Auch allergnädigster kayßer× undt
herr!
1
Khan euer kay. May.× hiermit in aller underthänigkheit ohn-
berichtet nicht lassen, daß ich Erchtag, den 8. dieses in eine wi-
derwerthigkheit mit hiesigen frantzösischen gesandten× eingerunnen,
nachdeme selbiger vormittag, drey von der
guarnison zu Peter-
waradein× außgerissene Franzosen mit euer kay.
May.×
mundirung sich in einem meiner quartieren
eingefundten, undt
getrunckhen, denen ich nach befragung, wohehr
sie khommen? ob
sie abschiedt haben? undt warumben davon
gangen? undt auff
ihr andtwortt, daß sie von ersagten Peterwaradein× khommen,
ihre abschiedt aber nicht bey sich, sondern
in deß französischen ge-
sandten× hauß hetten, anzeigen lassen, in ersagten quartier zu
bleiben, biß mir sie ihre abschiedt gezeiget
haben werdten. Baldt
darauff schickhte der frantzösische pottschaffter× seinen dollmätsch zu
mir, sich zu erkhundtigen, warumben selbe in
verhafft nehmen
lassen? (undt zwahr mit falschen vorgeben,
daß sie mit ge-
waldt auff der gassen auffgefangen, undt in
das hauß gezo-
gen wordten)
ob ich wisse, daß sie Franzosen, undt seines
königs×
underthanen seyen? Deme ich die ursach, wie erst ange-
führet, angezeiget, mit vermelden, daß ich
nicht zu wissen
habe, von was nation sie seyen, sondern mir
genug (wie sie
immittelst selbst bekhant) daß selbe zu Peterwaradein× auß-
gerissen,
derowegen sie so lang angehalten, biß mir sie ein
anderes durch ihre bey ihme pottschaffter× zu haben vorgegebene ab-
schiedt zeigen, womit ihn abgewisen, nach
welchen er noch zwey-
undt zwahr einmahl vor dem essen allein, das
andere aber
nach der taffel (mit einen anderen deß pottschaffter× leuthen) weil-
len ich aber
schon in meiner nachmittag ruhe wahre, gegen
abendt widerkhommen, da ich eben in procinctu
gewesen zu den
[148v]
Mauro
Cordato× wegen der gefangenen sclaven, undt deß pa-
triarchen× von Alleppo× anligenheit (welches wahrhafftig in
gahr gefährlichen standt, undt in fast kheiner
hoffnung stehet,
alßo periculum in mora gewesen) mich zu
begeben, welches
lezte mahl sie vill dicentes gemachet (negst
außtruckhlicher
bekhennung, daß sie außgerissene leuthe, die
kheinen ab-
schiedt haben)
undt widerhohlet, daß sie frantzösische underthanen,
undt ich alßo kheinen gewaldt, oder recht auff
selbe habe, an-
bey deren restitution, undt loslassung
begehret, dargegen
ich, wie anfänglich repliciret, undt
exaggeriret, daß die leu-
the so vermessen gewesen, undt mit euer kay. May.×
mundirung
derselben zum höchsten despect, gleichsamb bravan-
do in meine quartier sich begeben, worauff
die geschickhte
under anderen gemeldet, daß, wan selbe
darinnen pecciret, undt
was ohnrechtes
gethan, der gesandte× sich zur satisfaction,
undt administration der justiz offerire,
worauff ich, daß dieß-
fallß von ihme kheine justiz zu begehren
habe, noch ver-
hoffen khönne, jedoch wan er mich versicheren
wolle, daß er
selbe wider zu ihrem regiment, undt in die
guarnison zuruckh
schickhen
werdte, ich ihme selbe zu solchen endte endtlichen
außzuliefern, khein bedenckhen haben wurdte
(welches
er pottschaffter×, oder dessen geschickhter auch verkehrter, undt
ohnwahr verwendten, nemblichen, ich hette
gesagt, ich wolle sie
den anderen tag fruhe nacher Waradein× schickhen, welches
ich aber nicht
geredet, wiewohlen nicht ohne, daß, wan ich es
thuen khönnen, es geschehen mögen, undt nicht
ohnrecht gewesen
währe, allein, weillen es ohnmöglich ohne der
türckhen beyhülff
undt umb so vill weniger, so geschwindt den
anderen tag fruhe
zu
[149r]
zu bewerckhstelligen, so währ es von mir eine
so große ohnbe-
sonnenheit gewesen, solches vergebens zu
sagen, oder damit
zu braviren,
alß es von ihnen eine große undt vermessene
malie ist, meine wortt alßo umbzukehren, undt
damit an-
jezo die begangene ohnverandtworttliche
violenz zu bescheinen,
alß wan sie selbe nehmen müessen, solche
gählinge absendtung
derselben
dardurch zu verhindern) sie blieben aber auff ihren
begehren, undt wollten wissen, ob ich ihnen
die außlieferung
oder die loslassung thuen wollte, oder nicht?
