<rdf:RDF xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:rdfs="http://www.w3.org/2000/01/rdf-schema#" xmlns:owl="http://www.w3.org/2002/07/owl#" xmlns:skos="https://gams.uni-graz.at/skos/scheme/o:oth/#" xmlns:t="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:dcterms="http://purl.org/dc/terms/" xmlns:gams="https://gams.uni-graz.at/o:gams-ontology#" xmlns:qhod="https://gams.uni-graz.at/o:qhod.ontology#"><qhod:Source rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16231019"><gams:isMemberOfCollection rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/context:kuse" /><qhod:subProject xml:lang="de">Die Gesandtschaft des Johann Jakob Kurtz von Senftenau 1623/24</qhod:subProject><qhod:title xml:lang="de">Johann Jakob Kurtz von Senftenau an Ferdinand II., Sofia, 19. Oktober 1623</qhod:title><qhod:title xml:lang="en">Johann Jakob Kurtz von Senftenau to Ferdinand II, Sofia, October 19, 1623</qhod:title><qhod:title xml:lang="tr" /><qhod:creator>Johann Jakob Kurtz von Senftenau</qhod:creator><qhod:language>de</qhod:language><qhod:date>1623-10-19</qhod:date><qhod:type xml:lang="de">Brief</qhod:type><qhod:type xml:lang="en">letter</qhod:type></qhod:Source><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16231019#p.1"><gams:text>Allergenedigister kayser unnd herr. E. röm. kay. Mt. bis auf den letzten bluets tropfen in underthenigkheit zu dienen bin ich schuldig und willig, und berichte diselben hiemit allergehorsamist, das ich mit bösem wetter, weeg und andern allerhandt ungelegenheitten, doch Gott lob, ohne sonderbahres unglükh zu Sophia ankhommen, und sowol alhie alß auch zu Griechisch Weissenburg den anwesenden vitzieren und bassen, deren zu Wienn mit kheinen presenten, umb willen sie an disen orten nicht ordinarie residiren gedacht worden, underschidliche verehrungen (weillen ausser derselben mit den Türggen durhauß nichts zu richten) außthailen müssen. Morgen, wils Gott, gedenkhe ich von hinnen aufzubrechen und mein rais nach Constantinopel, dahin ich noch in die 15 oder mehr tagraisen hab, mit hülf deß allerhöchsten zu vollenden.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16231019" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16231019#p.2"><gams:text>Disen aignen potten oder currir aber hab ich diser ursach halber e. Mt. von hinnen auszueschikhen wöllen, weillen deß visiers zu Ofen halber seider meines abraisens zu Constantinopel große mutationes fürgangen, damit e. Mt. deßen nothwendige information haben mögen. Und ist nicht ohne, das baldt nach einsetzung deß iezigen sultans der gegenwertige vetzir zu Ofen seines ambts privirt und an seiner statt einer namens Mehemet, so vor zeitt gartner oder bostanghi passa im serraglio unnd nachmalß passa in Egipten gewesen, mit sollichem ambt versehen worden. Welliches ich gantz ungern gehör,t thails weillen zu besorgen gewest, das bey diser mutation der gegenwertige vetzir seinem verhaissen khein genügen thun, und demnach das türggische sich auf den weeg befindende kriegs volkh, darvon ich e. Mt. vor disem avisiert, desto leichter e. Mt. feinden zuekhommen möchte, thails auch weillen ich vernommen, das der andere passa, so an sein statt khommen solle, ein unruhiger khopf, und also zu besorgen gewest, das er böse nachparschafft halten würde, geschweigendt, das die durch mich zu Ofen außgethailte present und vertröstungen nicht wären nach dem besten angelegt gewesen, dessen aber weder ich noch iemandts anders deren bey den Türggen gebreühigen unversehenen mutationen halber khein schuldt gehabt hette.