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        <title>Das österreichische Landesrecht</title>
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        <pubPlace corresp="marcrelator:pup">Graz</pubPlace>
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        <title ref="http://gams.uni-graz.at/repat">Repertorium.at - Archiv des Repertorium digitaler
          Quellen zur österreichischen und deutschen Rechtsgeschichte in der Frühen Neuzeit von
          Heino Speer</title>
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          <title>Das österreichische Landesrecht.</title> In: <editor corresp="marcrelator:edt">
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              <forename>Victor</forename>
              <surname>Hasenöhrl</surname>, </persName>
          </editor>
          <series>Österreichisches Landesrecht im 13. und 14. Jahrhundert.</series>
          <pubPlace corresp="marcrelator:pup">Wien</pubPlace>, <date corresp="dcterms:created"
            when="1867">1867</date>, <biblScope from="236" unit="page">S. 236 ff.</biblScope>
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      <editorialDecl>
        <p>Die bei Hasenöhrl angegebenen Schreibvarianten sind nicht übernommen worden, da sie in
          den verlinkten Druckseiten ohne weiteres nachgelesen werden können.<lb/> Heino Speer,
          Klagenfurt, im Oktober 2012</p>
      </editorialDecl>
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      <projectDesc>
        <p>Teil von <ref target="info:fedora/context:repat" type="context">repat</ref>
        </p>
        <p>Das Projekt archiviert die digitalen Quellen zur österreichischen und deutschen
          Rechtsgeschichte in der Frühen Neuzeit, die Heino Speer seit 2007 gesammelt hat.</p>
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        <prefixDef ident="marcrelator" matchPattern="([a-z]+)" replacementPattern="http://id.loc.gov/vocabulary/relators/$1">
          <p>Institutionelle und Personale Rollen taxonomie</p>
        </prefixDef>
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          <p>Datums Taxonomie</p>
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              <term type="territorium">
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      <div>
        <head>Victor Hasenöhrl, Das österreichische Landesrecht. In: Ders., Österreichisches
          Landesrecht im 13. und 14. Jahrhundert (1867).</head>
        <div>
          <head>
            <pb facs="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10542923_00031.html" n="19" xml:id="S.19"/> §. 3. Grundsätze bei der Herausgabe.</head>
          <p>Die Beschaffenheit der HSS. und der dargestellte Charakter der einzelnen Recensionen
            liessen keinen Zweifel über die Grundsätze, nach denen bei der Herausgabe vorzugehen
            war. Zuerst musste der nach Möglichkeit gereinigte Text des ursprünglichen Rechtsbuches
            geliefert werden. Als Grundlage wurden hiebei die HSS. H und L genommen, welche, den
            reinsten Text enthaltend und am sorgfältigsten geschrieben, nur hie und da eine
            Berichtigung aus andern HSS. bedurften."</p>
        </div>
        <div>
          <head>Die Lanndsrecht.</head>
          <p>Das sind die recht nach gewonhait des lanndes bei herczog Lewpolten von Osterreich.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.1">
          <head>Artikel 1.</head>

          <p>Das dhain lanndes herre sol dhain taiding haben, nůr über sechs wochen und nicht
            darhinder, und sullen auch die taiding sein nůr ze <placeName>Newnburg</placeName> ze
              <placeName>Tůln</placeName> und ze <placeName>Mauttarn</placeName>. So sol dhain graff
            noch freie noch dienstman, die ze recht zu dem lannd gehorent, weder auf ir leib noch
            auf ir er noch auf ir aigen ze recht steen nůr in offner schrann vor dem lanndes herren.
            Wil aber im der lanndes herre unrecht tůn, so sol er wol mit recht dingen an das reich
            und davon sein recht pringen, als im ertailt wirt, und sol auch <pb
              facs="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10542923_00249.html" n="237" xml:id="S.237"/> das geding wider pringen in sechs wochen, in irre dann
            eehafft not, das er wol mit seinem aid bestetten mag nach der eehafften not. Wann er zu
            dem lannde kůmpt, so sol er vor dem lanndes herren und vor seinen hausgenossen in offner
            schrann antwurten über sechs wochen und nicht darhinder, als recht ist nach gewonhait
            des lanndes.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.2">
          <head>Artikel 2.</head>
          <p>Es sol auch der lanndes herre dhainen dienstman nicht übersagen umb was er tůt. Er sol
            über in richten nach des lanndes gewonhait, als recht ist. Begreift er in an der
            hannthafft, so sol er über in richten mit dem tode. Entrinnet er im, so sol er in in die
            echt tůn, und nach der echt so sol er in beclagen vor dem reiche, und sol man vor dem
            reiche urtail über in tůn, als im ertailt wirt, und sol im sein er und sein recht
            niemant benemen, wenn das reich, wann si von dem reiche des lanndes herren lehen sind,
            davon sol der Chaiser und das reich die leczten urtail über in geben.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.3">
          <head>Artikel 3.</head>

          <p>So sol auch der lanndes herre, noch dhain richter dhainen unbesprochen man und der ein
            gesessen man ist umb dhain inczicht nicht aufhaben. Er sol in vordern in der schrann
            nach lanndes gewonhait, als recht ist. Kůmpt er dann nicht für an dem vierden taiding,
            so sol er alles des schuldig sein, da in der richter umb gevordert hat, und sol in
            darnach ze echt tůn. Ist aber, daz er fürkůmpt und wil sich aus der echt <pb
              facs="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10542923_00250.html" n="238" xml:id="S.238"/> sweren, so sol in der richter aus der echt lassen, und sol er
            des sweren, daz er dem, der in ze echt hat pracht, ze recht stee drei taiding nach
            einander, es sei dann, daz in eehafft not irre des in sein aigen man oder sein
            hausgenoss wol bereden mag vor dem richter in der schrann. Nach der eehafften not sol er
            ze recht steen im nagsten lanndtaiding über vierczehen tag und nicht darhinder. Ist, daz
            er dann nicht antwurt, so sol in der richter an der stund ze echt tůn, und sol in nimmer
            daraus lassen, er tůe dem clager ee allen seinen schaden ab, darumb er in ze echt hat
            gepracht, und geb dem richter die wanndel, die nach der schuld recht sind, darumb er
            beclagt ist, und nach des lanndes gewonhait.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.4">
          <head>Artikel 4.</head>

