<rdf:RDF xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:rdfs="http://www.w3.org/2000/01/rdf-schema#" xmlns:owl="http://www.w3.org/2002/07/owl#" xmlns:skos="https://gams.uni-graz.at/skos/scheme/o:oth/#" xmlns:t="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:dcterms="http://purl.org/dc/terms/" xmlns:gams="https://gams.uni-graz.at/o:gams-ontology#" xmlns:qhod="https://gams.uni-graz.at/o:qhod.ontology#"><qhod:Source rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17000129"><gams:isMemberOfCollection rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/context:owip" /><qhod:subProject xml:lang="de">Die Großbotschaften Wolfgang IV. zu Oettingen-Wallersteins und Elçi İbrahim Paşas (1699–1701)</qhod:subProject><qhod:title xml:lang="de">Wolfgang IV. zu Oettingen-Wallerstein an Kaiser Leopold I., Adrianopel, 29. Jänner 1700</qhod:title><qhod:title xml:lang="en">Wolfgang IV zu Oettingen-Wallerstein to emperor Leopold I, Adrianopel, January 29, 1700</qhod:title><qhod:title xml:lang="tr" /><qhod:creator>Wolfgang IV. Oettingen-Wallerstein</qhod:creator><qhod:language>de</qhod:language><qhod:date>1699-11-17</qhod:date><qhod:type xml:lang="de">Brief</qhod:type><qhod:type xml:lang="en">letter</qhod:type></qhod:Source><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17000129#p.1"><gams:text>Euer kay. May. solle hiermit in aller underthänig- kheit nicht ohnberichtet lassen, daß ich endtlichen durch die gnad, undt beystandt Gottes vergangenen Erchtag, den neun undt neuntzigsten tag nach meiner abrayß von Wienn, nach allerhandt gehabten verhindernussen, auffenthalt, undt ohngewitter, auch durch großen schnee, sonderlich aber in diesen landts über das sehr hohe gebirg, undt in ohnbe- schreiblicher kälte, welche doch von einigen tagen her zimb- lich nach, undt zu linderen wetter sich anlasset, auch völ- lig auffgehen zu wollen anscheinet, mit allen denen mei- nigen glückhlich undt gesundt allhier, allwo ich abermahl von denen hiesigen fürnembsten Türckhen in großer men- ge, gleich wie zu Rudschich, eine guette halbe stundt vor der sehr volckhreichen statt, ausserhalb, weillen dieß orths khei- ne stuckh, wie daselbsten, undt alßo kheine gelöset werden khönnen, eingehohlet wordten, angelanget, undt heuth mit seiner weitheren göttlichen begleithung nacher Constantinopel auff- breche breche, in hoffnung, innerhalb 9 tägen nacher Ponte Picolo 3 1/2 stundt davon anzulangen, daselbsten, wie es dem vernehmen nach jeder zeith herkhommen, undt observiret wor- den, drey oder vier täge zu verbleiben, außzurasten, undt mich zu den einzug zu bereithen.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17000129" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17000129#p.2"><gams:text>Indessen ist den 21. dieses zu Hassan ein exprehser von Constantinopel zu meinen commihsarium khommen, umb sich aigentlich wegen des tags meiner dahinkhunfft, undt wo ich in Constantinopel zu logiren verlange, zu erkhun- digen, der under andern mitgebracht, daß der türckhische kayßer schon in das dritte monath nicht in Constantino- pel gewesen, sondern zu Tschataltsche sich auffgehalten, undt erst gestern oder vorgestern wider dahin gekhehret seyn werdte, selber hatt auch referiret, daß der frantzösische gesandte noch kheine audienz bey dem sultan gehabt. Zwahr seye ihme darzu angesaget, undt alle anstallt gemachet gemachet, er auch würckhlich gehn hoff gekhommen, undt ihme der cafftan angeleget, in meinung, denselben zu introduci- ren, er habe aber seinen an den seithen gehabten degen nicht abthuen wollen, derentwegen er nicht admittiret, ihme der