<rdf:RDF xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:rdfs="http://www.w3.org/2000/01/rdf-schema#" xmlns:owl="http://www.w3.org/2002/07/owl#" xmlns:skos="https://gams.uni-graz.at/skos/scheme/o:oth/#" xmlns:t="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:dcterms="http://purl.org/dc/terms/" xmlns:gams="https://gams.uni-graz.at/o:gams-ontology#" xmlns:qhod="https://gams.uni-graz.at/o:qhod.ontology#"><qhod:Source rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17000111"><gams:isMemberOfCollection rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/context:owip" /><qhod:subProject xml:lang="de">Die Großbotschaften Wolfgang IV. zu Oettingen-Wallersteins und Elçi İbrahim Paşas (1699–1701)</qhod:subProject><qhod:title xml:lang="de">Wolfgang IV. zu Oettingen-Wallerstein an Kaiser Leopold I., Rousse, 11. Jänner 1700</qhod:title><qhod:title xml:lang="en">Wolfgang IV zu Oettingen-Wallerstein to emperor Leopold I, Rousse, January 1, 1700</qhod:title><qhod:title xml:lang="tr" /><qhod:creator>Wolfgang IV. Oettingen-Wallerstein</qhod:creator><qhod:language>de</qhod:language><qhod:date>1700-01-11</qhod:date><qhod:type xml:lang="de">Brief</qhod:type><qhod:type xml:lang="en">letter</qhod:type></qhod:Source><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17000111#p.1"><gams:text>Gleich euer kay. May. ich auß Rachova den 24. verwichenes monath undt jahr allerunderthenigst berichtet, daß ich in sorgen gestandten, von denen zuo Lamgradt hinder- lassenen schiffen, (ohnerachtet der türckhischen commihsarien starckhes versprechen, selbe repariren, undt nachbringen zu lassen) kheines mehr zu sehen, undt von dem kallten wetter noch weither überfallen zu werdten, daß ich gahr ein undt mir meine beste weine, so über 2.000 fl. außtragen, erfrihren möchten, alßo ist es auch ergangen, dann eher, alß ich selben abendt gahr nacher Nicopolim gekhommen, hatt das starckh gewunnene eys mein schiff alßo mit gro- ßen schollen in fahren umbgeben, daß, ob selbes schon mit einer tschaickhen von 20 ruder bespannet gewesen, ich doch mehr als 1 1/2 stundt zu thuen gehabt, mich auß denselben zu arbeithen, undt frey zu machen, ohne daß es gahr in stuckhen zerstossen wordten, allermassen ich derentwegen auch erst nach 10 uhr in der nacht dahin gelanget, dergleichen es auch anderen ergangen, verschidene aber haben sich vor eingefalle- ner nacht hin- undt wider an das landt salviret, undt seindt auf den anderen tag mit denen tschaickhen eingehohlet worden, undt nachgefolget. Von ersagten Nicopoli bin ich undt alle meine schiff in festo sancti Stephani gleichmässig mit rinnenden starckhen eyß, undt schnee wetter zu Sistovi ankhommen, daselbsten den 27. ligen gebliben, umb zu sehen, welcher gestallten sich das wetter anlassen werdte. Da dann alle meine schiffe selbe nacht gahr einige, (mithin auch alles, was ich liquidum bey mir gehabt) erfrohren, daß man kheines mehr von der stelle bringen khönnen, ausser eines, undt anderes, wel- ches der windt, undt eysschollen bey eingefallener nacht los gerissen, undt gahr forth getragen. Woraus dann erfolget, daß ich nicht allein vorgesehener massen von Lamgradt khein schiff mehr gesehen, sondern auch diese zuruckh zuruckhlassen müssen, weillen sie ohnmöglich ohne grö- ßere ohnkhosten, alß sie würckhlich werth, biß zu wider auffgang deß wasser verwahrt, undt sodann nacher Peterwaradein, oder gahr nacher Wienn gebracht werden khönnen, gestallten der meiste theill alte, ausgeflickhte schiff seindt, derentwegen auch das ohnglückh erfolget, daß derselben so vill mit wasser ahngerunnen, undt versunckhen. Undt weillen die türckhen solche alß ein regal praetendiret, undt außgebetten, habe ich selbe alle under sie ausgetheillet, ausser euer kay. May. gewestes leib schiff, so ich dem fürsten in der Walla- chey verehret, weillen dessen zu mir nacher Vetis- lam, mich zu complimentiren geschickhten, zu ver- nehmen geben, daß es demselben auff einen haben- den großen see sehr angenehm seyn wurdte, undt er es durch seine leuthe dahin schon bringen lassen khönne.