          <p>Swert er sich aus der echt hinder sechs wochen, so sol er dhainem richter nicht
            wanndels geben noch schuldig sein. Ist aber er über sechs wochen in der echt, so sol er
            denn dem lanndes herren oder dem richter, der an seiner stat richtet, zehen phund ze
            wanndel geben, und den undern lanndgerichten sechs schilling. <pb
              facs="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10542923_00251.html" n="239" xml:id="S.239"/>
          </p>
        </div>
        <div xml:id="NA.5">
          <head>Artikel 5.</head>
          <p>So sol auch der lanndes herre noch dhain richter auf dhainen unbesprochen man nicht
            erczeugen, was im gen seinen leben oder gen seinen eren gee. Man sol im nennen ain und
            zwainczig seiner genossen und seiner übergenossen, und sol sich daraus bereden nach
            lanndes gewonhait, als recht ist.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.6">
          <head>Artikel 6.</head>
          <p>Wer den andern tötet an recht, da gehoret ain tod wider den andern, ain glid wider das
            ander, er leg es dann mit gůt oder mit pet ab, und geb dem richter die wanndel nach
            lanndes gewonhait.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.7">
          <head>Artikel 7.</head>

          <p>Welich fraw ain notnuft clagt, mag si das erczeugen mit ainem unversprochen man und mit
            ainer unversprochen frawen, die die notnuft gesehen habent, oder das geschrai gehort
            habent, man sol ir richten nach lanndes gewonhait, als recht ist. Ist aber, daz er die
            notnuft gepüzzet vor dem richter, in des gericht es geschehen ist, mag er das pringen
            mit dem richter, vor dem es geschehen ist, oder mit pidern leuten, die dabei gewesen
            sind, des sol er fürbas wol <pb
              facs="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10542923_00252.html" n="240" xml:id="S.240"/> geniessen an seinem recht, und wer auch di notnuft gepüzzet,
            das ensol im fürbas gen dem gericht noch an seinen eren dhain schad sein.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.8">
          <head>Artikel 8.</head>
          <p>Wer ain strasraub, oder ain mort, oder ain diep gepüzzet vor gericht, oder da ainer mit
            siben wirt übersagt, wen man des mit zwain unversprochen mannen überczeugen mag, da sol
            man über richten nach lanndes gewonhait.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.9">
          <head>Artikel 9.</head>
          <p>Es sol auch ain iegleich man des kamphes wol waigern mit recht, der hinder vier und
            zwainczig iaren ist, und sol sein auch wol mit recht waigern, der über sechczig iar
            ist.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.10">
          <head>Artikel 10.</head>
          <p>Es sol auch niemant kamphes waigern durch krankhait oder gepresten seins leibs. Hat er
            mit derselben krankhait die tat begangen, darumb man in den kamph anspricht, er sol sich
            bereden mit dem leib, damit er die tat begangen hat.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.11">
          <head>Artikel 11.</head>

          <p>Spricht man aber iemant kamphs an umb ain getat, die er mit gesundem leib getan hat,
            ist dem des leibes <pb
              facs="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10542923_00253.html" n="241" xml:id="S.241"/> abgegangen nach der getat, und er si begie, der sol des
            kamphes wol waigern mit recht.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.12">
          <head>Artikel 12.</head>
          <p>Es sol auch niemant nindert kamph vechten, denn der rittermessig ist.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.13">
          <head>Artikel 13.</head>
          <p>Wer ainen kamph verwettet, der sol darumb setzen seins aigens sechs eeschilling, und
            ist ain eeschilling fünfczehen phennig. Das aigen sol er dem richter seczen und das
            aigen des gerichts geczeug sein, daz er des kamphs verwettet hab. Ist aber, daz er davon
            entweichet, so ist er dem richter und dem clager alles des schuldig, des man gegen im
            gesprochen hat und sol in darnach ze echt tůn.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.14">
          <head>Artikel 14.</head>
          <p>Wer des aigens nicht hat, der sol den kamph verpurgeln, daz er dem gerichte nicht
            entweich und sol der kamph vor niemant geschehen nůr vor dem lanndes herren.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.15">
          <head>Artikel 15.</head>

          <p>Es sol der lanndes herre dhain frag haben, wann das ist nicht recht. Irre iemant icht,
            der sol das clagen in offner schrann mit vorsprechen, und sol man denn das richten als
            recht ist und nach des lanndes gewonhait. Er mag aber wol nach rat der herren in dem
            lannde ain frag haben auf schedleich leut, davon das lannd gerainigt werd. Wenn <pb
              facs="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10542923_00254.html" n="242" xml:id="S.242"/> man des ze rat wirt, so sol auch die frag sein über sechs
            wochen und nicht darhinder, und sol man auch die künden in den lanndgerichten, vor den
            pharren und auf den merkten, also daz alles das darköm, das aigen rukche hab, und wer
            darüber nicht darkůmpt, den sol man dafür haben, daz er das gericht flieche und nicht
            fur recht getürre, man bered in dann, daz in eehafft not irre.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.16">
          <head>Artikel 16.</head>
          <p>Es sol auch niemant gen dem andern sagen, er swer ee ainen aid und sag denn bei dem
            aid, daz im kund und gewissen sei, und sol auch niemant gen dem andern sagen, er sei
            sein hausgenoss oder sein übergenoss und sol die sag offenbar geschehen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.17">
          <head>Artikel 17.</head>
          <p>Es sol auch die frag über niemant geschehen nůr auf strasraub und auf mort und auf diep
            und auf die ding, das pös ding haissent und die auf laugen steent. Was aber der man
            offenleich tůt und des an laugen steet, da a sol man in der schrann richten nach
            gewonhait des lanndes als recht ist.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.18">
          <head>Artikel 18.</head>

