<rdf:RDF xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:rdfs="http://www.w3.org/2000/01/rdf-schema#" xmlns:owl="http://www.w3.org/2002/07/owl#" xmlns:skos="https://gams.uni-graz.at/skos/scheme/o:oth/#" xmlns:t="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:dcterms="http://purl.org/dc/terms/" xmlns:gams="https://gams.uni-graz.at/o:gams-ontology#" xmlns:qhod="https://gams.uni-graz.at/o:qhod.ontology#"><qhod:Source rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17000223.1"><gams:isMemberOfCollection rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/context:owip" /><qhod:subProject xml:lang="de">Die Großbotschaften Wolfgang IV. zu Oettingen-Wallersteins und Elçi İbrahim Paşas (1699–1701)</qhod:subProject><qhod:title xml:lang="de">Wolfgang IV. zu Oettingen-Wallerstein an Kaiser Leopold I., Konstantinopel, 23. Februar 1700</qhod:title><qhod:title xml:lang="en">Wolfgang IV zu Oettingen-Wallerstein to emperor Leopold I, Constantinople, February 23, 1700</qhod:title><qhod:title xml:lang="tr" /><qhod:creator>Wolfgang IV. Oettingen-Wallerstein</qhod:creator><qhod:language>de</qhod:language><qhod:date>1699-11-17</qhod:date><qhod:type xml:lang="de">Brief</qhod:type><qhod:type xml:lang="en">letter</qhod:type></qhod:Source><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17000223.1#p.1"><gams:text>Hiermit in aller underthänigkheit nicht ohnberichtet las- sen, daß, nachdeme ich den 8. dieses lauffenden mo- nath sehr spath undt bey allschon finsterer nacht allhier in meinem quartier angelanget, mich noch selben abendt der englische undt holländtische, den anderen vormittag aber der venedische pottschaffter, wie auch der moscowitische undt ragusische gesandten beneventiren, undt ich sie gleich darauff wider complimentiren lassen, undt daß ich, weillen der frantzösische gesandte nicht gleicher massen zu mir geschickhet, angestandten, ob zu erwartten habe, biß auch derselbe zu mir jemandten abgesendet, oder ob ich ihme vorhehro von meiner ankhunfft, wie es sonsten wohl zu ge- schehen pfleget, parte geben solle. Undt daß ich solchem nach resolviret, ohnerwarttet seiner beneventierung ihme parte zu geben, (umb welche zeithen jedoch eben auch zu mir zu schickhen, meiner ohnwissendt, die anstallt gemachet haben mues, weillen sie beyde unsere geschikte einander under- weegs begegnet) dabey es auch geblieben, biß Don- nerstag, den 18. darauff, da sich dann ergeben, daß, nach dem ich Erchtag zuvor bey dem gros sultan audienz gehabt, der englische gesandte bey mir auff den Mittwochen noch selben abendt sich ansagen lassen undt auch selben tag mir die erste visita gegeben, ohne daß ich derentwegen einen anstandt besorget, er- sagten sagten Donnerstag aber hatt der frantzösische gesandte mit einem compliment zu mir geschickhet, mir we- gen der gehabten audienz gratuliret, undt insinniret, daß er mir den 20. eine visita geben wolle, mit dem verlangen, ihme darzu eine mir gelegene stundt zu ahsignieren. Dargegen ich mich bedanckhet, mit ver- melden, daß es seiner gelegenheit anheimb gestellet lasse, alß er aber noch näher auff die stundt ge- trungen, ihme die viertte nachmittag benennet, worauff er gemeldet, daß er verhoffe (so er doch wohl anderst gewist haben mues, weillen die englische visita ohnweith seines hauß vorbey publice, undt gahr solenniter geschehen) es werdte inmittelst niemandt anderer bey mir audienz genohmen haben oder bekhommen (welches ich einmahl nicht recht verstandten, indeme er etwas still geredet). Weillen nuhn gemelter massen der englische