<rdf:RDF xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:rdfs="http://www.w3.org/2000/01/rdf-schema#" xmlns:owl="http://www.w3.org/2002/07/owl#" xmlns:skos="https://gams.uni-graz.at/skos/scheme/o:oth/#" xmlns:t="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:dcterms="http://purl.org/dc/terms/" xmlns:gams="https://gams.uni-graz.at/o:gams-ontology#" xmlns:qhod="https://gams.uni-graz.at/o:qhod.ontology#"><qhod:Source rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17001024.1"><gams:isMemberOfCollection rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/context:owip" /><qhod:subProject xml:lang="de">Die Großbotschaften Wolfgang IV. zu Oettingen-Wallersteins und Elçi İbrahim Paşas (1699–1701)</qhod:subProject><qhod:title xml:lang="de">Wolfgang IV. zu Oettingen-Wallerstein an Kaiser Leopold I., Svilengrad, 24. Oktober 1700</qhod:title><qhod:title xml:lang="en">Wolfgang IV zu Oettingen-Wallerstein to emperor Leopold I, Svilengrad, October 24, 1700</qhod:title><qhod:title xml:lang="tr" /><qhod:creator>Wolfgang IV. Oettingen-Wallerstein</qhod:creator><qhod:language>de</qhod:language><qhod:date>1700-10-24</qhod:date><qhod:type xml:lang="de">Brief</qhod:type><qhod:type xml:lang="en">letter</qhod:type></qhod:Source><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17001024.1#p.1"><gams:text>Zu folge meines den 18. Septembris auß Constantinopel allerunder- thänigst abgelassenen, habe ich Erchtag, den 21. darauff bey dem gros sulthan meine abschiedt audienz, aber nicht mit eben der solenni- tät, wie bey meiner dahin khunfft, undt zwahr erstlich meiner seiths so vill cavallier, nicht gehabt, die mich begleithet, weillen mich allschon underthänigst berührter massen, beynahe der halbe theill derselben ver- lassen, theillß nacher Jerusalem, einer nacher Maltha, andere nacher Rohm, undt weither in Italiam, andere gahr in Franckhreich gegangen, undt ihnen zu Constantinopel die zeith zu lang wordten. Ex parte deß türckhischen hoff, hatt der tschausch bahsa, den großen weeg durch die statt abzukürtzen, mit meiner approbation mich nicht, wie voriges mahl deß jetzigen moldauischen fürsten behaußung, zumahlen es sich auch wegen desselben inmittelst erfolgter exaltation nicht alßo wohl schickhen wollen, sondern bey der scala deß canals, vill näher gegen dem serraglio, auch nicht mit so villen tschauschen, empfangen, abgehohlet, undt zur audienz begleithet. Dabey aber wider, wie das erste mahl gesuchet, daß ich neben ihme zur linckhen handt reithen möge, so ich aber eben so wenig, alß das vorige mahl gethan, sondern hinder ihm geblieben, undt damit den ober orth actu be- ständtig behauptet. Worüber er die ursach zu wissen verlanget, deme der von Lakowiz an statt meiner geandtworttet, daß ich es nicht thuen, noch gestatten khönne, oder werdte, sondern meiner antecessoren vestigiis insueriren müesse. Undt weillen er vermeinet, daß ihme die ober stelle derentwegen, daß er den gradum alß vesier von drey scheriffen in Natolia habe, gebühre, gesagt, daß er dießfalls nicht qua talis, sondern allein alß hoff marschall, undt tschausch bahsi consideriret werdte. Es wahre auch der concurs der leuthen bey weithen so gros nicht, alß daß erste mahl, weillen sie schon verfürwitzet, undt bey einer zeithen so villen anwesenden gesandten, der audienzien gewohnet. Alß ich in den ersten hoff deß serraglio khame, bin ich wider bey dem stein vor dem innern thor abgestiegen, woselbsten der gros vesier, undt alle vornehme von hoff auff- undt abzusitzen, undt weither niemandts zu reithen pfleget, von dahr von ersagten tschausch und meinem capidschi, auch tornutschi, undt dreyen tschorbatschen zu fues in den innersten hoff (woselbsten zwahr die janitscharen in großer anzahl, wie voriges mahl gestandten, undt in meinen vorbey gehen zu denen angerichteten schüsseln ge- loffen. Sie empfingen aber wegen mangel deß geldt selbes nicht, wie voriges mahl, dero bezahlung) undt sodann in dem divan ge- führet worden, darinnen auff denen vesier bänckhen, der neue vesier vesier, der alßo genannte Cuperli Numan Bahsa mehrer wahre, alß bey meiner ersten audienz, undt an statt deß gewesten teffterdar, der an seine stelle neu angenohmene. Baldt nach meinen eintritt in den divan khame auch der gros vesier zu einer andern thür hinein ge- gangen, den ich in seinen vorbey gehen mit einer reverenz grüßete, er sich gegen mir geneiget, undt gleich auff sein orth verfügete, da- rauff ich wider auff das jenige, wo ich voriges mahl gewesen, verwisen wurdte. Nachdem tratten einige partheyen ein, undt brachten ihre anligen dem vesier schrifft- undt mündtlich vor. Darüber wurdten ihre gegentheille gehört, undt verbescheidet, gingen sodann wider da- von. Es wurdten auch einige resolutiones, oder bescheidte mit dem kay. zeichen durch oberwehnten nischandsche bahsa, in mea praesentia, undt neben mir, signiret. So forth bereithete man zur taffel, undt gabe dem vesier, undt mir an dem orth, wo wir sassen, zugleich die handt tüchel, sodann jeden mit einem absonderlichen gieß- beckhen zu waschen, undt diesemnach aller übrigen auff den bänckhen herumbsitzenden