Außführliche Relation, über die / jüngsthin herauß gegebene Einzugs=Beschreibung deß Kayserl. Pottschaffters / Ihro Excell. Herrn Graffens von Oetingen / in die Statt Constantinopel / in Weitläufftigkeit / und mit mehrern Formalitäten / leßwürdig beschrieben / und dahero denen curieusen Liebhabern in Druck befördert wirdet

 
[1]


Außführliche
RELATION,
So
über die / jüngsthin herauß gegebene
Einzugs=Beschreibung deß Kayserl. Pott
schaffters×
/ Ihro Excell. Herrn Graffens von Oetin
gen×
/ in die Statt Constantinopel×/ in Weitläufftigkeit / und mit
mehrern Formalitäten / leßwürdig beschrieben / und da
hero denen curieusen Liebhabern in Druck
befördert wirdet.

1
Den 24. Martij / 1700.

[2]

2
Auß Constantinopel× / vom 19. Februarii /
Anno 1700
.
Wir seynd nunmehro glücklich und wohl allhie ange
langt / und haben schon zwey Audientzen gehabt / davon ich
diese Particularia zu communiciren nicht unterlassen wol
len / wie die Gesandtschafft den 8. Febr ohngefehr andert
halb Stund von Constantinopel× war / kam (1) der Spahrsilar Agassi
oder General von der Cavallerie. (2) Der Chiaus Bassa / und (3) ein
Capigi Bassa mit einem grossen Gefolge von Chiausen und andern berit
tenen Türcken deroselben entgegen / und wurde / nach beyderseitig abge
legten Complimenten / von denen selben in ein allda befindliches Hauß
geführet / und mit einer Türckischen Mahlzeit / so etwas mehr als eine
halbe Stund daurete / bewirthet / die Engel= und Holländ. Abgesandten××
schicketen einige von dero Bedienten dahin / umb den Kays. Pottschaffter×
zu complimentiren / sandten auch dabey ihre Hand=Pferdt / umb den
Einzug desto ansehnlicher zu machen: Bey dem Einzug wurde fast eben
die Ordnung / wie zu Wienn× / und zu Bellgrad× gehalten / ohne daß viel
Chiausen denselben vermehreten / so vor denen Cavalliers her ritten.
Sr. Excell.× aber wurden durch obgemelte 3. Türcken begleitet / auch mar
schirten an beeden Seiten die Janitscharen mit Gewehr / so uns ins letzte
Quartier nach Ponte Piccolo× entgegen kommen waren. Weit vor Con=
stantinopel×
herauß sahe man eine unzählige Menge Türcken und andere
Nationes, umb die Gesandtschafft zu sehen. Wie die Gesandtschafft in
die Stadt× kam / sahe man alle Gassen / so dieselbe passirte / mit Janit
scharen an beeden Seiten begleitet / und mit Volck biß auff die Dächer
überhäufft / und weil es sehr mühsamb wurde gewesen seyn / den gantzen
Train zu embarquiren / und nach Pera× / wo die Gefandtschafft logiren
solte
[3]
solte / zu übersetzen / musten wir eine grossen Detour machen / umb eine
Brücke zu passiren / so / daß wir erst Abends umb 7. Uhr / nachdem wir
11. Stund zu Pferdt gesessen / mit Fackeln ins Quartier× kahmen.

3
Noch diesen Abend / und deß andern Morgens / wurde Se. Ex
cell: von andern außwärtigen Abgesandten complimentiret / und liessen
ein gleiches an dieselbe wieder thun. Der Groß=Vezier× regalirte auch
selbigen Tages Se. Excell. mit allerhand Früchten / und Blumen / wel
ches die gewöhnliche Türckische Præsenten seynd.

4
Den 13ten hatten Se. Excell. die Audientz bey dem Groß=Vezier×
und wurden en passant von dem Fürsten von Moldau× (an dessen Palais
die Gesandtschafft sich debarquirte) mit Cafee auff Türckische Manier
tractirt, biß in dessen der Chiaus Bassa mit den benöthigten Pferdten
daselbst angekommen / und Se. Excell. empfangen kunte: Bey solcher
Audientz gieng ausser denen gewöhnlichen Ceremonien nichts sonderli
ches vor / als daß der Groß=Vezier× erst nach Sr. Excell. ins Audientz=Ge
mach kame. Wie Ihre Excell. bewillkommet wurde / rieffen die anwesen
de Türcken (dero Characters ich noch nicht erfahren können) laut zu
zweymahlen. Es lebe der Kayser×?

