<rdf:RDF xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:rdfs="http://www.w3.org/2000/01/rdf-schema#" xmlns:owl="http://www.w3.org/2002/07/owl#" xmlns:skos="https://gams.uni-graz.at/skos/scheme/o:oth/#" xmlns:t="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:dcterms="http://purl.org/dc/terms/" xmlns:gams="https://gams.uni-graz.at/o:gams-ontology#" xmlns:qhod="https://gams.uni-graz.at/o:qhod.ontology#"><qhod:Source rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.16991224"><gams:isMemberOfCollection rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/context:owip" /><qhod:subProject xml:lang="de">Die Großbotschaften Wolfgang IV. zu Oettingen-Wallersteins und Elçi İbrahim Paşas (1699–1701)</qhod:subProject><qhod:title xml:lang="de">Wolfgang IV. zu Oettingen-Wallerstein an Kaiser Leopold I., Oryahovo, 24. Dezember 1699</qhod:title><qhod:title xml:lang="en">Wolfgang IV zu Oettingen-Wallerstein to emperor Leopold I, Oryahovo, December 24, 1699</qhod:title><qhod:title xml:lang="tr" /><qhod:creator>Wolfgang IV. Oettingen-Wallerstein</qhod:creator><qhod:language>de</qhod:language><qhod:date>1699-11-17</qhod:date><qhod:type xml:lang="de">Brief</qhod:type><qhod:type xml:lang="en">letter</qhod:type></qhod:Source><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.16991224#p.1"><gams:text>Euer kay. May. von dem verlauff mei- ner reiße, nachdeme ich von Bellgrad ab- gefahren, mehrers allerunterthänigst zu berichten, erlaubet mir, die sich allhier ergebende gelegenheit, nicht, (welche mir undt meinem mithaben- den comitat den 22. dieses unsere brieffe von Peterwardein über er- sagtes Bellgrad nacher Widin ge- bracht, und wieder zuruck eylet) als blos und allein anzurühren, daß die mir mit gegebene drey com- misharii, ein capitzi, effendi und tzschor basha (worvon der erste die obsicht über alle nothdurfft und ver- schaffung derselben, auch direction meiner reiße, der andere das com- mando über 17 tzscheiken, und so viel capitains, welche mich beglaiten, und der dritte mit 100 janitscharen die bedienung meiner persohn hat) sich auff alle weise bemühen, mich nach möglichkeit mit aller nothdurfft zu versehen, und alle ersinnliche ge- legenheit zu machen, damit mir das wenigste nicht abgehe. Gestalten sie es biß anhehro auch in der that erfül- let, wie ich dann durch ihre vorsorg, vor- derst aber durch die gnade und bey- standt Gottes nicht allein aller ohrten, sambt allen von Wien mitgenomme- nen hohen und niedrigen persohnen, außer eines dieners meines hoffmei- ster, der zu Walkowar wollte, gar er- trunken. Den 23. darauff nacher Cara- lam, sondern auch vorhehro durch die eyßerne Porten, undt selben von män- niglich so gefahrlich gemachten pash, (welchen ich doch dergestalten nicht, aber auch nicht ohne gefahr gefunden, wenn mann selben in einen ohnge- witter pashiren sollte) ganz glück- lich und gesundt und ohne einig wiedrigen zufall biß nacher bemelten Caralam gekommen, aus- ser, daß mann einen tag mehr und weniger als den anderen, nachde- me die winde und das wetter ge- wesen, auch die euer kay. May. allergnädigst bekante umbstän- de zu gelaßen, avancieren können. Zu ersagten Caralam aber hat sich selben abendt umb mitternacht ganz ohnversehens ein solches grau- sames ohngewitter mit scharffen wind und werffung schwer erhoben, daß es das ansehen gehabt, daß nicht allein mein leib, sondern auch alle andere schiffe versinken, über einen hauffen geworfen werden, und zu grund gehen sollen. Gestalten auch eylff schiffe würklich, (da- runter ein praesenten, ein kuchel und zwey keller schiff zu boden ge- sunken) (deren zwar fünff wieder aus dem waßer gezogen, und drey mit anhehro genommen, die anderen aber mit denen übrigen alldar blei- ben müßen. Wie wohlen die Türcken selbe annoch heraus zuziehen, und verbeßerten nacher bringen zulas- sen versprochen, welches ich, die warheit zu melden, nicht verhoffe) weilen die zeit nicht gelitten, dieselbe zu erwarten, aus sorge, daß dieses wetter noch kälter und ohngestimmer werden, wir also vor der ankunfft nacher Rusdich völ- lig einfrühren mögten, welches annoch in der zulaßung Gottes be- stehet, weilen mir biß dahin wenigist noch fünff tag, bey deren kürze zu rei- sen haben. Die gesunkene schiffe, weilen sie ziemlich nahe bey dem lande gestanden, seynd gottlob alle, darunter auch ein praesent schiff, zeit- lich ausgeladen worden, daß also kein sonderbahrer schaden geschehen, außer daß mir einige faß wein, so an den zapfen gegangen, ausgeschwommen, und ein anderes kleines faß gar dar- von geronnen, welches annoch zu ver- schmerzen, wenn ich nur gesichert wäre, daß der übrige vorrath meiner allerköstlichisten nicht gar verfrühre, daß also mein schadt, der größte sambt der armen leuthen ihrer, welchen ich das ihrige sonderlich an kleidern und bettgewandt, so verlohren gangen und verderbt worden, gut ma- chen muß. Die aus denen schiffen geladene sachen, sowohl von praesenten, als anderen, wie auch die leuthe, deren schiffe zurück geblieben, habe ich theils auf die türckische tzscheicken, theils in andere schiffe, so gut möglichst gewesen, zertheilen laßen, umb nur einmahlen forth, und aus der gefahr eingefrohren zu werden, zu kommen. Ich kan aber auch diesfalls nicht genugsam nehmen, was für anstalt, mähr, sorge und ohngelegenheiten obermelte com- misharii, und das landvolk, nicht nur allein dieselbe nacht, sondern auch gestern den ganzen tag, biß wieder in die nacht, und auch heut frühe angewändet, und alles außer mehreren schaden, und mich heute weiter zu bringen, wie ich dann umb 10 uhr mittag von dem land alßo zerstreiter abgefahren und diesen abendt umb 8 uhr alhier an- gelanget. Gott wolle uns wei- ter gnädigst erhalten und beystehen, euer kay. May. und dero durch- läuchtigstes hohes nunmehr mit einer erzherzogin vermehrtes erz- haus, darzu ich in unterthänigkeit aus getreuster devotion gra- tulirn, und nechstens einen erz- herzogen anwünsche, in bestän- diges hohen wohlergehen, eure kay. May. aber mich in dero kay. hulden und gna- den allergnädigst erhalten mit nochmahlen wiederholter aller- unterthänigster bitte, mich mit denen allergehorsahmist gebetenen uhren nicht zu verlaßen, weilen ich außer denenselben mit ehren nicht werde bestehen können, maßen auch ich dem, gleich der seel. graff Leshel auch gethan mit gnädigster erlaubniß melden muß, daß vorträglicher ge- wesen wäre, einige grose und schweh- re silberne praesenten, oder alte stock uhren, die in Glückshaffen gestan- den, oder denen Türcken abgenom- men worden, in dergleichen gebetene saubere uhren zu veränderen, und daß damit gar leicht einige tausendt gulden enspahret, und euer kay. May. zu nutzen ge- machet werden können.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.16991224" /></qhod:Text></rdf:RDF>