<rdf:RDF xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:rdfs="http://www.w3.org/2000/01/rdf-schema#" xmlns:owl="http://www.w3.org/2002/07/owl#" xmlns:skos="https://gams.uni-graz.at/skos/scheme/o:oth/#" xmlns:t="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:dcterms="http://purl.org/dc/terms/" xmlns:gams="https://gams.uni-graz.at/o:gams-ontology#" xmlns:qhod="https://gams.uni-graz.at/o:qhod.ontology#"><qhod:Source rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.pp.hbg.17000324"><gams:isMemberOfCollection rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/context:owip" /><qhod:subProject xml:lang="de">Die Großbotschaften Wolfgang IV. zu Oettingen-Wallersteins und Elçi İbrahim Paşas (1699–1701)</qhod:subProject><qhod:title xml:lang="de">Außführliche Relation, über die / jüngsthin herauß gegebene Einzugs=Beschreibung deß Kayserl. Pottschaffters / Ihro Excell. Herrn Graffens von Oetingen / in die Statt Constantinopel / in Weitläufftigkeit / und mit mehrern Formalitäten / leßwürdig beschrieben / und dahero denen curieusen Liebhabern in Druck befördert wirdet</qhod:title><qhod:title xml:lang="en">Detailed report on the recently published description of the entry of the Imperial Ambassador, His Excellency Count of Oettingen, into the city of Constantinople, described in detail and with several formalities, in a pleasant manner, [which] is therefore being published in print for the curious enthusiasts</qhod:title><qhod:title xml:lang="tr" /><qhod:creator>unknown</qhod:creator><qhod:language>de</qhod:language><qhod:date>1700</qhod:date><qhod:type xml:lang="en">pamphlet</qhod:type><qhod:type xml:lang="de">Flugschrift</qhod:type></qhod:Source><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.pp.hbg.17000324#head.1"><gams:text>Außführliche RELATION, So über die / jüngsthin herauß gegebene Einzugs=Beschreibung deß Kayserl. Pottschaffters / Ihro Excell. Herrn Graffens von Oetingen / in die Statt Constantinopel/ in Weitläufftigkeit / und mit mehrern Formalitäten / leßwürdig beschrieben / und dahero denen curieusen Liebhabern in Druck befördert wirdet.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:owip.pp.hbg.17000324" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.pp.hbg.17000324#p.1"><gams:text>Den 24. Martij / 1700.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:owip.pp.hbg.17000324" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.pp.hbg.17000324#p.2"><gams:text>Auß Constantinopel / vom 19. Februarii / Anno 1700. Wir seynd nunmehro glücklich und wohl allhie angelangt / und haben schon zwey Audientzen gehabt / davon ich diese Particularia zu communiciren nicht unterlassen wollen / wie die Gesandtschafft den 8. Febr ohngefehr anderthalb Stund von Constantinopel war / kam (1) der Spahrsilar Agassi oder General von der Cavallerie. (2) Der Chiaus Bassa / und (3) ein Capigi Bassa mit einem grossen Gefolge von Chiausen und andern berittenen Türcken deroselben entgegen / und wurde / nach beyderseitig abgelegten Complimenten / von denen selben in ein allda befindliches Hauß geführet / und mit einer Türckischen Mahlzeit / so etwas mehr als eine halbe Stund daurete / bewirthet / die Engel= und Holländ. Abgesandten schicketen einige von dero Bedienten dahin / umb den Kays. Pottschaffter zu complimentiren / sandten auch dabey ihre Hand=Pferdt / umb den Einzug desto ansehnlicher zu machen: Bey dem Einzug wurde fast eben die Ordnung / wie zu Wienn / und zu Bellgrad gehalten / ohne daß viel Chiausen denselben vermehreten / so vor denen Cavalliers her ritten. Sr. Excell. aber wurden durch obgemelte 3. Türcken begleitet / auch marschirten an beeden Seiten die Janitscharen mit Gewehr / so uns ins letzte Quartier nach Ponte Piccolo entgegen kommen waren. Weit vor Con= stantinopel herauß sahe man eine unzählige Menge Türcken und andere Nationes, umb die Gesandtschafft zu sehen. Wie die Gesandtschafft in die Stadt kam / sahe man alle Gassen / so dieselbe passirte / mit Janitscharen an beeden Seiten begleitet / und mit Volck biß auff die Dächer überhäufft / und weil es sehr mühsamb wurde gewesen seyn / den gantzen Train zu embarquiren / und nach Pera / wo die Gefandtschafft logiren solte solte / zu übersetzen / musten wir eine grossen Detour machen / umb eine Brücke zu passiren / so / daß wir erst Abends umb 7. Uhr / nachdem wir 11. Stund zu Pferdt gesessen / mit Fackeln ins Quartier kahmen.