gewere sin bestorbin, di nemen daz gut, di usgeradet sin,
                                nicht; daz erbe mugen si abir nicht vorkoufen ane erben gelob.</p>
            </div>
            <div xml:id="NA.2.9.3">
              <head>[2.9.3.]</head>
              <p>Di kindere, di abir in dem erbe bestorbin sin, stirbit der kein, daz
                                gut teilen si gelich under ein ander, di beide busen dem erbe und
                                binnen sin.</p>
            </div>
            <div xml:id="NA.2.9.4">
              <head>[2.9.4.]</head>
              <p>Welich ir abir binnen den geweren ist bliben, und blibit er wol ein
                                phaffe, er nimit doch di gerade, und ab do kein iuncvrouwe ist. Ist
                                abir da eine iuncvrouwe und ein phaffe, di teilen di gerade gelich
                                under sich.</p>
            </div>
            <div xml:id="NA.2.9.5">
              <head>[2.9.5.]</head>

              <p>Wo abir ein erbe vorswestert und vorbrudert, alle di sich glich na
                                der sippe gestuppen mugen, di nemen daz erbe glich; di sich neir
                                gestuppen mugen, di nemen daz erbe zuvor. <pb
                  facs="https://archive.org/details/1348_zwickaurb_20241126/s102.jpg" n="102"/>
              </p>
            </div>
          </div>
          <div xml:id="NA.2.10">
            <head>[2.10.] Ob ein man stirbet, der kinder let, dy usgeradet sin oder
                            unbestat sin.</head>
            <p>Stirbit ein man, der kinder hat binnen wicbilde, di usgeradet sin von
                            sime gute, und hat er einen sun ader eine tochter, di unbestat ist in
                            sime gute, der mac wol sin gebowe vorkoufen mit der muter wille ane der
                            kinder loube, di usgeradet sin.</p>
          </div>
          <div xml:id="NA.2.11">
            <head>[2.11.] Ob ein sun wip nimt bi des vaters libe oder ob zwen brudere
                            zwo swestern nemen und wy ein wip wirt ...</head>
            <div xml:id="NA.2.11.1">
              <head>[2.11.1.]</head>
              <p>Nimit der sun ein wip bi des vaters libe, di im ebenburtic ist und
                                gebinnit er sune bi ir und stirbit er dar nach, ere in sine vater
                                geteilt von dem erbe, sine kinder nemen teil an ires eldernvater
                                erbe gelich irme vettern an irs vater stat; alle nemen si abir einis
                                mannis teil. Ditz inmac den tochter kindern nicht geschehin, daz si
                                gelich teil nemen der tochter an des eldervater oder an der
                                eldermuter erbe.</p>
            </div>
            <div xml:id="NA.2.11.2">
              <head>[2.11.2]</head>
              <p>Nemen ouch zwene bruder zwu swestern und der dritte bruder ein vremde
                                wip, der kinder sint doch gelich nahen, ir itlichem des andern erbe
                                zu nemen, ob si ebenburtic sint.</p>
            </div>
            <div xml:id="NA.2.11.3">
              <head>[2.11.3]</head>
              <p>Di tochter, di abir ime huse ist umbestat, di inteilit nicht der
                                muter gerad mit der tochter, di usgeradet ist. Swaz abir erbis an si
                                erstirbit, daz mus si mit der swester teilen.</p>
            </div>
            <div xml:id="NA.2.11.4">
              <head>[2.11.4]</head>
              <p>Ein wip mac ouch mit unkuscheit ires libes ir wiplich ere crenken; ir
                                recht verlusit si aber da mit nicht noch ir erbe.</p>
            </div>
          </div>
          <!--
    <div xml:id="NA.2.12">
        <head>2.12 Wi der phaffe gelich teil nimt di gerad mit der swester und mit den brudern eigen und erbe.</head>
        
        <div xml:id="NA.2.12.1">
            <p>1. Der phaffe nimit gelich teile der swester an der muter gerade und gelichen teil den brudern an eigen und an erbe. Wa abir di vrouwe keinen bruder hat wen einen phaffen, si nimit ime gelich teil an dem erbe als an der gerade.
6fp. 1 a § 3 2. Von des phaffen gute noch sime tode nimit man keine
          gerade, wen es ist allis erbe, daz under im irstirbit.
Sfr. 1553    3. Di swester teilit nicht der muter gerade mit deme phaffen,
          der kirchin oder phrunden hat.
                                               13.
              Mit welchem gute der man irstirbet, wi sich daz an lantrecht und an wicpilde zweiget.
Sfp. 1 6 §1  1. Mit welchem gute der man irstirbit, daz heizset allis erbe
Sfp. i « § 2 ime lantrecht; wicpilde zweiet sich dar an. Wer daz erbe nimit, der sol von rechte di schult gelden also verre, als daz erbe gewert an varender habe. Deube noch roup noch topelspil ist er nicht phlichtic zu gelden noch keine schult, wen der er widerstandunc enphinc oder burge waz worden; di schult sol der erbe gelden, ob er es geinnert wirt, als recht ist, mit zweien und zweinzic manne, di alle vrie schepfenbare lute sin oder glich geborn.
Sfp. 1 « § 4 2. Man sol ouch dem erben gelden, daz man dem toden schuldic
          ist gewest.
Sfp. 1 6 §5  3. Di schult¹¹, di der manb schuldic ist, der endarf man in
          nicht innern; er sol ir bekennen oder versacken.
   ©(p. 17     4. Swer icht borget oder gelobit, der sol es gelden, und swaz
          er sprichit, daz sal er stete halden. Wil er es abir versachen, er enphur es im mit sime eide, waz er vor gerichte nicht
           106                        3$vicfauer        II, 13—15
          geendit hat. Swaz er abir vor gerichte tut, des vorzuget in der sachwalde mit zwein mannen, nnde der richter sol der dritte sin.
Sfp. 1 8 § 1  5- Swar man abir eigen gibt oder eigenschaft oder einen man
          Vorzugen wil an sin recht oder an sinen lip oder an sinen gesunt, daz der man vor gerichte vorlobit hat oder ime vorteilit ist, des mus der richter selbe sibende gezuc sin so getaner lute, di Sfp. I 8 § 2 im urteile vinden. Des vronenboten gezuc stet vur zwen man, ob man es bedarfe, da man mit siben mannen gezugen sol. Sin bus ist ouch zwivalt und sin wergelt nuch siner gehurt sint der zit, daz er zu vronemboten gekorn wirt.
Sfr. 1 iß § 1 6- Niemande enmac erwerben ander recht, wen als im ange-
          born ist. Vorsmacht im abir sin recht vor gerichte und sait im zu ein ander recht, des er nicht volkumen enmac, er verlusit beide recht.
                                       14.
Wi vri und elich kint geborn behelt sines vater recht, und ob ein man ane kint stirbet, wy des vater sin erbe nimt.
Sfp. 116 § 2  1. Swa aber ouch ein kint ist vrei und elich geborn, daz
          beheldet sines vater recht. Ist abir der vater ein dinstman oder di muter dinstwip, daz kint behelt so getane recht, also ime angeborn ist.
gfp. 1 17 § 1 2. Stirbit ouch ein man ane kint, des vater nimt sin erbe;
          hat er des vaters nicht, es nimet sin muter mit mererm rechte wen sin brudere.
                                       15.
Wie vater und muter und bruder erbe der Sun nimt und nicht dy tochter.
Sfp. 1 17 § 1 1- Vater und muter und brudere erbe nimit der sun und nicht
          di tochter, es ensi denne, daz da kein sun insi, so nimit es di tochter.
           108              SwtcEauer         II, 15—17
    117 §1       2. Swcnne abir ein erbe verswestert unde verbrudert³, wirt,
           alle di sich gelich nahb zu der sippe gezihen mugen, nemen 43 8 geliehen teil dar an, es si man oder wip, di heizsen di genden erben.
    117 § 1      3. Doch nemen sunis und toehter kint erbe vur vater, vor
           muter, vur bruder und vor swester, durch daz es⁰ inget nicht us dem buseme, di wile di ebenburtige buseme da ist. Swer dem andern nicht ebenburtic ist, der mac sin erbe nicht genemen.
16.
           waz dy vrowe nach ires mannes tode teil nimt, dy mit irem kinde lange wile oder kurtz blibet.
Sif. 1 20 § 3 1. Blibit ouch di wittewe mit irs mannes erben, lange wile
           oder kurtze, ungezweit mit irem gute, wenne si sich denne teilt und von in scheidet, so nimt si an dem gute teil, daz noch da ist, als si dar ÜS nemen solde, do ir man starp.
SW. I 20 §4   2. Blibit ouch di wittewe nach irs mannes tode mit iren hin-
           deren in der kinder gute, daz ir nicht ist, usgescheiden von dem gute, und nimt ir sun⁴ wip bi irem libe, stirbit der sun, des sunes wip nimt mit mererem rechte ires mannes morgengabe und musteil und ir gerade an irs mannes gute denne sin muter, ob si ires mannes und ires selbis unbischolden ist und dar an gezugen mac.
   i 20 § 5     3. Stirbit abir der sun in der muter gute, so ist di muter vor
          zu behaldene mit grosserme rechte mit gezuge denne ires
          suns witwe.
17.
               Von drier hande recht, daz di Swaben
                behielden wider kunic Karels willen.
SfV I 18 § 1 Drier hande recht bihilden di Sachsen wider kunic Karils
willen. Daz eine swebisch recht durch der wibe haz.
110                 gtvidauer             II, 17—18
      I 18 § 2 Daz ander: swaz der man vor gerichte nicht intut, swi wizsent-lich es si, daz er des mit siner unschult inget und man in des Gip. 118 § 3 nicht Vorzugen mac. Daz dritte ist, daz man kein urteil so rechte vor dem gerichte in Sachsenlant vindet, wil es ein Sachse straphen oder scheiden und zuhit sich des ana sin vordem hant und an di mereren menge und widervichtit daz urteil selbe sibende wider ander sibene, swa denne di merer menge hin gesiget, di behalden daz urteil. Ouch. behilden b si alle ir alden recht, wa es wider der eristenheit e und gelouwen nicht inwaz.
18.
            wi di Swaben wol erbe und hergewete nemen boben der sibenden sippe und wy er von wibes halben kein erb nimt und wy si urteil scheiden.
  Sfti. 1 19 § 1 I. Di Swaben nemen wol hergewete und erbe oben der sibenden sippe also verre, als er immer gereichen kan, daz im der man von swerthalben geborn si, oder also verre, als er gezugen mac, daz eine sin vorvar jenis vorvaren hergewete ervordert hette. gfp. 1 17 § 2 Der Swap mac ouch von wibis halben kein erbe nemen®, wen di wip in irme gesiechte alle erbelos sin gemachte durch ir vorvaren missetat.
  Sfv I 19 § 2  2. Swebisch recht inzweiget von sechsischem nicht mer wen
            an erbe zu nemen und urteile zu scheiden.
  Gfp. 1 19 § 2 3. Di Swaben scheiden wol urteil under in selber in swebiseher
            art und zihen des an einen eldern Swab, den musen si benennen, und an di mererem menge zu rechtem dinge ane des hosten dinc stat.
          112                       gwicfauer 9te$tS6it$ II, 19—21
19.
              waz ein man von ritters art sime wibe zu ita morgengabe gegeben muge und wenne di vrowe mit dem gebude rumen sol.
®(p. I 20 §1  1. N11 vornemit, waz ein man von ritters art a muge gegeben
          sime wibe zu morgengabe. Des morgens, als er zu tische get mit ir vor essen, ane erben gelubde mac er ir geben einen knecht oder eine mait, di bi iren jaren sin, und einen hove, gezunt und gezimmert, und veltgenge vich.
®fo. 1 20 § 2 2. Swa der vrouwen di stat nicht ist mit dem gebeuwe, wenne
          ir man gestirbit, bib sechs wochen nach dem drizigisten sol si mit dem gebuwe rumen also, daz si der erden icht wunde, und butet si daz aber zu losen nach der gebure kur jem, des di stat ist, und enwil er es nicht, so mac c si es wol us graben, also daz si di erden wider eben.
20.
          Dy von ritters art nicht ensin, waz di gegeben mugen zu morgengab.
®fp. 1 20 § 8 Aber alle di von ritters art nicht ensin, di enmugen iren wiben zu morgengabe nicht mer geben wen daz beste phert oder vich, > daz si haben.
