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Nu vernemet, waz macht und craft der rat habe ane daz gerichte. Zu dem
ersten male, wenne der nuwe rat bestetigt wirt, daz ist, wenne der alde
rat den nuwen gekuset und im der stat ingesigel geantwurt wirt: daz sol
der burgermeister inne haben. Der rat sol denne zu dem ersten nach truwe
und nach eren kisen vier scheppfen, di wise sin und recht kunnen
versten; di sullen also lange sitzen als der rat, daz ist von sante
Michels tag uber ein jar, bi dem richter urteil und recht ze vinden nach
der stat recht uber alle recht und uber alle lute ane uber di, di man
verderben sol, da sol der stat bote daz leste recht uber sprechen und an
der scheppfe.
Dar nach sol der schriber treten vor den rat und muten, ob er dem rate zu
dinste vuge. Vuget iz in denne beidersit, so bestetig in der rat mit eim
eide, daz er getruwe und gewer si an allen sachen, di dem rate an
heimlicheit oder an offenbarigheit ...
Der schriber ist pflichtig zu dienen, di brieve zu schriben und zu lesen
und daz geschoz zu schriben und zu rechen. Der rat sol im ouch perment
und wachs geben als vil, als er iz bedarf zu dem jar. Er ist auch
pflichtig zu riten, wa in der rat in siner botschaft hin sendet,
getruwelich zu werben, also daz der rat sol di kost tragen, di er di
wile vortun mag.
Sin lon ist zehen schefel kornis, also daz daz dritte korn weize si; der
zins lit in der orbern mule, den sol man
| Seite 20| geben zu den vier quatertempere, zu jeder quatertempere
drithalben scheffel. Ouch sol man im geben von dem garten, der da lit
hinder den bruderen uber den graben acht und zwentzig schillinge, daz
ist zu sant walpurgen tage vierzehen schillinge und zu sant Michels tage
vierzehen schillinge. Ouch sol im der rat geben sechzehen ellen des
besten grawen tuches, daz man veile vindet, und nicht des lichsten, oder
also vil pfenninge da vor, als daz tuch mag wert gesin. Von
summercleidern red ich nich, wen daz stot zu den burgern, daz si durch
ir zuchte oder hubischeit willen eime schriber koufen einen schonen rok,
ob si dunket, daz er also wirdig si, daz er iz verdienen kunne, als di
stat des wol bedarf. Wenne man ouch ein gantz geschoz nimmet, so sol man
imb geben einen vierdunk, von eime halben schoz einen halben vierdung,
von dem hirtlone ein lot. Ouch sol im ein ingesezzen burger von eime
betbrive geben einen halben grozen; ein uzwendig man einen grozen, ein
jude einen grozen. Aber von bekentnisbrieven und von hantvesten sol ez
ouch nicht uber einen halben vierdung komen; dar under mag ez wol sin,
wer ez gewinnen mag mit des schribers gunst. Von leumuntbriven komt ez
wol uf einen vierdung, ob er di bekentnis von dem schriber nicht neher
gewinnen mag. Der rat mag ouch wol den schriber eren zu heiligen abenden
mit eime bescheiden trancgelde nach siner zucht. Ouch gibt man im eine
budenstat in dem jarmarkte; waz er der genizen mak als di burgere von
iren buden, daz mag er tun mit eren.
Der butel sol gen vor den nuwen rat, ob iz dem rate und im vuget, und sol
sinen dinst dem rate bieten; vueget
| Seite 22| ez denne dem rate, so bestetige er in in der wise, daz er
sol sweren den eit, daz er des rates heimlicheit ungemelt heimlichen und
offenbar halde ane argelist und getruwe und gewer si dem rate, dar nach
dem gerichte und den scheppfen gehorsam zu wesen, dar nach dem armen und
dem richen, dem gaste als wol als dem burger zu ieren rechten zu
vurdern, und wa er ervare lute oder keinerleie sache, di der stat
schedelich ist, daz er daz dem rate zu wizzen wolle tun und nieman dar
an ergern in nide noch in hazze, als im got helfe und alle heiligen.
Der rat sol im geben zu sant Michels tag sechzehen ellen grawes tuches
und von iedem schoz ein bescheiden trancgelt. Alliz daz auch wazzer und
weide suchet, daz sol im zu winachten zu dem heiligen abende geben zwene
heller; wer im di gibt, den sol er vurdern ein gantzes jar mit
ingebieten und zu allem sinem rechte imme gerichte oder hi vor, des er
billichen hilfet.
Wer uber einen manen dem butel den heiligen abent vor beheldit und im
nicht gibt, der butel hilfet im nach der zit als eime gaste; daz ist,
als oft er sin bedarf, als oft muz er im in gastes wise lonen, daz ist
zu iedem male zwene heller. Ein gast, als oft als er sin bedarf, als oft
sol er im zwene heller geben.
[Ouch gibet man dem butel von dem frauwenhus alle sunnabende einen
grosschen.]
[Wisset, das wir mit volwort unser eldsten dem statknecht, des lon von
alder ist gewest icliche woche zwene grosschen, sin lon gemeret haben
mit drien grosschen, alzo das man dem alle sunnabende gibet funf
grosschen, vier von der stad, einen von dem frauwenhus; ouch gibet man
im zu dem hiligen abende ein bescheiden trancgeld. Dor uber sol er den
| Seite 24| burgeren, dem rath keine gabe, phenninge nach hulfe mere
anheischen nach dor umme biten. Actum M° CCC° XCVIII° sabbato
Invocavit.]