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Nachdem sie sich beederseits gegen einander über gesetzt / wurde der
Cafee und Scherbet mit ihren Ceremonien præsentirt, nach welchem
die Kays. Præsenten überliffert / dagegen aber an die Gesandtschafft die
Cafftans außgetheilet wurden / unter welchen der vor Se. Excell. mit
Zobel gefüttert war. Worauff sich die Gesandtschafft beurlaubte / und
in voriger Ordnung wieder nach dero Quartier kehrete;

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Den 16ten Morgens umb 7. Uhr kamen wir vor Sr. Excell. Quar
tier in gewöhnlicher Ordnung / wiewohl ohne Trompeten= und Paucken=
Klang (wie bey deß Groß=Veziers× Audientz geschehen) an das Wasser /
wieder zusammen / wozu abermahls der Engel= und Holländische Ambassa
deur×
× die Pferdte mit reicher Equipage herliehen. Nachdem diese gantze
Suite mit kleinen Barquen übergangen / und an deß Printzen von Mol
dau×
Hauß abgestiegen war / funden wir daselbst den Chiaus Bassa / nebst
dem Capigi Bassa / und 6. Chiausen / so Se. Excell. empfiengen / und
sehr schöne Pferdte / umb die Gesandtschafft beritten zu machen / prae
sentirten; Hierauff stieg alles zu Pferdt / und die Gesandtschafft nahm
in gewöhnlicher Ordnung den Weeg nach dem Serail zu / der Chiaus
Bassa / so Se. Excell. führete / ritte derselben zur rechten Hand / wie
wohl etwas zurück / er war mit dem Cafftan bekleidet / und trug einen
grossen silbern Staab in der Hand. Wie wir in den Serail durch das er
ste
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ste Thor / so den Eysen war / kamen / ritten wir Zwischen rangirten Ja
nitscharen / und grosser Menge Türcken und Volcks (so überall / wo wir
passirten / häuffig zulieff) biß an das andere Thor. Hier muste alles / wie
auch Se. Excell. selbst / absteigen / und zu Fuß hinein gehen / kaum wa
ren Se. Excell. durch das Thor / da ohngefehr 11000. Janitscharen (der
Türcken Außsage nach) nach vielen Beutels mit Geld / und Schüsseln mit
gekochtem Reiß / so beedes in Ordnung rechter Hand im Platze an die Erde
geleget war / mit grosser Furie lieffen / und ein jeder sich mit dem / so er
erhaschen kunte / bereicherte / die meisten aber lehr zuruck in ihren vori
gen Platz kehrten; inzwischen wurden Se. Excell. von dem Chiaus Bassa
in den Divan geführt / allwo an der Seite gegen der Thür über / lincker
Hand / sassen erstlich der Asiatische / hernach der Europäische Cadiliskier /
so beyde ungemein grosse Turbans / der erste einen weissen / der andere
aber einen grünen trug / weil er von deß Mahomets× Geschlecht herstam
men soll. Nach etwas distance vor den Muffti×; (so nicht zugegen war)
saß der Groß=Vezier× recht in der Mitte / und unter einem Fenster / ohn
gefehr 2. Schuh breit / und hoch / mit dicken Gegitter und eysern Trailles
versehen / wo der Groß=Sultan× zu sitzen pflegt / und alles hören und se
hen kan / was in dem Divan vorgehet / sonder / daß er gesehen wird.
Nachdem Groß=Vezier× sassen noch 3. Veziers / welche erste beede
Schwestern von dem Groß=Sultan× / und der dritte eine Tochter vom
Vezier× haben sollen / so sagen auch die meiste / daß der erste der Kaima
kan oder Gouverneur von Constantinopel× / der andere Capitain Bassa
oder Admiral über das weisse und schwartze Meer / und der dritte Sangi
Bassa oder Reichs=Cantzler gewesen sey / an der rechten Seiten saß noch
ein Vezier / welchem Sr. Excell. zur rechten Hand gesetzt wurden. Der