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17000111" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17000111#p.2"><gams:text>Von ersagten Sistovi habe mich den 28. pahsato zu landt begeben, bin den 3. dieses monath darauff allhehro gelanget, undt setze diesen vormittag von hier, meine rays nacher Adrianopel in dem geleydt Gottes forth, werdte aber der Türckhen anzeig nach vor 27 täg nicht wohl nacher Constantinopel khommen khönnen, alldieweillen durch den gefalle- nen großen schnee, darein dieser täg ein regen ge- khommen, undt sehr warmen lufft gewährt, der weeg dergestalllt verderbet, daß nicht wohl möglich ist, den tag über 1 1/2 oder höchstens 2 meyll zu machen.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17000111" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17000111#p.3"><gams:text>Womithin euer kay. May. allerunderthänigst ohnberichtet nicht lassen khan, daß die nacht vor meiner allher- khunfft zu Ablanova sich ein großes - in festo trium regum aber, allhier noch ein größeres ohn- glückh glückh zugetragen. Das erste wahre, daß ein jung von dem graff Carl Ludwig von Sinzendorff bey anbrechenden tag, under einer thür vor dem stall in dem hoff todter gefundten wordten, ohnwissendt, ob er sich zu todt gefallen, oder nach dem fall erfrohren. Das andere ist, daß einer meiner trabanten aus dem baadischen regiment nahmens Caspar Christ von seinem camerathen Hanns Adam Schwartz der arm abgehauen wordten, welcher, ehe ihme jemandt zu hülff khommen, sich verbluthet, undt gleich da- rauff todtes verblichen.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17000111" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17000111#p.4"><gams:text>Negst dem berichte euer kay. May. auch aller- underthänigst gehorsambst, daß der fürst von der Wallachey mich nicht allein obangeregter massen zu Vetislam durch einen seiner officier complimen- tiren lassen, sondern noch darüber drey seiner befreundten nahmens Kantakuseni, alß einer formal legation allhehro exprehse gesendet, undt mich mit ei- nem moldauischen klöpper, sambt allerhandt escu- lentis, et proculentis beschenckhen lassen. Sein an- bringen wahre hauptsechlig in vorstellung seiner euer kay. May. undt der catholischen religion be- zeigter beständtiger devotion, undt deren interehse befürderung, so wohl zu kriegß- alß fridens zeith, sonderlich, was er bey vorgewesten krieg außgestan- den, undt euer kay. May. zu schuldigsten ehren beygetragen, mit versicherung, undt contestationen, wie er annoch bereith seye, euer kay. May. bey jeder occasion, so vill in seinem vermögen, zu dienen, mit angehengter bitte, euer kay. May. wollen herrn general Rabutin allergnädigst anbe- fehlen, mit ihme in guetter nachbahrschafft, wie zu zeithen zeithen des seel. graffen Veterani, undt graffen Heißler gewesen, zu halten, undt gegen ihme, oder die seinige kheine trangsall vornehmen zu lassen, ex- presse hatt er zwahr wider ihn nicht geklaget, ich habe aber gleichwohl von denen Türckhen vernohmen, daß seinen leuthen durch euer kay. May. ihme graffen undergebene miliz großer gewaldt, undt exprehsuren geschehen, welche auch sie selbsten übel nehmen, undt einst- mahl große weithläufigkheit, oder wohl gahr ohnruhe verursachen khunten. Daß demenach nicht ohndienlich seyn dörffte, ihme general Rabutin in genere, et ex officio anzubefehlen, alle gewaldt undt trangsall einzustellen, undt mit ihme fürsten in guetter ver- ständtnuß zu stehen. Leztlichen hatt er durch seinen secretarium à parte begehren lassen, euer kay. May. seine