21.
            wie ein wip morgengab behalden muged eine wiz und di gewer ander wiz.
    § 6     $ ⁹ Morgengabe mus ein wip wol uffe den heiligen behalden ane gfp. 120 § 7 gezuc, di gewer mus si abir behalden mit gezuc. Sust behelt ouch ir niftele ir gerade nach irme tode, ob si denne e stirbit den der man, billicher denne des mannes muter. Di muter ist ouch gast
®jp. 1 21 §1 in des mannes geweren und dere man in der muter. Man mac ouch wol vrouwen eigen geben zu irme libe mit erben gelob, swi
            114                          3tt>tcfauer        II, 21—23
winzing is si, bi deme gerichte, da daz eigen inne lit in itlicher stat, da des kuniges ban ist.
                                             22.
Wi den vrowen ir lipgedinge weder erbe noch mag gebrechen kan.
   gp,. 1 21 §2 L Lipgedinge a kan den vrouwen nimant gebrechen, weder geborn mac noch erbe noch nimande, uffe den daz gut irstirbit, sin vorwerk es selber also, daz si obsboume us houwe oder lute vom gute vorwise, di zu dem gute geborn sin, oder zu welcher wise si ir lipgedinge us von iren geweren lezsit, da mit mac si es vorlisen, si widertu is bi iren rechten teidingen, swenne man si dar umme beschuldigit.b
   Gjp. I 21 §2     2. Wirt ouch ein man mit rechte von sime wibe gescheiden,
              si beheldet doch ihr lipgedinge, daz er ir gegeben hatte ane sime eigen.
   gft>. 1 22 § 1   3. Der erbe mus wol varen in der wittewen hus und in daz
              gut er dem drizigisten durch daz er bebar, daz da icht verlorn werde, daz an in getrift. Mit sime rate sol ouch dy wittewe bigraft tun und den drizigisten; anders insol er keine gewalt haben an dem .gute bis an den drizigisten.
                                             23.
   gfti.i22 §2 wy man von dem erbe den dinstboten des orsten sol gelden und wi lange man in halden sol.
                 Von dem erbe sol man aller erste gelden dem gesinde ir vor-dinet lon, als im geburte bis an den tac, daz ir herre starp; und man sol si behalden bis an den drizsigisten tac, daz si sich mugen bestaten; wil abir der erbe, si sullen dinen und vol lone enphahen. Ist in ouch zu vil lonis gegeben, des durfen si nicht
           116                        gtvidauer        II, 23—24
   wider geben. Vorloukent man abir in iris lonis von eime jare oder von eime halben, daz Sullen si wol uffe den heiligen behalden. 4t b wer uffe genade gedinet hat, der mus den erben genatlen manen. Stirbet ouch der gemitter dinstbot, e er sin lon vordint, daz im gelobt waz, man inist einen erben nicht mer lonis zu gebene phlichtic, wen als er verdinet hut und ime geburte zu der zit,
   1 22 § 3 do er starp. Dar nach sol di vrouwe mit den erben teilen alle di hovespise, di nach dem drizsigisten uberbliben ist in itlichem bove ires mannes.
24.
SfD. 122 §4 waz dy vrowe zu hergewete geben sol.
            1.   Nu wissit ouch, di vrouwe sol zu hergewette geben ires mannes swert und daz beste ros oder phert und daz beste harnnasch, daz er hat zu einem libe, do er starp, bi sinen jaren; dar nach sol si geben einen herphul, daz ist ein bette und ein kussin und ein lilachen und ein tischlachen, zwei beckin und ein tweheln. Ditz ist ein gemeine hergewette und rechte zu geben; es setzen ouch di lute manger hande dinc, di da zu nicht gehoren. Swaz daz wip nicht enhat dirre dinge, des endarf si nicht geben, ob si ir unschult dar zu tut, daz si es nicht enhabe; umme ein itlich dinc sunderlichen. Swaz man abir da bewisen mac, da mac weder man noch wip kein unschult vur tun.
   I 22 §5      2. Swa abir ouch zwene man oder dri zu eime hergewete
          gelich geborn sin, der eldest nimt daz swert zuvor, daz andere“ teilen si glich under sich.
Sfp.i 23 § 1 3. Swa ouch di sun bi iren jaren sin alle ebenburtic, ir eldester
          swertmage nimt daz hergewete alleine und ist der kinder vormunde dar an, wenne si abir zu iren jaren kumen, so sol er es
Sfp. I 23 § 2 in wider geben, ob er in ebenburtic ist. Er ist ouch der wittewen Sjp. I 24 §1 vormunde, bis daz si man nimit. Nach dem hergewote sol denne Sfo. 1 24 § 3 di vrouwe neme ir morgengabe und allis, daz zu der gerade
           118                                  Slefytabwfy II, 24—25
           horet, daz sin alle schaf und gense, casten mit ufiegehaben liden, alle garn, bete, phul und kussen, lilachen, hecken, bursten, nissekem und luchter, line und alle wiplich cleider, vingerlin und armgolt, taveln, seltere und buch, sideln und alle laden, Sfp. 1 24 §1 depte und ummehenge, betlachen a unde allis gebende; dar zu gehoren alle veltpherde b und rinder, zigen und swin, di vur den Sfp. 1 24 § 2 hirten gon, abir zune und gezimmer und gemeste swin gehoren zu der musteil, und alle di hovspize in itlichem hove ires mannes nimt si ouch.
gfp. 1 24 § 3 4. Noch ist mencher hande cleinot, daz in zu hort, aller nenne
           ich ir sunderlichen nicht, also scheren und spigil; alle tuch ungesniten zu vrouwen cleidern, abir golt und silber ungeworcht enhort nicht zu der gerade.
             5.           Swaz abir ubir dise benanten dinge ist, daz gehort allis 124 §4 in daz erbe. Swas ouch der dinge ussen sten bi des toten mannes libe, daz lose der zu rechte, dem is zu gehort, ob er wil.
25.
           wy der phaffe teilet mit den brudern und nicht der munch, und ob man kint begibt under sinen jaren oder ein man den andern.
Sfp. 1 25 §1  1. Der phaffe teilit mit den brudern und nicht der munche.
S(p. 125 §2   2. Munchet man abir ein kint under sinen jaren, daz mac
           wol sin, doch beheldet is lehenrecht und lantrecht.                     4.5«
Sfp. 1 25 § 3 3. Begibit sich abir ein man, der zu sinen tagen kumen ist,
           der hat sich gelediget von lantrechte und von lehenrecht, und sine leben sin von im ledic, wen er den herschilt uSe gegeben hut; des sol man gezuc haben⁰, ob er halt wol bi eime jare wider us vert, als sumelicher munche recht ist.
           120                          StoicEauer 9le^t^bu^ II, 25—27
  1    25 §4   4. Hat aber er sieb begeben ane sines wibes willin und er-
           vorderet si in us dem closter und us dem leben zu rechte, sin lantrechte hat si im behalden und nicht sin lehenrechte, wen ein man mac wol sinen herschilt nider legen ane sines wibes urloup.
                                         26.
Wy ein wip di gerad und ir gut zweir wege erbt und ein man von ritters art ouch zweiger weg.
6u>. I 27 § 1 1. Ein itlich wip erbit wol zweiger wege ir gut: di gerade an
           ir nehsten niftelen, di ir von wibis halben gesippe ist, und ir erbe an den nesten mac, es si man oder wip.
6fp. I 27 § 2 2. Ein itlich man von ritters art erbit ouch zweiger wege sin
           guta: daz erbe an den nehsten mac, swer der si, und daz hergewete an den nehsten swertmac.
        3.            Swelich man von ritters art nicht enist, an dem zu,stet des herschildes, der lesit hinder im erbe zu nemen, wenne er ge-Sjp. 1 28 stirbit, und kein hergewete. Swaz so getanes dingis erstirbit erblos, es si hergewete, erbe oder gerade, daz sol man antworten dem richter oder dem vronboten, ob er es eischit, nach dem drizsigesten. Daz sol der richter halden jarunde tac, ob sich kein man dar zu zie mit rechte. Geschihet des nicht, so ker es der richter ane sinen nutz ane als vil, ob der erbe gevangen ist oder an des richis dinste gevaren ist oder an gotis dinst, so sol er sin warten, bis er wider kumt, wen er kan sich di wile an sime erbe nicht versumen. Ditz ist geredet von varnder habe.
                                         27.
                 In welcher zit der Sachse sin eigen und huten vorswigen muge und e nicht.
   Sfp. 1 29 An eigen und an huwen mac sich der Sachse vorswigen jar und tac bi drizsic jaren und e nicht.
          122                        Switfauer        II, 28—29
                                                       28.
Wy daz rieh und di Swaben sich nicht vorswigen mugen an irem erbe.
  Sjp.i 29 I. Abir daz riche und di Swaben enmugen sich nimmer vorswigen an irme erbe, di wile si es gezugen mugen.
  Sfr. I so 2. Wissit ouch, daz ein itlich inkumen man enphet erbe ime lande zu Sachsen nach des landes recht unde nicht nach des mannes, er sei Beiger, Swap oder Vranck.
                                                       29.
Wy man und wip kein gezweit gut haben bi irem libe und wi daz wip nichtes vorgeben mac wider iresa mannes willen.
   1     si § 1 1. Man und wip enhaben kein gezweiget gut zu irme libe.
            2.   Stirbit abir daz wip bi des mannes libe, si inerbit kein andere habe wen gerade und eigen an den nehsten mac, ob si daz hat.
            3.   Daz wip mac ires gutes nicht vergeben ane ires mannes willen, daz er es durch rechte dulde.
Sfp. I 31 § 2 4. Swenne ein man wip nimt, so nimt er in sin gewer allis
          ir gut zu rechter vormuntschaft, dar umme enmac kein wip irme manne kein gabe gegebin an irme eigen noch ane irre varnden hab, daz si es iren rechten erben entphremde nach irem tode, wen der man enkan an sines wibes gute kein ander gewer tsh gewinnen, wen als er zum ersten mit ir entphinc in vormuntschaft.
  Sfp. 1 32     5. Kein wip mac zu eigen behalden ir lipgedinge noch ir erbe
          nach irme tode, di wile man daz gezugen mac, daz es ir zu irme libe gegeben si.
            6.   Sprichet si abir ein eigen dar uf und wirt si dar ab gewisit mit rechte, si vorlusit beide, eigen und lipgedinge, da mit.
           124                          gmidaner          II, 30—31
                                          30.
Von vrowen, dy kint tragen nach ires mannes tode, ob daz kint stirbet, wo bin es sin gut erbet ader in welcher wise.
     Gfp. 1 33     1. Nu vornemit umme ein wip, di kint treit nach ires mannes
             tode und sich berhaftic wisit zu der bigraft oder zu dem drizsige-sten. Wirt daz kint lebendic geborn und hat di vrouwe des gezuc vier man, di es gehort haben oder gesehen, und zwu vrouwen, di ir hulfen zu iren noten, daz kint beheldet des vater erbe; und stirbit es dar nach, es erbit uffe di muter, ob si im ebenburtic ist, und brichit alle gedinge an des vater leben, wen daz kint lebet nach des vater tode. So werden di leben deme herren ledic, ob daz kint bewisit wirt und gesehen also gros, daz iz liphaftic mochte wesen; wirt es abir zu der kirchen bracht offenbar, wer es den sicht und hort, der mac sins libis wol gezuc wesen.
    1      25 §5  2. Stirbit ouch ein kint oder begibit man is bi sinen jaren,
             swer sin varnde gut under im hat, der sol es antworten jeme, dem is anersterben mac nach sime tode, es ensi denne, daz es mit sime willen si vortan.
                                          31.
Wi ein man ane des richters urlop und ane erben gelubde sin eigen geben mac.a
  61# I 34 § 1   1. Ane des richters urloup mac ein man wol sin eigen vorgeben
             ane erben gelob, daz er es behalde eine halbe huve und ein wec, da man einen wagen uffe gewenden muge; dar ab sol er dem richter sines rechten phlegen.
  gjp. I 34 § 2  2. Swelich man sin gut gibit und daz wider zu leben enphet,
             dem herren hilfit di gabe nicht, er behalde daz gut an sinen lediclichen gewern jar undb tac; sind mac er es sicherlichin jeme wider lihen, so daz er noch kein⁰ sin erbe kein eigen dar an bereden enmugen.
               a mac fehlt $f. b und wieber^olt. ⁰ §olgt erbe, bur^gefiridjen.