Ich andtworttete aber
nicht auff
ihre frage, sondern bliebe dabey, mit vermelden, daß
sie wohl verwahret. Darauff sie sich mit
ohnwillen wider nacher
hauß, undt ich erstermeltermassen mich zu dem
Mauro Cor-
dato× begeben, mich weithers nichts
besorgendt, alß daß ich dem
hahseki agha, der bey
mir auff der wacht, ersuchet, das hauß,
worinnen die außgerissenen gewesen, wohl zu
verwahren, daß
selbes in
meiner abwesenheit nicht geöffnet, undt selbe daraus
genohmen werdten. Nachdeme ich nuhn gutte
anderthalb stundt
bey mehr ersagten Mauro Cordato× gewesen, deme mittler weill
auch von diesem casu parte gegeben, undt auch
er sich sonderlich sel-
ben abendt kheines gewaldt versehen, doch
sich offeriret, folgenden
tag der Porten davon nachricht zu geben, daß
selbe vorsehung thue,
damit kheine weithläuffigkheit, oder gewaldt
erfolge, mich auch,
mich davon zu enthalten, ersuchet, undt daß
man auff mittel
gedenckhe,
diese differenz beyzulegen, ich alßo mich wider nacher
hauß begeben, undt in das schiff steigen
wollen, khommet ohnver-
muthet graff Breüner× dahin, mit bericht, daß die Franzosen
meine leuthe aller orthen auff fangen, undt
einsperren, auff
sie schießen,
undt hauen, undt daß deren schon vill (so aber mehr
nicht, alß 3
persohn gewesen, nemblichen einen meiner paggi,
den courrier Admiraldi×, undt einen trabanten, welcher von
[149v]
dem wasser nacher hauß gangen) in das
frantzösische hauß gezogen,
wordten, undt daß er selbst mit großer mühe,
undt gefahr,
einige gahr (welche
doch nicht geneßen) verwundet, durch deß Marco Antonio× behaußung, undt einige gärtten
entwichen, welches der Mauro Cordato× hörendt, darüber sehr al-
teriret wordten, undt mich gebetten, (weillen
er gleich nach dem
vesier×
reithen wolle , wie auch geschehen , es anzuzeigen) biß
zu seiner zuruckhkhunfft in seinem hauß zu
verbleiben, auß
sorg, wan ich nacher hauß reithe, meine
leuthe sich zusammen
rotten, undt wie ohnfehlbahr geschehen währe,
ein großes bluth-
badt darauß entstehen mögen. Ehe er nuhn
wider zuruckhkhom-
men, welches erst umb 11 uhr in der nacht
geschehen, hatt der vesier×
oder dessen chihaja
3 agha zu dem französischen
pottschaffter×
geschickhet, undt ihme solche insolenz, undt
exorbitanz (wie
er Mauro
Cordato× referiret, cuius fides sit penes authorem)
verweißen, undt wahrnen, auch anzeigen
lassen, daß wan
er seine leuthe nicht in zaumb, undt
zuruckhhalten werdte,
fünff oda janitscharn (welche gleich zusammen
geruffen wor-
den) in parato stehen, in sein quartier zu
marchiren, undt
derselben sich bemächtigen sollen, nach
dessen zuruckhkhunfft
bin ich gleich über den canal× wider nacher hauß, habe aber an
seithen der Frantzosen alles still, undt
ruhig, anbey gefundten,
daß sie mehr nicht (wiewohl mit großer
insolenz) gesuchet,
alß so vill leuthe von mir zu bekhommen, alß
ich von ihnen
auffhalten lassen. Sich im übrigen vill mehr
besorgendt,
ich möchte ihn, oder die seinige bey meiner
anheimbkhunfft mit
meinen leuthen (welches anfänglich mit alten
erlösten
sclaven weibern geschehen khönnen)
überfallen, undt auß
dem hauß herauß zihen. Gestallten er dann
nicht allein von