cafftan wider abgenohmen, undt ohne audienz mit zu- ruckhschickhung der praesenten, und zwahr, wie einer meiner commihsarien gesaget, mit zimblich hartten compliment, dergleichen selber cron pottschafftern schon öffters widerfahren, nacher hauß zu kehren obligiret wordten, von welchem leztern, undt in wehme selbes aigen- tlich bestandten, ich jedoch mit negsten von Constantinopel auß mehrere nachricht in underthänigkheit überschreiben werdte. Dießmahl aber habe die begebenheit wegen deß degen derentwegen mit diesem aigenen allergehorsambst zu berichten nöthig befundten, umb nicht (wie ich dann darumben hiermit allerunderthänigst bitte) in kay. gnaden ohnverlängt, undt wider durch einen exprehsen, (der, wan er er nicht auffgehalten wirdt, noch wohl vor meiner erlangen- den audienz zuruckh khommen khan) allergnädigst zu be- ordern, wie ich mich in diesem fall zu verhalten, weillen ich weder auß denen, von euer kay. May. löbl. hoff kriegs- rath mir communicirten actis, noch sonsten ersehen hab, wie es in hoc speciali zu deß graffen Lesle, undt Baron von Schwartzenhorn seel. zeithen gehalten wordten, ob sie die säbel bey der audienz an der seithen getragen, oder nicht? Bitte zugleich allerunderthänigst, mich allergnädigst zu benachrichten, wie es der von hinnen dermahlen an euer kay. May. hoff subsistirende türckhische pottschaffter observiret, dann falls er seinen säbel an der seithen gehabt, undt euer kay. May. allergnädigst verlangeten, daß ich ein gleiches thuen, undt mich in gefahr eines solchen ergehen, wie dem frantzösischen pottschaffter geschehen, setzen solle, mir darüber ein mit sein pottschaffters aigener handt, undt pottschafft gezeichne- tes attestatum zu überschickhen, damit ich, wie er es ge- halten halten, erweißen, undt ein gleiches mit mehreren funda- ment begehren möge, ausser deme mir es leicht abge- leugnet, undt widersprochen werdten dörffte. Zumahlen ich der Türckhen reden nach, welche sie occasione obersagter dem frantzösischen gesandten ergangenen begegnus geführet, bewogen, daß mir schwährlich werdte gestattet werdten, mit einem gewehr zu erscheinen, weillen dessen khein exempel seye, derent- wegen, undt sonderlich ob periculum in mora mit so vill grö- ßeren verlangen allerunderthänigst zu vernehmen gewärttig bin, was euer kay. May. allergnädigst befehlen werdten, undt ob mich deshalben impegniren, oder ohnvermerckht, undt von selbsten dessen enthalten solle.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17000129" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17000129#p.3"><gams:text>Über dieses, allergnädigster kayßer undt herr, habe ich nicht allein dero allergnädigstes lezteres rescriptum von dem 9. December voriges jahr, betreffendt des graffen Marsigli obhabende grenitz scheidungs commihsion, sondern auch ein anderes von der löbl. kay. hoff cammer de dato 5.ten 5.ten ejusdem, die communication der specification der türckhischen praesenten undt deren distribution betreffendt mit allerunderthänigstem respect, undt schuldtiger gebühr wohl erhalten. So vill nuhn das erste, da werdte nicht ermanglen, nach meiner ankhunfft zu Constantinopel, wo euer kay. May. inmittelst nichts anderst, oder mehreren allergnädigst befehlen, in allem gehorsambst nach zu leben. So vill aber das andere belanget, da weiß weder ich, noch der secretarius der orientalischen sprachen der Lakowitz unß zu erinnern, daß einigen von unß, wie die löbl. hoff cammer darinnen supponiret, ersagte specification von jemandten communiciret währe, oder mir in particulari etwas davon angezeiget wordten. Ohnerachtet nicht ohne, daß der