<rdf:RDF xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:rdfs="http://www.w3.org/2000/01/rdf-schema#" xmlns:owl="http://www.w3.org/2002/07/owl#" xmlns:skos="https://gams.uni-graz.at/skos/scheme/o:oth/#" xmlns:t="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:dcterms="http://purl.org/dc/terms/" xmlns:gams="https://gams.uni-graz.at/o:gams-ontology#" xmlns:qhod="https://gams.uni-graz.at/o:qhod.ontology#"><qhod:Source rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17000318.1a"><gams:isMemberOfCollection rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/context:owip" /><qhod:subProject xml:lang="de">Die Großbotschaften Wolfgang IV. zu Oettingen-Wallersteins und Elçi İbrahim Paşas (1699–1701)</qhod:subProject><qhod:title xml:lang="de">Kopie des Briefes Wolfgang IV. zu Oettingen-Wallerstein an Kaiser Leopold I., Konstantinopel, 18. März 1700 b</qhod:title><qhod:title xml:lang="en">Copy of letter Wolfgang IV zu Oettingen-Wallerstein to emperor Leopold I, Constantinople, March 18, 1700 b</qhod:title><qhod:title xml:lang="tr" /><qhod:creator>Wolfgang IV. Oettingen-Wallerstein</qhod:creator><qhod:language>de</qhod:language><qhod:date>1699-11-17</qhod:date><qhod:type xml:lang="de">Brief</qhod:type><qhod:type xml:lang="en">letter</qhod:type></qhod:Source><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17000318.1a#p.1"><gams:text>Werdten euer kay. May. auß meinen den drey und zwän- zigsten pahsato von hier abgelassenen allergnädigst ersehen haben, in was für eine weithläufigkheit, und beschwährnus ich mit, undt von wegen der allhier, undt einiger undter weegs allhero, zu mir refugirten christlichen sclaven gerathen, welche biß annoch continuiret, undt indessen je länger, je mehr zugenohmen, ohne daß ich mich derselben entwehren khönnen, indeme dergleichen sclaven sich alle tag häufiger bey mei- ner suite eingetrungen, undt wie hoch ich auch meine caval- lier ersuchet, undt meinen undt ihren leuthen verbotten, der- selben kheinen mehr anzunehmen, sondern die sich angebende mit guetter manier auff ein andere bequember zeith zuruckh, undt zeitlich nacher hauß, undt zu ihren herrn zu verweißen, biß einmahl die- solches zulauf halben in der gantzen statt, undt bey hoff, auch allen ministris, ja dem sulthan selbst verursachte klagdten, undt erstandene beschwährnus undter dem pöwel (wie euer kay. May. über die von dem Mauro Cordato bey mir ein undt andersmahl mündtlich angebrachte, auß dessen hiemit khommenden schrifftlich gethanen beschwährdten mit mehreren allergnedigst ersehen werdten) vorbey undt sopiret, auch die bey annahenden früeling ankhommende frembde schiff ein- undt so dann wider außlauffen, mit welchen mann ein- undt andern desto leichter werdte durch, undt forthbringen, auch ohne gefahr salviren khönnen, damit, wan ich sie nicht manuteniren khunte, selbe in khein grösseres ohnglückh, oder gahr umb leib undt leben khommen, so ist doch bey villen das mitleyden, undt der blindte indiscrete eyffer ein opus charitatis zu üeben, darff auch wohl von einigen sagen, die eigenmacht so groß gewesen, daß ich es nicht verwehren khönnen, sondern es seindt da, undt dorth dargegen, undt ohne meinen willen, undt vorwissen, einige angenohmen wordten, wor- durch dann denen armen leuthen nicht allein nicht geholffen, sondern selbe, undt andere gefangene in der statt, undt auff dem landt in die gröste gefahr, undt schaden gesetzet wordten, undt zwahr denen refugirten armen leuthen dar- umben nicht allen geholffen, weillen ich bis dato noch nicht weiß, ob ich selbe sammetlich, oder auch die alle, welche ihre frey-brieff erhalten, undt wie? werdte salviren, forthbringen, wie die übrige redi- miren, undt wovon sie biß zu ein oder anderer ergebende gele- genheit ernehren khönnen? Gestalten ich selbe biß dahero mit meinem nicht großen anvantagio neben andern übergrossen undt vorhero niemahlen mir eingebildeten spesen erhalten? Wo nicht Gott, undt euer kay. May. mir, undt meinen khindtern es wider allergnädigst ersetzen, zumahlen täglich sehr vill auff sie auffgehet, wan auch anderst nichts, alß nur allein das bloße brodt für sie consideriret wirdt.