gesandte den tag zuvor schon bey mir gewesen wahr, so andtworttete ich, daß solches derent- wegen schon zu spath seye, undt nicht mehr geendert werdten khönne, auff welches er, daß solcher ge- stallten es seinem herrn schmertzen werdte, nicht zu mir khommen zu khönnen, weillen allhier der ge- brauch, jeder zeith von deme, welcher dem andern vor- gehe, die erste visita abzunehmen, undt sein kö- nig ohndisputierlich vor Engellandt die praecedenz habe habe, worauff ich, daß es mir leydt seyn wurdte, allein seye sein herr selbste schuldt darahn, dieweill er sich nicht eher angemeldet, so er thuen khönnen. Ich wisse nichts von solchen gebrauch, be- gehrte mich auch nicht anzunehmen, wehme die prae- cedenz vor dem andern gebühre, sondern halte mich deß jenigen, was an dem orth herkhommens, wo ich hergekhommen, allwo man deme die erste visita gestatte, der sich am ersten darumben angebe, wie geschehen, bathe ihn, mir zu sagen, was er vermeine, daß der englische von mir glauben khön- nen, oder geglaubet, undt wie er es auffgenohmen haben wurdte, wan ich demselben seinetwegen, da er sich vor ihme nicht anmelden lassen, die visita abge- schlagen hette. Ich wußte es also nicht mehr zu en- deren, worauff er nach repetierung dessen, so all- schon oben berühret, abschiedt genohmen, mit ver- melden, er müßte alles seinem gesandten re- feriren, deme ich weithers, daß er gahr wohl thuen undt derselbe selbst erkhennen werdte, daß es eine geschehene sach, die nicht mehr zu enderen, undt ich ausser schuldt seye. So alles ich gleich nach seinem abschiedt mr. milord Paget hinderbringen lassen, mit ersuchen, mich zu berichten, was er vermeine, das ich diesfalls zu thuen habe, der mir gerathen, wider mit einem compliment dahin zu zu schickhen, undt zu vermeldten, daß ich von seinem geschickhten zwahr anfänglich berichtet wordten, daß er den Sambstag darauff zu mir zu khommen verlanget, endtlichen aber dieses inci- dens halber mich dessen nicht gäntzlichen versi- cheret, weillen ich nuhn solches aigentlich zu wissen nöthig, damit, wan sich inmittelst ein anderer von denen übrigen herren pottschafftern auff selben tag anmelden lassen würdte, ich mich darnach regulieren möge, alßo bath ich umb selbe nach- richt, mit versicherung, daß, wan es ihme ge- fällig, zu mir zu khommen, ich mir es für eine ehr halten, undt ihme mit aller gebühr begegnen, auch die freundtschafft mit ihme zu pflegen, undt zu conserviren suchen werdte, wie mit allen an- dern pottschafftern, insonderheith aber, welche unsere hohe herrn principalen durch die neue verbündt- nus mit einander gemachet. Deme ich dann alßo nach- khommen, er pottschaffter aber hatt sich pure in negativis gehalten, undt daß er bey berührter be- schaffenheit zu nachtheill seines könig nicht zu mir khommen khönne, mit widerhohlung deß obigen, daß namblichen allhier der vormahl allegirte ge- brauch, undt seinem könig die praecedenz vor Engel- landt gebühre, ich alßo den engelländer vor ihme nicht vorlassen sollen. Undt alß ihme mein dahin dahin geschickhter (wie ich vorgemeltermassen in discurs mit seinem geschickhten gethan) gefraget, was ich dann mehr berührten englischen gesandten andtwortten, undt wie selben ohne die höchste offension ab- oder zuruckh weißen sollen, hatt er ihme geandt- worttet, ich hette zu erhaltung seines königs ho- heit sagen sollen, ich befündte mich nicht wohl, undt währe übl auff, wie dergleichen entschuldtigung wohl öffters auch anderwerths geschehen, ist alßo dato nicht zu mir gekhommen, hatt auch biß dahehro