devotion desto mehrer bezeigen, undt dienen zu khönnen, bey dem türckhischen hoff außzubringen, daß ihme undt dem fürsten in der Wallachey befoh- len werdte, mit euer kay. May. undt dero kriegs- undt andern officieren in allen in guetter verständtnus zu leben, undt das commercium mö- glichst befürderen zu helffen. Worbey ich verhoffe, daß euer kay. May. khein bedenckhen haben werden, zumahlen mir angescheinet, daß solches begehren nur dahin angesehen, euer kay. May. undt der cath. reli- gion interehse, ohne weniger gelosie von den Türckhen, bey aller gelegenheit desto besser secundiren zu khön- nen, alldieweillen ich aus ersagter gesandtschafft mir gezeigter confidenz wahr genohmen, daß derselbe euer kay. May. gahr devot, undt sich in denen offen- tlichen bezeigungen vor denen Türckhen besorge, alßo nicht thuen dörffe, was er gehen wollte, entgegen euer euer kay. May. gnade, darumben er auch gebetten, versichert zu seyn, vor allem verlange.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17000111" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17000111#p.5"><gams:text>Mit dieser occasion solle euer kay. May. auch allerunderthänigst nicht ohnberichtet lassen, daß allhier in erfahrung gebracht, daß 800 der durch den Car- lowitzer Friden auß euer kay. May. gebieht ver- wisener rebellen, darunder höchstens 12 weiber, nacher Pagoreviza, ohnweith Keproviz 3 oder 4 tag von So- phia verwisen, undt denenselben etlich 100 stuckh vieh zu ihrer underhaltung zugestellet werden, wovon die Tür- ckhen nur schlechte opinion haben, undt glauben, daß sie nach verzehrten solchen viech, undt andern, was ihnen gegeben wordten, ville insolentia im landt anfangen undt ihnen so dann befehlch zukhommen werdte, selbe alle über ein hauffen zusamben zu säblen, undt nider zu machen, umb ihren kayßer solches oneris damit zu be- freyen, Error in nomine wie in dergleichen fällen mehr mahls geschehen. Der Toekeli aber, (dessen sohn in der Wallachey verheyrathet gewesen, seye verwichenes jahr in früheling, undt seine frau vor einigen monath gestorben)Diese Information ist nicht korrekt und wird von Oettingen-Wallerstein in Relation Nr. 11 vom 24. Februar 1700 korrigiert.This information is wrong and corrected by Oettingen-Wallerstein in letter no. 11, February 24, 1700. solle sich annoch in Constantinopel befindten, in hoffnung, nach meiner dahinkhunfft durch mich annoch von euer kay. May. gnad zu erlangen, welche ich ihme aber nicht außbitten werdte.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17000111" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17000111#p.6"><gams:text>Negst deme, allergnädigster kayßer, undt herr, con- tinuiren die Türckhen annoch beständtig in ihrer be- dienung meiner persohn, undt versehung meines comitat, mit beyschaffung aller notturfft mit der vormahls allerunderthänigst berichten exactezza, haben auch bey beyden wasser ohnglückh nicht allein, sondern auch auff der allhero rays zu landt solche sorg, fleyss, undt mühe, auch arbeith angewendet, undt sich sich die vornehme so wohl, alß gemeine dergestallt angegriffen, strapazziret, undt abgearbeithet, daß es nicht genug- samb zu beschreiben, sie haben auch allhier nach beschehener abrechnung mit mir, über das jenige, was sie mir biß- hehro, (in ermanglung der gelegenheit selber zu er- khauffen) underweegs vorgeschossen, undt avanziret, weillen sie darauß ersehen, daß ich mich demjenigen, so ich anfänglich von ihnen an victualis zu meiner underhaltung begehret, wegen allzu villen habenden leuthe, ohnmöglich auskhommen khan, mir noch ein- undt anders weniges ultro zugeleget, undt den thein de novo under vorigen dato, da wir unß miteinander verglichen, außgeferttiget, wie euer kay. May. auß hiermit khommenden von mir underschribener copia mit mehreren