den
[150r]
den frantzösischen galeren daselbstige
bewaffnete soldaten
undt schiffleuthe, allerhandt gewehr von
flinten, pistohlen,
pulver, undt handtgranaten in sein hauß
bringen, sondern
in gantz Pera× alle frantzösischen khauffleuthe, undt
andere under
seiner protection stehende, sich zu armiren,
auffbiethen, seine
gassen verschantzen, auch alle
fenster laden
seiner
quartier
und kauffleuth
verschlagen,
undt mit
brettern verwahren lassen, auß welchen erfolget,
daß dieser ihrer weiber, sich, undt ihre
kleynodien, undt beste sachen
in deß holländtischen pottschaffter×, undt andere häußer salvi-
ren, undt bringen lassen, die sich solcher
gestallten, so-
vill mir wissendt, biß annoch alßo
verschanzet undt ver-
machet halten. Wie sich dann auch zugetragen,
daß, alß ich
mich den zweyten tag
darauff gegen abendt zu dem engli-
schen pottschaffter× (al solito sambt
meinem stallmeister×
zu pferdt, undt etlicher persohnen zu fues)
begeben, ein solcher
all'arme in sein pottschaffters× hauß entstandten, daß alleß
zum gewehr, undt die weiber, welche sich
anfangs nach mitter-
nacht wider nacher hauß begeben, davon auß
ihren in anderen häu-
ser geloffen, undt ihnen nicht anderst
eingebildet, alß wan ich sie
mit meinen
leuthen zu stürmen, undt zu blündern vorhette,
welches alles, undt was noch mehr hievon zu
schreiben währe,
wohl lächerlich gewesen. In der hauptsach
endtlichen ist es dahin
khommen, daß der andere tag nach deß Franzosen× vermessenen
widerrechtlich, undt unverandtworttlich
undernohmenen reprehsalien
der vesier× mir durch einen agha seine interposition offeriret,
undt vermelden lassen, ein gleiches durch ein
andern agha
illo instanti bey dem Franzosen× gethan zu haben, undt ver-
langet, die desertores ihme zuzuschickhen,
dergleichen der Fran-
[150v]
zos× mit meinen
leuthen auch thuen, er sie beyderseiths ver-
nehmen, so dann mir die meinige frey
remittiren, undt nach
befindtung der umbständte auch mit den andern
alßo verfahren
solle, daß ich davon ehr undt reputation
haben, undt weder euer
kay.
May.× noch mir in particulari einiger nachtheill, oder
praejudiz nicht
geschehen, sondern ich ein ruhm erlangen, undt jeder-
mann darauß meine bishehrige gutte conduite,
undt vernünfftig
fridtlibende prudence abnehmen werdte, darauff
ich zwahr wegen
der offerirten interposition mich bedanckhet,
aber daß meine leuthe
nacher Constantinopel×, wie die außgerissenen soldaten geschi-
khet, undt alßo diesen criminiellen gleich
gehalten werdten sollen,
mich
entschuldtiget, weillen selbe innocentes, zu kheinem endt
examiniret, undt von ihnen was anderes
erfahren werden khön-
nen, alß was der pottschaffter× selbsten erkhennet, undt die gantze
statt weiß, daß sie von nichts, was zwischen
mir undt dem
pottschaffter× vorbey gangen, wissen, undt es mit ihnen eine weith
andere beschaffenheit habe, alß wan beyde
theille under sich einen
streitt gehabt, undt von jeden erkhundtiget
werden muesse,
welcher under denselben recht habe, oder
mehr, alß der andere schuldtig,
allein hatt geschinen, daß die guette leuthe
nicht wissen oder ver-
stehen, wie dieser casus beschaffen.