vesieren, undt ministris. Alßdann truge man ein rundtes silbernes taffel blatt für dem vesier, undt mich herbey, legete selbes auff einen schragen, undt brachte für mich gegen dem- selben über, einen vier eckhigen stuhl ohne lähne, wie die kirchen- stühle, mit einem rothen seidenen zeug überzogen, darzu ich geführet, undt darauff gegen dem vesier über an selbe taffel gesezet, undt alßo wurdten auch noch andere vier tische gerichtet. Bey dem ersten sassen beyde lasiaskieri cadileskieri allein, weillen sie mit ihnen kheinen chri- sten, auß verachtung derselben, speissen lassen. Bey dem andern sasse der caimekam Hahsan bahsa, Jusuff bahsa, Osman bahsa, undt obbesagter Numan Bahsa, mit welchen graff von Sinzendorff, graff Breuner, undt mein sohn gespeyßet. Bey dem dritten sasse der nachandsche bahsa, undt die übrige graffen, bey der vierten der teffterdar, sambt dem ober- undt undter teffterdar von Constantino- pel, undt einige edelleuthe. Man brachte eine große anzahl speyssen nach einander auff alle tische, welche baldt wider auffgehoben, undt außge- wechßlet wurdten. Der vesier discurrirete mit mir fast die gantze mahlzeith gahr freundtlich von allerhandt sachen, undt wurdte mir zweymahl scherbet zum trinckhen gegeben. Es dollmetschete der Mauro Cordato, welcher die gantze zeith über bey der taffel ge- standten. Nach endtigung der mahlzeith begabe ich mich auff mei- nen vorigen sitz, allwo mir, undt dem vesier zugleich, sodann de- nen übrigen allen wider zu waschen gebracht wurdte. Nach welchen der reis effendi von dem vesier zu dem sulthan (welcher anfänglich ober- halb halb deß vesier, hinder einer gelosie wahre, undt zusahe, biß man zur taffel gesessen) geschickhet wordten, wie mir angeschinen, demselben parte zu geben, daß das mahl vorbey, undt anzufragen, ob zeith seye, mich zur audienz zu führen. Wie dann auch gleich nach dessen widerkhunfft (biß dahin alles, ohne meldtung einiges worths in größten respect still gesessen, undt allein dem gros vesier mit einen federnen wächel die fligen gewehret, undt windt gemachet wordten) der vesier, undt wir alle auffgestandten, dieser sich retiriret, undt ich zu der steinernen banckh in dem hoff, welche zwahr auch, wie das erste mahl mit seiden, undt goldt eingetragenen, aber nicht mit so khöstlichen spallieren behanget, undt beleget wahre, wo voriges mahl die cafftan außgetheillet, geführet, darauff gesetzet, undt mir wider ein cafftan, mit zobel gefütteret, angeleget, denen meinigen aber 60 außgestheillet. So dann ich in deß kayßers audienz zimmer durch 2 capidschi bahsa begleithet, aber mit mir so vill der meinigen nicht, wie das erste mahl, sondern allein gegen 10 persohnen eingelassen, undt die übrige darauß gehalten wordten. Allwo ich nach, wie vorig mahl gemachter, nicht allzutieffer, sondern ohne einiges andten, sehr moderirter gemachten neigung, meine proposition, nach innhalt der No. 1beylage gethan. Der kayßer aber mit wenigen wortten, welche der gros vesier repetiret, der Mauro Cordato aber welsch interpretiret, in substantia geandtworttet, daß er erstlichen befelch ertheillet, denen fridens articulis genau nach zu leben, die grenetz scheidtungen mö- glichst zu befürderen, gutte nachbahr- undt freundschafft zu halten, auch die gefangene nach denen articulis pacis erledigen zu lassen, deren formalia ich annoch von dem Mauro Cordato erwartte. Nach welchen undt gemachter abermahliger naigung ich an deß sulthan thron (worauff er klein zusamben gekugleter, undt gehangeter gesessen) von 2 capidschi bahsa, welche mich in hinein- undt herauß gehen, under denen armen gehalten, undt geführet, mir das kay. recreditiv, welches mir zu khüssen vorgehalten, auff beyde meine armen geleget, undt ich damit wider zuruckh, biß zu dem divan, worinnen vorhehro gespeyßet, geführet, biß dahin auch von dem Mauro Cordato, von seinem sohn aber fast gahr an die porten deß serraglio, von meinem capidschi bahsa, tornatschi bahsa, undt 3 tschortbatschi aber gahr ausser deß thor zu dem auff- undt absitz stein geführet wor- den, woselbsten ich auff das pferdt gesessen, einige schritt davon under einen baumb geritten, undt wie das erste mahl, so lang daselbst mit meinem comitat gehalten, biß alle janitscharen herauß geloffen undt dann alle tschausch, bahsa, vesier, undt endtlichen gahr der gros gros vesier vorbey geritten. Denen ich sodann auch gefolget, undt (ohne daß der tschausch bahsa, der nie mit zuruckh zu reithen, noch zu beglei- then pfleget) durch die statt zu dem canal geritten, darüber zuruckh gefahren, undt von dahr mich nacher hauß begeben. Womit sich dieser actus geendiget, worbey ich nicht ohngemeldet lassen khan, daß dieß- mahl die janitscharen wachten auff denen gassen, undt derselben eckhen mit ihren tschorbatschen, undt diese mit ihren großen federn, auch nicht wie bey meinem einzug, undt der ersten audienz gestandten, oder auff- gewarttet.