<rdf:RDF xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:rdfs="http://www.w3.org/2000/01/rdf-schema#" xmlns:owl="http://www.w3.org/2002/07/owl#" xmlns:skos="https://gams.uni-graz.at/skos/scheme/o:oth/#" xmlns:t="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:dcterms="http://purl.org/dc/terms/" xmlns:gams="https://gams.uni-graz.at/o:gams-ontology#" xmlns:qhod="https://gams.uni-graz.at/o:qhod.ontology#"><qhod:Source rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16231212"><gams:isMemberOfCollection rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/context:kuse" /><qhod:subProject xml:lang="de">Die Gesandtschaft des Johann Jakob Kurtz von Senftenau 1623/24</qhod:subProject><qhod:title xml:lang="de">Johann Jakob Kurtz von Senftenau an Ferdinand II., Konstantinopel, 12. Dezember 1623</qhod:title><qhod:title xml:lang="en">Johann Jakob Kurtz von Senftenau to Ferdinand II, Constantinople, December 12, 1623</qhod:title><qhod:title xml:lang="tr" /><qhod:creator>Johann Jakob Kurtz von Senftenau</qhod:creator><qhod:language>de</qhod:language><qhod:date>1623-12-12</qhod:date><qhod:type xml:lang="de">Brief</qhod:type><qhod:type xml:lang="en">letter</qhod:type></qhod:Source><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16231212#p.1"><gams:text>Allergnedigister khayser und herr. Nach dem ich den 9. vergangenen monats Novemberis, Gott lob, glükhlichen (ausser ainer beschwärlichen leibs indiposition) hieher angelangt, und dem gebrauch nach mit aller gewönlichen ehrerbietung empfangen und einbelait worden, hette ich nicht anders gewüntschet, alß e. kay. May. solliche meine ankhonfft mit dem eheisten zu wissen zu thuen, es seind aber die Türkhen sonderlich im anfang dermassen so voller verdacht gewest, das ich hierzue khain fuegsambe gelegenheit bekhomben khünden. Zuedeme, so hab ich wol erachten khönnen, das e. May. nit allein meine ankhonfft, sondern auch, wie sich die negotia anlassen wurden, zu vernemben begirig sein möchten, darvon ich aber sonderlich darumben deroselben im wenigsten khein nachrichtung hette geben khönnen, weilen der curier, so ich e. May. wegen umbschreibung der credentialen von Grichischweissenburg auß zuegeschickht, wider verhoffen also lang außgebliben, das ich nit allain nit hab wissen khünden, was [chiffre] etwan darauß entstehen möcht, sondern auch umb willen ich nach müglikheit [chiffre] disem disordine remediren wolten, bald in [chiffre] große gefahr gerathen wehre , wie e. May. zu meiner hinaußkhonfft in underthenigkheit weitlufftig sollen berichtet werden.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16231212" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16231212#p.2"><gams:text>Es hat aber Gott der allmechtige sein gnad geben, das bemelter curier etlich wenig tag vor meiner audienz bey dem sultan alhie angelangt, darauf dann dieselbige glükhlich und wol abgangen, e. May. present, die ich gleichwol auß noth und guetachten der ienigen, so sich für e. May. und des fridens freünd rühmen, mit etlich stukhen gold und seiden wahren vermehret, mit sonderm willen angenomben und fast gelobt worden, darauf ich dan auch bey dem grossen und allen andern visirn in der ihnen über alle macht gelaisten visita (weillen ich mich mit einer drifachen quartana, so mich täglich besuecht, noch immerdar beladen befinde) alle erwüntschte vertröstung empfangen, das nämblich durch außtrukhliche comandamenta alles volkh vom Betlhlen Gabor abgefordert und dem visir von Ofen plenipotenz, den friden auf all mitl zu erhalten, werde erthailt werden. Weilen mir aber nit unbekhandt, das bey [chiffre] den Türkhen die werckh mit den worten offtermalen nit über ainstimben, alß hab ich mich beflissen, [chiffre] in der still abschrifften von solcher expedition zu bekhomben und darauß befunden, [chiffre] das zwar die schreiben an e. May., so sy bey einem chausen in wenig tagen fortzuschiekhen willens, in guetter, paßierlicher formb begriffen, des visirs zu Ofen plenipotenz etliche beschwärliche, der capitulation ganz zu widerlauffende clausuln in sich haltet, dahero ich in willenß, heut oder morgen [chiffre] den großen visier offentliche abschrifft zu begehren und mich dennoch dahin zu bemühen, daß solliche clausuln, wo nit ganz außgelassen, doch wenigist moderirt werden.