allergnädigst ersehen werdten, alles in der hoffnung, euer kay. May. werden auch ihrer gesandtschafft mit aller notturfft begegnen, undt selber nichts (weillen allschon derentwegen klagten eingeloffen, die ich aber nicht glauben khan) abgehen lassen. Darumben ich auch allerunderthänigst gebetten haben will, worbey euer kay. May. gleichwohl dieses nicht ohnberichtet lassen solle, daß, wan sie Türckhen ebenmässig eine solche an- zahl chilo gersten für ihre pferdt, wie sie mir reichen, begehren sollten, die hoff cammer, undt commihsarii wissen mögen, daß ein chilo gersten mehr nicht, alß 45 Wienner lb außtrage, undt daß diesem nach eine solche maas, welche so vill lb halte, gemachet, undt ihnen für ein chilo vorgemessen werdten khönne, weillen, wan ein Wienner metzen an statt eines chilo begehret werdten sollte, euer kay. May. weith zu kurtz khom- men wurdten.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17000111" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17000111#p.7"><gams:text>So solle euer kay. May. hiermit auch ohnangezeiget nicht lassen, daß, als sich das ohnglückh mit meinen schiffen zu zu Lamgradt ergeben, daselbsten sich ein christen khindt, ein jung von ohngefehr 15 iahren, bey meinem schiff einge- fundten, undt geklaget, daß seine mutter in seiner ju- gendt gefangen wordten, in der gefangenschafft gestorben, undt ihn hinderlassen, er bey den Türckhen geblieben, undt zu einen Türckhen gemachet werden wolle, er aber ein christ zu verbleiben verlange, undt schutz begehret, den ich bey mir behalten, undt annoch habe. Ingleichen haben sich zu Sistovi drey undt allhier biß 14 gefangene weiber angeben, so alle auß euer kay. May. erb- landten in diese gegendt geführet worden, die ich theillß mit geldt, theillß mit guetten wortten, theillß mit et- was authorität los gemachet, undt gestern abendt mit vorwissen der wallachischen gesandtschafft, durch die Wallachey in Sibenbürgen geschickhet, und herrn general Rabutin ersuchet, jeden dahin, allwo er zu hauß, zu ver- helffen helffen, undt zu befürderen, weillen der fürstliche gesandte mir versprochen, sie, so lang der rigor der kälte wehret, zu underhalten. Gleicher gestallten haben sich allhier einige Polackhen mit weib undt khindt angege- ben, mit anzeig, sie währen von den Türckhen nach evacuierung Caminietz in diensten genohmen wordten, anietzo aber wollen sie zu Türckhen gemachet werden, stundten in sorgen, einßmahlen auff die galeren ge- schickhet, weib undt khindt von ihnen gerissen, undt zum türckhischen glauben gezwungen zu werdten, die ich alle gegen bezahlung 120 reichsthaler, nicht zwahr per mo- dum einer ranzion, weillen ihnen kheine darfür ge- bühret, sondern allein wegen praetendirter außgab von 300 fl. für klayder, undt anderst, los gemachet, undt mit vorwissen undt ahsistenz hiesiger Türckhen auch dahin geschickhet, davon sambtliche nahmen hie- bey bey so hoffentlich alle sicher sollen dahin khommen. Ich khan nicht underlassen, euer kay. May. allerunderthä- nigst zu hinderbringen, was mühe undt eyffer der von Lakowitz dabey gehabt, undt mues bekhennen, wan er nicht bey mir gewesen, daß ich mir durch kheinen aller mit mir habenden leuthen getrauet hette, diese leuthe zu erledigen undt zu salviren, daß er also in consideration dessen, undt daß ich versichert, daß er dergleichen guette christliche officia mehr, undt überall thuen werdte, undt thuen khan, eine allergnädigste reflexion, undt gnadt, sonderlich in seiner allerunder- thänigsten praetension, meritiret, allermassen ich derentwegen absonderlich noch einmahl allerunderthänigst bitte, ihn in gnaden befohlen seyn zu lassen, mich damit auch zu kay. huldten, undt gnaden allerunderthanigst gehorsambst empfehle.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17000111" /></qhod:Text></rdf:RDF>