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17001024.1" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17001024.1#p.2"><gams:text>Nach diesem hette ich den gefolgten Donnerstag, alß den 23. bey dem gros vesier meinen abschiedt nehmen, undt den tag vor Michaeli überschri- bener massen, nach der Türckhen ersten verlass von Constantinopel ab- rayßen sollen. Es hatt mir aber derselbe mittler zeith anzeigen lassen, daß er vorhehro noch einmahl die ehre haben, mich tractiren, anbey auch vernehmen wolle, ob noch weithers was mit demselben zu reden habe. Darauff mich auff Sambstag, den 25. nacher Eiupp ober den canal in ein an den einfluss deß süessen wasser gahr angenehmen orth gelegenes alßo genanntes, wiewohl an sich gahr schlech- tes, deme vor Wienn gewesten Cara Ibrahim Bahsa zugehörig ge- westes palatium, darinnen er den Donnerstag zuvor den gros sulthan gastiret, einladen lassen. Undt weillen es Sancti Matthaei abendt wahr, auff meine gethane erinnerung, daß ich selben tag khein fleisch zu speyssen pflege, auff allen tafflen fisch undt fleisch, nach dieses landt arth gahr khöstlich zugerichtet, geben, woselbsten ich neben dem vesier, der im eckhe sasse, zur rechten, der reis effendi zur linkchen undt der Mauro Cordato undten gesessen. Vor der mahlzeith liese er seine türckhen wohl anderthalb stundt zu pferdt auff zweyerley weiß mit steckhen auff einander rennen, undt werffen, sodann die ringer mit einander lottiren, undt mich nach der mahlzeith mit einem türckhischen pferdt beschenckhen. Nach der mahlzeith (dann under derselben man nur indiffe- rente sachen discurriret) habe ich ihme vesier alle von euer kay. May. mir committirte anbringen de meliori, sonderlich deß patriar- chen von Aleppo, wie auch deren von Scio, undt der republique von Ragusa interesse recommendiret, auch in allen, ausser der bey- den lezten, die beste vertröstungen bekhommen. Gestallten er sich gantz geneigt bezeiget, mir auch in villen petitis für die Türckhen, welche mich bißhehro bedienet, deferiret, undt under andern auch auff meine bitte, einen vor einigen monathen mit einem Mal- theser schiff gefangenen capitain, welchen mir das capital zu Mal- tha gahr beweglich recommendiret, gratis los gegeben, welches für ein ein ohnverlebtes exempel gehalten wirdt, daß jemahlen ein Maltheser gefangener alßo währe los gelassen wordten, wie sich dann alle leu- the, Christen, undt Türckhen darüber verwundert, welches alßo dem guetten mann wohl ein großes glückh gewesen. Mit dieser occasion re- monstrirete ich auch, welcher gestallten der Toekoeli sich nicht allein wider den tenorem der fridens articulen zu Constantinopel auffhalte, undt seine leuthe bey Nicopel, undt Widin logiret wordten, sondern, daß er auch ville coruzzen in Temeswar habe, wie euer kay. May. mir in dero leztern rescripto weithläuffig allergnädigst anbefohlen. Undt begehrte demnach aller deren entfernung über das Schwartze Meer secundum articulos, umb so vill mehr, alß ich vernohmen, daß er Toekoe- li eben umb selbe zeith wider eine große anzahl dahin zu schickhen, im werckh begriffen wahr, welches er vesier schrifftlich zu übergeben ver- N. 2.langet, so ich auch ihme bey dem abschidt zugestellet, weillen der Mauro Cordato, deme ich es anfänglich behändtigen lassen, mir selbes vorhehro remittiret, mit vorgeben, daß es allzu scharff eingerichtet seye. Er gros vesier wahre die gantze zeith überaus freundtlich mit mir, der- gleichen er sonsten mit andern nit zu seyn pflegen solle, liese sich under andern vermerckhen, daß ihme eine cioccolada nicht ohnangenehmb währe. Derentwegen demselben den gefolgten tag, auff einen der beyden von denen praesenten noch übrig gebliebenen, getriebenen silbernen schalen, einen viertel centner, sambt einigen galanterien von glas, welsch bluh- men werckh, undt anderes, neben einen christallenen geschraufften flaschen keller, den ich zu Wienn umb 100 reichsthaler erkhauffet, ge- schickhet, undt große ehr damit eingeleget. Alßo daß er mehr freudt undt vergnügen darahn zu haben gezeiget, alß wann alles von silber gewesen währe. Bey obiger occasion trunge ich auff eine resolution über die von mir vorlängst schrifftlich übergebene puncta. Welche annoch vor dem abschiedt zu bekhommen, er mich vertröstete, wie auch ge- schehen, undt der Mauro Cordato mir selbe in lateinischer sprach zwey N3.abendt zuvor, nach außweiß der beylag zugeschickhet. Weillen aber selbe in allen punctis abschlägig gewesen, habe ich mich anfänglich gegen ihme Mauro Cordato darüber zum höchsten beklagen lassen, mit dem vermelden, daß ich nicht wisse, warumben ich so ohnglückh- selig, undt euer kay. May. forderist so wenig consideriret seye, daß ihnen in kheinem begehren deferiret werdte, da doch selbe alle in denen articulis pacis clahr enthalten, undt versprochen. Er ga- be in allen die schuldt dem muffti, weillen selbe puncta alle die re- ligion betreffen, der er so sehr zu wider, undt daß er, sich nicht noch mehr verdächtig zu machen, alß er bißhehro beschuldtiget wordten ( der der ihrigen bey dem friden allzu vill praeindiciret zu haben) nichts darbey zu thuen vermöge. Ich ließe mich auch darüber bey dem chi- haia deß gros vesier beklagen, mit vermelden, daß solches eine schlechte prob der biß dahehr gegen euer kay. May. von der Porten contestirten freundtschafft, undt hoher aestimation, undt