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16231212" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16231212#p.3"><gams:text>Die fürnembste darunder ist, [chiffre] das dem visier anbevolhen würdet dahin zu trachten, damit das present hinfüro jahrlich durch einen jarlichen abgesandten und in einem bestimbten geldt von e. May. geraicht werde, destewegen ich dan fast von allen visiern tentiert worden, ihnen aber zur antwort geben, das hierauf kheines wegs zu gedenkhen, die capitulation in acht zu nemben und für gewiß zu halten, das e. May., eheunder das ganze Römische Reich aufmahnen, alß hierein consentirn wurden. Etliche andere praeiudicirliche anzüg wil ich, wie oben gesagt, nach müglikhait widerfechten, zweifle aber, ob ich etwas außrichten würde, weilen / ich haubtsächlich befinde, [chiffre] das die Türckhen der zeit also gesinnet, das sy den friden mit e. Mt. mit schönen, guetten wortten gern erhalten, entzwischen aber des Bethlem successus consideriern und [chiffre] erwartten, und [chiffre] sich demnach demselben gemäß reguliern wol ten, dahero dan e. May. umb so vil höchstverrnünfftiger handeln, [chiffre] das sy sich mit einer rechtschaffenen macht dem Bethlen apponiern, darauß zu verhoffen, das ihme mit der hülf Gottes in kürze ein nambhaffter abbruch geschehen möcht, auf welchen fall e. Mt. vor dem Türckhen wol sicher sein, im widrigen aber haben sy sich so woll vor denselben alß von den Bethlen vorzu sehen.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16231212" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16231212#p.4"><gams:text>Bey dem curier habe ich neben andern von e. kay. May. ein allergnedigistes schreiben empfangen, darinen sy mich in kay. gnad erinern, das sy die verordnung gethan, [chiffre] damit mir durch den Bonacina wexl 3.000 reichs taller alspalt sollen richtig gemacht werden, destwegen ich mich dann gegen e. kay. May. allerunderthenigist bedankhe und hette in warheit [chiffre] mit solchen geldt, da mir der wexl brieff bey disem curier wäre zuegeschikht worden, vil guets verrichten, auch der [chiffre] tractation wegen des Bethlen amonierung vileicht einen guetten anfang machen khünnen. Hab ich aber in effectu nichts empfangen, ausser eines [chiffre] schreibens vom Bonacina, das er seinen correspondenten [chiffre] nach Venedig zueschreiben und hernach die verordnung thuen wölle. / Wievil aber an diser zeit verlierung e. May. und dem gemainen wesen gelegen, ist auß deme leichtlich abzunemben, das [chiffre] bey den Türckhen ohne geldt auf der handt ein wenigsten nichts außzurichten, welliches dan e. May. ohne zweifel genuegsamb betrachtet, in dem sy dise hochnottwendige verordnung also fürderlich fürgekhert, zweifelt mir auch nit, e. May. wissen nit anderst, alß das dasselb schon ins werkh gerichtet worden sey. Es ist aber, allergnedigister khayser und herr, noch nit beschehen und wais Gott, wan ich dessen zu gewarten.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16231212" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16231212#p.5"><gams:text>Interim erfodert die notturfft, [chiffre] das ich dem obristen visier, auch des visiers zu Ofen agenten alhie ein zimbliches geldt present in die handt stekhe, will ich anderst baldt undt woll abgeferttigt werden, anderer täglichen present und außgaben darvon zu Wien kheine ainige meldung beschehen und doch unumbgänglich seind, geschwaigend, welches alles mir ganz und gar [chiffre] außer bemelten succurs unmüglich, weilen ich alhie alles bißhero auß meinem beütl zehren, und bey diser ungewönlichen teurung ein unglaubliche spesa aufwenden mueß. Dan obwoln mir die Türkhen einen tayn oder underhal tung von 8.000 asperl des tags offerirt, so ist aber solliches bey iezigen hohen werth des gelts alhie, in