           126            3wWauer Sle^Wbu^ II, 31—35
Sf». 1 34 § 3 3. Irrit der richter, daz der man sin eigen nicht gegeben mac,
          swenne denne der kunic in Sachsen art kamt, vor im mac er es wol geben, also man vor dem richter solde, so daz man des gezuc hab, daz es der richter zu unrechte geirrit habe.
                                                     32.
Ob ein wip man nimet und kint gewint zu vru oder zu spet, wy man di bescheiden mac an irme recht.
Sfp. I 36 § 1 Swenne daz wip von erste man genimit, gewinnet si kint e ir rechte zit, daz lebende ist, man mac es wol bescheiden an
SI». I 36 § 2 sime rechten, wen es zu vru geborn ist. Gewinnit ouch ein wip kint nach ires mannes tode nach rechter zit, man mac es ouch wol bescheiden, wen es zu spete geborn ist.
                                                     33.
Ob eins mannes wip behuret wirt offenbar.
   6^. i 37 Swer eines mannes wip behurit offenbare oder wip oder mait notzogit, nimt er si dar zu e, Gliche kint gewinnet er nimir mit ir.
                                                     34.
Welche lute rechtloz sin.
©i». 1 38 § 1 Kemphen oder ir kinder, spillute oder alle, di unrechte ge- 46 ₐ born sin, und di dube oder roup sunen oder wider geben und si des vor gerichte verwunden werden, oder di iren lip ledigen oder hut und har, di sin alle rechtelos.
                                                     35.
Wi man di rechtloz teilt, di jar und tac in des riches achte sin.
SfV 1 38 § 2  1. Di ouch jar und tac in des richis achte sin, di teilt man
          rechtlos und vorteilt in eigen und leben, daz lehen dem herren,
          128                       Stvidauer         II, 35—38
daz eigen in di kunicliche gewalt; und zihen es di erben nicht us der kuniclichen gewalt bi jar und bi tac mit iren eiden, si vorlisin es mit jeme, es inbenem in ehaft not, daz si nicht vur kumen mugen noch, inmochten; di sol man bewisen, als recht ist.
       2.   Doch inmac der dinsteman eigen in di kunicliche gewalt nicht enkumen noch ussen ires herren gewalt, ob si sich verwirken an irme rechte.
                                                        36.
In welcher wise der unolich man elich kint gewinnen mac.
Sfr. 1 38 § 3 Elich kinder enmac der unelich man in lantrecht, in wicpilde nicht gewinnen, er zustir vor des heiseres schar, da er einen andern kunic mit strit bestct, so gewinnet er sin recht wider unde nicht sin gut, daz im vorteilit ist.
                                                        37.
          Di ir recht mit rob oder mit dube vorlorn haben und anderweid beschuldigt werden.
   Sfr. 1 39 Di ouch ir recht mit roub oder mit dube vorlorn haben, und ob man si dube oder roubis anderbeit beschuldiget, di inmugen mit iren eiden nicht unschuldic werden; si haben drier hande kur: di erste: daz heisse ysen zu tragen, daz ander; in einen wallendigen kessel zu griSen bis ane dene einbogen, daz dritte: gen eime kenpfen sich zu weren.
                                                        38.
Wer truloz oder vluchtic wirt us des riches dinst.
   Sfr. 1 40 wer ouch treulos beredet wirt oder vluchtic us des riches dinst, dem vorteilt man sin ore und sin lehenrecht und nicht sinen lip.
          130                       Stvidauer 9te^t^6u^ II, 39—40
                                                        39.
Clait mait oder witwe zu lantrecht, daz ir vormunde si ires eigens entweldige.
   Ofp. 1 41   1- Clagit mait oder wittewe zu lantrechte uber iren vormunden,
          daz er si entweldige eigenis oder lehenes oder lipgedinges, und wirt er dar umme vur geladen zu drien dingen und kumt er nicht vur ame dritten tage, rechtis zu phlegene, man sol in baimunden, daz ist, man sol im vorteilen alle vormundeschaft. Dar nach si der richter der vrouwen vormunde und geweldige si von gerichtes halben ires gutes, des si intweldigit waz.
SW. I 42 § 1 2. Vor des mannes tagen und nach sinen tagen mac der man
          wol vormunden haben, ob er es bedarf, und mac ir ouch wol enpern, ob er wil.
           3.   Swer sines vormunden zu hant nicht inhat, der sol in brengen zum nesten tag, der us geleit wirt umme sine elage von gerichtes halben.
                                                        40.
Zu welcher zit der man zu sinen tagen kumen sy.
SW-i 42 §1   1. Ubir ein jar und zweincic so ist der man zu sinen tagen
          kumen, ubir sechzic jar dar ubir, so sol er vormunden haben, ob er wil, und encrenkit da mit sin buze nicht noch sin wergelt.
            2.   Swelchis mannes alder man nicht enweiz, hat er hare ame barte und niden und under den uchsen, so sol man wissen, daz er zu sinen tagen kumen ist.                             46 b
SW. 1 42 § 2 3. Swen ein kint zu sinen jaren kumen ist, so mac es sines
          wibis vormunde wol sin und dar zu, swes es wil, ob es wil, und san zu kampfe warten, und ouch, als daz kint ist bi sinen tagen und mus sich selbir vorsten, also mus is sine mundiln vorsten an nothaftiger clag.
           132                         gwitfauer 9iec^bu$ II, 40—44
     Sjp. I 43       4. Di wile ouch. daz kint nicht zu kamphe gat, su mus wol
              der richter vormunden geben den vrouwen und in aller hant-haftigen tat, da si ires rechten vormunden nicht inhat. Get aber di clage zu kampfe, so mac wol ir vormunde“ sin itlicher swertmagen.
                                           41.
      ®fp. 1 44 Clagit mait oder wittewe zu lantrechte ubir iren rechten vormunden, daz er ir gute neme, zu der clage sol si daz gerichte vormunden, und dab ir ir man gibit eigen in ir zale oder zu irme Sfp. 1 45 §1 libe. Ob er ir wol nicht ebenburtic ist, er ist doch ir Vormunde, und si ist sin genossinne und trit in sin recht, swenne si an sin bette get. Wenne abir er gestirbit, soc ist si ledic von sime rechte und beheldet recht von ir geburt, SÖ mus ir vormunde sin ir nester swertmac und nicht irs mannes.
                                           42.
   ®fo. 1 45 § 2 Ein wip mac ouch ires gutis nicht vorgeben ane ires mannes willen noch ir eigen vorkoufen noch lipgedinge uf lasen, durch daz er mit ir in der gewere sitzt. Aber meide und ungemante wip vorkouffen wol ir eigen ane ires vormunden urloup, er hab denne einen erbeganc da zu .
                                           43.
      gjp. 1 ie Mait und wip mussen vormunden haben an itlicher clage, wen man si nicht Vorzugen mac, des si vor gerichte sprechen oder tun.
                                           44.
   S(p. I 47 §1    1. Wa es den vrouwen zu eiden kumt, di sullen si selbir tun
             und nicht ir vormunden.
134
gwictauer             II, 44—47
          2.            Ir rechter vormunde sol ouch vur si gewere loben und in-®fp. I 47 § 2 phahen und leisten. Abir dervormunde von gerichtis halben sol ouch di gewere vur si loben und enphahen und nicht leisten,
            wenne daz er der warheit bekenne, wenne er es von gerichtis wegen gevraget wirt; wenne sin vormundeschaft inwirt nicht lenger, wen also daz gerichte wert. Zu itlichem dinge mac der richter wol sunderlichen vormunden geben.
                                             45.
Sfp. 1 48 § 1
  Alle di ouch ane 6 geborn sin oder sich elos gemachet haben,
            di mugen keinen vormunden gehaben an irre clage noch an irme kampfe.
                                       46.
              1.   Lame lute sullen ouch antworten und clagen ane vormunden an als vil, ob di clage zu kampfe geta, so si ir vor
              munde ir ebenbortiger swertmac so verre, sob er wolle.
              2.   Inmae abir der lam man sinen rechten vormunden nicht ita haben, ob man in zu kampfe gruzit, tar er sin unschult da vur
            tun, er gewinnet zu vormunden, wer es vurc in tun wil oder
            wen er mit phenningen dar zu gemiten mac, und ob man sinen
     I 48 § 3 vormunden bewisen mac. Weret abir er sich mit campfe, er mac
            in wol gewinnen mit kenpfen und schadet im nicht zu sime rechten.
                                              47.
               Zu glicher wise mac man einen toten ouch wol weren, ob man in bereden wil. Mit kempfen macd sich ein man wol also weren; mit kenpfen inmac er abir einen unberuften man in
   g(p. 1 50 § 2 sime rechte nicht bereden. Und ob CS war ein spilman oder
               ane e geborn, er inist doch nicht reubers genoz noch dibis genoz, also daz man kempfen uffe in geleiten muge.
136               Sroirfau« Siec^Bttdj II, 48—50
                                          48.
GW-1 51 § 1   1. Es ist manic man rechtlos, der nicht inist eloz, wen recht-
           lozer man mac wol elich wip nemen und kinder bi ir gewinnen, di im ebenburtic sin; di mugen wol sin erbe nemen und ir muter also, wen si in ebenbortic sin, si zweien sich abir mit im von ®W- I 51 § 3 eigenschafte. Swelich man ouch von sinen vir anen, daz ist von zweien eldernvatter und zweien eldernmutern, und vater und muter unberufen ist an sime rechte, den inkan kein man bescheiden ane siner gehurt ane also vil, daz er sin recht hab vorworcht.
SW. I 51 §4   2. Swelich schepfenbar vrei man einen sinena genozzen mit
           kampfe ansprichit, der bedarf zu werende sinen vrigen anen und sin hantgemal und daz zu benennen, oder jenir weigert im kampfes mit rechte.
                                          49.
SW-1 52 § 1 Äne erben gelob und ane recht dinc mac kein man sin eigen und sin lute gegeben. Doch wechselen di herren wol ir dinstman ane gerichte, ob man daz widerwechsel bewisen mac und be-zugen. Gibt er es in abir sunder erben gelob und wider recht, di erben underwinden sichs mit urteiln, als ob jenir tot war, der es gab, wen er es mit rechte nicht gegeben inmochte.
                                          50.
SW. 1 52 § 2 Alle varnde hab gibt der man ane erben gelob ime lantrechte, aber ime wicpilde nicht, und lesset und lihet gut an allen steten, di wile er sich vormac, daz er sich gurtet mit eime swert und mit eime Schilde uf ein ros kumen mac von eime steine oder stoke einer dumeln hoch, ane mannes hilfe, daz man im daz ros und den stegereife halde. Wenne er des nicht getun mac, so enmac er weder gegeben noch lihen noch lassen, das er es im geverre, der is nach sime tode wartend ist.
           138                                          U, 51—53
                                       51.
®fp. 1 52 § 4 Swer ouch. bi silier suche sin hab vorgibt oder us setzt zu der zit, so er es nicht tun sol, daz wip und daz gesinde sol da keinen» man umme beschuldigen und sullen des mannes gabe nicht widersprechen, si sei gerecht oder unrecht, wen gibt man ymande mit unrecht, daz vorder man mit rechte wider. Daz wip enant-wortet von keinem gute ires mannes, ane daz under ir erstirbit.
                                            52.
  SB6. MX Gibit ein man in gehegetem dinge bime wicpilde vor dem richter und vor den schepfen sinen hinderen sin gut mit erben gelob, di im ebenburtic sin, ader san sinem wibe zu irme libe, oder weme er es gibit mit erben gelubde an sinem gesunden libe, und wirt do ein recht vride ubir geworchte bime wicpilde zu dem dinge, und gibit er dar nach an dem gute imande icht, jeme, dem di erste gabe gegeben ist, der mac is widerreden mit rechte unde mit gezuge. Di erste gabe an dem gute ist recht und redelich mit dem richter und mit den schepphen und behelt sine rechte gabe ane dem gute.