was dergleichen mehr, mit beysatz, wann ich nicht mehrer zu hoffen, man mich längst abferttigen khönnen, undt nicht so lang auffhalten dörffen, biß dahin aber alles vergebens. Sonntag, den 3. dieses monath October ließe mir er chihaia deß vesier, anzeigen, daß Montag darauff, alß in festo Sancti Francisci die 88 gefangene auß der bagno in mein quartier khön- nen gebracht, undt sambt denen übrigen von mir außgelösten, undt frey gemachten etlich 90 persohnen, nacher Belgrad geschickhet werdten, undt daß darzu alle notturfft an wägen, undt lebens mittlen ange- schaffet wordten, wie auch würckhlich geschehen. Undt der kriegs cantze- list Mozzi dieselbe, sambt dem lieutenant Lenk dahin, undt zwahr der erste, die von mir de novo erlöste, undt freygemachte (wann die auß der bagno nicht sollen mitgelassen werdten) allein nacher Wienn füh- ren, undt verhoffentlich zu deren forthbringung, undt erhaltung zu Peterwaradein alle anstallt undt notturfft findten wirdt, wie N4.ich dann sorge, undt euer kay. May. auß hiermit khommenden extract deß baron Fiegers mit mehrern allergnädigst ersehen khönnen, daß es mit ersagten auß der bagno, noch große difficultäten geben, undt mühe brauchen wirdt, selbe los zu bekhommen. Mithin, daß sich auff deß türckhischen pottschaffters versprechen wenig zu verlassen, sondern er euer kay. May. hoff hindergangen haben dörffte, die Türckhen mit guetten wortten los zu erlangen, undt die Christen gefangen zu behal- ten. Die Türckhen seindt Türckhen, undt bleiben Türckhen. Daß mir alßo wohl eine große gnade geschehete, undt denen armen leuthen zu guetten khommen sollte, wann euer kay. May. allergnädigst be- lieben wollten, mir mit zuruckhschickhung dieses courrier herwehrts über Belgrad, allergnädigst, undt umbständtig zu berichten, wie es mit deß gesandten versprechen, undt deß baron Fieger incidenti be- schaffen, undt zu befehlen, wie ich mich in ein- undt andern mit denen gefangenen leuthen ins gesambt, undt besonders weithers zu verhal- ten habe.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17001024.1" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17001024.1#p.3"><gams:text>Mit eben erst bemelter occasion ließe mich ersagter chihaia auch benachrich- ten, daß ich selben tag, so da wahre der 4. Octobris, mich bey dem gros vesier beurlauben werdte, deme ich auch nachkhommen, undt mich zu demselben über den canal, in seine behaußung begeben, auch darinnen diesen underschiedt von der ersten visita bey absteigung von dem pferdt pferdt wahrgenohmen, daß nicht allein meine guardie, wie dahmahl, nicht in seinen hoff eingelassen wordten, undt mir nicht so vill von seinen leuthen, sondern auch der Mauro Cordato nicht so weith, alß vorhehro, auch sein sohn etwas wenigers entgegen gekhommen, weillen sie mit allen zwischen den abschiedt, undt empfang einen großen underschiedt machen sollen (allermassen es auch mit dem Pollackhen geschehen, undt der Paget, nicht weniger alß der Holländer, daß es alßo herkhommens, mir confirmiret). In dem zimmer aber ist es, wie das erste mahl gehalten, undt mir bey meinen eintritt ein viereckhiger stuhl (da mir doch so wohl bey der visita an den schwartzen meer, alß der mahlzeit zu Eiupp an den süessen wasser ein polster auff den soffa über zwerg geleget) wie vormahl, undt bey dem essen in divan gestellet wordten. Alldahr sein vesiers zu er- wartten, auff deme mich aber nicht gesetzet, sondern mit dem Mauro Cordato, biß zu seiner ankhunfft, discurriret. Gestallten er auch über etlich pater, undt ave nicht außgeblieben, sondern gleich dahin khommen, sich in das fenster eckh gesetzte, mich auff ersagten stuhl gegen über sitzen lassen, undt gleich gefraget, wie ich mich befindte. Nach meiner andtwortt, daß es mir, Gott lob! wohl ergehe, undt daß ich mich erfreue, ihn in gleichen wohlstandt zu sehen, bedanckhte ich mich, weillen nuhn mehr die zeith meiner abrayß herbey nahe, für alle erzeigte ehr, höfflichkheit, undt bißhehro beschehenes tractement, welches ich nicht ermanglen werdte, eurer kay. May. allerunderthänigst anzurühmen, nicht zweifflendt, daß von euer kay. May. der hiesige gesandte dergleichen auch empfangen haben, undt damit ebenmässig zufriden seyn werdte, welches er dahin wider beandtworttet, daß er gahr gehrn ver- nehme, undt ihme sehr lieb, wann ich wohl vergnüget abscheidte, entge- gen leydt seye, daß mir mehr ehre nicht erwisen wordten. Ich replicirete, was dieses anbelange, mehrer in excessu empfangen zu haben, alß von einigen abgang etwas melden zu khönnen. Was aber meine ver- richtung betreffe, da hette ich mein ohnglückh billich zu beklagen, daß ich nicht in einigen puncten eine favorable, sondern lauther ab- schlägige resolutiones erhalten, da ich doch nichts verlanget, was nicht mit clahren worthen in denen articulis pacis versprochen wordten. Ich wüßte nicht, wie ich es verstehen, am wenigsten aber, wie euer kay. May. nach so villen bißhehrigen contestationen es nehmen werdten, bathe alßo umb verbesserung derselben, undt umb völlige willfah- rung. Repetirete einen punct nach dem andern, machete sonderlich instan- tien wegen