[Der butel sol wol helfen von ungesezzen luten under eime schillinge und
nicht dar uber, also daz er mit sime helfen rechte gebare.]
[Er mag ouch eime yclichen manne, er si burger oder gast, einen in des
andern hus versprechen oder uf halden uf recht und uf antworte ane des
voites laube, also daz si dar nach komen vor gerichte und tun, waz recht
si.]
Zu der selben wise sol der statloifer sinen dinst dem rate bieten; vugit
iz in danne beidersit, so bestetige in der rat mit disem eide, daz er
der stat botschaft an allen sachen getrulich und erlich an allen steten
werbe, so er beste kunne und muge ane argelist und des rates
heimlicheit, wo er di ervert, mit nichte wolle melden, und wa er des
ratis arg oder der stat schaden ervert, daz er daz gegen dem rate melden
wolle und wolle daz nicht lazen weder durch lieb noch durch leit, als im
got helfe und alle heiligen.
Wenne in di burger in ir botschaft versenden, so sullen si im di zerunge
geben. Umme sinen dinst verlihet man im daz rufamt, daz ist von
iecliches trankes uzrufen zwene heller ane reinval, welsch win oder
Potzner, da gibt man im von zu vier heller.
Wenne er ouch mit dem geschozze get, also daz er pfant nimt, und treit
daz von der burger wegen, so gibt im ouch der rat ein bescheiden
trancgelt, als si daz gut dunket.
Man gibt im ouch zu sant Michels tag sehs ellen grawes tuches zu eime
rocke.
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Dar nach sol der rat senden nach den vier torwarten; vugen di den
burgern, so bestetigen si di torwarten in der wise, daz si dem rate und
der stat gemeinen, armen und richen, an dem tor und uf der mure zu dem
tage und zu der nacht [getrew und gewer] und mit sicherheit zu behalden
di sluzzele [unde ouch den tzol an dem thore, und wu mir der von der
stad wegen bevolen wirt, gantz und gar antworten wil und ouch das
wegegelt] ane alle argelist. Und wa si der stat schaden ervaren, daz si
daz nicht wollen lazen durch lieb noch durch leit, si wollen ez dem rate
zu wizzen tun und an allen schaden getruwe und gewer sin, als in got
helfe und di heiligen.
Ieclicher torwart sol gebieten in sime kirchspil di wache und uf dem tor
zu huten, ob man ez bedarf.
Ouch ist ein torwart pflichtig, di hege uf dem graben, di im gebur,
gensit und dissit zu machen und zu bewaren mit den widen, di dar uf
wahsen.
Di torwarten sin ouch pflichtig, den burgern ze sagen, wenne icht
gebrechen ist an der brucken, an den graben, an den tammen, oder ob der
lute viech schaden tut an den graben, oder waz gebrechen an den slegen
si, daz di der rat beware.
Kein torwart sol ouch des nachtes sin tor uf sliezzen bi der burger hulde
weder uzze lazen noch in, ez ensi denne, daz ein gezezzen burger notiges
uz der stat sol und muz oder geste hat, di vor di stat gehoren, und kumt
er danne mit in an daz tor, ist ez danne, daz man nicht groze var hat,
so mag der torwart wol uz lan also, daz der wirt dem torwarten di brucke
und daz tor helfe besichern.
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Ist ouch, daz ein burger uzwendig der stat ist oder geste, di gerne in di
stat wollen, di sol der torwart nicht in lan, er si mit des burgers
vrunden oder mit des gastes wirte amme tore also besichert, daz er ane
var uf sliezzen muge; dem gaste mag er wol nach sinem wirte gen, ob er
wil, oder im also liep dar umme tun.
Wenne ouch ein offenbar urluge ist, daz man groze var hat, so sol in
iclichem kirchspil ein man uz dem rate sines torwarten sluzzel des
nachtes behalten, oder weme si der rat bevilhet.
Der torwarten lon ist daz: in iclichem sime kirspil sol man im von ieder
wache vier heller geben und von der halben zwene, und der graben sullen
si geniezzen, so si beste mugen, an gras und an anderm nutze ane an
holtze, da sullen si keines an tun wenne waz der ratlute wille ist.
Ouch ist ir gewonheit: welch uzwendig man ein vuder holtzis vuret in di
stat, der sol dem torwarte geben vome vuder ein holtz, daz weder daz
groste noch daz cleinste si. Ouch sullen si schozzen und rechtes pflegen
der stat, ob si icht erbes haben.
Wenne daz geschiht, so sende der rat nach dem turmere, und vuget iz in
beidersit, so bestetige in der rat mit dem eide, daz er der stat getruwe
und gewer si, und daz er arm und rich us dem velde und in der stat tag
und nacht in siner hute getruwelichen beware, dar zu daz gotzhus zu
unser vrowen ane argeiist, so er beste kunne oder muge, als im got helf
und di heiligen.
Sin lon ist alle sunnabende dri schillinge heller und zu sant Michels tag
sehs ellen grawes tuches.
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Swenne diz der rat geendet hat, so sol der rat ein heimlich gespreche
haben mit im selben und sullen mit im enander sprechen und sweren den
eit: Daz wir di heimlikeit, di dem rate widervert von vromden oder von
vrunden, an keiner stat wollen melden weder wiben noch kinden, vrunden
noch vromden durch liep noch durch leit und ouch wollen rugen, waz wir
ervaren, daz dem rate und der stat, armen und richen, schade ist nach
allen den geboten, di nach der stat gewonheit irsatzet sin, als uns got
helfe und alle heiligen.