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17000318.1a" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17000318.1a#p.2"><gams:text>Denen übrigen sclaven aber ist damit groß geschadet wordten, weillen vill derselben desto härtter bey ihren herrn gehalten, undt damit sie nicht auch entweichen, in eyßen, undt bandten ge- schmidet, einige weither undt gahr über das meer hin undt wider verkhauffet wordten. Ich bin endtlichen gemüssiget wordten, mich bey denen türckhen auß allen üblen concept, alß wan ich diese arme leuth mit ganzen gewaldt an mich, undt ihnen ihr ver- mögen, welches bey villen allein in dergleichen sclaven, undt darauff ihr ganzes capital stehet, zu entziehen suchete, so gehen auch auß der gefahr zu setzen, daß meine quartier nicht gähling überfallen, undt die refugirte mit gewaldt heraus genohmen werdten mögen, mithin auch den anlauff der gefangenen zu sistiren, geschehen zu lassen, daß mir die bißhero gehabte für suspect (undt daß sie selbsten auch mit denen sclaven ein gefährliches geldt commercium getrieben, undt mich dardurch verdächtiger zu machen, alß wann undter meinen leuthen weith mehrer, alß bey allen obigen gleichwohlen in der thatt ge- schehen, recipiret, undt undterschlagen wurdten) gehaltene wacht, all improviso abgenohmen, undt anstatt der bißhero gehabten einer, mit drey jänitscharen ode, undt drey tschor batschen, darundter einer ein chahseki agha, zu ver- wachtung meiner quartier, undt behaußung gestellet wordten, ia so gahr auch der die gantze rayß von Belgrad her bey mir gewesene tschor batschi, welcher in der wahrheit ganz ohnschuldig, und undt einer der ehrlichsten Türckhen, undter dem praetext, das er ein undt anders bißhero nicht besser beobachtet, undt ge- hindert, von hier weggeschikhet wordten, undt stranguliret werdten sollen, welches, wie es mit ihme abgangen, ich auff diese stundt nicht weiß, wiewohlen mich der reis effendi vertrösten lassen, daß ihme auff mein gethane intercehsion nichts geschehen solle. Gestalten mich auch dargegen nicht gesezet, zumahlen auch es ohne deme nicht verhindtern khönnen, sondern mich ange- stellet, alß wann ich mich darfür villmehr obligirt erkhennete, daß dardurch der zulauff so viller armen leuthen einmahl ge- stellet wordten, weillen meine intention nicht seye, alle hiesige gefangene an mich zu lösen, noch ihnen Türckhen selbe hinwegg zu führen, mir auch darzu die mittel nicht erklekhen wurdten, welches sie gahr wohl, undt darauß abgenohmen, daß mir der zulauff nicht angenehmb, sondern alles wider meinen willen geschehen, womit mich also bey ihnen wider sehr accreditiret. Sie haben zwahr auch tentiret, in alle häußer meiner cavallier undt leuthen eine anzahl jänitscharen einzulegen, undter dem praetext, daß es mir nicht allein zu ehren, undt meiner bediendten, auch zu meiner, undt ihrer sicherheit gereichen werdte, ich habe es aber, weillen es anfänglich bey meiner ankhunfft nicht geschehen, mit guetter manier decliniret, ich habe auch nicht ermanglet, den meisten theill der sich zu mir retirirten sclaven von ihren patronis, so vill sich derselben darumben angemeldet, mit geldt zu redimiren, undt abzulößen, undt über das jenige geldt, welches der pater Trinitanrius noch übrig bey sich gehabt, undt zu seiner zuruckh rayß mit einigen erlösten sclaven, nicht benöthiget zu seyn glaubt, auff meinen credit, damit euer kay. May. geldter ohne dero vorwissen darzu nicht angreiffe, nebenst mit undterschreibung des graffen Carl Ludtwig von Sinzendorff bey einem gewissen khauffmann allhier Mommars genandt (welcher euer kay. May. absonderlich umb eine gnad bittet, wie selbe auß einem PSto allergnedigst vernehmen werdten, undt ich mich undterstehe, so vill es dero convenienz undt interehse leydet, wie ich glaube, daß ein oder anderes, wiewohlen nicht alles werdte seyn khönnen, allerunderthenigst zu recommendiren) drey tausendt Reichtsthaler, selbe inner drey monath zu bezahlen, entlehnet, undt solche darzu angewendet, alles in hoffnung, wie auch nunmehr anscheinet, den entstandtenen tumult damit zu stillen, undt daß euer kay. May. mit bey- standt dero erbkönigreich undt landten mir in solcher zeith er- sagte summam nicht allein, sondern ein weith mehrers durch die hin- undt wider gehendt courrier in goldt, undt auff andere thuenliche weiß, allergnädigst überschikhen werdten, darumben ich hiemit auch allerunderthänigst bitte, zumahlen, wann ich eine force thuen sollte, wo nicht alle, doch einen grosten theill der (ausser der kay. gefangenen) sich auff den galeren hin undt wider befindtlichen teutschen, hungarn, undt raitzen damit erledigen, undt außkhauffen zu khönnen.