<rdf:RDF xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:rdfs="http://www.w3.org/2000/01/rdf-schema#" xmlns:owl="http://www.w3.org/2002/07/owl#" xmlns:skos="https://gams.uni-graz.at/skos/scheme/o:oth/#" xmlns:t="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:dcterms="http://purl.org/dc/terms/" xmlns:gams="https://gams.uni-graz.at/o:gams-ontology#" xmlns:qhod="https://gams.uni-graz.at/o:qhod.ontology#"><qhod:Source rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16240511"><gams:isMemberOfCollection rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/context:kuse" /><qhod:subProject xml:lang="de">Die Gesandtschaft des Johann Jakob Kurtz von Senftenau 1623/24</qhod:subProject><qhod:title xml:lang="de">Johann Jakob Kurtz von Senftenau an Ferdinand II., Konstantinopel, 11. Mai 1624, dechiffrierte Abschrift</qhod:title><qhod:title xml:lang="en">Johann Jakob Kurtz von Senftenau to Ferdinand II, Constantinople, May 11, 1624, plaintext</qhod:title><qhod:title xml:lang="tr" /><qhod:creator>Johann Jakob Kurtz von Senftenau</qhod:creator><qhod:language>de</qhod:language><qhod:date>1624-05-11</qhod:date><qhod:type xml:lang="de">Brief</qhod:type><qhod:type xml:lang="en">letter</qhod:type></qhod:Source><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16240511#p.1"><gams:text>Bey dem durch mitl des Grassi zu Sophia e. Mt. allerunderthenigist überschickhten aignen currier hab ich deroselben allergnedigistes antwort schreiben vom 7. Martii jüngsthin mit gebüerender reverenz empfangen und darauß mit freüden verstanden, das e. Mt. allergnädigst gesinet, mit dem allereheisten des verlaufs der bethlemischen tractation durch aigne persohn umbständiglich zu erinern. Weilen ainmal die höchste notturfft erfordert, wol ich anderst nutzlich und fundamentaliter alhie negotiern, das wir e. Mt. intention, so vil daß werkh anlangt, aigentlich bekhandt seye, und weilen die prorogation des anstandts nunmehr vor einer zimblichen zeit, das ist auf den 25. Martii, zu endt gelofen, alß khan ich nit anderst erachten, alß das benandte persohn nunmehr nit weit von hinen sein werde.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16240511" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16240511#p.2"><gams:text>Diser und vieler anderen ursachen halber hab ich die abschidt audiens bey dem türckischen khayser, welcher mir vor empfahung e. Mt. schreiben albereit auf ainen gewißen tag bestimbt gewest, nit wollen laßen zurugg gehen, sondern dieselbe vergangenen erchtage empfangen, in betrachtung, das man alhie dergleichen audienzen offt lange weil sollicitiern und mit großen geschanckhungen herauß bringen mueß, auch das verbleiben oder weckhraisen in aigner macht nit stehe, sonder man die coniuncturn mues in acht nemben. Zue deme ist zu besorgen gewest, das durch abraisen des obristen vesierns mein expedition in solche handt gerahten möchte, welche dieselbe villeicht mehr verhindert, alß befürdert haben wurden, auch so seindt des Bethlem gesandten dise tage alhie ankhumben, durch den gewenlichen unwarheiten leichtlich ein veränderung inß khünfftig hete khünen verursacht werden.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16240511" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16240511#p.3"><gams:text>Uber diß alles hab ich betrachtet, das ehunder, alß ich die nothwendigen fuehren zusamben bringen und mich aller ordten gebüerender massen würde licenziern khünnen, leichtlich noch drey oder vier wochen vor meinem verraisen verziehen werden, under dessen die vorgemelte persohn unzweiffentlich ankhomben würdet. Und letzlich hab ich befunden, das da gleich wider alles verhoffen dise persohn in solcher zeit nit ankhömbe, e. Mt. dienst in meinem abwesen eben sowol, ja fast füegsamber durch e. Mt. residenten alhie würdt khünnen versehen und die notturfft gehandlt werden, weillen er hierzue sufficient und ohne solchen pompa alß mit ainem ambassadorn gebreüchig mit den ministris zu handlen gelegenhait hat, von ihme auch kheine dergleichen geschankhungen und praesentalß von den gesandten verhofft noch praetendiert werden, derowegen dan, insonderhait weillen die mutationes der ministern alhie fast stündtlich zu besorgen undt in anwesenhait eines gesandtens nit ohne grosse spesa und uncosten desselben abgehen khündten, ich mich entschlossen, wie oben gemelt, die abschiedt audienz nit zu verschieben undt mein ehiste expedition zu sollicitiern.