Der rat sol ouch alle zit di zucht an im haben, daz der burgermeister
stetes rede in dem rate und kein ander man nicht; wenne welcher vur den
burgermeister rette ungeheizzen, der krenkite dem rate und im selber di
ere. Hat ein man icht zu reden, der heize sinen burgermeister ein
gespreche nemen und sage im denne, waz er wolle, daz gut und notdurftig
si. Diz selbe sol der burgermeister tun, daz er keinez rede ane siner
kumpan rat; er laze di lute uz und in treten und bespreche sich mit
sinen kumpanen, so wirt nieman verdacht und werden beidersit gepriset an
witzen und an eren.
Welch kumpan einen rat meldet, daz er des von sinen kumpan mit rechte
uberwunden wirt, der ist treulos und erlos worden und muz di stat rumen
hundert jar und einen tag.
Welch kumpan nicht kumt zu rechter zit oder uzen blibet von mutwillen,
der muz amme sunnabende geben einen schillink heller und sus in der
wochen sehs heller. Ist aber ein man in der stat nicht oder sprichet
also ture, als er gesworn hat, daz er der glokken nicht gehoret habe, so
blibet er ane wandil.
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Di scheppfen sullen sweren also, daz si armen und richen, vrunde und
vremde, recht wollen sprechen also verre, als si ez wizzen und kunnen,
und wollen daz nicht vorziehen durch lieb noch durch leit, ez beneme in
denne unwizzende oder kiesen ein bezzers, einem boesen widerzustene, da
von si ez uf schieben, als in got helfe und di heiligen.
Kein scheppfe sol ouch bi sime schepfamte weder vrundes noch vremdes wort
sprechen ane sinen recht gebornen kinderen oder siner recht gebornen
geswistere oder sines brotezzen, dem mag er wol helfen mit dem rechte
und niemanne me, iz trete in danne selber an, so mag er vur sich selber
sprechen, ob er wil.
Wa dri scheppfen kiesen, daz einer wider si ist, amme rechten zu
sprechen, oder zwene gegen zwein sich zweigen durch des willen, daz
einer den andern nicht vordenke, so ziehen si sich mit eren in den rat
und in daz buech; waz in daz recht dar inne sait, da bi sullen si
bliben.
Welch man von nuwens wil burger werden, der sol gen vur den rat und
bitte, daz man in zu burger enpfa. Kuset danne der rat und ervert daz
der rat, daz er ein bescheiden biderber knecht oder man ist, und wil
recht nemen und recht tun, so enpfahen in di burger in der wise, daz er
dem rate gebe ein [schoc grosschen, der geburen zu unser frauen kirchen
ein groschen, zu sente Katherinen und sente Nicklas kirchen einer, den
schepphen zwene grosschen, dem schriber ein grosschen, dem statknechte
unde dem butel beiden gibet man eyn groschen;] wenne daz geschicht, so
geb im der butel den eit, daz er mime herren N und den burgern von
Tzwicko getruwe und gewer si,
| Seite 34| armen und richen, als ein vriger koufman sime rechten
herren, als im got helfe und alle heiligen. Dar nach setze er einen
burgen vor eine marg, daz er ein jar ein recht inseze si, wenne welcher
vor dem jar wider uz zuge, der ist dem rate vervallen oder sin burge
eine marg. Der burge sol eyn ingesezzen burger sin, den man gemanen
mag.
Hat aber ein man zu hant erbe mit koufe oder wi er ez hat, der bedarf
keinen burgen setzen ane also vil, verkouft er sin erbe oder sin gut vor
dem tage, wer iz denne koufet, der sol zu rechte uf di jarzal vollen uz
sten vur di marg.
Den tag als ein man burger wirt, sol der schriber schriben in der stat
taveln, durch daz man der jarzal icht vergezze.
Wenne daz jar uz kumt, so ge ein man oder sin burge vur den rat und
bewise di besitzunge sines burgerrechtis jarzal; vindet danne der rat di
bewisunge gerade an der stat tavele, so laze in der rat ab tilgen.
Der rat sol ouch mit nichte di zu burger nemen, di ir ere und irn leumunt
mit bosheit geswechet und gekrenket haben also, daz si des offenbar
besagt werden.
Welch man sin uzvart getut und anderswar keret, wolde der her wider
keren, queme der vor einem manen wider, er bedorfte nicht anderweide
burger werden; blibt er aber uzze uber einen manen, er muz von nuwens
burger werden.
[Ouch si wir rath unde rethe in eintracht komen unde in unser stat gesetz
halden wollen, daz wir und unser nachkomen rethe der phenninge des
schockes grosschen, das man zu burgerrecht gibet, nymandes da von icht
wyder geben sullen, sunder wir rat und unser nachkomen rethe sullen di
phenninge wenden an der stat harnasch und wafen, was man so getans
geretes dar umme gezugen mag.
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Wizzet ouch, welch uzwendig man nimt hy zu stat ein wip, si si mait oder
witwe, er muz sin Burgerrecht gewinnen. Des bedarf daz uzwendig wip
nicht, ob si einen burger oder eins burgers sun nimt, durch daz si in
sin recht tritt, wenne si in sin bette getrit.