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:owip.pp.hbg.17000324" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.pp.hbg.17000324#p.3"><gams:text>Noch diesen Abend / und deß andern Morgens / wurde Se. Excell: von andern außwärtigen Abgesandten complimentiret / und liessen ein gleiches an dieselbe wieder thun. Der Groß=Vezier regalirte auch selbigen Tages Se. Excell. mit allerhand Früchten / und Blumen / welches die gewöhnliche Türckische Præsenten seynd.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:owip.pp.hbg.17000324" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.pp.hbg.17000324#p.4"><gams:text>Den 13ten hatten Se. Excell. die Audientz bey dem Groß=Vezier und wurden en passant von dem Fürsten von Moldau (an dessen Palais die Gesandtschafft sich debarquirte) mit Cafee auff Türckische Manier tractirt, biß in dessen der Chiaus Bassa mit den benöthigten Pferdten daselbst angekommen / und Se. Excell. empfangen kunte: Bey solcher Audientz gieng ausser denen gewöhnlichen Ceremonien nichts sonderliches vor / als daß der Groß=Vezier erst nach Sr. Excell. ins Audientz=Gemach kame. Wie Ihre Excell. bewillkommet wurde / rieffen die anwesende Türcken (dero Characters ich noch nicht erfahren können) laut zu zweymahlen. Es lebe der Kayser?</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:owip.pp.hbg.17000324" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.pp.hbg.17000324#p.5"><gams:text>Nachdem sie sich beederseits gegen einander über gesetzt / wurde der Cafee und Scherbet mit ihren Ceremonien præsentirt, nach welchem die Kays. Præsenten überliffert / dagegen aber an die Gesandtschafft die Cafftans außgetheilet wurden / unter welchen der vor Se. Excell. mit Zobel gefüttert war. Worauff sich die Gesandtschafft beurlaubte / und in voriger Ordnung wieder nach dero Quartier kehrete;</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:owip.pp.hbg.17000324" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.pp.hbg.17000324#p.6"><gams:text>Den 16ten Morgens umb 7. Uhr kamen wir vor Sr. Excell. Quartier in gewöhnlicher Ordnung / wiewohl ohne Trompeten= und Paucken= Klang (wie bey deß Groß=Veziers Audientz geschehen) an das Wasser / wieder zusammen / wozu abermahls der Engel= und Holländische Ambassadeur die Pferdte mit reicher Equipage herliehen. Nachdem diese gantze Suite mit kleinen Barquen übergangen / und an deß Printzen von Moldau Hauß abgestiegen war / funden wir daselbst den Chiaus Bassa / nebst dem Capigi Bassa / und 6. Chiausen / so Se. Excell. empfiengen / und sehr schöne Pferdte / umb die Gesandtschafft beritten zu machen / praesentirten; Hierauff stieg alles zu Pferdt / und die Gesandtschafft nahm in gewöhnlicher Ordnung den Weeg nach dem Serail zu / der Chiaus Bassa / so Se. Excell. führete / ritte derselben zur rechten Hand / wiewohl etwas zurück / er war mit dem Cafftan bekleidet / und trug einen grossen silbern Staab in der Hand. Wie wir in den Serail durch das erste A2 ste Thor / so den Eysen war / kamen / ritten wir Zwischen rangirten Janitscharen / und grosser Menge Türcken und Volcks (so überall / wo wir passirten / häuffig zulieff) biß an das andere Thor. Hier muste alles / wie auch Se. Excell. selbst / absteigen / und zu Fuß hinein gehen / kaum waren Se. Excell. durch