Mauro Cordato× / als Interprete, stunde Sr. Excell. zur Seiten. An der
lincken Seiten gegen über saß rechter Hand der Teftedar oder Schatzmei
ster / und neben ihm noch ein Minister / die Herren Graffen und Edel=
Leuth von Sr. Excell. Gefolge / stunden beym Eingang / und bekleideten
solche gantze Seite. Wie Se. Excell. in den Divan kam / stunde keiner
von obgemelten Türckischen Ministris auff / es ward auch nichts gespro
chen / wie nun alles in angeführter Ordnung war / kamen streitige Par
theyen vor / mit zwey Zeugen; worüber in Gegenwart von 12. Cadis
oder Richtern (so sich 6. zu 6. zu beyden Seiten deß Groß=Vezier× ste
hend rangirten) ein Urthel gesprochen wurde / der Groß=Vezier× un
terzeichnete es selbst / und die Partheyen musten / nach kurtz geendigter
ihrer Sache / sich wieder retiriren. Nach diesem kam ein Effendi / und
brachte
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brachte eine Ordre von dem Groß=Sultan× / an den Groß=Vezier× / so in
fein Leinen eingeschürtzet war; Der Groß=Vezier× und alle Anwesende
stunden darbey auff / er küssete und truckte solche Ordre an seine Stirn /
bevor er dieselbe öffnete / buckte und setzte sich nebst den andern wieder
nieder; wie er die Ordre geöffnet hatte / küssete er selbige abermahl
auff vorgemelte Manier / stunde alsdann wiederumb auff / buckte /
und setzte sich hernach wieder nieder / ließ dieselbe dem Teftedar
communiciren und verlesen. Nach solcher Verlesung wurde das
Geld vor die Janitscharen in den Divan getragen / und ordentlich auff die
Erde in Beutels gelegt / allezeit 10. Beutel auff einen Hauffen / welcher
Hauffen ich 205. gezehlet / so zusammen 60000. Thaler außmachen. Nach
gehends rangirten sich die Oda=Bassen / oder Capitains vor der Thüre an /
nach dem Platze zu / an der Zahl 35. die Sorbaschi aber / oder Obristen /
deren 2. waren / kamen in den Divan / küsseten knyend den Saum von deß
Groß=Veziers× Beltze / und stelleten sich in die Ecke bey die Cavalliers /
ohnweit dem Teftedar. Hierauff wurden die Beutel laut abgezehlet / und
an die Thür getragen / woselbst sie von einem Zahlmeister angenommen /
und abermahl laut den Janitscharen Officiren fürgezehlet wurden / welche
selbige durch einige Janitscharen / so darzu in Ordnung gestellet waren /
an die Ecke nach dem Platze zu / zerstreuet hinwerffen musten / so offt 25.
Beutel abgezehlet waren / rieff der Zahlmeister den Namen von der Com
pagnie / oder Oda / für welche es seyn solte / so kam solche Oda in vollem
Lauff gerennet / und nahm die Beutels weg / wobey sich die Janitscharen
sehr stiessen / indeme es denselben eine Ehre ist / so einen Beutel bekom
men kan; Damit aber keine Disordre geschehe / gieng ihr Officier gleich
hinzu / und trieb die Streitigen mit dem Ermel von seinem Beltz wieder
zurück / hernach wurde eine andere Oda geruffen / und solches continuirete /
biß sie alle bezahlet waren. Nach den Janitscharen wurden die Artillerie
und Hof=Bediente / als Bostangi / (Gartner) und Capigi / (Thürhüter)
wie auch andere vornehme Bediente bezahlet / so aber die Beutels in Di
van empfiengen / und nicht darumb lieffen. Wann einer sein Geld be
kommen hatte vor seine Leuthe / gieng er bey dem Groß=Vezier× / küssete
demselben knyender den Saum seines Rocks / und gieng darauff lauffend /
mehrentheils rücklings / hinauß / welches Lauffen sie / als ein Zeichen der
Vergnügung und Respects achteten: Wie alles Geld außgetheilet war /