                                            53.
aBb. ix 51 Gibit ein man sinem wibe oder sinen hindern sin gebude, daz uf cinsgute stet, vor sime hofherren und vor sinen naheburen und wiset er si vor in, als recht iz, und humit sin erbe nuch des mannes tode und wil uf daz gebude sprechen, er hat da nicht an, ab di vrouwe gezugen hat, daz es ir gegeben si nuch ®⁶- lx § 2 rechte. Ist abir daz ertriche des mannes gewest mit sament dem gebude⁶, so hat sin recht erbe ansprache an dem gute, wen es mac nimant sin eigen gegeben wen vor dem richter und vor den schepphen in gehegetem dinge, ader sin erbe hat dar an rechte ansprache.
           140                           gwidauet           II, 54—56
54.
90B5. ixvni Beclait ein man den andern umme ein gut, daz sin recht erbe si und daz in anegeerbet si von sime vater oder von sinem eldervater, und daz es im jener vorbehalde mit unrechter gewalt, und kumet jener denne, uf den di clage get, vor und sait, er habe des gutes einen rechten geweren und habe di gewere ane deme gute gehabet jar unde tac ane imandes ansprache und ist mein rechte cinsgute, er mus den geweren dar zu brengen zu tage und behelt mit dene geweren sinen eins dar an, ab er es gewert wirt, alse recht ist. Wirt abir im bruch an den geweren, so behelt jener mit gezuge sin eigenliche gewere an dem gute, wen ein itlich man mus baz sin erbe behalden mit gezuge, wen ein ander gekouft eigen ader gegeben eigen ader gesatzit eigen behalden muge.
                                       55.
     iVm Stirbit ein man, der kinder hat, di zu iren jaren nicht kumen 48 « sin, ir nester ebenburtic swertmac sal ir vormunde sin so lange, bis si zu iren jaren kumen, und ist er zu sinen jaren nicht kumen, so sal sin helfet sin sine noste ebenburtic swertmac so lange, bis si ir recht vormunde vorsten mac, unde sal si berechen von jare zu jare ires gutes vor iren rechten vormunden, wor ane er ir bedarf und ir gute vortan habe, wen es ist dicke einer der kinder vormunde unde ein ander hat ir erbe.
                                        56.
   Stirbit ein einkumen man ane erbin, daz er keinen erben mit sinem wibe gewinnet, und hat er einen sun bi sime ersten wibe oder eine tochter, der sune ist naher sine erbe zu nemene wen der vrouwen kinder; daz gerichte nimet aber sin hergewete.
142               StsWftuet            II, 57—61
                                             57.
(aBanbebutfier Nimet abir ein man ein wip bime wicpildea, di beide keine ^xxix)^ gute haben, und gewinnen si gute und erbeiten si beide gut unde S5. legen si daz gut an erbe ader an kaufschatz oder ander varnde (aHagbebitreer
Sdioffenxedp habe, welcher hande si sei, der mac wol bi sime gesunden libe XXXVIII) .                   ,             , ,,                ...
             sm gut geben oder hhen und lasen, wem er wil, ane imandes ansprache, wen er es selber erbeitet hat.
                                                          58.
(g^.ni45 §3) wenne dem manne daz wip getruwet wirt und in sin bette tritet, so ist si irs mannes genoz unde er is ir vormunde, wo si es bedarf.
                                                          59.
   SBb. lxiv Keine man mac ouch in sichbette nicht mer vorgeben sines gutes bime wicpilde ubir drie schillinge ane erben gelob noch daz wip ane mannes gelob, daz man durch recht tun durfe.
                                                          60.
(Sfp H19 § i) Ein Mich man mac ouch wol vor gehegetem dinge vor gerichte sinin sun von im sundern itlichen mit sime gute, daz der sun
 annamen wil, es si deine oder groz. Itlich herre mac ouch wol us nemen sinen eigenen knecht, den man vorteilen wilb vor gerichte um ein ungerichte, tar er daz geweren uf den heiligen, daz er sin inborn eigen si und daz er der tat unschuldic si, dar umme er beclait si, so blibit jenir erlos und rechtlos.
                                                          61.
     Sßb. lv welche gabe vor gerichte in gehegetem dinge under banne dem manne ader deme wibe gegeben wirt, do mac di vrouwe mit irme teile, daz ir gegebin wirt, tun waz si wil, ane imandes widerrede ; daz selbe mac der man mit sime teile tun, daz er enphangen
144
Swidauet           II, 61—63
83b. LVII § 1 hat zu gelicher wiz. Stirbit di vrouwe ane kint, di erbit ir teil wol uf iren nesten mac, der ir ebenburtic ist, es si man oder wip; daz selbe tut der man mit sime teilea, daz er enphangenb
SBb. Lvn § 2 hat. Dar zu al daz golt und daz silber und daz gewant, daz w b nuch dem drisigisten⁰ blibit.
                                            62.
88b. XXVI §3 wo zwene man oder drie bime wicpilde zu eime hergewete SBb. xxv § 2 gehoren, da gehorit zu des mannes beste phert, gesatelt, und sin swert und sin schilt und sin beste harnasche, daz er hatte zu eines mannes libe, und sin tegelich cleider und einen herphule, daz ist ein bette und ein kussen und zwei lilachen und ein tischlachen, zwei becken und eine twehele und ein wenic kessel und ein kessilhake und ander wapen, welcherleie di sin, daz ist eine gemeine herwat, di man phliget zu wicpilde zu geben. Waz abir di vrouwe des dinges nicht enhat, des endarf si nicht geben, tar si daz beweren uf den heiligen, daz si es nicht enhaben muge.
                                             63.
    ®5b. Waz ein man dem andern lihet oder setzit oder tut zu haldene (®JV. III 5 § 1)
             offenbar, mac er daz gezugen selbe dritte, den mac man dube noch roubis dar an nimant gezien, driens abir immer ubir vircehin nacht, so sal man jenen, vor den sin gut stet zu vorsten, ab er wil; tut er es nicht, man sal es jeme geweldigen, der dor uf claite, den tac sal er abir kundigen dem, der daz gut under im hat, jeme zu huse und zu hove, ab er des ane schaden bliben wil. Man sal abir nimande von sime gute wisen, daz er in sinen
  (gfp. II 70) .                                                      ,
             geweren hat, im sei di gewere vor mit rechten urteilen vorteilet oder ab gewunen mit rechte.
146                 gwicfauer            II, 64—68
                                       64.
(g^. n4a §1) welich man bime wicpilde im gut zusait zu leben und ein ander sait, es si sin eigen, sprechen si es beide mit glichir gewere an vor gerichte und in gehegetem dinge, jener mus es baz behalden zu eigen mit des richteres gezuge unde zweier scheppena den der ander zu lehene.
S86.
       §1)
                              65.
   welich man abir ein gut hat in geweren jar und tac ane rechte widersprache, der hat dor an eine rechte gewere, ab er dazb gezugen mac. Di wile man abir ein gut beclagit under einem manne nach rechte, wi lange er daz gute behelt dar ubir mit gewalt, nimmer gewinnet er recht gewere dar ane, di wile man di rechte clage gezugen mac, ab man im volget mit rechten urteilen.
                                          66.
        §2) welich man ein gut in geweren hat, daz im angestorbin ist von sime rechten erben oder im gegeben ist oder gelihen ist mit recht, und er es selber nimande nimet, des darf der selbe nimande nicht wider geben, bis daz er dar us genimet, ab im daz gut ab gewunnen wirt mit urteilen, di wile daz er dar an keines rechtes geweigert hat.
                                          67.
(6jp.1144 §3) welich man ane sime lehene ader am' lipgedinge siner 49 muter ader siner niftelen im ein eigen zusait, er mus di eigenliche gewere gezugen mit dem richtere und mite sechs schepphen, oder im wirt bruch an dem eigen.
                                          68.
(Suhn 30) welich man im ein erbe zusait von gelubdes halben oder von satzunge bime wicpilde und nichte von sippe halben, do er keine gewere an hat, daz habe man vor ein unrecht, es ensi denne, daz man daz gezugen muge, daz daz gelubde oder di satzunge vor gerichte bestatiget si.
148
StviiJauet StetytSbufy II, 69—71
                                           69.
  (S[p. 11'^1 § 1) Man sal ouch nimande us sinen geweren wisen von gerichtes
              halben, alleine si er wol mit unrechte dar in kumen, man en-breche im denne di gewere alteste in gehegetem dinge mit rechter clage, da er selber kegenwertic si, oder man lade in vor von gerichtes halben zu rechten teidingen, und er denne nicht vor §2) kumet, so vorteilt man im di gewere mit rechten urteilen. Ein itlich man mac ouch wol sines rechten gutes enic werden mit rechte, ab er es verkoufit oder versetzit oder vergibit oder uflest vor gerichte oder sich vorjerit kegen sime herren, oder ab is im vorteilt wirt mit rechten urteilen vor gerichte, oder welcher wiz er des abe get unbetwungen, so ist er der gewere gelediget mit rechte. Dar umme mac man nimande sine gewere ab ge-zugena, si werde denne im ab gewunen mit rechte oder werde beclait unde vor laden zu rechten teidingen.
                                               70.
                wirt ein man beclait umme roupliche gewere, da man di hanthafte tat bewisen mac, und wirt der richtet mit gerufte dar zu geladen, er sal zu hant volgen dem cleger und sal richten in der hanthaften tut ubir den rouber und ubir sine unrechte volleiste, und zu hant dor noch so sal er jenen weldigen siner gewere, ab is jener, uf den di clage get, nicht entredet mit rechte.
                                           71.
   (Sfr-n^o §1) Bruder und swester nemen ouch ires ungezweiten bruder unde swester erbe vor den bruder und di swester, dib gezweiet von dem vater und der muter sin. Ungezweiter bruder kint sint ouch glich nahen den gezweiten brudern an deme erbe zu nemene.
   (Sfp nn §i) ®er Kuⁿ aⁿtwortet vor den vater nicht, wen er gestirbit, waz ungerichtes er tut oder getan hut.
150
gtvitfauer              II, 72—74
                                            72.
(gfp.n 22 §3) Begibit sich ein man bime -wicpilde, der zu sinen jaren kumen
            ist und tut er munches cleider ane und schirt sich dar nach, alleine tu er es vor gerichte nicht, und wil er daz dar nach be-
              sachen, ab im ein erbe anerstirbit, man mac es wol uf in bezugen
            ane gerichte, der man selbe sibende jenes genosen, der sich dar begeben hat, und di in an dem leben haben gesehen oder mit tab den brudern, da er sich begeben hatte, er habe gehorsam getan oder nicht, und hat doch den herschilt nider geleit. Gibit man abir ein kint binen sinen jaren in ein closter, es mac wol binen sinen jaren us varen und behelt sin erbe zu rechte; sin leben teilt man dem herren ledic. Kein kint mac binen sinen jaren sin gut nicht vorspeten noch vorwirken noch vorjaren. Waz ein kint binen sinen jaren ungerichteß tut, sin recht vormunde sal bessern nuch rechte. Tatet ein kint binen sinen jaren einen man, sin rechte vormundea sal in bessern mit jenes gesatzten halben
    ®&. Wergelde. Totet abir ein man ein kint, er mus es bessern mit (S(MI65§2)   .     „
eime vollen wergelde.
                                             73.
               Hat ein man geclait uf ein gut zu drien dingen und gevolget hat mit rechten urteiln, man sal in dar in wisen und sal es in weldigen, da mag in nimant us wisen, er entu es mite rechter clage, wen di inwisunge mus einen man wol entreden binen der jarzale uf den heiligen, er mus abir zu hant daz gut vorsten und zu den nesten dren dingen, ab man dar uf clagit.
                                            74.
SS6.
(SfMII38§l)
S86. XCIII (Sfp.III 38 §2)
  waz ein man jar und tac binen wicpilde in rechten geweren nicht hat, da sol er zu hant umme antworten, ob man in dar umme beclait. Daz wip sal man nicht vorwisen us ires mannes
gute nach sime tode, di ein lebende kint treit, er si des geniset.
202              Sivicfauer         III, 35tt$ 2; 1
2.
1.
  1.    Hie» hebit sich an daz andir buch. Nu spricht man: et« Siege sin underscheiden, wunden sin underscheiden, blut-runst sin underscheiden unde totslege sin underscheiden, wen si mugen gescheen dankis in vrevil, dankis in notwer oder undankis in notwer. Nu wissete einb itlich man: wer ein an den backen siet, wirt es mit recht zu im bracht, er mus dar umme dem cleger geben zu buze drisic schillinge phundischer phenning und dem richter drizzic.⁰ Ditz selbe wettit man unde buzt umme rauften, scheiden, so daz einem man an sin ore get adir an sinen gesunt.