das Thor / da ohngefehr 11000. Janitscharen (der Türcken Außsage nach) nach vielen Beutels mit Geld / und Schüsseln mit gekochtem Reiß / so beedes in Ordnung rechter Hand im Platze an die Erde geleget war / mit grosser Furie lieffen / und ein jeder sich mit dem / so er erhaschen kunte / bereicherte / die meisten aber lehr zuruck in ihren vorigen Platz kehrten; inzwischen wurden Se. Excell. von dem Chiaus Bassa in den Divan geführt / allwo an der Seite gegen der Thür über / lincker Hand / sassen erstlich der Asiatische / hernach der Europäische Cadiliskier / so beyde ungemein grosse Turbans / der erste einen weissen / der andere aber einen grünen trug / weil er von deß Mahomets Geschlecht herstammen soll. Nach etwas distance vor den Muffti; (so nicht zugegen war) saß der Groß=Vezier recht in der Mitte / und unter einem Fenster / ohngefehr 2. Schuh breit / und hoch / mit dicken Gegitter und eysern Trailles versehen / wo der Groß=Sultan zu sitzen pflegt / und alles hören und sehen kan / was in dem Divan vorgehet / sonder / daß er gesehen wird. Nachdem Groß=Vezier sassen noch 3. Veziers / welche erste beede Schwestern von dem Groß=Sultan / und der dritte eine Tochter vom Vezier haben sollen / so sagen auch die meiste / daß der erste der Kaimakan oder Gouverneur von Constantinopel / der andere Capitain Bassa oder Admiral über das weisse und schwartze Meer / und der dritte Sangi Bassa oder Reichs=Cantzler gewesen sey / an der rechten Seiten saß noch ein Vezier / welchem Sr. Excell. zur rechten Hand gesetzt wurden. Der Mauro Cordato / als Interprete, stunde Sr. Excell. zur Seiten. An der lincken Seiten gegen über saß rechter Hand der Teftedar oder Schatzmeister / und neben ihm noch ein Minister / die Herren Graffen und Edel= Leuth von Sr. Excell. Gefolge / stunden beym Eingang / und bekleideten solche gantze Seite. Wie Se. Excell. in den Divan kam / stunde keiner von obgemelten Türckischen Ministris auff / es ward auch nichts gesprochen / wie nun alles in angeführter Ordnung war / kamen streitige Partheyen vor / mit zwey Zeugen; worüber in Gegenwart von 12. Cadis oder Richtern (so sich 6. zu 6. zu beyden Seiten deß Groß=Vezier stehend rangirten) ein Urthel gesprochen wurde / der Groß=Vezier unterzeichnete es selbst / und die Partheyen musten / nach kurtz geendigter ihrer Sache / sich wieder retiriren. Nach diesem kam ein Effendi / und brachte brachte eine Ordre von dem Groß=Sultan / an den Groß=Vezier / so in fein Leinen eingeschürtzet war; Der Groß=Vezier und alle Anwesende stunden darbey auff / er küssete und truckte solche Ordre an seine Stirn / bevor er dieselbe öffnete / buckte und setzte sich nebst den andern wieder nieder; wie er die Ordre geöffnet hatte / küssete er selbige abermahl auff vorgemelte Manier / stunde alsdann wiederumb auff / buckte / und setzte sich hernach wieder nieder / ließ dieselbe dem Teftedar communiciren und verlesen. Nach solcher Verlesung wurde das Geld vor die Janitscharen in den Divan getragen / und ordentlich auff die Erde in Beutels gelegt / allezeit 10. Beutel auff einen Hauffen / welcher Hauffen ich 205. gezehlet / so zusammen 60000. Thaler außmachen. Nachgehends rangirten sich die Oda=Bassen / oder Capitains vor der Thüre an / nach dem Platze zu / an der Zahl 35. die Sorbaschi aber / oder Obristen / deren 2. waren / kamen in den Divan / küsseten knyend den Saum von deß Groß=Veziers Beltze / und stelleten sich in die Ecke bey die Cavalliers / ohnweit dem Teftedar. Hierauff wurden die Beutel laut abgezehlet / und an die Thür getragen / woselbst sie von einem Zahlmeister angenommen / und abermahl laut den Janitscharen Officiren fürgezehlet wurden / welche selbige durch einige Janitscharen / so darzu in Ordnung gestellet waren / an die Ecke nach dem Platze zu / zerstreuet hinwerffen musten / so offt 25. Beutel abgezehlet waren / rieff der Zahlmeister den Namen von der Compagnie / oder Oda / für welche es seyn solte / so kam solche Oda in vollem Lauff gerennet / und nahm die Beutels weg / wobey sich die Janitscharen sehr stiessen / indeme es denselben eine Ehre ist / so einen Beutel bekommen kan; Damit aber keine Disordre geschehe / gieng ihr Officier gleich hinzu / und trieb die Streitigen mit dem Ermel von seinem Beltz wieder zurück / hernach wurde eine andere Oda geruffen / und solches continuirete / biß sie alle bezahlet waren. Nach den Janitscharen wurden die Artillerie und Hof=Bediente / als Bostangi / (Gartner) und Capigi / (Thürhüter) wie auch andere vornehme Bediente bezahlet / so aber die Beutels in Divan empfiengen / und nicht darumb lieffen. Wann einer sein Geld bekommen hatte vor seine Leuthe / gieng er bey dem Groß=Vezier / küssete demselben knyender den Saum seines Rocks / und gieng darauff lauffend / mehrentheils rücklings / hinauß / welches Lauffen sie / als ein Zeichen der Vergnügung und Respects achteten: Wie alles Geld außgetheilet war / wurde der Teppich auß dem Gemach genommen / worunter eine andere lag / welcher sauber gefegt war / gleich darauff brachten sie fünff runde Türckische Tafflen / theils von Silber / theils von Metall / und versilbert / ohngefehr gefehr 3. Schuch in Diametro groß / in den Divan / praesenirtten Wasser an den Groß=Vezier / und Sr. Excell. zugleich / hernach auch an die andere Veziers / und Anwesende / welchen vorher Tücher auff den Schoß gelegt wurden / setzten hernach die erste Tafel vor den Groß=Vezier / welchem sich Se. Excell. allein gegen über setzten / auff kleine überzogene Stühle / weilen die Tafel nicht auff der Erden / sonder etwas erhoben gestellet war / die andere Tafel wurde vor die beede Cadiliskiers gesetzet / so auch alleine dabey sassen / die dritte vor den Kaimakan / und andere beede Veziers / wobey der Printz von Hollstein / nebst 5. Grafen gesetzt wurde / die vierdte wurde an die rechte Seiten vor den vierdten Vezier gesetzt / und dabey einige Grafen und Cavalliers / die fünffte stund rechter Hand vor dem Teftedar / und dem bey sich habendenMinister / darzu auch einige Grafen vnd Cavalliers gesetzt wurden / die übrigen von der Gesandtschafft wurden ausser / unter der Gallerie / bewirthet / und in dem Neben=Gemach die Chiaus und Capigi=Bassa; Die Speisen wurden eine nach der andern / theils in Kupffer=verzinnten / theils auch irdenen Geschirren / (weil sie / laut ihres Alcorans / auß keinem Silber essen dörffen) auffgetragen / und bald wieder abgenommen / auch stunden 6. Portelan=Coupen mit Cappern / und dergleichen eingemachten Sachen auff der Tafel / so immer stehen blieben / an statt der Messer wurden Löffel von Horn gegeben / der Speisen wurden biß 30. auffgetragen / welche anfangs in Fleisch / Hüner / Tauben / und dergleichen bestunden / mit Rosinen und Mandeln sehr bewürtzet / zu letzt aber ein Reis / Nudeln / Gallarden / eingemachte und gekochte Früchte. Zum Beschluß wurde eine kleinere Tafel mit 4. verguldten Coupen auff die erste Tafel gesetzt / darinn waren eingemachte Früchte / welche in häuffigem kalten Zucker=Safft schwummen / hiezu wurden grosse hörnerne Löffel gegeben / auch wurde einiges Gebackenes und Torten auffgesetzet. Nachdeme die Tafel auff gedachte Manier / ohngefehr eine halbe Stund / gehalten / wurde selbige auffgehoben / und abermahl Wasser zum waschen praesentiret / das Getranck bestund in ambrirten Scherbeth. Nach geendigter Tafel wurde der Hr. Bottschaffter unter eine Gallerie von Marmor= und Porphyrenen=Säulen / allwo die eine Wand mit schönem von Gold und Silber reichlich gestickten Tapeten behangen war / geführet / hie wurden die Cafftans außgetheilet; der jenige vor Sr. Excell.war mit Zobeln gefüttert. Seine Excell. setzten sich auff die daselbst befindliche Banck / da inzwischen die