          <p>Es sol auch niemant dhain aigen verantwurten nůr an dem vierden taiding. Kůmpt der
            antwurter nicht für, so sol es der richter ziehen in frongewalt und wenn es der
            antwurter wil ausnemen in vierczehen tagen, so sol es im der <pb
              facs="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10542923_00255.html" n="243" xml:id="S.243"/> richter ausgeben, daz er es verantwurt nach des lanndes
            gewonhait als recht ist. Ist aber es in des richter gewalt über vierczehen tag, so sol
            er es dem clager ausgeben und sol es versprechen und verantwurten als recht ist nach des
            lanndes gewonhait.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.19">
          <head>Artikel 19.</head>
          <p>Es sol auch niemant dhaines aigens erb sein und auch kauffen, er sei des aigens
            hausgenoss.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.20">
          <head>Artikel 20.</head>
          <p>Wo zwai geswistreid aigen mit einander habent, ist, daz sie paide geswistreid kind
            gewinnent, so verkauffet ir iegleichs sein aigen wol mit recht an des andern geswistreid
            hannt. Das aber nicht kind hat, das mag sein aigen nicht verkauffen an des geswistreid
            hannt, das da kind hat, si habent dann ee mit fürczicht getailet oder es twing dann
            eehafft not, das es wol vor dem lanndrichter beweren mag mit seinen umbsessen. Das
            geswistreid, das da kind hat, verkauffet sein aigen wol an des geswistreid bannt, das da
            nicht kind hat.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.21">
          <head>Artikel 21.</head>

          <p>Wer ain aigen kauffet, der tůt damit was er wil und geit es wem er wil inner iar und
            tag. Behaltet er es <pb
              facs="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10542923_00256.html" n="244" xml:id="S.244"/> aber über iar und tag, das er es niemant geit noch damit
            getůt, so mag er es fürbas niemant geben an seiner kind hannt, wann es auf seine kind
            erben sol, als ander sein gůt, das in anerbet von seinen vordern. Es sei weib oder man,
            das ain aigen anerstirbet, das geit er in iar und in tag wem er wil. Behaltet er es aber
            über iar und tag, so mag er es niemant geben noch icht damit getůn, dann mit anderm
            seinem gůt, das in von seinen vordern anerbt, und wer das gůt erbet, da erbet auch
            dasselb anerstorben gůt an.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.22">
          <head>Artikel 22.</head>
          <p>Wo zween mit einander kriegent umb ainen aigen man, und ieder gicht, er sei sein, da
            sol man umb fragen die umbsessen, wes die můter sei gewesen, und wem die můter werd
            gesait, des sein auch derselben kind.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.23">
          <head>Artikel 23.</head>

          <p>Es sol niemant dem andern seinen aigen man vorhaben, der doch seines rechten herren
            nicht enlaugent. Antwurt er in dem herren nicht wider, so sol er in vordern mit dem
            richter. Geit er im in darüber nicht wider, so sol er geben dem herren zehen phund und
            dem richter fünf phund und sol der richter dem herren das gůt intwingen. Laugent aber
            der aigen man, daz er des herren sei, der nach im claget, so sol im iener, der in
            gevestent hat, verantwurten vor ainem rechten richter. Ob aber in der zeit der aigen man
            seinem rechten herren widervert, des er da laugent, daz er sein herre icht sei, <pb
              facs="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10542923_00257.html" n="245" xml:id="S.245"/> und denn noch nicht vertaidingt ist noch verrichtet umb in
            und in der herre begreiffet, wo er im widervert, der mag in wol vahen, daz er des nicht
            engilt gen dem richter.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.24">
          <head>Artikel 24.</head>
          <p>Wo ainer gen dem andern claget umb leibgeding und der antwurter gicht, es sei sein
            aigen, in welchem lanndgericht das gůt gelegen ist, da sol der richter die umbsessen umb
            fragen. Ist, daz si sagent, ob es leibgeding oder aigen sei, so sol es der richter dann
            richten nach lanndes gewonhait als recht ist.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.25">
          <head>Artikel 25.</head>
          <p>Es sei man oder weib, der leibgeding hat, verkumert er das an der erben hannt, mügen si
            in des überczeugen als recht ist nach lanndes gewonhait, so hat er alles sein leibgeding
            verloren, sein sei vil oder wenig.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.26">
          <head>Artikel 26.</head>