  2.    Swen man beschuldiget umme bakenslege vor gerichte adir umme ander siege, di brune adir bla werden, so daz si nicht mortlich sein, den mac man nicht Vorzugen, sunder ein man engot sin mit sin einis hant uffe den heiligen, ob er tar. Sin es aber mortsiege, da man kusit, daz ein man von Stirbit ader sterben mac, begrift man in in der hanthaften tat, man mac in Vorzugen selbe sibende; wirt er nicht begriffin in hanthafter tat und but sin unschult, er mus da von kumen selbe sibende, wen es mortlich ist; wirt er vorwunden, man richtet ubir in nach vrides recht mit dem rad. Wirt er ouch abtrunnic und kumit nicht vur in driin vierzen tagen, man echtit in uffe den hals. Umme keine ander siege mac man geechten wen umme dise mortliche sieg.
  3.    Siecht ein man den andern mit siegen von unge-schichten, so daz er es nicht gern hat getan, mac er daz berichten mit jeme und mit guter lute hilfe, daz es jenir vorsehen wil, er bedarf dem richter dar umme nichtes wetten, es insi denne, daz er clage begunst habe adir daz geschrey des ungerichtes, daz heizit zethergeschrey, gescheen si.
   » Sie Initiale H fehlt. b in.
  c       drizzic wegrabiert, fiatt beflen oon fpateter $aub VIII.
204           gitWauer SRetytfMfy III, Sttci) 2; 1—3
  4.        Kumit abir ein man vor gericht und wirt beclait umme siege, der er bekennet und spricht: Her richter, ich bekenne es und ist gescheen wider minen willen und wider minen dank, daz wil ich bewizen, als recht ist, so teilt man ime di bewisunge mit sine eines hant. Wil sich denne jenir nicht lazzen abe richten nach guter manne rat, so teilt man ime zu buze drizic schillinge, und sol keine not liden von dem richter, wen er vor sin recht da vor getan hat, daz es nicht in vrevil gescheen si.
  1.    Zu allir disir selben wise richtet man uber blutrunst. So wer einer blutrunst wirt vorwunden vor gerichte, der buzt XXX solidos.
  2.    Di blutrunst hat di vorclage vor di siege. Sin abir di siege mortlich, so behalden si di vorclage.
3.
  1.    Ein offen wunde ist und heizt gelides laue und nagelsa et b tief. Swer den andern wundet einer offen wunden in not-wer, bewiset er di notwer selbe dritte unvorsprochner lute, di es gesehen und gehort haben, man kan in dar umme nicht gekempfen; dem cleger sol er buzen und dem richter wetten.
  2.    Ditz selbe ist, ob ein man den andern wundet Undankes, so daz er daz ouch bewise selbe dritte uffe den heiligen als di notwer, den sol ouch niemande hier umme bekempfen.
  3.    wer ane dise stuke den andern wundit, der mus kampfes gereit werden, ob man in begruzit, als recht ist. Wirt er nicht gegruzit, als recht ist, er blibt des kampfes los; wette und buze mus er tragen⁰ nach rechte, ob er es vorwunden wirt.
   a nagels tvegrabiert; fo na$ Sinn nno Umfang ter Siafur ja erganzen trog Seil III »11$ 1; 9,1.
  b golgt mit glicher wer, unterpunftet; ogl. 3,4.
206             Stvidauer             III, ®tt^ 2; 3—4
  4.   wunden sich zwene under einandera mit glicher wer, so daz si beide wunt werden, und der eine spricht, er hab di sin getan in notwer, kan er daz bewisen selbe dritte unvorsprochner lute, sin clag get vor, ob halt wol jenis wunde grozzir, lenger und tieffier ist. So mac in ouch niemande angesprechen mit kampfe; den andern spricht man wol an mit kampfe. Wette und buze muzen si beide liden und tragen.
MaflbcBuroer Sdjoffen» recht X
  5.    wunden sich ouch zwene under anander, der eine mit einem mezzer, der ander mit eime swerte, der mit dem swerte hat
di voTclage, durch daz daz messer ein mortwer ist. Der mit deme swerte mac disen zu kampfe gruzen. Ditz mac dirre
mit dem messer nicht getun, er enbewise denne ein rechte
notwer, als vor beschriben ist.
  6.    Ditz selbe ist ouch von mortkulen odir kolben, di messin, kupfrin, isrin oder stehlin” zanggen haben ader geherte kullen in veuwer adir in offen, di alle zit in wicbilde tag und nacht vorboten sin bi der hosten wettehaften buze.
  7.   wunden sich zwene under anander, so daz einer stirbit und der eine lebende blibit, der da lebende blibit, sprichit der, er hab es in notwer getan, so dazc er bewised di notwer ame toten selbe sibende, so geb er den vreunden daz wergelt und dem richter sin gewette, und zu kampfe mac in niemande angesprechen. Mac er aber di notwer nicht bewisen, er mus jenis vreunden gereit sin zu kampfe, ob si in dar ummebegruzzen, unde mus liden, waz recht ist.
4.
  1. Daz heizit ein notwer: wenne sich ein man mus weren ane sinen dank, wenne man uffe in slot. Di wil man aber uffe ine nicht siecht, und ob man es wol willin hat, waz er denne tet, daz war keine notwer.
            208                         Swiduuet Stetyt&bwfy III, 35u$ 2; 4
         2.                Di notwer sol ein man sust vorbrengen: wundet er einen ®[p. 1114 § 1 oder lemit oder siet in zu tode in notwer, mac er bi dem beliben ane var sinis libes, den sol er vur gerichte brengen und bekennen, waz er getan hat, und biten den richter und di schepfen, daz si im vridedine wirken zu dem nechsten dinge, da wolle er vor antworten, waz man im schult gibt, es a Den vrid sol man im wirken bi dem halse. Burgen sol er dem richter setzen und den clegern als wol, ob si zu kein-werte sin und des muten mit urteilen. Sin si da nicht, der richter sol es in kunt tun, man wolle in burgen setzen umme ir clag. Kumen si da zu, man sol in burgen setzen, wollen si da zu nicht kumen, so sol man im vride wirken, als vor vorgeret ist, bi dem halse; wenne er denne vor kumit, so sol er der tata bekennen. Leuken mac er ir nicht sint der zit, daz er sich zu der notwer dem gerichte geboten hat und der tat bekant hat. Wenne er denne bekennit, SÖ spreche er also: Herre her richter, ich bekenne der tat, di ich begangen hab, und spreche, daz mir daz getrulich leit waz do und ist noch, wen ich es tun muste in rechter notwer minis libes, daz ich bewisen wil, wi mir di schepfen teilen uffe der bank. Sin es offen wunden, so teil man im di beweisunge selbe dritte, ist es ein totslac, so teil man im di beweisunge selbe dritte, ist es ein totslac, so teil man im selbe sibende, umme di lemde selbe dritte. Wenne ditz geteilt wirt, so spreche er vort: Herre her richter, lat mir ein urteil werden, wenne ich bewise, als recht ist, ob min lip und min gut icht billich vride sullen haben vor allir mengelich und in allen steten uffe mine recht wergelt unde gewette, daz ich biet zu geben zu rechter zit. So teil man ime rechten vride umme di b Sache, wen er daz wergelt vorburget hat und daz gewette. Daz wergelt sol er leisten bi virzehen tagen, daz gewette dar nach uber virzehen tage.
S!p. 1114 § 1  3. Ist ouch, daz ein man nicht tar huben bi dem, an dem
            er di not getan hat in notwer sinis libes, kumit er zu dem
210
gwtaauet: Die^toott^ III, 2; 4—5
          richter ere, denne man ubir in clait umme di sach, und bekent dem richter und but sich vor dem zu rechte, als vor geret ist, und hat er nicht burgen, der richter sol in behalden in daz neste dinc und beschutzen vor allir mengelich, und ist der richter zu crank, der rat sol im des beholfen sin. Wen er in gestellit vor gerichte, so gebar man, als vor geret ist.
         4.   wirt einem bruch an der beweisunge siner notwer, es get im an den hals.
         5.   Di gezugen haben weder wandel noch holunge, und er hat ir ouch nicht.
         6.   Ist, daz ein man, der zu dem richter wil laufen, sin notwer kundigen, wirt er an dem geverte gevangen von den clegern, daz schadet ime nicht an siner notwer, tar ers bewisen uffe den heiligen, daz er do an dem geverte ware, so kumit er in recht siner notwer.
         7.   Ist ouch, daz ein man den andern siecht, es si wunde oder totslac, und wirt vluchtig, so daz er entwichit, dar nach mac er kein notwer vur brengen.
         8.   Ist, daz ein man den andern siecht, wunden oder zu tode, in notwer nachtes oder zu velde, da niemande bei ist, di notwer mac ein man bewisen mit sin einis hant.a
5.
             1. Wunden sich zwen gelicher wunden, so daz di schepfen es b
          di wunden gelich kisen, da stot schult kein schult; aber dem gerichte muzzen si beide abe legen.
             2.   wirt ein man beclait vor gerichte umme ein offen wunden, di schepfen sullen kein urteil sagen, si haben di wunden beseen, ob es ein kampfbarb wunde si. Ist si denne also und leukent ir jenir, di mus er vorsachen selbe dritte uffe den heiligen.
212          givicfauer iße^t^bu^ III, 2; 5—7
                     3.    Kein uswendic man mac keim ingesessen burger richten vor ein kampfber wunden mit keinem uswendigen man, es ensi denne, daz es uswendic des wicbildes ge-scheen si, so vorrichte er es, mit wem er mac, di unvor-sprochen sin an irme rechten.
                     4.    wundet ouch ein vorsprochen man einen unvorsprochen, der unvorsprochen ist neher den vorsprochen zu Vorzugen selbe dritte, wen er es engen muge selbe dritte.
                     5.    Clait ein uswendig man zu eim andern uswendigen umme ein offen wunden, des enget einer dem andern mit uswendigen adir mit inwendigen, di anders unvorsprochen sin an irme rechten, adir vorzugt da mit.
                     6.
                 wundet einer den richter, di schepfen ader einen rat-man von so getanen Sachen, daz es von ir amecht wegen geschit, ader siet in ader rauffet in ader spricht im unbehende wort adir siet in zu tode, er mus kein dem cleger liden vor gerichte dar umme, waz recht ist, unda mus kein dem richter gewette liden und kein» dem rat als wol, ane als vil, geschit es mit worten alleine, und werden di niemant anders geclait wen dem rat, der rat sol sin zucht dar uber tun nach vrevils buze. Ditz selbe rede ich von des rates dinnern unde gesinde als wol.
                     7.
    Sip. III46§2    1. Keiner wunden mac man mere lute beschuldigen wen
               einen man, ob wol zwene ader mare in ein wunden geslagen ader gestochen habn. Sunder volge mac man in schult geben.
        2.    wer einer wunden uberret wirt, der mus liden, daz recht ist dar umme.
214
    3.   wen man uberredet einer volge, der wettet umme daz waffenrucken, ob er daz getan hat, dem richter XXX solidos, dem cleger also vil. Hat er aber not getan mit sime wallen, so lide er anders, was recht ist, nach der unvuge, di er begangen hat. Sprichit abir ein man, er hab kein unvuge getan noch keine wallen gerukit, da mac er von kumen mit sin einis haut, ob er tar. Keiner volge mac man niemande angesprechen mit kampfe. Sprichit“ ouch ein man, er si durch bescheidenheit gelaufen zu den dingen, er kumit ouch da von mit sin einis hant, ob er tar.
                                                       8.
   Swer da wichit, der einen wundet oder zu tode siet ader volger ist gewest, der mac dar nach nicht geleuken, ob er beschuldigit wirt, er bewise denne selbe dritte uffe den heiligen, daz er muste wichen vor unrechter gewalt. Wenne er daz getut, so sol man in zu sime rechten lassen kumen; aber di gezugen sullen es geseen und gehort haben.
66 a
                                                       9.
  1.    Der ein swert vrevillich ruket, daz swert ist des gerichtes, bis daz man es gelositmit einem schillinge phundisscher, ob es bezzer ist und ob man es losen wil. Ist es aber erger und wil man es nicht losen, der richter mac nieman da zu getwingen zu losen.
  2.    Mit XXX solidis mus er den vrevil des swertrukens vorbuzzen kein dem gerichte. Wil es der cleger durch guter lute willen nicht vorsehen, er mus im ouch buzzen XXX solidos.