ebenso- wenig zu mir geschickhet, welches alles euer kay. May. zu wahrer, undt verlässlicher nachricht deß verlauff hiermit in allerunderthänigkheit hinderbringe, damit, wan dieses incidens an euer kay. May., wie ich wohl vorsiehe, gebracht werdten wirdt, sie davon eine beständtige wissenschafft allergnädigst haben, undt erkhennen mögen, daß ich nicht anderst thuen, weder nach sein des frantzösischen pottschaffter gelegenheit, den englischen gesandten zuruckh halten, noch mich, in dero beyden praecedenz strittigkheit mengen wollen. Sonsten, allergnädigster kayßer undt herr, ist deme alßo, wie ich auß Adrianopel wegen der ihme frantzösischen pottschaffter recusirten audienz allerunderthänigst überschriben, nemblichen daß, alß er wider die hiesige observanz mit dem degen zur selben gehen wollen, undt die Türckhen bey der ihme beschehenen ertheillung eines cafftan, wahrgenohmen, daß er selben an der seithen seithen gehabt, er von dem Mauro Cordato selben abzulegen, ermahnet undt alß er es nicht gethan, die Türckhen es dihsimuliret, biß daß er in das vorgemach deß audienz zimmer gekhommen, allwo nicht nur allein noch einmahl die ablegung desselben begehret, sondern ihme so gahr auch der cafftan auff- gehoben, undt mit begreiffung seiner kleyder nach gesuchet, ob er khein anderes verborgenees gewehr bey sich habe, welches er hoch empfundten, es gean- det, undt gemeldet, daß er selben nicht ablegen wolle, darüber sie ihn mit gewaldt zuruckh getrieben, undt wie mir gesaget wordten, gahr gestossen, undt nacher hauß geschaffet wordten, darauff er den angehabten cafftan von sich geworffen, undt auch seinen bey sich gehabten leuthen ein gleiches zu thuen befohlen, so forth sich nacher hauß begeben, auch seine praesenten (worunder ein vorhehr nie ge- schehener grosser spiegel gewesen seyn, undt der sulthan ihn gehrn gehabt haben solle, weillen er selben durch ein fenster in divan gesehen, undt der pottschaffter nuhnmehr würckhlich in seinem zimmer auffgemachet) mit sich zuruckh genohmen, worü- ber die Türckhen annoch mit ihme pottschafftern different, weillen er behauptet, daß sie Türckhen ihme positive befohlen, selbe nacher hauß zu neh- men, der chiaus bahsa aber allein gesagt zu zu haben verwendet, daß, wan er wolle, selbe mit nacher hauß nehmen möge. Inmittelst hatt mich der englische nicht allein, wie obgemeldet, sondern auch der holländtische gesandten besuchet, der venedi- sche aber gibet vor, daß er eine defluxion in koppf habe, undt derentwegen nicht zu mir khommen khönne, der ragusische hatt 2 oder 3 mahl zu mir geschickhet, undt auch khommen wollen, es wahre mir aber an- fänglich, weillen ich gahr nichts eingerichtet gewesen, die andermahl aber wegen deren audienzien, undt andere re- undt visiten pure ohnmöglich. Thue alßo erwartten, ob er weither schickhen, oder khommen werdte, so ich derentwegen nothwendtig erachtet, in underthänigkheit zu berichten, damit, wan er sich darüber wider besser verhoffen, weillen ich seinen hoffmeister selbst alle mahl gahr hoch gebetten, es nicht zu verüblen, bey euer kay. May. beschwähren sollte, dargegen diese wahre beschaffenheit gestellet werdten möge, wiewohlen nicht ohne, daß er ohnbeschreiblich weith von mir wohnet, undt die gegen visita mir auch sehr schwähr fallen wirdt, über dieß, daß dergleichen erste undt lezte visiten, ein sehr gro- ßes khosten, so inevitable, womit mich zu kay. huldten undt gnaden underthänigst gehorsambst empfehle.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17000223.1" /></qhod:Text></rdf:RDF>