expedition deß hattscheriff für dem patriarchen, undt damit er vermittlen wolle, daß es von deß gros herrn aigener handt signiret, undt von ihme vesier demselben eingehändtiget werdte. Welches Welches erste er endtlich nach etlichmahligen instantien versprochen, wie auch geschehen, das andere aber, alß dem vorgeben nach nicht gebräuchlich, nicht thatte. Dann urgirete ich auch die confirmationes privilegiorum patrum Terrae Sanctae, et reliquorum religiosorum, wie auch ratione commercii. Darauff fiele nach villen difficultäten die andtwortt, wann selbe in originale beygebracht wurdten, er sehen wolle, was er thuen khönne. Nach welchen ich das erste in originali von denen patribus Terrae Sanctae, von denen Patribus Societatis aber, undt denen der andern reli- giosen eine authenticam copiam erhoben, undt selbe sambt einer sim- plici copia über das ratione commercii, welches graff Lesle seel. erhalten (weillen ich khein anderes gehabt) dem Mauro Cordato zu geschickhet, undt recommendiret, welche, alß er gesehen, undt gelesen, geandtworttet, addesso questo negotio audaca con quatro piedi, wie auch geschehen. Undt ich selbe alle in priori forma confirmirter erhalten. Ratione Scio, undt der Raguseer wahr ohnmöglich etwas favorables, noch auch die cassation in specie deß occasione Scio wider die geistliche ergangenen verbott, zu erlangen, wiewohlen in deme pro omnibus re- ligiosis in genere, in substantia alles enthalten, was begehret wer- den khan, allermassen ihnen ohne dehm auch kheine hinderung ge- schicht, wann sie sich nur gehöriger orthen bey jeder begebenheit gebüh- rendt anmelden, in terminis terminantibus bleiben, undt nicht al solito extravagiren, sich in allerhandt händl mischen, undt die leuthe gegen einan- der concitiren. Denen patribus Sancti Dominici wahre die commission wegen reparirung ihrer kirchen noch vor meiner abrayß außgeferttiget, der- gleichen concession, wie die patres Sancti Francisci in Pera wegen lesung der heyligen mess in ihren neuen nuhnmehr aber abgebrennten gebäu verlanget, werdten die türckhen nie ertheillen. Wo sie aber auch in terminis bleiben, undt nicht publicos actus, wider das herkhommen under- nehmen, wirdt ihnen kheine hinderung geschehen. Undt währe besser ge- wesen, sie hetten das begehren nicht gethan, undt dardurch occasion ge- ben, sich khünfftig einstmahl auff die abschlägige resolution zu fundiren.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17001024.1" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17001024.1#p.4"><gams:text>Nuhn wider zu dem vesier zu khommen. Demselben recommendirete ich under andern auch die vesthaltung, undt gesicherte nachgelobung deß friden, undt erhalthung guetter nachbahrschafft, mit versicherung, dergleichen von seithen euerer kay. May. zu geschehen, dann die förderliche, undt ohnauffgehaltene vollziehung der grenetz scheidtung, wie nicht weni- ger die erledigung der armen gefangenen, übergabe zugleich die mit dem pottschaffter zu Wienn dieser wegen getroffene abrede mit mei- nem innsigel verfertigter, zu welchen er sich generaliter erbotte, mit mit begehren, euer kay. May. dessen allen gleichmässig zu versicheren, gabe mir anmit die beyde recreditiv an euer kay. May. undt dero hoff kriegs raths praesidenten, wormit ich negst umbgebung eines cafftan mit zobel gefüttert, undt nach abermahli- ger außtheillung 60 cafftan denen meinigen, abschiedt genohmen, undt, wie empfangen, alßo auch zuruckh begleithet wordten. Ich abstra- hire von dem gegebenen cave, scherbet, undt dem außrauchen (wel- ches leztern sie zu thuen pflegen, wann sie zu erkhennen geben wollen, daß sie eines genug haben, undt man hinweckh gehen solle) alß eine gewöhnliche, undt ohne dehm bekhannte sach. Mittwoch, den 6. Octobris habe ich in einem vormittag bey denen drey englischen, venedischen undt holländtischen pottschafftern in solenni forma, doch ohne deren bey meiner ersten visita gegebenen mahlzeit, weillen ich sonsten 3 mahl, ohne dem mittag mahl essen müessen, undt selbe auff gleiche weiß den Freytag darauff, bey mir abschiedt genohmen, undt in specie dem englischen, euer kay. May. interehse, biß zu an- khunfft eines euerer kay. May. ministri, recommendiret, der es mit der condition (weillen allen umbständten nach scheinet, daß er sich mit dem holländtischen nicht allerdingß recht verstehe) angenohmen, daß er dergleichen incumbenz allein, et absque socio über- nehmen wolle, undt ich ihme eine instruction hinderlassen solle, wie er sich in ein- undt andern zu verhalten. Ich habe ihme den tag mei- N.5.ner abrayßs zugeschriben, wie die beylag mit mehrern, undt er N.6.mir nacher Ponte Piccolo, wie die andere weißet, geandtworttet, umb ihme auß absonderlichen reflexionen (ohne näheren special befelch von euer kay. May.) nicht allzu vill auff einmahl einzureumen. Vorhehro aber den tag nach meinen abschiedt bey dem vesier, nachdeme ich demselben obiges mein anbringen wegen des Toekoeli zugestellet, hatt der Mauro Cordato ihme englischen ein billet geschriben, undt denselben darinnen ersuchet, bey mir zu erkhundtigen, ob ich noch vor meiner abrayß darauff eine