Ouch wizzet, daz kein man, ouch keines mannes kint, er neme wip oder
nicht, di wile er uzzen ist, sin burgerrecht nicht verswigen mag, ob er
erbe oder gut hinder im lat, da ein sin mait oder sin vormunde der stat
rechtis von pfligt. Ist aber ein man uzzen lange wile oder kurtze
unbehit und nimt kein wip uzzen, wenne der wider kumt und kan bewisen
sin eliche geburt von vater und von muter hie zu stat angeborn, der
beheldit ouch sin burgerrecht. Nimt er aber ein wip uzzen und kumt vor
jare und tage, also daz er daz bewere uf den heiligen, daz er jar und
tag nicht uz gewesen si, daz er sin wip nam, so beheldet er sin alde
burgerrecht. Getar er ez nicht aber behalden uf di heiligen und ist uber
jar und tag, er muz burgerrecht gewinnen.
Welch uzwendig wip her keret, di nicht mannes nimt, di muz ouch
burgerrecht gewinnen.
Di wile ein man nicht burger ist worden, der muz ze rechte zollen, ob er
icht beginnet.
Bi einem manen sol ein ieclich man burger werden; wil er lenger hi sin,
er sol kein gewerbe haben, daz sol im der rat verbieten bi sinen
hulden.
Ist ouch ein man also arm, da ez der rat erkennet, daz er nicht daz
gesatzte recht mag gegeben, der rat sehe an sine vrumikeit und got zu
vorderst und mach ez im nach siner macht.
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Wizzet auch, welch knecht eyn hantwerg lernit hi zu stat, wenne des
lernjar uz kumt und sin hantwerg werken wil, der sol ee burgerrecht
gewinnen, ee er keines beginne.
Welch man von nuwens tuch machen wil lernen, der sol zwei jar
vollinkumlich sin hantwerg lernen und sime herren dienen also, daz im
selber di wile kein eigen tuchwerk enwirke, daz kein meister gestaten
sol bi dem eide, als er gesworn hat; und were, daz ein lerknecht di zwei
jar nicht uz diente und von sime herren zuge, in welcher wis daz si, daz
ez von sin selbes mutwillen geschehe, er muz dem rate ein pfunt heller
geben und den gewerken ein pfunt heller. Des geldes wartet man niendert
anderswa wenne zu den meister, er verburge den kneht oder nicht. Ist
aber, daz der meister den knecht ane schult vertribet, daz ez kuset der
rat und di scheppfen mit samt den gewerken, so ge di buze uf den meister
und nicht uf den knecht. Daz ist also: wenne ein manet verget, so ist di
buze verworcht; wil denne ein knecht wider zu sime herren oder zu eim
andern meister, der sol uf ander zwei jar reden und dienen und sol di
erste dinstzit verlorn haben. Als ofte ein knecht sin jar nicht uz
diente, als ofte hat er sine buze und zit verlorn, ob dy schult sin ist.
Ist aber di schult des meisters, er halde gegen dem knechte um sine
vorlorne zit ein wandel nach der gewerken rat.
Wizzet ouch, queme ein uzwendig man her in dy stat, der anderswa gelernet
hette daz hantwerg und der nicht gezogen und geboren were von der stat,
der sol kein eigenwerk wurken, er enhabe vor zwei jar an knappen
| Seite 40| stat geerbeit [ader bewise, daz er anderswa gelernt hab,
als hie gewonlich ist zu stat]. Dar nach gewinne er der stat recht und
erbeite sin hantwerk selber, ob er iz vermag. Zuht er aber vor den zwein
jaren von hinnen und kumt uber ein jar oder zwei oder ein halbiz wider,
er muz uf ander zwei erbeiten an knappen stat.
Ist aber, daz eines burgers sun hat gelernet daz hantwerg uzwendig des
landes und ist uber zwei jar uzzen gewest und hat vater und muter und
erbe da heime gelazen, da der stat ir recht von ist getan, oder ist arm
und doch geborn von der stat, er tu recht und erbeite sin hantwerk mit
eren. Hat er aber neher den zehen mile gelernt, kumt er her wider, er tu
als ein vromder, als gesprochen ist.
Ouch wizzet, daz kein man, der daz hantwerk erbeit, sol pflokken noch
gnippen noch har noch keinerley bosheit zu werke legen noch tuch
smeltzen, wenne wo ez di vier gewar werden, nach dem ez wirt zu werk
getan, si sullen sich von der stat wegen underwinden, iz si vil oder
wenik, und sullen di habe brennen uf dem markte nach irm rechte, wen
marktag ist, und dem di habe mit rechte vorbrant wirt, der sol der stat
vunf schillinge pfundischer pfenninge geben und den gewerken als
vil.
Ouch wizzet, welch tuchmacher syme tuche zu wintzik genge let, wen er zu
rechte sol, daz ez zu smal ist, er muz dem rate vunf schillinge geben
und den gewerken als vil.
Ist ouch, daz einer sin tuch nicht wol geworcht hat, also daz er zu wenik
hat in getragen, er muz ouch dem rate vunf schillinge geben und den
gewerken als vil. Welcher ouch dy orter nicht glich machet, der muz den
gewerken geben ein pfunt wahses.
Ouch sult ir wizzen, wer kein bosheit tut uf dem hantwerke an dube, dem
si sin hantwerk verlegit, [als ir
| Seite 42| horen sult: di vier sullen gen vor den rat und sullen bi
irem eide den rat innern, ob di sache redlich ist; kuset daz der rat mit
den gewerken, so sullen di vier mit des rates lob und geheiz den an
sinem hantwerk vorlegen.]