          <p>Wer ain konen nimpt und kind bei ir gewinnet, was der bei der frawen hat oder gewinnet,
            das ist der kind, so der vater nicht enist. Ist aber, daz die můter tod geleit, und der
            vater ain ander konen nimpt und bei der auch kind gewinnet, dieselben kind sullen nicht
            erben auf das gůt, das er ee gewunnen hat, das der vordern kind ist, es sei aigen oder
            lehen, er mache es dann den andern kinden. Was er auch gůtes gewinnet bei der andern
            konen, das sol erben auf derselben frawen kind, es sei aigen oder lehen, und nicht auf
            die vordern kind, er mache es dann den vordern kinden. <pb
              facs="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10542923_00258.html" n="246" xml:id="S.246"/> Welch tail aber under der zwaier hannt kinden absturbe, die
            weil ir vater lebt, so ist das recht, was der vater hat aigen oder lehen, daz das auf
            die kind erbe, die da lebent, und ist, daz er da stirbet an geschefft, was er varundes
            gůtes lat, da sol niemant dhain recht zu haben, wann sein hausfraw.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.27">
          <head>Artikel 27.</head>
          <p>Wer ain aigen in nucz und in gewer hat unversprochen dreissig iar ain iar und ain tag,
            das er erczeugen mag mit zwain unversprochen mannen, die des hausgenossen sind, der das
            aigen hat, der sol das fürbas wol gerübet haben.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.28">
          <head>Artikel 28.</head>
          <p>Welch herre mit seinem man lehenrechten wil, der sol im tag geben über sechs wochen und
            nicht darhinder, und sol im die täg geben in dem lannd auf sein aigen gůt, und sol da
            mit im rechten nach lanndes gewonhait als recht ist. Wil aber der herre zwischen seinen
            mannen rechten, das baidenthalben von im lehen ist, so sol er in tag geben über
            vierczehen tag und nicht darhinder und sol denn darnach rechten nach lanndes gewonhait
            als recht ist.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.29">
          <head>Artikel 29.</head>

          <p>Welch herre manschafft hat, die lehen von im habent, und der herre abstirbt, die sullen
            ir lehen nicht <pb
              facs="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10542923_00259.html" n="247" xml:id="S.247"/> verliesen gen seinen kinden. Si geben dann tag als recht ist
            nach gewonhait des lanndes über sechs wochen und nicht darhinder, und geben im der täg
            drei, und sullen auch die täg nach einander geben in demselben iar und der vater
            abgestorben ist, und sullen auch die täg gepieten auf den merkten und vor den pharren an
            iegleichem ende, da si da manschafft habent. Wer darüber zu den tägen nicht enkůmpt und
            es nach des herren tode veriaret, da sullen sich die herren wol mit recht zucziehen, er
            bered sich dann, daz im die täg nicht zu recht sein kunt getan.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.30">
          <head>Artikel 30.</head>
          <p>Wann aber die manschafft nach des vater tod von dem sůn die lehen emphangen hat, und
            derselb man, der das lehen emphangen hat, abstirbt, desselben sůn sol der herre nicht
            täg geben, er sol seines vater lehen nachvarn an denselben herren, davon sein vater die
            lehen emphangen hat. Veriaret er aber das nach seines vater tod, da sol sich der herre
            wol mit recht zucziehen. Gicht dann der man, daz im der herre hab unrecht getan, des sol
            im der herre täg geben für seine man, und sol damit lehenrechten nach gewonhait des
            lanndes.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.31">
          <head>Artikel 31.</head>

          <p>Wer ainen anspricht umb ain lehen, des er seinen herren hat und seinen gewer, wil im
            der herre des nicht gelauben, daz er sein herre und sein gewer nicht sull sein, so sol
            im es der man bestetigen mit seinem aid, und sol der herre dann sein gewer sein. <pb
              facs="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10542923_00260.html" n="248" xml:id="S.248"/>
          </p>
        </div>
        <div xml:id="NA.32">
          <head>Artikel 32.</head>
          <p>Wenn der herre den man bestettet, daz er in bestetigt mit seinem aid, daz er sein gewer
            sull sein, und von seinen ungenaden darumb sein gewer nicht sein wil, wie getanen
            schaden der man des nimpt auf seinen lehen, das sol im der herre erstatten. Kůmpt aber
            der herre für, und verantwurt das gůt mit seinem man, wirt im das gůt darüber anbehabt,
            so ist der herre dem man nichts gepunden, wann alsvil so es an seinen genaden steet.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.33">
          <head>Artikel 33.</head>
          <p>Es sol auch dhain man seinem herren, von dem er zu lehen hat, ain gůt hingeben für
            purkrecht noch für anders nicht, er tůe es dann mit seines herren hannt, oder er leg es
            dann dem herren zu pessrung. Tůt er es darüber nicht, so sol im der herre gepieten zu
            drien vierczehen tagen, daz er im das gůt erlöse und ledige. Ist, daz er es dem herren
            darüber nicht erlöset noch ledigt, so ist dem herren das gůt ledig worden und sol sich
            mit recht darczu ziehen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.34">
          <head>Artikel 34.</head>

          <p>Wer ain gůt hat in nucz und in gewer und im der herre des laugent, daz er dasselb gůt
            von im icht hab, hat der man mer lehen von dem herren, so sol er dasselb gůt behalten
            mit seinem aid zu andern seinen lehen. Hat aber er nicht mer von dem herren, wann das
            gůt, des im der herre nicht gicht, so sol er es bewern mit seinen hausgenossen. <pb
              facs="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10542923_00261.html" n="249" xml:id="S.249"/>
          </p>
        </div>
        <div xml:id="NA.35">
          <head>Artikel 35.</head>
          <p>So sol ain iegleich herre gen seinen man wol erczeugen das er im ze purklehen leihet,
            wenn er von der purg vert, daz es dem herren ledig sei.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.36">
          <head>Artikel 36.</head>
          <p>Und wo ain herre ainen man behauset auf ainem gůt, daz er im davon dienen sol, wenn er
            von dem gůt vert, so mag der herre wol erczeugen, daz das gůt von im lehen sei, wo im
            der man des laugent.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.37">
          <head>Artikel 37.</head>
          <p>Wer ain recht lehen in stiller gewer hat unversprochen zwelif iar und ainen tag, mag er
            das beweren mit zwain unversprochen mannen, die sein hausgenossen sind, das sol er
            fürbas berübet haben an alle ansprach.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.38">
          <head>Artikel 38.</head>
          <p>Als ain man sein lehen emphahet von seinem herren, das ist recht, daz er dem herren
            darnach swer ainen aid, daz er im getrew sei und sein frumen fürdern well.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.39">
          <head>Artikel 39.</head>