  3.    wer ouch ein messer rukit in vrevil, daz messer ist des richters und mus dar umme wetten dem cleger als dem richter, wa man es nicht vorsehenb wil. Daz messer sol man losen zwir als ho als daz swert, durch daz es ein
216           gwidauer Die^tdbu^ III, ©u^ 2; 9—10
            mortlich wer ist. Somelich sprechen ouch, si haben ir swert gerukit uffe bescheidenheit und nicht in vrevil, daz ist underscheiden. Wer da sprechen¹¹ wil uf bescheidenheit, der mac sin swert irheben mit scheiden mit al; zucht es ein man us, daz stet in ungelimphen. Doch kumit es ofte da zu, daz ein biderman sinb swert ader sin messer rukit zu bescheiden Sachen, wenne er sicht als vrevil und als ungezogen lute, den man anders nicht gesturen mac wen mit der dro, tar er daz bewisen uf den heiligen, er blibit es ane schaden.
       4.    Geschit im aber ein ungeluke, daz er im der selben • wise schaden tut mit siner wer, so daz man im selbir zu wil ader wi daz zu kumit, er mus dar umme liden kein dem richter und dem cleger, waz recht ist. Ditz ist alles keiserrecht und trit mit wicbilde gelich, wen wicbilde ist us keiserrecht besunderlich genomen.
10.
              1. Nu vornemit, wi mencherleyge lemde si. Di erste lemde ist, da ein man gestochen ader gehauwen wirt «s* ubir sin ouge ader dar in, daz er geergert und gecrenkit wirt an seime gesicht adir halt blint wirt. Ouch heizt daz ein lemde, dem sin nase wirt ab gehauwen. Ouch heizt daz ein lemde, der durch sinen backen wirt gestochen, geslagen ader gehauwen nach“ kampfwirdiger wunden. Ouch heiset daz ein lemde, wer eime sine zene in dem munde oben oder unden vir us siecht ader mer; minnir mac sich nicht wol zu einer lemde gezihen. Dar umme heizet ouch zen-usslahen ein lemde, daz ein man beraubit werden mac siner guten sprach, di im got hat gegeben. Ouch heizt daz ein lemde, ob ein man wunt wirt in sinen hals, so daz sin hals crump wirt nach dem, daz er geheilt ist, wen zwischen der achseln und dem haubt enphot ein man wol lemde
18 SwWßuer Sie^tobud; III, 95itc$ 2; 10—11
und wunden. Zwischen der achseln und dem einbogen mac ein man wunt werden, daz im der arme wirt lam ader subir wirt ab gehowen, daz ist lemde; zwischen dem ellen-bogen und der hant ouch also vurbas. In di hant enphet man ouch lemde, in di vinger ouch lemde, abir wi itlicher lemde wergelt ste, daz stet her nach in sime capitii.a
       2    . Ein itlich lemde ist campfbar zu gruzzen. Vor ein lemde mus man gerichten selbe sibende.
11.
  1.    Totslege, di gescheen ane notwer, di sol man alsust richten. Wer in hanthafter tat begriffen wirt, den sol man mit urteilen smiden an di bar. Uber nacht mac man in dar an lazen sten, ob der cleger wil; wil er nicht, man sol im richten zu hant, ob daz gerichte volkumen ist an schepfen unde an siner macht. Wenne man in” den vor gerichte brengen wil, so sol man in vor brengen mit urteil und mit geschrei. Mit geschrey an unrecht gewalt sol man in brengen an di bar. Selbe sibende sol in der cleger gewinnen, da mit sol man di hanthafte tat zu im brengen.
  2.    Kumt ein man da von und wirt nicht begriffen und zuhet adir get in sin hus ader in sin herberge, wa er di hat, und wirt nicht fluchtic, volgit ime daz gerichte unde di cleger, wollen si vor di herberge, daz gerichte sol in ge-zogentlichen eischen ane gewalt, so daz der richter noch der cleger mit nicht uber daz geswelle tret. Kumit der hor vor, den man beschuldigit, und vragit den richter, waz er wolle, der richter sol im kunt tun mit bescheiden worten di Sache, da in di cleger umme beschuldigen. Bekennet er ir mit gewalt und wil mit gewalt sich setzen kein dem richter und kein dem cleger, daz got im an den lib und an daz gut und allen den, di im des beholfen sin in keinwerte des gerichtes, und alle dic gemeine sol helfen dem gerichte
220 Swtdauer                    III, 2; 11—12
und di unrecht gewalt ubermenigen bi der Losten bus, wenne in daz geboten wirt; und wer des nicht entut, der wette 67 a dem gerichte, als ofte daz gerufte wirt getan, XXX solidos.
  3.    Sprecht er aber gezogentlich: Heruber richtet, ich biet mine unschult umme di sache und bit des dinges, der richter sol im bescheiden: Des nachsten morgens und nicht ubir virzen tage, wen es notclage ist nach totem munde. Der richter sol in heizzen burgen setzen vor der cleger recht, ob si es mit urteilen gewinnen. So setze er burgen vor achtzen phundische mark Silbers. Ist er aber gesessen imeb wicbilde als ho, daz es di schepfen teilen, er si gesessen, daz las im der cleger an genugen. Dem richter bedarfe man nicht burgen setzen bis also lange, wes in di cleger vorwinden, da nach sech er sines rechten. Der richter sol in beidersit vride gebiten bi libe und bi gute.
  4.    Swenne der man vor gerichte kumit und wil vorantworten umme einen totslac, da kumit er von mit sin eines hant. Wirt er abir angesprochen mit kampfe, so mac er mit dem eide nicht ledic werden, sunder er mus kampfes warten und gereit sin, ob er begruzzit wirt, als recht ist; wirt er nicht begruzit, als recht ist, sin eit ge vor sich. Wenne er sin hant ader vinger uife di heiligen geleit oder uffe denc stap, sind mac in nieman kempflichen gegruzen in wicbilde, wen es wer ein unrecht gewalt. Wer eime zu der zit di vinger adir di hant wolde abe stozen und wer daz tet, der vorburt den hals kein dem cleger.
  5.    wenne er mit dem eide sich enbricht, da nach sol in der richter vronen, daz ist sime libe und sime gut vride wirken.
                                          12.
   welich man vluchtic wirt, nach der zit mac er nimmir mit sin eines hant da von kumen, er mus selbe sibende da von kumen ader kampfes gereit sin.
222          gwidaucr          III, 2; 13—16
                                         13.
   Ein man vorwirkit in wicbilde sinen lip, abir sin gut mac er sinen erben nicht vorwirken weder kein dem ge-richt noch kein dem cleger, ane da er sich mit gewalt widersetzit, als vor geret ist.
                                         14.
   Swer einen blutrunstic siecht ane mortsiege, der vorburt dem cleger XXX solidos, dem richter also vil.
                                         15.
   Swer ein offen wunden tet, der vorburt di hant, da mit er di wunden tet; lemita er einen, er vorburt di hant.
                                         16.
  1.   Swer einen zu tode siet, der vorburt den hals.
  2.   Manie man spricht, wer einen zu tode siet, er kum mit sime wergelde da von; daz inist nicht. Es gut niemande an sin wergelde wen dem, der burge ist worden, also daz er bewise uffe den heiligen, daz im burge si engangen ane und wider sinen willen und wider sin dank und ane alle argeiist. Wenne er daz bewisit hat, so tu er sin erb wergelt dem cleger und bericht sich mit dem richter nach genaden.
  3.   Hi mit ist er der burcschaft los, aber der entrunnen ist nicht los und stet keine dem cleger und dem gericht in der selben var.
  4.   Hat ouch der burge des wergeldes nicht, er mus sich stellen an jenes stat zu rechtem gericht.
  5.   Ist ouch, daz er daz wergelt ein teil bezalt und nicht gar, ob er es nicht gar vormac, daz sol man nemen, welcher-lye denne hinderstellic blibet, des hab er dri sechs wochen tag, ob er burgen muge gehaben, ob er sich in der wile des wergeldes¹⁵ irholen muge; mac er sich nicht irholen, so vorburt er nach offenner wunden recht.
224          Stauer            III, 35u$ 2; 17—18
                                                    17.
            1.    Achtzen mark vor einen totslac, nune mark vor eine lemde, vunfthalp mark vor eine offen wunden.
-Ofp. n 16 § 5 2. Den munt, nasen, Ören, ougen, Zungen und des mannes
            gemecht, vuze, arme oder hende, der besserunge ist ein halp ®(p. n 16 § 6 wergelt. Itzlich vinger und zehe hat sin sunderlich bus nach dem, daz im geburt an dem wergelde sin zehen teil.
Sfp. 1116 § 9  3. Wundet ein man den andern an ein gelit, daz im vor ge-
            richte vor vorgolden ist, howit man es im gar ab, man mac kein hohir bus dar umme“ gewinnen wen di hosten busb dem cleger, dem richter als⁰ vil.
                                                    18.
            1.    wy man einen vor gerichte sol brengen, der einen zu tode geslagen hat. Wirt er begriffen in der hanthaften“ tat, man sol ime di notwer binden in sin hant, da er den schaden mit getan hat, ere der richter und di schepfen da zu kumen, und sol in vuren zu dem toten und senden nach dem richter und nach den schepfen, und schrien dristund di cleger zother uber iren morder und des landes morder, der in iren vreunde N vom leben zum tode hat bracht, und sprechen: Her richter, wir biten euch gerichtes ubir disen selben morder. Der richter sol in zu hant ir-lauben, daz man di liehe uf bare,und sol sprechen: wenne ire in uf gebert, so brenget in vur, als recht ist, ich wil euch gelich richter sin nach schepfen urteil. Ist es vor vesperzit, so tu er zu hant, ist es dar nach, so sullen in di cleger smiden an di bar und bewaren⁰ bis vtu.
            2.    wenne der richter vtu sin dinc gehegt, so sol man mit urteilen teidingen. So nemen di cleger einen vor-sprechen mit rechte, der sprech also: Her, her richtet, habt
226          Swicfauer         III, SBucb 2; 18
       ir mich N gegeben? So sprech er: Ja! So sprech der vorspreche zu ersten: Her richter, lat mir ein urteil werden, ob ich buswirdic werde, wer sol mich des abe nemen ? So teil man: Der cleger! So spreche era vort: Her richter, so dinge ich N wandel und holunge zu eime mal, zum andern mal, zum dritten mal mit rechtem urteil. Lat im » und mir an sinir stat ein urteil werden, han ich es im gedinget, als es» recht ist, wi dicke er es haben sulle. So teil man im: Zwir ane daz erst. Da nach sprech er: Her richter, ich dinge im gespreche und der lute von der banck und zu der bank, als dicke er es bedarf, zu einem mal, zum andern mal, zum dritten mal mit rechtem urteil. Han ich es gert, als recht ist, so teil man im und mir daz recht. So teil man im: Er hab es billich.
        3.    Da nach sprech er: Her richter, hie stet N, daz er hat begriffen sinen morder und des landes morder, der im sinen vreunde ermort hat, und bit euch an eim rechtem urteil zu irvaren, wi er den vur sulle brengen, daz er rechtes an im bekumen muge umme daz ungericht, daz er' an sim vreunde getan hat. So teil man, als recht ist: Mit geschreyge! So spreche er vort: Her richter, lat im ein urteil werden, wi er schrien sulle. So teilt man im: Zether uber sinen morder und uber des landes morder, der im sinen vreunt vom leben zum tode hat bracht ane schult und ane recht, und uber sin unrecht volleist. Da nach bit er an eimc urteil zu irvaren, wen der weg ungemessen si, wa er schrien sulle. So teil man im: wa in di schepfen leren, so tu er recht. So bit er an eim urteil zu irvaren, wi dicke er schreyn sulle. So teilt man im: Zwir ane daz erst. So b te er mit urteilen, daz di cleger ir swert muzen us zihen. So teil man in: Si tun es billich. So vrege er mit urteilen, uffe welche achsel man di swert legen sulle. So teil man: Uffe di rechten achsil. So bit er den richter, daz er im lihe di schepfen uffe der bank, daz si mit im gen
228           gtvioauet        III, 2; 18
       und in loren undsehen, daz er recht gebar kein sim morder. Daz sol der richter tun. Di schepfen sullen mit im gon von rechtes wegen, und da der tot und der gesunt ist, da sullen si nach der schepfen geheiz ir swerta us zihen und schrien, als vor geschriben ist, daz erst mal; wenne si denne gen zu gerichte kein halben wege, so sullen si zum andern mal schrien nach der schepfen geheiz; wenne si zu der bank kumen, so schrien sib daz dritte mal, so gon di schepfen in di bank. Der richter mac si vragen, ob di cleger recht gebart haben, durch daz dem schuldigen icht ungerichte widervar. Sprechen denne di schepfen ja, so heiz er di cleger clagen.