[Ouch wisset, kein innunge uber di beschriben gesetze sullen sie under in
machen ane laub des rates noch der rat sol in daz gunnen ane laub der
clugsten; wa si des uberwunden wurden, da sullen si kein der stat umme
soitan wandel liden, wi der rat kuset, daz si vorburt haben.]
[Ouch sullen sy an ir innunge keinen vorsprochen rat haben, so daz di
vier nicht sullen sitzen iren heimlichen rat weder mit in selber noch
mit iren vordern vieren noch mit niemande uffe dem hantwerk, sundern
wenne si icht zu morgensprach wollen gen, daz sullen sy offenlich uffe
sent Kathrinkirchof tun und wissentlich andern guten meistern. Di vier
di sullen nichtes alleine beginnen wen zu der zit, wenne si di bosheit
uf dem hantwerk suchen wollen. Waz sy bosheit uffe dem hantwerk vinden,
daz sullen si den rat innern by iren eiden; waz umme dy bosheit
vorschult ist, da neme der rat sin teil und dy gewerken ir teil.]
[In allen iren gesetzen haben si keine besunderlich bus ane umme dy orter
an dem wachs. Keine gesetze noch innunge, dy mit rat gemacht sin, di
sullen si nicht abe nemen under in selber, es gesche mit laub des rates
und der clugsten von der stat.]
[Alle tuch, dy man graw wirket, dy sullen uffe daz smalste zweiger eln
breit sin; des sullen dy vier gewerken by den eiden warten.]
[Ouch ist gesazt mit rat der clugsten von der stat und vom hantwerk, daz
der rat ein zeichen hat gegeben, da mit man alle tuch sol zeichen, dy
zeichens wert sin.
| Seite 44| Di sullen si zeichen bi dem eide und uf den eit, di vier,
als si der stat gesworn haben, daz si nicht enlasen weder durch lieb
noch durch leide noch durch vorcht noch durch gunst noch durch miet noch
durch red, si zeichen nach rechte und bewaren iren eit, ir sele und ir
ere.]
[Ouch wissit, daz ufloufte under dem hantwerke wurdin sint von des wegin,
daz sumeliche meister warin, di da verwetin rot, bla, brun und grun und
welchirlei varwe si gebruchin mochtin, di worchtin si uz den phifelerin
und ouch uz den drischeftigin zcugin. Da satzte sich daz hantwerk kegin
und woldin daz werin. Da satztin sich di rate da kegin und di gemeyn und
kurin, daz iz der stat nutz und ere wer, des wart eyn einunge dar under
gemacht mit rate der eldistin und allir hantwerk, daz alle, di da verwin
woldin und werkin uz den phiphelerin bla, rot, brun ader welche varwe ez
wer, di suldin ire tuch alz gut machin, daz eyn elle vir schillinge wert
si bi dem minstin und nicht lichtir; waz si iz dar obir besserin, daz
sal man in nicht werin, wi thure si iz machin.]
[Alle tuch, di man bla verwet, di sal man an der wolle verwin, und alle
ander tuch, wi si der varwe dar an gebruchin mugin, daz si ordelichin
gut sin, daz mugin si thun.]
[Ouch iz geret und gemacht, daz di vir meistir ire thuch sullin besehen
alz andir tuch, wo si di vindin zcu hungerik und nicht vertik in iren
rechtin, da sal man si um busin, alz under in gewonlich ist uf dem
hantwerke, so daz si daz dem rate vorkundigin, daz dem sin buse mit
gevalle bi dem eide, alz si gesworin habin.]
[Ouch ist man tzu rathe wurden mit den eldesten unde clugesten der stad
und mit dem hantwercke der tuchmacher, das kein meistir uf dem
hantwercke verben noch meistern sal weder wolle, tuch noch hesten mit
der steinvarbe, sundern dy varbe sal eyme iczlichen vorboten
| Seite 46| syen; wer dar ubir dy varbe arbeite ader dar myte besserte
wolle, gewant ader hesten, alse ofte ein man das thut, also ofte musz
her dar umme busen dem rathe tzwentzig schillinge heller unde den
meistern ouch also vil.]
Alle bekken, di da semeln und stollen bakken gestrichen, di sullen
geschroten sin und von clarem, luterem mele sin ane alle bolle, und wer
si anders buche, ez were von bollen oder von slecht malim mel und wolde
di luter semeln glich baken, als oft er da mit begriffen wurde under den
benken [ader in den husern] alle tage, als oft muz er der stat vunf
schillinge heller geben, und des sullen alle tage warten di zwene, di
dar uber gesatz werden bi dem eide, als si der stat gesworn haben. Wen
welcher des uberkumen wird, der muste di stat rumen hundert jar und
einen tag. Wer ez aber, daz si daz nicht wol erkenten, ob di semel
gerecht oder ungerecht were, so sullen si dem, der si gebakken hat,
bescheiden vur di burger, und der sol den burgern und in den wan
versachen mit rechte.
Nu wizzet ouch, welch beke bollen oder slecht malmel wil bakken, daz er
iz zu rokken nicht entreit, der sol ez bakken also: wil er ez schiblecht
backen, so sol daz brot ungestrichen sin, ane oben uf der mitte sol im
ein sinwel strich eines grozen pfenniges breit werden getan; wil er ez
aber backen lang in stollen wise, so sol er im an einer siten einen snit
tun, als von alder recht ist gewest, und oben einen smalen strich
zweiger vinger breit nach der lenge tun. Ist aber, daz iz ist geworcht
als ein brot, daz heizet
| Seite 48| man gense, und ist nicht gesnitten, so tu er im ouch einen
strich nach der lenge.