          <p>Als ain man seinen herren raubet oder prenet oder im an sein er redt, und sich der man
            des nicht bereden mag als recht ist nach des lanndes gewonhait, er sei auf des herren
            schaden gewesen, so sind dem herren die lehen zu recht ledig worden. <pb
              facs="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10542923_00262.html" n="250" xml:id="S.250"/>
          </p>
        </div>
        <div xml:id="NA.40">
          <head>Artikel 40.</head>
          <p>Es ist auch recht, wo der herre seinen man angreiffet, wie er im gewalt oder unrecht
            tůt, so sol der man zu dem herren reiten und sol in genaden und rechtens manen, daz er
            im seinen schaden abtůe, den er von im oder von seinen schulden genomen hat oder
            emphangen. Wo der herre des nicht tůt, wo denn der man des zu phande kůmpt, daz er
            seinen schaden widertůt, daran pricht er nicht seinen aid noch sein trew, und sind auch
            seine lehen nicht ledig worden.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.41">
          <head>Artikel 41.</head>
          <p>Es ensol niemant dhain volg haben nach rechtem lehen, nůr ain sentmessig man und ain
            erbburger, der sein recht wol herpracht hat.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.42">
          <head>Artikel 42.</head>
          <p>So sol auch dhain fraw dhain volg nicht haben, nůr ze ainer hannt nach rechtem lehen.
            Welichs aber abstirbt die fraw, die das lehen emphangen hat, oder der man, der das lehen
            gelihen hat, so ist das lehen ledig, man ding ir es dann aus gen dem herren mit
            lebentigen zeugen oder mit hanntvesten.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.43">
          <head>Artikel 43.</head>

          <p>Es hat dhain fraw lehenshannt. Wenn si abstirbt, so ist auch das lehen ledig den erben,
            die ander ir aigens recht erben sind. <pb
              facs="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10542923_00263.html" n="251" xml:id="S.251"/>
          </p>
        </div>
        <div xml:id="NA.44">
          <head>Artikel 44.</head>
          <p>Ist, daz sich ain edel man verheirat, davon seinen mannen, die lehen von im habent, ir
            lehen genidert werdent, als der herre abgestirbet, der die heirat getan hat, ist es
            desselben herren lehen, so sullen sein man irer trew ledig sein gen seinen kinden und
            sullen irem recht nachvaren an den herren, von dem es diser herre gehabt hat, und sullen
            es davon emphahen als recht ist. Hat aber der herre erben, die das lehen mit im
            ungetailet habent und die ir recht mit nichte genidert habent, da sullen die man ir
            lehen ze recht emphahen. Ist es aber aigen, so sullen si es haben von den, die des
            aigens hausgenossen sind und die des aigens nagsten erben sind und ir recht mit nichte
            genidert habent.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.45">
          <head>Artikel 45.</head>

          <p>Wenn ain lanndes herre hervart gepeut durch des lanndes not, so sol ain iegleich man
            varen mit seinem herren, des behauster man er ist. Welch sentmessig man dahaim beleibet,
            der sol dem herren, von dem er lehen hat und der die hervart vert, allen den zins halben
            geben, den das gůt das iar über gelten mag, der auf dem gůt ist, das von dem herren
            lehen ist. Ist aber ain burger oder ain pawer, die sullen im den zins gar geben, den es
            das iar vergelten mag, und welch herre die hervart nicht envert, dem sullen seine man
            dhain herstewer nicht geben. <pb
              facs="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10542923_00264.html" n="252" xml:id="S.252"/>
          </p>
        </div>
        <div xml:id="NA.46">
          <head>Artikel 46.</head>
          <p>Es sol dhain lanndrichter auf dhaines grafen gůt, auf dhaines freien gůt, noch auf
            dhaines dienstmans gůt, die ze recht zu dem lannd gehorent, ob si es in urbar habent, ob
            si es verlihen habent, ob si es in vogtai habent, nicht ze schaffen haben. Ist aber auf
            dem vorgenanten gůt iemant, der den tod verdienet hat, den sol der lanndrichter an den
            herren vordern auf des gůt er gesessen ist, und sol in davon gewinnen als recht ist nach
            gewonhait des lanndes, und sol dem herren das gůt lassen und er über den man
            richten.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.47">
          <head>Artikel 47.</head>
          <p>Auch sol ain iegleich fraw ir morgengab behaben mit irem aid auf iren prüsten, und sol
            die haben nach lanndes gewonhait als recht ist. Und sol auch vor gericht nicht anders
            sweren, noch dhain aid tůn, dann auf iren prüsten mit iren zwain vingern.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.48">
          <head>Artikel 48.</head>

          <p>Es sol auch niemant dhainen muntman haben, und wer si darüber hat, der sol si lassen,
            wenn er des ermanet wirt von seinem rechten herren, oder er můs dem herren geben fünf
            phund, und sol der richter dem herren das gůt intwingen und sol auch dannoch den muntman
            ledigen. <pb
              facs="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10542923_00265.html" n="253" xml:id="S.253"/>
          </p>
        </div>
        <div xml:id="NA.49">
          <head>Artikel 49.</head>
          <p>Wer ain gůt mit recht behabet in offner schrann, und wirt er des mit des gerichts poten
            gewaltig gemacht, und wirt er des darnach zwir entwert mit gewalt, ist es vor dem
            lanndes herren oder vor dem richter, der an des lanndes herren stat siczet, so sol er
            nach iegleichem gewalt zehen phund geben. Zu dem dritten mal, so er den gewalt tůt, so
            sol man in ze echt tůn als ainen rauber und sol in nimmer aus der echt lassen, er tůe
            dem clager ee allen seinen schaden ab, den er von seinem gewalt genomen hat, den er mit
            seinem aid bestetten mag, und geb dem richter die wanndel, die recht sein nach der echt
            und nach des lanndes gewonhait. Ist es aber in den undern lanndgerichten, so sol er nach
            iegleichem gewalt sechs schilling geben ze wanndel. So er den gewalt zu dem dritten mal
            tůt, so sol man in ze echt tůn als ainen rauber und sol in nimmer aus der echt lassen,
            er tůe ee dem clager allen seinen schaden ab, den er beweren mag, als davor geschriben
            ist.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.50">
          <head>Artikel 50.</head>