beede Cadeliskiers und der Groß=Vezier / nebst denen andern Veziers und Ministers / so im Divan gewesen / und vor welchen 2. Chiaus=Bassa mit grossen silbern Stäben hergiengen / und immer mit densel= denselben hart an die Erde stiessen / sich nach deß Kaysers Gemach begaben / da dann zu gleicher Zeit die Kayserl. Praesenten / so bißher unter einer Gallerie exponirt gestanden / auch hinein getragen wurden; umb eine kleine Zeit kamen 6. Capigi oder Thürhüter / und meldeten Sr. Excell. daß es Zeit zur Audientz seyn würde / worauff einige Capigi=Bassa kamen / deren zween Se. Excell. in die Mitte nahmen / und selbige unter die Achseln haltend / nach dem Audientz=Gemach / so mit weissen Beschnittenen bewahret ware / zuführeten / die Cavalliers / so mit zur Audientz kamen / wurden auch durch diese Chiaus=Bassa beym Armb hinein geführet. Die Gallerie / so man passiren muste / wie auch das Audientz=Gemach / war mit den köstlichsten Teppichen / mit Gold / Silber und Perlen reichlich gestickt / so wohl an den Boden als Wänden bekleidet. Der Plat Fond, oder die Decke deß Gemachs / war auff Indianische Manier mit Laubwerck von allerhand Colören und Golde künstlich gezieret / bey der Einkunfft in das Audientz=Gemach / macheten Se. Excell. wie auch alle andere übrige Cavallier (von welchen keiner / wie auch Ihr Excell keinen Säbel oder Seiten=Gewehr trug) eine sehr tieffe Haubt=Neigung / worzu die Chiausen und Capigi=Bassen gute Hülffe gaben. Der Türckische Kayser saß / auff Türckische Manier / auff dem Sopha oder Thron / so ungefehr 3. Schuch hoch war / und in der Ecken gegen der rechten Hand stunde / Se. Majest. hatten grosse guldene mit Diamanten versetzte Knöpffe im Beltz / und dergleichen sehr reiche Schleüffen darauff. Am Turban aber war ein ungemein schönes Kleinod / der Sopha war mit geschlagenen vnd verguldeten Silber überzogen / auch mit Edelgesteinen besetzt / die Bölster waren mit grossen Perlen gestickt / der Himmel ruhete an einem Ende auff einer nicht gar starcken Säulen / so mit Steinen besetzt war / wie auch der Camin. Oben an dem Himmel hiengen an jeder Seiten 3 zimbliche grosse guldene Kugel / unten mit guldenen und Perlen=Quasten gezieret. Der Groß= Vezier stund dem Kayser rechter Hand neben dem Thron / die andern Veziers aber stunden in einer Reyhen neben der Wand / Se. Excell. stunden gegen der Ecke vom Thron über / und thaten Ihre Rede in Latein / so der Mauro Cordato (welcher Sr. Excell. zur Seiten stund) dem Kayser verdolmetschete. Wie nun hierauff von dem Groß=Vezier ein Zeichen gegeben worden / überreicheten Se. Excell. ihme das Kayserl. Creditiv- Schreiben in einen Beutel von Drap' D'or. Der Groß=Vezier legte es neben dem Groß=Sultan auff den Sopha nieder / und hierauff beurlaubeten Sich Se. Excell. mit abermahliger tieffen Reverentz / und wurden zu zu Fuß an den Orth / wo Sie abgestiegen / wieder geführet / da Sie Sich wieder zu Pferde setzeten / und daselbst so lange hielten / biß die Janitscharen mit ihren Beutels auff den Schultern in vollem Lauff auß dem Serail lieffen / wie auch die übrige Bediente und gantze Hofstatt / biß auff den Groß-Vezier / alle nach ihrer Ordnung auffs schön= und reichsten auffgebutzten Pferden herauß geritten war. Wie solches alles vorbey / folgeten Se. Excell. mit dero Suite in der Ordnung / wie Sie gekommen / und marschirten wieder nach deß Fürsten von Moldau Pallast / da Sie abstiegen / und mit einer Collation von Confecturen sehr magnificq regaliret wurden / welches ohngefehr eine Stunde währete. Nach diesem allem / embarquirte sich die Gesandtschafft über das Wasser zu setzen / stiegen am Ufer bey Galatha wieder zu Pferde / und kame gegen 5. Uhr Abends wieder in dero Quartier / womit sich dieser Actus geendiget.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:owip.pp.hbg.17000324" /></qhod:Text></rdf:RDF>