Wizzet ouch, ein brot, daz heizet taschen, daz man daz zu male verbutet
ane also vil in der vasten; wer si denne backen wil, der sol si backen
von luter semil und sol den teik wol brechen und sol gesoten werden. Daz
selbe sol man zu bretzen tun und zu den hornaffen.
Wizzet ouch, welcher kolatschcn oder sinwel brot becket, daz um und umme
gantz ist und uz und uz gestrichen ist, daz ez von clarer semeln sol sin
als zu den gestrichen stollen.
Wizzet ouch, daz kein becke kein cligen brot sol veile haben under den
benken, sunder man sol ez da vor veile haben.
Wizzet ouch, daz keine zwene becken eine bank sullen mieten noch keiner
sol uf des andern gemiete bank rukken an keinem tag, sunder er sol sten
uf sin selbes gemiete bank; wer aber, daz di benke also weren vormiet,
der denne nicht enhat, der sol vur den rat gen und bitten, daz man im
bewise, wa er sten sulle. Wo er denne stet mit irre gunst, da stet er
wol.
Wizzet ouch, wer uf des andern bank ructe, der muste vunf schillinge
heller geben und jenir als vil, des di gemiete bank ist, und sullet daz
also vernemen, di benke sin der burger oder niht.
An allen disen geboten sult ir wizzen, wer di nicht heldet, der muz vunf
schillinge heller geben, als oft er vellik wird, zu der stat.
Wizzet ouch, wenne di brotbenke ane brot sten [in grossen heiligin tagin
als osteren, pfingsten und wynachten, di sullen tzu busse gebin
itzlicher XX schillinge: vindet man si aber sust in anderen tagin, so
sol yeder becke
| Seite 50| tzehin schillinge gebin, es si denne,] daz er gewere uf den
heiligen, daz er ane hindernisse nicht ungebaken si gewest, und des
sullen di zwene warten, di uber daz hantwerk gekorn werden mit der stat
boten, wenne si di burger heizen, und wer an allen den geboten, di
benant sin, der zweier keinen betrubte oder der stat botten mit den
worten, er muste sich mit im berichten, als er gnade an im vunde, und
dar nach mit dem rate. Brech er ez aber mit den werken, ez ginge im an
sinen gesunt und ouch an sin gut.
Dy mulnere sullen ir steine haben ane alle gruben unden und ir louft umme
di steine gantz und nicht witer tzwischen dem louft und dem steine wenne
als ein stranc einiz dumen dikke da zwischen muge gegen. Wizzet ouch,
daz zcwu unde zwentzig metzen sullen behalden einen statschefel und ein
und zwentzig einen zinseschepfel.
Ouch sullen si zu lone nemen von eime gehuften schefel eine gehufte
metze, von eime gestrichen eine gestrichen metze, von eime halben eine
halbe und dar nach nach dem minnern, als sich gezuhet. Wer ouch ee zu
mule kumt, der sol ee malen. Ez sol ouch kein knecht in keiner mule sin,
der sin gesinde habe bi im besunder; hat er gesinde, daz si nacht und
tag in der stat. Iz sol ouch weder mulner noch knecht von keines mannes
boten kein cligen nemen, gesche aber daz, mit dem ersten, daz der mulner
des geware wirt, so sol er al zu hant den boten lazen; tut er des nicht
und heldet in dar uber einen tag, er sol der stat eine mark geben: let
er in aber zu hant, so blibt er ane wandel.
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Wirt aber der mulner des uber lanc gewar und getar daz behalden mit dem
eide, ez stet im nicht zu var und blibet ane wandel.
Man sol ouch von zwein vudern maltzes zwelf metzen geben, dar nach nach
dem minnern, als sich geburt.
Wizzit ouch, queme ein vrost oder ein sulch sne, der der stat schedlich
ware oder mochte gesin und den mulen, welchen iz denne zu erst dringet,
der sol zu den zwein gen und sol si umme hulfe bitten, daz er und sin
mule gevertigt werde. Teten si des nicht und mochte daz mit zwein
byderben mannen bewisen, daz siz im versaiten, ez muzt ieclicher dem
rate dri marg geben. Und di wile di mule unvertig ist von dem gebrechen,
der vor genant ist, di wile sullen di andern bi der vor genanten buze
ungemalen sin, biz daz si mit einander vertig werden, ez heize si denne
der rat malen. Und wenne ein groz wazzer kumt, daz in vluten get, so sol
einer dem andern rumen und sin vlutrinnen uf zihen bi der vor genanten
buze, durch daz si icht beide schaden entpfahen.
Ditz ist geschehen in dem jar, als man zalt von Cristes geburt driezehen
hundert jar in dem XXXIII. jar, daz ich, Johans Munzer, burgermeister,
und ander min gumpan mit rat unser eldesten von der stat und mit rat
achter unser ummegesessen mulner uns voreinet unde gesatz haben, welcher
unser mulner einer der vor genanten stucke bruch wurde vom vroste, vom
snede oder von der flut, der sol dem rate vervallen sin drier mark so
getaner groschen, als genge unde gebe sin, und dem mulner eines fuders
gutis birs.
Daz wer sol gelich sin den alden uveren und wenne daz wazzer clein ist,
so sol daz wazzer den weren gelich
| Seite 56| sin und daz wer deme wazzer und der ubirval sol nider dem
uvvir sin einer halben ellen.
Waz uffe den weren holtzis wechsit, daz sol man in dem anderen jar abe
houwen [unden uffe der erden ane sturziln, und hinder dem wer sol man
daz holcz als wol howen als dar uffe.]
