<rdf:RDF xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:rdfs="http://www.w3.org/2000/01/rdf-schema#" xmlns:owl="http://www.w3.org/2002/07/owl#" xmlns:skos="https://gams.uni-graz.at/skos/scheme/o:oth/#" xmlns:t="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:dcterms="http://purl.org/dc/terms/" xmlns:gams="https://gams.uni-graz.at/o:gams-ontology#" xmlns:qhod="https://gams.uni-graz.at/o:qhod.ontology#"><qhod:Source rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16230924"><gams:isMemberOfCollection rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/context:kuse" /><qhod:subProject xml:lang="de">Die Gesandtschaft des Johann Jakob Kurtz von Senftenau 1623/24</qhod:subProject><qhod:title xml:lang="de">Johann Jakob Kurtz von Senftenau an Ferdinand II., Belgrad, 24. September 1623</qhod:title><qhod:title xml:lang="en">Johann Jakob Kurtz von Senftenau to Ferdinand II, Belgrade, September 24, 1623</qhod:title><qhod:title xml:lang="tr" /><qhod:creator>Johann Jakob Kurtz von Senftenau</qhod:creator><qhod:language>de</qhod:language><qhod:date>1623-09-24</qhod:date><qhod:type xml:lang="de">Brief</qhod:type><qhod:type xml:lang="en">letter</qhod:type></qhod:Source><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16230924#p.1"><gams:text>Allergnedigister kayser und herr, ich erinnere e. kay. May. meiner allerunderthenigisten schuldigkheit nach, das sich gestriges tags alhie zu Griechischweissenburg ankhomben, und underwegs zwar von den Türkhen mit allerhand erzaigter ehr erbietung, freüdenschussen entgegen ziehen und belaitungen empfangen worden, hergegen aber wegen meiner und der meinigen leibsschwacheit, auch des gefärlichen raisens auf dem wasser so vil unsägliche grosse mühe, sorg und gefahr außgestanden, das das ich Gott dem allmechtigen grossen dankh zu sagen, das ich noch sollicher gestalt alhie angelangt.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16230924" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16230924#p.2"><gams:text>Underwegs hab ich an underschidlichen orthen zimblich vil türkhische beegen sambt ihrem underhabenden kriegsvolkh thails selbsten angetroffen, thails durch gewisse khundtschafft außgeforscht, all dises vermuetlichen willens dem Ibrahim Bassa von Bosna, so sich zwar noch zu Ossek aufhaltet und wider desselben comando, dem Bethlen Gabor zuezuziehen, welches alles auß bevelch des grossen visirs zu Costantinopl, Mehre Hussain, beschehen, und derowegen von dem visir von Ofen ungeacht seiner assicurationen nit wol hette verhüet werden khünden. Dannenhero ich mit desto grössern freuden vor etlichen tagen vernomben, das gedachter groß vesir nit allain seines ambts entsezt, sondern auch mit lebens gefahr gefankhlich enthalten worden. Dise zeittung ist mir zu meiner alhie ankhonfft nit allain von disen alhieigen türkhischen haubthern und briefen von Constantinopl confirmirt, sondern ich bin auch mit gewissen grund avisirt worden, das der bißhero geweste sultan Mustafa den 10. diß von der kay. dignitet, zwar mit seinen willen und ohne einigen vergangenen rumor entsezt und an seiner stat seines bruedern sohn, des strangulirten sultan Osman brueder nahmens Murath , ein jüngling von vierzehen jahren auf den kay. tron gesetzt worden. Dahero ich dann für ein notturff erachtet, gegenwertigen aignen curir zu e. kay. May. in underthenigkheit abzufertigen, dieselben dises verlaufs khürzlich, weiln sy die mehrern particulariteten anderwerts villeicht empfangen haben oder in khürze bekhomben werden, zu avisirn, benebens gehorsambist zu bitten, die credenz schreiben an den sultan, so wol auch die schreiben an die anderen vezier, des datumbs halber alßbald umbfertigen zu lassen, und mir bey disem curier ganz ungesaumbt zuezuschikhen, damit er mich noch vor meiner ankhonff zu Constantinopl, welche ie eher sie geschieht, ie nüzlicher sie e. May. diensten sein würdt, ereylen möge.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16230924" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16230924#p.3"><gams:text>Beynebens, allergnedigister kayser und herr, habe ich nit unterlassen, mich bey diser gelegenheit durch schreiben bey dem vizier von Ofen des fortzugs der türkhischen soldadesca halber höchlichen zu bekhlagen, mit vermelden, weil er nunmehr durch privirung und absezung des gewesten fridhässigen und dem Bethlem ganz zuegethanen grossen vezirs seine vilfältige verhaißung und versicherungen in das werkh zu richten ainzig verhinderung nit habe, alß versehe ich mich gänzlich undt begehre in nahmen e. kay. May. ernstlich, er wölle ainzig auß bemelten beegen oder ihrer underhabenden soldadesca e. May. landen zu schaden, oder dero widerwartigen, wer der immer sein möchte, zu hülf nit passiren lassen, sondern alles, was e. May. zu nachtail gewraichen möchte, alßbald abschaffen. Und damit ich ihne hierzue desto mehr disponire, habe ich ihm die in e. kay. May. nahmen gethane verhaissung der 25.000 taller und seinem kyehaya der 4.000 widerholet, ihme auch hierüber ein schrifftliche assicuration, welche ich bishero zwar über offtermalliges ansuechen zurügg gehalten, zuegeschikht, und bin der ganzlichen hofnung, es werde solches bey dem visir vil würkhen. Und so es geschieht, dises gelt sehr wol angeleget sein, auf dem widrigen fall aber, so seind e. kay. May. so seind e. kay. May. khaines hallers wegen verbunden, wie dieselben auß beygefüegten abschrifften meiner obligation und schreiben allergnedigist abzunemben haben werden.