          <p>Es ist recht nach gewonhait des lanndes, wer ain clag gen im wais und dem mit recht
            fürgepoten wirt, der sol mit dem richter des ersten in die schrann und des leczten mit
            im da wider aus, wenn in der clager anspreche, daz er im dann antwurt als recht ist. Můs
            aber er aus der schrann durch genötigs seines geschefftes, so sol er darin haben <pb
              facs="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10542923_00266.html" n="254" xml:id="S.254"/> seinen scheinpoten, der das offen vor dem richter und gen dem
            clager, daz er da sei und daz er well antwurten als recht ist. So sol der richter und
            der clager sein peiten, uncz in der pot hinfür pringet. Wo des nicht geschech, was dann
            mit recht davor behabet wirt, das sol niemant widertailen, er bered sich dann, daz im
            dhain fürpot komen sei.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.51">
          <head>Artikel 51.</head>
          <p>Es sei weib oder man, da aines auf das ander clagt als lang, daz si in fürpringet mit
            fürpot und mit recht, daz er antwurten můs vor dem richter, und ist, daz der clager sein
            recht nicht volfürt, so sol dem antwurter über dieselben clag rübe ertailet werden umb
            was er gen im ze sprechen hat, in bered dann der clager, daz in eehafft not geirret hab,
            daz er sein clag und sein recht nicht volfürt hat.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.52">
          <head>Artikel 52.</head>

          <p>Wenn vater und můter iren kinden absterbent, was die gůts iren kinden lassent in nucz
            und in gewer, das sullen si mit rübe haben vor aller ansprach, uncz daz si koment zu
            iren iaren, der knecht hincz vierczehen iaren, die iunkfraw hincz zwelif iaren. Nach den
            iaren sullen si antwurten als recht ist nach lanndes gewonhait wer gen in icht ze
            sprechen hat. Wil auch die iunkfraw icht bestetten ires aigens, das hat nicht crafft,
            uncz daz si ainen konman nimpt. Leget si aber ainen man zu ir, was si dann lobet, das
            hat crafft. <pb
              facs="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10542923_00267.html" n="255" xml:id="S.255"/>
          </p>
        </div>
        <div xml:id="NA.53">
          <head>Artikel 53.</head>
          <p>Wo ain man gen dem andern kemphlich spricht, oder spricht auf seinen leib oder auf sein
            er oder auf sein aigen, und der antwurter gicht, er sei sein hausgenoss nicht, das well
            er zeugen, wie er sol, und der clager hinwider gicht, er sei sein hausgenoss wol, das
            well er erczeugen, wie er sol, daz der clager da sein edel erczeuget, das ist nicht
            recht, daz der antwurter dann dem clager sein edel aberczeuget, das ist auch nicht
            recht. Man sol ir umbsessen darumb fragen, die nagsten und die pesten, und die ir
            hausgenossen sind, daz die sweren und sagen bei dem aide, was in umb ir edel kůnt und ze
            wissen sei, und richt dann nach der sag als recht ist nach des lanndes gewonhait.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.54">
          <head>Artikel 54.</head>
          <p>Welch edel man seinen hausgenossen oder seinen übergenossen haimsücht, der sol im geben
            für ainen iegleichen werleichen man zehen phund phennig, fünf phund zu dem haus und fünf
            phund von dem haus. Ist aber, daz der clager des gicht, daz maniger man da gewesen sei
            auf seinen schaden, dann der antwurter gicht, so sol der antwurter bestetten mit seinem
            aid, wie maniger man auf seinem schaden gewesen sei, und sol dann das pessern als vor
            geschriben ist, und dem richter die wanndel geben als recht ist nach lanndes
            gewonhait.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.55">
          <head>Artikel 55.</head>

          <p>Ist, daz der lanndes herre sein hausgenossen wil angreiffen von gewalt oder von
            übermut, so sol im weder graff <pb
              facs="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10542923_00268.html" n="256" xml:id="S.256"/> noch freie noch dienstman nicht helffen noch niemant in dem
            lannd an sein aigen leut und an die er piten mag und erkauffen mag mit seinem gůt. Wil
            aber in sein hausgenoss angreiffen mit gewalt und mit unrecht, so sullen im alle, die in
            dem lannd sind, das lannd helffen ze weren und das gemerkch, als verr und als si leib
            und gůt geweret.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.56">
          <head>Artikel 56.</head>
          <p>So sol auch niemant phennig slahen auf des lanndes herren, damit im die münss
            gefelschet werde. Wer es darüber tůt, da sol man über richten, als über ainen felscher,
            den man des mit der hannthafft überkůmpt und mit der lannd gewissen.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.57">
          <head>Artikel 57.</head>
          <p>Es ensol auch niemant weder auf wasser noch auf lannd dhain maut nemen in ainem rechten
            gesworen lanndfride, wann wo man ze recht mauten sol, es sei dann, daz im es der lanndes
            herre erlaub. Wer es darüber tůt, da sol man hincz richten als gen ainem
            strasrauber.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.58">
          <head>Artikel 58.</head>