mitgekhommene hoff kriegs zahl ambts officier, welcher ein gahr accurater, embsiger undt fleyssiger mann, der nicht allein bey der wasser rayß, undt daselbstigen gefahr, sondern auch bey annoch continuiren- der der landtrayß große mühe, sorg undt fleyss anwen- det, undt deßwegen ville ohngelegenheit außstehet, selbe mit sich hatt, sonsten, wan es geschehen währe, ich vor meiner abrayße nicht underlassen haben wurdte, mit euerer kay. May. allergnädigsten erlaubnus ein- undt anderes dabey zu errinneren, wie zum theill inmit- telst wehrender rayße von mir schon schrifftlich geschehen, ge- stallten auch er Lakowitz, wan ihme selber halben et- was anbefohlen worden währe, undt auch er die erlaub- nus gehabt hette, mehrers würdte an handt gegeben haben, weillen er vor deme, zu zeithen deß graffen Caprara mit dem Hoffmann, euer kay. May. gewesen residenten, schon einmahl zu Constantinopel gewesen, undt alßo, was denen Türckhen angenehmb, oder nicht, guette nachricht wurdte haben geben khönnen. Allermassen er nach der ihme von mir gethanen communication der mir in obigen came- ral rescript zugestellten specification, alßo gleich an- gemerckhet gemerckhet, daß ein ohnentbehrliches praesent für deß gros vesier chihaia mitzugeben vergessen wordten, da doch selbes officium sonderlich der zeith, mehr alß alle vesier, undt übrige officiers zu obligiren, alldieweillen nicht wohl etwas bey dem daselbstigen gros vesier anderst, alß durch ersagten dessen chihaia anzubringen, zu ne- gotiiren, oder zu erhalten, er alßo vor allem zu gewinnen undt in guetten willen zu setzen, allermassen euer kay. May. solches auch auß deß seel. graffen Lesle relation sub dato 8. Julii undt 23. Augusti 1665 werdten vernohmen, undt auß der in copia hiermit khommenden beylag allergnädigst mit meh- rern zu ersehen haben, daß, alß bey sein deß graffen Lesle seel. absendtung, damahliger chihaia auch ver- gessen, (welches dießmahl die ursach seyn wirdt, daß man allein ohne weithere reflexion auff ihme, selber ersten lista, bey fehrtiger bestellung der praesenten nachge- gangen). Dessentwegen er graff Lesle necehsitiret wordten wordten, euer kay. May. allerunderthänigst zu bitten, ihme neben andern nachzuschickhen verlangten prae- senten, auch für selben chihaia eines mitzusendten, welches mir die freyheit gibet, dergleichen hiermit ebenfalls zu begehren, undt allerunderthänigst zu bitten, auch diesem etwas ergiebiges mit einem courrier nachzuschickhen, undt umb so vill mehr als eurer kay. May. deß vesier von Belgrad chihaia ein so schönes regal zu ge- schickhet, der doch einige dergleichen importante dienste nicht, alß wie der zu Constantinopel zu leisten vermag undt wan dieser es erfahren, wie inmittelst ohnfehlbahr allschon geschehen seyn wirdt, undt er praeteriret werdten solle, es ein sehr grossen disgusto so wohl bey seinem herrn, alß ihme selbsten, eurer kay. May. aber einen grosen schaden verursachen wurdte, womithin ich der aller- underthänigsten hoffnung lebe, euer kay. May. werden mich in mein vormahligen ansuchen de dato 4. Decembris undt undt folgendt umb so vill weniger enthören, alß sie nicht allein mehr ersagten graffens Lesle verlangen für billich erkhennet, undt ihme nach seinem underthänigen an- suchen gratificiret, sondern auch dem graffen Marsigli gleichfalls, (wie das jüngst von euer kay. May. mir communicirte an ihme erlassene leztere rescriptum außweißet, mir auch von seiner abferttigung von Wienn selbsten bekahnndt ist) allerhandt dergleichen notdurfften allergnädigst mitgegeben, undt nachgeschickhet. Dann ein- mahl bin ich mit dergleichen galanterien