resolution erwartten wolle. Weillen ich nuhn nicht getrauet, nein, oder ja zu sagen, auß sorg, daß darunder eine griechische furberie verborgen, undt ich eine resolution erpressen möchte, wider welche ich nicht mehr repliciren, ohne replic aber es bey derselben, euer kay. May. ohne praejudiz nicht N.7.lassen khönnte. So habe mich mit ihme englischen hiermit khommender andtwortt verglichen, nach welchen der Mauro Cordato abermahl zu dem englischen geschickhet, undt gefraget, weillen ich bey meinen abschiedt dem vesier angezeiget, daß ich ihn hinderlassen werdte, (biß zu ersetzung eines kayserlichen ministri) euer kay. May. May. interesse zu beobachten, ob er einen gewaldt habe, meine be- schwährnus wegen deß Toekoeli zu vergleichen, worüber er engli- sche vermeinet, ich solle ihme einen general gewaldt, undt instruction hinderlassen, deme ich aber geandtworttet, daß sich diese sach in khei- nen vergleich ziehen lassen, sondern das versprochene exequiret werdten müsse, welche execution zu urgiren, ich ihn in erst be- rührten schreiben ersuchen werdte, welches ich alßo restringiret, daß er sich darauß zu kheinen vergleich legitimiren khan. Bin darauff, wie euer kay. May. ich auß Ponte Piccolo allerunderthänigst berichtet, den 11. dieses zwischen 12 undt 1 uhr mittag, mit hinder- lassung meines sohn, den ich an einem fieber gahr schwähr kranckh verlassen, von Constantinopel mit klingenden spihl, undt fliegen- den fahnen wie bey meinen einzug, abgerayßet. Nachdem selben vormittag mich noch alle drey pottschaffter besuchet, undt noch einmahl abschiedt genohmen, sodann mich mit ihren leuthen biß auff Davud Bassa, wo der türckhische kayßer mehrern theill zu wohnen pfleget, zu begleithen, die anstallt gemachet. Es hatt sich aber zwi- schen dem Venetianer, undt Holländer ein competenz streitt erhoben, undt kheiner dem andern weichen wollen, welches mich lang auff dem veldt auffgehalten, biß endtlichen die Venetianer auß der ordtnung gekhommen, undt gahr zuruckh geblieben. Sie wollten beyde von mir ihres verhalten eine anweißung, undt respective manute- nenz haben. Ich entschuldigete mich aber, undt bathe, daß beyde lieber gahr zuruckh bleiben, alß meinetwegen ohngelegenheit haben, undt mich, weillen es schon spath wahre, nicht länger auffhalten sollen. Es begabe sich under andern, daß deß holländtischen gesandten bruder (welcher aber deß pottschaffters leuthe nicht, sondern dessen secretarius führte) mit einen meiner cavallieren, alß dessen guetten bekhannten riethe. Damit nuhn selber nicht näher an mir seye, alß der venedische secretarius, stellete dieser sich gahr an mich, undt wollte immediate vor mir reithen, worwider meine cavallier sich beschwährten, undt selben bathen, in seine ordt- nung zu reithen, mich auch ersucheten, ihn dahin anzuweißen, wollte auch ausser dehme kheiner forth reithen. Da ersuchete ich ihn secretarium, an seinen orth zu avanziren, mit vermelden, signore questo luogo non e suo, ma per miei cavallaieri. Der andtworttete, dove puo andar' il secretario die Holanda, posso andar' ancor'io. Weillen ich nuhn von kheinem andern holländtischen secretario wußte, noch sahe, alß der vorahn mit deß pottschaffters leuthen reithe, sagte ich, io non vedo alcun secretario d'Holanda, nach nach welchen er sich gahr verlohren, undt ich weder ihn, noch einigen seiner leuth mehr gesehen. Was nuhn ein oder anderer für fundamenta für sich habe, ist mir ohnbewußt, wie ich mich dann auch nicht in die- se sach gemischet. Alß nuhn die Venetianer sich alßo verlohren, khunnte ich, undt die meinige weither avanziren, wie auch geschehen. Da ich dann mit meinen cavallieren nach 3 gutte viertl stundt zu pferdt geblieben, sodann aber uns in unsere gutschen sassen, undt über den berg gegen den süessen wasser, biß nach Eiupp, ein dorff an der statt Constantinopel gefahren, woselbsten wir unß wider zu pferdt begaben, undt biß nach obbesagten Davud Bassa geritten, alldahr anfänglich die engelländtische durch den secreta- rio Schreyer, undt einen büchßen schuss weither die holländtische compagnie durch desselben pottschaffters secretarium von mir, undt denen meinigen abschiedt nahmen, nacher hauß geritten. Ich aber mich wider in die gutsche sasse, undt nacher Kuzuktschek- medsche gefahren. Dabey ich allerunderthänigst zu berichten, nicht underlassen khan, daß nach euer kay. May. allergnädigsten befelch, ich vor meiner abrayß von Constantinopel weder von dem muffti, noch effendi, noch auch dem caimekam des kayßers schwager (bey deme es schwährlich ohne großen verschmach geblie- ben seyn wirdt) in person abschiedt genohmen. Bey dem Mauro Cordato aber, weillen er ein undt andere mahl bey mir gewesen, bin ich zwahr willens gewesen, es zu thuen, allermassen ihme es durch den von Lakowiz offeriren lassen. Er hatt es aber sehr hoch depreciret, mit vorgeben, daß es ihn umb so vill mehrer verdächtig machen wurdte, alß er ohne dehm seye, (mit mir allzugrosse correspondenz gehabt zu haben) weillen ich bey andern nicht gewesen. Entgegen bin ich den abendt vor meiner abrayß zu dem raguseer, der verschidentlich bey mir wahre, undt auch ein paar tag zuvor sich beurlaubet, gantz all' incognito auff den canal gefahren, so er gahr hoch ge- nohmen, aber noch einmahl beklaget, daß ich für ihme nichts erhalten khönnen.