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16230924" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16230924#p.4"><gams:text>Zue disem werkh gehören anyezo meines einfeltigen erachtens zweyerlay: Dann aintweder würdet der visir von Ofen sein zuesag in acht nemben und disen türkhischen succurrs dem Bethlem vorhalten, so würdet auf disen fall die höchste nott erfordern, das e. kay. May. dero kay. durch mich gegebenes wort zu erhalten sich mit disem gelt nach und nach gefast machen, dann es sonsten auf ein mal schwarlich fallen und mit der nit zuehaltung aller credit verlohren würde; oder es würdet der visir villeicht auß unvermöglikhait oder sonsten auß bößen willen sein wort nit in acht nemben und den succurs dem Bethlem zuekhomben lassen, alßdann und auch zuvor in eodem eventum ist vonnötten, das sich e. May. zum widerstandt genuegsam fürsehen, welches dieselb ohne mein erinderung wol erwegen werden, ich wil aber alles guets zue dem allmächtigen verhoffen, sonderlich weiln die coniuncturn sich also schikhen das zu vermueten. E. May. gewönlich von Gott habendes glükh werde sich auch in disem türkhischen werkh würkhlich erzaigen, doch khan guete fürsehung nit schaden, [chiffre]weil man mit geferlichen und vielen mutationen underworfen nen leüthen zu thuen hat.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16230924" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16230924#p.5"><gams:text>Es wurde villeicht auch sehr nuzlich sein, wan e. May. bey zuruggschikhung dises curiers dem [chiffre] vesir von Ofen selbsten zueschreiben liessen und ihme zur nicht [chiffre]paßierung dises [chiffre]succurs und [chiffre]haltung seines [chiffre]versprochenen, mit andeutung, das die von mir beschehene [chiffre]verhaißung auß e. May. [chiffre]bevelch beschehen und auf den fall seines [chiffre]wol verhaltens gewiß in werkh [chiffre]erfahren solte, vermahneten. Solches wurde ihme grössere versicherung verursachen und dem [bethlenischen] [chiffre]succurs unzweifentlich [chiffre]zurück halten, ohne dessen er meines erachtens wenig [chiffre]anfangen oder richten wurde.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16230924" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16230924#p.6"><gams:text>In gleichem, allergnädigster khayser und herr, ist ie ainmal die lautere warhait, das wan ich zu meiner ankhonfft nach Constantinopl bey disem [chiffre]neuen regiment mit einer [chiffre]zimblichen summa geldts versehen wäre, ich den iezigen [chiffre]obristen vesier nahmens Aly bassa, so sonsten ein gueter und dem friden genaigter mann sein solle, wie auch andere [chiffre]fürnembe officier selbiger orthen [chiffre]gewinen und [chiffre]ihrer Mt. und der Christenheit auf ein guete zeit vor dem [chiffre]Türggen fridt und ruhe schaffen khündte. Die mitl, mir solliches [chiffre]geldt richtig zu machen, hette man bey dem [chiffre]Bonacina, wan man ihme nuer deßwegen [chiffre]rich tigkhait und versicherungen machen thate. Weilen ich aber nit wais, was hierinnen e. May. derzeit gesinet oder deroselben gelegenheit sein möchte, alß thue ich alles dero kay. disposition underthenigist haimbstellen.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16230924" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16230924#p.7"><gams:text>Ich meines thails wil, wie bißhero, nach aller möglikheit und so weit sich mein geringer verstandt erstrekhen würdet e. May. nuz und dienst treulich in acht nemben. Bitte dieselb gehorsambist mir die beschaffenheit der [chiffre]sachen im reich, auch in was gestalt die negotia mit dem [chiffre]Bethlen beruhen, und was ich meines thails zu meiner [chiffre]ankhunfft nach [chiffre]Constantinopl deßwegen operirn solle, mit disem curier allergnedigist zuekhomben, die umbfertigung der credenz schreiben und die expedition dises curirs maturirn lassen, auch allergnedigist anbevelhen, das ihme, curier, der raiß unkhosten nach Constantinopl geraicht werde.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16230924" /></qhod:Text><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16230924#p.8"><gams:text>P. S. Allergnedigster herr, e. May. resident, der Lustrier, last ihme deroselben dienst mit allem fleiß und eyfer biß dato angelegen sein und ist würdig, wan er also, wie ich nit zweifle, fortfahret, das ihne e. May. deroselben alß einen treuen und nuzlichen diener iederzeit bevolhen sein lassen.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:kuse.l.hbg.16230924" /></qhod:Text></rdf:RDF>