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16231019" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16231019#p.3"><gams:text>Es ist aber gestriges taages gewisse zeittung hieher khommen, das diser neu benannte vetzier wegen eines unbeschaidenen worts, so ihne in der lezten audienz, drinnen er von dem sultan urlaub und erlaubnuß zu seinem governo nach Ofen zu verraisen nemen wöllen, entwischt sein solle, eilendts und unversehens enthauptet und dem alten vezier solches ambt in optima forma widerumb confirmiret worden. Dise so unvorsehene topplete mutation hab ich e. kay. Mt. zu disem ende bei aignemcurrier allerunderthenigst avisiren wöllen, damit sie aigentlich wissen mögen, wie es mit dem governo zu Ofen beschaffen, und demnach nicht underlassen, die correspondenz mit gegenwertigem vizier zu continuirn und ihn zu vermahnen, sein gethanene verhaissung in acht zu nemen und das türggische sich in anzug befindende khriegs volkh e. Mt. zu schaaden kheines weegs passiren zu lassen.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16231019" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16231019#p.4"><gams:text>Über dises werden e. kay. Mt. allerhöchst verständig hiebei in acht zu nemen haben, wie unversehenen grossen mutationen das türggische wesen, sonderlich ieziger zeit underworffen, bey wellichen die höchste noth erfordert, iedertzeit mit mittlen gefasset zu sein, die neuen officir zu freundten zu machen. So aber bei den Türggen durch khein anders mittel als durch present beschehen khan, wie ich dann nicht hette hinumb khündt, ob sich diser unverhofte casus nicht hette zuegetragen, den neu benanten visier mit stattlichen presenten zu verehren, hette ich anderst wöllen gesichert sein, das er das volkh e. Mt. zu schaden nicht würde lassen fort ziehen. Wie übel ich aber hirzu gestaffiret und versehen, das ist e. Mt. selbsten am besten allergenedigist bewust, weillen ich über die mir verordnete zehrung, davon ich den virten thail zu Comorrn gelassen, mehr nicht auf solliche außgaaben als 7.000 reichstaler und 1.000 ducaten empfangen, welche ich mehr alß halb zu Ofen und andern orten zu e. Mt. diensten, Gott sei mein zeug, nicht unnüzlich, sonder nothwendigkhlich außgeebe.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16231019" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16231019#p.5"><gams:text>Auß wellichen erscheinet, das ich einmal derselbe zu Constantinopel wenig ersprießliche dienst wider laisten khinden, ich werde dann mit einem wechselbrief offt angedeütter und vertrösteter massen succurriert; und hat mir der ienige von adel, so ich zu bestellung der losamenter voran geschikht, angezaiget, das deß grossen veziers erstes wort, so er mit ihne geredet gewest, ob ich viel gelt und schöne present bringe. Bitt demnach e. kay. Mt. allerunderthenigst, sie geruhen solliches allergnädigst in acht zu nemen und mir mit einem wechselbrif auf das ehist, und wo möglich bei gegenwertigem currier zu hülf zukhommen, und sich hergegen zu versichern, das ich mit außgeebung deß gelts die coniuncturen fleissig in acht nemen und ohne sonderbahre grosse notturfft khein haller verwenden werde.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16231019" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16231019#p.6"><gams:text>Insonderheit aber bitt ich allegehorsamist, mir bey disem currir alle zeittungen, sonderlich deß Betlehems halber communiciren zu lassen, dann man hier zu landt allerley spargirt, deme ich ohne dergleichen nachrichtung mit rechtem grundt nicht begegnen khan. Auf den currir, so ich e. Mt. wegen umbfertigung der credenz schreiben an den ietzigen sultan zugeschikht, warte ich mit grossem verlangen, hoff, er soll nicht lang mehr ausbleiben.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16231019" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16231019#p.7"><gams:text>Und thue mich e. Mt. zu behärrlichen kay. genaden hiemit allerunderthenigist und gehorsamist befehlen.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16231019" /></qhod:Text></rdf:RDF>