Derowegen dann sich auch
der englische gesandte× offeriret, die sach beyzulegen, undt zu ver-
gleichen (mit reservation dessen, was euer
kay. May.× we-
gen deß ihro vornemblich, durch den meinen
leuthen angetha-
nen gewaldt undt violenz, auch anderen
bißhehro vorgenohme-
nen impertinenzien, zugefügten schimpff undt
widerfahrnen
affront, an
den frantzosischen hoff für ein resentiment vorzu-
nehmen sich obligiret, undt befuget zu seyn,
erachten werden).
Darfür der Franzos× sich aber bedanckhet, undt entschuldiget, mit
[151r]
verwendtung, daß er die sach allschon dem gros vesier× über-
geben, welches
auch ich erstberührter massen. Undt darauff er
vesier×
mir gemelte proposition gethan. Deme ohngehindert hatt selber
gleichwohl gester den
gefolgten Sambstag alß den 12. dieses sich gegen
den holländtischen pottschaffter× erklähret (ohnwissendt, ob ihme
die zeith, oder der ohnkhosten, seine
defension weither zu erhalten,
undt seine wachten zu besezen, zu lang undt
khostbahr gefallen)
zu friden zu seyn, sich auch ohne der
Türckhen, mit mir dahin zu
vergleichen,
daß wir beyde unsere leuthe zugleich ihme Hol-
länder×, der negst bey ihme wohnet, in
sein hauß schickhen, undt er
Holländer× sie alßdann auch alßo wider nacher hauß lassen solle.
Worüber ich nicht allein den englischen pottschaffter× zu rath ge-
fraget, ob solches mit reputation, undt ohne
praejudiz eingehen
möge, sonderlich mich bey dem Mauro Cordato× auch erkhundtigen
lassen, ob der
vesier× es nicht übel nehmen, wan selber
vorbey
gegangen solle werdten, worauff der leztere,
daß es der vesier×
gehrn sehen werdte, der erstere aber, der
sich doch biß anhehro zu
sonderbahrer meiner obligation, in allen vor
mich bezeiget, mir
es blos
anheimb gestellet, undt, wie scheinet, sich nicht brennen
wollen, alßo bin ich bey solchen umbständten
(undt nach deme
immittelst der Mauro Cordato× mir vorhero sagen lassen, daß ich die bey
mir gehabte Franzosen
zwey stundt nach mittag durch meine ja-
nitscharen verwahrter zu dem vesier× führen lassen solle, mit
versprechen, meine bey den Franzosen
gestandtene durch einen agha
zu begehren, undt honorifice ohne wacht oder
guardie, zugleich
gantz frey abhohlen lassen wolle, ich aber
biß abendt zwischen
7 undt acht
uhr gewarttet, undt acht geben lassen, ob, undt
wan ein agha zu dem
Franzosen× khommen werdte, umb zu glei-
cher zeith die desertores einen anderen weeg
dahin schickhen zu khön-
nen.
[151v]
Weillen
Derselben
danh kheiner erschinen, ich alßo die bey mir gehabte auch
nicht dahin schickhen khönnen, so habe mich
derentwegen bey
dem Mauro
Cordato× mit vorstellung dessen entschuldtigen
undt anfragen lassen, was dessen ursach seye,
undt weillen
er solchem verlass widersprochen, undt
geandworthet, daß mir
die post nicht
recht außgerichtet worden, sondern die meinung da-
hin gegangen, daß ich ersagte desertores von
selbsten auff obige
weiß, et quidem proprio motu dahin schickhen
solle, nach deren an-
khunfft man erst, den agha nach meinen leuthen senden wollen,
daß diese wenigst 2 stundt späther dahin
gekhommen währen,
undt ich alßo so wenig, was sie mit ihnen
gethan, alß ob selbe
frey dahin geführet, oder zuruckh gelassen
haben wurdten,
vorher versichert gewesen, nachdeme sie
jeztberührter massen
schon das erste anerbiethen nicht gehalten,
undt meine condition
dardurch weith
schlechter, alß des Frantzosen× selbst eigene
gethane
offerta geworden währe) gemüssiget worden,
deß holländtischen
gesandten× anerbiethen einzugehen,
undt damit diese differenz
mit obigen von dem milord Paget× gethanen reservaten beyzu-
legen,
zumahlen mir doch nicht möglich seyn werdte, die gefangene Franzosen, ohne der
Türckhen beystandt, welcher nicht zu hoffen,
auß dem landt zu bringen, undt dannoch nicht
wohl ein meh-
rers erhalten, sondern nur von denen Türckhen
vergebens
undt mit allerhandt lähren vertröstungen
wurde umbgeführet
werdten dörffen, zumahlen ich auch das werckh
mit gewaldt auß-
zuführen nicht wohl, ohne mich auff gleiche
weiß, wie der Franzos×
zu prostituieren, undt zu discreditiren,
undernehmen können. Massen
auch selben Sambstag abendt,
nach 9 gegen 10 uhr in der stille
alleß, der mit dem holländtischen gesandten× gethanen abrede
nach exequiret
wordten. Womit dann auch ein großer zulauff
undt
[152r]
undt mehrere prostitution ein oder deß anderen
verhindert wordten, wel-
che durch die offentliche hin undt
widerschickhung der leuthe ohnfehl-
bar erfolget währe.