        4.    So spreche der vurspreche: Her richter, so stet hie N und cleit, als er vor hat geclait, uber disen morder, den er in hanthafter tat begriffen hat und mit der hanthaften tat vor gerichte hat bracht mit rechte, und bit an eimc urteil zu irvaren, wes er sich zu im genehen sulle umme den mort, den er begangen hat. £re denne kein urteil in kumit, so vrege der richter den gesmitten, ob er wolle, daz er einen vursprechen nem. Den sol man im von rechtes es b wegen geben ane di schepfen, wes er mut in den vier benken, dem sol es der richter gebieten; mac er in gehaben, der helf im, wes er muge, mit rechte. Da nach spreche er abir vor: Her richter, hie stet Heinrich und bit, daz ir im sin urteil in lat kumen. So teil man im: Di clag, der er mit recht gevolgit hat, di sulle er zu dem gesmitem gezugen selbe sibende unvorsprochener lute. Wenne daz mit recht geschit, so bit er, mit urteil zu irvaren, wen er in vorzuget hat, als recht ist, wi er nu gebaren sulle. So teil man im des gesmitten hals zu dem swerte. So bite er vort mit urteilen, daz er in von der bare losen muze. Wen er daz mit urteilen bewart, so neme er in ab und richt uber den morder mit dem swerte und la den toten begraben.
           230 Sroidauer                            III, 2; 19—22
®fp. 1 66 § 1 wi ein man mit der hanthaften tat gevangen wirt, also sola man in vor gerichte brengen, und der cleger sol in selbe sibende
   1    66 §2 Vorzugen; also tut man dem vorvestentem man. Doch insol man S(p. 1 66 § 3 keinem man mit der vorvestenunge sinen lip vorteilen noch mit derb achte, da er mit namen nicht in kumen ist.
                                        20.
   Sfr. I 69 Swer einen toten man ader einen gewunten gevangen vur gerichte brengit und inc zu einem vridebrecher bereden wil mit kampfe, beredet er es in nicht, man sol ubir in selber richten nach vrides recht.
                                        21.
®fp. 167 § 1 Swer einen beclait vor dinge umme Sache, di im an sinen lip ader an sin hant gut, enist er da nicht, der richter Sjp. 1 67 § 2 sol im bescheiden dries ubir vierzen nacht. Kumit jenir denne Sfp. I 68 § 1 nicht vur, so sol man in vorvesten. Umme kein ander clag sol man vorvesten ader achten wen umme di, di eime an sinen lip ader an sin hant gen.
                                        22.
Sjp. 1 70 § 3 Swer umme Ungerichte vor gerichte beclait wirt mit gerufte, ere daz es ubernechtic wirt, mac der cleger daz ungerichte selbe sibende irzugen unversprochener lute, man vorvestent jenen, der es getan hat, al zu hant. Ist der richter in der stat nicht und hat keinen andern richter gesatzt, so clage man den schepfen; wenne denne der richter wider kumit, so gezuge der cleger sine clag mit zwein schepfen, ob ir nicht mar gewest sin, und gezuge vor dem richter sin clage selbe sehende. Man vorvestent jenen ouch al zu hant, sam es des orsten tages gescheen wer.
232 gwidauer                   III, S5u$ 2; 23—24
23.
            1.    Der richter und alle dincwart sullen zwene vinger mit der rechten hant uf heben, und der richter sol vorsprechen und di dinclute nach: wir achten einen N uf den hals oder uf di hant, ob di clag also sta, von unsers herren wegen, von gerichtes wegen, von der stat wegen unda N des clegers, der mit rechte siner clage gevolget hat, und nemen in us dem vrid und kundigen in zu laube sinen vinden und kundigen sin wip zu witwen, sin kinder zu weisen und teilen in von gemeinschaft allir guten lute also lange, bis er sines unrechten wider kumit mit rechte.
            2.    Sust sol man einen us der achte lazen: wir kundigen einen N us unsers herren, des N, achte, des gerichtes und der stat und lazen den us mit vingern und mit zungen und mit allem dem rechtem, als er dar in ist kumen, daz gi widerruft, durch daz er sines unrechten ist wider kumen aderb durch daz er sich sines unrechten entreden wil mit recht.
            1.    Kein man mac sich us der achte von rechtes wegen gezihen, wen der umme di achte nicht gewust enhat.
            2.    wil sich der us der achte zihen, der sol biten einen sinen vreunde, im si zu wissen worden, er gi geacht, daz er im mit urteilen vurteidinge, er wolle sich mit rechte us zihen. Wer daz durch sinen willen wil tun, der sol vur gehegte bank gen und sol sprechen: Her her richter, ich ste hie und tu° euch kunt und den schepfen uffe der bank, daz min vreunt N spricht, ir habt in geacht von N wegen, daz hab er nicht gewust, und im si dar an nicht recht gescheen, und bit mins herren, des N, vrid und euwern vrid, der stat vrid und tac zu eim mal, zum andern mal, zum dritten mal mit eim rechten urteil. Lat im und mir von siner wegen ein recht urteil werden, ob ir im icht
234           gtvidauer         HI, ®tic$ 2; 24
          billich gunnit vor zu kumen, sich zu rechte ziehen us der achte, da ir in in gekundiget habt. So teilen di schepfen, daz man dem richter di red verburgen sulle, daz er wolle vur kumen. Wenne daz vurburgit wirt, so sol es im der richter irlauben und sol im weide wirkin bi dem hals, ob er vur kum, daz in niemande sulle anvertigen mit wortena noch mit werken, wen waz man mit dem rechten zu im brengen mac.
            3.    Kumit er nicht vur, als im bescheiden ist, und spricht man, in hab ehaft not gehindert, di ohaft not sol niemande anders beweisen wen sin burge uffe den heiligen mit sin einis hant; so sol man” im wol ander tage bescheiden. Kumit er aber nicht vur, der burge vorburt kein dem richter und kein dem cleger ein ganz wergelt nach der clage, als er in bewise, daz er tot oder sich si. Kein ander Sache entschuldiget den burgen, als jenir geacht wart. Dem richter geburt der dritte phenninge, dem cleger di zwan.
            4.    Kumit er abir vur, so spreche er ader sin vorspreche: Herre her richter, ich ste al hi und bin kumen in minis herren N und euwer und in der stat wicbildevrid und wil mich zihen us der acht, da ir mich in gekundigit habt von N wegen ane minc wissen und mir in euwern dincziten nie zu wissen ist worden, daz ich al hi beweisen wil, als recht ist, und bit euch und wem es von rechtes wegen gehurt, min bewisunge dar umme zu nemen zu eim mal, zum andern mal, zum dritten mal. So teil man im, man neme es billich uffe den heiligen mit sin einis hant. Den eit sol er tun vor den benken, wen er nicht noch us der acht ist gelazen.
            5.    Kein geacht man sol in di vier benke treten, durch daz daz gericht sin ere behalt und der cleger sin recht icht vorlieze.
236 gwicfam                  III, Sitdj 2; 24—25
             6.    wenne der eit geschit, so sol in der richter und di dinclute gemein us der achte lan mit vingeren und mit zungen.
             7.    Da nach hat ymant zu im icht zu clagen, daz vorantworte“ er.
             8.    waz er geecht uffe den hals und clait man abir im an den hals, er ist neher zu engen selbe sibende, wen in ymande Vorzugen muge.
             9.    waz er geacht uf di hant umme ein lemde, des ist er ouch neher selbe sibende zu engen.
             10.    waz er geacht uffe di hant umme wunden, des enget er selbe dritte.
             11.    Der richter sol im bescheiden drie vierzen tag. Kumit in dem dritten dinge niemande, so sag man in ledic. Woren aber di cleger uswendic landes, so mus er zu rechte warten jar und tac; wen di zit vorgot, so sag man in ledic, ob niemant kumit.
             12.    wer jar und tac in der stat acht ist, der mac nach der zit sich nicht us gezihen, er enhabe denne gedienit in des riches dinst, da daz riche zu velde hab gelegen, so daz er daz bewise mit des riches offen brife ader selbe dritte, di mit im gedinet haben.
             13.    Swelich man in der stat acht wirt getan und berichte sich dar nach mit dem cleger, der acht und der schult ist er vom gerichte nicht kumen noch von dem rat.
             14.    Mit dem gerichte mus er sich ouch berichten nach genaden.
SB». xxxv §1 1. Swer kemphlich gruzen wil einen sinen genozen in wicpilde, 10 a
(6jp. 163 §1) dₑᵣ gₐj ^ₑₙ ricter biten mit urteilen, daz er im gunne, daz er sich underwinden muze sines vridebrechers zu rechte, den er da sech. Wenne ime daz vunden wirt mit recht, daz er es tun sulle mit recht, so vrege er mit urteilen, wi er sich sin underwinden sulle, daz es ime helfende si zu sime rechten. So vinde
238                      9ie^t^6u^ III, 2; 25
             man im, er sulle in angrifen mit zweien vingern gezogentlichen "bi sime houbithol. Wenne er in denne angegriffen hat, so vrege er mit urteilen, ob es im an sime rechte icht enschade, daz er in mit urlob laze; so vinde man im, er sulle in lazen zuchticlichen.a
             2.   wen er in mit urteilen hat gelazen, so sol er kundigen, war umme er in angegriffen habe. Daz mac er tun zu hant, ob er wil, oder gesprochen dar umme biten.
             3.    So sol er in zu dem ersten beschuldigen, daz er den vrid an im gebrochen hab ader an sime nachsten getline in wiepilde an des richs vrierb straze, und welcher wise er in an im gebrochen habe, zu der selben“ wise clage er uf in.
             4.   So clage er vort, daz er in gewunt hab ader sinen nesten getline und di not getan hab, di er bewisen muge; so sol er be-wisen den toten ader di wunden ader di narwin. So clage er vort, dazd er in beroubit hab also vil sines libes und sines gutes, daz es nicht erger ensi, es si wol kampfes wert.
             5.   Dise drie ungerichte sol er zu male clagen, und welches er versumet der eines, so hat er sinen kamph verlorn.
             6.                 So clage er vort: Do sach ich selber in selber und beschrei (Sfr. 1 es § 2) iₙ dem gerufte. Wil er mir des bekennen, daz ist mir lip, bekennet er es nicht, so wil ich es in uberreden mit allem dem rechten, daz mir di schephen erteilen.
             7.   So bite jener einer gewer umme di clage. Di sol man im tun also bescheidenlichen, daz es ir keime schade zu sime rechten.
             8.   wenne di gewere getan ist, so bite jener sin unschult, daz ist ein eit und ein kampf.
             9.   Doch“ so mac ein man sin clage wol bessern und ergern vor der gewer und dar nach nicht, ob er in recht gegruzit hat und inf vor lemde volbrengen mac.
240            gwidauer Dlec^buc$ III, 58u^ 2; 25
    10.              Kamphes mac kein man den andern hy zu ptat weigern, als im ersten buch geschriben ist, der anders jat und tac hiea ein ingesessen burger ist gewest und elich geborn unde unbescholden an sime rechten; ditz ist in 10 b dem lantrechte nicht, wen in dem lantrechteb ein itliche fass xxxv maⁿ> der baz geborn ist, mac deme kamphes weigern, der wirs
   § * f.) geborn ist. Aber der wirs geborn mac dem baz geborn kamphes nicht vorligen.
          11.    Kamphes mac ein man weigern in wicpilde und in lantrechte, ob man in begruzit nach mittem tage, es werde denne ere begunst.
          12.    In lantrecht und in wicpilde mac ein man einen mangen wol kampfe weren, ob si beide sin mange sin, daz si durch rechte nicht zusamne vechten sullen, daz er daz bewere selbe sibende im lantrechte, selbe dritte in wicpilde.