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17001024.1" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17001024.1#p.5"><gams:text>Euer kay. May. lasse ich hiermit auch in underthänigkheit nicht ohnberichtet, daß ich von meiner abrayß von Constantinopel, zu salvirung dero allerhöchsten kay. reputation, undt vermehrung deß göttlichen segen über dero durchleuchtigstes ertzhauße, dann zu befreyung aller, der cleronomischen wittib nach meiner abrayß, ohnhindertreiblich vorgestandtener verfolgung, in hoffnung, daß euer kay. May. es nicht in ohn- gnaden gnaden nehmen, noch improbiren werdten, oder khönnen, mich mit derselben über all ihre praetension, undt daß sie sich deß über- rests völlig verziehen, auch derentwegen eine genugsambe ver- sicherung von sich gegeben, überhaupt verglichen, undt ihr 2.000 thaler, das ist 3.000 fl. reichsthaler in duggaten, jeden zu 4 fl. ob selbe in diesen reich schon ordinarie umb 5 groschen weniger gelten, bezahlen lassen, zumahlen mich bedunckhet, dero kay. hoff cammer damit wohl gewirthschafftet zu haben, wie ich dann auch auff solche weiß mit dem Mauro Cordato wegen der sibenbürgischen undt debrecziner schuldt gehandlet, daß auch dessen debitores mir danckh haben werdten. Worüber, undt wie es mit denenselben, undt übrigen donativ geltern gehalten wordten, euer kay. May. ich eine absonderliche neben rela- tion erstatte. In gleichmässiger hoffnung, daß, wann euer kay. May. alle umbstandte allergnädigst vernohmen, sie es auch in gnaden approbiren werdten. Euer kay. May. überschikhe ich diesen expressen courrier, den Erasmum, damit dieselbe von dem progress meiner rayße desto eigentlicher wissenschafft haben, undt darnach auch den türckhischen pottschaffter instradiren mögen. Massen ich dann den tag nach meiner abrayß von Constantinopel, zu Kuzuktschekmedsche ohnvermeidentlich still ligen müessen, theillß weillen selben außzug mit meinen, undt denen übrigen rossen (welche wohl gefüttert, undt außgerastet wahren) 7 gantzer stundt zu marchiren gehabt, die andere auß übriger gespahrsambkheit undt wirthschafft der Türckhen, drey tag ohngefütterte türckhische reith- undt fuhr pferdte hingegen, weillen sie noch mehr zeith darzu gebrauchet, alßo ermüdet, undt ermattet worden, daß sie nicht mehr forth gekhönnet, undt einige gahr under weegs umb- gefallen. Über dieses habe ich auch selben tag gebrauchet, meine wägen, geschirr, sättel, undt zeug, auch meine, undt meiner cavallier ihre kleyder wider einzupackhen, auß welchen ursachen (undt daß ich mich mit reparierung, umbwechßlung, undt abladung meiner wägen zu Adrianopel 2 tag auffhalten, so forth zu Phi- lippopel, zu Sophia, zu Nissa, undt zwischen Belgrad, vil- leicht auch gahr zu Belgrad selbsten, undt alßo biß Salankement wengist noch 5 oder gahr 6 rast tage machen mues) weillen an allen selben orthen der gleichen umbwechßlungen auch geschehen müe- ßen) wie dann euer kay. May. auß nochmahl hiebey khom- N.8.menden tag zettel allergnädigst zu ersehen, daß ich mit dem tag tag meiner abrayß von Constantinopel, ohne was etwan sunsten darzwischen khommen mag, wenigst 46 täge, biß nacher Salanke- ment zu khommen, brauche. Womit dieselbe auch allerunderthänigst bitte, mir mit einer beyhülff under weegs allergnädigst, nicht nur allein mit fuhren, undt vorspann, sondern auch mit rauch, undt glatt futter für meine mithabende pferdte (auch holtz, weillen die kälte allschon einbrichet) undt etwas victualien mit brodt, undt wein, oder bier an die handt zu stehen, weillen mir ohnmöglich ist, all selbes ihne meinen großen schaden zu erschwingen, undt zu be- streitten, nachdeme ich zumahlen vergangenes jahr nicht nur al- lein under weeg, sondern auch vorhehr zu Wienn so lang auffge- halten wordten, undt eine große anzahl leuth, undt ross von dem Martio biß endt Octobris erhalten, undt bezahlen müessen, so mich ein über großes gekhostet. Secundo bitte ich allerunderthä- nigst, mich allergnädigst wissen zu lassen, was euer kay. May. allergnädigst verlangen, das ich von Salankement auß für einen weeg nehmen, undt woh underkhommen solle, weillen gleichwohl der winther schon wider herbey nahet, undt ich nicht wohl vor der helffte deß Decembris, oder gahr vor Weyhnachten zu Wienn werdte seyn khönnen.