          <p>So ensol auch niemant dhain haus noch dhain purg pawen an des lanndes herren gunst und
            an sein urlaub. Er mag aber wol auf sein aigen auf ebner erd pawen, was er wil, das
            zwair gaden hoch ist, an umbgeund wer und <pb
              facs="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10542923_00269.html" n="257" xml:id="S.257"/> an zinnen, und ain graben darumb newn schüch weit und siben
            schüch tieff und nicht mer, im erlaub es dann der lanndes herre.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.59">
          <head>Artikel 59.</head>
          <p>Wo erben sind, die mit einander vogtai habent ungetailet, da ist das recht nach
            gewonhait des lanndes, daz der eltist unter den erben sol die vogtai haben. Er sol aber
            andern seinen erben die vogtai ewentewren mit anderm gůt.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.60">
          <head>Artikel 60.</head>
          <p>Es ist recht nach lanndes gewonhait, daz aller der gotshewser vogt den gotshewsern, das
            ir vogtai ist, also behaltent, daz uns dhain clag von in köm und die wogt den
            gotshewsern vor sein und si schermen auf ir vogtai, als es wol stee nach got und als si
            unser huld damit behaltent, und sich an der gotshewser gůt, das ir vogtai ist, also
            behaltent, daz uns dhain clag von in köm. Wer des nicht tůt, kůmpt uns des clag, das
            well wir richten als recht ist und so vestikleich, daz wir daran niemants schonen
            wellen, wann wer sein vogtai selb beraubet, die er pilleich schermen solt, der hat die
            mit recht verloren.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.61">
          <head>Artikel 61.</head>

          <p>Es ist pilleich, wer der gotshewser vogtai gůt raubet oder prenet dem vogt ze laid, daz
            er den schaden selb dritt gelt und daz dem gotshaus, des das urbar ist, die zwai tail
            werdent, und dem vogt das drittail.<pb
              facs="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10542923_00270.html" n="258" xml:id="S.258"/>
          </p>
        </div>
        <div xml:id="NA.62">
          <head>Artikel 62.</head>
          <p>Es sol auch die vogtai niemant haben, nůr ain unvermanter dienstman.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.63">
          <head>Artikel 63.</head>
          <p>Es ist recht nach gewonhait des lanndes, an wem der hanntfrid zeprochen wirt, erczeuget
            er das auf den heiligen vor dem richter mit dem, der den hanntfrid gemacht hat oder
            emphangen, und mit zwain unversprochen mannen, die ir recht behalten habent, daz der
            frid an im zeprochen sei, der richter sol ienen ze echt tůn, der den frid zeprochen hat,
            und sol in nimmer aus der echt lassen an des clager willen, oder der richter verleuset
            die hannt darumb. Ist aber, daz er den frid also pricht, daz er ainen ze tod slecht, so
            sol seiner mag ainer clagen umb denselben todslag, und sol es auch bereden als vor
            gesprochen ist. Und wenn er das beredt hat, so sol er von echt nimmer komen, wann mit
            dem tod und sol eelos und rechtlos sein immer mer. Wil aber der den frid gemacht hat
            oder emphangen im nicht bestetten des rechten, daz der frid an im zeprochen sei, dem sol
            der richter gepiten bei unsern hulden, daz er im seines rechten helff, oder daz er sein
            nicht enwisse. Des swer er auf den heiligen. Lat er das durch furcht, durch magschafft
            oder durch dhainer slacht ding, er ist uns und dem richter seiner hannt schuldig.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.64">
          <head>Artikel 64.</head>

          <p>Wer dem andern seinen dienst widersagt, daz er sein veint well sein, der sol nach dem
            widerpot vor im an angst <pb
              facs="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10542923_00271.html" n="259" xml:id="S.259"/> sein und an schaden uncz an den vierden tag. So sol auch der
            das widerpot getan hat an schaden beleiben uncz an den vierden tag. Wer die recht
            pricht, der sol dem andern seinen schaden abtun mit zwispilde und sol dem richter die
            wanndel geben, die recht sein nach lanndes recht und gewonhait.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.65">
          <head>Artikel 65.</head>
          <p>Es ist recht nach lanndes gewonhait, welch sůn seinen vater von seiner purg oder von
            anderem seinem gůt verstosset oder prenet oder raubet oder zu seines vater veinten sich
            kert mit aiden oder mit trewen, das auf seines vater er get oder auf sein verderbnuss,
            überkůmpt in des sein vater mit zwain unversprochen mannen, dem sůn sei widertailet
            aigen und lehen und varundes gůt und alles des gůts, des er von vater und von můter erb
            solt sein ewikleich, also daz im der richter noch der vater nicht wider gehelffen mag,
            daz er zu demselben gůt dhain recht nimmer mer gewinnen müg.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.66">
          <head>Artikel 66.</head>