2
Worbey ich dieses zu berichten, undt in underthänigkheit zu hinder-
bringen auch nicht zu underlassen solle, damit euer kay. May.×
von allen vollkhommene, undt verlässliche nachricht haben,
fallß sie dieses incindenz, undt hiesigen französischen gesandten×
impertinenz wegen der vor euer kay. May.× gesuchten prae-
cedenz über kurtz oder lang zu resentiren, nöthig befindten möchten,
daß der frantzösische gesandte× gegen den englischen× undt holländtischen×
hoch andtet, undt worauff er sich über obiges fälschlich fundiret,
daß er die reprehsalia vorzunehmen gemüssiget wordten, weillen
ich ihme nemblich, auff sein dreymahliges zu mir schickhen,
nicht einmahl jemandten entgegen geschickhet. Damit es aber
die folgende beschaffenheit hatt, daß ich primo kheine ursach ge-
habt, jemandten zu ihme zu sendten, weillen ich an ihme nichts
zu forderen, oder zu begehren, noch mich bey ihme in etwas zu ent-
schuldtigen gehabt, solches auch bey seinem ohnruhigen, undt hitzigen
humor ihme nur mir gelegenheit gegeben hette, den dahin schickhen-
den seiner brutalität nach gahr auffzuhalten.
3
Secundo weillen ich ihme anerbiethen lassen, daß, wan er mich ver-
sicheren wolle, die desertores wider in ihr guarnison nacher Peter-
waradein×, undt alßo zu ihren regiment zu schickhen, ich ihme selbe
übergeben wolle, damit er andtwortt genug gehabt, undt mir
wissen lassen sollen, ob er es thuen wolle, oder nicht? Darwider er
nicht einwenden khan, daß seine zu mir geschickhte es nicht ein-
gangen. Weillen es nicht bey ihnen gestandten, mir in einer sa-
chen auff ein erbiethen eine andtwortt, oder abschlagung nach
ihren belieben zu geben, worauff sie nicht specialiter instrui-
ret gewesen.
4
Die leztere, undt fürnehmbste ursach ist,
daß, wan ich ihme auch
etwas positive andtwortten wollen, solche
andtwortt noch nicht
matur wahre, indeme ich willens gewesen, wie
auch geschehen,
mich
anfänglich bey dem Mauro Cordato× zu
erkhundtigen, wie die
Porten mein verfahren auffnehmen, undt ob ich
werdte erhalten,
die leuthe nacher Peterwaradein× sicher schickhen, undt demnach
mit dem milord Paget× abreden zu khönnen, was befindenden
umbständten nach in sachen zu thuen, zumahlen
er meine er-
ste apprehension approbiret, undt mir sagen
lassen, auch
selbsten nachgehendts gesaget, daß ich wohl
gethan, undt auch
er es gethan
hette, wan selber in meiner stelle gewesen,
dessen allen ohnerwarttet, er frantzösischer pottschaffter× vio-
lenter gegen meine leuthe verfahren, undt
umb so vill weni-
ger eine andtwortt von mir zu erlangen
meritiret, welches
alles der wahrheit gemäs, undt sich darauff
euer kay.
May.× allergnädigst fueseen khönnen,
es möge der Franzos×
selber arth nach vorwenden, oder vorgeben,
was er wolle. Mich
anbey zu kay huldten undt gnaden empfehle.