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17001024.1" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17001024.1#p.6"><gams:text>N9Euer kay. May. lege ich hiebey eine supplic von dem Canti, bißheh- rigen sprachknaben, darinnen er umb eine würckhliche dollmetschen stelle allerunderthänigst bittet, welchen zu recommendiren darumben mich understehe, so weith es euerer kay. May. conveniez leydet, weillen ich gewissens halber zu attestiren nicht vorbey khan, daß er sich die zeith hindurch, daß er bey mir gewesen, getreu, ohnverdrossen, fleyssig, undt nutzlich gebrauchen lassen, die erste erlöste gefangene biß an die sibenbürgische grenetz gahr sorgfälltig geführet, undt ihnen wohl vorgestandten. Gestallten er wegen selber rayß bey seiner zuruckh- khunfft alßo erkranckhet, daß er eine guette zeith in großer gefahr deß leben gestandten. Undt wo mein medicus nicht so großen fleyß, alß er gethan, angewendet hette, er apparenter gestorben währe. Euer N.10kay. may. werdten auch auß hiebey khommender designation aller- gnädigst ersehen, was ich ihme, undt forderist dem jungen Mammuca, dann denen übrigen 3 sprachknaben, welche alle der englische pottschaff- ter in seine protection genohmen, in abschlag ihrer rechtmässigen forderung, undt subsistenz biß zu ankhunfft eines euer kay. May. ministri, wie auch denen beyden hoff kriegs raths cantzelisten, undt letzlich dem ingegneur Rauschendorff (welchen der renegat Schmidt so sub voce betrieglicher weiß umb etlich 100 reichsthaler angesetzet angesezet, undt damit zu denen Türckhen gegangen) in abschlag ihrer be- soldung angewisen, weillen sie nach so lang nuhnmehr über ein gan- tzes jahr angestandtenen ausseyn von Wienn, undt wegen respecti- ve erlittenen schaden gantz kheine mittel mehr gehabt, sich das ge- ringste zu ihrer notturfft zu verschaffen, welche, sambt denen quittun- gen (die der cassier annoch in händten hatt) zu dem hoff kriegs rath zahl ambt, oder wo sie andersthin gehörig, ohnmaßgeblich gegeben, daselbst ad notam genohmen, so dann das empfangene abgerechnet, undt respective mit denen 5 ersten weither darüber tractiret wer- den khonnen, was euer kay. May. ihnen zu ihrer beständtigen subsistenz passiren, undt bezahlen, oder defalciren lassen wollen. Mit welcher occasion, undt daß ich mich auch in gewissen obligiret befindte, euer kay. May. allerunderthänigst vorzustellen, wie daß ich es nicht allein dero- selben dienst- undt nutzlich, sondern höchst nöthig zu seyn befindte, de- nen jetzigen undt khünfftig in Türckhey befindtlich, undt schickhenden sprach knaben severissime, bey verlust ihrer dienst, undt nimmer- mehr weither accomodiret, oder darinnen gebrauchet zu werdten, sich mit kheines Griechen tochter, oder wittib, noch anderer türckhischen underthanin oder schutz verwandtin zu einiger zeith zu verehlichen, noch etwas ligendt umb, oder in Constantinopel zu khauffen, weniger einig com- mercium zu treiben, wordurch sie denen Türckhen qualicumque modo under- werffig gemachet werdten. Alldieweillen all solche leuthe incapable werdten, euer kay. May. getreu, ehrlich, undt auffrecht zu dienen, sondern ein für alle mahl, wo nicht offentlich, doch heimbliche sclaven, der türckhen, undt übrigen griechen bleiben, undt einmahl cordate das jenige (in was charactere sie gebraucht werdten) vor- zubringen getrauen, so man ihnen committiret, oder sie dollmetschen sollen, sondern auß forcht alles verzwickhen, undt verschrauffen müessen, wie mir solches alle drey dermahl in Constantinopel an- wesende pottschaffter verschidentlich gesagt, geklaget, undt, euer kay. May. davor zu wahrnen, mich gebetten. Wie dann die- ses sie selbsten empfindten, aber nicht mehr endern khönnen, weillen sie deren leuthe schon zu ihren schaden allzu vill haben. Wie dann derentwegen euer kay. May. undt ein jeder potentat in größter gefahr stehet, wann sie daselbsten residenten haben, welche mit dergleichen malo inficiret, oder die sprach nicht selbsten reden, undt verstehen, euer kay. May. aber nuhnmehr damit leicht verhüethen khönnen.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17001024.1" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17001024.1#p.7"><gams:text>Ingleichen füege euer kay. May. hiebey eine supplic, welche N 11einer der annoch zu Constantinopel bey dem Toekoeli befindtlichen Hungarn Hungarn mit durch den englischen secretarium zugeschickhet, welchen ich biß dahin nicht gewußt, daß er sich alldahr auffhalte, sondern vermeinet, daß sie sammentlich mit dem Pollackhen wegg seyen. N. 12, 13, 14, 15Schließlichen berichte hiermit auch allerunderthänigst, daß die vorgehendts allegirte zu Constantinopel erhaltene resolutiones umb mehrerer sicherheit willen nicht in orginali, sondern allein in vidimata copia ausser des Mauro Cordato lateinischen translation überschickhe, sondern jene, biß zu meiner, Gott gebe glückhlich, undt gesundter da- hin khunfft in meiner verwahr behalte. Ausser deß pro Terra Sancta, welches ich selben patribus (weillen sie es allein brau- chen) denen übrigen religiosen daselbsten aber jeden ein gleiches alldahr vidimirtes exemplar zugestellet vereren lassen. Wie dann das, wegen der geistlichen in genera, undt das, wegen deß commercii, zu Adria- nopel bey daselbstigen mula (weillen andere vidimus, alß von solchen hohen gerichten nicht respectiret werdten) umb deren mehr, zu vorfallenden gebrauch sie haben zu khönnen, jedes 12 mahl vidimiren lassen, in der underthänigsten hoffnung, euer kay. May. alles allergnädigst approbiren, undt darahn auch mit meinen übri- gen verrichtungen ein kay. allergnädigstes vergnügen haben werden. Dero mich anbey zu kay. hulden undt gnaden allerunderthä- nigst, gehorsambst empfehle.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17001024.1" /></qhod:Text></rdf:RDF>