          <p>Welch sůn an seines vater leib ratet oder in freveleich angreiffet mit wunden oder mit
            venknuss oder in in ain pant leit, das venknuss haisset, wirt er des überczeuget vor
            seinem richter, als vor geschriben ist, derselb sol sein eelos und rechtlos ewikleich,
            also daz im der vater nimmer mer mit dhainer slacht ding wider gehelffen mag. Alle die,
            die der vater ze zeug nennet vor dem richter über alle die sach, die hie vor geschriben
            stent, die sullen des nicht über <pb
              facs="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10542923_00272.html" n="260"
              xml:id="S.260"/> werden durch magschafft noch durch dhainer slacht ding, si
            gesten dem vater der warhait. Der des nicht tůn wil, den sol der richter darczu twingen,
            es ensei, daz er vor dem richter swer auf den heiligen, daz er darumb nicht enwisse. Hat
            der vater dienstman, oder ist es so, daz er aigen leut hat, von der rat, oder von der
            helff der sůn diser ding aines tůt oder aines getan hat wider den vater, die hie oben
            geschriben stent, erczeuget das der vater vor seinem richter auf si mit iren genossen
            oder mit übergenossen, als da vor geschriben stet, die sind eelos und rechtlos
            ewikleich, also daz si nimmer mer wider komen zu irem recht. Der vater mag aber nicht
            auf die leut bereden, si sein dienstman oder aigen leut, mit disen dingen, daz si eelos
            und rechtlos beleiben, er hab es dann ee beredet auf den sůn. Aller slacht ander leut,
            die des vater dienstman noch aigen leut nicht ensind, mit der rat und mit der helff der
            sůn wider den vater der ding aines tůt oder aines getan hat, die hie vor geschriben
            stent, überczeuget si der vater des vor seinem richter in des gericht es geschehen ist,
            so sol er dieselben in die echt tůn und sol si daraus nimmer lassen, si gelten dem vater
            ee seinen schaden zwifalt, den er von ir helff genomen hat, und dem richter sein recht
            nach lanndes gewonhait. Habent si aber lehen von dem vater, das sol im von in ledig
            sein, also daz er es in nimmer mer geleihen sol, si erkauffen es dann mit irem gůt.<pb
              facs="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10542923_00273.html" n="261" xml:id="S.261"/>
          </p>
        </div>
        <div xml:id="NA.67">
          <head>Artikel 67.</head>

          <p>Welch herre ain purg hat oder ain haus, und da er seinen purkgrafen aufseczet, und der
            icht tůt, davon die purg oder das haus gerüget wirt, also daz dem lannd schaden darin
            geschehen sei, es sei bei tag oder bei nacht, ist aber, daz der herre sein purg oder
            sein haus bereden mag, daz es an sein geschefft und unwissen darin geschehen sei, nach
            des lanndes gewonhait als recht ist, er geneusset sein an seinem haus. Mag aber der
            herre den begreiffen, der den schaden getan hat, den sol er dem richter antwurten und
            sol sein haus von dem richter an schaden beleiben. Ist aber, daz er im entweichet, daz
            er in dem gericht nicht geantwurten mag, so sol er den schaden gelten und widerkeren und
            sol sein haus aber an schaden beleiben. Ist aber der herre aus dem lannd gevaren in gots
            dienst oder in seines herren dienst oder in sein selbs geschefft, und daz sein purkgraf
            dhainen schaden tůt in seiner purg, das wider das lannd oder das gericht ist, so sol der
            lanndrichter mit den umbsessen für das haus varen. Entweichet im der purkgraf davon, so
            sol er in ze echt tůn und sol das geczimer, da der schad in geschehen ist, aus dem haus
            prechen und sol es für das haus tragen und sol darüber richten mit dem fewr. Begreiffet
            er in, so sol er über in richten als recht ist nach lanndes gewonhait. Ist aber der
            herre selb in dem haus gesessen und wil des nicht understeen, es geschech dem lannde
            schaden darin, es sei bei tag oder bei nacht, man sol über das richten nach lanndes
            gewonhait als recht ist. Ist aber, daz das haus <pb
              facs="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10542923_00274.html" n="262" xml:id="S.262"/> wirt übersaget mit siben, so sol man über es richten mit fewr
            und mit prechen, also daz ain stain bei dem andern nicht enlige, und sol im der lanndes
            herre das haus nimmer mer erlauben ze pawen, es geschech dann nach der lanndherren rat,
            also daz dem lannd fürbas dhain schad davon geschech. Ist, daz der lanndes herre nicht
            über das haus richt durch des herren lieb, des das haus ist, so mag ein iegleich man
            seinen schaden wol beweren, der im in dem haus geschieht, mit zwain unversprochen
            mannen, daz das haus fürbas niemant bereden mag. Ist, daz dem haus dhain haimsüchen
            geschicht, des ensol niemant engelten gen dem gericht und gen dem herren, des das haus
            ist, wann es übersagt ist und sein recht benomen ist.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.68">
          <head>Artikel 68.</head>
          <p>Es ensol dhain edel man dhain maut nicht geben weder auf wasser noch auf lannd. Was er
            in seinem haus essen oder trinkchen wil, das sol er umb den lanndes herren dienen mit
            seinem schilt.</p>
        </div>
        <div xml:id="NA.69">
          <head>Artikel 69.</head>

          <p>Wo ain man vor gericht zeug wil sein und ain unversprochen man ist, den sol man seines
            aids nicht widertreiben. Swert er darüber maines und wil darnach aber zeug sein oder
            iemant sprechen gen seinen leib oder gen seinen eren, den sol man ze recht widertreiben
            mit siben unversprochen mannen, die sein hausgenossen oder sein übergenossen sein, und
            sol auch die an seinem rukche haben, damit er in widertreiben wil.<pb
              facs="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10542923_00275.html" n="263" xml:id="S.263"/>
          </p>
        </div>
        <div xml:id="NA.70">
          <head>Artikel 70.</head>
          <p>Und wann der lanndes herre ainen richter seczet an sein stat, dem sol er ze dem iar ze
            kost geben drewhundert phund und sol des lanndes herren schreiber an des richter seitten
            siczen und schreiben die wanndel und die püss, die da ertailet wirt, und sol der
            schreiber dem lanndes herren fürpringen und sol der lanndes herre damit tůn, was an
            seinen genaden ist. Und sol ain iegleich richter ze <placeName>Newnburg</placeName> ze
              <placeName>Tůln</placeName> und ze <placeName>Mauttarn</placeName> ain schrann machen,
            die zehen phund kost, und sol man dem richter die phennig abslahen und wann der richter
            von der schrann geet, so sol der richter die schrann tůn, wo er wil.</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
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