wurde der Teppich auß dem Gemach genommen / worunter eine andere
lag / welcher sauber gefegt war / gleich darauff brachten sie fünff runde Tür
ckische Tafflen / theils von Silber / theils von Metall / und versilbert / ohn
gefehr
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gefehr 3. Schuch in Diametro groß / in den Divan / praesenirtten Wasser
an den Groß=Vezier× / und Sr. Excell.× zugleich / hernach auch an die ande
re Veziers / und Anwesende / welchen vorher Tücher auff den Schoß gelegt
wurden / setzten hernach die erste Tafel vor den Groß=Vezier× / welchem sich
Se. Excell.× allein gegen über setzten / auff kleine überzogene Stühle / wei
len die Tafel nicht auff der Erden / sonder etwas erhoben gestellet war /
die andere Tafel wurde vor die beede Cadiliskiers gesetzet / so auch alleine
dabey sassen / die dritte vor den Kaimakan / und andere beede Veziers / wo
bey der Printz von Hollstein× / nebst 5. Grafen gesetzt wurde / die vierdte
wurde an die rechte Seiten vor den vierdten Vezier gesetzt / und dabey ei
nige Grafen und Cavalliers / die fünffte stund rechter Hand vor dem Tef
tedar / und dem bey sich habendenMinister / darzu auch einige Grafen vnd
Cavalliers gesetzt wurden / die übrigen von der Gesandtschafft wurden aus
ser / unter der Gallerie / bewirthet / und in dem Neben=Gemach die Chiaus
und Capigi=Bassa; Die Speisen wurden eine nach der andern / theils in
Kupffer=verzinnten / theils auch irdenen Geschirren / (weil sie / laut ihres
Alcorans / auß keinem Silber essen dörffen) auffgetragen / und bald wie
der abgenommen / auch stunden 6. Portelan=Coupen mit Cappern / und
dergleichen eingemachten Sachen auff der Tafel / so immer stehen blieben /
an statt der Messer wurden Löffel von Horn gegeben / der Speisen wurden
biß 30. auffgetragen / welche anfangs in Fleisch / Hüner / Tauben / und der
gleichen bestunden / mit Rosinen und Mandeln sehr bewürtzet / zu letzt aber
ein Reis / Nudeln / Gallarden / eingemachte und gekochte Früchte. Zum
Beschluß wurde eine kleinere Tafel mit 4. verguldten Coupen auff die er
ste Tafel gesetzt / darinn waren eingemachte Früchte / welche in häuffigem
kalten Zucker=Safft schwummen / hiezu wurden grosse hörnerne Löffel ge
geben / auch wurde einiges Gebackenes und Torten auffgesetzet. Nachde
me die Tafel auff gedachte Manier / ohngefehr eine halbe Stund / gehalten /
wurde selbige auffgehoben / und abermahl Wasser zum waschen praesen
tiret / das Getranck bestund in ambrirten Scherbeth. Nach geendigter
Tafel wurde der Hr. Bottschaffter× unter eine Gallerie von Marmor= und
Porphyrenen=Säulen / allwo die eine Wand mit schönem von Gold und
Silber reichlich gestickten Tapeten behangen war / geführet / hie wurden
die Cafftans außgetheilet; der jenige vor Sr. Excell.war mit Zobeln ge
füttert. Seine Excell. setzten sich auff die daselbst befindliche Banck / da
inzwischen die beede Cadeliskiers und der Groß=Vezier× / nebst denen an
dern Veziers und Ministers / so im Divan gewesen / und vor welchen 2.
Chiaus=Bassa mit grossen silbern Stäben hergiengen / und immer mit
densel=
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denselben hart an die Erde stiessen / sich nach deß Kaysers× Gemach bega
ben / da dann zu gleicher Zeit die Kayserl. Praesenten / so bißher unter ei
ner Gallerie exponirt gestanden / auch hinein getragen wurden; umb ei
ne kleine Zeit kamen 6. Capigi oder Thürhüter / und meldeten Sr. Excell.