Wer di obirmul hat, der sol obwendic des ubervallis yn dem were den bruch
allein halden.
[Geschicht aber obwendic des weres in ein nuwe lant ein bruch, den bruch
sullen sy beide machen.]
Wenne daz wazzer im cleinsten her heim get genuc uffe dy siben rad, so
sol daz wazzer dem uberval gelich sin, und an den enden des ubervalles
sol der uberval dem alden ufer gelich sin.]
[Der uberval sol hundert elen lanc sin.]
[Es ist ouch geteilt vor ein gotes und vor ein gemein lantrecht, daz alle
vachboume der mulen sullen gelich ho ligen vom toten wag, da de mulen
daz wazzer zu get in eime wer und in eime mulgraben, und sullen gelichen
val haben us den wattrogen.]
[Man teilt ouch vor recht, daz dy nechsten vlutrinnen by den raden sullen
gelich wit sin. Da nach dy
| Seite 58| nechste vlutrinne sol eines gemundes nider ligen wen dy bi
den raden. Ouch sol dy oberste vlutrinne zweiger gemunde nider ligen wen
dy mittelste.]
[Ouch teilt man, wenne einer sin vlutrinne uf zuhit, so sol der ander sin
ouch uf ziehen und sol einer dem andern zu wissen tun.]
[Man teilt ouch, daz man dy griezsule sol vesticlichen in smiden mit
vestem ysen, di sol niemande us nemen, es ensi denne, daz sy ein vlut
ader ein vrost us stoz ader irfule, so sol man ein ander in smiden.]
[Ouch ist recht, wenne in der mitteln mul dy kamprad druken gen, daz si
nicht genuc wassers enhat, so sol der muller di nechste vlutrinnen zu
setzen by den raden; hat er denne nicht genuc, so setze er dy nechste da
nach fur. Ditz selbe sol der obern mul ouch recht sin.]
Wizzet ouch, daz weder uzwendig noch inwendig priester noch munch sullen
selber weder melzen noch bruwen ane als vil, sin si hie zu stat
gesezzen, so mugen
| Seite 64| si wol melzen und bruwen als vil, als er in sinem huse
bedarf mit sime gesinde zu trinken und nicht mer. Wer aber, daz kein
priester melzte oder bruwete, und sich des einer sin vrunt wold annemen,
der must ez dem rate bewisen uf den heiligen, daz di habe sin were ane
alle argelist. Wa si aber mer melzen und bruwen wen si imme huse
bedurfen, da sol sich der rat mit rechte zu halden.
Wizzet ouch, ob si ez heimlichen wolden verkoufen, daz ez in kein
birschroter sol schroten, ob ez bir ist. Ist ez aber maltz, ez muz der
verrechten, der wirt im hus ist.
Ouch sullet ir wizzen, welch man in der stat bier oder maltz wider kouft,
der muz dem rate eine mark geben und di habe verliesen.
Wizzet ouch, welch man nimt pfaffen gelt und ander lute gelt und erbeit
da mit um winnuge und verswiget daz dem rate, also daz er nicht der stat
recht von tut, er muz der stat eine marg geben [und di habe und daz gelt
den burgern antworten].
[Wisset ouch, daz kein man sol uf daz lant niemande weder melczen noch
bruwen by einer mark.]
[Ouch sullet ir wissen, daz niemant weder phaffen noch munchen und ouch
keynerley usluten noch mynner weder erbe noch czinse uffe erbe noch kein
geldent gut vorkouffen sol an als vil, ob ein burger hette ein sun, der
ein prister wer, und het uf in erbe oder ander gut geerbet, der mac wol
erbe kouffen oder geldent gut also bescheidenlich, ob er nicht phrund
inhat, da. mit er vorlent sy.]
[Daz sol er ouch czu gewere tun einem gesessen burger, der is vorrechte
kein der stat, und sol sich vorwillekuren, daz er daz gut der stat mit
nichte inphrinde; anders sol is im nicht geschehen. Waz gutis er ouch
hat, ist daz er von der stat czuht, wil er iz behaldin, er sol einen
gesessen burger dar ubir kisen zu vurmunde, der is nach
| Seite 66| der stat recht vorste. Ist er abir vorlent, er vorkouf
einem burger sin gut, ob er wolle; keinis mag er abir me gekouffen.]
[Ouch sullet ir wizzen, daz ein iclich man hy tzu der stat sin haws oder
hawsere, di er hat in der stat oder da vor besetzen, ab er dy us lazin
wiel mit fromen getruwen luten, dy der stat mitburgere synt, dy der
herschaft unde der stat truwe unde gehorsame gelobet unde gesworen haben
...]
[Ouch schol man keinen man hy tzu der stat tzu burger nemen, der anderswa
in einer andern stat vor burgerrecht hat.]
[Ouch schol kein gast hy tzu der stat by uns hy ligen yber einen manden,
der kawfschatz tribe, da mite er andere unsere miteburgere an irer
narunge vorhindere ader vorlege, wenne daz tzu wicbilde nicht recht
ist.]
[Ouch wisset, daz di monche, di parvusen herren unsers closters, in irem
schafferyhus sullen weder bruwen nach meltzen denne alz viel, als si in
dem closter zu irer notdurft bedurfen; andern luten inwennig der stat
nach uswennig sullen ouch nicht gestaten, daz si dor inne meltzen nach
bruwen bi der stat hulden, wi di namen haben.]