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17000318.1a" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17000318.1a#p.3"><gams:text>Wann ich nun nicht zweifle, daß hievon euer kay. May. allerhandt ohngleiche nachrichten zukhommen werdten, villeicht auch die türkhen selbsten dargegen einige beschwärdten wider mich anbringen möchten, so habe ich nicht ermanglen wollen, deroselben davon die aigentliche völlige, undt wahre beschaffen- heit in underthänigkheit zu überschreiben, in der underthänigsten hoffnung, euer kay. May. werden denen malevolis kheinen mehrern glauben, alß mir, geben, gegen die türkhen aber mich solcher gestalten allergnedigst manuteniren, undt defendiren, mit vermelden, daß dieselbe mir zwahr dergleichen nicht befohlen, undt wüntschen möchten, daß die arme sclaven, welche mit dieser gelegenheit ihre zuflucht zu mir gesuchet, undt ich nicht verstossen khönnen, sich bey mir nicht alßo eingefundten, noch auch mich zu ein- oder andern auß christlichen mitleyden veranlasset hetten, euer kay. May. lebeten aber versichert, undt trägen zu mir das allergnedigste vertrauen, daß, wie ich dieselbe bey solchen umbständten nicht wohl hülffloß lassen khönnen, derenselben aber kheinen meines orthß zu mir gelockhet, oder ihren patronis abwendig gemachet, oder selbsten zu mir zu khommen veranlasset, ich gleichwohlen ieden patrono der sclaven welche sich bey mir befinden, undt ich in meine protection genohmen, alle billiche undt mögliche satisfaction gegeben, undt selbe auß allen schaden gesezet haben. Undt wo es nicht allen geschehen, undt derselben noch einige bey mir hette, sie mir es annoch zu thuen allergnädigst befehlen, undt ich demselben gehorsambst nachkhommen werdte. Womit ich verhoffe, daß euer kay. May. weither ohnbelästiget bleiben, undt wo nicht alles, doch daß meiste sopiret, undt ich von dem offentlichen, undt so großen zulauff der sclaven befreyet bleiben, undt ohne desselben mehrer derselben, alß auff bißherige inevitable gewesene weiß geholffen werden solle. Meine gröste sorg ist allein, wie, undt auff was weiß ich die, undt zwahr mit gewaldt zu türkhen gemachte, zu mir refu- girte werdte salviren khönnen, davon drey oder vier, wan anderst ruhe undt sicherheit, in meinen quartieren haben, undt mir dieselbe nicht mit gewaldt daraus nehmen lassen, noch auch wohl gahr gestürmet werden wolllen, mit schwähren hertzen außfolgen lassen müessen, weillen sie des groß vesiers, deß muftti, undt anderer grossen ministren zugehörig gewesen, damit ich die übrige umb so vill leichter salviren khönnen, welches ich doch cum protestatione, undt vorbehaltung der legations immunität undt solchen cautelen gethan, daß es ohne sonderlichen praejudiz geschehen, zumahlen ich sonsten in gefahr gestandten, von allen auß- undt ohnaußgelösten sclaven einigen nicht davon zu salviren, undt, wie gemeldet, gahr spott undt schaden zu leyden. Ich will zu Gott hoffen, er werdte seine gnad geben, daß mir hiesige pottschaffter einige davon salviren, weillen sie mit dem patre Trinitario zu schickhen nicht traue. Zu erlößung der ge- meinen gefangenen, gibt mir der Mauro Cordato, undt der effendi grosse hoffnung, ich sorge aber, es werden ville krankhe, undt elende darundter, undt diese mehr zu einem onere, alß freudt seyn, wie ich dann auch nicht weiß, wie selbe forth- bringen solle, die zeith wirdt aber alles geben, indessen befehle mich nochmahlen zu kay. huldten undt gnaden.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17000318.1a" /></qhod:Text></rdf:RDF>