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16240511" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16240511#p.4"><gams:text>Dise audienz ist, Gott lob, e. Mt. zu ehren und sehr woll mit extra ordinari ehrer zaigungen abgangen, und ist mir im offentlichen divan von dem grossen vezier vermeldt worden, das der türckhisch khayser gentzlich entschlossen, aufrechten friden und guete freündt- und nachparschafft mit e. kay. Mt. zu erhalten, sey auch dem vezier von Offen deßwegen austruckhentlicher bevelch erthailt worden. Und sollen e. Mt. kheinen ungleichen gedanckhen schöpffen, das sie ire gränitzen etwaß mehrers alß sonsten gebräuchig besetzen und versehen, sey die ursach, das syvon e. Mt. extra ordinari kriegs praeparationen, bericht empfangen,welche da sie, wiesie gentzlich verhoffenund meiner assecuration hierinnen trauen, ihnen zu khainem nachtl angesehen, e. Mt. von ihnen gleichsfalß gesichert sein mögen. Und hat mich benebens gedachter groß vezier ersuecht, zu meiner hinaußkhonfft guete officia zu praestiern, damit e. Mt. der Türckhen fridliebenden intention correspondiern und den friden zuwider nichts fürnemben wöllen.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16240511" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16240511#p.5"><gams:text>Disen verlauff hab ich e. kay. Mt. hiemit kürzlich in underthenigkheit berichten wöllen, die werden die notturfft hierüber reifflich consideriern. Meiner ainfaldt nach befindt ich, das die Türggen zwar biß dato und fier sich selbsten gueter intention sein den frieden zu halten, sonderlich weil ihre sachen ander werts noch nit nach den besten stehen, und daß demnach im fahl die bethlenische tractation zu einen friedenschluß geriete, e. May. der Türggen halber für dißmahl wol versichert sein khundten. Hergegen besorge ich, da e. Mt. sich entschließen, den Bethlem mit khriegsmacht zu verfolgen, sie ihne wegen seiner großen inportunitet und artifitien gentzlich ohne hilf nit laßen werden, derowegen dan, wie offter mahlen vermelt, ein hoche notturfft ware, das ich e. May. eigentliche intention hierenen umbstendig wißen und also dieselbe bey den Türggen iustificirn, und das ienige, so darwider practicirt werden mechte, abwenden khündte, wie ich dan solches zur ankhonnft der offtbemelten persohnen mit allem müglichisten eüffer fürkheren. Da sich aber solche ankhonfft bis zu meinen verraißen verziechen, sollte durch den Lustrier mit allem vleiß soll verricht werden.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16240511" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16240511#p.6"><gams:text>Im überigen, allergenedigister khayßer und herr, khan ich e. May. allerunderthenigist nit bergen, daß ungeacht dieselben noch zu anfang des monatii berichtet worden, das ich die mier allergenedigiste verordnete 30.000 taller alberait empfangen haben solte, ich doch die selben noch bis auf den heutigen tag, außer von zechen in ailff taußent duggaten, welches nit vil uber den halben thail ist, nit habhafft worden. Und erraicht der gantze wechßel, so von Venedig hieher verordnet worden, nit mehr alß auff 16.065 duggaten, welches bey 6.000 taller weniger macht, alß die 30.000, so mier von e. Mt. allergnädigst verordnet worden und einmahl gar zu großer verlust ist, geschweige und daß die khauffleüth, so mier den uberresst bezallen sollen, mich mit aller ausflichten und lenger erlengerung deß termins und darraichung der yezt alhier in schwung gehundten, sehr beßen khupfern münz, welche übernacht nodt und unannemblich wierdet ganz vortheilig aufhalten. Darauß dan e. Mt. allergnädigst abzunemben, das ich bis dato mit dißer deroselben ansehenlichen verordnug kheinen anderen nuzen schaffen khünen, alß das ich die bewuste schuldt bey den Ali aga per 13.000 taller abgelegt, welches dan durch mich volkhomblich beschechen, meine verschreibung wider zuruckh gebracht und der Ali aga e. May. gantz und gar gezwungen worden, also daß dieselben nit allein dißer schuldt halber khein ungelegenheitt haben derffen, sonderen auch dero ministri alhie iederzeit an ihme, aga, ein sonderbare hilf und beistandt in e. May. negotiis finden werden, welches er dan wegen des friedens, darinen er sich der zeit alhie befindet, sonderlich weilen er des wißiers von Offen agent ist (danen hero dan alle unsere sachen fir dismahl dependirn), wol unnd nutzlich dienen khan. Gott verhiete allen, die alhie gewöhnliche, aber offt sehr schödliche mutation, darduch das ienige, so mit langer zeit und großen uncosten gewunen, offt in wenig stunden wider verlohren wierdt, dißes aber ist mit kheinen menschlichen ingenio zu praecavirn, sonderen Gott und den glickh zu bevelchen.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16240511" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16240511#p.7"><gams:text>Waß die bethlemischen gesandten alhie eigentlich fürbringen und wie ich die gemietter gegen ihnen disponirt zu sein befinden wierdt, sowol auch die aigentliche zeit meines verraißens, will ich e. May. durch aignen poten allerunderthenigist berichten.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16240511" /></qhod:Text></rdf:RDF>