[Wen wir herkennyn manchirley gebrechin, da von dem armut groz schade enstet
von hochcziten und von kindilbettin, di setzce wir in sulche mase und
gewonheit, da von arme und riche ere, nucz, fromin und gemach nu und hir
noch bi allin unsin nochkomelingin und alle rethe sullin behaldin vesticlich
ane alle widirstose aller rete und allir lute, si sin an gewalt ader nicht.]
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[Zu dem erstin: wer sine kint zcu e gebin wil, der mag sine frunt biten
zcu der uzgabe und ander bidirbe lute, so daz des abindis noch des
morgins noch vor noch nach wertschaft machin sullin, di sich zcu der
egabe gezcihen muge, ane des abindis alleyne so erloybit man des
brutegamis vater und muter, gebrudern und swestern und der swester man
und der bruder wip, ab si di habin, und ouch der brut vater, muter,
bruder und swester, alz des brutegams frunt des abindes da zcu essinde
und nimant me. Wurde daz bruch und nicht gehaldin, da werin der brute
frunde um vorvallin vunf schog und des brutegamis alz vil. Werin si
bedirsit alz arm, daz si des geldis nicht enhettin zcu gebin, so suldin
si dy stat bedirsit rumen vunf jar und suldin bi keyme rate in komin, dy
vunf jar quemin uz.]
[Dar nach setzce wir mit rate der eldistin, daz man zcu keyner hochzcit
mer sal biten, jungir noch alder, vrowin noch man, meide noch knechte
wen achzcig mensche, io vir mensche zcu eynir schusselin und nicht me,
daz sin zcu czcwenzcig schusselin. Wer daz breche, der sulde der stat
sin vorvallin, der brut vater und des brutegams vater ader ire frunt,
itlicher vunf schog; werin si alz arm und des geldis nicht hettin, so
suldin si dy stat rumen vunf jar, glicher wiz alz vor beschribin
iz.]
[Ouch sal nimant reyen mit dem brutegam, her si denne in dy hochzcit
geben, bi der selbin buse. Des abindis, wen man di brut geleit, sal
nymant da essin wen vater und muter, bruder und swester, alz zcu der
egabe.]
[Des morgens am hochcittage sal man alle ding volendin noch gewonheit der
stat mit bade und mit andern sachin und sal dar noch an keynem tage
wertschaft uf richtin bi der selbin buse. Ouch setzce wir mit rate der
eldistin, daz nymant mer spillute habin sal wen czcwene, dri ader vire
und nicht mer, wi daz eyn man vormag; ir lon sal sin iodem man vunf
schillinge bi der selbin buse.]
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[Ouch setzce wir mit unser aller rate, wen man eyn kint wil lasin toufin,
da sal mit gehin di amme, di daz kint treit; ist iz eyn knecht, so sal
da mit gehin eyn frow, di daz kint hebit und andir frowin dri und nicht
me. Ist iz eyn meidechin, so sullin czcwu frowen mit gehin, di iz hebin
und ander frowin czcwu. Wer daz nicht enhilde, der sulde dem rate gebin
vunf phunt heller. Wer da vor bete, der sulde ouch vunf phunt
gebin.]
[Ez sal ouch nimant mer frowin besendin, frunde noch fromde, so daz keyne
bi dem kintbette blibe, di wile man daz kint toufit, wen muter und
swester. Wer daz breche, der sulde vunf phunt dem rate gebin.]
[Alz manche frowe oberig mit dem kinde ginge, wen di da zcu geschikit
werin, di frowin ader ire man suldin dem rate eyn phunt gebin; alz
manche frow bi dem kintbette blibe, alz manch phunt muste man dem rate
gebin, di frowin, di da blibin, ader ire man, di da bliben.]
[Ouch setzce wir mit rate der eldistin und mit rate allir gemeyn und
aller hantwerk, daz keyn frowe mer kindilbette habin sal wen, alz si dri
wochin gelegin hat, eynin tag und vor noch nach nicht me. Da zcu sal si
nimandis me besendin von patin noch von anderin frowin, wen di mite
gehin zcu der toufe. Alz manche frowe mer da ginge, si sy gebetin ader
nicht, di ader ire man suldin dem rate eyn phunt gebin.]
[Ouch ist gesaczt, daz czu dem kindilbette nymant keyne wisate wider an
phenningen noch an keynen sachin tragin sal noch gebin wen mutere und
swester und di patin. Wer daz nicht hilde und bruch wurde, der sulde dem
rate vunf phunt gebin; wer her alz arm und des geldis nicht hette, der
sulde di stat rumin jar und tag.]
[Obir alle dise gesetzce vorbinden sich arme und riche von der stat mit
der rate und willin, di geschen sint mit den retin, daz di ewiclich
blibin sullin von uns und von unsin nochkomelingin.]
| Seite 88|
[Daz ist geschen in dem jar, da Heinrich Lebinberg burgermeister waz und
sine cumpan Heinrich Steynhus, Herman Wishoit, Heinrich Hellinbrecht,
Heinrich der alde schriber, Peter Mergintal, Herman Crasse, Nikil
Prosse, Henil Hurleman, Heinrich Fullingast, Nikil Culpener und Peter
Ruswin, und da bi warin alle hantwerk, alle gemeyn und di eldistin von
der stat, Heinrich Czapphe, Nikil Jawer, Henil Nuwestat, Conrat
Tschakan, Michel Cremer, Heinrich Crossener, Petir Winkeler, Hannis
Schuczce und ander bidirber lute vil.]