daß es Zeit zur Audientz seyn würde / worauff einige Capigi=Bassa kamen /
deren zween Se. Excell. in die Mitte nahmen / und selbige unter die Ach
seln haltend / nach dem Audientz=Gemach / so mit weissen Beschnittenen be
wahret ware / zuführeten / die Cavalliers / so mit zur Audientz kamen / wur
den auch durch diese Chiaus=Bassa beym Armb hinein geführet. Die
Gallerie / so man passiren muste / wie auch das Audientz=Gemach / war mit
den köstlichsten Teppichen / mit Gold / Silber und Perlen reichlich ge
stickt / so wohl an den Boden als Wänden bekleidet. Der Plat Fond, oder
die Decke deß Gemachs / war auff Indianische Manier mit Laubwerck von
allerhand Colören und Golde künstlich gezieret / bey der Einkunfft in das
Audientz=Gemach / macheten Se. Excell. wie auch alle andere übrige Ca
vallier (von welchen keiner / wie auch Ihr Excell keinen Säbel oder Sei
ten=Gewehr trug) eine sehr tieffe Haubt=Neigung / worzu die Chiausen
und Capigi=Bassen gute Hülffe gaben. Der Türckische Kayser× saß / auff
Türckische Manier / auff dem Sopha oder Thron / so ungefehr 3. Schuch
hoch war / und in der Ecken gegen der rechten Hand stunde / Se. Majest.×
hatten grosse guldene mit Diamanten versetzte Knöpffe im Beltz / und der
gleichen sehr reiche Schleüffen darauff. Am Turban aber war ein unge
mein schönes Kleinod / der Sopha war mit geschlagenen vnd verguldeten
Silber überzogen / auch mit Edelgesteinen besetzt / die Bölster waren mit
grossen Perlen gestickt / der Himmel ruhete an einem Ende auff einer nicht
gar starcken Säulen / so mit Steinen besetzt war / wie auch der Camin.
Oben an dem Himmel hiengen an jeder Seiten 3 zimbliche grosse gulde
ne Kugel / unten mit guldenen und Perlen=Quasten gezieret. Der Groß=
Vezier×
stund dem Kayser× rechter Hand neben dem Thron / die andern Ve
ziers aber stunden in einer Reyhen neben der Wand / Se. Excell. stunden
gegen der Ecke vom Thron über / und thaten Ihre Rede in Latein / so der
Mauro Cordato× (welcher Sr. Excell. zur Seiten stund) dem Kayser× ver
dolmetschete. Wie nun hierauff von dem Groß=Vezier× ein Zeichen ge
geben worden / überreicheten Se. Excell. ihme das Kayserl. Creditiv-
Schreiben in einen Beutel von Drap' D'or. Der Groß=Vezier× legte es
neben dem Groß=Sultan× auff den Sopha nieder / und hierauff beurlau
beten Sich Se. Excell. mit abermahliger tieffen Reverentz / und wurden
zu
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zu Fuß an den Orth / wo Sie abgestiegen / wieder geführet / da Sie Sich
wieder zu Pferde setzeten / und daselbst so lange hielten / biß die Janitscha
ren mit ihren Beutels auff den Schultern in vollem Lauff auß dem Serail
lieffen / wie auch die übrige Bediente und gantze Hofstatt / biß auff den
Groß-Vezier× / alle nach ihrer Ordnung auffs schön= und reichsten auffge
butzten Pferden herauß geritten war. Wie solches alles vorbey / folgeten
Se. Excell. mit dero Suite in der Ordnung / wie Sie gekommen / und
marschirten wieder nach deß Fürsten von Moldau× Pallast / da Sie abstie
gen / und mit einer Collation von Confecturen sehr magnificq regaliret
wurden / welches ohngefehr eine Stunde währete. Nach diesem allem /
embarquirte sich die Gesandtschafft über das Wasser zu setzen / stie
gen am Ufer bey Galatha× wieder zu Pferde / und kame gegen
5. Uhr Abends wieder in dero Quartier / womit
sich dieser Actus geendiget.

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