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Allerdurchleuchtigst großmächtigst undt un-
überwindtlichster römischer kayßer×, auch zu Hungarn×
undt Böheimb× könig.
Allergnädigster herr!

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Euer kay. May.× wirdt der courrier Soeteri× meine beyde
auß Sophia× erlassene allerunderthänigste berichte von dem 8. dieses, son-
derlich wie ich meine rayß biß dahin continuiret, überbracht haben. Den gefolg-
ten tag darauff, nemblichen den 9. eiusdem bin ich von dahr, wie auß vori-
gen orthen fruhe umb halber 6 uhr auffgebrochen, undt auch ohne einige be-
gleithung nacher Kalkali×, den 10. nacher Saribrod×, undt den 11. nacher
Scharkoi×, welches vor einigen jahren der graff styhrumbische obrist lieute-
nannt Schenkendorff×
besezter gehalten, gekhommen, welche alle schlechte
orth seindt. Vor diesem lezten seindt aber mahl mehr, alß eine halbe stundt
weith, ohngefehr 150 Türckhen zu pferdt, sambt zweyen officieren gestandten,
mich gahr hinein zu begleithen. Den gefolgten morgen, alß den 12., bin ich na-
cher Damianiza auffgebrochen, allwo es nicht allein die gantze nacht zuvor,
sondern auch fast selben gantzen tag geschnihen, geregnet, undt gefrohren, auch
der windt alßo gewehet, daß ich vermeinet, ohnmöglich zu seyn, selben orth
zu erreichen. Wie ich dann in die 8 stundt in einem zug dahin gefahren, der
größte theill meiner bagage, undt fuhren, sambt villen meiner leuthen haben
gahr auff den großen berg in dem waldt bleiben müessen, deren theillß mich
erst gestern allhier eingehohlet. Weillen nuhn das wetter erst berührter massen
so schlecht, undt die kälte so gros, so wahre das ärgeste, daß der orth meines
nachtlager damit correspondirete, welches noch übler, alßo daß der mehrere
theill meiner cavallier, undt leuthe, wie auch ich selbsten under, undt wir mit-
einander in ställen vorlieb nehmen, unß behelffen, undt der kälte ihre opera-
tion lassen müessen. Dergestallt, daß es eine große gnadt von Gott, daß
dato noch niemandt davon erkranckhet. Sambstag, den 13. bin ich über das
große gebirg dem Hemum genanndt, allhier angelanget. Allwo mich 2 fähnlein
Türckhen, fast eine gantze stundt weith empfangen, meine gutschen zwischen ihnen
beyden genohmen, undt biß in mein quartier (welches vor diesem graff Qui-
do von Stahrnberg×
bey zeith der innhabung dieses orth bewohnet) dahin auch die
guarnison auff beyden seithen der gassen in gewehr gestandten, begleithet, undt [54v]
alß ich die pruckhen passirte, die stuckh umb die statt los gebrennt. Wo-
selbsten ich biß heuth den dritten tag zu verbleiben gemüssiget worden, theillß
damit ich meine leuthe wider zusammen gebracht, selbe etwas erwärmben, undt
die ross außruhen lassen, vornemblich aber, daß allhier neue vorspann
gegeben, undt alle päckhe umbgeladen werden müeßen, die fuhren aber da-
rumben nicht alle vorhandten wahren, weillen der bahsa von Sophia× (deme
das interims commando zu Belgrad× gegeben wordten) dieselbe nacht allhier
in eben diesen hauß logieret, undt einige stundt vor meiner ankhunfft abge-
rayßet, ein großer theill der für mich bestellten wägen, mit sich genoh-
men, undt erst andere beygeschaffet werden müessen, welche wann sie heuth
noch alle zusamben khommen, ich morgen mit dem tag in dem geleydt Got-
tes auffbrechen, gegen Belgrad× zu marchiren, undt die nacht über zu
Raschina× verbleiben werdte. Weillen nuhn ohnmöglich ist, biß nach ersagten
Belgrad× ohne anderweithen rast tag zu khommen, undt alßo mit denen
Türckhen resolviret werdten, zu Jagodina× einen, wo nicht gahr zwey
derselben zu machen, undt ich derentwegen schwährlich vor dem 25. oder 26.
dieses
dahin gelangen, undt von dannen es noch 3 marche biß nacher
Salankement×, daß alßo (indeme mir nicht bewußt, ob, undt wie lang
mich zu mehr ersagten Belgrad×, oder in selber gegendt werdte auffhal-
ten müessen) die außwechßlung nicht wohl vor dem 30. Novembris, oder ersten
Decembris
wirdt geschehen khönnen, woselbsten euer kay. May.× aller-
gnädigsten befelch ich längstens zu erlangen verhoffe, ob, undt wo ich an-
noch, auch wie lang eine quarantana zu machen, undt welchen weeg dieß-
oder jenseiths der Donau alßdann nacher Wienn× zu nehmen habe, undt
ob denen leuthen, wordurch der türckhische pottschaffter× seinen hin- undt her-
weeg gemachet, der dritte neue march nicht zu schwähr fallen, oder ob ich
jenseiths der Donau mit so vill leuthen, undt pferdt, die gelegenheit
zum underkhommen, undt die benöthigte vorspann von fuhren, undt ross,
nach außweiß deren euer kay. May.× auß Sophia× überschickhten [57r]
specification, werdte haben khönnen, indeme ich, wie gemeldet, in mei-
nem gefolg (ohne etlich undt 70 erlösten, undt frey gemachten Christen)
über 300 persohnen habe. Indessen berichte hiermit in underthänigkheit,
daß, obschon biß dahehro für verläßlich berichtet wordten, daß der bahsa
von Sophia× an statt deß ermordeten seraskier× zu Belgrad× für beständig
angesezet, undt auch seraskier wordten, gestern abendts doch ein türckhischer
courrier hier durch gerayßet, der mitgebracht, daß dieser nur pro interim
angesezet, undt einer nahmens Hahsan Bahsa,
von Solanick×, oder Tehsalonica× anbey
pascha uber 12.000 köpff bestehendter
landtmiliz Surken genandt,

darzu resolviret worden.
Welches villeicht auch eine enderung bey der außwechßlung, undt mir eine
difficultät geben wirdt, mit ihm alß pro interim, zusamben zu khommen,
da ich doch wegen ein- undt andern von euer kay. May.× mir
nach undt nach allergnädigst committirten, selben nicht wohl werdte prae-
feriren khönnen. Ich werde aber nicht ermanglen, wann anderst, wie ich
hoffe, einer der dahin geschickhten courrier inmittelst wider zuruckh khom-
met, von ersagten Belgrad× auß von ein- undt andern, undt dem
verlauff meiner dahin rayß allerunderthänigst weither parte zu geben.
Dero mich zu kay. huldten undt gnaden allerunderthänigst gehor-
sambst empfehle.


Eure rom. kay. may.×
allerundterthenigst gehorsambster


Wollf g. z. Öttingen× m. p.
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Nachweis und Zitiervorschlag zu diesem Dokument: Siehe hier.








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