dem alle münzsorten mehr alß doppelt gestigen, ein so spöttlichs, sonderlich weiln ohne das khaum der halbe thail dessen, was man verhaist, bezalt würdet und andern vorfahrern meines gleichen ein mehrers geraicht worden, das ich noch auf dato von e. May. reputation und einer khonfftigen consequenz wegen nichts annemben wollen. Dahero leichtlich abzunemben, wie hoch ich [chiffre] obbesagten succurs bedürfftig, und das ich ohne demselben nicht [chiffre] allein wenig oder [chiffre] gar nichts richten, sondern [chiffre] baldt in mangl gerathen werde. Bitt dennoch allerunderthenigist, sy geruhen an orth, wo es etwan hafftet, die allergnedigiste, ganz ernstliche verordnung zu thuen, damit ich wider deroselben außtrukhliche intention nit lang mehr darmit aufgehalten werde.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16231212" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16231212#p.6"><gams:text>[chiffre] Des türkhischen wesens ieziger beschaffenheit werden e. May. auß dero residenten herrn Lustriers bericht, deme ich solliches meiner leibsschwacheit halber aufgetragen, zum thail vernemben. Khainen aigentlichen grund khan man nit wol penetrirn, dan obwol der rebellisch Abasa mit einem starkhen kriegsvolkh nicht vil über acht tag raiß von hinen sich befindet und ihr etlich der mainung, daß [chiffre] er vil hoche dissegni und ein ganze mutation türckhischen monarchia in gedanckhen habe, so sein doch hinwiderumb etliche der mainung, es seye ein haimblicher verstandt zwischen dem sultan und ihme [chiffre] zue dem endte, damit der janitscharen numehr unerträgliche macht etwaß gedempfft, sy wegen sultan Osmani todt bestrafft, auf die alte anzahl, welche gar zu sehr gestigen, widerumb gebracht werden. Die warheit würdt die zeit in khürze entdekhen. Dem eüserlichen erzaigen nach sein [chiffre] die Türckhen alhie nichts desto diemietiger, aintweders wissen sy, das sie sich [chiffre] nichts zu besorgen oder Gott der [chiffre] almechtige will sy mit der unacht samkheit straffen und verderben.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16231212" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16231212#p.7"><gams:text>Obbesagten Lustrier hab ich ursach e. kay. May. auf das beste zu recomendirn, weil er ihme deroselben negotien nach eüseristen vermögen angelegen sein lasset, und ich mich seiner in diser krankheit unerpörlich gebrauche. Ich wil mich desto mehr befleissen, mich aufs eheist von hinen zu expedirn, derweilen ich sehe, das e. May. dienst durch ihme, Lustrier, eben so wol, alß ob ich personlich zu gegen wäre, und mit wenigern unkhosten würdet khönnen versehen werden.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16231212" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16231212#p.8"><gams:text>P. S. Allergnedigister kayser unnd herr, dieweil ich verhoffe, mich nicht so gaar lang mit der hülf Gottes alhie aufzuhalten, so hab ich gleich den Johann Paulo Damiani, so das agenten ambt ein zeit lang alhie versehen, interim bei mir behalten. Den befinde ich in e. Mt. diensten mit verrichtung alles deß ienigen, so ihne anbefohlen wirdet, fleissig unnd willig und demnach würdig, das er von mir e. Mt. zu kay. genaden in underthenigkheit recommendirt werde. In gleichen, allergnädigster kayser und herr, mueß ich der warheit zu steur ungemeldet nicht lassen, das sovil ich bis dato von underschidlichen unparteyschen personen zu erfahrung gebracht, das sich der Startzer die zeit über, so er sich alhie aufgehalten, anderst nicht als einem e. Mt. getreuen, fleissigen diener gebürrt, ertzaiget und demnach vermuetlich, das ihne etwan das gegenspil von seinen widerwertigen zugemessen werde. Welliches ich desto lieber gehört und e. Mt. in under thenigkheit berichte, weillen er ein mensch, so in türggischen sachen wol zu gebrauchen und e. Mt. solliches in ansehung seiner unschuldt (wie mir bis dato nicht anderst bewust) desto sicheren werden thuen khinden.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16231212" /></qhod:Text></rdf:RDF>