nicht versehen, sondern stehe gantz blos, da doch, wie es die tägliche erfah- rung zeiget, das bettlen auff allerhandt manier bey denen Türckhen ohne underlass continuiret, gestallten es mich dann schon würckhlich mehr, alß 2.000 fl. gekhostet, so ich hin undt wider inevitabiliter, umb euerer kay. May. respect undt reputation zu erhalten, spendiren mues, undt doch annoch khein anfang ist, sondern zu Constantinopel Constantinopel erst recht angehen wirdt, da dann under andern die vormahls angezeigte packh- truckh-, oder repetier- der vier- eckhige tisch, undt die veldt uhren sehr, undt vor allem ange- nehmb, gestallten ich auch allerunderthängist verhoffe, euer kay. May. werdten wegen des von dem vesier zu Bel- grad begehrten veldt uhr in gnaden gedacht gewesen seyn undt ihme selbe inmittelst durch den general de Nehm zu- geschickhet haben.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17000129" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17000129#p.4"><gams:text>Weillen, allergnädigster kayßer undt herr, ich auch jüngst hin zu Ruschickh deroselben die abrede, undt vergleich mit dem türckhischen commihsario wegen meines thein bey zu schliesen, ausser acht gelassen, darumben allerunderthä- nigst umb vergebung bitte, so schließe denselben hiebey, undt khan nicht verhalten, daß ich in sorgen stehe, es seye in meinem vormahligen an euer kay. May. derent- wegen den 12. Decembris abgelassenem allerunderthänigsten schreiben versus finem, allwo ich wegen deß ersten mit dem dem capidschi bahsa getroffenen vergleich meldtung gethan, in describendo meines concept ein fehler geschehen, undt an statt, daß geschriben werdten solle, (daß ersagter capidschi bahsa mich obligiren wollen, meinen thein in naturalibus anzunehmen, welcher denen Türckhen nicht einmahl 300 Reichsthaler, euer kay. May. aber, solchen den Türckhen alßo zu ge- ben, ihro über 500 Reichsthaler gekhostet haben wurdte) allein 30 undt respecte 50 geschriben wordten, welches auff solchen fall hiermit corrigiret, undt derentwegen auch umb allergnädig- ste vergebung gebetten haben will, wiewohlen dieselbe von selbsten solchen fehler observiret haben werdten.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17000129" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17000129#p.5"><gams:text>Ausser deme, allergnädigster kayßer undt herr, weiß ich dermahlen nichts sonderbahres zu berichten, alß daß hiesiger ländter stätte, marckh, undt dorffschaffen, ja alle mayerhöffe voller christlichen gefangenen von aller- handt nationen sich befindten, die alle umb einen mittel- mäßigen preys außzulösen undt zu erlangen 100.000 Reichsthaler Reichsthaler lang nicht erkleckhen wurdten, wie ich dann derent- wegen sorge, daß ohnmöglich seyn werdte, dem hindersten theill zu helffen. Die Türckhen thuen selbe mehrern theill versteckhen, wie dann auch von meinen commihsa- riis an alle orth voran geschickhet wordten, selbe vor meiner ankhunfft an andere orth zu bringen undt ein- zusperren, damit kheiner zu mir umb seine erlösung khommen solle, wiewohlen dessen ohngehindert täglich einige sich bey mir einfindten, denen ich nach möglichkheit mit geldt, guetten wortten, undt deren verbergung, so vill ich ohne ohngelegenheit thuen khan, außhelffe, wie euer kay. May. darüber absonderlich von deme mit mir ray- ßenden patre Trinitario durch herrn cardinal Kollo- nitz mehrers werden berichtet werdten, dahin mich in underthänigkheit hiermit beziehe, undt zu kay. huldten undt gnaden allergehorsambst empfehle.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17000129" /></qhod:Text></rdf:RDF>