   I 63 § 3
(SBb.xxxv 13. Der richter sol phlegen eines swertes und eines Schildes dem, den man beschuldiget, ob er sin bedarf und mit urteilen fsstJxxxv gerucht. Der richter sol ouch itlichem geben zwonne schephen, § ⁸> di da sehen, daz man si gerwe nach rechter gewonheit. Leder und linen dinc sullen si also vil antun, als si wollen oder bedurfen. Houbit und vuze sullen in vorn blos sin, und an den henden sullen si nicht wen dunne hentschen haben. Ein blos kampfeswert an der hant und eins oder zwei zugswert ummegegurt, daz ste an ir beider kur. Einen simweln schilt an der andern hant, da nicht mer wen holtz unde leder an si, ane di pukel mac wol isrin sin. Einen rok ane ermel obin der gare.Vride sol man dem warf gebiten bi deme halse, daz imant si irre an irem rechten.
iSfp. I 63 §4 (SB6. XXXV § 8)
          14.   Ir itlichem sol der richter geben einen boumtrager, di sullen si nichtes irren, wen ob ir einer vellit, daz er den boum under stos, oder ob einer wunt wirt oder des boumes⁰ zu recht gert; daz selbe sullen si nicht tun, si enhaben es urloup von dem richter. Nach der zit, als dem warf zu rechte vrid geboten ist,
242                grotcfauec              III, 95u<^ 2; 25
           so sullen si des warfes mit rechte gern. Isrin ortbant sullen si von den scheiden brechen, si haben den daz urloup von dem richter.
          15.   [Dy boumtrager sol man gewinnen mit rechte. Wirt der gewonnen mit urteilen, der einen gelart hat, er mac sime lorsun mit recht den boum tragen, ob er an sime rechten unbescholden ist. Itlich bomtrager sol nicht mere sime kempfen beholfen sin wen drier ruwe, dy eine, ob er vellet, daz er den boum under stoz, dy ander, ob er wunt wirt, als da vor beschriben ist. Somlich lute sprechen, ein bomtrager muge dryer mortstich eim beholfen sin, und wer den andern anspricht, der sulle disen dristund ruren uffe dem Schilde. Daz ist nicht, wenne sy in den creiz kumen, so si es eim als dem andern.]
          16-          Vor® den richter sullen si beide gegerwert gen und swern, § ⁹> der ein uf den andern, daz di schult war si, dar umme er in beclait hab, und der ander sol sweren, daz er es unschuldic si, daz in got helfe zu irme kamphe.
Sfp.1 63 § 4 (SB5. XXXV §10)
Sfp. I 63 § 4 (SB5. XXXV §11)
          17.    Di sunnen sal man in geliehen teilen, als si erst zu samene gan.
          18.    wirt der verwunden, uf den man spricht, man richtit uber n a in. Vichtit er aber sige, man muz in mit buzen lazen und mit gewette.
<SJp. I 63 §5 19. Der cleger sal erst in den warf comen; ob es der ander
           zu lange sumet, der richter sal in lazen vor eischen den vronbotin in deme huze, da er sich inne gerwit, und sal zwene schephen mit im senden.
Sfp. I 63 § s 20. Sus sal manb in laden zum andern und zu me dritten male, und kumt er zu der dritten ladunge nicht, der cleger sal uf ston und sich zu campfe biten und sal zwene siege slahen und stechen einen stich wider den wint; da mit hat er in⁰
244 Swtcfauer                  III, ®U(f; 2; 25—26
           verwunden so getaner clage, als er an in gesprochen hat, und sol im der richter richten, als ah jener mit campte verwunden were.
   gfp. 1 M 21. Sus sol man ouch verwinden einen totin, ob man in an dube oder an roube oder an so getanen dingen geslagen hat.
   <gjp.lei     22. Mac abir er den totin mit siben mannin obirzugen, so
           endarf er sich zu campte nicht biten kein in.
   ®[p. I 64    23. Butit aber einer des toten mac, swer er si, in verzustonde
           mit campte, der vorlegt allen geziuc, wen so enmac man ane ®(p. I 65 § 1 campfes in nicht verwinden. Als hie vor gesagit ist, als verwindet man ouch den, der zu campte gegruzet oder gevangin ist, und gelobit er, burgen zu setzene, vor zu kumene, und nicht vor kumt zu rechten teidingen.
26.
            1.   Swer einen dringet us dem ereis mit sin selbis libe, der us dema ereis kumit, der hat vorlornne.
            2.    Swer da sichert, der hat vorlornne.
            3.   Swer da gesiget und richten sol uber jenen, der sol mit swertslegen richten ane stich und ane sniden und ane ungerichte, wen als oft ein man ungerichte heget zu der zit, wenne er richtit, als oft vorburt er XXX solidos phundischer phenninge.
            4.    Di griswarten sullen siges oder unsiges bekennen.
            5.   Swer da gesiget, der nimt des anderen gar oder wapen, ob der kampf zu wapen ist vorwillekurt.
            6.   Vor dem riche vichtit man mit kolben in aller geburt, es enwerde denne mit des riches urlop anders gewillekurt.
            7.   Alle rittere, knechte und kouflute sullen vechten mit dem swerte.
            8.    Alle gebure sullen vechten mit kolben.
            9.   Vechten si abir umme dube, der da gesiget, der sol jenen beugen.
           246                       Swidouev           III, 2; 27
27.
            1.    Heimsuchen ist drierlie. Di erste heimsuche ist, der dem andern lauft vur sin hus vrevillichen mit gewapentir hant und eischet in her us, dar umme mus er dem cleger 71b buzen XXX solidos phundischer phenninge und dem richter XXXa schillinge zu gewette. Butet er abir sin unschult, da mus er von kumen selbe sibende.
   FP- 2. Di ander heimsuch ist, swer demb anderen vrevelichen Stfioffenredit laufit in sin hus mit gebapenter hant und mit unrechter XXXIII)
           gewalt, unvorclait vor sime richter, nachtes oder tages, und vet in jener in hanthafter tat und brengit in vur gerichte mit gerufte, und hat er des sine schreimanne, daz er in vorwinde selbe sibende, man teilt im den hals abe zu hauben uffe dem geswelle here uswert und den corper under dem ge-Swelle us zu zihen. Ist aber da kein hanthafte tat, jener ist neher selbe sibende zu entgen, wen man in selbe sibende Vorzugen muge.
           3.    Di dritte heimsuche ist, wer dem andern brichit in sin hus und ime sin hus vorwundit und ergert vrevillichen ane recht; wirt er begriffen in der hanthaften tat, er mus jeme eine als gut hus zu buze geben oder ein wergelt eines so getanen huses, und dem richter von als mancher wunden, als er an dem huse getan hat, als ofte mus er XXX schillinge vorbuzen. Ditz sol in der cleger bereden selbe sibende, ob er in in der⁰ hanthaften tat begriffen hat. Ist aber da nicht hanthafte tat, so ist er neher zu entgen selbe sibende.
           4.    Niman mac man heimsuchen wen den wirt, nicht den husgenozin.
              ß. Swer veilen trane hat, get ein man in des hus unde trinkit dar inne sine phenninge, wirt da ein zweiunge und geschit ein unfuge under den, der enmac der wirt keinen angesprechen umme di heimsuche, mac jenir bewisen mit sinen zechgesellen, daz er sine zeche dar inne
248 gtvidauer                        III, 2; 27—29
         getrunken hab. Di selben zechegesellen muzen daz sweren zun heiligen, ane ob di gesworn vom rat, zwen oder drie, oder zwen schepfen da bi sin, den ist zu gelauben, waz di sagen, und bedurfen nicht mare sweren, wen sagen uffe ire vorder eide, di si der stat zu dem jar getan haben.
   6.   welcher aber der zechlute oder der gesworn nicht gehaben mac, spricht dene der wirt an, so daz er in in der hanthaften tat bereden muge, so mus jenir liden, was recht ist. Ist da kein hanthafte tat, so mus er entgan selbe sibende.
                                         28.
ßilfjberg 311 SBnoer-noget 256 edljarbt-
GtaBen 322
        1.   Swelich man diser eine notzogit, wirt der mit geschrei vor gericht bracht, und hat di zwene schreiman, di unvorsprochen sin an irme rechte, den sal man lebendic begrabin¹¹ nach keisers recht. Dar umme vorwindet man den mit
        zwein mannen, durch daz man nicht di not gerne heget bi vil luten. Ditz red ich umme not, di da geschit zu
          velde.
        2.   welich man uch ein notzogen beget ime wicpilde, in welchem huse daz geschit, daz hus sol man uf brechen, da sol zu kumen alle gemeine unde sol weder stein noch gebuwe eins bi dem andern¹¹ nicht enlan.a Daz man dar 72 a abe brichit, daz ist des gerichtes, di hoffestat der gemeine. Also ab not wirt zu jenem bracht⁰ selbe sibende mit hanthafter tat, oder ab er vluchtic wirt um di not, so achte man in uffe sinen hals.
        3.   Entwichet er aber nicht und kumet selber vur ungebunden und ungevangen, er kumit da von mit sin einis hant.
                                         29.
           1. Swer den andern beraubit siner aren an siner haus-vrouwen, begrift man si beide mit der waren tat, und
250
gwictauer Siecttetucf) III, Su^ 2; 29—32
        begert man gerichtes dar uber, so ist recht, daz man si beide lebendic begrab, und sol zwu burde dorne haben, ein legen under si und ein uber si, und einen phale durche si slahen, und denne daz grap zu werfen.a
        2.   Begrift ouch ein man einen andern bi sincm wibe und siet si beide zu tode, des sol er kegen dem richter und kegen den vreunden ane not bliben und ane schaden, ist
        daz er dar umme nicht entwichet.”
        3.   wenne er den schaden getan hat, so sol er zu hant zu dem richter gen und gerichtes muten. Volvert er mit dem gerichte, so sol man uber di toten richten in aller wize, als si lebendic weren.
30.
           Swer den andern beraubit sines kindes wider sinen willen, kumit daz zu clage, man sol dar umme richten als umme einen strazereuber.
                                         31.
           Swer dem andern tut weglage, begrift in dirre und wirt mit hanthafter tat und mit geschrei vor gerichte bracht und wirt mit recht vorwunden, man sal im sin houbt abe slahen.
32.
     1.   Swer dem andern drot an sinen lip oder daz er in bengstet hab sines libis, also daz er in gedrungen hat mit gewaptener hant, es si mit swerten, mit messern, mit kolben ader waz verboten wer ist, kumit daz zu clag, 72 b leukent es jenir, daz stet zu sines eines hant. Haben es aber zwene schephenc gehort und gesehen, so mac er da vor nicht gerichten, und so mus er demrl cleger buzen mit XXX solidis und burgen setzen, di Sache nimmer mer zu
        anden, und ist vorvallen dem gerichte XXX solidos.
252         Stvtdauer Üie^tdbuc^ III, Stt$ 2; 32—38
        2.    Geschit es aber vor den vir benken, daz es der richter und di schephen horen, so mus er umme ydi clage dem cleger buzen XXX solidos, dem richter als vil, den vir schephen mit einander also vil.
                                                         33.
              Sprichit ein man vor gerichte vreviliche, daz einer meineide si, daz sol er cleger, richter und schepfen vor-buzen als umme di drowe, di vor geschribena ist.
                                                         34.
Sfr. n 13 § 1 Den diep sol man bahen mit dem Strange ader mit der wide, der da ubir sechs phenninge gestoln hat.b Hat er abir minner wen sechs phenninge gestolen, so richtet man ubir in zu hut und zu har.b Stilit abir ein man nachtes uf 6fo. 1113 § 3 sechs phennic wert, man richtit mit dem Strange. Ditz selbe gerichte get uber unrechte mas und uber valschen kouf und ubir unrechte gewichte.
                                                         35.
Sfp. 1113 § 4 Alle mordere, di den phluge oder di mulen rauben oder kirchen oder kirchofe oder vierteter oder mortbrenner oder di ir bot-schaft werben nach irem willen, di sol man alle radbrechen.b
                                                         36.
efp. 1113 § 5 Der einen zu tode siet oder vucht wider recht oder raubit oder brennit sunder mortbrant ader di den vride brechen, di sol man alle enthelsen.b
                                                         37.
sip. n is § e Swer ouch deube oder raup heldet oder mit sterkit oder rat oder tat dar zu tut, und wirt des vorwunden, man richtet ubir in als ubir den selpschol.
                                                         38.
Sjp. 1113 § 7 Swelich cristen man ungeloubic . ..
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